2017-03-02-20. Wiener Gemeinderat (4) zu DOC

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20. Wiener Gemeinderat (4)
Hauptdebatte: Genehmigung für die Förderung von
Lastenfahrrädern
GR Mag. Rüdiger Maresch (Grüne) verteidigte die von der Stadtregierung geplante Förderung der
Lastenfahrräder und sagte, diese hätten sich bereits unter anderem in der Seestadt Aspern bewährt.
Außerdem könnten Lastenräder auch von weniger mobilen Personen verwendet werden. Auf die
Forderung seines Vorredners nach mehr „Park & Ride“-Möglichkeiten erwiderte Maresch, dass diese zu
teuer seien. Man müsste für 200.000 Autos planen, was die Stadt drei Milliarden Euro kosten würde.
Überdies seien in Wien lediglich 30 Prozent aller Park & Ride-Plätze ausgelastet. Abschließend wünschte
sich Maresch die Forcierung von 15-Minuten-Takten bei der Schnellbahn.
GR Karl Baron (FPÖ) nannte die Pläne der Stadtregierung zur Förderung von Lastenfahrrädern einen
„Blödsinn“. Man wolle damit der Bevölkerung weismachen, dass so Verkehrsprobleme gelöst werden
könnten. Laut Baron stellten Lastenräder allerdings eine „zusätzliche Belastung“ für den Verkehr dar.
Zum Thema E-Mobilität sagte er, Vizebürgermeisterin Vassilakou plane Ladestationen im öffentlichen
Raum. Damit widerspreche sie ihrer eigenen Aussage, diese nur dort anzubringen, wo sie keinen
öffentlichen Raum besetzten. Durch die Ladestationen würden „tausende Parkplätze verschwinden“.
Kritik äußerte Baron auch an den von den Grünen geforderten Umweltzonen. Diese seien „Schikanen“ für
LKW-FahrerInnen.
GR Siegi Lindenmayr (SPÖ) sagte, Lastenfahrräder würden zu einer Entlastung des innerstädtischen
Verkehrs führen. Das Konsumverhalten der WienerInnen würde sich immer mehr dahingehend ändern,
dass immer häufiger Waren online bestellt würden. Gebe es die Alternative der Lastenräder nicht, bedeute
das für Wien einen Anstieg an LKW-Fahrten und damit einhergehend eine stärkere Umweltbelastung.
Die Option, günstig Lastenfahrräder als Transportmittel anzuschaffen, sei außerdem ein Anreiz für
moderne Unternehmen, sich in Wien anzusiedeln.
GR DI Dr. Stefan Gara (NEOS) bezeichnete die Ansichten von ÖVP und FPÖ zum Thema
Verkehrspolitik als „verstaubt“. Wien benötige eine „moderne und urbane“ Logistik. Die Lastenfahrräder
seien hier das richtige Mittel, um diese zu erreichen. Außerdem seien sie „schneller, billiger und
ökologischer“ als LKWs. Am Beispiel anderer europäischer Städte sei laut Gara erkennbar, dass in
Zukunft 30 bis 50 Prozent der gesamten Logistik mittels Lastenfahrrädern bewältigt werden könnten. Der
Ausbau der E-Mobilität trage dazu bei, dass Wien zu einem „Innovations-Hotspot“ werde.
(Forts.) sep/buj
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