Hilfe fÜr Haiti

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aktuell - professionell
ERSCHEINUNGSORT GRAZ - VERLAGSPOSTAMT 8010 GRAZ - ZULASSUNGSNR. 02Z033866 V - P.b.b.
MITARBEITERZEITUNG DES ROTEN KREUZES STEIERMARK
Nr. 1/2010
HILFE FÜR HAITI
E-Learning
Team Österreich Tafel
Fortbildung im Roten Kreuz
jetzt auch online möglich
AKTUELL-PROFESSIONELL
Jg. 13 - Nr. 1 | 2010
Verwenden statt
verschwenden. Hier werden
Überschuss und Mangel
zusammengeführt
Fortbildung:
Der gynäkologische und
geburtshilfliche Notfall
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T E R M IN E
S e r v ic e C e n t e r
PERSONELLE VERÄNDERUNGEN
Ursula Lautschan
BGF
Im Jänner 2010 übernahm Ursula Lautschan
das Amt der Bezirksgeschäftsführerin im
Rotkreuz-Bezirk Mürzzuschlag. Die 42-jährige gebürtige Wienerin zeigt sich vor allem
von der Vielseitigkeit des Roten Kreuzes
und der Freiwilligkeit innerhalb Österreichs
größter non-profit-Organisation beeindruckt
und möchte dies auch nach außen tragen:
„Meine Hauptmotivation liegt darin, die
Bevölkerung von unseren Leistungen zu
überzeugen.“
Alois Cividino
BGF
Ronald Vala
ZIVILDIENST
Der 45-jährige selbstständige Unternehmensberater und Erlebnispädagoge übernimmt im
Juni dieses Jahres die Abteilungsleitung für
den Zivildienst im Landessekretariat. Die
langjährige Leiterin Edith Weiss tritt mit
Ende Mai in den (Un)ruhestand. Ronald Vala
verbringt nach einem Schicksalsschlag seine
Freizeit am liebsten mit seiner zehn Jahre
alten Tochter. Er reduzierte seine Firmentätigkeit und steht dem Roten Kreuz derzeit mit
25 Wochenstunden zur Verfügung.
Seit 2002 bereits als Bezirksrettungskommandant in Fürstenfeld tätig, übernahm Alois
Cividino im Jänner dieses Jahres nun auch
den Posten des Bezirksgeschäftsführers. Der
gebürtige Hartberger kann bereits auf einen
langjährigen Werdegang beim Roten Kreuz
zurückblicken: Im Juli 1979 entschloss sich
der 49-jährige Vater dreier Söhne, dem Roten
Kreuz beizutreten. Zahlreiche Fort- und Ausbildungen schmücken seinen Weg bis heute.
21. LANDESBEWERB FÜR ERSTE-HILFE
KRIEGLACH, 3.7.2010
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AKTUELL-PROFESSIONELL
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E dit o r ia l
In h a lt
Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter!
AKTUELLES
2
EDITORIAL 3
HAITI
4-5
TEAM ÖSTERREICH TAFEL
Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter!
„Das Leben von Menschen in Not und sozial Schwachen durch die Kraft der
Menschlichkeit verbessern“ – so lautet unser Mission Statement. Es ist weltweit
gültig und gibt uns den ständigen Kurs für unsere Aktivitäten vor.
Die Marke Rotes Kreuz ist unbestritten, sehr gut verankert und sehr positiv
besetzt. Umfragen ergeben, dass die Bevölkerung in das Rote Kreuz das größte
Vertrauen hat. Mit dem erfolgreichen Kommunikationsschwerpunkt „Aus Liebe
zum Menschen“ wurden auch innerhalb des Roten Kreuzes Erwartungshaltungen geweckt. Die Aktualisierung unseres Leitbildes war daher ein logischer
Folgeschritt.
Die Präsidentenkonferenz des Österreichischen Roten Kreuzes erteilte einer
nationalen Entwicklungsgruppe, bestehend aus Vertretern aller Landesverbände,
den Auftrag ein neues Leitbild zu schaffen. In zahlreichen Workshops, Umfragen
und Arbeitssitzungen wurden tausende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in diesen
Prozess eingebunden. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.
Sie alle werden in den nächsten Wochen persönlich das neue Leitbild erhalten.
Das Thema wird uns nicht nur im Jahr 2010 ständig begleiten. Unser Ziel ist es,
einen gemeinsamen Weg zu beschreiten. Das Leitbild muss im Alltag zu spüren
sein. Wir, das Präsidium des Landesverbandes Steiermark, werden mit gutem
Beispiel vorangehen.
Unser neues Leitbild erfüllt keinen Selbstzweck. Es formuliert klar und deutlich
unseren Anspruch, Menschen in Not bestmöglich und mit hoher Qualität zur
Seite zu stehen. Bei ehrlicher Betrachtung differenziert die Öffentlichkeit nicht
nach einzelnen Bezirksstellen oder Leistungsbereichen. Für sie gibt es EIN
Rotes Kreuz. Jeder von uns steht für alle. Das Handeln jedes Mitarbeiters oder
jeder Mitarbeiterin steht für das gesamte Rote Kreuz. Die effizienteste Form
der Öffentlichkeitsarbeit ist ein geschlossenes Auftreten – nur damit werden
wir auch in der Zukunft unser Image auf dem höchsten Niveau halten können.
Ihr
o.Univ.Prof. DDr. Gerald Schöpfer
Präsident
AKTUELL-PROFESSIONELL
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FORTBILDUNG:
DER GYNÄKOLOGISCHE UND
GEBURTSHILFLICHE NOTFALL 6
7-10
BERUFSMODUL 11
ZIVILDIENST,
SUCHHUNDE
12
EIN TREPPENLIFT FÜR BETTINA
13
AUS DEN BEZIRKEN AUS LIEBE ZUM MENSCHEN
14-15
16
Impressum
Medieninhaber: Österreichisches Rotes Kreuz,
Landesverband Steiermark, 8010 Graz, Merangasse 26,
Tel.: 050 144 5-10000,
E-Mail: [email protected]
Redaktion: August Bäck, Valentin Krause,
Petra Pöllinger (Fortbildung),
Prim. Dr. Klaus Pessenbacher (Fortbildung)
Mitarbeit: Manuel Bartl, Jürgen Brunner, Michaela
Frenzl, Dietmar Gabrovec, Mag. Dr. Peter Hansak, OA.
Dr. Martin Kaimbacher, Elke Klapf, Ursula Lautschan,
Helmut Maier, Jasmin Motschnik, Erwin Schume,
Dir. Simon Strassgürtl, Edith Weiss
Korrektur: Mag. Gerald Schwaiger und
Mag. Jörg Schwaiger
Fotos: Rotes Kreuz, Christian Huemer
Layout, Satz, Graphik: Valentin Krause,
Jasmin Motschnik
Druck: Dorrong Graz
PR-Artikel sind mit PR gekennzeichnet und geben nicht
unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.
Kein Nachdruck ohne Genehmigung.
Erscheinungsweise: vierteljährlich
Wir sind auch ONLINE unter:
http://www.st.roteskreuz.at/67.html
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Steiermark
aktuell
ROTES KREUZ
Ein Erdbeben der Stärke 7,3 nach der Richter-Skala hat am 12. Jänner 2010 auf Haiti schwerste
Zerstörungen angerichtet. Beinahe die gesamte Infrastruktur des Landes wurde zerstört. Metertiefe
Risse machen Straßen unpassierbar. Strommasten und Hütten fielen wie Kartenhäuser in sich
zusammen. Trotz weltweiter Hilfsaktionen wird es Jahre brauchen, um den Inselstaat wieder zur
Unabhängigkeit zu führen. Dietmar Gabrovec war für das Steirische Rote Kreuz sechs Wochen
lang auf Haiti im Einsatz.
E
s ist eine der verheerendsten Naturkatastrophen der jüngeren Zeitgeschichte. Das Beben, das sich am 12. Jänner
2010 auf Haiti ereignete, war das schwerste
der letzten 200 Jahre und legte nahezu den
gesamten Karibikstaat in Schutt und Asche.
