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Emilienstraße 3
Ein Modellprojekt für
ökologische Altbausanierung
Emilienstraße 3
Ein Modellprojekt für ökologische Altbausanierung
Herausgeber: UmweltBank AG
Laufertorgraben 6
D - 90489 Nürnberg
Telefon 0911 / 53 08 - 123
Telefax 0911 / 53 08 - 129
E-Mail: [email protected]
Internet: www.umweltbank.de
ISBN:
3-00-011764-4
Text :
Fotos :
Konzept
& Layout :
Druck:
Papier:
Dr. Irene Schöne
Dr. Irene Schöne und UmweltBank AG, Nürnberg
D.U.T.-Agentur, Nürnberg
Pfahler, Nürnberg
Recystar (100 % Recycling-Papier)
1. Auflage 2003, Nürnberg
© 2003, UmweltBank AG, Nürnberg
2
I N H A LT S V E R Z E I C H N I S
4
Vorwort
7
1. UmweltBank AG, Nürnberg – ein ganzheitliches Konzept
8
2. Rundgang durch das ökologisch modernisierte Gebäude Emilienstraße 3
2.1.
2.2.
2.3.
2.4.
2.5.
2.6.
2.7.
2.8.
2.9.
2.10.
2.11.
2.12.
2.13.
2.14.
2.15.
Der Grundriss
Der Vorgarten
Souterrain
Der Innenhof
Die Balkone
Der Aufzug
Das Vestibül
Das Treppenhaus
Ein Blick in die Etagen
Lampen und die Lichtschalter
Die Fußböden
Die Wände
Die unsichtbare Elektroverkabelung
Die Nassräume
Der neu ausgebaute Dachboden
3. Die Schwerpunkte der Modernisierung
3.1
3.1.1.
3.1.2.
3.2.
3.2.1.
3.2.2.
3.2.3.
3.2.4.
3.2.5.
3.2.6.
3.2.7.
3.3.
3.4.
3.4.1.
3.4.2.
Unsichtbare Maßnahmen
Energetische Modernisierung
Modernisierung der Wasserversorgung
Ökologisch integrative Maßnahmen
Dach und Dachrinnen
Die Decken im geometrischen Jugendstil
Die historische Fassade
Die erhaltenen Kastenfenster, Fensterbänke und Holzrollläden
Das Treppenhaus
Die Türen
Das Vestibül
Der Tierschutz
Die Möblierung
Die Schränke und Tische
Die Stühle
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40
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4. Die Geschichte der Emilienstraße 3
42
5. Vorteile für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der UmweltBank AG
45
Anhang
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Glossar
Herstelleradressen
Nützliche Kontaktadressen
Stichwortverzeichnis
Verzeichnis der Fotografien im Text
Verzeichnis der Abbildungen
UmweltPunkte-Checkliste und Erläuterungen
Urkunde Denkmalprämierung des Bezirks Mittelfranken 2002 am 14.10.02
Urkunde „Fassadenwettbewerb 2001“ der Sparkasse Nürnberg am 10.10.02
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6
V O RW O RT
Ökologie und Ökonomie Hand in Hand
Liebe Leserin, lieber Leser!
„Ökologie und Ökonomie Hand in
Hand“, dieser Slogan beschreibt am
besten die Arbeit der UmweltBank. Seit
unserem Bankstart 1997 finanzieren und
fördern wir bundesweit umweltfreundliche Projekte mit Vorzugskonditionn und
bieten gleichzeitig unseren Anlegern
attraktive Zinsen. Die UmweltBank
begleitet Projekte aus dem Bereich der
regenerativen Energien und der ökologischen Landwirtschaft, über die Hälfte
unserer Kredite dreht sich um das Thema ökologisches Bauen. Egal ob Neubau oder Altbau, ob Solarstrom oder
Solarheizung, wir sind der richtige Ansprechpartner für eine unkomplizierte
und kompetente Finanzierung. Je umweltfreundlicher ein Bauvorhaben, um
so günstiger die Kreditkonditionen. Wir
belohnen ökologische Bauherren und
nutzen darüber hinaus alle öffentlichen
Fördermittel für unsere Kunden.
Meine Frau und ich haben gemeinsam
mit der UmweltBank das 1911-1913
im Jugendstil gebaute Wohn- und Geschäftshaus „Emilienstraße 3“ von 1999
bis 2001 aufwendig ökologisch renoviert. Es wird heute als ökologisches
Bürogebäude von der UmweltBank genutzt.
Die folgende Dokumentation zeigt
sehr anschaulich, in welcher Situation
sich das Grundstück beim Erwerb durch
die UmweltBank AG im Jahre 1999 befand, welche Maßnahmen im einzelnen
durchgeführt worden sind und wie es
nach erfolgreichem Abschluss der ökologischen Modernisierung heute aussieht.
Die Dokumentation soll anregend für
andere Bauherrn wirken, die vielleicht
bereits einmal mit dem Gedanken ge-
spielt haben, eine ökologische Modernisierung in ihrem Gebäude vorzunehmen, aber dann mangels konkreter
Informationen und in die Praxis umgesetzter, funktionierender Beispiele dann
doch wieder eher zur traditionellen
Bauweise zurückgekehrt sind.
eingebracht hat, sowie allen Mitarbeiterinnen der UmweltBank und der D.U.T.
Agentur, die an dieser Dokumentation
mitgewirkt haben, für ihr tatkräftiges
Engagement. Außerdem danken wir
Herrn Dr. Exner vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege für die gute
konstruktive Zusammenarbeit.
Aufbau
Das erste Kapitel stellt die UmweltBank
kurz vor und berichtet vom Erwerb des
baufälligen Grundstücks bis zum Beginn
der Sanierungsmaßnahmen. Anschließend erfahren Sie in einem virtuellen
Rundgang durch das ökologisch modernisierte Gebäude Emilienstraße 3, wie
die Sanierung in den einzelnen Teilbereichen des Gebäudes umgesetzt wurde.
Wo die ökologischen Komponenten bei
dieser Modernisierung liegen, lesen Sie
im Kapitel 4 der Dokumentation. Dieses
Kapitel verdeutlicht auch, dass es sich
um ein ganzheitliches, umweltfreundliches Sanierungskonzept handelt – von
der energetischen Modernisierung über
die Möblierung bis hin zur Einbeziehung der Tierwelt in der Stadt. Zum
Schluss finden Sie ausführliche Details
zur Geschichte des Jugendstilhauses
Emilienstraße 3 und lesen anschließend,
wie sich die Bankmitarbeiter heute in
ihrem neu renovierten Bürogebäude
wohlfühlen können.
Zum Schluss danke ich meiner Frau und
Mitunternehmerin Sabine Popp, die mit
mir gemeinsam in diesen zwei Jahren
der Renovierung neben den Belastungen des normalen Berufsalltages Woche
für Woche in vielen Besprechungen die
Renovierung, die Gestaltung des Hauses
und insbesondere der Gartenanlagen
stark mit beeinflusst hat. Gemeinsam
mit ihr sind viele phantasievolle, gute
und individuelle Lösungen entstanden,
die bei einem solchen Projekt erforderlich sind. Es hat allen Beteiligten viel
Freude gemacht dieses Juwel aus dem
Dornröschenschlaf zu wecken. Ein sympathischer und wertvoller Ort, an dem
Menschen sich wohlfühlen und gerne
arbeiten.
Freuen Sie sich nun auf eine spannende
Reise durch das ökologisch sanierte Jugendstil-Haus Emilienstraße 3 und entdecken Sie die Vorzüge und Möglichkeiten einer ökologischen Altbausanierung.
Nürnberg, 16. Juni 2003
Dank
Wir danken der Autorin des Textes Frau
Dr. Irene Schöne aus Kiel, die in mühevoller Kleinarbeit alle Fakten zusammengetragen und zu dieser detailgetreuen und ausführlichen Dokumentation
ausgearbeitet hat. Unser Dank gilt ebenso dem Architekten Michael Neubeck
und seinem Team, der wertvolle Anregungen und ökologisches Know-How
Horst P. Popp
Bauherr, Gründer und Vorstandsvorsitzender der UmweltBank AG
7
EINFÜHRUNG
1. UmweltBank AG, Nürnberg –
ein ganzheitliches Konzept
Bild 1: Der steinerne Bock erinnert an den ersten
Bauherren Christian Böckler
„Wir tun auch selbst,
was wir für andere finanzieren.“
Die UmweltBank AG, Nürnberg, hat im
Jahre 1999 das in unmittelbaren Nähe
zu den Geschäftsräumen im Laufertorgraben 6 gelegene Jugenstil-Haus Emilienstraße 3 auf einer Zwangsversteigerung erworben und qualitativ hochwertig ökologisch saniert. Eine solche
Renovierung und Wiederinstandsetzung
eines bereits bestehenden Gebäudes ist
ökologisch sinnvoller als der Neubau
eines Gebäudes auf einer bisher noch
nicht bebauten Fläche.
Bei dem Gebäude Emilienstraße 3 handelt es sich um ein unter Denkmalschutz
stehendes, in den Jahren 1911 bis 1913
errichtetes Jugendstil-Haus am Prinzregentenufer, im Stadtteil „Wöhrd“ gelegen. Dass der Stadtteil „Wöhrd“ eine
ganze Reihe von Jugendstil-Häusern
aufweist, ist relativ wenig bekannt,
weitaus häufiger denkt man bei Nürnberg an seine Burg und die mittelalterliche Altstadt, von der die Emilienstraße
nur durch den Altstadtring getrennt
wird.
8
Das Gebäude Emilienstraße 3 ist an
den öffentlichen Personennahverkehr
hervorragend angebunden: Die UBahn-Station „Wöhrder Wiese“ und
eine Straßenbahn-Haltestelle befinden
sich wenige Meter entfernt. Der Nürnberger Hauptbahnhof ist in wenigen
Minuten zu Fuß zu erreichen.
Das Gebäude ist voll unterkellert und
besteht aus dem Souterrain, vier Stockwerken und großem Dachboden mit
einer Gesamtnutzfläche von 1.009 m2.
Das Grundstück selbst ist 520 m2 groß.
Die Deckenhöhen betragen 3,45 bis
3,55 m.
Die in den Jahren 1911 – 1913 errichtete Emilienstraße 3 wies eine gute bauliche Grundsubstanz auf, weil sie solide
gebaut und bei ihrer Errichtung hochwertige Materialien verwendet worden
waren. Das Gebäude war jedoch lange
vernachlässigt und in den 1990er Jahren völlig heruntergewirtschaftet worden. Es hatte zudem lange leer gestanden und war zuletzt vorwiegend von
Tauben bewohnt. Der öffentlich bestell-
te und vereidigte Gutachter Hans Wohlwend aus Nürnberg beschrieb den
baulichen Zustand am 30. November
1998 so:
„Das Anwesen wird bereits seit einiger
Zeit nicht mehr genutzt und befindet
sich in einem renovierungsbedürftigen
Zustand – eine konkrete Vermietungsmöglichkeit im augenblicklichen Zustand kann ausgeschlossen werden.“
und empfahl eine grundlegende
Sanierung.
Die UmweltBank AG versprach sich
von dem Erwerb und der zukünftigen
Nutzung des Gebäudes mehrfache
Vorteile:
• Erst einmal gab es die Möglichkeit,
in unmittelbarer Nähe zu dem jetzigen Sitz der Bank im Laufertorgraben 6 – die Innenhöfe der beiden
Grundstücke grenzen aneinander –
neue Räume für das wachsende
Geschäft der UmweltBank AG
nutzen zu können.
• Zweitens bot sich die Möglichkeit,
EINFÜHRUNG
Bild 2: Taufe durch Natascha Popp
Bild 3: Feierliche Enthüllung des Gebäudes bei
der Einweihungsfeier am 30.06.2001
Bild 4: Fassade in neuem Glanz
durch eine Sanierung des Gebäudes
ein Musterbeispiel dafür geben zu
können, wie eine ökologische
Modernisierung eines denkmalgeschützten Altbaus mitten in einer
Großstadt praktisch werden kann.
Unter der Leitung des Nürnberger Architekten Michael A. Neubeck, der Mitglied im UmweltRat der UmweltBank
AG ist, wurde die Sanierung und ökologische Modernisierung des Gebäudes
in enger Zusammenarbeit mit dem
Denkmalschutzamt der Stadt Nürnberg
von dem Ehepaar Popp geplant und in
die Tat umgesetzt. Zwei Jahre später
waren zeitgemäße, lichtdurchflutete und
umweltfreundliche Büroräume im historischen Ambiente entstanden. Das
fertig renovierte Gebäude wurde am
30. Juni 2001, dem Tag der Hauptversammlung der UmweltBank AG, eingeweiht.
Maßstab für die ökologische Modernisierung der Emilienstraße 3 waren einerseits die denkmalpflegerischen Aspekte, daneben aber auch moderne um-
welttechnische Maßstäbe und die zeitgemäßen Ansprüche an moderne Büroräume. Neue, hochwertige umweltfreundliche Baustoffe wurden zurückhaltend in die historische Bausubstanz
eingefügt. Der sanierte Bau bezieht
heute seine Spannung genau aus diesem Zusammenspiel von Alt und Neu,
ein Eindruck, der auch im Inneren des
Hauses durch die Auswahl der Ausstattungsgegenstände, wie Schalter,
Lampen, Möbel, Sanitärkeramik, und
natürlich auch durch die Farbgebung
sinnlich erfahrbar wird.
Dabei blieben die Innenaufteilungen
der Geschosse gemäß dem historischen
Grundriss weitgehend bestehen, nur im
Eingangsbereich der Etagen wurden
zum Flur hin Wände entfernt. Das
Dachgeschoss wurde zu zwei nutzbaren
Stockwerken ausgebaut und zwei neue
Gauben stilsicher ins Dach eingefügt.
Zusätzlich wurde über der mittleren
Gaube ein von der Straße her fast unsichtbarer Balkon als zusätzlicher
Fluchtweg eingebaut. Die Souterrainräume zur Emilienstraße erhielten bo-
dentiefe Fenster und eine Eingangstür
zur späteren separaten Nutzung.
Ein Fahrstuhl erschließt jetzt das gesamte Gebäude. Zwischen den beiden
Innenhöfen vom Laufertorgraben und
der Emilienstraße wurde ein – teilweise
überdachter – Überweg geschaffen.
Vorgarten und Innenhof des renovierten
Gebäudes präsentieren sich nun hell,
einladend und zurückhaltend.
Ein Schmuckstück des Jugendstil
strahlt jetzt wieder – im zeitgemäßen
ökologischen Glanz.
Mit dieser ökologischen Sanierung
zeigt die UmweltBank AG, wie und
warum eine ökologische Altbausanierung auch ökonomisch sinnvoll ist.
Sie praktiziert damit auch selbst, was
sie für andere finanziert:
• weil die UmweltBank AG davon
überzeugt ist, dass in einer vernetzten
Welt, in der zunehmend bewusster
wird, dass alles miteinander zusammenhängt und wir Menschen letztlich aus demselben Stoff bestehen
9
EINFÜHRUNG
Bild 5 - 7: Beim Richtfest im September 2000
wie unsere Umwelt, eine Orientierung allein am ökonomischen Eigennutz nicht mehr ausreicht,
• weil unsere Umwelt ganz materiell
von einer Einsparung von
Ressourcen profitiert,
• und weil sich ökologische Investitionen auch ökonomisch rechnen:
Steigende Nutzungskosten für Strom,
Wärme und Wasser können so
langfristig unter Kontrolle gehalten
werden.
