zum - Klinikum Hanau

Werbung
Zeitschrift des Klinikums Hanau | April 2010
Diagnose und Therapie
in einem Schritt
Klinik für
Gastroenterologie, Diabetologie und Infektiologie
mit neuem Chefarzt und modernem Leistungsangebot
(Seiten 12-15)
2
Editorial
Zentren fassen wir die Kompetenz und die Erfahrung vieler Spezialisten des gesamten Klinikums zusammen. Dies kommt unseren Patienten unmittelbar zugute. Sie profitieren vom gesammelten Wissen unserer Ärzte und einer optimal koordinierten
Behandlung aus einem Guss.
Nun sind wir konsequent den nächsten Schritt gegangen und
haben die Pflege unserer Patienten komplett neu organisiert.
Auch dabei haben wir uns an den Bedürfnissen unserer Patienten und den Erfordernissen einer modernen Medizin orientiert.
Sehr geehrte Patienten, Besucher, Mitarbeiter und
Partner des Klinikums Hanau,
eines unserer wichtigsten Ziele beim Umbau des
Klinikums Hanau ist eine moderne und zukunftsorientierte Versorgung unserer Patienten. Dies erreichen wir
auf mehreren Ebenen. So setzen wir auf eine interdisziplinäre Medizin. Das heißt: Wir durchbrechen die herkömmlichen und künstlichen Schranken zwischen den
medizinischen Fachbereichen. Dies zeigt sich am deutlichsten in der Bildung von Zentren. Deshalb haben wir
das Darm-, das Gefäß-, das Brust-, das Mutter-Kindund das Schilddrüsen-Zentrum aufgebaut. In diesen
Inhalt
Newsticker
Klinikum als attraktiver Arbeitgeber
Neue Zentralsterilisation
4
Neue Zentralsterilisation in Betrieb genommen
Betriebstechnik
6
Betriebstechnik hält Klinik am Laufen
Zentrale Notaufnahme
8
Neue Visitenkarte der Klinik
Elternschule
10
Elternschule feiert 20. Geburtstag
12 áá Titel
Neue Leistungsschwerpunkte in der Klinik für
Gastroenterologie, Diabetologie & Infektiologie
Klinik für Neurologie
16
Parkinson-Ambulanz versorgt 500 Patienten
Institut für Radiologie
18
Neue Technik zur Brustdiagnostik
19
Personalien
Neue Gesichter, neue Aufgaben
20
Newsticker
Jubilare, Veranstaltungen & Termine
3
Bei der Neuausrichtung der Pflege standen insbesondere die
positiven Erfahrungen mit unseren medizinischen Zentren Pate.
Denn auch in der Pflege haben wir die traditionellen Trennungen
in kleine Stationseinheiten aufgegeben. Konkret heißt das: Es gibt
nun nicht mehr auf jeder Station eine eigenständige Organisationseinheit der Pflege mit eigener Stationsleitung. Künftig wird
sich auch die Pflege an einer interdisziplinären Betreuung der
Patienten ausrichten.
Statt kleinteiliger Stationseinheiten haben wir größere Bereiche
geschaffen. Insgesamt gibt es nun vier klinikbezogene Abteilungen mit 16 Bereichen unter jeweils eigener Leitung. Das bedeutet zum Beispiel ganz praktisch: Kreißsaal und geburtshilfliche
Station sind in einem Bereich zusammengefasst, ebenso wie
Gefäßmedizin und Gefäßchirurgie sowie Gastroenterologie und
Bauchchirurgie. Dies macht Sinn, weil diese medizinischen Teilbereiche nicht nur inhaltlich zusammenwachsen, sondern auch
immer mehr räumlich zusammengeführt werden. Dies entspricht
unserem Konzept, wonach sich alles um die bestmögliche Versorgung der Patienten dreht.
Im Zuge der Neuorganisation wurden alle Bereichsleitungen
intern neu besetzt. Sie bilden die Schnittstelle zu unseren Patienten. Sie stehen damit auch für ein positives Klima, Freundlichkeit
und betonte Patientenorientierung.
Die Neuorganisation unter der Leitung der zuständigen
Geschäftsbereichsleiterin Esther Klug stellt eine große Aufgabe
dar. Denn sie betrifft rund 700 Mitarbeiter. Und die Mitarbeiter
erleben neue Aufgabenfelder, werden Teil von größeren Teams
und erwerben zusätzliche Qualifikationen. All dies verlangt Veränderungsbereitschaft, bietet aber zugleich große Chancen und
neue Herausforderungen. Die Neuausrichtung der Pflege ist deshalb ein weiterer zentraler Baustein im Modernisierungsprozess
des Klinikums Hanau.
Mit herzlichen Grüßen
Ihre Monika Thiex-Kreye
Geschäftsführerin Klinikum Hanau GmbH
3
Newsticker
Spannende Perspektiven
Klinikum präsentierte sich bei der Jobbörse als attraktiver Arbeitgeber
Als zukunftsorientierter Arbeitgeber präsentierte sich das
Klinikum Hanau auf dem Regionalkongress für Medizinstudierende und Klinikärzte in der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt. Veranstalter der Karriere- und Jobbörse war der Deutsche Ärzteverlag.
Das Klinikum ist für Jobsuchende eine sehr attraktive Adresse.
Einmal für Medizinstudenten, denn sie lernen dort die ganze
Breite des medizinischen Fachs kennen und erfahren den Vorteil
eines Hauses der Maximalversorgung, das aber zugleich mit seiner überschaubaren Größe angehenden Medizinern eine gute
Annäherung an den Beruf bieten kann. Kompetenz auf Universitätsniveau, ein sehr breites medizinisches Angebot, eine nahezu
familiäre Atmosphäre sowie die Integration in das medizinische
Team – das sind die Stärken des Klinikums Hanau.
Über ihre Erfahrungen in der Ausbildung im Hanauer Klinikum berichteten die Assistenzärzte Dr. Markus
Homann, Dr. Uta Moll und Stephanie Karge. Wer sich
für eine Stelle in dem 760-Betten-Haus interessierte,
wurde gleich an Ort und Stelle von Personalleiterin Petra
Keckeis über Berufsperspektiven und Karrieremöglichkeiten informiert.
Aber auch für schon fertig ausgebildete Ärzte, die eine neue
Perspektive suchen, hat das Klinikum einiges zu bieten: Das
umfangreiche und spezialisierte Leistungsangebot, der begonnene neue M-Bau und die moderne Ausrichtung des Klinikums
mit z. B. einer Zentralen Notaufnahme und medizinischen Hochleistungszentren (Mutter-Kind-, Gefäß-, Schilddrüsen-, Darm-,
Brust- und Tumorzentrum) sind nur einige Beispiele.
Zu den am stärksten gefragten Fachrichtungen bei der Karrierebörse zählten die Innere Medizin und die Kinder- und Jugendmedizin. Das Klinikum war mit kompetenten Gesprächspartnern vor
Ort: Privatdozent Dr. Christof Weinbrenner, Chefarzt der Kardiologie, Dr. Uwe Bertram, Chefarzt der Klinik für Kinder- und
Jugendmedizin und Privatdozent Dr. Thomas Schillen, Chefarzt
der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie. Alle drei verfügen
über die Ermächtigung, junge Mediziner zu Fachärzten auszubilden.
Sie waren gefragte Gesprächspartner auf der
Karriere- und Jobbörse für Mediziner
(von links): Dr. Markus Homann, Personalleiterin
Petra Keckeis und Chefarzt PD Dr. Christof
Weinbrenner.
Ausgezeichnete Kinderklinik
Gütesiegel für die optimale Versorgung der jungen Patienten
Die Kinderklinik unter Leitung von Dr.
med. Uwe Bertram hat die Ehrung „Ausgezeichnet für Kinder“ erhalten. Sie wird
vergeben von einer bundesweiten Initiative
verschiedener Fach- und Elterngesellschaften
unter Federführung der Gesellschaft der Kinderkrankenhäuser und Kinderabteilungen in Deutschland e.V.
Ausschlaggebend für die Vergabe des Gütesiegels sind vor allem
die kindgerechte und die qualitativ hochwertige Versorgung der klei-
nen Patienten. Die Klinik behandelt jährlich etwa 10.000
Mädchen und Jungen ambulant und 4.000 stationär. Sie
verfügt über eine freundliche Station mit angenehmer Ausstrahlung und Atmosphäre und bietet Eltern die Möglichkeit, bei ihren Kindern zu übernachten. Im Zusammenhang mit der Auszeichnung würdigt Dr. Bertram auch den
Elternverein Sterntaler. Die Mitglieder hätten entscheidend
dazu beigetragen, „dass in unserer Klinik eine optimale
pädiatrische Versorgung in einer Wohlfühlatmosphäre
möglich ist“.
