Psychische Krankheit illustriert

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Psychische Krankheit illustriert
Booklet zur Diplomarbeit
Sophia Nicoladoni
Matrikelnummer: 0974028
Design: Grafik und Werbung
Univ. Prof. Matthias Spaetgens
Universität für angewandte Kunst Wien
Sommersemester 2016
Betreuung: Univ. Prof. Matthias Spaetgens,
Philipp Comarella, Paulus Dreibholz und Roland Pecher
Inhalt
1 Einleitung
3
2 Psychische Krankheit in der heutigen Gesellschaft
4
2.1 Verbreitung Psychischer Krankheiten 4
2.1.1 Epidemiologie
4
2.1.2 Prävalenz
4
2.1.3 Inzidenz
4
2.2 Stigma: Psychische Krankheit
5
2.3 Das Stigma bekämpfen
6
3 Idee: Psychische Krankheit illustriert
7
3.1 Produkt
7
3.2 Nutzen des Produkts
7
3.3 Titel: Danke, gut.
8
3.4 Inhalt 8
3.5 Auswahl der psychischen Störungen und ihre illustrative Umsetzung
9
3.5.1 Demenz
10
3.5.2 Magersucht
10
3.5.3 Bulimie
10
3.5.4 Binge-Eating-Störung
10
3.5.5 Manie
11
3.5.6 Depression
11
3.5.7 Bipolare Störung
11
3.5.8 Schizophrenie
11
3.5.9 Spezifische Phobien
11
3.5.10 Soziale Phobie
11
1
3.5.11 Agoraphobie
12
3.5.12 Generalisierte Angststörung
12
3.5.13 Panikstörung
12
3.5.14 Zwangsstörung
13
3.5.15 Borderline Persönlichkeitsstörung
13
3.5.16 Zwanghafte Persönlichkeitsstörung
13
3.5.17 Schlaflosigkeit
13
3.5.18 Somatoforme Schmerzstörung
13
3.5.19 Substanzsucht
14
3.5.20 Posttraumatische Belastungsstörung
14
3.5.21 ADS und ADHS
14
3.6 Zielgruppen und Ausblick
15
4 Quellenangabe
16
2
1Einleitung
Psychische Krankheit ist heutzutage bei den meisten Menschen ein Tabuthema. Ich hatte in
meinem Leben immer wieder mit Betroffenen zu tun, die teils offen, aber großteils zögerlich
und unsicher mit ihrer Krankheit umgegangen sind. Immer wieder habe ich mitbekommen,
wie das Stigma, das an psychischen Krankheiten haftet, die ohnehin schon unglückliche
Situation erkrankter Personen verschlechtert. Hilfe und Unterstützung aus dem persönlichen
Umfeld oder/und professionelle Behandlung wird von vielen ungern in Anspruch genommen,
da sie nicht als „verrückt“ abgestempelt werden wollen.
Aus dem Wunsch heraus, das Problem zu verstehen und später vielleicht die Situation
verbessern zu können, habe ich mich schon früh mit dem Thema Psychologie
auseinandergesetzt. Neben meinem Studium an der Universität für angewandte Kunst studiere
ich außerdem seit 2014 Psychologie. In meiner Diplomarbeit möchte ich beide Studien
verbinden und mein psychologisches Wissen einbringen.
Mein Anliegen ist es, die Situation von psychisch Erkrankten mithilfe meiner erlernten
Fähigkeiten zu verbessern. Aufklärung ist in diesem Fall der erste Schritt in die richtige
Richtung. Deshalb habe ich mich dazu entschlossen, ein Aufklärungsbuch über psychische
Krankheiten zu kreieren. Dieses Buch soll psychische Erkrankungen sowohl textlich, aber
hauptsächlich bildlich (mithilfe von Illustrationen) thematisieren und erklären. So nehme ich bei
diesem Projekt sowohl die Rolle der Autorin als auch die der Illustratorin ein.