Die UmweltBank AG in Nürnberg wurde im Jahre 1995 von Bankern gegründet, die den vielen Mahnungen zur ökologischen Verantwortung selbst Taten
folgen lassen wollten. Seit Februar 1997
hat die UmweltBank AG die VollbankLizenz. Sie ist unabhängig und gehört
über 4.000 engagierten Aktionärinnen
und Aktionären. Seit Juli 2001 ist
die Aktie der UmweltBank AG börsennotiert.
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Das Konzept der UmweltBank AG lautet, den Kundinnen und Kunden attraktive marktübliche Zinsen und Renditen
anzubieten und damit zu Vorzugskonditionen Projekte aus den folgenden Bereichen zu finanzieren:
•
•
•
•
•
•
•
Sonnenenergie,
Windkraft,
Wasserkraft,
Null-Energie-Häuser,
ökologische Landwirtschaft
Biogasanlagen sowie
ökologische Altbausanierung.
Die UmweltBank AG hat – das geht aus
ihrem Namen hervor – ihre gesamte Geschäftstätigkeit der Umwelt verpflichtet
und dieses Ziel in ihrer Satzung verankert: Sie finanziert ausschließlich umweltfreundliche Projekte. Damit ist sie
bisher die einzige Aktiengesellschaft in
Deutschland, die ihr gesamtes Handeln
an ausschließlich ökologische Ziele gebunden hat.
Jedes zu finanzierende Projekt wird
nach ökonomischen sowie ökologischen Kriterien geratet. Dazu wird eine
„UmweltPunkte-Checkliste“ erstellt,
die die ökologische und die wirtschaftliche Bonität des Projektes in einer
Punkteskala wiedergibt.
Mit der UmweltPunkte-Checkliste (siehe Anhang) werden die sogenannten
„UmweltPlus-Punkte“ eines Projektes
errechnet, die sich für den Bauherrn
lohnen, denn:
Je ökologischer ein Vorhaben,
desto günstiger die Finanzierung
bei der UmweltBank.
Bei ihrer Arbeit wird die UmweltBank
AG von einem UmweltRat sachkundig
EINFÜHRUNG
Bild 8 - 10: Mehr als 800 Gäste kamen
zur sommerlichen Einweihungsfeier mit
Live-Musik
begleitet, der die Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter der Bank bei der Auswahl
der Projekte berät und am ökologischen
Ranking kontinuierlich mitarbeitet.
Die UmweltBank AG – das wird deutlich – handelt nach einem ganzheitlichen Konzept. Dabei hat sich die UmweltBank AG selbstverständlich nicht
nur auf die Finanzierung von Umweltvorhaben spezialisiert, auf die Produktökologie, sondern sie hat sich auch der
Betriebsökologie verpflichtet:
• Für Büromaterialien werden ausschließlich Recyclingprodukte
verwendet.
• Der benötigte Strom wird teilweise
in Solaranlagen selbst produziert.
• Brauchwasser wird gesammelt und
zur WC-Spülung genutzt. Somit kann
sauberes hochwertiges Trinkwasser
eingespart werden.
• Selbstverständlich wird Müll getrennt
gesammelt und einer Wiederverwertung zugeführt.
• Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
erhalten kostenlos eine Fahrkarte für
den öffentlichen Personen-Nahverkehr in Nürnberg.
• Für besondere Mobilitätsbedürfnisse
steht ein Elektromobil, der „Hotzenblitz“, zur Verfügung.
Mit allen ihren Aktivitäten nimmt die
UmweltBank AG eine Vorreiterrolle
unter den Aktiengesellschaften in
Deutschland ein. Im Umweltrating der
Züricher Kantonalbank vom Frühjahr
2001 hat sie daher die Bestnote erhalten.
und ihre engagierten Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter in einer schlanken
Organisation kostenbewusst arbeiten.
Sie ist die einzige Bank Deutschlands,
die auch ihre ökologischen Erfolge
anhand einer CO2-Bilanz misst.
Zur Einsparung von CO2 tragen alle,
von der UmweltBank finanzierte
Projekte bei. Eines davon ist auch die
Emilienstraße 3.
Die UmweltBank arbeitet wirtschaftlich
erfolgreich. Dies ist auch dadurch möglich geworden, dass die UmweltBank
AG als Direkt- und Beraterbank ohne
Schalterhallen und Filialen auskommt
11
RUNDGANG
2. Rundgang durch das ökologisch
modernisierte Gebäude, Emilienstraße 3
Bild 11: Im original Farbton reiht sich das
Gebäude harmonisch in seine Umgebung ein
Bild 12: Neue Gauben bringen Licht
ins Dachgeschoss
Das erste, was einem Besucher des
neuen Gebäudes der UmweltBank AG
auffällt, ist die Tatsache, wie gut sich
das renovierte Bürohaus in das
Ensemble seiner Nachbarn einpasst.
Es ist weder von der Form, noch von
der Farbgebung besonders auffällig.
Man hat eher den Eindruck, das Gebäude sei schon immer so gewesen.
Es wirkt hell und freundlich,
traditionsbewusst und von hoher
Qualität handwerklicher Arbeit.
Rechterhand liegt der Haupteingang,
links daneben, einige Stufen tiefer der
ehemalige Lieferanteneingang und der
Eingang zum Souterrain, dessen Fenster bis zur ebenen Erde heruntergezogen wurden, damit sie wie Flügeltüren
zu öffnen sind.
12
In diese Räume soll später einmal ein
Restaurant einziehen, das für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der UmweltBank AG, aber auch für die der
umliegenden Firmen regionale ökologische Spezialitäten offerieren soll.
Die ökologischen Qualitäten des Hauses erschließen sich jedoch erst auf
den zweiten Blick, bei genauerem
Hinsehen, und durch nähere Informationen.
RUNDGANG
2.1 Der Grundriss
Büro
Teeküche
Büro
Innenhof
WC
Büro
Abb. a: Original-Grundriss einer Etage der Emilienstraße 3 von 1913
Abb. b: Aktueller Grundriss einer Etage nach der Sanierung 2001
Balkon
Flur
Das Gebäude hat einen L-förmigen
Grundriss. Obenstehend ist der Plan
des zweiten Obergeschosses abgebildet, wie er dem Bauantrag beigefügt
worden war und von der Stadt Nürnberg am 21. September 1911 genehmigt wurde. Daneben ist der Grundriss
des renovierten Geschosses mit der
heutigen Zimmeraufteilung dargestellt.
Zur Emilienstraße hin liegen zwei –
bzw. in den oberen Stockwerken drei
– repräsentative Zimmer. Die Wände
zur früheren Küche und zum sogenannten Mädchenzimmer wurden entfernt. Dieser Raum wird nun ebenfalls
als Büro genutzt. Im Seitenflügelbereich gibt es jeweils vier Räume, dazu
die entsprechenden Wohnnebenräume
und einen Balkon.
Aufzug
Büro
(früher Küche /
Mädchenzimmer)
Vorraum
Büro
Büro
Treppenhaus
Büro
Blick zur Emilienstraße
13
RUNDGANG
2.2. Der Vorgarten
Durch einen schmalen Vorgarten wird
das Gebäude von der Emilienstraße
getrennt, aber auch mit ihr verbunden.
Ein Metallzaun, der von Pfeilern aus
rotem Burgsandstein getragen wird,
bildet die Grenze zur öffentlichen
Nutzung.
Die zum Souterrain hin leicht abfallende Gartenfläche wird von Mauern –
ebenfalls aus rotem Sandstein – eingefasst. Einige Stufen aus Granit führen linkerhand zum ehemaligen Lieferanteneingang und zum Souterrain
hinunter.
Die Fläche davor (siehe Bild 13) wurde mit hellem Kies belegt und durch
eine niedrige Buchsbaumhecke eingefasst. Zur Straße wurden drei Rotdornbäume angepflanzt, um mit den
Nachbarhäusern zusammen den Eindruck eines geschlossenen Ensembles
zu bieten.
Rechts führen ein mit Ziegelplatten –
nach historischem Vorbild – ausgelegter Weg, der mit einer ca. 1,5 m hohen abgerundeten Mauer vom Nachbargrundstück getrennt wird, und
einige Treppenstufen zur Haupteingangstüre.
Bild 13: Neuer Vorgarten mit Blick auf das Souterrain
Bild 14: Detail des Bodenbelages nach histor. Vorbild
Bild 15: Blick auf Haupt- und Nebeneingang
Bild 16: Sandsteinpfeiler des Gartenzauns
vor der Renovierung
Die Sandsteinmauern und Pfeiler wurden restauriert. Das Stück Bretterzaun
an der Straße wurde durch einen neu
entworfenen Metallzaun ersetzt.
14
Bild 17: Renovierter Pfeiler mit
neu entworfenem Metallzaun
RUNDGANG
2.3. Souterrain
Im Souterrain wurden bereits alle
technischen Voraussetzungen dafür
geschaffen, dass hier einmal ein Restaurant einziehen kann.
Beispielsweise ist bereits der Einbau
einer Lüftungsanlage vorgenommen
worden, die mit modernster Wärmerückgewinnungstechnik arbeiten wird,
weil es natürlich sinnvoll war, die dafür notwendigen Arbeiten beim erfolgten Umbau bereits mit vorzusehen und
nicht nachträglich vorzunehmen.
Bild 18: Blick durch die Flügeltüren des zukünftigen
Restaurants auf die Terrasse
Bild 19: Die Fenster der Restaurantküche
mit Blick auf den Innenhof
Vom Souterrain aus hat man auch
einen weiten Blick in den Innenhof,
der sich unmittelbar an den Hof des
Gebäudes Laufertorgraben 6, dem
ersten Sitz der UmweltBank AG, anschließt.
15
RUNDGANG
2.4. Der Innenhof
Bild 22: Mauer zum Laufertorgraben 6
vor der Renovierung
Bild 23: Heute – der überdachte Treppenüberweg
Bild 20: Der Innenhof mit Übergang zum Grundstück
Laufertorgraben 6
Bild 21: Vogelperspektive des Innenhofes
Durch das Gefälle zwischen Straße
und Hof ist der Innenhof von der Emilienstraße her zwar ebenerdig zu begehen, weist aber einen großen Höhenunterschied zu den Nachbarhäusern im
Laufertorgraben auf. Der Grund dafür
liegt in der, in den 50er Jahren im
Nachbargrundstück gebauten Tiefgarage, wodurch das Niveau des Innenhofes des Laufertorgrabens angehoben
wurde. Dadurch ist eine hohe Stützmauer erforderlich.
Die Gestaltung von Vorgarten und
Innenhof wurde aus einem Guss
durchgeführt: Auch im Innenhof bedeckt heller Kies die Grundfläche.
Dies schafft einen lichten Eindruck,
denn die Kieselsteine reflektieren das
Sonnenlicht. Auch hier finden sich
Beete mit niedrigen Buchsbaumeinfassungen.
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Die vorhandene Bodenversiegelung
des Innenhofs wurde beseitigt, die
Mauern wurden ausgebessert, neu
verputzt und hell gestrichen.
Sodann wurde ein Treppenüberweg mit
Glasdach zwischen der Emilienstraße
und dem Laufertorgraben geschaffen,
damit man auch bei regnerischem
Wetter trocken von einem Gebäude
zum anderen gelangen kann.
Der Innenhof wird jetzt für Veranstaltungen der UmweltBank AG und in
Pausen von den Mitarbeiterinnen und
Mitarbeitern der Bank genutzt.
RUNDGANG
2.5 Die Balkone
Bild 24: Alte Balkone
Bild 25: Die restaurierten Balkongeländer
mit neuer Glasfront
Vom Innenhof hat man einen guten
Blick auf die rückwärtige Fassade der
Emilienstraße 3 mit den neu renovierten Balkonen.
Die Zugangsmöglichkeit zu den Balkonen wurde völlig neu gestaltet. Die
gesamte vorhandene Außenwand wurde
entfernt und durch eine Glaswand ersetzt, in die eine Türe zum Balkon eingelassen wurde.
17
RUNDGANG
2.6. Der Aufzug
Bild 26: Der neue Aufzug mit Glaswand
Das Gebäude wird heute von einem
neu eingebauten Aufzug erschlossen,
der vom Souterrain bis ins Dachgeschoss reicht.
Der vorhandene Wäscheaufzug wurde
ausgebaut. Der Vorraum vor dem Aufzug wird einerseits durch die Glaswand
zum Balkon und andererseits durch
eine neue, hohe Glaswand mit Tür zum
Etagenflur geschlossen.
Durch die Verwendung dieser zweifachen Glaswände wird es möglich, dass
viel Licht in die langen und hohen
Flure fallen kann. Das spart Kosten für
elektrische Beleuchtung.
18
Bild 27: Der Einbau des Personenaufzugs machte
erhebliche Gründungsarbeiten erforderlich.
Bild 28: Der alte Wäscheaufzug
RUNDGANG
2.7. Das Vestibül
Bild 29: Vestibül und doppelflügelige Eingangstür
vor der Renovierung
Bild 30: Das neue Vestibül wieder
im Original-Farbton
Bild 31: Die im Original erhaltene Deckenleuchte
Von der Straße her betritt man das Haus
durch ein Vestibül. Es bildet durch die
Eingangstür und die zweiflügelige
Schwingtür zum Treppenhaus einen in
sich abgeschlossenen Eingangsbereich,
der dem Besucher einen ersten Eindruck vom Stil und der hochwertigen
Gestaltung des Hauses vermittelt.
Der Boden des Vestibül ist mit ca. 10 x
10 cm großen Fliesen in Braun und
Creme schachbrettartig ausgelegt. Eine
neunstufige Steintreppe führt zu dem
Podest auf der Höhe des Treppenhauses, wovon es durch eine Pendeltüre
getrennt wird. Diese Schwingtüre ist –
wie Haustüre und Etagentüren – aus
Eiche, großflächig durchsetzt mit quadratischen Glasfeldern. Über der Pendeltüre befindet sich eine stuckverzierte
Supraporte.
Die Wandflächen sind durch schwarze
Marmorlisenen in ca. 60 cm breite
Felder gegliedert. Der ca. 20 cm hohe
Sockel ist ebenfalls aus schwarzem
Marmor, auch die Einfassungen von
Hauseingangstüre und der Pendeltüre
zum Treppenhaus.
Die tonnengewölbte Decke wird durch
einen Stuckfries von der Wand getrennt. Sie ist quer in drei, durch Stuckprofilleisten eingefasste Felder gegliedert. Zwei Stuckornamentikbänder unterteilen die Decke in Längsrichtung.
Über den Wandlisenen aus Marmor und
dem wandabschließenden Stuckfries
grenzt ein breites Rundbogenfries.
Die warmen Töne des Bodenbelages,
die Kombination der vertikalen Marmorsäulen mit den Putzfeldern und die
horizontale Vergoldung der Stuckornamente finden einen harmonischen Abschluss im reich verzierten Stuckgewölbe.
Das Vestibül war einschließlich der
Deckenleuchte im Original erhalten
und wurde – unter Hinzuziehung des
Denkmalschutzes – mit angemessenem
Aufwand renoviert. Es bildet durch seine aufwendige Gestaltung heute wie
früher die schöne Visitenkarte des gesamten Hauses.
