zukunft medien - Verband Druck + Medien Nord

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zukunft medien
zukunft medien Nr. 4 / 4. Quartal 2008
Magazin für die Druck- und Medienwirtschaft
Herausgeber: Verband Druck + Medien NRW e.V.
13
20
22
34
bunt gemischt:
technik:
recht:
aus- und weiterbildung:
„It’s a Dung Thing“
Nichtperiodische Raster jetzt standardisiert
Neues zum Papierpreiskartell
1. „Printhouse Talk“
Inhalt
Mit Marketing
die Zukunft sichern!
halt
in
recht
zm kolumne
4
Das große Schweigen
22
Wer den Schaden hat…
kann den Ersatz nun einklagen!
24
Was Sie wissen müssen:
Praktikantenverträge
betriebswirtschaft
news + aktuelles
5
Viele Branchenpreise nach NRW
26
Begeistert von pagina|net
6
„HEI Life“: 2.000 Besucher
in Langenfeld
28
Alle wichtigen Unternehmensinfos
im Blick: BSC
6
Digitaldruck + FKS-Finish:
Mit Lack richtig veredeln
7
Fachbereiche Offsetdruck
und Medienvorstufe des bvdm
neu konstituiert
30
VDM NRW macht sich stark
für den Druckerberuf
Verlage wollen mit Print und digitalen
Medien Mehrwert schöpfen
32
8
Mediencommunity 2.0 macht
Weiterbildung „nebenbei“ möglich
bvdm-Wirtschaftsausschuss
zur Zukunft der Branche
32
9
Wikis, Blogs, Social Networking –
was bedeutet das?
Deutsche Druckindustrie
im November
33
9
Neue Trends in der Ausbildung
34
1. „Printhouse Talk“
als Branchenbarometer
36
Zukunftsfähig bleiben durch
Ausbildung
38
Umfrage: Zeitarbeit in der
Druckindustrie?
40
Mit dem Medienfachwirt
„weiterkommen“
10
Von Schwefel und Taschentüchern
11
Termine: Unternehmerforum
und Print Media & Strategy 2009
12
Falsche „N.Y. Times“ sorgt für Aufruhr
12
100 Arbeitsplätze in Datteln gesichert
aus- + weiterbildung
aus den betrieben
bunt gemischt
13
„It’s a Dung Thing“
schwerpunkt
14
15
„Einfach zu warten ist der falsche
Weg“ – Jetzt sind echte Partner
und Problemlöser gefragt
Film ab für die Basler Papiermühle!
Hof Sondern Druck- und Medienmanufaktur e.V., Wuppertal
44
Neuer Standort für Ley + Wiegandt
45
GHS-Druck lädt ein zur Open House
verband
45
Langjähriger Mitarbeiter
verabschiedet
46
Vorankündigung:
Jahreshauptversammlung 2009
46
VDM NRW: Weihnachtsferien
46
Neue Mitglieder
Mit Marketing die Zukunft sichern
technik
18
Qualität im Digitaldruck –
was ist das eigentlich?
19
Verstärkung in der Technik
20
Offsetdruck mit nichtperiodischen
Rastern jetzt standardisiert
2
Inhalt
3
Editorial
Sicherheitstechnische Betreuung
und mehr!
46
Geburtstage und Jubiläen
46
Impressum
21
2 zukunft medien 4/2008
42
rubriken
editorial
Sehr geehrte Leser
der zukunft medien,
„Alle sagen, die Zeiten ändern sich. Aber man
muss sich selbst ändern“, so lautet ein Zitat
vom Pop-Art-Künstler Andy Warhol, der stets
seiner Zeit und deren Kunstverständnis weit
voraus war. Veränderung und Anpassung –
ein Erfolgsrezept.
Im Schwerpunkt dieser Ausgabe wollen wir
unter anderem vorstellen, wie Druck- und
Medienbetriebe mit innovativen Produkten
und Dienstleistungen erfolgreich „punkten“
können. Der Begriff „Marketing“ meint ja nicht
zuletzt auch die Anpassung des eigenen
Angebotes an die Bedürfnisse der Kunden.
Natürlich müssen für den Unternehmenserfolg
dafür auch die internen Prozesse und die
Qualität der Produkte stimmen. Damit Ihnen
dies gelingt, informiert diese zukunft medien
bereits über einige „Werkzeuge“, mit denen
sich bereits jetzt oder im nächsten Jahr erfolgreich wirtschaften lässt: Von einem Erfahrungsbericht der Software pagina|net oder der
Einführung einer Balanced Scorecard bis hin
zu verschiedenen Qualifizierungsmöglichkeiten für Ihre Mitarbeiter.
Denn hier liegt noch viel offenes Potenzial
brach: Die Belegschaft trägt mehr als der
Maschinenpark zur Qualität des Unterneh-
mens bei und repräsentiert es gegenüber
dem Kunden, deswegen muss besonders in
ihre Ausbildung und Qualifikation investiert
werden. Besonders stolz sind wir in diesem
Zusammenhang auf die vollen Aus- und
Weiterbildungskurse der Akademie Druck +
Medien und die Offensive für den Druckerberuf, die für unseren Verband besonders im
Fokus steht und hilft, dem drohenden Fachkräftemangel vorzubeugen.
Außerdem gibt es – so kurz vor dem Fest –
noch eine besonders gute Nachricht für alle
Geschädigten des Papierpreiskartells: Ihnen
steht nun die Teilnahme an einer Sammelklage offen, wie wir in diesem Heft anschaulich erläutern.
Wir wünschen Ihnen viel Erfolg, ein frohes
Weihnachtsfest und einen guten Start ins
neue Jahr!
Ihr
Oliver Curdt und das Team vom VDM NRW
und der zukunft medien
4/2008 zukunft medien 3
zm kolumne
Das große Schweigen
Es ist nicht leicht, über die Druckbranche und ihre Leistungen zu berichten. Nicht, weil es an außergewöhnlichen
Produkten und tollen Projekten fehlen würde. Nein, das
Problem ist eher, dass die Druckbetriebe selbst nicht
darüber sprechen wollen. „Das bleibt bitte unter uns!“ oder
„wir sind zwar die Einzigen, die so etwas anbieten, aber
das müssen wir wirklich nicht an die große Glocke hängen“ sind typische Aussagen, die man zwischen Vorstufe
und Drucksaal hört. Kaum zu glauben: Offenbar ist nur
eine Sache schlimmer als schlechte Presse, nämlich gute
Presse.
Kein Vertrauen in die Branche
Warum das so ist? Sind etwa alle Druckunternehmen Beispiele außerordentlicher Bescheidenheit und Demut? Wollen sie nur deswegen nicht glänzen, um den anderen nicht
die Schau zu stehlen? Mitnichten. „Wir produzieren hier
etwas ganz Besonderes, aber wenn wir das publik
machen, rufen morgen drei andere Drucker bei meinem
Kunden an und unterbieten den Preis“, erklärt ein Unternehmer. Aha – so ist das also: Angst vor den Branchenkollegen hindert Betriebe daran, sich so gut darzustellen,
wie sie es eigentlich verdienten. Eigentlich traurig – aber
auch irgendwie logisch für eine Branche, in der immer
noch manche Unternehmen die eigene Leistung augenscheinlich so gering einschätzen, dass sie bereit sind, den
Preis dafür bis ins Bodenlose zu senken.
„Heimlich, still und leise“ funktioniert nicht
Sicher, es wäre blauäugig zu glauben, dass im Zeitalter
von Globalisierung und schrumpfender Margen ausgerechnet die Druckbranche im behüteten Wunderland lebte,
in dem alle Konkurrenz beiseite gelegt und die Kundschaft
brüder- und schwesterlich untereinander aufgeteilt würde.
Aber muss denn gleich eine Art gegenseitige „Belagerung“ sein? Gibt es nicht auch andere Wege?
Hoffnung machen diejenigen Betriebe, die sich anders
verhalten, die sich eben trauen, öffentlich zu zeigen, wie
gut sie sind, die sich bemühen, ihre Kompetenzen und
4 zukunft medien 4/2008
Produkte offensiv zu vermarkten. Die „Druck & Medien
Awards“ und der „Innovationspreis der Druckindustrie“
lieferten dafür auch in diesem Jahr wieder zwei schöne
Beispiele: Hier stehen erfolgreiche Unternehmen auf dem
Podium, die keine Angst haben, sich und ihre Leistungen
zu präsentieren, weil sie wissen: „Unsere Kunden laufen
nicht gleich weg, wenn jemand mit dem Discount-Schild
winkt. Weil sie nicht nur des Preises wegen bei uns sind,
sondern wegen unserer stabilen Produktqualität, der ehrlichen und kreativen Beratung oder einfach, weil wir ihnen
dabei helfen, ihre Probleme zu lösen.“
Kurz: Weil der Druckdienstleister gut ist – und der Kunde
das auch weiß. Darum.
Selbstverständlich interessiert uns zu dieser
Fragestellung Ihre Meinung. Schreiben Sie uns!
Redaktion zukunft medien, Press&More GmbH,
An den Loddenbüschen 95, 48155 Münster,
E-Mail: [email protected]
news+aktuelles
Der Standort Nordrhein-Westfalen war
bei den beiden wichtigsten BranchenAwards wieder einmal besonders gut
repräsentiert: Von den insgesamt 34
ersten Preisen, die im Rahmen der Druck
& Medien Awards und des Innovationspreises der Druckindustrie 2008 vergeben wurden, gingen 13 nach NRW. Ein
deutliches Signal für die Leistungsfähigkeit und Zukunft der Branche, die in diesem Bundesland 40.000 Mitarbeiter
beschäftigt und 2007 einen Umsatz von
3,8 Milliarden Euro erwirtschaftet hat.
Der genaue Blick auf die Gewinnerliste zeigt,
dass nicht nur Druck- und Medienbetriebe
aller Ausrichtungen, sondern auch aus allen
Landesteilen für ihre Leistungen und Druckprodukte ausgezeichnet wurden. So kommt
der Beilagendrucker des Jahres aus Lage
(Service & Print Group Haberbeck), der
bestplatzierte Zeitschriftendrucker findet sich
in Bad Oeynhausen (Kunst- und Werbedruck GmbH & Co. KG) und die Gütersloher Mohn media Mohndruck GmbH gewann
in der Sparte „Umweltorientiertes Unternehmen des Jahres“.
Die Preisträger
Der prämierte DirectMailing-Drucker wiederum hat seinen Standort in Datteln (Wirtz
Druck, Gebr. Schmidt OHG), der Magazindrucker des Jahres 2008 kommt aus Essen
(Druckpartner Druck- und Medienhaus
GmbH) und der erstplatzierte Digitaldrucker
(Niggemeyer Bildproduktion GmbH &
Co. KG) ist in Bochum beheimatet. Die
Druckpartner Druck- und Medienhaus GmbH
hat dabei sogar noch zwei andere Auszeichnungen erhalten: den DID Award 2008 sowie
Viele Branchenpreise
nach NRW
den Sappi International Printer of the Year
2008. Gleich zwei Druck+Medien-Awards
(bester Kunst- und Verpackungsdrucker)
sicherte sich zudem die B.O.S.S Druck und
Medien GmbH aus Goch. Aus Emsdetten
kommt der Sieger im Bereich „Werbedrucksachen“ – in dieser Kategorie gewann die
Lechte GmbH den Innovationspreis der
Deutschen Druckindustrie 2008. Weitere
Innovationspreise gingen an die Touchmore
GmbH aus Remscheid sowie an die Herzog
+ Heimann GmbH aus Bielefeld.
Sortiert man die Preise nach Städten, so
gewinnt Düsseldorf. Mit den Preisen für die
beste Verkaufsverpackung und das beste
Kundenmailing (Manufaktur Lappe GmbH
& Co. KG gemeinsam mit der Plan & Druck
GbR) sowie den Preis für den besten Magazindrucker (Druckstudio GmbH) gehen
gleich drei Auszeichnungen in die Landeshauptstadt. Die Druckstudio GmbH kann sich
zusätzlich noch über die Titel „Sappi European Printer of the Year 2008“ in der Kategorie
„Magazine“ für den „drupa-Report No. 4“
sowie über die Auszeichnung „Deutschlands
beste Arbeitgeber 2008“ freuen. Viele weitere
Druckbetriebe, Agenturen und Buchbindereien belegten zudem zweite und dritte Plätze.
Der Verband Druck + Medien NRW e.V. plant
in Kürze, alle nordrhein-westfälischen Preisträger zu einer Feier nach Düsseldorf einzuladen und dabei gemeinsam mit der Landesregierung die hervorragenden Leistungen der
Unternehmen zu würdigen.
www.innovationspreis2008.de
www.druckawards.de
4/2008 zukunft medien 5
news+aktuelles
„HEI Life“: 2.000 Besucher in Langenfeld
Unter dem Motto „Leistung steigern. Werte schaffen“ hat die dritte Open House
Veranstaltung der Region West der Heidelberger Druckmaschinen Vertrieb Deutschland GmbH vom 6. bis zum 8. November 2008 in der Niederlassung Langenfeld
bei Düsseldorf stattgefunden.
Im Fokus standen dabei innovative Technologien und individuelle Beratung. Gezeigt wurde, wie mit gesteigerter Produktivität die
Grundlagen für eine bessere Wettbewerbsfähigkeit geschaffen werden können, bei-
spielsweise durch optimierte Abläufe und
intelligente Automatisierung. So wurde auch
auf den Open Houses der drupa-Ansatz
von Heidelberg „HEI PERFORMANCE“ und
„HEI VALUE“ aufgegriffen und in zahlreichen
Vorführungen praxisnah und zugeschnitten
auf die jeweiligen Kundenbedürfnisse
demonstriert. Weitere Schwerpunkte waren
die konsequente Umweltorientierung im
Druckprozess sowie die Erweiterung des Produkt- und Dienstleistungsangebotes, beispielsweise durch Veredelung.
Maschinenvorführung und
„Tag der Ausbildung“
Das Angebot für die Besucher im Rahmen
der Open House reichte von der Vorstufe
über den Druck bis hin zur Weiterverarbeitung, flankiert durch umfassende Serviceleistungen sowie die Workflow-Lösungen aus der
Prinect Familie. Die knapp 2.000 Besucher
der Open House-Tage in Langenfeld hatten
dabei die Gelegenheit, die auf der drupa
2008 vorgestellten Neuheiten noch intensiver
kennen zu lernen.
Auch der VDM NRW war am „Tag der Ausbildung“ im Rahmen der Open House mit
einem Stand vertreten. Rainer Braml, Leiter
Bildungspolitik des VDM NRW und Simone
Marhenke, Leiterin der Akademie Druck +
Medien NRW e.V. informierten interessierte
Jugendliche und Berufsanfänger zu den
Berufsbildern, Ausbildungsberufen und Weiterbildungsmöglichkeiten der Branche.
www.heidelberg.com
Digitaldruck + FKS-Finish
Mit Lack richtig veredeln
Das Motto: „Digitalen Produktionsdruck
mit Lack richtig veredeln“ sprach mehr
als 60 Firmen in NRW an, das Open House Event im FKS Kompetenz-Center-West
in Neuss zu besuchen.
In Kooperation von X-NRW GmbH, FKSHAMBURG in Neuss und dem Verband
Druck + Medien NRW e.V. wurde der Einsatz
des digitalen Produktionsdruckes mit Systemen von Xerox und dem UV-Lackierautomaten FKS-Ultra 205A live vorgestellt. In
Fachvorträgen aus neutraler Position zum
Thema „Chancen im Digitaldruck“ referierte
VDM NRW – Experte Frank Wipperfürth über
„Neue Geschäftsmodelle mit Ausblick in die
Zukunft“.
Der FKS UV-Coater zeichnet sich durch hohe
Beschichtungs-Qualität in hochglänzender, matter oder satinierter
Beschichtung mit sofortiger Trocknung für unverzügliches Weiterverarbeiten aus. Das UV-Lackieren
bewirkt eine signifikante Steigerung der Image-Brillanz für DruckFKS/Duplo UV-Coater
Ultra 205A
6 zukunft medien 4/2008
FKS/Tauler Printlam CTI
produkte mit hohem Anspruch und erhöht
die Langlebigkeit. Für große Auflagen wurde
auf der Open House das professionelle Tauler-Printlam Sortiment vorgestellt: Dazu zeigte
FKS das komplette „Alles nach dem Druck“ –
Programm mit Digitalbogen-Finishern (Rillen,
Randschneiden, etc) und eine breite Palette
unterschiedlich ausgestatteter BroschürenAutomaten.
www.fks-hamburg.de
news+aktuelles
Fachbereiche Offsetdruck
und Medienvorstufe
des bvdm neu konstituiert
Etwa 30 Fachleute aus Mitgliedsbetrieben der Druck- und Medienverbände diskutierten am 14. Oktober im Sitzungssaal der odd AG in Bad Kreuznach über Fragen der
Prozessstabilität und Standardisierung im UV-Offsetdruck. Die Aufgabe: Eine
„Marschroute“ für die Arbeit des kommenden Jahres festzulegen.
Mit dabei waren Gäste der Forschungsinstitute Fogra und SID sowie Vertreter der
Druckmaschinenhersteller. Wolfgang Brügelmann, geschäftsführender Gesellschafter
der Peipers-Druckzentrum KölnWest GmbH
und wiedergewählter Vorsitzender des
Fachbereichs Offsetdruck, leitete die Sitzung. Insgesamt drei Tage waren für das
Treffen angesetzt, das sich unter anderem
mit folgenden Themen beschäftigte: die
bvdm-Fachbereiche Medienvorstufe und
Offsetdruck mit ihren speziellen Aufgabenstellungen, Zwischenergebnisse laufender
Forschungsvorhaben, neue Projekte und
der offene Meinungsaustausch.
Beide Fachbereiche befassen sich vorrangig mit Technologiefragen, ohne dabei den
Blick für Märkte und Kunden zu verlieren.
Die erarbeiteten Ergebnisse kommen wiederum allen Mitgliedsunternehmen zugute.
Dazu Wolfgang Brügelmann: „Unsere Aufgabe besteht darin, den Mitgliedsbetrieben
Hilfestellungen anzubieten. Bei aller Kom-
plexität der durch uns behandelten Fragestellungen wollen wir letztlich praxisgerechte
Informationen und Werkzeuge zur Verfügung stellen, welche die tägliche Arbeit
erleichtern.“
Schwerpunkte der Fachbereichsarbeit sind
derzeit beispielsweise die Weiterentwicklung
standardisierter Prozesse, die Auswirkungen
von Materialeigenschaften auf das Druckergebnis, der UV-Offsetdruck, die datenbankgestützte Medienerzeugung, sowie
Fragestellungen rund um den Softproof und
Device-Link-Profile.
Aktiv mitwirken im Fachbereich
Die Fachbereiche Offsetdruck und Medienvorstufe stehen beispielhaft für zahlreiche
weitere bvdm-Gremien, in denen Mitgliedsunternehmen ihre Interessen artikulieren
und dadurch die Verbandsarbeit aktiv
beeinflussen können.
Dazu können sich Unternehmer und Führungskräfte durch ihren Druck- und Medienverband in die Ausschüsse und Fachberei-
che des bvdm delegieren lassen. Dass eine
aktive Mitarbeit gerade in wirtschaftlich
angespannten Zeiten äußerst nützlich sein
kann, bringt Michael Adloff, ehemaliger
Geschäftsführer der twentyfour seven GmbH
in Düsseldorf und designierter Vorsitzender
des Fachbereichs Medienvorstufe auf den
Punkt: „Ich bin mit Begeisterung dabei, weil
sich durch die Gremienarbeit eine hervorragende Möglichkeit bietet, eigene Praxisprobleme zu thematisieren, die uns unter den
Nägeln brennen. Beim Erfahrungsaustausch
merkt man meist schnell, dass viele Unternehmen davon betroffen und an Lösungen
genauso interessiert sind wie man selbst.
An den Lösungen mitzuwirken bringt darüber hinaus einen nicht zu unterschätzenden
Informationsvorsprung, der die eigene Wettbewerbsposition stärkt.“
Mit Roland von Oeynhausen, Otterbach
Medien GmbH & Co. KG in Rastatt (Fachbereich Medienvorstufe) und Ingo Dahl, Druckstudio GmbH in Düsseldorf (Fachbereich
Offsetdruck) stehen Michael Adloff und
Wolfgang Brügelmann künftig zwei weitere
ausgewiesene Fachleute als stellvertretende
Fachbereichsvorsitzende zur Seite.
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4/2008 zukunft medien 7
news+aktuelles
Verlage wollen mit Print und digitalen
Medien Mehrwert schöpfen
Frankfurt. Neue Formen von Verlagsprodukten, digitale Workflows, Individualisierung und Veredelung waren die großen
Themen des Forums Verlagsherstellung
auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse. Das Forum Verlagsherstellung
stellte dabei Strategien und Trends vor.
Wie sieht die Buchgestaltung in der Zukunft aus?
(von links) Klaus Kurz (Adobe), Judith Schalansky,
Mario Lombardo und Ernst Gärtner (Eberl GmbH)
thematisieren die Anforderungen der Typografie
in Print und digitalen Medien
In zwölf Panels diskutierten 57 Fachleute aus
der Verlags- und Zulieferbranche über Entwicklungen und Trends in der Verlagsherstellung. Das Forum Verlagsherstellung war auch
in seinem vierten Jahr wieder zentrale Anlaufstelle für Hersteller, Verlagsleiter, Gestalter
und alle am Herstellungsprozess Beteiligten.
Dabei verzeichneten sowohl die Frankfurter
Buchmesse als Veranstalter, als auch die
Organisatoren des Fachforums, die Print &
Media Forum AG und die Helmut von Berg
Publishing & Consulting Services, ein erneut
gestiegenes Besucherinteresse.
Neue Medienprodukte und
schlanker Workflow
Fazit der Diskussionsrunden: Es gibt keinen
Königsweg, der für alle Verlage gleichermaßen gilt. Eines scheint jedoch sicher:
8 zukunft medien 4/2008
Die Digitalisierung im Verlagswesen schafft
neue Medienprodukte: Vom Produkt-Anbieter
zum Content-Provider beschreibt beispielsweise Olaf Reiswig, Herstellungsleiter der Verlagsgruppe MairDuMont, die Strategie des
Verlages für Reiseliteratur. „Print ist nur ein
Produkt unseres Verlages. Aus dem Content
leiten wir verschiedene Produktformen ab, um
die Wertschöpfung zu erhöhen.“ Dabei entstehen neue Formen der Zusammenarbeit
der Verlage mit anderen Dienstleistern, wie
beispielsweise im Verlag Langenscheidt.
