WOBAU report

Werbung
WOBAU report
Architekturpreise Farbe – Struktur – Oberfläche 2016 | 2. Preis Holzwohnbau Seestadt Aspern, Wien
Berger + Parkkinen Architekten und Querkraft Architekten, Wien / Foto: Hertha Hurnaus, Wien
Ausgabe 23 | 2017
Fokus-Thema:
Modulares
Bauen – eine
Übersicht
CAPAROL ICONS
Hanf im Wohnungsbau
Architekturpreis 2016
High-End-Farben, die
Geschichten erzählen
Natürliche Dämmung
Die Gewinner: Waldhütte,
in Nürnberg
Wohnbau und Antivilla
WOBAU report Ausgabe 23 | 2017
NO 61
SURF`S UP
Kühler Meerblau-Ton. Neben
Weiß-Tönen bekommt er eine
skandinavische Note. „Surf’s up“
ist Slang für den perfekten Wellengang zum Surfen. Kalifornien
exportierte in den 50ern seine
Surfkultur von Bondi Beach bis
Puerto Escondido. Hang loose!
02
Editorial
Mehr als die Summe der einzelnen
Elemente
Mit dem Thema „Modulares Bauen“ werden viele Hoffnungen verknüpft, was bezahlbaren und schnell realisierbaren Wohnraum betrifft. Einerseits. Andererseits kursieren aber
auch viele eher zwiegespaltene Meinungen dazu. Doch wie viel Potenzial steckt wirklich
in modularen Bauweisen? Wo liegen die Grenzen? Dem wollen wir in unserem aktuellen
Fokusartikel einmal nachgehen – und schauen uns dabei auch gleich noch einige andere
Facetten dieses spannenden Themas an.
Ein Problem, das vielen Bauherren und -firmen momentan auf der Seele (und der Baustelle) liegt, greift diesmal unser Gastkommentator Dr. Helge Kramberger vom Dr. RobertMurjahn-Institut auf: die Frage, wie sich die Entsorgungsproblematik von HBCD-haltigem Dämmmaterial in den Griff kriegen lässt.
Besonders schön wird es bei unserer aktuellen Produkt-Neuvorstellung: Mit den CAPAROL
ICONS präsentieren wir Ihnen eine völlig neue Farbgattung. Eine außerordentlich hohe
Pigment-Konzentration ermöglicht brillante Ergebnisse im High-End-Bereich – so ein ex­
klusives Farbsortiment hat es in dieser Form bisher von Caparol noch nicht gegeben.
Wie sieht die Zukunft der Dämmung aus? Eine Antwort darauf könnte ein Teil der Gartenstadt Nürnberg liefern. Hier wurden sechs denkmalgeschützte Häuser mit Hanf gedämmt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen – die energetische Bilanz auch. Darüber
hinaus präsentieren wir einen historischen Straßenzug in neuem Glanz, zeigen, wie ein
auffallend farbenfrohes Wohngebäude eine ganze Gegend aufwertet, und präsentieren
die Gewinner des „Architekturpreises Farbe – Struktur – Oberfläche 2016“.
Dabei wünschen wir Ihnen eine unterhaltsame Lektüre und ein gesundes, erfolgreiches
neues Jahr!
Falk Böhm
DAW Objektmanagement
03
WOBAU report Ausgabe 23 | 2017
Inhaltsverzeichnis
Fokus-Thema: Modulares Bauen
06
Stück für Stück Richtung Zukunft?
Ansichtssache: Übers Ziel hinausgeschossen
26
Kommentar von Dr. Helge Kramberger
CAPAROL ICONS
28
High-End-Farben, die Geschichten erzählen
Eine echte grüne Pionierleistung
32
Hanfdämmung in der Gartenstadt Nürnberg eG
Schlanke Fassadendämmung mit Vorbildcharakter
Ein Neubau in Frankenthal mit innovativer S 024-Dämmung
04
34
Inhalt
Architekturpreise Farbe – Struktur – Oberfläche 2016 / 1. Preis: Tegia da vaut, Domat/Ems /
Architekt: Gion A. Caminada, Vrin-Cons / Foto: Ralph Feiner, Malans
Leuchtende Farben für eine junge Zielgruppe
36
Auffallend gut aussehender Wohnraum in Darmstadt
Stilvolle Fassade in neuem Glanz
38
Ein historischer Häuserzug kommt energetisch auf den neuesten Stand
Architekturpreis 2016
40
Drei spektakuläre Gewinner, vier Belobigungen
WOBAU aktuell
44
Marken-Award für Alpina, bildschöne Schalldämpfer, Ankündigung BAU 2017
WOBAU Referenzen
47
Alle Referenzen auf einen Blick
05
WOBAU report Ausgabe 23 | 2017
Modulares Bauen –
Stück für Stück zur Architektur von morgen?
Von modularen Bauweisen versprechen sich nicht wenige eine Menge Vorteile. Sei es in
puncto schneller und günstiger Wohnraum, gestalterischer Freiheit oder ganz allgemein
als das „nächste große Ding“ unserer zukünftigen Wohn- und Arbeitslandschaften. Doch
was steckt wirklich dahinter? Ist diese Bauweise konventionellen Formen der Gebäudekonstruktion tatsächlich haushoch überlegen? Wir haben uns auf die Suche nach Antworten gemacht – mit zum Teil überraschenden Ergebnissen.
Von Peter Zimmer
Systeme aus
Einzelelementen
Das Thema „Modulares Bauen“ ist seit
Es kann sich ebenso um konstruktive wie
menten fanden. Standardisierte Einzelbau-
auch um raumhaltige Elemente, zum Bei-
teile waren die Grundlage für den Beginn
spiel Nasszellen oder ganze Wohneinhei-
modularer Bauweisen. Diese Einzelteile
ten, handeln, solange diese ,fertig‘ auf die
waren identisch oder wiesen eine ähnliche
Baustelle kommen.“
Form auf, wie beim Ziegel deutlich zu
jeher elementar mit dem großen Baukasten
der Architekturgeschichte verknüpft. In der
Ausgabe 28-29.2016 der Zeitschrift „Bauwelt“ findet sich folgende grundlegende
erkennen. Frühe Bauten aus Beton, Holz
Seit dem Altertum
belegt
Definition dazu: „Abgeleitet vom lateini-
oder Metall waren ebenfalls mit einzelnen, identischen Elementen gebaut, die im
Zusammenspiel die Gesamtkonstruktion
ergaben. Beim Mauerwerksbau war die
schen modulus (Maß, Maßstab) bezeichnet
Im Grunde existiert diese Bauform schon
modulgerechte Konstruktion mit Ziegel-
der Begriff modular zunächst nichts weiter
immer. Zumindest so lange, wie es Archi-
steinen über Jahrhunderte hinweg State
als die Zugehörigkeit zu einem Maß-
tektur gibt. Mit modularen Bauweisen
of the Art. Erst als der moderne Betonbau
oder Proportionssystem. Im allgemeinen
ließen sich bereits in frühen zivilisatori-
in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts
Sprachgebrauch bezeichnet ein ,Modul‘
schen Epochen Bauwerke schnell und
seinen Siegeszug antrat, wurde diese von
– im übertragenen wie im konkreten Sinne
effizient errichten, modifizieren und wieder
alters her bewährte Maßordnung in die
– einen Baustein eines größeren Systems.
abbauen. Beispiel hierfür sind etwa die aus
zweite Reihe verdrängt.
Beide Lesarten lassen in Bezug auf das
Steinquadern zusammengesetzten sumeri-
Bauen viele Interpretationsmöglichkeiten
schen Tempelbauten oder auch Unterkünf-
Als eines der ersten Beispiele der Moder-
hinsichtlich Größe, Komplexität und Art
te, mit denen nomadisch lebende Völker
ne für größere, in modularer Bauweise
dieser Bausteine zu.
an wechselnden Orten Schutz vor den Ele-
errichtete Objekte kann sicherlich der
06
Modulares Bauen
Bunte Vielfalt: Modulare Bauweisen eröffnen heute der Kreativität mehr Spielraum als je zuvor.
07
WOBAU report Ausgabe 23 | 2017
Überragend: Modulare Bauweisen stellen an vielen Orten die einzige Möglichkeit dar, schnell den benötigten Wohnraum zu schaffen, da sie reduziertes Wohnen und
Schlafen neben- und übereinander in großer Zahl ermöglichen. Projekt: Zhejiang Gate, Hangzhou (China) / Rendering/Zeichnung: LAVA, Berlin.
08
Modulares Bauen
Dieses 13 Stockwerke umfassende, außergewöhnlich eigenständige Gebäude beherbergt in den ersten beiden Etagen konven-
Bis zu 70 % Kostenersparnis beim Eigenheim
tionelle Büroräume. Darüber sind auf 9
beziehungsweise 11 Stockwerken rund um
Das System einer modularen Bauweise
zwei Erschließungskerne 140 Wohnmodule
basiert also ganz allgemein auf einzelnen
Londoner „Chrystal Palace“ angesehen
montiert. Auch wenn bislang noch kein
Komponenten, die zu einem kompletten
werden. Er wurde von dem britischen
Gebrauch davon gemacht wurde, so war
Ganzen zusammengefügt werden. Dieses
Architekten Joseph Paxton im viktoriani-
doch ursprünglich geplant, die standardi-
Konstruktionsprinzip bringt ein paar
schen Baustil für die erste Weltausstellung
sierten Module industriell vorgefertigt in
wesentliche Vorteile mit sich. Da wären
in London entworfen und von Charles Fox
großer Stückzahl auf den Markt zu brin-
zum einen die Kosten. Wie sich leicht
1851 realisiert. Bis zum Jahr 1936 stand
gen. Der Nakagin Capsule Tower gilt als
nachvollziehen lässt, bewirkt eine serielle
er an der Stelle des heutigen Stadtviertels
ein Beispiel für die Formgebung der Meta-
Fertigung größerer Stückzahlen einzelner
„Crystal Palace“, das nach ihm benannt
bolisten, eines japanischen Architekturstils,
Bauteile rasch eine Senkung der Kosten. So
wurde. Dieses spektakuläre Ausstellungs-
auf den später noch genauer eingegangen
lassen sich beispielsweise die Kosten eines
gebäude bestand aus einer Eisenkonst-
wird. In diesem Zusammenhang eben-
privaten Eigenheims um bis zu 70 % ge-
ruktion und Glassegmenten und erinnerte
falls interessant ist das „Kunststoffhaus
genüber einem in herkömmlicher Bauweise
in hohem Maß an die Architektur von
fg2000“ aus dem Jahr 1968 des Designers
errichteten Wohnhaus reduzieren (laut der
Gewächshäusern. Der gesamte Bau wies
Wolfgang Feierbach. Grundlegend für
Sendung „Bauen 2020 – modularer Woh-
eine Grundfläche von ungefähr 615 mal
dessen Entwicklung war das Interesse Fei-
nungsbau“ des Bayerischen Rundfunks
150 Metern auf und konnte aufgrund der
erbachs an dem damals neuen Werkstoff
vom 26.11.2015).
Modellbauweise in nur 17 Wochen errich-
GFK (Glasfaserverstärktes Polyesterharz)
tet werden – eine revolutionäre, weil (nicht
sowie die Idee der Gestaltung neuer, visio­
Damit können für ein Eigenheim Preise
nur damals) unerhört kurze Zeitspanne.
närer Wohnmodule. Dieses Haus besteht
realisiert werden, die für eine viel grö-
Ein Meisterwerk der späten Moderne stellt
aus Wand- und Deckenmodulen, die zu
ßere Zielgruppe als bisher bezahlbar
Kish Kurokawas Capsule Tower in Tokio
einem vollständigen Wohnhaus zusammen-
sind – setzte sich modulares Bauen auf
aus dem Jahr 1972 dar.
gesetzt werden – innerhalb eines Tages.
breiterer Ebene als bisher durch, könnte
09
WOBAU report Ausgabe 23 | 2017
Attraktive Zwischenlösung: Mit ca. 5 Jahren Nutzungsdauer verschönert der PUMA City Store in Boston des Architekturbüros LOT-EK, New York, eine Baustellenbrache bis zur Baugenehmigung. Foto: Danny Bright
man in diesem Zusammenhang auch von
trotz einzelner Änderungen bleibt das
„Modulares Bauen entwickelte sich aus
einer Demokratisierung des Eigenheims
System als Ganzes funktionsfähig. Ein
standardisierten, schnellen und preisgüns-
sprechen. Doch nicht nur der signifikant
ebenfalls nicht zu unterschätzender Vor-
tigen Gebäuden hin zu experimentellen,
niedrigere Komplettpreis spricht dafür. Im
teil ist, dass Modulhäuser ohne größere
innovativen und komplexen Architekturen,
modularen Wohnungsbau lässt sich auch
Umstände an beliebige Flächen angepasst
die mit Hilfe digitaler Entwurfsmechanis-
der Preis für jedes einzelne Modul berech-
werden können. So zeigen Projekte aus den
men den Weg in die Zukunft bereiten.“
nen. Dieser Umstand zieht eine wesentlich
Alpen, dass eine modulare Architektur aus
höhere Kostentransparenz nach sich als im
vorgefertigten Einzelteilen, die sich leicht
Und das in auffallend kurzer Zeit: Eine Fer-
konventionellen Wohnungsbau, bei dem
transportieren und ohne großen Aufwand
tigungszeit von 90 Tagen für einzelne Mo-
zudem oft zu Ungunsten des Bauherrn
am Einsatzort montieren lassen, das Bauen
dule ist heute eine durchaus gängige Zeit-
nachkalkuliert werden muss.
in unzugänglicheren Gebieten überhaupt
spanne für ein modulares Gebäude. Denkt
erst möglich macht. Und selbst bei einem
man an die Bauzeiten der bislang gängigen
Ein weiterer, wichtiger Punkt ist die Flexi-
Umzug bieten Modulhäuser Vorteile: Ein
Verfahren, so werden hier sehr schnell
bilität eines in modularer Bauweise errich-
passendes Grundstück am neuen Standort
erhebliche Zeitvorteile sichtbar. Zumal die
teten Bauwerks. Ein privates Eigenheim
vorausgesetzt, können Modulhäuser tat-
Montage der Einzelteile vor Ort teilweise
beispielsweise lässt sich beliebig erweitern
sächlich an den neuen Wohnort mitgenom-
in 48 Stunden erfolgen kann, ebenso die
und sich verändernden Lebensumständen
men werden.
