Badedermatitis 2010 - Landkreis Uckermark

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Landkreis Uckermark
Gesundheits- und Veterinäramt
Warnhinweis!
Bei einzelnen Badegästen sind nach dem Baden im Seebad Prenzlau stark juckende Hautausschläge aufgetreten.
Die hygienische Wasserqualität des Unteruckersees ist nicht zu beanstanden. Die mikrobiologischen Parameter (Bakterienzahlen) liegen weit unterhalb der zulässigen Grenzwerte. Bei
den unangenehmen Quaddeln auf der Haut handelt es sich um eine sogenannte
Badedermatitis
Die Badedermatitis (Zerkariendermatitis) ist eine harmlose, aber durch den heftigen und anhaltenden Juckreiz äußerst unangenehme Erkrankung der Haut. Sie kann nach dem Baden
und Waten in einem See oder Teich auftreten und äußert sich durch rötliche und juckende
Quaddeln auf der Haut, die Mückenstichen ähneln und dann in kleine derbe Papeln übergehen. Sie wird durch Zerkarien verursacht. Das sind im Wasser lebende Larven kleiner Saugwürmer.
Ihr Auftreten steht im engen Zusammenhang mit der Anwesenheit von Wasservögeln und
Wasserschnecken im Strandbereich. Enten scheiden als Endwirt mit dem Kot die Eier der
Erreger aus. Die Wasserschnecken fungieren im Lebenszyklus der Saugwürmer als Zwischenwirt für die Larven. Wassertemperaturen über 20 °C begünstigen die Entwicklung und
damit das Überleben der Zerkarien im Wasser. Sie halten sich vor allem an der Wasseroberfläche auf, sind mit bloßem Auge jedoch nicht zu erkennen.
Der Mensch wird von den Zerkarien nur versehentlich als „Fehlwirt“ befallen. Die Larven
sterben nach dem Eindringen in die menschliche Haut schnell ab. Beim ersten Kontakt wird
zunächst keine oder nur eine geringe Hautreaktion ausgelöst. Erst bei wiederholter Infektion
tritt bei sensibilisierten Menschen die Zerkariendermatitis mit verstärkter Symptomatik auf,
die dann bis zu 10 Tage oder länger anhalten kann.
Bitte beachten Sie folgende Hinweise und Empfehlungen
1. Meiden Sie beim Baden die Uferzonen und schilfnahen Bereiche, in denen Wasserschnecken überwiegend auftreten.
2. Bei bereits aufgetretener Hautirritation sollten Sie auf das Baden verzichten!
3. Nach dem Verlassen des Wassers sollte nasse Badebekleidung schnell abgelegt, der
Körper rasch geduscht und kräftig mit einem Badetuch abgerieben werden.
4. Das Auftragen einer speziellen wasserabweisenden Sonnencreme kann das Eindringen
der Zerkarien in die Haut einschränken, aber nicht völlig verhindern! Lassen Sie sich dazu in der Apotheke beraten.
5. Suchen Sie bei starken Beschwerden (massiver Juckreiz oder Sekundärinfektionen
durch Kratzen) einen Arzt auf. Juckreiz- und entzündungshemmende Salben und Gele
können lindern.
6. Füttern Sie auf keinen Fall Wasservögel im Badebereich, da durch deren Anwesenheit
der Parasitenbefall des Wassers erhöht wird.
Im Auftrag
Dr. med. Michaela Hofmann
Amtsärztin
weitere Informationen finden Sie
im Internet unter
www.brandenburg.de/badestellen
Endwirt Wassergeflügel
Endwirt Wassergeflügel
Foto: Irina Franken MUGV
Foto: Petra Walter- Moll
Symptome und Hinweise zum Schutz
Informations- und Beratungsangebote
Symptome bei Badedermatitis
.
¾
Anfänglich mückenstichartige Lokalreaktion der Haut
¾ Bei weiterem Befall Bildung von roten Flecken, die nach
24 Stunden einen Durchmesser von etwa 0,5 cm
erreichen können.
¾ An den Folgetagen juckende Quaddelbildung,
vollständiges Abklingen nach 10 - 18 Tagen.
¾ Bei hypersensiblen Personen können Beschwerden,
wie Übelkeit, Fieber, Erbrechen und Schockzustände
auftreten. In diesem Fall muss ein Notarzt gerufen
werden.
Zu allen Fragen zur Hygiene und Gesundheitsvorsorge stehen
Ihnen in Brandenburg die Gesundheitsämter der Landkreise
und kreisfreien Städte zur Verfügung. Sie erhalten eine
umfassende Beratung.
Wie kann man sich schützen?
¾ Uferzonen und schilfreiche Bereiche, in denen
Wasserschnecken überwiegend auftreten, meiden.
¾ Das Auftragen von wasserabweisenden Sonnencremes
erschwert das Eindringen der Zerkarien.
¾ Wasservögel im Badestellenbereich nicht füttern.
