Sternenhimmel 1610 Venus begegnet Saturn und Merkur Jupiter

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Sternenhimmel 1610
Venus begegnet Saturn und Merkur Jupiter
Die Herbststernbilder Pegasus, Andromeda und
Perseus bestimmen jetzt den ganzen Nachthimmel,
und das Herbstviereck, das sich aus Sternen des
Pegasus und der Andromeda zusammensetzt, steht
markant wie ein großes Vorfahrtsschild am Himmel. Darunter findet man die Herbststernbilder
Wassermann, Fische und Widder.
Rechts daneben zeigt sich bis in die zweite
Nachthälfte immer noch das Sommerdreieck aus
den Sternen Wega, Deneb und Atair hoch am
Himmel. Weit darunter, knapp über dem Südwesthorizont, kann man eine Stunde nach Sonnenuntergang die Wanderung von Mars, Saturn und Venus
kurz verfolgen. Saturn verändert dabei seine Position über Antares, dem Hauptstern im Skorpion,
kaum merklich, während unsere Nachbarplaneten
deutlich flinker sind. Mars entfernt sich auf seiner
Wanderung weiter von Saturn, durcheilt das Sternbild Schütze und erreicht fast das Sternbild Steinbock. Venus dagegen wandert weiter auf Saturn zu
und überholt ihn am Monatsende. Am 28. und 29.
steht sie mit 3° Abstand unter dem Ringplaneten.
Zum Zeitpunkt ihrer Konjunktion am 30. sind jedoch beide Planeten untergegangen.
Rechts von den Herbststernbildern zeigen sich
schon vor Mitternacht die Wintersternbilder Stier
und Zwillinge sowie Teile des Orion. Nach Mitternacht erscheinen Kleiner und Großer Hund, und
noch später, wenn es bereits dämmert, betritt Jupiter im Sternbild Jungfrau die Himmelsbühne. Dort
leistet ihm Merkur Gesellschaft, allerdings nur einige Tage. Merkur steht dann rechts über Jupiter
und wandert auf ihn zu. Bis zum 6. kann man gegen
6.30 Uhr den sonnennächsten Planeten bei freier
Sicht über dem Osthorizont gut ausmachen, während Jupiter etwas später aufgeht. Nach dem 6. wird
die Merkurbetrachtung leider immer schwieriger.
Mit einem Fernglas lässt sich jedoch zur Verabschiedung des flinken Planeten die Jupiter-MerkurKonjunktion am 11. verfolgen; Merkur steht dann
in weniger als einem Grad Abstand links über dem
Riesenplaneten. Nach Sonnenaufgang sollte man
die Planetenbeobachtung in der Sonnennähe aber
unbedingt einstellen.
Über den Herbststernbildern stehen Kassiopeia
und Kepheus fast im Zenit. Sie sind in der Andromedasage der griechischen Mythologie das königliche Elternpaar der Andromeda. Wegen ihrer Nähe
zum Polarstern sind diese Sternbilder das ganze
Jahr über zu sehen und daher weniger jahreszeittypisch. Bremen liegt auf dem 53. Breitengrad, das
heißt 37° vom Nordpol entfernt. Den himmlischen
Nordpol, der eine Projektion des geografischen
Nordpols an den Himmel ist, sehen wir 37° vom
Zenit entfernt, oder anders gesagt, 53° über dem
Horizont. Nautiker haben auch an anderen Orten
auf der Nordhabkugel eine einfache Möglichkeit,
die geographische Breite ihres Standpunktes zu
bestimmen: Sie ist die Höhe des himmlischen
Nordpols über dem Horizont, der fast mit der Position des Polarsterns zusammenfällt. Bei ihrer täglichen und jahreszeitlichen Drehung um den Polarstern gehen diejenigen Sterne und Sternbilder nicht
unter, die weniger als 53° vom Pol entfernt liegen.
Man nennt sie daher zirkumpolar. Kassiopeia und
Kepheus gehören dazu, ebenso der Große und Kleine Wagen und der Drache. Von den hellen Sternen
zählt Capella im Sternbild Fuhrmann dazu; Wega
und Deneb sind zwar auch zirkumpolar, ihr Kreisbogen verläuft aber so knapp über dem Horizont,
dass man sie dort kaum erkennen kann.
Am 1. ist Neumond. Am 3. steht der Mond, anfangs als neue schmale Mondsichel, abends rechts
über der Venus, am 4. und 5. zwischen Venus und
Saturn, am 6. links über dem Ringplaneten, am 7.
zwischen Saturn und Mars und am 8. links über
dem Mars. Am 16. ist Vollmond in den Fischen.
Tags darauf ist unser Trabant mit nur 358 000 km
in Erdnähe, deshalb sind größere Tiden möglich.
Am 28. gibt es eine schöne Konstellation, weil die
schmale Mondsichel in der Morgendämmerung
dicht über dem Jupiter steht. Vielleicht ist dann
auch links von beiden Gestirnen Porrima, ein heller
Stern in der Jungfrau, zu sehen. Am 30. ist wieder
Neumond.
Die Tageslänge nimmt von 11 Stunden und 34
Minuten auf 9 Stunden und 34 Minuten ab. Das
sind durchschnittlich fast vier Minuten pro Tag. Die
Sonnenaufgangs- und -untergangszeiten sind am
Monatsbeginn um 7.27 und 19.01 Uhr MESZ und
am Monatsende um 7.21 und 16.55 Uhr MEZ; am
30. um 3 Uhr Mitteleuropäische Sommerzeit
(MESZ) werden die Uhren auf 2 Uhr Normalzeit
(MEZ) zurückgestellt.
Die Internationale Raumstation (ISS) ist ab dem
1. Oktober abends zu sehen. Sie fliegt von West
nach Ost und erreicht ungefähr im Süden ihre größte Höhe. Für ihre Passage benötigt sie etwa fünf
Minuten. Ihr Überflug kann am 1. Oktober ab 21.08
Uhr, am 2. ab 20.16 und ab 21.52 Uhr, am 3. ab 21
Uhr, am 4. ab 20.08 und ab 21.44 Uhr, am 5. ab
20.52 Uhr, am 6. ab 20 und 21.36 Uhr und am 7. ab
20.44 Uhr verfolgt werden. Weitere Angaben zur
Beobachtung sind unter www.planetariumbremen.de auf der Seite Astro-Info zu finden.
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