Hebamme.ch Sage-femme.ch Levatrice.ch Spendrera.ch 6 2013 Hebammenkunst und evidenzbasierte Medizin Représentations du corps de la femme / de la mère Vitamin D3 Unentbehrlich für den gesunden Aufbau von Knochen und Zähnen Für eine optimale Entwicklung der Knochen (Rachitisprophylaxe) empfiehlt die Schweizerische Gesellschaft für Pädiatrie eine tägliche Zufuhr von 300-500 IE Vitamin D3 für Säuglinge und Kleinkinder, egal ob sie gestillt werden oder nicht, und dies zumindest während dem 1. Lebensjahr.1) Vitamin D3 Wild Öl: 1 Tropfen = 500 I.E. Vitamin D3 Vitamin D3 Wild Öl: enthält Vitamin D3 in öliger Lösung Vitamin D3 Wild Öl: enthält als Lösungsmittel mittelkettige Triglyceride ohne Allergierisiko Zus: 1 Tropfen enthält 500 I.E. (12.5 µg) Cholecalciferolum in öliger Basis (mittelkettige Triglyceride aus Kokosnuss- und Palmöl, nicht allergen). Ind: Prophylaxe und Therapie der Rachitis, Osteomalazie, Vitamin-D-Mangel. Dos: Rachitis-Prophylaxe: 1 Tropfen/Tag, Rachitis-Therapie: 2-10 Tropfen, Osteomalzie: 2-10 Tropfen täglich. KI: Hypercalcämie, Hypercalciurie, kalziumhaltige Nierensteine, Sarcoidose, Pseudohypoparathyeroidismus. IA: Phenytoin und Barbiturate, Thyazid-Diuretika, Herzglykoside. UW: in Folge von Überdosierungen. VK: D. Ausführliche Angaben entnehmen Sie bitte: www.swissmedicinfo.ch 1) Empfehlungen für die Säuglingsernährung 2008, Paediatrica, 19, 19-21, 2008. Dr. Wild & Co. AG, 4132 Muttenz www.wild-pharma.com Inhalt • Sommaire Ausgabe 6 Hebammenkunst und evidenzbasierte Medizin Edition 6 Représentations du corps de la femme / de la mère Aktuell 2 Actualité 28 Editorial Inge Loos, Bern 5 Editorial Inge Loos, Berne 31 Dossier 4 Dossier 30 Evidenzbasierte Medizin als neue Hebammenkunst? Doppelte Falle Barbara Duden, Hannover (D) Pratiques de la naissance, corps féminin et sentiment d’incompétence – Notes sur une recherche en cours Irene Maffi, Lausanne Fokus 10 Elternschaft nach einer Frühgeburt: Verlust und Wiedergewinn einer Selbstverständlichkeit Mosaïque Natascha Schütz Hämmerli, Sakari Lemola, Eva Cignacco, Basel David Scheiner, Daniele Perucchini, Daniel Fink, Cornelia Betschart, Zurich Mosaik 34 Du Botox pendant la grossesse et l’allaitement 14 Botox in Schwangerschaft und Stillzeit David Scheiner, Daniele Perucchini, Daniel Fink, Cornelia Betschart, Zürich Parentalité face à une naissance prématurée: une perte de la compréhension de soi suivie d’un retour de celle-ci 35 Natascha Schütz Hämmerli, Sakari Lemola, Eva Cignacco, Bâle Neues aus Wissenschaft und Forschung 18 Fédération 20 Verband 20 Sections 22 Sektionen 22 Formation continue FSSF 37 Fort- und Weiterbildung SHV 37 En librairie 36 Buchtipp 19 Thema der Ausgabe 7/8 2013 SHV-Kongress 2013, Thun Thème de l’édition 7/8 2013 Congrès de la FSSF, Thoune Erscheint in Juli 2013 Parution en juillet 2013 111. Jahrgang | 111e année Geschäftsstelle | Secrétariat Rosenweg 25 C, Postfach, CH-3000 Bern 23, T +41 (0)31 332 63 40, F +41 (0)31 332 76 19 [email protected], www.hebamme.ch, www.sage-femme.ch Öffnungszeiten von Montag bis Freitag | Heures d’ouverture du lundi au vendredi 8:15–12:00 / 13:30–17:15 Offizielle Zeitschrift des Schweizerischen Hebammenverbandes | Journal officiel de la Fédération suisse des sages-femmes | Giornale ufficiale della Federazione svizzera delle levatrici | Revista uffiziala da la Federaziun svizra da las spendreras Erscheinungsweise 10 Mal im Jahr, Doppelausgaben im Januar / Februar und Juli /August | Parution 10 éditions par année, numéros doubles en janvier / février et en juillet /août Foto Titelseite Der SHV dankt Stephanie Todaro und der Frauenklinik Stadtspital Triemli, Zürich Photo couverture La FSSF remercie Stephanie Todaro et l’Hôpital Triemli de la Ville de Zurich Aktuell Recht in der Geburtshilfe Ein Leitfaden für den medizinischen Berufsalltag mit Schwangeren, Gebärenden und Wöchnerinnen Ursina Pally Hofmann Schulthess Juristische Medien AG, 196 S., broschiert, Regulärer Preis: CHF 65.–, Preis für SHV-Mitglieder: CHF 55.25, ISBN 978-3-7255-6738-6 Für Geburtshelferinnen und Geburts­ helfer sind rechtliche Kenntnisse unabdingbar geworden. Sie arbeiten invasiv, interdisziplinär und sind mit den Interessen der schwangeren Frau als auch des Ungeborenen konfrontiert. Sie müssen in der Lage sein zu entscheiden, wann sie wessen Interesse vertreten müssen, und haben die Rechte von Mutter und Kind zu wahren. Nicht zuletzt geht es darum, sich selbst vor haftpflichtrechtlichen Ansprüchen und/oder einer strafrechtlichen Verfolgung zu schützen. Diese Themen werden im vorliegenden Buch aufgrund rechtlicher Grundlagen und anhand praktischer Beispiele dargelegt. Das Buch richtet sich an auszubildende und erfahrene Geburtshelferinnen und -helfer (Hebammen und Ärzteschaft) sowie an interessierte werdende Eltern. ( Hinweis für SHV-Mitglieder Für die Bestellung des Buches verwenden Sie bitte den Bestelltalon auf dem Flyer der der Ausgabe JuliAugust (7/8 2013) beigelegt wird. Der SHV hat mit dem SchulthessVerlag den Sonderpreis von CHF 55.25 vereinbart. Weitere Informationen zum Buch unter: www.schulthess.com 2 Hebamme.ch • Sage-femme.ch 6 2013 Jugend und Gewalt: Positive Zwischen­ bilanz des Nationalen Programms Bund, Kantone, Städte und Gemeinden setzen seit 2011 gemeinsam das Präventionsprogramm Jugend und Gewalt um. Das Programm ist auf fünf Jahre angelegt und zielt darauf ab, eine wirkungsvolle Gewaltprävention in der Schweiz zu fördern. Nach Halbzeit des Programms ziehen die Beteiligten im Rahmen des 4. Netzwerktreffens in Zürich eine positive Zwischenbilanz. Die Verantwortlichen in den Kantonen, Städten und Gemeinden schätzen den Austausch und die Zusammenarbeit im Rahmen des Programms. Auch für kleine Kantone und Gemeinden lohnt es sich, Zeit und Geld in eine Strategie zur Gewaltprävention zu investieren. Wichtig ist, die Wirksamkeit und Nachhaltigkeit von Massnahmen zu sichern. Mehr Informationen unter: www.bsv.admin.ch › aktuell › medien Babynahrung: Untersuchung zeigt erfreuliche Resultate Im Jahr 2012 haben Bund und Kantone in einer breit angelegten Untersuchung Babynahrung auf Pestizid-Rückstände und andere Verunreinigungen untersucht. Die aktuellen Ergebnisse – sämtliche 108 Proben waren rechtskonform – zeigen ein deutlich positiveres Bild als in früheren Analysen. Dies lässt darauf schliessen, dass die Produzenten ihre Pflicht zur Selbstkontrolle ernst nehmen und ihre betriebsinternen Kontrollsysteme effizienter geworden sind. Diese Kontrollkampagne steht im Zeichen einer verstärkten Zusammenarbeit zwischen Bund und Kantonen. Im Rahmen der nationalen Lebensmittelkontrolle wurden Babynahrung (Altersgruppe 0 –12 Monate) und Lebensmittel für Kleinkinder (Altersgruppe 1– 3 Jahre) untersucht. 108 Proben wurden auf Pestizidrückstände untersucht. Ausgewählte Stichproben wurden zusätzlich auf Spuren von Nitraten, auf Bromid und gentechnisch veränderte Organismen (GVO) getestet. Sämtliche Proben entsprachen den rechtlichen Vorschriften. In 107 Proben lagen die Pestizidwerte unterhalb der Nachweisgrenze. In einem Fall wurden tolerierbare Spuren von Pestiziden gemessen. Die Resultate dieser Messungen fallen deutlich besser aus als bei früheren Untersuchungen. Mehr Informationen unter: www.bag.admin.ch › Aktuell › Medieninformationen › Bericht Erste nationale Fach­ tagung der Migrant Friendly Hospitals Ausgewählte Schweizer Spitäler entwickeln sich im Rahmen des BAG-Pilotprojekts Migrant Friendly Hospitals (MFH) zu migrantenfreundlichen Kompetenzzentren. Am 19. September 2013 werden sie in Bern ihre Arbeit erstmals einer breiteren Fachöffentlichkeit vorstellen. Nebst Vertreterinnen und Vertretern der Spitäler werden auch Referenten aus dem Ausland teilnehmen, die das Thema «Umgang mit Diversität in der Gesundheitsversorgung» in internationalem Kontext beleuchten. Informationen zur Fachtagung unter: www.swiss-mfh.ch Das Nationale Programm Migration und Gesundheit Gut ein Fünftel der Schweizer Bevölkerung sind Ausländer und Ausländerinnen. Sie machen einen Viertel der erwerbstätigen Bevölkerung aus und finanzieren unser Gesundheits­wesen massgeblich mit. Ihr Gesundheitszustand ist indes weniger gut als jener der Einheimischen. Das Nationale Programm Migration und Gesundheit ist der Public-Health-Beitrag des BAG zugunsten der Migranten und Migrantinnen in der Schweiz und erfolgt im Auftrag des Bundesrats. Den aktuellen Newsletter des BAG-Projektes MFH (April 2013) und weitere Informationen finden Sie unter: www.bag.admin.ch › Themen › Gesundheitspolitik Neue Dokumentationen auf DVD zu Wochen­ bettdepressionen und Teenyschwangerschaft Trotz Baby depressiv – ein Film über Wochenbettdepression Lauflänge: 60 Min. / Preis: EUR 30,– Das Baby ist da – alle wollen es sehen, die Familie kann ihr Glück kaum fassen, doch bei der Mutter will keine Freude aufkommen. Die Diagnose: Wochenbettdepression. Der Film porträtiert drei Frauen, die sich zum Teil erst über Umwege in psychiatrische Behandlung begeben haben, da sowohl in der Familie als auch in Spital das Problem nicht erkannt wurde. Die drei Frauen beschreiben ihre Situation nach der Geburt ihres Kindes: wie sie sich gefühlt haben und wie andere auf sie reagiert haben, durch welche Phasen der Erkrankung sie gegangen sind und wie lange sie gekämpft haben, um aus der Depression herauszukommen und wieder ein normales Leben führen zu können. Jung und schwanger – Dokumenta­ tionen über junge Schwangere, junge Mütter und Väter Lauflänge: 145 Min. / Preis: EUR 30,– In den sieben Dokumentarfilmen werden acht junge Mütter (und auch einige Väter) porträtiert. Sie werden zu ihrer Sexualität, ihren Beziehungen, der Schwangerschaft, der Geburt, dem Leben mit den Kindern und ihren Perspektiven interviewt. In den Filmen erzählen die jungen Frauen aus heutiger Sicht ihre Geschichte als junge Mütter. Das «Medienprojekt Wuppertal» konzipiert und realisiert seit 1992 erfolgreich Modellprojekte aktiver Jugendvideoarbeit. Innerhalb kurzer Zeit entwickelte sich das «Medienprojekt» zur grössten und ambitioniertesten Jugendvideoproduktion in Deutschland. Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 14 bis 28 Jahren werden produktorientiert bei ihren eigenen Videoproduktionen unterstützt, ihre Videos im Kino, in Schulen, Jugendeinrichtungen etc. in Wuppertal präsentiert und als Bildungsmittel vertrieben. Mehr Informationen unter: www.medienprojekt-wuppertal.de 20 Jahre Geburtshaus Zürcher Oberland Am 8. Juni 2013 feierte das Geburtshaus Zürcher Oberland sein 20-jähriges Bestehen bis jetzt mit rund 2700 Geburten. Die Jubiläumsausgabe von «Herztöne», der Zeitung des Geburtshauses, gibt einen vielfältigen Einblick in die Geburts­ hausgeschichte und aktuelle Themen. Schauen Sie rein! Themen der Jubiläumsausgabe sind unter anderem: Die politische Chronik der 20 vergangenen Jahre; Rückblick von drei Hebammen der ersten Stunde; Was aus den «Milestone Kids» geworden ist; Die drei jüngsten Hebammen berichten, weshalb sie im Geburtshaus sind; Geburtsvorbereitung heute; Betreuung im Wochenbett; Vorstellung des Geburtshaus-Kochbuches. Der SHV und die Redaktion gratulieren dem Team des Geburtshauses Zürcher Oberland herzlich zum Jubiläum! Das Magazin und weitere Informationen sind zu finden unter: www.geburtshaus-zho.ch Gemeinsam gegen die Armut in der Schweiz Das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) setzt in den Jahren 2014 bis 2018 in Zusammenarbeit mit Kantonen, Städten, Gemeinden und privaten Organisationen das «Nationale Programm zur Prävention und Bekämpfung von Armut» um. Der Bundesrat hat das Programm gutgeheissen. Der Bund zielt in erster Linie darauf ab, die Bildungschancen von sozial benachteiligten Kindern, Jugend­ lichen und Erwachsenen zu erhöhen, damit sie nicht in die Armut abrutschen. Für das Nationale Programm stehen insgesamt 9 Mio. Franken zur Verfügung. Das Programm hat seinen Ursprung im Bericht «Gesamtschweizerische Strategie zur Armutsbekämpfung», den der Bundesrat im Auftrag des Parlaments im März 2010 verabschiedet hat. Das nun verabschiedete Konzept hat das EDI im Dialog mit zahlreichen Akteurinnen und Akteuren erarbeitet. Der Entwurf wurde im Februar 2013 mit den Kantonen, Städten und Gemeinden diskutiert. Diese haben die Stossrichtung gutgeheissen und haben ihre Unterstützung für die Umsetzung zugesichert. Für die Umsetzung des Nationalen Programms sind das EDI und das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) zuständig. www.bsv.admin.ch › aktuell › medien Europäischer Bericht zur Perinatal­ gesundheit 2010 Schweiz liegt bis auf wenige Aus­ nahmen im Durchschnitt Die Gesundheit von Müttern und Neugeborenen sowie die medizinische Betreuung bei der Geburt unterscheiden sich je nach Land stark. Erstmals berücksichtigt ein europäischer Bericht zur Perinatal­ gesundheit Daten des Bundesamtes für Statistik (BFS) und erlaubt somit den Vergleich der Situation in der Schweiz mit jener in anderen Ländern. Bei den meisten Indikatoren liegt die Schweiz im euro­ päischen Durchschnitt. Sie verzeichnet jedoch den tiefsten Anteil der Mütter im Teenager-Alter (1,1 %) und einen der höchsten Anteile der im Ausland geborenen Mütter (41,1 %). Medizinische Betreuung Geburten mittels Kaiserschnitt werden in ganz Europa immer häufiger. Ausnahmen bilden Finnland und Schweden, wo die Zahl zwischen 2004 und 2010 leicht zurückgegangen ist. In der Schweiz wurde im Jahr 2010 bei einem Drittel der Geburten ein Kaiserschnitt durchgeführt. Polen, Portugal, Rumänien, Italien und Zypern verzeichneten einen noch höheren Anteil. Der Anteil der Geburten ohne geburtsmedizinischer Eingriff (natürliche Geburt ohne Einleitung, Zangen-/Vakuumextraktion oder Dammschnitt) belief sich 2010 in der Schweiz auf 34,8 % . Insgesamt 0,7 % der Geburten waren Hausgeburten, 1,5 % fanden in einem Geburtshaus und 97,8 % in einem Spital statt. Der Bericht ist in englischer Sprache zu finden unter: www.europeristat.com Quelle: BFS, 27. Mai 2013 6 2013 Hebamme.ch • Sage-femme.ch 3 Dossier Evidenzbasierte Medizin als neue Hebammenkunst? D oppelte Falle Kann die Hebammenkunst die evidenzbasierte Medizin überleben? Der Versuch, geburtshilfliches Handeln anhand wissenschaftlicher Statistik auszurichten, geht am Kern der Hebammenpraxis vorbei. Barbara Duden, Hannover (D) Es ist bedenkenswert, dass die Nutzlosigkeit oder gar Zweckwidrigkeit gehäufter medizinischer Interventionen zuerst in der Geburtsmedizin formuliert wurde. Schon 1972 behauptete Archie Cochrane, ein schottischer Epidemiologe, aufgrund von statistischen Daten des gesamten britischen Gesundheitswesens, die Geburtsmedizin sei das Schlusslicht beim Einsatz von Massnahmen, die erwiesen wirksam sind, ärger noch als die Chirurgie. In den 1950er und 1960er Jahren waren auch in Gross­ britannien Kaskaden von Interventionen in die ehemals «normale» Geburt zur Regel geworden – der Dammschnitt, die Weheneinleitung, die Blasensprengung, die chemische Steuerung der Wehen und so weiter – ohne dass ein Nutzen nachgewiesen worden wäre (Oakley 1984, Arney 1982). Was manche diensttuende Hebamme im Kreisssaal wohl schon immer gewusst hatte, aber nicht so hatte vorbringen dürfen, dass sie gehört worden wäre, wurde durch Cochrane erstmals wissenschaftlich, anhand grosser Datenmengen nachgewiesen. Marjorie Tew, eine englische Gesundheitswissenschaftlerin, widerlegte anhand genauer Prüfung die verbreitete, aber irrige Ansicht, der Rückgang der Mütter- und Säuglingssterblichkeit sei durch die Hospitalisierung und Technisierung der Geburt verursacht worden; sie zeigt an einzelnen technischen Eingriffen in den Geburtsvorgang seit den 1960er Jahren deren Zweckwidrigkeit. Ihr engagierter Nachweis, dass die häufigen präventiven Interventionen der «Natur» des Gebären-Könnens Schaden zufügen, erwuchs dieser Tradition einer nüchternen Prüfung der klinischen Praxis mit dem Handwerkszeug der Statistik. Auf Augenhöhe mit der Geburtsmedizin? Seit Cochranes erster Polemik sind mehr als 40 Jahre vergangen. Aus der Kritik des Epidemiologen ist ein Dogma für professionelles Handeln im gesamten Medizinsystem geworden, in der Krankenpflege genauso wie der Altenversorgung und der Geburtshilfe. An den Platz 4 Hebamme.ch • Sage-femme.ch 6 2013 der Beobachtung, Beurteilung und Behandlung am einzelnen Kranken trat die randomisierte, kontrollierte Studie, mit der ein quantifizierender Vergleich der Wirksamkeit von Therapieverfahren an Patientengruppen möglich wurde. Der Patient soll sich, mit verlässlichen Informa­ tionen ausgestattet, auf Augenhöhe mit dem Arzt an der Entscheidung zwischen verschiedenen Interven­tionen beteiligen. Der neue Standard, das Handeln in der Medizin müsse sich an statistisch nachweisbarer Wirksamkeit messen, scheint Hebammen zu unterstützen. Denn er eröffnete die Möglichkeit, die Ergebnisse frei­berufliche Geburtshilfe mit derjenigen von Klinikgeburten zu vergleichen. Zudem war diese «evidenzbasierte Medizin» (EBM) eine Voraussetzung dafür, die Hebammen in akademische Ausbildungsgänge zu integrieren. Ihr Status im Medizinsystem konnte somit gestärkt, ihr Anspruch auf eine von Medizinern unabhängige, eigenständige Wissenschaft der Geburtsbegleitung unterstrichen werden. Unter Hebammen gilt die EBM als Fortschritt, da nun auch sie auf Augenhöhe mit Medizinern Eingriffe, Massnahmen, Prozeduren an Schwangeren und Gebärenden mit Verweis auf Statistiken bestreiten können. Die Prinzipien einer solchen «evidenzbasierten Betreuung» bilden daher heute die Grundlage der Ausbildung in den meisten Studiengängen für Hebammen. Dieser Machtgewinn der Hebammen gegenüber den Ärzten ist eine doppelte Falle; zum einen, weil er in einer Situation zustande kommt, da die Mediziner durch ökonomischen Druck und eine Verregelung ärztlichen Handelns gegenüber der Verwaltung grundlegend entmachtet wurden; zum anderen, und dies ist mein Thema, weil ich befürchte, dass die evidenzbasierte Medizin die Praxis von Hebammen in ihrer Grundlage bedroht. In der Vergangenheit haben schon öfter «Reformen» in der Geburtsmedizin die Arbeit von Hebammen bedroht: In der Nachkriegszeit schwand zunehmend der bis dahin selbstverständliche Kontrast zwischen einer «normalen» Geburt, deren Betreuung Hebammen vorbehalten war, und einer «Pathologie», um die sich Mediziner kümmerten. In den 1970er Jahren kamen die Arbeit im hoch­ gerüsteten Kreisssaal, die invasiven Interventionen und die technische Überwachung mehrerer Gebärender gleichzeitig auf die Hebammen zu, welche keinen Raum Editorial für die Kunst des Abwartens und Beobachtens unter der Geburt liessen. Dann wanderte das Risikokalkül in die Geburtsmedizin ein und überschattete alle Geburten mit der Vergegenwärtigung des schlimmsten möglichen Falles. Die gekonnte Nichtintervention geriet grundsätzlich unter den Verdacht der Fahr- oder Nachlässigkeit. Alle diese Fortschritte erschwerten die Bedingungen, in denen Hebammen ihr Können praktizieren konnten und verdichteten den Konflikt zwischen den medizinischen Modellen der Geburt und ihrem Verständnis der Sache. Diese Konflikte bedrohten die Hebammenkunst von aussen: Sie entwerteten Hebammen in ihrer Autorität, machten sie zu Handlangerinnen des Mediziners in der Klinik. Heute jedoch, mit der «evidenzbasierten Medizin», wird die Praxis der Hebammen von innen heraus bedroht, nämlich in ihrer Gewissheit über die Voraus­ setzungen ihres Tuns. Weshalb hege ich diese Ahnung? Weil die evidenz­ basierte Betreuung sich auf ein systematisches Misstrauen gegenüber jeglicher Instanz gründet, die darauf vertraut oder den Anspruch erhebt, etwas zu wissen und ausgehend davon angemessen, gut und richtig handeln zu können. Dieses Misstrauen gilt auch gegenüber der Praxis von Hebammen. Deshalb fürchte ich, dass die Geburtsarbeit, die aus der evidenzbasierten Geburtsmedizin sich ergeben soll, keine «neue Hebammenkunst» sein wird, sondern deren Ende wäre. In zwei Schritten möchte ich verständlich machen, wie ich zu diesem Schluss gekommen bin. Zuerst werde ich begründen, wie ich dazu kam zu behaupten, dass die evidenzbasierte Betreuung auf einem systematischen Misstrauen gründet. Danach werde ich fragen, inwieweit das Verfahren der evidenzbasierten Betreuung das überformt, was zwischen der Gebärenden und der Hebamme «unter der Geburt» vonstattenging. Ich will dies an drei Fragen tun: 1. « Wer» oder «was» wird bei der evidenzbasierten Betreuung betreut? Wo zeitigt diese Betreuung ihre Wirksamkeit? Wie zeigt sich, ob diese Betreuung wirksam ist? 2. W ie verhält sich die statistische Regelmässigkeit von Ereignissen gegenüber der Zeitlichkeit von Dia­ gnose und Prognose in der Hebammenkunst? 