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MEDITERRANE
PRACHT IM TESSIN
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ennen Sie die Pflanze, die uns zur Zeit wieder mit ihrer Blütenpracht in mediterrane
Stimmung versetzen will?
Es handelt sich um den Oleander, er wird auch Rosenlorbeer genannt und ist bei uns
eine beliebte Gartenpflanze. Seine Heimat ist das Mittelmeergebiet und der Orient. Vor rund
400 Jahren wurden bei uns die ersten Oleander als Wildform angepflanzt. Diese hatten nur
einfache Blüten in den Farben rosa oder weiss. Später entstanden durch Züchtung neue Sorten
mit nun auch gefüllten Blüten in vielen Farben von dunkelrot über orange, gelb, lachsfarben
und rosa bis zu weiss hin in allen Zwischentönen.
Die Oleanderpflanze liebt Wärme und viel Licht. Steht sie an einer warmen Süd- oder Südwestlage, so entwickelt sie meist reichlich Blütenknospen. Denn die warmen Temperaturen
fördern die Blühwilligkeit, während sich die Knospen bei kühlen Temperaturen kaum öffnen.
Die Oleanderpflanze ist in den Tessiner Gärten winterhart. Wir treffen sie auch auf Strassen
und Plätzen als kleiner Strassenbaum oder in Strauchform als Kübelpflanze an sonnigen
Standorten.
Der Oleander (lateinisch Nerium oleander) gehört zur Pflanzengruppe der Apocynaceae. Die
Blätter sind ledrig, immergrün und haben eine lanzettförmige Form. Sie können bis 10 Zentimeter lang werden und sind jeweils zu dritt, quirlförmig am Zweig angeordnet. Die Oleanderblüten sind als Trugdolden angeordnet und blühen von Juni bis Oktober. Gewisse Sorten haben Blütenduft – die weissblütende duftet generell weniger. Bekannt ist, dass die weissen oder
gelben Blüten die Nässe schlechter ertragen und schneller altern. Zur Bestäubung der Blüte
sind nur langrüsselige Schmetterlinge und Nachtfalter imstande, denn nur sie können den Blütengrund erreichen. Danach entstehen die bis zu 15 Zentimeter langen Fruchtkapseln mit behaarten Samen. Der Oleander enthält in allen Pflanzenteilen den Inhaltsstoff Oleandrin, der
für Mensch und Tier giftig ist.
Blüht der Oleander nur spärlich und die untersten Blätter werden gelb und fallen ab, war meist
ein Wassermangel die Ursache. Eine solche Pflanze, die unten etwas kahler geworden ist,
kann wieder verjüngt und in Form geschnitten werden. Dies sollte aber erst im Herbst geschehen, da der Oleander in der Nachblütezeit einen starken Rückschnitt gut erträgt. Hingegen bei
einem Schnitt im Frühjahr wird die Pflanze im Herbst oder gar erst im darauffolgenden Jahr
blühen.
Giorgio Aeberli, Landschaftsarchitekt, Gordola – www.aeber.li
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