Hier kooperiert der Verlag mit Anbietern von
Navigationssystemen und liefert die Serviceinformationen für die elektronischen Geräte
wie Sehenswürdigkeiten, Restaurant- und
Einkaufstipps.
Ob sich mit neuen Medien bereits jetzt Geld
verdienen lässt, sehen die Verlagshersteller
gespalten. Während in einigen Wissenschaftsverlagen „E-Content“ jetzt schon ein
lukrativer Markt ist, wollen Verlage im Ratgeber-Sektor von den guten Erfahrungen der
Wissenschaftsverlage wie beispielsweise
Springer Science + Business Media, Wiesbaden, profitieren.
Mit dem Vormarsch der E-Books gewinnen
aber gleichzeitig auch gut gestaltete und
veredelte Bücher an Bedeutung. Gestalter
wie Mario Lombardo und Verleger wie Bertram Schmidt-Friedrichs, Mainz, sehen einen
starken Trend zu edlen Bücher mit hochwertigem Finishing, wie Kaschierungen, Prägungen und Lackeffekten in der Umschlaggestaltung.
Schlankere Prozesse
gefordert: Im Forum
„Supply Chain Buchproduktion“ diskutierten
(v.l.) Ingo Eichel (Springer Science + Business
Media), Bernd Adam
(Print & Media Forum
AG) und Ingo Scholz
(CPI Deutschland)
Veredelte Bücher: Thomas Narr vom Verlag Gräfe
und Unzer stellte Trends im Finishing vor
Individualisierte, kleine Auflagen
Zweiter Trend: Die Verlage versuchen, durch
Prozess-Standardisierung und schlankere
Workflow-Lösungen Kosten zu reduzieren.
Das Standarddatenformat der Zukunft lautet
daher XML. Aus diesem medienneutralen
Format lassen sich Print und die elektronischen Endprodukte der Verlage generieren.
Drittes Schwerpunktthema des Messeforums:
die Individualisierung und der Trend zu kleineren Printauflagen durch Digitalisierung.
Gregor Elias Dorsch, Geschäftsführer Syntops, ist auf Software zur Individualisierung
von Printprodukten spezialisiert. Für sein
Unternehmen ist die „Auflage Eins“ heute
bereits wirtschaftlich erfolgreich. Auch für die
werbetreibende Wirtschaft sei dies interessant, da Streuverluste minimiert werden.
news+aktuelles
bvdm-Wirtschaftsausschuss
zur Zukunft der Branche
Auf der Herbsttagung des bvdm-Wirtschaftsausschusses in Wiesbaden am 28.
Oktober 2008 wurde unter der Leitung
von Thorsten Anhalt (Fries Printmedien,
Köln) und Ernst Zoller (Ch. Beck, Nördlingen) über die Zukunft der Branche in
Krisenzeiten diskutiert.
Vorstand des Wirtschaftsausschusses:
v.l.n.r. Thomas Mayer, Thorsten Anhalt
(Vorsitzender), Ernst Zoller
Auch während der Krise hätten Unternehmen
gute Chancen, so das Plenum, wenn die
Betriebe die Nase vorn behielten. Eine neue
Zukunftsstudie soll den Mitgliedsbetrieben
dafür Impulse bieten. Zunächst würde die
Finanzkrise jedoch Konjunktur und Beschäftigung abschwächen.
Die Einschätzung der Experten: Die globale
Krise der Finanzmärkte wird sich auch auf die
deutsche Druckindustrie auswirken. Einhellige Auffassung der 35 Unternehmer war,
dass in der Druckindustrie Anfang 2009 die
„konjunkturellen Bremsspuren” ankommen
würden. Die Erfahrungen der Vergangenheit
zeigen, dass sich auch die Druckkonjunktur
prozyklisch entwickelt und von der gesamtwirtschaftlichen Konjunktur abhängig ist. Dies
kann auch Folgen für die zuletzt gestiegene
Beschäftigung in der Branche haben. Die im
Konjunkturbericht von bvdm-Chefvolkswirtin
Dr. Nora Lauterbach vorgestellte Prognose für
das Umsatzwachstum 2009 lautet deshalb:
Stagnation.
Lebhaft diskutiert wurden auch die längerfristigen Branchenaussichten: Print wird sich
wandeln, hat aber insgesamt auskömmliche
Zukunftsaussichten. Gemeinsam mit dem
Gast der Tagung, Dr. Jürgen Rautert, Vorstand
Dr. Rautert diskutiert mit dem Wirtschaftsausschuss
Heidelberger Druckmaschinen AG, arbeitete
der Ausschuss heraus, dass das Image der
Branche auch durch eine bessere Selbstdarstellung der Druckereien, also durch verstärktes Eigenmarketing, verbessert werden kann.
Entscheidend ist ein effizientes und vor allem
vertrauensvolles Geschäftsverhältnis zwischen Kunden und Lieferanten. Kontraproduktiv sei deshalb die Teilnahme an elektronischen Auktionen, sie verstärkten nur den
Preisdruck und verbaue die Chance zu stabilen Geschäftsbeziehungen. Die Erfahrungen
belegen, dass die Kunden Preiserhöhungen
für Druckdienstleistungen akzeptieren, wenn
sie aufgrund der vertrauensvollen Geschäftsverbindung die Gründe dafür nachvollziehen
können und der Lieferant ihnen Verlässlichkeit und Nutzen bietet.
Deutsche Druckindustrie im November
Aktuelle Geschäftslage: Die Geschäftslage der Branche hat sich erneut verschlechtert und ist damit bereits seit April dieses
Jahres negativ, aber schwankend. Die Differenz aus positiven und negativen Antwortanteilen ist gegenüber dem Vormonat um 8
Prozentpunkte auf –12 Prozent gesunken. Im
November 2007 lag die Einschätzung noch
bei +9 Prozent. Die Produktions- und Nachfrageentwicklung im Vormonat haben sich
weiter um 15 bzw. 5 Prozentpunkte verschlechtert und weisen nun mit –19 Prozent
bzw. –18 Prozent deutlich negative Einschätzungen auf. Auch die Beurteilung der Auftragsbestände sank weiter um 5 Prozentpunkte auf –37 Prozent.
Aus den Angaben des ifo-Konjunkturtests
lässt sich ableiten, dass ca. 37 Prozent der
befragten Druckereien im Auslandsgeschäft
tätig sind. Ihre Beurteilung der Auslands-
aufträge ist gegenüber dem Vormonat
unverändert und mit –22 Prozent weiterhin unbefriedigend. Letztes Jahr lag diese Einschätzung im November bei –7
Prozent.
Geschäftsklima: Das Geschäftsklima,
der Mittelwert aus aktueller Geschäftslage und den Geschäftserwartungen
für die nächsten sechs Monate, hat sich
um 13 Prozentpunkte auf –32 Prozent
weiter abgekühlt. Die Erwartungen für
das Auslandsgeschäft sind mit –5 Prozent zwar ebenfalls nicht rosig, aber deutlich
besser.
Geschäftserwartungen: Die Branche ist
pessimistisch, die Erwartungen für das
nächste halbe Jahr sind um weitere 17 Prozentpunkte auf nunmehr –50 Prozent abgestürzt – das übertrifft den bisher schlechtesten Wert vom Februar 2003 (–37 Prozent)
seit Zeitreihenbeginn 1991! Im November
2007 hatte der Antwortsaldo noch –5 Prozent betragen.
Nur 3 Prozent der Unternehmer erwarten
im November eine verbesserte, 53 Prozent
jedoch eine verschlechterte Geschäftslage,
44 Prozent erwarten keine Änderungen.
Quelle: bvdm
4/2008 zukunft medien 9
news+aktuelles
Von Schwefel und Taschentüchern
Mit der Xerografie wurde vor 70 Jahren
ein Milliardenmarkt begründet – aber
dessen Anfänge waren bescheiden. Am
22. Oktober 2008 jährte sich die Erfindung des Digitaldrucks. Der Hersteller
XEROX zeigt, wie alles begann.
Jeder, der heute den Knopf eines Kopierers
drückt, macht sich wahrscheinlich keine Vorstellungen, wie kompliziert alles anfing: Im
Herbst 1938 nämlich führte ein Experiment
mit Schwefel, einer Zinkplatte und einem
Taschentuch zur Entwicklung des Kopiergerätes und damit zur heutigen digitalen Revolution in der Druckindustrie.
Schon gegen Ende des 19. Jahrhunderts hatten Tüftler versucht, den zeitraubenden Prozess der Abschrift von Dokumenten zu automatisieren. Der Vater der Xerografie, Chester
F. Carlson, wurde jedoch erst 1906 in Seattle
geboren. Als junger Mann fand der studierte
Physiker Arbeit in der Patentabteilung eines
Elektronik-Unternehmens. Seine Haupttätigkeit bestand darin, Manuskripte abzuschreiben und Kopien von Patentspezifikationen
und Zeichnungen anfertigen zu lassen – eine
zeitraubende und kostspielige Form der
Reproduktion, die Carlson zur Suche nach
neuen Lösungen antrieb.
Übel riechende Angelegenheit
Drei Jahre lang experimentierte er in seinem
Appartement mit dem Einfluss von Lichtein-
Chester F. Carlson gilt als Erfinder der Xerografie
– am 22. Oktober 1938 war ihre Geburtsstunde
10 zukunft medien 4/2008
Kopie benötigte der geschickte Nutzer in insgesamt 39 Arbeitsschritten zwei bis drei
Minuten.
Vom „914” zum Milliardenmarkt
Sechs Kopien in der Minute: Der XEROX 914
wirkung auf die elektrische Leitfähigkeit von
Metallen – auch unter Zuhilfenahme von
Schwefelgemischen, die er auf seinem heimischen Herd erhitzte. Nach vielen qualmenden
Experimenten gab ihm der Erfolg Recht: Am
22. Oktober 1938 schrieb sein Partner, der
Physiker Otto Kornei, das historische Datum
auf einen Objektträger aus Glas und legte
dieses auf eine mit einer frischen Schwefelschicht überzogenen Zinkplatte. Die Schwefeloberfläche hatte Kornei zuvor kräftig mit
einem Taschentuch abgerieben, um eine
elektrostatische Ladung zu erzeugen. Nach
einer kurzen Belichtung entfernten die Forscher das Mikroskopglas und streuten Bärlappsamen über die Schichtoberfläche. Ein
Duplikat der Schriftzeichen trat auf der Glasplatte in Erscheinung – die Geburtsstunde
der Xerographie.
Leider waren in den Folgejahren weder
Remington Rand, RCA, General Electric oder
IBM an Carlsons Patenten interessiert. Nur
das Battelle Memorial Institute war 1944
bereit, in die „Elektrofotographie” zu investieren – im Austausch für drei Viertel aller künftigen Lizenzeinnahmen. Den Namen „Xerographie” (griechisch für „trocken schreiben”)
erhielt sein Verfahren erst 1947. In diesem
Jahr erwarb die Haloid Company, die sich
später in „XEROX Corporation“ umbenannte
das Recht, Produkte auf der Grundlage des
Carlson-Verfahrens herzustellen. Der erste
kommerzielle Xerographie-Kopierer, das Trockenkopiergerät „Model A“, lief drei Jahre
später vom Band. Die Bedienung der auch
als „das Monstrum“ bezeichneten Maschine
war jedoch noch höchst unpraktisch: Für eine
1959 wurde schließlich die Xerox 914 der
Öffentlichkeit vorgestellt – ein Kopierer, der
pro Minute sechs Kopien vollautomatisch
erstellte. Obwohl eines der beiden Geräte bei
der Präsentation Feuer fing, funktionierte das
andere reibungslos und bescherte dem
Unternehmen positive Schlagzeilen. Im März
1960, als die erste Xerox 914 ausgeliefert wurde, ging man davon aus, dass in drei Jahren
Die erste Kopie aller Zeiten
etwa 5.000 Stück verkauft würden. Ende 1962
waren jedoch bereits 10.000 Geräte ausgeliefert, und die Produktion konnte mit der Nachfrage kaum noch Schritt halten. Der Grund für
den weiteren Erfolg der Kopierer lag aber
nicht nur am Gerät, sondern auch an der
Absatzstrategie: Die Xerox 914 wurde nämlich
nicht verkauft, sondern vermietet. Mit kleinen
Zählern an den Geräten wurde die Anzahl
der monatlichen Kopien registriert. Für die
monatliche Grundmiete von 95 US-Dollar
konnte der Kunde bis zu 2.000 Kopien
machen, für jede weitere bezahlte er vier
Cent.
Wie folgenreich Carlsons Entdeckung war,
lässt sich heute in sehr großen Zahlen ausdrücken: Industriekenner gehen davon aus,
dass alleine im Produktionsdruck weltweit
jährlich rund 230 Milliarden Seiten digital produziert werden. Die Umsätze im weltweiten
Digitaldruckmarkt liegen bereits im zweistelligen Milliardenbereich – Tendenz rasant steigend.
www.xerox.de
news+aktuelles
Termine: Unternehmerforum und
Print Media & Strategy 2009
Am Donnerstag, den 26. März 2009, wird in Wiesbaden das Unternehmerforum Druck und Medien stattfinden. Das Thema: 140 Jahre
Tarifautonomie in Deutschland: Hat das im Grundgesetz garantierte
Modell Zukunft? Am Freitag, den 27. März 2009 folgt – ebenfalls in
Wiesbaden – das Print & Media Strategy Forum 2009, das andere
unternehmerische Zukunftsperspektiven beleuchten wird, zum Beispiel gedruckte Elektronik, IT-Kompetenz und Corporate Publishing
sowie „Print mit Mehrwert“ durch Veredelung und Effekte.
Zum 140. Jubiläum der Tarifautonomie soll
dieses Modell auf dem Unternehmerforum
ausführlich diskutiert werden. Schließlich
betrifft die Tarifautonomie alle Unternehmer:
sowohl diejenigen, die sich an ihr beteiligen
als auch diejenigen, die sich von ihr entfernen.
Die Tarifgebundenen müssen die Arbeitsbedingungen nicht selbst aushandeln und
erhalten andererseits durch betriebliche Öffnungsklauseln Spielraum, um spezifische
Regelungen betrieblich zu vereinbaren. Die
Nichttarifgebundenen müssen eine gesetzliche Nachbindung einhalten, neue Tarifabschlüsse gelten für sie aber nicht. Solange sie
zahlenmäßig eine Ausnahme bilden, bleiben
die Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen der
Branche weitgehend einheitlich. Was aber
passiert, wenn ihre Zahl zunimmt? Hat die
Tarifautonomie als Pfeiler der sozialen Markt-
wirtschaft Zukunft oder ist
sie ein Auslaufmodell?
Werden staatlich festgelegte Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen auf längere Sicht die autonome
Rechtsetzung der Koalitionen ablösen? Diese
Fragen sollen gestellt und in der Diskussion
und in den Vorträgen ausgewiesener Experten geklärt werden.
An der Diskussion beteiligen sich die Tarifverhandlungsführer unserer Branche Dr. Wolfgang Pütz (bvdm) und Frank Werneke (ver.di)
sowie der Vizepräsident des Bundesarbeitsgerichts und der Hauptgeschäftsführer der
Chemiearbeitgeber, die eine ausgeprägte
Sozialpartnerschaft pflegen.
Die Moderation und Diskussionsleitung übernimmt der Politologe Prof. Dr. Jürgen Falter
(Universität Mainz), bekannt von zahlreichen
Politveranstaltungen aus dem ZDF.
Trends und Zukunftsperspektiven
Nach einem Gesellschaftsabend im Museum
Wiesbaden in exklusiver Atmosphäre mit
Musik, Leckereien und guten Kollegengesprächen folgt am nächsten Morgen das Print &
Media Strategy Forum 2009 mit strategischen
Überlegungen und aktuellen Entwicklungstendenzen in unserer Branche. Unter anderem
wird es um die Medienbranche und die Zukunft
der Werbung gehen. Mit ausgewiesenen Spezialisten und Best-Practice-Beispielen aus der
Realwirtschaft werden die Felder gedruckte
Elektronik, IT-Kompetenz und Corporate Publishing sowie das Thema „Print-Veredelung und
Effekte“ behandelt. Einladungen und Anmeldeunterlagen erhalten Sie Ende Januar 2009.
4/2008 zukunft medien 11
news+aktuelles
Falsche „N.Y. Times“
sorgt für Aufruhr
Print wirkt – und wie! Eine gefälschte Ausgabe der „New York Times“ hat mit Datum
des amerikanischen Unabhängigkeitstages 2009 und großer Schlagzeile das Ende
des Irak-Kriegs vermeldet. Die täuschend echt wirkende „Sonderausgabe“ der
renommierten Tageszeitung berichtete auch über die Schließung des US-Gefangenenlagers Guantánamo Bay und dass der frühere US-Präsident George W. Bush wegen
Hochverrats angeklagt sei.
Als Herausgeber der 14-seitigen Zeitung
outete sich die Aktivisten- und Aktionskünstlergruppe „The Yes Men“. Sechs Monate lang
hätten sie an dem Blatt gearbeitet und über
eine Million Exemplare mit Hilfe von tausenden Freiwilligen kostenlos in New York und
anderen US-Städten verteilt. Unter anderem
ist in dem Blatt zu lesen, dass sich die frühere
US-Außenministerin Condoleezza Rice für
Lügen über die angeblichen Massenvernich-
tungswaffen im Irak entschuldigt hat. Es
berichtet außerdem über eine Öl-Steuer zur
Finanzierung von Umweltstudien, den Ausbau von Fahrradwegen in New York und die
Einführung einer nationalen Gesundheitsvorsorge. „Ich denke, jetzt ist der richtige Zeitpunkt für eine Diskussion, was wir erreichen
wollen“, so „The Yes Men“-Mitbegründer Igor
Vamos. Der Assistenzprofessor am Rensselaer Polytechnic Institute in New York erzählte
dem Blatt, er habe für die falsche „Times“
einen Bericht über das weltweite Verbot von
Massenvernichtungswaffen geschrieben.
Originaljournalisten an
„Kommunikationsguerilla“ beteiligt
Einer der Urheber des So-wünsche-ich-mirdie-Zukunft-Projekts sprach davon, dass rund
30 Autoren beteiligt waren, sogar Mitarbeiter
der echten „New York Times“ hätten Artikel
abgeliefert. Von der Zeitung selbst gab es
zunächst nur einen knappen Kommentar:
„Das ist eindeutig eine gefälschte Ausgabe
der Times. Derzeit versuchen wir, mehr darüber herauszufinden“, so Sprecherin Catherine
J. Mathis. Dies ist allerdings nicht die erste
Aktion der „Yes Men“, die sich selbst als
„Hochstapler“ bezeichnen, die „große Kriminelle darstellen, um diese öffentlich zu demütigen.“ Die kreativen Aktivisten und Globalisierungskritiker schlossen sich Ende der 90er
Jahre zusammen und gerieten das erste Mal
in die Schlagzeilen, als sie eine gefälschte
Internet-Seite der Welthandelsorganisation
WTO online schalteten und ihnen verschiedenste Organisationen und staatliche Stellen
auf den Leim gingen. Als vermeintliche WTOMitarbeiter wurden „The Yes Men“ zu Konferenzen und Vorträgen eingeladen, bei denen
sie satirisch Kritik übten – zum Beispiel mit
einer Lobrede auf die Sklaverei anlässlich
einer Tagung für globalen Textilhandel – die
bei den Zuhörern nur vereinzelt leichte Verwunderung, allerdings keinen Protest auslöste.
100 Arbeitsplätze in Datteln gesichert
Der Druckdienstleister Wirtz Druck Gebr.
Schmidt OHG investiert 2,5 Millionen
Euro in eine neue Produktionsstätte und
sichert damit am Standort Datteln rund
100 Arbeitsplätze. Innovationen, insbesondere im Mailingdruck, hatten die
Erweiterung erforderlich gemacht.
Dass Wirtz Druck weiter am Standort Datteln
bleibt, lag beiden Geschäftsführern am Herzen. Immerhin bilden sie die vierte Unternehmergeneration des Familienbetriebs, der
inzwischen mehr als die Hälfte seines Umsatzes mit der Mailing-Produktion tätigt.
Allerdings waren an der alten Produktionsstätte keine Entwicklungsmöglichkeiten mehr
vorhanden – und bei Wirtz Druck brauchte
man dringend mehr Platz.
Beim Wandel vom klassischen Druckhaus
zum ganzheitlichen Print-Dienstleister mit
12 zukunft medien 4/2008
dem Schwerpunkt Mailing-Produktion mussten die Geschäftsführer Jürgen und Vinzenz
Schmidt in neue Fertigungstechniken und
Produktionsanlagen investieren. „Das werden
wir auch in Zukunft tun, um den Wünschen
und Anforderungen des Marktes Rechnung
tragen zu können.
Aber neue Ideen und Produkte erfordern
auch neue Maschinen und entsprechende
Raumreserven im Unternehmen“, so Jürgen
Schmidt. Und die hat Wirtz Druck am künftigen Standort: Dort verfügt das Unternehmen
über ein Grundstück von knapp 7000 Quadratmetern – mit einer Option für angrenzend
weitere 5000 Quadratmeter. Das neue Druckzentrum von Wirtz Druck hat eine Fläche von
2500 Quadratmetern und wird damit fast
doppelt so groß sein wie das alte. Der Baubeginn ist für Januar 2009 festgesetzt.
www.wirtz-druck.de
Nach erfolgreichem Umbau
gut für die Zukunft gerüstet: (v.l.n.r.)
Jürgen Schmidt, Vinzenz Schmidt
bunt gemischt
It ’s the
Dung Thing!
Kennen Sie das saloppe Sprichwort, dass man
aus Sch… Gold machen kann? Das stimmt nicht
so ganz, man kann nämlich viel Interessanteres
daraus herstellen! Wir haben in Sedgefield, direkt
an der Garden Route in Südafrika, eine ganz
besondere Art des Recyclings entdeckt: außergewöhnliche Papierarten – mit dem Dung von
Elefanten und Nashörnen.
Das „Scarab Paper“ wird aus recycelten
Papierfasern und dem Dung von wilden
Pflanzenfressern gemacht, die in Südafrika
heimisch sind. Da jedes Tier andere Fressgewohnheiten habe, sei – so der Prospekt des
Unternehmens – „auch jedes Papier in seiner
Struktur einzigartig.“ Daher gibt es neben verschiedenen „Elefanten-Dung-Papiersorten“
auch Papier mit vom Wildpferd oder Nashorn
„hergestellten“ Zutaten. Daneben vertreibt
das Unternehmen auch Papier mit verschiedensten Pflanzenfasern, zum Beispiel Kokosnuss oder Seegras.
