DAB regional 09 · 16 - Architektenkammer Niedersachsen

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DABregional 01 · 14
DAB regional 09 · 16
1. September 2016, 48. Jahrgang
Offizielles Organ der Architektenkammer der Freien Hansestadt Bremen und der Architektenkammer Niedersachsen.
| Körperschaft des öffentlichen Rechts
Bremen
Niedersachsen
10 Meinungen im Full-House - Architekten und Politik 2016
13 Wettbewerbsergebnis: Dringend benötigter Wohnraum kann
schnell und mit hoher Qualität gebaut werden
15 kadawittfeldarchitektur bei „Architektur im Dialog“
16 Urbane Utopien
17 Mut zur Nachverdichtung
18 Niedersächsischer Staatspreis kommt nach Berlin
18 Artenschutz bei Gebäudesanierungen
19 Denkmalgeschütztes Bauwerk muss erhalten werden
20 Neue Richtzahlen für Einstellplätze
21 Architektenwettbewerb: Körnerplatz in Hannover
22 Architektenwettbewerb: Grundschule Gehrde
23 Was ist los in Niedersachsen? Tipps und Termine
Impressum
Regionalredaktion Bremen:
Verantwortlich: Tim Beerens
Geeren 41/43, 28195 Bremen
Telefon (04 21) 17 00 07
[email protected]
www.akhb.de
Regionalredaktion Niedersachsen:
Herausgeber: Architektenkammer Niedersachsen
Verantwortlich i.S.d.P: Lars Menz
Referent Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Laveshaus, Friedrichswall 5, 30159 Hannover
Telefon (05 11) 2 80 96-0
[email protected]
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Das Blatt wird allen Architektinnen und Architekten in Bremen und Niedersachsen zugestellt.
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verantwortlich für den Anzeigenteil: Dagmar Schaafs,
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Zeppelinstraße 116, 73730 Esslingen
10 | Niedersachsen | Berufspolitik |
Meinungen
im Full-House
Fotos: Scheffen
Architekten und Politik 2016
mit Ministerpräsident Weil und den
Ergebnissen des Wettbewerbs
„Wohnraum schaffen”
| Berufspolitik | Niedersachsen | 11
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Ministerpräsident
Stephan Weil: „Wir
brauchen bezahlbaren Wohnraum für alle, ohne dass die
Qualität leidet, und
wir brauchen ihn
schnell! Darum freue
ich mich sehr über
die Initiative der
Architektenkammern
und des Verbands der
Wohnungswirtschaft,
dieses wichtige Anliegen mit einem Wettbewerb zu unterstützen. Die Landesregierung hat den
Wettbewerb sehr
gerne unterstützt.“
Text: Lars Menz
W
ann kommt er? Das war die Frage am Abend
von Architekten und Politik. Gewartet wurde
in der prall gefüllten Bauverwaltung von Hannover auf den Niedersächsischen Ministerpräsidenten,
der nach dem Plenum noch einen dringenden Gesprächstermin in Sachen VW hatte. Kammerpräsident
Wolfgang Schneider hatte also gleich mehrere Reden in
der Hinterhand, konnte glücklicherweise aber auf die
Langfassung zurückgreifen, denn Stephan Weil kam
dann fast pünktlich und stellte sich offen und launig
dem Dialog mit dem Berufsstand. Für Schneider die
Chance die drängendsten Themen anzusprechen und
den Ministerpräsidenten um Antworten zu bitten. Drei
Themen und ein Wettbewerb standen im Vordergrund
seines Aufschlags.
Schneider kritisierte die steigenden Baukosten, die
vor allem durch steigende gesetzliche Anforderungen
entstünden. Allein die letzte Verschärfung der EnEV habe das Bauen um sieben Prozent verteuert. Die Amortisationszeiten energetischer Maßnahmen lägen mittlerweile bei über 20 Jahren und damit jenseits jeder Wirtschaftlichkeitsgrenze. „Wir brauchen eine Atempause
was die Verschärfung der ordnungsrechtlichen Anforderungen betrifft“, forderte der Kammerpräsident. Weil
erwiderte, der Klimawandel müsse bearbeitet werden
und die Gesellschaft habe diesbezüglich hohe Erwartungen an den Berufsstand. Auch wenn die Baukosten
stiegen, die Finanzierung von Projekten sei derzeit extrem günstig. Die Konsequenzen der EnEV würden auf
Bundesebene ohnehin für überschaubar gehalten. Dass
der Nutzen mancher Maßnahmen aber tatsächlich fraglich ist, leuchtete auch Weil ein. Der Berufsstand müsse
aber auf konkrete, kritische Punkte hinweisen, dann
stünde einer Diskussion nichts im Wege, so seine Aufforderung.
Schneider lobte, dass in der gerade laufenden Novelle der Niedersächsischen Bauordnung zahlreiche Hinweise der Architektenkammer aufgenommen werden,
beispielsweise wird die Bauvorlageberechtigung von Innenarchitekten und Landschaftsarchitekten klarer geregelt. Nicht weiter kam die Forderung, Fristen für die Bearbeitung von Bauanträgen mit ins Gesetz zu nehmen.
„Fakt ist aber, dass es einen erheblichen Bearbeitungsstau bei vielen niedersächsischen Genehmigungsbehörden gibt“, sagte Schneider. Weil zeigte sich entgegen früheren Äußerungen gesprächsbereit, will das Verfahren
in anderen Bundesländern unter die Lupe nehmen und
eine vernünftige Lösung schaffen. „Es gibt die Chance
auf Einvernehmen“, stellte der Ministerpräsident in Aussicht und sagte so gleichzeitig auch, ein Einvernehmen
ist nicht zwingend. Das Angebot nahm Schneider dennoch gern an.
Ähnlich äußerte sich Weil zu der Forderung die Ausbildungszeiten für Innenarchitekten, Landschaftsarchitekten und Stadtplaner von jetzt drei auf vier Jahre zu
erhöhen. Eine alte Forderung der Kammer, in die langsam Bewegung kommt. Dem Ministerpräsidenten ist
klar, dass die hohe Qualität, die die Politik regelmäßig
vom Berufsstand einfordert, auf eine solide Grundlage
gestellt werden muss.
Klare Unterstützung auch in Sachen HOAI. Die EUKommission versucht aus grundsätzlichen ordnungspolitischen Gründen die HOAI mit ihren verbindlichen Mindestsätzen zu beseitigen. Sie argumentiert mit der
Dienstleistungsrichtlinie und unterstellt, dass die HOAI
Dienstleister aus anderen Ländern hindern würde in
Deutschland tätig zu werden. Ohne die HOAI gäbe es
nach dieser Lesart mehr grenzüberschreitende Dienstleistungserbringungen. Schneider hatte dazu eine klare
Meinung: „Das ist absurd!“ Er hoffe, dass die EU-Kommission noch erkenne, dass sie überziehe und den Vorgang
dahin befördere wo er hingehöre – nämlich in die unterste Schublade.