¾ Auf Informations- oder Warntafeln vor Ort achten.
¾ Falls dennoch gebadet wird, nach dem Baden duschen,
Badebekleidung wechseln und den Körper kräftig mit
einem Badetuch abfrottieren.
¾ Bei Vermutung einer Zerkariendermatitis kann eine
Linderung durch lokale Anwendung entzündungs- und
juckreizstillender Präparate erreicht werden.
Falls Beschwerden nach dem Baden, wie Hautreizungen
oder Quaddeln auftreten, sollte ein Arzt aufgesucht und
das Gesundheitsamt davon unterrichtet werden.
Verbraucherschutz
Während der Badesaison können Sie sich über die aktuelle
Qualität der Brandenburger Badegewässer im Internet unter
www.brandenburg.de/badestellen informieren.
Dort sind auch die Adressen und Telefonnummern der
regionalen Ansprechpartner sowie weitere Informationen zu
finden.
Ministerium für Umwelt, Gesundheit und
Verbraucherschutz
des Landes Brandenburg
Referat Presse- undÖffentlichkeitsarbeit
Heinrich-Mann-Allee 103
14473 Potsdam
Telefon: (0331) 866 - 7237 und - 7017
Fax:
(0331) 866 - 7018
www.mugv.brandenburg.de
[email protected]
Titelfoto: Steffi Grunewald LUA Brandenburg
Badedermatitis
Zerkariendermatitis
Zwischenwirt Lymnea stagnalis
Zerkariendermatitis
Gabelschwanz-Zerkarie, mikroskopische Aufnahme
Foto: Ch. Ansorge, LAV Sachsen- Anhalt
Foto: Dermatologische Ambulanz Triemli Zürich
Foto: Ch. Ansorge, LAV Sachsen- Anhalt
Gefährdungspotenzial
von Zerkarien
Zerkarien
in Badegewässern
Zerkarien oder
Gabelschwanzlarven
¾
Die Badegewässerrichtlinie 2006/7/EG und die
Brandenburger Badegewässerverordnung enthalten
keine Bestimmungen zur Untersuchung der
Badegewässer auf Zerkarien.
¾
Die Zerkarien- oder Badedermatitis ist eine seit
langem bekannte und in der Regel unkompliziert
verlaufende Hauterkrankung, die gewöhnlich auch
wieder folgenlos abklingt.
¾
Zerkarien sind Larven kleiner Saugwürmer
(Trematoden), die in Mitteleuropa normalerweise in den inneren Organen von Wassergeflügel leben.
¾
Zerkarien
kommen
in
Brandenburger
Badegewässern nur sehr selten vor. Es besteht kein
unmittelbarer
Zusammenhang
mit
der
Wasserqualität.
¾
Das Verschlucken von Zerkarien führt nicht zu einer
Erkrankung. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch
ist ausgeschlossen.
¾
¾
¾
Die ersten Zerkarien können im Frühsommer
auftreten. Zu einem „Ausschwärmen“ kann es vor
allem im Hochsommer bei lang anhaltendem
Sommerwetter mit Wassertemperaturen über 20° C
kommen. Eine Vorhersage ist deshalb nicht
möglich. Die Überlebensdauer der Zerkarien im
Wasser beträgt nur zwei bis drei Tage. Sie halten
sich überwiegend an der Wasseroberfläche auf.
Die Hautreaktion kann sich bei weiterem Befall
verstärken und es kommt zur erhöhten Abwehrreaktion
des Immunsystems mit Quaddelbildung und Juckreiz.
Die Erreger der Badedermatitis können mit
dem bloßen Auge nicht wahrgenommen
werden. Es handelt sich um mikroskopisch
kleine Larven, die gelegentlich in Badegewässern, insbesondere mit einem hohen
Besatz an Enten und Wasservögeln, während
der Badesaison auftreten können.
¾
Kinder und Allergiker sind besonders gefährdet.
¾
Die Wurmeier gelangen mit dem Vogelkot ins
Wasser, wo sie im Uferbereich die dort lebenden Schnecken („Zwischenwirt“) infizieren. In
der Schnecke entwickeln sich sehr zahlreich
die Zerkarien, die bei warmen Wassertemperaturen ausschwärmen, um ihren
Endwirt, den Wasservogel, zu suchen. Dabei
kann es passieren, dass die oder der
Badende als „Fehlwirt“ von den Zerkarien
befallen wird. Diese bohren sich in die
dickere Haut des Menschen, sterben kurze
Zeit später ab, können aber eine Dermatitis
auslösen.
¾
In der Internetbadestellenkarte des Landes und an
den ausgewiesenen Badegewässern (Badestellen)
vor Ort werden in der Badesaison erforderlichenfalls
aktuelle Informationen zum Auftreten und zur
Verbreitung von Zerkarien veröffentlicht und
bekannt gemacht.
Zerkariendermatitis
Foto: Wikepedia
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