Emilienstraße 3 Ein Modellprojekt für ökologische Altbausanierung Emilienstraße 3 Ein Modellprojekt für ökologische Altbausanierung Herausgeber: UmweltBank AG Laufertorgraben 6 D - 90489 Nürnberg Telefon 0911 / 53 08 - 123 Telefax 0911 / 53 08 - 129 E-Mail: [email protected] Internet: www.umweltbank.de ISBN: 3-00-011764-4 Text : Fotos : Konzept & Layout : Druck: Papier: Dr. Irene Schöne Dr. Irene Schöne und UmweltBank AG, Nürnberg D.U.T.-Agentur, Nürnberg Pfahler, Nürnberg Recystar (100 % Recycling-Papier) 1. Auflage 2003, Nürnberg © 2003, UmweltBank AG, Nürnberg 2 I N H A LT S V E R Z E I C H N I S 4 Vorwort 7 1. UmweltBank AG, Nürnberg – ein ganzheitliches Konzept 8 2. Rundgang durch das ökologisch modernisierte Gebäude Emilienstraße 3 2.1. 2.2. 2.3. 2.4. 2.5. 2.6. 2.7. 2.8. 2.9. 2.10. 2.11. 2.12. 2.13. 2.14. 2.15. Der Grundriss Der Vorgarten Souterrain Der Innenhof Die Balkone Der Aufzug Das Vestibül Das Treppenhaus Ein Blick in die Etagen Lampen und die Lichtschalter Die Fußböden Die Wände Die unsichtbare Elektroverkabelung Die Nassräume Der neu ausgebaute Dachboden 3. Die Schwerpunkte der Modernisierung 3.1 3.1.1. 3.1.2. 3.2. 3.2.1. 3.2.2. 3.2.3. 3.2.4. 3.2.5. 3.2.6. 3.2.7. 3.3. 3.4. 3.4.1. 3.4.2. Unsichtbare Maßnahmen Energetische Modernisierung Modernisierung der Wasserversorgung Ökologisch integrative Maßnahmen Dach und Dachrinnen Die Decken im geometrischen Jugendstil Die historische Fassade Die erhaltenen Kastenfenster, Fensterbänke und Holzrollläden Das Treppenhaus Die Türen Das Vestibül Der Tierschutz Die Möblierung Die Schränke und Tische Die Stühle 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 24 25 26 27 27 27 30 31 31 32 33 34 35 36 38 39 40 40 41 4. Die Geschichte der Emilienstraße 3 42 5. Vorteile für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der UmweltBank AG 45 Anhang 46 Glossar Herstelleradressen Nützliche Kontaktadressen Stichwortverzeichnis Verzeichnis der Fotografien im Text Verzeichnis der Abbildungen UmweltPunkte-Checkliste und Erläuterungen Urkunde Denkmalprämierung des Bezirks Mittelfranken 2002 am 14.10.02 Urkunde „Fassadenwettbewerb 2001“ der Sparkasse Nürnberg am 10.10.02 46 48 50 51 53 54 55 57 58 5 6 V O RW O RT Ökologie und Ökonomie Hand in Hand Liebe Leserin, lieber Leser! „Ökologie und Ökonomie Hand in Hand“, dieser Slogan beschreibt am besten die Arbeit der UmweltBank. Seit unserem Bankstart 1997 finanzieren und fördern wir bundesweit umweltfreundliche Projekte mit Vorzugskonditionn und bieten gleichzeitig unseren Anlegern attraktive Zinsen. Die UmweltBank begleitet Projekte aus dem Bereich der regenerativen Energien und der ökologischen Landwirtschaft, über die Hälfte unserer Kredite dreht sich um das Thema ökologisches Bauen. Egal ob Neubau oder Altbau, ob Solarstrom oder Solarheizung, wir sind der richtige Ansprechpartner für eine unkomplizierte und kompetente Finanzierung. Je umweltfreundlicher ein Bauvorhaben, um so günstiger die Kreditkonditionen. Wir belohnen ökologische Bauherren und nutzen darüber hinaus alle öffentlichen Fördermittel für unsere Kunden. Meine Frau und ich haben gemeinsam mit der UmweltBank das 1911-1913 im Jugendstil gebaute Wohn- und Geschäftshaus „Emilienstraße 3“ von 1999 bis 2001 aufwendig ökologisch renoviert. Es wird heute als ökologisches Bürogebäude von der UmweltBank genutzt. Die folgende Dokumentation zeigt sehr anschaulich, in welcher Situation sich das Grundstück beim Erwerb durch die UmweltBank AG im Jahre 1999 befand, welche Maßnahmen im einzelnen durchgeführt worden sind und wie es nach erfolgreichem Abschluss der ökologischen Modernisierung heute aussieht. Die Dokumentation soll anregend für andere Bauherrn wirken, die vielleicht bereits einmal mit dem Gedanken ge- spielt haben, eine ökologische Modernisierung in ihrem Gebäude vorzunehmen, aber dann mangels konkreter Informationen und in die Praxis umgesetzter, funktionierender Beispiele dann doch wieder eher zur traditionellen Bauweise zurückgekehrt sind. eingebracht hat, sowie allen Mitarbeiterinnen der UmweltBank und der D.U.T. Agentur, die an dieser Dokumentation mitgewirkt haben, für ihr tatkräftiges Engagement. Außerdem danken wir Herrn Dr. Exner vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege für die gute konstruktive Zusammenarbeit. Aufbau Das erste Kapitel stellt die UmweltBank kurz vor und berichtet vom Erwerb des baufälligen Grundstücks bis zum Beginn der Sanierungsmaßnahmen. Anschließend erfahren Sie in einem virtuellen Rundgang durch das ökologisch modernisierte Gebäude Emilienstraße 3, wie die Sanierung in den einzelnen Teilbereichen des Gebäudes umgesetzt wurde. Wo die ökologischen Komponenten bei dieser Modernisierung liegen, lesen Sie im Kapitel 4 der Dokumentation. Dieses Kapitel verdeutlicht auch, dass es sich um ein ganzheitliches, umweltfreundliches Sanierungskonzept handelt – von der energetischen Modernisierung über die Möblierung bis hin zur Einbeziehung der Tierwelt in der Stadt. Zum Schluss finden Sie ausführliche Details zur Geschichte des Jugendstilhauses Emilienstraße 3 und lesen anschließend, wie sich die Bankmitarbeiter heute in ihrem neu renovierten Bürogebäude wohlfühlen können. Zum Schluss danke ich meiner Frau und Mitunternehmerin Sabine Popp, die mit mir gemeinsam in diesen zwei Jahren der Renovierung neben den Belastungen des normalen Berufsalltages Woche für Woche in vielen Besprechungen die Renovierung, die Gestaltung des Hauses und insbesondere der Gartenanlagen stark mit beeinflusst hat. Gemeinsam mit ihr sind viele phantasievolle, gute und individuelle Lösungen entstanden, die bei einem solchen Projekt erforderlich sind. Es hat allen Beteiligten viel Freude gemacht dieses Juwel aus dem Dornröschenschlaf zu wecken. Ein sympathischer und wertvoller Ort, an dem Menschen sich wohlfühlen und gerne arbeiten. Freuen Sie sich nun auf eine spannende Reise durch das ökologisch sanierte Jugendstil-Haus Emilienstraße 3 und entdecken Sie die Vorzüge und Möglichkeiten einer ökologischen Altbausanierung. Nürnberg, 16. Juni 2003 Dank Wir danken der Autorin des Textes Frau Dr. Irene Schöne aus Kiel, die in mühevoller Kleinarbeit alle Fakten zusammengetragen und zu dieser detailgetreuen und ausführlichen Dokumentation ausgearbeitet hat. Unser Dank gilt ebenso dem Architekten Michael Neubeck und seinem Team, der wertvolle Anregungen und ökologisches Know-How Horst P. Popp Bauherr, Gründer und Vorstandsvorsitzender der UmweltBank AG 7 EINFÜHRUNG 1. UmweltBank AG, Nürnberg – ein ganzheitliches Konzept Bild 1: Der steinerne Bock erinnert an den ersten Bauherren Christian Böckler „Wir tun auch selbst, was wir für andere finanzieren.“ Die UmweltBank AG, Nürnberg, hat im Jahre 1999 das in unmittelbaren Nähe zu den Geschäftsräumen im Laufertorgraben 6 gelegene Jugenstil-Haus Emilienstraße 3 auf einer Zwangsversteigerung erworben und qualitativ hochwertig ökologisch saniert. Eine solche Renovierung und Wiederinstandsetzung eines bereits bestehenden Gebäudes ist ökologisch sinnvoller als der Neubau eines Gebäudes auf einer bisher noch nicht bebauten Fläche. Bei dem Gebäude Emilienstraße 3 handelt es sich um ein unter Denkmalschutz stehendes, in den Jahren 1911 bis 1913 errichtetes Jugendstil-Haus am Prinzregentenufer, im Stadtteil „Wöhrd“ gelegen. Dass der Stadtteil „Wöhrd“ eine ganze Reihe von Jugendstil-Häusern aufweist, ist relativ wenig bekannt, weitaus häufiger denkt man bei Nürnberg an seine Burg und die mittelalterliche Altstadt, von der die Emilienstraße nur durch den Altstadtring getrennt wird. 8 Das Gebäude Emilienstraße 3 ist an den öffentlichen Personennahverkehr hervorragend angebunden: Die UBahn-Station „Wöhrder Wiese“ und eine Straßenbahn-Haltestelle befinden sich wenige Meter entfernt. Der Nürnberger Hauptbahnhof ist in wenigen Minuten zu Fuß zu erreichen. Das Gebäude ist voll unterkellert und besteht aus dem Souterrain, vier Stockwerken und großem Dachboden mit einer Gesamtnutzfläche von 1.009 m2. Das Grundstück selbst ist 520 m2 groß. Die Deckenhöhen betragen 3,45 bis 3,55 m. Die in den Jahren 1911 – 1913 errichtete Emilienstraße 3 wies eine gute bauliche Grundsubstanz auf, weil sie solide gebaut und bei ihrer Errichtung hochwertige Materialien verwendet worden waren. Das Gebäude war jedoch lange vernachlässigt und in den 1990er Jahren völlig heruntergewirtschaftet worden. Es hatte zudem lange leer gestanden und war zuletzt vorwiegend von Tauben bewohnt. Der öffentlich bestell- te und vereidigte Gutachter Hans Wohlwend aus Nürnberg beschrieb den baulichen Zustand am 30. November 1998 so: „Das Anwesen wird bereits seit einiger Zeit nicht mehr genutzt und befindet sich in einem renovierungsbedürftigen Zustand – eine konkrete Vermietungsmöglichkeit im augenblicklichen Zustand kann ausgeschlossen werden.“ und empfahl eine grundlegende Sanierung. Die UmweltBank AG versprach sich von dem Erwerb und der zukünftigen Nutzung des Gebäudes mehrfache Vorteile: • Erst einmal gab es die Möglichkeit, in unmittelbarer Nähe zu dem jetzigen Sitz der Bank im Laufertorgraben 6 – die Innenhöfe der beiden Grundstücke grenzen aneinander – neue Räume für das wachsende Geschäft der UmweltBank AG nutzen zu können. • Zweitens bot sich die Möglichkeit, EINFÜHRUNG Bild 2: Taufe durch Natascha Popp Bild 3: Feierliche Enthüllung des Gebäudes bei der Einweihungsfeier am 30.06.2001 Bild 4: Fassade in neuem Glanz durch eine Sanierung des Gebäudes ein Musterbeispiel dafür geben zu können, wie eine ökologische Modernisierung eines denkmalgeschützten Altbaus mitten in einer Großstadt praktisch werden kann. Unter der Leitung des Nürnberger Architekten Michael A. Neubeck, der Mitglied im UmweltRat der UmweltBank AG ist, wurde die Sanierung und ökologische Modernisierung des Gebäudes in enger Zusammenarbeit mit dem Denkmalschutzamt der Stadt Nürnberg von dem Ehepaar Popp geplant und in die Tat umgesetzt. Zwei Jahre später waren zeitgemäße, lichtdurchflutete und umweltfreundliche Büroräume im historischen Ambiente entstanden. Das fertig renovierte Gebäude wurde am 30. Juni 2001, dem Tag der Hauptversammlung der UmweltBank AG, eingeweiht. Maßstab für die ökologische Modernisierung der Emilienstraße 3 waren einerseits die denkmalpflegerischen Aspekte, daneben aber auch moderne um- welttechnische Maßstäbe und die zeitgemäßen Ansprüche an moderne Büroräume. Neue, hochwertige umweltfreundliche Baustoffe wurden zurückhaltend in die historische Bausubstanz eingefügt. Der sanierte Bau bezieht heute seine Spannung genau aus diesem Zusammenspiel von Alt und Neu, ein Eindruck, der auch im Inneren des Hauses durch die Auswahl der Ausstattungsgegenstände, wie Schalter, Lampen, Möbel, Sanitärkeramik, und natürlich auch durch die Farbgebung sinnlich erfahrbar wird. Dabei blieben die Innenaufteilungen der Geschosse gemäß dem historischen Grundriss weitgehend bestehen, nur im Eingangsbereich der Etagen wurden zum Flur hin Wände entfernt. Das Dachgeschoss wurde zu zwei nutzbaren Stockwerken ausgebaut und zwei neue Gauben stilsicher ins Dach eingefügt. Zusätzlich wurde über der mittleren Gaube ein von der Straße her fast unsichtbarer Balkon als zusätzlicher Fluchtweg eingebaut. Die Souterrainräume zur Emilienstraße erhielten bo- dentiefe Fenster und eine Eingangstür zur späteren separaten Nutzung. Ein Fahrstuhl erschließt jetzt das gesamte Gebäude. Zwischen den beiden Innenhöfen vom Laufertorgraben und der Emilienstraße wurde ein – teilweise überdachter – Überweg geschaffen. Vorgarten und Innenhof des renovierten Gebäudes präsentieren sich nun hell, einladend und zurückhaltend. Ein Schmuckstück des Jugendstil strahlt jetzt wieder – im zeitgemäßen ökologischen Glanz. Mit dieser ökologischen Sanierung zeigt die UmweltBank AG, wie und warum eine ökologische Altbausanierung auch ökonomisch sinnvoll ist. Sie praktiziert damit auch selbst, was sie für andere finanziert: • weil die UmweltBank AG davon überzeugt ist, dass in einer vernetzten Welt, in der zunehmend bewusster wird, dass alles miteinander zusammenhängt und wir Menschen letztlich aus demselben Stoff bestehen 9 EINFÜHRUNG Bild 5 - 7: Beim Richtfest im September 2000 wie unsere Umwelt, eine Orientierung allein am ökonomischen Eigennutz nicht mehr ausreicht, • weil unsere Umwelt ganz materiell von einer Einsparung von Ressourcen profitiert, • und weil sich ökologische Investitionen auch ökonomisch rechnen: Steigende Nutzungskosten für Strom, Wärme und Wasser können so langfristig unter Kontrolle gehalten werden. Die UmweltBank AG in Nürnberg wurde im Jahre 1995 von Bankern gegründet, die den vielen Mahnungen zur ökologischen Verantwortung selbst Taten folgen lassen wollten. Seit Februar 1997 hat die UmweltBank AG die VollbankLizenz. Sie ist unabhängig und gehört über 4.000 engagierten Aktionärinnen und Aktionären. Seit Juli 2001 ist die Aktie der UmweltBank AG börsennotiert. 