Mehr als 150.000 Menschen starben in den
Trümmern. Ebenso viele wurden verletzt.
1,2 Millionen Menschen sind obdachlos.
Die United States Agency for International
Development (USAID) geht von 3 Millionen
unmittelbar Betroffenen aus. Gemäß einer
Einschätzung der Vereinten Nationen (UN)
sei die Ausgangslage aufgrund mangelnder
Infrastruktur, noch verheerender als die der
Tsunami-Katastrophe 2004 im indischen
Ozean. Die UN rief im Zuge der Erdbebenkatastrophe die internationale Gemeinschaft
zur Rekordspende in der Höhe von mehr als
einer Milliarde Euro auf.
sien Erfahrung im Ausland. Das Ausmaß
der Tragödie auf dem Inselstaat brachte
jedoch auch einen routinierten Helfer wie
ihn an seine Grenzen. Die Tage begannen
für die Helfer auf Haiti meist schon früh.
Nach einem spärlichen Frühstück nahm
man die Arbeit zumeist gegen 6.30 Uhr auf.
Dietmar Gabrovec war mit seinem Team
vor allem für die Wasserverteilung in den
Camps, für die Errichtung von Latrinen und
die für die Unterweisung der Bevölkerung
in Hygienemaßnahmen verantwortlich.
Im Radio-Interview sprach der Steirer von
seinem bislang „schwierigsten Einsatz“ und
davon, wie auch die Helfer selbst an den
Grenzen des Ertragbaren gingen. „Wenn man
sich die Hilflosigkeit vorstellt, kommt man
selbst oft an einen Punkt, wo man sagt, ich
kann nicht mehr, es geht nicht mehr. Doch es
muss weitergehen“, sagte Gabrovec, der zum
Zeitpunkt des Interviews noch auf Haiti im
Steirische Hilfe
Einsatz war. Vor allem die Dankbarkeit der
Bevölkerung und der Kinder ließ die Helfer
Der Steirer Dietmar Gabrovec war als Leiter aber jedes Mal von neuem Kraft schöpfen.
eines Rotkreuz-Einsatzteams (Water and
Sanitation) für sechs Wochen auf Haiti im Hilfsaktionen dauern an
Einsatz. Zuvor sammelte der seit 30 Jahren
ehrenamtlich für das Rote Kreuz tätige Inzwischen sind über 970.000 der 1,3 MilWeizer im Iran, in Pakistan und in Indone- lionen Betroffenen zumindest mit Zelten
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AKTUELL-PROFESSIONELL
Jg. 13 - Nr. 1 | 2010
aktuell
S t e i e r m a rk
HILFT HAITI
und Planen versorgt, um sich so vor der
Witterung schützen zu können. Mehr als 50
Hilfsorganisationen arbeiten derzeit auf Haiti
Hand in Hand zusammen. Das Rote Kreuz
verteilt pro Tag zwei Millionen Liter Trinkwasser an die Bevölkerung. 2.000 Menschen
werden täglich in den Gesundheitseinrichtungen behandelt. Mehr als 290.000 Bebenopfer erreichte die Rotkreuz-Hilfe bis dato.
Kein Ende in Sicht
Für das Rote Kreuz stellt der Einsatz auf
Haiti den bisher größten in einem Land dar.
Bis zur Maximalkapazität werden vorhandene Ressourcen eingesetzt. Gemeinsam
mit anderen Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften trägt das Österreichische Rote
Kreuz vor allem zur Versorgung mit Nahrungsmitteln, Notunterkünften, sauberem
Trinkwasser, Hygienepaketen und zur medizinischen Basisversorgung bei. Dennoch
wird es noch Jahre dauern bis der Inselstaat
wieder auf eigenen Beinen stehen kann, war
er doch auch vor der Katastrophe bereits das
ärmste Land der westlichen Hemisphäre.
Hinzu kommt die einsetzende Regen- und
Hurrikanzeit, die das Land schon bald in
eine neuerliche Katastrophe stürzen könnte.
AKTUELL-PROFESSIONELL
Jg. 13 - Nr. 1 | 2010
HAITI
Hauptstadt: Port-au-Prince
Staatsform: Republik
Staatsoberhaupt: Präsident René Préval
Fläche: 27.750 km²
(Österreich: 83.871 km²)
Einwohnerzahl: 9.035.536
Bevölkerungsdichte: 325,6 Einwohner
pro km² (Österreich: 99,5 pro km²)
Amtssprache: Französisch, Créole
Währung: 1 Gourde = 100 Centimes
BIP: ~ 5.435 Mio. US Dollar
(Österreich: ~ 415 Mrd. US Dollar)
Haiti ist seit dem 1. Jänner 1804 von
Frankreich unabhängig. Die Unabhängigkeit wurde aber erst 1825 anerkannt.
Staatsreligion: römisch-katholisch
Aufgrund der schwachen Wirtschaft und
der politisch instabilen Lage wanderten
im letzten Jahrzent über 3 Millionen
Haitianer aus.
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Steiermark
TEAM ÖSTERREICH TAFEL
HILFE, DIE ANKOMMT
Rotes Kreuz und Hitradio Ö3 gehen gemeinsame Wege. Das „Team Österreich“ war nur
der erste Schritt. Jetzt unterstützt die „Team
Österreich Tafel“ bedürftige Menschen in
Österreich.
D
ie „Team Österreich Tafel“ von
Rotem Kreuz und Hitradio Ö3 bringt
Überschuss und Mangel zusammen.
Überschüssige, einwandfreie Lebensmittel
werden von freiwilligen HelferInnen des
„Team Österreich“ eingesammelt und kostenlos an bedürftige Menschen verteilt.
Mehr als eine Million Menschen sind arm
oder armutsgefährdet. Diese Menschen
müssen einen großen Teil des Einkommens
für Lebensmittel aufwenden. Und genau hier
hilft das „Team Österreich“ mit der „Team
Österreich Tafel“ – einem Projekt von Österreichischem Roten Kreuz und Hitradio Ö3.
Wie funktioniert die Tafel?
Freiwillige HelferInnen des „Team Österreich“
sammeln Lebensmittel ein, die von Supermärkten, lokalen Lebensmittelgeschäften,
Bäckern, Gemüsebauern und Produzenten
kostenlos zur Verfügung gestellt werden.
Die gesammelten Lebensmittel werden noch
am selben Tag in Rotkreuz-Ausgabestellen
direkt an Bedürftige ausgegeben – ohne
große Bürokratie und künstlich geschaffene
Hürden. Die subjektiv empfundene Not eines
Menschen ist maßgeblich. Als Anhaltspunkt
gilt die Grenze der Armutsgefährdung für
jene Menschen, die weniger als 60% des
Medianeinkommens der Bevölkerung zur
Verfügung haben. Solange Lebensmittel
vorrätig sind, steht das Angebot der Team
Österreich Tafel jedem zur Verfügung, der
Unterstützung braucht.
„Team Österreich“
Menschen, die anpacken!
Seit der Gründung der Initiative im August
2007 haben sich rund 25.800 Österreicher
registriert, um ihre Fähigkeiten im Bedarfsfall zur Verfügung zu stellen und zu helfen,
wenn Hilfe benötigt wird. Sie sind bereit,
anzupacken, wenn Österreich Hilfe braucht.
Glücklicherweise war der Einsatz im großen
Katastrophenfall noch nicht notwendig. Dennoch hat es allein in den letzten 12 Monaten
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Die „Team Österreich Tafel“ begeistert von Woche zu Woche mehr Menschen
der `Team Österreich Tafel´ angeht. Nahezu
alle steirischen Rotkreuz-Bezirke haben in
den vergangenen vier Wochen an einem
Strang gezogen und die Idee der Tafel auf eindrucksvolle Weise wahr werden lassen. Von
Woche zu Woche konnten mehr Menschen
von der `Team Österreich Tafel´profitieren
und betreut werden. Natürlich werden wir
auch in Zukunft versuchen, der Bevölkerung
Zunehmende Begeisterung
auf diesem Wege zu helfen.“ Genau deshalb
Generell kann man nach ersten Resümees werden noch immer Menschen gesucht,
aus den steirischen Rotkreuz-Bezirken sa- die anpacken, und Firmen, die ihre Waren
gen, dass das Angebot der „Team Österreich spenden.