Mehr zum Vestibül lesen Sie auch in
Kapitel 3.2.6 Türen, Seite 36.
19
RUNDGANG
2.8. Das Treppenhaus
Bild 32: Das Treppenhaus vor der Renovierung
Bild 33: Detail des Handlaufes aus Eiche,
daneben die neue Muranoglas-Lampe
Bild 34: Die Original-Tür im
renovierten Treppenhaus
Durch die zweiflügelige Schwingtüre
gelangt man vom Vestibül ins Treppenhaus.
Alle Holzelemente im Treppenhaus
(Stufen, Geländer, Wangen, Sockel, Podeste, Etagentüren) sind aus massiver
Eiche. Sie waren erstaunlich gut
erhalten.
Auf den Podesten ist der Eichenboden
im Fischgrätmuster verlegt. Die hofseitigen Fenster im Treppenhaus sind dreiflügelig. Dort, wo es notwendig war,
wurden Putzflächen erneuert, Fenster
ersetzt und Etagentüren restauriert.
Die dunkle Treppe mit den geölten
20
Eichenstufen und dem dunkelgrünen
Sockel sowie die weiß gestrichenen
Wände vermitteln den Eindruck von
Hochwertigkeit und Solidität – eine
gestalterische Qualität, wie sie bereits
der Bauherr vor 90 Jahren in seinem
Haus verwirklichte, welcher auch bei
der Renovierung Rechnung getragen
wurde.
Als modernes Gestaltungsmittel wird
im Sockel das „Goldene Band“ aus
dem Vestibül wieder aufgenommen,
wobei sich die Größe der Quadrate am
Steinzeugbelag des Vestibüls orientiert.
Entsprechend dem dunkelgrün gestrichenen Sockel mit seinen schwarzen
und goldenen Ornamente wurden
für das Treppenhaus maisgelbe,
mundgeblasene quadratische Murano Glaslampen ausgewählt, die die
Quadrate im Fries wiederholen und
dadurch hervorheben.
Mehr über das Treppenhaus lesen
Sie auch in Kapitel 3.2.5., Seite 35.
RUNDGANG
2.9. Ein Blick in die Etagen
Bild 35:Die restaurierte Heizkörperverkleidung
Bild 36: Neue Flur-Eingangs-Situation auf den
Etagen, früher Küche/Mädchenzimmer
Im Eingangsbereich der Etagen wurden
rechterhand die Wände zur früheren
Küche und zum sogenannten Mädchenzimmer entfernt, um eine großzügigere
Gestaltung und bessere Nutzungsmöglichkeiten zu schaffen.
Auf der linken Seite zur Emilienstraße
hin befinden sich die „öffentlichen“,
ehemals repräsentativen Räume, die mit
besonders schönen geometrischen
Stuckdecken versehen und teilweise
durch Glasschiebetüren miteinander
verbunden sind. Es wurden teilweise
neue Zimmertüren – selbstverständlich
im alten Stil – angefertigt und eingebaut. Alle Holzteile in den Etagen, Innentüren, Fenster, Holzrollladenkästen,
Heizkörperverkleidungen und Fußleisten, sind im selben Farbton cremeweiß
seidenmatt gestrichen, um ein einheitliches Bild zu geben.
Die Fenster, die Kästen für die Holzrollläden und die darunter befindlichen
Heizkörper mit ihren Verkleidungen
bilden von ihrer Gestaltung her eine
ruhige, hochwertig gestaltete Einheit.
Bild 37: Fenster und Heizkörper vor der
Renovierung
21
RUNDGANG
2.10. Lampen und Lichtschalter
Bild 39: Deckenbeleuchtung in den Fluren
Bild 40: Die neuen Hängelampen im Detail
Die gesamte Elektrik des Hauses war
komplett erneuerungsbedürftig.
Um die Stuckdecken zu schonen, wurde
dort auf die Anbringung von Lampen
verzichtet. Nur in den langen und hohen
Fluren wurden einheitliche mattweiße
tropfenförmige Hängelampen in den
Decken angebracht. Dadurch erscheint
die große Höhe der langen Flure etwas
abgemildert.
Die Decken im Flurbereich sind mit
Holzfaser verstärkten Gipsplatten abgehängt, um den geforderten Brandschutz
zu erreichen und eignen sich hervorragend, um die aufwendige Elektroinstallation zu verlegen.
In den Räumen spenden Standlampen
und Tischleuchten die erforderliche
Helligkeit.
Für alle Schalter und Steckdosen wurden Fabrikate aus PVC-freiem schwarzen Bakelit gewählt, die fast dem Stil
der vom Bauherrn vor 90 Jahren angebrachten entsprechen (alle verwendeten
Produkte: siehe Herstellerverzeichnis
im Anhang).
Exkurs zu Bakelit
Bakelit ist ein eingetragenes Warenzeichen der Bakelite AG.
Als Leo H. Baekeland 1908 das Patent für die Herstellung des ersten vollsynthetischen
Kunststoffes anmeldete, hatte er die Nöte der Elektroindustrie vor Augen, die dringend
einen Ersatzstoff für den teuren Schellack benötigte. Sein „Bakelit“, der erste duroplastische Vollkunststoff, schuf die Möglichkeit, unter Verwendung von Pressformen Gebrauchsartikel in hoher Stückzahl relativ preiswert herzustellen. Die Gestalter beflügelte der neue
Werkstoff: Griffe und Schalter wurden aus Bakelit gemacht, später dann Radios,Telefonapparate und selbst Schreibmaschinen.
Bis in die 60er Jahre war das Material noch bei Lichtschaltern und Steckdosen üblich; dann
wurde auch Bakelit durch abermals billigere Kunststoffe ersetzt, und verschwand mit der
Verbreitung der Thermoplaste als Schaltermaterial vom Markt.
Bild 38: Lichtschalter aus Bakelit nach
historischem Vorbild
22
Besonders wichtig ist: Das Innere der Steckdosen ist aus Keramik gefertigt und nicht aus
Kunststoff.
Auszug aus dem manufactum Warenkatalog Nr. 15, S.149
RUNDGANG
2.11. Die Fußböden
Bild 41: Renovierter Parkettboden
Bild 42: Während der Renovierung
Die Fußböden weisen in allen Räumen
– auch im neuausgebauten Dachgeschoss und im Treppenhaus – dieselbe
Farbe Eiche Natur auf – auch deshalb,
um den Eindruck von Einheitlichkeit
und Großzügigkeit zu unterstreichen.
In vielen Räumen war noch der originale massive Eichen-Parkettboden, verlegt im Fischgrätmuster, in einem
relativ gutem Zustand. In wenigen
Räumen, vorwiegend im rückwärtigen
Teil der Etagen, war Holz-Estrich auf
den Holzdielenboden aufgebracht worden. Darüber hatte man Teppich- oder
Kunststoffböden gelegt.
Die vorhandenen Massivholzböden
wurden abgeschliffen und geölt. Dort,
wo es nötig war, wurden nachträglich
aufgebrachte Estriche wieder entfernt
und das Holzparkett ergänzt.
Bild 43: Alle vorhandenen Parkettböden
konnten erhalten werden.
23
RUNDGANG
2.12. Die Wände
2.13. Die unsichtbare Elektroverkabelung
Bild 44: Die Kabelkanäle heute gefertigt
aus den alten Sockelleisten
Bild 45: Einbau der Kabelkanäle
Die Wände
Die unsichtbare Elektroverkabelung
Nachträglich eingezogene Zwischenwände, die es in den Zimmern im westlichen Bereich gab, wurden entfernt,
um die ursprüngliche Aufteilung wieder
sichtbar zu machen.
Alle vorhandenen Elektroleitungen
wurden entfernt und die gesamte Elektrik des Hauses auf den heutigen Stand
der Technik gebracht.
Alle Wände im ganzen Haus sind –
genauso wie die Decken – mit einer
Mineralfarbe in Cremeweiß gestrichen.
Diese einheitliche Farbgebung trägt zu
dem Eindruck von Großzügigkeit bei
und lässt die hohen Räume licht- und
luftdurchflutet wirken.
24
Besonders wichtig war dabei die
Schaffung eines internen Datenverarbeitungsnetzes. Um die allgemein üblichen zusätzlich aufgesetzten „Kabelkanäle“ aus Kunststoff oder Metall zu
vermeiden, wurden die alten Sockelleisten entfernt und die erforderlichen
Kabel für das Datennetz dahinter angebracht. Dann wurden die alten Sockelleisten aufgearbeitet und mit Abstandhaltern und neuer Abdeckung über den
Leitungen befestigt.
RUNDGANG
2.14. Die Nassräume
Bild 46: Neue Teeküche
Bild 47: Neugestaltete Sanitärräume in
schwarzem Granit
Bild 48: Mitarbeiterdusche im Keller
Die Küchen, Waschräume und Toiletten
sind komplett neu gestaltet worden.
Im Keller wurde ein Umkleideraum mit
WC und Dusche eingerichtet.
Die Wände von Waschräumen und Toiletten wurden mit weißen quadratischen
Mosaikfliesen verkleidet.
Auch hier wird wieder dieselbe Formsprache wie im ganzen Haus deutlich –
überall wiederholt sich das Quadrat.
Die Fußböden in den Nassräumen sind
mit hellgrauen Fliesen belegt.
Die WC-Keramik, ein klassisch zeitloses Design, ist ebenfalls weiß. Für die
WC-Spülung wird heute zu 80 % Regenwasser verwendet. Die Armaturen
sind verchromt und die Waschtische
bestehen aus entsprechend zugeschnittenen schwarzen Granitplatten, in welche die weißen Waschbecken eingesetzt wurden (siehe auch Herstellerverzeichnis im Anhang).
25
RUNDGANG
2.15. Der neu
ausgebaute Dachboden
Bild 49: Der Flur im neuausgebauten Dachgeschoss
Bild 50: Schiebewände aus satiniertem Glas
Das straßenseitige Dachgeschoss war
bereits für Bürozwecke genutzt worden,
der darüber liegende Dachboden sowie
das Dachgeschoss des rückwärtigen
Seitengebäudes jedoch noch nicht.
tiniertem Glas bei Bedarf Flur und
Raum. Dadurch kann die große Fläche
in einzelne kleinere Einheiten unterteilt
werden.
Die Räume im Dach wurden ausgebaut
und mit einer Dämmung aus recyceltem Altpapier (Zelluloseflocken) optimal wärmegedämmt.
Der Fußboden besteht aus neu verlegter
Eiche, die dunkel geölt wurde.
In den zur Emilienstraße hin gelegenen
Räumen trennen Schiebewände aus sa-
26
Bild 51: Neues Bad im Dachgeschoss
Bild 52: Die Dachgaube vor der Renovierung
Bild 53: Umbau des Dachgeschosses
Neu gestaltete, größere Dachgauben
lassen jetzt mehr Licht und Luft in die
Räume.
Über der großen mittleren Dachgaube
zur Emilienstraße hin musste auf Anordnung der Feuerwehr ein neuer Balkon gebaut werden, der vom Architekten so geschickt eingefügt wurde, dass
er von der Straße her unsichtbar bleibt
und die historische Fassade nicht stört.
MODERNISIERUNG
3. Die Schwerpunkte der Modernisierung
3.1. Unsichtbare Maßnahmen
3.1.1. Energetische Modernisierung
Biberschwanzziegel
Lattung
Konterlattung
Schalungsbahn
Schalung
Sparren
Dämmung
Isofloc 20 cm
Dampfbremse
Sisalit
Unterkonstruktion
Fermacell
Sichtschalung bis zum
ersten Sparren
Zahnleiste
Mit Dämmung
ausstopfen
Mauerlatte
Leistung Maurer
Abbildung c: Technischer Aufriss der Dämmung des Daches
Bild 54: Dämmmaßnahmen in der Umbauphase
im Dachgeschoss
Eine der wichtigsten Maßnahmen bei
einer ökologischen Sanierung, die noch
vor dem Einbau moderner Heizanlagen
steht, besteht in der Durchführung von
Dämmmaßnahmen gegen den Verlust
von Heizwärme. Dies bedeutet – wie
fast alle ökologischen Aufwendungen –
zwar einmalig höhere Kosten beim
Bau. Diese Investitionen amortisieren
sich jedoch wieder durch langfristig
eingesparte Verbrauchskosten.
Aus dem, für die Emilienstraße 3 von
der Energie Agentur Mittelfranken erstellten Energiepass, ging hervor, dass
eine Einsparung von 56 % Heizwärme
allein durch eine Dämmung von Dach
und Decken sowie durch eine Wärmeschutzverglasung der Fenster erreicht
werden könnte. Die Empfehlungen der
Energie Agentur Mittelfranken wurden
daher in die Praxis umgesetzt.
Nach den durchgeführten Dämmmaßnahmen am Dach, der Kellerdecke, der
Fassade und den Fenstern weisen die
renovierten Bauteile jetzt bessere
Dämmwerte auf, als sie für Niedrigenergiehäuser Standard sind – ein ökologischer Erfolg.
Im fertig renovierten Gebäude bleiben
diese Maßnahmen jedoch, genau wie
die der Wassereinsparung bzw. Nutzung von Brauchwasser, unsichtbar.
Sie sind heute hinter den Wänden verborgen, und wenn nicht besonders darauf hingewiesen würde, könnte man
sie gar nicht wahrnehmen.
Anschließend wurde die gesamte
Fläche mit Zelluloseflocken aus aufbereitetem Altpapier gedämmt. Anstelle
der üblichen Dampfbremse aus PVCFolie bzw. Alu-Folie wurde ein qualitativ hochwertiges Produkt ohne chemische Imprägniermittel (Sisalit) eingebaut.
Den technischen Aufbau der
Dämmung der Dachschrägen zeigt der
obige Aufriss.
Wärmedämmung der Decken
Wärmedämmung des Daches
Die Räume im vorher nicht ausgebauten Dach sowie die Dachschrägen wurden gegen Wärmeverluste gedämmt.
Um eine optimale Wärmedämmung zu
erreichen, wurden zusätzliche Hölzer
aufgedoppelt, womit insgesamt eine
Dämmstärke von 22 cm erreicht werden konnte.
Die Kellerdecke wurde besonders gut
isoliert, um eine Einsparung von Heizwärme zu erreichen. Kellerdecken,
Dach, Fassade und Fenster sind die Bereiche, in denen in einem konventionell
gebauten Haus die meisten Wärmeverluste auftreten.
27
MODERNISIERUNG
Aussenwand 24 cm HLZ
Raumseitige Verkleidung
mit 7,5 cm Tektalan fw Platte
1,5 cm Innenputz
Abbildung d: Aufriss der Wärmedämmung
der Fassade
28
Wärmedämmung der Fassade
Wärmedämmung der Fenster
Auf der Außenseite der Westwand,
einer Brandmauer aus Ziegelsteinen mit
vorhandener Begrünung (wilder Wein)
wurde ein neuartiges Dämmsystem aufgebracht: Die Sto-Mineralschaumplatte,
welche die Vorteile der Mineralwolleund Steinlamellenplatte mit den Vorteilen der Polystyrol-Platte vereinigt.