Weil schloss sich dem an. Die HOAI sei ein klarer
Rechtsrahmen, der nach wie vor aktuell und richtig sei.
Seine Regierung werbe gern für den bewährten Grundsatz HOAI.
Als besonders dringliche Aufgabe bezeichnete der
Ministerpräsident den Wohnungsmarkt. 2015 seien rund
Landtagspräsident
Bernd Busemann:
„Architektur ist ein
wichtiger Teil meiner
Arbeit. Als guter Bauherr ist man am
besten morgens und
abends auf der
(Landtags-)Baustelle.“
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Fotos: Scheffen
12 | Niedersachsen | Berufspolitik |
Kammerpräsident
Wolfgang Schneider:
„Wachsende Städte
brauchten einen qualitativen Impetus, um
nachhaltig von den
Menschen angenommen zu werden. Wer,
wenn nicht die Architekten, sollten diesen
leisten?“
Stadtbaurat Uwe
Bodemann: „Die
neue Wohnbauinitiative wird jährlich 1.000
Wohnungen auch für
geringe Einkommen in
Hannover bauen.“
Laveshaus: Kammerabend bei Kammerjazz und bestem
Kammerwetter.
100.000 Menschen nach Niedersachsen gezogen – ungefähr so viele, wie in Hildesheim wohnen. Die benötigten Wohnungen sollten mehr als eine Erstunterbringung
sein. Um zukunftsfähige Ideen ging es ihm also. Auch
Hannovers Stadtbaurat Uwe Bodemann, war in seiner
Begrüßung bereits auf die Anstrengungen der Landeshauptstadt in diesem Bereich eingegangen. Und auch
Schneider: Er betonte, dass neuer Wohnungsbau in Niedersachsen schnell, kostengünstig und vor allem qualitätsvoll realisiert werden müsse. Ein Lösungsansatz war
der nun beendete Architektenwettbewerb „Wohnraum
schaffen“, den die Architektenkammer Niedersachsen
gemeinsam mit der Architektenkammer Bremen und
dem Verband der Wohnungswirtschaft vdw ausgelobt
hatte – unterstützt vom Land. 100.000 € hatten die Partner gemeinsam aufgebracht, um konkrete Lösungen für
konkrete Grundstücke zu erarbeiten. Die vier Siegerprojekte (siehe S. ??) sollen nun von Architekten und Wohnungsbaugesellschaften in Bremen und Niedersachsen
umgesetzt werden. Weil bedankte sich bei den Architekten für ihre Vorschläge und bei der Kammer für die gute
Zusammenarbeit sowie für die zahlreichen Anregungen
in Richtung Politik. Schneider lobte seinerseits die kurzen Wege, auf denen der Austausch zwischen Berufsstand und Landesregierung möglich sei.
Ein kurzer Weg war es anschließend auch ins gegenüber der Bauverwaltung gelegene Laveshaus, wo der
gesellige Teil des Abends stattfand. Gefeiert wurde diesmal im Hof, das Wetter war sommerlich. Wann kommt
er? Das war nun nur noch eine Frage des Nachtischs.
| Wettbewerb | Niedersachsen | 13
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Wettbewerbsergebnis: Dringend
benötigter
Wohnraum
kann schnell
und mit hoher Qualität
gebaut werden
Architektenkammern Niedersachsen
und Bremen sowie der Verband der
Wohnungs- und Immobilienwirtschaft
Niedersachsen und Bremen (vdw)
zeichnen, unterstützt vom Land
Niedersachsen, im Architektenwettbewerb „Wohnraum schaffen“
vier Architekturbüros für ihre Ideen
und Entwürfe aus
W
olfgang Schneider, Präsident der
Architektenkammer Niedersachsen, gab im Rahmen der Veranstaltung „Architekten und Politik“ am 17. August
2016 in Hannover die Preisträger des Wettbewerbs „Wohnraum schaffen“ bekannt. Die
Architektenkammern Niedersachsen und
Bremen sowie der vdw Niedersachsen Bremen hatten den Wettbewerb, der vom Land
Niedersachsen unterstützt wurde, im Frühjahr ausgelobt, um aufzuzeigen, dass der
dringend benötigte Wohnraum schnell und
kostengünstig, gleichzeitig aber auch qualitätsvoll gebaut werden kann.
oben: btp architekten brandenburg tebarth,
Hannover - Aus der Jurybeurteilung:
„Vorgefertigte Fassadenelemente in Holztafelbauweise ermöglichen eine effiziente Bauteilherstellung. Die äußere Gestaltung der Fassade
bleibt dabei durch die Wahl des Bekleidungsmaterials flexibel.“
unten: Feldschnieders + Kister Architekten,
Bremen - Aus der Jurybeurteilung: „Die Gebäudetypologie wurde geschickt in die vorgefundene städtebauliche Situation eingefügt. Die räumliche Kombination aus Erschließungsflächen und
privaten Freiräumen sorgt für eine willkommene
Belebung des Binnenraums.“
Ministerpräsident Stephan Weil lobte in
seiner Rede den Wettbewerb als hervorragenden Beitrag im Rahmen der Initiative
„Niedersachsen packt an“: „Wir brauchen bezahlbaren Wohnraum für alle, ohne dass die
Qualität leidet, und wir brauchen ihn
schnell! Darum freue ich mich sehr über die
Initiative der Architektenkammern und des
Verbands der Wohnungswirtschaft, dieses
wichtige Anliegen mit einem Wettbewerb
zu unterstützen. Die Landesregierung hat
den Wettbewerb sehr gerne unterstützt.“
Kammerpräsident Schneider betonte,
der Wettbewerb habe gezeigt, dass Archi-
tekten Problemlöser seien und gleichzeitig
Visionen entstehen ließen. Stadtentwicklung sei ohne sie nicht denkbar. „Der Architektenwettbewerb ist das richtige Verfahren,
um Wohnungsbau schnell und qualitätsvoll
umzusetzen. Es geht uns dabei um den Anspruch, die Qualität unserer gebauten Umwelt zu verbessern, und damit auch die
Lebensqualität für die Menschen in den
Orten“, so Schneider.