4
Sicherheit wird großgeschrieben
Neue Zentralsterilisation in Betrieb genommen / Reinigung von medizinischen
Das Klinikum Hanau hat das neue Sterilgutversorgungszentrum (SVZ) in Betrieb
genommen. Hinter dem Wortungetüm verbirgt sich eine hoch moderne und leistungsstarke Anlage zur Reinigung von benutzten
medizinischen Instrumenten und Geräten.
Nach der Desinfizierung können diese dann wieder sauber und
sicher zum Beispiel bei Untersuchungen und Operationen eingesetzt werden. Die neue Anlage ist im Keller des H-Gebäudes
untergebracht. Sie ersetzt die bisherigen dezentralen Anlagen.
Die SVZ gehört zu den modernsten im ganzen Rhein-MainGebiet. Allein für den Umbau der Räume zur Unterbringung der
Zentralsterilisation hat das Klinikum 1,7 Millionen Euro investiert.
Zusätzlich schlagen dann noch die Geräte mit einem Wert von
rund 750.000 Euro zu Buche.
Sicherheit wird im SVZ großgeschrieben. Deshalb ist auch der
gesamte Reinigungs- und Aufbereitungsprozess in jedem einzelnen Schritt nachvollziehbar dokumentiert. Für jedes einzelne
medizinische Gerät, das gereinigt wird, gibt es einen Barcode.
Damit lässt sich lückenlos nachvollziehen, wie das Gerät aufbereitet wurde, von wem, wann und wie oft. Qualität und Transparenz sind dabei die entscheidenden Kriterien. Deshalb gibt es
auch ein eigenes Qualitätsmanagement für das SVZ.
Und so funktioniert die neue Anlage im Grundsatz: Sie ist in drei
Zonen gegliedert – die so genannten reinen und unreinen Bereiche. Im SVZ werden die verunreinigten Geräte und Instrumente
zentral angeliefert. Sie kommen aus dem Operationsbereich, von
den Normalstationen und den unterschiedlichsten Funktionsbereichen. In die Abteilung gelangt alles, was in intimen Kontakt mit
Patienten gekommen ist und zum Beispiel mit Blut, Schleim,
Sekreten und Ähnlichem verschmutzt werden konnte.
Dort stehen jetzt fünf statt bisher vier Reinigungs- und Desinfektions-Geräte (RDG), die im Prinzip wie Spülmaschinen im privaten Haushalt funktionieren, allerdings mit einer Türe vorne und
einer hinten, so genannte Durchlader. Denn auf der einen Seite
muss jede Maschine be- und auf der anderen entladen werden.
Im unreinen Bereich werden auch die Geräte manuell vorbehandelt. Dafür stehen unter anderem Ultraschall- und Desinfektionsbecken mit entsprechenden Lösungen bereit.
Da im unreinen Bereich mit erst einmal unbekannten Keimen und
Erregern gearbeitet wird, gelten dort besondere Schutzvorkehrungen für die Mitarbeiter. Dann kommen die Geräte im zweiten
Schritt in die RDG.
Nach Vorreinigung und Desinfektion erfolgt schließlich der dritte
Schritt. Dafür wurden zwei neue Sterilisatoren aufgestellt. Sie fassen jeweils acht so genannte Sterilguteinheiten (auch Siebe
genannt). Dort erfolgt die Desinfektion dann bei bis zu 134 Grad
Celcius. Mit den beiden Großgeräten hat das Klinikum die Kapazität um ein Viertel gesteigert. Besonderer Wert wurde dabei
5
Neue Zentralsterilisation
Instrumenten wird lückenlos überwacht und dokumentiert
auch auf ergonomisch vorbildliche Arbeitsbedingungen gelegt –
zum Beispiel um den Rücken der Mitarbeiter zu schonen.
Das zu reinigende Instrumentarium ist genau so vielfältig wie die
Organmedizin selbst. So erhalten Chirurgen für eine bestimmte
Operation stets das dazu passende Instrumenten-Set, erläutert
OP-Manager Heiner Hollerith. Ein Set besteht aus 20 bis 50
Instrumenten – immer entsprechend dem Bedarf des Operateurs
und den Anforderungen des Eingriffs. Diese Sets kommen für
den Reinigungsvorgang in ein so genanntes Sieb. Am Klinikum
sind insgesamt rund 500 Siebe mit je 20 bis 50 Instrumenten im
Umlauf, berichtet Heiner Hollerith.
Mensch und Maschine müssen eng zusammenarbeiten, unterstreicht Heiner Hollerith. Zwar ist der Wasch- und Sterilisationsvorgang industrialisiert, aber das Prüfen der Siebe braucht
menschliche Erfahrung und spezialisiertes Wissen. Denn die
Siebe werden manuell neu verpackt, für den Operateur vorbereitet und auf Vollständigkeit geprüft. Handarbeit ist in diesem Prozess auch an anderer Stelle nicht zu ersetzen:
So müssen die Geräte auf ihre Funktionstüchtigkeit und Unversehrtheit hin überprüft werden. Dies gilt insbesondere für die
empfindlichen Geräte der Mikrochirurgie. Dafür sind „Sorgfalt und
ein geschulten Blick“ gefragt.
6
Damit der Strom weiter aus der Steckdose
Wie die Betriebstechnik für einen reibungslosen Ablauf im Klinikum sorgt
Das Wasser läuft wie gewünscht aus dem Hahn,
der Strom kommt aus der Steckdose, und das
Licht geht an, wenn man den Schalter betätigt.
Alltägliche Selbstverständlichkeiten für Mitarbeiter und Patienten im Klinikum Hanau. Nicht so
jedoch für Jens Relke und sein Team. Denn sie
sind innerhalb des Geschäftsbereichs Technik für
die gesamte Betriebstechnik des Hauses
zuständig.
Das heißt: Drei Sekretärinnen, drei Ingenieure, ein
Architekt und 13 Mitarbeiter der hauseigenen
Werkstatt sorgen Tag für Tag und Nacht für Nacht
dafür, dass rund um die Bereiche Energie, Bau,
Instandhaltung und Abfall alles reibungslos funktioniert. Und das ist keine Kleinigkeit. Denn das
Arbeitsgebiet der Betriebstechnik erstreckt sich
auf insgesamt 19 Gebäude, rund 3.000 Räume
und zirka 30.000 Quadratmeter Nutzfläche.
Allein die Energiekosten des Klinikums für Strom,
Wasser, Dampf und Erdgas liegen bei rund zwei
Millionen Euro jährlich. Dazu kommt dann zum
Beispiel auch noch die fachgerechte Entsorgung
von jährlich mehr als 720 Tonnen Abfall, die mit
mehr als 160.000 Euro zu Buche schlägt. Und wie komplex und
vielschichtig ein Klinikum von der Größe Hanaus ist, zeigen auch
einige weitere Zahlen: In den Gebäuden gibt es rund 1.200 Wasserauslässe (Wasserhähne und Duschköpfe) sowie 60 Großspülmaschinen, unter anderem für die Zentralsterilisation zur Reinigung von medizinischen Instrumenten, in der Endoskopie oder in
der Küche.
Es gibt 28 Aufzüge, diverse eigene Feuerlöschleitungen, mehrere
Heizzentralen und Trafostationen sowie Straßenbeleuchtungen,
die Wasseraufbereitung und rund 6.500 mobile elektrische
Geräte zu betreuen.
Nur für die Wartung und Betreuung der medizinischen Geräte ist
die Betriebstechnik nicht zuständig; das liegt in der Hand der
Tochtergesellschaft des Klinikums, Nova Serve. Bei der Komplexität des Systems ist es kein Wunder, dass am Tag in Spitzenzeiten bis zu 120 Störmeldungen einlaufen können, berichtet
Jens Relke, Leiter der Betriebstechnik im Klinikum. Sie erreichen
ihre Adressaten meist per Mail oder telefonisch. Eine Rufbereitschaft existiert an sieben Tagen in der Woche und rund um die
Uhr. Und bei den Meldungen ist so ziemlich alles dabei, was man
sich vorstellen kann: von der kaputten Glühbirne, über den tropfenden Wasserhahn, den Rohrbruch und die ausgefallene Heizung bis hin zum Stromausfall und zum streikenden Aufzug.
Das Team
der Betriebstechnik
7
Betriebstechnik
kommt
Instandsetzung und Reparatur sind deshalb zentrale Aufgaben der
Betriebstechnik. Das Arbeitsspektrum reicht aber auch noch viel
weiter. Denn mindestens genauso wichtig sind die Wartung und die
permanente Einhaltung und Überprüfung rechtlicher Vorschriften.
