2011 Sensoren die Sinnesorgane der Technik

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Tagesseminar
Sensoren, die Sinnesorgane der Technik
Sommeruniversität Rinteln 2011
Prof. Dr.-Ing. Stefan Beißner
Bild: Drehratensensor SMG070. Quelle: Bosch AG
Sommeruniversität Rinteln 2011
Inhaltsverzeichnis
1
2
3
4
5
6
Einordnung – Wozu gehört die Sensorik?
Warum Ingenieur / Ingenieurin werden?
Definitionen – Was ist ein Sensor?
Übersicht – Welche Sensoren gibt es?
Beispiele – Wie misst man die folgenden Größen?
5.1 Kraft
5.2 Druck
5.3 Temperatur
5.4 Beschleunigung
5.5 Drehrate
5.6 Magnetische Flussdichte
Projekte – Was kann man mit diesem Wissen anfangen?
6.1 Bewegungs- und Lagealarmsensor LAS400
6.2 Messtechnik im Leistungssport
6.3 Messtechnik in der holzverarbeitenden Industrie
Folie 2
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1 Einordnung – Wozu gehört die Sensorik?
Einordnung der Sensorik an der Fachhochschule Hannover:
Fakultät 1 - Elektro- und Informationstechnik
↓
Fachgebiet Elektrische Messtechnik
↓
Vorlesung und Labor zur Sensorik
Wer beschäftigt sich mit Sensorik?
Folie 3
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2 Warum Ingenieur / Ingenieurin
werden?
Ingenieure sind auf technischem Gebiet
arbeitende, wissenschaftlich ausgebildete
Fachleute.
• Faszinierende,
abwechselungsreicheTätigkeit.
• Beste Berufsaussichten.
• Gute Bezahlung.
Folie 4
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Wie wird man Ingenieur / Ingenieurin?
Struktur des Studiengangs
„Elektrotechnik und Informationstechnik“ an der FH Hannover
Folie 5
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Wie wird man Ingenieur / Ingenieurin?
Struktur des Grundstudiums des Studiengangs
„Elektrotechnik und Informationstechnik“ an der FH Hannover
Folie 6
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3 Definitionen – Was ist ein Sensor?
Biologische „Sensoren“:
Definition eines technischen Sensors (nach Elbel: Mikrosensorik):
Andere Bezeichnungen für Sensoren:
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3 Definitionen – Was ist ein Sensor?
Messsignal
Sensorelement
Signalverarbeitung
SignalAnzeige
auswertung
z.B.
Berechnung,
Verstärkung
Fehlerkorrektur
Integrierter Sensor
Intelligenter Sensor
Sensordefinitionen
Folie 8
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4 Übersicht – Welche Sensoren gibt es?
Ohne Anspruch auf Vollständigkeit!
Messgröße
Messprinzip
Druck p
Durchbiegung einer Membran
Kraft F
Änderung des elektrischen Widerstandes
Dehnungsmessstreifen
Quelle: www.phsik.ph-ludwigsburg.de
Piezoresistiver Drucksensor
Quelle: Keller AG, Winterthur
Folie 9
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Messgröße
Messprinzip
Weg l
Verschieben eines Schleifkontaktes an einem Widerstand
Weg l
Laufzeit eines Ultraschallsignals
Potentiometrischer Wegsensor
Quelle: Burster Präzisionsmesstechnik
GmbH und Co. KG
Folie 10
Ultraschallsender und –empfänger
auf einer Leiterkarte
Quelle: www.asurowiki.de
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Messgröße
Messprinzip
Drehzahl n
Spannungserzeugung in einem Tachogenerator
Durchfluss ∆V/∆t
Abkühlung eines Widerstandes
Tachogenerator
Quelle: docweb.khk.be
Folie 11
Luftmassenmesser
Quelle: Bosch AG
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Messgröße
Messprinzip
Temperatur T
Änderung des elektrischen Widerstandes
Temperatur T
Änderung der Durchlassspannung einer Diode
NTC-Widerstand
Quelle: Epcos GmbH
Folie 12
Integrierter Temperatursensor LM35
Ausgangsspannung = 10 mV / °C
Quelle: www.facstaff.bucknell.edu
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Messgröße
Messprinzip
Temperatur T, berührungslos
Messung der Wärmestrahlung
Wärmebildkamera
Quelle: Fluke Corporation
Rasterelektronenmikroskopaufnahme
einer Strahlungsthermosäule
Quelle: Elbel: Mikrosensorik
Folie 13
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Messgröße
Messprinzip
Beschleunigung a
Umwandlung in eine Kraft über die Massenträgheit
Drehrate ω
Corioliskraft
Mikromechanischer Beschleunigungsensor
Quelle: Analog Devices Inc.