Heiner Pott, Verbandsdirektor des vdw,
hatte bereits im Vorfeld des Wettbewerbs
die große Bedeutung des Themas für die
Wohnungswirtschaft betont und freute sich
14 | Niedersachsen | Wettbewerb |
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Anerkennungen
Wirth Architekten, Bremen
Schneider + Sendelbach Architekten,
Braunschweig
RTW Architekten, Hannover
Hartmann Eberlei Architekten, Oldenburg
martens_sternkopf architekten stadtplaner energieberater, Rosengarten
Prof. C. Bonnen Architekt, Bremen / Berlin
seyfarth stahlhut | architekten bda,
Hannover
Welp von Klitzing Architekten u. Stadtplaner, Braunschweig
Film zum
Wettbewerb
oben: N2M Architektur & Stadtplanung + fehlig moshfeghi architekten, Hannover - Aus der
Jurybeurteilung: „Die städtebauliche Einbindung der vier Baukörper fügt sich mit großer
Selbstverständlichkeit in die umgebende Bebauung ein. Die zwei Winkelgebäude mit ihren vorgelagerten Laubengängen bilden einen kommunikativen Mittelpunkt der neuen Siedlung.“
unten: Höhlich & Schmotz Architekten, Burgdorf - Aus der Jurybeurteilung: „Die Wohnungen orientieren sich an der westlich orientierten
Fassade mit Küchen-, Ess- und Wohnbereichen
zum Laubengang, dadurch wird der Laubengang
gewolltermaßen zum Ort der Kommunikation.“
nun über die anregenden Ideen und Diskussionsansätze, die der Wettbewerb aufgezeigt hat – beispielsweise rückte der Laubengang als kostensparende Mischfunktion
von Erschließung und Aufenthaltsbereichen
wieder in den Fokus. Der Wettbewerb wird
vier Wohnungsbaugesellschaften aus Niedersachsen und Bremen veranlassen, die
Entwürfe konkret auf ihren Grundstücken
umzusetzen. „Die GEWOBA Bremen, die GBH
Hannover, die KSG Hannover und die Kreiswohnbau Hildesheim werden aufzeigen,
dass die Ergebnisse keine Theorie bleiben,
sondern konkret helfen, die Probleme vor
Ort zu lösen“, sagte Pott. Weitere Wohnungsunternehmen aus Braunschweig, Göttingen,
Hameln und Melle hatten den Wettbewerb
unterstützt.
Der Präsident der Architektenkammer
Bremen, Michael Frenz, sagte: „Die Ergebnisse des Wettbewerbs zeigen, dass der Schulterschluss aus Wohnungswirtschaft und Architektenschaft genau der richtige Schritt
war. Die gesamtgesellschaftliche Aufgabe,
ausreichend Wohnraum für alle zur Verfügung zu stellen, ist nur in Partnerschaft zu
Mit Unterstützung des Landes hat die Architektenkammer Niedersachsen einen rd.
5-minütigen Dokumentarfilm über das
Wettbewerbsverfahren gedreht, der erstemals auf der Integrationskonferenz Ende
August in Hannover präsentiert wurde.
Der Film wird zukünftig für die Werbung für Wettbewerbe eingesetzt und
kann unter www.aknds.de/wohnraumschaffen.html angeschaut werden.
bewältigen. Unser gemeinsamer Wettbewerb hat dies vorbildhaft gezeigt.“
In der ersten Wettbewerbsphase wurden
zunächst innovative und vor allem übertragbare Konzeptideen gesucht, die dann in der
zweiten Phase auf konkrete Grundstücke in
Bremen und Niedersachsen angewandt
wurden. 48 Architekturbüros hatten sich in
der ersten Wettbewerbsphase beteiligt, 19
Büros wurden für die zweite Phase zugelassen und arbeiteten ihre Entwürfe weiter aus.
Die Jury unter Vorsitz des österreichischen
Architekten Much Untertrifaller (Dietrich |
Untertrifaller Architekten, Wien) zeichnete
nun vier dieser Arbeiten mit einem Preis aus
und vergab acht Anerkennungen.
Mehr zum Wettbewerb unter www.
aknds.de/wohnraumschaffen.html
Mz
| Lavesstiftung | Niedersachsen | 15
adidas Laces, Foto: Werner Huthmacher
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kadawittfeldarchitektur bei „Architektur im Dialog“
Gerhard Wittfeld am 22. September Gast der Lavesstiftung in Oldenburg
k
adawittfeldarchitektur wurde 1999 von Klaus Kada und Gerhard Wittfeld in Aachen gegründet und steht heute für weit mehr als
architektonisches Gestalten allein. Der interdisziplinäre Ansatz zeigt sich zum einen in der Verknüpfung von Architektur, Innenarchitektur und Design und zum anderen an der Schnittstelle von städtebaulichen Planungen und urbanen Projekten. Die Entwurfshaltung von kadawittfeldarchitektur gründet auf der Überzeugung, dass Architektur die Fähigkeit und Aufgabe hat, über ihre funktionale
Bestimmung hinaus Mehrwerte zu schaffen. Das können räumliche, kommunikative, wirtschaftliche oder soziale Qualitäten für Gebäude
und Umfeld sein, die im Programm einer Planung nicht vorgegeben sind, aber durch die genaue Analyse aller entwurfsbestimmenden
Parameter in der architektonischen Umsetzung gewonnen werden.
Gerhard Wittfeld ist im Rahmen von „Architektur im Dialog“ am 22. September Gast der Lavesstiftung in Oldenburg. Nach einer Einführung von Wolfgang Schneider, Vorsitzender der Lavesstiftung, stellt sich Wittfeld nach seinem Vortrag den Fragen des Journalisten Günter
Beyer aus Bremen.
Do., 22. September 2016, um 19 Uhr, EWE Forum,
Audimax, Alte Fleiwa 1 (Navigation: Escherweg 7),
26121 Oldenburg.
Anmeldung erforderlich – gerne per Mail bis zum 15.09.16 an
[email protected]
16 | Niedersachsen | Baukultur |
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Urbane Utopien
Experimentelle Musik und Gespräche über das Gestern und Heute als
Beiprogramm zur Ausstellung „Echo-Räume“ im Laveshaus.
D
ie akustische Intervention „Architektur und Unendlichkeit“ der hannoverschen Experimentalmusiker vom Ensemble Tumult führte am ersten Samstag im
August interessierte Zuhörer in neue klangliche Dimensionen von Raum, Zeit und Architektur. In einer eigens für die Ausstellung
„Echo-Räume. Nicht realisierte Bauprojekte
in Hannover“ entwickelten musikalischen
Darbietung loteten Andreas Brüning (E-Bass
und Treatments), Jürgen Morgenstern (Kontrabass, Stimme, Ukulele), Pit Noack (präparierte Kassetten, Kassettenrekorder und
Lautsprecherfeld) und Sebastian Wendt
(Bass- und Kontrabassklarinette) das Verhältnis von Möglichkeit und Wirklichkeit in Musik und Architektur aus. Das Treppenhaus
der städtischen Galerie KUBUS und der Vorplatz wurden als Orte bespielt und klanglich
mit einbezogen. Vor 50 Jahren wurden für
diesen städtischen Raum hinter dem Laveshaus, zwischen Markthalle und Rathaus gelegen, eine Vielfalt von planerischen Ideen
entwickelt. Kulturelle Bauten wie ein Schauspielhaus, eine Stadtbibliothek, dazu Galerien und breite öffentliche Räume sollten eine städtebauliche Anbindung zwischen Rathaus und City möglich machen. Realisiert
wurde nur ein Teil der Planungen. Die nicht
realisierten aber sind in der Ausstellung im
Laveshaus zu sehen (noch bis 2. September).
Dass dieser städtische Raum rund um den
heutigen Köbelinger Markt wieder im Fokus
der Stadtplanung steht und nach 50 Jahren
wieder einen Wandel erfährt, ist ein Phänomen, welches auch andere zentrale Orte in
Hannover betrifft.
