Mit dem Kunden in Dialog treten

Werbung
RDA-Fachbeitrag
Management
Mit dem Kunden in Dialog treten
Die neuen Kataloge liegen vor. Die Werbeschlacht um das Hauptbuchungsgeschäft ist auf
dem Kulminationspunkt. Jetzt gilt es, mit Direktwerbung und Werbebriefen nachzufassen.
U
nter Direktwerbung
versteht man die
Werbung, die sich möglichst
unmittelbar und direkt an
den Kunden, bzw. bestimmte
Kundesegmente richtet.
Während die allgemeine
Werbung möglichst viele
potenzielle Kunden zu erreichen sucht (z. B. Coca Cola:
Fernsehen, große Plakate,
ganzseitige Anzeigen, analog
in der Touristik: Radiowerbung, Anzeigen in der
allgemeinen Presse), setzt
direkte Werbung ein, um mit
speziellen, gezielten Maßnahmen eine bestimmte
Gruppe zu umwerben. Je
gezielter – desto erfolgreicher.
Beispiele für Direktwerbung
sind:
• Werbebriefe
• Postwurfsendungen
• Kundenbesuche
• Telefon-Akquisition etc.
Entscheidend für den Erfolg
sind ein schlüssiges Konzept
und eine darauf abgestimmte
Vorgehensweise. Zwangsläufig ist Direktwerbung aufwendiger „pro erfolgtem
Kontakt“ (d. h. pro möglicher
Wahrnehmung der Werbebotschaft durch den Umworbenen) als breite, allgemein
gehaltene Werbung. Dafür
ist die Reaktionsquote der
Umworbenen (Rücklauf =
der Umworbene fordert weitere Informationen an, nimmt
den Dialog mit dem Reiseveranstalter auf oder bucht
sofort) im Allgemeinen
wesentlich höher.
Voraussetzung dafür ist
freilich:
• Die Werbebotschaft muss
mit den Interessen und
Bedürfnissen der Umwor-
Der Autor Dieter Gauf
Dieter Gauf ist Hauptgeschäftsführer des RDA.
Zudem ist er Mitglied des Fachbeirats Touristik
an der FH Worms und nimmt Lehraufträge
an der FH München (Touristik) sowie an der
Hochschule Bremen (Bustouristik) wahr.
26
BUSMAGAZIN 2/2014
benen inhaltlich möglichst
übereinstimmen.
• Die Werbebotschaft muss
von der Aufmachung und
Sprache, dem Geschmack
der Zielgruppe entsprechen.
• Die Werbebotschaft muss
zum richtigen Empfängerzeitpunkt vorliegen. Dieser
Zeitpunkt richtet sich
danach, ob die Werbebotschaft zu einem Zeitpunkt
erfolgt, wenn der Empfänger aufnahmebereit ist oder
ob er sich gerade mit anderen Tätigkeiten befasst.
Beispiel: Ein gut gestalteter
Werbebrief, gerichtet an einen
beschäftigten Geschäftsmann,
wird erheblich an Wirkung
verlieren, wenn der Brief an
einem Montagmorgen vorliegt: inmitten zahlreicher
wichtiger Montagspost – und
wenn Montagsbesprechungen
anstehen etc.
Besser wäre es, wenn der
Werbebrief am Dienstag,
Mittwoch oder Donnerstag
eingegangen wäre. Oder,
wenn er private Belange
berührt, an einem Freitag
(damit der Empfänger den
Brief mit nach Hause nimmt)
oder am Samstag an die
Privatanschrift.
• Der richtige Zeitpunkt wird
noch von einem anderen
Aspekt geprägt. Die Werbebotschaft muss aktuell sein,
und es muss genügend Zeit
für die Umsetzung zur Verfügung stehen (jedoch nicht
zu viel Zeit, sonst gerät die
Werbung in Vergessenheit,
bleibt liegen).
• Die Werbebotschaft muss
mit einem Anreiz zum
Handeln des Empfängers
versehen sein (Coupon,
Angabe einer Kontaktperson mit direkter Durchwahl, bzw. Kontaktstelle,
Ankündigung einer folgenden, intensiveren Kontaktaufnahme, befristetes,
limitiertes Angebot etc.).