10 Das Konzept der UmweltBank AG lautet, den Kundinnen und Kunden attraktive marktübliche Zinsen und Renditen anzubieten und damit zu Vorzugskonditionen Projekte aus den folgenden Bereichen zu finanzieren: • • • • • • • Sonnenenergie, Windkraft, Wasserkraft, Null-Energie-Häuser, ökologische Landwirtschaft Biogasanlagen sowie ökologische Altbausanierung. Die UmweltBank AG hat – das geht aus ihrem Namen hervor – ihre gesamte Geschäftstätigkeit der Umwelt verpflichtet und dieses Ziel in ihrer Satzung verankert: Sie finanziert ausschließlich umweltfreundliche Projekte. Damit ist sie bisher die einzige Aktiengesellschaft in Deutschland, die ihr gesamtes Handeln an ausschließlich ökologische Ziele gebunden hat. Jedes zu finanzierende Projekt wird nach ökonomischen sowie ökologischen Kriterien geratet. Dazu wird eine „UmweltPunkte-Checkliste“ erstellt, die die ökologische und die wirtschaftliche Bonität des Projektes in einer Punkteskala wiedergibt. Mit der UmweltPunkte-Checkliste (siehe Anhang) werden die sogenannten „UmweltPlus-Punkte“ eines Projektes errechnet, die sich für den Bauherrn lohnen, denn: Je ökologischer ein Vorhaben, desto günstiger die Finanzierung bei der UmweltBank. Bei ihrer Arbeit wird die UmweltBank AG von einem UmweltRat sachkundig EINFÜHRUNG Bild 8 - 10: Mehr als 800 Gäste kamen zur sommerlichen Einweihungsfeier mit Live-Musik begleitet, der die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bank bei der Auswahl der Projekte berät und am ökologischen Ranking kontinuierlich mitarbeitet. Die UmweltBank AG – das wird deutlich – handelt nach einem ganzheitlichen Konzept. Dabei hat sich die UmweltBank AG selbstverständlich nicht nur auf die Finanzierung von Umweltvorhaben spezialisiert, auf die Produktökologie, sondern sie hat sich auch der Betriebsökologie verpflichtet: • Für Büromaterialien werden ausschließlich Recyclingprodukte verwendet. • Der benötigte Strom wird teilweise in Solaranlagen selbst produziert. • Brauchwasser wird gesammelt und zur WC-Spülung genutzt. Somit kann sauberes hochwertiges Trinkwasser eingespart werden. • Selbstverständlich wird Müll getrennt gesammelt und einer Wiederverwertung zugeführt. • Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erhalten kostenlos eine Fahrkarte für den öffentlichen Personen-Nahverkehr in Nürnberg. • Für besondere Mobilitätsbedürfnisse steht ein Elektromobil, der „Hotzenblitz“, zur Verfügung. Mit allen ihren Aktivitäten nimmt die UmweltBank AG eine Vorreiterrolle unter den Aktiengesellschaften in Deutschland ein. Im Umweltrating der Züricher Kantonalbank vom Frühjahr 2001 hat sie daher die Bestnote erhalten. und ihre engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in einer schlanken Organisation kostenbewusst arbeiten. Sie ist die einzige Bank Deutschlands, die auch ihre ökologischen Erfolge anhand einer CO2-Bilanz misst. Zur Einsparung von CO2 tragen alle, von der UmweltBank finanzierte Projekte bei. Eines davon ist auch die Emilienstraße 3. Die UmweltBank arbeitet wirtschaftlich erfolgreich. Dies ist auch dadurch möglich geworden, dass die UmweltBank AG als Direkt- und Beraterbank ohne Schalterhallen und Filialen auskommt 11 RUNDGANG 2. Rundgang durch das ökologisch modernisierte Gebäude, Emilienstraße 3 Bild 11: Im original Farbton reiht sich das Gebäude harmonisch in seine Umgebung ein Bild 12: Neue Gauben bringen Licht ins Dachgeschoss Das erste, was einem Besucher des neuen Gebäudes der UmweltBank AG auffällt, ist die Tatsache, wie gut sich das renovierte Bürohaus in das Ensemble seiner Nachbarn einpasst. Es ist weder von der Form, noch von der Farbgebung besonders auffällig. Man hat eher den Eindruck, das Gebäude sei schon immer so gewesen. Es wirkt hell und freundlich, traditionsbewusst und von hoher Qualität handwerklicher Arbeit. Rechterhand liegt der Haupteingang, links daneben, einige Stufen tiefer der ehemalige Lieferanteneingang und der Eingang zum Souterrain, dessen Fenster bis zur ebenen Erde heruntergezogen wurden, damit sie wie Flügeltüren zu öffnen sind. 12 In diese Räume soll später einmal ein Restaurant einziehen, das für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der UmweltBank AG, aber auch für die der umliegenden Firmen regionale ökologische Spezialitäten offerieren soll. Die ökologischen Qualitäten des Hauses erschließen sich jedoch erst auf den zweiten Blick, bei genauerem Hinsehen, und durch nähere Informationen. RUNDGANG 2.1 Der Grundriss Büro Teeküche Büro Innenhof WC Büro Abb. a: Original-Grundriss einer Etage der Emilienstraße 3 von 1913 Abb. b: Aktueller Grundriss einer Etage nach der Sanierung 2001 Balkon Flur Das Gebäude hat einen L-förmigen Grundriss. Obenstehend ist der Plan des zweiten Obergeschosses abgebildet, wie er dem Bauantrag beigefügt worden war und von der Stadt Nürnberg am 21. September 1911 genehmigt wurde. Daneben ist der Grundriss des renovierten Geschosses mit der heutigen Zimmeraufteilung dargestellt. Zur Emilienstraße hin liegen zwei – bzw. in den oberen Stockwerken drei – repräsentative Zimmer. Die Wände zur früheren Küche und zum sogenannten Mädchenzimmer wurden entfernt. Dieser Raum wird nun ebenfalls als Büro genutzt. Im Seitenflügelbereich gibt es jeweils vier Räume, dazu die entsprechenden Wohnnebenräume und einen Balkon. Aufzug Büro (früher Küche / Mädchenzimmer) Vorraum Büro Büro Treppenhaus Büro Blick zur Emilienstraße 13 RUNDGANG 2.2. Der Vorgarten Durch einen schmalen Vorgarten wird das Gebäude von der Emilienstraße getrennt, aber auch mit ihr verbunden. Ein Metallzaun, der von Pfeilern aus rotem Burgsandstein getragen wird, bildet die Grenze zur öffentlichen Nutzung. Die zum Souterrain hin leicht abfallende Gartenfläche wird von Mauern – ebenfalls aus rotem Sandstein – eingefasst. Einige Stufen aus Granit führen linkerhand zum ehemaligen Lieferanteneingang und zum Souterrain hinunter. Die Fläche davor (siehe Bild 13) wurde mit hellem Kies belegt und durch eine niedrige Buchsbaumhecke eingefasst. Zur Straße wurden drei Rotdornbäume angepflanzt, um mit den Nachbarhäusern zusammen den Eindruck eines geschlossenen Ensembles zu bieten. Rechts führen ein mit Ziegelplatten – nach historischem Vorbild – ausgelegter Weg, der mit einer ca. 1,5 m hohen abgerundeten Mauer vom Nachbargrundstück getrennt wird, und einige Treppenstufen zur Haupteingangstüre. Bild 13: Neuer Vorgarten mit Blick auf das Souterrain Bild 14: Detail des Bodenbelages nach histor. Vorbild Bild 15: Blick auf Haupt- und Nebeneingang Bild 16: Sandsteinpfeiler des Gartenzauns vor der Renovierung Die Sandsteinmauern und Pfeiler wurden restauriert. Das Stück Bretterzaun an der Straße wurde durch einen neu entworfenen Metallzaun ersetzt. 14 Bild 17: Renovierter Pfeiler mit neu entworfenem Metallzaun RUNDGANG 2.3. Souterrain Im Souterrain wurden bereits alle technischen Voraussetzungen dafür geschaffen, dass hier einmal ein Restaurant einziehen kann. Beispielsweise ist bereits der Einbau einer Lüftungsanlage vorgenommen worden, die mit modernster Wärmerückgewinnungstechnik arbeiten wird, weil es natürlich sinnvoll war, die dafür notwendigen Arbeiten beim erfolgten Umbau bereits mit vorzusehen und nicht nachträglich vorzunehmen. Bild 18: Blick durch die Flügeltüren des zukünftigen Restaurants auf die Terrasse Bild 19: Die Fenster der Restaurantküche mit Blick auf den Innenhof Vom Souterrain aus hat man auch einen weiten Blick in den Innenhof, der sich unmittelbar an den Hof des Gebäudes Laufertorgraben 6, dem ersten Sitz der UmweltBank AG, anschließt. 15 RUNDGANG 2.4. Der Innenhof Bild 22: Mauer zum Laufertorgraben 6 vor der Renovierung Bild 23: Heute – der überdachte Treppenüberweg Bild 20: Der Innenhof mit Übergang zum Grundstück Laufertorgraben 6 Bild 21: Vogelperspektive des Innenhofes Durch das Gefälle zwischen Straße und Hof ist der Innenhof von der Emilienstraße her zwar ebenerdig zu begehen, weist aber einen großen Höhenunterschied zu den Nachbarhäusern im Laufertorgraben auf. Der Grund dafür liegt in der, in den 50er Jahren im Nachbargrundstück gebauten Tiefgarage, wodurch das Niveau des Innenhofes des Laufertorgrabens angehoben wurde. Dadurch ist eine hohe Stützmauer erforderlich. Die Gestaltung von Vorgarten und Innenhof wurde aus einem Guss durchgeführt: Auch im Innenhof bedeckt heller Kies die Grundfläche. Dies schafft einen lichten Eindruck, denn die Kieselsteine reflektieren das Sonnenlicht. Auch hier finden sich Beete mit niedrigen Buchsbaumeinfassungen. 16 Die vorhandene Bodenversiegelung des Innenhofs wurde beseitigt, die Mauern wurden ausgebessert, neu verputzt und hell gestrichen. Sodann wurde ein Treppenüberweg mit Glasdach zwischen der Emilienstraße und dem Laufertorgraben geschaffen, damit man auch bei regnerischem Wetter trocken von einem Gebäude zum anderen gelangen kann. Der Innenhof wird jetzt für Veranstaltungen der UmweltBank AG und in Pausen von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Bank genutzt. RUNDGANG 2.5 Die Balkone Bild 24: Alte Balkone Bild 25: Die restaurierten Balkongeländer mit neuer Glasfront Vom Innenhof hat man einen guten Blick auf die rückwärtige Fassade der Emilienstraße 3 mit den neu renovierten Balkonen. Die Zugangsmöglichkeit zu den Balkonen wurde völlig neu gestaltet. Die gesamte vorhandene Außenwand wurde entfernt und durch eine Glaswand ersetzt, in die eine Türe zum Balkon eingelassen wurde. 17 RUNDGANG 2.6. Der Aufzug Bild 26: Der neue Aufzug mit Glaswand Das Gebäude wird heute von einem neu eingebauten Aufzug erschlossen, der vom Souterrain bis ins Dachgeschoss reicht. Der vorhandene Wäscheaufzug wurde ausgebaut. Der Vorraum vor dem Aufzug wird einerseits durch die Glaswand zum Balkon und andererseits durch eine neue, hohe Glaswand mit Tür zum Etagenflur geschlossen. Durch die Verwendung dieser zweifachen Glaswände wird es möglich, dass viel Licht in die langen und hohen Flure fallen kann. Das spart Kosten für elektrische Beleuchtung. 18 Bild 27: Der Einbau des Personenaufzugs machte erhebliche Gründungsarbeiten erforderlich. Bild 28: Der alte Wäscheaufzug RUNDGANG 2.7. Das Vestibül Bild 29: Vestibül und doppelflügelige Eingangstür vor der Renovierung Bild 30: Das neue Vestibül wieder im Original-Farbton Bild 31: Die im Original erhaltene Deckenleuchte Von der Straße her betritt man das Haus durch ein Vestibül. Es bildet durch die Eingangstür und die zweiflügelige Schwingtür zum Treppenhaus einen in sich abgeschlossenen Eingangsbereich, der dem Besucher einen ersten Eindruck vom Stil und der hochwertigen Gestaltung des Hauses vermittelt. Der Boden des Vestibül ist mit ca. 10 x 10 cm großen Fliesen in Braun und Creme schachbrettartig ausgelegt. Eine neunstufige Steintreppe führt zu dem Podest auf der Höhe des Treppenhauses, wovon es durch eine Pendeltüre getrennt wird. Diese Schwingtüre ist – wie Haustüre und Etagentüren – aus Eiche, großflächig durchsetzt mit quadratischen Glasfeldern. Über der Pendeltüre befindet sich eine stuckverzierte Supraporte. Die Wandflächen sind durch schwarze Marmorlisenen in ca. 60 cm breite Felder gegliedert. Der ca. 20 cm hohe Sockel ist ebenfalls aus schwarzem Marmor, auch die Einfassungen von Hauseingangstüre und der Pendeltüre zum Treppenhaus. Die tonnengewölbte Decke wird durch einen Stuckfries von der Wand getrennt. Sie ist quer in drei, durch Stuckprofilleisten eingefasste Felder gegliedert. Zwei Stuckornamentikbänder unterteilen die Decke in Längsrichtung. Über den Wandlisenen aus Marmor und dem wandabschließenden Stuckfries grenzt ein breites Rundbogenfries. Die warmen Töne des Bodenbelages, die Kombination der vertikalen Marmorsäulen mit den Putzfeldern und die horizontale Vergoldung der Stuckornamente finden einen harmonischen Abschluss im reich verzierten Stuckgewölbe. Das Vestibül war einschließlich der Deckenleuchte im Original erhalten und wurde – unter Hinzuziehung des Denkmalschutzes – mit angemessenem Aufwand renoviert. Es bildet durch seine aufwendige Gestaltung heute wie früher die schöne Visitenkarte des gesamten Hauses. Mehr zum Vestibül lesen Sie auch in Kapitel 3.2.6 Türen, Seite 36. 