Dazu gehört es zum Beispiel auch, einmal im Jahr alle technischen
Geräte – vom Radiogerät bis hin zur hochkomplexen Anlage – auf
Sicherheit und Funktionsfähigkeit zu überprüfen.
Jens Relke
Leiter Geschäftsbereich Technik
Klinikum Hanau
Vieles wird in Eigenregie erledigt, vor allem in der hauseigenen
Werkstatt. Für manche Leistungen müssen aber auch Spezialfirmen
beauftragt werden. Denn zu den Aufgaben der Abteilung gehören
z. B. auch die Überwachung und die Sicherstellung der Funktionsfähigkeit so hoch komplexer Systeme wie Kälte- und Lüftungstechnik, Brandmeldeanlagen und die Trinkwasserversorgung. Und die
müssen permanent verfügbar sein. Auch die Notsysteme – wie Notstromaggregate – müssen ständig überwacht und gewartet werden. Zu den Aufgaben der Betriebstechnik zählen auch noch die
Konzeption, Planung und Durchführung diverser Bauprojekte. Dies
reicht vom Umbau und der Renovierung einer Station bis hin zum
aktuellen Neubau – dem M-Bau – auf dem Klinikgelände.
Der Geschäftsbereich Technik, unterstreicht Jens Relke, macht
somit alle anderen Arbeitsprozesse am Klinikum erst möglich. Sie
versteht sich deshalb ausdrücklich als Dienstleisterin sowohl für
Patienten und Angehörige wie auch für die Mitarbeiter.
8
Neue Visitenkarte der Klinik
Zentrale Notaufnahme in Betrieb genommen / Kurze Wege und mehr Behandlungskomfort
Das Klinikum hat die bisher getrennten Notaufnahmen der Chirurgie und der Inneren Medizin
zu einer Zentralen Notaufnahme (ZNA) zusammengeführt. Damit wird am Klinikum Pionierarbeit geleistet, unterstreicht die Chefärztin der
ZNA, Dr. med. Katja Scholtes. Die Patienten der
neuen ZNA profitieren gleich in mehrfacher Hinsicht von diesem Schritt: Denn jetzt gibt es nur
noch eine zentrale Anlaufstation, kurze Wege,
eine schnellere Behandlung und optimale
Betreuung durch ein interdisziplinäres Team.
Die Einführung Zentraler Notaufnahmen ist in
Deutschland noch nicht weit vorangeschritten.
Denn bisher gibt es an den rund 2.100 deutschen Akutkrankenhäusern lediglich zirka 100
ZNA’s unter einer eigenständigen medizinischen
Leitung. Der Grund dafür liegt in der traditionellen
Arbeitsteilung der unterschiedlichen Fächer, die
in den meisten Fällen ihre Notfallpatienten immer
noch selbst versorgen. Im Sinne einer Patientenorientierten Medizin müssen diese Grenzen aber
immer mehr fallen.
Denn eine modere und qualitativ hochwertige
Medizin und Patientenversorgung zeichnet sich
gerade durch die so genannte Interdisziplinarität
aus. Der Vorteil für die Patienten liegt auf der
Hand: Sie werden nicht mehr nur durch Spezialisten einer Fachrichtung (z. B. Innere Medizin
oder Chirurgie) behandelt. In der interdisziplinären ZNA kümmern
sich vielmehr spezialisierte Mediziner aus ganz vielen Fachbereichen um die Notfallpatienten. Dies ist insbesondere für ältere
Patienten wichtig, denn bei ihnen liegen häufig mehrere Krankheitsbilder gleichzeitig vor. Ein aus mehreren medizinischen Disziplinen zusammengestelltes festes ZNA-Team bringt deshalb
mehr Wissen, Erfahrung und Überblick ein und ermöglicht so
eine umfassende Behandlung. Als Folge dieser neuen Strukturen, steigen Qualität und Ergebnis der Behandlung. Am Klinikum
Hanau wird diese Interdisziplinarität deshalb auch konsequent in
anderen Bereichen umgesetzt. Etwa im Schilddrüsen-, Darm-,
Gefäß-, Brust- und Mutter-Kind-Zentrum.
Die neue ZNA ist Hauptanlaufstelle für praktisch alle Notfallpatienten. Eine ganz entscheidende Aufgabe der ZNA, unterstreicht
Dr. Scholtes, ist die rasche und kompetente Ersteinschätzung
der Patienten: Welche Verletzungen oder Krankheiten liegen vor,
wie dringlich ist die Versorgung, welche ersten Schritte sind notwendig? Danach wird entschieden, welcher Patient zuerst wie
versorgt wird. Darin unterscheidet sich die ZNA ganz deutlich von
anderen Kliniken. Denn Patienten werden in der ZNA nicht nach
der Reihenfolge ihres Kommens behandelt, sondern nach Dringlichkeit. Deshalb kann es für weniger schwer verletzte Patienten
schon mal zu Wartezeiten kommen.
Das Besondere an einer ZNA ist auch, dass es sich um ungewöhnliche Patienten handelt. Denn Notfälle sind für eine Klinik
nicht planbar und der Aufwand für jeden einzelnen Patienten
nicht vorher kalkulierbar. Die Erkrankung der Notfallpatienten
kann harmlos sein oder sich als kritisch darstellen.
Neue ZNA im M-Bau
Die neue Zentrale Notaufnahme befindet sich im
Erdgeschoss des M-Baus. Das Gebäude liegt direkt
gegenüber dem Bettenhochaus (H-Bau) und ist
deutlich ausgeschildert. Die ZNA ist rund um die
Uhr und an sieben Tagen in der Woche geöffnet. Sie
ersetzt die bisherigen Notaufnahmen der Chirurgie
und der Inneren Medizin. In einem zweiten Schritt
wird die ZNA Mitte 2011 in den dann fertig gestellten
Neubau (neuer M-Bau) umziehen.
9
Zentrale Notaufnahme
für Patienten
Deshalb ist es extrem wichtig, dass in der ZNA ein festes und eingespieltes Team agiert, das alle Abläufe und Wege perfekt
beherrscht. Ein wichtiges Kriterium der ZNA ist deshalb auch
personelle Kontinuität. In der ZNA stehen insgesamt zehn Untersuchungs- und Behandlungskapazitäten mit insgesamt zwölf
Behandlungsplätzen zur Verfügung.
Dr. Katja Scholtes ist vor rund einem Jahr an das Klinikum Hanau
gekommen, um die ZNA aufzubauen. Mit der Zusammenführung
der getrennten Notaufnahmen in eine ZNA haben nun auch die
neue pflegerische Leitung, Heike Haase und Oberarzt Jihad
Nassar ihre Arbeit aufgenommen. Die Herausforderung einer
ZNA, sagt Katja Scholtes, liegt auch darin, das Denken und die
Arbeitsweisen verschiedener medizinischer Disziplinen zu einem
gemeinsamen Denken zusammenzuführen. Denn interdisziplinäres Arbeiten sei für viele Mediziner noch nicht selbstverständlich,
sondern oft Neuland. Aber gerade eine ZNA zeige den Strukturwandel in den Kliniken hin zum gemeinschaftlichen und fächerübergreifenden Zusammenwirken.
Dabei hat es die ZNA mit vielen Ansprechpartnern auf zahlreichen
Ebenen zu tun: vor allem mit Patienten und Angehörigen, mit den
Rettungsdiensten und zuweisenden Ärzten und mit den weiterbehandelnden Fachkliniken im eigenen Haus. Deshalb ist eine
ZNA auch ein wichtiges Aushängeschild und die Visitenkarte des
Klinikums und übernimmt gewissermaßen die Aufgabe einer großen Rezeption.
Heike Haase
Pflegerische Leitung der ZNA
Heike Haase hat ihre Ausbildung zur examinierten
Krankenschwester in einem konfessionellen Haus in
Mönchengladbach absolviert. Zum Klinikum Hanau
kam sie 1990 in die damalige septische Chirurgie auf
die Station H10. Ein Jahr später übernahm sie dort die
stellvertretende Stationsleitung und wechselte 1999
als Funktionsbereichsleitung in die Chirurgische
Ambulanz. Seit Ende vergangenen Jahres ist sie nun
in ihrer neuen Funktion als Pflegeleiterin der ZNA tätig.
Zu ihrem Aufgabengebiet gehören die Strukturierung
der pflegerischen Abläufe sowie der Sprechstunden
für planbare Eingriffe. Heike Haase ist 41 Jahre alt und
im Rheinland geboren.
