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Arab Satellite Broadcasting (ASB): Unter Arab Satellite Broadcasting (ASB)
werden sämtliche arabischen Satelliten-Rundfunktätigkeiten subsumiert. Darunter fallen panarabische Rundfunkmedien mit globaler Reichweite, insbesondere
die als politisch relativ unabhängig und daher in der Region als medienrevolutionär geltenden Nachrichtenfernsehsender Al-Jazeera, Al-Arabiya und Abu
Dhabi TV, genauso wie die panarabischen TV-Satellitenplattformen Middle
East Broadcasting Centre (MBC) in den Vereinigten Arabischen Emiraten
(V.A.E.) (früher: in Großbritannien), Arab Radio and Television (ART) und
Orbit Television and Radio Network in Italien sowie die panarabischen bzw.
ägyptisch-panarabischen Satellitensysteme Arabsat und Egyptian Satellite Company (Nilesat).
Arbeitsmarktsegmentation: Soziologische Analyse des Arbeitsmarktes, die
nachweist, dass es strukturelle Differenzen zwischen dem ersten und zweiten
Arbeitsmarkt – hier im Journalismus – gibt. Die beiden Märkte unterscheiden
sich nach Einkommen, Status und Arbeitsplatzsicherheit. Während Männer
vorrangig im ersten (Festanstellung, Aufstiegsoptionen, Statussicherheit), sind
Frauen überproportional im zweiten Markt (Freiberuflichkeit, Unbeständigkeit,
geringeres Entgelt) vertreten.
Bollywood: Sammelbezeichnung für das populäre Hindi-Kino, das hauptsächlich in Bombay produziert wird und in Indien, Pakistan, Afrika und Vorderasien sowie in westlichen Ländern mit bedeutenden NRI-(Non-ResidentIndian-) Bevölkerungsgruppen Verbreitung findet. Die Filmindustrie in Bombay
produziert jährlich rund 200 Kinofilme. Weitere 600 bis 800 Filme werden in
verschiedenen Regionalsprachen produziert, wobei die tamilische Filmindustrie
mit Zentrum in Chennai (Madras) das zweite wichtige Produktionszentrum
bildet.
Canadian Content: Bezeichnet im zweisprachigen Kanada Maßnahmen der
gezielten Stärkung eigener Identität und Betonung des eigenen Erbes (Canadian
Heritage) im Medienbereich. Sie sollen sicherstellen, dass in beiden Sprachen
des Landes umfangreiche eigene Medienangebote zur Verfügung stehen. Für
das TV-Programm der öffentlichen CBC ist vorgeschrieben, dass mindestens
60 % des Angebots aus Kanada stammen müssen, für kommerzielle Anbieter
liegt diese Eigenproduktionsquote bei 50 %. Für Radiostationen gibt es unterschiedliche Werte, eine englischsprachige Mainstream-Musik-Station hat 35 %
kanadische Produktionen zu senden, im frankokanadischen Teil steigt dieser
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Anteil bis auf 65 % an. Viele weitere Maßnahmen sichern, dass kanadische Anteile in allen Medien verfügbar sind, auch wenn faktisch überwiegend US-Inhalte
konsumiert werden.
Digitalisierung: Elektronische Zerlegung von Text-, Bild- und Toninformationen mit dem Ziel, sie in eine für Computer lesbare Form zu bringen. Digitalisierung bezeichnet somit die Übersetzung analoger Signale wie Musik, Fernsehbilder, Telefongespräche in ein digitales Format, damit diese Signale in Datennetzen übertragen werden können. Digitalisierung ermöglicht Vervielfachung
von Übertragungskanälen, höhere Übertragungsqualität, Mobilität des Empfangs, vergrößerte Speicherkapazitäten, Interaktivität etc.
Federal Communications Commission: Gegründet 1934, Ausgangsinstitution aller modernen Regulierungsbehörden, z.B. der deutschen Landesmedienanstalten oder auch der Bundesnetzagentur (bis 2005 Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post). Die FCC ist eine von den traditionellen Staatsgewalten unabhängige Behörde. Hauptaufgabe ist die Vergabe (und
Verlängerung) von Radio- und TV-Lizenzen und die Einhaltung von Auflagen.
In der Regulierungsverantwortung der FCC befinden sich alle Kommunikationsbereiche (inkl. Telekommunikation, Satelliten etc.).