Demontage, etwa bei einem Umzug. Da die
anpassen. Wird ein Kind geboren, lässt es
Qualitätskontrolle größtenteils bereits im
sich vergrößern. Ziehen die Kinder aus,
Bei der Gestaltung eines Modulhauses er-
Werk erfolgen kann, werden Bauarbeiten
kann es problemlos wieder zurückgebaut
öffnen sich darüber hinaus ebenfalls völlig
somit nur noch zu einem Montagevorgang.
werden. Auch lassen sich nach Belieben
neue Möglichkeiten. Da diese losgelöst von
Denkt man dieses Szenario einmal weiter, so
Hobbyräume, zusätzliche Garagen oder
bislang üblichen Bauformen sind, können
ergeben sich weitere interessante Aspekte:
Arbeitsräume anbauen. Da sich einzelne
modular gefertigte Bauwerke in hohem
Ganze Fabriken könnten zum Beispiel in
Module in der Regel problemlos austau-
Maß individuell gestaltet werden, wie das
sehr überschaubaren Zeiträumen je nach
schen lassen, können alte oder defekte Ele-
bereits erwähnte „Kunststoffhaus fg2000“
Bedarf in der Nähe großer Baustellen errich-
mente leicht gegen neue ausgetauscht wer-
zeigt. Mit den heutigen Möglichkeiten der
tet werden. So blieben die Transportwege
den, Wartung und Instandhaltung werden
Formenentwicklung am Computer wird
der jeweils benötigten Elemente respektive
zu einem Kinderspiel. Gut zu wissen: Die
dieser Prozess noch zusätzlich erleichtert.
Materialien kurz und – ein Faktor, über
Funktion des Gesamt-Bauwerks wird von
Das AFA ARCHITEKTUR MAGAZIN
den in letzter Zeit gerade in Bezug auf die
defekten Modulen nicht beeinträchtigt,
schreibt dazu in seiner Ausgabe 4/12:
unternehmerische Standortplanung häufig
10
Modulares Bauen
Zeitgemäße Flexibilität: Der PUMA City Store wurde aus Containern errichtet und lässt sich problemlos und zeitsparend abbauen und transportieren.
Foto: Danny Bright
gesprochen wird – die Wertschöpfung ver-
dar. So hat beispielsweise das Architektur-
und hilfreich erwiesen. Dass solche Lösun-
bliebe in der Region. Apropos: Gerade auf
büro LAVA („Laboratory for Visionary
gen auch aus Holz denkbar sind, berichtete
größeren Baustellen stellt die Anlieferung
Architecture“) in Boston für den deutschen
der Tagesspiegel, ebenfalls in seiner Ausgabe
bereits fix und fertiger Module, die direkt
Sportartikelhersteller PUMA einen City
vom 31.01.2016. In dem Artikel wird erör-
verbaut werden können, eine erhebliche
Store aus mehreren Containern auf einer
tert, dass Gerd Landsberg vom Deutschen
Erleichterung dar. Oftmals müssen diese
bis dahin ungenutzten Fläche in der Stadt
Städte- und Gemeindebund von einem
Teile heute noch vor Ort erst hergestellt
errichtet. In diesem konkreten Fall sprechen
Projekt berichtete, das die Stadt Konz in
werden. Auch in deutschen Ballungszentren
die Verantwortlichen von einer generellen
Rheinland-Pfalz angestoßen hat: „Zusam-
ist laut der Ausgabe des „Tagesspiegels“
Nutzungsdauer von drei Perioden von je-
men mit dem Städtebund wurde dort der
vom 31.01.2016 „mit dem seriellen Bauen
weils fünf Jahren, da man in der Regel von
Prototyp für eine zweistöckige Flüchtlings-
(...) die Hoffnung verbunden, an Tempo
einer Wartezeit bei ungenutzten Bauflächen
unterkunft in Holzbauweise entwickelt. ,Sie
zuzulegen und preiswerter zu bauen.“ Das
von etwa fünf Jahren ausgeht – diese Zeit-
ist so konstruiert, dass jeder Schreiner sie
erscheint bei dem aktuell geschätzten Bedarf
spanne hat sich in der Vergangenheit immer
mit einem durchschnittlichen Maschinen-
von 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr,
wieder als realistisch erwiesen. Nach fünf
park fertigen kann‘, erklärt Agneta Psczolla
davon allein mindestens 20.000 in Berlin,
Jahren können die verwendeten Contai-
vom Städtebund. Für eine Gebühr von
auch absolut wünschenswert.
ner abgebaut und an einem anderen Ort
650 Euro könne jede Gemeinde die Pläne
unkompliziert und schnell wieder aufge-
bekommen. Der Preis des Gebäudes beträgt
Dass sich durch die modulare Bauweise
baut werden. Die Amortisationszeit für die
rund 1500 Euro pro Quadratmeter ohne
auch durchaus interessante Zwischenlö-
Investitionskosten liegt hier bei ebenfalls
Grundstück und Erschließung. Allerdings
sungen ergeben können, ist vor allem in
etwa fünf Jahren, so dass ab der zweiten
seien Vorurteile wie ,Holz hält ja nicht‘ in
Bezug auf aktuelle Entwicklungen in vielen
Nutzungsperiode ein Gewinn erzielt werden
der Bevölkerung schwer zu brechen, sagte
größeren Städten interessant. Zum Beispiel
kann. Schöner Nebeneffekt: Das Stadtbild
bei brachliegenden Baugrundstücken: Da
bleibt lebendig, der Anblick jahrelanger
sich hier die Dauer bis zum tatsächlichen
öder Flächen wird vermieden, das Wohlbe-
Baubeginn durch zeitraubende Genehmi-
finden und die Identifikation mit der Stadt
gungsverfahren mitunter etliche Jahre
als Wohnort steigen. Auch und gerade in
hinziehen kann, stellen flexible und in
Bezug auf die immer noch aktuelle Flücht-
kürzester Zeit auf- und wieder abbauba-
lingsdebatte in Deutschland haben sich
re Gebäude-Einheiten eine sinnstiftende
Konzepte in modularer Bauweise schon an
Nutzungsmöglichkeit derartiger Brachen
vielen Standorten als äußerst praktikabel
11
WOBAU report Ausgabe 23 | 2017
12
Modulares Bauen
12m Single modules 250 = 7290 sqm
Learning Cup Corner 87,5 qm 131,2 qm Ball Room Cineroom 87,5 qm 87,5 qm 9m Double modules 138 = 3018 qm
9m
Single modules
32 = 700 qm
Fitness Box Gardening
87,5 qm Workshop 87,5 qm
Soccer Box Laundry
58,3 qm 58,3 qm
Car Sharing
43,7 qm
Modulares temporäres Bauen: Hotelbau aus
fertigen, wiederverwendbaren Containern für eine
zeitlich flexible Nutzung. Projekt: Modular Square
Rendering/Zeichnung: LAVA, Berlin.
Corridor 895 qm
Stairs 238 qm
13
Landsberg. Für Typengebäude wie das aus
Konz liegt im Idealfall eine Typenbaugenehmigung vor, die den Bauprozess noch
Was hat sich
geändert?
einmal beschleunigt.“ Darüber hinaus
lassen sich hinsichtlich eines allgemeinen
Modulares Bauen heute unterscheidet sich
Qualitätsniveaus ebenfalls Vorteile erken-
grundlegend von vergleichbaren Bauwei-
nen. So führt bereits im Entwurfsstadium
sen früherer Tage – und hat doch auch
eines Modulhauses ein überdurchschnitt-
wiederum einiges mit ihnen gemeinsam.
lich hohes Maß an planerischer Disziplin
So lässt sich, wie eingangs erwähnt, eine
zu qualitativen Vorteilen gegenüber
übergeordnete Herangehensweise erken-
herkömmlichen Bauweisen. Die Standar-
nen, die allen Ausprägungen gemein ist:
disierung ihrerseits liefert nun die Voraus-
Einzelne Komponenten als Teile eines
setzung dafür, dass dieses Qualitätsniveau
Großen und Ganzen werden vorab separat
ausgebaut oder sogar noch weiter angeho-
gefertigt und anschließend bereits fertig
ben wird – im Gegensatz zu konventionel-
angeliefert. Ob in historischen Feldbrand-
len Bauweisen, bei denen Architekten im
ziegeleien, vorindustriellen Schachtöfen,
Grunde genommen immer nur singuläre
archaischen Tempelbauten oder unserem
„Prototypen“ entwickeln. Dazu Julia Gill
guten alten Fachwerkhaus – stets wurden
in der Ausgabe 28-29.2016 der Zeitschrift
hierfür einzelne Module zu einem fertigen
„Bauwelt“: „Der Begriff Standardisie-
Gebäude zusammengesetzt. Das ist im
rung bezeichnet die Vereinheitlichung von
Grunde bis heute nicht anders, wenn auch
Erzeugnissen oder Fertigungsweisen. Im
natürlich Planung, Gestaltungsmöglich-
Wohnungsbau umfasst dies nicht nur die
keiten und die Art der Umsetzung durch
Vorfertigung, sondern auch den Einsatz ge-
die Einführung des Computers so gut wie
normter Bauelemente und -materialien. In
nichts mehr mit den genannten Formen
der Planung bezeichnet Standardisierung
modularer Bauweisen zu tun haben.
die Erarbeitung von Typengrundrissen und
Der wohl größte Unterschied liegt in dem
Regeldetails. Ziel ist einerseits Zeit- und
Umstand, dass in der Regel früher bau­
Kostenersparnis, andererseits die Sicherung­
gleiche Elemente zu einem System zusam-
eines anerkannten oder angestrebten
mengefügt wurden, während heutzutage
Qualitätsniveaus, eines Standards, dessen
komplexe Objekte aus individuell gefertig-
Verbreitung wiederum durch Standardisie-
ten und in der Form variierenden Elemen-
rung vorangetrieben wird.“
ten realisiert werden können.
Dazu wiederum das AFA ARCHITEKTUR
MAGAZIN in seiner Ausgabe 4/12: „Im
Vergleich zu früheren modularen Bauweisen, in der es vor allem um Vereinfachung
des Bauprozesses, dem Interesse an Materialität oder aber der Fortschrittseuphorie
der 60er und 70er Jahre ging, versucht
sich modulares Bauen heute experimentell
und visionär. Auch das übergeordnete
Denken in einem größeren, stadtplanerischen Kontext erscheint mithilfe unterschiedlicher, flexibler und veränderbarer
Module lohnenswert und zukunftsweisend.
Modulares Bauen entwickelte sich aus
Modulares Bauen
Dynamisch: Der 66 Meter hohe Westside Tower im Frankfurter Europaviertel ist das derzeit höchste Gebäude mit WDVS in der Mainmetropole. Die Fassade gewinnt
eine hohe Eigenständigkeit mit ihrer spezifischen Rasterung durch modulare Bauelemente.
15
WOBAU report Ausgabe 23 | 2017
standardisierten, schnellen und preisgüns-
Doch für ,Architekturteilchen‘ haben die
tigen Gebäuden hin zu experimentellen,
Macher, für das Thema nur konsequent,
innovativen und komplexen Architekturen,
ein eigenes Baukastensystem entwickelt.
die mit Hilfe digitaler Entwurfsmechanis-
Daraus lassen sich die unterschiedlichsten
men den Weg in die Zukunft bereiten.“ Aus
kristallinen Strukturen herstellen. Natür-
diesem Grund sitzen heute immer öfter
lich sind das keine zufälligen Formationen,
auch keine Bauingenieure mehr vor dem
sondern solche, die sich an der Geometrie
Computer, sondern Mathematiker, was den
sogenannter Kugelpackungen orientieren:
stetig komplexer werdenden geometrischen
Hochglänzend weiße Polygone führen die
Beschreibungen geschuldet ist, die solche
Besucher durch das offene Treppenhaus.
Architekturen und ihre einzelnen Module
Auf dem Weg in das zweite Obergeschoss
nach sich ziehen. Auch entstehen heute mit
belegen sie mit Beispielen aus allen Epochen
,Sparkler‘ etwa, der an den Hochschulen
Hilfe von digitalen Entwurfsprozessen und
der Siedlungsgeschichte, dass das Bauen
Detmold und Trier entwickelt wurde, oder
robotergesteuerten Herstellungsverfahren
mit Modulen keineswegs neu ist, sondern
der BUGA-Pavillon ,Treehugger‘ (Bauwelt
Architekturen, die sich meist mit einem
strukturimmanent. Fünf Zeitschienen zeigen
23.11). Das neue Wahrzeichen von Sevilla,
speziellen Thema auseinandersetzen, wie
die Entwicklung modularen Bauens mit
der ,Metropol Parasol‘ von Jürgen Mayer
etwa Nachhaltigkeit oder Flexibilität.
Holz, Stein, Beton, Metall und Kunststoff
H. (Bauwelt 18.11), steht als 1:100-Modell
– vom Fachwerkhaus bis zur Platte. Immer
im MAKK. Für jeden seiner 2700 Knoten
Einen spannenden und überaus umfassen-
wieder sind Kölner Beispiele darunter. Fast
fanden die Architekten die richtigen La-
den Überblick über die Entwicklung des
zu erwarten war O.M. Ungers’ Wohn- und
schen und Winkel in dem in Bayern herge-
­modularen Bauens lieferte das Museum für
Bürohaus als Beispiel für Ziegel; etwas über-
stellten Baukasten. Hier siegte – Modul sei
Angewandte Kunst in Köln im Jahr 2012
raschend, aber schlüssig: Zwei Fialen des
Dank – die Ordnung über das Chaos.“
mit seiner Ausstellung „Architekturteilchen“.
Doms werden als Architekturteilchen be-
Und das sowohl inhaltlich als auch auf
zeichnet und sind in die Zeitschiene ,Stein‘
formaler Ebene. In ihrer Ausgabe 24 | 2012
eingereiht.
schreibt die Zeitschrift Bauwelt unter der
Vielfältige Nutzungsmöglichkeiten, menschenwürdige Unterkünfte,
einzigartige Erscheinungsformen
Überschrift „Alles modul?“ hierzu: „Von
Mit dem Einsatz digitaler Planungs- und
Wohnräume-effizient-wie-Kartons-Stapeln
Fertigungstechnologien werden bei allen
bis Seltsame-amorphe-Objekte-nach-enor-
Werkstoffen zunehmend komplexere Geo-
mer-Rechenleistung-Konstruieren, mit Hilfe
metrien möglich. Deren einzelne Module
von Modulen können Architekten offenbar
können auch völlig unterschiedlich geformt
alles. Folgerichtig bildet ,Architekturteilchen
sein; vergleichsweise kostengünstig lässt
– Modulares Bauen im digitalen Zeitalter‘
sich so auch ornamental bauen, wie ein
Neben den bereits erwähnten Beispielen
den Höhepunkt des sogenannten Architek-
gewundenes ,Zweiraumwand-Modul‘
finden sich rund um den Globus immer
turjahrs 2012 im Museum für Angewandte
veranschaulicht. In der großen Halle im
wieder Beispiele für modulares Bauen, auf
Kunst Köln (MAKK). Chronologisch und
Erdgeschoss stehen zahlreiche Modelle von
die es sich in diesem Zusammenhang ein
nach Werkstoffen gegliedert, gibt die Aus-
Projekten, die im historischen Abriss zuvor
wenig näher einzugehen lohnt.
stellung einen umfassenden Überblick. Und
teilweise bereits Erwähnung fanden, etwa
ausgehend vom aktuellen Stand digitaler
die 1928 von Brosowsky Friedrich Zollinger
• So wie das neugebaute Rathaus in Rot-
Planungs- und Fertigungsmethoden lädt sie
entworfenen Dachlamellen oder das von
terdam, das „Timmerhuis“, das als einer
dazu ein, für die Zukunft weiter zu spinnen,
Konrad Wachsmann und Walter Gropius
der letzten Bausteine des Wiederaufbaus
womit heute noch experimentiert wird.
in den 40er Jahren in den USA entwickelte
von Rotterdam gilt. Dort war die Innen-
Die Kölner Architektin Aysin Ipekçi hat die
,Packaged House System‘. Andere Arbeiten,
stadt nach der Bombardierung durch die
Schau in Zusammenarbeit mit dem MAKK,
zumeist aus unserem digitalen Zeitalter, die
deutsche Luftwaffe im zweiten Weltkrieg
dem BDA Köln und dem Haus der Architek-
schon ihre Form, aber noch nicht unbedingt
nahezu vollständig zerstört worden. Da
tur Köln kuratiert. Rechteckige Schautafeln
ihre Bestimmung gefunden haben, laden
das bestehende „Stadstimmerhuis“ aus
und quaderförmige Podeste – das ist der
zum spekulativen Blick in die Zukunft ein:
dem Jahr 1953 zu klein geworden war,
modulare Ausstellungsarchitektur-Standard.
der im Maßstab 1:1 gezeigte Pavillon
konzipierte das vor Ort in Rotterdam
16
Modulares Bauen
X-travagant: Das Systemhaus „Living X“ der Stuttgarter Architekten GAS-Sahner zeigt eindrucksvoll, dass sich durch modulare Bauweisen auch abseits vom klassischen Fertigbau hochwertige Architektur realisieren lässt, so wie hier mit modular gefertigten Fassadenteilen.