3. W ie verändert sich die Begegnung zwischen Gebärender und Hebamme im Rahmen der EBM? Mit diesen Fragen möchte ich zu bedenken geben, dass die evidenzbasierte Betreuung Unmögliches voraussetzt, nämlich einen Vergleich zwischen zwei Standpunkten – den der Hebammenkunst und den der Statistik – die nicht miteinander verglichen werden können. Damit führt sie eine Form der Schizophrenie in das Tun von Hebammen ein, die noch in einer ganz anderen Weise die Möglichkeit untergräbt, an einer Hebammenkunst festzuhalten. Inge Loos Beirätin Hebamme.ch Bern Liebe Leserin, lieber Leser Gesellschaftliche Bedingungen beeinflussten die Art, wie Frauen rund um die Geburt betreut werden schon immer. In den modernen Staaten hat sich die Wissenschaft im Laufe der Jahrhunderte unter anderem auch als Disziplin etabliert, um das Leben zu erleichtern und die Lebensbedingungen zu verbessern. Gerade in der Geburtshilfe ist das nicht immer gelungen, wie viele Geburtspraktiken zeigen, die für Mutter und Kind nicht hilfreich sind. Auch werden wissenschaftliche Ergebnisse dazu benutzt, Frauen zu verunsichern und ihnen das Vertrauen in die eigene Stärke zu nehmen. Diese Ergeb­ nisse müssen kritisch hinterfragt werden. Dazu brauchen Hebammen Forschungskompetenzen – wer stellt denn sonst diese Aussagen in Frage? Die Forschung von Hebammen, aber auch der Neurobiologie oder Psychoendokrinologie, hat belegt, dass Gebären ein natürlicher Vorgang ist, in den so wenig wie möglich und nur so viel wie nötig eingegriffen werden sollte. Hebammen wissen das aus Erfahrung, aber unsere Gesellschaft fordert für unser Handeln Belege. Wir können auf die Betreuungs­ bedürfnisse der Frauen und Familien aufmerksam machen und unsere Arbeit legitimieren. Der Forschungsbericht von Natascha Schütz ist ein Beispiel dafür, wie wir die Betreuung während und nach einer Frühgeburt verbessern können, damit die Eltern diese Zeit gut erleben. Irene Maffi, Anthro­ pologin aus Lausanne, stellt in ihrem Artikel vor, wie sich der Blick auf die Frau, die Schwangerschaft, die Geburt und die Stillzeit im Laufe der Jahrhunderte verändert hat und welche Konsequenzen diese Veränderung für die Frauen hat. Aber können wir an dem gesellschaftlichen Bild von Frauen etwas ändern? Können wir unter den gegebenen gesell­ schaftlichen Bedingungen, in denen es um kurzfristige wirt­ schaftliche Rentabilitätsprinzipien geht, unsere Arbeit wirk­ lich verbessern? Bedürfnisorientierte Arbeit setzt für jede Frau eine Hebamme voraus. Barbara Duden geht in ihrem Artikel auf diesen so grundlegenden Aspekt unserer Arbeit ein. Wir müssen die Möglichkeit haben, Frauen zu beobach­ ten, genau zu untersuchen und mit ihnen zu reden, damit wir sie adäquat betreuen können. Herzlich, Inge Loos 6 2013 Hebamme.ch • Sage-femme.ch 5 Dossier Vom Misstrauen zur Geburtslogistik Als Historikerin bin ich gewohnt, Geschriebenes als Dokument seiner Zeit zu lesen und zu interpretieren. Deshalb möchte ich zunächst an einem Dokument erläutern, wovor wir heute stehen. In ihrer Antrittsvorlesung hat die erste Professorin für Hebammenwissenschaft in Deutschland, Dr. Claudia Hellmers, ausführlich die Prinzipien des Denkens und Handelns evidenzbasierter Betreuung unter der Geburt dargelegt. Sie schildert die Geschichte zweier Hebammen, einer Schülerin und einer Lehrerin, um die methodische Umsetzung der evidenzbasierten Betreuung zu erläutern (Hellmers 2010). «Die Hebammenschülerin Jutta K. ist in ihrem zweiten Ausbildungsjahr. Sie betreut im Dienst die Zweitgebährende Frau Müller, die sich in der 40. Schwangerschaftswoche befindet.» Bei ihrer ersten Geburt hatte Frau Müller einen Dammriss dritten Grades. Sie befindet sich in der späten Austreibungsperiode und die Schülerin beschliesst, warme Kompressen für den Damm anzuwenden. Die betreuende Hebamme «verlangt eine Erklärung für diese Entscheidung.» Jutta K. sagt, dass sie damit einen Dammschnitt vermeiden wolle und dass sie dieses Vorgehen in der Praxis schon häufig bei Kolleginnen hatte beobachten können. Die Hebamme ( 6 «Nouvel art obstétrical»: le double piège Barbara Duden est historienne, professeure émérite à l’Institut de Sociologie de Hanovre et bien connue des sages-femmes de langue allemande pour «Geschichte des Frauenkörpers» et pour «Die Gene im Kopf – der Fötus im Bauch». Après avoir retracé l’historique de l’apparition de l’EBM (Evidence Based Medicine), Barbara Duden constate que la pratique des sages-femmes subit des pressions internes menaçantes. Une méfiance systématique vis-à-vis de leur savoir-faire s’est en effet installé et une préoccupation trop centrée sur la logistique empêche un «nouvel art obsté­ trical» d’advenir. Si les sages-femmes d’aujourd’hui ne dépassent pas certaines contradictions, elles seront très vite emprisonnées dans une grave situation schizo­ phrénique. Elles le sont déjà en quelque sorte, comme le montre le cas de Mme M. décrit dans l’article. Ces contradictions se situent: – entre la personne concrète (connue, entendue, examinée, observée, palpée même, par la sagefemme) et une population; – entre un pronostic individuel et des caractéristiques statistiques, quantifiées et standardisées; – entre la Nature («phusis» en grec) et un corps statique. Hebamme.ch • Sage-femme.ch 6 2013 kritisiert, dass diese Frau ohnehin eine Episiotomie bekommen müsse, weil sie beim letzten Kind eben jenen Dammriss dritten Grades erlitten hatte und die Kompressen «zur Vermeidung einer Verletzung nicht beitragen würden. Das sei reine Kosmetik. Die Hebamme fragt sich (danach) im Stillen, ob das, was sie gerade gesagt hat, wirklich stimmt, oder die Kompressen vielleicht doch präventiv wirken könnten». An dieser Stelle setzt Claudia Hellmers’ evidenzbasiertes Vorgehen ein, das in fünf Schritten durchlaufen werden muss. Der Ausgangspunkt ist die Unsicherheit über eine bestimmte Handlung oder Entscheidung und diese Unsicherheit erfordert nun einen Lernprozess. Zunächst muss die Frage formuliert werden: «Kann durch den Einsatz von warmen Dammkompressen am Ende der Austreibungsperiode die Episiotomierate gesenkt beziehungsweise einer Dammverletzung vorgebeugt werden? Sind die Dammkompressen sinnvoll oder vielleicht sogar schädigend?» Der zweite Schritt ist die Suche nach Evidenz. Dabei müssen Erkenntnisse aus der Literatur oder Studien zum Thema konsultiert werden. Claudia Hellmers beschreibt, dass die beiden Hebammen dabei unter anderem eine randomisierte Studie finden, bei der die Wirkung warmer Dammkompressen untersucht wurde. In einem dritten Schritt überprüfen die Hebammen, ob die Literatur valide ist und ob sie bei der klinischen Arbeit wichtig ist. Die Evidenz sagt: Erstens, im Vergleich zum routinemässigen Einsatz des Dammschnitts, gibt es beim geringen Einsatz von Episiotomien keine Unterschiede «im Hinblick auf schwerwiegende Verletzungen, allerdings ein erhöhtes Risiko zu anterioren Verletzungen». Das heisst, weniger Episiotomien bedeuten statistisch betrachtet nicht mehr Verletzungen des Dammes. Zweitens: Bei einer Patientin mit DR3 ist eine Episiotomie nicht zwingend, weshalb Präventionsmassnahmen eingesetzt werden sollten. Ausserdem muss in die Entscheidung einbezogen werden, dass warme Kompressen in der späten Austreibungsperiode nicht dazu beitragen, dass weniger genäht werden muss, es treten jedoch seltener Dammrisse auf und die Frauen haben weniger Schmerzen nach der Geburt. Der vierte Schritt evidenzbasierter Praxis verlangt, dass die Hebamme entscheidet, ob die Auskünfte der Literatur (externe Evidenz) auf den individuellen Fall anwendbar sind oder nicht. An dieser Stelle fliesst die Expertise der Hebamme (interne Evidenz) ebenso in den Prozess ein wie die Wünsche und Bedürfnisse der Frau. Die Hebamme und die Studierende könnten aufgrund der Kenntnis der externen Evidenz in einer nächsten ähnlichen Situation entscheiden, die Dammkompresse anzuwenden. Und sie könnten auch auf einen prophylaktischen Dammschnitt nach DR3 verzichten. Sie könnten sich aber auch gegen die Anwendung von Dammkompressen entscheiden, etwa weil die Frau nach der Information über deren Wirkung diese dennoch ablehnt oder weil es in der entsprechenden Situation nicht durchführbar oder sinnvoll erscheint. Die Umsetzung in die Praxis verlangt die Kombination von individuellem Fallverstehen mit der externen Evidenz. Zuletzt kommt die Evaluation. Die Hebamme und die Schülerin müssen ihren Alltag kritisch überprüfen. Falls etwa trotz der Kompressen wiederholt schwere Dammverletzungen bei Geburten auftreten, würden ihre klinischen Erfahrungen der externen Evidenz widersprechen. Dieser Widerspruch könnte dazu führen, sich in eine neue Recherche zu begeben. Sie könnten aber auch darüber nachdenken, ob nicht etwa die Temperatur bei den Kompressen verändert werden müsste oder der Zeitpunkt ihrer Applikation. Somit würde neue Forschung ange­ stossen. Was ist das für ein Dokument? Die Geschichte von Jutta K. und ihrer Hebammenlehrerin beginnt mit einer Unsicherheit über die Wirksamkeit eines Tuns, das unter Kolleginnen üblich ist. Die evidenzbasierte Geburtsmedizin, jene neue Hebammenkunst, von der Claudia Hellmers spricht, setzt in dem Moment ein, da die Hebammen über die Richtigkeit ihres Tuns im Zweifel stehen. Sie sollen also recherchieren und finden dabei Statistiken über Korrelationen zwischen einem Handgriff (Dammkompressen) und seinen möglichen Folgen sowie seiner Wirksamkeit. Doch auch die Bedeutsamkeit dieser Statistiken, ihre Validität stehen in Frage, und die Hebammen müssen folglich diese Literatur bewerten. Wird sie positiv bewertet, sollen sie die Statistiken zusammen mit ihrer Praxiserfahrung und den «Wünschen» der Gebärenden gegeneinander abwägen, und so zu einer Entscheidung über den Einsatz des Dammschutzes als Prävention und Mittel zur Senkung der Epi-Rate kommen. Im Anschluss evaluieren die Hebammen die Wirksamkeit ihrer Entscheidung und korrigieren gegebenenfalls ihre Praxiserfahrung oder beziehen bisher nicht konsultierte Statistiken ein. Oder sie stossen weitere statistische Erforschungen der Anwendung von Dammkompressen nach DR3 an. Grundsätzlich steht bei der «neuen Hebammenkunst» die Orientierung des Tuns in Frage: Weder die Hebamme noch die Schülerin noch die Schwangere noch auch die Statistik bieten allein verlässliche Anhaltspunkte, sondern lediglich «Aussagen», die gleichwertig nebeneinander stehen und gegeneinander abgewogen werden müssen. Die «neue Hebammenkunst» ist eine Praxis, die sich nicht auf Dinge von Verlass gründet, nicht auf ein handlungsleitendes Wissen, sondern auf einen bestimmten Umgang mit einer grundsätzlichen Unwissenheit, auf einen Handlungszyklus und auf ununterbrochene Korrekturen. Bei der «neuen Hebammenkunst» handelt es sich um eine haltungslose, rein formale Praxis. Vereinbarung des Unvereinbaren