Stadtrat Sperrfrist für alle Medien

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Stadtrat
Sperrfrist für alle Medien
Veröffentlichung erst nach der
Medienkonferenz zur Gemeinderatssitzung
Botschaft an den Gemeinderat
Kreditbegehren für einen Beitrag von CHF 500'000 für die Innen- und Aussenrestaurierung des Altbaus Hinterhaus des Museums Rosenegg
Sehr geehrter Herr Präsident
Sehr geehrte Damen und Herren
Mit dieser Botschaft beantragt Ihnen der Stadtrat, der Stiftung Rosenegg einen Beitrag von CHF 500'000 für die zweite Restaurierungsetappe der Museumsanlage zu
sprechen.
1.
Ausgangslage
Die Stadt Kreuzlingen übertrug 1998 die Rosenegg der Stiftung Rosenegg im Baurecht für sechzig Jahre. Damit verbunden war der Auftrag, dem bestehenden "Heimatmuseum" geeignete Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen und die Gebäude zu
unterhalten und soweit notwendig zu restaurieren.
2006 konnte der jüngste Bauteil - die Villa resp. das Palais von 1785 - nach der ersten
Etappe der Restaurierung vom Museum bezogen werden. Seither wird darin von der
ehrenamtlichen Museumsleitung ein Betrieb mit Dauer- und Wechselausstellungen
sowie weiteren kulturellen Veranstaltungen (Konzerten, Lesungen) aufgebaut. Die
Besucherzahlen haben sich seit der Museumsöffnung von Jahr zu Jahr erhöht. 2012
haben rund 5'000 Gäste das Museum, die Sonderausstellungen und Veranstaltungen
besucht. Es gilt nun, die Attraktivität des Museums zu erhalten und zu steigern.
Seit einiger Zeit plant die Stiftung Rosenegg die betriebliche Entwicklung und in diesem Zusammenhang die beiden künftigen Sanierungsetappen. Die inhaltliche Ausgestaltung und die Kostenzusammenstellung der baulichen Massnahmen konnten im
Jahr 2012 abgeschlossen werden. Der Stiftungsrat informierte im vergangenen Jahr
die Stadt über seine Absichten und Pläne und insbesondere über die dafür notwendigen finanziellen Mittel. Der Stiftungsrat konnte bis heute für die Finanzierung der Restaurierung feste Zusagen von Stiftungen und Privaten in Höhe von CHF 435'000 aufbringen. Bei der Stadt stellte er einen Antrag für einen Baubeitrag von CHF 500'000.
Im Investitionsbudget 2013 der Stadt wurden für die Restaurierung der Rosenegg ein
Betrag von CHF 300'000 für das Jahr 2013 und CHF 200'000 für das Jahr 2014 eingesetzt. Mit der Zustimmung des Gemeinderats zu dieser Botschaft und der damit in
diesem Jahr zur Verfügung stehenden Mittel von insgesamt CHF 735'000 (Eigenmittel
plus Beitrag Stadt) könnte bereits mit der Innenrenovation des Altbaus/Hinterhauses
begonnen werden.
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2.
Bausubstanz und Museumsentwicklung
Der Altbau wurde um 1685 als stattlicher Riegelbau erstellt, später kamen das Ökonomiegebäude und der Torggel dazu, sodass der geschlossene Hof entstand (Beilage 1). Ökonomiegebäude und Torggel sind heute im Besitz der Primarschulgemeinde.
Diese hat beide Gebäude vorbildlich renoviert. Die Stiftung Rosenegg ist verpflichtet,
dieses Ensemble mit der Sanierung des Altbaus zu ergänzen, diesen für die Öffentlichkeit zu erhalten und nutzbar zu machen. Die Räume im Obergeschoss des Altbaus
enthalten eine reiche Ausstattung aus Täfer und Stuckaturen, die im Zuge des Neubaus (1785) wohl aus der Werkstatt von Lorenz Schmid stammen. Sie sind ein seltenes Beispiel einer gut erhaltenen spätbarocken-klassizistischen Raumausstattung.
Diese historischen Räume können nach der Restaurierung für Ausstellungen genutzt
werden, in der auch Objekte der eigenen Sammlung integriert werden. Mit flexiblen
Informationselementen können Sonderausstellungen zu stadtgeschichtlichen Themen
einfach realisiert werden. Das Betriebskonzept sieht für diese Ausstellungen eine
Dauer von zwei bis drei Jahren vor.