Wie sich Städtebau und Architektur in den
60er- und 70er- Jahren in Hannover entwickelten, berichteten Prof. Ekkehard Bollmann,
Architekt und Stadtplaner aus Hannover, und
der Verkehrsplaner und Leiter des U-BahnBauamtes, Prof. Klaus Scheelhaase, in einem
Gesprächsabend, der ebenfalls zum Beiprogramm der Ausstellung zählte. Eröffnet wurde das Gespräch durch den Kammerpräsidenten Wolfgang Schneider. Er hob die Bedeutung des architektonischen Vermächtnisses
der 60er- und 70er -Jahre hervor und zeichnete die Initiative der Lavesstiftung auf, die
sich im nächsten Jahr mit einer Publikation
dem baulichen Erbe dieser Zeit widmen werde. Die Vision einer schnelllebigen Welt, die
Explosion der Städte, der Bauboom der 60erJahre hatten auch in Hannover Spuren hinterlassen. Die urbanen Utopien von einem humanen Städtebau führten in Hannover zu einer Reihe von Planungen, in denen der Bau
von Großkomplexen Wohnen, Arbeiten und
Einkaufen miteinander verbinden sollte. Urbanität durch Dichte, das war das Schlagwort
der Planergeneration. Prof. Bollmann und
Prof. Scheelhaase beschrieben diese Zeit als
eine, in der (fast) alles technisch machbar erschienen sei. Die Kraft visionärer Vorstellungen und die Entwicklung von Konzepten für
die Zukunft wären dabei durch Kommunalpolitik, durch Rudolf Hillebrecht als Stadtbaurat und Oberstadtdirektor Martin Neuffer unterstützt worden. Alles schien möglich, so
Prof. Bollmann. „Es hätte uns damals nicht gewundert, wenn man im Jahr 2000 in Wohnformen leben würde, die über die Städte gespannt wären oder selbst den Mond irgendwann zu besiedeln, auch das war durchaus
vorstellbar.“ Was jedoch niemand für möglich
gehalten, sondern für reine Utopie gehalten
hätte“, so Bollmann, „dass im Jahr 2016 eine
bundesdeutsche Kanzlerin, eine Pfarrerstochter aus der Uckermark, einen schwarzen USPräsidenten, in einem wiederaufgebauten
Schloss in Herrenhausen begrüßt.“ Bollmann
und Scheelhaase plädierten dafür, die städtebaulichen Ideen und Architekturen der 60erund 70er- Jahren, stärker aus ihrem sozialutopischen Kontext zu betrachten. Die Frage,
warum die Qualität der Architektur dieser Zeit
heute so eine geringe Akzeptanz finde , erläuterten beide mit dem Konflikt zwischen Eltern- und Kindgenerationen. Beide waren sich
einig darin, dass die nachfolgende junge Generation den Wert der 60er- und 70er-Architekturen wieder schätzen werde.
Maa
| Öffentlichkeitsarbeit | Niedersachsen | 17
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Mut zur Nachverdichtung
Wirkstoff für Kreative
Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg lädt ein
zum Festival der Kreativen
Wanderausstellung „Auf den zweiten Blick“ soll Buchholzer Bauherren
motivieren, auf schwierigen Grundstücken zu bauen
© fotolia
01
–
23
09
16
Festival der Kulturund Kreativwirtschaft
Wirkstoff ist eine Initiative der Metropolregion
Hannover · Braunschweig · Göttingen · Wolfsburg
Foto: Volksbank Lüneburger Heide eG
Vom 1. bis 23. September findet erstmalig
das Festival der Kultur- und Kreativwirtschaft
mit dem Titel „WIRKSTOFF“ statt. So präsentieren sich elf Branchen, wie zum Beispiel
Design, Werbung, Film oder darstellende
Künste – und nicht zuletzt Architektur. Daher
zählt auch die Architektenkammer zu den
Unterstützern dieses Festivals.
I
n allen Kommunen steht das Thema „Nachverdichtung“ ganz oben auf der Stadtentwicklungsagenda, auch beim Einfamilienhausbau. Im Rahmen eines „integrierten
Stadtentwicklungskonzepts“ hat Doris
Grondke, die Stadtbaurätin der Stadt Buchholz in der Nordheide, in den letzten Monaten alle Baulücken und brachliegenden
Grundstücke der Stadt ausfindig machen lassen: „Wir haben 110 Flächen identifizie t, die
für eine Nachverdichtung in Frage kommen,“
berichtet Grondke. Mit den Eigentümern
werde jetzt in ausführlichen Einzelgesprächen geklärt, was mit den Grundstücken in
Zukunft geschehen könne. „In Buchholz sind
Neubaugebiete knapp, daher muss künftig
vermehrt im Bestand geschaut werden“, betont auch der Regionaldirektor der Volksbank Lüneburger Heide eG, Frank Krause.
Mit guten Ideen wollen die Stadtbaurätin
und die Volksbank Lüneburger Heide eG den
Buchholzer Bauherren jetzt Mut machen,
sich nicht von zunächst schwierig erscheinenden Grundstücken oder Bausituationen
abschrecken zu lassen. Daher nahmen sie
gern das Angebot der Kammer an, die Wanderausstellung „Auf den zweiten Blick“ für einige Wochen im Zentrum von Buchholz zu
zeigen. „Denn in dieser Ausstellung wird gezeigt, wie das Unmögliche aber dann eben
Eröffneten die Wanderausstellung am 11. August 2016: Kammer-Vizepräsident und Obmann
der Region Elbe/Weser Lothar Tabery (2.v.r.),
die Buchholzer Stadtbaurätin Doris Grondke
(2.v.l.), der Regionaldirektor der Volksbank Lüneburger Heide eG Frank Krause (1.v.r.) sowie
Centermanager der BuchholzGalerie Stefan Sahr
( 1.v.l.) gemeinsam mit Katharina Göbel-Groß
(Mitte), zuständige Referentin der Architektenkammer.
doch möglich gemacht werden kann“, so
Volksbankdirektor Krause. Mit der gut besuchten Einkaufspassage „BuchholzGalerie“
im Herzen der Heide-Stadt war der ideale
Standort gefunden, und auch Centermanager Stefan Sahr ließ sich ohne zu zögern auf
eine Kooperation ein. Damit die interessierten Bauherren diese guten Ideen auch tatsächlich in eigene Projekte umsetzen können, findet im Volksbankhaus in Buchholz ab
1. September – gleich im Anschluss an die
Ausstellung – wieder eine neue Reihe der
Bauherrenseminare „Vom Traum zum Haus“
statt. Sie läuft bis zum 6. Oktober 2016.
Der nächste Standort der Wanderausstellung ist Nienburg/Weser. Dort wird die Ausstellung vom 5. bis 22. September im Foyer
des Rathauses, Marktplatz 1, zu sehen sein.
Gg
Mit mehr als 45 Veranstaltungsformaten und
Events zeigt die Branche, wie sie die Region
durch ihr Wirken bereichert. Darunter etablierte Musikfestivals wie die Niedersächsischen Musiktage neben neuen Formaten wie
der PechaKucha-Night in Göttingen.