Tafel“ nahezu in der gesamten Steiermark AKTPROF.
dankend von der Bevölkerung angenommen
wurde. Mag. Andreas Jaklitsch, Geschäftsführer des Roten Kreuzes Steiermark: „Ich
bin sehr positiv gestimmt, was die Zukunft
15 Einsätze gegeben. Diese reichten von
Sicherungsarbeiten unter dem Kommando
der Feuerwehr im südlichen Burgenland,
Aufforstungsarbeiten nach dem großen
Sturm in der Steiermark bis zur Mitarbeit im
Call-Center für die Spendenaktion „Nachbar
in Not“ für Haiti.
INFORMATIONEN
Informationen zur „Team Österreich Tafel“ gibt es beim Ö3-Hörerservice unter
0800/600 600 (kostenlos zwischen 7:00
und 19:00 Uhr) oder online unter
oe3.orf.at/teamoesterreich bzw
www.st.roteskreuz.at/5665.html.
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Steiermark
FORTBILDUNGa2/2010
ktuell
DER GYNÄKOLOGISCHE
UND GEBURTSHILFLICHE NOTFALL
Anatomie und Physiologie
Die Gebärmutter (Uterus) ist ein ca. 8 cm großer Hohlmuskel in der
Gestalt einer Birne. Sie liegt zwischen Harnblase (vorne) und Mastdarm
(hinten) und ragt mit dem Gebärmutterhals (Zervix) in die Scheide.
Innen ist sie mit Schleimhaut (Endometrium) ausgekleidet, welche bei
nicht eingetretener Schwangerschaft einmal im Monat über die Scheide
abblutet (Menstruation).
Kommt es jedoch zur Schwangerschaft, so nistet sich darin der Embryo
ein und die Gebärmutter vergrößert sich um ein Vielfaches.
Von der Gebärmutter gehen beidseits die Eileiter ab, welche die Samenzellen aufwärts zu den Eierstöcken, die befruchtete Eizelle wieder
zurück zur Gebärmutter befördern. Für diesen Transport stehen fünf
Tage zur Verfügung, andernfalls nistet sich der Embryo außerhalb der
Gebärmutter (extrauterin) ein (z.B. Eileiter- oder Bauchhöhlenschwangerschaft).
Jedoch auch bei korrekt eingenisteter Eizelle kann es im Rahmen einer
gestörten Frühschwangerschaft aus vielerlei Gründen zum Absterben
des Embryos mit Abblutung (Fehlgeburt, Abortus) oder ohne Abblutung
(verhaltene Fehlgeburt) kommen.
Neben der Gebärmutter an der Beckenwand befinden sich die beiden Eierstöcke, an welchen Monat für Monat mehrere Eibläschen heranreifen, wobei jedoch nur ein Bläschen der führende und dominante Follikel wird (Graafscher Follikel), der dann das darin enthaltene
Eibläschen zur Befruchtung freigibt. Dies geschieht ca. in Zyklusmitte, also um den vierzehnten Tag nach der letzten Regelblutung herum.
Kommt es zur Befruchtung und somit zur Schwangerschaft , errechnet sich der Geburtstermin nach der Naegele`schen Regel, 1. Tag der
letzten Regelblutung minus 3 Monate plus 7 Tage. Die Schwangerschaft selbst wird in 3 Teile (Trimenons) gegliedert, mit jeweils recht
typischen Veränderungen für die Frau. Im ersten Trimenon (1. – 13. SSW) kommt es häufig zum Auftreten von Übelkeit und Erbrechen
(Hyperemesis gravidarum), im zweiten Trimenon (14. – 26. SSW) nimmt die Gebärmutter deutlich an Größe zu und die Herzfrequenz
der Schwangeren erhöht sich, angepasst an das nunmehr bereits gestiegene Blutvolumen (welches den physiologischen Blutverlust im
Rahmen der Geburt ersetzen soll). Obwohl sich der Embryo bereits in der 8. SSW zu bewegen beginnt, wird dies von der Schwangeren
meist erst in der 20. SSW wahrgenommen. Der Fundusstand der Gebärmutter erreicht mit der 25. SSW ca. Nabelhöhe, ist somit gut
tastbar und markiert damit die Lebensfähigkeit des Kindes. Das dritte Trimenon (27. – 40. SSW) ist dann für die Schwangere meist eine
schon recht beschwerliche Zeit, häufig begleitet von Müdigkeit, Rückenschmerzen, Sodbrennen und manchmal auch Atemnot. Auch
Vorwehen (noch keine muttermundswirksamen Geburtswehen) können zu diesem Zeitpunkt bereits stark vorhanden sein.
Im Zuge einer Schwangerschaft entwickelt sich zeitgleich mit dem Embryo
(welcher aus dem Embryoblasten entsteht) aus dem Trophoblasten der
Mutterkuchen (Plazenta) mit den Eihäuten. Dieser Mutterkuchen dient der
Sauerstoffversorgung und Ernährung des Kindes, hat eine kreisrunde Form
von ca. 20 - 25 cm Durchmesser, eine Dicke von ca. 3 - 5 cm, und liegt der
Gebärmutterwand innen an. Aus der Plazenta entspringt die Nabelschnur,
welche das Blut über 2 Arterien und einer Vene zwischen Kind und Plazenta
zirkulieren lässt. Die übrige Auskleidung der Gebärmutterhöhle wird durch
die sog. Eihäute bewerkstelligt, die am Mutterkuchen ansetzen und einen
mit Fruchtwasser gefüllten Sack bilden in welchem das Kind schwimmt. Um
von dieser Flüssigkeit keinen Schaden zu erleiden, ist das Kind von einer
dicken Schicht Käseschmiere überzogen. Das Fruchtwasser ist jedoch für
das Kind auch nützlich, hat es doch eine Art Stoßdämpferfunktion, und hilft
bei der kindlichen Lungenreifung. Kommt es am Ende der Schwangerschaft
zum Abgang von Fruchtwasser aufgrund von Rissen in den Eihäuten spricht
man vom Blasensprung.
Die meisten Kinder drehen sich ab der 30. SSW in die, für die Geburt günstigere, Schädellage, ca. 3 % verbleiben in einer Beckenendlage.
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Fortbildung
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FORTBILDUNGa 2/2010
ktuell
Steiermark
Geburt
Eine normale Schwangerschaft dauert 40 Wochen (40 x 7 Tage), 10 Monate ab Beginn der letzten Regelblutung, ca. 9 ½ Monate ab
Befruchtung der Eizelle.
Als Geburtsbeginn bezeichnet man das Einsetzen einer regelmäßigen Wehentätigkeit (krampfartiges Zusammenziehen der Bauchdecke
für ca. 1 Minute) für ca. alle 10 Minuten, oder das Auftreten eines Blasensprungs. Gelegentlich geht beiden Ereignissen der Abgang des
blutigen Schleimpfropfs aus dem Gebärmutterhals voraus, was in der romantischen Sprache der Geburtshilfe als „Zeichnen der Gebärenden“ tituliert wird. Im Regelfall hat man nun bei einer erstgebärenden Frau noch 8 - 18 Stunden, bei einer mehrgebärenden Frau 4 - 12
Stunden bis zur Geburt Zeit, sodass es unter diesen Umständen möglich sein sollte ein Krankenhaus zu erreichen. Wie aus zahlreichen
Zeitungsberichten jedoch immer wieder ersichtlich kommen in Österreich auch zahlreiche Außengeburten vor, diese verlaufen in der
Regel jedoch zum Glück meist unkompliziert und komplikationslos.