Fernsehserie: Fiktionale serielle Fernsehproduktion, deren einzelne Folgen
inhaltlich miteinander verbunden sind. Im Unterschied dazu besteht eine Fernsehreihe aus (weit gehend) autonomen Einzelfolgen. Während die Episoden
einer Reihe in beliebiger Reihenfolge ausgestrahlt werden können, weisen die
Episoden einer Serie eine feste Abfolge auf.
Format: Serielle Fernsehproduktion bzw. deren gleichbleibende Merkmale.
Gender: Kulturelle bipolare Konstruktion, die die Geschlechterdifferenz begründet mit weitreichenden Konsequenzen für die Individuen wie für die sozialen Institutionen.
Gendering: Bezeichnet die Tatsache, dass die ungleichen Geschlechterverhältnisse in einem fortwährenden Prozess aufrechterhalten werden, in dem Männlichkeit und Weiblichkeit definiert und als binäre Kategorie fortgeschrieben
wird.
Gender Studies, de-/konstruktivistische: Erkenntnistheorien, die davon
ausgehen, dass Geschlechterdifferenzen nichts Gegebenes sind, sondern sozial
bzw. kulturell konstruiert sind und nur überwunden werden können, indem die
Geschlechterkonstruktionen aufgedeckt werden und die Grenzen von Mannsein
und Frausein verschoben und vermischt werden.
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Genre: Primär inhaltsbasierte Klassifikation von populärkulturellen Angeboten
wie z.B. Fernsehsendungen.
Geschlechtergerechtigkeit/Gleichberechtigung: Normatives, im Grundgesetz fixiertes Ideal, nach dem Männer und Frauen – unbesehen der biologischen
und kulturell erworbenen Differenzen – den gleichen Anspruch auf Zugang zu
allen gesellschaftlichen Ressourcen haben müssen. Um sich diesem Ideal zu
nähern, muss der Staat und müssen die öffentlichen Institutionen etwa durch
Gleichstellungsprogramme und Gender Mainstreaming aktiv tätig werden
Geschlechterverhältnisse: Legen fest, welche Aufgaben Männer und Frauen
zugewiesen und wie diese jeweils bewertet werden. Ein wesentliches Ziel demokratischer Gesellschaften ist die Abschaffung hierarchischer Geschlechterverhältnisse, die mit Männlichkeit definierte Handlungen prinzipiell höher bewerten
als diejenigen, die mit Weiblichkeit assoziiert sind, und entsprechend Männer
mit größerer Macht, mehr Ressourcen und höherem Prestige ausstatten. Die
Gender Studies haben darauf hingewiesen, dass es dabei nicht nur um Gleichberechtigung – im Sinne von Eröffnung identischer Handlungsperspektiven –,
sondern auch um die Anerkennung der Gleichwertigkeit unterschiedlicher Lebensäußerungen geht.
Gratiszeitungen: Zeitungen, die sich ausschließlich aus Anzeigen finanzieren,
wesentlich an Knotenpunkten des öffentlichen Personennahverkehrs (wie
Bahnhöfen und U-Bahn-Stationen) kostenlos verteilt werden und den Lesern
prägnante, leicht aufnehmbare Informationen liefern wollen.
Hollywood am Nil: Als Hollywood am Nil wird im Volksmund jener Medienballungsraum in der Nähe der Pyramiden von Gizeh bei der ägyptischen Hauptstadt Kairo bezeichnet, der das arabische Produktionszentrum für Rundfunk,
Kino und Unterhaltungsmedien darstellt.
Interaktivität: Bezeichnet eine neue Qualität von Medien. Klassische Medien
sind monodirektional angelegt, folgen in ihrer technischen Auslegung einer
Sender-Empfänger-Struktur. Die neuen digitalen Netzmedien sind dagegen
potenziell bidirektional angelegt mit Kommunikationsströmen in beide Richtungen. Damit werden ganz neue Kommunikationstopologien ermöglicht, etwa
On-Demand-Dienste, E-Mails, interaktive Spiele, Foren, Blogs, Podcasting etc.
Internet: Weltumspannendes Informationsnetz. Das »Netz der Netze« verbindet mit seinem Übertragungsstandard TCP/IP Rechenzentren, ganze Datennetze und einzelne Computer weltweit. Es gibt nicht den Betreiber des Internets,
sondern einzelne Provider, die Zugang zum Internet verkaufen. Die am meisten
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genutzten Internet-Dienste sind: E-Mail, Filetransfer (FTP) sowie das WorldWideWeb (WWW).