17
WOBAU report Ausgabe 23 | 2017
Zweckmäßig: In der Vergangenheit stand beim klassischen, modularen Fertigteilbau oft der Wunsch nach möglichst viel Wohnraum an oberster Stelle.
ansässige international renommierte
für einen Wohnungsbau in Den Haag-
Erschließungstrakt und Versorgungskanäle
Architektenbüro Office for Metropolitan
Moerwijk eine Fassade, die im Werk
festgelegt. Die restliche Aufteilung ist frei
Architecture (OMA) um den bekannten
vorgefertigt wurde. Die Fensterrahmen
wählbar, denn die Lasten werden über die
Architekten Rem Koolhaas einen Neubau
bestehen aus Aluminium und sind wie die
Hülle getragen. Damit bietet der „Bremer
als sogenannten Mixed-Use-Komplex: Das
Abdeckbleche in einem zurückhaltenden
Punkt“ zunächst offene Grundrisse, die
bedeutet, dass sowohl die Stadtverwaltung
Goldton ausgeführt. Die Zielsetzung war
sich für unterschiedliche Wohnformen eig-
als auch andere Nutzungskonzepte wie
hier, das Gebäude eine gewisse Noblesse
nen. Um auf die Nachfrage nach verschie-
Wohn- und Einkaufsbereiche darin Platz
ausstrahlen zu lassen. Damit wurde elegant
denen Wohnungsgrundrissen an verschiede-
finden sollten. Dazu entwickelte OMA ein
widerlegt, dass sozialer Wohnungsbau
nen Standorten reagieren zu können, ohne
modulares Gebäude, das in zwei unregel-
nicht viel kosten darf und auch genau so
die Tragwerkskonstruktion zu verändern,
mäßige Türme aufgeschichtet sein sollte. In
aussehen soll.
wurde ein Baukasten von Wohnungsty-
der Umsetzung verbindet die knapp zwölf
pologien entwickelt. Durch die serielle
Meter hohe Eingangshalle das Gebäude
• Bereits in Ausgabe 21 | 2015 wurde das
Bauweise und den Einsatz vorgefertigter
mit der Coolsingel-Fußgängerzone und
Modell „Bremer Punkt“ des Architekturbü-
Bauteile verringert sich der Planungsauf-
dem zentralen Laurens-Quartier und
ros LIN Finn Geipel Giulia Andi aus Berlin
wand deutlich – mit einem positiven Effekt
dient gleichzeitig als öffentlicher Platz
vorgestellt. Dieses modulare „Baukasten-
hinsichtlich der Baukosten und damit der
und Verteiler zu den nichtöffentlichen
system“ besteht überwiegend aus vorge-
Miethöhe. Und es wertet schon allein rein
Obergeschossen. Sie bildet als Treffpunkt
fertigten Bauteilen, die zu vordefinierten
optisch mit seinem frischen Erscheinungs-
für Beamte, Flaneure und Bewohner das
Grundrissen unterschiedlicher Größe und
bild das ganze Quartier auf.
Gebäudezentrum. Im Erdgeschoss des
Organisation zusammengefügt werden.
Neubaus befinden sich ein Café und das
Somit lässt dieses System Spielraum für
• Welche bisweilen extravaganten Formen
Museum für Stadtgeschichte; im Altbau
vielfältige Lösungen an unterschiedlichen
modulares Bauen annehmen kann, zeigt
sind zu den Straßen gerichtete Shops ange-
Standorten. Mit dem Bau des „Bremer
„Living X“ der Stuttgarter Architekten
ordnet. Für die Wohnbereiche entwickelte
Punkts“ werden barrierefreie Zwei- und
GAS-Sahner. Living X ist ein Systemhaus,
OMA unterschiedliche Appartementhül-
Drei-Zimmer-Wohnungen zwischen 45 und
das vor allem auf die Bedürfnisse der
sen, die von den Bewohnern individuell
60 Quadratmetern geschaffen. Das Ange-
jüngeren Generation zugeschnitten ist und
ausgebaut werden können.
bot richtet sich vor allem an Singles und
flexibel mit variablen Innenräumen und
kleinere Haushalte. Das Besondere an die-
Grundrissen aufgebaut wird. In Anlehnung
• Das ebenfalls in Holland ansässige
sem Modell: In der Rahmenkonstruktion
an diesen Gebäudetypus entwickelten
Architekturbüro Kempe Thill entwarf
sind die Zwangspunkte wie Außenhülle,
GAS-Sahner ein einzigartiges Wohnge-
18
Modulares Bauen
Formale Ästhetik: Durch die Einführung digitaler Planungs-Tools eröffnen sich für zeitgemäße modulare Städtebaukonzepte völlig neue Gestaltungsmöglichkeiten.
3D-Visualisierung: Archlab.
bäude. Architektonisch lehnt es sich an
• Dass mit modularen Baukonzepten auch
gedichtet. Die für heutige Maßstäbe recht
die Bautradition der deutschen Moderne
auf die aktuelle Flüchtlingsdebatte reagiert
kompakt gehaltenen Räume lassen sich
an. Es ist funktional und von schlichter
werden kann, wurde weiter oben bereits
durch herausnehmbare Wände vergrößern,
klassischer Eleganz. Die insgesamt 180
angesprochen. So wurde im schwäbischen
so dass die Wohnungsgröße variabel bleibt.
m2 Wohnfläche umfassenden Räume
Winnenden im September 2016 eine
Die Wohnanlage besitzt keine Keller und
sind loftartig offen gehalten; eine einzige
Flüchtlingsunterkunft in Modulbauweise
keine Treppenhäuser. In den zweiten Stock
Zwischenwand trennt das Gäste-WC ab.
für 200 Menschen errichtet. Dafür hat
gelangt man über Außentreppen. Kom-
Mithin ist das Gebäude so gestaltet, dass
der bekannte deutsche Bauingenieur und
plettiert wird die Anlage mit sogenannten
trotz der Offenheit der Räume weder die
Architekt Werner Sobek gemeinsam mit
„Gemeinschaftsmodulen“, in denen zum
Terrassen noch die Badbereiche von außen
Klaus Fischer, dem Inhaber der Fischerwer-
Beispiel die Waschküche untergebracht
einsehbar sind. Erschlossen wird das loft-
ke, die Serie 700 entwickelt, ein modulares
wird. Werner Sobek über die Flüchtlings-
artige Haus über eine geländerlose Treppe,
Bausystem für preisgünstigen Wohnraum.
unterkunft: „Die Stadt wollte definitiv
die sich als Aufgang über zwei Geschosse
Die Wände der Unterkunft bestehen aus
keine Containerbauweise haben, weil die
zieht. Das Äußere des Gebäudes wurde aus
verschiedenen Schichten. Sie werden wie
von ihrer ästhetischen Erscheinungsform
dem Inneren entwickelt, so dass Archi-
Fertighäuser von Holzständern gehalten.
und von der Art von Siedlungsbild, das
tektur und Innenraumgestaltung perfekt
Dadurch wird – im Gegensatz zu den
man damit erzeugt, eigentlich nur eine
aufeinander abgestimmt sind und eine äs-
vielerorts üblichen Raumcontainern – eine
Nicht-Akzeptanz seitens der Benutzer her-
thetische Einheit bilden. Das in Anlehnung
hohe Dämmung erreicht, die die Anfor-
vorruft. Die Stadt wollte etwas schaffen, in
an Living X entstandene Haus verbindet
derung an die Energieeinsparverordnung
dem sich die Flüchtlinge wohlfühlen und
mit seinem unkonventionellen Baukon-
erfüllt. Brand- und Schallschutzverord-
weiterentwickeln können und wo später
zept in gekonnter Art ein Fertigteilhaus
nungen werden ebenfalls eingehalten. Laut
neue Bewohner gerne nachziehen wollen,
mit einem sehr individuellen Haus. Dabei
Werner Sobek sind alle verwendeten Mate-
seien es Studierende, junge Familien oder
wirkt der klassische Bauhausstil durch den
rialien ressourcenschonend und rezyklier-
ältere Leute. Also etwas, was man mit den
offenen und loftartigen Charakter zeitlos
bar. Beton kommt nur dort zum Einsatz,
bisherigen Flüchtlingsbauten, wie man sie
und modern zugleich.
wo es sich nicht umgehen lässt. Die beton-
landauf, landab kennt, nicht haben kann.
freien Wände und Decken bestehen aus
Wir bauen dort 39 Einheiten der Serie
mehreren Holzplatten, einer Folie und ei-
700 auf.“ Doch Werner Sobek plant noch
ner Dämmung aus Hanf- und Holzfasern.
mehr – er möchte mit der Serie preisgüns-
Die Fenster sind mit Gummilippen anstelle
tigen und schnell realisierbaren Wohnraum
eines toxischen Polyurethanschaums ab-
überall auf der Welt schaffen: „Das Ener-
19
WOBAU report Ausgabe 23 | 2017
giekonzept kann man bei diesen Häu-
gawa in der Präfektur Miyagi. Aufgrund
könnte in vielen Katastrophengebieten ein-
sern individuell auswählen. Wir planen
der bergigen Geländesituation in diesem
gesetzt werden – und sogar als langfristige
diese Häuser in Argentinien, Australien,
Gebiet entschied sich der Architekt dafür,
Wohnlösung dienen.
Deutschland, Südosteuropa und Russland
die Gebäude mehrstöckig zu errichten – so
– und je nachdem, ob wir in einem heißen,
konnte er die begrenzt vorhandenen ebenen
• Ein eindrucksvolles Beispiel für modula-
feuchten, trockenen oder kalten Klima
Freiflächen optimal nutzen. Nach der Suche
res Bauen überragt seit 2011 die Altstadt
sind, ob wir heizen und kühlen, nur heizen
nach einem geeigneten Standort wurden
von Sevilla in Spanien. Das gigantische
oder nur kühlen müssen, haben wir na-
schließlich im Baseballstadion in neun zwei-
„Metropol Parasol“ ist eine aus über 3000
türlich eine unterschiedliche Wärmedäm-
bis dreistöckigen Gebäudekomplexen 189
vorfabrizierten Einzelelementen errichtete
mung anzubringen, eine unterschiedliche
Familien untergebracht. Die unterschiedlich
Holzkonstruktion, unter der sich auf meh-
Wärmespeicherkapazität zu schaffen usw.
großen Wohneinheiten bieten auf 19,8 m2
reren Ebenen ein Museum, Restaurants und
Die Technik wird modular in das Haus
Platz für ein bis zwei Personen, auf 29,7 m
Bars befinden. Entworfen wurde das 5000
eingebaut. Wenn wir einen Fernheizungs-
für drei bis vier Personen und auf 39,6 m2
Quadratmeter umfassende Projekt von
anschluss haben, dann gibt es eben keine
für mehr als vier Personen. Wie das Muster
dem deutschen Architekten Jürgen Mayer
eigene Therme. Ganz einfach. Die modula-
auf einem Schachbrett sind die Container
H. Eine recht plastische Beschreibung dazu
ren Einbauten der Haustechnik werden im
aufeinandergestapelt. Daraus ergeben sich
findet sich auf www.baunetz.de: „(...) Um
sogenannten Cargo-Raum untergebracht,
Hohlräume, zum Beispiel für Wohnzimmer.
die Parasoles überhaupt bauen zu können,
in dem gleichzeitig noch Ablageflächen für
Küche, Bad und Schlafzimmer befinden
wurden die riesigen Sonnenschirme in
die Bewohner zur Verfügung stehen.“
sich jeweils im Inneren der Container. Platz
ein orthogonales Raster von 1,5 mal 1,5
2
für die Bewohner entstand durch vorgefer-
Metern aufgelöst – karierte Schatten fliegen
• Ebenfalls mit humanitärem Hintergrund,
tigte Einbauschränke. Sämtliche Fensterein-
über den Platz. Nicht aus Stahl, sondern
jedoch geprägt von einer völlig anderen
bauten und Zimmermannsarbeiten wurden
aus Holz wurde die dreidimensionale
Herangehensweise, wurden in Japan Not-
„off-site“ direkt nach der Produktion der
Netzgeometrie auf einem Betonfundament
unterkünfte für Erdbebenopfer errichtet.
Container durchgeführt.
errichtet. Mit Abmessungen von etwa 150
Das Material hier: gebrauchte Seecontainer.
Meter Länge, 75 Meter Breite und bis zu
Entwickelt wurden sie von dem für seine
28 Meter Höhe zählt das Bauwerk heute
humanitären Projekte bekannten japani-
Zusätzlich wurden eine Bibliothek für
als die weltweit größte Holzkonstruktion.
schen Architekten Shigeru Ban in Ona-
Kinder, ein Supermarkt und ein Ge-
Rund 3000 Kubikmeter finnische Fich-
meinschaftszentrum errichtet. Weitere
te wurden in den sechs Stielen und dem
Besonderheiten: Die Notunterkünfte sind
Dachensemble verbaut. Um die Parasoles
erdbebensicher konstruiert und lassen sich
vor Witterungseinflüssen zu schützen,
binnen weniger Wochen errichten. Diese
wurden alle Konstruktionselemente mit
Art modularer „Wohnraum-Soforthilfe“
einer Schicht aus cremefarbenem Polyur­
AH Aktiv-Haus Siedlung in Winnenden / Werner Sobek, Stuttgart: Diese Flüchtlingsunterkunft in Modulbauweise bietet Platz für 200 Menschen.
20
Modulares Bauen
ethan überzogen – deshalb wirkt die riesige
Gitterstruktur auch wie aus einem Guss.