3
2 Psychische Krankheit in
der heutigen Gesellschaft
2.1 Verbreitung Psychischer Krankheiten
Eine genaue Aussage über die weltweite Häufigkeit von psychischen Krankheiten zu treffen
ist schwierig. Für westliche Länder gibt es aber immerhin zahlreiche Studien, die die Frage
zu beantworten versuchen, wie viele Menschen an einer oder mehreren psychischen
Erkrankungen leiden. Bevor hier genauer auf dieses Thema eingegangen wird, müssen einige
Begriffe und deren Definitionen geklärt werden.
2.1.1 Epidemiologie
Der Begriff Epidemiologie beschreibt die wissenschaftliche Disziplin, die sich
mit der Häufigkeit und der Verteilung verschiedener Erkrankungen in der
Bevölkerung beschäftigt. Auch Risikofaktoren (Ursachen und Folgen) dieser
Krankheiten sind Themen der Epidemiologie.
2.1.2 Prävalenz
Die Prävalenz gibt Auskunft über die Anzahl der zu einem bestimmten Zeitpunkt
oder über einen bestimmten Zeitraum erkrankten Menschen. Oft werden
zu diesem Zweck der Zeitraum eines Jahres oder einer durchschnittlichen
Lebensspanne angegeben.
2.1.3 Inzidenz
Die Inzidenzrate gibt Auskunft über die Anzahl der Neuerkrankungen über einen
bestimmten Zeitraum.
Laut dem Deutschen Gesundheitssurvey (DEGS) erkranken aufs Jahr gerechnet rund
ein Drittel der Bevölkerung Deutschlands an mindestens einer psychischen Störung. Die
Lebenszeitprävalenz (Prävalenz im Laufe einer durchschnittlichen Lebenspanne) liegt mit
43% höher. Auch bei anderen Ländern ergeben sich ähnliche Werte: In Brasilien liegt die
Lebenszeitprävalenz bei 36%, in Kanada bei 37% und in der Schweiz bei 48%.
Für einige der Betroffenen endet die Erkrankung im Tod: Bei rund 90% der Suizide war im
Vorfeld eine diagnostizierbare psychische Störung festzustellen.
4
Wie dies zeigt, sind psychische Störungen ernstzunehmende Erkrankungen und betreffen
einen großen Teil der Menschen. Umso beunruhigender ist die schlechte Versorgungssituation.
Deutlich weniger als die Hälfte der Betroffenen haben aufgrund einer psychischen Erkrankung
jemals Kontakt zum Medizinsystem. Generell wird geschätzt, dass in Industriestaaten
nur ungefähr ein Drittel der Betroffenen eine Behandlung erhalten. Weiters ist der Anteil
derjenigen, die tatsächlich eine adäquate Behandlung in Anspruch nehmen, erschreckend
gering: In Deutschland beispielsweise beträgt dieser konservativ geschätzt rund 10%.
Das Fehlen einer Behandlung führt in vielen Fällen zur Verschärfung und Chronifizierung der
Krankheit. Das bedeutet einen starken Leidensdruck für Erkrankte und deren Angehörige.
Nicht selten kann eine psychische Erkrankung auch zum Tod führen, entweder durch die
körperliche Belastung (im Falle von beispielsweise Alkoholabhängigkeit oder Magersucht) oder
durch Suizid.
2.2 Stigma: Psychische Krankheit
Einer der Gründe, warum psychisch Kranke keine Hilfe oder Behandlung in Anspruch nehmen,
ist das mit der Krankheit assoziierte Schamgefühl. Dieses resultiert aus dem Stigma, das nach
wie vor an psychischen Erkrankungen haftet. Betroffene werden von anderen herabgesetzt
oder ausgegrenzt. Außerdem und manchmal genau dadurch kommt es bei den Betroffenen zur
Selbststigmatisierung.