Journalismuskultur: Der Begriff beschreibt die Identität von Journalismus
nach jeweils unterschiedlichen Merkmalen. Es lassen sich das Konzept der territorialen Journalismuskulturen, essenzialistische Journalismuskulturvorstellungen,
Lebensstil- bzw. milieuspezifische Journalismuskulturauffassungen und der
Ansatz der wertezentrierten Journalismuskulturen unterscheiden.
Journalistische Organisationskulturen: Im Unterschied zu professionellen
→Journalismuskulturen sind journalistische Organisationskulturen (oder redaktionelle Kulturen) an die Grenzen von Organisationen gebunden.
Kapitalakkumulation: Kapitalkonzentration durch Anhäufung von Kapital bei
individuellen Kapitaleignern, die auch das Eigentum an den Produktionsmitteln
in den Unternehmen haben. Die Kapitalkonzentration erfolgt auf Basis von
Gewinnerzielung (Kapitalvermehrung), welche auf der Mehrwertproduktion der
lohnabhängig Arbeitenden beruht, deren Arbeit unter ihrem Wert bzw. unter
dem Wert der von ihnen produzierten Waren bezahlt wird.
Kapitalzentralisation: Zusammenfassung von bereits akkumuliertem Kapital,
teilweise durch Expropriation (Enteignung) von Kapitaleignern durch Kapitaleigner.
Kommerzieller Rundfunk: Eine der Grundformen der Organisation von
Hörfunk und Fernsehen, entstanden in den USA. Das Programm wird von
einem gewinnbringend arbeitenden Unternehmen erstellt, Einnahmen werden
über Werbeeinblendungen erzielt. Ökonomisch gesehen werden bei diesem
Typus Hörer- bzw. Zuschauerschaften gegen einen festen Preis (1000erKontakt-Preis) an die werbetreibende Wirtschaft verkauft. Infolge dessen wird
das Verhältnis zwischen Werbewirtschaft und Sendern auf der Ebene einer sehr
präzise erhobenen Quote definiert. Sie ist Grundlage einer Programmstrategie
der Zuschauermaximierung, die in der Regel via Unterhaltungsangebote erfolgt,
über die sich Werbende und Nutzer treffen. Dieser Typus wurde in Deutschland Mitte der 80er-Jahre eingeführt und heißt in deutschen Gesetzestexten
»privater« Rundfunk.
Konkordanzmethode: Herangehensweise international vergleichender Forschung, die – auf hohem Abstraktionsniveau – auf die Analyse von Gleichheiten/Ähnlichkeiten/Gemeinsamkeiten konzentriert ist und damit im Kontrast
zur Differenzmethode steht, die – auf niedrigerem Abstraktionsniveau – hauptsächlich auf die Analyse von Ungleichheiten/Verschiedenheiten/Differenzen
konzentriert ist.
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Konvergenz: Der Begriff hat innerhalb des Mediensystems zwei Bedeutungen
erlangt. Zum einen wird damit die tendenzielle Annäherung der Programmprofile des öffentlichen und des kommerziellen Rundfunks bezeichnet. Zum anderen (und diese Bedeutung ist gegenwärtig die vorherrschende) wird damit das
Zusammenwachsen verschiedener Medien bezeichnet. Dies bezieht sich auf die
technische Grundlage, Nutzungsbedingungen, Anbieter, Angebote und Märkte.
Kritische Politische Ökonomie der Medien/Massenkommunikation:
Wissenschaftliche Theorie- und Forschungsansätze, mit denen – auf der Basis
der Kritik der Politischen Ökonomie von Karl Marx und deren aktuellen Weiterentwicklungen – die Zusammenhänge von ökonomischen und politischen
Funktionen der Medienproduktion, -distribution und -konsumtion analysiert
werden.
Kultur: Kultur ist einer der unbestimmtesten und schillerndsten Begriffe, den
wir verwenden (vgl. Kulturwissenschaft, Kultusminister, Populärkultur, Kulturbeutel etc.). Eine sehr allgemeine Definition bezeichnet Kultur als die Gesamtheit der geistigen und künstlerischen Äußerungen von Menschen. Im Kontext
dieser Darstellung hat Kultur eine deutlich eingeengte Bedeutung: Träger einer
spezifischen Kultur sind Bevölkerungsgruppen von erheblicher Größe, die sich
über gemeinsame Sprache, Werte, Geschichte etc. identifizieren. Träger derartiger Kulturen können Nationalstaaten sein, aber auch regionale, ethnische, virtuelle (im Internet) etc. Gruppierungen sein, die sich von anderen kulturellen
Einheiten abgrenzen. In einer globalisierten Welt sind transkulturelle Verbindungen verschiedener Kulturen und daraus resultierend hybride Strukturen weit
verbreitet.
