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Ausgabe 2/2015
Land Genuss
Natur, Garten und Lebensart
blick
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l
Specia nuss 2015
Ge
Land &
Hochsaison für Genießer
Dem Genuss auf der Spur
www.LandundGenuss.de
Liebe Leserinnen und Leser,
„Land & Genuss“ das ganze Jahr. Daran arbeiten
wir. Kaum sind die Tore in Frankfurt geschlossen,
blicken wir mit Vorfreude nach Dortmund, wo
unsere Erlebnismesse vom 30. September bis
4. Oktober im Rahmen des Dortmunder Herbst
Premiere feiert. Natürlich schauen sich unsere
„Land & Genuss“-Experten schon jetzt in Nordrhein-Westfalen um, damit wir Ihnen viel Typisches
und Aktuelles aus Land, Garten und Genuss in den
Westfalenhallen präsentieren können.
Wussten Sie zum Beispiel, dass im Ruhrgebiet etwa
4.500 Landwirtschafts- und Gartenbaubetriebe produzieren und wirtschaften? Dass die Landwirtschaft
in der Metropole Ruhr der größte Flächennutzer
ist? Oder kennen Sie die zahlreichen kulinarischen
Spezialitäten aus den verschiedenen Regionen des
bevölkerungsreichsten Bundeslandes? Gerichte wie
Pfefferpotthast, Panhas, Münsterländer Töttchen
oder Bergische Waffeln klingen nach viel Genuss!
Lassen Sie sich auch die neueste Ausgabe unseres
Magazins schmecken. Ein Potpourri von Themen
aus Garten, Land und regionalen Spezialitäten soll
Sie in den Sommer begleiten. Wenn es richtig heiß
wird, melden wir uns wieder. Mit unserer Sommer­
ausgabe und einem umfangreichen Erlebnis-Trip
durch das Landleben Nordrhein-Westfalens.
I hre Alexandra Feldmann
Jetzt
vormerken!
Impressum:
Herausgeber: DLG Service GmbH,
Eschborner Landstraße 122, 60489 Frankfurt am Main,
www.DLG.org
Kontakt: Alexandra Feldmann, Projektleitung,
E-Mail: [email protected]
Redaktionsleitung: Guido Oppenhäuser,
E-Mail: [email protected]
Redaktion: Guido Oppenhäuser, Piet Schucht
Messe
Westfalenhalle
DortMunD
&
30.9. – 4.10.2015
Land Genuss
Natur, Garten und Lebensart
Die Erfolgsmesse
jetzt auch
in Dortmund!
30.09 – 04.10.2015
Messe Westfalenhallen Dortmund
DORTMUNDER
HERBST
www.dortmunder-herbst.de
Veranstalter
LandundGenuss.de
www.DLG.org
Seite 2 | Ausgabe 2/2015
Inhalt
Land & Genuss: Rückblick 4
Alten Sorten auf der Spur
12
etepetete – Die Gemüseretter
13
Im Dienste der genussvollen Aufklärung …
14
„Wir wollen für das Thema Ernährung
sensibilisieren“
15
Weltoffene Winzer
16
Kreatives für den Garten
16
Handkäs‘ – typisch hessisch!
17
Chutneys:
Exotische Vielfalt in der regionalen Küche
18
Wissen Landwirtschaft: Das Rote Höhenvieh
19
„Land & Genuss“ jetzt auch in Dortmund:
Auf zum Land-Trip in den Ruhrpott!
20
Landservicehöfe im Emscher Landschaftspark:
Bauernhoferlebnisse in der Metropole Ruhr
20
DLG-Studie:
Was denkt der Verbraucher von der Landwirtschaft? 21
17
4
12
19
Ausgabe 2/2015 | Seite 3
Land & Genuss: Rückblick
Die DLG-Erlebnismesse „Land & Genuss“ kann sich zum vierten Mal in Folge über
steigende Aussteller- und Besucherzahlen freuen. Mit über 22.100 Besuchern
und 270 Ausstellern ist die Messe weiter auf der Erfolgsspur. Eine Vielfalt von
Spezialitäten aus Hessen und weiteren Genussregionen, der direkte Dialog mit
Landwirten und Direktvermarktern sowie ein umfangreiches Informationsprogramm
zu aktuellen Themen aus den Bereichen Landwirtschaft, Garten und Genuss
machten die „Land & Genuss“ auch 2015 zu einem viel beachteten Schaufenster der
hessischen Landwirtschaft und Genusskultur.
„Die Messe ‚Land & Genuss‘ hat sich in den letzten vier Jahren als die Verbraucher-Attraktion
für Land, Garten und Genuss im Rhein-Main-Gebiet eindrucksvoll etabliert. Zusammen mit
vielen regionalen Partnern wie Erzeugern, Verbänden und Behörden bietet diese Messe ein
umfassendes Informationsprogramm für Erwachsene und Kinder. Viele Themen haben einen
direkten Bezug zu Hessen, beispielhaft lassen sich hier folgende Dinge nennen: Einblicke
in die regionale Landwirtschaft, Natur- und Erlebnisregionen Hessens, regionaltypische
Spezialitäten wie Apfelwein, Handkäse, Grüne Soße, Gärtnern in Großstädten sowie die
Hessischen Streuobstwiesen und der direkte Kontakt zu den Erzeugern und Vermarktern.“
Priska Hinz, Hessische Ministerin für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Seite 4 | Ausgabe 2/2015
„Die DLG hält gemeinsam mit weiteren Partnern aus der Region ein einzigartiges Messekonzept
bereit, das ganz hervorragend von den Besucherinnen und Besuchern angenommen wird. Moderne Landwirtschaft sowie all das, was aus landwirtschaftlichen Produkten in deren Weiterverarbeitung hergestellt werden kann, wird auf eine unterhaltsame und dennoch lehrreiche Weise
präsentiert, so dass es allen Gästen großen Spaß und Genuss bereitet, sich der Landwirtschaft
zu widmen.“
Peter Feldmann, Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt am Main
„Einen Landwirt als Nachbarn haben die wenigsten von uns. Das Bild der Landwirtschaft wird
heutzutage mehr denn je durch die stetig wachsende Medienlandschaft beeinflusst: ‚Bauer sucht
Frau‘ ist eines der quotenstärksten TV-Formate der vergangenen Jahre. Zur Steigerung der Quote
wird ein verklärtes Bild der Landwirtschaft gezeichnet, welches mit der Realität auf unseren modernen Höfen nicht allzu viel gemeinsam hat. Um mehr über das Angebot und die Arbeitsweise
auf den Höfen vor den Toren Frankfurts zu erfahren, haben wir gemeinsam mit dem hiesigen Amt
für den ländlichen Raum auf der ‚Land & Genuss‘ auch 2015 wieder den ‚Regionalen Marktplatz‘ geöffnet. Der ‚Regionale Marktplatz‘ ist ein Schaufenster, das die Vielfalt der Ernährung in
Rhein-Main erlebbar macht und ideal für alle, die Wert auf leckere und gesunde Lebensmittel aus der Region legen.“
Karlheinz Gritsch, Vorsitzender Frankfurter Landwirtschaftlicher Verein e.V.
