Die musikalischen Geister waren höchst präsent

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Jungfrau Zeitung - Die musikalischen Geister waren höchst präsent
20.07.11 09:44
Mittwoch, 20. Juli 2011
Meiringen | 11. Juli 2011
Die musikalischen Geister waren höchst präsent
Schönste Klänge an der Musikfestwoche
Das zweite Konzert der Musikfestwoche Meiringen war den Geistern gewidmet.
Während über zwei Stunden begeisterten zwölf Topmusiker mit Werken von
Johann Sebastian Bach, Robert Schumann, Ludwig van Beethoven, Olivier
Messiaen und Wolfgang Amadeus Mozart.
Der Organist vom Berner Münster, Daniel Glaus, begeisterte mit einem BachWerk.
Fotos: Marianne Baumann
«Wo zieht Sie Ihre Neugier hin, zu Geistern oder zu Paganinis Hexerei auf vier
Saiten? Zum Liebeszauber, den Märchen, der Klangmagie, der Obsession oder
der Ekstase? Vielleicht auch zur Walpurgisnacht, oder etwa zum Zauberer
persönlich?», diese Fragen stellt Patrick Demenga, künstlerischer Leiter der
Musikfestwoche Meiringen, im Programmheft. Magie in allen Schattierungen
erleben die Musikfreunde diese Woche in der wirkungsvollen Michaelskirche. Das
zweite Konzert war den musikalischen Geistern gewidmet – und wie! Während
über zwei Stunden erlebten die zahlreich erschienenen Musikfreunde ein
Feuerwerk an schönen und schönsten Klängen. Ausgeführt wurden sie von zwölf
Topmusikern: je zwei Violinisten, Cellisten, Hornisten, Pianisten und je ein
Bratschist, Organist, Kontrabassist und Oboist.
Bachsche Musik in Vollendung
Daniel Glaus, Organist am Berner Münster, Musikprofessor und Komponist
eröffnete den Geisterreigen mit der «Passacaglia et Thema fugatum» in c-Moll
BWV 582. Das tongewaltige Werk basiert auf dem wiederholten Bassthema, das
auch als Fugenthema dient und bezieht sich auf die norddeutsche und
französische Orgeltradition. Bach gelang es, in überzeugender Weise diese
beiden Traditionen zu verbinden und Daniel Glaus gelang es ebenso eindeutig,
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das gewaltig klingende Werk in Vollendung wiederzugeben.
Neuland und Geistertrio
Kammermusikalisches Neuland betrat der Romantiker Robert Schumann 1843 als
er die Quintenvariationen für zwei Klavier, zwei Celli und Horn in B-Dur op. 46
komponierte. Es ist eine Komposition voller Liebreiz, in dem die Cellis die
Kantilenen zeichnen, die beiden Klaviere wetteifern und das Horn Akzente setzt.
Ein musikalischer Genuss par excellence war das Klaviertrio D-Dur op. 70 von
Ludwig van Beethoven, das auch «Geistertrio» genannt wird. Der geniale
Komponist schrieb dieses Werk in völliger Taubheit, eine Komposition, die alle
menschlichen Gefühle beinhaltet von Auflehnung bis zur demütigen Ergebenheit.
Die drei Musiker gestalteten dieses herrliche Werk so eindringlich und
einfühlsam, dass die Ergriffenheit bei den Anwesenden deutlich spürbar war.
Der Hornist Olivier Darbellay überzeugte mit einem Kurzwerk von Olivier
Messiaen.
Mystisches Hornsolo
Von guten Geistern ins Weltall entführt wurden die Musikfreunde mit Olivier
Messiaens «Appel Interstellaire» für Horn solo. Dieses so mystische Kurzwerk ist
eines aus einer Kollektion von Musikstücken, die französische Komponisten
ihrem jungen toten Freund Jean-Pierre Guézee widmeten und es ihm auf den
Weg ins Jenseits mitgaben. Ein Werk, das vom Hornisten Olivier Darbellay alles
abverlangte. Mit Mozart endete das den positiven Geistern gewidmete Konzert,
zu hören war das beschwingte Divertimento D-Dur KV 251, das Mozart seiner
Schwester Nannerl zu ihrem 25. Geburtstag schenkte.
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ARTIKELINFO
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