Mediatisierung: Bezeichnet im Kontext politischer Kommunikation die wachsende Verschmelzung von Medienwirklichkeit und politischer wie sozialer Wirklichkeit, die zunehmende Wahrnehmung von Politik im Wege medienvermittelter Erfahrung sowie die Ausrichtung politischen Handelns und Verhaltens an
den Gesetzmäßigkeiten des Mediensystems. Bezeichnet allgemeiner einen Prozess, bei dem Alltag und Kultur zunehmend von verschiedenen Formen der
Medienkommunikation und den damit verbundenen Wandlungsprozessen
durchdrungen werden.
Medienwirkungsforschung: Bezieht sich auf die Verantwortung der Medien
für die öffentliche Kommunikation, für die Identitätsbildung von bestimmten
Teilgruppen der Gesellschaft oder für die Lebensführung der Einzelnen.
Neopatrimonialismus: Als neopatrimonial gelten gesellschaftliche Systeme, in
denen – da es die keine entwickelte Trennung von Öffentlichem und Privatem
gibt – personen- und gruppenbezogene Handlungsmotive (Klientelismus, Pa5
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tronage) politische Entscheidungsfindnungsprozesse prägen. Häufige Begleiterscheinungens sind Nepotismus und systematische Korruption.
Nachrichtengeografie: Bezeichnet die territoriale Differenzierung danach, auf
welche Art und Weise einzelne Staaten Gegenstand der internationalen Nachrichtenberichterstattung sind. Der Begriff wurde erstmals im Kontext der
UNESCO-Debatte um eine »Neue Weltinformationsordnung« geprägt.
Neue Medien: Hier handelt es sich um einen klassischen Catch-all-Begriff, der
je nach Epoche ganz unterschiedlich zu interpretieren ist. Im Diskurs der
70er- und 80er-Jahre waren vor allem Kabel und Satellit gemeint, seit den
90er-Jahren werden damit eher digitale Medien beschrieben. Im konkreten Kontext unterschiedlicher Kulturen relativiert sich auch häufig, was jeweils als »neu«
empfunden wird.
News Management: Ist der von Parteien und Politikern gewählte Lösungsansatz, um die medialen Aufmerksamkeitsregeln in die strategische Planung ihrer
Kommunikationsaktivitäten mit einzubeziehen. Zum Repertoire des News
Managements zählt die Personalisierung von Politik, die symbolische Dramatisierung politischer Themen, die Inszenierung von »Pseudo-Ereignissen«, Negativismus sowie die gezielte Planung und kommunikative Durchsetzung von
Interpretationsrahmen von politischen Themen.
Politische Kommunikation ist der Nachrichten- und Informationsfluss, der
den politischen Prozess strukturiert und ihm Bedeutung gibt. Politische Kommunikation umfasst dabei nicht nur die Kommunikation der Eliten mit ihrem
Massenpublikum, sondern auch die gesamte Bandbreite informeller Kommunikationsprozesse, die den Bereich der Politik in irgendeiner Weise betreffen, sei
es durch die Beeinflussung der öffentlichen Meinung, die politische Sozialisation
von Bürgern oder die Mobilisierung von Interessen.
Politische Kommunikationskultur: Ist das spezifische Milieu der Interaktion
von politischen Sprechern und Journalisten eines Landes, das die Art und Weise
und die Ergebnisse der politischen Kommunikation beeinflusst.
Public Service Broadcasting (PSB) und Public Broadcasting: Der internationale Gattungsnamen für öffentlich-rechtliche Anbieter ist Public Service.
Damit wird eine Rundfunkorganisation bezeichnet, die Markt- und Staatsferne
zu vereinbaren versucht, um unabhängige Information, Bildungs- und
Kulturangebote für die gesellschaftliche Kommunikation bereitzustellen. Sie
wird von einer entsprechenden Gesetzgebung getragen, die ihr einen gewissen
Schutz vor den Marktkräften gewährt und ihr im Gegenzug dafür bestimmte
Verpflichtungen im Dienste der Öffentlichkeit abverlangt.
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Public Service Media (PSM): Erweitert den Begriff des Public Service Broadcasting vom Rundfunk auf alle Formen der Online-Medien.