Die Riesenschirme bringen Sevilla natürlich
nicht nur Schatten, sondern auch weitere
attraktive Nutzungen: Im Untergeschoss ist
ein archäologisches Museum untergebracht,
auf der Ebene über dem Platz befindet sich
eine Markthalle, darüber ein Restaurant,
während auf der vierten Ebene ein 400
Meter langer Panorama-Rundgang auf der
Dachstruktur weite Blicke über die Dächer
der Altstadt Sevillas bietet. Alle Ebenen sind
durch einen Steg miteinander verbunden,
der sich unter den einzelnen Schirmen hindurchschlängelt. Mit der Platzgestaltung in
Sevilla haben Jürgen Mayer H. Architekten
AH Aktiv-Haus Siedlung in Winnenden
Werner Sobek, Stuttgart: Beispielhafte Innenansicht
eines Moduls mit kompletter Wohneinheit.
eine riesige urbane Skulptur entwickelt, die
völlig neue Räume einer gewachsenen Stadt
ins Licht der Öffentlichkeit treten. Einer
Massengesellschaften leben und arbeiten.
definiert. Vielleicht kann man sogar von
der ursprünglichen zentralen Gedanken
Der Name leitet sich ab vom englischen
einer neuen Typologie der Platzgestaltung
war, organische Lebenszyklen, vergleichbar
metabolism (= Stoffwechsel) und sollte als
sprechen, einem vertikalen Platz mit einer
mit denen von Geburt und Wachstum, auf
Symbol stehen für den essenziellen Aus-
Wolkenpromenade, der einen bewussten
Städtebau und Architektur zu übertra-
tausch von Material und Energie zwischen
Kontrast zur Altstadt bildet. Es ist eine die-
gen. Ermöglicht werden sollte dies durch
Organismus und Außenwelt, ein Prozess,
ser Visionen, die heute technisch realisierbar
flexible, erweiterbare Großstrukturen wie
in dem regelmäßig Altes durch Neues
sind. (...)“
Stamm und Äste eines Baumes, indem
ersetzt wird. Zwar blieben die stadtpla-
Baumodule (vergleichbar mit den Blättern)
nerischen Ideen der Metabolisten weitest-
• Eine interessante Strömung oder Grup-
dynamisch ausgetauscht werden können.
gehend Theorie, einige Gebäude wurden
pierung stellen in diesem Zusammenhang
In entsprechenden Beispielentwürfen
jedoch umgesetzt. Zu den bekanntesten
die bereits weiter oben erwähnten Metabo-
wurden Verkehrsinfrastruktur wie Bahnen,
zählen das Yamanashi Press and Broadcas-
listen aus Japan dar. Unter diesem Namen
Straßen oder Aufzüge als Lebensadern
ter Centre in Kofu, der Shizuoka Press and
versammeln sich Architekten, Designer
in diese Strukturen integriert. In diesen
Broadcasting Tower in Tokio, der Nakagin
und Stadtplaner, die zum ersten Mal 1960
„urbanen Organismen“ sollten nach den
Capsule Tower und die mehrstöckige Hill-
auf der World Design Conference in Tokio
Vorstellungen der Metabolisten zukünftige
side Terrace in Tokio.
AH Aktiv-Haus Siedlung in Winnenden / Werner Sobek, Stuttgart: Alle verwendeten Materialien sind ressourcenschonend und rezyklierbar.
21
WOBAU report Ausgabe 23 | 2017
Eindrucksvoll: Der „Metropol Parasol“ in der Altstadt von Sevilla wurde 2011 errichtet und gilt als eine der größten Holzkonstruktionen weltweit.
Foto: Nikkol Rot, Holcim.
22
Noch radikaler (und in noch größerem Maßstab) ging zum einen Le Corbusier vor: Sein
Plan Voisin war ein städtebaulicher Entwurf,
Viele Vorteile –
aber nicht nur
den Le Corbusier im Jahr 1922 entwickelte.
Dieser Plan sah vor, große Teile des alten
Bei allen Vorteilen, die sich durch modu-
Pariser Zentrums am rechten Seineufer abzu-
lare Bauweisen ergeben, gibt es doch auch
reißen und durch 18 locker und regelmäßig
einige Ansatzpunkte für eine kritische
angeordnete 60-stöckige Hochhäuser mit
Betrachtung. Am augenscheinlichsten ist
kreuzförmigem Grundriss zu ersetzen. An
der Aspekt, den wohl die meisten Men-
die Stelle der gewachsenen Irregularitäten
schen damit verbinden (und der auch
traditioneller europäischer Städte wollte Le
flächenmäßig am deutlichsten sichtbar ist):
Corbusier so sein Modell einer „zeitgenössi-
die berüchtigten Großbauten und Platten-
schen Stadt“ setzen, in der Wohnraum und
bausiedlungen der 1960er bis -80er Jahre.
Funktion an erster Stelle stehen. Aufgrund
Demgegenüber steht heute die Vielzahl der
seiner architektonischen Radikalität und
Lösungen, die sich durch die veränderten
Rücksichtslosigkeit gegenüber dem histori-
technischen Entwicklungsmöglichkeiten
schen Bestand wurde und wird dieser Plan
bieten. Eine gesichtslose, graue Einheits-
bis heute äußerst kontrovers und kritisch
architektur, in der sich die Bewohner wie
diskutiert. Er übte großen Einfluss auf die ur-
in einer „Schuhschachtel“ fühlen, dürfte
banistischen Konzeptionen der 1960er- und
heute wohl kein Wohnungsbauunterneh-
1970er Jahre aus, wurde gleichzeitig aber als
men mehr anstreben. Dementsprechend
Musterbeispiel einer lediglich nach Schemata
hat auch die heutige, zeitgemäße Form mo­
ausgerichteten und unmenschlichen Raster-
dularer Bauweisen so gut wie nichts mehr
architektur abgelehnt.
mit den unansehnlichen „Platten“ der
Vergangenheit zu tun – bis auf die Tatsa­
Zum anderen entwickelte der Architekt und
che vielleicht, dass das eine wie das andere
Stadtplaner Ludwig Hilberseimer, ebenfalls
auf seriellen Fertigungsprinzipien basiert.
beeinflusst von Corbusiers Plan Voisin, im
In diesen Kontext passt die unter Archi-
Jahr 1924 sein Projekt „Hochhausstadt“.
tekten verbreitete Sorge, dass mit einer
Darin sind eine „Geschäftsstadt“ und eine
modularen Planung ihre architektonische
„Wohnstadt“ für drei Millionen Einwohner
Freiheit eingeschränkt wird. Hierzu Bern-
vertikal übereinander gestapelt. Das Ganze
hard Unseld, Partner und Geschäftsführer
basierte in erster Linie auf der Idee, lange
bei dem Bauberatungsunternehmen Drees
Fahrten von und zur Arbeit zu vermei-
und Sommer: „Dies ist unbegründet. So
den. Die sterilen Straßenschluchten in den
bekommen die Planer auch komplexe
perspektivischen Darstellungen der „Hoch-
Gebäude mit schwierigen Geometrien
hausstadt“ prägten das Bild von Ludwig
systematisch in den Griff. Schuhschachteln
Hilberseimer als dogmatischer Funktionalist
gehören der Vergangenheit an. Stattdessen
nachhaltig.
werden die Vorteile von Gebäudebaukästen auf individuelle, leicht veränderbare
Gebäudeentwürfe übertragen.“
Auch die Zeitschrift Bauwelt geht in ihrer
Ausgabe 28.-29.16 auf einen negativen
Aspekt des modularen Bauens ein bzw.
dem dieser Bauweise zugrundeliegenden
Prinzip der Standardisierung: „Ein originär
mit Standardisierung verknüpftes Problem
WOBAU report Ausgabe 23 | 2017
Formale Frische: Die futuristisch anmutende Jugendherberge in Bayreuth, ebenfalls entworfen von LAVA, zeigt deutlich, dass eine stringente modulare Struktur
nicht zwangsläufig zu monotonen Ergebnissen führen muss. Projekt: Jugendherberge, Bayreuth / Rendering/Zeichnung: LAVA, Berlin.
24
Modulares Bauen
ist die mangelnde Anpassungsfähigkeit
Die primären Vorteile modularer Bauwei-
der Systeme an Ort und Nutzer. Hieraus
sen dürften somit eher bei der Zeiterspar-
erwächst die Gefahr gestalterischer und
nis liegen, da solche Gebäude deutlich
funktionaler Monotonie – insbesondere,
schneller bezugsfertig sind.
da sich die Investition in die Entwicklung
erst über die Menge amortisiert.“
Und natürlich hat modulares Bauen auch
Grenzen. Diese liegen zu einem Großteil in
Fazit
Die Übertragung von Prinzipien der Mass
baukonstruktiven und verkehrstechnischen
Customization, also der Individualisie-
Belangen begründet – Module müssen
Bei allem Für und Wider im Hinblick auf
rung industriell gefertigter Produkte unter
transportiert werden, und dies ist schon
modulares Bauen überwiegen die Vortei-
Beibehaltung serieller Produktion, eröffnet
rein physikalisch betrachtet eben nur bis
le gegenüber den Nachteilen doch recht
gewisse Spielräume, erfolgt jedoch in der
zu einer gewissen Grenze möglich. Die
deutlich. Neben der kürzeren Bauzeit sind
Regel nicht kostenneutral. Sie führt zudem
Schwertransporte müssen sich auf dem vor-
das vor allem die geringeren Kosten und die
meist zu gestalterisch eher konventionellen
handenen Straßennetz, Verkehrsbauwerken
höhere Qualität einer standardisierten Her-
Ergebnissen, da sich die „Kundenwün-
sowie Tunnelanlagen und Brücken bewe-
stellungsweise. Aber auch die Flexibilität
sche“ naturgemäß am bereits etablierten
gen. Die Folge: Die maximalen Abmessun-
modularer Wohnbauten kann bei sich än-
,Geschmack‘ orientieren.“ Ein anderer
gen der einzelnen Module betragen zurzeit
dernden Lebenssituationen viele Pluspunkte
Kritikpunkt: Die Praxis hat gezeigt, dass
ca. 6 m in der Breite, 4 m in der Höhe sowie
sammeln. Dazu kommen die Vorteile von
die Vorfertigung von Bauteilen die Kosten
ca. 20 m in der Länge. Dazu kommt, dass
Zwischennutzungs-Konzepten, die haupt-
nicht unbedingt in dem Maße senkt, wie
momentan aus wirtschaftlichen Gründen
sächlich im urbanen Raum sinnstiftende
es bisweilen propagiert wird. Das leuchtet
die maximale Stapelung bei sechs Vollge-
Lösungsmöglichkeiten bieten und zudem
bei näherer Betrachtung ein, schließlich
schossen (bei einer maximalen Geschosshö-
das Stadtbild spürbar aufwerten. Weiterhin
ergeben sich durch vorgefertigte Teile, die
he von 4 m) liegt. Auch lassen sich beispiels-
sind modulare Konzepte eine gute Möglich-
oftmals gegenüber den reinen Baumateri-
weise Flughäfen oder Bahnhöfe (noch?)
keit, schnell und in großer Zahl Wohnraum
alien bei konventionellen Bauweisen ein
nicht modular konstruieren, allenfalls in
für diejenigen zur Verfügung zu stellen, die
deutlich größeres Volumen aufweisen,
Teilbereichen. Doch auch das ist möglicher-
es am dringendsten brauchen – sei es für
etwas höhere Transportkosten.
weise nur eine Frage der Zeit.
Flüchtlinge oder andere Menschen, die auf
Hilfe und Unterstützung angewiesen sind.
Auch schränken modulare Bauweisen die
architektonische Freiheit in keiner Weise
ein. Hier scheint eher das Gegenteil richtig
zu sein: Durch solche Bauweisen ergeben
sich zum Teil völlig neue Möglichkeiten der
Gebäudegestaltung. Wie die Vergangenheit
immer wieder gezeigt hat, lassen sich in modularer Bauweise konstruierte Gebäude vielerorts als durchaus visionäre Bereicherung
der vorhandenen Baulandschaft bezeichnen.
Natürlich ist auch das modulare Bauen
nicht der Weisheit letzter Schluss, und es ist
in manchen Bereichen anderen Bauformen
eben nicht „haushoch überlegen“, wie
man es manchmal liest, aber es stellt in der
Summe der Vorteile einen ausgesprochen
attraktiven Weg für die Architektur der
Zukunft. Man darf gespannt sein, wie es
weitergeht. •
25
WOBAU report Ausgabe 23 | 2017
Ansichtssache:
Übers Ziel hinausgeschossen
Kommentar von Dr. Helge Kramberger
Seit dem 30.9.2016 ist das bis 2015 in Dämmplat-
Dabei waren ausgemusterte Dämmplatten in vielen
ten verwendete Flammschutzmittel Hexabromcyc-
Heizkraftwerken bislang nicht unwillkommen.
lododecan (HBCD) aufgrund einer geänderten Ab-
Zwar bestehen die Platten zu > 95% aus Luft, aber
fallverzeichnisverordnung als POP-Stoff eingestuft
der Kunststoffanteil von ca. 3% hat einen Brenn-
– als langlebiger organischer Schadstoff. Und hat
wert, der mit Erdöl vergleichbar ist. Demgegenüber
diese Neuregelung bisher etwas gebracht? Aber ja:
stellen ab sofort getrennt gesammelte Polystyrol-
volle Baustellen und Entsorgungs-Engpässe, wohin
Monochargen die Betreiber vor Probleme, da es
man auch blickt.
sich um hochkalorischen Abfall handelt, der, wird
er konzentriert verbrannt, die Öfen beschädigen
Zum Hintergrund: Diese Neuregelung geht zurück
kann, da er schlicht zu heiß wird. Die aktuelle
auf die EU-Verordnung 2016/460 vom 30. März
Gesetzgebung legt fest, dass für die Verbrennung
2016 zur Änderung der Anhänge IV und V der
von HBCD-haltigem Polystyrolabfall eine spezielle
POP-Verordnung. Eigentlich sollte diese EU-
Genehmigung erforderlich ist. Da etwa in Hessen
Verordnung vom Bundesrat lediglich in deutsches
bisher nur ein Viertel aller Müllverbrennungsan-
Recht umgewandelt werden. Mit ihrer derzeiti-
lagen über eine solche Genehmigung verfügen (in
gen pauschalen Einstufung von HBCD-haltigem
ganz Norddeutschland gibt es bis zum jetzigen
Dämmmaterial geht die Bundesregierung jedoch
Zeitpunkt keine einzige Anlage für die Verbrennung
deutlich über das von der Europäischen Union ge-
HBCD-haltiger Dämmstoffabfälle), entstehen so
forderte Maß hinaus. Plötzlich werden alle Dämm-
teils ganz erhebliche Entsorgungsengpässe. Wem ist
stoffe, die HBCD enthalten, zu gefährlichem Abfall
damit gedient? Der Umwelt wohl kaum.