19 RUNDGANG 2.8. Das Treppenhaus Bild 32: Das Treppenhaus vor der Renovierung Bild 33: Detail des Handlaufes aus Eiche, daneben die neue Muranoglas-Lampe Bild 34: Die Original-Tür im renovierten Treppenhaus Durch die zweiflügelige Schwingtüre gelangt man vom Vestibül ins Treppenhaus. Alle Holzelemente im Treppenhaus (Stufen, Geländer, Wangen, Sockel, Podeste, Etagentüren) sind aus massiver Eiche. Sie waren erstaunlich gut erhalten. Auf den Podesten ist der Eichenboden im Fischgrätmuster verlegt. Die hofseitigen Fenster im Treppenhaus sind dreiflügelig. Dort, wo es notwendig war, wurden Putzflächen erneuert, Fenster ersetzt und Etagentüren restauriert. Die dunkle Treppe mit den geölten 20 Eichenstufen und dem dunkelgrünen Sockel sowie die weiß gestrichenen Wände vermitteln den Eindruck von Hochwertigkeit und Solidität – eine gestalterische Qualität, wie sie bereits der Bauherr vor 90 Jahren in seinem Haus verwirklichte, welcher auch bei der Renovierung Rechnung getragen wurde. Als modernes Gestaltungsmittel wird im Sockel das „Goldene Band“ aus dem Vestibül wieder aufgenommen, wobei sich die Größe der Quadrate am Steinzeugbelag des Vestibüls orientiert. Entsprechend dem dunkelgrün gestrichenen Sockel mit seinen schwarzen und goldenen Ornamente wurden für das Treppenhaus maisgelbe, mundgeblasene quadratische Murano Glaslampen ausgewählt, die die Quadrate im Fries wiederholen und dadurch hervorheben. Mehr über das Treppenhaus lesen Sie auch in Kapitel 3.2.5., Seite 35. RUNDGANG 2.9. Ein Blick in die Etagen Bild 35:Die restaurierte Heizkörperverkleidung Bild 36: Neue Flur-Eingangs-Situation auf den Etagen, früher Küche/Mädchenzimmer Im Eingangsbereich der Etagen wurden rechterhand die Wände zur früheren Küche und zum sogenannten Mädchenzimmer entfernt, um eine großzügigere Gestaltung und bessere Nutzungsmöglichkeiten zu schaffen. Auf der linken Seite zur Emilienstraße hin befinden sich die „öffentlichen“, ehemals repräsentativen Räume, die mit besonders schönen geometrischen Stuckdecken versehen und teilweise durch Glasschiebetüren miteinander verbunden sind. Es wurden teilweise neue Zimmertüren – selbstverständlich im alten Stil – angefertigt und eingebaut. Alle Holzteile in den Etagen, Innentüren, Fenster, Holzrollladenkästen, Heizkörperverkleidungen und Fußleisten, sind im selben Farbton cremeweiß seidenmatt gestrichen, um ein einheitliches Bild zu geben. Die Fenster, die Kästen für die Holzrollläden und die darunter befindlichen Heizkörper mit ihren Verkleidungen bilden von ihrer Gestaltung her eine ruhige, hochwertig gestaltete Einheit. Bild 37: Fenster und Heizkörper vor der Renovierung 21 RUNDGANG 2.10. Lampen und Lichtschalter Bild 39: Deckenbeleuchtung in den Fluren Bild 40: Die neuen Hängelampen im Detail Die gesamte Elektrik des Hauses war komplett erneuerungsbedürftig. Um die Stuckdecken zu schonen, wurde dort auf die Anbringung von Lampen verzichtet. Nur in den langen und hohen Fluren wurden einheitliche mattweiße tropfenförmige Hängelampen in den Decken angebracht. Dadurch erscheint die große Höhe der langen Flure etwas abgemildert. Die Decken im Flurbereich sind mit Holzfaser verstärkten Gipsplatten abgehängt, um den geforderten Brandschutz zu erreichen und eignen sich hervorragend, um die aufwendige Elektroinstallation zu verlegen. In den Räumen spenden Standlampen und Tischleuchten die erforderliche Helligkeit. Für alle Schalter und Steckdosen wurden Fabrikate aus PVC-freiem schwarzen Bakelit gewählt, die fast dem Stil der vom Bauherrn vor 90 Jahren angebrachten entsprechen (alle verwendeten Produkte: siehe Herstellerverzeichnis im Anhang). Exkurs zu Bakelit Bakelit ist ein eingetragenes Warenzeichen der Bakelite AG. Als Leo H. Baekeland 1908 das Patent für die Herstellung des ersten vollsynthetischen Kunststoffes anmeldete, hatte er die Nöte der Elektroindustrie vor Augen, die dringend einen Ersatzstoff für den teuren Schellack benötigte. Sein „Bakelit“, der erste duroplastische Vollkunststoff, schuf die Möglichkeit, unter Verwendung von Pressformen Gebrauchsartikel in hoher Stückzahl relativ preiswert herzustellen. Die Gestalter beflügelte der neue Werkstoff: Griffe und Schalter wurden aus Bakelit gemacht, später dann Radios,Telefonapparate und selbst Schreibmaschinen. Bis in die 60er Jahre war das Material noch bei Lichtschaltern und Steckdosen üblich; dann wurde auch Bakelit durch abermals billigere Kunststoffe ersetzt, und verschwand mit der Verbreitung der Thermoplaste als Schaltermaterial vom Markt. Bild 38: Lichtschalter aus Bakelit nach historischem Vorbild 22 Besonders wichtig ist: Das Innere der Steckdosen ist aus Keramik gefertigt und nicht aus Kunststoff. Auszug aus dem manufactum Warenkatalog Nr. 15, S.149 RUNDGANG 2.11. Die Fußböden Bild 41: Renovierter Parkettboden Bild 42: Während der Renovierung Die Fußböden weisen in allen Räumen – auch im neuausgebauten Dachgeschoss und im Treppenhaus – dieselbe Farbe Eiche Natur auf – auch deshalb, um den Eindruck von Einheitlichkeit und Großzügigkeit zu unterstreichen. In vielen Räumen war noch der originale massive Eichen-Parkettboden, verlegt im Fischgrätmuster, in einem relativ gutem Zustand. In wenigen Räumen, vorwiegend im rückwärtigen Teil der Etagen, war Holz-Estrich auf den Holzdielenboden aufgebracht worden. Darüber hatte man Teppich- oder Kunststoffböden gelegt. Die vorhandenen Massivholzböden wurden abgeschliffen und geölt. Dort, wo es nötig war, wurden nachträglich aufgebrachte Estriche wieder entfernt und das Holzparkett ergänzt. Bild 43: Alle vorhandenen Parkettböden konnten erhalten werden. 23 RUNDGANG 2.12. Die Wände 2.13. Die unsichtbare Elektroverkabelung Bild 44: Die Kabelkanäle heute gefertigt aus den alten Sockelleisten Bild 45: Einbau der Kabelkanäle Die Wände Die unsichtbare Elektroverkabelung Nachträglich eingezogene Zwischenwände, die es in den Zimmern im westlichen Bereich gab, wurden entfernt, um die ursprüngliche Aufteilung wieder sichtbar zu machen. Alle vorhandenen Elektroleitungen wurden entfernt und die gesamte Elektrik des Hauses auf den heutigen Stand der Technik gebracht. Alle Wände im ganzen Haus sind – genauso wie die Decken – mit einer Mineralfarbe in Cremeweiß gestrichen. Diese einheitliche Farbgebung trägt zu dem Eindruck von Großzügigkeit bei und lässt die hohen Räume licht- und luftdurchflutet wirken. 24 Besonders wichtig war dabei die Schaffung eines internen Datenverarbeitungsnetzes. Um die allgemein üblichen zusätzlich aufgesetzten „Kabelkanäle“ aus Kunststoff oder Metall zu vermeiden, wurden die alten Sockelleisten entfernt und die erforderlichen Kabel für das Datennetz dahinter angebracht. Dann wurden die alten Sockelleisten aufgearbeitet und mit Abstandhaltern und neuer Abdeckung über den Leitungen befestigt. RUNDGANG 2.14. Die Nassräume Bild 46: Neue Teeküche Bild 47: Neugestaltete Sanitärräume in schwarzem Granit Bild 48: Mitarbeiterdusche im Keller Die Küchen, Waschräume und Toiletten sind komplett neu gestaltet worden. Im Keller wurde ein Umkleideraum mit WC und Dusche eingerichtet. Die Wände von Waschräumen und Toiletten wurden mit weißen quadratischen Mosaikfliesen verkleidet. Auch hier wird wieder dieselbe Formsprache wie im ganzen Haus deutlich – überall wiederholt sich das Quadrat. Die Fußböden in den Nassräumen sind mit hellgrauen Fliesen belegt. Die WC-Keramik, ein klassisch zeitloses Design, ist ebenfalls weiß. Für die WC-Spülung wird heute zu 80 % Regenwasser verwendet. Die Armaturen sind verchromt und die Waschtische bestehen aus entsprechend zugeschnittenen schwarzen Granitplatten, in welche die weißen Waschbecken eingesetzt wurden (siehe auch Herstellerverzeichnis im Anhang). 25 RUNDGANG 2.15. Der neu ausgebaute Dachboden Bild 49: Der Flur im neuausgebauten Dachgeschoss Bild 50: Schiebewände aus satiniertem Glas Das straßenseitige Dachgeschoss war bereits für Bürozwecke genutzt worden, der darüber liegende Dachboden sowie das Dachgeschoss des rückwärtigen Seitengebäudes jedoch noch nicht. tiniertem Glas bei Bedarf Flur und Raum. Dadurch kann die große Fläche in einzelne kleinere Einheiten unterteilt werden. Die Räume im Dach wurden ausgebaut und mit einer Dämmung aus recyceltem Altpapier (Zelluloseflocken) optimal wärmegedämmt. Der Fußboden besteht aus neu verlegter Eiche, die dunkel geölt wurde. In den zur Emilienstraße hin gelegenen Räumen trennen Schiebewände aus sa- 26 Bild 51: Neues Bad im Dachgeschoss Bild 52: Die Dachgaube vor der Renovierung Bild 53: Umbau des Dachgeschosses Neu gestaltete, größere Dachgauben lassen jetzt mehr Licht und Luft in die Räume. Über der großen mittleren Dachgaube zur Emilienstraße hin musste auf Anordnung der Feuerwehr ein neuer Balkon gebaut werden, der vom Architekten so geschickt eingefügt wurde, dass er von der Straße her unsichtbar bleibt und die historische Fassade nicht stört. MODERNISIERUNG 3. Die Schwerpunkte der Modernisierung 3.1. Unsichtbare Maßnahmen 3.1.1. Energetische Modernisierung Biberschwanzziegel Lattung Konterlattung Schalungsbahn Schalung Sparren Dämmung Isofloc 20 cm Dampfbremse Sisalit Unterkonstruktion Fermacell Sichtschalung bis zum ersten Sparren Zahnleiste Mit Dämmung ausstopfen Mauerlatte Leistung Maurer Abbildung c: Technischer Aufriss der Dämmung des Daches Bild 54: Dämmmaßnahmen in der Umbauphase im Dachgeschoss Eine der wichtigsten Maßnahmen bei einer ökologischen Sanierung, die noch vor dem Einbau moderner Heizanlagen steht, besteht in der Durchführung von Dämmmaßnahmen gegen den Verlust von Heizwärme. Dies bedeutet – wie fast alle ökologischen Aufwendungen – zwar einmalig höhere Kosten beim Bau. Diese Investitionen amortisieren sich jedoch wieder durch langfristig eingesparte Verbrauchskosten. Aus dem, für die Emilienstraße 3 von der Energie Agentur Mittelfranken erstellten Energiepass, ging hervor, dass eine Einsparung von 56 % Heizwärme allein durch eine Dämmung von Dach und Decken sowie durch eine Wärmeschutzverglasung der Fenster erreicht werden könnte. Die Empfehlungen der Energie Agentur Mittelfranken wurden daher in die Praxis umgesetzt. Nach den durchgeführten Dämmmaßnahmen am Dach, der Kellerdecke, der Fassade und den Fenstern weisen die renovierten Bauteile jetzt bessere Dämmwerte auf, als sie für Niedrigenergiehäuser Standard sind – ein ökologischer Erfolg. Im fertig renovierten Gebäude bleiben diese Maßnahmen jedoch, genau wie die der Wassereinsparung bzw. Nutzung von Brauchwasser, unsichtbar. Sie sind heute hinter den Wänden verborgen, und wenn nicht besonders darauf hingewiesen würde, könnte man sie gar nicht wahrnehmen. Anschließend wurde die gesamte Fläche mit Zelluloseflocken aus aufbereitetem Altpapier gedämmt. Anstelle der üblichen Dampfbremse aus PVCFolie bzw. Alu-Folie wurde ein qualitativ hochwertiges Produkt ohne chemische Imprägniermittel (Sisalit) eingebaut. Den technischen Aufbau der Dämmung der Dachschrägen zeigt der obige Aufriss. Wärmedämmung der Decken Wärmedämmung des Daches Die Räume im vorher nicht ausgebauten Dach sowie die Dachschrägen wurden gegen Wärmeverluste gedämmt. Um eine optimale Wärmedämmung zu erreichen, wurden zusätzliche Hölzer aufgedoppelt, womit insgesamt eine Dämmstärke von 22 cm erreicht werden konnte. Die Kellerdecke wurde besonders gut isoliert, um eine Einsparung von Heizwärme zu erreichen. Kellerdecken, Dach, Fassade und Fenster sind die Bereiche, in denen in einem konventionell gebauten Haus die meisten Wärmeverluste auftreten. 