Die Folgen des Stigmas sind weitläufig und vielfältig:
•
Die Lebensqualität der Betroffenen wird geringer und das Selbstwertgefühl
negativ beeinflusst.
•
Einerseits kann es zu Ausgrenzung, andererseits auch zum Rückzug von sozialen
Kontakten kommen.
•
Betroffene haben geringere Chancen, z.B. am Arbeits- oder Wohnungsmarkt.
•
Offene Diskriminierung sowie sprachliche Diskriminierung erschweren den
Alltag.
•
Die Stigmatisierung hat auch negative Auswirkungen auf eine Behandlung,
indem sie z.B. eine geringere Bereitschaft zur Anerkennung der Diagnose und
Behandlung auslöst.
•
Außerdem erschwert die Stigmatisierung das rechtzeitige Aufsuchen
5
professioneller Hilfe, was zur Chronifizierung und Verschärfung der Krankheit
führen kann. Wie oben bereits erwähnt, ist auch die Nicht-Inanspruchnahme
professioneller Hilfe eine Folge.
•
Damit gibt es in weiterer Folge auch erhöhte Kosten für die Krankenkassen. Ein
Grund dafür besteht u.a. in der Tatsache, dass psychisch erkrankte Personen häufig
zusätzlich physische Symptome zeigen und durch einen geschwächten Körper
auch häufiger krank werden.
2.3 Das Stigma bekämpfen
Die Frage, wie man dem an psychischen Krankheiten anhaftenden Stigma entgegenwirken
kann, wurde erforscht und zumindest teilweise beantwortet. Es wurde festgestellt, dass die
Akzeptanz bezüglich psychischen Erkrankungen mit größerer Familiarität mit der Krankheit
wächst. Das bedeutet, dass Aufklärung über psychische Störungen sowie deren Ursachen und
Behandlungsmöglichkeiten eine wichtige Maßnahme gegen Stigmatisierung und deren Folgen
darstellt.
6
3 Idee: Psychische Krankheit illustriert
3.1 Produkt
Mit dem soeben beschriebenen Hintergrund habe ich mich dazu entschlossen, ein
Aufklärungsbuch über psychische Krankheiten zu gestalten. Das Thema soll darin mithilfe von
Text und Illustration vermittelt werden. Dabei werden die Informationen möglichst klar und
gut verständlich vermittelt.
Historisch gesehen ist dieses Format auch inspiriert von der Enzyklopädie (Originaltitel:
encyclopédie ou dictionnaire raisonné des sciences, des arts et des métiers) von Denis
Diderot und Jean Baptiste le Rond d‘Alembert. Durch das in der Mitte des 18. Jahrhunderts
herausgegebene Werk wurde der damals aktuelle Stand des Wissens bezüglich der Künste,
Handwerke und Wissenschaften einem breiteren Publikum näher gebracht. Die Enzyklopädie
arbeitet sowohl mit Text als auch mit Illustration. Hinter dem Werk steht die Grundidee, das
gesamte Wissen einer Zeit zu sammeln und der Welt zugänglich zu machen. Die Enzyklopädie
ist charakteristisch für das Zeitalter der Aufklärung (18. Jahrhundert). Die Aufklärung wird als
geistige und soziale Reformbewegung verstanden, für welche die Berufung auf die Vernunft,
die Hinwendung zu den Naturwissenschaften und der Kampf gegen Vorurteile kennzeichnend
sind. Hier liegt eine wichtige Parallele zu meiner Arbeit: Ich möchte meine Arbeit dem Ziel
widmen, Vorurteile mithilfe von Information zu bekämpfen. Diese Informationen werden, wie
bei der Enzyklopädie, bildlich und textlich vermittelt.
3.2 Nutzen des Produkts
Das Buch erklärt psychische Erkrankungen in Bildern und Worten. Die bildliche Komponente
besteht aus Illustrationen, die die emotionale Ebene der Betrachter anspricht. In ihr liegt ein
neuer, künstlerischer Zugang zur Thematik. Es handelt sich um einen Versuch, das Thema von
einer anderen Seite verständlich zu machen, so Interesse zu wecken und Umsicht zu schaffen.