• Der weitere Ablauf muss
geklärt sein; dies gilt besonders für den Innendienst.
Was nützt die beste Werbeaktion, wenn der Innendienst nichts mit eingehenden Anfragen, zusätzlichem
Info-Bedarf der Kunden
etc. anzufangen weiß.
Impressum
BUSMAGAZIN
t Gezielte Werbung ist z.B. per Brief möglich und dient
zur Kontaktaufnahme mit dem Kunden Foto: Fotolia/fovito
Der Werbebrief: Kern
der Direktwerbung
Am erfolgreichsten ist der
Werbebrief, der wie ein
„echter“ Brief, ein „echter“
Geschäftsbrief, wirkt,, dem
man nicht schon beim Öffnen
des Kuverts ansieht, dass er
eine Massendrucksache ist,
die in identischer Form an
tausende Haushalte geht.
Gehen wir einmal von einem
Werbebrief aus, der nicht nur
wie ein richtiger Brief aussieht, sondern auch inhaltlich
und sachlich dem richtigen
Brief nahe kommt. Also ein
Werbebrief mit einer konkreten Botschaft, die wie ein
individuelles Angebotsschreiben wirkt, das an einen
(ausgesuchten, speziellen)
Kreis oder gar an eine Einzelperson geht.
Mit dem Werbebrief – pardon,
dem individuellen Geschäftsbrief – nehmen wir ja den
direkten Dialog mit dem
Leser auf. Wir senden nicht
nur eine Werbebotschaft wie
„Trink Coca-Cola“ „Reise mit
uns“, sondern wir eröffnen
den Dialog, d. h. wir initiieren eine konkrete Handlung:
z. B. „Rufen Sie mich an… Ich
würde mich über Ihre Rückmeldung freuen… Meine
Direkt-Durchwahl lautet…“
Oder indem wir unseren
nächsten Schritt ankündigen:
„Ich erlaube mir, Sie diesbezüglich in den nächsten
Tagen anzurufen… Der
Leiter der Gruppenabteilung,
Herr Meier, wird bei Ihnen
wegen eines Termins anrufen…“.
CHEFREDAKTEUR
Dirk Sanne – DS (verantwortlich), Telefon 02 28 / 9 54 53 - 44
E-Mail: [email protected]
REDAKTION
Rebecca Klug – RK, Telefon -44,
Markus Schmitz – MS (Chef vom Dienst, Online-Redakteur), Telefon -43,
Ralf Theisen – RT, Telefon -42, E-Mail: [email protected]
AUTOREN DIESER AUSGABE
Claus Bünnagel, Dieter Gauf, Jürgen Görgler, Anne Kieserling, Kassandra Lewicka, Claudia
Rothkamp, Dirk Sanne, Herbert Schadewald, Markus Schmitz, Sonja Stemes, Ralf Theisen
Wie man sich
Türen öffnet
ANZEIGENLEITUNG
Volker Rutkowski (verantwortlich), Telefon 02 28 / 9 54 53 - 25
E-Mail: [email protected]
Da ja Vertreterbesuche und
-anrufe bei manchen Kunden
verpönt sind, eignet sich das
dabei in Aussicht gestellte
individuelle Angebot (wie
auch die Versicherungsvertreter einer „kostenlose“
Risiko-Analyse als „Türöffner“ nutzen“).
Nicht so zwingend wie der
Rückruf oder der Außendienstbesuch (aber immer
noch dialogfördernd) ist der
beigefügte Antwortcoupon.
Durch individuelle kundenbezogene Fragen wie z. B.:
„Kreuzen Sie auf der Karte
Ihre Urlaubswünsche und
Fragen an…, Termin,
Wunschziele, Anzahl der
Mitreisenden, gewünschte
Hotelkategorie… damit wir
Ihnen einige Schnäppchen
heraussuchen können…“
eröffnen wir den Dialog.
Denken Sie daran: Ein Kunde,
der den Dialog aufgreift
(also reagiert), ist um ein
Vielfaches abschlussbereiter
als der lediglich umworbene
Kunde.
Merke: Dialog nicht um des
Dialogs willen. Für überzeugte, kaufbereite Kunden
sollte möglichst der direkte
Weg eröffnet werden: „…
oder reservieren Sie gleich,
E-Mail, Anruf genügt.