Reichweiten- oder Publikumsforschung: Definiert Mediennutzung als Kontakt von Menschen mit einem Medienangebot – im Unterschied zur »technische
Erreichbarkeit«, die nur angibt, wie viele Menschen in einer Region Zugang zu
einem bestimmten Medium haben.
Selbstzensur: Die Praxis der Selbstzensur, der sogenannten Schere im eigenen
Kopf zur Beschneidung der eigenen Freiheit, ist ein strategischer Mechanismus
zum Selbstschutz, den Journalisten und andere Medienschaffende bei bestimmten sensiblen Themen als Vorsichtsmaßnahme anwenden, um dem großen
politischen und rechtlichen Interpretationsspielraum der staatlichen Behörden
zu begegnen.
Show: Im Englischen Synonym für »Fernsehsendung«, im Deutschen die gebräuchlichste Bezeichnung für nonfiktionale Unterhaltungssendungen.
Social Media: bezeichnen digitale Medien und Software, die es Nutzern ermöglichen, sich untereinander auszutauschen und mediale Inhalte einzeln oder in
Kooperation zu gestalten.
Tabloid-Zeitungen: In Deutschland übliche Bezeichnung für Zeitungen, die in
wesentlich kleineren als den bisher üblichen Druckformaten erscheinen (meist
halbes Nordisches oder halbes Berliner Format) und vor allem jüngere Leser
ansprechen wollen. In England meint Tabloid Paper hingegen (reißerisch aufgemachte) Boulevardzeitungen, während die kleineren Zeitungsformate, auf die
viele seriöse (bislang im großen Broadsheet-Format erscheinende) Zeitungen
umgestellt wurden, dort als Compact Papers bezeichnet werden.
Technik und Technologie der Medien: Eine nützliche Definition von Technik beschreibt sie als Nutzbarmachung naturwissenschaftlicher Erkenntnisse für
Bedürfnisse der Menschen. Dabei werden Methoden und Verfahren von Wissenschaftlern erarbeitet, währenddessen Ingenieure die praktische Verwertung
übernehmen. Technologie bezeichnet die wissenschaftliche Lehre von der
Technik (so wie die Politologie die der Politik). Im allgemeinen Sprachgebrauch
verwischen sich allerdings beide Begriffe. Medientechnik bezeichnet die technisch-materielle Seite der Print-, der Rundfunk- und der Online-Medien.
Transformation: bezeichnet im Allgemeinen die Modernisierung eines Staates
im Sinne von Aufholprozessen, mit denen das Vorbild der modernen (westlichen) Staaten mit politischer Demokratie, Marktwirtschaft und Wohlstand für
die breite Bevölkerung angestrebt wird. Im Besonderen wird damit der Übergang der ehemals sozialistischen Gesellschaften zum Pluralismus bezeichnet.
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Universalität und PSB: Die umfassende Versorgung der Bevölkerung mit den
Leistungen des öffentlichen Rundfunks. Dies hat eine inhaltliche Komponente
(alle Interessen und Neigungen müssen durch das Programm berücksichtigt
werden), eine technisch-geografische Komponente (alle Teile der Bevölkerung
in allen Teilen eines gegebenen Staates müssen technisch in der Lage sein, den
Rundfunk zu empfangen) und eine finanzielle Komponente (für die Finanzierung des → PSB kommt die gesamte Bevölkerung auf, unabhängig davon, ob
sie PSB nutzt).
Zeitschrift: Druckmedium, das mindestens eines der Charakteristika der Zeitung nicht vollständig aufweist – also zwar periodisch, aber höchstens wöchentlich erscheint, spezifischere Inhalte aufweist oder sich nur mit einem ganz bestimmten Themengebiet befasst, sich an ein begrenztes Publikum richtet
und/oder weniger aktuell ist.
Zeitung: Periodisch – mindestens zweimal wöchentlich – erscheinendes
Druckmedium, das allgemein zugänglich ist, jüngstes Gegenwartsgeschehen
vermittelt und inhaltlich universell ausgerichtet ist, sich also nicht auf bestimmte
Themengebiete beschränkt. Weltweit gibt es derzeit knapp 8.000 Zeitungen.
Zeitungsdichte: Maßzahl, die angibt, wie viele Tageszeitungsexemplare auf je
tausend Einwohner (über 14 Jahre) eines Landes täglich verbreitet werden. Die
Zeitungsdichte ermöglicht es, die Zeitungsnutzung international grob zu vergleichen.
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