Die zugehörigen Texte sind kompakt gefasst und informieren über Definition, Symptome,
Behandlungsmöglichkeiten und Häufigkeit der jeweiligen Krankheiten.
7
3.3 Titel: Danke, gut.
Der Titel thematisiert das Stigma, das an psychischen Krankheiten haftet. Ich habe die übliche
Erwiderung auf die häufige Frage nach dem persönlichen Befinden gewählt. „Danke, gut.“ ist
die Antwort, die man sich im Allgemeinen auf die Frage „Wie geht’s?“ erwartet. Die Phrase
zeigt das Nicht-Sprechen-Können oder -Wollen über das eigene Wohlbefinden, besonders das
psychische.
Der Untertitel ist deskriptiv und lautet „21 Krankheitsbilder der Psyche“.
3.4 Inhalt
Die im Buch behandelte Auswahl der Krankheiten orientiert sich vorrangig an der aktuell
gültigen Ausgabe der Internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und
verwandter Gesundheitsprobleme, kurz ICD-10 (Version 2013). Der ICD-10 ist das international
anerkannte Diagnoseklassifikationssystem, welches von der Weltgesundheitsorganisation
herausgegeben wird. Das fünfte von insgesamt 22 Kapiteln widmet sich psychischen und
Verhaltensstörungen und umfasst folgende Kapitel:
•
Organische, einschließlich symptomatischer psychischer Störungen
•
Psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen
•
Schizophrenie, schizotype und wahnhafte Störungen
•
Affektive Störungen
•
Neurotische, Belastungs- und somatoforme Störungen
•
Verhaltensauffälligkeiten mit körperlichen Störungen und Faktoren
•
Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen
•
Intelligenzstörung
•
Entwicklungsstörungen
•
Verhaltens- und emotionale Störungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend
•
Nicht näher bezeichnete psychische Störungen
8
Jedes der angeführten Kapitel ist wiederum in Unterkapitel eingeteilt, und diese teilweise
ebenso. Das resultiert in mehr als hundert verschiedenen Kategorien. Dementsprechend musste
ich für mein Projekt eine Auswahl treffen, da die Behandlung aller Arten von psychischen
Störungen, die im
ICD-10 aufgelistet sind, den Rahmen meiner Diplomarbeit gesprengt hätten.
Um eine geeignete Auswahl zu treffen, habe ich mich auch mit dem zweiten anerkannten
Klassifikationssystem für psychische Krankheiten beschäftigt. Gemeint ist hier der DSM-5, die
fünfte Auflage des Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (diagnostischer und
statistischer Leitfaden psychischer Störungen). Dieser ist besonders in den USA in Verwendung
und wird dort seit mehr als 50 Jahren von der American Psychiatric Association (APA)
herausgegeben.
Dieses Klassifikationssystem weicht in einigen Punkten von dem in Europa dominanten
ICD-10 ab. Für mich waren besonders die Unterschiede im Bereiche der Essstörungen
interessant. Im DSM-5 wird hier die sogenannte Binge Eating Disorder aufgelistet, die im ICD
keine Erwähnung findet. Dennoch wird sie immer wieder von Fachleuten als die häufigste
Essstörung bezeichnet. Aus diesem Grund habe ich sie trotz mangelnder Erwähnung im ICD in
mein Diplomprojekt eingeschlossen.
Mit abgeschlossener Recherche bezüglich der Klassifikationssysteme und deren Kategorien,
habe ich mich mit den Häufigkeiten der verschiedenen psychischen Erkrankungen beschäftigt
und so eine Auswahl für mein Projekt getroffen.