Die Geburt selbst wird in 3 Phasen unterteilt, erstens die Eröffnungsperiode (von Wehenbeginn bis zum verstrichenen Muttermund – ist
der ca. 10 cm geöffnete Muttermund), zweitens die Austreibungsperiode (vom verstrichenen Muttermund bis zur vollständigen Geburt
des Kindes), wobei hier in der Regel bereits ein Wehenabstand von ca. 3 Minuten vorhanden ist, und man spricht von Presswehen, wenn
die Frau aufgrund des Tiefertretens des kindlichen Kopfes durch den Geburtskanal einen Pressdrang verspürt. Ist diese Phase erreicht
sind es meist nur ein paar Wehen bis zur Geburt des Kindes.
Ist das Kind geboren vermerken sie bitte Geburtszeit und -ort, denn dies ist in weiterer Folge für die Registrierung des Kindes am Standesamt von Wichtigkeit.
Meistens schreien die Kinder unmittelbar nach der Geburt sofort. Sie sollten nun die Nabelschnur im gewohnten „Handflächenabstand“
mit Nabelklemmen versorgen und ausstreifen, bevor sie sie durchtrennen und das Kind der Mutter in seitlicher Position auf den Brustkorb legen.
Zur Erstbeurteilung des Kindes eignet sich der APGAR-Score (siehe Tabelle),wichtig ist jedoch, dass Sie das Kind warm einwickeln
und dabei den größten „Wärmeabgeber“, nämlich den kindlichen Kopf, nicht vergessen.
0
1
2
Atmung
keine
unregelmäßig
regelmäßig, kräftig
Puls
keiner
< 120/min.
> 120/min.
Grundtonus
keiner
träge Bewegungen
spontane Bewegungen
Aussehen
blau oder blass
Stamm rosig, Extremitäten blau
rosig
Reflexe
keine
Grimassen
schreien, husten, niesen
Der Apgar-Score wird 1, 5 und 10 Minuten nach der Geburt beurteilt.
8 – 10 Punkte: lebensfrisches Neugeborenes, 5 – 7 Punkte: leichte, 3 – 4 Punkte: mäßige, 0 – 2 Punkte: schwere Neugeborenen-Depression
Ist das Kind versorgt achten sie bitte auf eventuelle vaginale Blutungen, die nach einer Geburt auch einmal verstärkt auftreten können.
Da es sich bei Gebärenden meist um junge gesunde Frauen handelt und im Laufe der Schwangerschaft auch etwas Blutvolumen „angespart“ wurde, sind Frauen mit verstärkter postpartaler Blutung sehr lange asymptomatisch, verfallen dann jedoch akut und plötzlich.
Um diesen Zeitpunkt nicht zu übersehen, empfiehlt es sich den Blutverlust zu messen, was mit normalen und in jedem Rettungswagen
verfügbaren Nierentassen leicht zu bewerkstelligen ist. Ist eine Nierenschale bis zum Rand voll mit Blut, so entspricht das ca. 600 - 800
ml. Ab einem Blutverlust von 1000 - 1500 ml in kurzer Zeit spricht man bereits von einer schweren postpartalen Blutung.
Als dritte Phase der Geburt wird dann noch die Nachgeburtsperiode bezeichnet, in welcher meist in einem Zeitfenster von 10-30 Minuten
die Plazenta geboren wird. Diese sollte auf Vollständigkeit kontrolliert, eingepackt und an die anzufahrende geburtshilfliche Abteilung
mitgebracht werden.
Ein reifes Kind hat bei der Geburt ein Gewicht von durchschnittlich 3000 – 3500 Gramm und ist meist 48 - 52 cm lang.
Bis zu einem Geburtsgewicht von 500 Gramm spricht man von einem Abortus (Fehlgeburt) – meist vor Erreichen der Lebensfähigkeit
(bis ca. 24. SSW).
Bei einem Geburtsgewicht von 500 - 2500 Gramm spricht man von einer Frühgeburt. Außerdem gelten als Frühgeburten auch Kinder,
die vor dem Ende der 37. SSW zur Welt kommen.
Prinzipiell sollten Außengeburten jedoch nach Möglichkeit vermieden werden, können im ungünstigen Falle doch zwei höchst lebensbedrohte Personen (Mutter und Kind) daraus resultieren, sodass sich in der Regel der gesicherte Transport der Gebärenden unter
Wehenhemmung (Tokolyse) empfielt.
Schwangerschaftskomplikationen
Störungen in der ersten Schwangerschaftshälfte (<20. SSW)
Extrauteringravidität (Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter)
Kommt zustande, indem sich eine befruchtete Eizelle nicht wie vorgesehen in der Gebärmutter, sondern außerhalb davon einnistet (Eileiterschwangerschaft, Bauchhöhlenschwangerschaft).
Fortbildung
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Steiermark
FORTBILDUNG
a k2/2010
tuell
Anfangs ist eine derartige Einnistung möglich, jedoch durch das stark gewebedurchdringende und zum Teil auch –zersetzende Einnistungswachstum kann es in weiterer Folge ab einer bestimmten Größe zum Zerreißen von Gefäßen kommen, was wiederum lebensbedrohliche intraabdominelle Blutungen auslösen kann. Typischer Zeitpunkt für ein solches Geschehen ist die 5.-7. Woche nach der letzten
Regeblutung. Die Frauen beschreiben meistens starke Bauchschmerzen, können je nach Blutverlust bereits Schocksymptome aufweisen
und können ev. auch geringe vaginale Blutungen nach außen haben. Sanitätshilflich sollte man bei entsprechender Zyklusanamnese daran
denken und bei geringstem Verdacht den Notarzt beiziehen. Dann sollte ein rascher Transport ins Krankenhaus erfolgen, natürlich nach
entsprechender Voranmeldung, am Transport Lagerung nach Fritsch mit Hochlagerung der Beine.
Fehlgeburt (Abortus)
Unterschiedlichste Ursachen können speziell in frühen Phasen der Schwangerschaft zum Absterben der Frucht mit ev. konsekutiver
Ausstoßung im Sinne einer starken vaginalen Blutung führen. Sind die Blutungen anfangs oft leicht, so können diese in weiterer Folge
mitunter eine recht beträchtliche Stärke erreichen, oft gepaart mit wehenartigen Unterbauchschmerzen (als Zeichen der Fruchtausstoßung). Sanitätshilflich sollte ein rascher Transport ins Krankenhaus veranlasst werden, die Patientin ist nach Fritsch mit Hochlagerung
der Beine zu transportieren. Sollte die Blutung eine lebensbedrohliche Stärke erreichen (Nierentasse!) ist der Notarzt zu alarmieren.
In beiden Fällen sollte ein ev. bereits vorhandener Mutter-Kind-Pass ins Krankenhaus mitgenommen werden.
Störungen in der zweiten Schwangerschaftshälfte (>20. SSW)
Frühgeburt
Die Grenze zwischen Frühgeburt und Fehlgeburt wird von der WHO bei 500g Körpergewicht gezogen (entspricht ca. dem Übergang
24./25. SSW). Ab diesem Zeitpunkt stehen heutzutage Dank modernster neonatologischer Maßnahmen die Chancen für ein Überleben
des Kindes recht gut, wenngleich in so frühen Stadien beim Neugeborenen mit neurologischen Defiziten gerechnet werden muss. Ab
der 38. SSW (37+0) spricht man von einem Reifgeborenen.
Der Ablauf einer Frühgeburt selbst entspricht in der Regel einer normalen Geburt, mit dem großen Unterschied, dass man mit einem
unreifen Kind rechnen muss. Diese Kinder sind aufgrund ihrer Unreife meist nicht, oder zumindest nur sehr eingeschränkt fähig, eine
suffiziente Atem- und Kreislaufsituation herzustellen bzw. sind sie meist auch nicht in der Lage ihre Körpertemperatur zu halten. In
solchen Fällen ist der Notarzt beizuziehen bzw. an die Möglichkeit eines Inkubator-Transportes zu denken.