Kreuzen Sie einfach das
Kästchen ‚Buchung' an…“.
Dieter Gauf
Eine ausführliche Checkliste
für Werbebriefe finden Sie
auf der nachfolgenden Seite.
ANZEIGENVERKAUFSLEITUNG TOURISTIK
Gisela Hagemann, Telefon 02 28 / 9 54 53 - 24, Fax 9 54 53 - 37
E-Mail: [email protected]
ANZEIGENDISPOSITION
Dieter Sturm, Telefon 02 28 / 9 54 53 - 23, Fax 9 54 53 - 37
E-Mail: [email protected] oder [email protected]
ANZEIGENPREISE
Preisliste Nr. 34 vom 1.10. 2013
VERTRIEBSLEITUNG
Elisabeth Bachem, Telefon 02 28 / 9 54 53 - 35
E-Mail: [email protected]
BEZUGSPREISE UND ISSN
64,– € jährlich (10 Hefte) + 14,80 € Versandkosten (In- und Ausland),
ISSN 0942-346X
Für die betreffenden RDA-Mitglieder ist der Bezug im Mitgliedsbeitrag enthalten.
ANSCHRIFT VERLAG
Kirschbaum Verlag GmbH, Siegfriedstr. 28, 53179 Bonn,
Telefon 02 28 / 9 54 53 - 0, Fax 9 54 53 - 27
E-Mail: [email protected] · Internet: www.kirschbaum.de
SATZ/MONTAGE
EMS Eckert Medienservice, Rheinbach
geprüfte Auflage
DRUCK
SDV Saarländische Druckerei & Verlag, Saarwellingen
VERÖFFENTLICHUNGEN
Die Zeitschrift sowie alle in ihr enthaltenen einzelnen Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung, die nicht ausdrücklich vom Urheberrechtsgesetz
zugelassen ist, bedarf der vorherigen Zustimmung des Verlags. Das gilt insbesondere für
Vervielfältigungen, Bearbeitungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen. Zum Abdruck angenommene Beiträge
und Abbildungen gehen im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen in das Veröffentlichungs- und Verbreitungsrecht des Verlages über. Überarbeitungen und Kürzungen
liegen im Ermessen des Verlages. Für unaufgefordert eingesandte Beiträge übernehmen
Verlag und Schriftleitung keine Gewähr. In dieser Zeitschrift erscheinende Arbeiten dürfen
vorher nicht an anderer Stelle veröffentlicht worden sein und auch später nicht anderweitig, weder im Inland noch im Ausland, veröffentlicht werden. Ausnahmen von dieser
Regel bedürfen einer ausdrücklichen Vereinbarung zwischen Verfasser und Verlag.
Titelbild
Freizeit-, Erlebnis- undThemenparks zählen zu
den innovationsfreudigsten
Unternehmen der Tourismuswirtschaft.
BUSMAGAZIN hat sich ab
Seite 28 auf die Suche nach
interessanten Premieren für
die Saison 2014 gemacht
Foto: Hansa Park
• Wichtig ist die Abstimmung mit den üblichen
Vertriebswegen, d. h.
mit den Filialen und
auch mit den fremden
Buchungsstellen, sonst
sind Irritationen vorprogrammiert.
• Häufig sind flankierte
Maßnahmen und Nachfassaktionen erforderlich.
Um genau zu bestimmen,
welche Botschaft beim
Umworbenen wann am
besten „ankommt“ müssen
wir seine Interessen und
Bedürfnisse sowie sein
Konsumverhalten analysieren.
HERAUSGEBER
Bernhard Kirschbaum
Mitglied im
BUSMAGAZIN 2/2014
27
RDA-Fachbeitrag
C h e c k l i s t e We r b e b r i e f
• Persönliche Anrede
• Name des Produktes / der Dienstleistung
• Ist der Produktname einprägsam?
• Beschreibung der Leistung,
Eigenschaften, Besonderheiten
– Schöne Briefmarken oder aktuelles Postalia-Logo
• Texteinstieg
– Leseanreiz?
• Preis, Preisstaffel
– Spricht der Anfang die Zielgruppe an?