Im Buch sollen psychische Krankheiten beschrieben werden, die in westeuropäischen und
nordamerikanischen Ländern relativ hohe Prävalenzraten aufzeigen. Diese Wahl habe ich
getroffen, da mir aus diesen Ländern am meisten Daten zugänglich sind und dort der ICD-10
sowie der DSM-5 Anwendung finden. Ebenso wurzelt die Entscheidung teilweise aus kultureller
und geografischer Nähe zu mir, der Autorin.
3.5 Auswahl der psychischen Störungen und ihre illustrative
Umsetzung
Im Folgenden liste ich die getroffene Auswahl auf. Zusätzlich sind hier kurze Erklärungen zu
den Krankheiten angeführt, sowie Erläuterungen zu den illustrativen Umsetzungen im Buch.
9
Die so getroffene Auswahl lautet wie folgt:
3.5.1 Demenz
Demenz ist ein Syndrom, das nachweislich durch eine das Gehirn betreffende
Krankheit verursacht wird. Sie führt zu Hirnfunktionsstörungen in Bereichen wie
Gedächtnis, Denken, Orientierung, Auffassung, Sprache und Urteilsvermögen.
In der illustrativen Behandlung des Themas wird mithilfe stilistischer Mittel auf
den Verlust der Gehirnfunktionen eingegangen. Das Bild wirkt, als würde es sich
auflösen.
3.5.2 Magersucht
Charakterisiert ist die Magersucht durch einen beabsichtigten Gewichtsverlust und
die Angst der Betroffenen vor einem zu dicken oder schlaffen Körper. Auch der
übermäßige Hang zur Kontrolle ist kennzeichnend.
Letzteres wird in der Illustration thematisiert, die einen Essensplan für eine
Woche darstellt. Gezeigt werden extrem kleine Portionen (z.B. eine Apfelspalte),
die zu ganz bestimmten Zeiten vorgesehen sind. Die Motive sind mit sehr feinen
Bleistiftstrichen gezeichnet.
3.5.3 Bulimie
Bulimie ist durch wiederholte Heißhunger-Attacken und anschließendes
Erbrechen gekennzeichnet. Die Betroffenen setzen sich übertrieben stark mit der
Kontrolle ihres Körpergewichts auseinander und sorgen sich stark um Körperform
und Gewicht.
In der bildlichen Darstellung der Krankheit wird die Gestik thematisiert, mit der
Erbrechen herbeigeführt wird. Das abgebildete Mädchen steckt sich zwei Finger
in den Mund. Ihre Handhaltung erinnert dabei an das Imitieren einer Pistole. Dies
symbolisiert die Schädigung des Körpers durch wiederholtes Erbrechen.
3.5.4 Binge-Eating-Störung
Bei einer Binge-Eating-Störung kommt es immer wieder zu Heißhungeranfällen,
bei denen Betroffene die Kontrolle über ihr Essverhalten verlieren.
Dieser Kontrollverlust wird illustrativ mit einem relativ schlampig gezeichneten
Berg an Essen veranschaulicht.
10
3.5.5 Manie
Die Manie ist eine affektive Störung, die episodenweise verläuft. Bei einer
manischen Episode ist die Stimmung gehoben und kann von Heiterkeit bis zu
fast unkontrollierbarer Erregung reichen. Sie ist mit stark erhöhtem Antrieb
verbunden, der zu Überaktivität führt.
Die Darstellung der Manie zeigt eine farbenfrohe Maschinerie, die auf höchster
Stufe arbeitet. Neben bunten Zahnrädern spucken die Auspuffrohre Dampfwolken
aus, in denen verschieden gelaunte Gesichter zu sehen sind (verliebt, aggressiv,
fröhlich).
3.5.6 Depression
Depressionen führen bei Betroffenen zu gedrückter Stimmung und vermindern
Antrieb und Aktivität.
Die Illustration zum Thema Depression ist ein Kippbild: Sie zeigt einerseits
jemand Depressiven in seinem Bett liegen, andererseits einen großen Totenkopf.