Die vorhandenen Kastenfenster wiesen
in ihrem alten Zustand nach Auskunft
des Fensterbauinstitut Rosenheim
einen k-Wert von 3,0 W/m2K und
schlechter auf.
Die Fenster wurden in Detailarbeit wieder hergerichtet und gegen Wärmeverluste gedämmt.
Sie besteht aus rein mineralischen Baustoffen und ist faserfrei. Aufgrund ihrer
Bestandteile (50 % Quarzmehl, 24 %
Zement, 24 % Kalkhydrat, 2 % wässrige
Hydrophobierung) gilt sie als ökologisch vorbildlich. Sie lässt sich leicht
schneiden und schleifen. Durch ihre hohe Eigenfestigkeit braucht sie bis 20 m
Gebäudehöhe keine zusätzliche Befestigung, wenn der Untergrund sich zum
Kleben eignet. Alles dies spart auch
Kosten.
Grundlage dafür war der Bericht des
Prüfinstituts Türentechnik + Einbruchsicherheit in Rosenheim, das im Auftrag des Bundesministeriums für
Raumordnung, Bauwesen und Städtebau (BMBau) arbeitet. In einem Förderprojekt des Bundes (B I 5 - 80 01
94 - 12) wurde danach geforscht, wie
es möglich ist, alte Kastenfenster zu
erhalten und zu verbessern. Ziel war
die Erhaltung und nicht der Ersatz.
Der obige Aufriss zeigt den Detailaufbau der Außenwand von innen.
Hierzu wurden umfangreiche
Maßnahmen vorgeschlagen, wie:
• der Einbau von Dichtungen,
• die Neuverglasung bzw. zusätzliche
Verglasung mit Wärmeschutzglas,
• eine Oberflächenbeschichtung,
• eine gezielte Wiederherstellung der
Wetterschenkel zur Abwehr von
Schlagregen,
• eine Reparatur der Holzsubstanz
• sowie Maßnahmen zur Gangbarmachung der Beschlags- und der
Flügelfunktion.
Diese Vorschläge wurden von der
UmweltBank AG umgesetzt.
Zusätzlich wurden die Innenscheiben
der alten Kastenfenster mit einer besonderen Technik bedampft, und es
wurde eine zusätzliche Gummidichtung
an den beweglichen Teilen angebracht.
Alle Holzteile wurden wieder gangbar
gemacht.
So weisen die ökologisch modernisierten Fenster heute einen geprüften
k-Wert von 1,56 W/m2K auf – im Vergleich dazu: Der k-Wert von neuen
Fenstern hätte bei 1,3 W/m2K gelegen.
Gegenüber dem Einbau völlig neuer
MODERNISIERUNG
Bild 55: Neues Leitungssystem im Keller
Bild 56: Neuer Brennwertkessel im Keller
Bild 57: Die Photovoltaik-Anlage auf dem Dach
Fenster konnten jedoch durch die ökologische Renovierung Kosten gespart
werden. Von Bedeutung ist hier besonders, dass wenig Materialverbrauch
zustande kam, sondern die Sanierung
hauptsächlich über die Arbeitsleistung
der Handwerker erfolgte. Somit kann
umweltbewusstes Bauen auch Einfluss
auf den Arbeitsmarkt nehmen.
Nach einer Wärmebedarfsberechnung
nach DIN 4701, Teil 1 und 2, und einer
Wirtschaftlichkeitsanalyse für die sehr
hohen Altbauräume sowie Rücksprache
mit den Nürnberger Stadtwerken wurde
entschieden, eine Gas-Brennwertanlage
einzubauen, weil diese wirtschaftlicher
ist als der Anschluss an eine Fernwärmeanlage.
Die neue Wärmeversorgung
Das Haus wird daher heute durch einen
gasbetriebenen Brennwertkessel der
Firma Viessmann vom Typ Vertomat
mit einer Leistung von 105 kW beheizt, mit dem gleichzeitig Warmwasser erzeugt wird. Defekte Heizkörper
wurden ersetzt und auch die Nischen
für die Heizkörper gedämmt.
Das Haus wurde früher mit einer
Zentralheizung (Dampfhochdruckversorgung) mit Heizwärme versorgt.
Diese Heizung war allerdings seit Mitte
1998 abgestellt worden. Warmwasser
wurde zentral über einen Elektroboiler
im Heizungskeller bereitet.
Die Wärmerückgewinnung
In den Räumen befanden sich teilweise
noch die originalen Gussheizkörper,
teilweise jedoch auch neuere Stahlheizkörper in Rippenform. Die Raumtemperatursteuerung erfolgte über Heizkörper-Thermostatventile.
Für das im Souterrain vorgesehene Restaurant wurde bereits eine Lüftungsanlage mit spezieller Wärmerückgewinnungsanlage eingebaut. Diese Maßnahmen gleich beim gesamten Umbau vor-
zunehmen, war sinnvoller, als ein nachträglicher Einbau mit seiner Schmutzund Lärmbelästigung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Die Stromversorgung
Selbstverständlich ist das Haus an das
allgemeine Stromnetz angeschlossen.
Aber rund 30% des Strombedarfs der
UmweltBank AG werden durch Eigenproduktion in Solarkollektoren erzeugt.
Unter anderem wurde auf der Südseite
des rückwärtigen Gebäudeteils der
Emilienstraße 3 eine 4,5 kW-Photovoltaik-Anlage installiert.
Auch durch die Eigenproduktion von
Strom werden langfristig – bei steigenden Stromkosten – Nutzungskosten eingespart und die zusätzlichen ökologischen Investitionskosten amortisiert.
29
MODERNISIERUNG
3.1.2. Modernisierung der Wasserversorgung
Bild 58: Regenwasserzisterne im Keller
Bild 59: Leitungssystem vor der Renovierung
Das Haus verfügt heute über eine doppelte Ausstattung mit Wasserleitungen,
• eine für Trinkwasser
• und eine für Brauchwasser, d. h.
Regenwasser für die WC-Spülung.
Das Regenwasser wird in einer speziellen Zisterne gesammelt, die im Keller steht. Sie hat ein Sammelvolumen
von 8,4 m3. Das Regenwasser wird
sodann gefiltert und dient der Toilettenspülung. Dadurch können 80 % des
Trinkwassers, das in traditionell errichteten Gebäuden zur Toilettenspülung genutzt wird, eingespart werden.
30
Auch hierdurch ergibt sich langfristig
wieder ein doppelter Nutzen: für die
Ökologie und für die Ökonomie.
Selbstverständlich werden auch die
beiden Wasserzapfstellen für die
Außenanlagen mit Regenwasser aus
der Zisterne gespeist.
MODERNISIERUNG
3.2. Ökologisch integrative Maßnahmen
3.2.1. Dach und Dachrinnen
Bild 60: Dach vor der Renovierung
Bild 61: Heutiges Dach mit Biberschwanzziegeln
Die ökologische Modernisierung ist
nicht nur unsichtbar, sondern auch integrativ. Das heißt, sie passt sich den
unterschiedlichen Stilvorstellungen von
Bauherrn und veränderlichen Gestaltungselementen eines Bauwerkes an.
Das Dach und die original getreu
erhaltenen Dachrinnen
Das Dach war mit Biberschwanzziegeln gedeckt – dringend erneuerungsbedürftig, wie so vieles andere.
Erhalten waren erfreulicherweise die
original Wasserkessel (Übergänge von
den Dachrinnen zu den Fallrohren)
und die drei Schornsteine, die der Bauherr vor 90 Jahren in hoher handwerklicher Qualität hatte ausführen lassen.
An den Nachbarhäusern sind solche
Wasserkessel längst durch Industrieprodukte ersetzt worden.
Bei dem Ausbau des Dachraumes
wurde der gesamte Dachstuhl erhalten.
Das war die Auflage des Denkmalschutzes.
Die in den 70er Jahren eingebauten
Gauben wurden entfernt und durch drei
dem Stil des Hauses sehr viel besser
angemessene ersetzt. Sie sind größer
und lassen mehr Licht durch.
Das Dach wurde wieder mit Biberschwanzziegel neu eingedeckt (siehe
auch Herstellerverzeichnis im Anhang).
Bild 62: Original Wasserkessel am Fallrohr
der Dachrinne
31
MODERNISIERUNG
3.2.2. Decken im
geometrischen Jugendstil
Bild 63: Restaurierte Stuckdecke
Bild 64: Vorheriger Zustand
Bild 65 und Bild 66: Detailaufnahmen
In allen Stockwerken, ausgenommen im
Souterrain und im Treppenhaus, gab es
verschieden gestaltete, in Formen und
Felder unterteilte Stuckdecken im geometrischen Jugendstil, deren Muster sich
teilweise wiederholten – eine Besonderheit in der Stadt Nürnberg. Freilich
waren auch die Decken in einem stark
renovierungsbedürftigem Zustand.
Die Qualität des Stucks war ausgesprochen schlecht. Beispielsweise wies er
keinerlei scharfkantige Konturen mehr
auf.
Detailuntersuchungen am Stuck ergaben, dass nur noch partielle Reste von
Farben feststellbar waren. Dies ist möglicherweise darauf zurück zu führen,
dass die Stuckdecken mit Leimfarbe ge-
32
strichen worden waren. Als erster bauseitiger Farbanstrich wurde schließlich
unter zahlreichen Überfassungen ein
monochromer Leimfarbenanstrich befundet. Dieses Befundergebnis wiederholte sich durchgehend an allen Stuckdecken.
Die Stuckdecken wurden in mühevoller
Handarbeit gereinigt und restauriert.
Vor allem in den Räumen am westlichen Ende des Rückgebäudes, wo nachträglich eingebaute Zwischenwände
wieder entfernt wurden, um den Originalgrundgriss der Räume wieder herzustellen, waren erhebliche Instandsetzungsarbeiten erforderlich.
Der Restaurator hat sein Geheimnis zur
optimalen Verarbeitung des Stucks
preisgegeben: „Statt Anmachwasser
für den Gips fränkischen Weißwein
nehmen!“
Danach wurden alle Decken im Haus –
ebenso wie alle Wände – im einheitlichen Farbton mit einer mineralischen
Farbe gestrichen („biosil“, Innensilikatfarbe im Farbton Altweiß). In dieser
Farbe sind winzige Quarzbruchstücke
enthalten, die bewirken, dass sich die
im Tagesverlauf unterschiedlichen
Lichtverhältnisse – von Creme über
Hellgelb bis Grau – widerspiegeln.
Diese einheitliche Farbgebung trägt zu
der ruhigen und großzügigen Wirkung
der Räume bei und wirkt sich auch positiv auf die Arbeitssituation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus.
MODERNISIERUNG
3.2.3. Die historische Fassade
Bild 67: Ehemalige Fassade mit grau-grünem Putz
Bild 68: Neue Fassade zum Innenhof
Bild 69: Renovierte Fassade zur Emilienstraße in
dezentem Grau (Original-Farbton)
Die Fassade war mit Ausnahme der drei
Dachgauben, die in den 70er Jahren eingebaut worden waren, jedoch wenig auf
den Stil des Hauses Rücksicht nahmen,
im Originalzustand erhalten.
An der Fassadenseite zur Emilienstraße
befindet sich ein aus rotem Sandstein
herausgearbeiteter Erker mit grünem
Kupferdach, der sich über den zweiten
und dritten Stock erstreckt. Er ist reich
mit Steinmetzarbeiten (ornamentalen
Verzierungen) ausgestattet und liegt in
der Fassade leicht links aus der Symmetrie genommen. Der Erker verspringt
im dritten Geschoss etwas nach hinten
und hat je ein Fenster nach vorne und je
ein Fenster zu den beiden ca. 45 Grad
angeschrägten Seiten.
Die Fenster im dritten Geschoss sind
Rundbogenfenster.
Der helle grau-grün gestrichene Putz
der Fassade war sowohl auf der Straßen-, als auch auf der Hofseite reparaturbedürftig, ein neuer Anstrich war
erforderlich.
Der Putz wurde saniert. Im Einvernehmen mit dem Denkmalschutz wurde sodann ein dezenter grauer Anstrich aufgetragen, der sich gut von dem leuchtend Gelb gestrichenen Nachbarhaus
abhebt.
Nach der Sanierung wurde auf der
Hofseite des Gebäudes wieder wilder
Wein an der Außenwand angepflanzt.
Die Neugestaltung der Fassade traf
auf große Zustimmung in der Öffentlichkeit. Der UmweltBank AG wurden
dafür zwei Preise zugesprochen:
• von der Sparkasse Nürnberg beim
Fassadenwettbewerb 2001, der am
10. Oktober 2002 übergeben wurde
und mit einem Geldpreis in Höhe
von Euro 500,– verbunden war,
• und vom Bezirk Mittelfranken als
Denkmalprämierung 2002, die am
14. Oktober 2002 für das gesamte
Gebäude ausgesprochen wurde.
Beide Auszeichnungen werden im
Anhang dokumentiert (S. 57/58).
33
MODERNISIERUNG
3.2.4. Die erhaltenen Kastenfenster,
Fensterbänke und Holzrolläden
Bild 70 - 72: Fensteransichten aus
verschiedenen Stockwerken
Bild 73: Rundbogenfenster im Erker
vor der Renovierung
Das Hochparterre hat in der Fassade
zwei Fenster unter dem Erker und links
davon ein Rundbogenfenster (siehe Bild
69, links). Das zweite und dritte Geschoss haben rechts vom Erker zwei
Fenster und links davon ein etwas größeres. Das vierte Geschoss hat vier in
der Fassade liegende Fenster.
Die Fenster sind zwei- bzw. dreiflügelig
mit fast mittig sitzendem Querkämpfer.
Im Souterrain waren die Fenster von
Fassade und Innenhof vergittert.
Es handelte sich bei den Fenstern überwiegend um alte, lackierte Kastenfenster aus Holz – und fast überall waren
34
noch die Original Holzrollläden mit
innen aufgesetzten Kästen vorhanden.
Die Fensterbänke bestanden in den
Innenräumen aus lackiertem Holz und
außen aus lackiertem Blech.
In den Innenräumen bilden die Kastenfenster mit den Fensterbänken, den
Holzrollläden und den Heizkörperverkleidungen gestalterisch eine Einheit.
In Abstimmung mit dem Denkmalschutzamt wurden fehlende Fenster im
Eingangsbereich originalgetreu nachgebaut und eingesetzt. Die, nicht mehr im
Original erhaltenen Fenster der rückwärtigen Südfassade zum Nachbar-
Innenhof wurden durch Holzverbundfenster ersetzt. In den neu ausgebauten
Dachgeschossräumen sind Metallfenster eingesetzt worden.
Die Rolllädenkästen wurden besonders
gegen Wärmeverluste gedämmt.
Sodann wurden alle Fenster, Fensterbänke und Heizkörperverkleidungen
einheitlich im ganzen Haus cremeweiß
seidenmatt lackiert – ebenso wie die
Türen und Fußleisten.
Die vorhandenen Heizkörperverkleidungen wurden ebenfalls restauriert
und wieder eingesetzt .
MODERNISIERUNG
3.2.5. Das Treppenhaus
Bild 74: Renoviertes Treppenhaus
Bild 75: Vorherige Situation
Bild 76 (rechts oben): Der neue Wandfries
Bild 77 (darunter): Detail des alten Frieses
Bild 78: Befunduntersuchung der
historischen Farbgebung
Alle Holzelemente im Treppenhaus
(Stufen, Geländer, Wangen, Sockel,
Podeste, Etageneingangstüren) sind aus
massiver Eiche. Sie waren erstaunlich
gut erhalten.