27 MODERNISIERUNG Aussenwand 24 cm HLZ Raumseitige Verkleidung mit 7,5 cm Tektalan fw Platte 1,5 cm Innenputz Abbildung d: Aufriss der Wärmedämmung der Fassade 28 Wärmedämmung der Fassade Wärmedämmung der Fenster Auf der Außenseite der Westwand, einer Brandmauer aus Ziegelsteinen mit vorhandener Begrünung (wilder Wein) wurde ein neuartiges Dämmsystem aufgebracht: Die Sto-Mineralschaumplatte, welche die Vorteile der Mineralwolleund Steinlamellenplatte mit den Vorteilen der Polystyrol-Platte vereinigt. Die vorhandenen Kastenfenster wiesen in ihrem alten Zustand nach Auskunft des Fensterbauinstitut Rosenheim einen k-Wert von 3,0 W/m2K und schlechter auf. Die Fenster wurden in Detailarbeit wieder hergerichtet und gegen Wärmeverluste gedämmt. Sie besteht aus rein mineralischen Baustoffen und ist faserfrei. Aufgrund ihrer Bestandteile (50 % Quarzmehl, 24 % Zement, 24 % Kalkhydrat, 2 % wässrige Hydrophobierung) gilt sie als ökologisch vorbildlich. Sie lässt sich leicht schneiden und schleifen. Durch ihre hohe Eigenfestigkeit braucht sie bis 20 m Gebäudehöhe keine zusätzliche Befestigung, wenn der Untergrund sich zum Kleben eignet. Alles dies spart auch Kosten. Grundlage dafür war der Bericht des Prüfinstituts Türentechnik + Einbruchsicherheit in Rosenheim, das im Auftrag des Bundesministeriums für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau (BMBau) arbeitet. In einem Förderprojekt des Bundes (B I 5 - 80 01 94 - 12) wurde danach geforscht, wie es möglich ist, alte Kastenfenster zu erhalten und zu verbessern. Ziel war die Erhaltung und nicht der Ersatz. Der obige Aufriss zeigt den Detailaufbau der Außenwand von innen. Hierzu wurden umfangreiche Maßnahmen vorgeschlagen, wie: • der Einbau von Dichtungen, • die Neuverglasung bzw. zusätzliche Verglasung mit Wärmeschutzglas, • eine Oberflächenbeschichtung, • eine gezielte Wiederherstellung der Wetterschenkel zur Abwehr von Schlagregen, • eine Reparatur der Holzsubstanz • sowie Maßnahmen zur Gangbarmachung der Beschlags- und der Flügelfunktion. Diese Vorschläge wurden von der UmweltBank AG umgesetzt. Zusätzlich wurden die Innenscheiben der alten Kastenfenster mit einer besonderen Technik bedampft, und es wurde eine zusätzliche Gummidichtung an den beweglichen Teilen angebracht. Alle Holzteile wurden wieder gangbar gemacht. So weisen die ökologisch modernisierten Fenster heute einen geprüften k-Wert von 1,56 W/m2K auf – im Vergleich dazu: Der k-Wert von neuen Fenstern hätte bei 1,3 W/m2K gelegen. Gegenüber dem Einbau völlig neuer MODERNISIERUNG Bild 55: Neues Leitungssystem im Keller Bild 56: Neuer Brennwertkessel im Keller Bild 57: Die Photovoltaik-Anlage auf dem Dach Fenster konnten jedoch durch die ökologische Renovierung Kosten gespart werden. Von Bedeutung ist hier besonders, dass wenig Materialverbrauch zustande kam, sondern die Sanierung hauptsächlich über die Arbeitsleistung der Handwerker erfolgte. Somit kann umweltbewusstes Bauen auch Einfluss auf den Arbeitsmarkt nehmen. Nach einer Wärmebedarfsberechnung nach DIN 4701, Teil 1 und 2, und einer Wirtschaftlichkeitsanalyse für die sehr hohen Altbauräume sowie Rücksprache mit den Nürnberger Stadtwerken wurde entschieden, eine Gas-Brennwertanlage einzubauen, weil diese wirtschaftlicher ist als der Anschluss an eine Fernwärmeanlage. Die neue Wärmeversorgung Das Haus wird daher heute durch einen gasbetriebenen Brennwertkessel der Firma Viessmann vom Typ Vertomat mit einer Leistung von 105 kW beheizt, mit dem gleichzeitig Warmwasser erzeugt wird. Defekte Heizkörper wurden ersetzt und auch die Nischen für die Heizkörper gedämmt. Das Haus wurde früher mit einer Zentralheizung (Dampfhochdruckversorgung) mit Heizwärme versorgt. Diese Heizung war allerdings seit Mitte 1998 abgestellt worden. Warmwasser wurde zentral über einen Elektroboiler im Heizungskeller bereitet. Die Wärmerückgewinnung In den Räumen befanden sich teilweise noch die originalen Gussheizkörper, teilweise jedoch auch neuere Stahlheizkörper in Rippenform. Die Raumtemperatursteuerung erfolgte über Heizkörper-Thermostatventile. Für das im Souterrain vorgesehene Restaurant wurde bereits eine Lüftungsanlage mit spezieller Wärmerückgewinnungsanlage eingebaut. Diese Maßnahmen gleich beim gesamten Umbau vor- zunehmen, war sinnvoller, als ein nachträglicher Einbau mit seiner Schmutzund Lärmbelästigung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Stromversorgung Selbstverständlich ist das Haus an das allgemeine Stromnetz angeschlossen. Aber rund 30% des Strombedarfs der UmweltBank AG werden durch Eigenproduktion in Solarkollektoren erzeugt. Unter anderem wurde auf der Südseite des rückwärtigen Gebäudeteils der Emilienstraße 3 eine 4,5 kW-Photovoltaik-Anlage installiert. Auch durch die Eigenproduktion von Strom werden langfristig – bei steigenden Stromkosten – Nutzungskosten eingespart und die zusätzlichen ökologischen Investitionskosten amortisiert. 29 MODERNISIERUNG 3.1.2. Modernisierung der Wasserversorgung Bild 58: Regenwasserzisterne im Keller Bild 59: Leitungssystem vor der Renovierung Das Haus verfügt heute über eine doppelte Ausstattung mit Wasserleitungen, • eine für Trinkwasser • und eine für Brauchwasser, d. h. Regenwasser für die WC-Spülung. Das Regenwasser wird in einer speziellen Zisterne gesammelt, die im Keller steht. Sie hat ein Sammelvolumen von 8,4 m3. Das Regenwasser wird sodann gefiltert und dient der Toilettenspülung. Dadurch können 80 % des Trinkwassers, das in traditionell errichteten Gebäuden zur Toilettenspülung genutzt wird, eingespart werden. 30 Auch hierdurch ergibt sich langfristig wieder ein doppelter Nutzen: für die Ökologie und für die Ökonomie. Selbstverständlich werden auch die beiden Wasserzapfstellen für die Außenanlagen mit Regenwasser aus der Zisterne gespeist. MODERNISIERUNG 3.2. Ökologisch integrative Maßnahmen 3.2.1. Dach und Dachrinnen Bild 60: Dach vor der Renovierung Bild 61: Heutiges Dach mit Biberschwanzziegeln Die ökologische Modernisierung ist nicht nur unsichtbar, sondern auch integrativ. Das heißt, sie passt sich den unterschiedlichen Stilvorstellungen von Bauherrn und veränderlichen Gestaltungselementen eines Bauwerkes an. Das Dach und die original getreu erhaltenen Dachrinnen Das Dach war mit Biberschwanzziegeln gedeckt – dringend erneuerungsbedürftig, wie so vieles andere. Erhalten waren erfreulicherweise die original Wasserkessel (Übergänge von den Dachrinnen zu den Fallrohren) und die drei Schornsteine, die der Bauherr vor 90 Jahren in hoher handwerklicher Qualität hatte ausführen lassen. An den Nachbarhäusern sind solche Wasserkessel längst durch Industrieprodukte ersetzt worden. Bei dem Ausbau des Dachraumes wurde der gesamte Dachstuhl erhalten. Das war die Auflage des Denkmalschutzes. Die in den 70er Jahren eingebauten Gauben wurden entfernt und durch drei dem Stil des Hauses sehr viel besser angemessene ersetzt. Sie sind größer und lassen mehr Licht durch. Das Dach wurde wieder mit Biberschwanzziegel neu eingedeckt (siehe auch Herstellerverzeichnis im Anhang). Bild 62: Original Wasserkessel am Fallrohr der Dachrinne 31 MODERNISIERUNG 3.2.2. Decken im geometrischen Jugendstil Bild 63: Restaurierte Stuckdecke Bild 64: Vorheriger Zustand Bild 65 und Bild 66: Detailaufnahmen In allen Stockwerken, ausgenommen im Souterrain und im Treppenhaus, gab es verschieden gestaltete, in Formen und Felder unterteilte Stuckdecken im geometrischen Jugendstil, deren Muster sich teilweise wiederholten – eine Besonderheit in der Stadt Nürnberg. Freilich waren auch die Decken in einem stark renovierungsbedürftigem Zustand. Die Qualität des Stucks war ausgesprochen schlecht. Beispielsweise wies er keinerlei scharfkantige Konturen mehr auf. Detailuntersuchungen am Stuck ergaben, dass nur noch partielle Reste von Farben feststellbar waren. Dies ist möglicherweise darauf zurück zu führen, dass die Stuckdecken mit Leimfarbe ge- 32 strichen worden waren. Als erster bauseitiger Farbanstrich wurde schließlich unter zahlreichen Überfassungen ein monochromer Leimfarbenanstrich befundet. Dieses Befundergebnis wiederholte sich durchgehend an allen Stuckdecken. Die Stuckdecken wurden in mühevoller Handarbeit gereinigt und restauriert. Vor allem in den Räumen am westlichen Ende des Rückgebäudes, wo nachträglich eingebaute Zwischenwände wieder entfernt wurden, um den Originalgrundgriss der Räume wieder herzustellen, waren erhebliche Instandsetzungsarbeiten erforderlich. Der Restaurator hat sein Geheimnis zur optimalen Verarbeitung des Stucks preisgegeben: „Statt Anmachwasser für den Gips fränkischen Weißwein nehmen!“ Danach wurden alle Decken im Haus – ebenso wie alle Wände – im einheitlichen Farbton mit einer mineralischen Farbe gestrichen („biosil“, Innensilikatfarbe im Farbton Altweiß). In dieser Farbe sind winzige Quarzbruchstücke enthalten, die bewirken, dass sich die im Tagesverlauf unterschiedlichen Lichtverhältnisse – von Creme über Hellgelb bis Grau – widerspiegeln. Diese einheitliche Farbgebung trägt zu der ruhigen und großzügigen Wirkung der Räume bei und wirkt sich auch positiv auf die Arbeitssituation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus. MODERNISIERUNG 3.2.3. Die historische Fassade Bild 67: Ehemalige Fassade mit grau-grünem Putz Bild 68: Neue Fassade zum Innenhof Bild 69: Renovierte Fassade zur Emilienstraße in dezentem Grau (Original-Farbton) Die Fassade war mit Ausnahme der drei Dachgauben, die in den 70er Jahren eingebaut worden waren, jedoch wenig auf den Stil des Hauses Rücksicht nahmen, im Originalzustand erhalten. An der Fassadenseite zur Emilienstraße befindet sich ein aus rotem Sandstein herausgearbeiteter Erker mit grünem Kupferdach, der sich über den zweiten und dritten Stock erstreckt. Er ist reich mit Steinmetzarbeiten (ornamentalen Verzierungen) ausgestattet und liegt in der Fassade leicht links aus der Symmetrie genommen. Der Erker verspringt im dritten Geschoss etwas nach hinten und hat je ein Fenster nach vorne und je ein Fenster zu den beiden ca. 45 Grad angeschrägten Seiten. Die Fenster im dritten Geschoss sind Rundbogenfenster. Der helle grau-grün gestrichene Putz der Fassade war sowohl auf der Straßen-, als auch auf der Hofseite reparaturbedürftig, ein neuer Anstrich war erforderlich. Der Putz wurde saniert. Im Einvernehmen mit dem Denkmalschutz wurde sodann ein dezenter grauer Anstrich aufgetragen, der sich gut von dem leuchtend Gelb gestrichenen Nachbarhaus abhebt. Nach der Sanierung wurde auf der Hofseite des Gebäudes wieder wilder Wein an der Außenwand angepflanzt. Die Neugestaltung der Fassade traf auf große Zustimmung in der Öffentlichkeit. Der UmweltBank AG wurden dafür zwei Preise zugesprochen: • von der Sparkasse Nürnberg beim Fassadenwettbewerb 2001, der am 10. Oktober 2002 übergeben wurde und mit einem Geldpreis in Höhe von Euro 500,– verbunden war, • und vom Bezirk Mittelfranken als Denkmalprämierung 2002, die am 14. Oktober 2002 für das gesamte Gebäude ausgesprochen wurde. Beide Auszeichnungen werden im Anhang dokumentiert (S. 57/58). 