und müssen nach der Abfallschlüsselnummer
26
17 06 03 entsorgt werden. Die Auswirkungen können
Darum meinen wir: Dieses Gesetz muss praxistaug-
aktuell auf vielen Baustellen beobachtet werden:
lich gemacht werden! Oder, wie es Axel Gedaschko,
Dort stapeln sich die Abfälle aus geschäumten
Präsident des Bundesverbandes deutscher Wohnungs-
Bauprodukten, die eigentlich unproblematisch
und Immobilienunternehmen e.V., in einem Brief an
entsorgt werden könnten. Da nach Gewerbeabfall-
die zuständige Bundesministerin Frau Dr. Barbara
verordnung weiterhin ein Vermischungsverbot für
Hendricks formulierte: „Wir bitten Sie hiermit
gefährliche Abfälle besteht, muss HBCD-haltiges
dringend, auf die Länder zuzugehen und einheitliche,
Polystyrol vom übrigen Baumischabfall getrennt
praxistaugliche Regeln bei der Polystyrolentsorgung
gesammelt und entsorgt werden, geschätzt ca.
einzufordern. Wir schlagen vor, generell in einem
60.000 Tonnen jährlich. Konkret gestaltet sich die
praxisrelevanten Umfang Polystyrol auch mit HBCD
getrennte Erfassung von Polystyrol durch Anhaf-
im Baumischabfall zuzulassen, ohne dass der Misch­
tung jedoch sehr aufwändig. Dadurch sind sowohl
abfall zu gefährlichem Abfall wird. Wir benötigen
im Bereich der Neubauten als auch bei der Sanie-
dringend eine Beschleunigung von Zulassungsverfah-
rung von Bestandsobjekten die Abläufe derzeit
ren (...), so dass schnell deutlich mehr Verbrennungs-
massiv gestört.
anlagen für die Verbrennung von HBCD-haltigem
Ansichtssache
Polystyrol zur Verfügung stehen (...).“ Dem können
2. Zulässige Mischungsanteile erhöhen:
wir uns nur anschließen. Nicht umsonst hat die
Abfälle nach Abfallschlüssel „17 09 03 sonsti-
DAW SE in der Vergangenheit mehrfach in Dis-
ge Bau- und Abbruchabfälle (einschl. gemischte
kussionen darauf hingewiesen, dass eine derartige
Abfälle), die gefährliche Stoffe enthalten“, sollten
Neuregelung nicht funktionieren wird. Sie führt
bis zu Mischungsanteilen von 20 Volumenprozent
eindeutig ins Leere – bzw. ins Volle, siehe oben.
von HBCD-haltigem Dämmstoff im Gemisch als
Dazu verlangen Müllverbrenner inzwischen nicht
gefährlicher Abfall der Entsorgung zugeführt wer-
selten Preise von bis zu 7.000 Euro pro Tonne für
den dürfen. Abfälle nach Abfallschlüssel „17 09 04
die Entsorgung HBCD-haltiger Dämmstoffabfälle.
gemischte Bau- und Abbruchabfälle mit Ausnahme
In normalen Hausmüllverbrennungsanlagen schät-
derjenigen, die unter 17 09 01, 17 09 02 und
zen die Betreiber die Entsorgungskosten auf ca.
17 09 03 fallen“, sollten bis zu Mischungsantei-
1.600 bis 2.000 Euro pro Tonne – das 15-Fache der
len von 10 Volumenprozent von HBCD-haltigem
üblichen Preise für die Verbrennung gemischten
Dämmstoff im Gemisch als nicht gefährlicher
Bauabfalls. (Quelle: EUWID, Ausgabe 39.2016
Abfall der Entsorgung zugeführt werden dürfen.
vom 27.09.2016)
3. Vorbehandlung für bestimmte Abfälle:
Die Monochargen, die mit dem Abfallschlüssel
Einen konkreten Drei-Punkte-Plan schlägt deshalb
„17 06 03 anderes Dämmmaterial, das aus
der Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-,
gefährlichen Stoffen besteht oder solche Stoffe ent-
Wasser- und Rohstoffwirtschaft vor:
hält“ erfasst werden, müssten zum Transport kompaktiert und vor der Aufgabe in die Verbrennung
1. Anlagengenehmigung erleichtern:
dann geshreddert werden. Somit könnte das Ma-
Nach dem Vorbild von Niedersachsen sollten,
terial in einigen Verbrennungsanlagen in Deutsch-
sofern die jeweilige Abfallverbrennungsanlage die
land in den Bunkern untergemischt werden.
technischen Voraussetzungen erfüllt und schon
einzelne gefährliche Abfälle verbrennen darf, die
Bleibt abzuwarten, wie es weitergeht. Aktuell wird
Länder ein Anzeigeverfahren nach § 15 Bundesim-
noch an einer einvernehmlichen Lösung mit dem
missionsschutzgesetz (BImSchG) anbieten, statt die
Bundesministerium und den zuständigen Länderbe-
bürokratisch aufwändige Änderungsgenehmigung
hörden gearbeitet. So, wie es aussieht, kann es nur
der Anlage zu fordern.
besser werden.
Dr. Helge Kramberger
Dr. Helge Kramberger ist Geschäftsführer der Dr. Robert-Murjahn-Institut GmbH (RMI) in OberRamstadt. Als unabhängiges Forschungsinstitut soll das RMI eine Brücke schlagen zwischen
Industrie, Grundlagenforschung, Markt und Öffentlichkeit. Zu den Kernkompetenzen zählen
Analysen von Inhaltsstoffen und Emissionen aus Beschichtungen und Fassadensystemen.
Dr. Helge Kramberger wurde 1969 in Salzburg geboren, promovierte in Darmstadt und ist Mitarbeiter der DAW SE seit 2004. Er ist u.a. in europäischen Normungsgremien aktiv, z.B. als Vorsitzender von CEN/TC 139 „Paints and Varnishes“ und Mitglied von CEN/TC 351/WG2 „Emissions
into indoor air“. Daneben ist er bei der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB)
beteiligt an der Weiterentwicklung der Kriterien zur Bewertung nachhaltiger Gebäude.
27
WOBAU report Ausgabe 23 | 2017
High-End-Farben, die
Geschichten erzählen
Für Menschen, die das Besondere auch in der individuellen Wohnraumgestaltung
suchen, bietet Caparol jetzt etwas Neues: CAPAROL ICONS – Farben wie Samt und
Seide, jede einzelne eine Hommage an die Zeit. Sie enthalten reine, edle Pigmente in
bis zu doppelt so hoher Konzentration wie üblich und ermöglichen eine Farbbrillanz
und Farbtiefe, die ihresgleichen suchen.
Mit der neuen, exklusiven Serie CAPAROL ICONS präsentiert Caparol eine
Farbkollektion, die es in dieser Form
noch nicht gegeben hat: Die 120 eleganten Farbtöne interpretieren ikonische
Hervorragende
Verarbeitung, frei von
Schadstoffen
Momente unserer Farbkultur für moder-
Kolorierungen reflektieren eine wissenschaftliche Studie über die Farbkultur
der letzten sechs Dekaden. Die einzelnen
Nuancen sind inspiriert von Farbikonen
aus den Bereichen Design, Kunst, Mode
und Musik.
ne, anspruchsvolle Innenraumgestaltung.
Das prestigeträchtige Sortiment wird ab-
Mit ihrer gleichermaßen verspielten wie
gerundet durch ein farblich exakt auf die
luxuriösen Ästhetik verleihen sie jedem
Farbtöne abgestimmtes Grundiersystem
Raum ein einzigartiges Flair. Das Sorti-
für optimale Verarbeitungseigenschaften
ment dieser innovativen Premiumquali-
und Farbbrillanz. Die Rezepturen für
tät besteht aus umwelt- und gesundheits-
CAPAROL ICONS wurden in mehrjähri-
Manche Farbtöne beziehen sich auf prä-
freundlichen Innenfarben und -lacken
ger Entwicklungsarbeit völlig neu formu-
gende Ereignisse der Zeitgeschichte wie
in 120 attraktiven, neuen Farbtönen.
liert, die Farbtöne alle einzeln selektiert
der sanfte Grauton „Sea of Tranquility“,
Sie sind in jeweils zwei Glanzgraden
und kreiert. Die Produkte ermöglichen
benannt nach dem Mondkrater, auf dem
erhältlich: in edlem Matt Finish oder
glatte, nahezu strukturfreie, elegante
Apollo 11 1969 landete. Andere, wie etwa
in strapazierfähigerem Silk Finish. Drei
Oberflächen mit außergewöhnlicher
„Tribute to Vinyl“, eine Hommage an die
Farbtöne der Innenfarben sind in exklu-
Farbbrillanz – bei gleichzeitig hervor-
schwarze, knisternde Schallplatte, beziehen
sivem Metallic Finish erhältlich.
ragender Verarbeitung und Freiheit von
sich auf Alltagsgegenstände, mit denen
Schadstoffen. Die 120 Nuancen wurden
Menschen emotional verbunden sind.
Jeder Farbton ein
eigenes Lebensgefühl
von dem CAPAROL ICONS Team beste-
28
hend aus Farbdesignern, Trendforschern
Zu jedem Farbton gibt es eine Geschichte.
und Innenarchitekten zu einer einzigarti-
Die Farbtöne der Lacke sind dabei jeweils
gen Kollektion kuratiert. Sämtliche 120
genau auf die der Innenfarbe abgestimmt –
CAPAROL ICONS
Würdiger Rahmen: Die Präsentation der CAPAROL ICONS im Spannungsfeld zwischen Ästhetik und Minimalismus.
ideal für die anspruchsvolle Wohnraumge-
Die Zielgruppe verfügt häufig über ein Ei-
staltung. Caparol spricht mit dem neuen
genheim, ist design-, kultur- und marken-
Premiumkonzept CAPAROL ICONS eine
affin und überwiegend weiblich. Sie nutzt
Privatkunden-Zielgruppe mit höchsten
Farbe als Ausdruck der Persönlichkeit
Ansprüchen an, die die Ästhetik matter
und legt dabei Wert auf höchste Qualität
Oberflächen mit hoher Farbbrillanz sucht
und Umweltfreundlichkeit. Sowie auf eine
Leuchtendes, brillantes Lapisla-
und schätzt. Und die sich bei der Beratung
Marke, die Status und Stilsicherheit ver-
zuli-Blau mit besonders hohem
und Ausführung auf Innenarchitekten und
spricht: wie CAPAROL ICONS – Beloved
Pigmentanteil. Inspiriert vom
Profi-Handwerker verlässt.
Paint. •
Blau der Europaflagge und der
NO 60
ODE TO JOY
Europahymne „Ode an die
Freude“ aus Beethovens 9. Sinfonie, die Ausdruck von Freiheit,
Frieden und Solidarität ist. In den
00ern wurden zwölf Staaten in
die EU aufgenommen.
Ein Farbton von insgesamt 120 verschiedenen: NO 60 ODE TO JOY.
29
WOBAU report Ausgabe 23 | 2017
URSPRUNG DER CAPAROL ICONS FARBKOLLEKTION
IST EINE WISSENSCHAFTLICHE STUDIE ÜBER FARBKULTUR DER LETZTEN 60 JAHRE
Das CAPAROL ICONS Team hat ba-
durch – kraftvoll und laut, wie in einem
sierend auf den Kult-Farben der letzten
Pop-Art-Kunstwerk. London wird in
sechs Dekaden 120 modern interpre-
den Swinging Sixties das Epizentrum
tierte, zeitlose Farbnuancen kreiert
der Revolte gegen das Establishment.
und so zu einer einzigartigen Kollek-
Auch die Farben emanzipieren sich und
Die Ökologie-Bewegung bringt die
tion kuratiert: 120 Farbikonen. Diese
werden klar und stark, als Zitat des
Natur und Nachhaltigkeit in das Be-
haben durch die Verbindung zu einem
Bauhaus-Stils.
wusstsein der Menschen und die damit
assoziierten natürlichen Farben in die
ikonischen Phänomen die Kraft, ein
bestimmtes Lebensgefühl zu verkörpern
und erneut lebendig werden zu lassen.
Der wissenschaftliche Anspruch war
1990er
Ein neues Bewusstsein
1970er
Freiheit und Gemütlichkeit
Kleiderschränke und Wohnungen: Zarte
Grüntöne und warmes Beige lösen die
kalkulierte Nüchternheit in Design und
Architektur ab. Es entsteht ein neuer
Ausgangspunkt unserer Idee, Farbikonen
zu schaffen; die Selektion der einzelnen
Discofieber und psychedelische Muster
Purismus, der sich helle, dezente Farben
Farbnuancen wurde von unserer ästheti-
erobern die Welt. Die Hippiebewegung
wünscht. Die Materialien Holz, Natur-
schen Maxime an Farbeleganz definiert.
proklamiert freie Liebe und bewusst-
faser und Sichtbeton werden mit einem
seinserweiternde Substanzen – ein neuer
Maximum an hellen, harmonischen
Individualismus clasht mit dem in den
Nudetönen kombiniert.
1950er
Sehnsucht nach Unschuld
60ern erlernten Gemeinschaftsgefühl des
Kommunitarismus: Berühmt sein, lautet
die Devise, und sei es nur für 15 Minu-
2000er
Das neue Jahrtausend
Der Wunsch nach Neuanfang spiegelt
ten. Parallel führen wirtschaftliche und
sich in einem Trend zu hellen, pudrigen
politische Unsicherheit zur Rückbesin-
Farbtönen wider. Eine rosarote Brille
nung auf das Zuhause. Diese Mischung
Die Globalisierung und das Internet
färbt die Welt in helle, sanfte Pastelltö-
aus Geborgenheit und Extremen zeigt
bringen Informationsdimensionen und
ne, die den zarten Optimismus symbo-
sich in den Kombinationen von erdi-
Kulturen sowie deren Farben näher.
lisieren. Amerika wird zur Leitkultur
gen Braun-Grün-Tönen mit knalligem
Social Media, Apps und Computer-
bei Interieurs, Autos und Musik. Das
Violett-Orange.
animationen prägen eine neue visuelle
Ästhetik voller starker Akzente mit
Zeitalter der Raumfahrt bricht an – neue
Galaxien locken mit irisierenden Farben.
1960er
Die neue Lust am Leben
1980er
Eine synthetische Welt
viel Blau. Man kann die Abkehr vom
Trend-Diktat in der Eklektik der Farben
spüren: Das Stilempfinden verlangt nach
individuellen Tönen als Statement von
Mauern fallen. Neue Technologien wie
internationalem Lifestyle. Opulente
Videospiele, Synthesizer und erste Mo-
Bildwelten und Fetischkultur liefern
Das Wirtschaftswunder verleiht Men-
biltelefone generieren eine künstliche,
berauschend intensive elegante Farben.
schen und Farben mehr Selbstbewusst-
unbunte Welt aus kühlen Farben von
Gleichzeitig entwickelt sich ein Trend
sein. Der Rock ’n’ Roll, Drang nach
Neon, Metallic und Grau. Die Designer
zum Understatement und Traditionsbe-
Veränderung und die sexuelle Befreiung
und Grafiteros zeigen harte Kontraste bei
wusstsein, was sich in einer Vorliebe für
sind allgegenwärtig. Die kreative Unruhe
Farben und grafischen Mustern. Ein neues
edle klassische Töne zeigt.
der Jugendkultur prägt den Lebens-
androgynes Selbstverständnis wird auf
stil. Provozierende Farben setzen sich
den Straßen der Metropolen zelebriert.