Dieser symbolisiert die Selbstmordgedanken, die bei Depressionen häufig
vorkommen.
3.5.7 Bipolare Störung
Die bipolar affektive Störung besteht aus manischen und depressiven Episoden.
Bildlich wird die Störung durch zwei kontraststarke Farben (rot und blau)
dargestellt. Dabei sind sowohl Manie als auch Depression als Portraits dargestellt.
3.5.8 Schizophrenie
Schizophrenie wird durch psychotische Symptome wie Wahn und Halluzinationen
charakterisiert.
Die dazugehörige Illustration zeigt einen düsteren Wald. In den Baumkronen
kann man bedrohlich aussehende Gesichter erkennen.
3.5.9 Spezifische Phobien
Bei dieser Gruppe werden Angstzustände überwiegend durch eindeutig definierte,
eigentlich ungefährliche Situationen hervorgerufen.
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Die Illustration zeigt verschiedene spezifische Phobien in Form von
Warnschildern, auf denen sich die Objekte der Angst tummeln. Die verwendeten
Farben Schwarz und Gelb fungieren als Warnfarben und vermitteln ein gewisses
Gefühl von Gefahr.
3.5.10 Soziale Phobie
Im Mittelpunkt der sozialen Phobie steht die Angst vor der prüfenden Betrachtung
der eigenen Person durch andere. Die Angst besteht besonders bei kleineren
Gruppen und kann in verschiedenen Situationen auftreten, aber auch auf
spezifische Situationen beschränkt sein.
Bildlich wird diese Angststörung durch die Abbildung einer finster aussehenden
Jury dargestellt. Die vier Jurymitglieder haben keine menschlichen Köpfe, sondern
jene aggressiver und gefährlicher Tiere.
3.5.11 Agoraphobie
Die Agoraphobie ist charakterisiert durch Befürchtungen, das Haus zu verlassen,
Geschäfte zu betreten sowie sich in Menschenmengen und auf öffentlichen
Plätzen zu befinden.
Illustriert wird die Agoraphobie in einem surrealistischen Stil: Beim Ansehen der
Illustration wird man in die Situation des Agoraphobikers versetzt, der durch
sein Fenster einen Blick auf die Außenwelt wirft. Direkt vor dem Fensterglas
schwimmen Haie durch die Dunkelheit. Sie stellen die lauernde Gefahr dar, der
der Phobiker beim Verlassen seines Hauses schutzlos ausgeliefert wäre.
3.5.12 Generalisierte Angststörung
Diese Störung zeichnet sich durch generalisierte und anhaltende Angst, die nicht
auf bestimmte Umstände beschränkt ist, aus.
Die illustrative Umsetzung zeigt eine besorgte Person, die von Gewitterwolken
umgeben ist. Diese symbolisieren die ständigen Sorgen, denen der oder die
Betroffene nicht entkommen kann. Die Farbgebung ist dementsprechend düster
und kalt.
3.5.13 Panikstörung
Kennzeichnend für eine Panikstörung sind wiederkehrende, plötzlich auftretende
Panikattacken, die von Betroffenen als lebensgefährlich erlebt werden. Sie gehört
zu der Gruppe der Angststörungen.
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Betroffene beschreiben Panikattacken oft mit dem Gefühl zu ertrinken. Die
Illustration zeigt deshalb dieses Motiv.
3.5.14 Zwangsstörung
Wiederkehrende Zwangsgedanken und Zwangshandlungen kennzeichnen eine
Zwangsstörung.
Illustriert wird sie durch ein realistisch gezeichnetes Paar seifige Hände, denn
Händewaschen ist ein übliches Ritual, das Betroffene oft mehrmals ausführen
müssen.
3.5.15 Borderline Persönlichkeitsstörung
Diese Erkrankung ist gekennzeichnet durch übermäßige Angst vorm
Verlassenwerden, emotionale Instabilität und selbstdestruktives Verhalten.
