1. Aus dem Verkehrsrecht 2. Was sollte man noch

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1. Aus dem Verkehrsrecht
Man unterscheidet verkehrsrechtlich Zwei- und Dreiräder
mit elektromotorischem (Hilfs-)Antrieb, die über den Motor
nur bei Tritt in die Pedale unterstützend angetrieben
werden, Fahrrad mit Trethilfe oder Pedelec (Pedal
electric cycle) genannt
ohne Tritt in die Pedale bis maximal 6km/h angetrieben werden, Pedelec mit Anfahr-/Schiebhilfe genannt.
ohne Tritt in die Pedale auch über 6km/h angetrieben
werden, E-Kleinkraftrad oder E-Bike genannt.
Die Rechtsunsicherheit in der Einstufung (Zulassung) der
Pedelecs wurde am 01.07.2013 durch Einfügung des
Abs. (3) in §1 StVG (Straßenverkehrsgesetz) beseitigt.
Für Pedelecs, auch für die mit Anfahr-/Schiebehilfe,
gelten die Regeln für Fahrräder, wenn der e-motorische
Hilfsantrieb eine
Nenndauerleistung von höchstens 250W hat, der über
6 km/h ohne Tritt in die Pedale unwirksam ist und der
mit Tritt in die Pedale bis maximal 25km/h hilft und
dessen Unterstützung sich mit zunehmender Fz-Geschwindigkeit progressiv verringert (Pedelec 25).
Unterstützungsgrad (Verhältnis eigene Tretleistung zur Motorleistung)
Energievorrat in Wh=V*Ah (Akkugröße, Ladezustand, Umgeb.-Temp.)
Steuerelektronik (Optimierung auf Leistung, Reichweite, Beschleunigung)
Energierückgewinnung (Rekuperation, Einfluss eher gering, 5 - 15%).
2.2 Über den Elektromotor
Der Motor mit max. 250W Dauerleistung befindet sich entweder am/unter/über dem Tretlager oder im Vorder- bzw.
Hinterrad. Bei kleiner Baugröße arbeitet er mit hoher Drehzahl, die durch ein Getriebe (eventuell Geräuschentwicklung
unter Last?) im Motorgehäuse reduziert wird.
2.3 Über den Akkupack
Er befindet sich entweder am Rahmen, im Gepäckträger, in
Gepäcktaschen oder im Rahmenrohr und besteht im Regelfall aus vielen in Reihe und parallel geschalteten Zellen. Kapazität in Wh=Spannung in V mal Kapazität in Ah. Üblich
sind derzeit ca. 320 bis 650 Wh (24 bis 48V, 8-18Ah).
2. Was sollte man noch wissen
2.1 Über die Reichweite
Sie wird bestimmt durch den Energievorrat in Wh und der
durchschnittlich abgerufenen elektrischen Leistung in W.
Wesentlichen Einfluss auf die Reichweite haben:
Gesamtgewicht (Pedelec + Zubehör + Gepäck + Radler)
Leistungsbedarf (Roll-,+ Luft-,+ Steig-,+ Beschleunigungs-Leistung)
Eine Anzeige informiert grob über den aktuellen Ladezustand. Die Lebensdauer hängt von der Qualität der Zellen,
ihrer durchschnittlichen Beanspruchung, der Entladungstiefe, der Pflegesorgfalt und der Eignung des Akku-Management-Systems (AMS) ab. Diese Akkupacks sind „Sensibel-
chen“, die sich jede grobe Behandlung „merken“. Die durchschnittliche Lebensdauer bis zu
einer Restkapazität von 70% beträgt bei guter
Pflege, mindestens 500 Ladezyklen und alterungsbedingt 4-7 Jahre!
2.4 Über den Umgang mit dem Akkupack
Akkupacks dieser Leistungsklasse sind Gefahrgut der Klasse 9. Die Vorschriften für Laden,
Lagern, Transport, Paketpost, Entsorgung etc.
genau befolgen. In Zweifelsfällen die Bedingungen, z.B. bei der Gebäude- und Hausratversicherung mit dem Versicherungsgeber abklären!
Zur eigenen Sicherheit und zur Erreichung einer
langen Lebensdauer sollten einige Regeln beachtet werden:
Nur freigegebene Produkte (Akkupack, Ladegerät, Ladekabel) verwenden!
Behandlungs-, Lagerungshinweise beachten!
Rechtzeitig laden, optimal bei ca. 20oC!
Nicht ständig am Ladegerät lassen!
Hohe Stromstärken möglichst vermeiden!
Nie ohne Not ganz entleeren!
Extreme Temperaturen, hohe mechanische
Belastungen vermeiden!
Trocken lagern bei konstanter Temperatur!
Bei Anomalie einen Fachmann kontaktieren!