Traditionelles Verfahren –
innovative Idee
Begonnen hatte alles in den 1980er Jahren,
als die Malerin Sheila Cooper mit handgemachtem Papier experimentierte, dem sie
verschiedene Pflanzenfasern beimischte. Als
Cooper in einem Reservat Nashörner beobachtete, kam ihr die Idee, ihren Papiermischungen auch Dung von Pflanzenfressern
hinzu zu geben – schließlich lagen darin verschiedenste Fasern bereits fertig zerkleinert
vor. Immerhin frisst der „Super-Papierfaserproduzent“, der Elefant, täglich etwa 200 Kilo-
Das Papier
liegt zum
Trocknen aus
Alles Mist? Die „Rohstoffgewinnung“
gramm Nahrung, vor allem Gräser und Blätter, Früchte, Wurzeln, Zweige und Rinde, bei
Nahrungsknappheit jedoch auch Äste und
Dornbüsche. Seine Nahrung verwertet er nur
zu etwa 40 Prozent, da er ein weniger effizientes Verdauungssystem hat als etwa Wiederkäuer. Der so erzeugte Faserbrei muss natürlich noch gereinigt und verarbeitet werden –
und kann dann in die Papiermasse gegeben
werden.
Afrikanisches „look & feel“
Die Papierarten wurden „Scarab“ nach dem
Skarabäus benannt – der Käferart, die schon
im alten Ägypten dafür bekannt war, Vieh-
Ein „Wildlife Painting“ auf
Original „Dung“-Papier
dung zu Kugeln zu rollen und für die Aufzucht
des Nachwuchses zu nutzen. Das Prinzip ist
das Gleiche: Auch er kann dem, was andere
Tiere ausscheiden, noch einen Mehrwert
abgewinnen.
Die Papierproduktion durch einheimische
Arbeiter geht dabei genau so vor wie schon
vor fast 2000 Jahren in China: Die Papiermasse wird geschöpft und gepresst und
schließlich an der Sonne getrocknet – in
Summe sind 23 Arbeitsschritte per Hand
erforderlich, bis schließlich Blöcke und Grußkarten, Briefpapier und Geschenksets daraus
entstehen können. Hygienisch einwandfrei –
versteht sich. Und die Kunden? Sie lieben
das Papier und schätzen es als ein „originales Stück Afrika“, als außergewöhnliches
Geschenk und Souvenir, das zusätzlich einen
Teil seines Erlöses für den Erhalt bedrohter
Tierarten einsetzt. Heute kopieren zwar
bereits einige Papierhersteller das Verfahren,
aber das originale „Dung Thing“ kommt
immer noch aus Sedgefield.
Für mehr Informationen und eine Produktauswahl: home.mweb.co.za/sc/scarabp
4/2008 zukunft medien 13
schwerpunkt
„Einfach zu warten ist der falsche Weg“
Jetzt sind echte Partner und Problemlöser gefragt
Druck- und Medien-Unternehmen müssen gerade
jetzt an sich glauben und die sich bietenden Chancen nutzen. Diese Meinung vertritt auch Oliver Curdt,
Geschäftsführer des Verbandes Druck + Medien
NRW e.V. Im folgenden Interview spricht er sich
denn auch für Aktion und gegen Lethargie und
Angst aus.
zukunft medien: Herr Curdt, ist die Angst vor der Rezession hierzulande berechtigt?
Curdt: Ich denke, dass die
augenblickliche Stimmung
nicht die Realität der gesamten deutschen Wirtschaft
widerspiegelt. Wie schon so
häufig nutzen die Massenmedien einzelne negative Beispiele, um die gesamte Wirtschaft als schlecht darzustellen. Die negative Sicht auf
die Zukunft ist also sehr stark
hausgemacht. Ich bin mit dem
Geschäftsführer des Zentralverbandes der deutschen
Werbewirtschaft, Volker Nickel,
einer Meinung: Wirtschaft ist auch zu einem großen Teil
Psychologie. Medial gepushte Angst kann die Wirtschaft
kippen. Wenn wir uns in der aktuellen Lage in eine Krise
hineinreden, dann bekommen wir eine Krise, die tiefer
schürfen wird, als das, was wir vorher hatten. Davor muss
man Sorge haben. Deshalb der Appell an Medien, Politiker, Unternehmen und Verbände: Wir brauchen RealAnalysen, nicht jede Sau muss durchs Dorf getrieben
werden!
zukunft medien: Was heißt das für die Branche?
Curdt: Druckereien müssen sich vor allem ihrer Kompetenzen und Fähigkeiten bewusst sein und diese dem Kunden gegenüber vertreten und vermarkten. Dass diese
gerade in NRW gut sind, hat die große Zahl der Auszeichnungen beim Druck & Medien Award und beim Innovationspreis gezeigt. Eins ist doch ganz klar: Druckerzeugnisse spielen in der werblichen Kommunikation in der
1. Liga ganz oben mit. Ohne gedruckte Werbung, ohne
Verpackung und Etiketten ohne Tageszeitung und Bücher
geht eigentlich nichts. Eine Welt ohne Drucksachen ist
nicht vorstellbar. Trotz Internet und anderer elektronischer
Medien wird die gedruckte Kommunikation auch in
Zukunft den Spitzenplatz behalten. Klar ist allerdings auch:
Am besten stehen die Unternehmen da, die ihre Hausaufgaben gemacht haben und über gute Produkte, eine
ausgeprägte Problemlösungskompetenz, hervorragende
Mitarbeiter und eine gute Selbstdarstellung verfügen.
14 zukunft medien 4/2008
zukunft medien: Viele Druckereien beklagen einen Auftragsrückgang aufgrund der Konjunktur. Und nun?
Curdt: Wir müssen wie bereits gesagt, den Tatsachen ins
Auge sehen. Veränderungen wird es geben, hierin stecken aber auch Chancen. So besteht jetzt die Chance,
mit seinen Kunden intensiver in Kontakt zu treten und
sozusagen „neue Freunde“ zu gewinnen. Jetzt, in vermeintlich schwierigen Zeiten, kann ich vielmehr über die
Probleme meiner Kunden erfahren und bei ihnen „punkten“, als in guten Zeiten.
Jetzt sind echte Partner und Problemlöser gefragt. Freiräume können zudem genutzt werden um sich etwa
bewusst dem eigenen Marketing und der Selbstdarstellung zu widmen, die eigene Homepage auf Vordermann
zu bringen oder Mailings zu schicken. Auch aktive Pressearbeit kann gerade jetzt wichtig sein, nicht zuletzt, weil
viele andere Unternehmen in das typische Schweigen
und Warten verfallen.
Wichtig ist auch der Kontakt zum Entscheider beim Endkunden, der oftmals verloren gegangen ist. Natürlich sollte man die Situation auch dafür nutzen zu hinterfragen,
ob geplante Investitionen jetzt noch sinnvoll sind, oder ob
man nicht lieber dem Weg „Kooperation statt Konfrontation“ folgen sollte. Sie wissen ja, dass wir auch vor dem
Einbruch bereits an vielen Stellen Überkapazitäten in der
Branche hatten. Fakt ist, dass wir von außen, also vom
Markt, keine wesentliche Hilfe erwarten können, wir müssen selber ran. Einfach abzuwarten was passiert, ist daher
sicherlich der falsche Weg.
zukunft medien: Wie kann der Verband hier helfen?
Curdt: Unsere Berater stehen den Betrieben mit Rat und
Tat zur Seite. Ich halte eine fundierte Bestandsaufnahme
sowie eine Geschäfts- und Liquiditätsplanung in verschiedenen Szenarien für wesentlich. Die eigenen Kosten und
Leistungen sollte man stets voll im Blick und unter Kontrolle haben. Außerdem unterstützen wir gerne beim Innovationsmanagement der Betriebe, etwa bei der Suche
nach neuen Kundengruppen, der Erstellung von passenden Marketingmaßnahmen als auch bei der Entwicklung
von Ansprachekonzepten. Selbstverständlich sind sie
auch da, wenn Unternehmen mit Banken in Gesprächen
stehen oder eine Veränderung in Technik und Ausrichtung planen. Die zahlreichen Leistungen unserer juristischen Abteilung werden sicherlich auch wieder besonders nachgefragt werden.
Wir werden als Verband zudem bemüht sein, das Image
der Branche und die Wertigkeit der Produkte und der
Unternehmen in NRW in den Fokus unserer Arbeiten im
Jahr 2009 zu stellen.
zukunft medien: Herr Curdt, vielen Dank für das
Gespräch.
schwerpunkt
Mit Marketing die
Zukunft sichern
Das Chinesische macht
es vor: Glaubt man der
Wissenschaft, so sind in der
fernöstlichen Sprache die
Zeichen für die Begriffe
„Chance“ und „Krise“ dieselben. Es herrscht dort also die Überzeugung
vor, dass besonders in schwierigen Phasen
sehr viel Raum für Verbesserung und Neues steckt.
Überträgt man dies auf Druckbetriebe, hieße das:
Bloß nicht der allgemeinen Lethargie verfallen,
sondern über Marketing und Selbstdarstellung den
Boden für die Zukunft ebnen.
Auch bei der jetzigen wirtschaftlichen Lage reagieren
Gesellschaft, Politik und Teile der Wirtschaft scheinbar
wieder gleich: Kaum werden Wolken am Konjunkturhimmel sichtbar, Fachleute erahnen stagnierende oder
negative Wachstumsraten, bricht bei vielen Entscheidungsträgern eine hektische Betriebsamkeit aus.
In der Annahme, das soeben noch halb volle Glas sei
nun plötzlich halb leer geworden und eine weitere kleine Wasserentnahme führe sofort zum Verdursten, gründen sie interne Arbeitskreise und suchen oftmals einseitig hektisch Maßnahmen zur „Kostenreduzierung“.
Wie die Ergebnisse dieser Gremien aussehen, ist
dabei unschwer zu erahnen: Scheinbar „nicht benötigte
Ressourcen“ werden freigestellt, Mittel für Weiterbildung
eingefroren und Reisen massiv auf den Prüfstand
gestellt.
Klassische „Angststarre“
Marketing will
Reaktionen
provozieren
Besonders stereotyp ist jedoch leider das Verhalten in
konjunkturschwachen Phasen, wenn es um Marketing
und Werbung geht. Wie vor Jahrzehnten auch glaubt
man immer
noch, gerade
hier potenzielle
Umsatzrückgänge
und
vorhandenen
Kosten kompensieren
zu können.
Dies gilt umso mehr, als in vielen
Chefetagen immer noch der Glaube
vorherrscht, der Nutzen von Marketing in der Krise sei
gering und Werbung mache man am besten in BoomZeiten. Die Folge dieser Meinung: Bereits gebuchte
Anzeigen werden abgesagt, geplante Mailings auf Eis
gelegt oder beauftragte Broschürenproduktionen storniert.
In fast allen Bereichen der Werbeträger sind die Einnahmen derzeit rückläufig. Viele Unternehmen werben
zyklisch: Geht es mit der Wirtschaft runter, dann kürzen
sie die Etats – mancher Konzern sogar zum Jahresende
dramatisch, damit die Bilanz besser aussieht. Das ist in
etwa so, als würde man die Wartung der Produktionsmaschinen unterlassen, um Geld zu sparen. Auf manchen Chefetagen hängt leider nicht das betriebswirtschaftliche Konjunkturgesetz, das Werbeetats keine Ausgaben, sondern Investitionen in die Marktanteile eines
Unternehmens sind!
Aber auch in der Druckindustrie selber, die ja von ihrer
Produktionsleistung her zu gut zwei Dritteln an den
Werbeausgaben der Industrie abhängig ist, bleibt die
lebensnotwendige Selbstdarstellung oftmals auf der
Strecke: Weil sich die Geschäftsführung vornehmlich mit
Zahlen beschäftigt und stark in operative Tätigkeiten eingebunden ist, bleiben Projekte wie die Homepage oder
eine eigene Imagebroschüre der Druckerei auf der Strecke. Kurzum: Unternehmen schwenken in die totale
Marketing-Abstinenz um.
Zu betonen ist allerdings, dass häufig nicht allein die
Unternehmen für diesen Stillstand zuständig sind, sondern auch Finanzinstitute und Geldgeber massiv mitwirken und auf die Kostenbremse treten. Wenn diese sich
schon in Boomzeiten mit der Finanzierung schwer tun,
fallen in konjunkturschwachen Phasen der Ausbau von
Marketing, die Kundenbindung und die Gewinnung von
Marketing bedeutet:
sich positiv von der
Konkurrenz abheben
4/2008 zukunft medien 15
schwerpunkt
dukte zu kaufen? Welche Unternehmen haben diese Bedürfnisse?
Welche Unternehmen bieten ähnliche Leistungen, wo sind die
Unternehmen, die „Marketing in konjunkturschwachen Zei- Unterschiede, wo die eigenen Stärken? Wo liegen die Märkte der
ten“ betreiben, bietet sich augenblicklich eine gewaltige Zukunft?
Chance, um Bekanntheit und Bewusstsein bei potenziellen
Kunden zu gewinnen. Um die Maßnahmen erfolgreich zu Schritt 3: Die Prüfung der
gestalten, ist jedoch ein gute Vorbereitung und Planung not- existierenden Außendarstellung
● Wer Kunden gewinnen will, muss zuerst die eigene Außendarwendig. Im Folgenden eine Checkliste dazu:
stellung betrachten und optimieren. Wie erfahren die Zielkunden
Schritt 1: Das eigene Bewusstsein für
vom Unternehmen? Gibt es eine Homepage, Pressearbeit, MaiMarketing schärfen
lings, Netzwerke mit Multiplikatoren? Wie gut sind die Materialien?
● Wenn Massenmedien über die deutsche Wirtschaft berichten, Bringen sie wirklich rüber, was das Unternehmen kann? Fühlen
betrachten sie nur einen kleinen Ausschnitt: Glaubt man den Statis- sich die Kunden davon angesprochen?
tiken, so gibt es in Deutschland jedoch mehr als drei Millionen ● Wer schließt die Lücken in der Außendarstellung? Können eigene
Unternehmen aller Größen und Ausrichtungen. Eine große Zahl Mitarbeiter dafür genutzt werden oder kommt man mit externen
von ihnen ist weder von der Automobilindustrie noch von der Ban- Agenturen besser ans Ziel? Bis wann sollen die Lücken geschlossen
kenkrise betroffen.
werden? Wer fühlt sich in der Geschäftsführung dafür verantwortlich?
● Marketing muss ganzheitlich und unternehmensübergreifend
gesehen werden. Eine Anzeige kann noch so gut gestaltet sein, Schritt 4: Die operative und
wenn die telefonische oder persönliche Betreuung der Kunden und konsequente Marketingarbeit
Interessenten durch den Betrieb nicht stimmt, ist sie vergebens. ● Marketing fragt zuerst nach der besten Methode, um die ZielkunGleiches gilt etwa für Mailings, die nicht mit der Homepage über- den zu erreichen. Sind Daten über die Informationsbeschaffung
einstimmen.
und die bevorzugte Ansprache bekannt? Was macht die Konkur● Marketing ist Chefsache und muss von oben nach unten durch- renz, wie kann das eigene Unternehmen überraschen?
● Marketing bietet eine Vielzahl an Methoden und Maßnahmen,
gesetzt werden.
● Marketing muss langfristig geplant und konsequent betrachtet die gut aufeinander abgestimmt werden müssen: Klassisch sind
werden. Ein Mailing, das nicht sofort anschlägt, kann auch noch Mailings, Newsletter, Pressearbeit oder auch Messebesuche,
nach sechs Monaten Kunden bringen.
modern sind Filme, Podcasts, Events oder Netzwerkmarketing z.B.
über XING. Welches Medium und welcher Kanal
Schritt 2: Die Marketingziele festlegen
sind die Richtigen?
● Marketing funktioniert nur dann, wenn es eng mit der Unternehmensplanung verknüpft ist und auf verlässlichen Daten und Zielen
aufbaut. Wie viele Kunden sind notwendig, um Gewinn zu machen?
Welche Produkte laufen gut, welche mittel, welche gar nicht? Welche Produktionsmaxima sind möglich?
● Marketing lebt vom exakten Blick auf Kunden und den Markt.
Welche Bedürfnisse muss ein Kunde haben, um die eigenen Pro-
In der Krise punkten: Maßnahmen
Marktanteilen so gut wie komplett aus. Ein Druck-Unternehmer
aus NRW, der namentlich nicht genannt werden will, formuliert seine Erfahrung mit Geldgebern so: „Bei vielen
Kreditberatern und Bank-Betreuern fehlt es komplett an
Wissen um die Bedeutung von Soft Skills wie Marketing
oder Weiterbildung der Mitarbeiter. Was zählt, ist ausschließlich das exakt zu berechnende Equipment und
die Maschinen. Passen die Zahlen nicht mehr zu den
angenommenen Entwicklungen, werden lieber Kreditzinsen erhöht, Laufzeiten verändert oder Maschinen neu
bewertet als gemeinsam Wege zur Kundengewinnung
zu beschreiten.“
Wie intensiv die „Strategie des Sparens und Schweigens“ bereits jetzt umgesetzt wird, zeigt auch eine
Umfrage der Organisation Werbungtreibende im Markenverband (OWM), die im Oktober 2008 eine aktuelle
Umfrage unter den Mitgliedsfirmen organisierte: 35 Prozent der Befragten sagen rückläufige Werbeausgaben
für 2009 (Vorjahr 6 Prozent) voraus, 43 Prozent gehen
von konstanten Ausgaben aus. Immerhin 22 Prozent
erwarten noch steigende Budgets (2007: 42 Prozent).
16 zukunft medien 4/2008
Marketinglösungen
müssen zum
Unternehmen
passen
schwerpunkt
Marketing braucht
strategische Planung und
ein professionelles Team
Falsche Strategie
Das Paradoxe an dieser Entwicklung: Entscheiden sich
Unternehmen für den Marketing-Stillstand und die
Reduktion der damit verbundenen Ausgaben, sorgen
sie zwar kurzfristig für eine Verbesserung der eigenen
Bilanz, langfristig sind die Entscheidungen jedoch kontraproduktiv.
„Eine allzu arglose Kürzung von Werbeetats in der
Rezession birgt die Gefahr, Marken- und Unterneh-
menswert dauerhaft zu beschädigen“ so die Studie
„Gegen den Strom", welche die Boston Consulting
Group in Kooperation mit dem Fachbereich Anzeigen
von Gruner+Jahr sowie IP Deutschland veröffentlicht
hat. Bei prozyklischem Verhalten bestehe die Gefahr,
von Angreifern überholt zu werden und am Markt wie an
der Börse in einen „doppelten Teufelskreis" zu geraten.
„Mit selbstbewussten Werbestrategien gegen Markttrend“, so die Macher der Studie „können Unternehmen
dagegen auch in konjunkturschwachen Phasen Marktanteile gewinnen und ihren Wert nachhaltig steigern“.
Der wichtigste Grund für diese These ist dabei sicherlich
die Passivität der Wettbewerber.
Verharren diese nämlich sozusagen in „Angststarre“,
ist der Weg frei, um eigene Marktanteile und Bekanntheit zu gewinnen.
So werden Mailings, die an Kunden gehen, aufgrund
der verringerten Gesamtzahl deutlich besser wahrgenommen, Broschüren, die verschickt werden, erreichen
einfacher den Zielkunden, Pressemitteilungen, die an
die Medien verschickt werden, haben eine höhere Aufmerksamkeit bei Journalisten.
Sichere Partnerschaft –
ein gutes Gefühl.
Wir verstehen unter Kundennähe Beratung und Betreuung,
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4/2008 zukunft medien 17
technik
Qualität im Digitaldruck –
was ist das eigentlich?
Niemals ganz aus der Diskussion verschwunden,
wird die Qualitätsfrage momentan wieder stärker
zum Thema gemacht. Leider wird die Druckqualität
beim Digitaldruck dabei allerdings meist durch die
„Brille“ des Offsetdruckers gesehen. Es müssten
hierbei jedoch ganz andere Standards gelten, weiß
Frank Wipperfürth, Technischer Berater beim VDM
NRW.
Qualität – was ist das eigentlich? Ganz klar, in der Druckbranche wie auch in anderen Industriezweigen werden
durch ISO-Normen klare „Landmarken“ gesetzt, wie ein
Produkt beschaffen sein muss, um als qualitativ hochwertig zu gelten. Im Druck- und Medienbereich regeln zudem
der ProzessStandard Offsetdruck und die entsprechenden Messgeräte die Merkmale guter Druckprodukte. Und
im Digitaldruck? Lange als das günstigere, aber „schlechtere“ Druckverfahren gegeißelt, stellt sich nun die Frage:
Welchen Qualitätsstandard wendet man hier überhaupt
an?
Zweierlei Maß wichtig
„Eines muss klar sein: Digitaldruckqualität ist nicht gleich
Offsetqualität“, erklärt Wipperfürth. „Digitaldruckqualität
bedeutet nämlich in erster Linie, die Stärken dieses
Druckverfahrens entsprechend zu bedienen und so zum
Beispiel personenspezifische Informationen gezielt zu
verteilen, anstatt mit dem Gießkannenprinzip einfach ein
Medium für alle herzustellen.“ Komischerweise seien
zwar alle Druckverfahren eigentlich nicht miteinander
vergleichbar, da sie für verschiedene Zwecke genutzt
würden, allein der Digitaldruck werde immer noch mit
dem Maß des Offset gemessen. „Das wird dem Verfahren
nicht gerecht“, so Wipperfürth, „denn unter Qualität versteht der Offsetdrucker immer noch nur die Druckqualität.“ Die Qualitätsdefinition müsse hier jedoch ausgeweitet
werden, so dass sie auch Argumente wie Handling und
Mehrwert der Druckprodukte umfasse. Außerdem: „Es
gibt mittlerweile Digitaldruckverfahren, die sogar eine
bessere oder gleich gute Qualität liefern. Da kann selbst
der Fachmann heute keinen Unterschied mehr feststellen.“
Neue Möglichkeiten nutzen
Wipperfürth: „Für Offsetdrucker ist Qualität meist nur gleich Druckqualität“
18 zukunft medien 4/2008
Was also sind die spezifischen Qualitäten des Digitaldrucks? „Es entstehen neue Geschäftsfelder“, so Wipperfürth. „Book-on-demand ist an sich nichts Neues, aber
erhält eine neue Dimension, zum Beispiel durch neue
Ausgabegeräte und Kanäle wie das Handy. Außerdem ist
die Personalisierung und Individualisierung von digitalen
Druckprodukten das klare Argument für den Digitaldruck.