Vorzeitige Plazentalösung
Darunter versteht man eine Ablösung des Mutterkuchens noch vor der Geburt des Kindes, was somit einerseits den kindlichen Tod aufgrund fehlender Nähr- und Sauerstoffversorgung, andererseits jedoch auch den Tod der Mutter aufgrund von Verbluten zur Folge haben
kann. Alles in allem also sowohl für Mutter als auch für das Kind eine höchst dramatische Situation.
Auslösende Faktoren können beispielsweise eine Gewalteinwirkung (z.B. Verkehrsunfall), aber auch eine Schwangerschaftserkrankung
im Sinne einer Eklampsie sein.
Symptomatisch kann eine vorzeitige Plazentalösung einerseits als vaginale Blutung imponieren (das Spektrum reicht von geringer bis
heftiger schmerzhafter Blutung nach außen), andererseits jedoch auch als schmerzhafte Verhärtung der Gebärmutter (bleibt im Gegensatz
zur Wehe hart).
Ein unverzüglicher Transport ins Krankenhaus ist anzustreben (Schockbekämpfung, Notarzt, Vorverständigung des Spitals).
Vorgehen nach einem Verkehrsunfall
Nach einem Verkehrsunfall sollte, auch wenn keine äußeren Verletzungszeichen der Schwangeren, keine Blutung aus der Scheide
und auch keine Schmerzen festgestellt werden bzw. wenn nach einem Verkehrsunfall bei einer Schwangeren keine Notwendigkeit zur
chirurgischen Erstversorgung besteht, dennoch eine Untersuchung an einer geburtshilflichen Abteilung erfolgen, um den Zustand des
Ungeborenen zu ermitteln.
Plazenta praevia
Bezeichnet die Situation, wenn der Mutterkuchen sich im Bereich des inneren Muttermundes entwickelt hat und somit auch den Geburtskanal verschließt. Somit ist eine Spontangeburt unmöglich – und Frauen, die dieses Schicksal ereilt, werden meist frühzeitig (30.
SSW) hospitalisiert, um in weiterer Folge einer Schnittentbindung zugeführt zu werden.
Die Diagnose Plazenta praevia ist in der Regel gut am Mutter-Kind-Pass dokumentiert. Sollten Frauen mit Plazenta praevia Blutungen
aus der Scheide bekommen, so ist ein unverzüglicher Krankenhaustransport der Schwangeren (Lagerung nach Fritsch) mit Notarztbegleitung anzustreben.
Präeklampsie, EPH-Gestose, Eklampsie, HELLP-Syndrom
Dabei handelt es sich um schwangerschaftsbedingte Erkrankungen der Mutter, einhergehend mit Ödemen (Flüssigkeitsansammlungen im
Unterhautfettgewebe, v. a. in den Beinen), Proteinurie (positiver Eiweißnachweis im Harn) und Bluthochdruck (RR> 140/90 mm Hg).
Die Schwangeren klagen zudem noch über Kopfschmerzen, Schmerzen im Oberbauch rechts, Übelkeit und Augenflimmern. In solchen
AKTUELL-PROFESSIONELL
Jg. 13 - Nr. 1 | 2010
Fortbildung
Seite Seite
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FORTBILDUNG 2/2010
Fällen ist eine Spitalseinweisung unbedingt erforderlich, eine eventuelle vorsorgliche präklinische Blutdrucksenkung sollte nicht zu rasch
und auch keineswegs zu tief vorgenommen werden (RR präklinisch nicht unter 160/100 mm Hg), da andernfalls eine Verschlechterung
der Blutversorgung des Kindes resultieren kann.
Eine Eklampsie entwickelt sich meist aus einer Präeklampsie heraus, kann aber auch aus heiterem Himmel ohne Durchlaufen der Präeklampsie auftreten. In jedem Fall handelt es sich um ein lebensbedrohliches Krankheitsbild in der Spätschwangerschaft, gekennzeichnet
durch einen Krampfanfall mit konsekutiver Bewusstlosigkeit. Im Rahmen des Krampfgeschehens gilt es v.a. Verletzungen der krampfenden Person zu vermeiden, ein nachfolgender Transport ins Krankenhaus soll in Linksseitenlage und so ruhig wie möglich abgewickelt
werden (kein Folgetonhorn, Abdunkeln um Lichtreize zu vermeiden, angepasstes Fahrtempo). In jedem Fall stellt der eklamptische
Anfall eine Notarztindikation dar.
Das HELLP-Syndrom wiederum ist eine Variante der schwangerschaftsbedingten Erkrankungen, wobei das H für Hämolyse (Abbau
der Erythrozyten), EL für erhöhte Leberwerte und LP für „low platelets – geringe Thrombozytenzahl“ steht. Sanitätshilflich und präklinisch meist nicht von vorgenannten Erkrankungen zu unterscheiden handelt es sich um eine Labordiagnose, welche meist durch rasche
Entbindung beendet wird.
Vena-cava-Kompressionssyndrom
Durch den Druck der hochschwangeren Gebärmutter auf die untere Hohlvene der Mutter gelangt zu wenig Blut zum Herzen der Mutter.
Dadurch wird das Herzminutenvolumen vermindert, und somit auch die Durchblutung des mütterlichen Gehirns, was Schwindel und
Übelkeit bis hin zum Kreislaufkollaps zur Folge haben kann. Durch die einfache, jedoch sehr wirkungsvolle Maßnahme der Linksseitenlagerung der Frau kann dieses Zustandsbild augenblicklich gebessert werden.
Gynäkologische Notfälle
Die Dichte und Organisation der ärztlichen Versorgung sowie die Qualität der Verkehrsverbindungen haben präklinische gynäkologische
Notfälle selten werden lassen. Da man in Dingen, die selten sind, weniger gut geübt ist, gilt es, dem Notarzt bzw. Sanitäter, der ja Notfälle
aus vielen Bereichen beherrschen soll, einfache diagnostische und therapeutische Algorithmen mit auf den Weg zu geben.
In der Notfallmedizin im Allgemeinen ist die exakte Diagnostik infolge mangelnder Untersuchungsmöglichkeiten oftmals nicht möglich,
deshalb sollte auch beim gynäkologischen Notfall, wie auch bei allen anderen Notfällen, eine Orientierung an Leitsymptomen vorgenommen werden, über welche eine Notfalldiagnose gestellt wird, die wiederum zur Durchführung von Notfallmaßnahmen führt. Die
endgültige Hauptdiagnose kann jedoch getrost einer Fachabteilung überlassen werden.
Der gynäkologische Notfall manifestiert sich in der Regel durch drei Leitsymptome, welche einzeln oder kombiniert auftreten können.
Die massive vaginale Blutung, der Unterleibsschmerz bzw. eine ev. Schocksymptomatik. Von diesen Leitsymptomen kommt jedoch nur
der vaginalen Blutung spezifisch gynäkologische Bedeutung zu, während hingegen Schmerz und Schock unspezifisch sind und eigentlich
dem großen Formenkreis des akuten Abdomens zuzuordnen sind.
Um eine Blutung zuordnen zu können, genügt oftmals ein kurzer Blick bzw. eine kurze Frage nach der Blutungsquelle. Die meisten
Blutungen werden jedoch präklinisch eher als anogenitale Blutungen einzuordnen sein, da eine exakte Diagnostik (Vulva, Vagina, Harnröhre, Anus, Rectum) extrahospital eher schwierig ist.
Viel wichtiger ist jedoch die Frage, ob mit der Blutung Lebensbedrohung gegeben ist oder nicht und sich somit eine Notarztindikation
ergibt. Zur Abschätzung des Blutverlustes verweise ich wieder auf die Nierentasse.
Je nach Leitsymptomen ergibt sich dann die weitere Vorgehensweise:
Vaginale Blutung: Blutstillung bzw. Verringerung der Blutung durch Tamponade / Druck / Kompression. (Im Rahmen einer Stich- oder
Pfählungsverletzung mit einem Fremdkörper sollte dieser auf keinem Fall entfernt werden.)
Schmerz: Schmerzbekämpfung.
Schock: Schockbekämpfung bzw. Schockprophylaxe durch Lagerung, Sauerstoffverabreichung
und Volumengabe.