Die evidenzbasierte Betreuung verlangt, dass Statistiken mit der Hebammenkunst verglichen werden. Die Unvergleichbarkeit dieser beiden Wissensformen möchte ich an drei Dimensionen sichtbar machen: – dem Kontrast zwischen einzelner, konkreter Person und Bevölkerung – dem Kontrast zwischen Prognose und einer Behandlung auf der Grundlage statistischer Daten – dem Kontrast zwischen der Physis der Schwangeren und ihrem «Körper» in quantifizierbaren Studien. Konkrete Person oder Bevölkerung In der Hebammenkunst unterstützen, helfen, leiten die Hebammen eine Gebärende während der Geburt. Sie wissen etwas von Frau Müller, weil sie mit ihr gesprochen haben, weil sie sie untersucht haben, weil sie sie betastet haben, weil sie sich Geschichten erzählen liessen, weil sie einen Begriff ihrer Physis haben, weil sie wissen, wie das Kind steht … In der Geschichte von Claudia Hellmers, an der ich meine Überlegungen übe, wurde dieses Wissen aus einer Begegnung zwischen zwei Frauen mit einem ganz anderen «Gegenstand» verglichen. In der Statistik kommt Frau M., die Gebärende, nicht vor. Die Statistik berechnet Mittelwerte, Korrelationen, Standardabweichungen, die von Messwerten gebildet werden, welche einer Kohorte von Menschen, einer statistischen Grundgesamtheit, entnommen wurden. Es handelt sich um Daten, die typische Werte einer Population bilden: Charakteristika der durchschnittlichen Schwangeren mit 40 Jahren, der Frauen mit Dammriss, der Frauen, die das zweite Mal schwanger sind. Der Gegenstand der Statistik ist genau genommen eine Population. Es geht um Merkmale, welche diese klassifizieren und charakteristische Messwerte, etwa Wahrscheinlichkeiten über die Wirksamkeit eines Medikamentes auf diese Population. Wenn die Hebamme also in der evidenzbasierten Betreuung die Frage nach der Wirksamkeit einer Dammkompresse von zwei Seiten beantworten muss, der Seite der Gebärenden und der Seite der Statistik, so bekommen ihr Nachdenken und das Instrument, das in Frage steht, eine Doppelgesichtigkeit. Die Dammkompresse scheint nun zweierlei Gegenstände zu bearbeiten: Frau M. und die Population, der Frau M. aufgrund einiger Merkmale zugerechnet wurde. Die Hebamme verwandelt sich durch die evidenzbasierte Betreuung im Nachdenken und in der Verwendung der Dammkompresse in eine Koordinatorin zwischen der Wirksamkeit dieser Kompresse in Bezug auf das Wohlergehen von Frau M. einerseits und das Wohlergehen einer Population andererseits. Mit ihren Handgriffen und ihrem Nachdenken verbinden sich eine Form der Bevölkerungspolitik und eine Hebammenpraxis für Frau M. Aber wie sollen sich diese beiden Seiten verbinden lassen? Es ist im Grunde unmöglich. Wahrscheinlichkeiten der Statistik werden dadurch gewonnen, dass von den konkreten Personen abstrahiert wird. Sie lassen sich nicht auf Frau M. übertragen. 6 2013 Hebamme.ch • Sage-femme.ch 7 Dossier Prognose oder Statistik In der Kunst der Hebamme geht es um die gute oder richtige oder glückliche Entbindung der Frau durch alle Stadien der Geburt. Selbst wenn der Schichtwechsel in einer Klinik es schwierig macht oder verhindert, so will ich doch vom Idealfall ausgehen, dass eine Hebamme eine Frau bei der Geburt unterstützt. Das Tun zwischen Hebamme und Frau findet in einer Form der Zwiesprache statt, die nicht nur durch das Sprechen passiert, sondern auch durch umsichtiges, genaues und gekonntes Beobachten in der Zeit, in der Frau M. auf den Zeitpunkt des Gebärens wartet, und in der Zeit des Geburtsverlaufes. Das Tun der Hebamme stützt sich auf die Geschichte von Frau M. während ihrer Schwangerschaft und während der Geburt und die Zeitlichkeit dieses Tuns zwischen zwei Frauen entspricht dem Fortgang dieser Geschichte. Die Hebamme handelt und stützt sich dabei auf Zeichen und eine Vorgeschichte bis zu einem bestimmten Moment. Sie handelt vorsorglich nachgängig, ausgehend von der konkreten, vorliegenden Situation und im Fluss der Geburtsarbeit zwischen dem Kind und Frau M., im Fluss der Wehen und der Phasen des Wartens, im Fluss des Wollens zwischen Frau M., ihrer Natur und dem Kind. Die Hebamme wirkt mit der Natur mit. Diese Kunst der Prognose und einer gekonnten Diagnose, der kundigen Deutung und Beurteilung von Zeichen, ist heute bedroht. Autorin Prof. Dr. Barbara Duden ist Historikerin und emeritierte Professorin am Institut für Soziologie an der Universität Hannover. Sie ist einer breiten Öffentlichkeit unter anderem durch ihre Veröffent­ lichungen zur «Geschichte des Frauenkörpers» bekannt sowie durch ihr Buch «Die Gene im Kopf – der Fötus im Bauch», in dem sie auch Vorträge zu Hebammenfragen abdruckte. [email protected] 8 Hebamme.ch • Sage-femme.ch 6 2013 Die Statistik, welche die Hebamme in der Frage ihrer Handgriffe hinzuziehen und gegenüber ihrer Expertise abwägen soll, führt eine grundlegend andere Form von Zeitlichkeit in die Geburtsarbeit hinein, welche der Prognostik diametral entgegengesetzt ist. Die Statistik liefert die Wahrscheinlichkeit für die Wirkung eines einzelnen, isolierten Handgriffes auf eine Population. Die Statistik setzt voraus, dass der Fluss der Geschichte zwischen Frau M. und der Hebamme zergliedert wird, dass daraus Einzelereignisse isoliert werden. Ereignisse, die in der Statistik auch ohne jegliches Vorher von Bedeutung sind. Zugleich Ereignisse, deren Wahrscheinlichkeiten nach­ träglich bestimmt wurden, nicht an Frau M., sondern an Hunderten von Menschen, die bezüglich definierter Merkmale so sind wie Frau M. Die Antwort der Statistik auf die Lage von Frau M. gründet nicht in der Vorgeschichte und den Besonderheiten von Frau M., sondern auf Projektionen ihrer Lage auf die Zukunft. Sie antwortet nicht von dem ausgehend, was war, sondern von dem ausgehend, was mit einer kalkulierten Wahrscheinlichkeit zukünftig sein könnte, unter der Annahme, dass nicht Frau M. behandelt wird, sondern ein Experiment an einer Population vollzogen wird. Damit unterteilt die Statistik die Hebammenpraxis in isolierbare Einzelhandlungen. Sie führt dazu, die Geburts­ arbeit stets ausgehend von einer ungewissen Zukunft zu denken und nicht ausgehend von der konkreten Situation von Frau M. und dem, was geschehen ist, bis sie dorthin gelangt ist. Das Tun der Hebammen wird zu einem Satz von Einzelhandlungen, zu einer Kette von evaluierbaren Handgriffen. Es wird ausgehend von einer fiktiven Zukunft gedacht und nicht ausgehend von dem, was gerade geschieht. Damit untergräbt die Statistik die Begründung des Tuns der Hebamme in der Beobachtung, in der Bekanntschaft zwischen ihr und Frau M., in der Kenntnis der Geschichte von Frau M., die durch Hände, Blicke und durch das Ohr der Hebamme hindurchgegangen ist. In der zerstückelten Zeitlichkeit der Statistik bedeutet die Grundlage der Kunst der Hebamme nichts. Physis oder statistischer Körper Noch eine andere Seite dieser unvereinbaren Zeitlich­ keiten, dieser unvergleichbaren und einander ausschliessenden Zeitlichkeiten in der Hebammenkunst und der Statistik ist, ob und wie die Physis der Gebärenden wahrgenommen wird. In der Kunst der Hebamme ist die Physis von Frau M. proportional zu dem, was besprochen werden kann: die kalten Füsse, als dieses geschah, und danach geschah jenes und die Hautfarbe veränderte sich ein wenig und so weiter. Ihre Physis ist aber auch jene Gabe des Blickens und des Tastens, welche sich die Hebamme in den Jahren ihrer Praxis und durch wiederholte Übung angeeignet hat, eine Kartografie der Zeichen, die zu bedenken bedeutsam sind. In der Statistik wird nur das erfasst, was quantifizierbar oder zergliederbar ist, was aus jedem Zusammenhang herausgenommen wurde. Frau M’s erste Geburt, die mit ihrer Geschichte der zweiten Geburt verbunden ist, taucht in der Statistik lediglich als Merkmal auf. Ansonsten erscheint Frau M. als Damm beziehungsweise als möglicher Dammriss. Der Körper der Statistik ist ein Kompositum aus Teilen, Frau M. selbst wird hier zu einem Kompositum aus Teilen, die für einen Geburtsprozess von Bedeutung sind. Die Statistik impliziert einen funktionalen Gesichtspunkt und die Handgriffe der Hebamme geraten dabei zu einer funktions­ sichernden Tätigkeit. An zwei Ebenen der evidenzbasierten Betreuung lässt sich darüber nachdenken, ob und wie diese droht, die Voraussetzungen der Praxis von Hebammen zu zerstören. Sie stellt das Wissen der Hebammen unter einen systematischen Verdacht. Das Wissen, das die Hebamme in ihren Händen, in ihren Ohren und Augen, durch ihre geübten und beständig verfeinerten Beobachtungen und die Gespräche mit Frau M. hat, darf nicht die Grundlage sein, von der her die Frage nach der Richtigkeit und Gutheit ihres Tuns gestellt werden kann. Mit der Kritik an Autoritäten wird nun auch die Autorität der Hebammen unterlaufen, ihr Anspruch darauf, ein handlungsleitendes Wissen zu haben. Stattdessen soll sie ihre Kunst auf der Grundlage von Statistiken in Zweifel ziehen und zugleich auch die Statistiken auf der Grundlage ihrer Expertise in Frage stellen. Den Verlauf der Geburt und eventuelle Eingriffe soll sie vorweg mit der Schwangeren in allen denkbaren Möglichkeiten durchsprechen, um sie auf der Basis dieser Evidenz an einer Entscheidung über fiktionale Zukünfte zu beteiligen. Der Vergleich zwischen Wissen und Statistik bringt die Hebammen in eine schizophrene Situa­tion, in der ihr Tun sich simultan auf zwei Ebenen ausrichten soll, deren Gesichtspunkte einander ausschliessen: Frau M. und die Bevölkerung. Ich frage mich, wie es gehen soll, dass sie diese beiden Standpunkte vergleicht oder gar in ihrer Praxis vereint. messbaren Effektivitäts- und Effizienzkriterien zusammengesetzt wird. In ihrem Kern ist die Hebammengeburtshilfe eine empirische Wissenschaft – Beobachtungskunst, Handwerk, Urteilsvermögen – in der Handeln, Blicken, Tasten, die sinnliche Auffassungsgabe streng mit der verstandesmässigen Erkenntnis des Vorliegenden verbunden waren (Kosfeld 2006). Dieser Artikel basiert auf einem Vortrag zur Berner Hebammenfortbildung vom 8. 11. 2011. Nachdruck mit freundlicher Genehmigung der Deutschen Hebammen­ zeitschrift. Erschienen in: Deutsche Hebammenzeitschrift, Fachmagazin für Hebammen 9/2012, S. 34 – 38 www.staudeverlag.de Literatur Arney W. R.: Power and the Profession of Obstetrics. Chicago (1982) Duden B.: Die Ungeborenen. Vom Untergang der Geburt im Laufe der Nachkriegszeit. In: Schlumbohm, J. et al. (Hrsg.): Rituale der Geburt. München. 149–168 (1998) Hellmers C.: Wach sein und zweifeln können. In: Deutsche Hebammenzeitschrift. 