Egal ob das ein Mailing oder der personalisierte Reiseführer und die persönliche Tageszeitung ist, die man sich
nach eigenen Prioritäten zusammenstellen kann. Zusammenfassend kann man sagen, dass erstens die „Auflage
eins“ in Zukunft immer wirtschaftlicher und professioneller
werden wird und es zweitens auch eine immer größere
Varianz an Verarbeitungen und Veränderungen im digitalen Workflow geben wird, welche die Herstellung von personalisierten Medien noch interessanter machen wird.“
Wertigkeit durch höheren Nutzwert und besseres Handling ist also hier das Stichwort.
technik
Content- und LayoutManager gefragt
Den Trend zur Individualisierung
kann man kaum ausklammern: „Die
These, dass Offsetdruck bald nur
noch bei Verpackungen interessant
sein wird, scheint mir logisch. Das
erfordert natürlich ein Umdenken.“
Vor allem gilt das für den ganz
grundsätzlichen Wandel in der Datenhaltung und Seitengestaltung hin von
Ansprechpartner seitenorientierten zur strukturierten
Layouts, den der Digitaldruck mit sich
Frank Wipperfürth
bringt. „Das erfordert natürlich auch
Verband Druck + Medien
NRW e.V.
eine ganz neue Qualifikationsbreite
Tel.: 0211/ 9 99 00 - 24
beim Mediengestalter, der zusä[email protected]
liches Know-how im Datenhandling
haben muss“, so Wipperfürth. Es gibt
hier Aufgabenfelder, die sich allein mit der Erstellung von
Layouts und Formatvorlagen befassen, aber auch diejenigen, die sich dann mit der Verwaltung des Contents
durch so genannte Redaktionssysteme beschäftigen.“
Das bedeutet: Der eine erstellt die Vorlagen für Information, der andere „befüllt“ sie. Der Anwender bestimmt so
selbst, welche und wie viele Informationen er haben
möchte. Die Voraussetzung für den personalisierten Content sind natürlich intelligent vorgefertigte Layouts und
strukturiert vorliegende Daten. Auch an der Druckmaschi-
ne sind andere Qualifikationen gefragt, da auch hier
neben Mechatronik Kenntnisse in der entsprechenden
Software gefragt sind: „Digitaldruck eröffnet also auch
viele anspruchsvolle und spannende Berufsbilder.“
Neutrale Bewertung wichtig
Komischerweise tue man sich in der Druckbranche speziell mit dem Wandel hin zum Digitaldruck schwer,
„obwohl unsere Branche den Wandel eigentlich gut kennt
und technische Weiterentwicklungen an der Tagesordnung sind“, erklärt der Druckereifachmann. Dabei sei der
Trend zum Digitaldruck nur die Spitze des Eisbergs,
schließlich sei in den nächsten Jahren auch mit Innovationen aus dem Inkjet-Bereich zu rechnen, die noch viele
neue Möglichkeiten eröffnen würden. Der Verband, so
Wipperfürth, gebe auch hier Hilfestellung bei allen Fragen
zum Digitaldruck und der Ausnutzung der Chancen, den
dieses Druckverfahren bietet. Gespräche in den Mitgliedsbetrieben, die gemeinsame Analyse der Kundenbedürfnisse gehören dazu, „denn der Digitaldruck lässt sich nur
dann gewinnbringend nutzen, wenn man auch den entsprechenden Markt dafür hat und seine Kunden kennt“,
erklärt er. Ebenso helfen die Technischen Berater des
VDM NRW auch beim Gerätekauf – schließlich soll die
Maschine auch genau zu den Produkten passen.
„Im Gegenzug muss der Betrieb aber auch ehrlich genug
sein, sich selbst und seine Chancen neutral bewerten zu
lassen.“
Verstärkung in der Technik
Seit November dieses Jahres hat die technische
Beratung des Verbandes einen weiblichen Zuwachs
zu verzeichnen. Katharina Matters, eine der drei
Autorinnen der Publikation „Geschäftsfeld Digitaldruck: Technik, Märkte, Strategien“, unterstützt den
Verband Druck + Medien NRW e.V. rund um die
aktuellen Themen Digitaldruck und Web-to-Print.
Die Absolventin der Fachrichtung Druck- und Medientechnologie an der Universität Wuppertal unterstützt ab
sofort Mitgliedsbetriebe in den aktuellen Fragestellungen
Kundenbindungskonzepte, Digitaldruck, Web-to-Print und
Geschäftsprozessoptimierung.
Besonderes Augenmerk legt Matters dabei auf das
Zusammenspiel zwischen Technik und Strategie, denn es
gilt: Erst wenn die eigenen und kundenspezifischen
Anforderungen bekannt sind und das neue Geschäftsfeld
darauf aufbauend entwickelt wurde, kann die Technik
darauf ausgerichtet und somit der Erfolg kalkulierbar werden. „Berücksichtigt werden sollte vor allem beim Einsatz
der Technologien, dass ein bestimmtes Wissen über den
Kunden des Kunden als Grundlage für die Geschäftsmodellentwicklung notwendig ist“, so die Beraterin.
Handlungsbedarf erkannt
Zu ihren Aufgaben zählen unter anderem die Aufklärung
über Einsatzmöglichkeiten und erfolgreiche Geschäfts-
modelle sowie die Beratung
bei Fragestellungen, die sich
ein Unternehmen beim Einstieg in eines der beiden
Geschäftsfelder stellen sollte. Hierbei fließen Wissen
und Erfahrungen aus ihrer
Abschlussarbeit mit ein, in
der sie die HerausforderunAnsprechpartner
gen bei der erfolgreichen
Katharina Matters
Umsetzung von Digitaldruck
Verband Druck + Medien
und Web-to-Print untersuchNRW e.V.
te und daraus folgend LeitfäTel.: 0211/ 9 99 00 - 31
den für die Implementierung
[email protected]
formulierte (siehe hierzu
auch den Bericht in der
zukunft medien 03/2008.)
Zudem ist Matters Ansprechpartnerin für Unternehmen,
die bereits in eine der beiden Technologien eingestiegen
sind. Hier wird sie Unterstützung bei der Geschäftsprozessoptimierung oder Kundenbindung liefern.
In diesen Feldern besteht besonderer Handlungsbedarf,
denn gerade der Digitaldruck sowie Web-to-Print werden
in den nächsten Jahren die vorhandenen Märkte erweitern sowie neue erschließen. Es gilt hierbei das
Geschäftsfeld auch stets im eigenen Unternehmen weiterzuentwickeln.
4/2008 zukunft medien 19
technik
Offsetdruck mit nichtperiodischen
Rastern jetzt standardisiert
Angesichts des zunehmenden Einsatzes nichtperiodischer Raster, auch „frequenzmodulierte Raster“
genannt, war eine Standardisierung dringend geboten. Die zur praktischen Anwendung notwendigen
Informationen und Werkzeuge liegen jetzt in Form
einer Publikation vor.
Das Problem: Nichtperiodische Raster unterscheiden sich
hinsichtlich ihrer Tonwertzunahmen und Farbcharakteristik deutlich von herkömmlichen Offsetrastern mit einer
Frequenz von 60/cm bis 80/cm. Werden beim Farbmanagement dennoch ICC-Profile für den konventionellen
Druck eingesetzt, sind befriedigende Druckergebnisse
kaum zu erwarten. Viele Druckbetriebe waren sich bis
dato nicht bewusst, dass die Arbeit mit nichtperiodischen
Rastern eigene ICC-Profile erfordert. Anderen war der mit
der Erzeugung derartiger ICC-Profile verbundene Aufwand zu hoch. In der Konsequenz wurde den höheren
Tonwertzunahmen oftmals durch gravierende Anpassungen der Korrekturkurve im RIP gegengesteuert – mit allen
damit verbundenen negativen Konsequenzen – und weiterhin mit den ICC-Profilen für die konventionelle Rasterung gearbeitet. Selbst wenn das in Ausnahmefällen funktionierte: Das Problem der abweichenden Farbwiedergabe der nichtperiodischen Raster, insbesondere entlang
der Grauachse, war damit keineswegs gelöst. Individuelle
ICC-Profile zu erzeugen ist aber nicht nur extrem aufwändig. Unterschiedliche Hausstandards der einzelnen
Druckbetriebe für den Druck mit nichtperiodischen Rastern erschweren darüber hinaus den betriebsübergreifenden Datenaustausch, insbesondere mit den Kunden.
Dadurch entstehen Probleme, die bei konventionellen
Rastern durch die Anwendung des ProzessStandard Offsetdruck und daran orientierten Werkzeugen wie den
ICC-Profilen der ECI längst als gelöst angesehen werden
können.
Standard erarbeitet
Nun wurde im Auftrag des bvdm durch die Fogra ein
Standard für die Produktion mit nichtperiodischen Rastern
erarbeitet, der auch in die geplante Neufassung des ProzessStandard Offsetdruck einfließen wird. Die Publikation
Ansprechpartner
Frank Wipperfürth
Verband Druck + Medien
NRW e.V.
Tel.: 0211/ 9 99 00 - 24
[email protected]
20 zukunft medien 4/2008
Jürgen Gemeinhardt, Stefanie Saba:
„Standardisierung des Offsetdrucks mit nichtperiodischen Rastern“, 16 Seiten DIN A4 + CD-ROM,
2008, Artikel-Nr. 86477
„Standardisierung des Offsetdrucks mit nichtperiodischen
Rastern“ – soeben in der Reihe „bvdm-Informationen“
erschienen – beschreibt schon vorab alles Wissenswerte
über die neuen Standard-Druckbedingungen. Diese wurden zunächst für den Druck auf glänzend und matt gestrichenen Bilderdruckpapieren (Papiertyp 1) sowie auf
ungestrichenen Papieren (Papiertyp 4) entwickelt. Weitere
Papiertypen werden ab dem Jahr 2009 voraussichtlich
folgen. Die über den bvdm erhältliche, kostenfreie Publikation enthält darüber hinaus eine Begleit-CD-ROM,
auf der die Tonwerte und Tonwertzunahmen der SollDruckkennlinie, generische Charakterisierungsdaten und
ICC-Profile sowie Sollwert-Tabellen für den Ugra/FograMedienkeil CMYK enthalten sind.
technik
Sicherheitstechnische
Betreuung und mehr!
Arbeitsschutz – ein Thema, das
nicht gern angeschnitten wird,
jedoch zu den vordersten Pflichten
eines Arbeitgebers gehört: Der
VDM NRW bietet dazu nun eine
neue Dienstleistung für seine Mitglieder, auf die ab sofort zurückgegriffen werden kann.
Das Arbeitsschutzgesetz (§ 3 Abs.1) formuliert:
„Der Arbeitgeber ist verpflichtet, die erforderlichen Maßnahmen des Arbeitsschutzes unter Berücksichtigung
der Umstände zu treffen, die Sicherheit und Gesundheit
der Beschäftigten bei der Arbeit beeinflussen.“ Damit ist
der Arbeitsschutz untrennbar an die Verantwortung der
Geschäftsleitung eines Unternehmens gebunden. Hier
liegt also eine juristisch eindeutige Regelung der Zuständigkeit vor, dennoch lässt sich leider immer wieder feststellen, dass Verantwortliche mit Überzeugungskraft bei
der konsequenten Umsetzung von Schutzzielen der
Arbeitssicherheit unterstützt werden müssen. Weiterhin
haben gesetzliche Neuregelungen in der letzten Zeit dazu
geführt, dass eine neue Eigenverantwortung auf die
Unternehmer zukommt.
Vorsicht ist besser als Nachsicht
Konkrete Folge dieser generellen und umfassenden Verantwortung des Unternehmers und dem damit verbundenen Entscheidungsspielraumes ist die Möglichkeit von
Fehlentscheidungen. Damit diese nicht letzten Endes zu
einem Risiko für die Mitarbeiter und den gesamten
Betrieb führen, ist ein erhöhter Beratungs- und Unterstüt-
zungsbedarf notwendig, um die richtigen
Maßnahmen und Lösungen anzuwenden. Der Grund: Nicht alle Unternehmer sind sich sowohl der Risiken im
Tagesgeschäft eines Druck- und Medienbetriebes, als auch der verschiedenen Möglichkeiten bewusst, gefährliche Situationen zu verhüten. Der VDM
NRW bietet Ihnen jetzt mit Marko Graumann (Sicherheitsingenieur) und Dieter
Späte (Sicherheitsmeister) kompetente Hilfe bei
allen Fragen zu diesem Thema. Außerdem bietet
die Beratung des VDM NRW noch „mehr“, nämlich
die zusätzliche Betrachtung der Produktionsverfahren auf Optimierungspotenziale.
Ansprechpartner
Dieter Späte
Verband Druck + Medien
NRW e.V.
Tel.: 0 23 06 / 2 02 62 -13
[email protected]
Doppelter Effekt
Egal, ob eine Neuinvestition in die technische Ausstattung erfolgt, ein Umbau- oder Neubauvorhaben,
die Qualitätssicherung durch Nutzung von Standards
oder Kontroll-Testformen ansteht – Optimierungspotenziale sind in vielen Fällen und an unterschiedlichen
Stellen in der Produktion vorhanden. Hierauf liegt der
Fokus der umfassenden Beratung. Durch die anschließende Auswertung wird eine gute Grundlage
geschaffen, um an den erkannten Punkten neu anzusetzen und Schwachpunkte zu beheben – so werden neben der Verbesserung der Arbeitssicherheit
im Betrieb auch noch die Produktionsabläufe optimiert – ein doppelter Vorteil für die Mitgliedsbetriebe.
Je nach Betriebsgröße stehen unterschiedliche kostenpflichtige Betreuungsmodelle zur Wahl.
Ansprechpartner
Marko Graumann
Verband Druck + Medien
NRW e.V.
Tel.: 0 23 06 / 2 02 62 -19
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Maschinenschäden sowie Datenverluste. Vorteil für Sie: weniger Kosten, weniger Verwaltung, mehr Freiheit
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4/2008 zukunft medien 21
recht
Wer den Schaden hat…
kann den Ersatz nun einklagen!
Mit dem diesjährigen Ende des Prozesses im Fall „Papierpreiskartell“ können jetzt
endlich geschädigte Druckereien Schadenersatzklage erheben. Am 25. und 26.
November veranstaltete der VDM NRW deshalb gemeinsam mit der talionis gmbh
zwei Informationsveranstaltungen zum Thema. Im Fokus der Veranstaltung: Wie können die Opfer ihre Ansprüche geltend machen? Dabei drängt die Zeit: Noch bis Ende
des Jahres sollten sich die betroffenen Betriebe bei der talionis gmbh melden.
Es handelte sich um Preisabsprachen im
Lagergeschäft mit Bilderdruckpapieren, Offsetpapieren und Selbstdurchschreibepapieren zwischen Mai 1995 und April 2000 mit
einem Gesamtumsatzvolumen von etwa einer
Milliarde Euro. In das Kartell verwickelt waren
Firmen wie die G. Schneider & Söhne GmbH
& Co. KG, Papier Union GmbH & Co. KG,
Classen Papier GmbH, bzw. Classen Holding
KG, Deutsche Papiervertriebs GmbH, und die
in der Igepa-Gruppe zusammengeschlossenen Unternehmen Freytag & Petersen GmbH
& Co., E. Michaelis & Co. (GmbH & Co.), Vereinigte Papier Papiergroßhandlungen GmbH
& Co. KG, Drissler & Co. Papiergroßhandel
GmbH & Co. KG, Hanse-Papier GmbH & Co.
KG. und die Igepa Papiergroßhandel GmbH.
Nachdem das Bußgeldverfahren durch alle
Instanzen geführt wurde, hat es nun offenbar
am 22. Oktober dieses Jahres mit einem
Urteil des Oberlandesgerichts Düsseldorf sein
Ende gefunden. Nur in Bayern und Baden
Württemberg existierten keine lokalen Kartelle. Mit dem diesjährigen rechtskräftigen Urteil
können die geschädigten Unternehmen nun
ihr Recht geltend machen und Schadenersatz verlangen.
Schadenersatzforderungen
nun möglich
Zu diesem Zweck wurde auf den beiden
Informationsveranstaltungen des VDM NRW
zum Thema in Lünen und Düsseldorf die
Möglichkeit einer Sammelklage vorgestellt,
welche die Einzelforderungen der Geschädigten bündelt. Auf welche Weise und zu welchen Bedingungen das geschehen kann,
erklärten Christian Schulze und Martin Zimmermann von der talionis gmbh, einer Unternehmensberatung, die sich auf die Durchset-
zung von Schadenersatzansprüchen aus Kartellrechtsverletzungen spezialisiert hat: Die
Druckereien treten ihre Forderungen gegenüber den Kartelltätern in einem ersten Schritt
an talionis ab und stellen talionis die relevanten Rechnungen in Kopie oder als Originale
zwecks Aufarbeitung zur Verfügung. Der
Factoring-Spezialist prüft diese im Anschluss
auf kartellrelevante Sachverhalte, ermittelt die
Preisüberhöhung und berechnet so die geltend zu machende Schadenersatzforderung.
An dieser Stelle kann der Geschädigte – sollte er es wünschen – noch von einer Klage
absehen. Tut er dies nicht, bereitet talionis
eine Klageschrift vor und führt die außergerichtlichen Vergleichsgespräche im Namen
des Unternehmens. Bleiben diese erfolglos,
leitet das Unternehmen ein Klageverfahren
ein. Im Erfolgsfall werden dem Druckereibetrieb von talionis 60 Prozent der erzielten
Summe ausgezahlt, von den übrigen 40 Prozent werden alle laufenden Kosten für
Gericht, Anwalt, Verfahren, Gutachter und
eine Erfolgsprovision für talionis bestritten.
„Das Prozessrisiko bleibt so vollständig bei
talionis“, erläutert Erich Heimann, Rechtsexperte beim VDM NRW.
Kosten nur bei Erfolg der Klage
Tobias Manig, Geschäftsführer von talionis
international: „Von der erfolgreich durchgesetzten Summe erhält talionis 40 Prozent.
Aufgrund der gesamten Vorlaufkosten und
des erheblichen Risikos ist das absolut angemessen. Man sollte es so betrachten: Bei
jedem für talionis erzielten Euro erhält der
Geschädigte 1,50 €, jeder von uns verlorene
Euro kostet den Geschädigten nichts.“
22 zukunft medien 4/2008
recht
Frist 2008
nicht verstreichen lassen!
Kartellgeschädigte Druckereien sollten nicht länger
untätig bleiben, sondern ihre Ansprüche überprüfen
lassen und sich noch bis zum 31.12. 2008 z. B. dem
Forderungspool der talionis international gmbh
anschließen.
Mit verschiedenen Aktionen und Dienstleistungen engagiert sich der VDM NRW dafür,
Geschädigte für die Aufnahme in den Forderungspool zu motivieren. „Hier muss niemand
seine Zahlen offen legen“, so Heimann, „der
Forderungspool ist streng anonym.“ Zwischen talionis und dem Bundesverband
Druck und Medien (bvdm) wurde außerdem
bereits ein Mustervertrag für die Geltendmachung gebündelter Schadensersatzforderungen abgestimmt. Zusätzlich stehen die juristischen Berater des VDM NRW bei Fragen
zum Procedere zur Verfügung.
Heimann: „Natürlich bleibt es dem Unternehmer weiterhin vorbehalten, seine Ansprüche
auch selbst oder mit einem anderen Anbieter
durchzusetzen.“
Ansprechpartner
Erich Heimann
Verband Druck + Medien
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Tel.: 0 23 06 / 2 02 62 -11
[email protected]
recht
Praktika haben viele Funktionen: Gerade in Zeiten
des Fachkräftemangels bieten sie die unbezahlbare Chance, potenzielle Arbeitnehmer bereits
früh an das Unternehmen zu binden. Für die jungen
Leute selbst stellen sie einen wertvollen Einblick
in verschiedenste Branchen dar, der bei der beruflichen Orientierung hilft. Klappen kann eine solche
Kooperation aber nur, wenn beide Parteien fair
agieren. Hier hilft ein genau ausgearbeiteter Praktikantenvertrag.
Was Sie wissen müssen:
Praktikantenverträge
In den letzten Jahren ist die Zahl der Praktika rasant
gestiegen, doch leider hat sich auch das Image des Praktikums durch dessen häufigen Missbrauch verschlechtert.
Bereits im letzten Jahr hatte der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) daher eine Initiative für faire Praktikumsplätze für Studierende gestartet und auch
das Magazin „Karriere“ vergibt seit einiger Zeit das Gütesiegel „Fair Company“ an Unternehmen, die sich gegen
die Ausbeutung der so genannten „Generation Praktikum“ einsetzen. Dazu gehört unter anderem, dass Unternehmen keine Vollzeitstellen mit Praktikanten, Volontären
und Hospitanten besetzen, keine Hochschulabsolventen
mit einem Dauerpraktikum „vertrösten“ oder Praktikanten
mit dem vagen Versprechen einer Folgebeschäftigung
„ködern“.
Praktikant kann Vergütungsansprüche
geltend machen
Damit der Praktikant nicht als billige Arbeitskraft missbraucht wird, besagt die Rechtslage: Beinhaltet die Tätigkeit des Praktikanten – wie in der betrieblichen Praxis
üblich – sowohl Elemente der Ausbildung als auch die
Erbringung von Arbeitsleistungen, muss das Erlernen
praktischer Kenntnisse und Erfahrungen (Ausbildungszweck) gegenüber dem für den Betrieb erbrachten Leistungen und Arbeitsergebnissen deutlich überwiegen.
Ist dies nicht der Fall, weil der Praktikant zum Beispiel in
Vollzeit ausschließlich in nur einer Abteilung weisungsabhängig tätig ist, vollständig in die Arbeitsorganisation eingegliedert wird und für den Betrieb notwendige Arbeit
leistet, handelt es sich in Wirklichkeit um ein Arbeitsverhältnis – das dann auch so vergütet werden muss.
Auf die im Vertrag fixierten
Vereinbarungen kommt es an
Liegt also de facto ein Arbeitsverhältnis vor, kann sich die
vereinbarte Vergütung wegen Lohnwuchers als sittenwidrig und damit nichtig darstellen. An ihre Stelle hat die übliche Vergütung (§ 612 Abs. 1 Bürgerliches Gesetzbuch)
zu treten. Dies ist in der Regel das tarifliche Entgelt.
Übrigens gilt dies auch, wenn der Praktikant keine finanzielle oder konzeptionelle Projektverantwortung hat. Entscheidend ist die tatsächlich durchgeführte Arbeitsleis-
24 zukunft medien 4/2008
recht
Ansprechpartner
Erich Heimann
Verband Druck + Medien
NRW e.V.
