Vom Raum in die Ebene Geometrie für den Anschauungsraum

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Vorlesung Didaktik II: Entwicklungen des Geometrieunterrichts
Univ.-Prof. Dr. Anselm Lambert SoSe 2011
Vorlesung Didaktik II: Entwicklungen des Geometrieunterrichts
Univ.-Prof. Dr. Anselm Lambert SoSe 2011
VOM RAUM IN DIE EBENE UND ZURÜCK
Vom Raum in die Ebene
Ebene Figuren wie Dreiecke, Vierecke, andere
Vielecke, Kreise lassen sich auf einem
Zeichenblatt
Räumliche Figuren (Körper) lassen sich prinzipiell nicht auf einem ebenen
Zeichenblatt in wahrer Form oder Größe darstellen.
Beispiel: Tetraeder
¾ entweder in wahrer Größe
¾ oder – unter Beibehaltung ihrer Form! –
maßstäblich vergrößert oder verkleinert
darstellen (!).
Dabei bleiben alle Maße (Längen,
Flächeninhalte, Winkelgrößen)
evtl. bis auf einen Maßstabsfaktor erhalten.
Wünschenswertes Ziel ist eine
möglichst anschauliche, weitgehend maßgerechte Darstellung.
Leider(?) muss dabei ein Kompromiss gefunden werden,
da Anschaulichkeit und Maßgerechtheit sich teilweise widersprechen.
(vgl. Krauter 2005)
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Geometrie für den Anschauungsraum
Unter dem Anschauungsraum wollen wir diejenige intersubjektive
kognitive Struktur verstehen, die wir während unserer Kindheit durch einen
Anpassungsprozess an den uns umgebenden physikalischen Raum, sowie
durch gezielte Beschäftigung mit ebener und räumlicher Geometrie
während unserer Schulzeit erworben haben.
Die kognitive Struktur Anschauungsraum ermöglicht uns die Orientierung
im Raum und die Anwendung geometrischer Begriffe und Verfahren in
realen Situationen.
(Holland 1988, siehe auch Holland 2007)
Es ist eine zentrale Aufgabe des Geometrieunterrichts
in den Lernenden eine Vorstellung vom Anschauungsraum auszubilden.
Zur Erinnerung: Wir sehen, was wir wissen.
Aufgabe: Stellen Sie einen Würfel auf eine Ecke und füllen Sie ihn mit
einer Flüssigkeit. Welche Form hat die Wasseroberfläche?
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Abbildungen erzeugt mit DPGraph
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Zur Erinnerung: Schülerinnen und Schüler stellen Körper dar (z. B. als Schrägbild)
Einerseits: Zentralperspektive
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Wenn aus Kreisen Ellipsen werden – Teil 1 ….
Perspektive Abbildung eines Kreises (z.B. Foto)
Vorgabe: Die Darstellung soll möglichst anschaulich sein.
Dabei wird ein Körper im Raum durch Projektionsstrahlen, die alle durch
ein gemeinsames Zentrum verlaufen, auf eine Ebene projiziert.
¾
¾
¾
¾
anschaulich
wenig maßgerecht
geradentreu, aber nicht parallelentreu
nicht teilverhältnistreu
(z.B. die Mitte bleibt nicht immer die Mitte)
(vgl. Krauter 2005, und Scheid 2007, Abbildung erzeugt mit Euklid Dynageo)
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Schülerinnen und Schüler stellen Körper dar (z. B. als Schrägbild)
Einerseits: Zentralperspektive
Andererseits: Parallelprojektion
¾ konstruktiv aufwändig
¾ Entspricht der fotografischen Aufnahme
Vorgabe: Die Darstellung soll weitgehend maßgerecht sein.
Dabei wird ein Körper im Raum durch zueinander parallele
Projektionsstrahlen, auf eine Ebene projiziert.
¾ weniger (?) anschaulich
¾ weitgehend maßgerecht
¾ geradentreu (falls Gerade nicht parallel zu Projektionsrichtung)
und parallelentreu
¾ teilverhältnistreu (z.B. die Mitte bleibt immer die Mitte)
¾ konstruktiv einfach
Realisierung durch Schattenwurf von Kantenmodellen (Knete und
Schaschlikspießchen) im Sonnenlicht oder im Abblendlicht eines PKW.
Anwendung in technischen Zeichnungen und Bauplänen.
(vgl. Krauter 2005 und Scheid 2007)
(vgl. Krauter 2005 und Scheid 2007)
Abbildung links erzeugt mit Euklid Dynageo, Abbildung rechts: http://www.eiba.tuwien.ac.at/Lehre99/exkursionen/Russland/Schienen.jpg
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Spezialfälle der Parallelprojektion von besonderer Bedeutung:
Wenn aus Kreisen Ellipsen werden – Teil 2 ….
Kavalierprojektion (Bildebene vertikal: Wand)
Parallelprojektion eines Zylinders
¾ Seitenansicht des Objekts in wahrer
Größe
¾ Winkel zur dritten Achse frei wählbar
üblich sind 135° (bzw. 45°)
¾ Verkürzungsfaktor frei wählbar
üblich sind 21 oder 21 2
Bewegliche Konstruktion unter
Ausnutzung der Eigenschaft
„parallelentreu“.
Welche Rolle spielen
die Strahlensätze?
Kästchendiagonale nutzen!
Mit Winkel und Verkürzungsfaktor experimentieren!
(vgl. Krauter 2005 und Scheid 2007)
Welche Körper werden hier
dargestellt?
Abbildungen rechts erzeugt mit dem beweglichen
Programm KOERPERGEOMETRIE
Was haben die beiden Darstellungen
gemeinsam, was unterscheidet sie?
(http://www.mathe-schumann.de)
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Wie lassen sich Pyramiden und Tetraeder unterscheiden?
Spezialfälle der Parallelprojektion von besonderer Bedeutung:
Parallelprojektion eines Tetraeders
Militärprojektion (Bildebene horizontal: Fußboden)
¾ Grundriss des Objekts in wahrer Größe
¾ Winkel zur dritten Achse frei wählbar
üblich sind 120° (bzw. 60°)
¾ Verkürzungsfaktor frei wählbar
üblich sind 21 bzw. 23 .
(vgl. Krauter 2005 und Scheid 2007)
Wie unterscheiden sich
diese Darstellungen von
den vorhergehenden?
Abbildungen rechts erzeugt mit
KOERPERGEOMETRIE
Konstruktion?
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Unmögliche Figuren
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Aspekte des
Geometrieunterrichts
(vgl. Leitidee Raum und Form)
¾
¾
¾
¾
¾
¾
Abbildungen: http://www.schneider-andre.net/optische-taeuschungen-unmoegliche-figuren.php
Symmetrie
Kongruenz
Parallelen
Koordinaten
Konstruktionsaufgabe
Darstellungen von Körpern
(insbesondere: Grenzen der
Darstellungsmöglichkeiten)
¾ Gedankliche Operation mit Körpern
¾ Analyse geometrischer Objekte des Raumes
(vgl. auch Ernst 1998 und Scheid 2007)
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Noch mehr Möglichkeiten von Unmöglichem
Abbildungen: http://www.schneiderandre.net/optische-taeuschungenunmoegliche-figuren.php
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Noch mehr Möglichkeiten von Unmöglichem
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Und nicht zu vergessen:
M.C. ESCHER
Abbildungen: http://www.schneiderandre.net/optische-taeuschungenunmoegliche-figuren.php
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Quelle:
www.artchive.
com bzw.
www.mcescher
.com
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