„Der Kontakt zwischen Landwirtschaft und Gesellschaft ist nicht so eng, wie man sich das
wünscht. Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass viele Aspekte einer modernen Landwirtschaft wenig verstanden werden. Das geht zu Lasten des Vertrauens und zu Lasten realistischer
Erwartungen. Die Landwirtschaft muss deshalb noch stärker das direkte Gespräch mit den
Verbrauchern suchen. Statt sich im eigenen Lebens- und Erfahrungskreis abzugrenzen, gilt
es, neue und kreative Wege zu beschreiten, um den Verbraucher – auch auf unterhaltsame
Art und Weise – für landwirtschaftliche Themen zu sensibilisieren. Deshalb ist eine ‚Land &
Genuss‘ besonders wertvoll. Sie bietet den Verbrauchern Informationen zu landwirtschaftlichen Themen, zu Erzeugnissen und, das ist das Wichtigste, sie ermöglicht Begegnungen
zum ‚Landwirt um die Ecke‘. Das schafft die Basis für mehr Verständnis.“
DLG-Präsident Carl-Albrecht Bartmer
Ausgabe 2/2015 | Seite 5
Apfelwein-Anstich auf
der „Land & Genuss“:
So schmeckt der Frühling
auf Hessisch!
DLG-Präsident Carl-Albrecht Bartmer
eröffnete zusammen mit Staatssekretärin Dr. Beatrix Tappeser (Hessisches
Landwirtschaftsministerium, l.), Markus Frank (Stadtrat der Stadt Frankfurt,
2.v.l.) und der Projektleiterin Alexandra
Feldmann die Erlebnismesse mit dem
ersten „offiziellen“ Apfelwein-Anstich.
Schlemmerland Hessen
In diesem Jahr waren auf der DLG-Erlebnismesse zahlreiche Genussregionen aus Hessen vertreten. Ob vom Vogelsberg,
aus der Wetterau, der Rhön oder dem Spessart – auf dem Frankfurter Messegelände zeigte das Schlemmerland Hessen
eine enorme Vielfalt an kulinarischen Schätzen. Auf dem „Regionalen Marktplatz“ und im Special „Genuss vom Hof“
konnten die Messebesucher außerdem die Vielfalt regionaler Erzeugnisse kennenlernen, die in und um Frankfurt hergestellt werden.
Seite 6 | Ausgabe 2/2015
Typisch Hessen
Der „Hessische Abend“, der in diesem Jahr zum ersten Mal auf der „Land & Genuss“ stattfand, war auf Anhieb ein voller
Erfolg. In einem bunten Unterhaltungsprogramm mit Kochshows, Tanz und Musik luden die Genussregionen Hessens
zum abendlichen Land-Trip in der Stadt ein. Eröffnet wurde der Abend mit einem „Hessen-Stammtisch“, an dem neben
Friedhelm Schneider (Präsident des Hessischen Bauernverbandes), Hildegard Schuster (Präsidentin der Hessischen
Landfrauen), Ulrike Müller (Landesvereinigung für Milch und Milcherzeugnisse Hessen), Roger Cromm (Geschäftsführer Frankfurter Landwirtschaftlicher Verein), Steffen Ball (Verband der Hessischen Apfelwein- und Fruchtsaft-Keltereien)
sowie Dr. Reinhard Grandke, DLG-Hauptgeschäftsführer, teilnahmen. Moderiert wurde der „Hessen-Stammtisch“ von
FAZ-Redakteur Thorsten Winter.
Frankfurter Landwirtschaftlicher Dialog
„Landwirtschaft in der Rhein-Main-Region: Herausforderungen, Entwicklungen, Verbrauchererwartungen“ – zu diesem
Thema veranstaltete die DLG eine Podiumsdiskussion mit Hessens Landwirtschaftsministerin Priska Hinz. Weitere Teilnehmer der Podiumsdiskussion waren Johann Ferber (Vorsitzender der Marketinggesellschaft GUTES AUS HESSEN e.V.),
Dr. Matthias Mehl (Landwirt und Mitglied des Frankfurter Landwirtschaftlichen Vereins) sowie Dr. Reinhard Grandke
(DLG-Hauptgeschäftsführer). Moderiert wurde das Gespräch von Dietrich Holler (Leiter Kommunikation der DLG).
Ausgabe 2/2015 | Seite 7
Kick-off mit Charly Körbel und Oka Nikolov
Die Frankfurter Fußball-Legende, Charly Körbel, und der langjährige Torwart von Eintracht Frankfurt, der „ewige Oka“
Nikolov, eröffneten den zweiten Tag der DLG-Erlebnismesse. Unter dem Motto „Sport und gesunde Ernährung“ kochten
die Fußballstars zusammen mit dem bekannten Koch Reiner Neidhart „regional & gesund“ auf der Showbühne und
informierten über die Jugendarbeit der Fußballschule der Frankfurter Eintracht. Ab Ostern 2015 kooperiert die DLG mit
der Fußballschule der Eintracht Frankfurt und bringt das Thema „Gesunde Ernährung“ in das Programm der Fußballcamps
der Frankfurter Fußballschule ein.
Kulinarische Highlights und gute Laune pur
Unter dem Motto „Spezialitäten aus den hessischen Partnerregionen Emilia-Romagna und Wielkopolska“ stand die
gemeinsame Koch-Show mit Staatssekretär Mark Weinmeister, DLG-Hauptgeschäftsführer Dr. Reinhard Grandke und
Reiner Neidhart von Neidharts Küche in Karben
Tipps für den grünen Daumen
In der Garten-Erlebniswelt „Zu Hause in der Natur“
erwartete die Messebesucher ein abwechslungsreiches Informations- und Ausstellungsangebot
zu Themen wie „Urban Gardening“, „Wandgärten“ und „Streuobstwiesen“. Martin Löwer
von der Gärtnerei Löwer gab auf der „Land &
Genuss“-Showbühne viele nützliche Tipps zum
eigenen Kräutergarten.
Seite 8 | Ausgabe 2/2015
Landwirtschaft zum Anfassen
Mit dem „ErlebnisBauernhof mobil“ präsentierte das Forum Moderne Landwirtschaft, ehemals Fördergemeinschaft
Nachhaltige Landwirtschaft e.V., auch dieses Jahr ein Highlight der Ausstellung unter dem Frankfurter Messeturm. In den
Messehallen war der Wissenshof des Vereins information.medien.agrar e.V. (i.m.a.) als Teil des mobilen Bauernhofs ein
Anziehungspunkt besonders für die jungen Messegäste. Melken, Butter schütteln, Getreide mahlen oder verschiedene
Obst- und Gemüsesorten mit allen Sinnen zu erkennen, sorgten für viel Abwechslung.
Direkter Dialog
Auf dem Außengelände konnten Besucher sich am Schweine Mobil über die tägliche Arbeit von Landwirten in den Ställen
und mit ihren Tieren informieren. Die Tierhalter standen als authentische Ansprechpartner zur Verfügung und scheuten
auch kritische Themen nicht. Im Mittelpunkt stand hier erneut der konstruktive Dialog der Tierhalter mit dem Verbraucher.