Jihad Nassar
Oberarzt der ZNA
Jihad Nassar kam 2003 zum Klinikum Hanau in die
Chirurgische Klinik. Nach der Teilung in drei spezialisierte chirurgische Kliniken, war der Arzt in der Viszeralchirurgie u. a. auf der Intensivstation und in der
Endoskopie tätig. In den vergangenen beiden Jahren
arbeitete er in der Gefäßchirurgie. Der Facharzt für
Chirurgie arbeitet nun seit Februar 2010 als Oberarzt
(und Stellvertreter der Chefärztin Dr. Katja Scholtes) in
der ZNA. Zu seinen Hauptaufgaben gehört die Koordination der verschiedenen Fachdisziplinen im Klinikum
zu einer interdisziplinären Versorgung der Patienten.
Dies sorgt für einen beschleunigten Ablauf sowie für
eine Optimierung der Behandlung. Herr Nassar ist 32
Jahre alt.
10
Immer mehr Eltern suchen Rat
Elternschule des Mutter-Kind-Zentrums feiert 20. Geburtstag / Umfangreiches
„Die Bedürfnisse haben sich gewandelt“, sagt Martina Craatz. Die Leiterin und Gründerin der Elternschule kennt diese wie keine andere: Vor genau 20
Jahren kam die Elternschule im Klinikum Hanau
auf die Welt und tastete sich mit noch etwas unsicheren und kleinen Schritten in die neue Zeit.
Heute ist sie längst erwachsen geworden und offeriert ein umfangreiches Angebot für junge Mütter
und Väter in fast allen Lebenslagen. Ziel ist es,
werdenden und jungen Müttern – aber auch den
Vätern und Geschwistern der neugeborenen
Babys – umfassende Hilfestellung und damit
Sicherheit in neuen, ungewohnten und auch belastenden Situationen zu geben. Die vergangenen
20 Jahre Elternschule spiegeln damit auch deutlich
den gesellschaftlichen Wandel und die neuen und
vielfältigen Anforderungen an Mütter und Väter
sowie ihre veränderten Rollen wider.
In beengten Räumen und mit einem Basisangebot
aus Informationsabenden, Geburtsvorbereitung,
Säuglingspflege und Rückbildungsgymnastik ging
die Elternschule 1990 an den Start. Heute verfügt
sie im ersten Stock des C-Baus über großzügige
und feste eigene Räume. Das Programm wird in
enger Abstimmung mit der Frauenklinik unter der
Leitung von Chefarzt PD Dr. Thomas Müller weiterentwickelt. Während die Elternschule z. B. im Jahr
2004 genau 64 Kurse mit 485 Teilnehmern und 77
Einzelveranstaltungen mit 783 Teilnehmern registrierte, waren es 2008 schon 103 Kurse mit 847
Teilnehmern und 146 Einzelveranstaltungen mit
mehr als 1.000 Teilnehmern.
Und Martina Craatz hat schon weitere Angebote in
Planung. Zwei liegen ihr besonders am Herzen, die
in naher Zukunft realisiert werden sollen: einmal die
Beckenbodengymnastik in Kooperation mit dem
Beckenbodenzentrum an der Frauenklinik und ein
Beratungsangebot für Eltern mit mehreren Kindern. Dabei soll vor allem der Umgang mit der
Eifersucht des ältesten Kindes im Mittelpunkt
stehen. Insgesamt, stellt Martina Craatz fest, hat es
in den vergangenen Jahren einen deutlichen Trend
gegeben: Immer mehr Mütter und Familien suchen
den Rat und die Unterstützung von professionellen
Helferinnen und Helfern. Da die Familien immer
kleiner werden und die verschiedenen Generationen immer seltener unter einem Dach leben, fehlt
gerade jungen Familien die Erfahrung und Unter-
stützung der Eltern. In anderen Fällen, weiß Martina
Craatz, wollen die Jungen aber ganz bewusst nicht
auf das Wissen der eigenen Eltern zurückgreifen,
um betont ihren eigenen Erziehungsstil zu pflegen.
Dabei nutzen in erster Linie die Frauen die Angebote der Elternschule – auch wenn der Name
bewusst ein anderes Signal setzt und gezielt auch
die Männer mit einbinden möchte. Doch die tun
sich eher schwer und halten sich zurück, weiß
Martina Craatz. So verbirgt sich hinter dem Begriff
„Familientreff“ dann auch eher eine illustre und
bunte Frauenrunde, die sich jeden Montag zum
Erfahrungsaustausch trifft. Mehr als ein Dutzend
Frauen kommen da regelmäßig zusammen. Der
Treff gehört zu den beliebtesten Angeboten der
Elternschule – und ruft manche Traurigkeit hervor,
wenn nämlich die Kleinen das erste Lebensjahr
vollendet haben. Denn dann endet der Treff für die
Mütter. Denn er ist in erster Linie dafür gedacht –
auch mit Hebammen und Stillberaterinnen –
zwanglos zusammenzukommen, um Probleme
wie Schlafverhalten, Blähungen und Ernährungsgewohnheiten der Babys im ersten Lebensjahr zu
besprechen, sich Rat zu holen und ganz einfach
soziale Kontakte zu pflegen.
Auch die Geburtsvorbereitungskurse für Schwangere und Paare sind sehr beliebt. Und an Bedeutung haben seit einiger Zeit Wochenendintensivkurse gewonnen, in denen kompakt der Stoff
sonst über Wochen laufender Seminare vermittelt
wird. Besonders berufstätige Frauen und Männer
im Wechseldienst nehmen dieses Angebot gerne
an. Großer Beliebtheit erfreuen sich darüber hinaus
auch Yoga und das noch junge Angebot „Großer
Bruder, große Schwester“, in dem Kinder den
Umgang mit ihrem neuen Geschwisterchen spielerisch lernen können.
Aber an erster Stelle der am meisten nachgefragten Kurse steht „Das Familienbudget“, berichtet
Martina Craatz. Und dabei geht es nicht etwa um
ein spezielles Angebot für finanziell schwache
Familien. Dahinter verbirgt sich vielmehr die Unterstützung für junge Mütter und Paare im Umgang
mit Ämtern und Institutionen. Dabei geht es z. B.
um Fragen der Beantragung von Erziehungs- und
Kindergeld, um Zuständigkeiten im Behördendschungel, aber auch um die Frage: Was ist für
11
Elternschule
Kursprogramm für Schwangere und Familien
einen Vater wichtig, der mit der Mutter seines Kindes nicht verheiratet ist? Diese Kurse finden in Kooperation mit Pro Familia
statt. Die Angebote der Elternschule finden Sie auch im Internet
unter www.klinikum-hanau.de
Kontakt:
Information und Anmeldung im Sekretariat der
Elternschule, täglich 9 bis 12 Uhr
Sekretariat: Marion Poth-Eckardt
Telefon/Telefax: (06181) 296-2561 /-2567
Qualifizierte Unterstützung
für fast alle Lebenslagen
Die spezialisierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Elternschule kommen aus ganz unterschiedlichen Bereichen, in der
Mehrzahl aus dem Klinikum selbst, aber auch von außerhalb. So
kann die Elternschule ihr breit gefächertes Angebot in hoher Qualität anbieten. Dabei legt die Elternschule auch großen Wert auf
stabile persönliche Beziehungen. Denn die jungen Mütter treffen
in der Elternschule auf ihnen schon bekannte Gesichter aus zum
Beispiel der Frauen- und der Kinderklinik.
Die Mitarbeiter der Elternschule sind im Einzelnen:
á Aus der Frauenklinik:
Martina Craatz, Roswitha Schmidt, Rosa Hufnagel, Krasimira
Vollmuth, Lourdes Weidlich, Gundula Blohm, Marion MaderWeckler, Melanie Esch, Iris Seibert (Hebammen), Sabine Jüngling, Lony Thediek und Ernestine Joachimsen (Kinderkrankenschwestern)
á Aus der Kinderklinik:
Steffi Nentwig, Hedi Simon (Kinderkrankenschwestern), Jutta
Hilbich-Engel und Gabi Muhl (Kinderkrankenschwestern und
Bildungszentrum).
á Externe Mitarbeiter:
Dorothe Droege (Yogalehrerin), Ulrike Handwerk (Schwimmeisterin), Klaudia Mänz (Schwimmschule), Barbara Trilling (Hebamme),
Volker Laubenthal (Ausbilder, DRK), Kai-Uwe Thiedt (Ausbilder,
DRK), Simone Jatzko (Sozialpädagogin, Pro Familia), Maja Kuhn
(Fitnesslehrerin), Mariax Welkisch-Heininger (Zahnmedizinische
Fachassistentin), Jana Törkel (Erzieherin), Bianca Schindler
(Modelistin), Dr. Barbara Schwarzwälder (Kinderpsychologin Rehparkklinik).
á Erste Anlaufstelle und gute Seele der Elternschule
ist die Sekretärin Marion Poth-Eckardt.