In allen Fällen empfiehlt sich selbstverständlich ein rascher Transport ins Krankenhaus!
Nicht außer Acht lassen sollte man natürlich, dass sich hinter einem sog. akuten Abdomen aus gynäkologischer Sicht natürlich auch
einmal eine im Gange befindliche Geburt bzw. eine Wehentätigkeit verstecken könnte.
AUTOR
OA. Dr. Martin Kaimbacher
Abteilung für Gynäkologie und
Geburtshilfe, LKH Judenburg-Knittelfeld,
Standort Judenburg, NEF Zeltweg
Fortbildung
SeiteSeite
120
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PRAXISTHEMA
Geburt, lebensrettende Maßnahmen
nach der Geburt
Bilder: Schwegler Johann: Der Mensch – Anatomie und
Physiologie, Georg Thieme Verlag 1996.
AKTUELL-PROFESSIONELL
Jg. 13 - Nr. 1 | 2010
Steiermark
aktuell
BERUFSMODUL E-LEARNING
Der Lehrgang findet gemäß Verordnung zum SanG, § 100 (2), im angeleiteten Selbststudium statt. Ein Einstieg ist jederzeit möglich.
Auf der Lernplattform sind die Skripten aller Prüfungsfächer verfügbar. Im Folgenden hat der Kandidat die Möglichkeit, seinen Wissensstand
in den einzelnen Prüfungsfächern beliebig oft anhand der verfügbaren Fragen selbst zu testen.
1. Anmeldung zum Kurs
Sobald sich ein Kandidat zur Absolvierung • In das Internet einsteigen
des Berufsmoduls entschließt, wird er vom • http://kurse.roteskreuz.at/
Bildungsbeauftragten der Bezirksstelle im • Login:
RK-Net (zum gewünschten Prüfungstermin) angemeldet.
2. Registrierung auf der Lernplattform
• In das Internet einsteigen
Damit der Mitarbeiter die Lernplattform • http://kurse.roteskreuz.at/
benützen kann, ist eine Registrierung/ • Login
Anmeldung erforderlich:
• ÖRK Lernplattform =
Startseite
• Auswahl: „Steiermark“
3. Selbststudium
• Auswahl: „Berufsmodul“
Jeder Teilnehmer, der zu einem Berufsmodullehrgang im RK-Net angemeldet wurde
und der sich wie in Punkt 2 beschrieben auf
der Lernplattform registriert hat, wird jeweils am darauffolgenden Freitag vom BEZ
in die Ausbildung Berufsmodul übernommen. Ab diesem Zeitpunkt steht dem Kan- • Auswahl: Abschlusstest
didaten das Lernprogramm zur Verfügung. • Eingabe: Kennwort
• Fragen durch
4. Prüfung
Anklicken der
richtigen Antworten
Die Prüfung wird an einem PC der Bebearbeiten
zirksstelle in Anwesenheit des Bildungsbeauftragten oder seines Stellvertreters
absolviert.
Das Prüfungsprogramm steht an den im
• Auswahl: „Abgeben“
Bildungsprogramm 2010 angeführten
Sobald vom Teil
Prüfungsterminen in der Zeit von 17.00
nehmer „abgeben“
Uhr bis 18.00 Uhr zur Verfügung. Der
ausgewählt wurde,
Bildungsbeauftragte erhält 30 Minuten vor
ist die Prüfung beendet.
Prüfungsbeginn per E-Mail das Passwort
Das Ergebnis
zum Einstieg in das Prüfungsprogramm.
der Prüfung wird sofort
Sobald der Kandidat auf „Abgabe“ drückt,
angezeigt.
ist ein Wiedereinstieg in die Prüfung nicht
Das Zeugnis wird über
mehr möglich. Das Ergebnis ist für den
den Dienstweg an die
Kandidaten sofort nach Drücken des Butder Bezirksstelle gesendet.
tons „Abgabe“ ersichtlich. Das Zeugnis
wird vom BEZ über den Dienstweg an die
Bezirksstelle gesendet.
Wir wünschen viel Erfolg!
KONTAKT
Frau Elke Klapf:
[email protected]
AKTUELL-PROFESSIONELL
Jg. 13 - Nr. 1 | 2010
Frau Daniela Riedl:
[email protected]
Seite 11
aktuell
Steiermark
STEIRISCHE
SUCHHUNDETEAMS
AUSGEZEICHNET
Eindrucksvoll stellten die beiden steirischen
Teams beim Auslandseinsatztest für das „Search
and Rescue Team“ des Österreichischen Roten
Kreuzes ihr Können unter Beweis. Beide schlossen die Prüfungen positiv ab. Ein Zeichen für
die hervorragende Arbeit mit Hunden in der
Steiermark.
SOLLENAU. Nach 48 Stunden des Bangens
und Hoffens durften sich schließlich fünf
der 17 teilnehmenden Hundeführer über das
positive Abschließen des Auslandeinsatztests in Sollenau (NÖ) für das „Search and
Rescue Team“ des Österreichischen Roten
Kreuzes (nach den internationalen Vorgaben
der Insarag Guidelines und der IRO) freuen.
Besonders erfreulich aus steirischer Sicht:
Unsere beiden Teilnehmer – Siegfried Totter
mit seinem belgischen Schäferhund Eros und
Bezirksgeschäftsführer Erwin Schume mit
dem belgischen Schäfer Nik – schlossen den
Test positiv ab!
17 Suchhunde-Teams stellten sich den Prüfungen nahe Sollenau. Fünf bestanden die Tests.
Jede Mannschaft musste im Zuge des Tests
drei Schadensplätze absuchen, eine Anzeigeübung sowie drei theoretische Prüfungen
absolvieren. Die Hundearbeit und die des
Hundeführers wurden mit bis zu vier PunkInsgesamt unterzogen sich 17 Hundefüh- ten bewertet. Wurden in einer Kategorie
rerteams den Prüfungen, davon 14 öster- zwei Zähler oder weniger erreicht, galt das
AKTPROF.
reichische sowie drei tschechische Teams. gesamte Team als negativ.
ABSOLVENTEN
Erwin Schume, Steiermark (Nik)
Siegfried Totter, Steiermark (Eros)
Hugo Karner, NÖ (Flash)
Sabine Smoll, NÖ (Dolli)
Leo Slota Bachmayer, NÖ (Spot)
ZIVILDIENST: AUCH 2010 EINE ENTSCHEIDUNG
MIT NACHHALTIGKEIT
Neben älteren Jahrgängen werden ab dem heurigen Jahr auch die Jahrgänge ab 1992 zugewiesen; hier ist ein Ansteigen der Geburten zu verzeichnen! In den letzten Jahren hat sich ca. ein
Drittel aller Tauglichen zum Zivildienst gemeldet. Österreichweit wurden davon dem Roten
Kreuz über 30% zugewiesen. Der Landesverband Steiermark fordert jährlich ein Kontingent
von 600 Zivildienstpflichtigen an. Tatsächlich wurden von der Zivildienstserviceagentur ungefähr 500 Zivildienstpflichtige zugewiesen. Es darf angenommen werden, dass auch 2010
mit einer ähnlichen Zuweisung zu rechnen ist.
Zuweisungstermine sind wieder März, August und Oktober.
Nach abgeschlossener Lehre, nach der Matura oder während vergeblicher Arbeitsplatzsuche
kann der Antritt des Zivildienstes als willkommene Gelegenheit zur Neuorientierung und
Vorbereitung auf den weiteren Berufsweg wahrgenommen werden!
Um den Behördenaufwand zu minimieren, bietet das Rote Kreuz seine Hilfe bei der
Festlegung des Zuweisungstermines an:
Interessierte kontaktieren eine Rotkreuz-Bezirksstelle oder melden sich im Landesverband in der Abteilung Zivildienst in 8010 Graz, Merangasse 26, bzw. unter
[email protected] bzw. [email protected] oder Tel. 050 144 5 10330.
Stets Aktuelles und Wissenswertes, wie z. B. den „Weg zum Zivildienst“ finden Sie auf
unserer Homepage www.st.roteskreuz.at.