Das Festival widmet sich der Frage, welche
Rolle die Kultur- und Kreativwirtschaft als
Impulsgeber für Wirtschaft und Gesellschaft
einnimmt und einnehmen wird. Fachleute,
Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft bringen ihre Erfahrungen und Kenntnisse ein. Ein Workshop-Angebot rundet das
Programm inhaltlich ab.
Auf drei interessante Veranstaltungen soll an
dieser Stelle besonders hingewiesen sein:
Rundgang durch die Fagus-Werke jeweils
am 4., 11. und 18. September.
Stadtspaziergang durch Duderstadt mit
dem Titel: „Stadtentwicklung zwischen Fachwerk und Moderne“ am 9. September, geführt von Architekt Michael Schmutzer.
Rundfahrt durch Wolfsburg am 18. September, die zeigt, wie sich dort Wohnen und Architektur seit 1938 entwickelt hat.
Alle Informationen zum WIRKSTOFF-Festival
sowie den weiteren Veranstaltungen unter
www.wirkstoff-metropolregion.de
Gg
18 | Niedersachsen | Öffentlichkeitsarbeit |
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Niedersächsischer Artenschutz bei
Staatspreis kommt Gebäudenach Berlin
sanierungen
Preisträger des Niedersächsischen
Staatspreises für Architektur 2016:
UNESCO Weltkulturerbe Mariendom Hildesheim mit Dommuseum und Annexbauten (Schilling
Architekten, Köln /
Hahn Hertling von
Hantelmann, Landschaftsarchitekten
Hamburg; Bauherr:
Domkapitel Hildesheim).
Kammerpräsident
Schneider: „In einem
langjährigen Planungs- und Bauprozess, der einen Wettbewerb für die Freiflächengestaltung des
Domhofes umfasste,
arbeiteten Architekten, Landschaftsarchitekten und Bauherren stetig weiter für
die optimale Lösung,
passten die Ziele im
Laufe der Zeit immer
wieder an und kamen
so gemeinsam zu einem einzigartigen Gesamtensemble das
Hildesheim überzeugend aufwertet.“
Wie Architekten Artenschutz und Klimaschutz
vereinbaren können
Kohlmeise in einer Fassade, Foto: Frank Hessing
Ausstellung und Podiumsgespräch in der
niedersächsischen Landesvertretung am 19.
September
Foto: Christian Richters
A
m 19. September wird in der Niedersächsischen
Landesvertretung in Berlin die Ausstellung des
Niedersächsischen Staatspreises für Architektur
2016 eröffne . Der Preis war Anfang Juni zum Thema
„Bauen für die Öffentlichkeit“ in Hannover von Bauministerin Cornelia Rundt und Kammerpräsident Wolfgang
Schneider an das UNESCO Weltkulturerbe Mariendom
Hildesheim mit Dommuseum und Annexbauten verliehen worden (Schilling Architekten, Köln / Hahn Hertling
von Hantelmann, Landschaftsarchitekten Hamburg;
Bauherr: Domkapitel Hildesheim). Die Ausstellung zeigt
die 2016 ausgezeichneten Objekte: Preisträger, Nominierungen und Engere Wahl.
Den Abend eröff et Staatssekretär Michael Rüter, Bevollmächtigter des Landes Niedersachsen beim Bund,
bevor Kammerpräsident Schneider einen Einblick in die
Juryarbeit gibt. Im anschließenden Podiumsgespräch
diskutiert Prof. Stefan Rettich, KARO* architekten, Leipzig/Hamburg als Vorsitzender der Jury mit dem Architekten des Siegerobjekts Prof. Johannes Schilling, Schilling Architekten, Köln und dem baupolitischen Sprecher
der SPD Landtagsfraktion Niedersachsen und Jurymitglied Marco Brunotte. Architekturkritiker Nils Ballhausen
moderiert. Start ist um 19 Uhr.
Montag, 19. September 2016, 19.00 Uhr, Vertretung
des Landes Niedersachsen beim Bund, In den Ministergärten 10, 10117 Berlin; Anmeldungen zur Eröffnung in
Berlin bitte an [email protected]
Ausstellungsdauer: 20. bis 23.09.2016 Öffnungs eiten: jeweils 10 bis 18 Uhr.
V
iele Vogel- und Fledermausarten leben als sogenannte Kulturfolger in den Städten. Sie benutzen
seit Jahrhunderten unsere Gebäude als „Ersatzfelsen“ zum Leben und Brüten. Werden im Zuge der energetischen Sanierung Fassaden und Dächer gedämmt
und kleine Hohlräume verschlossen, verlieren diese Tiere ihre Lebensstätten. Denn viele Gebäude bewohnende Arten benutzen jedes Jahr dieselben Nester oder
Quartiere. Oft sind bei einer Gebäudesanierung nicht nur
einzelne Tiere betroffen, sondern ganze Kolonien.
Seit dem Klimagipfel in Paris im November 2015 ist
verbindlich vereinbart, den CO²-Ausstoß so zu begrenzen, dass die durchschnittliche globale Klimaerwärmung
deutlich unter 2 K bleibt. Daraus folgt für Deutschland,
dass der CO²-Ausstoß im Gebäudebereich um ca. 90 Prozent reduziert und der Gebäudebestand umfassend saniert werden muss. Im Widerspruch dazu steht die Verpflic tung, die Lebensstätten der Tiere – auch in deren
Abwesenheit – zu erhalten. Denn wild lebende Vögel und
Fledermäuse sind durch das Bundesnaturschutzgesetz
besonders geschützt (§ 44 Abs. 1 Nr. 1 bis 3 BNatSchG).
Planer und Architekten sollten heute daher Artenschutz und Klimaschutz vereinbaren. Dabei sind neben
bauphysikalischen und konstruktiven Belangen auch
artspezifische (z. B. die Lage des Quartiers) zu beachten.
Hier können die Informationsbroschüre und das neue
Praxishandbuch des BUND „Artenschutz bei Gebäudesanierungen“ helfen. Die Applikation an der Fassade dürfte
häufig den gestalterischen Ansprüchen nicht genügen.
Will man Quartiere für Vögel und Fledermäuse bündig –
| Aktuell | Niedersachsen | 19
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und damit unauffällig – in der Fassade einbauen (siehe
Foto), ist meist eine Aussparung in der Dämmung und
somit Hinterlegen des Einbauteiles mit hochwertiger
Dämmung notwendig, um die entstehende Wärmebrücke zu minimieren. Im Dach kann man mit Lüfterziegeln
Zugang zu vorhandenen Hohlräumen einplanen. Einzelne Nistplätze werden die Funktion des Dachaufbaus genauso wenig beeinträchtigen, wie kleine Bereiche geringerer Dämmstärke die Energiebilanz des Hauses nicht
verändern. Für einen Einbau sind die Gesimse am Dachrand gut geeignet, die außerhalb der thermischen Hülle
liegen und ohnehin bei Dach- bzw. Fassadensanierung
erneuert werden. Viele Arten suchen hier bevorzugt nach
geeigneten Quartieren.
