12.3 Viren

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12.3 Viren
Hüllmembran
verschiedene
Glykoproteine
Kapsid
Erbinformation
des Virus
Zellmembran
Zellplasma
Erbinformation
Kapsid
Zellkern
Glykoproteine
Einbau in die
Chromosomen
der Zelle
1 Vermehrung
des Influenzavirus
Viren sind winzige Gebilde, die nur im Elektronenmikroskop sichtbar gemacht werden können. Sie
bestehen aus Erbinformation und einer Kapsel, die
man Kapsid nennt. Viele Viren, z. B. das Influenzavirus, das die Grippe auslöst, sind zusätzlich von
einer Hüllmembran umgeben (Abb. 2). Viren haben
keinen Stoffwechsel und können sich nicht aktiv
fortbewegen. Die Vermehrung von Viren erfolgt
nur in Wirtszellen. Das sind Zellen von Menschen,
Tieren oder Pflanzen, die vom Virus befallen werden. Das Virus programmiert die befallene Zelle so
um, dass sie neue Viren produziert. Die befallene
Zelle stirbt ab, wenn die Viren die Zelle verlassen.
Der Vermehrungszyklus des Virus beginnt mit
der Anheftung an die Wirtszelle (Abb. 1 1): Dabei
dockt ein Virus mit den Glykoproteinen an ein
dazu passendes Glykoprotein der Wirtszellenoberfläche an. Glykoproteine sind Bausteine der Membran von Zellen und Viren. Sie bestehen aus einem
Protein, an das Zuckermoleküle gebunden sind.
2, 3: Die Hüllmembran des Virus verschmilzt mit
der Membran der Wirtszelle und das Virus gelangt
in das Innere der Zelle. Dort erfolgt das Auspacken
230
2 Schema des Influenzavirus
der Erbinformation 4, indem sich das Kapsid auflöst. Die frei gewordene Erbinformation des Virus
wandert in den Zellkern der Wirtszelle 5. Dort
wird es in die Erbinformation der Wirtszelle eingebaut 6. Dadurch wird die Zelle so umprogrammiert,
dass sie nun massenhaft neue Virenbestandteile produziert 7. Die Virenbestandteile werden
schließlich zusammengesetzt 8. Gleichzeitig baut
die Wirtszelle die Bestandteile der Virushülle in
ihre eigene Oberflächenmembran ein. Bei der Ausschleusung 9 werden die neu gebildeten Viren mit
dieser Membran umgeben, die die neue Hüllmembran des Virus bildet. Die Membran der Wirtszelle
löst sich auf 0 und die Wirtszelle stirbt.
Bestimmte Krankheiten werden von Viren hervorgerufen (Abb. 3). Sie lassen sich teilweise nur
schwer behandeln, weil Viren infolge des fehlenden
eigenen Stoffwechsels nur wenige Angriffspunkte für Medikamente bieten. Krankheiten, die von
Viren hervorgerufen werden, deren Membranoberfläche über lange Zeit konstant bleibt, lassen sich
meist gut durch Impfen vorbeugend bekämpfen.
Bei manchen Viren treten häufig Mutationen auf,
so dass sie von Generation zu Generation unterschiedliche Membranoberflächen aufweisen. Dies
erschwert die Bekämpfung durch das Immunsystem und die Wirksamkeit einer Impfung. Das HIVirus und das Influenzavirus gehören zu diesen
Viren.
Reproduktion, Information+Kommunikation, Struktur+Funktion, Kompartimentierung
Grundwissen
Krankheit
Röteln
Masern
Inkubationszeit
Übertragung und Symptome
1–3 Wochen
9–11 Tage
Tröpfcheninfektion; kleine rötliche Flecken am Körper
Tröpfcheninfektion; Husten, Fieber, rote Flecken am
ganzen Körper
Tröpfcheninfektion, Urin, Kot; hohes Fieber, Kopfschmerzen, steifer Nacken, Empfindlichkeit der Haut,
Gliederschmerzen
Tröpfcheninfektion; bläschenartiger Ausschlag,
manchmal Fieber
Tröpfcheninfektion; Gliederschmerzen, Mattigkeit,
Kopfschmerzen, Entzündung der Atemwege,
häufig hohes Fieber, kann besonders bei Menschen
mit geschwächtem Immunsystem zum Tod durch
Herz-Kreislauf-Versagen führen
Polio
(Kinderlähmung)
3–20 Tage
Windpocken
2–3 Wochen
Influenza (Grippe)
wenige Stunden
bis 3 Tage
3 Krankheiten, die von Viren hervorgerufen werden
1 Virenvermehrung. Stelle
die Vermehrung der Viren anhand
der Abbildung 1 in einem Fließdiagramm dar.
2 Viren als Krankheitserreger.
Erkläre, warum Antibiotika bei
Scharlach und Keuchhusten
sinnvoll eingesetzt werden, bei
Windpocken und Masern aber
nicht wirksam sind.
3 Viren als Lebewesen. „Viren
sind keine Lebewesen.“ Stelle
Argumente für und gegen diese
These zusammen.
Grippeviren existieren nicht nur bei Menschen, sondern auch bei Vögeln
und Säugetieren. Da die Viren auf die Oberfläche ihrer Wirtszellen spezialisiert sind, erkranken in der Regel nur Tiere der gleichen Artengruppe.
Erkrankt einmal ein Mensch an einer „Tiergrippe“, kann die Krankheit
nicht an andere Menschen weitergegeben werden. Durch Mutationen
oder durch Vermischung mit einem auf den Menschen spezialisierten
Grippevirus kann es dennoch vorkommen, dass ein solches tierisches
Virus von Mensch zu Mensch überspringen kann. Dann droht Gefahr, da
das menschliche Immunsystem auf das Virus nicht vorbereitet ist. Die
Erkrankung verläuft deshalb oft sehr schwer und die Entwicklung eines
Impfstoffes dauert viele Monate. Meist hat sich die Krankheit dann bereits
weit ausgebreitet.
4 Grippe bei Tieren und ihre Gefahren für Menschen
4 Vermischung von Viren.
Abbildung 5 zeigt schematisch
die Vermischung zweier Viren
in einem dritten Wirt.
a) Beschreibe in eigenen Worten
die Aussagen der Abbildung 5.
b) Fertige eine Zeichnung für die
in Abbildung 4 beschriebenen
Vorgänge an. Vergleiche sie mit
dem in Abbildung 5 dargestellten
Vorgang.
5 „Grippevirusvermischung“
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Arbeitsmaterial
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