HPV-Infektion - Dr. Walter Lingard

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MiniMed 11.05.2006
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… neue Wege in der Medizin
- die Impfung gegen
Gebärmutterhalskrebs
Dr. Heide Lingard
Medizinische Universität Wien
Abteilung Allgemein- & Familienmedizin
…worum geht es?
Erstmals wird man sich durch
Vorsorge vor gefährlichen und
chronischen Krankheiten (z.B.
Gebärmutterhalskrebs, Feigwarzen,
etc.) wirksam schützen können !
Durch eine Vorsorge- IMPFUNG.
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1. Das Humane Papilloma Virus (HPV)
2. Der Grund für die Entwicklung einer
Impfung – Gebärmutterhalskrebs
3. Andere Krankheiten, die durch HPV
ausgelöst werden
4. Impfstoffe und derzeitige
Empfehlungen
5. Ein Blick in die Zukunft der Forschung
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Das Humane Papilloma Virus
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•
>100 Untertypen (Subtypen)
> 80% der Subtypen verursachen
verschiedene Krankheiten
> 80% der Menschen kommen einmal
im Leben mit diesem Virus in Kontakt,
aber wenige haben Symptome
Infektion meistens selbstheilend
bei 20% chronischer Verlauf
Übertragung: hauptsächlich durch
Austausch von Körperflüssigkeiten –
Geschlechtsverkehr!
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Die häufigsten Virus-Subtypen
1. Krebsauslösende Typen
(70% der Gebärmutterhalskrebsfälle)
• 16
• 18
2. Nicht Krebsauslösende Typen
(90% der Feigwarzen / Kondylome)
•
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Häufigkeit von HPV
Subtypen - Altersverteilung
Alle Subtypen
krankheitsauslösende Typen
(Clavel et al.,
Br J Cancer 1999)
(Alter)
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Warum impfen ?
Wovor schützen ?
Gebärmutterhalskrebs
(Cervix Carcinom)
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• 90 % der Fälle sind mit
HPV infiziert
• Meist ausgelöst durch
Subtypen:
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– 16 (50%)
– 18 (20%)
(Bosch et al., J Nat Cancer Inst 1995)
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Gebärmutterhalskrebs
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Tod
Eierstock
Gebärmutterhalskrebs (Muttermund)
Scheide
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WHO Daten 1
• Weltweit ca. 660 Mio Menschen mit HPV infiziert
• 500.000 neue Fälle von Gebärmutterhalskrebs
weltweit – Europa 33.500 jährlich
• 239.000 Tote pro Jahr, 80% davon in
Entwicklungsländern – Europa 15.000
• Durch Routineuntersuchung / Screening
beim Gynäkologen (PAP-Abstrich) in
Industrieländern weniger Todesfälle als in
Entwicklungsländern
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WHO Daten 2
• Täglich versterben in Europa 40 Frauen
an Folgen des Gebärmutterhalskrebses
• Meisten HPV - Neuinfektionen treten bei
Jugendlichen < 25 Jahren auf
• 1 von 100 Personen, die mit Hochrisikosubtyp
16 oder 18 infiziert ist, entwickelt innerhalb von
20 Jahren Krebs
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Neue Fälle von
Gebärmutterhalskrebs weltweit
Per 100.000 Personen
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(Schiffman et al., NEJM 2005)
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Weitere Krankheiten,
die durch HPV ausgelöst werden
können…
1. Jugendliche
Kehlkopfpolypen (Papillome)
• 7 Kinder von 1000
erkranken, wenn die
Mutter mit HPV infiziert
ist (Silverberg et al. 2003)
• Subtypen:
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– 6 & 11
• Infektion meistens
während der Geburt
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• Häufigste Form von
gutartigen Tumoren im
Hals- und Kehlkopfbereich
• Meist nur operative
Behandlung möglich
• Hohe Wahrscheinlichkeit für
ein Wiederauftreten nach
einer Behandlung (90%)!
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Papillome an der Zunge
Kehlkopfkrebs
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2. Kehlkopfkrebs
3. Peniskrebs
4. Analkrebs
5. Tumore im Halsund Rachenraum
(vor allem
Gaumenmandel=
krebs)
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6. Feigwarzen
(Condylomata acuminata)
• 90% aller Kondylome durch
HPV verursacht
• Subtypen:
– 6 & 11
• Schwierige, langwierige und
schmerzhafte Behandlung
• 1-2 % der Bevölkerung
betroffen
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Derzeitige Therapiemöglichkeiten
bei Kondylomen…
• Lokale Behandlung mit Cremen, um das
Wachstum und die Ausbreitung zu bremsen
• Lokales Verätzen
• Vereisen (Kryotherapie)
• chirurgisches Entfernen der
Warzen (Strom, Laser, Skalpell)
! Kondome vermindern das Risiko für
Feigwarzen, nicht für Krebs !
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…Impfstoffe
und derzeitige Empfehlungen
Impfstoffe…
• Präventive Impfung (Vorsorgeimpfung)
keine therapeutische Impfung!!
• Totimpfstoffe
• 2-fach Impfstoff (Cevarix)
– Subtypen 16 & 18
• 4-fach Impfstoff (Gardasil)
– Subtypen 6, 11, 16 & 18
• 2 Pharmafirmen
• Zulassung in den USA 2006
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Derzeitige Studienergebnisse:
1.
2.
Wirksamkeitsstudien:
• fast 100% Impfschutz vor Gebärmutterhalskrebs
• > 90% Schutz vor chronischer Infektion und
Schleimhautveränderungen (z.B. Feigwarzen)
• sehr gut verträglich
Laufende weltweite Bevölkerungsstudie an
> 25.000 Frauen:
• 100% Schutz vor Krebsvorstufen
• Auffrischungsintervall derzeit wahrscheinlich
alle 4 bis 5 Jahre
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Wer sollte geimpft werden?
• Mädchen vor dem ersten Geschlechtsverkehr
(laut WHO mit Schuleintritt, 9 - 12 Jahre)
• Frauen, bei denen zur Zeit keine HPV Infektion
(Typ 6, 11, 16 oder 18) nachgewiesen werden kann
• 3x Impfung (i.m.) zur Grundimmunisierung
(Wiederholung nach 1 – 2 und 6 Monaten)
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WHO Empfehlung
Die Impfung soll
zusätzlich
zur gynäkologischen
Vorsorgeuntersuchung
durchgeführt werden
! PAP-Abstrich !
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Hohe Durchimpfungsrate:
• weniger Fälle von Krebsvorstufen und
Feigwarzen
• in den nächsten Jahrzehnten auch weniger Fälle
von Gebärmutterhalskrebs
Außerdem laufen Studien zur
Entwicklung eines therapeutischen
Impfstoffes zur Behandlung von
Gebärmutterhalskrebs.
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Danke!
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