Auf den Podesten ist der Holzboden im
Fischgrätmuster verlegt.
Die hofseitigen Fenster im Treppenhaus
sind dreiflügelig.
Dort, wo es notwendig war, wurden
Putzflächen erneuert und Fenster
ersetzt, sowie Wohnungseingangstüren
restauriert.
Nach vielen Versuchen des Malers, den
historischen Befund der Farbgebung der
Wände wieder herzustellen, musste in
Übereinstimmung mit dem Denkmalschutz festgestellt werden, dass die
hohe Präzision und Qualität des Originales nicht mehr erreicht werden konnte. Aus vier unterschiedlichen Wandmustervorschlägen wurde gemeinsam
mit dem Denkmalschutz ein an Art
Deco anklingender, quadratischer Musterfries in den Farben Schwarz und
Gold ausgewählt. Die originale dunkelgrüne Farbe für den Sockel wurde beibehalten.
Die dunkle Treppe mit den geölten
Eichenstufen und dem dunkelgrünen
Sockel sowie den darüber befindlichen
maisgelben, mundgeblasenen Murano
Glaslampen, die die Quadrate im Fries
wiederholen und dadurch hervorheben,
auf einheitlich in einem gebrochenen
Weiß gestrichenen Wänden vermitteln
heute nach der erfolgten Renovierung
den Eindruck von Gediegenheit und
Hochwertigkeit, gestalterischen
Qualitäten, wie sie der Bauherr bereits
vor 90 Jahren für sein Haus auswählte.
Als modernes Gestaltungsmittel wurde
für den Sockel das „Goldene Band“
aus dem Vestibül wieder aufgenommen, wobei sich die Größe der Quadrate folgerichtig am Steinzeugbelag
des Bodens orientiert.
35
MODERNISIERUNG
3.2.6. Die Türen
Bild 79: Die neue einflügelige Hauseigangstüre
Bild 80: Ehemalige, zweiflügelige Türe vor der Renovierung
Bild 81: Abschleifen der alten Farbschichten
Bild 82: Der zweite Türflügel als neuer Nebeneingang
Die Hauseingangstüre
Die vier Stufen höhergelegene Eingangstüre befindet sich in der Fassade
rechtsbündig. Sie ist doppelflügelig, aus
Eichenholz und hat in jedem Flügel ein
achteckiges Fenster mit Vergitterungen
aus Schmiedeeisen (siehe Bild 80).
Die Tür ist sandsteingefasst und über
dem mit Voluten verziertem Sturz befindet sich ein halbrundes Fenster (Türbreite), das auch mit schmiedeeisernen
Verzierungen vergittert ist.
36
Die zweiflügeligen Eichentüren wurden
erhalten, aber modern interpretiert: Ein
Flügel wurde am alten Standort belassen und erlaubt jetzt durch eine hinzugefügte seitliche Festverglasung einen
Einblick in das aufwendig gestaltete
Vestibül.
Der zweite Türflügel wurde im Sinne
einer denkmalpflegerischen Verwendung als Außentüre im Lieferanteneingang wieder eingebaut.
Der Lieferanteneingang
Der ehemalige Lieferanteneingang befindet sich links neben der Haupteingangstüre, drei Stufen unter Gehwegniveau. Die Türe ist einflügelig.
Neben ihr wurden die original erhaltenen Holzbriefkästen wieder angebracht.
Für die Eingangstüre des Souterrains
wurde der Vorgarten auf eine zweite,
tieferliegende Ebene erweitert, so dass
nun bodentiefe Glasflügeltüren auf eine
kleine Terrasse führen.
MODERNISIERUNG
Bild 83: Original erhaltene Briefkästen
Bild 84: Etageneingangstür
Bild 85: Wiederentdeckt beim Umbau,
die ehemals eingemauerte Glas-Schiebetür
Bild 86: Die Glas-Schiebetür in neuem Glanz
Bild 87: Detail der handgeschliffenen Facetten
Die Etageneingangstüren
Die aufwendig gearbeiteten Eichentüren
zwischen Treppenhaus und den jeweiligen Etagenräumen kündigen bereits in
ihrer Verarbeitung der waagerechten
Friese die Ornamentik der Stuckdecken
an.
Die einflügeligen Eingangstüren sitzen
in einer breiten, mit Schnitzereien verzierten Portalrahmung mit Glaseinsät-
zen. Über dem geschnitzten Türsturz
schließt ein türbreites Bogenfeld an,
welches ebenfalls von Glaselementen
durchbrochen ist. Die Türen sind im
oberen Bereich mit einem festverglasten, durch Holzstrebengitter unterteiltem Fenster ausgestattet. Im unteren
Bereich sind die Türen durch Rahmen
und Füllung gestaltet.
Die Glas-Schiebetüren
Erhalten und aufgearbeitet wurden die
zweiflügeligen Glas-Schiebetüren, von
denen eine erst im Laufe der Umbauarbeiten wieder entdeckt wurde.
Die Glasscheiben in diesen Türen
haben handgeschliffene Facetten.
Alle Etageneingangstüren wurden
wieder instand gesetzt.
37
MODERNISIERUNG
3.2.7 Das Vestibül
Bild 88: Blick ins Vestibül
Bild 89: Die Supraporte
Bild 90: Detail des Stuckdecke
Bild 91: Schachbrettmuster der Bodenfliesen
Bild 92: Marmorlisenen mit horizontaler
Vergoldung und Detail des Stuckgewölbes
Das Vestibül bildet durch die zweiflügelige Hauseingangstür und die zweiflügelige Schwingtür zum Treppenhaus
einen abgeschlossenen Raum, der dem
Besucher einen ersten Eindruck vom
Stil und der hochwertigen Gestaltung
des Hauses vermittelt.
Der Boden ist mit ca. 10 x 10 cm großen Fliesen (Braun und Eierschalenfarben) schachbrettartig ausgelegt. Eine
neunstufige Steintreppe führt zu dem
Podest.
Die Wandflächen sind durch schwarze
Marmorlisenen in ca. 60 cm breite Felder gegliedert. Der ca. 20 cm hohe Sockel ist ebenfalls aus schwarzem Marmor, auch die Einfassungen der Hauseingangstür und der Pendeltüre zum
Treppenhaus.
Diese Pendeltüre ist ebenfalls aus Eichenholz und großflächig mit quadratischen Glasfeldern durchsetzt. Darüber
befindet sich eine stuckverzierte Supraporte.
38
Die tonnengewölbte Decke wird durch
ein Stuckfries von der Wand getrennt.
Sie ist quer in drei durch Stuckprofilleisten eingefasste Felder gegliedert.
Zwei Stuckornamentik-Bänder unterteilen die Decke in Längsrichtung.
Über den Wandlisenen aus Marmor
und dem wandabschließenden Stuckfries grenzt ein breites Rundbogenfries.
Diese aufwendige Gestaltung des Vestibüls weist auch heute noch auf die gesellschaftliche Stellung des Bauherrn
hin. Als Steigerung zur Fassade wird
hier ein Schauspiel aus Formen und
wertvollen Materialien gezeigt, ohne es
jedoch zu übertreiben.
Die warmen Töne des Bodenbelages,
die Kombination der vertikalen Marmorsäulen mit den Putzfeldern und die
horizontale Vergoldung der Stuckornamente finden einen harmonischen Abschluss im reich verzierten Stuckgewölbe.
Das Vestibül war einschließlich der
Deckenleuchte im Original erhalten
und wurde unter Beteiligung des Denkmalschutzes mit angemessenem
Aufwand wieder instand gesetzt.
Dazu wurde ein Fehlstück im vorhandenen Marmor in der Technik der Marmormalerei ergänzt und dazu Arbeitsanweisungen für die Marmormalerei
vom Deutschen Zentrums für Handwerk und Denkmalspflege, Propstei
Johannesberg, in Fulda genutzt.
Das ursprüngliche Blattgold war überstrichen und konnte teilweise nicht
wieder freigelegt werden. Wo es nötig
war, wurde es deshalb wieder neu aufgebracht. Die Wandfarbe wurde nach
dem historischen Befund gewählt.
Die Original Jugenstil-Lampe hat die
Jahrzehnte mit verschiedener Nutzung
überlebt und wurde detailgetreu wieder
restauriert.
MODERNISIERUNG
3.3 Der Tierschutz
Bild 93: Wilder Wein an der Westmauer
Abbildung e: Zeichnung der Fledermausnistkästen
In die Südfassade des Rückgebäudes, in
der sich vor der Renovierung Nistplätze
von Fledermäusen befanden, wurden in
Absprache mit Fachleuten der Universität Erlangen neue Nisthöhlen als Sommerquartiere für diese Tiere eingebaut.
Diese Nisthöhlen werden von der Firma
Schwegler GmbH, Schorndorf, hergestellt (siehe auch Herstellerverzeichnis
im Anhang) Sie sind von der Biologischen Bundesanstalt für Land- und
Forstwirtschaft und vier europäischen
Naturschutzverbänden anerkannt und
mit deren Gütezeichen versehen. Die
Nisthöhlen werden aus Holzbeton
gefertigt und haben eine komplett
abnehmbare Vorderwand mit einer
davor gesetzten aufgerauhten
Holzplatte, so dass sich die Tiere je
nach Witterung an den kühleren
Typ 27, Nr. 00740/7
Einflugloch: 55x26 mm
Bewohner: Fledermäuse
Maße: 290x180x235 mm
Gewicht: 9,5 kg
Vorderwand für Typ 27
Holzbeton oder an die wärmere Holzplatte hängen können. Außerdem deckt
die Holzplatte die Einflugöffnung ab
und schützt somit den Innenraum vor
Zugluft und Helligkeit.
Eine jährliche Kontrolle und Reinigung
der Nisthöhlen ist nicht unbedingt erforderlich, denn der Einbaustein ist
wartungsarm. Der Einflug ist so gestaltet, dass die Tiere den luftgetrockneten Kot beim Abflug aus der Nisthöhle mit herausreißen.
Ebenfalls wurde an der Westmauer
wieder wilder Wein angepflanzt, der –
sobald er diese Außenwand wieder zu
bedecken beginnt – vielen Tieren zum
Rückzugs- und Lebensort dienen wird.
39
MODERNISIERUNG
3.4. Die Möblierung
3.4.1. Die Schränke und Tische
Bild 94: Offene Regale aus dem USM-System
Bild 95: Sideboard aus dem gleichen System
Bild 96: Die passenden lichtgrauen Tische
Damit das Haus auch im Stil passend
eingerichtet werden konnte, wurde das
USM-System gewählt, ein DesignKlassiker aus den 50er Jahren, in der
Ausführung Chrom/schwarz Metall
(siehe Herstellerverzeichnis im
Anhang).
Die Schreibtischflächen sind lichtgrau.
Exkurs zu USM Möbelsystemen:
USM betont den verantwortungsbewussten Umgang mit Energie und Rohstoffen. Bei
USM Möbelsysteme werden alle in der Produktion anfallenden Materialrückstände vollständig dem Recycling zugeführt. Die Systeme bestehen aus einem Stahlkorpus, und 80 %
davon stammt aus rezykliertem Vormaterial. Der Stahl wird verchromt, weil dies nach wie
vor die beste Möglichkeit ist, die Oberfläche kratz- und schlagfest zu machen. In dieser
metallischen Form ist Chrom völlig ungefährlich und wird in vielen Bereichen des täglichen
Lebens eingesetzt.
Die Tischblätter können aus Granit, Glas oder mit Kunstharz- oder Echtholzfurnieren beschichteten Feinspanplatten (aus europäischen Hölzern) bestehen. Der verwendete Leim
ist extrem Formaldehyd arm und erfüllt die Anforderungen der niedrigsten Emissionsklasse „E 1“ für den EU-Raum.
Der Kunststoffanteil der USM Möbelsysteme ist denkbar gering. Wo Kunststoff eingesetzt
wird, ist er praktisch unzerstörbar oder er besteht aus bereits recyceltem Vormaterial.
USM Möbel sind so konstruiert, dass sie sich aus den drei Grundelementen, Kugel, Rohr
und Tablar zusammensetzen und so ein System bilden, aus dem sich dann alle möglichen
anderen Möbel bauen lassen. Die Möbel sind dadurch nicht nur nach ihren Bestandteilen
rezyklierbar („klassisches Recycling“), sondern auch nach ihrer Funktion („inneres
Recycling“).
Die Angaben stammen aus dem USM Broschüren „Über den Tag hinaus“ und „Das System in seiner Umwelt“
40
MODERNISIERUNG
3.4.2. Die Stühle
Bild 97 und 98: Bürostühle der Firma Wilkhahn
Die Stühle sind von der Firma Wilkhahn hergestellt, die nach umweltfreundlichen Prinzipien wirtschaften
(siehe auch Herstellerverzeichnis im
Anhang).
Für ihr Umweltengagement erhielt die
Firma Wilkhahn 1996 den Umweltpreis
der Deutschen Bundesstiftung Umwelt.
Darin wurde besonders die ökologischsoziale Unternehmensstruktur hervorgehoben.
Exkurs zu Wilkhahn:
Wilkhahn verfolgt mit der konsequenten Ausrichtung auf Hochwertigkeit, Designorientierung im Sinne des „Industrial Design“ und Innovation eineausgeprägte Nischenstrategie,
mit der im Deutschland ein Marktanteil von derzeit 8 % bei Bürostühlen erreicht werden
konnte.
Wilkhahn gilt als anerkanntes Pionierunternehmen für umweltverträgliches Wirtschaften:
Das Umwelt-Konzept umfasst die Produktentwicklung, die Vorproduktion, die Produktionsprozesse,Transport und Verpackung,Servicekonzepte für Reparatur und Weiterverwendung sowie Entsorgung und Rückführung der Materialien in den Stoffkreislauf.
Im Jahre 1989 wurde per Verwaltungsratsbeschluss ein umfassender ökologischer Wandel
des gesamten Unternehmens initiiert. 1991 gab es erste Maßnahmen zu Öko-Produktbilanzen. Ein Jahr später begann man mit Unterstützung des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW), Berlin, und des Landes Niedersachsen mit der Entwicklung des
Öko-Controlling-Systems. 1996 erhielt Wilkhahn den Umweltpreis der Deutschen Bundesstiftung Umwelt.
Wilkhahn verfügt über ein geschlossenes Konzept ökologischen Wirtschaftens, bei dem
sich Beteiligungsmodelle, neue Arbeitsformen, Gesundheitsvorsorge, ökologische Veränderungsprozesse und innovative Produkt- und Prozessentwicklung mit den Anforderungen
des Marktes zu einer zukunftsfähigen Synthese verbinden.
Die Angaben stammen aus „Wilkhahn Mehrwerte“ 2000
41
GESCHICHTE
4. Die Geschichte der Emilienstraße 3
1911 beauftragte Christian Böckler das
angesehene Architektur- & Baubureau
Peringer & Rogler, das bereits in Fürth
viele Häuser errichtet hatte, mit der Planung eines Wohn- und Geschäftshauses
in der Emilienstraße 3.