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Engagement für Kinder
Ein Highlight für Frankfurter Schulen und Kindergärten war das umfangreiche Schulprogramm an den ersten beiden
Messetagen, an dem über 1.000 Schüler teilnahmen und von den beteiligten Partnern viel Wissenswertes über die heimische Land- und Ernährungswirtschaft lernten sowie in den Genuss von „Frankfurts größtem Schulfrühstück“ kamen. Für
die gesunden und schmackhaften Portionen aus Apfel, Karotte, Brot und Aufschnitten sowie Informationen zum Thema
gesundes Frühstück sorgten der Verband der Köche Deutschlands und der Landfrauenverband Hessen. Hoheitlicher Besuch
Die Hessische Honigkönigin Anna-Lena I., die
Steinfurther Rosenkönigin Meike I. und die Hessische Milchkönigin Svenja I. gaben sich auf der
„Land & Genuss“ in Frankfurt die Ehre.
Lust auf Landurlaub
Auch 2015 stellten sich auf der
„Land & Genuss“ erneut zahlreiche Bauern- und Reiterhöfe
sowie Winzer mit ihrem Ferien­
angebot vor. Messebesucher
konnten sich vor Ort über die
preisgekrönten „Ferienhöfe des
Jahres“ informieren.
Seite 10 | Ausgabe 2/2015
„Landwirt, der wichtigste Beruf auf der Erde“
Eigentlich liegt es auf der Hand und ist leicht nachzuvollziehen: Alle Menschen wollen täglich essen. Ohne Nahrung
ist kein Leben möglich. Landwirte bauen Lebensmittel an und schaffen damit die Basis für unsere Ernährung. Am BASFStand hatten Besucher der „Land & Genuss“ Gelegenheit, sich ausführlich über die unverzichtbare Arbeit von Landwirten
zu informieren.
Leckeres aus Milch
Appetit auf typisch hessische Spezialitäten machte die Landesvereinigung Milch Hessen e.V. den Besuchern der „Land &
Genuss“. Am Samstagmittag hatte der kleine Hessische Handkäse seinen großen Auftritt auf der Bühne der „Landküche“ und
demonstrierte Vielseitigkeit: Wie schnell und unkompliziert
sich Handkäse zu cremigem Kochkäse verarbeiten lässt, zeigte
die Hessische Milchkönigin Svenja I. Nebenbei erhielten die
Besucher Informationen über den handtellergroßen, runden
Sauermilchkäse mit der langen Tradition in Hessen von Ulrike
Müller (Landesvereinigung Milch). Peter Hamann, Küchenchef
im TaunusTagungshotel in Friedrichsdorf, servierte den kleinen
Käse außerdem gemeinsam mit einer Frankfurter Grünen Soße
und zauberte ein Handkäs‘-Süppchen.
Inspirationen für den eigenen Weinkeller
Für hervorragende Tropfen war in Frankfurt natürlich auch gesorgt. Hochdekorierte Winzer luden in der DLG-Weinwelt
zum Verkosten ihrer prämierten Weine ein.
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Alten Sorten
auf der Spur
Werner Nussbaum, Pomologen-Verein e.V.,
Landesgruppe Hessen
„Manch einer fragt mich, warum ich das alles mit solcher Begeisterung mache. Ich selbst habe Gärtner gelernt
und hatte dabei das Glück, in einem Betrieb ausgebildet
zu werden, in dem noch fast alles gemacht wurde. Bereits
in meinem ersten Lehrjahr habe ich schon Obstbäume
geschnitten. Unser Großvater hatte selbst Streuobstwiesen
und hat mich mitgenommen, um dort die notwendigen Arbeiten zu verrichten, hier gehörte natürlich auch das Ernten
dazu. Die Früchte kamen anschließend in den Keller und
wurden in einem Regal in Reih und Glied ausgelegt. Wenn
wir dann einen Apfel essen wollten, ging er meist mit in
den Keller, um uns zu zeigen, welche der Sorten bereits reif
für den Verzehr waren und welche noch liegen mussten.
Das hat mich geprägt und meine Leidenschaft geweckt.
Vom Aussterben bedrohte Sorten erhalten
Ich bin ein Liebhaber alter Obstsorten, weil es mir wichtig ist Obst zu essen, das noch eine Geschmacksvielfalt
hat. Es ist mir aber genauso wichtig, die alten Sorten zu
erhalten. Es macht mir Spaß, diese Sorten aufzufinden
und sie für meine Nachfahren zu erhalten. Denn sie sind
nicht nur ein Stück Kulturgut, sondern auch ein wichtiges
Potential an Genen, das erhalten werden muss.
Die aktuellen Tätigkeitsgebiete für Pomologen haben
sich jedoch stark in neue Bereiche verlagert. Eine der
wichtigsten Aufgaben ist heute die Sammlung und der
Erhalt alter, vom Aussterben bedrohter Sorten. Zusätzlich
wird nach verschollenen Obstsorten gefahndet, die aus
der Literatur oder dem Volksmund bekannt sind. Diese –
teilweise internationalen – Suchen konnten bereits Erfolge
verzeichnen.
Anhalter, Bischofsmütze, Ditzels Rosenapfel, kaum einer kennt die alten Apfelsorten, die heute noch auf vielen
Streuobstwiesen rund um unsere Dörfer stehen. Manch
einer fragt sich: „Welche Sorten stehen denn in meinem
Garten? Kann mir denn keiner ihre Namen nennen?“ Doch,
da gibt es Menschen, die sich mit eben diesen alten Sorten
beschäftigen und auskennen: Pomologen. „Hoppla, was
ist das denn?“ wird mancher denken. Hier die Aufklärung:
Der Begriff „Pomologie“ stammt nicht, wie Sie vielleicht
meinen, von dem französischen Wort „Pomme“ (= Apfel)
ab, nein, „Pomona“, die Göttin der Gartenfrüchte, hat
hier mit ihrem Namen Pate gestanden. Pomologie ist die
Seite 12 | Ausgabe 2/2015
Werner Nussbaum ist passionierter Pomologe.
Auf der „Land & Genuss“ in Frankfurt hat der
Kenner alter Obstsorten mit einer Ausstellung
Einblicke in seine Arbeit gegeben. In unserem
Porträt berichtet Werner Nussbaum über seine
Leidenschaft für die Obstsortenkunde und
deren Bedeutung als Kulturgut.
Wissenschaft der Sortenkunde beim Obst. Pomologen sind
also Obstsortenkundler.
Erfahrungen weitergeben
Bei den vielen Sortenbestimmungsterminen, zu denen
ich jedes Jahr unterwegs bin, werden mir immer wieder
Früchte vorgelegt, die ich selbst nicht kenne. Hier werde
ich dann von meiner Neugier geplagt und gehe dann zur
Recherche über. Vielmals ist es wichtig, einen Namen,
und sei es auch nur eine lokale Bezeichnung, zu erfahren.
Wenn ich dann selbst nicht mehr weiter weiß, nehme
ich die Früchte auch mit auf Reisen. Dort werden diese
dann Kollegen gezeigt, in der Hoffnung, dass die mir
weiterhelfen können. Dies kann so weit gehen, dass ich
einzelne Sorten schon bis zu sieben Jahren immer wieder
mitgenommen habe, bis ich den Namen erfahren habe.