So zeigt die Illustration eine Hand, die eine fremde Hand ganz fest hält. Das zeigt
die Angst der Person, alleine gelassen zu werden. Zusätzlich sieht man Narben
von Selbstverletzungen an dem Arm der Betroffenen.
3.5.16 Zwanghafte Persönlichkeitsstörung
Diese Störung wird durch den übermäßigen Hang zu Kontrolle und
Perfektionismus charakterisiert.
Dementsprechend erzählt die Illustration die Geschichte einer Person, die am
Versuch scheitert, eine perfekte Blume zu zeichnen.
3.5.17 Schlaflosigkeit
Insomnie, also Schlaflosigkeit, zeichnet sich durch den mangelnden Schlaf
Betroffener aus.
Sie wird illustriert durch einen im Bett liegenden Mann, der von kleinen
Fantasiewesen wachgehalten wird.
3.5.18 Somatoforme Schmerzstörung
Eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung äußert sich in andauernden,
schweren Schmerzen, die durch eine körperliche Störung nicht hinreichend
erklärt werden können.
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In der bildlichen Darstellung der Störung werden die Schmerzen durch vom Kopf
ausgehende Blitze gezeigt.
3.5.19 Substanzsucht
Der umgangssprachliche Begriff Sucht meint üblicherweise das, was in
Fachkreisen als Abhängigkeitssyndrom durch psychotrope Substanzen bekannt
ist. Zu diesen Substanzen gehören beispielsweise Alkohol, Medikamente und
Drogen. Diese Abhängigkeit entsteht durch übermäßigen Konsum der jeweiligen
Substanz. Es entwickelt sich eine Toleranzerhöhung, sowie Entzugserscheinungen
bei Verringerung des Konsums.
Die Illustration geht besonders auf den Faktor der psychotropen Substanzen ein.
Sie beeinflussen die Psyche des Menschen, u.a. ihre Wahrnehmung. Bildlich wird
dies durch die Verwendung von Bewegungsillusionen gezeigt. Die Illustration
täuscht die Wahrnehmung der Betrachter und beeinflusst damit gewissermaßen
ihre Psyche.
3.5.20 Posttraumatische Belastungsstörung
Die Posttraumatische Belastungsstörung entsteht als eine verzögerte Reaktion auf
ein besonders belastendes Ereignis mit außergewöhnlich bedrohlichem oder gar
katastrophenähnlichen Ausmaß.
Man kann sagen, dass Betroffene von ihrer Vergangenheit immer wieder
heimgesucht werden. In der dazugehörigen Illustration wird dies durch eine
Manifestation des Erlebten im Schatten des Betroffenen gezeigt.
3.5.21 ADS und ADHS
Bei ADS (Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom) und ADHS (AufmerksamkeitsdefizitHyperaktivitätsstörung) handelt es sich um hyperkinetische Störungen. Diese
sind durch einen Mangel an Ausdauer bei Beschäftigungen, die kognitiven Einsatz
verlangen, charakterisiert. Bei ADHS ist zusätzlich zu dem Aufmerksamkeitsdefizit
eine Hyperaktivitätsstörung vorhanden.
In der Illustration wird die Aufmerksamkeitsschwäche durch ein nicht fertig
gezeichnetes aufgeschlagenes Buch dargestellt. In angedeuteten Bildflächen
erkennt man relativ junge Menschen, da ADS und ADHS schon in einem Alter
von fünf Jahren auftreten kann.
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3.6 Zielgruppen und Ausblick
Für mein Diplom habe ich mich dazu entschieden, eine recht aufwändig gebundene Variante
des Buchs zu produzieren. Es handelt sich gewissermaßen um eine Ausstellung in Buchform.