Folie 14
Innenleben eines mikromechanischen
Drehratensensors. Quelle: Bosch AG
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Messgröße
Messprinzip
Stoffkonzentration pgas
in Gasen
Änderung des elektrischen Widerstands
bestimmter Metalloxidhalbleiter
Beleuchtungsstärke E
Lichtabhängigkeit des Stromes durch einen Fototransistor
Kohlenmonoxidsensor
Quelle: Fraunhofer Gesellschaft
Folie 15
Fototransistor
Quelle: www.prolab.tu-berlin.de
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Messgröße
Messprinzip
Magnetische Flussdichte B
Halleffekt
Magnetfeldmessung mit Hallsonde
Hallsonde
Quelle: Reichelt Elektronik GmbH
Folie 16
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5 Beispiele – Wie misst man die folgenden Größen?
5.1 Kraft
Messkette:
Kraft F Dehnung ∆l/l eines Verformungskörpers
Änderung des elektrischen Widerstandes R eines Dehnungsmessstreifens (DMS)
Umsetzung der Widerstandsänderung in eine Änderung der elektrischen
Spannung U z. B. durch eine Brückenschaltung.
Dehnungsmessstreifen
Skizze:
Dehnungsmessstreifen
Quelle: www.phsik.ph-ludwigsburg.de
Folie 17
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5.1 Kraft
Relative Widerstandsänderung ∆R/R eines Dehnungsmessstreifens:
∆R
=
R
mit :
Beispielanordnung: 2 DMS an einem Biegebalken
F
DMS
h
Folie 18
l
Berechnung der Dehnung der DMS
∆l
=
l
mit :
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5.1 Kraft
Umwandlung der relativen Widerstandsänderung ∆R/R in eine elektrische
Spannung Um0 durch eine Brückenschaltung:
Berechnung der Brückenschaltung:
Experiment
Folie 19
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5 Beispiele – Wie misst man die folgenden Größen?
5.2 Druck
Messkette:
Druck p = F/A Durchbiegung einer Membran Änderung des elektrischen
Widerstandes R eines in die Membran eindiffundierten Widerstandes
Umsetzung der Widerstandsänderung in eine Änderung der elektrischen
Spannung U z. B. durch eine Brückenschaltung.
Membran
p1
R
r
d
Membran
Piezoresistiver Drucksensor
Quelle: Keller AG, Winterthur
Folie 20
p2
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5.2 Druck
Beispielanordnung der Widerstände
in der Membran:
Widerstandsänderungen:
Brückenschaltung:
Experiment
Folie 21
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5 Beispiele – Wie misst man die folgenden Größen?
5.3 Temperatur – Temperaturabhängige Widerstände
Einige elektrische Widerstände zeigen eine besonders starke
Temperaturabhängigkeit. Man unterscheidet PTC- und NTC-Widerstände:
PTC (Positive Temperature Coefficient):
Bei steigender Temperatur steigt der Widerstand.
NTC (Negative Temperature Coefficient):
Bei steigender Temperatur sinkt der Widerstand.
NTC-Widerstand: R (T ) = RB ⋅ e
Kennlinie eines NTCs
1
1 

B⋅ −
T
T

B 
mit:
RB = Widerstand bei der Bezugstemperatur 25°C,
B = Materialkonstante in Kelvin (2000…6000 K),
TB = Bezugstemperatur 298,15 K (entspricht 25°C).
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5.3 Temperatur – Temperaturabhängige Widerstände
Aufgabe:
a) Ein NTC besitzt die folgenden Parameter: RB = 1000 Ω und B = 3528 K.