Denkmalgeschütztes
Bauwerk muss erhalten
bleiben
Architektenkammer Niedersachsen plädiert für Erhalt der
historischen Gleishalle in Oldenburg
Aus Bauherrensicht ist neben dem Klimaschutz auch
der Artenschutz ein Beitrag zum kollektiven Wohlbefi den. Ergebnisse der aktuellen Naturbewusstseinsstudie
2015 des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz,
Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) und des Bundesamts
für Naturschutz (BfN) zeigen: Menschen in Deutschland
wollen Natur in der Stadt! Grünflächen und eine hohe Artenvielfalt bieten vor allem Großstädtern den nötigen Erholungsraum. Naturerfahrungen und Wildtierbeobachtungen sind weitere wichtige Bestandteile von Wohn- und
Lebensqualität. Dabei hat das Zusammenleben mit fli genden Untermietern unter einem Dach konkrete Vorteile: Vögel und Fledermäuse sind fleißige Insektenfresser,
die den heimischen Garten vor Schädlingen und uns Menschen vor plagenden Mücken bewahren können. Vögel
helfen bei der Verbreitung von Pflan ensamen, und Arten
wie Haussperlinge und Dohlen können aufgrund aufkommender Nahrungskonkurrenz sogar die Anzahl verwilderter Haustauben eindämmen. Der Erhalt der biologischen
Vielfalt ist von der Bundesregierung bis zu vielen Gemeinden erklärtes Ziel. Dabei wird das Engagement für den Artenschutz in der Öffentlichkeit vorwiegend positiv aufgenommen. Möglichkeiten, Vögeln und Fledermäusen weiterhin ein Zuhause zu geben, gibt es viele. Damit sie auch
in Zukunft in den Städten leben können, sind sie auf die
Handlungsbereitschaft und Akzeptanz aller Beteiligten
angewiesen. - www.artenschutz-am-bau.de.
Volker Auch-Schwelk & Kirsten Gulau, Bund für Umwelt und
Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Niedersachsen e.V.
Foto: von Hagen
„Artenschutz am Gebäude - Neubau und Bestand“
BUND Niedersachsen und Energieagentur Region Göttingen
veranstalten eine Schulung für Planer und Handwerker zum
Artenschutz am Gebäude im Neubau und Bestand. Mittwoch, 7.9.2016, 13 bis 18 Uhr in Göttingen. Anmeldung unter www.artenschutz-am-bau.de/termine-und-angebote/
D
ie Deutsche Bahn plant derzeit, die denkmalgeschützte
Oldenburger Gleishalle gegen den Willen der zuständigen
Denkmalschutzbehörden der Stadt Oldenburg und der
Oldenburgischen Landschaft abzureißen. Wolfgang Schneider, Präsident der Architektenkammer Niedersachsen, sprach sich nun gegen einen Abriss der denkmalgeschützten Gleishalle in Oldenburg
aus – die Nordwest-Zeitung aus Oldenburg nahm den Einspruch
umgehend in ihre Berichterstattung auf. Schneider forderte alle Beteiligten auf, aufeinander zuzugehen und das konstruktive Gespräch
zu suchen, um Lösungen zu entwickeln, die den Erhalt des Denkmals ermöglichen. Die Ertüchtigung und Weiterentwicklung der
Gleishalle sei möglich und stände nicht im Widerspruch zum Denkmalschutz. „Zeitgemäße Konstruktionen, Materialien und Gestaltungsdetails können auch in einem Denkmal zum Einsatz kommen“,
so der Kammerpräsident. Modernes Bauen in historischen Gebäuden müsse sich nicht ausschließen.
Mit der denkmalrechtlichen Unterschutzstellung von Bauwerken,
so der Kammerpräsident weiter, werde dem Verlust wesentlicher
historischer Dokumente vorgebeugt, deren Erhalt im gesamtgesellschaftlichen Interesse liegen. Er forderte die Bahn auf, trotz anzuerkennender wirtschaftlicher Gesichtspunkte, einen Erhalt der Halle
anzustreben.
Schneider: „Ich erwarte von der Deutschen Bahn als Eigentümerin einer Vielzahl denkmalgeschützter Bauten ein verantwortungsbewusstes, der Baukultur verpflic tetes Handeln. Dies dient – wie
die Pflege eines zeitgemäßen Corporate Design oder das Vorhalten
moderner Züge – dem Image und damit der Kundenbindung des
Unternehmens.“
Die Architektenkammer, so Schneider, biete in welcher Form auch
Mz
immer, ihre Hilfe an.
20 | Niedersachsen | Recht |
DABregional 09 · 16
Neue Richtzahlen für Einstellplätze
Kritik der Architektenkammer
§
47 Abs. 1 NBauO regelt, dass für bauliche
Anlagen, die einen Zu- und Abgangsverkehr mit Kraftfahrzeugen erwarten lassen, Einstellplätze in der erforderlichen Anzahl zur Verfügung stehen müssen. Das Niedersächsische Ministerium für Soziales,
Gesundheit und Gleichstellung (MS) hat als
oberste Bauaufsichtsbehörde mit Runderlass
vom 06.07.2016 unter dem Titel „Ausführungsbestimmungen zu § 47 NBauO“ (Nds.
MBl. Nr. 27/2016, S. 714 ff.) die bisher geltenden Richtzahlen für die notwendigen Einstellplätze teilweise geändert. Es sind insbesondere folgende Neuerungen zu beachten:
- Es wird klargestellt, dass in den Richtzahlen die Einstellplätze für Menschen mit
Behinderung gemäß § 49 Abs. 2 NBauO enthalten sind.
- Die Richtzahl für Mehrfamilienhäuser
und sonstige Gebäude mit Wohnungen
wurde zunächst auf 2 Einstellplätze je Wohnung angehoben. Aufgrund massiver Kritik
der Architektenkammer und weiterer Institutionen wurde diese Anhebung jedoch bereits mit Runderlass vom 28.07.2016 (Nds.
MBl. Nr. 29/2016, S. 806) wieder korrigiert
und auf das bisherige Maß von 1 – 1,5 Einstellplätzen je Wohnung zurückgesetzt.
- Die bisherige Regelung zu Gebäuden
mit Altenwohnungen (Ziff. 1.3) wurde gestrichen. Mit der Streichung entsteht die Un-
klarheit, ob solche Wohnungen nunmehr
den sonstigen Gebäuden mit Wohnungen
oder den Altenwohnheimen zuzuordnen
sind.
- In einer neuen Ziff. 2.2 sind nunmehr
Büro- und Verwaltungsräume mit hohen
Nutzflächen (Bibliotheken, Registraturen, Archive und dergleichen) gesondert mit 1 Einstellplatz je 80 m² Nutzfläche oder je 3 Beschäftigten geregelt.
