Lungentransplantation

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ORGANSPENDE
Informationen zur Lungentransplantation
Seit mit Einführung neuer Medizintechniken in den 80er Jahren Lungentransplantationen in Deutschland möglich wurden,
ist die Zahl der Anmeldungen für die mittlerweile 15 klinischen Programme kontinuierlich gestiegen. Operationen
werden jedoch erst durchgeführt, wenn die medikamentöse
Therapie ausgeschöpft und die Lebenserwartung auf etwa
zwei bis drei Jahre begrenzt ist:
Wann kommt eine
Lungentransplantation in Frage?
Die sehr unterschiedlichen Krankheitsbilder bei Lungenpatienten werden so lange wie möglich mit Medikamenten
behandelt. Bevor ein Patient in die Warteliste aufgenommen
wird, muss daher ein endgültiges und nicht mehr rückbildungsfähiges Lungenversagen vorliegen. Im Klartext: Erst
wenn der Betroffene ohne Medikamente oder medizinische
Geräte nicht mehr überlebensfähig ist, sehen die derzeit
geltenden Richtlinien die Notwendigkeit einer Transplantation
als gegeben an.
Zu den Kontraindikationen, die außerdem gegen eine Transplantation sprechen könnten, zählen:
zusätzliche Erkrankungen (z.B. klinisch manifeste Infektionserkrankungen, endgültige Nieren- oder Leberinsuffizienz, nicht-kurativ behandelbare Tumorerkrankungen)
erhebliche koronare Herzerkrankungen
psychosoziale Faktoren, die entweder ein vitales Risiko
bei der Transplantation darstellen oder den längerfristigen Erfolg mindern
Indikationen zur Einzellungentransplantation sind vor allem
bestimmte Formen der Lungenüberblähung oder -verhärtung
(Emphysem bzw. idiopathische pulmonale Fibrose). Doppellungentransplantationen können notwendig werden, wenn
beim Patienten Lungenhochdruck oder Lungenüberblähung
mit starker Atemeinschränkung diagnostiziert werden. Auch
Lungenverhärtung mit häufig auftretenden Infektionen kann
zum Bedarf der doppelten Organspende führen.
65 Jahre gelten derzeit als Altersgrenze für die Einzel- und
ein Lebensalter von 60 Jahren für die Doppellungentransplantation.
Wonach richtet sich die
Vergabe einer Spenderlunge?
Für alle Arten von Organtransplantationen hat die Bundesärztekammer entsprechende Richtlinien aufgestellt. Spenderlungen werden nach fünf unterschiedlich gewichteten Kriterien vergeben:
Sind die Blutgruppen kompatibel?
Die Blutgruppenkompatibilität zwischen Spender und Empfänger ist Grundvoraussetzung für eine Organtransplantation:
Blutgruppe Spender
Blutgruppe Empfänger
0
0
A
A,AB
B
B,AB
AB
AB
Berücksichtigung der Dringlichkeit
"Höchste Dringlichkeit" bedeuten die beiden Buchstaben HU,
die für das englische High Urgency stehen. Patienten mit
dieser
Kennzeichnung
schweben
in
unmittelbarer
Lebensgefahr und werden deshalb bei der Organzuteilung
vorrangig berücksichtigt. Bei den Betroffenen, die auf der
Intensivstation beatmet werden, sind zunächst die
Zeitspanne zwischen Entnahme und Übertragung und danach
die Wartezeit zusätzliche Kriterien.
Anrechnung der Wartezeit
Bei der Entscheidung über die Vergabe einer Spenderlunge
ist die Dauer der Wartezeit im ersten Jahr entscheidend. Sie
wird bei der Vergabe zu 80 Prozent gewichtet.
Dauer der Konservierung
Zu 20 Prozent geht die Dauer des Transport und der dafür
notwendigen Konservierungszeit in die Kriterien ein. So soll
eine möglichst hohe Qualität des Spenderorgans gewährleistet bleiben.
HLA-Merkmale
Damit eine Transplantation erfolgreich sein kann, sollen die
Gewebemerkmale von Spender und Empfänger möglichst
weitgehend übereinstimmen. Allerdings ist eine genaue Gewebetypisierung nicht möglich, da dies die Konservierungszeit des Organs verlängern würde.
Kombinierte Transplantation
Innerhalb jeder Dringlichkeitsstufe erhalten solche Patienten
den Vorzug, die eine kombinierte Herz-Lungen-Transplantation erhalten sollen.
Wie verläuft eine
Lungentransplantation?
Etwa eineinhalb Jahre müssen sich Patienten gedulden,
nachdem sie in die Warteliste für eine Lungentransplantation
aufgenommen wurden. Eine Zeit, in der ihr Gesundheitszustand regelmäßig überwacht wird.
Ausgetauscht wird das Organ über eine seitliche Öffnung des
Brustkorbes - bei einer Doppellungentransplantation muss
außerdem noch das untere Brustbein durchtrennt werden.
Sofern während des Eingriffs eine Beatmung über den verbliebenen Lungenflügel nicht möglich ist, muss eine HerzLungen-Maschine den Gasaustausch übernehmen.