Martina Craatz
Leiterin Elternschule
Bestens betreut rund um die Geburt
Die Angebote der Elternschule unterteilen sich in Kurse
vor und nach der Geburt. In den meisten Fällen werden
die Kosten von der Klinik und den Kassen übernommen. In einigen Fällen sind Kurse kostenpflichtig. Zum
Angebot der Elternschule gehören:
Vor der Geburt:
á
á
á
á
á
á
á
á
á
á
á
á
á
Informationsabend für werdende Eltern
Sprechstunde für werdende Eltern
Yoga für Schwangere
Schwimmen und Wassergymnastik für Schwangere
Geburtsvorbereitung und Schwangerschaftsgymnastik
Tragetücher binden lernen
Großer Bruder, große Schwester
Säuglingspflege
Vorbereitung auf das Stillen
Erste Hilfe für das Säuglingsalter
Geburtsvorbereitende Akupunktur
Das „Familienbudget“ nach der Geburt
Häusliche Nachsorge durch Hebammen
Nach der Geburt:
á
á
á
á
á
á
á
á
á
á
á
Familientreff
Babymassage
Rückbildungsgymnastik
Body-Condition
Unser Kind bleibt kariesfrei
Spiel und Spaß
Spielkreis mit Eltern
Körpererinnerungen
Unruhige Zeiten – Sprechstunde für Eltern
Babyschwimmen
Elternseminare der Familien- und Jugendberatung
Hanau
12
Erste Anlaufstelle und Wegweiser
Neuer Chefarzt und zusätzliche Leistungsangebote:
Die Klinik für Gastroenterologie, Diabetologie und Infektiologie setzt moderne
Mit PD Dr. med. Axel Eickhoff hat die Klinik für
Gastroenterologie, Diabetologie und Infektiologie
Anfang des Jahres einen neuen Chefarzt bekommen. Gleichzeitig wurden das Leistungsangebot
stark ausgebaut und zusätzliche moderne
Diagnose- und Therapiemethoden eingeführt. Die
Klinik bietet deshalb nun auch „die ganze Palette
der heutigen modernen Endoskopie, wie sie an
großen Zentren und Universitätskliniken üblich ist“,
unterstreicht Dr. Eickhoff. Dies bedeutet zugleich:
Auch Patienten mit ganz komplexen Krankheitsbildern können jetzt in der Klinik behandelt werden.
Den Kernbereich der Klinik bildet die Gastroenterologie. Sie befasst sich mit der Vorbeugung,
Diagnose und Therapie von Krankheiten des
Magen-Darm-Traktes. „Unser Aufgabengebiet
geht aber auch noch weit über die Gastroenterologie hinaus“, sagt der neue Chefarzt. Er stellt
besonders die so genannte interventionelle Endoskopie heraus. Sie bringt Patienten viele Vorteile.
Denn damit können Diagnose und Therapie in
vielen Fällen in einem Schritt erfolgen. In der Klinik
werden Patienten aus einem ganz breiten Krankheitsspektrum behandelt. Deshalb spricht Dr. Axel
Eickhoff auch von der Funktion einer „Portalklinik“.
Das bedeutet bildlich gesprochen: Die Patienten
gehen in die Klinik (durch das Portal) und werden
dort auf verschiedenen Wegen weitergeleitet.
In der Klinik finden somit die ersten wegweisenden
Untersuchungen und Behandlungen statt. In vielen
Fällen können die Patienten dann auch schon nach
Hause oder in die ambulante Nachsorge entlassen
werden. In anderen Fällen benötigen Patienten
aber eine Weiterbehandlung, die nicht mehr in der
Klinik erfolgen kann – zum Beispiel eine Darmoperation wegen
eines Tumors. „Dort nehmen wir unsere Funktion als Portalklinik
wahr und organisieren für unsere Patienten den schnellen und
unkomplizierten Übergang zum jetzt erforderlichen Spezialisten bei
uns im Klinikum“, unterstreicht Dr. Eickhoff. Im oben genannten Fall
wäre dies das Darmzentrum.
In diesem Sinne versteht sich die Klinik als erste und kompetente
Anlaufstelle. Entsprechend dem Bedarf der Patienten, organisiert
sie dann die weiteren Behandlungsschritte mit zum Beispiel Chirurgen, Gynäkologen, Strahlentherapeuten und Krebsmedizinern.
Dahinter steht der Gedanke, dass in der modernen Medizin Ärzte
unterschiedlicher Fachrichtungen über die Grenzen der einzelnen
Abteilungen hinaus, eng zusammenarbeiten, um ihren Patienten die
bestmögliche Behandlung zu geben.
Zu den wichtigsten Krankheitsbildern und Leistungsangeboten in der Klinik für Gastroenterologie, Diabetologie und
Infektiologie gehören:
á Gut- und bösartige Erkrankungen des Magens
á Gut- und bösartige Erkrankungen des Dickdarms, Enddarms
und Dünndarms (z. B. Tumoren, Polypen, Morbus Crohn,
Colitis Ulcerosa, Chronisch entzündliche Darmerkrankung
(CED), Reizdarmsyndrom, Zöliakie, Verdauungsstörungen
(Dyspepsie))
á Gut- und bösartige Erkrankungen des Zwölffingerdarms
á Gut- und bösartige Erkrankungen der Leber (z. B. Fettleber,
Zirrhose, Tumor)
á Gut- und bösartige Erkrankungen der Gallenblase
á Gallengangssteine
á Gut- und bösartige Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse
á Infektionserkrankungen wie Hepatitis, Tuberkulose, aber auch
Tropenerkrankungen (z. B. Malaria) und HIV
á Stoffwechselerkrankungen / Diabetes
á Ernährungsmedizin
13
für Patienten
e Schwerpunkte in Diagnostik und Therapie
Kleines Lexikon der Endoskopie
Zur Diagnostik und Behandlung gastroenterologischer
Erkrankungen stehen in der Klinik eine Reihe effektiver
Methoden zur Verfügung – von bildgebenden Verfahren
(wie Ultraschall, Computertomographie oder Kernspintomographie) über Labor und medikamentöse Therapien bis
hin zur Ernährungsmedizin und -beratung.
Eine ganz zentrale Rolle bei Diagnostik und Therapie
nimmt aber die Endoskopie ein. Sie bildet einen besonderen Schwerpunkt in der Klinik.
Endoskope sind Geräte, die im Prinzip aus einem dünnen
biegsamen Schlauch, einer Lichtquelle, optischen Linsen
und einer Kamera bestehen. Das Endoskop wird an der
gewünschten Stelle in den Körper des Patienten eingeführt, um so aus dem Inneren des Körpers heraus eine
genaue Ansicht des beschwerdemachenden Organs zu
erhalten. In der Gastroenterologie gehören dazu in erster
Linie die Darm-, die Magen- und die Gallengangsspiegelung.
Moderne Endoskope sind auch mit kleinen Zangen oder
Messern ausgestattet, um so Gewebeproben zu entnehmen oder kleine Geschwüre abzutragen. Auch können
Endoskope mit Kanülen verbunden sein, über die dann
Injektionen zielgenau an eine bestimmte Stelle im Körper
gegeben werden können. Das heißt: Mit modernen Endoskopen können Diagnose und Therapie (als minimalinvasive Behandlung) verbunden und oft in einem einzigen
Arbeitsschritt durchgeführt werden.
Die Endoskopie stellt für Patienten aber auch deshalb ein
sehr schonendes und wenig belastendes Verfahren dar,
weil sie ohne oder mit nur sehr kleinen Schnitten auskommt.
PD Dr. med. Axel Eickhoff
Chefarzt Klinik für
Gastroenterologie, Diabetologie und Infektiologie
Der neue Chefarzt im Kurzporträt
Privatdozent Dr. med. Axel Eickhoff hat sein
Studium u. a. in Gießen und in den USA an der
University of Virginia, Richmond, absolviert.
Seine Habilitation legte er an der Fakultät für
Klinische Medizin Mannheim der RuprechtKarls-Universität Heidelberg vor.
Dr. Eickhoffs jüngste berufliche Station vor
dem Wechsel nach Hanau war die Position des
Leitenden Oberarztes an der Klinik für Interdisziplinäre Endoskopie am Universitätsklinikum
Hamburg-Eppendorf. PD Dr. Eickhoff gehört
dem Beirat der Sektion Endoskopie der
Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und
Stoffwechselerkrankungen (DGVS) an und ist
Gründungsmitglied des ersten interdisziplinären deutschen NOTES-Vereins. Beim NOTESVerfahren werden chirurgische Eingriffe erstmals durch natürliche Körperöffnungen wie
Mund oder Enddarm vorgenommen.
Dr. Eickhoff ist 40 Jahre alt, verheiratet und
Vater von drei Kindern.