Berechnen Sie den Widerstandswert bei 100°C.
b) Welche Temperatur liegt vor, wenn der Widerstand des NTCs zu 500 Ω
gemessen wird?
Rechnung:
Experiment
Folie 23
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5.3 Temperatur – Temperaturabhängige Spannungen
Halbleiter zeigen eine starke Temperaturabhängigkeit. Man nutzt die
Temperaturabhängigkeit der Basis-Emitter-Spannung UBE eines Transistors zur
Temperaturmessung:
Berechnung der Basis-Emitter-Spannung UBE:
U BE =
mit :
Temperaturabhängigkeit von UBE :
Transistor als Temperatursensor
∆U BE
≈
∆T
Schaltungen nach diesem Prinzip sind als integrierte Schaltkreise (ICs) mit z. B.
UA = 10 mV / °C erhältlich.
Experiment
Folie 24
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5.3 Temperatur – Berührungslose Temperaturmessung
Strahlungsthermometer arbeiten berührungslos. Sie messen die auf eine
Sensorfläche eingestrahlte Wärmeleistung P.
Die Wärmeleistung P ergibt sich zu:
P=
mit :
Die Wärmeleistung P kann beispielsweise nach dem thermoelektrischen Effekt
(Seebeck-Effekt) mit einer sogenannten Thermosäule gemessen werden.
Folie 25
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5.3 Temperatur – Berührungslose Temperaturmessung
Seebeck-Effekt
Seebeck-Spannung
U Sb =
mit :
Thermoelement
Thermospannung
U Th =
mit :
Folie 26
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5.3 Temperatur – Berührungslose Temperaturmessung
Um die Thermospannung zu vergrößern, schaltet man viele Thermoelement zu
einer sogenannten Thermosäule in Reihenschaltung zusammen.
Rasterelektronenmikroskopaufnahmen einer
Strahlungsthermosäule. Quelle: Elbel: Mikrosensorik
Folie 27
Experiment
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5 Beispiele – Wie misst man die folgenden Größen?
5.4 Beschleunigung
Die zu messende Beschleunigung wird nach dem 2. Newtonschen Axiom mit einer
sogenannten seismischen Masse in eine Kraft umgesetzt:
F = m ⋅ a, mit a = acceleration ( Beschleunigung ).
Heute sind mikrotechnisch hergestellte Beschleunigungssensoren erhältlich, die
mechanische und elektronische Komponenten in einem IC-Gehäuse integrieren.
Mikromechanischer Beschleunigungsensor
Quelle: Analog Devices Inc.
Folie 28
Prinzipskizze
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5.4 Beschleunigung
Mikromechanischer Beschleunigungssensor am
Beispiel des MMA7260
Seismische Massen eines
3D-Beschleunigungssensors.
Quelle: Institut für Mikrotechnik
der TU Braunschweig
Folie 29
Quelle:
Freescale Semiconductor. Datenblatt MMA7260
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5.4 Beschleunigung
Mikromechanischer Beschleunigungssensor am Beispiel des MMA7260
Prinzip der kapazitiven Beschleunigungsmessung
Quelle: Freescale Semiconductor. Datenblatt MMA7260
Folie 30
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5.4 Beschleunigung
Mikromechanischer Beschleunigungssensor am Beispiel des MMA7260
Anschluss des Beschleunigungssensors an einen Mikrocontroller.
Quelle: Freescale Semiconductor. Datenblatt MMA7260
Experiment
Folie 31
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5.4 Beschleunigung
Schaltplan des MM7260-Evaluationboards.
Quelle: Freescale Semiconductor.
Folie 32
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5 Beispiele – Wie misst man die folgenden Größen?
5.5 Drehrate
Drehratenmessung ist relativ einfach, wenn man einen festen Bezugsrahmen
nutzen kann.
Beispiel: Geschwindigkeitsmessung mit Fahrradtacho: Magnet an einer Speiche –
Reedkontakt an der Fahrradgabel.
Funktionsprinzip Reedkontakt:
Berechnung der Geschwindigkeit:
Reedkontakt, hier ohne schützende Kunststoffhülle.
