Unterschätztes Problem Hypoglykämien

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NICHT ZUR WEITERLEITUNG BESTIMMT
HAT Studie deckt auf
Unterschätztes Problem Hypoglykämien
Berlin, 14. Mai 2015 – Hypoglykämien (Unterzuckerungen) spielen für eine erfolgreiche Diabetestherapie eine wesentliche Rolle. Die Ergebnisse
der sogenannten Hypoglycaemia Assessment Tool (HAT) Studie* zeigen
nun, dass mit Insulin behandelte Menschen mit Diabetes deutlich häufiger unterzuckert sind als bislang angenommen.1 Das kann sich negativ
auf die Therapietreue und die Therapieergebnisse auswirken. Die Ergebnisse der Untersuchung wurden auf dem diesjährigen Kongress der
Deutschen Diabetes Gesellschaft präsentiert.
Ziel der HAT-Studie war es, die Genauigkeit von Angaben zu Unterzuckerungen
aus der Erinnerung zu überprüfen. Dazu wurden Menschen mit Diabetes zunächst gefragt, wie häufig sie in den vergangenen sechs Monaten eine Hypoglykämie erlebt hatten. Dann wurden sie gebeten, einen Monat lang jedes Ereignis
in einem Tagebuch festzuhalten. Bei dieser objektiven Dokumentation ergaben
sich in der Studie deutlich höhere Werte als die Angaben aus der Erinnerung
erwarten ließen.
Die aktuellen Ergebnisse aus der internationalen Umfrage: Retrospektiv, also
aus der Erinnerung, berichteten die befragten Menschen mit Typ 1 Diabetes von
51,5 Hypoglykämien pro Patientenjahr – 16,5 waren es bei Menschen mit Typ 2
Diabetes. Deutlich höhere Raten an Hypoglykämien zeigten sich jedoch prospektiv anhand der Tagebucheinträge: 73,3 (Typ 1 Diabetes; T1D) bzw. 19,3
(Typ 2 Diabetes, T2D) Hypoglykämien pro Patientenjahr wurden im Rahmen der
Studie gemeldet. Insgesamt berichteten rund vier von fünf Patienten mit Typ 1
Diabetes und gut die Hälfte derer mit Typ 2 Diabetes von mindestens einer Hypoglykämie im Rahmen der Studie.2
„Diese Ergebnisse zeigen, dass Angaben aus der Erinnerung, wie sie in Studien
oft erhoben werden, die Problematik nicht angemessen abbilden. Wir können
daher davon ausgehen, dass eine große Dunkelziffer bei Unterzuckerungen existiert“, kommentiert PD Dr. Bernhard Kulzer vom Forschungsinstitut der Diabetes-Akademie Mergentheim die neuen Resultate.
Auch die Daten der insgesamt 2.430 in Deutschland teilnehmenden Patienten
wurden im Rahmen des Kongresses präsentiert – mit ähnlichem Ergebnis: Auch
hierzulande berichten die Studienteilnehmer retrospektiv befragt von 50 (T2D)
bzw. 11,2 (T2D) Hypoglykämien pro Patientenjahr, wohingegen ein Blick ins
*
Die HAT Studie untersucht das Ausmaß der Hypoglykämien bei mit Insulin behandelten Menschen mit Diabetes mit Hilfe von Fragebogen zur Selbsteinschätzung und Patiententagebüchern (über einen Zeitraum von 28
Tagen). HAT ist eine nicht-interventionelle, multizentrische Studie, die über sechs Monate retrospektiv und
über einen Monat prospektiv durchgeführt wurde. Eingeschlossen wurden Menschen mit Typ 1 oder Typ 2
Diabetes ab 18 Jahren, die seit mindestens 12 Monaten mit Insulin behandelt wurden.
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Tagebuch eine weitaus höhere Anzahl aufdeckte – 80,3 (T1D) bzw. 15,6 (T2D)
Hypoglykämien pro Patientenjahr.3
Hypoglykämien beeinflussen die Therapietreue und -ergebnisse
Hypoglykämien, insbesondere solche, die nachts auftreten, sind oftmals nicht
vorhersehbar und schwer zu erkennen. Sie bereiten Menschen mit Diabetes –
aber auch deren Angehörigen – daher oft große Sorgen.4 Untersuchungen zeigen darüber hinaus, dass viele Patienten mit einer eigenständigen Veränderung
ihrer Therapie reagieren: Fast die Hälfte der Menschen mit Typ 1 und mehr als
ein Drittel der Menschen mit Typ 2 Diabetes reduzieren ihre Insulindosis.5 Manche insulinpflichtige Menschen mit Diabetes entscheiden sich sogar, eine Insulindosis wegzulassen.5
Primäres Ziel der HAT Studie: Real-World-Daten
In der Vergangenheit wurde meist das größte Augenmerk auf das Auftreten
schwerer Unterzuckerungen gelegt. Schwere hypoglykämische Episoden haben
durch die Notwendigkeit der Intervention durch Dritte bis hin zur Einweisung ins
Krankenhaus eine offensichtliche gesundheitsökonomische Bedeutung. Die wesentlich häufigeren nicht-schweren Hypoglykämien haben aber möglicherweise
durch resultierende Non-Compliance, Verlust an Produktivität, und häufigere
Arztkontakte eine noch größere ökonomische Auswirkung.
