COP21 – vom 30.11. bis 11.12.15 Paris: Was erwarten wir von der

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COP21 – vom 30.11. bis 11.12.15 Paris:
Was erwarten wir von der Klimakonferenz in Paris?
Die Erwartungen an diese Mega-Konferenz in Paris waren in der Tat gross. Dies insbesondere nachdem die
vorherigen Klimakonferenzen zu keinem nennenswerten Fortschritt geführt hatten. In der Woche vor der
Konferenz organisierte die Universität Genf einen Informationsabend an dem von Fachleuten dargelegt
wurde, was auf dem Spiel steht und wo die Probleme liegen. Einig darüber war man sich, dass der Klimawandel und dessen Folgen eine der grössten Herausforderungen der Menschheit sind. Etwas Hoffnung
gegenüber den früheren Konferenzen ist jedoch berechtigt, da man nun ein anderes Vorgehen gewählt
hat. Bisher hatte man nämlich ohne Erfolg versucht, ein gemeinsames Massnahmenpaket zu erarbeiten,
dass dann für alle Länder verbindlich sein sollte. Immerhin kam es in Paris zu einer Absichtserklärung, dass
man den Temperaturanstieg auf 2°C (besser noch auf 1.5°C) begrenzen will. Allerdings wurde über die Umsetzung bzw. einen Zeitplan nichts beschlossen; ebenso keine Sanktionen, falls Ländern sich nicht daran
halten. Ist damit das Klima schon gerettet ? Wohl kaum.
Das für die COP21 in Paris gewählte neue Vorgehen heisst INDC (Intended Nationally Determined Contributions). Es basiert darauf, dass allen Staaten aufgefordert wurden, der COP21 die aus ihrer Sicht und für ihr
Land realisierbaren Klimamassnahmen zu melden und die sie auch gewillt sind entsprechend umzusetzen.
Für die Schweiz beispielsweise bedeutet dies den CO2-Ausstoss bis 2030 um 50% zu reduzieren, dies im
Vergleich zum Jahr 1990. Von den insgesamt 195 Staaten der Erde haben bis zur Woche vor der Konferenz
177 ihre Vorschläge eingereicht. Im Sommer 2015 konnte bereits eine Zwischenbilanz erstellt werden. Damals lagen schon 146 Eingaben vor und die Klimaexperten berechneten, dass diese Massnahmen, wenn sie
denn alle umgesetzt würden, immer noch zu einer mittleren globalen Klimaerwärmung von 2.7°C führen
würden. Das Ziel der UNO-Klimakonferenz vom Dezember 2010 in Cancún, die Erwärmung auf 2°C zu begrenzen, würde damit immer noch verfehlt und weitere Massnahmen wären erforderlich.
Damit es mit dem Klimaproblem endlich vorwärts geht, müssen drei Hürden überwunden werden.
Erstens müssen sich die Konferenzteilnehmen zu einem gemeinsamen Schlussdokument durchringen; das
ist aber nur zum Teil erfüllt. Denn dieses sollte nebst Ziel auch Marschrichtung, Vorgehen und zeitliche Planung und eventuelle Sanktionen enthalten. Die Frage stellt sich hier, was dieses Dokument für einen juristischen Stellenwert hat. Ist es nur eine unverbindliche Absichtserklärung oder ist es für die Staaten verpflichtend und wer setzt es dann durch und überprüft dies, und welche Massnahmen sind vorgesehen zur
Durchsetzung?
Der zweite Schritt liegt dann bei den einzelnen Ländern. Sind sie gewillt, mitzumachen, was heisst, die von
ihnen der COP21 gemeldeten Klimamassnahmen (die oben genannten INDC’s) in ihrem Land auch vollumfänglich und fristgerecht umzusetzen? Dazu gehören dann auch eine regelmässige Überprüfung der Wirksamkeit und allenfalls eine Anpassung der Massnahmen. In den meisten Fällen wird dies wohl eher zu einer
Verschärfung als zu einer Aufweichung führen.
Die dritte Hürde ist wohl die schwierigste: Sie ist nämlich in unseren Köpfen. Sind wir als Bürger und Mitglieder der Konsum- und Wegwerfgesellschaft bereit unser Verhalten zu ändern? Drei Viertel der Energie,
die wir verbrauchen sind nämlich fossile Brenn- und Treibstoffe. Diese sind für den CO2-Anstieg und daher
für den Klimawandel verantwortlich. Sind wir bereit, zu unserer Erde mehr Sorge zu tragen, weniger Energie zu verbrauchen, sorgfältiger mit den Ressourcen unseres Planeten umzugehen und weniger Schadstoffe und Abfälle zu produzieren? Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass die Bevölkerung besser informiert wird, insbesondere dazu was jeder einzelne in seinem Umfeld tun kann um den CO 2-Ausschuss zu
vermindern. Allzu viel Zeit dazu haben wir nicht mehr. Je länger wir warten, umso schwieriger wird es sein
und umso schmerzhafter wird für es uns und noch mehr für die kommenden Generationen sein.
Hansruedi Völkle, Prof. am Physikdepartement und Verantwortlicher für die Umweltwissenschaften an der
Universität Freiburg
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