Gute Ersatzakkus sind teuer (300 bis 700,-€).
Bei Sonderangeboten/Nonameprodukten alle
Details in die Bewertung einbeziehen!
2.5 Über die Qualitäts-/Ausstattungsstufen
Die Qualität der Komponenten und der Umfang
der Ausstattung bestimmen Preis, Gewicht,
Fahrverhalten u.v.a.m. Einige Beispiele:
Bedienung: Einfach bis komfortabel
Schaltung: Kette, Nabe, Rücktritt, NuVinci
Motor: Bauart, Einbaulage
Sensorik, Bedienungspanel, Regelaufwand:
Einfach bis aufwändig
Akku: Qualität, Kapazität, Ausstattung, Einbaulage
Steuerelektronik: Qualität, Auslegung, Aufwand
Wirkungsgrade der Komponenten.
5. Ausblick
3. Anhaltswerte
3.1 Zu den Beschaffungskosten
Aktuelle Modelle namhafter Hersteller mit guten
Komponenten und guter Ausstattung kosten im
Fachhandel 1.800 bis 2.500€, Obergrenze über
4.000€. Sonderangebote gibt es ab ca. 1.200€.
Mitnahmeaktionsware bei Discountern/Baumärkten findet man ab 600,-€. Genau hinsehen, was
an Radtechnik und Service für das Geld angeboten wird. Richtwert, qualitativ vergleichbares
normales Fahrrad plus ca. (400) 600 bis 1.200
(2.000)€ für die Pedelec-Komponenten.
3.2 Zum Gewicht
Das Gewicht eines voll ausgestatteten Pedelecs
beträgt ca. 22 bis 27 (30)kg, d.h. vergleichbares
normales Fahrrad plus 6 bis 11 kg für Motor, Akkupack, Kabelbaum, Rahmenverstärkung, Halterungen etc.
4. Rückblick
Bei den Elektrofahrrädern wurden
in den letzten Jahren durch Verbesserung der Komponenten Fortschritte erzielt. So wurden u.a. die
Pedelecs um 5 bis 7kg leichter
Reichweiten größer
Ladegeräte kleiner, leichter,
erhielten ein besseres AMS
Lebensdauer, Energiedichte der
Akkupacks erhöht
Energiemanagementfunktionen
optimiert.
Entwicklungssprünge sind kurzfristig nicht zu erwarten.
Trotzdem gibt es einige grundsätzliche Wünsche:
Reichweite ca. 100km im Normalmodus (1:1) bei max. 5
bis 6kg zusätzlichem Gewicht
Akkupack schnellladefähig in ca. 30min
Standardisierung der Akkupackbaureihen (Leistungsklassen, Anschlüsse, Bauformen, Ladetechnik)
Genug öffentliche Ladesäulen mit standardisiertem Ladebus und intelligenter Ladetechnik
Ladeschnittstellennormung hinsichtlich Steckverbindung,
Pinbelegung, Kabel, AMS etc.
6. Kleine Einkaufshilfe
Wichtig vor dem Kauf sind eine gute Beratung und ausgedehnte Testfahrten, nach dem Kauf der Service.
Bitte folgende Fragen beherzigen:
Fragt der Verkäufer nach der geplanten Verwendung?
Werden angepriesene Modelle verständlich erläutert?
Sind aussagekräftige Probefahrten möglich?
Gewährleistung Rad/Akkupack, zusätzliche Garantie?
Ersatzteilversorgung mit Elektrokomponenten?
Akkupack, leicht abnehmbar, Diebstahlsicherung? Muss
er auch im Rad eingesetzt aufladbar sein?
Ausreichende Reichweite? Energievorrat in Wh?
Gewicht, Größe (intelligentes) Ladegerät?
Bedienelemente, übersichtlich, verständlich?
Zuladung ausreichend?
Gutes Energiemanagement? Elektronik updatefähig?
Schutz gefährdeter Stellen?
Passt das Rad ergonomisch?
Fahrverhalten mit/ohne zugeschaltetem Elektroantrieb?
Kann man das Rad notfalls über einige Stufen tragen?
Erfüllt das Rad die Bedingungen für die Teilnahme am
öffentlichen Straßenverkehr?
Standzeit beim Händler (Alterung Akkupack, Wartung)?
Service nach dem Kauf? Updateverfahren Elektronik?
Urhebererechthinweise:
Texte, Grafik, Fotos: © Jo Schaefer, Koblenz
1. Ausgabe: 2010. 4. Ausgabe: 2014. Stand: 14.04.2014
Jo Schaefer, Handout zum Vortrag
Pedelec 25,
Fahrrad mit eingebautem
„el. Rückenwind“
☏ KUB.A (0261) 91 444 38
 [email protected]
 http://www.adfc-koblenz.de
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