Folie 33
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5.5 Drehrate
Schwieriger wird die Drehratenmessung, wenn man, wie zum Beispiel bei der
Inertialnavigation von Flugzeugen und Raumschiffen, keinen Bezugsrahmen nutzen
kann. Derartige Drehratensensoren bezeichnet man als Gyroskope (von gr. gyros –
Drehung und skopein – sehen).
Das erste Gyroskop war das nach dem französischen Physiker Jean-Bernard Léon
Foucault benannte Foucaultsche Pendel, mit dem 1851 in einem
aufsehenerregenden Versuch die Erdrotation gemessen wurde.
Foucaultsches Pendel.
Quelle de.academic.ru
Folie 34
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5.5 Drehrate – Mechanische Gyroskope
Mechanische Gyroskope basieren auf Corioliskräften. Corioliskräfte sind
Scheinkräfte, die in rotierenden Bezugssystemen auftreten.
• Die Masse m ist in x- wie in y-Richtung jeweils mit
der Federsteifigkeit c aufgehängt.
• Zunächst wird die Masse zu Schwingungen in xRichtung angeregt. In y-Richtung tritt keine
Schwingung auf.
• Wird die Anordnung nun um die z-Achse gedreht, so
koppelt Schwingungsenergie in die y-Richtung ein.
r
Corioliskraft: FC =
Vereinfachtes mechanisches Modell einer
schwingungsfähig aufgehängten Masse.
Quelle: Kemper: Entwicklung eines
mikromechanischen Drehratensensors.
Folie 35
Die Schwingung in y-Richtung wird gemessen. Sie
stellt ein Maß für die Drehrate ω dar.
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5.5 Drehrate – Mechanische Gyroskope
In den letzten Jahren wurden mit dem Methoden der Mikromechanik
sehr komplexe, schwingende Strukturen entwickelt.
Oberflächenmikromechanisches Gyroskop SMG070. Quelle: Bosch AG.
Folie 36
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5.5 Drehrate – Mechanische Gyroskope
Um kleine Bauformen zu realisieren, wurden in einigen Fällen mechanische und
elektrische Funktionen auf einem Siliziumchip integriert.
Chipfoto Gyroskop ADXRS von Analog
Devices: Integration von mechanischen und
elektrischen Funktionen.
Quelle: archives.sensormag.com
Folie 37
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5 Beispiele – Wie misst man die folgenden Größen?
5.6 Magnetische Flussdichte
Es existieren mehrere Methoden zur Messung der magnetischen Flussdichte. Am
weitesten verbreitet ist wohl die Messung mit sogenannten Hallsonden. Eine
Hallsonde besteht aus einem dünnen Plättchen aus Halbleitermaterial.
Wirkungsmechanismus:
• Konstanter Strom I.
• Magnetische Flussdichte B
senkrecht zu I.
• Lorentzkraft wirkt auf die
Ladungsträger.
• Hallspannung UH bildet sich
aus.
Magnetfeldmessung mit Hallsonde
Folie 38
UH =
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5.6 Magnetische Flussdichte
Da jeder elektrische Strom ein Magnetfeld erzeugt, kann die Magnetfeldmessung
zur einfachen Messung eines Stromes mit einer sogenannten Stromzange genutzt
werden.
Stromzange
Quelle: Fluke Corporation
Folie 39
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6 Projekte – Was kann man mit diesem Wissen anfangen?
In diesem Kapitel möchte ich einige Projekte vorstellen, die wir (die FH Hannover)
mit Firmen bzw. Institutionen aus der Region durchgeführt haben.
Gruppenbild des gemeinsamen
Projektteams der Firma
Electronic Wood Systems
(Hameln) und der FH Hannover.
Frühjahr 2010
Folie 40
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6.1 Bewegungs- und Lagealarmsensor LAS400
In Kooperation zwischen der ATS Elektronik GmbH (Wunstorf)
und der FHH wurde im Rahmen dieses Projektes eine
Zusatzplatine für ein Motorola-Funkgerät entwickelt.
Auf dieser Platine ist ein in zwei Raumrichtungen messender
Beschleunigungssensor integriert, der die Lage und den
Bewegungszustand der das Funkgerät tragenden Person
überwacht.