9 Monate krisensicher unterwegs – 9 Monate sinnvoll Zeit mit Menschen verbringen –
9 Monate lernen, erfahren, ausprobieren und sich selbst besser kennen lernen.
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AKTUELL-PROFESSIONELL
Jg. 13 - Nr. 1 | 2010
aktuell
LANDESLEITSTELLE WÄCHST
LEOBEN. Die Landesleitstelle des Roten Kreuzes Steiermark hat
ein weiteres Mal Zuwachs bekommen. Einschließlich des am 11.
März erfolgreich angeschlossenen Rotkreuz-Bezirkes Leoben sind
nun mehr elf der insgesamt 19 steirischen RK-Bezirke an die Landesleitstelle angeschlossen. Etwa 65% (dies entspricht ca. 770.000
Menschen) der steirischen Bevölkerung werden derzeit von der
Landesleitstelle betreut. In Spitzenzeiten führen die Mitarbeiter der
Landesleitstelle bis zu 1.000 Dispositionen pro Tag durch. Noch
in diesem Jahr werden die Bezirksstellen Bruck/Kapfenberg und
AKTPROF.
Weiz an die Landesleitstelle angeschlossen werden.
Zu den zehn
bisher angeschlossenen
Bezirken
(Eisenerz, Feldbach,
Fürstenfeld, Graz-Stadt, Graz-Umgebung,
Knittelfeld, Leibnitz, Mariazellerland,
Mürzzuschlag und Voitsberg/Köflach) kam
nun auch Leoben (gelb) hinzu.
EIN TREPPENLIFT FÜR BETTINA
Mit Hilfe der Voestalpine Bahnsysteme GmbH & Co KG, der Stadtgemeinde Trofaiach und der Bezirksstelle Leoben sowie der tatkräftigen
Unterstützung von Bürgermeister Abl und Pfarrer Freitag konnte auf der Ortstelle Trofaiach Wunderbares vollbracht werden.
M
enschen mit Behinderungen fällt
es oftmals schwer, einen Platz
in einer Einsatzorganisation zu
finden. Beim Roten Kreuz, insbesondere
aber in Trofaiach, stellt dies keine Hürde dar.
Obwohl Bettina Lercher im Rollstuhl sitzt,
versieht sie bereits vier Jahre lang den Telefondienst beim Roten Kreuz in Trofaiach.
Barrieren gibt es in den Aufenthaltsräumen
selbstverständlich keine, lediglich das „Dorthinkommen“ stellte lange Zeit ein Problem
für Bettina dar. Immerhin galt es mehrere
Stufen zu bewältigen.
Ein Jahr ist es nun her, dass die Idee
geboren wurde, die Einnahmen der
Spendenaktion „Friedenslicht“ für
die Anschaffung eines Treppenlifts
zu verwenden und so für absolute
Barrierefreiheit in der Ortsstelle zu
sorgen.
Von der Idee bis zur Umsetzung sollte es aber noch
ein langer Weg werden,
da die Kosten eines
Treppenlifts die Spendeneinnahmen des
Friedenslichts doch bei
Weitem überstiegen.
Glücklicherweise aber
fand die Vorstellung,
eine Rotkreuz-Dienststelle, die ausschließlich von freiwilligen
Mitarbeiterinnen und
Mitarbeitern besetzt
wird, barrierefrei zu
gestalten, bei vielen
Institutionen der
Region Gehör. So
erklärten sich die
Voestalpine Bahnsy-
AKTUELL-PROFESSIONELL
Jg. 13 - Nr. 1 | 2010
steme GmbH & Co KG, die Stadtgemeinde
Trofaiach und die RK-Bezirksstelle Leoben
bereit, finanzielle Unterstützung zu leisten.
Und trotzdem reichten die nun gesammelten
Gelder nicht für die Anschaffung des Liftes
aus. Erst durch Pfarrer Johannes Freitags und
Bürgermeister Mario Abls Einsatz wurde das
Projekt gerettet.
Fest der Freude
guten Zweck ein. Mit viel Witz und Charme
erspielte das Duo den noch fehlenden Betrag.
Mitte April soll das Projekt nun in die Tat
umgesetzt werden.
Ein riesengroßes Dankeschön darf an dieser
Stelle allen helfenden Händen ausgerichtet
werden. Ohne diese wäre es nicht möglich
gewesen, einen Treppenlift für Bettina und
damit Barrierefreiheit beim Roten Kreuz
Trofaiach zu verwirklichen.
AKTPROF.
In Originalkostümen („Don Camillo und
Peppone“) luden die beiden Anfang
März zu einem gemütlichen Kinoabend mit Pizza und Wein für den
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Steiermark
AUS DEN BEZIRKEN...
LIEZEN: NATIONAL UND INTERNATIONAL GESCHÄTZT
U
m alle Beiträge von und über die Bezirksstelle Liezen zu veröffentlichen,
bedürfte es einiger Sonderausgaben
von Aktuell Professionell. Keine andere
Rotkreuz-Bezirksstelle muss sich derart
vielen Herausforderungen, gerade im Bereich
der Betreuung von Großveranstaltungen,
stellen. Zigtausende Zuschauer und eine
enorm große Schar an Sportlern, Stars und
Promis erfordern bei Mega-Events ausgefeilte Ambulanzkonzepte sowie motiviertes,
topausgebildetes medizinisches Personal.
Notärzte, Sanitäterinnen und Sanitäter sowie
die Führungscrew sind laufend gefordert.
Bei der Bewältigung dieser vielfältigen
Aufgaben, wie den Großambulanzen beim
Schladminger Nachtslalom, beim Skifliegen
am Kulm, bei Weltcupläufen in Haus oder
bei Großkonzerten internationaler und nationaler Stars im Ennstal, beweist ein perfekt
eingespieltes Team – mit Albin Hubner an
der Spitze – mehrmals pro Jahr seine herausragenden Kompetenzen.
International anerkannt
Immerhin wurde beispielsweise das von der
Rotkreuz-Bezirksstelle Liezen entwickelte
Ambulanzkonzept für die Skiflugveranstaltungen am Kulm vom internationalen
Das Weltcup-Rennen in Haus war nur eine von vielen Großambulanzen der vergangenen Monate
Skiverband übernommen. Dieses hart erarbeitete Know-How wird nun für alle SkiflugSchanzen vorgeschrieben.
Bezirksgeschäftsführer und Bezirksrettungskommandant Albin Hubner wurde daher
am 12. Jänner von der Kleinen Zeitung,
stellvertretend für all seine Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter, als Steirer des Tages für die
hervorragenden Leistungen des RotkreuzBezirks Liezen ausgezeichnet. Wir gratulieren recht herzlich und freuen uns aufrichtig.
An dieser Stelle darf gesagt sein, dass der
gesamte Landesverband Steiermark stolz
auf seine Liezener Kollegen ist.
AKTPROF.
20 JAHRE HKP
IN GRÖBMING
AKTPROF.
Seite 14
Nachtslalom (Schladming): 50.000
Besucher, 59 Personen wurden vom
Roten Kreuz betreut.
Skifliegen (Kulm), Ski-Weltcup (Haus):
70.000 Besucher, 400 Sanitäter im
gesamten Bezirk im Einsatz. 135 Personen
bedurften der Hilfe des Roten Kreuzes.
Skifliegen (Planica): Die Slowenen luden
das erfahrene Rote Kreuz Liezen zum
Erfahrungsaustausch ein.
AKTPROF.
HALLENFUSSBALL UND
FASCHINGSNARREN
Vor 20 Jahren entstand in Gröbming eine
Idee, die bis heute Bestand hat und sich
zunehmender Begeisterung erfreut.