33 MODERNISIERUNG 3.2.4. Die erhaltenen Kastenfenster, Fensterbänke und Holzrolläden Bild 70 - 72: Fensteransichten aus verschiedenen Stockwerken Bild 73: Rundbogenfenster im Erker vor der Renovierung Das Hochparterre hat in der Fassade zwei Fenster unter dem Erker und links davon ein Rundbogenfenster (siehe Bild 69, links). Das zweite und dritte Geschoss haben rechts vom Erker zwei Fenster und links davon ein etwas größeres. Das vierte Geschoss hat vier in der Fassade liegende Fenster. Die Fenster sind zwei- bzw. dreiflügelig mit fast mittig sitzendem Querkämpfer. Im Souterrain waren die Fenster von Fassade und Innenhof vergittert. Es handelte sich bei den Fenstern überwiegend um alte, lackierte Kastenfenster aus Holz – und fast überall waren 34 noch die Original Holzrollläden mit innen aufgesetzten Kästen vorhanden. Die Fensterbänke bestanden in den Innenräumen aus lackiertem Holz und außen aus lackiertem Blech. In den Innenräumen bilden die Kastenfenster mit den Fensterbänken, den Holzrollläden und den Heizkörperverkleidungen gestalterisch eine Einheit. In Abstimmung mit dem Denkmalschutzamt wurden fehlende Fenster im Eingangsbereich originalgetreu nachgebaut und eingesetzt. Die, nicht mehr im Original erhaltenen Fenster der rückwärtigen Südfassade zum Nachbar- Innenhof wurden durch Holzverbundfenster ersetzt. In den neu ausgebauten Dachgeschossräumen sind Metallfenster eingesetzt worden. Die Rolllädenkästen wurden besonders gegen Wärmeverluste gedämmt. Sodann wurden alle Fenster, Fensterbänke und Heizkörperverkleidungen einheitlich im ganzen Haus cremeweiß seidenmatt lackiert – ebenso wie die Türen und Fußleisten. Die vorhandenen Heizkörperverkleidungen wurden ebenfalls restauriert und wieder eingesetzt . MODERNISIERUNG 3.2.5. Das Treppenhaus Bild 74: Renoviertes Treppenhaus Bild 75: Vorherige Situation Bild 76 (rechts oben): Der neue Wandfries Bild 77 (darunter): Detail des alten Frieses Bild 78: Befunduntersuchung der historischen Farbgebung Alle Holzelemente im Treppenhaus (Stufen, Geländer, Wangen, Sockel, Podeste, Etageneingangstüren) sind aus massiver Eiche. Sie waren erstaunlich gut erhalten. Auf den Podesten ist der Holzboden im Fischgrätmuster verlegt. Die hofseitigen Fenster im Treppenhaus sind dreiflügelig. Dort, wo es notwendig war, wurden Putzflächen erneuert und Fenster ersetzt, sowie Wohnungseingangstüren restauriert. Nach vielen Versuchen des Malers, den historischen Befund der Farbgebung der Wände wieder herzustellen, musste in Übereinstimmung mit dem Denkmalschutz festgestellt werden, dass die hohe Präzision und Qualität des Originales nicht mehr erreicht werden konnte. Aus vier unterschiedlichen Wandmustervorschlägen wurde gemeinsam mit dem Denkmalschutz ein an Art Deco anklingender, quadratischer Musterfries in den Farben Schwarz und Gold ausgewählt. Die originale dunkelgrüne Farbe für den Sockel wurde beibehalten. Die dunkle Treppe mit den geölten Eichenstufen und dem dunkelgrünen Sockel sowie den darüber befindlichen maisgelben, mundgeblasenen Murano Glaslampen, die die Quadrate im Fries wiederholen und dadurch hervorheben, auf einheitlich in einem gebrochenen Weiß gestrichenen Wänden vermitteln heute nach der erfolgten Renovierung den Eindruck von Gediegenheit und Hochwertigkeit, gestalterischen Qualitäten, wie sie der Bauherr bereits vor 90 Jahren für sein Haus auswählte. Als modernes Gestaltungsmittel wurde für den Sockel das „Goldene Band“ aus dem Vestibül wieder aufgenommen, wobei sich die Größe der Quadrate folgerichtig am Steinzeugbelag des Bodens orientiert. 35 MODERNISIERUNG 3.2.6. Die Türen Bild 79: Die neue einflügelige Hauseigangstüre Bild 80: Ehemalige, zweiflügelige Türe vor der Renovierung Bild 81: Abschleifen der alten Farbschichten Bild 82: Der zweite Türflügel als neuer Nebeneingang Die Hauseingangstüre Die vier Stufen höhergelegene Eingangstüre befindet sich in der Fassade rechtsbündig. Sie ist doppelflügelig, aus Eichenholz und hat in jedem Flügel ein achteckiges Fenster mit Vergitterungen aus Schmiedeeisen (siehe Bild 80). Die Tür ist sandsteingefasst und über dem mit Voluten verziertem Sturz befindet sich ein halbrundes Fenster (Türbreite), das auch mit schmiedeeisernen Verzierungen vergittert ist. 36 Die zweiflügeligen Eichentüren wurden erhalten, aber modern interpretiert: Ein Flügel wurde am alten Standort belassen und erlaubt jetzt durch eine hinzugefügte seitliche Festverglasung einen Einblick in das aufwendig gestaltete Vestibül. Der zweite Türflügel wurde im Sinne einer denkmalpflegerischen Verwendung als Außentüre im Lieferanteneingang wieder eingebaut. Der Lieferanteneingang Der ehemalige Lieferanteneingang befindet sich links neben der Haupteingangstüre, drei Stufen unter Gehwegniveau. Die Türe ist einflügelig. Neben ihr wurden die original erhaltenen Holzbriefkästen wieder angebracht. Für die Eingangstüre des Souterrains wurde der Vorgarten auf eine zweite, tieferliegende Ebene erweitert, so dass nun bodentiefe Glasflügeltüren auf eine kleine Terrasse führen. MODERNISIERUNG Bild 83: Original erhaltene Briefkästen Bild 84: Etageneingangstür Bild 85: Wiederentdeckt beim Umbau, die ehemals eingemauerte Glas-Schiebetür Bild 86: Die Glas-Schiebetür in neuem Glanz Bild 87: Detail der handgeschliffenen Facetten Die Etageneingangstüren Die aufwendig gearbeiteten Eichentüren zwischen Treppenhaus und den jeweiligen Etagenräumen kündigen bereits in ihrer Verarbeitung der waagerechten Friese die Ornamentik der Stuckdecken an. Die einflügeligen Eingangstüren sitzen in einer breiten, mit Schnitzereien verzierten Portalrahmung mit Glaseinsät- zen. Über dem geschnitzten Türsturz schließt ein türbreites Bogenfeld an, welches ebenfalls von Glaselementen durchbrochen ist. Die Türen sind im oberen Bereich mit einem festverglasten, durch Holzstrebengitter unterteiltem Fenster ausgestattet. Im unteren Bereich sind die Türen durch Rahmen und Füllung gestaltet. Die Glas-Schiebetüren Erhalten und aufgearbeitet wurden die zweiflügeligen Glas-Schiebetüren, von denen eine erst im Laufe der Umbauarbeiten wieder entdeckt wurde. Die Glasscheiben in diesen Türen haben handgeschliffene Facetten. Alle Etageneingangstüren wurden wieder instand gesetzt. 37 MODERNISIERUNG 3.2.7 Das Vestibül Bild 88: Blick ins Vestibül Bild 89: Die Supraporte Bild 90: Detail des Stuckdecke Bild 91: Schachbrettmuster der Bodenfliesen Bild 92: Marmorlisenen mit horizontaler Vergoldung und Detail des Stuckgewölbes Das Vestibül bildet durch die zweiflügelige Hauseingangstür und die zweiflügelige Schwingtür zum Treppenhaus einen abgeschlossenen Raum, der dem Besucher einen ersten Eindruck vom Stil und der hochwertigen Gestaltung des Hauses vermittelt. Der Boden ist mit ca. 10 x 10 cm großen Fliesen (Braun und Eierschalenfarben) schachbrettartig ausgelegt. Eine neunstufige Steintreppe führt zu dem Podest. Die Wandflächen sind durch schwarze Marmorlisenen in ca. 60 cm breite Felder gegliedert. Der ca. 20 cm hohe Sockel ist ebenfalls aus schwarzem Marmor, auch die Einfassungen der Hauseingangstür und der Pendeltüre zum Treppenhaus. Diese Pendeltüre ist ebenfalls aus Eichenholz und großflächig mit quadratischen Glasfeldern durchsetzt. Darüber befindet sich eine stuckverzierte Supraporte. 38 Die tonnengewölbte Decke wird durch ein Stuckfries von der Wand getrennt. Sie ist quer in drei durch Stuckprofilleisten eingefasste Felder gegliedert. Zwei Stuckornamentik-Bänder unterteilen die Decke in Längsrichtung. Über den Wandlisenen aus Marmor und dem wandabschließenden Stuckfries grenzt ein breites Rundbogenfries. Diese aufwendige Gestaltung des Vestibüls weist auch heute noch auf die gesellschaftliche Stellung des Bauherrn hin. Als Steigerung zur Fassade wird hier ein Schauspiel aus Formen und wertvollen Materialien gezeigt, ohne es jedoch zu übertreiben. Die warmen Töne des Bodenbelages, die Kombination der vertikalen Marmorsäulen mit den Putzfeldern und die horizontale Vergoldung der Stuckornamente finden einen harmonischen Abschluss im reich verzierten Stuckgewölbe. Das Vestibül war einschließlich der Deckenleuchte im Original erhalten und wurde unter Beteiligung des Denkmalschutzes mit angemessenem Aufwand wieder instand gesetzt. Dazu wurde ein Fehlstück im vorhandenen Marmor in der Technik der Marmormalerei ergänzt und dazu Arbeitsanweisungen für die Marmormalerei vom Deutschen Zentrums für Handwerk und Denkmalspflege, Propstei Johannesberg, in Fulda genutzt. Das ursprüngliche Blattgold war überstrichen und konnte teilweise nicht wieder freigelegt werden. Wo es nötig war, wurde es deshalb wieder neu aufgebracht. Die Wandfarbe wurde nach dem historischen Befund gewählt. Die Original Jugenstil-Lampe hat die Jahrzehnte mit verschiedener Nutzung überlebt und wurde detailgetreu wieder restauriert. MODERNISIERUNG 3.3 Der Tierschutz Bild 93: Wilder Wein an der Westmauer Abbildung e: Zeichnung der Fledermausnistkästen In die Südfassade des Rückgebäudes, in der sich vor der Renovierung Nistplätze von Fledermäusen befanden, wurden in Absprache mit Fachleuten der Universität Erlangen neue Nisthöhlen als Sommerquartiere für diese Tiere eingebaut. Diese Nisthöhlen werden von der Firma Schwegler GmbH, Schorndorf, hergestellt (siehe auch Herstellerverzeichnis im Anhang) Sie sind von der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft und vier europäischen Naturschutzverbänden anerkannt und mit deren Gütezeichen versehen. Die Nisthöhlen werden aus Holzbeton gefertigt und haben eine komplett abnehmbare Vorderwand mit einer davor gesetzten aufgerauhten Holzplatte, so dass sich die Tiere je nach Witterung an den kühleren Typ 27, Nr. 00740/7 Einflugloch: 55x26 mm Bewohner: Fledermäuse Maße: 290x180x235 mm Gewicht: 9,5 kg Vorderwand für Typ 27 Holzbeton oder an die wärmere Holzplatte hängen können. Außerdem deckt die Holzplatte die Einflugöffnung ab und schützt somit den Innenraum vor Zugluft und Helligkeit. Eine jährliche Kontrolle und Reinigung der Nisthöhlen ist nicht unbedingt erforderlich, denn der Einbaustein ist wartungsarm. Der Einflug ist so gestaltet, dass die Tiere den luftgetrockneten Kot beim Abflug aus der Nisthöhle mit herausreißen. Ebenfalls wurde an der Westmauer wieder wilder Wein angepflanzt, der – sobald er diese Außenwand wieder zu bedecken beginnt – vielen Tieren zum Rückzugs- und Lebensort dienen wird. 39 MODERNISIERUNG 3.4. Die Möblierung 3.4.1. Die Schränke und Tische Bild 94: Offene Regale aus dem USM-System Bild 95: Sideboard aus dem gleichen System Bild 96: Die passenden lichtgrauen Tische Damit das Haus auch im Stil passend eingerichtet werden konnte, wurde das USM-System gewählt, ein DesignKlassiker aus den 50er Jahren, in der Ausführung Chrom/schwarz Metall (siehe Herstellerverzeichnis im Anhang). Die Schreibtischflächen sind lichtgrau. Exkurs zu USM Möbelsystemen: USM betont den verantwortungsbewussten Umgang mit Energie und Rohstoffen. Bei USM Möbelsysteme werden alle in der Produktion anfallenden Materialrückstände vollständig dem Recycling zugeführt. Die Systeme bestehen aus einem Stahlkorpus, und 80 % davon stammt aus rezykliertem Vormaterial. Der Stahl wird verchromt, weil dies nach wie vor die beste Möglichkeit ist, die Oberfläche kratz- und schlagfest zu machen. In dieser metallischen Form ist Chrom völlig ungefährlich und wird in vielen Bereichen des täglichen Lebens eingesetzt. Die Tischblätter können aus Granit, Glas oder mit Kunstharz- oder Echtholzfurnieren beschichteten Feinspanplatten (aus europäischen Hölzern) bestehen. Der verwendete Leim ist extrem Formaldehyd arm und erfüllt die Anforderungen der niedrigsten Emissionsklasse „E 1“ für den EU-Raum. Der Kunststoffanteil der USM Möbelsysteme ist denkbar gering. Wo Kunststoff eingesetzt wird, ist er praktisch unzerstörbar oder er besteht aus bereits recyceltem Vormaterial. USM Möbel sind so konstruiert, dass sie sich aus den drei Grundelementen, Kugel, Rohr und Tablar zusammensetzen und so ein System bilden, aus dem sich dann alle möglichen anderen Möbel bauen lassen. Die Möbel sind dadurch nicht nur nach ihren Bestandteilen rezyklierbar („klassisches Recycling“), sondern auch nach ihrer Funktion („inneres Recycling“). Die Angaben stammen aus dem USM Broschüren „Über den Tag hinaus“ und „Das System in seiner Umwelt“ 40 MODERNISIERUNG 3.4.2. Die Stühle Bild 97 und 98: Bürostühle der Firma Wilkhahn Die Stühle sind von der Firma Wilkhahn hergestellt, die nach umweltfreundlichen Prinzipien wirtschaften (siehe auch Herstellerverzeichnis im Anhang). Für ihr Umweltengagement erhielt die Firma Wilkhahn 1996 den Umweltpreis der Deutschen Bundesstiftung Umwelt. Darin wurde besonders die ökologischsoziale Unternehmensstruktur hervorgehoben. Exkurs zu Wilkhahn: Wilkhahn verfolgt mit der konsequenten Ausrichtung auf Hochwertigkeit, Designorientierung im Sinne des „Industrial Design“ und Innovation eineausgeprägte Nischenstrategie, mit der im Deutschland ein Marktanteil von derzeit 8 % bei Bürostühlen erreicht werden konnte. Wilkhahn gilt als anerkanntes Pionierunternehmen für umweltverträgliches Wirtschaften: Das Umwelt-Konzept umfasst die Produktentwicklung, die Vorproduktion, die Produktionsprozesse,Transport und Verpackung,Servicekonzepte für Reparatur und Weiterverwendung sowie Entsorgung und Rückführung der Materialien in den Stoffkreislauf. Im Jahre 1989 wurde per Verwaltungsratsbeschluss ein umfassender ökologischer Wandel des gesamten Unternehmens initiiert. 