Tel.: 0 23 06 / 2 02 62 -11
[email protected]
Praktikumsinhalte möglichst
genau fixieren
tung, bei der kein Ausbildungszweck im Vordergrund
steht. Das Besondere daran: Zwar werden Praktikantenverträge regelmäßig befristet abgeschlossen und damit
das Risiko zur Zahlung einer höheren als der vereinbarten Vergütung zeitlich begrenzt. Sind jedoch keine Ausschlussfristen vereinbart, kann der Praktikant noch drei
Jahre nach Beendigung des Vertragsverhältnisses eventuell bestehende Vergütungsansprüche geltend machen.
Wie jedoch kann man nachträglichen
Ärger und eventuelle Gehaltsnachforderungen vermeiden? Indem man
alle Aufgaben des Praktikanten im
Betrieb bereits im Praktikantenvertrag
detailliert aufführt und eventuell sogar
vom Vorgesetzten gegenzeichnen
lässt. Zudem sollte bei Durchführung
eines Praktikums immer darauf
geachtet werden, dass der Ausbildungszweck auch tatsächlich im Vordergrund steht, beziehungsweise
konzeptionell und zeitlich deutlich
überwiegt. Je breiter aber das Spektrum vermittelter Einblicke in Arbeitsabläufe und betriebsorganisatorische
Zusammenhänge ist und je mehr
Ansprechpartner es gibt, die für ihren
Bereich Kenntnisse vermitteln und
ihre Praxiserfahrung weitergeben,
desto klarer lässt sich der Ausbildungszweck erkennen (so zuletzt
Landesarbeitsgericht Baden-Württemberg, Urteil vom 08.02.008 5 Sa
45/07, Der Betrieb 2008, S. 1574).
Natürlich darf der Praktikant im Laufe
seiner Tätigkeit für den Betrieb verwertbare Arbeitsergebnisse liefern,
diese müssen jedoch ein Nebeneffekt
des primären Ausbildungszweckes
bleiben.
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Der VDM NRW hilft Ihnen gerne
bei der Ausarbeitung Ihrer Praktikumsverträge – sowohl mit Vertragsmustern als auch mit juristischer Fachberatung.
Kontaktieren Sie uns!
4/2008 zukunft medien 25
betriebswirtschaft
Begeistert von pagina | net
Wenn es um die richtige Management
Information Software (MIS) für ein Druckunternehmen geht, hat Peter Schurzfeld,
Geschäftsführer der Detmolder topp +
möller GmbH eine klare Meinung. „Für
mich“, so der Chef des 1906 gegründeten
und mittlerweile in vierter Generation
geführten Unternehmens, das aus einer
vollstufigen Druckerei und einem Verlagsbetrieb mit eigener Inhouse-Agentur
besteht, „hat pagina|net das absolut
beste Preis-Leistungsverhältnis.“
erfolgreich zu führen und miteinander zu verknüpfen, geht es heute einfach nicht mehr
ohne zentrale Datenhaltung und ständigen
Zugriff auf aktualisierte Auftrag- und Kundendaten. Jeder muss jederzeit über das für ihn
wichtige Wissen verfügen. So erhalte ich als
Geschäftsleitung Auskunft darüber, welcher
Vertreter und welcher Kunde wie viel Umsatz
macht und kann so nach verschiedenen Kriterien aufschlüsseln, in welchen Produktbereichen und bei welchen Kundenstrukturen ich
erfolgreich arbeite.
Das ist ein großes Plus an Transparenz und
eine wertvolle Entscheidungshilfe im Tagesgeschäft. Der Techniker wiederum erfährt
über das System, wie viel Platten noch auf
Lager sind und weiß, wann der Mindestbestand unterschritten ist.
zukunft medien: Und warum gerade pagina|net?
Peter Schurzfeld, Geschäftsführer topp + möller GmbH,
nutzt die Software pagina seit rund 16 Jahren
zukunft medien: Herr Schurzfeld, warum
brauchten Sie eine MIS-Software?
Schurzfeld: Unser inzwischen mehr als 40
Mitarbeiter zählendes Unternehmen hat ein
sehr vielfältiges und komplexes Portfolio im
Bereich Druck- und der Mediendienstleistungen. So sind wir gleichermaßen eine Offsetdruckerei, die bis zum 3B-Format produziert
sowie ein Produktionsbetrieb, der mit Hilfe
einer speziellen KBA Maschine Kunststoffe
bedruckt.
Im Verbund mit vier anderen Partnern stellen
wir darüber hinaus für den europäischen,
amerikanischen, asiatischen und russischen
Markt beduftete Printprodukte her. Ergänzt
wird diese Produktionskompetenz um spezielle auf Kunden zugeschnittene, ganzheitliche Lösungen aus dem Werbebereich. So
bauen wir nicht nur ein CI auf, sondern sorgen auch für entsprechende Gestaltung der
Geschäftsgebäude oder der Fahrzeuge. Um
alle diese Bereiche operativ und wirtschaftlich
26 zukunft medien 4/2008
Schurzfeld: Wir haben die erste Version
bereits vor rund 16 Jahren gekauft, damals,
noch auf DOS-Basis. Die Software war
bereits zu dieser Zeit sehr betriebswirtschaftlich orientiert – alle anderen Programme
konnten nur kalkulieren und Rechnungen,
Aufträge oder Angebote schreiben, pagina|net dagegen zusätzlich Statistiken und
betriebswirtschaftliche Auswertungen liefern.
Wir hatten somit als mittelständischer Druckbetrieb ständig wichtige Daten außerhalb der
Bilanz zur Verfügung. Auch der Nachfolger
pagina|net war und ist mit seinem Preis-Leistungs-Verhältnis gegenüber der Konkurrenz
unschlagbar. Außerdem hat es den Vorteil,
dass es für jemanden, der aus dem Druckbetrieb kommt, sehr praxisbezogen aufgebaut
ist und keine umfangreichen Softwarekenntnisse nötig macht.
zukunft medien: Wie ist Ihr Betrieb heute
durch pagina|net vernetzt? Wie ist der Prozessablauf?
Schurzfeld: pagina|net ist das durchgehende Steuerungssystem für die technischen
Abläufe unseres Betriebes. Es fließen sowohl
Auftrags- als auch Ist-Daten ein, es wird im
Programm kalkuliert, das Angebot geschrieben und der Auftrag angelegt. Außerdem
steuert es auch den Einkauf, etwa beim Material, da auch die Lagerwirtschaft über ein so
genanntes „Artikelmodul“ angebunden sind.
Von der Auftragsabrechnung über Sammelbogen und Auftragsabrechnungsformulare,
die in der Software enthalten sind, bis zur
Rechnungsstellung ist alles im System
abbildbar und zusätzlich über eine Schnittstelle mit der externen Buchhaltung verknüpft.
Im technischen Bereich wird die Software
ausschließlich als Informationsquelle genutzt,
zum Beispiel zur Materialsuche. Für die nötige Flexibilität sorgt unsere „elektronische Auftragstasche“, in der alle Daten zum Job liegen und die von den Kostenstellen jederzeit
abgerufen werden kann.
Zusätzlich werden wir ab 2009 unsere
gesamte Archivierung durch Einscannen aller
Papierbelege komplett auf die elektronische
Version umstellen. Die 16 Programmlizenzen
verbinden dabei sämtliche Büroarbeitsplätze
und Kostenstellen im Betrieb, wobei es Abteilungszugriffsrechte und Personenzugriffsrechte gibt. Ein Abteilungsleiter etwa hat mehr
Zugriffsrechte als der Drucker, letzterer kann
nur Auftragsdaten und Material suchen, erhält
aber beispielsweise keinen Zugriff auf Umsatzauskünfte pro Person oder Job.
zukunft medien: Stichwort Kundenkontakt.
Was hat sich hier verändert?
Schurzfeld: Durch pagina|net sind viele Prozesse zum Kunden zum einen papierlos, zum
anderen schneller geworden. Angebote, Auftragsbestätigungen, Rechnungen – viele Kunden bekommen diese nur als PDF. Schnell
und reibungslos funktioniert aber auch die
Rechnungsstellung, die dezentralisiert ist.
Unsere Maxime ist hier: Nach Warenausgang
sollte innerhalb von 48 Stunden die Rechnung beim Kunden sein. Der Sachbearbeiter
hat kalkuliert, hat sein Angebot und eventuelle Abweichungen im System und kann so die
Rechnung erstellen. Per Knopfdruck wird diese dann entweder in Papierform oder als PDF
ausgegeben.
zukunft medien: Und wie ist pagina|net mit
Ihrem Web-to-Print-System verzahnt?
Schurzfeld: Unser Web-to-Print-Programm
wird nur im B2B-Geschäft eingesetzt und
umfasst unter anderem Standardvorlagen für
unsere großen Vertragskunden. Die kaufmännischen Prozesse, die aus einer Bestellung
über unsere Plattform resultieren, gehen
automatisch in pagina|net ein und werden
dort abgebildet, inklusive der automatischen
Generierung von Auftrag, Lieferschein und
Rechnung.
betriebswirtschaft
zukunft medien: Stichwort Reklamationen: Kann ein Mitarbeiter Fehler im System korrigieren?
Schurzfeld: Ja, bei organisatorischen Fehlabläufen können wir über das EDV-System eine Rückmeldung über
das Intranet senden und erhalten. Der Mitarbeiter weiß
schließlich oft besser Bescheid, ob alles rund läuft und
kann auch Engpässe oder Problempotenziale absehen.
Und wenn der Mitarbeiter es nicht merkt, hat pagina|net
mehrere automatische Warnfunktionen.
Da der Drucker auch einen Zugriff auf das Materialmodul
hat, kann er, etwa bei falschem Papier, selbst eine Alternative suchen und entsprechend über die aufgestellten
speziellen Laptops oder Terminals umbuchen lassen. Auf
diese Informationen ist ein Betrieb angewiesen, wenn er
funktionieren soll.
zukunft medien: Stichwort Datenübernahme: Wie haben
Sie alle Informationen aus der ersten Version in das neue
System überführt?
Schurzfeld: Wir haben einen harten Schnitt gemacht.
Wir hätten eine Konvertierung der Altdaten in das neue
System vornehmen können, allerdings war aufgrund der
langen Zeit die Datenstruktur des DOS-Programmes veraltet und die über 70.000 Kundendaten zu mindestens 20
Prozent nicht mehr korrekt.
Daher haben wir uns entschieden, alles von Grund auf
neu aufzubauen und haben zum Beispiel neue Kundensuchbäume, neue Materialsuchbäume, neue Kundenstrukturen in der Aufgliederung der Kundennummern
oder die Definition von Kunden- und Produktgruppen
angelegt. Das hat sich in der Praxis bewährt – ich kann
schließlich heute noch auf den Knopf drücken und Daten
eines Auftrages von vor 17 Jahren aus der pagina|netDOS-Version herausziehen.
zukunft medien: Wie viele Mitarbeiter mehr bräuchten Sie
ohne pagina|net?
Schurzfeld: Das Szenario ohne pagina|net ist kaum vorstellbar. Wenn wir das heute alles noch „zu Fuß“ machen
müssten wie in den 80er Jahren, dann, schätze ich, würden wir zurzeit etwa drei Mitarbeiter zusätzlich brauchen,
die nur einfache Bürotätigkeiten machen.
Ich erinnere mich noch gut daran: Früher waren die Auftragstaschen aus Papier und mit Kugelschreiber beschriftet, Angebote wurden per Handschlag gemacht und spätestens beim Lieferschein gingen die Probleme los, weil
die Adresse des Kunden verloren gegangen war. Solche
Fehler zogen sich dann durch die gesamte Produktionskette.
zukunft medien: Herr Schurzfeld, vielen Dank für das
Gespräch.
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des Verbandes Druck + Medien NRW
Stellen Sie sich vor, Ihre Auftragslage entwickelt sich unerwartet positiv, Sie haben viel zu tun und brauchen Unterstützung.
procedo druck, die Branchenlösung, die Ende 2006 in Kooperation mit dem Verband Druck + Medien NRW ins Leben gerufen
wurde, stellt Ihnen erfahrenes Personal mit Fachwissen bereit.
Zur Vertretung, zur Erprobung, für kurze Zeit oder für immer?
Jemanden, der ins Team passt und der sich schnell im neuen
Aufgabenbereich zurechtfindet!?
Mitarbeiter (m/w): vielleicht Offsetdrucker, Kräfte für die Weiterverarbeitung, Rolleure oder engagierte Buchbinderhelfer,
typosichere Mediengestalter, jemanden, der sich auskennt,
wenn es um Aufgaben wie Schneiden, Falzen, Zusammentragen,
Kleben, Heften, Nuten geht. Oder den Profi, dem Lithografie
und Retusche noch im Blut stecken, InDesign, Freehand, und
QuarkXpress aber neue Leidenschaften sind.
Sprechen Sie mit uns, möglichst, bevor ein Personalengpass auftritt.
Wir können Ihnen zeitnah geeignete und qualifizierte Kräfte vorstellen, die den von Ihnen gestellten Anforderungen entsprechen und die
Maschinen kennen, die bei Ihnen im Einsatz sind.
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4/2008 zukunft medien 27
betriebswirtschaft
Alle wichtigen Unternehmensinfos im Blick
Es sind drei Buchstaben, die in der Wirtschaft seit
vielen Jahren eine wichtige Rolle spielen: BSC. Als
Abkürzung stehen sie für „Balanced Scorecard“, ein
Managementsystem, mit dem Unternehmen ihre
angestrebten Ziele kontinuierlich evaluieren und im
Hinblick auf ihre Erreichung bewerten können. Was
zur Einführung einer Balanced Scorecard notwendig
ist, beschreibt das Beispiel eines nordrhein-westfälischen Druck- und Medienunternehmens, das aus
Datenschutzgründen im Folgenden als Print-Innovation GmbH bezeichnet wird.
„Hauptziel der Einführung einer Balanced Scorecard“,
beschreibt Daniel Heimsoth, Bachelor of Science Druckund Medientechnologie bei der Beratung für Mittelstand
und Druckindustrie GmbH (BMD) „ist die Konkretisierung,
Darstellung und Verfolgung von Strategien im Unternehmensalltag.“ Weniger abstrakt formuliert heißt das: Über
eine BSC lassen sich ähnlich des Leitstandes im Kraftwerk oder dem Flugzeug-Cockpit auf einen Blick und
ohne langes Suchen alle Daten und Informationen abrufen, die für die erfolgreiche Führung eines Unternehmens
notwendig sind. Dabei gilt, dass nicht nur die Finanz- sondern auch die Kundenperspektive und meist auch die
Prozessperspektive und die Potenzial-, oder Mitarbeiterperspektive berücksichtigt werden. Kurzum: Die Balanced
Scorecard ist ein integriertes Managementsystem, mit
28 zukunft medien 4/2008
dem nicht nur alle wichtigen Daten zentral abgerufen werden, sondern mit deren Hilfe auch Unternehmensentscheidungen und Handlungsanweisungen einfacher
umzusetzen sind.
Werte definieren
Genau dieser Nutzen war es auch, den die Print-Innovation GmbH zur Einführung einer Balanced Scorecard veranlasste. „Um einen Startpunkt und ein Projektziel zu
haben“, beschreibt Heimsoth, „wurde zunächst ein Projektteam von Mitgliedern der ersten und zweiten Führungsebene gebildet und von ihnen eine Scorecard für
das Gesamtunternehmen erarbeitet.“ Konkret hieß das:
Das Team aus Geschäftsführung und Bereichsleitern
setzte sich zunächst theoretisch mit dem Thema BSC
auseinander und entwickelte dann eine „Vision“ und
„Mission“ für das Unternehmen und definierte darüber
hinaus die relevanten Unternehmenswerte. Ergebnis dieser Vorarbeit war eine Strategie, die den Ausgangspunkt
der Balanced Scorecard darstellte. Ihre zentrale Aussage:
„Wir sind das innovativste Druck- und Medienunternehmen in ganz Deutschland und bieten unseren Kunden
den besten Service“.
Perspektiven definieren
Abgeleitet von der Strategie wurden anschießend die
relevanten Perspektiven (= Betrachtungsfelder) festgelegt,
betriebswirtschaft
welche die Hauptmerkmale einer Balanced Scorecard
darstellen und mit denen alle wesentlichen Gesichtspunkte des Unternehmens in ein ausgewogenes Verhältnis
gebracht werden. Das Projektteam entschied sich hier für
die vier übergeordneten Perspektiven „Finanzen“, „Kunden“, „interne Prozesse“ und „Mitarbeiter“ und für zwölf
konkrete strategische Ziele, die diesen Perspektiven
zugeordnet wurden. Heimsoth: „Anhand der festgelegten
Ziele ließ sich die Strategie weiter konkretisieren und
wesentliche Leitlinien erarbeiten, die das Handeln der Mitarbeiter in die geplante strategische Richtung lenken.
Besonders das gemeinsame Einverständnis der Projektmitglieder über die zuvor festgelegten strategischen Ziele
und die Integration im operativen Alltag, war ein entscheidender Erfolgsfaktor zur Einführung der Balanced Scorecard.“
Kennwerte festlegen
Schön und gut, doch wie lässt sich am Ende klar und
unmissverständlich messen, ob die gewünschten Ergebnisse auch erreicht werden? Antwort: Jedes der zwölf
gewählten strategischen Ziele der Print-Innovation GmbH
bekam nach der Fixierung eine Kennzahl und einen Zielwert, der zu erreichen war.
Basis für die Zielwerte der Finanzperspektive waren dabei
zum Beispiel konkrete Zielvorgaben aus der finanziellen
Mehrjahresplanung oder ein Benchmarking. Heimsoth:
„Im Idealfall sollte jedes Ziel mit maximal einer Kennzahl
repräsentiert werden. Da dies bei der Print-Innovation
GmbH in der Praxis nicht möglich war, wurden nicht mehr
als drei Kennzahlen zur Darstellung eines Ziels verwendet.“ Weitere Faustregel des Fachmanns: Die Zielwerte,
die schließlich den Zielerreichungsgrad messen, sollten
einerseits anspruchsvoll und ehrgeizig, aber auch realistisch in ihrer Erreichbarkeit sein.
card wurde deutlich, dass die Print-Innovation GmbH
nicht über genügend Ressourcen verfügte, um für alle
Ziele strategische Aktionen gleichzeitig zu planen und
umzusetzen.
Folge: Das Projektteam entschied sich dafür, eine Priorisierung vorzunehmen und zudem strategische Aktionen
zur Unterstützung zu nutzen. Bei der Selektion wurden
dabei vor allem die Maßnahmen ausgewählt, die einerseits einen unmittelbaren finanziellen Rückfluss bieten
und andererseits einen Beitrag zur Strategieumsetzung
leisten.
Um alles erfolgreich zu koordinieren, wurden jeder Maßnahme Verantwortliche zugeteilt, die von nun an Einhaltung und Termine überwachten. Nachdem die Unternehmens-Scorecard erfolgreich bei der Print-Innovation
GmbH eingeführt wurde, entschloss sich das Unternehmen, weitere Scorecards für einzelne Unternehmensbereiche zu entwickeln. Dazu wurden jeweils neue Projektteams in den Bereichen Vorstufe, Druck und Druckweiterverarbeitung gebildet, die den Entwicklungsprozess
für eine bereichsspezifische Scorecard umsetzen.
Über die Erfahrungen der Print-Innovation GmbH mit
der Balance-Scorecard wird die zukunft medien in
den kommenden Ausgaben immer wieder berichten.
Umsetzung der Ziele
Unmittelbar nach der Entwicklung der Ziele und dem
Beginn der operativen Umsetzung der Balanced Score-
Ansprechpartner
Daniel Heimsoth
Beratung für Mittelstand
und Druckindustrie GmbH
Tel.: 0 23 06 / 2 02 62 -22
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4/2008 zukunft medien 29
aus- + weiterbildung
VDM NRW macht sich stark
für den Druckerberuf
In den nächsten Jahren wird in allen
Branchen der Wettbewerb nicht nur um
die besten, sondern überhaupt um Nachwuchskräfte intensiviert werden. Gerade
der Druckerberuf leidet schmerzlich
unter den geringen Ausbildungszahlen.
Deswegen hat sich die Akademie Druck +
Medien NRW e.V. in Kooperation mit den
Mitgliedsbetrieben zum Ziel gesetzt,
junge Menschen für den Ausbildungsberuf des Druckers oder der Druckerin
zu begeistern. Die Kampagne dazu ist
bereits angelaufen.
Hintergrund der intensiven Werbeaktion ist
die rückläufige Zahl der Interessierten an
einer Drucker-Ausbildung – heute bewerben
sich statistisch gesehen in NRW nur noch 0,7
Bewerber um eine freie Ausbildungsstelle.
Die sich in den nächsten Jahren dramatisch
verringernden Schulabgangszahlen machen,
zur Sicherung des Berufsnachwuchses in der
Branche, ein rasches und aktives Vorgehen
erforderlich. „Und das“, so Rainer Braml, Leiter Bildungspolitik beim VDM NRW, „obwohl
mit dem Drucker-Beruf ein guter Verdienst,
interessante Arbeitsplätze und eine Tätigkeit
an hoch modernen, mit viel Hightech versehenen Druckmaschinen verbunden ist“. Hinzu kommen laut Braml exzellente Chancen
auf dem Arbeitsmarkt, vielfältige Weiterbildungsmöglichkeiten und betriebsspezifische
30 zukunft medien 4/2008
Fachrichtungen, die auch das Zusammenwachsen von Online und Print berücksichtigen. Die Frage ist jedoch: Wie präsentiert sich
die Branche, welches Image hat sie und welche materiellen oder auch immateriellen
Angebote haben die Betriebe zu bieten?
Attraktive, abwechslungsreiche und verantwortungsvolle Tätigkeiten bietet der Drucker
allemal, es muss nur gelingen, dies auch bei
den Jugendlichen im Berufswahlprozess zu
verankern.
Informationslücken schließen
Vor diesem Hintergrund gilt es zunächst, für
Interesse zu sorgen, um dann ins Gespräch
zu kommen und über die vielfältigen und
interessanten Aufgaben eines Druckers zu
sprechen. Hier hat der VDM NRW reagiert: So
sollen überall dort, wo Betriebe einen Ausbildungsplatz als Drucker anbieten, die allgemein bildenden Schulen angesprochen werden und für den Berufswahlunterricht ein
Informationspaket, bestehend aus Informationsschriften, gemeinsamen Unterrichtsbesuchen und anschließenden Schnuppertagen
im Betrieb, angeboten werden. Die Zielgruppe: Gute Absolventen der Haupt-, Real- oder
Gesamtschule.