Mit den Dauerausstellungen im Vorderhaus und den Wechselausstellungen im Hinterhaus wird die Rosenegg zu einem Stadt- bzw. Regionalmuseum, das die Geschichte und Gegenwart der Stadt präsentiert. Ein weiterer Auftrag aus der Leistungsvereinbarung mit der Stadt ist die Bereitstellung der Räumlichkeiten für städtische oder andere öffentliche Veranstaltungen Die museumspädagogischen Aktivitäten werden
heute schon mit den Schulen durchgeführt. Die Entwicklung des Museumsbetriebes
und die Zusammenarbeit mit den anderen Museen in der Region wird zur Zeit durch
die Arbeitsgruppe "Museumskonzept" erarbeitet.
Die Wohnung im Parterre des Altbaus soll weiterhin als Wohnraum für eine Familie
bestehen bleiben. Es ist sinnvoll für die ganze Anlage Rosenegg, wenn sie bewohnt
und damit auch "überwacht" wird. Die Mieter nehmen in einem Teilpensum die Hauswartung wahr.
2.1
Ausgeführte und geplante Restaurierungen
1. Etappe 1998 bis 2006: Sanierung des Haupthauses und Neugestaltung des Museums Rosenegg
2. Etappe 2013/14: Diese Etappe wird unter Punkt 3 ausführlich beschrieben und ist
Inhalt dieser Botschaft.
3. Etappe geplant in den Jahren 2015/16: Die Massnahmen der 3. Etappe sehen die
Sanierung der Wohnung im Altbau/Hinterhaus mit einem Aufwand von ca.
CHF 220'000 und die Renovation der Aussenfassade des Vorderhauses mit weiteren
ca. CHF 300'000 vor. Wann diese Arbeiten ausgeführt werden, hängt von der Eigenmittelbeschaffung und weiteren in Aussicht gestellten Beiträge Privater und Stiftungen
ab.
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2.2
Bisherige finanzielle Unterstützung der Stadt Kreuzlingen
a)
Einmalig
1998
2003 - 2007
b)
Beitrag an die Sofortmassnahmen Sanierung
Museumsausgestaltung und Einrichtung insgesamt
Laufend aus Konto Kulturbeiträge 300.365 00
1998 bis 2012 wiederkehrender Beitrag Betriebskosten
ab 2012
wiederkehrender Beitrag Betrieb und Unterhalt
3.
CHF 400'000
CHF 200'000
CHF 22'000
CHF 30'000
Restaurierungsmassnahmen 2013 / 2014
Die Renovationsarbeiten und Detailausführungen wurden mit der Denkmalpflege des
Kantons Thurgau besprochen. Nachfolgend werden die Baubereiche des Altbaus
(Beilage 2) und die einzelnen Arbeiten stichwortartig aufgelistet.
3.1
Geplante Massnahmen Innenrenovation Altbau/Hinterhaus 2013:
a)
Untergeschoss Hinterhaus (die Grundstruktur bleibt erhalten)
- Die Decke über dem Untergeschoss wird wärmegedämmt, um den Komfort
der darüber liegenden Hauswart-Wohnung zu verbessern.
b)
Obergeschoss Hinterhaus (die Raumstruktur bleibt bestehen)
- Die wertvollen Stuckdecken werden sorgfältig restauriert und neu gefasst.
Die Wandmalereien und Genremalereien werden behutsam renoviert.
- Die historisch wertvollen Fenster, die gestemmte Brüstungstäfelung mit
Fenstereinfassung sowie der Holzbodenbelag werden renoviert.
- Die Haustechnik wird nicht in die Wände eingelassen, sondern via Dachgeschossboden und Erdgeschossdecke zu den gewünschten Positionen geführt. Die historische Elektroinstallation wird als Niedervolt-System transformiert und erfüllt so die elektrotechnischen Sicherheitsvorschriften.
c)
Dachgeschoss Hinterhaus und Zwischentrakt und deren Erschliessung
- Der Dachraum soll als Kleinlager "Kaltraum" dienen. Das statische Konzept
des Dachraumes bleibt erhalten. Dachstuhl und Bodenbalkenlage werden
kontrolliert, gegebenenfalls repariert. Der Dachbodenbelag wird saniert und
dementsprechend wärmegedämmt.