1991 gab es erste Maßnahmen zu Öko-Produktbilanzen. Ein Jahr später begann man mit Unterstützung des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW), Berlin, und des Landes Niedersachsen mit der Entwicklung des Öko-Controlling-Systems. 1996 erhielt Wilkhahn den Umweltpreis der Deutschen Bundesstiftung Umwelt. Wilkhahn verfügt über ein geschlossenes Konzept ökologischen Wirtschaftens, bei dem sich Beteiligungsmodelle, neue Arbeitsformen, Gesundheitsvorsorge, ökologische Veränderungsprozesse und innovative Produkt- und Prozessentwicklung mit den Anforderungen des Marktes zu einer zukunftsfähigen Synthese verbinden. Die Angaben stammen aus „Wilkhahn Mehrwerte“ 2000 41 GESCHICHTE 4. Die Geschichte der Emilienstraße 3 1911 beauftragte Christian Böckler das angesehene Architektur- & Baubureau Peringer & Rogler, das bereits in Fürth viele Häuser errichtet hatte, mit der Planung eines Wohn- und Geschäftshauses in der Emilienstraße 3. Am 21. September 1911 erteilte die Stadt Nürnberg die Baugenehmigung und im Jahr 1913 wurde das Gebäude Emilienstraße 3 fertig, hochwertig gestaltet im Jugendstil. Nürnberg war, wie Gerhard Renda und Werner Gradert in ihrem Buch „Jugendstil-Häuser in Nürnberg“ schreiben, um die Jahrhundertwende die größte Gewerbe- und Handelsstadt Bayerns. Aber die Chance, auch städtebaulich und architektonisch neue Wege zu gehen, wurden nicht ergriffen. 42 Dass Nürnberg so viele Jugendstil-Häuser aufweist, ist weitgehend unbekannt, vielleicht auch deshalb, weil kein weltbekannter Jugendstil-Architekt hier gebaut hat. Die Burganlage mit der historischen Altstadt Nürnbergs dominiert, und der Jugendstil, der seine Ursprünge in Großbritannien hat und mit seiner Stilisierung der Natur zu floralen Ornamenten sozusagen eine Gegenbewegung zum Historismus darstellte, konnte sich in Nürnberg nicht wirklich durchsetzen. Seine Ziele scheinen jedoch, obgleich mehr als hundert Jahre alt, auch heute noch zeitgemäß: „Der Jugendstil,“ schreiben Renda und Gradert, „wollte Leben und Kunst zur wechselseitigen Durchdringung führen. Nichts im täglichen Umfeld des Menschen durfte ungestaltet bleiben. Alle Dinge sollten ein schönes, zweck- und materialgerechtes Äußeres erhalten, und die ästhetische Vollkommenheit seiner Umgebung sollte wieder auf den Menschen zurückwirken. Um diese Utopie zu verwirklichen, gaben die Künstler ihre Spezialisierung auf und entwarfen einfach alles, von der Architektur bis zur letzten Kleinigkeit des Inventars. Die alte Trennung in freie und angewandte Künste und die Abwertung der Letzteren war damit aufgehoben, das Kunsthandwerk nahm einen ungeahnten Aufschwung. In der Architektur äußerten sich die neuen Vorstellungen vor allem in der Bejahung des Konstruktiven, das nicht länger als unästhetisch verborgen wurde.“ Insgesamt kann der Jugendstil in Nürnberg eher als bescheiden,„fränkisch“ beschrieben werden und ist nicht zu vergleichen mit den prunkvollen Jugendstilbauten z.B. in Prag. In ihrer Auflistung aller Jugendstilhäuser in Nürnberg wurde das Gebäude Emilienstraße 3 von Renda und Gradert als: „nüchterner Bau mit reich verziertem Erker, antikisierende Motive, Relief einer Gazelle, ca. 1911“ beschrieben. Christian Böckler 75 Jahre alt Heute feiert in körperlicher Rüstigkeit und geistiger Regsamkeit der frühere Bildhauer und Bauunternehmer Herr Christian Böckler, Emilienstraße 3, seinen 75. Geburtstag. Böckler ist in Nürnberg eine sehr bekannte Persönlichkeit und hat zum Wohle der Stadt viel geschaffen. Er war bahnbrechend für den Neubau herrschaftlicher Wohnungen. Von ihm wurde im Bild 99: In direkter Nachbarschaft: die Nürnberger Burg Abbildung f: Zeitungsausschnitt zu Christian Böcklers Geburtstag vom 5.10.1934 im „Fränkischen Kurier“ Die Emilienstraße 3 war, wie viele andere in dieser bevorzugten Lage am Prinzregentenufer in Nürnberg, als herrschaftliches Wohn- und Geschäftshaus konzipiert. Die Aufteilung der einzelnen Wohnungen mit ihren repräsentativen Räumen, wie Salon, Speise- und Wohnzimmer, sowie ein besonderes Zimmer für die Garderobe der Standespersonen und das sogenannte „Mädchenzimmer“ für das Personal machen das deutlich: „Heute feiert in körperlicher Rüstigkeit und geistiger Regsamkeit der frühere Bildhauer und Bauunternehmer Herr Christian Böckler, Emilienstr. 3, seinen 75. Geburtstag.“ Der Bauherr hat wohl auch selbst in der Emilienstraße 3 gewohnt und gearbeitet, wie der nachfolgende Artikel aus dem „Fränkischen Kurier zeigt (siehe Abb f. links). Böckler ist in Nürnberg eine sehr bekannte Persönlichkeit und hat zum Wohle der Stadt viel geschaffen. Er war bahnbrechend für den Neubau herrschaftlicher Wohnungen. Von ihm wurde im Jahre 1896 das Bauquartier Rollnerstraße-Meuschelstraße unter Befriedigung der damaligen neuzeitlichen Ansprüche erstellt. 1901/02 erbaute er den vornehmen Häuserblock vor der Nordendhalle in der Rollner- In seiner Würdigung zum 75. Geburtstag von Christian Böckler schrieb der „Fränkische Kurier“ vom 5. Oktober 1934 unter Verwendung eines Fotos von Böckler: Vielleicht wurde auch aufgrund seines Namens an der Fassade der Emilienstraße 3 in der Mitte des über zwei Stockwerke gehenden Erkers eine Bock-Skulptur angebracht. Jahre 1896 das Bauquartier Rollnerstraße Meuschelstraße unter Befriedigung der damaligen neuzeitlichen Ansprüche erstellt. 1901/02 erbaute er den vornehmen Häuserblock vor der Nordendhalle in der Rollner- und Schweppermannstraße. Weiter wurde von ihm nach den Plänen erster Architekten und Unternehmer das sogenannte Bavariahaus in der Luitpoldstraße errichtet. Ein besonderes Verdienst hat sich der Jubilar durch die Erschließung der Wohnviertel am Prinzregentenufer, Theodor- und Emilienstraße erworben. Unter Mitwirkung ausgezeichneter Architekten und Unternehmer wurden nicht nur prächtige Herrschaftswohnungen geschaffen, sondern auch Häuser mit schönen Fassaden erstellt, die auf die Nähe Alt-Nürnbergs gebührende Rücksicht nehmen. In dem Anwesen Laufertorgraben – Metzlerstraße wohnten ehemals die kommandierenden Generäle. Das Haus Prinzregentenufer 7 bildete zur damaligen Zeit durch die Erstellung aus Eisenbeton – auch die Dachkonstruktion ist bei diesem Hause aus Eisenbeton hergestellt – eine seltene Ausführung eines Wohnhausbaus. Weiter wurde von ihm der alte Schusterskeller (Maxfeldkeller) mit Sälen ausgebaut. Christian Böckler hat sich mit seinen Wohnungsbauten um unsrer Stadt große Verdienste erworben. Wir wünschen dem langjährigen Leser des „Fränkischen Kuriers“ noch viele fröhliche und gesunde Jahre. 43 GESCHICHTE Bild 100: Steinmetzarbeiten in der Fassade Bild 101: Ausschnitt des Erkers in der Fassade Emilienstraße 3 und Schweppermannstraße. Weiter wurde von ihm nach den Plänen erster Architekten und Unternehmer das sogenannte Bavariahaus in der Luitpoldstraße errichtet. Ein besonderes Verdienst hat sich der Jubilar durch die Erschließung der Wohnviertel am Prinzregentenufer, Theodor- und Emilienstraße erworben. Unter Mitwirkung ausgezeichneter Architekten und Unternehmer wurden nicht nur prächtige Herrschaftswohnungen geschaffen, sondern auch Häuser mit schönen Fassaden erstellt, die auf die Nähe Alt-Nürnbergs gebührende Rücksicht nehmen. Das Haus Prinzregentenufer 7 bildete zur damaligen Zeit durch die Erstellung aus Eisenbeton - auch die Dachkonstruktion ist bei diesem Hause aus Eisenbeton hergestellt - eine seltene 44 Ausführung eines Wohnhausbaues. Weiter wurde von ihm der alte Schusterskeller (Maxfeldkeller) mit Sälen ausgebaut. Christian Böckler hat sich mit seinen Wohnungsbauten um unsere Stadt große Verdienste erworben. Wir wünschen dem langjährigen Leser des ‘Fränkischen Kuriers’ noch viele fröhliche und gesunde Jahre.“ Bald schon wurde die Emilienstraße 3 für gewerbliche Zwecke genutzt. So ist in der Firmenchronik der Baufirma Sager & Woerner aus München nachzulesen, dass sich das Unternehmen „1941 in der Niederlassung Nürnberg im eigenen Heim, Emilienstraße 3,“ einrichten konnte. Anfang der 70er Jahre bezog eine Zahnarztpraxis die Räume im Erdgeschoss. Die Wäschekammern im Dachgeschoss wurden zu Büroräumen umgebaut und zur Straße hin entstanden zwei Dachgauben. Durch den Nachweis dieser jahrzehntelangen Nutzung als Geschäftshaus entfiel die Ablösezahlung für Stellplätze, die sonst an die Stadt Nürnberg hätte gezahlt werden müssen. LEISTUNGEN 5. Vorteile für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der UmweltBank AG Bild 102: Die Mitarbeiter der Bank im Vorgarten der Emilienstraße 3 Die ökologische Sanierung der Emilienstraße 3 brachte für die heute darin arbeitenden Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der UmweltBank ein angenehmes Arbeitsumfeld. Folgende Vorteile wurden erreicht: Im Keller wurde ein Umkleideraum mit WC und Dusche für die Sportler eingerichtet. Im Souterrain soll ein – auch öffentlich zugängliches – Restaurant angesiedelt werden, in dem die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der UmweltBank AG – aber nicht nur diese - Mahlzeiten aus regionalen ökologischen Spezialitäten einnehmen können. Pro Etage gibt es eine Teeküche, in der sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einen Imbiss zubereiten kann. Die Bänke im Innenhof laden ein, Ar- beitspausen an heißen Nürnberger Sonnentagen im Schatten im Freien zu verbringen. Insgesamt bringt die ökologische Sanierung der Emilienstraße 3 nicht nur einen Beitrag zur Entlastung der Umwelt, sondern das gute Klima im Inneren des Gebäudes stellt auch einen Bonus für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dar. Durch vielfältige Dämmmaßnahmen wird eine Einsparung des Heizwärmeverbrauchs erzielt und zugleich führen diese Dämmmaßnahmen dazu, dass das Raumklima in den Innenräumen im Sommer angenehm kühl und im Winter warm ist. Mit allen Sanierungsmaßnahmen wurde ein Haus des Nürnberger Jugendstil wieder zu einem Schmuckstück gemacht, das modernen, ökologischen Standards entspricht und in dem sich die Mitarbeiter der UmweltBank AG wohlfühlen. Auch die ästhetisch anspruchsvolle Gestaltung der Sanierung, die Verwendung hochwertiger Materialien und die bewusste Auswahl von Einrichtungsgegenständen tragen zum Wohlfühl-Faktor und damit zur Arbeitsmotivation bei. 45 ANHANG Glossar Art Deco Abkürzung für französisch art décoratif, dekorative Kunst; Bezeichnung für künstlerische Produkte der Zeit zwischen den Weltkriegen mit Stilelementen aus Jugendstil, Futurismus und Funktionalismus sowie ostasiatischen Einflüssen. Bakelit (siehe auch S. 22) ein zu den Phenolharzen gehörender Kunststoff, 1908 von L. H. Baekeland erfunden. Betriebsökologie Messung der, auf den Betriebsablauf bezogenen Umweltwirkungen anhand von Kennzahlen wie Strom-, Fernwärme, Wasser und Papierverbrauch, sowie des Abfallaufkommens. BMBau Bundesministerium für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau DIN 4701 energetische Bewertung von heiz- und raumlufttechnischen Anlagen Erker vorspringender, durch Balken, Pfeiler oder Konsolen gestützter Ausbau in den Obergeschossen von Gebäuden Estrich eine auf einen tragenden Untergrund aufgebrachte, wenige cm dicke Fußbodenschicht, die unmittelbar nutzfähig ist oder mit einem Bodenbelag versehen wird, aus Mörtel, Gussasphalt, Steinholz oder auch aus vorgefertigten Plattenelementen (Trockenestrich). Fassade das Äußere von Gebäuden, besonders die Vorderseite mit dem Haupteingang, im weiteren Sinne alle Ansichten eines Bauwerks, zz. B. die Hoffassade oder Gartenfassade. Fischgrätmuster Verlegung des Parketts diagonal zur Wand Fries ein Streifen mit gemalten oder plastisch hervorgehobenen Ornamenten oder Figuren, der Wandflächen gliedert oder einfasst. Gaube Aufbau für stehende Dachfenster; die jeweilige Form ist abhängig von Dachneigung, Größe der Dachfläche, Deckmaterial, Zweck u. a Grundriss die Zeichnung des waagerechten Schnitts eines Gebäudes oder (bei Geschoßbauten) eines Stockwerks; im Unterschied zu Draufsicht, Schnitt, Ansicht. 