Aus diesem Grund sollen drei attraktive Informationsbroschüren mit einem hohen Veredelungsanteil für die interessante Tätigkeit des
Druckens werben. Titel wie „Medienhersteller
Print“ oder „Print-Operator – Der Beruf mit
Zukunft“ sollen die Aufmerksamkeit der
Jugendlichen auf sich ziehen und zeitgemäß
für den Druckerberuf werben. Referenzen
und Berichte aus der Praxis ergänzen die
hochwertig gestalteten Marketing-Materialien,
die damit letztendlich auch für Eltern zukünftiger Auszubildender Wissen und Argumente
für diesen Beruf liefern.
Die Broschüren sind daher Teil einer ausgeprägten und durchdachten Marketing-Kampagne, mit der Jugendliche gezielt für die
Ausbildung zum Drucker geworben werden
aus- + weiterbildung
sollen. Die wenigsten Jugendlichen können
sich unter dem „Drucker“ etwas vorstellen –
schließlich steht ein „Drucker“ Zuhause und
ist den meisten nur als Ausgabegerät des
heimischen PCs bekannt.
Betriebe und Schulen
mit einbeziehen
Diese Form der Nachwuchswerbung kann
allerdings nur dann gelingen, wenn in den
jeweiligen Regionen auch von den Betrieben
real vorhandene Ausbildungsplätze angeboten werden. Eine flächendeckende Aussendung von Broschüren an die Schulen kann,
wenn interessierte junge Menschen vergeblich nach Ausbildungsplätzen in der Region
nachfragen, schnell in Frust umschlagen und
somit eine gegenteilige Wirkung erzielen.
Aktionen des Verbandes und der ausbildenden Betriebe müssen daher Hand in Hand
gehen.
Deswegen gehört auch die enge Zusammenarbeit mit den Betrieben vor Ort zum Konzept,
ebenso wie die Zusammenarbeit mit Schulen.
Diese können zum Beispiel in Kooperation
mit dem VDM NRW und den lokalen Druckereien Angebote im Rahmen des Berufswahlunterrichts machen. In der Praxis heißt das:
Jugendliche und Betrieb beschnuppern sich
in einem Praktikum, bevor eine Entscheidung
für einen spezifischen Ausbildungsberuf
getroffen wird.
Das Konzept sieht zudem im Rahmen des
Unterrichtes Besuche von regional ansässigen Druckbetrieben vor, die auch einen Ausbildungsplatz zur Verfügung stellen, um
authentisch für den Beruf des Druckers zu
werden. Parallel hierzu werden die Arbeitsagenturen/Berufsinformationszentren mit den
neuen Broschüren versorgt, damit auch über
diese Schiene Interesse bei den Jugendlichen geweckt und mit der Mär einer sterbenden Branche aufgeräumt werden kann.
Neuordnung der Ausbildung
Eingebettet ist diese spezifische Kampagne
für den Drucker darüber hinaus in eine längerfristige Qualifizierungsoffensive, die bereits
bei der Ausbildung den Blick nach vorn richtet und auch Weiterbildungsmöglichkeiten in
der Branche aufzeigt, etwa den „Industriemeister Digital und Print“ bis hin zum
Abschluss als Bachelor für Drucktechnik. Ein
weiterer Mosaikstein im Werben um guten
Berufsnachwuchs sieht der Verband darin,
dass beim zuständigen Bundesministerium
für Wirtschaft die Aktualisierung der Ausbildungsinhalte für die Ausbildung zum Dru-
cker/zur Druckerin beantragt
wird. Denn die Erfahrung hat
gezeigt: Der Wechsel vom
Schriftsetzer zum Mediengestalter ist bis heute ein Beispiel für die Wirkung einer
attraktiven Berufsbezeichnung, die ein ganzes Bündel
an Modernität und Zukunftsorientierung verspricht. Auch
in nahezu allen anderen
Branchen wurde der Weg
von tradierten Berufsbezeichnungen hin zu zukunftsorientierten und attraktiven Berufsbezeichnungen beschritten.
Die Gespräche mit dem Sozialpartner verlaufen positiv,
so dass über den ZFA mit
einer gemeinsamen Initiative
gerechnet werden kann. In
diese Neuordnungsbemühungen eingebunden sind
auch Überlegungen zu einer
neuen Berufsbezeichnung, die die Jugendlichen zunächst überhaupt für diesen Beruf
begeistern lässt. Ein Inkrafttreten der Aktualisierung ist realistisch zum 1. 8. 2010 zu
erwarten.
Langweilig – nein danke! Drei neue Broschüren sollen helfen,
Jugendliche für den Druckerberuf zu interessieren
Mitmachen erwünscht
Betriebe, die zum Sommer 2009 einen Ausbildungsplatz als Drucker anbieten und Interesse an einer konzertierten Werbeaktion um
gute, junge Auszubildende haben, werden
gebeten, sich an ihren Verband zu wenden.
Ab Anfang 2009 kann dann kurzfristig das
gemeinsame Vorgehen und der Besuch der
Schulen in der Region organisiert werden.
Mit verschiedenen Betrieben wurden bereits
erste Aktionen für Januar 2009 vereinbart.
In Verbindung mit einer guten betrieblichen
Ausbildung, attraktiven beruflichen Tätigkeiten
und Perspektiven kann das Konzept der
Nachwuchswerbung aufgehen und sich mehr
junge Menschen für die Ausbildung als Drucker interessieren und die Betriebe unter den
guten Bewerbern wieder auswählen können.
Ansprechpartner
Rainer Braml
Verband Druck + Medien NRW e.V.
Tel.: 0 23 06/ 2 02 62 - 66
E-Mail: [email protected]
4/2008 zukunft medien 31
aus- + weiterbildung
Mediencommunity 2.0
macht Weiterbildung „nebenbei“ möglich
In der Druck- und Medienbranche geht es
innovationstechnisch mit Riesenschritten
voran. Betriebe, die da „am Ball“ bleiben
wollen, müssen ihrer Belegschaft die
Möglichkeit geben, dazuzulernen – sonst
haben Sie bald selbst am Markt keine
Chance mehr. Damit Weiterbildung allerdings nicht nur sporadisch vorgenommen
wird, bietet die „Mediencommunity 2.0“
jetzt etwas Neues: Sie erleichtert vor
allem operative Schwierigkeiten durch
ein ausgereiftes E-Learning-Konzept.
Was man darunter verstehen muss: Ausgewählte Bildungsinhalte und ein Qualifizierungskonzept, das durch Online-Lernen ohne feste
Kursstruktur in moderierten Lerngruppen und
Präsenztrainings vermittelt wird. So können Lernende räumlich und
zeitlich unabhängig Wissen erwerben. Jeder
kann zudem entsprechend seiner individuellen
Vorkenntnisse und seines individuellen Lernziels teilnehmen. Aktuelles Wissen wird durch
Fachexperten und Praktiker zielgerichtet und
effizient vermittelt und in Internetforen oder
Newsgroups weiter verbreitet, diskutiert und
verfeinert. Hinzu kommen Kommunikationsund Kooperationsmöglichkeiten wie Wikis,
Blogs oder Social Networking. Ein positiver
Nebeneffekt: So werden auch wichtige Netzwerke für das spätere Berufsleben geknüpft.
Anrechnung auf formale Ausbildung?
Aus- und Weiterbildung „neben dem Tagesgeschäft“ ist natürlich anstrengend und aufwändig, trotzdem scheitert der Wille zur Fortbildung häufig an ganz alltäglichen Problemen: Erstens am Unwissen der Teilnehmer
und mangelnder Information über das, was
vermittelt werden soll und welche Kompetenzen schon „mitgebracht“ werden. Zweitens
müssen Kompetenzlevel und Lerngeschwindigkeit bei allen Teilnehmern einer Weiterbildungsmaßnahme möglichst homogen sein,
damit nicht einige wenige „vorbeiziehen“,
während die anderen noch weit im Stoff
zurück liegen. Und drittens der Haupthinderungsgrund: Habe ich überhaupt neben meiner Arbeit noch die Zeit, mich fortzubilden?
Findet die Maßnahme räumlich und zeitlich
so statt, dass ich es einrichten kann teilzunehmen? Dies gilt insbesondere in den Kleinund Kleinstbetrieben der mittelständisch
geprägten Druck- und Medienindustrie. Die
Akademie Druck + Medien NRW beteiligt
sich daher an dem vom Bundesministerium
für Bildung und Forschung geförderten Projekt „Mediencommunity 2.0 – Wissensplattform der Druck- und Medienbranche für
modularisierte lebenslange Lernkonzepte in
einer Lehr-/ Lerngemeinschaft.“
32 zukunft medien 4/2008
Neben der Ausarbeitung von Lernmodulen
soll ein Medien-Wiki aufgebaut werden, das
durch die Lerngemeinschaften ständig weiter
entwickelt und durch Experten qualitätsgesichert wird. In einem Medien-Open-Campus
soll eine ständig wachsende Bibliothek zu
inhaltlichen Themen der Druck- und Medienbranche entstehen. Im Projekt wird sogar die
Anrechnung der Weiterbildungsmodule auf
ein Hochschulstudium geprüft und in der Praxis getestet. Dazu Rainer Braml, Bildungsexperte beim VDM NRW: „Die Lernenden stel-
len sich natürlich die Frage, wie sich die Wissensanhäufung im weiteren Lernprozess sinnvoll integrieren und auf höherwertige Bildungsabschlüsse anrechnen lässt. Dies wird
momentan untersucht.
Vor dem Hintergrund
eines zusammenwachsenden Europa mit vergleichbaren Bildungsabschlüssen gilt es, eine Systematik zu entwickeln, die diese Einordnung von erworbenem
Wissen in die formale Ausbildung zulässt.“
Partner dieses ambitionierten Projektes sind
das Labor Online Learning des Studiengangs
Druck- und Medientechnik an der Technischen Fachhochschule Berlin, die Fachhochschule München, Studiengang Druck- und
Medientechnik, das MMB-Institut für Medienund Kompetenzforschung in Essen sowie
der Zentral-Fachausschuss Berufsbildung
Druck und Medien (ZFA), Kassel. Das Projekt
ist am 1. April 2008 angelaufen und wird planmäßig am 31. März 2011 enden.
www.mediencommunity.de
Ansprechpartner
Rainer Braml
Verband Druck + Medien
NRW e.V.
Tel.: 0 23 06/ 2 02 62 - 66
E-Mail: [email protected]
Wikis, Blogs, Social Networking – was bedeutet das?
„Wiki“ ist hawaiianisch und bedeutet „schnell“. Im Internet trifft man immer wieder auf „Wikis“ zu
verschiedensten Themen und unterschiedlicher Größe. Es handelt sich hierbei um ein so
genanntes „Hypertext-System“ bzw. informative online-Inhalte, die von Benutzern nicht nur gelesen, sondern auch online geändert werden können. Wikis können sowohl auf einem einzelnen
Rechner, einem Netzwerk, aber auch im Internet eingesetzt werden. Ziel eines Wikis ist es, Wissen in kollektiver Arbeit zu erstellen und zu verbreiten (kollektive Intelligenz).
„Weblogs“, bzw. „Blogs“ (aus dem englischen „Web“ für World Wide Web und „Log“ für Logbuch) sind online geführte und damit öffentlich einsehbare Tagebücher oder Journale, die meist
aus einer chronologisch immer weiter fortgeführten Liste von Einträgen bestehen. Dabei erhebt
der Verfasser keinen Anspruch auf Vollständigkeit – Blogs stehen für sehr subjektive Meinungsäußerungen und Erfahrungen. „Bloggen“ ist in den letzten Jahren nicht nur sehr beliebt, sondern
der Begriff „Blog“ oder „Blogger“ hat es sogar schon in den Duden geschafft.
Ein „Social Network (Service)“ im Sinne des Web 2.0. ist eine Gemeinschaft oder Dienste,
die Menschen in Form eines Online-Portals zusammen bringt. Meist verbindet diese Menschen
entweder Berufliches oder Hobbys, Aktivitäten und Interessen, andere Portale sind gezielt für den
geschäftlichen Kontakt vorgesehen. Allen Social Networking Plattformen ist gemeinsam, dass sie
eine große Zahl an Interaktionsmöglichkeiten für die Mitglieder untereinander bereit stellen, so
zum Beispiel per Chat, E-Mail, Gästebuch, Foren etc.
Typische Beispiele dieser „Netzgemeinschaften“ haben gerade in den letzten zwei Jahren von
sich reden gemacht, wie zum Beispiel MySpace, Facebook, studiVZ, schülerVZ oder XING.
aus- + weiterbildung
Neue Trends in der Ausbildung
Die Christiani GmbH & Co. KG, technisches Institut für Aus- und Weiterbildung,
hat zum zweiten Mal im Rahmen des
Christiani Ausbildertages eine Fachtagung zu den aktuellen Entwicklungen der
Berufsbildung in der Druck- und Medienindustrie veranstaltet. Wie es in einer
Pressemitteilung heißt, gehörten die
anstehende Neuordnung im Berufsbild
des Druckers sowie die Evaluation der
Fortbildungsgänge in der Medienwirtschaft durch das Bundesinstitut für
Berufsbildung (BIBB) zu den diskutierten
Themen.
Einen Einblick in den aktuellen Stand der
Gespräche zur Neuordnung des Druckers
gab Rainer Braml vom Verband Druck +
Medien NRW e.V. Er ergänzte die bekannten
Forderungen an die Neuordnung wie etwa die Bündelung der Ausbildungsberufe bei heterogenen
Betriebsstrukturen
und
schließlich die Zukunftsorientierung der Ausbildungsinhalte um einen
weiteren Vorschlag: Die
neutrale Formulierung der
Anforderungen im Ausbildungsrahmenplan, verpflichtende Qualifikationen,
um die Beruflichkeit zu
sichern und Wahlqualifikationen, um die Berufschan-
cen auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen. Neben
diesen inhaltlichen Änderungen stießen die
Vorschläge nach einer modernen Berufsbezeichnung bei den Teilnehmern der Fachtagung auf Interesse.
Die Evaluation der Fortbildungsgänge in der
Medienwirtschaft wurde durch Heike Krämer
(BIBB) präsentiert. Das BIBB untersuchte die
Fortbildungsgänge „Industriemeister Digital
und Print“ sowie „Medienfachwirt“. Ausgangspunkt der Evaluation des Industriemeisters
waren die zunehmenden Probleme, welche
die – durch die Verordnung geforderte – Vermittlung der technischen Qualifikationen im
Bereich der Digitalmedien bereitet. Beim
Medienfachwirt sah man sich mit der Situation konfrontiert, dass sich die Handlungsfelder AV-Medien und Veranstaltungstechnik
nicht entsprechend etabliert haben.
Plädiert für die
sinnvolle Neuordnung der
Ausbildungsberufe:
Rainer Braml
vom VDM NRW
Neue Ausbildungsmedien
liegen bereit
Diese zweite Fachtagung zeigt, dass die
Christiani GmbH & Co. KG auch im Bereich
der Druck- und Medienberufe ein interessantes Programm an Ausbildungsmedien aufbauen möchte.
Bereits 2007 konnte Helmut Teschner als
Autor verschiedener Bücher zur Aus- und
Weiterbildung gewonnen werden: Der erste
Titel dieser Zusammenarbeit, das Fachwörterbuch Digital- und Printmedien, ist pünktlich
zum Ausbildungsbeginn 2008 erschienen.
Mit der Übernahme des Titels „Druck &
Medien Technik“ durch den gleichen Autor ist
ein weiterer Schritt erfolgt. Derzeit sind
Arbeitshefte für den Drucker in Planung.
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4/2008 zukunft medien 33
aus- + weiterbildung
1. „Printhouse Talk“
als Branchenbarometer
„Wo geht die Entwicklung hin – was müssen wir
tun?“ Unter diesem Motto stand der erste Printhouse Talk, zu dem die Akademie Druck + Medien
NRW am 20.11.2008 in Düsseldorf eingeladen hat.
„Printhouse Talk“ – diese Reihe soll in ansprechendem Rahmen Themen aufgreifen, welche die Druckund Medienwelt bewegen. In einer vom Publikum
rege aufgenommenen Podiumsdiskussion sprachen
die geladenen Experten unter anderem darüber, wie
sich ein „für die Zukunft gut gerüstetes“ Druckunternehmen heute aufstellen sollte.
Moderiert wurde die Veranstaltung, zu der Unternehmer
der grafischen Industrie und Vertreter der Zulieferindustrie
eingeladen waren, vom renommierten Journalisten Jürgen Liminski, der heute unter anderem für den Deutschlandfunk tätig ist.
Seine Gesprächspartner auf dem Podium deckten ein
breites Spektrum innerhalb der Druck- und Medienbranche ab: VDM NRW-Geschäftsführer Oliver Curdt, Stefan
Nürenberg, Geschäftsführer diron GmbH & Co. KG sowie
Stefan Widua, Projektleiter Prinect Integration, Heidelberger Druckmaschinen, Dr. Michael Has, Direktor für Marketing und Strategy Software bei Océ und Marko Schmitz,
Geschäftsführer der Schmitz Druck & Medien GmbH &
Co. KG.
Mehr Profil zeigen
Einig waren sich die Experten darin, dass die Branche in
den letzten Jahren große Veränderungen mitgemacht hat
und dass die Märkte immer volatiler und Kundenbeziehungen immer kürzer würden. Das alles sei ein Grund für
Druck- und Medienbetriebe, sich noch stärker am Markt
auszurichten und innovative Produkte und Dienstleistungen anzubieten und sich selbst als Druckerei „ein ganz
klares Profil zu geben – auch, indem man sich spezialisiert. Die Parole ,wir machen alles’ ist einfach kein
Erfolgsrezept“, so Has.
„Dabei darf diese Definition nicht statisch werden, sondern muss immer wieder an den Erfordernissen des
Marktes und meiner Kunden ausgerichtet werden. „Es ist
wichtig, dass man pro-aktiv für den Kunden denkt und mit
ihm zusammen die Lösungen für seine Probleme entwickelt“, erklärt Nürenberg.
Prozesse aufsetzen und stabilisieren
Zudem sei die Vernetzung durch Workflow-Systeme definitiv ein Trend, der nicht nur höhere Prozessstabilität und
–sicherheit, sondern auch eine verbesserte Effizienz zur
Folge hätte, so Widua. „Eine passende Ablaufstruktur wird
in Zukunft überlebenswichtig“, erklärte Curdt: „Das Denken in Abteilungen ist vorbei.“ Schmitz, dessen vollstufiges Akzidenzunternehmen sich bereits der Umsetzung
zur Vollvernetzung mittels JDF, MIS und Vorstufen-Workflow verschrieben hat, gab zu bedenken, dass auch neue
Qualifikationen bei den Mitarbeitern gefragt seien und
unter Umständen ganz neue Positionen geschaffen werden müssten, um Innovation und Prozesssteuerung im
Unternehmen zu institutionalisieren.
„Das kann etwa ein Workflow-Manager leisten, den wir
seit etwa einem Jahr sehr erfolgreich in unseren Betrieb
integriert haben.“ Wenn sich kleinere Betriebe kein Innovationsmanagement leisten könnten, gab Oliver Curdt zu
bedenken, „springt hier der Verband ein und liefert nicht
nur Informationen und Best-Practice-Beispiele, sondern
auch die nötige technische und betriebswirtschaftliche
Kompetenz.“
34 zukunft medien 4/2008
aus- + weiterbildung
Innovationsklima und Vertrauen wichtig
Zudem, so Has, könne man mehr Zeit und Kompetenzen
in Kundenservice und Beratung investieren, wenn man
technische Entwicklungen effizient mit den Prozessen vernetze. „Dabei muss ich mir jedoch darüber im Klaren
sein, wie ich mich selbst sehe und wer ich für meinen
Kunden sein will“, erklärte er. Selbstdarstellung und Vermarktung des eigenen Unternehmens seien deswegen
heute wichtiger denn je. „Die Zeiten sind lange vorbei,
dass Kunden einfach kommen.“ Hierzu ergänzte Curdt:
„Eine passende Ablaufstruktur
wird in Zukunft überlebenswichtig“
„Die besten Mitarbeiter müssen an Schlüsselfunktionen
sitzen – dort, wo sie für das Unternehmen am wichtigsten
sind.“ Dazu gehöre auch, so Schmitz, dass sich die
Mitarbeiter ernst genommen fühlen, wenn sie von sich
aus Verbesserungsvorschläge machen: „Hier ist der
Unternehmer in der Pflicht, der den Innovationswillen
der Belegschaft fördern muss.“ Er wünsche sich geradezu, so Schmitz, man würde ihm mit neuen Ideen „die Tür
eintreten“.
„Es zählt nicht nur der Preis“
Insgesamt gesehen, so Curdt, vermisse er jedoch das
Vertrauen in die Branche: „Das wird häufig von Preiskämpfen untergraben“. Aus diesem Grund scheine es
ihm sinnvoller zu sein, in die Bindung von bestehenden
Kunden zu investieren, anstatt sich gegenseitig im Kampf
um Neukunden preislich zu unterbieten. Gleichzeitig
warnte Curdt davor, mit zu viel Angst vor der Finanzkrise
in das neue Jahr zu starten. „Trotz der sinkenden Werbeausgaben sollte man eine Krise nicht herbeireden, sondern sie als Chance nutzen.“ Im Anschluss an die Podiumsveranstaltung konnten die Themenkomplexe gemeinsam mit Experten und Plenum bei einem kleinen Imbiss in
einem angeregten Smalltalk vertieft werden. In den nächsten geplanten Veranstaltungen der „Printhouse-Talk“Reihe sollen aktuelle Themen wie Digitaldruck, Implementierung von JDF, Web-to-Print sowie das Thema „Selbstmarketing für die Druckbranche“ aufgegriffen werden.
2. „Printhouse Talk“: 17. März 2009
4/2008 zukunft medien 35
aus- + weiterbildung
Zukunftsfähig bleiben
durch Ausbildung
Unsere grafische Industrie setzt auf Fachkräfte, die eine duale Ausbildung durchlaufen haben. Daher bedeutet Ausbildung auch Zukunftssicherung für die Branche
und eine schlagkräftige Waffe gegen den Fachkräftemangel.
In Zusammenarbeit mit der Akademie Druck + Medien NRW e.V. nehmen viele
Unternehmen aus NRW ihre Verantwortung als Ausbildungsbetrieb wahr und nutzen diese Chance, zum Beispiel über die angebotenen Grundkurse „Vorstufe“ und
„Drucken“. Beispielhaft für diese Zusammenarbeit berichten hier NRW-Betriebe
aus dem Verbandsumfeld, deren Auszubildende an den Grundkursen teilgenommen haben, von ihrer Motivation und den erzielten Ergebnissen.