3.2
Geplante Massnahmen Aussensanierung 2014
Fassade Altbau/Hinterhaus
- Die Gebäudehülle wird umfassend restauriert.
- Die Fenster Hinterhaus werden zum Teil ersetzt oder als wärmedämmende
"Vorfenster" eingebaut. Die verputzten Verkleidungsplatten werden durch
Wärmedämmputz ersetzt.
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4. Kosten
Die Kostenschätzung wurde durch den langjährigen Architekten des Museums Rosenegg, Markus Amstutz, berechnet und mit Unternehmerofferten hinterlegt.
a) Investitionen 2013 Innen
Vorbereitungsarbeiten
Bauliche Massnahmen innen
Baunebenkosten
Zwischentotal
Reserve
Brutto-Investitionen
CHF
21'000
539'000
6’000
566'000
57'000
623'000
b) Investitionen 2014 Aussen
Vorbereitungsarbeiten
Bauliche Massnahmen aussen
Umgebung
Baunebenkosten
Zwischentotal
Reserve
Brutto-Investitionen
CHF
24'000
415'000
15'000
5'000
459'000
46'000
505'000
Gesamt-Investitionen
Investitionen 2013 Innen
Investitionen 2014 Aussen
Total
5.
CHF
623'000
505'000
1'128'000
Finanzierung
Die Stiftung Rosenegg kann aus Eigenmitteln und Beiträgen von Stiftungen und privaten Geldgebern bereits jetzt einen beachtlichen Anteil an die Sanierungskosten beitragen. Die nach dem Beitrag der Stadt noch ausstehende Investitionssumme in Höhe
von CHF 114'000 wird von der Stiftung zur Zeit mit weiteren Spendenbeiträgen zusammengetragen.
Eigenmittel Stiftung Rosenegg
NHG-Beiträge
Beitrag Stadt Kreuzlingen
CHF
CHF
CHF
435'000
79'000
500'000
Total Beiträge (Stand 31. März 2013)
CHF 1'014'000
Mit den Beiträgen der Denkmalpflege und der Stadt wären die Restaurierungsarbeiten
gesichert und könnten noch diesen Sommer in Auftrag gegeben werden.
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6.
Zusammenfassung
Der gesamte Gebäudekomplex der Rosenegg zählt zu den herausragenden, profanen
Wohnbauten des Thurgaus und ist ein wichtiges kulturelles Erbe der Stadt Kreuzlingen. Die Stiftung Rosenegg konnte in den vergangenen Jahren das Haus und die
Räumlichkeiten wieder in einen repräsentativen Zustand stellen. Einige Innenausbauten konnten mit privater Förderung wieder nachgebildet werden. Die Neugestaltung
des Museums wurde konsequent umgesetzt, und die Betriebsführung erreichte mit
dem vielfältigen Angebot eine immer breitere Öffentlichkeit. Für Kreuzlingen und die
Umgebung ist das Museum Rosenegg ein Kulturort mit einem eigenen Profil. Die geplanten baulichen Massnahmen sorgen für die Weiterführung des eingeschlagenen
Weges, die Anlage zu erhalten und den Museumsbetrieb weiter zu entwickeln.
Das sich in Arbeit befindliche städtische Museumskonzept soll aufzeigen, wie die Museumslandschaft Kreuzlingen langfristig aussehen, wie die Zukunft der Museen Rosenegg und Seemuseum gesichert und die einzelnen Institutionen profiliert werden
können. Davon unabhängig ist die Restaurierung des denkmalgeschützten Gebäudes
Rosenegg zum heutigen Zeitpunkt sinnvoll.
Sehr geehrter Herr Präsident
Sehr geehrte Damen und Herren
Der Stadtrat beantragt Ihnen, dem Kreditbegehren für einen Beitrag von
CHF 500'000 für die Innen- und Aussenrestaurierung des Altbaus Hinterhaus
des Museums Rosenegg zuzustimmen.
Kreuzlingen, 30. April 2013
Stadtrat Kreuzlingen
Der Stadtammann
Der Stadtschreiber
Beilagen
1. Lageplan der Museumsanlage
2. Bauzeichnungen der Museumsbauten
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