14
Die Klinik für Gastroenterologie, Diabetologie
bietet mit dem neuen Chefarzt nun eine Reihe
Wir stellen Ihnen auf diesen Seiten die
wichtigsten Arbeitsschwerpunkte der Klinik
vor (ausführlichere Informationen gibt die
Klinikbroschüre; sie ist z. B. in der Medizinischen Klinik II und am Info-Point erhältlich)
Endoskopische Resektionstechniken
Endoskopische Submukosa Dissektion (ESD)
steht für die endoskopische Entfernung (Resektion)
von Zellen und Gewebe, z. B. Polypen, gutartigen
Tumoren und kleineren Krebsgeschwüren. Dabei
handelt sich um eine neue Technik, die für Patienten schonend und vor allem sehr sicher ist. Denn
herkömmlicherweise werden bei einer endoskopischen Entfernung der Polyp oder der Tumor zuerst
zerschnitten und dann abgesaugt. Für dieses
Verfahren sind häufig drei bis vier Resektionsvorgänge notwendig. Sie bergen aber das Risiko,
dass sich aus einem so zerschnittenen bösartigen
Tumor Zellen herauslösen oder im Körper bleiben.
In der Klinik kommt deshalb die moderne ESD zum
Einsatz, bei der das Gewebe oder der Tumor in
einem Stück entfernt wird. Außerdem wird in der
Klinik die Endosonographie eingesetzt. Dabei handelt es sich um eine Verbindung von Endoskopie
mit Ultraschall. Mit Hilfe eines Ultraschallkopfes am
Endoskop können praktisch aus dem Inneren des
Körpers heraus Organe beurteilt und die Therapie
eingeleitet werden.
Gallengangsdiagnostik
Mit den neuen Methoden der Gallengangsdiagnostik und -therapie
können nun in der Klinik auch Patienten mit großen Gallengangssteinen behandeln werden.
Über ein Endoskop wird eine Glasquarzfaser über Speiseröhre,
Magen und Zwölffingerdarm bis direkt an die Steine herangebracht. Die Quarzglasfaser hat die Aufgabe, hoch energetische
Stoßwellen zu übertragen. Selbst harte und große Steine können
so zerstört werden. Das zerbröselte Material kann dann mit Hilfe
einer am Endoskop befestigten Zange eingesammelt und entfernt werden.
Ein weiteres modernes Verfahren in der Klinik ist die Kombination
aus Lasertherapie und Cholangioskopie. Dabei kann der Arzt
über das Endoskop Steine zerstören oder Gewebeproben entnehmen und dies zugleich an einem Bildschirm beobachten.
Kontrastmittelsonographie
Sie verbindet Ultraschall mit Kontrastmittel. Dies ist vor allem bei
Lebererkrankungen von Vorteil. Liegen etwa erhöhte Leberwerte
vor, muss nicht mehr zwingend eine Gewebeprobe entnommen,
also punktiert, werden.
Die Patienten werden durch diese Methode schonend behandelt
und entlastet. Die Kontrastmittelsonographie kann insbesondere
bei einem bis dahin unklaren Befund eine genaue Auskunft über
die Beschaffenheit der Leber geben. Sie übermittelt ein sehr differenziertes Bild von der Struktur des Organs. Sie schafft Klarheit,
ob z. B. ein Tumor, eine Fettleber oder eine Zirrhose vorliegt.
und Infektiologie
moderner und zusätzlicher Schwerpunkte
Dünndarmdiagnostik (Kapselendoskopie)
Die Kapselendoskopie ist eine noch recht junge Methode zur Analyse des Dünndarms. Dabei schluckt der Patient eine Kapsel in der
Größe eines Medikaments. Diese Kapsel durchwandert auf natürlichem Wege denn Dünndarm. Dabei zeichnet sie ungefähr acht
Stunden lang Bilder ihrer Wanderschaft durch das Organ auf. Nach
dem natürlichen Ausscheiden der Einmalkapsel werden die digital
aufgezeichneten Bilder zum Computer übertragen und dort vom
Gastroenterologen mit Hilfe einer speziellen Software ausgewertet.
Die kleine Kamera in der Kapsel liefert dabei Bilder vom Inneren des
Dünndarms, die sonst mit keiner anderen Methode zu erhalten
wären. Die Kapsel kommt vor allem bei unklaren Darmblutungen,
Polypen und chronisch-endzündlichen Prozessen zum Einsatz.
Diabetes
In der Behandlung diabetischer Patienten verfügt die Klinik über
eine lange Erfahrung. Vor dem Hintergrund der zunehmenden Spezialisierung in der Inneren Medizin, wird das Angebot konsequent
weiterentwickelt. Diabetes-Patienten benötigen eine intensive ärztliche Betreuung und Versorgung. Deshalb setzt die Klinik auf eine
enge Kooperation mit den behandelnden niedergelassenen Ärzten.
Diese können ihre Patienten in der Klinik vorstellen und gemeinsam
mit den Klinikärzten die Behandlung besprechen. Die Weiterbehandlung erfolgt in der Praxis der niedergelassenen Mediziner.
Chronisch entzündliche Darmerkrankungen
Bei den CED ist der Bedarf nach Hilfe und Unterstützung enorm
groß. Für diesen Patientenkreis ist deshalb eine eigene wöchentliche Sprechstunde eingerichtet worden. Zu den chronisch entzündlichen Darmerkrankungen gehören vor allem Morbus Crohn und
Colitis ulcerosa. Mehr als 300.000 Menschen leiden in
Deutschland darunter. Meistens treten die Krankheiten
zwischen dem 20. bis 30. Lebensjahr auf. Typische Symptome sind anhaltender Durchfall und Bauchschmerzen
sowie Erschöpfung.
Ernährungsmedizin
Die Bedeutung der Ernährungsmedizin wächst. Deshalb
wurde in der Klinik ein Ernährungsteam gebildet.
Das Ernährungsteam bietet Hilfe, Unterstützung und
Service für die Patienten des gesamten Klinikums
Hanau und unterstützt zugleich alle Ärzte und Pflegende
im Klinikum. Denn eine optimale Ernährung ist wichtig
für den Behandlungserfolg. Viele Erkrankungen können
durch adäquate Ernährung positiv beeinflusst werden.
Das Team besteht aus einem Oberarzt, zwei Assistenzärzten und der Leitenden Ernährungsberaterin des
Klinikums.
Kontakt & Information
über Sprechstunden:
Klinik für Gastroenterologie,
Diabetologie und Infektiologie
Telefon (0 61 81) 296 - 42 10
15
16
Rundum-Behandlung aus einer Hand
Parkinson-Ambulanz der Neurologischen Klinik versorgt rund 500 Patienten im Jahr
Diagnose und Behandlung der ParkinsonKrankheit sind häufig kompliziert und
erfordern ganz besondere medizinische
Fachkenntnisse. Am Klinikum Hanau gibt es
deshalb seit langem eine Spezialambulanz,
die sich um diese Patienten besonders
intensiv kümmert.
In Zusammenarbeit mit den stationären
Bereichen der Klinik für Neurologie versorgt sie
Parkinson-Patienten umfassend und aus einer
Hand insbesondere dann, wenn diagnostische
oder therapeutische Probleme anliegen.
Ambulante Einrichtungen in Kliniken dürfen in der
Regel Patienten nur dann ambulant behandeln,
wenn in einem bestimmten Umkreis eine
hinreichende Versorgung durch niedergelassene
Fachärzte nicht möglich ist oder wenn ein Klinikarzt spezielle Kenntnisse/Fähigkeiten besitzt, die
von den niedergelassenen Fachärzten in der
Region nicht erbracht werden können.
Der Chefarzt der neurologischen Klinik, PD Dr.
Horst Baas besitzt die Zulassung (Ermächtigung)
für eine solche Spezialambulanz. Sie ist seit
mittlerweile zehn Jahren eine geschätzte Anlaufstelle für jährlich rund 500 Parkinson-Patienten.
Die Patienten der Ambulanz kommen zum Teil
aus Hanau und dem Main-Kinzig-Kreis, häufig
aber auch aus anderen Regionen des RheinMain-Gebietes wie zum Beispiel Darmstadt oder
Wiesbaden und zum Teil auch von weit her aus
dem gesamten Bundesgebiet.
Patientenselbsthilfegruppen beklagen immer
wieder, dass die Versorgung von ParkinsonPatienten durch niedergelassene Haus- und
Fachärzte nicht so engmaschig und intensiv
sichergestellt werden kann, wie dies wünschenswert wäre. Begrenzte Budgets der Ärzte und zu
wenig Zeit bei vollen Praxen, seien die Haupthindernisse. Die Ambulanz arbeitet deshalb eng mit
niedergelassenen Ärzten zusammen und unterstützt diese, wo sie an Grenzen stoßen – etwa bei
zeitaufwändigen Beratungen, speziellen Therapien
und komplexen Medikamenteneinstellungen. Die
Behandlung von Parkinson-Patienten in der Ambulanz setzt allerdings eine Überweisung durch den
niedergelassenen neurologischen Facharzt oder
den Nervenarzt voraus.