30
CAPAROL ICONS
1950er Sehnsucht nach Unschuld
1950er
Sehnsucht nach Unschuld
1950er
Sehnsucht
nachnach
Unschuld
1950er
Unschuld
1950er Sehnsucht
Sehnsucht
Sehnsucht nach
nach Unschuld
Unschuld
NO 02
NO 17
NO 18
NO 35
NO 36
NO 37
NO 43
NO 48
NO 51
NO 52
NO 56
NO 02
NO 02
NO
NO 02
02
NO 17
NO 17
NO
NO 17
17
NO 18
NO 18
NO
NO 18
18
NO 35
NO 35
NO
NO 35
35
NO 36
NO 36
NO
NO 36
36
NO 37
NO 37
NO
NO 37
37
NO 43
NO 43
NO
NO 43
43
NO 48
NO 48
NO
NO 48
48
NO 51
NO 51
NO
NO 51
51
NO 52
NO 52
NO
NO 52
52
NO 56
NO 56
NO
NO 56
56
NO 58
NO 61
NO 66
NO 67
NO 71
NO 73
NO 74
NO 91
NO 92
NO 106
NO 107
NO 58
NO 58
NO
NO 58
58
NO 61
NO 61
NO
NO 61
61
NO 66
NO 66
NO
NO 66
66
NO 67
NO 67
NO
NO 67
67
NO 71
NO 71
NO
NO 71
71
NO 73
NO 73
NO
NO 73
73
NO 74
NO 74
NO
NO 74
74
NO 91
NO 91
NO
NO 91
91
NO 92
NO 92
NO
NO 92
92
NO 106
NO 106
NO
NO 106
106
NO 107
NO 107
NO
NO 107
107
NO 05
NO 09
NO 12
NO 13
NO 31
NO 38
NO 41
NO 44
NO 45
NO 47
NO 54
NO 05
NO 05
NO
NO 05
05
NO 09
NO 09
NO
NO 09
09
NO 12
NO 12
NO
NO 12
12
NO 13
NO 13
NO
NO 13
13
NO 31
NO 31
NO
NO 31
31
NO 38
NO 38
NO
NO 38
38
NO 41
NO 41
NO
NO 41
41
NO 44
NO 44
NO
NO 44
44
NO 45
NO 45
NO
NO 45
45
NO 47
NO 47
NO
NO 47
47
NO 54
NO 54
NO
NO 54
54
NO 57
NO 80
NO 98
NO 99
NO 103
NO 108
NO 109
NO 113
NO 114
NO 57
NO 57
NO
NO 57
57
NO 80
NO 80
NO
NO 80
80
NO 98
NO 98
NO
NO 98
98
NO 99
NO 99
NO
NO 99
99
NO 103
NO 103
NO
NO 103
103
NO 108
NO 108
NO
NO 108
108
NO 109
NO 109
NO
NO 109
109
NO 113
NO 113
NO
NO 113
113
NO 114
NO 114
NO
NO 114
114
NO 07
NO 08
NO 14
NO 19
NO 20
NO 27
NO 29
NO 34
NO 79
NO 81
NO 83
NO 07
NO 07
NO
NO 07
07
NO 08
NO 08
NO
NO 08
08
NO 14
NO 14
NO
NO 14
14
NO 19
NO 19
NO
NO 19
19
NO 20
NO 20
NO
NO 20
20
NO 27
NO 27
NO
NO 27
27
NO 29
NO 29
NO
NO 29
29
NO 34
NO 34
NO
NO 34
34
NO 79
NO 79
NO
NO 79
79
NO 81
NO 81
NO
NO 81
81
NO 83
NO 83
NO
NO 83
83
NO 85
NO 89
NO 97
NO 100
NO 105
NO 110
NO 70
NO 85
NO 85
NO
NO 85
85
NO 89
NO 89
NO
NO 89
89
NO 97
NO 97
NO
NO 97
97
NO 100
NO 100
NO
NO 100
100
NO 105
NO 105
NO
NO 105
105
NO 110
NO 110
NO
NO 110
110
NO 70
NO 70
NO
NO 70
70
1960er Die neue Lust am Leben
1960er
Die neue
LustLust
am Leben
1960er
neue
am Leben
1960er
Die
neue
Lust
am Leben
1960er Die
Die
neue
Lust
Die neue Lust am
am Leben
Leben
1970er Freiheit und Gemütlichkeit
1970er
Freiheit und
Gemütlichkeit
1970er
Freiheit
und
Gemütlichkeit
1970er
und Gemütlichkeit
1970er Freiheit
Freiheit
Freiheit und
und Gemütlichkeit
Gemütlichkeit
1980er
1980er
1980er
Eine synthetische Welt
1980er
synthetische
1980er Eine
Eine synthetische
Welt Welt
Eine
synthetische Welt
Eine
Eine synthetische
synthetische Welt
Welt
NO 06
NO 10
NO 11
NO 15
NO 16
NO 22
NO 23
NO 46
NO 49
NO 53
NO 62
NO 06
NO 06
NO
NO 06
06
NO 10
NO 10
NO
NO 10
10
NO 11
NO 11
NO
NO 11
11
NO 15
NO 15
NO
NO 15
15
NO 16
NO 16
NO
NO 16
16
NO 22
NO 22
NO
NO 22
22
NO 23
NO 23
NO
NO 23
23
NO 46
NO 46
NO
NO 46
46
NO 49
NO 49
NO
NO 49
49
NO 53
NO 53
NO
NO 53
53
NO 62
NO 62
NO
NO 62
62
NO 63
NO 65
NO 68
NO 69
NO 72
NO 76
NO 93
NO 115
NO 63
NO 63
NO
NO 63
63
NO 65
NO 65
NO
NO 65
65
NO 68
NO 68
NO
NO 68
68
NO 69
NO 69
NO
NO 69
69
NO 72
NO 72
NO
NO 72
72
NO 76
NO 76
NO
NO 76
76
NO 93
NO 93
NO
NO 93
93
NO 115
NO 115
NO
NO 115
115
NO 32
NO 75
NO 77
NO 78
NO 82
NO 84
NO 86
NO 77
NO 77
NO
NO 77
77
NO 78
NO 78
NO
NO 78
78
NO 82
NO 82
NO
NO 82
82
NO 84
NO 84
NO
NO 84
84
NO 86
NO 86
NO
NO 86
86
1990er Ein
Ein neues
Bewusstsein
1990er
neues
Bewusstsein
1990er
1990er
1990er
NO 04
Ein neues Bewusstsein
Ein
neues Bewusstsein
Ein
Ein neues
neues Bewusstsein
Bewusstsein
NO 25
NO 28
NO 30
NO 04
NO 04
NO
NO 04
04
NO 25
NO 25
NO
NO 25
25
NO 28
NO 28
NO
NO 28
28
NO 30
NO 30
NO
NO 30
30
NO 32
NO 32
NO
NO 32
32
NO 75
NO 75
NO
NO 75
75
NO 87
NO 90
NO 94
NO 95
NO 96
NO 101
NO 104
NO 87
NO 87
NO
NO 87
87
NO 90
NO 90
NO
NO 90
90
NO 94
NO 94
NO
NO 94
94
NO 95
NO 95
NO
NO 95
95
NO 96
NO 96
NO
NO 96
96
NO 101
NO 101
NO
NO 101
101
NO 104
NO 104
NO
NO 104
104
2000er
Dasneue
neue
Jahrtausend
2000er Das
Jahrtausend
2000er
Das neue Jahrtausend
2000er
neue Jahrtausend
2000er Das
Das
Das neue
neue Jahrtausend
Jahrtausend
NO 01
NO 03
NO 21
NO 24
NO 26
NO 33
NO 39
NO 40
NO 42
NO 50
NO 55
NO 01
NO 01
NO
NO 01
01
NO 03
NO 03
NO
NO 03
03
NO 21
NO 21
NO
NO 21
21
NO 24
NO 24
NO
NO 24
24
NO 26
NO 26
NO
NO 26
26
NO 33
NO 33
NO
NO 33
33
NO 39
NO 39
NO
NO 39
39
NO 40
NO 40
NO
NO 40
40
NO 42
NO 42
NO
NO 42
42
NO 50
NO 50
NO
NO 50
50
NO 55
NO 55
NO
NO 55
55
NO 59
NO 60
NO 64
NO 88
NO 102
NO 111
NO 112
NO 116
NO 117
NO 118
NO 119
NO 120
NO 59
NO 59
NO
NO 59
59
NO 60
NO 60
NO
NO 60
60
NO 64
NO 64
NO
NO 64
64
NO 88
NO 88
NO
NO 88
88
NO 102
NO 102
NO
NO 102
102
NO 111
NO 111
NO
NO 111
111
NO 112
NO 112
NO
NO 112
112
NO 116
NO 116
NO
NO 116
116
NO 117
NO 117
NO
NO 117
117
NO 118
NO 118
NO
NO 118
118
NO 119
NO 119
NO
NO 119
119
NO 120
NO 120
NO
NO 120
120
31
WOBAU report Ausgabe 23 | 2017
Eine echte grüne
Pionierleistung
Zurück zur Natur – so könnte man die Entscheidung nennen, einen Teil der Gartenstadt
Nürnberg mit Hanf zu dämmen. Kaum ein Material passt inhaltlich und gebäudetechnisch so gut wie dieses zur Gartenstadt. Ein Beispiel, das hoffentlich noch viele Nachahmer finden wird.
Gleich einen ganzen Straßenzug hat
die traditionsreiche Wohnbaugenossenschaft Gartenstadt Nürnberg eG
Hanf für sechs denkmalgeschützte Häuser
im Sommer 2015 mit neu entwickelten
mit ThermoSan-Fassadenfarbe NQG
zweimal gestrichen wurden. Die Entscheidung, Hanf als Fassadendämmstoff
einzusetzen, entspricht der Naturver-
Dämmplatten aus natürlichen Hanf-
Den Anfang machten sechs in Reihe ge-
bundenheit der Gartenstädter. Sie halten
fasern ummanteln und mineralisch
baute Wohnhäuser im „Hirschensuhl“;
die Philosophie der historischen Gar-
verputzen lassen. Sie ist damit das erste
sie stammen aus dem Jahr 1926 und
tenstadtbewegung lebendig und machen
wohnungswirtschaftliche Unternehmen
stehen unter Ensembleschutz. Die Häuser
sie in ihren Quartieren für jedermann
in Deutschland, das das innovative
erhielten auf einer Fläche von 436 m²
erkennbar. Was den besonderen Charme
Fassadendämmsystem Capatect Natur+
Außenwand 100 mm dicke Hanfdämm-
des Wohnens in der Gartenstadt aus-
zur energetischen Sanierung ihrer Be-
platten, die mit einem mineralischen
macht, ist weit mehr als der kleine Gar-
standsgebäude einsetzt.
Dickputz beschichtet und im Anschluss
ten hinterm Haus.
Schön nachhaltig: Die Wohnhäuser der Gartenstadt Nürnberg, energetisch auf den neuesten Stand gebracht mit Hanffaserdämmplatten von Caparol.
32
Eine echte grüne Pionierleistung
Nach historischen Befunden: Die Farbgebung des Putzes, der in Abstimmung mit dem Denkmalschutzamt auf die Hanffaserplatten aufgebracht wurde.
Eine besondere Anziehungskraft geht
auch von der Architektur der Gebäude
aus, die in Nürnberg auf den originären
Vom Feuchtbiotop
zur Arbeitersiedlung
Planungen von Prof. Richard Riemer-
gen führte und hygienische Missstände
nach sich zog. Umso bedeutsamer wurde
alsbald das soziale Grundanliegen der
Gartenstadtbewegung, deren Ursprung in
schmid beruht. Von ihm übernahm ab
Mit der im 19. und beginnenden 20.
England liegt. Auch in industrialisierten
1912 das Architekturbüro Lehr & Leu-
Jahrhundert voranschreitenden Industri-
deutschen Großstädten fasste sie Fuß,
bert die gestalterische Federführung in
alisierung ging eine beispiellose Urbani-
allen voran Dresden und Nürnberg.
der Gartenstadt; nach Entwürfen von
sierung einher: Alles drängte in die Stadt,
Ihre Anhänger verfolgten das Ziel, ein
Architekt Hans Lehr sind dort unter
man musste wohnen, wo es Arbeit gab.
lebenswertes, gesundes Wohnumfeld mit
anderem die Häuser im „Hirschensuhl“
Folglich wuchs der Wohnraumbedarf
genügend Grünflächen zu schaffen.
entstanden.
besonders in der näheren Umgebung von
Fabrikanlagen, die damals – heute un-
Schon in den 1920er Jahren hat ihr die
Einst war der Hirschensuhl ein Feucht-
vorstellbar – bevorzugt im Stadtzentrum
integrierte Landschafts- und Bebauungs-
biotop, in dessen Wasserlachen und
errichtet wurden. Mehr und mehr Grün-
planung im In- und Ausland große Auf-
Schlammpfützen sich Hirsche und ande-
flächen mussten der Bebauung weichen;
merksamkeit beschert und im Nürnber-
res Wild aus den umgebenden Wäldern
die Wohnungsnot blieb nichtsdestotrotz
ger Stadtteil Gartenstadt den bis heute
suhlten. Doch das ist lange her.
ein Dauerzustand, der zu Überbelegun-
geltenden Ensembleschutz ermöglicht. •
33
WOBAU report Ausgabe 23 | 2017
Schlanke Fassadendämmung
mit Vorbildcharakter
Ein Neubau bekommt eine Fassade mit S 024-Dämmung, die viele Anforderungen erfüllt:
Optimale Wärmedämmung, zeitgemäßes Aussehen und dank der besonders effizienten
schlanken Dämmplatte mehr Wohnraum – und somit mehr Wirtschaftlichkeit.
Seit 1982 dämmt der Maler-Fachbetrieb
Dämmung zulasten des Wohnraumes
Das Gesamtsystem erfüllt die Anforderun-
Wind aus Frankenthal Fassaden und
geht. „Geringere Wandstärken bedeuten
gen an schwerentflammbare Außenwand-
verfügt auf diesem Gebiet über einen
hier direkt mehr Wohnraum bei gleicher
bekleidungen. Daraus folgend benötigt das
entsprechenden Erfahrungsschatz. Als
oder besserer Wärmedämmung“, erklärt
System keine konstruktiven Brandschutz-
Bauherren und Eigentümer eines neuen
Michael Wind. Unterm Strich ist die dünne
maßnahmen. Das macht die Arbeit an der
Wohn- und Geschäftshauses am Heimat-
Platte somit wirtschaftlicher, denn der
Fassade schneller und einfacher.
ort des Unternehmens entschieden sich
Gewinn an Wohnfläche kann für einen
Malermeister Gerd Wind und sein Sohn,
zusätzlichen Verkaufserlös sorgen. „Die
Diplom-Kaufmann Michael Wind, dafür,
geringe Plattenstärke ist auch aus gestalte-
ein Referenzobjekt für eine vorbildliche
rischen Gründen eine gute Wahl“, ergänzt
Dämmung zu schaffen. An dem Gebäude
Architekt Oliver Junglas vom Caparol
mit vier Vollgeschossen und einem aufge-
Objektmanagement. So können Fenster mit
„Der Wandaufbau erfolgt wie bei anderen
setzten Staffelgeschoss kam auf rund 1.000
normalen Laibungstiefen eingebaut werden
WDV-Systemen auch“, erläutert Junglas. „Die
Quadratmetern die besonders effiziente
und es entstehen keine „Schießscharten“.