- Der Einstellplatzbedarf für Räume mit
erheblichem Besucherverkehr (Schalter-, Abfertigungs- oder Beratungsräume, Arztpraxen
und dergleichen) wurde angehoben auf 1
Einstellplatz je 15 – 25 m² Nutzfläch . Die Mindestzahl wurde auf 5 (bislang 3) angehoben.
- Neu eingeführt wurde eine Richtzahl
für Fitness- und Sportstudios mit 1 Einstellplatz je 10 m² Nutzfläch , jedoch mindestens 10 Einstellplätzen (Ziff. 5.13).
- Die bisherige einheitliche Bestimmung
zu Sanatorien, Kuranstalten und Anstalten
für langfristig Kranke wurde unterteilt in die
Bereiche Vorsorge- und Reha-Einrichtungen,
Tagespflegeein ichtungen und Tageskliniken mit jeweils einzelnen Regelungen.
- Bei Hochschulen (Ziff. 8.4) wurde der
Einstellplatzbedarf von 1 Einstellplatz je 4
flächenbe ogenen Studienplätzen auf 1 Einstellplatz je 6 flächenbe ogenen Studienplätzen abgesenkt.
In dem Runderlass wird – wie bisher – darauf hingewiesen, dass die Richtzahlen lediglich eine Orientierungshilfe darstellen. Die
Anzahl der notwendigen Einstellplätze ist zu
erhöhen oder zu ermäßigen, wenn der tatsächliche Bedarf eine abweichende Bemessung ergibt. Diesen Punkt hat das Sozialministerium mit einer E-Mail vom 28.07.2016 an
sämtliche Baubehörden nochmals ausdrücklich klargestellt und erläutert, dass die Richtzahlen nicht streng schematisch anzuwenden sind. Die Anzahl der Einstellplätze richte
sich nach den Bedürfnissen des Einzelfalls.
Der Runderlass vom 06.07.2016 sowie
der Ergänzungserlass vom 28.07.2016 sind
zum 20.07.2016 in Kraft getreten. Die Regelungen sind befristet bis zum 31.12.2021.
Das Niedersächsische Ministerialblatt ist im
Internet unter www.niedersachsen.de/politik_staat/gesetze_verordnungen/gesetze-verordnungen-20080.html zu finden. Weiterhin ist der Runderlass auf www.voris.de
(Nr. 21072) abrufbar.
Die Architektenkammer Niedersachsen hat
sich direkt nach der Veröffentlichung bereits
kritisch zu einzelnen Neuerungen – insbesondere zu den verschärfenden Regelungen – geäußert. Zudem wird die Kurzfristigkeit des Inkrafttretens moniert. Übergangsfristen enthält
der Runderlass nicht.
Pa
Fortbildung September und Oktober 2016
Alle Seminare, Weiterbildungen und Lehrgänge, alle Termine und die Online-Anmeldung unter www.fortbilder.de
Veranstaltung
Datum
Referent
Ort
Haustechnik für Architekten
Seminar
Kostenmanagement für Architekten und Landschaftsarchitekten
Seminar
VOB A - Leistungsverzeichnisse für Freianlagen
Überblick und Praxishinweise
Seminar
Vergaberechtsreform 2016 - Alles auf „Null“?
Gravierende Änderungen im Vergaberecht, die Architekten kennen müssen!
Seminar
07.09.2016
10 -17 Uhr
15.09.2016
14 -19 Uhr
20.09. 2016
10-17 Uhr
PD Dr.-Ing. Stefan Wirth
Laveshaus /
Hannover
Laveshaus /
Hannover
Laveshaus /
Hannover
28.09. 2016
10-17 Uhr
Rechtsanwalt Prof. H. Henning Irmler
Architekt Dipl.-Ing. Klaus Dieter
Siemon
Dipl.-Ing. Manfred Quebe,
Landschaftsarchitekt
Laveshaus /
Hannover
| Wettbewerb | Niedersachsen | 21
DABregional 09 · 16
84 Wohnungen und
eine Kita
Architektenwettbewerb: Starterwohnen am
Körnerplatz in Hannover
Aufgabe
Die Gesellschaft für Bauen und Wohnen GBH
beabsichtigt die Errichtung eines Wohngebäudes für Studierende und Auszubildende
mit Kita am Körnerplatz in Hannover. Die
Bauaufgabe erfordert neben der funktionalen Komposition ein hohes Maß an Sensibilität bei der Einfügung des Gebäudes in den
städtebaulichen Kontext - insbesondere in
Bezug auf die unmittelbare Nähe zur Christuskirche.
Auslober
Gesellschaft für Bauen und Wohnen mbH –
GBH, Hannover
Preisträger
1. Preis: ASP Architekten Schneider Meyer
Partnerschaft mbB, Hannover
2. Preis: NL Architects, Amsterdam / BeL Sozietät für Architektur, Köln
3. Preis: Architekten BKSP Grabau Leiber
Obermann und Partner mbB, Hannover
Jurybewertung
Prof. Andreas Quednau von der Leibniz Universität Hannover leitete das Preisgericht Anfang August. Die Jury bescheinigte dem Entwurf von ASP eine besondere Qualität in der
städtebaulichen Form und auch in der Gestaltung, die ihren Duktus über Fassade, Ter-
rasse, als auch den gesamten Außenbereich
beschreibe. Der siebengeschossige Hauptbaukörper werde östlich auf drei Geschosse
abgestuft, der Blick von einer großzügigen
Terrasse Richtung Christuskirche freigegeben. Er endet in einer eingeschossigen, pergolaartig gestalteten Einfassung des Außengeländes der Kita. Mit 84 Wohneinheiten insgesamt besitze die Arbeit ein Drittel mehr
Appartements als gefordert. Positiv hob die
Jury auch hervor, dass die Öffnungen der Fassade großzügig bemessen seien und mit ihrem Gestaltungsduktus sowohl helle Appartements als auch gut belichtete Kita-Räume
ermöglichten und die Einfassung des Außenraums sich mit gleicher Haltung präsentiere.
Entwurf ASP
Die Gliederung des neuen Baukörpers orientiert
sich an den Höhen der Umgebung, um sowohl die
Einfügung in den Bestand als auch eine Eigenständigkeit an diesem Standort zu bewirken. Die
Höhenentwicklung geht in besonderer Weise auf
die Umgebung ein und spiegelt zugleich die Statik
einer Überbauung der U-Bahntrasse in wirtschaftlich verträglicher Form wider. Eine daraus resultierende Terrasse mit Blick auf die Christuskirche
wird als großzügiger Freiraum für studentische
Kommunikation angeboten. Wohnplätze in Einzelappartements bilden den Schwerpunkt des Gebäudes während die individuellen Wohnplätze in
Wohngemeinschaften und in Wohngruppen sich
an den Kopfenden des Hauses um den Gemeinschaftsbereich herum gruppieren.
Entwurf NL Architects/BeL
Das Haus ist ein Solitär im Garten mit umgebender Mauer. Die
Mauer ist städtebaulich wirksam, programmatisch und formal, sie nimmt gemeinschaftliche Nutzungen auf und gibt sie
der Stadt zurück. Das Gebäude
ist ein schlichtes kompaktes Volumen aus Backstein. Das Gebäude reagiert mit seinen Fassaden und den dahinterliegenden Sonderräumen auf seine
Lage in der Stadt.