12: 6–9 (2010) Kosfeld B.: Wissend handeln. In: Deutsche Hebammenzeitschrift. 12: 20–24 (2006) Oakley A.: The Captured Womb. A History of Medical Care of Pregnant Women. Oxford (1984) Tew M.: Sichere Geburt? Eine kritische Auseinandersetzung mit der Geschichte der Geburtshilfe. Frankfurt/Main (2007, orig.1990). Eine andere Wissenschaft Es scheint mir nötig, dass Hebammen erneut und entschieden auf die Autorität ihres Könnens pochen: die Kunst der Beobachtung, der begründeten Diagnose, des umsichtigen und sicheren Urteilens – im Wissen um die besondere Zeitlichkeit, den nichtlinearen Zeitfluss jeder einzelnen Geburt, die Eigenarten der Physis jeder Gebärenden und das Können, eine vorliegende Pathologie, also eine wirkliche Gefahr in der physiologischen Geburt zu erkennen und ihr gekonnt zu begegnen. So kann die Trivialisierung der Hebammenkunst auf den Platzhalter einer «internen Evidenz» vermieden werden. Es ist verfehlt zu hoffen, die Hebammenkunst würde mit dieser Professionalisierung nun endlich zu einer Wissenschaft. Sie war schon immer eine Wissenschaft, jedoch in einer anderen Tradition des Wissens als die der beiden technischen Wissenschaften – «technisch» im zeitgenössischen Verständnis – in die sie nun gestellt wird: der Informatik, unter deren Hauptaufgaben die Logistik von Opera­ tionen zur Erreichung eines eindeutigen Zieles fällt, also die zweckmässige Verregelung von Handeln als eine zeitliche Abfolge von Verhaltensoptionen unter definier­baren Bedingungen, und der Ingenieurswissenschaften, unter deren Gesichtspunkt Handeln als instrumentelles Verhältnis standardisiert, zergliedert und unter statistisch 6 2013 Hebamme.ch • Sage-femme.ch 9 Fokus Elternschaft nach einer Frühgeburt: Verlust und Wiedergewinn einer Selbstverständlichkeit Die hier beschriebene Studie zeigt, dass eine Frühgeburt zu beträchtlicher physischer und psychischer Belastung der Eltern führt. Diese Belastung tritt mit der Geburt ein und hält bis zum Ende des ersten Lebensjahres an. Es besteht ein Bedarf an Angeboten, die zu verbesserten elterlichen Bewältigungsstrategien und Selbstvertrauen führen, die Zusammenarbeit und die Beziehung zwischen Eltern und Gesundheitspersonal fördern und eine Optimierung der Übergangsversorgung anstreben. Natascha Schütz Hämmerli, MScN, RN, Institut für Pflegewissenschaft; Dr. Sakari Lemola, Fakultät für Psychologie; PD Dr. Eva Cignacco, Institut für Pflegewissenschaft | Universität Basel Stichprobe Insgesamt konnten N = 190 Elternteile in die Studie aufgenommen werden, n = 85 in der Gruppe nach einer FG und n = 105 in der Gruppe nach einer TG. Mit rund 60 % (FG: 61,2 %; TG: 58,1 %) hatten mehr Mütter als Väter an der Studie teilgenommen. Aus der Gesamtstichprobe wurde eine Teilstichprobe von n = 20 Elternteilen (10 Mütter, 10 Väter) nach einer FG und n = 18 Elternteilen (9 Mütter, 9 Väter) nach einer TG zur Teilnahme an den Interviews ausgewählt. Elterliche Erfahrungen in den ersten 2– 3 Jahren nach der Geburt Eltern, die eine FG erlebten, beschrieben den Übergang zur Elternschaft anders als Eltern, deren Kind termingerecht zur Welt gekommen ist. Die Eltern durchlebten mit der abrupten Geburt, der Hospitalisation auf der Neugeborenenintensivstation mit Verlegungen auf andere Abteilungen, der meist unerwarteten Spitalentlassung und den ersten Monaten zu Hause sehr belastende Phasen. Um sich diesen herausfordernden Phasen zu stellen und diese bewältigen zu können mussten die Eltern enorme emotionale wie physische Arbeit leisten. Diese Arbeit ist in Form der daraus entstandenen Themenbereiche in Abbildung dargestellt. Dieser Prozess war hauptsächlich 10 Hebamme.ch • Sage-femme.ch 6 2013 durch den Verlust und Wiedergewinn einer Selbstverständlichkeit in der Elternschaft charakterisiert. Mit der unerwarteten Geburt kam es zur Entfremdung von der vertrauten Welt, vom eigenen Kind und von der zu erwartenden Rolle als Mutter oder Vater. Dies führte primär zu einer Destabilisierung des persönlichen und familiären Systems. Das Zitat eines Zwillings-Vaters illustriert diese Erfahrung: «Ich habe es immer mit einer Bobbahn verglichen, als wäre ich in einem Bobkanal. Man ist einfach drinnen, man kann nicht mehr zurück, man kann nicht links oder rechts rausgehen, es geht einfach das «Loch» runter, und man ist drinnen. Ändern kann man es nicht. Man muss lernen, die Situation zu akzeptieren.» Die Mütter schilderten das Gefühl mit der abrupten, meist hektischen Geburt, die Kontrolle über sich und die Situation verloren zu haben. Väter hingegen beschrieben Gefühle des Allein-gelassen-werdens. Einige der Väter konnten bei der Geburt nicht dabei sein, weil sie aufgrund der Notfallsituation entweder zu spät kamen oder in der Hektik irgendwo zwischen Abteilung und Opera­ tionssaal vergessen wurden. Obwohl auch einige Eltern gesunder TG unerwartete Geburtssituationen erlebten, bestand der Unterschied darin, dass sie jeweils in den Entscheidungsprozess eingebunden waren und somit den Geburtsprozess mitbestimmen konnten, ihr Neugeborenes gesund war und die neue Familie nach der Geburt nicht getrennt wurde. Somit konnte der Übergang zur Elternschaft basierend auf einer Selbstverständlichkeit fortschreiten. Vertrauen wiedergewinnen, ausgleichen und stärken Mit der Hospitalisation des Kindes auf der Neonatologie begann für die Eltern eine Phase der Ungewissheit, während der sie mit dem möglichen Verlust des Kindes oder der Verschlechterung dessen Gesundheitszustandes rechnen mussten. Zudem waren sie mit einer ihnen nicht vertrauten Umgebung konfrontiert. Dies führte zu Beginn zu einem Vertrauensverlust, welcher wiederhergestellt werden musste. Der Vertrauensaufbau war durch die Persönlichkeit der Eltern und deren Vertrauen in andere geprägt. Vertrauen in die Situation entstand insbesondere durch eine gute Beziehungsgestaltung mit dem Betreuungsteam und dem Glauben der Eltern an die Stärke und den Überlebenswillen des Kindes. Die gesundheitlichen Fortschritte des Kindes waren dabei unterstützend. Dieses Vertrauen konnte durch die Verlegung auf eine andere Station oder in ein anderes Spital und in der Phase der Spitalentlassung leicht aus dem Gleichgewicht geraten. Einige Eltern beschrieben nach der Verlegung Gefühle von Misstrauen. Sie konnten deshalb ihr Kind kaum mehr alleine lassen. Die Spitalentlassung kam für die meisten Eltern überraschend und schnell. Sie führte zu ambivalenten Gefühlen: einerseits freuten sie sich endlich eine Familie zu sein, andererseits hatten sie Angst vor der grossen Verantwortung. Die ersten Wochen zu Hause waren von grosser Unsicherheit und einer nahezu konstanten Überwachung des Kindes geprägt. Die Eltern fühlten sich in dieser Phase entsprechend physisch und psychisch erschöpft. ( Elternschaft nach Frühgeburt, Natascha Schütz Hämmerli, Hebamme.ch, Ausgabe 10/2012, Seiten 11 und 12 Eine Frühgeburt (FG) führt bei Eltern häufig zu psychischen Beeinträchtigungen. Diese können den Umgang mit dem Kind längerfristig behindern und die Familie als System nachhaltig stören [ 1, 2 ]. Die Forschung bezüglich FG, elter­ licher Erfahrungen und Belastungserleben beschränkte sich hauptsächlich auf Mütter und vernachlässigte die Situation der Väter. Die vorliegende Studie hatte zum Ziel die Erfahrungen von Müttern und Vätern nach einer Früh- und Termingeburt (TG) zu beschreiben und deren Belastungserleben 2 – 3 Jahre nach der Geburt zu erfassen und zu vergleichen. Es wurde ein Mixed-Methods-Vorgehen gewählt. Ein quantitativer Anteil wurde im hauptsächlich qualitativen Teil integriert. Die Erfahrungen während dem Übergang zur Elternschaft bis 2 – 3 Jahre nach der Geburt wurden mit halbstrukturierten Interviews und basierend auf dem Verfahren der «Picture elicitation» [ 3 ] erfasst. Das elterliche Belastungserleben («Parenting Stress») 2–3 Jahre nach der Geburt wurde mit dem «Parenting Stress Index» [ 4 ] erhoben. Die Interviews wurden mittels thematischer Analyse [ 5 ] innerhalb eines Forschungs­ teams ausgewertet. Die quantitativen Daten wurden deskriptiv und explorativ analysiert. Die Unterschiede im elterlichen Belastungs­ erleben wurden mittels hierarchisch linearen Modellen berechnet. Themenkarte elterliches Erleben nach einer Frühgeburt 30 bis 110 Tage Abrupte Geburt NICU Verlegung Austritt Nach Hause kommen Eltern werden Familie werden Elterliches Belastungs­ erleben nach 2–3 Jahren Verlieren und Wiedergewinnen einer Selbstverständlichkeit in der Elternschaft Vertrauen wieder­ gewinnen, ausgleichen und stärken Meistern von Hürden in der Entwicklung der Elternrolle Vertrauen in Andere Wahrnehmungs­ veränderung von einem fremden Wesen hin zum geliebten Kind Befähigt werden Lebenserschütterungen zu meistern Die Suche nach dem Gefühl eine Familie zu sein Professionelle Unterstützung Soziale Unterstützung Partnerunterstützung 6 2013 Hebamme.ch • Sage-femme.ch 11 Fokus Meistern von Hürden in der Entwicklung der Elternrolle Die Entwicklung der Elternrolle beinhaltete zu lernen kindliche Bedürfnisse zu erkennen und zu befriedigen. Es ging aber auch um die Förderung der Eltern-KindBindung. Dabei war es für die Eltern hilfreich, in die Pflege ihrer Kinder einbezogen zu werden. Das Ausmass des Einbezugs war jedoch abhängig von der Betreuungsperson. Die Eltern-Kind-Bindung wurde durch die Trennung nach der Geburt gestört. Eine Mutter beschrieb diese Entfremdung folgendermassen: «Sie war dann so unter einer Folie, ich konnte sie auch nicht so sehen mit dieser Kappe. Dort hatte ich wirklich nicht das Gefühl, das sei mein Kind – es war einfach ein Kind in einem Brutkasten.» Eine entscheidende Veränderung in der Eltern-KindBindung fand statt, als die Eltern ihr Kind zum ersten Mal an die Brust nehmen und Haut-zu-Haut-Kontakt herstellen konnten. Befähigt werden Lebenserschütterungen zu meistern Unterstützende und hinderliche Aspekte im Übergang zur Elternschaft beinhalteten Verhaltensweisen von Professionellen, von Verwandten, Freunden, anderen Bekannten oder vom Partner. Autorin Die Art und Weise wie Professionelle mit den Eltern kommunizierten und wie Eltern Verantwortung übernehmen durften war von zentraler Bedeutung. Beide Elternteile beschrieben ihr Bedürfnis nach ehrlicher, einfühlsamer Kommunikation. Sie bedauerten jedoch eine oft defizit­ orientierte Ausdrucksweise von Pflegenden und Ärzten. Das heisst, dass im Gespräch jeweils auf Komplikationen oder die zu erwartende negative Entwicklung des Kindes und weniger auf die Fortschritte