Dämmplatte wird geklebt und gedübelt. Auf
Capatect Dalmatiner-Dämmplatte S 024
Äußerlich gleicht die Platte der bekannten
eine Armierungsschicht folgte der Putzauftrag
von Caparol zum Einsatz.
und bewährten Dalmatiner-Platte mit ihrer
mit ThermoSan-Fassadenputz NQG.“ Um
charakteristischen grau-weißen Sprenke-
den massiven Baukörper zu gliedern, wurde
lung. Doch die S 024 ist eine Sandwich-
ein Farbkonzept umgesetzt, das vom Capa-
konstruktion. Unter dem Polystyrolmantel
rol FarbDesignStudio in enger Abstimmung
verbirgt sich ein hochverdichteter Poly-
mit den Bauherren entwickelt wurde. Im No-
Auch aus gestalterischer
Sicht eine gute Wahl
Keine Extrawürste bei
der Verarbeitung
urethankern, der für eine um 30 Prozent
vember 2015 wurde das neue Gebäude von
Diese Platte ist bei gleichem Wärmedurch-
höhere Dämmleistung als bei herkömmli-
den ersten Mietern bezogen. „Lage, Gestal-
lasswiderstand dünner als herkömmliche
chen Platten sorgt. Als Malermeister sieht
tung und die geringen Heizkosten dank her-
Produkte und ermöglicht hohe Dämmwer-
Gerd Wind auch die praktischen Vorteile
vorragender Dämmung sorgen für eine hohe
te bei vergleichsweise schmalen Dämm-
bei der Verarbeitung. „Dank der Hülle aus
Wohnqualität“, freuen sich die Bauherren.
stärken. Von Vorteil ist das vor allem bei
Polystyrol lässt sie sich wie jede herkömm-
Sie selbst nutzen die Räume im Erdgeschoss
sehr enger Bebauung, wo jeder Zentimeter
lich Platte verarbeiten.“
als Büro für ihren Malerbetrieb. •
34
Schlanke Fassadendämmung mit Vorbildcharakter
Schlanker ist besser: Dank der S 024-Dämmung lassen sich energetisch hochmoderne Außenfassaden mit auffallend flachen Laibungen realisieren.
35
WOBAU report Ausgabe 23 | 2017
Leuchtende Farben für
eine junge Zielgruppe
Um bestehenden Wohnraum für Studierende attraktiver zu machen, entschied sich
die Vonovia AG in Darmstadt für eine ungewöhnliche Farbkombination. Das Ergebnis
fällt auf – und macht Laune.
Die vor gut einem Jahr modernisierte
farben ausgewählt, die vor allem junge
fabrik.“ Inzwischen muss er zugeben, dass
und farblich akzentuierte Häuserzeile im
Leute ansprechen. Das setzt professi-
die farbenfrohe Wohnzeile der optische
Darmstädter Haardtring ist ein echtes
onelle Kenntnisse voraus, da derselbe
Star im Haardtring ist und die Nachbar-
Caparol-Vorzeigeobjekt. Sogar an Nebel-
Farbton je nach Umgebung ganz anders
gebäude richtiggehend langweilig aus-
tagen fällt sie durch ihre Farbkombina-
wirken kann. Darum arbeiten bei der
sehen lässt.
tion auf. Sie besteht aus insgesamt sieben
Fassadengestaltung Farbdesigner, Archi-
Komponenten, wobei sich die Haupttöne
tekten, Innenarchitekten, Multimedia-
Wegen ihrer leichten Veralgung wurde die
im roten bis rotvioletten Bereich bewegen.
spezialisten und Malermeister zusam-
Häuserfassade zunächst mit Capatox be-
Die Gestaltung stammt vom Caparol
men. Für den Haardtring gab es nur
handelt. Der Anstrich erfolgte mit der Sili-
FarbDesignStudio in Ober-Ramstadt. Das
zwei Vorgaben: Keine Graue-Maus-Far-
conharzfarbe Muresko von Caparol, weil
Gebäude eignet sich nach Einschätzung
ben und etwas Außergewöhnliches soll
sie die größte Farbtonvielfalt bietet. Für
der Vonovia AG gut für Studenten.
es sein, das farbgestalterisch den Nerv
die rund 4.000 Quadratmeter Wandfläche
der Zeit im Wohnungsbausektor trifft.
wurden etwa 2.000 Liter Farbe benötigt.
Studierende sind gerngesehene Mieter
Schließlich wurde eine klassisch strukturierte Fassadenaufteilung ausgewählt
Wie kommt dieses Farbkonzept nun bei
und entwurfsgetreu umgesetzt. „Nicht
den Mietern im Haardtring an? Sie haben
alle haben so viel Farbenmut“, sagt
dem zuständige Regionalleiter der Vono-
Sie gelten als verlässliche Mietergruppe.
DAW-Mitarbeiter Günter auf der Land-
via AG, Robert Wagner, zwar keine direk-
Denn wenn sie nach wenigen Jahren aus-
wehr, der beratend zur Seite stand.
te Rückmeldung gegeben, aber er ist mit
ziehen, stehen schon ihre Kommilitonen
als Nachmieter auf der Schwelle. Die
Wohnanlage war schon in den 90er
Jahren modernisiert und wärmegedämmt
der indirekten hochzufrieden. „Die Mieter-
Aus anfänglicher Skepsis
wurde echte Begeisterung
worden. Vor einem Jahr wurden zusätz-
fluktuation ist deutlich heruntergegangen.
Und wenn doch ein Kunde auszieht,
interessieren sich besonders Studenten
für die Wohnung.“ Stolz fügt er hinzu,
lich Balkone angebaut, Außenanlagen
Während der Entwurfsphase kamen dem
dass die deutschlandweite Konkurrenz
verschönert, Begegnungsflächen hinter
DAW-Mitarbeiter jedoch Bedenken:
die Farbkonzepte der Vonovia-Gebäude
den Gebäuden geschaffen und Fassaden-
„Das wird ja aussehen wie eine Bonbon-
bereits kopiere. •
36
Leuchtende Farben für eine junge Zielgruppe
Optimale Entscheidungshilfe für den Bauherrn: Fotorealistische Darstellung der farbenfrohen Fassadengestaltung.
Ein echter Hingucker: Die leuchtende Fassade springt im Vorbeifahren förmlich ins Auge und wertet das gesamte Umfeld auf.
37
WOBAU report Ausgabe 23 | 2017
Stilvolle Fassade
in neuem Glanz
Ein Häuserzug in Bremen aus dem frühen 20. Jahrhundert wurde modernisiert und
energetisch auf den neuesten Stand gebracht. Das stellte alle Beteiligten vor eine ganz
besondere Herausforderung – die mit Bravour gemeistert wurde.
Die „Eisenbahn Spar- und Bauverein
auszahlen. Beleg dafür ist die Realisie-
Bremen eG“ gibt es seit mehr als 120
rung des aktuellen Großprojektes Ut-
Jahren. Als ESPABAU ist die eingetrage-
bremer Ring zwischen Innsbrucker und
ne Genossenschaft heute in der Hanse-
Hemmstraße, das hohe Anforderungen
stadt ein Markenzeichen geworden. Jahr
an die beteiligten Gewerke stellt.
der attraktiven Wohnanlagen. Erklärtes
Ziel aller Instandhaltung, Sanierung
Die Handwerker nahmen insbesondere
den figürlichen Schmuck in ihre Obhut.
für Jahr investiert die Genossenschaft
Millionenbeträge in Pflege und Erhalt
Zahlreiche filigrane
Details
Gedämmte Stilfassade
und weitere Neuerungen
Die mit dekorativem Strukturputz versehene Capatect Wärmedämmung erhielt
einen Anstrich mit AmphiSilan in grauem
Grundton und roten Absetzungen, der
und Modernisierung: den Mitgliedern
auf Dauer Wohnraum bei angemessener
So werden die Wohnbauten nicht nur
den architektonischen Intentionen folgt.
Miete in hoher Wohnqualität zur Verfü-
mit einer wärmedämmenden Hülle,
Um das ursprüngliche Erscheinungsbild
gung zu stellen. „Wir sanieren die Häu-
sondern auch mit neuen Fenstern, Türen
zu wahren, wurden die vorhandenen De-
ser vom Keller bis zum Dach“, berichtet
und Heizungsanlagen ausgestattet. Zur
korelemente durch Capapor-Dekorprofile
der Technische Leiter Günther Warners.
energetischen Sanierung kommt der
ersetzt. Getreu der Strategie, Wohnraum
Das langfristige Instandhaltungs- und
Ausbau der Dachgeschosse zu komfor-
auf den neuesten technischen Stand zu
Sanierungsprogramm der ESPABAU
tablen Wohnungen. Wegen der Vielfalt
bringen, um die Umlage der Moderni-
reicht bis ins nächste Jahrzehnt hinein
des dort anzutreffenden Schmuckwerkes
sierungskosten mit der Reduzierung der
und wird Schritt für Schritt umgesetzt.
verlangt auch die Fassadengestaltung
„zweiten“ Miete mindestens ausgleichen
Den Anfang machte die ESPABAU in
größte Sorgfalt und Behutsamkeit. Der
zu können, erfasst die Wärmedämmung
Alt-Findorff mit Straßenzügen aus den
in den 1930er Jahren gebaute Häuserzug
auch Dach und Kellerdecke.
20er Jahren des vorigen Jahrhunderts.
imponiert nicht nur durch seine geome-
Ihr unverwechselbares Gesicht zu be-
trische Exaktheit, sondern insbesondere
Dass sich die Investition lohnt, bestäti-
wahren, stellte Planer und Verarbeiter
durch eine Vielzahl architektonischer
gen die Stadtwerke, die einen deutlich
vor eine schwierige Aufgabe. Die hier
„Kunstgriffe“. In die Vorbereitung bezog
gesunkenen Gasverbrauch registrieren,
gewonnenen Erfahrungen sollten sich
die ESPABAU deshalb von vornherein
und spüren auch die Mieter an den ge-
im weiteren Verlauf der Baumaßnahmen
Industrie und Handwerker ein.
ringeren Heizkosten. •
38
Stilvolle Fassade in neuem Glanz
Viele schöne Details: Der frisch renovierte Häuserzug in Bremen aus den 1930er Jahren.
39
WOBAU report Ausgabe 23 | 2017
Spektakuläre Konzepte,
eindrucksvolle Feier:
der Architekturpreis 2016
Insgesamt sieben Bauprojekte wurden im Rahmen des „Architekturpreises Farbe – Struktur
– Oberfläche 2016“ ausgezeichnet – mit einer rundum gelungenen Veranstaltung, die es in
sich hatte
Die Naxos-Halle in Frankfurt stand
vorgefundenen Ressourcen sinnhaft zu
am 14. September ganz im Zeichen des
nutzen. Arno Lederer rückte mit einer
Erster Preis:
Kleinod aus Tannenholz
„Caparol Architekturpreises Farbe –
„Märchenerzählung“ das Spannungsfeld
Struktur – Oberfläche 2016“. Rund 500
Kultur versus Technologie und Regularien
Architekten, Planer und Honoratioren
in den Fokus. Caparol Firmeninhaber
Die Schweiz zeigt, dass architektonische
der Stadt waren gekommen, um der
Dr. Ralf Murjahn verwies darauf, dass
Qualität auch in ländlicheren Räumen ih-
Preisverleihung beizuwohnen und die
beispielsweise Fassadenprodukte heut-
ren Platz hat. Beispielsweise im graubünd-
Preisträger zu ehren. Die Industriehal-
zutage auch materielle Authentizität
nerischen Domat/Ems unweit von Chur,
le bot dabei eine würdige Kulisse und
und Ästhetik mit funktionalen Aufgaben
wo seit 2013 die „Tegia da vaut, Domat“
stand mit ihrem historischen Charme
und nachhaltigen Ressourcenkonzepten
(rätoromanisch für Waldhütte) steht. Sie
des vorigen Jahrhunderts im schönen
verbinden müssen. Daher setze Caparol
befindet sich mitten im Wald, besteht
Kontrast zu den neuen Ideen im Umgang
neben der Reinhaltung der Luft von
komplett aus regionalem Tannenholz und
mit Farbe, Struktur und Oberfläche.
Schadstoffen verstärkt auf die Vermei-
dient als Bildungsort – für Waldberufe,
dung von potenziell allergenen Inhalts-
für Schulklassen, Vereine, Initiativen. Die
stoffen und auf klimaschonende bzw.
„sehr präzise und handwerkliche Detail-
-neutrale Produktkonzepte.
lierung der Oberflächen aus Tannenholz“
International renommierte
Gastredner
rühmt denn auch die Jury – und verlieh
Ganz allgemein zog sich das Thema
dem Kleinod den ersten Preis.
Zu den Höhepunkten der Preisverlei-
Nachhaltigkeit wie ein roter Faden
hung zählten die Gastvorträge von
durch die Preisverleihung. Es war selbst
Professor Brian Cody (Energy Design
in der Ausgestaltung der Räumlichkeit
Cody Consulting, AT-Graz) und Profes-
mit Tischen aus Hanfdämmplatten
sor Arno Lederer (Lederer Ragnarsdóttir
erkennbar, die auf Europaletten gepackt
Oei, Stuttgart). Brian Cody zeigte, wie
am nächsten Tag zur Fassadendämmung
individuell und vielschichtig Nachhal-
oder zur Verbesserung der Akustik
tigkeit interpretiert werden kann. Es
im Innenraum auf Baustellen geliefert
Seit 2004 zeichnet Caparol mit dem „Archi-
gehe darum, bei jedem Gebäude die
wurden.
tekturpreis Farbe – Struktur – Oberfläche“
40
Bauten sollen die Sinne
ansprechen und wichtige
Impulse liefern
Architekturpreis 2016
1. Preis: Tegia da vaut, Domat/Ems / Architekt: Gion A. Caminada, Vrin-Cons / Foto: Ralph Feiner, Malans
41
WOBAU report Ausgabe 23 | 2017
2. Preis: Holzwohnbau Seestadt Aspern, Wien / Berger + Parkkinen Architekten und Querkraft Architekten, Wien / Foto: Hertha Hurnaus, Wien
3. Preis: „Antivilla“, Potsdam-Krampnitz / Brandlhuber + Emde, Burlon Architektengesellschaft mbH, Berlin / Foto: Erica Overmeer
42
Architekturpreis 2016
Bauten aus, die beispielhaft möglichst viele
Sinne ansprechen. Zugleich geht es um
Konzepte, die Impulse im Sinne der Nachhaltigkeit, Vielfalt und Zukunftsfähigkeit
liefern. Die Jurierung erfolgt stets in einem
mehrstufigen Verfahren, zunächst benennen zwölf Nominierungsjuroren Projekte,
die die Intentionen des Preises widerspiegeln. 83 Arbeiten waren es aktuell, die so
den Weg zur eigentlichen Bewertungsjury
fanden. Nach mehreren Auswahlrunden
und Diskussionen der sieben Experten
blieben sieben Projekte – drei Preise und
vier „Lobende Erwähnungen“. Caparol
Passender Hintergrund: die Preisträger der letzten Jahre. Foto: Moritz Bernoully Architecture Photography
lobt den Preis traditionell zusammen mit
busiers, was „die intuitive Orientierung,
den Fachzeitschriften AIT sowie xia aus.
besonders für Kinder und ältere Bewoh-
Und verzichtet dabei bewusst auf die Bin-
ner“ unterstützt, urteilt die Jury.