Am 21. September 1911 erteilte die
Stadt Nürnberg die Baugenehmigung
und im Jahr 1913 wurde das Gebäude
Emilienstraße 3 fertig, hochwertig gestaltet im Jugendstil.
Nürnberg war, wie Gerhard Renda und
Werner Gradert in ihrem Buch „Jugendstil-Häuser in Nürnberg“ schreiben, um
die Jahrhundertwende die größte Gewerbe- und Handelsstadt Bayerns. Aber die
Chance, auch städtebaulich und architektonisch neue Wege zu gehen, wurden
nicht ergriffen.
42
Dass Nürnberg so viele Jugendstil-Häuser aufweist, ist weitgehend unbekannt,
vielleicht auch deshalb, weil kein weltbekannter Jugendstil-Architekt hier
gebaut hat. Die Burganlage mit der historischen Altstadt Nürnbergs dominiert,
und der Jugendstil, der seine Ursprünge
in Großbritannien hat und mit seiner
Stilisierung der Natur zu floralen Ornamenten sozusagen eine Gegenbewegung zum Historismus darstellte, konnte sich in Nürnberg nicht wirklich
durchsetzen. Seine Ziele scheinen jedoch, obgleich mehr als hundert Jahre
alt, auch heute noch zeitgemäß: „Der
Jugendstil,“ schreiben Renda und Gradert, „wollte Leben und Kunst zur
wechselseitigen Durchdringung führen.
Nichts im täglichen Umfeld des Menschen durfte ungestaltet bleiben. Alle
Dinge sollten ein schönes, zweck- und
materialgerechtes Äußeres erhalten, und
die ästhetische Vollkommenheit seiner
Umgebung sollte wieder auf den
Menschen zurückwirken. Um diese
Utopie zu verwirklichen, gaben die
Künstler ihre Spezialisierung auf und
entwarfen einfach alles, von der Architektur bis zur letzten Kleinigkeit des
Inventars. Die alte Trennung in freie
und angewandte Künste und die Abwertung der Letzteren war damit aufgehoben, das Kunsthandwerk nahm einen
ungeahnten Aufschwung. In der Architektur äußerten sich die neuen Vorstellungen vor allem in der Bejahung des
Konstruktiven, das nicht länger als unästhetisch verborgen wurde.“
Insgesamt kann der Jugendstil in Nürnberg eher als bescheiden,„fränkisch“
beschrieben werden und ist nicht
zu vergleichen mit den prunkvollen
Jugendstilbauten z.B. in Prag.
In ihrer Auflistung aller Jugendstilhäuser in Nürnberg wurde das Gebäude
Emilienstraße 3 von Renda und Gradert
als: „nüchterner Bau mit reich verziertem Erker, antikisierende Motive, Relief
einer Gazelle, ca. 1911“ beschrieben.
Christian Böckler 75 Jahre alt
Heute feiert in körperlicher Rüstigkeit
und geistiger Regsamkeit der frühere
Bildhauer und Bauunternehmer Herr
Christian Böckler, Emilienstraße 3, seinen 75. Geburtstag.
Böckler ist in Nürnberg eine sehr bekannte Persönlichkeit und hat zum Wohle der Stadt viel geschaffen. Er war
bahnbrechend für den Neubau herrschaftlicher Wohnungen. Von ihm wurde im
Bild 99: In direkter Nachbarschaft: die Nürnberger Burg
Abbildung f: Zeitungsausschnitt zu Christian Böcklers Geburtstag vom 5.10.1934 im „Fränkischen Kurier“
Die Emilienstraße 3 war, wie viele andere in dieser bevorzugten Lage am
Prinzregentenufer in Nürnberg, als herrschaftliches Wohn- und Geschäftshaus
konzipiert. Die Aufteilung der einzelnen
Wohnungen mit ihren repräsentativen
Räumen, wie Salon, Speise- und Wohnzimmer, sowie ein besonderes Zimmer
für die Garderobe der Standespersonen
und das sogenannte „Mädchenzimmer“
für das Personal machen das deutlich:
„Heute feiert in körperlicher Rüstigkeit
und geistiger Regsamkeit der frühere
Bildhauer und Bauunternehmer Herr
Christian Böckler, Emilienstr. 3, seinen
75. Geburtstag.“
Der Bauherr hat wohl auch selbst in der
Emilienstraße 3 gewohnt und gearbeitet, wie der nachfolgende Artikel aus
dem „Fränkischen Kurier zeigt (siehe
Abb f. links).
Böckler ist in Nürnberg eine sehr bekannte Persönlichkeit und hat zum
Wohle der Stadt viel geschaffen. Er
war bahnbrechend für den Neubau
herrschaftlicher Wohnungen. Von ihm
wurde im Jahre 1896 das Bauquartier
Rollnerstraße-Meuschelstraße unter
Befriedigung der damaligen neuzeitlichen Ansprüche erstellt. 1901/02 erbaute er den vornehmen Häuserblock
vor der Nordendhalle in der Rollner-
In seiner Würdigung zum 75. Geburtstag von Christian Böckler schrieb der
„Fränkische Kurier“ vom 5. Oktober
1934 unter Verwendung eines Fotos
von Böckler:
Vielleicht wurde auch aufgrund seines
Namens an der Fassade der Emilienstraße 3 in der Mitte des über zwei
Stockwerke gehenden Erkers eine
Bock-Skulptur angebracht.
Jahre 1896 das Bauquartier Rollnerstraße Meuschelstraße unter Befriedigung der damaligen neuzeitlichen Ansprüche erstellt. 1901/02 erbaute er den
vornehmen Häuserblock vor der Nordendhalle in der Rollner- und Schweppermannstraße. Weiter wurde von ihm
nach den Plänen erster Architekten und
Unternehmer das sogenannte Bavariahaus in der Luitpoldstraße errichtet.
Ein besonderes Verdienst hat sich der
Jubilar durch die Erschließung der
Wohnviertel am Prinzregentenufer, Theodor- und Emilienstraße erworben. Unter
Mitwirkung ausgezeichneter Architekten
und Unternehmer wurden nicht nur
prächtige Herrschaftswohnungen geschaffen, sondern auch Häuser mit schönen Fassaden erstellt, die auf die Nähe
Alt-Nürnbergs gebührende Rücksicht
nehmen. In dem Anwesen Laufertorgraben – Metzlerstraße wohnten ehemals die
kommandierenden Generäle.
Das Haus Prinzregentenufer 7 bildete
zur damaligen Zeit durch die Erstellung
aus Eisenbeton – auch die Dachkonstruktion ist bei diesem Hause aus Eisenbeton hergestellt – eine seltene Ausführung eines Wohnhausbaus. Weiter wurde von ihm der alte Schusterskeller
(Maxfeldkeller) mit Sälen ausgebaut.
Christian Böckler hat sich mit seinen
Wohnungsbauten um unsrer Stadt große
Verdienste erworben. Wir wünschen dem
langjährigen Leser des „Fränkischen
Kuriers“ noch viele fröhliche und gesunde Jahre.
43
GESCHICHTE
Bild 100: Steinmetzarbeiten in der Fassade
Bild 101: Ausschnitt des Erkers
in der Fassade Emilienstraße 3
und Schweppermannstraße. Weiter
wurde von ihm nach den Plänen erster
Architekten und Unternehmer das sogenannte Bavariahaus in der Luitpoldstraße errichtet.
Ein besonderes Verdienst hat sich der
Jubilar durch die Erschließung der
Wohnviertel am Prinzregentenufer,
Theodor- und Emilienstraße erworben.
Unter Mitwirkung ausgezeichneter
Architekten und Unternehmer wurden
nicht nur prächtige Herrschaftswohnungen geschaffen, sondern auch Häuser
mit schönen Fassaden erstellt, die auf
die Nähe Alt-Nürnbergs gebührende
Rücksicht nehmen.
Das Haus Prinzregentenufer 7 bildete
zur damaligen Zeit durch die Erstellung
aus Eisenbeton - auch die Dachkonstruktion ist bei diesem Hause aus
Eisenbeton hergestellt - eine seltene
44
Ausführung eines Wohnhausbaues.
Weiter wurde von ihm der alte Schusterskeller (Maxfeldkeller) mit Sälen
ausgebaut.
Christian Böckler hat sich mit seinen
Wohnungsbauten um unsere Stadt große Verdienste erworben. Wir wünschen
dem langjährigen Leser des ‘Fränkischen Kuriers’ noch viele fröhliche und
gesunde Jahre.“
Bald schon wurde die Emilienstraße 3
für gewerbliche Zwecke genutzt. So ist
in der Firmenchronik der Baufirma Sager & Woerner aus München nachzulesen, dass sich das Unternehmen
„1941 in der Niederlassung Nürnberg
im eigenen Heim, Emilienstraße 3,“
einrichten konnte.
Anfang der 70er Jahre bezog eine
Zahnarztpraxis die Räume im Erdgeschoss. Die Wäschekammern im Dachgeschoss wurden zu Büroräumen umgebaut und zur Straße hin entstanden
zwei Dachgauben.
Durch den Nachweis dieser jahrzehntelangen Nutzung als Geschäftshaus entfiel die Ablösezahlung für Stellplätze,
die sonst an die Stadt Nürnberg hätte
gezahlt werden müssen.
LEISTUNGEN
5. Vorteile für die Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter der UmweltBank AG
Bild 102: Die Mitarbeiter der Bank im
Vorgarten der Emilienstraße 3
Die ökologische Sanierung der Emilienstraße 3 brachte für die heute darin
arbeitenden Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der UmweltBank ein angenehmes
Arbeitsumfeld. Folgende Vorteile wurden erreicht:
Im Keller wurde ein Umkleideraum mit
WC und Dusche für die Sportler eingerichtet.
Im Souterrain soll ein – auch öffentlich
zugängliches – Restaurant angesiedelt
werden, in dem die Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter der UmweltBank AG –
aber nicht nur diese - Mahlzeiten aus
regionalen ökologischen Spezialitäten
einnehmen können.
Pro Etage gibt es eine Teeküche, in der
sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einen Imbiss zubereiten kann.
Die Bänke im Innenhof laden ein, Ar-
beitspausen an heißen Nürnberger Sonnentagen im Schatten im Freien zu verbringen.
Insgesamt bringt die ökologische Sanierung der Emilienstraße 3 nicht nur einen Beitrag zur Entlastung der Umwelt,
sondern das gute Klima im Inneren des
Gebäudes stellt auch einen Bonus für
die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
dar. Durch vielfältige Dämmmaßnahmen wird eine Einsparung des Heizwärmeverbrauchs erzielt und zugleich führen diese Dämmmaßnahmen dazu, dass
das Raumklima in den Innenräumen im
Sommer angenehm kühl und im Winter
warm ist.
Mit allen Sanierungsmaßnahmen wurde
ein Haus des Nürnberger Jugendstil
wieder zu einem Schmuckstück gemacht, das modernen, ökologischen
Standards entspricht und in dem sich
die Mitarbeiter der UmweltBank AG
wohlfühlen.
Auch die ästhetisch anspruchsvolle Gestaltung der Sanierung, die Verwendung
hochwertiger Materialien und die bewusste Auswahl von Einrichtungsgegenständen tragen zum Wohlfühl-Faktor und damit zur Arbeitsmotivation bei.
45
ANHANG
Glossar
Art Deco
Abkürzung für französisch art décoratif, dekorative Kunst; Bezeichnung für
künstlerische Produkte der Zeit zwischen den Weltkriegen mit Stilelementen aus Jugendstil, Futurismus und
Funktionalismus sowie ostasiatischen
Einflüssen.
Bakelit (siehe auch S. 22)
ein zu den Phenolharzen gehörender
Kunststoff, 1908 von L. H. Baekeland
erfunden.
Betriebsökologie
Messung der, auf den Betriebsablauf
bezogenen Umweltwirkungen anhand
von Kennzahlen wie Strom-, Fernwärme, Wasser und Papierverbrauch, sowie
des Abfallaufkommens.
BMBau
Bundesministerium für Raumordnung,
Bauwesen und Städtebau
DIN 4701
energetische Bewertung von heiz- und
raumlufttechnischen Anlagen
Erker
vorspringender, durch Balken, Pfeiler
oder Konsolen gestützter Ausbau in den
Obergeschossen von Gebäuden
Estrich
eine auf einen tragenden Untergrund
aufgebrachte, wenige cm dicke Fußbodenschicht, die unmittelbar nutzfähig
ist oder mit einem Bodenbelag
versehen wird, aus Mörtel,
Gussasphalt, Steinholz oder auch aus
vorgefertigten Plattenelementen
(Trockenestrich).
Fassade
das Äußere von Gebäuden, besonders
die Vorderseite mit dem Haupteingang,
im weiteren Sinne alle Ansichten eines
Bauwerks, zz. B. die Hoffassade oder
Gartenfassade.
Fischgrätmuster
Verlegung des Parketts diagonal zur
Wand
Fries
ein Streifen mit gemalten oder plastisch hervorgehobenen Ornamenten
oder Figuren, der Wandflächen gliedert
oder einfasst.
Gaube
Aufbau für stehende Dachfenster; die
jeweilige Form ist abhängig von Dachneigung, Größe der Dachfläche,
Deckmaterial, Zweck u. a
Grundriss
die Zeichnung des waagerechten
Schnitts eines Gebäudes oder (bei
Geschoßbauten) eines Stockwerks; im
Unterschied zu Draufsicht, Schnitt,
Ansicht.
46
Holzbeton
nagelbarer Leichtbeton aus Zement
und Holzspänen, die zuerst mit Kalkmilch, Alkaliwasserglas u. Ä. behandelt wurden.
Jugendstil
um die Jahrhundertwende verbreitete
Stilrichtung. Der Jugendstil war international verbreitet und entwickelte sich
gleichzeitig in Frankreich aus dem
Symbolismus , beeinflusst auch durch
japanische Farbholzschnitte, und in
England aus den kunstgewerblichen
Aktivitäten der Präraffaeliten. Typisch
für den Jugendstil sind stilisierte florale
und geometrische Ornamente. Vom
Schwung dieser Ornamentik wurde
auch die Innenraumgestaltung erfasst.
Die Architekten O. Wagner, J. Hoffmann und J. Olbrich entwickelten
einen schlichten Baustil, der die folgenden nüchternen Architekturauffassungen vorwegnahm.
Kalkhydrat
In Wasser suspendierter Kalk, auch
Kalkmilch genannt. Form, in der Kalk
bei der Schlammkonditionierung oder
Fällung eingesetzt wird.
k-Wert
Wärmedurchgangskoeffizient, berechnet den Wärmebedarf eines Gebäudes.
Maß für den Wärmestrom, der bei einer Temperaturdifferenz von 1 Kelvin
durch ein 1m2 großes Bauteil fließt.
ANHANG
Lisenen
aus der Mauer hervorstehender,
flacher, senkrechter, der Gliederung
dienender Wandstreifen
Mädchenzimmer
Zimmer neben der Küche, vorgesehen
für das Dienstmädchen.
Modernisierung
Renovierung mit dem Ziel der Anpassung an neue Lebensverhältnisse.
Ornamentik
Sammelbegriff für die Ornamente eines
bestimmten Stils, einer Kulturepoche,
eines Bauwerks, Kunstgegenstands u.
Ähnlichem.
Photovoltaik-Anlage
Gerät, das Sonnenenergie in elektrische
Spannung umwandelt.