46 Holzbeton nagelbarer Leichtbeton aus Zement und Holzspänen, die zuerst mit Kalkmilch, Alkaliwasserglas u. Ä. behandelt wurden. Jugendstil um die Jahrhundertwende verbreitete Stilrichtung. Der Jugendstil war international verbreitet und entwickelte sich gleichzeitig in Frankreich aus dem Symbolismus , beeinflusst auch durch japanische Farbholzschnitte, und in England aus den kunstgewerblichen Aktivitäten der Präraffaeliten. Typisch für den Jugendstil sind stilisierte florale und geometrische Ornamente. Vom Schwung dieser Ornamentik wurde auch die Innenraumgestaltung erfasst. Die Architekten O. Wagner, J. Hoffmann und J. Olbrich entwickelten einen schlichten Baustil, der die folgenden nüchternen Architekturauffassungen vorwegnahm. Kalkhydrat In Wasser suspendierter Kalk, auch Kalkmilch genannt. Form, in der Kalk bei der Schlammkonditionierung oder Fällung eingesetzt wird. k-Wert Wärmedurchgangskoeffizient, berechnet den Wärmebedarf eines Gebäudes. Maß für den Wärmestrom, der bei einer Temperaturdifferenz von 1 Kelvin durch ein 1m2 großes Bauteil fließt. ANHANG Lisenen aus der Mauer hervorstehender, flacher, senkrechter, der Gliederung dienender Wandstreifen Mädchenzimmer Zimmer neben der Küche, vorgesehen für das Dienstmädchen. Modernisierung Renovierung mit dem Ziel der Anpassung an neue Lebensverhältnisse. Ornamentik Sammelbegriff für die Ornamente eines bestimmten Stils, einer Kulturepoche, eines Bauwerks, Kunstgegenstands u. Ähnlichem. Photovoltaik-Anlage Gerät, das Sonnenenergie in elektrische Spannung umwandelt. Produktökologie Unter dem Begriff „Produktökologie“ versteht man bei einem Kreditinstitut Bankdienstleistungen mit Umweltwirkungen. Hierzu gehören u.a. umweltrelevante Aspekte des Kredit- und des Anlagegeschäfts. Wie im Bereich Betriebsökologie definiert das Unternehmen auch hier Ziele und Maßnahmen zur Verbesserung der Umweltleistung. Querkämpfer bezeichnet das Querholz am Fenster Supraporte reliefartiges Wandfeld über der Tür Ranking (ranken) Rangliste, Bewertung. UmweltPunkte-Checkliste anhand der Checkliste wird die Umweltfreundlichkeit eines Bauvorhabens ermittelt. Je mehr Umwelt-Punkte ein Bauherr sammelt, desto günstiger sind seine Zinskonditionen. Rating (Verb: raten) die ungefähre Beurteilung von Personen und/oder Sachverhalten anhand von Skalen. Rotdornbaum (Crataegus laevigata / Paul’s Scarlet). Familie der Rosengewächse. Der kleine Baum (in der Endhöhe bis 8 m) ist stadtklimafest und sehr frosthart. Er wird als Straßenbaum eingesetzt oder findet in Zierstrauchhecken Verwendung. Sanierung Wiederherstellung eines beschädigten Bauteils in den ursprünglichen Zustand. Souterrain teilweise unter der Erde liegendes Geschoss (Kellergeschoss) Steinzeug Feinkeramik mit hoher Festigkeit und geringer Porösität. UmweltRat einzigartiges Kontrollgremium in der UmweltBank AG. Übt als Pendant zum Aufsichtsrat die Funktion eines unabhängigen ökologischen Kontrollgremiums aus. Vestibül repräsentative Eingangshalle. Iim altrömischen Haus: Vorhalle zum Hauptraum (Atrium). Voluten lateinisch voluta: schneckenförmige Einrollung; Ornament oder Bauglied am Kapitell W/m2K Einheit des K-Werts Zelluloseflocken Dämmstoff aus Altpapier Stuck gut formbare, schnell erhärtende Masse aus Gips, Sand und (Leim- Wasser; wichtiges Material für Innenraumdekoration. 47 ANHANG Herstelleradressen Armaturen: Fa. Hitech Vola AG, Landsberger Str. 146, 80339 München, Tel. 0 89 / 5 40 94 50 Innenfarbe für Holzteile wie Fenster etc.: Herbol-Fensterfarbe: natural-colorsystem 0005/Y20R, cremeweiß, seidenmatt Herbol Akzo Nobel Deco GmbH, Geschäftsbereich Profi, Vitalisstr. 198-226, 50827 Köln, www.herbol.de; Bezugsquelle für Wand- und Innenfarbe: Firma Decker GmbH, Sonthofener Str. 1, 90455 Nürnberg Wandfarben: biosil Innensilikatfarbe - Farbton altweiß, KEIMFARBEN GmbH & Co KG, Keimstraße 16, 86420 Diedorf, Tel. 08 21 / 4 80 20, www.keimfarben.de Schwarzer Granit für Waschtische: Ernst-Wagner GmbH & Co. KG, Ernst-Abbe-Str. 21, 72770 Reutlingen, Tel. 0 71 21 / 5 15 30 90 48 Waschbecken: Alape, Adolf Lamprecht Betriebs-GmbH, Am Gräbicht 1 - 9, 38644 Goslar, Tel. 0 53 21 / 55 80, www.alape.de Elektroschalter: Bakelite AG, Postfach 71 54, 58609 Iserlohn, Tel. 0 23 74 / 92 50, www.bakelite.de; Bezugsquelle: Manufactum, Hiberniastr. 5, 45731 Waltrop, Tel. 0 23 09 / 93 90 50, www.manufactum.de Fledermausniststeine: Schwegler GmbH Vogel & Naturschutzprodukte, Heinkelstr. 35, 73614 Schorndorf, Tel. 0 71 81 / 97 74 50, www.schwegler-natur.de Lampen: Stehleuchte Allround 01 Chrom, mundgeblasene Muranoglas-Lampe, Tischleuchte Tolomeo mit USM-Zapfen; Bezugsquelle: Lichtimplus, Büro für Lichttechnik, Hirschenstr. 44, 90762 Fürth, Tel. 09 11 / 7 33 04 47, www.lichtimpuls.de Möbel: USM U. Schärer Söhne GmbH, Siemensstraße 4A, 77815 Bühl, Tel. 07223 / 8 09 40, www.usm.com Wilkhahn, Wilkening + Hahne GmbH + Co, Postfach 2035, 31844 Bad Münder, Tel. 0 50 42 / 99 90, www.wilkhahn.com Glasschiebetüren im Dachgeschoß: Raumplus MöbelwerkstättenGmbH, Vorweide 4, 28259 Bremen, Tel. 04 21 / 57 65 10, www.raumplus.de Dachziegel: Fabrikat Ergoldsbacher Biberschwanzziegel aus Neufahrn ERLUS Baustoffwerke AG, Hauptstraße 106, D-84088 Neufahrn/ NB, Tel.: 0 87 73 / 1 80, Fax 0 87 73 /1 81 13, www.erlus.de ANHANG Zellulosedämmung: (aus Altpapier) Hersteller: Isofloc Ökologische Bautechnik GmbH, Am Fieseler Werk 3, 34253 Lohfelden www.isofloc.de Fassadendämmung: Mineralschaumplatte. Sto AG, Ehrenbachstraße 1, D-79780 Stühlingen, Tel.: 0 77 44 / 5 70, Fax: 0 77 44 / 57 21 78, ww.sto.com Dämmung der Heizkörpernischen: Holzfaserdämmplatte, Hersteller: PAVATEX GmbH, Wangener Str. 58, 88299 Leutkirch, www.pavatex.de Dämmung Estrich: Knauf Perlite GmbH, Kipperstraße 19, 44147 Dortmund Tel.: 02 31 / 99 80 01, Fax: 02 31 / 9 98 0138, www.perlite.de Photovoltaikanlage: ASE (Angewandte Solar Energie) GmbH, Carl-Zeiss-Straße 4, 63755 Alzenau Heizkessel: Prinzip: Gas-Brennwert, Typ: Vertomat, Leistung 130 kW Viessmann Werke GmbH & Co KG, Viessmannstraße 1, 35107 Allendorf (Eder) Tel.: 0 64 52 / 7 00, Fax: 0 64 52 / 70 27 80 Warmwasserbereiter: Edelstahl, Typ: Vitocell V 300, Volumen 350 l Viessmann Werke GmbH & Co KG, Viessmannstraße 1, 35107 Allendorf (Eder) Tel.: 0 64 52 / 7 00, Fax: 0 64 52 / 70 27 80 Regenwassernutzungsanlage: Prinzip: Doppelpumpenanlage, Typ: Hya-Rain Duo; Leistung: 3,7 m3 Hersteller; KSB Aktiengesellschaft, Bereich Pumpen Gebäudetechnik, Postfach 1361, 91253 Pegnitz; Tel.: 0 18 05 / 57 24 80, Fax: 0 18 05 / 57 24 80 www.ksb-bs.com Regenwasser-Speichertanks: Typ: Aqua-Block 1000 l; Gesamt-Vol.: 8.000 l Schütz GmbH & Co.KG aA, Schützstraße 12, 56242 Selters, Tel.: 0 26 26 / 7 70, Fax: 0 26 26 / 77 33 30 Schmutzwasser-Hebeanlage: Prinzip: Doppelpumpenanlage, Typ Compacta UZF 30.1/V, Leistung: 25 m3/h KSB Aktiengesellschaft, Bereich Pumpen Gebäudetechnik, Postfach 1361, 91253 Pegnitz; Tel.: 0 18 05 / 57 24 80, Fax: 0 18 05 / 57 24 80, www.ksb-bs.com 49 ANHANG Nützliche Kontaktadressen UmweltBank AG Partner für ökologische Finanzdienstleistungen Laufertorgraben 6, 90489 Nürnberg Telefon 09 11 / 53 08 123 Telefax 09 11 / 53 08 129 E-Mail: [email protected] www.umweltbank.de Energie Agentur Mittelfranken Landgrabenstrasse 94, 90443 Nürnberg Tel.: 09 11 / 80 11 70 Fax: 09 11 / 80 11 711 E-Mail: [email protected] www.energieagentur-mittelfranken.de Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft Hauptverwaltung Messeweg 11-12, 38104 Braunschweig Tel.: 05 31 / 2 99 32 02 Fax: 05 31 / 2 99 30 0 E-Mail: [email protected] Internet: www.bba.de 50 Bundesministerium für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau Invalidenstraße 44, 10115 Berlin Tel.: (IVBB) +49 1888 300-0 Fax (IVBB) +49 1888 300-1920 E-Mail [email protected] www.bund.de/Verwaltung-inDeutschland/Bund/Institutionen-desBundes/Bundesregierung/Bundesminist erium-fuer-Verkehr-Bau-undWohnungswesen-.5483.htm Prüfinstitut Türtechnik und Einbruchsicherheit in Rosenheim PTE Rosenheim GmbH Lackermannweg 24 D-83071 Stephanskirchen / Kragling Tel.: 0 80 36 / 90 88 70 Fax: 0 80 36 / 9 08 87 28 E-Mail: [email protected] www.pte-rosenheim.de Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege Hofgraben 4, 80359 München Tel.: 089 / 2 11 40 Fax: 089 / 2 11 43 00 E-Mail: [email protected] www.blfd.bayern.de/index.htm Fensterbauinstitut Rosenheim Institut für Fenstertechnik e.V. Theodor-Giebel- Straße 7-9 83026 Rosenheim Tel.: 0 80 31 / 26 80 43 Fax: 0 80 31 / 26 99 93 E-Mail:[email protected] www.ift-rosenheim.de Deutsches Zentrum für Handwerk und Denkmalspflege e.V. Propstei Johannesberg 5, 36041 Fulda Tel.: 06 61 / 4 95 30 Fax: 06 61 / 4 95 31 05 ANHANG Stichwortverzeichnis Art Deco Kapitel 3 (35) Fischgrätmuster Kapitel 2 (20, 23), (Kapitel 3 (35) Aufzug Kapitel 2 (18) Jugendstil Vorwort (7), Kapitel 1 (8, 9), Kapitel 3 (32), Kapitel 4 (42), Kapitel 5 (46) Bakelit Kapitel 2 (22f) Flügeltüren Kapitel 2 (12), Kapitel 3 (36)) k-Wert Kapitel 3 (28) Balkone Kapitel 1 (9), Kapitel 2 (17) Fußböden Kapitel 2 (23, 25) Kastenfenster Kapitel 3 (28, 34) Betriebsökologie Kapitel 1 (11) Gas-Brennwertanlage Kapitel 3 (29) Lampen Kapitel 1 (9), Kapitel 2 (22), Kapitel 3 (35) Biberschwanzziegel Kapitel 3 (31) Gauben Kapitel 1 (9), Kapitel 2 (26), Kapitel 3 (31, 33) Brauchwasser Kapitel 1 (11), Kapitel 3 (27, 30) Brennwertkessel Kapitel 3 (29) Glaswand Kapitel 2 (17) Grundriss Kapitel 2 (9, 13), Kapitel 3 (46)) Büromaterialien Kapitel 1 (11) Bodenversiegelung Kapitel 2 (16) Lüftungsanlage Kapitel 2 (15), Kapitel 3 (29) Marmorlisenen Kapitel 2 (19) Innenhof Kapitel 1 (9), Kapitel 2 (15f), Kapitel 3 (34f) Nisthöhlen Kapitel 3 (39) Nassräume Kapitel 2 (25) Ökologische Modernisierung Vorwort (7), Kapitel 1 (9), Kapitel 3 (31) Dachboden Kapitel 2 (26) Dämmung Kapitel 3 (27f), Kapitel 5 (45) Laufertorgraben Kapitel 1 (8,9) Kapitel 2 (15,16) Heizwärme Kapitel 3 (27, 29), Kapitel 5 (55)) Öko-Plus-Punkte Kapitel 1 (8) Holzrollläden Kapitel 2 (21), Kapitel 3 (34)) Ornamente Kapitel 2 (19, 20) , Kapitel 3 (38, 42) Hotzenblitz Kapitel 1 (11) Produktökologie Kapitel 1 (10) Erker Kapitel 3 (33), Kapitel 4 (44) Fassade Kapitel 2 (26), Kapitel 3 (27, 33, 34, 36, 38), Kapitel 4 (44) Fenster Kapitel 1 (9), Kapitel 2 (21), Kapitel 3 (27, 34, 36) Renovierung Kapitel 1 (8), Kapitel 2 (16, 20, 29), Kapitel 3 (32, 35, 39) 51 ANHANG Stichwortverzeichnis Rotdornbäume Kapitel 2 (14) UmweltPunkte-Checkliste Kapitel 1 (10) Burgsandstein Kapitel 2 (11) Sanierung Vorwort, Kapitel 1 (8f), Kapitel 2 (14), Kapitel 3 (29, 33) Kapitel 5 (45) UmweltRat Vorwort (4), Kapitel 1 (8, 9, 10) Umweltrating Kapitel 1 (11) Sockel Kapitel 2 (20, 24), Kapitel 3 (35) Vestibül Kapitel 2, (19, 20), Kapitel 3 (38f) Souterrain Kapitel 1 (5f), Kapitel 2 (9, 11, 13f, 17), Kapitel 3 (29, 32, 34) Kapitel 5 (45)) Vorgarten Kapitel 1 (9), Kapitel 2 (14ff), Kapitel 3 (36) Stuckdecken Kapitel 2 (21f), Kapitel 3 (37) Wände Kapitel 1 (13), Kapitel 2 (20, 21, 24f, 27), Kapitel 3 (35) Wärmedämmung Kapitel 3 (27f) Stuckfries Kapitel 2 (18), Kapitel 3 (38) Treppenhaus Kapitel 2 (18f, 24), Kapitel 3 (36f) Türen Kapitel 2 (12, 18f), Kapitel 3 (21f) Wärmerückgewinnung Kapitel 2 (15), Kapitel 3 (29) Wassereinsparung Kapitel 3 (27) Wöhrd Kapitel 1 (8) Zelluloseflocken Kapitel 3 (27) Zisterne Kapitel 3 (36) 52 ANHANG Verzeichnis der Fotografien Fotografien Titelbild: Haupteingang Emilienstr. 