oder positiven Eigen­ heiten des eigenen Kindes fokussiert wurden. Für alle Eltern war es wichtig jederzeit ihr Kind besuchen zu dürfen um sich an der Pflege zu beteiligen. Mit der Zeit lernten die Eltern ihr Kind kennen, einzuschätzen und kompetent zu betreuen. Es war dabei wichtig, dass diese Expertise von den Professionellen anerkannt wurde. Verwandte und Freunde waren nach einer FG ebenso geschockt und machten sich Sorgen um die kindliche Entwicklung und die physische und mentale Gesundheit der Eltern. Für die Eltern eines Frühgeborenen konnte dies zu einer unerwarteten Zusatzbelastung werden, da sie unter Umständen Trost spenden mussten, anstatt Trost empfangen zu können. Nach der Spitalentlassung wurden insbesondere Eltern, die bereits ältere Kinder hatten, von den Grosseltern im Alltag unterstützt. Die meisten Elternteile beschrieben, dass die Beziehung zum jeweiligen Partner schon vor der FG stabil und respektvoll war und durch dieses einschneidende Ereignis vertrauensvoller und stärker wurde. Respekt und Ein­ fühlungsvermögen wurden als gute Basis in der gemeinsamen Bewältigung dieser Lebenskrise gesehen. Die Suche nach dem Gefühl eine Familie zu sein Der Verlust eines «Wir-Gefühls» wurde von beiden Elternteilen eindrücklich geschildert. Damit ist das unbeschreibliche Glücksgefühl gemeint, das Eltern nach einer TG erlebten, wenn sie zum ersten Mal ihr Neugeborenes ansahen und es in den Armen hielten und sich als eine Einheit fühlten. Ein Vater eines zu früh geborenen Jungen beschrieb es so: «Und dieser Moment hat uns gefehlt und fehlt uns bis heute. Den werden wir auch nie mehr bekommen.» Natascha Schütz Hämmerli MSc, RN, war bis Ende 2012 Forschungsassistentin am Institut für Pflege­ wissenschaft und hat mit ihrer Arbeit «Elternschaft und elterliches Belastungserleben nach einer Frühgeburt» ihren Abschluss als Master in Pflegewissenschaft im November 2012 erhalten. Die Arbeit wurde durch die Stiftung Pflegewissenschaft Schweiz mit dem Preis der besten Masterarbeit in Pflegewissenschaft 2012 ausgezeichnet. [email protected] Institut für Pflegewissenschaft Das Institut für Pflegewissenschaft wurde im Jahr 2000 gegründet und war das erste seiner Art in der Schweiz. Es bietet Pflegenden eine fundierte Ausbildung zur Advanced Practice Nurse. http://nursing.unibas.ch 12 Hebamme.ch • Sage-femme.ch 6 2013 Die meisten Eltern eines FG fühlten sich erst nach dem Spitalaustritt des Kindes als Familie. Elterliches Belastungserleben 2 – 3 Jahre nach der Geburt Obwohl Eltern nach einer FG einen sehr schwierigen Übergang zur Elternschaft erlebten, beschrieben sie die Herausforderungen des Elternseins 2–3 Jahre nach der Geburt ähnlich, wie die Eltern nach einer TG. Die Kinder sind zu einem integralen Bestandteil der Familien geworden und werden als Bereicherung erlebt. Organisatorische Aspekte, wie die beruflichen und familiären Bedürfnisse unter einen Hut zu bringen, standen im Vordergrund. Die meisten Mütter arbeiteten Teilzeit und verbrachten mehr Zeit mit ihren Kindern als die Väter. Das kindliche Verhalten im Alter von 2–3 Jahren, wie beispielsweise deren Entdeckerlust, der Bewegungsdrang und vor allem das konstante Testen der elterlichen Gren- zen, wurde als körperlich und emotional anstrengend beschrieben und wurde von den meisten Eltern in beiden Gruppen als einer der schwierigsten Aspekte im Elternsein dargestellt. Es erstaunt daher nicht, dass 2–3 Jahre nach der Geburt keine Unterschiede im Belastungser­ leben («Total Parenting Stress») zwischen Eltern nach FG (Mütter: M [SD]=226.86 [38.43]; Väter: M [SD]=214.94 [27.43]) und Eltern nach TG (Mütter: M [SD]=220.65 [35.49); Väter: M[SD]=219.30 [32.95]) (F[101.324)=.629; p=.430) festgestellt werden konnten. Fazit Die Resultate dieser Studie geben Informationen zum individuellen Erleben von Müttern und Vätern nach einer FG und die emotionale und physische Arbeit, die zur Stabilisierung des Familiensystems geleistet werden muss. Professionelle, die mit Eltern nach FG konfrontiert sind, können dadurch sensibilisiert werden und allenfalls individueller auf die Eltern eingehen. Obwohl Langzeitfolgen im Belastungserleben in dieser Studie nicht aufgezeigt werden konnten, war es evident, dass sowohl die Hospitalisation, der Austritt und das erste Lebensjahr des Kindes von grossen Herausforderungen geprägt waren. Angebote zur Stärkung der elterlichen Bewältigungsstrategien und des Selbstvertrauens sollten deshalb vorhanden sein. Dazu existieren bereits evidenzbasierte Interventionsprogramme [ 6, 7 ]. Die Beziehung und die Zusammenarbeit zwischen Eltern und Professionellen als auch die Übergangsversorgung, bedürfen einer Optimierung. Hilfreich und zugleich innovativ könnte hier die Entwicklung und Implementierung eines sogenannten «Transitional care models» sein. Ein solches Model existiert bereits in der Pflege älterer Menschen [ 8 ]. Dieses Model fokussiert insbesondere auf das Training Angehöriger, deren erhöhtes Bedürfnis nach Wissen und Unterstützung nach Spitalaustritt, als auch die Koordination von Angeboten nach dem Austritt. Zudem fördert es die Kommunikation zwischen Patienten, Angehörigen und Professionellen. In diesem Modell arbeitet ein konstantes, multidisziplinäres Team zusammen, dass durch eine «Advanced Practice Nurse» geleitet wird, das heisst durch eine erfahrene, akademisch ausgebildete Pflegefach­ person, die auf dem entsprechenden Fachgebiet ein vertieftes Wissen hat. Ein solch innovatives Model würde die komplexen Bedürfnisse der Eltern nach einer FG adressieren und könnte zugleich die Gesundheit und Entwicklung der Eltern und ihrer Kinder verbessern. Referenzen 1 Holditch-Davis, D., et al., Posttraumatic stress symptoms in mothers of premature infants. J Obstet Gynecol Neonatal Nurs, 2003. 32(2): p. 161–71. 2 Singer, L.T., et al., Longitudinal predictors of maternal stress and coping after very low-birthweight birth. Arch Pediatr Adolesc Med, 2010. 164(6): p. 518–24. 3 Harper, D., Talking about pictures: a case for photo elicitation. Visual Studies, 2002. 17(1): p. 13–26. 4 Abidin, R.R., Parenting Stress Index. Professional Manual. 3 ed. 1995, Odessa, FL: Psychological Assessment Resources, Inc. 5 Braun, V. and V. Clarke, Using thematic analysis in psychology. Qualitative Research in Psychology, 2006: p. 77–101. 6 Kaaresen, P.I., et al., A randomized, controlled trial of the effectiveness of an early-intervention program in reducing parenting stress after preterm birth. Pediatrics, 2006. 118(1): p. e9–19. 7 Melnyk, B.M., et al., Reducing premature infants’ length of stay and improving parents’ mental health outcomes with the Creating Opportunities for Parent Empowerment (COPE) neonatal intensive care unit program: a randomized, controlled trial. Pediatrics, 2006. 118(5): p. e1414–27. 8 Naylor, M.D., et al., Translating research into practice: transitional care for older adults. J Eval Clin Pract, 2009. 15(6): p. 1164–70. 6 2013 Hebamme.ch • Sage-femme.ch 13 Mosaik Botox in Schwangerschaft und Stillzeit Für die Anwendung von Botulinumneurotoxinen (BoNT) wie Botox in der Schwangerschaft oder Stillzeit fehlen kontrollierte Studien. Die spärliche Datenlage zu schwangeren Frauen, die an Lebensmittel- oder Wundbotulismus erkrankten oder in therapeutischer Dosierung BoNT erhielten, lässt keine Auswirkungen auf den Embryo oder den Fötus vermuten. Da BoNT medizinisch weit unterhalb der letalen Dosis und zudem gezielt lokal injiziert wird, wäre eine allfällige systemische Verteilung nur in extremer – und somit klinisch irrelevanter – Verdünnung zu erwarten. Zudem scheint BoNT weder die Plazenta zu passieren noch in die Muttermilch überzugehen. David Scheiner, Daniele Perucchini, Daniel Fink, Cornelia Betschart Historischer Überblick Beim Wort Botox denkt der Laie unweigerlich an die ästhetische oder kosmetische Behandlung altersbedingter Gesichtsfalten. Tatsächlich handelt es sich dabei lediglich um ein Zufallsprodukt aus der Behandlung des Strabismus (Schielen): Es fiel nämlich auf, dass nach Botoxinjektion die Fältchen im Augenbereich verschwanden [ 2 ]. «Gifte können sowohl zur Zerstörung von Leben als auch zur Behandlung Kranker eingesetzt werden», schrieb der französische Physiologe und Mediziner Claude Bernard (1813–1878) [ 3 ]. Letzteres trifft auch auf das Botulinumneurotoxin (BoNT) zu, dem potentesten natürlichen Nervengift. Bereits 1822 entdeckte und beschrieb der deutsche Amtsarzt Justinus Kerner dieses Fettgift als Verursacher der später als Botulismus bezeichneten Lebensmittelvergiftung, meist hervorgerufen durch verdorbene Fleisch- oder Wurstprodukte (daher Botulismus, vom Lateinischen botulus, die Wurst), und erkannte dessen medizinisches Potenzial [ 4 ]. Emile Pierre Van Ermengem isolierte 1895 den verantwortlichen Erreger: Clostridium botulinum ist ein ubiquitär vorkommendes grampositives, obligat anaerobes Bakterium. Je nach Stamm wird eines der sieben Serotypen Botulinumneurotoxin A bis G produziert, wovon Typ A am stärksten und längsten wirkt und seit 1980 am meisten eingesetzt wird. Theoretisch ist ein Gramm kristallines BoNT Typ A die letale Dosis für eine Million Menschen! Die erste medizinische Indikation, wofür Botox (BoNT Typ A) 1978 die Zulassung von der amerikanischen Federal Drug Administration (FDA) erhielt, war der Strabismus. Wirkungsmechanismus von BoNT: Reversible Chemodenervation Da BoNT ein Naturprodukt ist, unterscheiden sich die verschiedenen Präparate in ihrer Aufarbeitung und Reinheit und somit Dosierung. Nachdem BoNT in die Nervenzelle aufgenommen worden ist, verhindert es an der motorischen Endplatte am quergestreiften Muskel die Freisetzung des Neurotransmittors Acetylcholin [ 5 ]. Innerhalb 14 Hebamme.ch • Sage-femme.ch 6 2013 weniger Tage nach Injektion ist die Informationsübertragung vom Nerven auf den Muskel unterbrochen; der Muskel ist gelähmt. Nach einer Latenzphase spriessen neue Nervenendigungen aus, und das Acetylcholin kann wieder freigesetzt werden. Am quergestreiften Muskel ist nach etwa drei Monaten die Chemodenervation wieder behoben (reversible Chemodenervation). David Scheiner ist Facharzt FMH für Gynäkologie und Geburtshilfe und arbeitet seit 2005 als Oberarzt am UniversitätsSpital Zürich in der Klinik für Gynäkologie. Gemeinsam mit den Ko-AutorInnen beschäftigt er sich intensiv mit der Urogynäkologie, die die Diagnostik und Therapie von Inkontinenz und Lageveränderungen der Genitalorgane umfasst, und hat zu diesen Themen, darunter