Seminar ” Einführung in die Kunst mathematischer Ungleichungen“

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Seminar Einführung in die Kunst
”
mathematischer Ungleichungen“
Majorisierung und Schur-Konvexität
Robert Kowallek
04.07.2016
Definition 1 (Majorisierung)
Für ein n-Tupel γ = (γ1 , γ2 , . . . , γn ) und 1 ≤ j ≤ n sei γ[j] der j-größte Eintrag von γ, d. h.
es gilt γ[1] ≥ γ[2] ≥ · · · ≥ γ[n] . Es seien α = (α1 , α2 , . . . , αn ) und β = (β1 , β2 , . . . , βn ) zwei
n-Tupel nichtnegativer reeller Zahlen. Dann wird α von β majorisiert, falls die folgenden n − 1
Ungleichungen
α[1] ≤ β[1] ,
α[1] + α[2] ≤ β[1] + β[2] ,
..
.
. ≤ ..
α[1] + α[2] + · · · + α[n−1] ≤ β[1] + β[2] + · · · + β[n−1]
sowie die Gleichung
α[1] + α[2] + · · · + α[n] = β[1] + β[2] + · · · + β[n]
erfüllt sind. In dem Fall schreibt man α ≺ β.
Definition 2 (Schur-Konvexität)
Sei A ⊂ Rd und f : A → R. Dann ist f Schur-konvex auf A, falls
f (α) ≤ f (β)
für alle α, β ∈ A mit α ≺ β
gilt. f ist Schur-konkav, falls in der Ungleichung ≥ statt ≤ gilt.
Satz 1 (Schurs Kriterium)
Sei f : (a, b)n → R stetig differenzierbar und symmetrisch. f ist genau dann Schur-konvex auf
(a, b)n , wenn für alle 1 ≤ j < k ≤ n und alle x ∈ (a, b)n
∂f (x) ∂f (x)
0 ≤ (xj − xk )
−
∂xj
∂xk
gilt.
1
Definition 3 (Muirhead-Bedingung)
Falls für zwei n-Tupel α und β nichtnegative Gewichte pτ existieren, deren Summe 1 ist und für
die
X
(α1 , α2 , . . . , αn ) =
pτ (βτ (1) , βτ (2) , . . . , βτ (n) )
τ ∈Sn
gilt, so ist α ∈ H(β).
Bemerkung 1
Für α ∈ H(β) existiert eine doppelt-stochastische Matrix D mit α = Dβ.
Satz 2
Für zwei n-Tupel α und β gilt
α ∈ H(β) =⇒ α ≺ β.
Satz 3 (HLP-Darstellung)
Für α ≺ β existiert eine doppelt-stochastische Matrix D mit α = Dβ.
Bemerkung 2
Zusammen mit Birkhoffs Theorem (aus α = Dβ mit einer doppelt-stochastischen Matrix D folgt
α ∈ H(β)) ergibt sich nun
α ∈ H(β) ⇐⇒ α = Dβ
⇐⇒ α ≺ β.
Satz 4 (Schurs Majorisierungsungleichung)
Für eine konvexe Funktion φ : (a, b) → R ist die Funktion f : (a, b)n → R, welche durch
f (x1 , x2 , . . . , xn ) =
n
X
φ(xk )
k=1
definiert ist, Schur-konvex. D. h. für α, β ∈ (a, b)n mit α ≺ β gilt
n
X
φ(αk ) ≤
k=1
n
X
k=1
2
φ(βk ).
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