Die Bilder werden großzügig präsentiert und mit einer japanischen Bindung zusammen
gehalten. Die zugehörigen Texte befinden sich auf eingeschobenen Blättern, die bei Bedarf
auch entfernt werden können. Diese Variante des Buches richtet sich an eine illustrationsund kunstinteressierte Zielgruppe, und kann für mich auch zur Bewerbung bei Verlagen und
Agenturen dienen.
Die Produktion des Buches mit einer solchen Bindung würde bei einer großen Stückzahl mit
hohen Kosten verbunden sein. Deshalb möchte ich an dieser Stelle einen Ausblick auf eine
zweite Variante der Arbeit geben, die an ein breiteres Publikum gerichtet sein soll. Es würde
sich um eine weniger aufwändig gebundene Broschüre handeln, deren Format kleiner und
damit handlicher wäre. Um sie in der Bevölkerung zu verbreiten, möchte ich mich in der
Zukunft an einen Partner in der Gesundheitsbranche wenden. Dafür kommt einerseits das
Bundesministerium für Gesundheit in Frage, andererseits Organisationen, die sich speziell mit
psychischer Gesundheit auseinandersetzen. Ich denke, dass Pro Mente Austria ein geeigneter
Partner für ein solches Projekt wäre. Pro Mente Austria (Gesellschaft für psychische und soziale
Gesundheit) ist ein österreichischer Dachverband von 26 Organisationen, die Menschen mit
psychischen und sozialen Problemen betreuen. Deshalb habe ich vor, mit ihnen in Kontakt zu
treten und ihnen mein Projekt vorzustellen.
15
4Quellenangabe
Angermeyer, M. & Dietrich, S. (2006). Public beliefs about and attitudes towards people with
mental illness: a review of population studies. Acta Psychiatry Scandinavica, 113, 163-79.
Jacobi, F., & Kessler-Scheil, S. (2013). Epidemiologie psychischer Störungen. Häufigkeit und
Krankheitslast in Deutschland. Psychotherapeut, 58(2), 191-205.
Martino, H., Rabenschlag, F., Koch, U., Attinger-Andreoli, Y., Michel, K., Gassmann, J., Berger,
S., Bowley, M., & Rudolf, G. (2012). Arbeitspapier Entstigmatisierung. Grundlagen für eine nationale
Kampagne zur Entstigmatisierung von psychischen Krankheiten und von Menschen mit Störungen der
psychischen Gesundheit.
Rusch, N., Müller, M., Ajdacic-Gross, V., Rodgers, S., Corrigan, P.W., & Rössler, W. (2014).
Shame, perceived knowledge and satisfaction associated with mental health as predictors of
attitude patterns towards help-seeking. Epidemiology and Psychiatric Sciences, 23(3), 311.
Schneiders, W. (2005). Das Zeitalter der Aufklärung (3. Auflage). München: Verlag C. H. Beck oHG.
Volkert, J., Schulz, H., Härter, M., Wlodarczyk, O., & Andreas, S. (2013). The prevalence of
mental disorders in older people in western countries: A meta-analysis. Ageing research reviews,
12(1), 339-353.
Wittchen, H.-U., & Jacobi, F. (2001). Die Versorgungssituation psychischer Störungen in
Deutschland. Eine klinisch-epidemiologische Abschätzung anhand des Bundes-Gesundheitssurveys 1998.
In : Bundesgesundheitsblatt – Gesundheitsforschung – Gesundheitsschutz, 44, 2001.
Internetquellen:
http://www.aerzteblatt.de/archiv/134430/Psychische-Erkrankungen-Hohes-Aufkommen-niedrigeBehandlungsrate – letzter Zugriff am 16. Mai 2016
http://www.binge-eating-online.de/index.php/haeufigkeit-von-binge-eating
– letzter Zugriff am 10. Mai 2016
http://www.icd-code.de/ – letzter Zugriff am 16. Mai 2016
http://www.dsm5.org/ – letzter Zugriff am 16. Mai 2016
http://www.promenteaustria.at/impressum – letzter Zugriff am 1. Juni 2016
16
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