auch zu Botulinumneurotoxin in der Therapie der überaktiven Blase, verschiedene Artikel in Büchern und internationalen Fachzeitschriften veröffentlicht. Kontakt Dr. med. David A. Scheiner Oberarzt [email protected] Klinik für Gynäkologie UniversitätsSpital Zürich Frauenklinikstrasse 10, 8091 Zürich T +41 (0)44 255 93 08 BoNT wirkt auch an der glatten Muskulatur (z. B. Blasenmuskel) oder glandulär (Schweissdrüsen) und blockiert auch afferente Nervenendungen. Die Wirkung dauert aber mit acht bis zehn Monaten deutlich länger als die drei Monate beim Skelettmuskel. Die BoNT-Behandlung kann wiederholt werden. Bei zu hoher Dosierung und zu kurzem Intervall zwischen den Injektionen (unter drei Monaten) ist die Bildung neutralisierender Antikörper gegen das BoNT mit konsekutivem Wirkungsverlust möglich. Dosierung Eine Einheit Botox entspricht 0.05 ng BoNT Typ A. Die LD50 (mittlere tödliche Dosis, bei der 50 % der Lebewesen sterben) beim Menschen wird auf 3000 Einheiten oder 150 ng Botox geschätzt. Üblicherweise werden in der Urogynäkologie im klinischen Alltag maximal 300 Einheiten und diese gezielt lokal beschränkt injiziert, womit wir weit unter der LD50 liegen. Indikationen für BoNT Gleich vorweg: In der Schwangerschaft scheint die Behandlung von Gesichtsfalten mit Botox wenig sinnvoll, da es aufgrund der hormonellen Situation zu einer besseren Gewebsdurchblutung und -permeabilität mit Salzund Wasserretention und dadurch zur Ödembildung auch im Gesicht kommt, womit ja kleine Falten gewissermassen aufgefüllt werden und verschwinden. Dagegen bleibt mitunter die medizinische Indikation auch in der Schwangerschaft und Stillzeit bestehen *. Mit BoNT können neurologische Erkrankungen wie fokale Dystonien – zum Beispiel Blepharospasmus (Lidkrampf) oder Torticollis (Schiefhals) – oder fokale Spastizitäten nach Schlaganfall, Spitzfuss-Stellung bei Zerebralparese etc. erfolgreich für jeweils einige Monate behandelt werden. Weitere Einsatzgebiete sind u. a. Strabismus, Spannungskopfschmerzen, Hyperhidrose, erhöhte Speichelproduktion, Achalasie (Spasmus des Speiseröhrenmuskels), Analfissuren oder die neurogene oder idiopathische überaktive Blase. Theoretisch und experimentell wird der Einsatz zur Vermeidung vorzeitiger Wehen nach fetaler Chirurgie diskutiert [ 6 ]. Einsatz in der Schwangerschaft Gemäss Fachinformation liegen derzeit für den Einsatz von Botox bei schwangeren Frauen oder in der Stillzeit keine ausreichenden Daten vor (Stand Juni 2012). Prä­ klinische Daten zur Reproduktionszytologie ergaben, dass der NOAEL-Wert – der Wert, bei dem keine Nebenwirkungen beobachtet werden – für intramuskulär verabreichtes Botox in der Entwicklungsphase bei träch­ tigen Mäusen, Ratten und Kaninchen bei 4 bzw. 1 bzw. 0.125 Einheiten / kg Körpergewicht lag. Bei höheren Dosen wurde vermindertes fetales Körpergewicht und / oder verzögerte Skelett-Ossifikation beobachtet, bei Kaninchen kamen Aborte vor. Somit soll beim Eintreten einer Schwangerschaft während der Botoxbehandlung auf die potenziellen Risiken hingewiesen werden. Ferner ist nicht bekannt, ob Botox in die Milch übergeht, weshalb dessen Anwendung während der Stillzeit nicht empfohlen werden kann. Abgesehen von der Umgebungsreaktion auf die Einstichstellen und allgemeine, wie bei anderen Injektionen auch zu erwartende Reaktionen, steht prinzipiell die lähmende Wirkung von BoNT im Vordergrund. Diese kann je nach Lokalisation entsprechende passagere Beschwerden oder Komplikationen hervorrufen. Da BoNT lokal und nur in geringer Dosierung weit unter der theoretischen LD50 injiziert wird, kann von einer lokal beschränkten Wirkung ausgegangen werden, ohne dass die gefürchtete systemische Lähmung mit Apnoe zu erwarten ist. Zudem würde die geringe Menge BoNT, die in den Kreislauf gelangt, extrem verdünnt. Für Schwangerschaft und Stillzeit stellt sich konkret die Frage nach der Plazenta- und Milchgängigkeit und somit nach den Auswirkungen auf den Embryo respektiv Fötus sowie das Neugeborene. Hinweise aus der Literatur – Fallberichte Systematische Studien fehlen, und so versuchen wir anhand der Literatur die drei folgenden Fragen zu beantworten: 1. Wirkt Botox systemisch? 2. Was geschieht beim Botulismus in Schwangerschaft oder Stillzeit? 3. Gibt es Fallberichte zu BoNT-Therapie in Schwangerschaft und Stillzeit? Die systemische BoNT-Wirkung nach lokaler Injektion wurde mithilfe der «Single Fiber Electromyography» bei nicht-schwangeren Frauen untersucht, bei der einzelne Muskelfasern elektromyographisch abgeleitet werden [ 7 – 9 ]. Zwar wird eine systemische Verteilung nach lokaler Injektion von BoNT in eine Muskelgruppe oder in den Blasenmuskel vermutet, doch liegen die nachweis­ baren Effekte in nicht behandelten Muskelgruppen im subklinischen Bereich und ohne nachweisbare Nervenblockade. Somit sind sie klinisch nicht relevant. Zudem kann BoNT aufgrund seiner Grösse (150 kDa) die BlutHirn-Schranke nicht passieren. Bisher konnte auch keine eindeutige direkte Wirkung auf das zentrale Nervensystem beobachtet werden. Die Möglichkeit eines axonalen Rücktransportes von BoNT aus dem Muskel ins Zentralnervensystem und dessen Bedeutung wird kontroversdiskutiert. Ganz im Gegensatz zur Wirkung bei der schwangeren Frau hat Botulismus keinen Einfluss auf das Wohlbefinden von Fötus oder Neugeborenem. In der Literatur wurden seit 1975 fünf Fälle von intensivstationspflichtigem Botulismus bei schwangeren Frauen mit maschineller Beatmung, Sauerstoff- oder Antitoxingabe beschrieben. * Beim Wort Botox denkt der Laie unweigerlich an die äs­thetische oder kosmetische Behandlung altersbedingter Gesichtsfalten. Tatsächlich wird heute aber in der Medizin Botox bei verschiedenen Indikationen ein­gesetzt, die auch in der Schwangerschaft bestehen bleiben können. Indika­ tionen zur Injektion von Botox in der Schwangerschaft sind u. a. Spastizitäten, Blepharospasmus, Torticollis und Achalasie. Dabei ist zu erwähnen, dass sich die glatte Muskulatur in der Schwangerschaft physiologischerweise entspannt und manche spastischen Symptome während dieser Zeit weniger ausgeprägt sind. 6 2013 Hebamme.ch • Sage-femme.ch 15 Mosaïk Der Erkrankungsbeginn lag zwischen der 16. und 36. Schwangerschaftswoche. Zwei Fälle waren bedingt durch Wundbotulismus bei iv-Drogenabusus. Beide Kinder mussten wegen Infekt oder Entzug behandelt werden, aber es konnte wie bei den übrigen drei Kindern kein BoNT oder klinischer Effekt davon nachgewiesen werden. Eindrücklich sind die fetalen Atembewegungen und Darmmotilität sowie Kindsbewegungen als einzige sichtbare Regung im Abdomen resp. an der Bauchdecke der komplett paralysierten Mutter. Wachstum und Entwicklung waren postnatal bei zwei der drei Kinder mit mütterlichem Nahrungsmittelbotulismus unauffällig. Seit 2004 sind weltweit 30 Fälle (Schwangerschaften) von BoNT-Injektionen bei 24 Frauen beschrieben. Therapie­ indikationen waren Ösophagusachalasie, kosmetische Behandlung (Falten), Torticollis, Strabismus, Blepharospasmus, Dystonien und Stimmkrampf mit Injektion von 2.5 (Strabismus) bis 500 (Dystonie) Einheiten Botox in allen drei Trimestern. Bei zwei Schwangerschaften (300 und 500 Einheiten) kam es zum Frühabort und eine Schwangerschaft wurde vorzeitig beendet. Eine schwangere Frau erhielt in jeder ihrer drei Schwangerschaften je 300 Einheiten Botox und eine weitere bekam in jeder ihrer vier Schwangerschaften zur Behandlung zervikaler Dystonien je 600 bis 1200 Einheiten (in mehreren Sitzungen) sowie vor der Konzeption je 300 Einheiten Botox. Letztgenannte hat stets abgestillt. Bei beiden Schwangeren verliefen alle Schwangerschaften komplikationslos. Insgesamt lässt sich aus diesen Fallberichten vermuten, dass Botox – ob akzidentell oder bewusst appliziert – weder Schwangerschaft noch Embryo oder Fötus gefährdet. ( 16 Abstract Ob medizinisch indiziert oder kosmetisch ein­ gesetzt, für den Einsatz von Botulinumneuro­ toxinen (BoNT) in der Schwangerschaft oder Stillzeit fehlen kontrollierte Studien. Die spär­ lichen Fallberichte über Lebensmittel- oder Wundbotulismus in der Schwangerschaft mit unbehandelt letaler BoNT-Dosis lassen vermuten, dass dieser «Wildtyp» die Plazenta nicht passiert und keine Auswirkungen auf Embryo oder Fötus hat. Auch beim therapeutischen Einsatz von BoNT fanden sich keine sicheren Nebenwirkungen für Embryo und Fötus. Doch auch hier ist die Datenlage dürftig. Auch ist unbekannt, ob BoNT in die Muttermilch übergeht. Dies scheint jedoch sehr unwahrscheinlich zu sein, weshalb nicht von einem Risiko für das Neugeborene ausgegangen wird [ 1 ]. Ohnehin wird BoNT therapeutisch weit unterhalb der letalen Dosis und gezielt lokal injiziert, weshalb keine relevante – und dann nur in extremer Verdünnung – systemische Zirkulation befürchtet werden muss. Hebamme.ch • Sage-femme.ch 6 2013 Beim grossen BoNT-Molekül ist dessen passive Plazentagängigkeit unwahrscheinlich und ein aktiver Transportmechanismus ist nicht bekannt. Jedenfalls konnte keine Plazentagängigkeit für den «Wildtyp» gezeigt werden. Ob BoNT in die Muttermilch gelangen kann, ist unbekannt. Fazit Zwar fehlen kontrollierte Studien zu BoNT in Schwangerschaft und Stillzeit, doch fand sich bisher beim Menschen weder in toxischer systemischer Dosis (Botulismus) noch in therapeutischer Dosierung eine Auswirkung auf den Embryo oder Fötus. Dennoch bedarf es für den Einsatz von BoNT in Schwangerschaft und Stillzeit der korrekten medizinischen Indikationsstellung und Wirkungen und Risiken müssen gegeneinander abgewogen werden. Interessante Links http://de.wikipedia.org/wiki/Botox www.neurotoxininstitute.com www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien030-109_S1_Botulismus_10-2008_10-2013.pdf www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/013-077l_S1_ Ästhetische_Botulinumtoxin_Therapie_2012–11.pdf Literatur 1 Briggs GG, Freeman RK, Yaffe SJ. Drugs in Pregnancy and Lactation. Lippincott Williams & Wilkins; 2011. 2 Carruthers A, Kiene K, Carruthers J. Botulinum A exotoxin use in clinical dermatology. J Am Acad Dermatol. 1996 May;34(5 Pt 1):788–97. 3 Scheiner D, Perucchini D, Fink D. (Overactive bladder: prospects and limitations of botulinum toxin). Gynaekol Geburtshilfliche Rundsch. 2006;46(3):88–95. 4 Kerner J. Das Fettgift oder die Fettsäure und ihre Wirkungen auf den thierischen Organismus. 1822. 5 de Paiva A, Meunier FA, Molgó J, Aoki KR, Dolly JO. Func­ tional repair of motor endplates after botulinum neuro­ toxin type A poisoning: biphasic switch of synaptic activity between nerve sprouts and their parent terminals. Proc Natl Acad Sci USA. 1999 Mar 16;96(6):3200–5. 