22 | Niedersachsen | Wettbewerb |
DABregional 09 · 16
Transparent
Architektenwettbewerb: Erweiterung der Grundschule Gehrde
Entwurf ReindersArchitekten
Mit der geplanten Erweiterung der Grundschule ergibt sich die große Chance, die
liebevoll und einladend gestaltete, vorhandene Platzzone städtebaulich zu komplettieren und weiter aufzuwerten. Das Entwurfskonzept sieht vor, dass die geplante
Erweiterung den Bestand möglichst einfach und selbstverständlich ergänzt. Vorgesehen ist ein Baukörper mit überwiegend geneigten Dachflächen, der in seiner winkelförmigen Ausprägung nach Westen eine kleine Vorplatzzone umschließt, und
nach Osten möglichst schlicht und transparent die neue westliche Raumkante des
Platzes definiert. Die Frei- und Pausenflächen bleiben in der jetzigen Größe weitestgehend erhalten. Die zweigeschossige Aula mit angegliederter Bühne bildet
den Kern des Gebäudes. Von hier sind alle Funktionsbereiche wie Unterrichtsräume im Bestand und in der Erweiterung sowie der Speisesaal direkt zu erreichen.
Aufgabe
Die Grundschule Gehrde benötigt im Zuge der Aufgabenerweiterung,
wie Inklusion, Ganztagsbetreuung, Förder- und Fordermaßnahmen, zusätzliche Räume. Erste Untersuchungen ergaben, dass ein Erweiterungsbau notwendig ist, um das geforderte Raumprogramm unterzubringen.
Auslober
Samtgemeinde Bersenbrück
Preisträger
1. Preis: ReindersArchitekten, Osnabrück
3. Preis: Planwerkstatt, Bersenbrück
Jurybewertung
Die Jury leitete Dombaumeister Ralf Schlüter. Der Entwurf von ReindersArchitekten passe sich sehr gut in die vorhandene Umgebung ein, die
Angliederung an den bestehenden Altbau der Schule erfolge behutsam. Auch die Dachanordnung sei sehr gelungen und passe sich der
Kleinteiligkeit des Bestandes und des gesamten Ortsbildes an. Der Neubau schaffe zusätzliche Qualität durch die Transparenz der Fassade, die
den Blick zum Kirchplatz und zum Schulhof ermögliche. Positiv wurde
auch bewertet, dass der Neubau die Fläche des Pausenhofes nicht verringere.
Entwurf Planwerkstatt
Der Entwurf des Anbaus an die Grundschule Gehrde orientiert
sich an das bestehende denkmalgeschützte Altbauensemble.
Durch einen L-förmigen Neubau, der zweigeschossig an den Bestand anschließt und eingeschossig weitergeführt wird, wird der
Schulhof gerahmt. Dabei nimmt der Entwurf in seiner Grundform
die derzeit mit der Turnhalle überbaute Fläche wieder auf. Im
Norden rückt das Gebäude von der Grundstücksgrenze ab und ermöglicht so einen Durchgang zum Schulhof sowie eine Belieferung der Mensa. Der zweigeschossige Gebäudeteil soll dabei als
Putzbau mit Walmdach, angelehnt an den Bestand sowohl in
Form als auch Material, ausgeführt werden. Der eingeschossige
Bauteil hingegen wird mit einer Holzfassade versehen. In den Fassaden werden die Fensterformate des Altbaus übernommen und
durch Unterteilungen neu interpretiert. Hinzu kommen Erker und
Vorbauten wiederum mit Holz, die somit in moderner Architektursprache unterschiedliche Akzente setzen.
| Termine | Niedersachsen | 23
DABregional 09 · 16
Was ist los in Niedersachsen? Tipps und Termine
Aktuelle Termine finden sie auch im Internet unter www.aknds.de/aktuell.html
Ort
Veranstaltung
Datum
Veranstalter/Veranstaltungsort
Bundesweit
Gemeinsam Denkmale erhalten
Tag des offenen Denkmals
„Gemeinsam Denkmale erhalten“, Tag des offenen Denkmals im Fagus-Werk
„Artenschutz am Gebäude - Maßnahmen im Neubau und
Bestand“, Schulung für Planer & Handwerker
11.09.2016
Deutsche Stiftung Denkmalschutz
www.tag-des-offenen-denkmals.de
Fagus-Werk, Hannoversche Straße 58,
www.fagus-werk.com
Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland,
Landesverband Niedersachsen e.V. / Energieagentur
Region Göttingen e.V., / VGH-Seminarraum im Erdgeschoss, Berliner Straße 2; www.bund-niedersachsen.de;
www.energieagentur-goettingen.de
Architektenkammer Niedersachsen, Friedrichswall 5,
www.aknds.de
Alfeld/Leine
Göttingen
Hannover
Loccum
Oldenburg
Oldenburg
Oldenburg
Oldenburg
Oldenburg
11.09.2016
07.09.2016
13 Uhr bis 18 Uhr
„Echoräume. Nicht realisierte Bauprojekte in Hannover.“, noch bis 02.09.2016
Ausstellung
Mo-Do 10 - 16 Uhr
Fr 10 - 12 Uhr
Energiewende im Gebäudesektor, Klimaschutz und Wirt- 19. bis 20.09.2016
schaftlichkeit durch technikoffene Lösungen,
Tagung
03.09.2016
„Architekten in Bewegung“
14 Uhr bis 18 Uhr
Sprechstunde
06.09.2916 bis
„Wohnraum schaffen“, Ausstellungseröffnung und Vor30.09.2016
stellung der Wettbewerbsergebnisse am 06.09.2016,
19 Uhr
„Bewahren, Umnutzen, oder Wiederverwenden?“, Vortrag 07.09.2016,
19 Uhr
22.09.2016
„Wo Flüchtlinge wohnen und Städte lebendig
19 Uhr
werden - Für Integration ohne Neubau,
Referent Daniel Fuhrhop
22.09.2016,
„Architektur“ im Dialog mit Gerhard Wittfeld,
19 Uhr
kadawittfeldarchitektur, Aachen
Vortrag und Podiumsgespräch
Evangelische Akademie Loccum, Münchehäger Straße 6,
www.loccum.de
bau_werk Halle am Pferdemarkt, Pferdemarkt 8a
www.bauwerk-oldenburg.de
bau_werk Halle am Pferdemarkt, Pferdemarkt 8a
www.bauwerk-oldenburg.de
bau_werk Halle am Pferdemarkt, Pferdemarkt 8a
www.bauwerk-oldenburg.de
KoBE e.V., / bau_werk Halle am Pferdemarkt, Pferdemarkt
8a, www.bauwerk-oldenburg.de
Lavesstiftung / EWE Forum Alte Fleiwa, Alte Fleiwa 1
www.lavesstiftung.de
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