Aber nicht nur das Bestimmen von Obstsorten hat es mir
angetan, sondern auch das Weitergeben von Erfahrungen.
So veranstalte ich ständig Obstbauberatungen, Sortenempfehlungen, Obstbaumschnittseminare, Schnittkurse, Sortenbestimmungsseminare und manches mehr, um mein Wissen
nicht nur für mich zu behalten, sondern Gleichgesinnte zu
suchen, die ihre Interessen in die Richtung lenken. Denn
nur wenn ich das mache, kann ich hoffen, dass es nach mir
auch noch Menschen gibt, die dieses liebenswerte Hobby
weiterverfolgen und dann ist es mir nicht bange, dass die
alten Sorten auch in Zukunft noch existieren.“
Weitere Informationen unter:
www.pomologen-verein.de/hessen.html
etepetete – Die Gemüseretter
Dich Rett-ich! Hau mich in die Pfanne! oder Wo ist bei mir der Haken? All das sind KampagnenBeispiele des jungen Unternehmens etepetete, das sich zur Aufgabe gemacht hat, das
Bewusstsein im Umgang mit verkanntem Gemüse, das nicht der Norm entspricht, zu ändern.
„Wir leben in einem verschwenderischen Zeitalter,
in dem jedes Jahr ca. 11 Millionen Tonnen Lebensmittel
weggeworfen werden. Und zu einem großen Teil findet
die Verschwendung schon beim Erzeuger statt. Das ist
ein Zustand, der für uns nicht mehr tragbar ist und dem
wir nachhaltig entgegenwirken
wollen“, so Carsten Wille, einer
der drei Gründer des Start-Ups.
Mit einer Crowdfunding-Kampagne wollen sie nun ihr Projekt
realisieren.
Was macht etepetete eigentlich? Das Erfolgsrezept von
Etepetete ist es, an der Lebensmittelkette ganz unten anzusetzen: Und zwar bei der Ernte.
Gemüse, das nicht den strengen Vorgaben des Einzelhandels
entspricht, bleibt entweder auf
dem Feld, wird weggeschmissen oder wird im allerbesten
Falle an Tiere verfüttert. Daraus
resultiert, dass ausschließlich
„genormte“ Früchte zum Verkauf stehen. Deshalb hat das
Team von etepetete zusammen
mit regionalen Bio-Bauern ein
Auffangbecken für krummes Gemüse geschaffen. Dabei gehen
sie zwei Wege: Einerseits wird
das Gemüse, das direkt von den
Vertragsbauern bezogen wird,
zu veganen Speisen für den
Einzelhandel verarbeitet und
andererseits frisch vom Feld in
einer Gemüseretter-Box direkt
nach Hause geliefert.
Neben der Produktion hat
etepetete auch einen Verein
gegründet, um gemeinsam ein neues Bewusstsein für
Lebensmittel zu schaffen. Durch die Vergabe des Gemüseretter-Siegels auf den Produkten erhält der Verbraucher
die Möglichkeit, auf einfache Weise zu erkennen, ob
Erzeuger, Betriebe und Lebensmittelhersteller mit nachhaltigen Produkten arbeiten oder
nicht. Auch bei der Verpackung
setzt etepetete auf Nachhaltigkeit: Nicht nur die Gläser sind
umweltschonend und wiederverwendbar, sondern auch
die Gemüseretter-Boxen. Die
Boxen werden ausschließlich
aus recyclebarem Karton hergestellt und mit Klebstoff aus
Maisstärke verklebt sowie mit
Holzwolle aus Fertigungsabfällen ausgepolstert. Verschickt
werden die Boxen durch einen
emissionsfreien Paketservice.
Mit der Crowdfunding-Kampagne „etepetete – wer is(s)t
schon gern normal?!“ will das
Unternehmen die erste Produktion der Gläser (Suppen,
Soßen, Chutneys, etc.) und
die ersten Gemüseretter-Boxen
vorfinanzieren sowie die interne Logistik ausbauen. „Wir
arbeiten seit nun fast zwei Jahren an unserem Projekt. Nun
stehen wir in den Startlöchern
und hoffen, dass uns viele Menschen unterstützen, damit wir
unser Herzensprojekt endlich
realisieren können.“
Weitere Informationen:
www.etepetete-bio.de
Ausgabe 2/2015 | Seite 13
Im Dienste der genussvollen Aufklärung …
Ernährungsbildung ist nicht zwangsläufig mit dem erhobenen Zeigefinger verbunden.
Eine Vielzahl von Organisationen hat es sich zum Ziel gesetzt, auf kreative Weise Jung und Alt
für die Vielfalt von Lebensmitteln und ihren Geschmack zu sensibilisieren.
Unter dem Motto „[email protected] – Schulverpflegung neu gedacht“ hat die Hochschule Fulda, das Forschungsprojekt „Von der Schul- zur Schülerverpflegung
for healthier lifestyles“ durchgeführt. Gemeinsam mit
Spitzenkoch Johann Lafer hatten die Ernährungswissenschaftler der Hochschule Fulda gezeigt, dass Schulverpflegung mehr sein kann als „Essen, das satt macht“
und dass Schüler sich für mehr begeistern lassen als für
Pizza, Pasta, Pommes & Co. Befragungen unter Schülern,
Eltern und Lehrkräften sowie qualitative Interviews mit
Entscheidungsträgern aus Schule und Landkreis brachten interessante Erkenntnisse. Weitere Informationen:
www.foodeducation.de
Der Thüringer Verein Ökoherz aus Weimar hat das
Projekt „Klimapicknick“ ins Leben gerufen. Ziel ist es, die
Zusammenhänge zwischen Ernährung und Klima aufzuzeigen und zu vermitteln, dass jeder Einzelne von uns
Seite 14 | Ausgabe 2/2015
dazu beitragen kann, das Klima durch Veränderung des
persönlichen Verhaltens zu schützen und die Folgen des
Klimawandels zumindest zu vermindern. In dem Projekt
wird interaktiv und bildlich dargestellt, wie durch eine
veränderte Lebensmittelauswahl Einfluss auf den Ausstoß
an klimaschädlichen Gasen genommen werden kann. Das
Projekt „Klimapicknick“ findet mittlerweile Anwendung an
Informationsständen und Schulen. Weitere Informationen:
www.oekoherz.de
Seit Mai 2013 haben sich bereits über 10.000 Menschen der Initiative Foodsharing angeschlossen, die etwas
gegen die Lebensmittelverschwendung unternehmen
will. Die Ehrenamtlichen sind in über 1.000 Betrieben
aktiv, um Lebensmittel vor dem Wegwerfen zu retten, die
Internationalisierung des Foodsharing-Konzepts voranzubringen und Veranstaltungen zum Thema zu organisieren.