Klar ist: Die grafische Industrie braucht Ausbildungssicherung – gerade in Zeiten des
demografischen Wandels und immer schwerer einschätzbarer Märkte. Das bedeutet:
Jeder Unternehmer, der ausbildet, schafft sich
damit eine heute sehr rare Ressource – nämlich fähige Mitarbeiter, die sich im Betrieb
auskennen. In Unternehmen, in denen kontinuierlich ausgebildet wird, sind lange Einarbeitungsphasen, ein schlechtes Betriebsklima, hohe Fehlzeiten und eine schlechte
innerbetriebliche Zusammenarbeit viel seltener anzutreffen.
Welchen immensen Gewinn dies für ein
Druckunternehmen darstellen kann, haben
bereits viele Mitgliedsbetriebe des VDM NRW
erkannt: „Junge Menschen bringen frische
und neue Ideen und Denkweisen in unser
Haus“, so Bert Schulte, Geschäftsführer der
Joh. Schulte GmbH aus Marsberg. „Wir
haben so immer Kontakt zu den zukünftigen
potenziellen Kunden die ja auch aus den
Generationen unserer Auszubildenden kommen.“
Michael Kleine, Geschäftsführer von Merkur
Print & Service aus Detmold: „Wir wollen jungen Menschen die Möglichkeit geben, sich
mit der Ausbildung auf den Start ins Berufsleben vorzubereiten und gut ausgebildetes
Personal mit einer hohen Identifikation mit
dem Unternehmen zu haben. So erzielen wir
geringere Einarbeitungskosten und es entstehen weniger Fehlbesetzungen.“ Gleiches
äußert auch Rainer Giesdorf von der Hermann Bösmann GmbH: „Das sind gute
Voraussetzungen für die Zukunft.“ Es mache
schließlich auch für die innerbetrieblichen
Abläufe mehr Sinn, so auch Geschäftsführer
Andreas Wilke von der Gebrüder Wilke
GmbH, zusätzlichen Personalbedarf mit
„Eigengewächsen“ zu decken, die man
selbst ausgebildet hat.
36 zukunft medien 4/2008
Auf dem neuesten Stand der Technik
Besonders wichtig scheint es allen Unternehmenschefs zu sein, dass sichergestellt wird,
dass die Auszubildenden alles Wichtige lernen und mit aktuellen Trends und Technologien vertraut gemacht werden. Da nicht jeder
Betrieb dies rein zeitlich oder personell leisten kann, arbeiten nicht wenige Unternehmer
mit der Akademie Druck + Medien zusammen. In den seit einiger Zeit angebotenen
Grundkursen „Vorstufe“ und „Drucken“ der
Akademie können Auszubildende im Bereich
Produktion in einem zehnwöchigen Kurs
bereits grundlegende Inhalte in den Betrieb
„mitnehmen“ und schaffen dabei für sich eine
wertvolle Know-how-Basis.
Beim Zeitungsverlag Der Patriot GmbH läuft
das so: „Unsere Mediengestalter erwerben
im dreimonatigen Grundkurs ein breites
Basiswissen und sind danach in der Lage,
qualifizierte Tätigkeiten im Verlag durchzuführen“, erklärt Geschäftsführer Dr. Reinhard
Laumanns.
Wissensvorsprung durch
Grundkurse
Viele Betriebe, wie die Detmolder Merkur Print
& Service Group, hatten bereits im Vorfeld
gute Erfahrungen mit dem Ausbildungspartner Akademie gemacht, so Vorstufenleiter
Thorsten Wolfram: „Unsere Auszubildenden
nutzen bereits seit einigen Jahren die Grund-
Die Zukunft der Druckbranche: Auszubildende im Printhouse
aus- + weiterbildung
welches unseren Auszubildenden vermittelt
wird, können wir hervorragend aufbauen.“ Es
geht aber nicht nur in erster Linie darum, die
Auszubildenden so schnell wie möglich
„arbeitsfähig“ zu machen, sondern auch die
durch die Weiterbildung ausgedrückte Wertschätzung des Jugendlichen stärkt die Bindung an das Unternehmen. Wilke: „Unsere
Azubis sollen von Anfang an merken, dass
sie gefordert und gefördert werden.“ Das wiederum hat positive Folgen sowohl für das
Arbeitsklima als auch für die innerbetrieblichen Abläufe, die Schulte erklärt: „Durch die
Kurse können wir die Entwicklung von Mitarbeitern früh und grundlegend steuern und
Teams passgenau formen.“
ausbildung Vorstufe. Sie ist mittlerweile ein
fester Baustein in unserer Ausbildung. Unmittelbar nach dem Kurs haben sie bereits ihr
erstes Grundwissen erworben.“ Schließlich
komprimiere der Grundkurs alle wichtigen
Grundlagen und aktuellen Themen in einem
überschaubaren Zeitraum. Auch Wilke betont:
„Nach den Grundkursen haben die Azubis in
der Regel einen Wissenstand wie andere
Azubis im zweiten Lehrjahr!“ So reduziert sich
der Einarbeitungsaufwand erheblich „und
unsere bestehenden Mitarbeiter können sich
mehr auf ihre Kernaufgaben konzentrieren.“
Schließlich, so ergänzt Wilfried Kampling, Leiter der Vorstufe beim Zeitungsdrucker Telaos
Gmbh & Co KG, „ist es sicherlich nicht ganz
so einfach, in unserem hektischen Beruf sich
die Zeit zu nehmen, so gezielt und berufsbezogen auszubilden, wie das die Akademie
kann.“
Gleiches kann die Stempel-Meyer KG vermelden: „Unser Auszubildender im Bereich
Offsetdruck besuchte gleich zu Beginn der
Ausbildung für zehn Wochen die Akademie.
Hier wurde er direkt von Anfang an für diverse Druckmaschinen fit gemacht, so dass er
nach den 10 Wochen sofort bedenkenlos an
unseren Druckmaschinen mitarbeiten konnte.“ Und die Firma Interprint aus Arnsberg
ergänzt: „Unseren Auszubildenden wird Wissen vermittelt, das wir im Unternehmen nicht
vermitteln können, wie etwa ein zweites
Druckverfahren.“
Darüber, dass die Auszubildenden noch an
anderer Stelle und mit modernstem Equipment unterrichtet und angeleitet werden, sind
die Unternehmen meist heilfroh und schätzen
die positiven Effekte auf dem Ausbildungsverlauf. Denn schließlich, so Jürgen Schröer von
der Stempel-Meyer KG, erfolge eine Ausbildung nie völlig uneigennützig, sondern sei
gerade für kleinere Betriebe wichtig, um sich
gut ausgebildete Leute „heranziehen“ zu kön-
nen – auch wenn Kleinstbetriebe oft meinen,
den Aufwand dafür nicht leisten zu können.
„Hier ist die Akademie die denkbar günstige
Alternative“. Außerdem würden die Anforderungen des Kunden in jedweder Hinsicht
werden immer umfangreicher, dadurch sei es
nötig, fachlich ausgebildetes Personal an seiner Seite zu haben. „In einer Branche, die von
Preiskämpfen und hartem Wettbewerb
geprägt ist, sind qualifizierte und motivierte
Mitarbeiter ein echter
Erfolgsfaktor“, so auch
Thomas
Arenz,
Geschäftsführer der Theissen Druck GmbH. Das
Monheimer Unternehmen
hat eine Aus- und Weiterbildungsquote von über
25 Prozent. „Und darauf
sind wir stolz.“
Ansprechpartner
Simone Marhenke
Akademie Druck + Medien
NRW e.V.
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Einarbeitung
erleichtert
Die Qualität und Verlässlichkeit der Akademieausbildung steht dabei
außer Frage, wie Sven
Darpe von der Darpe
Industriedruck
GmbH
und Co. KG aus Warendorf unterstreicht: „Wir
haben über die Jahre
gute Erfahrungen mit
dem Ausbildungsangebot
der Akademie gemacht.
Bei den Grundkursen
bekommen die Auszubildenden
hochwertigen
und soliden Input. Außerdem ist dieser Kurs eine
Erleichterung für unser
Unternehmen. Durch das
sehr gute Basiswissen
4/2008 zukunft medien 37
aus- + weiterbildung
UMFRAGE
Zeitarbeit in der Druckindustrie?
In Ausgabe 1/2008 der zukunft medien wurde
bereits über ein Modellprojekt der Akademie Druck
+ Medien NRW e.V. berichtet, das sich mit den
Potenzialen von Zeitarbeit in der Druck- und
Medienbranche befasst.
Mit einer schriftlichen Unternehmensbefragung
wollte das Projektteam in Erfahrung bringen, welche Bedeutung Zeitarbeit für die Druckindustrie hat
und wie sie von der Branche bewertet wird. Die
Ergebnisse sind ermutigend.
Insgesamt 101 Personalentscheider beteiligten sich an
der Befragung; 50 davon geben an, schon konkrete
Erfahrungen mit Zeitarbeitskräften gemacht zu haben.
Zeitarbeit ist bislang vorwiegend bei größeren Betrieben
gefragt. Zwar überwiegt hier noch der Anteil der Helfertätigkeiten mit rund 60 Prozent, jedoch wird auch zunehmend qualifizierte Zeitarbeit nachgefragt. Bei den Befragten, welche die Zeitarbeit aus der Praxis kennen, überwiegen eindeutig positive Erfahrungen. Lediglich 18 Prozent
der Befragten geben an, dass sie Zeitarbeit grundsätzlich
als negativ bewerten. Die höchste Zufriedenheitsquote findet sich in den Sektoren Hilfskräfte im drucktechnischen
Bereich und Lager/Logistik: Hier sind 75 beziehungsweise 66 Prozent der befragten Unternehmen zufrieden. Für
die Vorstufe liegen weniger Erfahrungen vor, es überwiegen aber die positiven Bewertungen, die sich hier etwa in
gleichem Maße auf Hilfs- und Facharbeitskräfte beziehen.
Problem Qualität
Die praktischen Erfahrungen mit Zeitarbeit sind erwartungsgemäß sehr zwiegespalten: Die befragten Personalverantwortlichen berichten über Zeitarbeitskräfte, die sehr
zuverlässig und engagiert arbeiten, haben aber auch
nicht selten gegenteilige Erfahrungen gemacht. Häufig
werden hier die unzureichenden fachlichen Qualifikationen bemängelt. Besonders kritisch gesehen wird in diesem Zusammenhang, dass bei den Personaldienstleistern oftmals nicht die notwendigen Branchen- und Fachkenntnisse vorhanden sind, um geeignetes Personal auszuwählen, die Zeitarbeitskräfte auf den anstehenden Einsatz vorzubereiten und gegebenenfalls entsprechend
qualifizieren zu können. Mit dem Einsatz von Zeitarbeitskräften sind jedoch noch weitere Nachteile verbunden.
Hierzu zählen die Befragten vor allem die Einarbeitungsproblematik und das Problem der Qualitätssicherung. Von
etwa einem Viertel der Befragten wird darauf hingewiesen, dass es Probleme mit der sozialen Integration der
Zeitarbeiter geben könnte.
Bedarfsgerechte Aus- und Weiterbildung
Insgesamt ist festzustellen, dass die vielfältigen Funktionen von Zeitarbeit mit ihren Vorteilen für ein flexibles Personalmanagement im Ansatz von der Branche genutzt
werden. Unternehmer und Personalverantwortliche sind
sich weitestgehend einig, dass Zeitarbeit sinnvoll sein
kann, um Personalengpässe und Auftragsspitzen zu
bewältigen. Die Unterstützung eines flexiblen Personalmanagements ist nach Einschätzung der Befragten somit ein
zentraler Vorteil von Zeitarbeit. Lediglich ein Drittel der
Befragten sieht in der Nutzung von Zeitarbeit auch eine
Möglichkeit, Personalkosten unmittelbar zu reduzieren.
Überraschend hoch ist der Anteil der Befragten, die über
Zeitarbeit neue Mitarbeiter/innen kennen lernen wollen.
Zeitarbeit kann aber noch mehr: So könnte die Nutzung
38 zukunft medien 4/2008
aus- + weiterbildung
von Zeitarbeit nach Einschätzung der Befragten teilweise
– je nach Einsatzbereich – das drei- oder vierfache betragen, falls es entsprechend qualifizierte Angebote gäbe.
Hier liegt das größte Hindernis für eine weitergehende
Ausschöpfung der Potenziale von Zeitarbeit: Ein qualitätsgeprüftes Angebot und dessen stärkere Verzahnung mit
den vorhandenen Weiterbildungsstrukturen der Druckindustrie könnten dieses Manko beseitigen und Zeitarbeit
auch für kleinere Betriebe interessant machen. Weitere
Ergebnisse sowie ein Qualitätsleitfaden Zeitarbeit, den
das Projektteam in enger Zusammenarbeit
mit dem Personaldienstleister procedo personal & service entwickelt hat, werden in der
zukunft medien 1/2009 vorgestellt.
Ansprechpartner
Rainer Braml
Verband Druck + Medien NRW e.V.
Tel.: 0 23 06/ 2 02 62 - 66
E-Mail: [email protected]
Wachstumsbranche Zeitarbeit
In den letzten fünf Jahren ist die Zeitarbeit in Deutschland deutlich stärker gewachsen als die Gesamtbeschäftigung. Zwischen
2002 und 2007 hat sich die Zahl der Zeitarbeitnehmer mit rund
730.000. Dieser Boom ist – neben der Lockerung der gesetzlichen Regulierung – vor allem auf den Funktionswandel von
Zeitarbeit zurückzuführen. So greifen Betriebe nicht mehr nur
bei kurzfristigem Bedarf, etwa bei Krankheitsfällen, auf Zeitarbeitskräfte zurück, sondern vermehrt auch, um den Personaleinsatz insgesamt flexibler gestalten zu können und neue Arbeitskräfte zu erproben. Dieses breitere Einsatzspektrum drückt sich
auch in einer deutlich gestiegenen durchschnittlichen Dauer des
Zeitarbeitseinsatzes in den Betrieben sowie in einem höheren
Anteil von besser qualifizierten Zeitarbeitnehmern aus.
4/2008 zukunft medien 39
aus- + weiterbildung
Mit dem Medienfachwirt
„weiterkommen“
Stephan Kemna und Arndt
Weiß, 30 und 35 Jahre alt,
arbeiten schon seit einigen Jahren in Druck- und Medienbetrieben. Der eine als Vorstufenleiter
und Mitglied der Geschäftsführung von Kemna Druck Kamen,
der andere als Art Director der
Dortmunder „Gestaltmanufaktur“. Trotzdem wollten Kemna
und Weiß noch „mehr“ wissen –
um am eigenen Arbeitsplatz
mehr bewegen und eventuell
sogar aufsteigen zu können.
Beide haben darum beim VDM
NRW die berufsbegleitende,
zweijährige „Aufstiegsqualifikation“ zum „Medienfachwirt“
absolviert. Sie schließt mit der
IHK-Prüfung ab und hat sich
auch in 2008 mit 46 Neuanmeldungen wieder großer Beliebtheit erfreut. Ihr Fazit: Viel Arbeit,
die sich jedoch gelohnt hat.
Ein Interview.
zukunft medien: Was genau
haben Sie beide vor der Weiterbildung in Ihrem Betrieb getan?
Kemna: Ich habe zusammen mit
meinen Geschwistern die Geschäftsleitung unserer Druckerei
inne. Vorher habe ich in der
Druckvorstufenleitung gearbeitet.
Weiss: Ich bin bereits seit acht
Jahren in einer Agentur für Corporate Design beschäftigt, in die
es mich während meines Grafikdesignstudiums über ein Jahrespraktikum „verschlagen“ hat. Da
ich als „Auftrag gebender“ nicht
selten auch die Druckaufsicht
und Projektverfolgung übernehme, hatte ich bereits viel Kontakt
zu Druckereien.
zukunft medien: Was genau sind
die Inhalte und das Ausbildungsziel?
Kemna: Die Kursteilnehmer kamen von ganz unterschiedlichen
Hintergründen und mit unterschiedlichen Zielen. Durch den
Medienfachwirt werden sie zum
40 zukunft medien 4/2008
Generalisten ausgebildet, der
überall im Thema ist und profunde
Kenntnisse der betrieblichen
Abläufe, im Marketing und in der
Kundenkommunikation mitbringt.
Agenturleute lernen was von der
Produktion, Techniker und Drucker
etwas über die Agenturseite. Und
allen zusammen werden die
Grundlagen der Unternehmensführung beigebracht.
zukunft medien: Eine zweijährige, berufsbegleitende Maßnahme
am Wochenende – das bedeutet:
zwei Jahre lang kaum noch Freizeit. Warum haben Sie das auf
sich genommen und „noch einen
draufgesetzt“?
Kemna: Mein eigener Antrieb
war, betriebswirtschaftliche Kenntnisse zu erwerben. Dieses Knowhow ist ideal, um genau kalkulieren zu können und ein größeres
Verständnis der innerbetrieblichen Abläufe – übrigens auch
die unserer Kunden – zu erlangen. Außerdem waren mir Kenntnisse der Personalführung wichtig.
Weiss: Über eines muss man
sich klar sein: Für die Weiterbildung gibt es keine Zeit extra –
das kommt alles noch „on-top“
der eigentlichen täglichen Arbeit.
Deshalb sollte man sich über die
Motivation schon im Klaren sein,
sonst nimmt man das gar nicht
auf sich. Ich habe mich für den
Medienfachwirt entschieden, weil
ich mich weiterentwickeln wollte,
besonders auf Produktionsseite.
Die Produktion interessiert mich
besonders, denn ich bin jemand,
der immer etwas „in der Hand
halten“ will.
Unsere Agentur sieht sich nicht
nur als „Planer“, sondern auch
als „Umsetzer“ und dazu passt
der Medienfachwirt ideal, da er
zwar ganz übergreifend Kompetenzen vermittelt, aber eher produktionsorientiert ist. Außerdem
kommt Betriebswirtschaft gerade
in der grafischen Ausbildung oft
zu kurz, zusätzlich fehlen meist
sowohl inner- wie auch außerbetriebliche Kenntnisse, zum
Beispiel in der Kundenkommunikation.
zukunft medien: Waren die
Inhalte verständlich? Mit welchem
Thema hatten Sie Probleme?
Weiss: Für jemanden aus dem
Agenturalltag ist es am Anfang
recht hart, den kaufmännischen
und juristischen Stoff neu zu lernen. Da können einen reine
Druck- Kalkulationen einen schon
mal ins Schwitzen bringen.
Kemna: Die Vorstellung der
Inhalte war gut gemacht, so dass
alle mitgekommen sind. Die
Dozenten waren entweder Fachleute des Verbandes, von der IHK
oder Praktiker direkt aus den
Betrieben. Besonders gut war,
dass wir oft dazu angehalten
wurden, vor der Gruppe unsere
Ergebnisse vorzutragen – das
schult das freie Sprechen.
zukunft medien: Wie lief die
Abschlussprüfung zum Ende des
Kurses ab?
Kemna: Die Abschlussprüfung
wurde bei der IHK durch eine
schriftliche Klausur und vierwöchige Hausarbeit abgelegt. Bei
uns war das gestellte Thema die
aus- + weiterbildung
„Vermarktung einer Comicfigur“,
die wir möglichst unter Zuhilfenahme all dessen, was wir
gelernt hatten, von der Konzeption bis zur Produktion ausarbeiten
sollten. Unsere Ergebnisse mussten wir dann noch mündlich präsentieren und es folgte abschließend ein Fachgespräch.
zukunft medien: Ist Ihr Knowhow auch schon in Ihren Betrieben „angekommen“?
Kemna: Das kann man wohl
sagen! Ich kam sehr motiviert aus
den Seminarsitzungen am Samstag und machte mich montags
daran, verschiedene Maßnahmen
umzusetzen. So habe ich zum Beispiel das Color-Management, verschiedene Kontrollmechanismen,
ein neues MIS und Proof-Systeme
eingeführt. Der praktische Effekt:
Seitdem ich den Kurs besucht
habe, hatte ich nicht einmal mehr
Diskussionen über Farbwerte!
Stephan Kemna: „Ich konnte das Gelernte im eigenen Betrieb umsetzen“
„Meister-BAföG“ oder der Begabtenförderung beantragen.
zukunft medien: Welche Veränderung bemerken Sie an sich
im Tagesgeschäft?
Weiss: Es gab ein richtiges
AHA-Erlebnis – ich habe
gemerkt, dass sich die Zusammenarbeit zwischen mir und
den Druckereien erheblich
erleichtert hat, da ich nun noch
Arndt Weiss: „Man nimmt Kenntnisse genauer weiß, von was sie sprechen. Allerdings ist dieser Kurs
aus verschiedenen Bereichen,
nützliche Kontakte und Soft-Skills mit“ auch eine „Büchse der Pandora“,
wenn man so will. Und das ist
positiv
gemeint.
Weiss: Bei uns in der Agentur ist durchaus
sogar ein Ausbildungsplatz zur Dadurch, dass man so viel mehr
Mediengestalterin entstanden, weiß als vorher und viel mehr
denn als geprüfter Medienfach- Einblick in alle Prozesse hat,
wirt darf ich nun offiziell ausbil- macht man sich auch mehr
den – und weiß auch besser, was Gedanken darüber, was alles
schief gehen könnte!
ich dabei beachten muss.
Kemna: Ich kann jetzt typische
zukunft medien: Stichwort Kos- Probleme in der Personalführung
ten: Ganz billig ist die Weiterbil- viel besser identifizieren und früh
dungsmaßnahme nicht – sie kos- etwas dagegen tun. Mitarbeitergetet für 24 Monate 5650 Euro, die spräche führe ich souveräner, da
Prüfungsgebühren kommen noch mir der Kurs viele Werkzeuge an
dazu. Wie haben Sie es finan- die Hand gegeben hat, mit deren
Hilfe ich das Gespräch vorbereiten
ziert?
Weiss: Auf zwei Jahre hochge- und zielgerichtet führen kann –
rechnet ist es pro Monat nicht auch, wenn es Konflikte gibt. Insmehr so dramatisch und die ver- gesamt bin ich sicherer geworden:
schiedenen Ideen, Anregungen, Als ich zum Unternehmerstammdas Fachwissen und alles, was tisch in Kamen eingeladen wurde,
man an Netzwerken, Kontakten wurde mir erst eine Stunde vorher
und Soft Skills mitnehmen kann, Bescheid gesagt, dass ich unsemachen den Kurs auf jeden Fall ren Betrieb dort kurz vorstellen
„preis-wert“. Zudem sind Kosten sollte. Mein USB-Stick hatte eine
für Weiterbildung steuerlich ab- Panne und die Präsentation war
weg. Ich hab mir gedacht, „das
setzbar.