Nach der intensiv- und allgemeinmedizinischen Betreuung
sorgt schließlich die Rehabilitation in einer Fachklinik für den
körperlichen Aufbau des Patienten.
Wie sind die Erfolgaussichten
bei einer Lungentransplantation?
Nach der intensiv- und allgemeinmedizinischen Betreuung im
Anschluss an die Operation erfolgt der körperliche Aufbau des
Patienten durch entsprechende Reha-Maßnahmen. Seine
konsequente Mitarbeit ist auch danach die wichtigste Voraussetzung für den langfristigen Erfolg der Transplantation.
Nach einer erfolgreichen Lungentransplantation sind die
Empfänger des Spenderorgans wieder ihrem Alter entsprechend belastbar und genießen eine ausgezeichnete Lebensqualität. Allerdings wird das neue Organ vom Körper chronisch abgestoßen, was mit der Zeit zu einer Verengung der
kleinen Luftwege und damit zu einer Einschränkung der Lungenfunktion führt. Die moderne Medizin ist erst dabei, diese
Reaktion durch den Einsatz neuer Medikamente immer
weiter zu verzögern.
Um bessere Langzeitergebnisse zu erzielen und die Lebensqualität der Patienten dauerhafter zu verbessern, werden
immer neue Möglichkeiten der Therapie erprobt. Durch diese
permanenten Fortschritte ist die Lungentransplantation seit
den 80er Jahren zu einer wirklichen Chance für solche
Betroffene geworden, die an einer Lungenerkrankung im
Endstadium leiden.
Adressen: Selbsthilfegruppen für
Lungen-Transplantationspatienten
Arbeitskreis Organspende
Der Arbeitskreis Organspende und seine 31 Mitgliedsorganisationen bieten alle Informationen
zur Organspende und Transplantation. Sie beantworten Fragen auf einer Telefonhotline, geben Informationsmaterial heraus und arbeiten
zusammen mit Ärzten, Apotheken, medizinischen Institutionen und Patientenverbänden.
Arbeitskreis Organspende
Postfach 1562
63263 Neu-Isenburg
Fon 06102 359254
Fax 06102 359410
Kontakt [email protected]
Arbeitsgruppe Organspende
Betreut unter anderem Wartepatienten und deren Angehörige sowie die Hinterbliebenen von
Organspendern.
Arbeitsgruppe Organspende
Gemeinnütziger Verein e.V.
Ameranger Str.6
83129 Höslwang
Fon 08055 336
Fax 08055 8877
Kontakt [email protected]
Infotelefon Organspende
Der Telefonservice der Deutschen Stiftung Organtransplantation ist wochentags in der Zeit
von 9-18 Uhr erreichbar. Er richtet sich an Interessierte und Betroffene, sowie auch an Ärzte,
Apotheken, Behörden, Kliniken und Selbsthilfegruppen. Das Infoteam wird von Beratern der
verschiedensten Disziplinen unterstützt, die bei
Fachfragen Kontakte zu kompetenten Ansprechpartnern vermitteln.
Infotelefon Organspende
Ostmerheimer Str. 220
51109 Köln
Fon 0800 9040400
Deutsche Transplantationshilfe
Anlaufstelle für alle Transplantationspatienten
und deren Angehörige
Deutsche Transplantationshilfe e.V.
Postfach 1318
29503 Uelzen
Fon 0800 94753236
Fax 05873 9800004
Kontakt [email protected]
Verband Organtransplantierter
Eine Transplantation ist mit Ängsten, Nöten und
Problemen verbunden. Ziel des Verbandes ist es,
in der Gruppe Hoffnung und Lebensfreude zu
vermitteln.
Verband Organtransplantierter Deutschlands e.V.
Georgstraße 11
32545 Bad Oeynhausen
Fon 05731 972246
Fax 05731 972261
Kontakt [email protected]
Bundesverband Organtransplantierter
Der Verband versorgt Wartepatienten, Angehörige oder Transplantationspatienten mit detaillierten Informationen (z.B. Infobroschüren) und
gibt Unterstützung bei Rechtsfragen.
Bundesverband der Organtransplantierten e.V. (BDO)
Paul-Rücker-Straße 22
47059 Duisburg
Fon 0203 442010
Fax 0203 442127
Kontakt [email protected]
IOP
Die IOP ist eine Selbsthilfegruppe Herz-, Lungen- und Lebertransplantierter Patienten, die es
sich zur Aufgabe gemacht haben, sich gegenseitig zu unterstützen.
Interessensgemeinschaft
Organtransplantierter Patienten e.V.
Zescher Straße 12
12307 Berlin
Fon 030 76404593
Fax 030 76404594
Kontakt [email protected]
CF-Selbsthilfe Bundesverband
Zweck und Aufgabe des Vereins ist es, den von
Mukoviszidose Betroffenen und ihren Angehörigen zu helfen, die Erforschung dieser Krankheit
zu fördern und mit nationalen und internationalen Organisationen, die eine ähnliche Zielsetzung
haben, zusammenzuarbeiten.
CF-Selbsthilfe Bundesverband e.V.
Meyerholz 3
28832 Achim
Fon 04202 82280
Fax 04202 6073
Kontakt [email protected]
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