Produktökologie
Unter dem Begriff „Produktökologie“
versteht man bei einem Kreditinstitut
Bankdienstleistungen mit Umweltwirkungen. Hierzu gehören u.a. umweltrelevante Aspekte des Kredit- und des
Anlagegeschäfts. Wie im Bereich Betriebsökologie definiert das Unternehmen auch hier Ziele und Maßnahmen
zur Verbesserung der Umweltleistung.
Querkämpfer
bezeichnet das Querholz am Fenster
Supraporte
reliefartiges Wandfeld über der Tür
Ranking (ranken)
Rangliste, Bewertung.
UmweltPunkte-Checkliste
anhand der Checkliste wird die Umweltfreundlichkeit eines Bauvorhabens
ermittelt. Je mehr Umwelt-Punkte ein
Bauherr sammelt, desto günstiger sind
seine Zinskonditionen.
Rating (Verb: raten)
die ungefähre Beurteilung von Personen und/oder Sachverhalten anhand
von Skalen.
Rotdornbaum
(Crataegus laevigata / Paul’s Scarlet).
Familie der Rosengewächse. Der kleine Baum (in der Endhöhe bis 8 m) ist
stadtklimafest und sehr frosthart. Er
wird als Straßenbaum eingesetzt oder
findet in Zierstrauchhecken Verwendung.
Sanierung
Wiederherstellung eines beschädigten
Bauteils in den ursprünglichen Zustand.
Souterrain
teilweise unter der Erde liegendes Geschoss (Kellergeschoss)
Steinzeug
Feinkeramik mit hoher Festigkeit und
geringer Porösität.
UmweltRat
einzigartiges Kontrollgremium in der
UmweltBank AG. Übt als Pendant
zum Aufsichtsrat die Funktion eines
unabhängigen ökologischen Kontrollgremiums aus.
Vestibül
repräsentative Eingangshalle. Iim altrömischen Haus: Vorhalle zum Hauptraum (Atrium).
Voluten
lateinisch voluta: schneckenförmige
Einrollung; Ornament oder Bauglied
am Kapitell
W/m2K
Einheit des K-Werts
Zelluloseflocken
Dämmstoff aus Altpapier
Stuck
gut formbare, schnell erhärtende Masse
aus Gips, Sand und (Leim- Wasser;
wichtiges Material für Innenraumdekoration.
47
ANHANG
Herstelleradressen
Armaturen:
Fa. Hitech Vola AG,
Landsberger Str. 146, 80339 München,
Tel. 0 89 / 5 40 94 50
Innenfarbe für Holzteile wie Fenster
etc.:
Herbol-Fensterfarbe: natural-colorsystem 0005/Y20R, cremeweiß,
seidenmatt
Herbol Akzo Nobel Deco GmbH,
Geschäftsbereich Profi,
Vitalisstr. 198-226, 50827 Köln,
www.herbol.de;
Bezugsquelle für Wand- und
Innenfarbe:
Firma Decker GmbH,
Sonthofener Str. 1, 90455 Nürnberg
Wandfarben:
biosil Innensilikatfarbe - Farbton
altweiß, KEIMFARBEN GmbH & Co
KG, Keimstraße 16, 86420 Diedorf,
Tel. 08 21 / 4 80 20,
www.keimfarben.de
Schwarzer Granit für Waschtische:
Ernst-Wagner GmbH & Co. KG,
Ernst-Abbe-Str. 21, 72770 Reutlingen,
Tel. 0 71 21 / 5 15 30 90
48
Waschbecken:
Alape,
Adolf Lamprecht Betriebs-GmbH,
Am Gräbicht 1 - 9, 38644 Goslar,
Tel. 0 53 21 / 55 80,
www.alape.de
Elektroschalter:
Bakelite AG,
Postfach 71 54, 58609 Iserlohn,
Tel. 0 23 74 / 92 50, www.bakelite.de;
Bezugsquelle: Manufactum,
Hiberniastr. 5, 45731 Waltrop,
Tel. 0 23 09 / 93 90 50,
www.manufactum.de
Fledermausniststeine:
Schwegler GmbH Vogel & Naturschutzprodukte,
Heinkelstr. 35, 73614 Schorndorf,
Tel. 0 71 81 / 97 74 50,
www.schwegler-natur.de
Lampen:
Stehleuchte Allround 01 Chrom,
mundgeblasene Muranoglas-Lampe,
Tischleuchte Tolomeo mit USM-Zapfen;
Bezugsquelle: Lichtimplus,
Büro für Lichttechnik,
Hirschenstr. 44, 90762 Fürth,
Tel. 09 11 / 7 33 04 47,
www.lichtimpuls.de
Möbel:
USM U. Schärer Söhne GmbH,
Siemensstraße 4A, 77815 Bühl,
Tel. 07223 / 8 09 40,
www.usm.com
Wilkhahn, Wilkening + Hahne GmbH +
Co, Postfach 2035, 31844 Bad Münder,
Tel. 0 50 42 / 99 90,
www.wilkhahn.com
Glasschiebetüren im Dachgeschoß:
Raumplus MöbelwerkstättenGmbH,
Vorweide 4, 28259 Bremen,
Tel. 04 21 / 57 65 10,
www.raumplus.de
Dachziegel:
Fabrikat Ergoldsbacher Biberschwanzziegel aus Neufahrn
ERLUS Baustoffwerke AG, Hauptstraße 106, D-84088 Neufahrn/ NB,
Tel.: 0 87 73 / 1 80,
Fax 0 87 73 /1 81 13,
www.erlus.de
ANHANG
Zellulosedämmung:
(aus Altpapier) Hersteller: Isofloc
Ökologische Bautechnik GmbH,
Am Fieseler Werk 3, 34253 Lohfelden
www.isofloc.de
Fassadendämmung:
Mineralschaumplatte.
Sto AG, Ehrenbachstraße 1,
D-79780 Stühlingen,
Tel.: 0 77 44 / 5 70,
Fax: 0 77 44 / 57 21 78,
ww.sto.com
Dämmung der Heizkörpernischen:
Holzfaserdämmplatte, Hersteller:
PAVATEX GmbH, Wangener Str. 58,
88299 Leutkirch,
www.pavatex.de
Dämmung Estrich:
Knauf Perlite GmbH,
Kipperstraße 19, 44147 Dortmund
Tel.: 02 31 / 99 80 01,
Fax: 02 31 / 9 98 0138,
www.perlite.de
Photovoltaikanlage:
ASE (Angewandte Solar Energie)
GmbH, Carl-Zeiss-Straße 4,
63755 Alzenau
Heizkessel:
Prinzip: Gas-Brennwert,
Typ: Vertomat, Leistung 130 kW
Viessmann Werke GmbH & Co KG,
Viessmannstraße 1, 35107 Allendorf
(Eder)
Tel.: 0 64 52 / 7 00,
Fax: 0 64 52 / 70 27 80
Warmwasserbereiter:
Edelstahl, Typ: Vitocell V 300,
Volumen 350 l
Viessmann Werke GmbH & Co KG,
Viessmannstraße 1, 35107 Allendorf
(Eder)
Tel.: 0 64 52 / 7 00,
Fax: 0 64 52 / 70 27 80
Regenwassernutzungsanlage:
Prinzip: Doppelpumpenanlage,
Typ: Hya-Rain Duo; Leistung: 3,7 m3
Hersteller; KSB Aktiengesellschaft,
Bereich Pumpen Gebäudetechnik,
Postfach 1361, 91253 Pegnitz;
Tel.: 0 18 05 / 57 24 80,
Fax: 0 18 05 / 57 24 80
www.ksb-bs.com
Regenwasser-Speichertanks:
Typ: Aqua-Block 1000 l;
Gesamt-Vol.: 8.000 l
Schütz GmbH & Co.KG aA,
Schützstraße 12, 56242 Selters,
Tel.: 0 26 26 / 7 70,
Fax: 0 26 26 / 77 33 30
Schmutzwasser-Hebeanlage:
Prinzip: Doppelpumpenanlage,
Typ Compacta UZF 30.1/V,
Leistung: 25 m3/h
KSB Aktiengesellschaft,
Bereich Pumpen Gebäudetechnik,
Postfach 1361, 91253 Pegnitz;
Tel.: 0 18 05 / 57 24 80,
Fax: 0 18 05 / 57 24 80,
www.ksb-bs.com
49
ANHANG
Nützliche Kontaktadressen
UmweltBank AG
Partner für ökologische
Finanzdienstleistungen
Laufertorgraben 6, 90489 Nürnberg
Telefon 09 11 / 53 08 123
Telefax 09 11 / 53 08 129
E-Mail: [email protected]
www.umweltbank.de
Energie Agentur Mittelfranken
Landgrabenstrasse 94, 90443 Nürnberg
Tel.: 09 11 / 80 11 70
Fax: 09 11 / 80 11 711
E-Mail: [email protected]
www.energieagentur-mittelfranken.de
Biologische Bundesanstalt für
Land- und Forstwirtschaft
Hauptverwaltung
Messeweg 11-12, 38104 Braunschweig
Tel.: 05 31 / 2 99 32 02
Fax: 05 31 / 2 99 30 0
E-Mail: [email protected]
Internet: www.bba.de
50
Bundesministerium für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau
Invalidenstraße 44, 10115 Berlin
Tel.: (IVBB) +49 1888 300-0
Fax (IVBB) +49 1888 300-1920
E-Mail [email protected]
www.bund.de/Verwaltung-inDeutschland/Bund/Institutionen-desBundes/Bundesregierung/Bundesminist
erium-fuer-Verkehr-Bau-undWohnungswesen-.5483.htm
Prüfinstitut Türtechnik und
Einbruchsicherheit in Rosenheim
PTE Rosenheim GmbH
Lackermannweg 24
D-83071 Stephanskirchen / Kragling
Tel.: 0 80 36 / 90 88 70
Fax: 0 80 36 / 9 08 87 28
E-Mail: [email protected]
www.pte-rosenheim.de
Bayerisches Landesamt für
Denkmalpflege
Hofgraben 4, 80359 München
Tel.: 089 / 2 11 40
Fax: 089 / 2 11 43 00
E-Mail: [email protected]
www.blfd.bayern.de/index.htm
Fensterbauinstitut Rosenheim
Institut für Fenstertechnik e.V.
Theodor-Giebel- Straße 7-9
83026 Rosenheim
Tel.: 0 80 31 / 26 80 43
Fax: 0 80 31 / 26 99 93
E-Mail:[email protected]
www.ift-rosenheim.de
Deutsches Zentrum für Handwerk
und Denkmalspflege e.V.
Propstei Johannesberg 5, 36041 Fulda
Tel.: 06 61 / 4 95 30
Fax: 06 61 / 4 95 31 05
ANHANG
Stichwortverzeichnis
Art Deco Kapitel 3 (35)
Fischgrätmuster Kapitel 2 (20, 23),
(Kapitel 3 (35)
Aufzug Kapitel 2 (18)
Jugendstil Vorwort (7),
Kapitel 1 (8, 9), Kapitel 3 (32),
Kapitel 4 (42), Kapitel 5 (46)
Bakelit Kapitel 2 (22f)
Flügeltüren Kapitel 2 (12),
Kapitel 3 (36))
k-Wert Kapitel 3 (28)
Balkone Kapitel 1 (9), Kapitel 2 (17)
Fußböden Kapitel 2 (23, 25)
Kastenfenster Kapitel 3 (28, 34)
Betriebsökologie Kapitel 1 (11)
Gas-Brennwertanlage Kapitel 3 (29)
Lampen Kapitel 1 (9), Kapitel 2 (22),
Kapitel 3 (35)
Biberschwanzziegel Kapitel 3 (31)
Gauben Kapitel 1 (9), Kapitel 2 (26),
Kapitel 3 (31, 33)
Brauchwasser Kapitel 1 (11),
Kapitel 3 (27, 30)
Brennwertkessel Kapitel 3 (29)
Glaswand Kapitel 2 (17)
Grundriss Kapitel 2 (9, 13),
Kapitel 3 (46))
Büromaterialien Kapitel 1 (11)
Bodenversiegelung Kapitel 2 (16)
Lüftungsanlage Kapitel 2 (15),
Kapitel 3 (29)
Marmorlisenen Kapitel 2 (19)
Innenhof Kapitel 1 (9),
Kapitel 2
(15f), Kapitel 3 (34f)
Nisthöhlen Kapitel 3 (39)
Nassräume Kapitel 2 (25)
Ökologische Modernisierung
Vorwort (7), Kapitel 1 (9),
Kapitel 3 (31)
Dachboden Kapitel 2 (26)
Dämmung Kapitel 3 (27f),
Kapitel 5 (45)
Laufertorgraben Kapitel 1 (8,9)
Kapitel 2 (15,16)
Heizwärme Kapitel 3 (27, 29),
Kapitel 5 (55))
Öko-Plus-Punkte Kapitel 1 (8)
Holzrollläden Kapitel 2 (21),
Kapitel 3 (34))
Ornamente Kapitel 2 (19, 20) ,
Kapitel 3 (38, 42)
Hotzenblitz Kapitel 1 (11)
Produktökologie Kapitel 1 (10)
Erker Kapitel 3 (33), Kapitel 4 (44)
Fassade Kapitel 2 (26), Kapitel 3 (27,
33, 34, 36, 38), Kapitel 4 (44)
Fenster Kapitel 1 (9), Kapitel 2 (21),
Kapitel 3 (27, 34, 36)
Renovierung Kapitel 1 (8), Kapitel 2
(16, 20, 29), Kapitel 3 (32, 35, 39)
51
ANHANG
Stichwortverzeichnis
Rotdornbäume Kapitel 2 (14)
UmweltPunkte-Checkliste
Kapitel 1 (10)
Burgsandstein Kapitel 2 (11)
Sanierung Vorwort, Kapitel 1 (8f),
Kapitel 2 (14), Kapitel 3 (29, 33)
Kapitel 5 (45)
UmweltRat Vorwort (4),
Kapitel 1 (8, 9, 10)
Umweltrating Kapitel 1 (11)
Sockel Kapitel 2 (20, 24),
Kapitel 3 (35)
Vestibül Kapitel 2, (19, 20),
Kapitel 3 (38f)
Souterrain Kapitel 1 (5f), Kapitel 2
(9, 11, 13f, 17), Kapitel 3 (29, 32, 34)
Kapitel 5 (45))
Vorgarten Kapitel 1 (9), Kapitel 2
(14ff), Kapitel 3 (36)
Stuckdecken Kapitel 2 (21f),
Kapitel 3 (37)
Wände Kapitel 1 (13), Kapitel 2 (20,
21, 24f, 27), Kapitel 3 (35)
Wärmedämmung Kapitel 3 (27f)
Stuckfries Kapitel 2 (18),
Kapitel 3 (38)
Treppenhaus Kapitel 2 (18f, 24),
Kapitel 3 (36f)
Türen Kapitel 2 (12, 18f),
Kapitel 3 (21f)
Wärmerückgewinnung
Kapitel 2 (15), Kapitel 3 (29)
Wassereinsparung Kapitel 3 (27)
Wöhrd Kapitel 1 (8)
Zelluloseflocken Kapitel 3 (27)
Zisterne Kapitel 3 (36)
52
ANHANG
Verzeichnis der Fotografien
Fotografien
Titelbild: Haupteingang Emilienstr. 3
Seite 3: Vestibül
Bild 18: Blick durch die Flügeltüren
des zukünftigen Restaurants auf die
neue Terrasse
15
Bild 19: Die Fenster der Restaurantküche mit Sicht auf den Innenhof
15
Seite 6: Horst P. Popp
Bild 1:Der steinerne Bock erinnert an
den ersten Bauherrn C. Böckler
8
Bild 2: Taufe durch Natascha Popp 9
Bild 3: die feierliche Enthüllung
des Gebäudes bei der Einweihungsfeier
am 30. Juli 2001
9
Bild 4: Fassade im neuen Glanz
Bild 5, 6 und 7:
Richtfest im Frühjahr 2000
9
10
Bild 8, 9 und 10: mehr als 800 Gäste
kamen zur sommerlichen Einweihung
mit Live-Musik
11
Bild 11: Im Originalfarbton reiht
sich das Gebäude harmonisch in seine
Umgebung ein
12
Bild 12:neue Gauben bringen Licht in
das Dachgeschoss
12
Bild 20: Der Innenhof mit
Übergang zum Grundstück
Laufertorgraben 6
Bild 21: Vogelperspektive des
Innenhofes
Bild 14: Detail des Bodenbelages nach
historischem Vorbild
14
Bild 15: Blick auf Haupt- und
Nebeneingang