Die Parkinson-Krankheit tritt meistens erst im höheren Lebensalter auf – etwa ab dem 60. Lebensjahr. Bei einigen Patienten
beginnt die Krankheit aber deutlich früher, in einigen Fällen schon
zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr. Vom Auftreten der ersten
Parkinson-Symptome bis zum Arztbesuch vergehen im Schnitt
etwa 14 Monate, weil die Krankheit schleichend beginnt. Bis die
richtige Diagnose gestellt ist, absolviert der Patienten häufig drei
bis vier Arztbesuche bei mehreren Fachdisziplinen. Meist
bemerken die Angehörigen die ersten diskreten Veränderungen:
Der Betroffene wird langsamer, die Bewegungen unrunder, die
Mimik verliert an Ausdruck, und im Ruhezustand fangen die
Hände zu zittern an. Typischerweise beginnen die Veränderungen
einseitig, zum Beispiel pendelt ein Arm beim Laufen nicht mehr
richtig mit. Zahlreiche Patienten klagen auch über Schmerzen in
den Schultern und im Arm, zum Teil kommt es zu Muskelkrämpfen. Häufig werden die Patienten deshalb fälschlicherweise
zunächst zu einem Orthopäden geschickt.
Die eigentliche Ursache der Parkinson-Krankheit ist bis heute
nicht völlig bekannt. Wissenschaftlich gesichert ist aber, dass im
Gehirn Zellen vorzeitig absterben, die den Botenstoff Dopamin
bilden. Dieser Botenstoff ist vor allem für die Bewegungssteuerung notwendig. Sobald etwa 60 Prozent der Dopamin produzierenden Zellen zugrunde gegangen sind, stellen sich die
ersten sichtbaren Symptome der Parkinson-Krankheit ein. Das
heißt: Bis Patienten die ersten Auswirkungen verspüren, ist das
Absterben von Dopaminzellen bereits weit fortgeschritten und
wahrscheinlich mindestens schon vier bis sechs Jahre
schleichend und unerkannt im Gange.
Die Therapie der Parkinson-Krankheit, sagt Dr. Baas, hat in den
vergangenen Jahren große Fortschritte gebracht. So reicht die
Lebenserwartung der Patienten heute fast schon an den Durchschnitt der Gesamtbevölkerung heran. Neueste Forschungsergebnisse haben gezeigt, dass die Langzeitprognose günstiger
ist, wenn frühzeitig mit einer Therapie begonnen wird. Ein Hauptaugenmerk der Ärzte liegt deshalb auf einer frühen Diagnostik.
Anschließend dient die optimale Medikamenteneinstellung dem
Erhalt einer guten Beweglichkeit und der Verbesserung der
Lebensqualität.
Die Diagnose benötigt ärztliches Know-how, betont Dr. Baas. Sie
umfasst eine Reihe von aufwändigen Untersuchungen, die
Krankheits- und Familiengeschichte wird ermittelt, und spezielle
bildgebende Verfahren kommen gegebenenfalls zum Einsatz. In
der Therapie spielt dann die Versorgung mit Medikamenten in
Tablettenform die entscheidende Rolle. Durch die Medikamente
wird das fehlende Dopamin im Gehirn ersetzt. In den ersten
Krankheitsjahren gelingt dies in aller Regel sehr gut, und die
Patienten sind bei richtiger Behandlung in ihren Alltagsaktivitäten
17
Klinik für Neurologie
nicht oder nur gering eingeschränkt. Betreuung und Überwachung
dieser Patienten erfolgen überwiegend in der ParkinsonAmbulanz. Allerdings erweist sich die Medikamententherapie mit
Fortschreiten der Krankheit als zunehmend komplizierter.
Nach mehrjähriger Krankheitsdauer müssen die Patienten ihre
Medikamente häufig sechs- bis acht-mal täglich einnehmen, um
eine ausreichende und gleichmäßige Beweglichkeit zu erzielen.
Jeder Patient benötigt in diesem Stadium eine sehr individuell auf
ihn abgestimmte Medikation. Er muss während einer
Medikamentenneueinstellung engmaschig und sorgfältig beobachtet werden. Hierzu ist es oft notwendig, die Patienten stationär aufzunehmen. Dies ist auch deshalb häufig sinnvoll, weil
ältere Patienten oft durch zusätzliche Probleme wie z. B. Diabetes oder Bluthochdruck gefährdet sind.
Neben der Behandlung mit Medikamenten spielen übende
Verfahren in der Parkinson-Therapie eine wichtige Rolle. Hierzu
gehören insbesondere die Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und Anwendungen wie Massagen und Wärmebehandlungen. In der Klinik können diese Therapien in einem speziellen
Programm, der so genannten stationären Parkinson-Komplexbehandlung, gezielt und auf den einzelnen Patienten abgestimmt
ebenfalls durchgeführt werden. Dieses Behandlungsprogramm
nimmt in der Klinik etwa zwei Wochen in Anspruch.
Über die ambulante und stationäre Parkinson-Behandlung
hinaus unterhält die Klinik für Neurologie in Zusammenarbeit mit
der deutschen Parkinson-Vereinigung seit mehr als zehn Jahren
ein Beratungsprojekt für Patienten und deren Angehörige.
Die ärztliche Beratung ist für Interessenten kostenfrei und findet vor Ort in den einzelnen ParkinsonRegionalgruppen statt, sodass auch weniger mobile
Patienten daran teilnehmen können. Dr. Weiland,
die aktuell für die Beratung zuständige Ärztin,
besucht regelmäßig die ca. zehn Regionalgruppen
im gesamten Rhein-Main-Gebiet und beantwortet
die vielen Fragen Betroffener und ihrer Familien.
Mit den drei Elementen – wohnortnahe Beratung,
Behandlung in der Spezialambulanz und auf den
Stationen – bietet die Klinik für Neurologie am
Klinikum Hanau aus einer Hand eine bundesweit
einmalige umfassende Betreuung für ParkinsonPatienten.
Kontakt
Parkinson-Ambulanz/
Neurologische Klinik
Chefarzt Dr. Horst Baas
Telefon: (06181) 296-6310
[email protected]
18
Eine Operation ist nun überflüssig geworden
Neues schonendes Verfahren zur Diagnostik der weiblichen Brust eingeführt
Das Institut für Radiologie hat die Diagnosemöglichkeiten für die weibliche Brust um eine
neue effektive und moderne Methode erweitert.
Bei verdächtigem Herdbefund wird unter Kontrolle der Magnetresonanztomographie (MRT)
schonend Gewebe entnommen (Biopsie). Das
heißt, die Probeentnahme findet unter bildgebender Diagnostik statt. Das strahlenfreie MRTVerfahren ist hoch empfindlich und eignet sich
insbesondere für Frauen mit einem dichten
Brustgewebe. Die so genannte MR-Vakuumbiopsie kann Tumoren schon in einer Größe von
drei, vier Millimetern sichtbar machen und
erlaubt eine schonende Entfernung. Die Biopsie
selbst dauert nur etwa zwei Minuten. Ein kleiner
unauffälliger Hautschnitt reicht für die Probeentnahme aus. Eine Operation ist damit nicht mehr
notwendig.
Das Institut für Radiologie ist Teil des Brustzentrums Hanau-Gelnhausen. Es verfügt über eine
ausgewiesene (zertifizierte) Kompetenz in der
Diagnostik und Behandlung von Frauen mit
Brustkrebs. Im Zentrum diagnostizieren Ärzte
jährlich bei mehr als 250 Frauen erstmals eine
Brustkrebserkrankung. Für die Abklärung des
Befundes steht eine umfangreiche bildgebende Diagnostik zur
Verfügung. Dazu gehören Mammographie (Röntgen), Sonographie (Ultraschall) und Kernspindiagnostik (MRT).
Bereits vor der Operation des Tumors wird eine Gewebeuntersuchung (Histologie) vorgenommen. Dafür stehen bildgestützte
gezielte Punktionen zur Verfügung – mit sonographischer, mammographischer oder kernspintomographischer Nadelführung.
Und dabei kommt auch das neue Verfahren zum Zug. Denn im
Radiologischen Institut führt Prof. Dr. med. Ernst Dinkel mit seinem Team auch die erwähnten Gewebeentnahmen der weiblichen Brust unter MRT-Kontrolle durch (Mamma-MRT-Vakuumbiopsie). Dafür wird eine speziell für dieses Verfahren entwickelte
Kernspin-Mamma-Brustspule verwendet, die die gezielte Entnahme von Brustdrüsengewebe unter Kernspin-Bildkontrolle
ermöglicht.