Vier Belobigungen
dung an Produkte aus dem Hause DAW.
Zweiter Preis:
Wohnbau aus Holz
Dritter Preis:
Die Antivilla
Peter Haimerl aus München realisierte das
Monolith-artige Konzerthaus in Blaibach.
Ebenfalls ganz eigenständig präsentiert
sich der Erweiterungsbau des Sprengelmu-
Kaum ein Projekt dürfte so polarisieren wie
seums in Hannover. Bei dem Einfamilien-
Für den neuen Wiener Stadtteil Aspern kon-
die „Antivilla“ in Potsdam-Krampnitz. Das
haus S+A in Castasegna (Ruinelli Associtai
zipierte das Wiener Architekturbüro Berger
Berliner Architekturbüro Brandlhuber +
AG, Soglio) wird die schlanke Bauform
+ Parkinnen eine komplette Wohnanlage.
Emde, Burlon hat hier die Außenhülle in
von extrem rauem Putz kontrastiert.
Die Jury lobt neben der städtebaulichen
ihrer Rohheit belassen, ja noch verstärkt:
Qualität vor allem den Umgang mit Ma­­-
Neue Öffnungen werden roh aus der Wand
Weiterhin erhielt die Leipziger Trinitatisge-
terialien und Farben. So bestehen die
geschlagen und betont. Das Konzept baut
meinde 70 Jahre nach der Zerstörung ihrer
Außenwände aus heimischer Lärche, was
das Gebäude nach innen weiter, der dabei
Kirche endlich eine neue Probsteikirche.
einen interessanten Kontrast zu den rohen
entstandene Raum ist prinzipiell vollkom-
Die Kirche St. Trinitatis (Schulz & Schulz
Betonelementen der Loggien und Balkone
men offen. „Selten wird ein Haus derart
Architekten, Leipzig) zeigt eine Fassade
schafft. Die Treppenhäuser präsentieren
konsequent in seine Bestandteile zerlegt (...)
aus rotem Porphyr in Kontrast zum nüch-
sich in Bunttönen aus der Palette Le Cor-
wie bei diesem Projekt“, so die Jury.
tern gehaltenen Kirchenraum. •
Würdiger Rahmen: DAW SE-CEO Dr. Ralf Murjahn bei seiner Rede in der Naxos-Halle in Frankfurt/Main. Foto: Moritz Bernoully Architecture Photography
43
WOBAU report Ausgabe 23 | 2017
Prominent ausgezeichnet: Alpina erhält Marken-Award 2016
Der Marken-Award, der jährlich von
dender Bedeutung sind. Mit der neuen
an Interior-Design an, wodurch eine für
der „absatzwirtschaft – Zeitschrift für
Premium-Reihe „Feine Farben“ gelingt
die Baumarktbranche völlig neue Ziel-
Marketing“ und dem Deutschen Mar-
Alpina eine solche strategische Marken-
gruppe erreicht wird. Die Jury würdigt
ketingverband verliehen wird, ist der
Dehnung überzeugend. Das innovative
die ganzheitlich überzeugende Strategie,
begehrteste Preis für Markenführung in
Sortiment spricht insbesondere weibli-
mit der Alpina sein Produktsortiment
Deutschland. Eine hochkarätige Exper-
che Kunden mit einem hohen Interesse
ausbaut. •
tenjury zeichnete Alpina in der Kategorie „Beste Marken-Dehnung“ für die
strategische Einführung des neuen Produktsortiments „Feine Farben“ aus. Der
Preis wurde am 15.03.2016 im Düsseldorfer Capitol Theater überreicht,
entgegengenommen haben ihn Herr Dr.
Ralf Murjahn und Herr Martin Rösler.
Die Laudatio hielt Torhüterlegende
Oliver Kahn. Ausschlaggebend für den
Sieg in der Kategorie „Beste MarkenDehnung“ ist der Ausbau einer Marke
durch die Erschließung neuer Marktsegmente und Zielgruppen, die für die Weiterentwicklung der Marke von entschei-
Preisgekrönt: Gemeinsam mit Laudator Oliver Kahn freuen sich CEO Ralf Murjahn und Alpina-Marketingleiter Martin Rösler über die Auszeichnung.
Steht kurz vor der Vollendung: Die neue DAW SE Firmenzentrale
alle Anforderungen für das Vorzertifikat
in Silber der Deutschen Gesellschaft
für Nachhaltiges Bauen zu erfüllen.
Dreifachverglaste Fenster mit Sonnenschutzbedampfung, Kühlsegel und
Bauteilaktivierung tragen zur Temperaturregulierung bei.
Die vorgehängte, hinterlüftete Fassade
besteht aus über 2000 Formteilen. Im
Gebäude selbst sorgt das vom firmeneigenen FarbDesignStudio entwickelte
Farbkonzept für Überraschungsmomente. Ein rotes Möbelband leitet Besucher
durch den öffentlichen Gebäudeteil. Die
Nachhaltiges Vorzeigeprojekt: Die neue DAW SE Firmenzentrale erfüllt höchste ökologische Standards.
Cafeteria in der vierten Etage bietet
einen Rundblick auf das Firmengelände
Im März 2017 soll die neue, sechsge-
Beispiel für Nachhaltigkeit und höchs-
und den nahen Odenwald. Ein begrüntes
schossige DAW-Zentrale in Ober-
te ökologische Standards. Rund 60
Dach und ein Vorgarten mit heimischen
Ramstadt in Betrieb genommen werden.
Kriterien mussten bei der Planung und
Pflanzen runden den Gesamteindruck ei-
Schon jetzt gilt sie als herausragendes
Ausführung eingehalten werden, um
nes ökologischen Vorzeigeobjektes ab. •
44
WOBAU aktuell
Klangverbesserer: Akustikbilder dämpfen Schall in Barockbau
Wie in den meisten historischen Gebäuden ist auch im ehemaligen Dikasterialgebäude in Koblenz die Akustik ein Problem. Die Räume in dem Barockbau sind
hoch, mit offenen Kreuzgewölbedecken,
großen Fenstern und Marmorböden. An
den schallharten Oberflächen kommt es
zu Nachhall, so auch im Besprechungsund Aufenthaltsraum des Landesbetriebs
LBB. Die Kommunikation in dem großen
Raum war beeinträchtigt. Aufgrund des
historischen Kreuzgewölbes konnten
nur die Wände und nicht die Decken mit
Absorbern belegt werden.
Die Aufgabe: Gestaltung mit Funktion
zur Verbesserung der Raumakustik zu
verbinden. Die Akustikbilder „CapaCoustic Picture“ bestehen aus einer schallabsorbierenden Hanffaserplatte, eingefasst
Echte Schalldämpfer: Die Akustikbilder „CapaCoustic Picture“ nehmen den Schall auf, den die schallharten Oberflächen im historischen Dikasterialgebäude in Koblenz reflektieren.
in einen Aluminiumrahmen und bespannt
mit einem akustisch transparenten
der Decke abgehängt oder als Raumteiler
dorff, Franz Georg von Schönborn und
Gewebe. Der Stoff lässt sich mit einem
eingesetzt werden.
Balthasar Neumann sind als berühmte
beliebigen Foto bedrucken – bis 3 m
Baumeister und Landesfürsten eng mit
Höhe in beliebiger Breite. Die Akustik-
Im Besprechungsraum des LBB hängen
dem barocken Verwaltungsgebäude ver-
bilder können zur Verbesserung der
nun die gerahmten Bilder dreier ehr-
bunden. Die Drucke ziehen die Blicke auf
Raumakustik sowohl an der Wand
würdiger Herren im Format 1.200 x
sich und sie haben die Akustik spürbar
verklebt oder abgehängt als auch an
2.400 mm: Johann Philipp von Walder-
verbessert. •
CAPAROL Wissensforum 2017
Es bleibt spannend: Auch 2017 findet wieder das
CAPAROL Wissensforum statt. Freuen Sie sich auf
vielseitige Themen, erfahrene Referenten und
einen hohen Praxisbezug!
Alle Termine, Orte und die Anmeldung demnächst unter:
www.caparol.de/wissensforum
45
WOBAU report Ausgabe 23 | 2017
April, April: Caparol legalisiert Hanf
Ein Aprilscherz, über 800.000 Klicks: Hanf
Gelungen: Der
bekannte Nachrichtensprecher
Marc Bator trug
die scheinbar
echte Meldung
vor, dass Caparol den Gebrauch
von Hanf legalisieren wolle.
findet sich in immer mehr Haushalten, hieß
es in einer Fake-Nachrichtensendung von
Caparol. Darum soll die Nutzung jetzt endgültig legalisiert werden. Für Caparol ist
Hanf schon jetzt zukunftsweisend, wenn es
um ökologische Dämmstoffe geht. Mehr
dazu gab es am 1. April in einer Sondersendung mit Nachrichtensprecher Marc Bator,
zu sehen unter www.hanf-daemmt-gruener.
de/ oder Caparol.de/hanf-legal. Übrigens:
Auch auf der BAU 2017 wird Hanfdämmung ein großes Thema sein. •
Vereinte Innovationskraft: Vier starke DAW-Marken auf der BAU 2017
250 qm Ausstellungsfläche auf zwei Ebenen: Der Messestand basiert auf einer Weiterentwicklung des erfolgreichen „Rough and recycled“-Konzepts.
„nachhaltig. inspirierend.“ Unter diesem
Capatect Natur+ mit Hanffaserdämm-
Bei alsecco steht das erweiterte Programm
Motto präsentieren Caparol, alsecco,
platte, das neue Maßstäbe in puncto
der widerstandsfähigen und wertbeständi-
DISBON und Lithodecor auf der BAU
Nachhaltigkeit setzt, sowie die innovative
gen Fassadendämmsysteme im Blickpunkt.
2017 innovative Beschichtungssysteme für
Produktlinie CapaGeo mit Bindemitteln
Als Fassadendämmsystem ohne algizide
Fassaden, Wände, Decken und Böden. Im
aus 100 % nachwachsenden Rohstof-
und fungizide Wirkstoffe präsentiert
Fokus der vier DAW-Marken in Halle A6
fen. Beim Fassadenschutz präsentiert
alsecco die Systemlösung Alprotect Aero
auf dem Stand 421: der aktuelle Stand der
Caparol mit NQG³ den neuesten Stand
Free. DISBON präsentiert sein vielfältiges
Technik, nachhaltige Produktinnova­tionen
der Technik. Damit haben Algen und
Produktportfolio mit Beschichtungen
und die neuesten Trends bei Fassaden-
Pilze kaum Chancen und eine langfristige
und Sanierungslösungen für den Indus-
und Raumgestaltung. Der Messestand
Farbtonbeständigkeit ist gewährleistet.
trie- und Gewerbebau. Komplettiert wird
basiert auf dem erfolgreichen „Rough
Außergewöhnlich sind die neuen Caparol
das umfangreiche Programm durch
and recycled-Konzept“ von 2015. Vorge-
Farbtrends für Innenräume 2017, die auf
Lithodecor, das vorgehängte, hinterlüftete
stellt werden das Fassadendämmsystem
der BAU erstmals präsentiert werden.
Fassadensysteme präsentiert. •
46
Referenzobjekte
WOBAU Referenzobjekte
Seite 11:
Bauherr:
Architekt:
Produkte:
3D:
Berlin
Jäger & Pachowiak Unternehmensgruppe, Berlin
Fuchshuber Architekten, Leipzig
WDV-System mit Klinkerriemchen und Mineral-Leichtputz
Archlab, Dresden
Seite 12, 13:
Bauherr:
Architekt:
Produkte:
Fotos:
Frankfurt
Revitalis Erste Grundstücksgesellschaft mbH & Co. KG, Hamburg
msm meyer schmitz-morkamer, Frankfurt (LP 1–4),
MPP Meding Plan + Projekt GmbH, Hamburg (LP 5–9)
WDVS CARBON EXTRA mit Capapor-Fassadenprofilen
Caparol Farben Lacke Bautenschutz/Claus Graubner
Seite 28, 29:
Bauherr:
Produkte:
Fotos:
Nürnberg
Gartenstadt Nürnberg eG, Nürnberg
Capatect System Natur+
Caparol Farben Lacke Bautenschutz/Martin Duckek
Seite 31:
Bauherr:
Architekt:
Gestaltung:
Produkte:
Fotos:
Frankenthal
Wind GmbH, Frankenthal
Architekturbüro Boxheimer + Ohmer, Großkarlbach
Caparol FarbDesignStudio
WDV-System mit Capatect Dalmatiner-Fassadendämmplatte S 024
Caparol Farben Lacke Bautenschutz/Claus Graubner
Seite 33:
Bauherr:
Gestaltung:
Produkte:
Fotos:
Darmstadt
Vonovia AG, Darmstadt
Caparol FarbDesignStudio
Siliconharz-Fassadenfarbe Muresko SilaCryl ®
Caparol Farben Lacke Bautenschutz/Blitzwerk
Seite 35:
Bauherr:
Produkte:
Fotos:
Bremen
ESPABAU Eisenbahn Spar- und Bauverein Bremen eG
WDVS PRO mineralisch mit Capapor-Fassadenprofilen und Meldorfer Flachverblendern
Caparol Farben Lacke Bautenschutz/Martin Duckek
Seite 41:
Bauherr:
Produkte:
Fotos:
Koblenz
Landesbetrieb LBB Rheinland-Pfalz, Niederlassung Koblenz
CapaCoustic Picture aus Hanffasern
Caparol Farben Lacke Bautenschutz/Martin Duckek
47
Impressum
WOBAU report
Informationen für Wohnungsbauunternehmen und Planer
Herausgeber:
DAW SE
Redaktion: Falk Böhm
DAW SE
Telefon: 0 61 54 / 71- 71 528
Roßdörfer Straße 50
E-Mail: [email protected]
64372 Ober-Ramstadt
CK · DG · 01/17 · 922383
Redaktionsanschrift:
Oliver Junglas
Herunterladen