Weitere Informationen: www.foodsharing.de
„Wir wollen für das Thema
Ernährung sensibilisieren“
Ernährungswissenschaftlerin Bettina Sommerfeld ist seit Herbst 2013
Referentin für Bildung, Ernährung und Verbraucheraktionen beim
Landfrauenverband Hessen e.V. In unserem Kurzinterview verrät sie,
wie man Kindern eine gesunde Ernährungsweise vermittelt.
Frau Sommerfeld, was macht eine gesunde
Ernährungsweise aus?
Vollwertig, abwechslungsreich und genussvoll lautet
hier die Devise. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung
(DGE) hat zehn Regeln formuliert, die helfen können, sich
ausgewogen zu ernähren. Hierzu zählt unter anderem,
die Lebensmittelvielfalt zu genießen. Dabei kommt es
auf die Menge, die Auswahl und die Kombination der
Lebensmittel an. Tipp: reichlich pflanzliche Lebensmittel
verzehren, ausreichend tierische Produkte, wenig Fett
und fettreiche oder süße Lebensmittel. Bei Gemüse und
Obst heißt es: Nimm „5 am Tag“. Drei Portionen Gemüse und zwei Portionen Obst täglich liefern Vitamine,
Mineral- und Ballaststoffe, sind jedoch kalorienarm.
Reichlich Flüssigkeit: Als Durstlöscher eignen sich vor
allem Wasser und ungesüßter Tee. Dazu gehören aber
auch eine schonende Zubereitung, sich beim Essen Zeit
zu nehmen, es zu genießen und natürlich Bewegung.
(Alle zehn Regeln unter: www.dge.de/ernaehrungspraxis/
vollwertige-ernaehrung/10-regeln-der-dge/)
Wie vermitteln Sie Kindern das Thema gesundes
Genießen und Interesse an Essen und Trinken?
Mit Aktionen auf verschiedenen Ausstellungen und
Messen wie „Der Natur auf der Spur“ im Rahmen des Hessentages, bei dem Erntefest auf der Zeil in Frankfurt oder
auch bei Land & Genuss wollen der LFV und hessische
LandFrauen für das Thema Ernährung sensibilisieren und
das Interesse der kleinen und großen Verbraucherinnen und
Verbraucher wecken. Hessische LandFrauen bieten in vielen Regionen Kinder-Kochkurse „Junges Gemüse“ an oder
unterstützen Schulen bei der Durchführung von Projekten
des Deutschen LandFrauenverbandes wie dem aid-Ernährungsführerschein (3. Klasse) oder den SchmExper­ten
(5. bis 8. Klasse). Außerdem führen sie die „Werkstatt
Ernährung“ (5. und 6. Klasse) an durchschnittlich zehn
hessischen Schulen jährlich mit finanzieller Unterstützung
durch das Land Hessen durch. Bei all diesen Projekten
steht der praktische Umgang mit Lebensmitteln und Küchengeräten im Mittelpunkt. Es geht um das Erleben, um
handlungsorientierte Angebote und eben auch den Genuss.
Wie können Eltern bei ihren Kindern die Freude an
Lebensmittelvielfalt wecken und sie auf den Geschmack
von Obst und Gemüse bringen?
Während der Kindheit und Jugendzeit wird das Ernährungsverhalten wesentlich geprägt: Geschmacksvorlieben
und -abneigungen werden ausgebildet und damit auch Wei-
chen für das weitere Leben
gestellt. Ein vielseitiges Lebensmittelangebot ist daher von großer Bedeutung.
Kinder sind interessiert und
haben Freude daran, Dinge zu erforschen. So auch
Lebensmittel und das am
besten mit allen Sinnen:
Welches Obst oder Gemüse macht beim Kauen am
meisten Lärm? Was passiert mit Händen und Zunge, wenn
ich Rote Bete anfasse und esse? Schmecken Lebensmittel
anders, wenn ich mir die Nase zuhalte? Das macht Spaß
und motiviert, verschiedene Lebensmittel zu probieren,
ebenso das Legen lustiger Brotgesichter oder das Bauen eines
Kartoffelbreivulkans. Denn das Auge isst mit. Daher gilt es,
Speisen liebevoll anzurichten und den Esstisch schön zu
decken. Dies schafft zudem eine angenehme Atmosphäre.
Außerdem ist Gemeinsamkeit wichtig. Gemeinsam ist es
doch viel schöner! Gemeinsam bestimmen, was es zu essen
geben soll, gemeinsam einkaufen, die Mahlzeiten zubereiten, den Tisch decken, gemeinsam Essen und auch wieder
abräumen. Kinder lernen vor allem durch Beobachten und
Nachahmen. Es ist wichtig, mit gutem Beispiel voranzugehen und den Mädchen und Jungen eine vielseitige und
ausgewogene Ernährung vorzuleben!
Kontakt: Bettina Sommerfeld,
E-Mail: [email protected]
INFO
Der LandFrauenverband Hessen e.V. (LFV) ist ein
flächendeckendes und verlässliches Netzwerk von
Frauen für Frauen. Er vereint knapp 50.000 hessische
Frauen aller Generationen und aller Berufe, die im
ländlichen Raum – in Dörfern und Städten - zuhause
sind. Er setzt sich unter anderem für die Verbesserung
der sozialen, wirtschaftlichen und rechtlichen Situation von Frauen sowie den Erhalt und die Verbesserung
der Lebensqualität im ländlichen Raum ein. Neben
zahlreichen Tätigkeitsschwerpunkten setzt sich der
LandFrauenverband Hessen e.V. für lebenslanges
Lernen ein. Ein besonderes Anliegen sind ihm die Ernährungs- und Verbraucherinformation und -bildung.
Ausgabe 2/2015 | Seite 15
Weltoffene Winzer
Immer mehr internationale
Weinsorten finden ihren Weg auf
deutsche Weinberge. Der Anbau ist für
die Winzer jedoch nicht ohne Risiken.
wird der Cabernet bei Barth auch mit als letztes geerntet:
„Wir versuchen so lange Geduld zu bewahren wie möglich“, sagt Barth.
Prof. Dr. Ernst Rühl, Leiter des Instituts für Rebenzüchtung im Zentrum Angewandte Biologie an der Hochschule
Geisenheim, schildert die Schwierigkeiten: „Die Winzer
müssen wirklich gute, sonnenreiche Lagen opfern. Es ist für
sie schon ein Risiko.“ Daher fangen die meisten Winzer, die
mit internationalen
Reben experimentieren,
erstmal
Immer
mehr internationale
Weinsortenauch
finden
ihren
mit
einem
Viertel
Hektar
an.
„Wenn
sie
im
Rahmen
von
Weg auf deutsche Weinberge. Der Anbau ist für die
zehn Prozent
ist es schon viel“, betont
Winter
jedochexperimentieren,
nicht ohne Risiken.
Rühl. „Das Ganze funktioniert nur, wenn der Winzer absolut davon
überzeugt ist, denn er muss quasi das Klima
eutscher Wein ist weit mehr als Riesling und Müllerdurch Laubarbeiten
dieRebsorten
Lese ist nicht
Thurgau – auchersetzen,
wenn aufund
dieseauch
beiden
knapp
so einfach
wie
im
Stammgebiet.“
Der
Institutsleiter
lobt
ein Drittel der gesamten Anbaufläche entfällt. Insgesamt
jedoch
diejenigen,
die sich derWeinsorten
Herausforderung
stellen:
werden
aber
rund 140 verschiedene
in deutschen
Wegen der
Klimaerwärmung
seiRebsorten
von einer
Verschiebung
Weinbergen
kultiviert.