Bild 37: Fenster und Heizkörper vor
der Renovierung
21
16
16
Bild 24: Alte Balkone
17
Bild 25: restaurierte Balkongeländer
mit Glasfront
17
Bild 38: Lichtschalter aus Bakelit nach
historischem Vorbild
22
Bild 39: Deckenbeleuchtung
in den Fluren
22
Bild 40: Neue Hängelampe
im Detail
22
Bild 41: Renovierter Parkettboden 23
Bild 42: Während der
Renovierung
Bild 43: Alle vorhandenen Parkettböden konnten erhalten werden
23
Bild 44 und 45: Einbau der Kabelkanäle aus den alten Sockelleisten 24
18
Bild 29: Vestibül mir doppelflügeliger
Eingangstür vor der Renovierung 19
Bild 46: Neue Teeküche auf den
Etagen
Bild 16: Sandsteinpfeiler des
Gartenzauns vor der Renovierung 14
Bild 17: Renovierter Pfeiler mit neuentworfenem Metallzaun
14
25
Bild 47: Neugestaltete Sanitärräume in
schwarzem Granit
25
19
Bild 48: Mitarbeiterdusche
14
23
18
Bild 27: Der Einbau des Personenaufzugs machte erhebliche
Gründungsarbeiten erforderlich
18
Bild 30: Das Vestibül wieder im
Originalfarbton
21
16
Bild 23: Heute – der überdachte
Treppenüberweg
Bild 28: Der alte Wäscheaufzug
Bild 13: Neuer Vorgarten mit Blick auf
Souterrain
14
Bild 35: Die restaurierte
Heizkörperverkleidung
Bild 36: Neue Flur-Eingangs-Situation
auf den Etagen, früher
Küche/Mädchenzimmer
21
Bild 22: Mauer zum Laufertorgraben 6
vor der Renovierung
16
Bild 26: Der neue Aufzug mit
Glasfront
Bild 34: Die zweiflügelige Originaltür
im renovierten Treppenhaus
20
Bild 31: Die im Original erhaltene
Treppenleuchte
19
Bild 32: Das Treppenhaus vor der
Renovierung
20
Bild 33: Detail des Handlaufes aus
Eiche, daneben die neue MuranoglasLampe
20
25
Bild 49: Der Flur im neuausgebautem
Dachgeschoss
26
Bild 50: Schiebewände aus
satiniertem Glas
26
Bild 51: Neues Bad
im Dachgeschoss
26
53
ANHANG
Verzeichnis der Fotografien und Abbildungen
Bild 52: Dachgaube vor
Renovierung
26
Bild 53: Umbau des
Dachgeschosses
26
Bild 54: Dämmmaßnahmen im
Dachgeschoss
Bild 55: Neues
Leitungssystem im Keller
Bild 56: Neuer Brennwertkessel
im Keller
Bild 59: Leitungssystem vor
der Renovierung
Bild 60: Dach vor der
Renovierung
Bild 61: Heutiges Dach
27
Bild 75: Vorherige Situation
35
Bild 76: Der neue Wandfries
35
Bild 77: Detail des alten Fieses
35
29
Bild 78: Befunduntersuchung der
historischen Farbgebung
35
29
Bild 79. Die neue einflügelige
Hauseingangstüre
Bild 92: Mamorlisenen mit horizontaler Vergoldung und Detail des
Stuckgewölbes
38
40
Bild 95: Sideboard aus dem gleichem
System
40
Bild 97 und 98: Bürostühle der Firma
Wilkhahn
41
36
Bild 100. Steinmetzarbeiten an der
Fassade
44
36
31
31
Bild 94: Offene Regale aus dem
USM-System
Bild 99: In direkter Nachbarschaft: die
Nürnberger Burg
42
30
Bild 82: Der zweite Türflügel als
Nebeneingang
39
36
30
Bild 81: Abschleifen der alten
Farbschichten
Bild 93: Wilder Wein an der
Westmauer
Bild 96: Die passenden lichtgrauen
Tische
40
Bild 80: Ehemalige, zweiflügelige Türe
vor der Renovierung
36
Bild 62: Original Wasserkessel am
Fallrohr der Dachrinne
31
Bild 101: Ausschnitt des Erkers in der
Fassade der Emilienstraße 3
44
Bild 83: Original erhaltene
Briefkästen
37
Bild 84: Etageneingangstür
37
Bild 102: Die Mitarbeiter der Bank im
Vorgarten der Emilienstraße 3
45
Bild 85: Die ehemals eingemauerte
historische Glas-Schiebetür wurde
wiederentdeckt
37
Abbildungen
Abb. a: Originalgrundriss
13
Bild 86: Die Glas-Schiebetür im
neuem Glanz
Abb. b: aktueller Grundriss
13
Bild 65 und 66: Detailaufnahmen 32
Bild 67: Ehemalige Fassade mit
grau- grünem Putz
Bild 87: Detail der handgeschliffenen
Facetten
37
Abb. c: Technischer Aufriss der
Dämmung des Daches
27
Bild 63: Restaurierte Stuckdecke
32
Bild 64: Vorheriger Zustand
32
Bild 68: Neue Fassade zum
Innenhof
Bild 69: Renovierte Fassade zur
Emilienstraße in dezentem Grau
33
37
Bild 88: Blick ins Vestibül
38
Bild 89: Die Supraporte
38
Bild 90: Detail der Stuckdecke
38
Abb. d: Aufriss der Wärmedämmung
der Fassade
28
33
33
Bild 70 - 72: Fensteransichten aus
verschiedenen Stockwerken
34
54
34
Bild 74: Renoviertes Treppenhaus 35
Bild 57: Die Photovoltaik-Anlage auf
dem Dach
29
Bild 58: Regenwasserzisterne
im Keller
Bild 73: Rundbogenfenster
vor der Renovierung
Bild 91: Schachbrettmuster der
Bodenfliesen
Abb. e: Zeichnung der Fledermausnistkästen
39
Abb. f: Historischer
Zeitungsausschnitt
38
43
ANHANG
UmweltPunkte-Checkliste
Von der Summe der UmweltPunkte hängt die Baustufe (0 bis III) ab und damit die Kondition für Ihren
Kredit (siehe Konditionenübersicht). Je umweltfreundlicher die Baumaßnahme, desto günstiger die Finanzierung.
1. Baumaßnahme
Jede Baumaßnahme bringt Energie-, Material- und Flächenverbrauch mit sich. Ziel ist ein möglichst schonender
Umgang mit Ressourcen beim Bauen.
Punkte
Verdichtetes Bauen (z.B. Reihenhaus), Grundstückswiederverwendung, Baulückenschließung
2
Verwendung von ökologischen Baustoffen
2
Sanierung / Erhaltung bestehender Gebäudesubstanz
3
Punkte
2. Minimierung des Heizenergiebedarfs
Durch verschiedene Maßnahmen lässt sich der Energieverbrauch eines Gebäudes über die gesetzlichen Anforderungen
hinaus reduzieren. Die Energieeinsparverordnung (EnEV) bewertet zusätzlich zum Heizwärmebedarf die Effizenz
der Heizungsanlage, des Speichers und der Energieverteilung. Dabei wird auch die Warmwasserbereitung und der
Brennstoff mit einbezogen. Das Kriterium bei der Energieeinsparung ist der Primärenergiebedarf.
Der Primärenergiebedarf liegt innerhalb folgender Grenzen:
Punkte
max. 90 % der EnEV, d.h., gesetzlicher Grenzwert wird um mind. 10 % unterschritten
3
max. 70 % der EnEV, d.h., gesetzlicher Grenzwert wird um mind. 30 % unterschritten
4
max. 50 % der EnEV, d.h., gesetzlicher Grenzwert wird um mind. 50 % unterschritten
5
Passivhaus / Nullenergiehaus / Plusenergiehaus
6
Punkte
3. Wasserverbrauch / Abwasseranfall
Jeder Wasserverbrauch aus der zentralen Wasserversorgung bringt durch die Aufbereitung des Wassers eine
Umweltbelastung mit sich. Das mehrmalige Verwenden von Wasser und die effiziente Nutzung entlastet die Umwelt. Punkte
Regenwassernutzung (mind. 3 m3) oder Naturbrunnen (Gartenbewässerung)
1
Regenwassernutzung (mind. 3 m ) oder Naturbrunnen (Gartenbewässerung, Toilettenspülung, Waschmaschine)
2
Andere effiziente und ökologische Konzepte (z.B. ökologisch hochwertiges Entwässerungskonzept)
1
3
Punkte
4. Wohnklima und Wohnumfeld
Einige Maßnahmen verbessern das Raumklima, andere das Klima außerhalb des Hauses. Entsprechende Maßnahmen
kommen direkt oder indirekt der Umwelt zu Gute.
Punkte
Fassaden- und /oder Dachbegrünung oder besondere Maßnahmen bei der Freiflächengestaltung
1
Ökologisch vorteilhafter Innenausbau (ökologisches Material, geringe Emissionen)
2
Hochwertiges Raumklima (z.B. Strahlungsheizung, Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung)
1
Punkte
5. Bonuspunkte
Zusätzlich vergeben wir Punkte auf besonders ökologische Maßnahmen wie zum Beispiel:
Punkte
Solarthermie, Qualitätssicherung mit Gütesiegel, besondere Kulturverträglichkeit (z.B. Denkmalschutz),
Stromsparkonzept, Verzicht auf Versiegelung der Außenflächen, gute Dämmung bei Altbausanierung
1
Einsatz erneuerbarer Energien, wie z.B. Photovoltaik, solarunterstützte Heizung, Biomasseheizung.
2
Punkte
Summe der UmweltPunkte
55
ANHANG
Erläuterungen
Sammeln Sie UmweltPunkte. Mit Hilfe dieser Erläuterungen und der UmweltPunkte-Checkliste können Sie die
ökologische Qualität Ihres Hauses in wenigen Minuten selbst ermitteln. Ab neun UmweltPunkten belohnen wir Sie
mit den besten Konditionen.
2. Minimierung des
Heizenergiebedarfs
■ Seit 1.2.2002 gilt die Energieeinsparverordnung, welche die Wärmeschutzverordnung von 1994 abgelöst
hat. Damit macht der Gesetzgeber den
Niedrigenergiehaus-Standard zur
Regel. UmweltPunkte erhält ein Bauherr dann, wenn er die gesetzlichen
Grenzwerte für den Primärenergiebedarf unterschreitet. Auskunft dazu
erteilt erteilt der Architekt oder die
Baufirma. Je mehr Energie beim Hausbau gespart wird, desto mehr Umwelt
Punkte kann der Bauherr sammeln.
1. Baumaßnahme
Verdichtetes Bauen liegt beim Bau
eines Reihenhauses oder einer Eigentumswohnung vor. Hier fällt der Flächenverbrauch deutlich geringer aus
als beim Bau eines Einfamilienhauses
oder einer Doppelhaushälfte.
■
■ Grundstückswiederverwendung
bedeutet, dass auf einem Grundstück
ein Gebäude abgerissen und an dessen
Stelle ein Neues errichtet wird.
Baulückenschließung meint,
dass eine Baulücke innerhalb einer
Häuserzeile geschlossen wird.
Ökologische Baustoffe wie Holz,
Lehm oder Zellulose zeichnen sich
dadurch aus, dass sie gesundheitsverträglich sind, keine Schadstoffe enthalten und bei der Herstellung auf sparsamen Energieverbrauch geachtet wird.
■
56
■ Zu ökologischen Materialien
für den Innenausbau zählen Holz oder
umweltfreundliche Wandfarben.
5. Bonuspunkte
Zusatzpunkte erhält ein Bauherr zum
Beispiel, wenn die Hausfirma mit einem
Gütesiegel dokumentieren kann, dass
sie bestimmte Qualitätskriterien einhält.
■
Besondere Kulturverträglichkeit
ist gegeben, wenn das zu finanzierende
Haus als Denkmalschutzobjekt historisch wertvoll ist oder eine besondere
soziale Komponente hat.
■
3.Wasserverbrauch /
Abwasseranfall
■ Neben der Regenwassernutzung
können andere effiziente, ökologische
Konzepte eingesetzt werden, wie
eine Biokläranlage oder eine KompostToilette.
4. Wohnklima und
Wohnumfeld
Fassaden- oder Dachbegrünung
sorgt für einen Klimaausgleich für
das Gebäude und trägt zur Luftverbesserung bei.
■
■
Unter besonderen Maßnahmen bei
der Freiflächengestaltung ist zum Beispiel die Pflanzung einer Hecke aus
einheimischen Gehölzen zu verstehen.
■
Der Vorteil einer Strahlungsheizung besteht darin, dass die Wärme
gleichmäßig abgestrahlt wird, dadurch
Energie gespart werden kann und das
Wohnklima positiv beeinflusst wird.
■
Zu einem Stromsparkonzept zählt
beispielsweise der Warmwasseranschluss
für Spülmaschine bzw. Waschmaschine
oder der Anschluss von Haushaltsgeräten
mit der Energieeffizienzklasse A.
■
■ Verzicht auf Versiegelung der Aussenflächen bedeutet, dass im Umfeld
des Gebäudes möglichst keine Grundstücksfläche mit wasserundurchlässigen
Materialien versiegelt wird.
Der Einsatz erneuerbarer Energien
wird bei Solarthermie mit einem Bonuspunkt und Maßnahmen wie z.B. Photovoltaik, einer solarunterstützten Heizung
oder z.B. Holzpelletsheizung mit zwei
Bonuspunkten gefördert.
■
ANHANG
Urkunde der Denkmalprämierung des
Bezirks Mittelfranken am 14. Oktober 2002
57
ANHANG
Urkunde der Preisverleihung
„Fassadenwettbewerb 2001“ der Sparkasse
Nürnberg am 10. Oktober 2002
58
Aus dem Gästebuch der Emilienstraße 3
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Laufertorgraben 6 • D - 90489 Nürnberg
Telefon 0911 / 53 08 - 123
Telefax 0911 / 53 08 - 129
E-Mail: [email protected]
Internet: www.umweltbank.de
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