Die AG Latein - Weißeritzgymnasium

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Liebe Schüler, sehr geehrte Eltern,
Das Weißeritzgymnasium informiert:
Die AG Latinum
Eine kleine Entscheidungshilfe
für Siebtklässler
und ihre Eltern
nur wenige Schulen bieten eine "AG Latinum", doch so mancher zögert, dieses Angebot
wahrzunehmen, weil er nicht weiß: Was hat es denn nun mit dieser AG auf sich?
Vorliegendes Infoschreiben soll daher versuchen, die am häufigsten gestellten Fragen zu
beantworten:
1. Bedeutet die Teilnahme an der Latein – AG eine zusätzliche Belastung?
Ja, das bedeutet sie: Die beiden AG – Stunden (in Klassenstufe 10 nur eine) finden
zusätzlich zum "normalen" Unterricht statt. Normalerweise in der 7. und 8. Stunde,
während die Nichtlateiner schon nach Hause gehen können. Wer sich anmeldet und es
sich später dann doch anders überlegt, kann zum Schuljahresende wieder kündigen.
2. Gibt es Noten?
Ja, gibt es. Sie erscheinen im Zeugnis, sie zählen aber nicht.
3. Muss man einfach nur lange genug an der AG teilnehmen, um das Latinum zu
bekommen?
Nein, das reicht nicht. In der Klassenstufe 12 wird eine Übersetzungsklausur
geschrieben, die in den letzten Jahren von ca. 90 % der Schüer bestanden wurde. Danach
gibt es noch eine mündliche Prüfung, bestanden von fast 100 %.
4. Wofür ist das Latinum gut?
An vielen Unis wird es für eine Reihe von Studiengängen verlangt. Man kann dann zwar
auch an der Uni eine Latinumsprüfung ablegen, muss aber vorher im Schnitt zwei
Semester lang einen lateinischen Sprachkurs (mit durchschnittlich vier Wochenstunden)
belegen. Dies kostet wertvolle Studienzeit bei gleichzeitig hoher Misserfolgsquote bei
den Prüfungen.
5. Und wie sieht der Unterricht aus?
Unterrichtssprache ist Deutsch. Bis zur Klasse 10 benutzen wir das Lehrbuch "Prima
Brevis". Es führt uns in bunten Episoden durch 2000 Jahre Geschichte und Kultur
Europas, durch die Sagen der Antike (Troja, Odysseus und vieles mehr), wirft aber auch
ernsthafte Fragen auf, etwa die nach dem Leben der Sklaven oder nach Gründen der
römischen Angriffskriege. In den Klassen 11 und 12 lesen wir Originaltexte, etwa zu
den Themen "wie lebten die Germanen?" oder "Hochhäuser im Alten Rom".
-36. Und schließlich: wofür ist das Lernen einer "toten" Sprache gut?
Noch vor 20 Jahren wußte kaum ein Mensch mit dem Begriff "Internet" oder
"DVD" etwas anzufangen, kaum jemand hatte ein Handy, der Begriff "E-Mail"
war weitgehend unbekannt: Wie sehr wird sich die Welt in den nächsten 10
Jahren verändert haben? Eben diese rasanten und unvorhersehbaren
Veränderungen in nahezu allen Lebensbereichen machen das Lernen der
lateinischen Sprache sinnvoll! Denn gerade der Lateinunterricht fördert
Fähigkeiten und vermittelt Kenntnisse, die eben kein Verfallsdatum haben und
lebenslang Vorteil bringen. Und dies unabhängig davon, für welche berufliche
Richtung sich die heutigen Schüler später einmal entscheiden werden in einer
Welt, deren zukünftige Gestalt heute nicht im entferntesten absehbar ist.
Zu theoretisch? Im folgenden drei Beispiele für die (Neben)Wirkungen des
Lateinunterrichts:
Beispiel I: Latein ist europäische Basissprache: mit Lateinkenntnissen lernt
sich fast jede moderne europäische Fremdsprache bedeutend leichter:
Du weißt nicht, welche Fremdsprache Du in 10 oder 30 Jahren brauchen wirst?
Der Lateinunterricht bedeutet im Zeitalter des zusammenwachsenden Europas
und der wirtschaftlichen Globalisierung einen erheblichen sprachlichen Vorteil
in allen denkbaren Fällen: ob es jemanden später einmal nach Französisch Kanada verschlägt oder nach Brasilien: fast alle modernen Fremdsprachen
Europas sind aus dem Lateinischen entstanden und zeigen sich in Wortschatz
und Grammatik stark vom Lateinischen geprägt.
Beipiel II: Die Fachausdrücke aller Fachrichtungen in allen Fremdsprachen
entstammen größtenteils dem lateinischen Wortschatz.
Auch das bedeutet einen erheblichen Vorteil für Lateinschüler, egal, in welche
Richtung sie sich nach dem Abitur spezialisieren.
Beispiel III: die Ausdrucksfähigkeit im Deutschen wird trainiert
Im Lateinunterricht wird die Muttersprache trainiert, nicht die lateinische
Sprache! Dies bereitet auf jedes Studium und auf jeden beruflichen Weg nach
dem Abitur vor, denn verstehendes Lesen und Fähigkeit zur Textauslegung sind
nicht nur für die Ingenieursberufe oder in juristischen Berufszweigen von
größter Bedeutung.
-4Zurück zur AG Latinum: Sicher ist das Lernen der lateinischen Sprache auch mit
Anstrengungen verbunden, schließlich sollen alle Schüler am Ende die Prüfungen
bestehen. Aber das Lernen der lateinischen Sprache ist eben auch mit Ausflügen in das
Reich der "allgemeinen Bildung" und mit Vergnügen und Spaß verbunden, und die Welt,
die wir dabei betrachten, ist bunt und interessant, und wir erkennen, wie unsere heutige
Welt daraus geworden ist.
T. Tiessen, März 2017
(Fachlehrer für Latein am Weißeritzgymnasium)
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