Funkgerät und Zusatzplatine.
Folie 41
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6.1 Bewegungs- und Lagealarmsensor LAS400
Aufgabenstellung: Einzelarbeitsplatz-Überwachung für z. B.:
•
Wachunternehmen
•
Werkschutz
•
Forstarbeiter
•
pflegebedürftige Personen
Was soll überwacht werden?
•
Lage der Person
•
Bewegungszustand der Person
Lösungsansatz:
•
Verwendung eines 2D-Beschleunigungssensors:
zunächst ADXL202, später ADXL320, beide von der Firma Analog Devices
•
Einbau in ein Funkgerät
Folie 42
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6.1 Bewegungs- und Lagealarmsensor LAS400
Zunächst: Messung der in den verschiedenen Situationen auftretenden Messwerte:
Folie 43
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6.1 Bewegungs- und Lagealarmsensor LAS400
Nächster Schritt: Aufstellung eines Konzeptes zur Bestimmung der erforderlichen
Informationen aus den Messwerten:
Folie 44
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6.1 Bewegungs- und Lagealarmsensor LAS400
Weiterer Schritt: Realisierung einer Elektronik, die das Konzept umsetzt:
Folie 45
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6.1 Bewegungs- und Lagealarmsensor LAS400
Ergebnis:
• Preiswerte Realisierung
• Integration in ein bereits vorhandenes Funkgerät
Drei Alarmzustände:
• Bewegungsalarm
• Lagealarm
• kombinierter Bewegungs- und Lagealarm
Experiment
Folie 46
Sommeruniversität Rinteln 2011
6.2 Messtechnik im Leistungssport
eZ430-Chronos mit
Programmieradapter und
Funkempfänger
Quelle: Texas Instruments
Folie 47
Im Rahmen eines Semesterprojekts an der FHH
wurde im Wintersemester 2010/2011 in Kooperation
mit dem Olympiastützpunkt Niedersachsen ein
Messsystem entwickelt, dass die beim Kugelstoßen
auftretenden Beschleunigungen misst, per Funk an
einen PC sendet und dort aus den
Beschleunigungsdaten durch Integration die
Abstoßgeschwindigkeit der Kugel und den
Beschleunigungsweg zur Bewegungsanalyse
errechnet.
Genutzt wurde hierfür die ez430-Sportuhr von Texas
Instruments, die einen 3D-Beschleunigungssensor,
einen Drucksensor, einen Temperatursensor und
einen vom Anwender programmierbaren
Mikrocontroller enthält.
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6.2 Messtechnik im Leistungssport
Der Kugelstoßer trägt hierbei die eZ430 am
Handgelenk.
Die Software der Uhr wartet bis die Kugel ca.
3 s lang ruhig gehalten wird und gibt dann ein
akustisches Startsignal. Dies ist erforderlich
um einen definierten Anfangspunkt für die
Integration der Beschleunigungswerte zu
haben.
Kugelstoßer beim Test des
Beschleunigungsmesssystems
im Olympiastützpunkt.
Folie 48
Sommeruniversität Rinteln 2011
6.2 Messtechnik im Leistungssport
Die Beschleunigungsdaten beim Stoß
werden per Funk an einen Computer
übertragen und dort von einem hierfür
erstellten Programm ausgewertet.
Oben: Labviewprogramm zur Auswertung
der Beschleunigungsdaten.
Rechts: Studenten, Sportler und
Industrievertreter beim Systemtest.
Folie 49
Experiment
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6.2 Messtechnik im Leistungssport
Ergebnis:
Dieser Artikel erscheint in der nächsten Ausgabe der FHH-Zeitschrift „Spektrum“
und fasst die Ergebnisse gut zusammen:
Messtechnik im Leistungssport
Im Rahmen eines Semesterprojekts in der Fakultät 1 wurde im Wintersemester 2010/2011 in
Kooperation mit dem Olympiastützpunkt Niedersachsen ein Messsystem entwickelt, dass
die beim Kugelstoßen auftretenden Beschleunigungen misst, per Funk an einen PC sendet
und dort aus den Beschleunigungsdaten durch Integration die Abstoßgeschwindigkeit der
Kugel und den Beschleunigungsweg zur Bewegungsanalyse errechnet.
Unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Stefan Beißner und dem Sportwissenschaftler Dr.
Heinz Nowoisky, der schon mit einigen Medaillengewinnern bei olympischen und
paralympischen Spielen zusammengearbeitet hat, haben fünf Elektrotechnikstudenten das
Messsystem realisiert.
Folie 50
Sommeruniversität Rinteln 2011
6.2 Messtechnik im Leistungssport
Die Messdatenerfassung basiert auf der eZ340-Chronos-Sportuhr von Texas Instruments
(Bild 1). Diese Uhr stellt ein nutzerprogrammierbares Mikrocontrollersystem mit
integrierter Sensorik dar, das unter anderem über einen dreidimensionalen
Beschleunigungssensor verfügt. Student Oliver Rieger und Stefan Beißner haben die Uhr so
programmiert, dass die Beschleunigungsdaten in der benötigten Form aufgenommen und
per Funk an einen PC gesendet werden.
Die Studenten Rene Farak, Rene Schünemann und Alan Misterek haben mit der grafischen
Programmierumgebung Labview ein PC-Programm erstellt, dass die Auswertung und
Darstellung der Beschleunigungsdaten übernimmt (Bild 2). Student Charles Tabot-Tabe hat
sich um die Erstellung einer Bedienungsanleitung für das Messsystem gekümmert.
Das Messsystem wird am Olympiastützpunkt Niedersachsen für biomechanische
Bewegungsanalysen bei Kugelstoßern verwendet (Bild 3 und Bild 4). „Diese Form der
modernen drahtlosen mehrdimensionalen Datenerfassung ist ein erster und wichtiger Schritt
auch für Beschleunigungs- und Kraftmessungen in anderen Sportarten“ sagt Dr. Nowoisky
zu der Zusammenarbeit mit der FH Hannover. Weitere gemeinsame Projekte unter
Einbeziehung des langjährigen mittelständischen Kooperationspartners ATS Elektronik
GmbH, Wunstorf sind in der Planungsphase.
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Sommeruniversität Rinteln 2011
6.3 Messtechnik in der holzverarbeitenden Industrie
In Kooperation mit der Electronic Wood Systems GmbH (Hameln) wurden 2010
zwei Messsysteme für die holzverarbeitende Industrie weiterentwickelt.
Es handelt sich um eine Anlage zur Messung der Feuchtigkeit von Holzspänen in
der laufenden Produktion sowie um eine Anlage, die größere Lufteinschlüsse
(sogenannte Spalter) in Spanplatten während der Herstellung erkennt.
Die Lösungen werden mittlerweile in Serie produziert. Technische Details sind
vertraulich und können hier nicht besprochen werden.
Links: OnlineFeuchtigkeitsmessgerät.
Rechts:
Spaltererkennungsanlage
Quelle:
Electronic Wood Systems GmbH
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Sommeruniversität Rinteln 2011
6.3 Messtechnik in der holzverarbeitenden Industrie
Ergebnisse:
Der folgende Text für das „Technologietransferforum 2010“ in Stadthagen fasst die
Ergebnisse gut zusammen:
Messsystem für die Spanplattenindustrie
Robustes Messsystem zur Bestimmung der Feuchtigkeit von Holzspänen zur
Spanplattenfertigung
Projektleitung Hochschule
Prof. Dr.-Ing. Stefan Beißner
Fachhochschule Hannover
In der Spanplattenfertigung müssen Parameter wie die Materialfeuchte, die Plattendicke, das
Flächengewicht oder die Freiheit von Lufteinschlüssen von Platten in der laufenden
Fertigung überwacht werden, um den Energie- und Rohstoffeinsatz zu minimieren und eine
gleich bleibende Qualität des Endproduktes sicherzustellen.