• Aktualität
– Originell, sachlich, witzig, informativ,
zielgruppengerecht?
• Buchung
– Wie, bei wem etc. (Kaufreiz)
– Einfach, bequem, Anforderungskarte etc.
• Sprache
– Niveau der Zielgruppe anpassen
– Persönliche Worte: Mehr „Sie“ als „wir“
– Anreiz Wörter: „neu“ „gut“ „bequem“ „sichern“
• Text und Absicht übereinstimmend?
– Missverständnis durch den Leser möglich?
(Möglichst ein Mitglied der Zielgruppe „testlesen“
lassen). Verständlich?
• Verknüpfungen?
– Allgemein Interessantes in Bezug zur eigenen Leistung
(eigene Werbung zeitlich koppeln mit Themen, die im
Trend liegen).
• Wortspiele
– „…fast ausgebucht“
• Trennungen
– Vermeiden Sie Trennungen. Unachtsam und lieblos
wirkende Briefe, bei denen Wortfetzen auf der
nächsten Zeile oder gar am Absatzende stehen.
Dies gilt besonders bei Worten, die mehrdeutig sein
können (beinhalten – getrennt: bein-halten; tot-lachen)
• Rechtschreibung, Interpunktion, Grammatik
• Schriftliche Zusätze
– Randbemerkungen, Striche, Kreuze
(ggf. mit Markierstiften selbst anbringen).
– Symbole, Punkte, anderes Schriftbild, Postscriptum
• Illustration
– Fotos, Zeichnungen, Grafiken, Bezug zum Text?
– Größenverhältnis? Aussagefähigkeit?
– Die Dienstleistung „abbilden“, visualisieren.
• Schriftbild
– Gut leserlich? Schriftbilder gemischt?
– Zeilenschluss? Schriftbild/Papier? Kontrast?
• Persönliche Anrede
– Wiederholungen im Text, z. B. in den letzten Absatz:
„…dieses Angebot dürfte gerade Sie, sehr geehrter
Herr Meier, interessieren.“
28
BUSMAGAZIN 2/2014

• Umschlag
– Aufmerksamkeit bereits auf dem Umschlag erregen
(rot: „Chefsache“ oder „sofort öffnen, Sonderangebot
mit Verfalltermin!“
• Querlesen
– Wesentliches am Absatzanfang und -ende.
– Die meisten Menschen lesen quer zunächst nur
das erste und letzte Wort von einem Absatz.
– Fallen Sie mit der Tür ins Haus. Beginnen und beenden
Sie Absätze mit Reizworten. Das Absatzende muss ein
Fanal sein und Neugierde auf den nächsten Absatz
wecken.
– Bei mehrseitigen Schreiben (bei Werbeschreiben
möglichst vermeiden, weniger ist mehr, in der Kürze
liegt die Würze) müssen die letzten beiden Worte
Neugierde auf die nächste Seite hervorrufen.
• Reihenfolge
– Logisch gliedern. Aber denken Sie daran, ein
Werbebrief und auch viele Angebotsschreiben sind
keine Fachaufsätze.
– Geschickte Werbetexter trennen Absätze unlogisch
mit einer Frage oder mitten im Gedankengang –
damit man den anderen Absatz dann auch noch liest.
• Satzlänge
– Kurze und lange Sätze im Wechsel
– Schachtelsätze vermeiden.
– Keine Reihe von Kurz-Sätzen
(Mickey-Maus-Sprach-Effekt)
• Absätze
– Nicht zu lang, abwechseln
– Kurzer Einleitungssatz
– Nicht zu viele Absätze (unruhiges Gesamtbild)
• Einrückung
– Erforderlich?
– Bringt sie höhere Aufmerksamkeit,
schafft sie ein unruhiges Bild?
• Aufzählungen
– Nummerierung?
Strichaufzählung?
In sich sinnvoll?
Gliederung?
• Hervorhebung
– Durch Unterstreichen, Fettschrift?
– Nur wenn sie allein für sich Sinn ergeben
– Nicht mehrere gleichzeitig
– Großbuchstaben sind schlechter lesbar
als normale Schrift
– Einheitlichkeit
Herunterladen