Einstellbare Mikrolinse mit integriertem

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FRAUNHOFER-INSTITUT FÜR PHOTONISCHE MIKROSYSTEME IPMS
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1
1 Einstellbares Mikrolinsenbauteil
mit integriertem Polymeraktor.
2 Siliziumwafer mit prozessierten
EINSTELLBARE MIKROLINSE MIT
INTEGRIERTEM POLYMERAKTOR
Mikrofluidik-Linsenkammern.
Konventionelle optische Kameras und
Das Fraunhofer IPMS hat ein einstellbares
Abbildungssysteme mit Autofokus- und
miniaturisiertes Linsensystem entwickelt,
Zoomfunktion verwenden verschiebbare
was sich durch kompaktes und flexibles
Fraunhofer-Institut für
Linsenelemente, um Schärfe und Vergröße-
Design (Abb. 1) auszeichnet. Eine kontinu-
Photonische Mikrosysteme IPMS
rungsfaktor einzustellen. Die Linsenelemen-
ierliche Veränderung der Brennweite wird
te werden hierbei über ein aufwendiges
durch integrierte Polymeraktoren bewirkt,
Maria-Reiche-Str. 2
Positionierungsystem verschoben. Aufgrund
die sich durch Anlegen eines elektrischen
01109 Dresden
der relativ großen Abmessungen eines
Feldes gezielt auslenken lassen.
Ansprechpartner
solchen Autofokus- und Zoomsystems ist
es schwierig, diese optischen Funktionen in
Dr. Michael Scholles
Miniaturanwendungen wie beispielsweise
Telefon +49 351 8823-201
Mobiltelefonkameras zu integrieren.
[email protected]
Dr. Florența Costache
Telefon +49 351 8823-259
[email protected]
www.ipms.fraunhofer.de
Design – Herstellung – Betrieb
Es wurde ein Konzept für eine einstellbare
Um die Funktionalität von Zoom- und
Mikrolinse entwickelt, welche sich auf
Autofokusobjektiven oder anderer verstell-
Wafer-Level herstellen lässt (Abb. 2).
barer optischer Elemente zu verbessern,
Das Bauteil besteht aus zwei aufeinander
deren Effizienz zu steigern und die Kosten
gebondeten mikrofluidischen Kammern,
zu verringern, werden seit einiger Zeit
die voneinander durch eine flexible
alternative Lösungen eingesetzt, darunter
Elastomer-Membran getrennt sind. Beide
auch Linsenelemente mit kontinuierlich
Kammern sind mit unterschiedlichen
einstellbarer Brennweite.
Flüssigkeiten befüllt. Der innere Teil der
Elastomer-Membran definiert den optisch
wirksamen Teil der Linse. Im äußeren
micro-lens-d
Polymeraktor und
Linsenmembran
Mikrofluidik­
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kammern
4
5
Vorteile
Hauptmerkmale
einem speziellen elektrostriktiven Polymer
Das hier gezeigte Konzept einer
„„ kontinuierlich spannungseinstellbare
mit besonders hoher Dehnung angebracht.
Flüssigkeitsmikrolinse mit einstellbarer
Das Design der Aktoren ist so gewählt,
Brennweite ermöglicht die Herstellung
dass sie bei Aktivierung die Flüssigkeit ins
eines miniaturisierten Linsensystems mit
Innere der Kammer und damit gegen die
kompaktem und flexiblem Design. Sowohl
Linsenmembran drücken. Dadurch kann die
Betrieb, Handhabung als auch Herstellung
Stärke der Linsenwirkung gezielt in Abhän-
erweisen sich als einfach und robust.
gigkeit von der Verformung der Membran
Mit einer Apertur von 3 mm und dem
gesteuert werden. Abb. 3 zeigt schematisch
geringen Platzbedarf von 10 × 10 mm²
die einzelnen Teile des Mikrolinsenbauteils,
kann die einstellbare Mikrolinse in ein
Abb. 4 und 5 zeigen die Wirkweise.
Zoomobjektiv oder ein Autofokussystem
Bereich sind kreisförmig um die Linse
herum auf der Membran Mikroaktoren aus
einer Mobiltelefonkamera integriert werDer Einsatz zweier mikrofluidischer
den.
Kammern ermöglicht ein kompaktes
Darüberhinaus kann die einstellbare
und robustes Mikrolinsendesign und
Mikrolinse des Fraunhofer IPMS in vielen
bietet zudem den Vorteil, Flüssigkeiten
anderen Anwendungsgebieten zum Einsatz
unterschiedlicher Brechzahlen einsetzen zu
kommen wie beispielsweise in medizini-
können. Dadurch kann die Brennweite der
schen oder industriellen Bildsystemen, in
Mikrolinse noch flexibler und zuverlässiger
optischen Systemen zur Laserstrahlkontrolle
an den Einsatzzweck angepasst werden.
oder für Lab-on-a-chip-Anwendungen zum
Nachweis und zur Manipulation von Zellen.
Die Herstellung des einstellbaren Mikrolinsenchips umfasst die Aktorherstellung
Durch den Einsatz von Wafer-Level-
mit Hilfe eines Layer-by-Layer-Prozesses,
Prozessen können mehrere Bauteile gleich-
die Strukturierung der mikrofluidischen
zeitig auf einem Wafer hergestellt werden,
Kammer mittels Siliziumwaferprozessierung
was mehr Flexibilität im Design und eine
sowie die Bearbeitung von Glaswafern.
kostengünstige Herstellung erlaubt.
Brennweite
„„ großer Einstellbereich
„„ Wafer-Level-Technologie
„„ einfache Integration in optische Systeme
„„ flexibles und skalierbares Design
„„ Einsatz von Polymeraktoren mit hoher
Auslenkung
„„ keine mechanischen Teile
Anwendungen
„„ Autofokus
„„ optische Zoomobjektive
„„ Kameras für Mobiltelefone
„„ medizinische Bildsysteme
„„ Miniatur-Industriekameras
„„ Laserstrahlmanipulation
„„ Lab-on-a-chip-Systeme
Mittels Waferbondverfahren werden die
Einzelteile zum Gesamtbauteil verbunden
Spezifikationen
und abschließend die Mikrofluidikkammern
mit Öl befüllt.
Die so fertiggestellten Mikrolinsen erreichen
eine Brechkraftänderung von mehr als
15 dpt bei einer Aktorauslenkung von
etwas mehr als 100 µm.
„„ Apertur: 3 mm
„„ Brechkraftvariation: 15 dpt
„„ Abmessungen: 10 × 10 mm²
„„ Konvexes oder konkaves Design
„„ Transmission > 94 % (400 - 700 nm)
3 Explosionszeichnung der
einstellbaren Mikrolinse.
4 Wirkprinzip bei endlichem
Fokus, d. h. aktuiert / E an.
5 Wirkprinzip bei unendlichem
Fokus, d. h. nicht aktuiert / E aus.
(E bezeichnet das elektrische Feld
am Aktor)
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