Internationale
findet
man vor
allem
den beiden
Weinregionen
Rheinhessen
Pfalz,
der inSorten
nach größten
Norden
auszugehen.
Derartigeund
Trends
frühzeitig zu erkennen, ist die Aufgabe eines Züchters,
L a n d & G e n us s
weswegen das Institut bereits vor über 25 Jahren anfing,
an Reben für internationale Sorten zu feilen.
Weltoffene
Winzer
D
Kreatives für den Garten
Wenn eine Euro-Palette zum Gartenzaun wird, oder ein Tisch zur Picknick-Wiese, dann sind die
Kreativen unter den Hobby-Gärtnern am Werk. Auf der „Land & Genuss“ zeigten sie, wie man sein
eigenes Grün mit ungewöhnlichen Ideen und wenig Geld aufpeppen kann.
Kreativ eingezäunt: Auf den Kopf gestellt und mit der Säge
in Facon geschnitten wird aus der Palette ein Zaun-Unikat
mit Blickfang-Garantie.
Seite 16 | Ausgabe 2/2015
Grün aufgetischt: Genießen am grünen Tisch. Mit einem
Stück Rollrasen kein Problem. Richtig gewässert hat man
damit mehr als einen Sommer lang seine Freude.
Fotos: Dr. Joachim Schmidt
Deutscher Wein ist weit mehr als Riesling und
Müller-Thurgau – auch wenn auf diese beiden
Rebsorten knapp ein Drittel der gesamten Anbaufläche
entfällt. Insgesamt werden aber rund 140 verschiedene
Weinsorten in deutschen Weinbergen kultiviert. Internationale Rebsorten findet man vor allem in den beiden
größten Weinregionen Rheinhessen und Pfalz, wo es
nennenswerte Bestände etwa von Chardonnay oder
Merlot gibt. Im hessischen Rheingau, dem traditionellen
Riesling-Land, ist die Kultivierung von anderen Sorten eher
selten der Fall. Einen echten Exoten führt das Wein- und
Sektgut Barth in Hattenheim: Familie Barth produziert
sortenreinen Cabernet Sauvignon. „Er zeichnet sich durch
die Grundaromen wie Cassis und rote Beeren aus, aber
das Paprikaaroma ist stärker“, beschreibt Mark Barth. Um
einen kräftigen Rotwein zu erhalten, reduziert die Familie
den Ertrag: Lediglich um die 1500 Flaschen werden pro
Ernte produziert. Ganz einfach ist die Kultivierung der
fremden Rebsorten nicht, denn hierzulande muss anders
gearbeitet werden als in den heißen Ursprungsregionen.
Während dort Blätter extra hängen bleiben, damit die
14
Früchte nicht verbrennen, wird hier das Laub gestutzt, um
möglichst viel Sonne an die Früchte kommen zu lassen. So
Handkäs‘ – typisch hessisch!
D
er Name der kleinen Käselaibchen leitet sich von
der ursprünglichen Herstellungsweise ab: Von Hand
geformt, erhielten sie die Größe einer Handfläche. „Hessischer Handkäse“ ist ein Sauermilchkäse, der aus Sauermilchquark hergestellt wird. Der Quark entsteht allein
durch Säuerung, also nur durch die Arbeit von Milchsäurebakterien und ohne Zugabe von Lab. Reifungskulturen
sorgen für das typische Aroma und Aussehen. Geschichtlich erstmals erwähnt wird der Handkäse aus Hessen
1813 als Groß-Gerauer ihre mit der Hand geformten
Käse in Mainz auf dem Markt verkauften. Ein Zentrum der
Handkäseherstellung war damals und ist auch heute das
Hüttenberger Land im Lahn-Dill-Kreis. In der Gemeinde
Hochelheim wird in der Orts-Chronik schon ab dem Jahre
1835 berichtet, dass der Handel mit Käse Geld in das Dorf
bringt. Heute erfolgt die Herstellung in wenigen kleineren
und mittelgroßen, handwerklich arbeitenden Käsereien in
und um Hüttenberg und in Groß-Gerau.
Im Laufe der Zeit hat sich um den Handkäse in Hessen
eine eigene Ess-Kultur entwickelt. Eine besondere Marinade aus Zwiebeln, Essig und Öl macht aus dem „Hessischen Handkäse“ den „Handkäs’ mit Musik“ – die
bekannteste Variante, die typisch hessische Spezialität
zu genießen. Dazu gibt es Bauernbrot und Butter –
und natürlich einen hessischen Apfelwein. Übrigens:
„Handkäs’ mit Musik“ isst man nur mit
dem Messer, in dem man den
Käse abschneidet und auf das
Butterbrot legt, noch einige
Zwiebelstückchen darauf –
lecker ...
Kochkäse – so wird‘s gemacht
Zutaten:
200 g Handkäs’ · 200 ml Sahne
100 g Butter · 250 g Quark · 1 TL Natron
Zubereitung:
•Handkäs’ klein schneiden und zusammen mit der Butter in der Sahne
bei geringer Hitze langsam schmelzen. Dabei öfter umrühren.
•Kurz aufkochen, den Topf vom Herd nehmen und den Quark dazugeben. Dann einen knappen Teelöffel Natron unterrühren. Vorsicht,
die Masse geht hoch!
•Sofort in ein Aufbewahrungsgefäß umfüllen, abkühlen lassen und
über Nacht im Kühlschrank ziehen lassen.
•Mit Kümmel und/oder in Essig und Öl eingelegten Zwiebelwürfeln
als Brotaufstrich oder auf einem panierten Schnitzel als berühmtes
„Odenwälder Kochkäseschnitzel“ servieren.
Weitere leckere Rezepte rund um den Handkäse und andere Molkerei-Spezialitäten gibt es bei der Landesvereinigung für Milch und Milcherzeugnisse Hessen e.V.
E-Mail: [email protected], www.milchhessen.de
Ausgabe 2/2015 | Seite 17
Chutneys:
Exotische Vielfalt in der regionalen Küche
Ein Leben ohne Würze – das wäre wie jeden Tag Hackbraten ohne Pfeffer und Salz.
Würze bringt Abwechslung ins Leben. Chutneys bringen Abwechslung ins Essen.
Das dachten sich auch die
Engländer, die während der
Kolonialzeit Chutneys aus
Mangos oder Zwiebeln aus
Indien auf ihre kühle Insel
brachten. Mit einer pikanten
würzigen Sauce erhält jeder
Sonntagsbraten
Raffinesse und jedes Wildschwein
wird noch wilder. Sie ergeben würzige, meist süß-saure
Soßen, die als Begleiter hervorragend zu Fleisch, Fisch
oder Käse passen. Chutney-Rezepte bringen Pep
in die Grill-Party oder den
Fondue-Abend und sind in der Zusammenstellung der
Zutaten besonders variantenreich. Eher süßliche Chutney-Rezepte beinhalten Früchte wie Apfel, Erdbeeren,
Melone, Stachelbeere, Kiwi, Ananas oder, ganz nach
unserem Geschmack, Rhabarber. Chutney-Rezepte können ähnlich wie Marmelade gekocht oder kalt zubereitet
werden.