LIEZEN. Ende 1989 nahm die Hauskrankenpflege des Steirischen Roten Kreuzes in
Gröbming erstmals ihren Dienst auf. Damals
betreuten Cäcilia Höflehner und Brigitte
Stock sechs Personen in insgesamt vier
Gemeinden. Heute, 20 Jahre später, betreut
das mittlerweile 9-köpfige Team 90 bis 100
Dauerpatienten in zehn Gemeinden. Seit der
Gründung hat sich übrigens, mit wenigen
Ausnahmen, am Personalstamm kaum etwas
geändert. Wer einmal zu der engagierten
Gruppe hinzugestoßen war, bleibt auch über
Jahre hinweg dabei. Ein Umstand, den vor
allem die Klienten sehr zu schätzen wissen.
GROSSAMBULANZEN IN LIEZEN
Täglich führt die HKP in Gröbming rund 70
Hausbesuche in 10 Gemeinden durch (v.l.n.r.
3. Reihe: Genoveva Feichter, Manuela Stangl,
Cäcilia Höflehner, 2. Reihe: Renate Mitterhuber,
Regina Hofer, Claudia Brünner, Eva-Maria
Ladreiter, 1. Reihe: Melitta Stücklschweiger,
Stützpunktleiterin Christine Posch
BRUCK. Zum fünften Mal wurde das
Fussballturnier der Einsatzorganisationen
in der Sporthalle in Bruck an der Mur
ausgetragen. Insgesamt 16 Mannschaften
mit rund 250 sportbegeisterten Fans von
Rotem Kreuz, den Feuerwehren und
dem LKH Leoben nahmen an dem Wettkampf teil. In einem hart umkämpften
Finale setzten sich die Spieler des Roten
Kreuzes Weiz letztlich verdient gegen
die Feuerwehr Bruck durch. Den dritten
Platz sicherte sich das Rotkreuz-Team
aus Gratkorn.
Auch in diesem Jahr nahm die RotkreuzOrtsstelle Bruck traditionell am Faschingsumzug in Bruck an der Mur teil. Mit
einem acht Meter langen Wikingerschiff
erkämpften sich die Rotkreuzler vor gut
3000 Zusehern den dritten Platz.
AKTPROF.
AKTUELL-PROFESSIONELL
Jg. 13 - Nr. 1 | 2010
aktuell
GRAZ-STADT MODERNISIERT
UND LIEGT MIT KURSEN
VOLL IM TREND
GRAZ-STADT. Auf ein besonders erfolgreiches Jahr 2009 blickt die Abteilung
Ausbildung der Bezirksstelle Graz-Stadt
zurück. Erstmalig konnte die Hürde von
10.000 KursteilnehmerInnen im Bereich
Bevölkerungskurse übersprungen werden.
In Summe wurden 651 Kurse aus allen
Sparten mit genau 10112 TeilnehmerInnen
durchgeführt. Dass Helfen im Trend liegt,
zeigen diese eindrucksvollen Zahlen deutlich. Zusätzlich sind 95% der Kurse, die
der Bevölkerung angeboten wurden (im
Kursprogramm der Bezirksstelle), bis auf
den letzten Platz ausgebucht.
Modernisierung
zum Einsatz gebracht. In den letzten Monaten wurde die MLS neu konzeptioniert und
umgestaltet. Das Fahrzeug wurde gegen
einen Anhänger getauscht. Der Funktisch befindet sich nun auf einer Fahrtrage und kann
in jedem RTW betrieben werden. So ist es
gelungen, eine Kosten- und nutzenorientierte
Lösung zu finden.
Mehr als 20 Jahre lang hat die Bezirksstelle
Graz-Stadt eine Mobile Leitstelle in einem
(noch älteren) Fahrzeug betrieben. Die
Mobile Leitstelle (MLS) leistete bei einer
Vielzahl an Ambulanzen wertvolle Dienste
und wurde bei allen Großveranstaltungen AKTPROF.
RETTUNG IN LETZTER SEKUNDE
GROSSEINSATZ
LEIBNITZ/DEUTSCHLANDSBERG. Zu
einem schweren Verkehrsunfall kam es am
27.02. dieses Jahres zur Mittagszeit auf der
L303 zwischen Preding und Neudorf im Gemeindegebiet Wettmannstätten. Zwei PKW
kollidierten auf einem geraden Straßenstück
frontal miteinander. Die Insassen, zwei Männer und eine Frau, wurden schwer verletzt.
Am Unfallort bot sich den ersteintreffenden
Rettungskräften ein erschreckendes Bild.
Teile der verunglückten PKW lagen im Umkreis von bis zu 70 Metern verstreut. Eine
Person wurde mit lebensbedrohlichen Verletzungen vom Rettungshubschrauber in das
UKH Graz geflogen. Ein Unfallopfer wurde
mit dem Notarztwagen in das LKH Wagna
geführt. Der dritte Insasse wurde in das LKH
Deutschlandsberg eingeliefert.
AKTPROF.
IM EINSATZ
•
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•
•
18 Rotkreuz-MitarbeiterInnen
3 RTW
2 NAW
1 ÖAMTC-Rettungshubschrauber
3 praktische Ärzte
Feuerwehr, Polizei, Privatunternehmen
KURZBERICHTE
PILOTPROJEKT
BAD RADKERSBURG. In Zusammenarbeit mit dem Landessekretariat wurden
im Oktober 2009 in Bad Radkersburg
zwei Rettungstransportwagen (Mercedes
Sprinter 316 CDI ) in den Dienstbetrieb
aufgenommen. Der Ausbau erfolgte durch
die Firma Dlouhy in Tulln. Nach 20.000
km Nutzung je Fahrzeug kann eine erste
positive Bilanz gezogen werden. Optimales Platzangebot und ausreichende Motorisierung sowie gute Schallisolierung
zeichnen die Fahrzeuge aus.
Hans Hörtner bewahrte mit seinem Team einen Pensionisten vor dem Verdursten.
MARIAZELL. Einen tragischen Todesfall
verhinderte das Rote Kreuz in Mariazell.
Weil ein 77-jähriger Hausbewohner mehrere
Tage nicht mehr gesehen worden war, alarmierten besorgte Nachbarn das Rote Kreuz
und die Polizei. Die offensichtlich verwirrte
Gattin des Abgängigen öffnete die Tür erst
nach zweistündigem Gespräch mit den
Einsatzkräften. Letztere fanden den unterAKTUELL-PROFESSIONELL
Jg. 13 - Nr. 1 | 2010
kühlten und unterernährten Mann schließlich
regungslos in der Wohnung liegend. „Er
war apathisch und so schwach, dass er nicht
um Hilfe rufen konnte“, schilderte BzRKdt
Johann Hörtner die Situation. Der Pensionist
wurde mit Sauerstoff und Wasser versorgt
und in lebensbedrohlichem Zustand in das
LKH Mürzzuschlag eingeliefert. Er befindet
sich bereits auf dem Weg der Besserung.
SPONTANHILFE
MÜRZZUSCHLAG. Das Steirische
Rote Kreuz leistete in Mürzzuschlag
schnelle und unbürokratische Hilfe. Einer
hilfsbedürftigen Person spendete es eine
Waschmaschine aus dem Spontanhilfefonds des Roten Kreuzes. Die Stadtwerke
Mürzzuschlag beteiligten sich mit einer
Gutschrift in der Höhe von 65 Euro.
Seite 15
ERSCHEINUNGSORT GRAZ - VERLAGSPOSTAMT 8010 GRAZ - ZULASSUNGSNR. 02Z033866 V - P.b.b.
WIR GRATULIEREN HERZLICH!
Mit 27 neuen Feuerwehrkommandanten (darunter eine Frau) und 18
neuen Rotkreuz-Kommandanten (darunter drei Frauen) wurde das Netz
der steirischen Einsatzorganisationen wesentlich verstärkt. Sie haben vor
Kurzem ihre Kommandantenausbildung abgeschlossen. Ihre Dekrete bekamen sie erstmals von Landeshauptmann Mag. Franz Voves persönlich
sowie Landesbranddirektor (LBD) Albert Kern und dem Präsidenten des
Steirischen Roten Kreuzes, LR aD. LAbg. o.Univ. Prof. DDr. Gerald Schöpfer,
in der Aula der Grazer Universität überreicht.
Seite 16
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Jg. 13 - Nr. 1 | 2010
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