Angewandt wird dieses aufwändige Verfahren immer dann,
wenn eine tumorverdächtige Auffälligkeit in der weiblichen Brust
nur in der MRT-Mammographie erkennbar ist und somit weder
sonographisch noch mammographisch biopsiert werden kann.
Die Probeentnahme des Gewebes unter MRT-Bild-Kontrolle wird
dabei zuvor in der Tumorkonferenz besprochen. Die Konferenz
ist ein entscheidendes Gremium des Brustzentrums. Denn dort
sind alle an der Behandlung einer Patientin beteiligten Ärzte aus
ganz unterschiedlichen Fachrichtungen beteiligt.
Brigitte Wagner
leitet die neu eingerichtete Stabsstelle Qualitätsmanagement, Projektmanagement und Öffentlichkeitsarbeit. Sie hat ihre Arbeit Anfang Januar aufgenommen. Die neue Struktur und Zusammenfassung der
Arbeitsgebiete spiegelt zugleich die Bedeutung der drei Bereiche für das Klinikum nach innen und
außen. Denn alle drei Bereiche stehen in einem engen Wechselspiel zueinander und bedingen sich zum
Teil gegenseitig. Die Stabstelle ist direkt der Geschäftsführung zugeordnet. Die bekennende Schwäbin
Brigitte Wagner ging in Ulm zur Schule und studierte an der Fachhochschule Gießen-Friedberg. Dort
erwarb sie den Abschluss der Diplom-Ingenieurin für Technisches Gesundheitswesen mit dem Schwerpunkt Biomedizintechnik. Zusatzqualifikationen hat sie unter anderem auf den Gebieten Personal- und
Persönlichkeitsentwicklung, Change Management sowie Arbeitssicherheit und Coaching erworben.
Zu ihren beruflichen Stationen zählten bisher u. a. die Unternehmensberatung Ernst & Young in Frankfurt, das Krankenhausplanungsbüro Heinle Wischer und Partner in Stuttgart sowie in den vergangenen
zwölf Jahren die selbst ständige Unternehmensberatung.
Brigitte Wagner ist Jahrgang 1961, Mutter eines Sohnes und zweier Bonus-Töchter.
19
Institut für Radiologie
Über den Eingriff werden die Patientinnen mindestens 24 Stunden zuvor aufgeklärt. Die Untersuchung findet ambulant in örtlicher Betäubung der
Entnahmestelle an der Brust statt. Die Patientin
liegt auf dem Bauch im MRT-Gerät. Mit Hilfe einer
speziellen Zielvorrichtung und spezieller Punktionskanülen (Vakuumbiopsie) werden aus der
verdächtigen Region der Brust Gewebeproben
entnommen. Bereits zirka zwei Stunden nach
dem Eingriff kann die Patientin die Klinik verlassen. Anschließend wird das Gewebe von den
Pathologen untersucht. Das Ergebnis steht
schon nach zwei bis drei Tagen zur Verfügung.
Die kernspintomographische Vakuumbiopsie der
weiblichen Brust ist ein zwar aufwändiges, aber
risikoarmes Verfahren ohne Nebenwirkungen
und wurde bislang von allen Patientinnen problemlos toleriert. Mit dem Ausbau der Diagnosemöglichkeiten kann die Gewebediagnose jetzt
bei allen Frauen durch eine Punktion erfolgen –
entweder in Kombination mit Sonographie,
Mammographie oder MRT. Diese schonenden
Verfahren machen damit eine operative Gewebeentnahme mit Narkose und stationärem Klinikaufenthalt überflüssig.
Der nur mittels MR-Mammographie
sichtbare Befund in der linken
Brust (weißer Fleck) entspricht
einer starken herdförmigen Anreicherung des Kontrastmittels und
ist tumorverdächtig.
MR-gestützte Vakuumbiopsie des
oben gezeigten Befundes. Es wurde
ein kleines Mammakarzinom durch
die Gewebeentnahme gesichert.
Eine brusterhaltende Behandlung
mit Operation und anschließender
Strahlentherapie war möglich.
Personalien
Dr. med. Luzie Emilie Massey Skatulla
hat das Ärzteteam der Frauenklinik verstärkt. Sie ist in der Klinik unter der Leitung von Chefarzt
Privatdozent Dr. Thomas Müller als neue Oberärztin tätig. Dr. Massey Skatulla wird vor allem auf
dem Gebiet der Geburtshilfe und der vorgeburtlichen Diagnostik sowie der operativen Gynäkologie tätig sein.
Die Frauenärztin absolvierte ihr Studium der Humanmedizin an der Ruprecht-Karls-Universität in
Heidelberg, dort promovierte sie auch. Ihre Zulassung als Ärztin erhielt sie 1995. Dr. Skatulla
erwarb ihre Qualifikation als Fachärztin am Hospital zum Heiligen Geist in Frankfurt am Main, wo
sie vom Jahr 2000 an auch als Oberärztin tätig war. Ihre nächste berufliche Station war dann das
Klinikum Nordwest, ebenfalls in Frankfurt.
Die Frauenärztin verfügt über Zusatzqualifikationen in Akupunktur und Schmerztherapie. In der
Hanauer Frauenklinik mit Mutter-Kind-Zentrum, Brustzentrum und onkologischem Schwerpunkt
sind insgesamt 14 Ärztinnen und Ärzte für die Patienten tätig.
Newsticker / Termine / Jubilare
Menschen in der Klinik
Langjährige Mitarbeiter feiern Dienstjubiläum
Gerade Krankenhäuser werden von Menschen geprägt. Sie geben der Klinik ein Gesicht. An diesem Ort stellen wir Ihnen
deshalb in jeder Ausgabe der Klinik-Zeitschrift Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor, die sich seit vielen Jahren in direktem
Kontakt oder „hinter den Kulissen“ um die Patienten des Klinikums Hanau kümmern. Die Jubilare sind:
Harald Dröge
Karla Srostlik
Roswitha Meinshausen
Koch/Küche
Kinderkrankenschwester/Station H5
Bereichsleitung PSL Team
40-jähriges Dienstjubiläum
40-jähriges Dienstjubiläum
25-jähriges Dienstjubiläum
Arzt-Patienten-Seminare – Die nächsten Termine
Mittwoch, 07.04.2010, 17:30 Uhr
Individualendoprothetik:
Maßgeschneiderte Prothesen für
Hüft- und Kniegelenke
PD Dr. Christian Eberhardt, Chefarzt der
Klinik für Orthopädie & Unfallchirurgie
Mittwoch, 05.05.2010, 17:30 Uhr
Nahrung, Insekten, Medikamente:
Allergien im Kindes- und Erwachsenenalter nehmen zu
PD Dr. Hans-Michael Ockenfels, Chefarzt der Haut- & Allergieklinik
Mittwoch, 02.06.2010, 17:30 Uhr
Osteoporose: Leitlinien und operative Behandlungsmöglichkeiten
Dr. Lutz-Hendrik Holle, Klinik für Nuklearmedizin & PD Dr. Christian Eberhardt,
Chefarzt der Klinik für Orthopädie &
Unfallchirurgie
In den Patienten-Seminaren informieren medizinische Experten des Klinikums Hanau kompakt und verständlich über Neuigkeiten und Wissenswertes zu bestimmten Krankheitsbildern. Solche Veranstaltungen sind
auch als Hilfe und Stütze für Patienten gedacht, besser mit ihrer Krankheit zurechtkommen zu können. Die
Seminare sind deshalb so aufgebaut, dass im ersten Teil die Ärzte in das Thema einführen und einen Überblick geben. Gleichzeitig lassen sie aber auch viel Raum für Gespräche mit den Teilnehmern, damit diese ihre
Fragen, Wünsche und Anregungen einbringen können. Die Teilnahme an den Arzt-Patienten-Seminaren ist
kostenlos. Eine Anmeldung ist nicht nötig. Die Dauer beträgt jeweils etwa eineinhalb Stunden. Veranstaltungsort ist die Große Aula in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie im Haus P.
Impressum
Herausgeber Klinikum Hanau GmbH
Leimenstraße 20
63450 Hanau
Telefon: (06181) 296-0
V.i.S.d.P.
Monika Thiex-Kreye
Druck
Druckerei PUKKA, Hanau
Auflage
5.000 Stück
Erscheinung alle drei Monate
© 2010
Für alle Beiträge bei Klinikum
Hanau GmbH. Nachdruck, auch
auszugsweise, nur nach schriftlicher Zustimmung des Herausgebers.
Konzeption, Redaktion, Layout
embe consult gmbh
www.embe-consult.de
Herunterladen