3 Seite 3: Vestibül Bild 18: Blick durch die Flügeltüren des zukünftigen Restaurants auf die neue Terrasse 15 Bild 19: Die Fenster der Restaurantküche mit Sicht auf den Innenhof 15 Seite 6: Horst P. Popp Bild 1:Der steinerne Bock erinnert an den ersten Bauherrn C. Böckler 8 Bild 2: Taufe durch Natascha Popp 9 Bild 3: die feierliche Enthüllung des Gebäudes bei der Einweihungsfeier am 30. Juli 2001 9 Bild 4: Fassade im neuen Glanz Bild 5, 6 und 7: Richtfest im Frühjahr 2000 9 10 Bild 8, 9 und 10: mehr als 800 Gäste kamen zur sommerlichen Einweihung mit Live-Musik 11 Bild 11: Im Originalfarbton reiht sich das Gebäude harmonisch in seine Umgebung ein 12 Bild 12:neue Gauben bringen Licht in das Dachgeschoss 12 Bild 20: Der Innenhof mit Übergang zum Grundstück Laufertorgraben 6 Bild 21: Vogelperspektive des Innenhofes Bild 14: Detail des Bodenbelages nach historischem Vorbild 14 Bild 15: Blick auf Haupt- und Nebeneingang Bild 37: Fenster und Heizkörper vor der Renovierung 21 16 16 Bild 24: Alte Balkone 17 Bild 25: restaurierte Balkongeländer mit Glasfront 17 Bild 38: Lichtschalter aus Bakelit nach historischem Vorbild 22 Bild 39: Deckenbeleuchtung in den Fluren 22 Bild 40: Neue Hängelampe im Detail 22 Bild 41: Renovierter Parkettboden 23 Bild 42: Während der Renovierung Bild 43: Alle vorhandenen Parkettböden konnten erhalten werden 23 Bild 44 und 45: Einbau der Kabelkanäle aus den alten Sockelleisten 24 18 Bild 29: Vestibül mir doppelflügeliger Eingangstür vor der Renovierung 19 Bild 46: Neue Teeküche auf den Etagen Bild 16: Sandsteinpfeiler des Gartenzauns vor der Renovierung 14 Bild 17: Renovierter Pfeiler mit neuentworfenem Metallzaun 14 25 Bild 47: Neugestaltete Sanitärräume in schwarzem Granit 25 19 Bild 48: Mitarbeiterdusche 14 23 18 Bild 27: Der Einbau des Personenaufzugs machte erhebliche Gründungsarbeiten erforderlich 18 Bild 30: Das Vestibül wieder im Originalfarbton 21 16 Bild 23: Heute – der überdachte Treppenüberweg Bild 28: Der alte Wäscheaufzug Bild 13: Neuer Vorgarten mit Blick auf Souterrain 14 Bild 35: Die restaurierte Heizkörperverkleidung Bild 36: Neue Flur-Eingangs-Situation auf den Etagen, früher Küche/Mädchenzimmer 21 Bild 22: Mauer zum Laufertorgraben 6 vor der Renovierung 16 Bild 26: Der neue Aufzug mit Glasfront Bild 34: Die zweiflügelige Originaltür im renovierten Treppenhaus 20 Bild 31: Die im Original erhaltene Treppenleuchte 19 Bild 32: Das Treppenhaus vor der Renovierung 20 Bild 33: Detail des Handlaufes aus Eiche, daneben die neue MuranoglasLampe 20 25 Bild 49: Der Flur im neuausgebautem Dachgeschoss 26 Bild 50: Schiebewände aus satiniertem Glas 26 Bild 51: Neues Bad im Dachgeschoss 26 53 ANHANG Verzeichnis der Fotografien und Abbildungen Bild 52: Dachgaube vor Renovierung 26 Bild 53: Umbau des Dachgeschosses 26 Bild 54: Dämmmaßnahmen im Dachgeschoss Bild 55: Neues Leitungssystem im Keller Bild 56: Neuer Brennwertkessel im Keller Bild 59: Leitungssystem vor der Renovierung Bild 60: Dach vor der Renovierung Bild 61: Heutiges Dach 27 Bild 75: Vorherige Situation 35 Bild 76: Der neue Wandfries 35 Bild 77: Detail des alten Fieses 35 29 Bild 78: Befunduntersuchung der historischen Farbgebung 35 29 Bild 79. Die neue einflügelige Hauseingangstüre Bild 92: Mamorlisenen mit horizontaler Vergoldung und Detail des Stuckgewölbes 38 40 Bild 95: Sideboard aus dem gleichem System 40 Bild 97 und 98: Bürostühle der Firma Wilkhahn 41 36 Bild 100. Steinmetzarbeiten an der Fassade 44 36 31 31 Bild 94: Offene Regale aus dem USM-System Bild 99: In direkter Nachbarschaft: die Nürnberger Burg 42 30 Bild 82: Der zweite Türflügel als Nebeneingang 39 36 30 Bild 81: Abschleifen der alten Farbschichten Bild 93: Wilder Wein an der Westmauer Bild 96: Die passenden lichtgrauen Tische 40 Bild 80: Ehemalige, zweiflügelige Türe vor der Renovierung 36 Bild 62: Original Wasserkessel am Fallrohr der Dachrinne 31 Bild 101: Ausschnitt des Erkers in der Fassade der Emilienstraße 3 44 Bild 83: Original erhaltene Briefkästen 37 Bild 84: Etageneingangstür 37 Bild 102: Die Mitarbeiter der Bank im Vorgarten der Emilienstraße 3 45 Bild 85: Die ehemals eingemauerte historische Glas-Schiebetür wurde wiederentdeckt 37 Abbildungen Abb. a: Originalgrundriss 13 Bild 86: Die Glas-Schiebetür im neuem Glanz Abb. b: aktueller Grundriss 13 Bild 65 und 66: Detailaufnahmen 32 Bild 67: Ehemalige Fassade mit grau- grünem Putz Bild 87: Detail der handgeschliffenen Facetten 37 Abb. c: Technischer Aufriss der Dämmung des Daches 27 Bild 63: Restaurierte Stuckdecke 32 Bild 64: Vorheriger Zustand 32 Bild 68: Neue Fassade zum Innenhof Bild 69: Renovierte Fassade zur Emilienstraße in dezentem Grau 33 37 Bild 88: Blick ins Vestibül 38 Bild 89: Die Supraporte 38 Bild 90: Detail der Stuckdecke 38 Abb. d: Aufriss der Wärmedämmung der Fassade 28 33 33 Bild 70 - 72: Fensteransichten aus verschiedenen Stockwerken 34 54 34 Bild 74: Renoviertes Treppenhaus 35 Bild 57: Die Photovoltaik-Anlage auf dem Dach 29 Bild 58: Regenwasserzisterne im Keller Bild 73: Rundbogenfenster vor der Renovierung Bild 91: Schachbrettmuster der Bodenfliesen Abb. e: Zeichnung der Fledermausnistkästen 39 Abb. f: Historischer Zeitungsausschnitt 38 43 ANHANG UmweltPunkte-Checkliste Von der Summe der UmweltPunkte hängt die Baustufe (0 bis III) ab und damit die Kondition für Ihren Kredit (siehe Konditionenübersicht). Je umweltfreundlicher die Baumaßnahme, desto günstiger die Finanzierung. 1. Baumaßnahme Jede Baumaßnahme bringt Energie-, Material- und Flächenverbrauch mit sich. Ziel ist ein möglichst schonender Umgang mit Ressourcen beim Bauen. Punkte Verdichtetes Bauen (z.B. Reihenhaus), Grundstückswiederverwendung, Baulückenschließung 2 Verwendung von ökologischen Baustoffen 2 Sanierung / Erhaltung bestehender Gebäudesubstanz 3 Punkte 2. Minimierung des Heizenergiebedarfs Durch verschiedene Maßnahmen lässt sich der Energieverbrauch eines Gebäudes über die gesetzlichen Anforderungen hinaus reduzieren. Die Energieeinsparverordnung (EnEV) bewertet zusätzlich zum Heizwärmebedarf die Effizenz der Heizungsanlage, des Speichers und der Energieverteilung. Dabei wird auch die Warmwasserbereitung und der Brennstoff mit einbezogen. Das Kriterium bei der Energieeinsparung ist der Primärenergiebedarf. Der Primärenergiebedarf liegt innerhalb folgender Grenzen: Punkte max. 90 % der EnEV, d.h., gesetzlicher Grenzwert wird um mind. 10 % unterschritten 3 max. 70 % der EnEV, d.h., gesetzlicher Grenzwert wird um mind. 30 % unterschritten 4 max. 50 % der EnEV, d.h., gesetzlicher Grenzwert wird um mind. 50 % unterschritten 5 Passivhaus / Nullenergiehaus / Plusenergiehaus 6 Punkte 3. Wasserverbrauch / Abwasseranfall Jeder Wasserverbrauch aus der zentralen Wasserversorgung bringt durch die Aufbereitung des Wassers eine Umweltbelastung mit sich. Das mehrmalige Verwenden von Wasser und die effiziente Nutzung entlastet die Umwelt. Punkte Regenwassernutzung (mind. 3 m3) oder Naturbrunnen (Gartenbewässerung) 1 Regenwassernutzung (mind. 3 m ) oder Naturbrunnen (Gartenbewässerung, Toilettenspülung, Waschmaschine) 2 Andere effiziente und ökologische Konzepte (z.B. ökologisch hochwertiges Entwässerungskonzept) 1 3 Punkte 4. Wohnklima und Wohnumfeld Einige Maßnahmen verbessern das Raumklima, andere das Klima außerhalb des Hauses. Entsprechende Maßnahmen kommen direkt oder indirekt der Umwelt zu Gute. Punkte Fassaden- und /oder Dachbegrünung oder besondere Maßnahmen bei der Freiflächengestaltung 1 Ökologisch vorteilhafter Innenausbau (ökologisches Material, geringe Emissionen) 2 Hochwertiges Raumklima (z.B. Strahlungsheizung, Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung) 1 Punkte 5. Bonuspunkte Zusätzlich vergeben wir Punkte auf besonders ökologische Maßnahmen wie zum Beispiel: Punkte Solarthermie, Qualitätssicherung mit Gütesiegel, besondere Kulturverträglichkeit (z.B. Denkmalschutz), Stromsparkonzept, Verzicht auf Versiegelung der Außenflächen, gute Dämmung bei Altbausanierung 1 Einsatz erneuerbarer Energien, wie z.B. Photovoltaik, solarunterstützte Heizung, Biomasseheizung. 2 Punkte Summe der UmweltPunkte 55 ANHANG Erläuterungen Sammeln Sie UmweltPunkte. Mit Hilfe dieser Erläuterungen und der UmweltPunkte-Checkliste können Sie die ökologische Qualität Ihres Hauses in wenigen Minuten selbst ermitteln. Ab neun UmweltPunkten belohnen wir Sie mit den besten Konditionen. 2. Minimierung des Heizenergiebedarfs ■ Seit 1.2.2002 gilt die Energieeinsparverordnung, welche die Wärmeschutzverordnung von 1994 abgelöst hat. Damit macht der Gesetzgeber den Niedrigenergiehaus-Standard zur Regel. UmweltPunkte erhält ein Bauherr dann, wenn er die gesetzlichen Grenzwerte für den Primärenergiebedarf unterschreitet. Auskunft dazu erteilt erteilt der Architekt oder die Baufirma. Je mehr Energie beim Hausbau gespart wird, desto mehr Umwelt Punkte kann der Bauherr sammeln. 1. Baumaßnahme Verdichtetes Bauen liegt beim Bau eines Reihenhauses oder einer Eigentumswohnung vor. Hier fällt der Flächenverbrauch deutlich geringer aus als beim Bau eines Einfamilienhauses oder einer Doppelhaushälfte. ■ ■ Grundstückswiederverwendung bedeutet, dass auf einem Grundstück ein Gebäude abgerissen und an dessen Stelle ein Neues errichtet wird. Baulückenschließung meint, dass eine Baulücke innerhalb einer Häuserzeile geschlossen wird. Ökologische Baustoffe wie Holz, Lehm oder Zellulose zeichnen sich dadurch aus, dass sie gesundheitsverträglich sind, keine Schadstoffe enthalten und bei der Herstellung auf sparsamen Energieverbrauch geachtet wird. ■ 56 ■ Zu ökologischen Materialien für den Innenausbau zählen Holz oder umweltfreundliche Wandfarben. 5. Bonuspunkte Zusatzpunkte erhält ein Bauherr zum Beispiel, wenn die Hausfirma mit einem Gütesiegel dokumentieren kann, dass sie bestimmte Qualitätskriterien einhält. ■ Besondere Kulturverträglichkeit ist gegeben, wenn das zu finanzierende Haus als Denkmalschutzobjekt historisch wertvoll ist oder eine besondere soziale Komponente hat. ■ 3.Wasserverbrauch / Abwasseranfall ■ Neben der Regenwassernutzung können andere effiziente, ökologische Konzepte eingesetzt werden, wie eine Biokläranlage oder eine KompostToilette. 4. Wohnklima und Wohnumfeld Fassaden- oder Dachbegrünung sorgt für einen Klimaausgleich für das Gebäude und trägt zur Luftverbesserung bei. ■ ■ Unter besonderen Maßnahmen bei der Freiflächengestaltung ist zum Beispiel die Pflanzung einer Hecke aus einheimischen Gehölzen zu verstehen. ■ Der Vorteil einer Strahlungsheizung besteht darin, dass die Wärme gleichmäßig abgestrahlt wird, dadurch Energie gespart werden kann und das Wohnklima positiv beeinflusst wird. ■ Zu einem Stromsparkonzept zählt beispielsweise der Warmwasseranschluss für Spülmaschine bzw. Waschmaschine oder der Anschluss von Haushaltsgeräten mit der Energieeffizienzklasse A. ■ ■ Verzicht auf Versiegelung der Aussenflächen bedeutet, dass im Umfeld des Gebäudes möglichst keine Grundstücksfläche mit wasserundurchlässigen Materialien versiegelt wird. Der Einsatz erneuerbarer Energien wird bei Solarthermie mit einem Bonuspunkt und Maßnahmen wie z.B. Photovoltaik, einer solarunterstützten Heizung oder z.B. Holzpelletsheizung mit zwei Bonuspunkten gefördert. ■ ANHANG Urkunde der Denkmalprämierung des Bezirks Mittelfranken am 14. Oktober 2002 57 ANHANG Urkunde der Preisverleihung „Fassadenwettbewerb 2001“ der Sparkasse Nürnberg am 10. Oktober 2002 58 Aus dem Gästebuch der Emilienstraße 3 Auf 100 % Recyclingpapier ohne optische Aufheller gedruckt ▼ Laufertorgraben 6 • D - 90489 Nürnberg Telefon 0911 / 53 08 - 123 Telefax 0911 / 53 08 - 129 E-Mail: [email protected] Internet: www.umweltbank.de Bankleitzahl 760 350 00