Ziel der HAT Studie war es daher, die Häufigkeit von Hypoglykämien** anhand
einer breiten internationalen Datenbasis erstmals auch prospektiv und unter
Real-World-Bedingungen mit Hilfe von Fragebogen zur Selbsteinschätzung und
Patiententagebüchern zu untersuchen. In die nicht-interventionelle Studie wurden in 24 Ländern in Nordamerika, Südamerika, Europa, dem Mittleren Osten
und Südostasien insgesamt 27.585 Patienten mit Typ 1 oder Typ 2 Diabetes ab
18 Jahren eingeschlossen. In Deutschland nahmen 2.430 Patienten mit Typ 1
und Typ 2 Diabetes teil. Die Untersuchung lief über sechs Monate retrospektiv
und im Anschluss daran einen Monat prospektiv.1
Über Novo Nordisk:
Novo Nordisk ist ein globales Unternehmen der Gesundheitsbranche und durch
seine Innovationen seit über 90 Jahren führend in der Diabetesversorgung. Das
Unternehmen mit Hauptsitz in Dänemark hält außerdem führende Positionen in
den Gebieten Blutgerinnung (Hämostase), Wachstumshormon- sowie Hormonersatztherapie. Novo Nordisk beschäftigt derzeit rund 41.500 Menschen in 75
Ländern und vertreibt seine Produkte in über 180 Ländern. Weitere Informationen unter www.novonordisk.de (Stand: Februar 2015)
**
Hypoglykämien wurden von Patienten auf Basis einer Selbsteinschätzung anhand von Symptomen und/oder
anhand niedriger Blutzuckerspiegel (≤70 mg/dl (3,9 mmol/l)) erfasst. Schwere Hypoglykämien waren (entsprechend der Definition der ADA) definiert als Ereignisse, bei denen Fremdhilfe notwendig war.
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Literatur
1 Khunti K, et al. Self-reported hypoglycaemia: a global study of 24 countries with 27,585 insulin-treated patients with diabe
tes: the HAT study. Diabetologia. 2014;57(Suppl.1):S201 (abstract 481).
2 Kern W et al. Self-reported hypoglycaemia: a global study of 24 countries with 27,585 insulin-treated patients with
diabetes: The HAT study – Poster DDG 2015:P261.
3 Kern W et al. Self-reported hypoglycaemia: a global study of 24 countries with 27,585 insulin-treated patients with diabe
tes:
Results from the German HAT population – Poster DDG 2015:P262.
4 Boyle PJ et al., Physiological and behavioral aspects of glycemic control and hypoglycemia in diabetes. South Med J.
2007;100(2):175-182.
5 Pedersen-Bjergaard U, et al. Patient responses following hypoglycaemia in the HAT study: A global population-based study
of insulin-treated patients with diabetes. Presented at the 50th Annual Meeting of the European Association for the Study of
Diabetes (EASD), Vienna, Austria; 15-19 September 2014.
Kontakt:
Lena Müller • Manager Communications & Public Affairs
Market Access & Public Affairs
Novo Nordisk Pharma GmbH • Brucknerstraße 1 • 55127 Mainz
Telefon: 0 61 31/903 - 3718 • Fax: 0 61 31/903 - 287
E-Mail: lemu@novonordisk.com
Pressekontakt:
Justine Piechatzek • Senior Consultant
MCG Medical Consulting Group Gesellschaft für Medizinberatung mbH & Co.KG
Mörsenbroicher Weg 200 • 40470 Düsseldorf
Telefon: 0 211/51 60 45 - 174 • Fax: 0 211/51 60 45 - 149
E-Mail: justine.piechatzek@medical-consulting.de
Diese Presseinformation enthält Hintergrundinformationen unseres Hauses zu Teilaspekten einer umfassenden, breiten Berichterstattung der Presse über Diabetes und eine
moderne Diabetestherapie. Sie soll eine eigene Befassung der Presse mit diesem wichtigen Thema im Rahmen einer unabhängigen Berichterstattung erleichtern und ist nicht
zur unveränderten Übernahme bestimmt.
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