Ein Chutney aus pausbäckigen Äpfeln und Zwiebeln, die
karamellisiert und mutig abgeschmeckt werden mit getrockneten Chilischoten. Auf einem Bauernbrot mit Ahle-Leberworscht kann der Goldener Hesse zu Geschmacksexplosionen führen: Zuerst dominieren die saftigen Grundzutaten,
um dann einer wohligen Schärfe zu weichen.
Chutney-Kreationen der „Genusswolke“
Roter Hesse
Frisches Obst und Gemüse der Saison und aus der
Region kommen bei Marina Caktas ins Glas. Unter dem
Markennamen „Genusswolke“ belebt sie mit ihrer kleinen Manufaktur im Rhein-Main-Gebiet die Tradition des
Einmachens und Einkochens neu. So werden auch die
Genusswolke Chutneys handgerührt aus heimischem
Gemüse, viel Liebe und einem Hauch Exotik hergestellt
und erhalten Namen, die Lust auf Genuss machen.
Im Hessenland gibt es auch feurige Temperamente – mit
hessischen Wurzeln und italienischem Flair. Diese Typen
lassen keine(n) kalt. Genau wie der Rote Hesse: Frische
Tomaten in allen Farben, Lauch, Bio-Rohrohrzucker,
Peperoni, Nüsse, Oliven, Apfelkompott, Apfelwein und ein
Hauch von Salbei vermischen sich zu einem hessisch-italienischen Geschmackserlebnis alla Mamma Mia. Eingekocht an einem heißen Sommertag, bringt dieses Chutney
allzeit Sonnenschein und Temperament
auf den Tisch. Schmeckt klasse als Dip zu
Schinken, würzigem Pecorino oder einfach
zu Kartoffelchips am Samstagabend vor
dem Fernseher.
Goldener Hesse
„Land & Genuss“-Chutney
Herzhaft: Speziell für die Erlebnismesse
wurde das „Land & Genuss“ Apfel-Zwiebel-Chutney mit Chili kreiert. Das leckere
Duo wurde aus regionalen Äpfeln hergestellt und traditionell von Hand gekocht.
Infos zur Genusswolke:
www.genusswolke.de
Seite 18 | Ausgabe 2/2015
Wissen Landwirtschaft
Das Rote Höhenvieh
Mit ihrem Roten Höhenvieh, einer vom
Aussterben bedrohten Rasse, war Astrid
Steinhoff auf der diesjährigen „Land &
Genuss“ in Frankfurt zu Gast. Die rotbraune,
mittelgroße, robuste und anspruchslose
Rinderrasse war ursprünglich in den kargen
Höhenlagen der Mittelgebirge beheimatet und
daher in Hessen auch unter der Bezeichnung
„Vogelsberger“ bekannt.
Mitte der 1980er Jahre rettete ein Spermafund des
Bullen „Uwe R 12“ die Rasse in letzter Sekunde vor dem
Aussterben. Der Verein zur Erhaltung und Förderung des
Roten Höhenviehs gründete sich und trug entscheidend
zum Fortbestand dieser alten Rasse bei, die für die kleinen
Bauernhöfe in der Vergangenheit unverzichtbar war. Das
Rote Höhenvieh sorgte für Milch und Fleisch und zog
den Heuwagen ebenso wie die Dreschmaschine oder
das Jauchefass.
Die einjährigen Rinder Franka und Fina, die im Freigelände der Land & Genuss Messe zu Gast waren, repräsentieren den züchterischen Erfolg. Ochse Urmel „betreibt“
eine eigene Facebook-Seite und ist Werbebotschafter
seiner Rasse.
Steckbrief „Rotes Höhenvieh“:
Die Haarfarbe ist rot, rotbraun bis dunkelbraun. Das
Rote Höhenvieh ist eine typische robuste und widerstandsfähige Mittelgebirgsrasse, die auf die Kelten zurückgeht.
In älterer Literatur wird die Rasse auch als Keltenvieh
bezeichnet. Neben Robustheit wurden und werden der
Rasse Genügsamkeit und Fruchtbarkeit, gute Konstitution, Langlebigkeit, Leichtkalbigkeit und gute Muttereigenschaften gutgeschrieben sowie eine hervorragende
Fleischqualität.
Das Rote Höhenvieh war aber ein klassisches Dreinutzungsrind. Es lieferte Milch sowie Fleisch und leistete
Spanndienste zum Pflügen, Ziehen von Wagen und sogar
zum Holzrücken, weshalb sich Minderleistungen in der
Milch- und Fleischleistung ergaben; gegenüber auf Milchoder Fleischproduktion spezialisierten Leistungsrassen
war es nicht konkurrenzfähig. Die Intensivierung der
Tierhaltung und Züchtung führte zu einer Verdrängung
des Roten Höhenviehs seit den 1930er Jahren. Seit den
1980er Jahren kümmern sich Vereine um den Erhalt dieser
alten Rinderrassen, nicht nur um diese traditionsreichen
Rinderrassen zu erhalten, sondern auch als Genreserve
zur weiteren Rinderzucht. Der Bestand ist mittlerweile
wieder auf über 600 Tiere angewachsen. Die Rasse wird
heute vorwiegend in der Mutterkuhhaltung und in der
Landschaftspflege eingesetzt. Die Tiere sind genügsam und
somit auch in schlechteren Gebieten einsetzbar. Die Tiere
liefern ein qualitativ hervorragendes Fleisch.
Ausgabe 2/2015 | Seite 19
„Land & Genuss“ jetzt auch in Dortmund
Auf zum Land-Trip in den Ruhrpott!
Die „Land & Genuss“ bekommt Nachwuchs. Vom 30. September
bis 4. Oktober feiert die Erlebnismesse in Dortmund Premiere und
zeigt, wieviel Genuss, Regionalität und Landleben in NordrheinWestfalen steckt.
Messe
Westfalenhalle
DortMunD
&
30.9. – 4.10.2015
Land Genuss
Natur, Garten und Lebensart
Eine Vielfalt regionaler Spezialitäten, der direkte Dialog
mit Landwirten und Direktvermarktern sowie ein umfangreiches Informationsprogramm zu aktuellen Themen
aus den Bereichen Landwirtschaft, Garten und Genuss
machen die „Land & Genuss“ zu einem viel beachteten
Schaufenster der regionalen Landwirtschaft, Garten- und
Genusskultur. Diese Themen stehen auch im Mittelpunkt,
wenn die „Land & Genuss“ in Dortmund ihre Premiere
feiert.
„Die ‚Land & Genuss‘ bietet vor allem Menschen aus
dem städtischen Umfeld die Möglichkeit, sich über aktuelle
Themen und Trends aus den Bereichen Landwirtschaft,
Garten und regionale Spezialitäten zu informieren. Kombiniert mit einem attraktiven Einkaufserlebnis wird daraus ein
unverwechselbares
Konzept, das auch in
Dortmund und den
Die Erfolgsmesse
benachbarten Regijetzt auch
in Dortmund!
onen auf großes Interesse stoßen wird.