Kemna: Man kann zusätzlich schaff’ ich jetzt auch so“ und kuröffentliche Gelder in Form des zerhand den Vortrag improvisiert.
Ansprechpartner
Rainer Braml
Verband Druck + Medien
NRW e.V.
Tel.: 0 23 06/ 2 02 62 - 66
E-Mail: [email protected]
zukunft medien: Wem empfehlen Sie den Medienfachwirt?
Weiss: Die Aufstiegsqualifikation
ist der logische nächste Schritt,
wenn man vorankommen will.
Einer der Teilnehmer, ein Drucker,
hat wörtlich zu mir gesagt „Ich
will nicht mein ganzes Leben
lang an der Maschine stehen“.
Diese Ambition ist schon wichtig,
sonst hält man die Belastung gar
nicht durch. Die Leute müssen
diesen „Biss“ haben.
Kemna: Der Medienfachwirt
schafft neue berufliche Perspektiven, aber ich würde ihn nicht
direkt an die Ausbildung „dranhängen“, weil es sinnvoll ist, dass
die Teilnehmer erst einmal Berufserfahrung sammeln. Die Weiterbildung ist jedoch für alt und
jung geeignet und umfassend:
Man deckt die komplette Produktionskette ab – allerdings auf eine
weniger wissenschaftliche Art als
an Uni oder FH.
zukunft medien: Herr Weiß, Herr
Kemna, vielen Dank für das
Gespräch.
Infos zum Medienfachwirt und
zum Industriemeister Digital- und
Printmedien erhalten Sie bei der
Akademie Druck + Medien NRW
e.V. Nächster Starttermin der Weiterbildung ist Herbst 2009.
4/2008 zukunft medien 41
aus den betrieben
Film ab für die
Basler Papiermühle!
Haben Sie schon mal Papier aus „Hadern“ gepresst? Nein? Sie interessieren
sich für spätmittelalterliche Papierherstellung und dafür, die Geschichte der
Drucktechnik mal „live“ zu erleben? Dann sollten Sie entweder einen Abstecher
in die Schweiz zur „Basler Papiermühle“ machen oder sich – sehr viel einfacher
– in nächster Zeit eine DVD zulegen.
ist, einem Übergangswohnheim für psychisch
erkrankte junge Erwachsene.
Unterhaltsamer, informativer
Rundgang
Die Basler Papiermühle, seit 1452 in Betrieb,
beherbergt nicht nur ein Museum zur
Geschichte von Sprache, Schriftlichkeit und
Drucktechnik, sondern auch eine „Lehrwerkstatt“, in der Papier wie im Spätmittelalter
geschöpft, bedruckt und gebunden wird.
Die Sammlungen der Basler Papiermühle
umfassen die technische und kulturelle Entwicklung von Papier, Schrift und Druck, die
mit der Einberufung des Konzils zu Basel Mitte des 15. Jahrhunderts kraftvoll einsetzte.
Das Besondere des Papiermuseums ist nicht
nur die echte, ursprüngliche Atmosphäre der
alten Gewerbegebäude, sondern auch das
Museumskonzept, das den Einbezug der
praktischen Arbeit mit alten Geräten und
Maschinen in die Ausstellungen vorsieht und
dem Besucher die Gelegenheit gibt, sich
selbst in der weißen oder schwarzen Kunst zu
versuchen. Das Museum wurde 1983 von der
Schweizerischen Eidgenossenschaft als Eingliederungsstätte für den Einsatz Behinderter
und 1985 als Schweizerisches Papiermuseum anerkannt.
Der Dokumentarfilm „Die Basler Papiermühle“ informiert nun alle Interessierten über die
Mühle und die Arbeitsschritte des „alten“
Papier- und Druckerhandwerks. Die Regis-
42 zukunft medien 4/2008
seure und Filmemacher sind selbst ernannte
„Fans“ dieses Handwerks und kommen von
der Initiative „Hof Sondern Druck- und
Medienmanufaktur e.V.“ aus Wuppertal, einer
Einrichtung, die der „sozialtherapeutischen
Gemeinschaft Hof Sondern e.V.“ angegliedert
Die Filmcrew von Hof Sondern aus Wuppertal, Wolfgang Bauer, Daniela Beeckmann,
Petra Krämer, Bernd Lehnigk, Sandra Nagelschmidt und Marc Schmitz, war schon lange
ein „Fan“ der spätmittelalterlichen Mühle, in
der jung und alt erleben können, wie unend-
aus den betrieben
Bücher und in der Mühle produzierte Glückwunschkarten erworben werden.
Therapiemaßnahme und
„Sendung-mit-der-Maus“-Effekt
lich viel Arbeit in alten Büchern und Folianten
steckt und welche großen Entwicklungssprünge die Drucktechnik in den letzten Jahrzehnten gemacht hat. Auch auf Hof Sondern
in Wuppertal existiert ein therapeutischer
Arbeitsbereich Druck & Medientechnik, in
dem vor einigen Jahren in einer Gruppe von
Klienten und Therapeuten die Idee entstand,
ein Filmprojekt über die Basler Papiermühle
zu realisieren. Daraus ist ein unterhaltsamer,
sehr informativer Rundgang durch das Museum entstanden. In einem Jahr Produktionszeit
haben sich die Mitwirkenden viele Fertigkeiten angeeignet und es ist eine professionelle
DVD entstanden, die sowohl eine Kurzfassung aller Arbeitsschritte „für Eilige“ in einer
Länge von 14 Minuten und eine Langfassung
mit einem Rundgang durch das Museum von
35 Minuten sowie im Extra-Menü ein „Making
of“ und eine Diashow umfasst. Eindrucksvoll
wird dargestellt, wie Interessierte selbst Papier
schöpfen und auf einem Heidelberger Tiegel,
einer Tiefdruckpresse und einer Holzdruckpresse aus Gutenbergs Zeiten bedrucken. In
der Buchbinderei zeigen Fachleute die kunstvolle Gestaltung von Buchrücken; im angrenzenden Shop können die handgeschöpften
Papiere, aber auch Kalligraphie-Zubehör,
Der Dokumentarfilm und die damit verbundene Arbeit – in der Planung, an der Kamera,
am Schneidetisch und bei der Dokumentation – sind auf Hof Sondern gleichzeitig eine
Therapiemaßnahme. Der Hof steht für die
Aufgabe, Menschen mit einer länger andauernden psychischen Beeinträchtigung ein Hilfe- und Unterstützungsangebot zu machen.
Um die Bewohner der „Trainings-WGs“, aber
auch die Teilnehmer der teilstationären Therapie während der üblicherweise ein bis zwei
Jahre dauernden Aufenthalte in ihrer ganz
persönlichen Entwicklung zu unterstützen,
werden ihnen besondere Arbeits- und Gestaltungsangebote gemacht, zu denen auch das
Filmprojekt gehört. Seit diesem Jahr wird dort
auch eine Klientin zur Druckerin ausgebildet.
Den Spaß an der Sache kann man der Filmcrew dabei regelrecht ansehen, wie auch das
„Making-of“ beweist. Aber auch der unbeteiligte Betrachter hat seine Freude an den gut
erklärten und interessanten Arbeitsschritten
der Papierproduktion, die auch schon für kleine Zuschauer verständlich sind.
Die DVD ist direkt über den Hof Sondern,
aber auch über den Buchhandel (ISBN
3-89796-136-9) und im Internet zum Preis
von ca. 15 Euro erhältlich.
www.hofsondern.de; www.sonderndruck.de;
www.papiermuseum.ch
4/2008 zukunft medien 43
aus den betrieben
Neuer Standort für Ley + Wiegandt
Knapp 300 Kunden und Gäste feierten die
Einweihung des neuen Produktions- und
Verwaltungsgebäudes sowie einer neuen
Druckmaschine bei Ley + Wiegandt GmbH
& Co. in Wuppertal. Getreu dem Ley +
Wiegandt-Motto „beeindruckend – keiner
wie wir“ bot das Unternehmen eine farbenfrohe Show, deren Höhepunkt die
feierliche Enthüllung und Inbetriebnahme
der Druckmaschine durch den Oberbürgermeister darstellte.
Mit einer beeindruckenden Farbenshow, der
feierlichen Enthüllung einer neuen Druckmaschine, Livemusik und feinster mediterraner
Küche zelebrierte das Familienunternehmen
Ley + Wiegandt am 15. Oktober 2008 die Einweihung seines neuen Standorts im Industriegebiet Wuppertal-Nächstebreck. Mit einem
Lob an Mitarbeiter und Kunden leiteten die
Geschäftsführer Silke Vogel und Jan Vetter
die Festansprache ein: „Das Kapital von Ley
+ Wiegandt sind neben unseren Mitarbeitern
auch Sie, die Kunden.“ Die Standortverlagerung und Anschaffung einer neuen Druckmaschine seien eine Investition in die Zukunft
des mittelständischen Familienunternehmens.
Zusammen mit Wuppertals Oberbürgermeister Peter Jung wurde der Standort eingeweiht
und die „modernste Druckmaschine der
Region“ in Betrieb genommen. „Das ist auch
für die Stadt ein toller Moment, weil es nicht
immer gelingt, Unternehmen, die in der Stadt
44 zukunft medien 4/2008
angesiedelt sind und expandieren, auch in
der Stadt zu halten.“ so Jung. Er lobte auch
das Engagement und die Innovationskraft
des Unternehmens sowie den erfolgreich
durchgeführten Generationswechsel. Allerdings sollte der Abend nicht nur für das
Unternehmen besonders schön werden:
Zugunsten der Aktion Kindertal e.V. – der Verein unterstützt bedürftige Kinder und deren
Familien – wurde anstelle von Präsenten zur
Spende aufgerufen. Der Erlös von mehr als
2000 Euro konnte so der Schirmherrin des
Projektes, Vivica Mittelsten Scheid, übergeben
werden.
V. l.: Geschäftsführer Jan Vetter und Silke Vogel
mit Oberbürgermeister Peter Jung
„Weichen für die Zukunft stellen“
Etwa 300 Gäste und Kunden feierten die
Einweihung des neuen Standortes
Der Grund für den Umzug? „Am bisherigen
Standort in Barmen war unsere Wachstumsgrenze hinsichtlich der Produktionsfläche
erreicht“ so Geschäftsführer Jan Vetter. Der
neue Standort umfasst dagegen neben drei
großen Fertigungshallen für Druck, Verarbeitung und Lager auch einen attraktiven Verwaltungsbau für die Druckvorstufe und Vertriebsbüros.
„Hier können wir neben dem gewonnenen
Platz auch weitere Vorteile eines Gewerbeindustriegebietes nutzen, wie Verkehrsanbindung oder die Möglichkeit zur dreischichtigen
Produktion. Auf diese Weise werden wir unseren Wachstumskurs fortführen und unsere
Marktposition ausbauen“, so Geschäftsführerin Silke Vogel. Der Betriebsumzug geht
zudem mit Investitionen in modernste Produktionstechnik einher. Dies ermöglicht der
Wuppertaler Druckerei, noch schlagkräftiger
und überzeugender am Markt aufzutreten.
Ebenfalls ein Erfolgsfaktor: die Vereinigung
von jungen Ideen und Tradition.
Die beiden Unternehmensnachfolger haben
den Betrieb 95 Jahre nach der Gründung in
Wuppertal neu aufgestellt, ohne dabei die
Wurzeln des Familienbetriebes zu verlieren –
denn auch den neuen Geschäftsführern ist
die regionale Verwurzelung wichtig, wie Vetter
bestätigt: „Wuppertal ist seit über 95 Jahren
der Standort, mit dem Ley + Wiegandt erfolgreich geworden ist. Für uns liegt hier die
Zukunft.“
www.ley-wiegandt.de
aus den betrieben
GHS-Druck lädt ein
zur Open House
Am 30. Januar 2009 lädt die GHS-Druck GmbH Kunden, Partner und Interessierte ein,
bei ihrer Open House unter dem Motto: „Modernste Technik – Schrauben Sie Ihre
Erwartungen nach oben!“ etwas hinter die Kulissen des Unternehmens zu schauen.
Das technisch vollkommen neu aufgestellte Printmedienunternehmen in Köln-Porz
hat nach erfolgreich abgeschlossener Umstrukturierung nun viel zu feiern.
Mit der Übernahme des Unternehmens durch
Geschäftsführer Peter Scheidgen im Jahre
2007 erfolgte die komplette technische Neuaufstellung und Modernisierung der Büround Produktionsräume – so dass der Betrieb
erstens die Produktion auf eine hoch automatisierte transparente Basis stellen konnte und
zweitens nun auf vollständig digitalisierter
Basis arbeitet. Scheidgen: „Heute bieten wir
alle Dienstleistungen aus einer Hand. Offsetdruck, Digitaldruck, Personalisierungen, professionelle Weiterverarbeitung, Versand, Let-
tershop, oder Large Format Printing.
Am Tag der offenen Tür werden in dem 1981
gegründeten Unternehmen modernste Technik im Drucksaal und innovative Dienstleistungen im Bereich Print vorgeführt. Im Fokus
der Veranstaltung werden innovative Technologien und individuelle Beratung in der
Druckindustrie stehen. Die Besucher können
sich ein umfassendes Bild des Online Services- Centers, der Vorstufe mit WorkflowLösung bis hin zum Druck und der buchbinderischen Weiterverarbeitung machen. Weite-
re Schwerpunkte der Veranstaltung werden
die Hervorhebung konsequenter Umweltorientierung im Produktionsprozess oder zum
Beispiel Veredelungen sein, wie Scheidgen
betont.
www.ghsdruck.de
Langjähriger Mitarbeiter
verabschiedet
Düsseldorf nahm er mit 28 Jahren bereits seine Tätigkeit als Ausbilder für Druckformherstellung und Satz in den überbetrieblichen
Lehrwerkstätten des VDN in Köln auf. Hier war
er vor allem mit der Vorbereitung und Durchführung von Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen des Verbandes in den überbetrieblichen Lehrwerkstätten im Bereich Formherstellung und Satz betraut.
Seit Oktober 1983 war
er im Bildungswerk der
Druckindustrie Nordrhein
e.V. in der Geschäftsstelle in der Düsseldorfer
Immermannstraße und
seit 1994 in der Bublitzer
Straße tätig. Seit der Fusion der Druckverbände
Nordrhein und WestfalenLippe war Schweingruber
in der Akademie Druck +
Medien für die Themen
Satz/Layout und Typografie, PDF, Bildbearbeitung
und Grafik sowie für die
Dank für das langjährige Engagement: VDM NRW-Vorsitzender
Schulung der Programme
Dr. Wolfgang Pütz würdigt Gerd Schweingruber
Gerd Schweingruber, langjähriger Mitarbeiter
der Akademie Druck + Medien NRW e.V.,
wurde am 26.9.2008 offiziell in den Ruhestand verabschiedet. Sein gesamtes Berufsleben hat der aus Mettmann stammende
Schriftsetzermeister und Vater von zwei Söhnen der „schwarzen Kunst“ gewidmet: Nach
einer Ausbildungsmeisterprüfung vor der IHK
VDM NRW-Geschäftsführer Oliver Curdt überreicht
ein Präsent der ehemaligen Kollegen
QuarkXpress, Indesign, Freehand und Illustrator verantwortlich. Besonders seine technische Versiertheit, aber auch sein gutes Auge
für Details waren dabei stets eine große Hilfe.
Und er hinterlässt Spuren:
In den über 33 Jahren seiner Ausbildertätigkeit konnte Gerd Schweingruber über 8.000
Auszubildenden der grafischen Industrie das
nötige Know-how mit auf den Weg geben.
Dabei wird allen Nachwuchskräften besonders seine Genauigkeit, aber auch seine
Geduld in Erinnerung bleiben.
Wir möchten uns hiermit nochmals recht
herzlich für seine sehr engagierte Arbeit im
Bereich der Satzherstellung und Typografie
bedanken!
4/2008 zukunft medien 45
verband
Vorankündigung:
Jahreshauptversammlung 2009
Wir möchten Sie schon jetzt auf einen wichtigen Termin im Jahr
2009 hinweisen. Die Jahreshauptversammlung 2009 wird vom
8. bis 9. Mai 2009 in Bonn stattfinden. Bitte merken Sie sich
diesen Termin schon jetzt vor.
Sie erhalten selbstverständlich in nächster Zeit weitere Informationen zum Ort und Programm und rechtzeitig auch die offizielle
Einladung.
Wir freuen uns darauf, Sie am 8. Mai 2009 auf unserer Mitgliederversammlung in Bonn begrüßen zu dürfen.
VDM NRW: Weihnachtsferien
Die beiden Geschäftsstellen des VDM NRW in Düsseldorf und Lünen bleiben vom 24. Dezember 2008
bis zum 4. Januar 2009 geschlossen. Sie erreichen
uns wie gewohnt bis zum 23. Dezember 2008 und
wieder ab dem 5. Januar 2009.
Der Verband Druck + Medien NRW
e.V. begrüßt seine neuen Mitglieder
Im vierten Quartal 2008 hat der Verband
weitere Mitglieder gewonnen:
ALWO druck Arretz GmbH, Tönisforst
Weyers Druck Krüger GmbH, Brilon
Roland DG Creative Center Germany, Willich
Hof Sondern e.V. Druck & Medienmanufaktur, Wuppertal
IF Publication Service – Digitale Medien GmbH, Viersen
Karl Achenbach Buchdruckerei GmbH & Co. KG, Hamm
wir gratulieren
geburtstage
04. 02. 2009 – 50 Jahre
Lutz Wolf
Stempel-Wolf GmbH
Wallhausenstraße 55
57072 Siegen
12. 02. 2009 – 65 Jahre
Manfred Wessels
WWF Druck + Medien
GmbH
Am Eggenkamp 37-39
48268 Greven
21. 02. 2009 – 75 Jahre
Hans Abel
Abel Druck KG
Schwanenstraße 79
44135 Dortmund
22. 02. 2009 – 65 Jahre
Bernd Beckmann
beckmann druck gmbH
Penningrode 46
59368 Werne
06. 03. 2009 – 80 Jahre
Fritz Lappe
Lappe + Semmler
style + print GmbH
Möhnestraße 7
59469 Ense-Niederense
06. 03. 2009 – 60 Jahre
Gisela Schroer
Stempel-Meyer KG
Kurfürstenstraße 16
46399 Bocholt
10. 03. 2009 – 65 Jahre
Klaus Nelius
Rheinisch Bergische
Druckerei GmbH & Co. KG
Zülpicher Straße 10
40196 Düsseldorf
jubiläen
60jähriges Firmenjubiläum
Stempel-Meyer KG
Bocholt, 19.2.2009
Gegründet 1949
60jähriges Firmenjubiläum
n+s label network GmbH
& Co. KG
Ennepetal, 1.1.2009
Gegründet 1949
70jähriges Firmenjubiläum
Rudolf Köhler GmbH
Leverkusen, 1.1.2009
Gegründet 1939
85jähriges Firmenjubiläum
Fritz Altgott OHG
Mönchengladbach, 1.3.2009
Gegründet 1924
135jähriges Firmenjubiläum
Druckerei Ferdinand
Fleiter
Wadersloh, 1.1.2009
Gegründet 1874
impressum
Herausgeber
Verband Druck + Medien NRW e.V.
Bublitzer Straße 26, 40599 Düsseldorf
Telefon: 0211/ 9 99 00 - 0
Telefax: 0211/ 9 99 00 -10
E-Mail: [email protected]
Internet: www.vdmnrw.de
Beratung für Mittelstand und
Druckindustrie GmbH
An der Wethmarheide 34, 44536 Lünen
Telefon: 0 23 06 / 20 26 2 - 0
Telefax: 0 23 06 / 20 26 2 - 45
E-Mail: [email protected]
Internet: www.bmd-luenen.de
46 zukunft medien 4/2008
Verantwortlich
Oliver Curdt, Geschäftsführer
Verband Druck + Medien NRW e.V.
Organisation
Stefan Höynck, Leiter Kundenmanagement
Verband Druck + Medien NRW e.V.
Redaktion
Press & More GmbH, Anne Haverkamp
An den Loddenbüschen 95
48155 Münster
Telefon: 02 51/ 8 9918 54
Telefax: 02 51/ 8 991112
E-Mail: [email protected]
www.pressandmore.de
Verlag
Tecklenborg Verlag
Siemensstraße 4
48565 Steinfurt
Telefon: 0 25 52 / 920 - 02
Telefax: 0 25 52 / 920 - 160
www.tecklenborg-verlag.de
Anzeigenmarketing
Christina Tecklenborg
Telefon: 0 25 52 / 920 - 101
Telefax: 0 25 52 / 920 - 100
[email protected]
Bildnachweise
VDM NRW; Akademie Druck
+ Medien NRW e.V.;
bvdm; www.druckawards.de;
XEROX GmbH; Ley & Wiegandt
GmbH & Co.; GHS Druck GmbH,
Hof Sondern Druck- und Medienmanufaktur e.V.; topp + möller
GmbH & Co. KG; Christiani GmbH &
Co. KG; fotolia.de; istockphoto.com
www.fujifilm.de
Wir haben mit FUJIFILM XMF den Workflow neu definiert.
Der erste digitale Workflow, der komplett auf JDF basiert:
XMF verschafft Druckdienstleistern die Flexibilität, die sie
benötigen, um gezielt Produktivität, Qualität und Effizienz
zu maximieren. Sein Herzstück ist die PDF Print Engine
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%RZEUGUNGSMETHODEN FÔR $RUCKVORSTUFEN
0$&S UND ZEIGT ANSCHLIE·END WIE 3IE )HRE
0$&S PRÔFEN KORRIGIEREN AUSSCHIE·EN UND
AUSGEBEN +ONKRETE 4HEMEN SIND &ARBMA
NAGEMENT 3CHRIFTEN 3ICHERHEIT ´BERFÔL
LUNGEN 3OFTPROOFS SOWIE 0REÚIGHT#HECKS
“%S GIBT WOHL KEIN $ETAIL ZUM 4HEMA 0$&
IN DER $RUCKVORSTUFE DAS NICHT IN DIESEM
"UCH EINE ERFÔLLENDE UND KOMPLETTE !NTWORT
ÙNDETƒ
$AS ®STERREICHISCHE 'RAÙSCHE 'EWERBE
“4HOMAS -ÔLLERS -EINUNG 5MFANGREICHES
%XPERTENWISSEN IN 'ALILEO1UALIT¼Tƒ
PDFZONEDE
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$IGITALE &OTOPRAXIS
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