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6.3 Messtechnik in der holzverarbeitenden Industrie
Die hierfür verwendeten Messsysteme müssen unter rauen Einsatzbedingungen und zum
Teil im Außenbereich unter den verschiedensten klimatischen Bedingungen zuverlässig
funktionieren. Im Rahmen einer Kooperation zwischen der Firma Electronic Wood Systems
in Hameln und der Fachhochschule Hannover wird ein Messsystem zur Bestimmung der
Feuchtigkeit von Holzspänen grundlegend überarbeitet und den gestiegenen Anforderungen
der Kunden an Messgenauigkeit und Zuverlässigkeit angepasst.
Kooperation
Die Electronic Wood Systems GmbH (EWS) mit Sitz in Hameln ist ein weltweit im Bereich
der Produktionsüberwachungstechnik für die Holzwerkstoffindustrie tätiges Unternehmen
und sieht sich auf diesem Spezialgebiet als Technologieführer. Nach Vermittlung durch
Manfred Schweer, beim Produktionstechnischen Zentrum Hannover zuständig für
Technologietransfer zwischen Hochschulen und Unternehmen, hat EWS bereits einige
Projekte im Bereich der Hard- und Softwareentwicklung erfolgreich mit der FH Hannover
durchgeführt.
Folie 54
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6.3 Messtechnik in der holzverarbeitenden Industrie
Aufgrund der bisherigen guten Erfahrungen wandte sich EWS im Dezember 2009 über
Herrn Schweer mit dem Wunsch nach einer weiteren Entwicklungszusammenarbeit an die
FH Hannover. Im Februar 2010 nahm ein Team der FH Hannover bestehend aus den
angehenden Ingenieuren Ilhan Tonbil und Andreas Burghardt sowie Prof. Dr.-Ing. Stefan
Beißner in enger Zusammenarbeit mit den Entwicklungsingenieuren von EWS die Arbeit an
dem Feuchtigkeitsmesssystem auf.
Lösung
Im ersten Teil der Entwicklungstätigkeiten wurden grundlegende Messungen an Holzproben
verschiedener Holzsorten und Feuchtigkeit vorgenommen um festzustellen, in welchem
Widerstandsbereich man sich bei den Messungen bewegt. Es zeigte sich, dass die zu
messenden Widerstände vom MΩ-Bereich bei feuchtem Holz bis in den TΩ-Bereich bei
sehr trockenem Holz reichen. Das zu entwickelnde Messsystem muss somit einen sehr
hohen Dynamikbereich von ca. 6 Dekaden abdecken und auch noch in einem sehr
hochohmigen Bereich arbeiten.
Folie 55
Sommeruniversität Rinteln 2011
6.3 Messtechnik in der holzverarbeitenden Industrie
Im zweiten Schritt wurde die Elektronik des bestehenden, zu verbessernden Messsystems
analysiert. „Wir haben uns dann entschlossen, schaltungstechnisch einen völlig anderen
Weg zu beschreiten, als in dem bestehenden Messsystem, da wir die bestehende Schaltung
bezüglich ihrer Leistungsfähigkeit für ausgereizt halten,“ sagt Stefan Beißner von der FH
Hannover. Funktionsmuster der neuen Schaltung funktionieren bereits zuverlässig und
sollen in den nächsten Monaten zur Serienreife entwickelt werden.
Der ständige Austausch von Wissen mit den Hochschulen hat dazu geführt, dass wir
Technologieführer auf dem Spezialgebiet geworden sind,“ sagt Matthias Fuchs,
Geschäftsführer der Electronic Wood Systems GmbH zu der Zusammenarbeit mit der FH
Hannover. Es hat sich bereits eine weitere Kooperation ergeben: Masterstudent Viktor Reich
von der FH Hannover arbeitet im Rahmen seiner Masterarbeit an der Weiterentwicklung
einer Spalterkennungsanlage für Holzplatten.
Folie 56
Sommeruniversität Rinteln 2011
Noch Fragen zur Sensorik oder zum Studium im Allgemeinen?
Fragen Sie ruhig:
Prof. Dr.-Ing. Stefan Beißner
Fachhochschule Hannover / University of Applied Sciences and Arts
Fakultät I Elektro- und Informationstechnik
Ricklinger Stadtweg 120
D-30459 Hannover
Tel. 0511-9296-1252 (Büro)
E-mail: [email protected]
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