Für Aussteller ist die
‚Land & Genuss‘ damit die ideale Bühne, um sich in einem
stimmigen Umfeld mit ihren Produkten und Angeboten
optimal zu präsentieren. Sie profitieren dabei von der Erfahrung des Messeteams der DLG, das bereits in Frankfurt
einen kompetenten und innovativen Aussteller-Service bietet“, unterstreicht die Projektleiterin Alexandra Feldmann
die Attraktivität der DLG-Erlebnismesse.
Die DLG-Erlebnismesse findet an fünf Tagen, vom
30. September bis 4. Oktober 2015, als Gastmesse zeitgleich zum Dortmunder Herbst statt. Zu den Schwerpunkten der Messe zählen die Themenbereiche „Ländliche
Genusskultur und regionale Produkte“, „Direktvermarkter“
„Vinothek & Spirituosen“, „Gartenzeit & Grillgenuss“,
„Landwirtschaft & Tiere“, „Landtourismus“ sowie „Landhaus, Landküche & Tischkultur“.
DORTMUNDER
HERBST
30.09 – 04.10.2015
Messe Westfalenhallen Dortmund
www.dortmunder-herbst.de
Veranstalter
LandundGenuss.de
www.DLG.org
Weitere Informationen: www.LandundGenuss.de sowie
www.facebook.com/LandundGenuss.
Landservicehöfe im Emscher Landschaftspark
Bauernhoferlebnisse in der Metropole Ruhr
Bauernhöfe im Emscher Landschaftspark, mitten in der Metropole Ruhr? Die gibt es, und es
sind nicht wenige. Gerade im Ballungsraum beiderseits der Emscher bieten Landwirte und
Gärtner Lebensmittel und Serviceleistungen an. Hier können Sie Hofläden und Bauernhof-Cafés
besuchen, Reiten lernen oder selbst gärtnern.
INFO
•In der Metropole Ruhr ist die Landwirtschaft
der größte Flächennutzer.
•Etwa 4.500 Landwirtschafts- und Gartenbaubetriebe produzieren und wirtschaften dort.
•Die Bottroper Landwirte bauen die meisten
Erdbeeren an.
Seite 20 | Ausgabe 2/2015
Der Emscher Landschaftspark begann als Leitprojekt
der Internationalen Bauausstellung (IBA) Emscher Park in
den Jahren 1989 bis 1999. Ziel war es, mit Mitteln den
wirtschaftlichen und städtebaulichen Strukturwandel im
Ruhrgebiet voranzubringen und die Lebensqualität der
Menschen im industriellen Ballungsraum zu verbessern.
Inzwischen umfasst der Emscher Landschaftspark eine Fläche von fast 460 Quadratkilometern. Er erstreckt sich über
eine Länge von 80 km von Duisburg am Rhein im Westen
„Rosenhof“ Ra
demacher
bis nach Bönen an der Seseke im Osten und vernetzt
mit Grünzügen und Radwegen die Orte der Region.
Das Landschaftsbild der Metropole Ruhr wird geprägt
durch Landmarken, Parks, Halden und Industriebrachen,
aber auch durch Wälder, Felder und Weiden. Mit einem
Flächenanteil von fast 40 Prozent ist die Landwirtschaft
hier sogar der größte Flächennutzer. Der Regionalverband Ruhr als Träger des Emscher Landschaftsparks
und die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen
haben in einer Broschüre 72 Bauernhoferlebnisse, die
den Emscher Landschaftspark als Raum für Freizeit und
Naherholung durch ihre Angebote bereichern, porträtiert.
Die Broschüre ist als Download unter:
http://shop.metropoleruhr.de/public/rvr/Produkte/
Bauernhoferlebnisse_in_der_Metropole_Ruhr__Heft_1-419
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„Rosenhof“ Rade
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Jürgen Rademac
her
Kaiser-FriedrichStr. 377
47167 Duisburg
Röttgersbach
Tel.: 0203 591
060
Mobil: 0177 591
0600
Fax: 0203 503
0098
[email protected]
t-online.de
www.landserv
ice.d
rosenhof-rademac e/
her.htm
H Duisburg
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Rollstuhlgerecht
23
DLG-Studie:
Was denkt der Verbraucher über die Landwirtschaft?
Welchen Bezug hat die städtische Bevölkerung im Rhein-Main-Gebiet zur Landwirtschaft und der
Erzeugung von Lebensmitteln? Welche landwirtschaftlichen Themen sind für Städter besonders
wichtig und welchen Stellenwert haben in der Region produzierte Lebensmittel?
Diesen und weiteren Fragen ist die DLG nachgegangen. Und kam zu interessanten Ergebnissen: So ist das
allgemeine Wissen rund um landwirtschaftliche Themen
begrenzt und der Bedarf an Informationen zu landwirtschaftlichen Themen vorhanden. Das Interesse der Städter,
sich aktiv Informationen zu beschaffen, ist aber nicht sehr
ausgeprägt. Landwirtschaftliche Themen wie Regionalität,
Umweltschutz und Tierwohl haben einen hohen Stellenwert, beeinflussen das Verhalten der Verbraucher bei der
Wahl ihrer Lebensmittel und prägen das Image der Landwirtschaft in der städtischen Bevölkerung.
Hohe Relevanz regionaler Produkte
Von der Landwirtschaft vor Ort produzierte Produkte
werden von der städtischen Bevölkerung im Rhein-MainGebiet besonders geschätzt. Mit Blick auf die regional
produzierten Lebensmittel geben insgesamt 52 % der
Befragten an, dass sie es wichtig finden, möglichst viele
Lebensmittelprodukte aus dem Rhein-Main-Gebiet kaufen
zu können.
Die Bedeutung der regionalen Lebensmittel spiegelt
sich auch im täglichen Konsum wider. So geben 64 % der
Befragten an, dass sie in der Regel das Lebensmittelprodukt
vom Anbieter aus dem Rhein-Main-Gebiet kaufen, wenn
sie bei Lebensmitteln die Wahl zwischen zwei vergleichbaren Produkten haben, von denen eines von einem Anbieter
aus dem Rhein-Main-Gebiet kommt. 43 % sind sogar
bereit, höhere Preise für regionale Lebensmittel zu zahlen
als für vergleichbare Produkte, die nicht aus der Region
kommen. Dabei sind zudem über 70 % der Befragten der
Meinung, dass die großen Lebensmittelhändler in ihren
Supermärkten mehr regionale Lebensmittelprodukte aus
dem Rhein-Main-Gebiet anbieten sollten. Grund für die
Bevorzugung regionaler Lebensmittel ist der lokale Wirtschaftsförderungsgedanke: Die regionalen Lebensmittel
fördern vor allem aus Sicht der Befragten vor allem die
Landwirte vor Ort und somit die regionale Wirtschaft.
Weitere Informationen:
DLG e.V., Guido Oppenhäuser,
E-Mail: [email protected]
Ausgabe 2/2015 | Seite 21