6 Garza JJ, Downard CD, Clayton N, Maher TJ, Fauza DO. Clostridium botulinum toxin inhibits myometrial activity in vitro: possible application on the prevention of preterm labor after fetal surgery. J Pediatr Surg. 2003 Mar;38(3):511–3. 7 Lange DJ, Rubin M, Greene PE, Kang UJ, Moskowitz CB, Brin MF, et al. Distant effects of locally injected botulinum toxin: a double-blind study of single fiber EMG changes. Muscle Nerve. 1991 Jul;14(7):672–5. 8 Garner CG, Straube A, Witt TN, Gasser T, Oertel WH. Time course of distant effects of local injections of botulinum toxin. Mov Disord. 1993;8(1):33–7. 9 Schnitzler A, Genet F, Durand M-C, Roche N, Bensmail D, Chartier-Kastler E, et al. Pilot study evaluating the safety of intradetrusor injections of botulinum toxin type A: investigation of generalized spread using single-fiber EMG. Neurourol Urodyn. 2011 Nov;30(8):1533–7. Neues aus Wissenschaft und Forschung Zusammenhang zwischen Einnahme von milden Schmerzmitteln während der Schwangerschaft und Kryptorchismus und Hypospadie Intrauterine exposure to mild analgesics during pregnancy and the occurrence of cryptorchidism and hypospadia in the offspring: the Generation R Study. In: Human Reproduction, Vol.27, No.4 pp. 1191–1201 Snijder C. A., Kortenkamp A., Steegers E. A., Jaddoe W., Hofman A., Hass U., Burdorf A. (2012) Hintergrund Die Einnahme von rezeptfreien, milden Schmerzmitteln während der Schwangerschaft wurden in jüngster Zeit mit Risiken von reproduktiven Erkrankungen beim Neugeborenen in Verbindung gebracht. allem beim Wirkstoff Acetaminophen (Paracetamol) (OR 1.89; 95 % CI 1.01–3.51). 33,8 % der Mütter (23 von 68) von Söhnen mit Kryptorchismus gaben an, während der Schwangerschaft milde Schmerzmittel eingenommen zu haben, gegenüber 31,8 % (7 von 22) der Mütter von Söhnen mit Hypospadie und 29,9 % (926 von 3094) der Mütter von gesunden Söhnen. Methoden Innerhalb einer grossen prospektiven Kohortenstudie in den Niederlanden in den Jahren 2002–2006, der Generation R Study, untersuchten wir bei 3184 Frauen den Zusammenhang zwischen Exposition an milde Schmerzmittel während der Schwangerschaft und dem Auftreten von Kryptorchismus und Hypospadie bei Neugeborenen. Kryptorchismus und Hypospadie wurden während Routineuntersuchungen in den Kindergesundheitszentren durch spezialisierte Ärzte identifiziert. Der Konsum von milden Schmerzmitteln war mittels drei Fragebogen vor der Geburt festgestellt worden. Dabei wurden vier Schwangerschaftsperioden unterschieden: perikonzeptionelle Phase, die ersten 14 Schwangerschaftswochen, 14. – 22. Schwangerschaftswoche und 20.–32. Schwangerschaftswoche. Die Beziehung zwischen mütterlicher Exposition an milde Schmerzmittel und dem Vorkommen von Kryptorchismus und Hypospadie wurde anhand von logistischen Regressionsanalysen untersucht. Resultate Die allgemeine Prävalenz über die Untersuchungsperiode von anschliessend 30 Monaten war 2,1 % für Kryptorchismus und 0,7 % für Hypospadie. Der Konsum von milden Schmerzmitteln während der zweiten Schwangerschaftsperiode (14.–22. SSW) erhöhte das Risiko auf kongenitalen Kryptorchismus (bereinigte Odds Ratio (OR) 2.12; 95 % Koinzidenzintervall (CI) 1.17–3.83), vor 18 Hebamme.ch • Sage-femme.ch 6 2013 Schlussfolgerungen Die Resultate deuten darauf hin, dass intrauterine Exposition an milde Schmerzmittel, insbesondere Paracetamol, während der Schwangerschaftsphase, in der das männliche Geschlecht ausgebildet wird, das Risiko auf Kryptorchismus erhöht. Übersetzung. Wolfgang Wettstein, Redaktor Hebamme.ch ( Kommentar von Martina Gisin, Beirätin der Redaktion Hebamme.ch Die grosse populationsbezogene Studie zeigt einen Zusammenhang zwischen intrauteriner Exposition an milden Schmerzmitteln, während der zweiten Schwangerschaftsphase, und dem erhöhten Risiko auf Kryptorchismus auf. Mögliche Störvariablen wie zum Beispiel Rauchen, Alkohol, bestehende Grundkrankheiten oder Infektionskrankheiten, die einen Einfluss auf das Outcome haben könnten, wurden im ersten Studienfragebogen erfragt und miteinbezogen. Die Studie weist jedoch Limita­tionen auf. Hauptsächlich sollte die limitierte Fallzahl von Krypt­orchismus und Hypospadie – nebst dem Mangel an ungenauen und überschneidenden Angaben zu den Schwangerschaftswochen – genannt werden. Eine Auswirkung von Paracetamol auf die Entwicklung von Lageanomalien des Hodens wäre nur durch weitere Studien zu klären. Trotz der geringen Fallzahl sollten Frauen und Hebammen auf die möglichen Auswirkungen von Schmerz­ mitteln auf die Entwicklung des Kindes auf­ merksam gemacht werden. Buchtipp Betreuungsoutcomes in Geburtszentren: Vorstellung eines tragfähigen Modells. Dr. pharm. Chantal Schlatter «Stillen neu entdeckt» Outcomes of Care in Birth Centers: Demonstration of a Durable Model Susan Rutledge Stapleton, CNM, DNP, Cara Osborne, SD, CNM, Jessica Illuzzi, MD, MS; J Midwifery Womens Health 2013;58:3–14 © 2013 American College of Nurse-Midwives Verlag tredition ISBN 978-3-8491-1724-5 CHF 19.90 Einleitung Die Sicherheit und Effektivität der Betreuung in Geburtszentren wurde in früheren Studien, etwa der National Birth Center Study und der San Diego Birth Center Study, aufgezeigt. Die jetzt vorliegende Studie untersucht die Outcomes der Betreuung im aktuellen Geburtshilfeumfeld. Methoden Diese prospektive Kohortenstudie berücksichtigte Frauen, die in 79 hebammengeleiteten Geburtszentren in 33 US-Bundesstaaten zwischen 2007 und 2010 betreut wurden. Die Daten dieser Frauen wurden, nach deren Zustimmung, in das American Association of Birth Centers Uniform Data Set eingegeben. In einer Intention-to-Treat-Analyse wurden mit deskriptiver Statistik die maternalen und neonatalen Outcomes aller Frauen ausgewertet, die sich mit Wehen bei einem Geburtszentrum meldeten, inklusive derjenigen, die an eine Spital weiterverwiesen werden mussten. Resultate Von den 15 574 Frauen, die eine Geburt in einem Geburtszentrum geplant hatten und bei Einsetzen der Wehen dafür geeignet waren, gebaren 84 % im Geburtszentrum. 4 % wurden vor der Aufnahme im Geburtszentrum und 12 % wurden nach der Aufnahme ins Geburtszentrum an ein Spital weiterverwiesen. Ungeachtet vom Ort, an dem die Frauen gebaren, gab es 93 % Vaginalgeburten, 1 % unterstützte Vaginalgeburten und 6 % Kaiserschnitte. Nach einer Geburt im Geburtszentrum mussten 2,4 % der Frauen und 2,6 % der Neugeborenen in ein Spital transferiert werden, davon 0,5 % der Mütter und 0,7 % der Neugeborenen notfallmässig. Todesfälle bei den Müttern waren keine zu verzeichnen. Die fetale Mortalitätsrate intrapartum bei Frauen, die mit Wehen in ein Geburtszentrum aufgenommen wurden, lag bei 0.47/1000. Die neonatale Mortalität lag bei 0.40/1000, ausgenommen Anomalien. Diskussionen Diese Studie bestätigt die Sicherheit des Modells der hebammengeleiteten Geburtszentren, wie auch die Tatsache der niedrigen geburtshilflichen Interventionsrate in diesem Umfeld, wie sie in früheren Studien schon aufgezeigt wurden. Die Resultate sind besonders bedeutsam in einer Zeit, die durch eine starke Zunahme von geburtshilflichen Eingriffen und von steigenden Kaiserschnittraten geprägt ist. Übersetzung: Wolfgang Wettstein, Redaktor Hebamme.ch Dieses von der Pharmazeutin Chantal Schlatter verfasste Buch ist kürzlich in einer zweiten, inhaltlich korrigierten Auflage erschienen. Das 100-seitige Buch ist sehr attraktiv gestaltet. Es hat den Anspruch den Eltern aktuelles, wissenschaftlich abgestütztes Wissen zum Stillen zu vermitteln. Die Webseite www.stillbuch.ch bietet zusätzlich die Möglichkeit über ein Forum aktuelle Fragen einzubringen, welche von einer Stillberaterin IBCLC bearbeitet werden. Leider vermag das Buch auch in der nun vorliegenden zweiten Auflage fachlich nicht zu überzeugen. Einige Tatsachen halten einer genauen fachlichen Überprüfung nicht stand. So wird im Text von «Milchseen» oder gar «Reservoiren» gesprochen, die nachweislich nicht existieren. Ferner wird ausgeführt, dass Casein aus der Muttermilch der Besiedelung des Darmes des Neugeborenen mit Bifidobakterien förderlich sein soll. Erstens ist dieser positive Effekt auf die unverdaulichen Komplexzucker zurückzuführen (diese Zucker machen immerhin bis zu einem Fünftel der Muttermilch aus), zweitens enthält Muttermilch im Gegensatz zur Casein-reichen Kuhmilch vor Allem Lactalbumin. Wir haben den Eindruck, dass das Buch auch in der zweiten Auflage eine gewisse Sorgfalt vermissen lässt. «Drüsenkanäle» in einer Abbildung werden im Text als «Milchgänge» bezeichnet, Bild und Text korrespondieren nicht. Die Autorin verwendet ferner den Begriff «Vormilch» sowohl für das Kolostrum, als auch für den ersten Anteil der reifen Frauenmilch, der während der Stillmahlzeit fliesst. Auch im praktischen Teil wird wissenschaftliche Information nicht korrekt interpretiert, so haften die Leukocyten der Muttermilch nur rund sechs Stunden an einer Glaswand, Glasbehältnisse sind also nicht a-priori abzulehnen. Die Angaben zum Saugrhythmus und zum Abpumpen sind so nicht zitierbar. In den Tabellen zu den Arzneimitteln in der Stillzeit ist nicht wirklich aktuelles Wissen zusammengefasst, so ist Metformin mit Stillen kompatibel, auch zu Oxycodon sind entsprechende Daten vorhanden. Fazit: Wir würden der Autorin eine gründliche Überarbeitung des Buches empfehlen. Schweizerische Stiftung zur Förderung des Stillens, Verena Marchand, Stillberaterin IBCLC, Mitglied Fachkommission, Dr. pharm. Christine Aeschlimann Guggisberg, Geschäftsleiterin 6 2013 Hebamme.ch • Sage-femme.ch 19 Verband • Fédération An der Sitzung vom 27. März 2013 hat der SHV-Zentralvorstand … … entschieden, – die Stellungnahme des Netzwerks «Kinderrechte Schweiz» zur Situation der Fallpauschalfinanzierung SwissDRG in der stationären Kindermedizin zu unterstützen. – sich nicht für das Epidemiengesetz einzusetzen und dem Befürworter-Komitee nicht beizutreten. – Nationalrätinnen und Nationalräte anzuschreiben mit der Aufforderung, die Initiative «Abtreibungsfinanzierung ist Privatsache» abzulehnen. – Elisabeth Kurth mit dem Projekt FamilyStart für den «Princess Srinagarindra Award», der von einer thailändischen Stiftung jedes Jahr an eine Hebamme oder Pflegende verliehen wird, die sich durch ihren vorbildlichen beruflichen Einsatz besonders hervorgehoben hat, vor­ zuschlagen. – dass der SHV dem Verein Stimme Q, der sich für die hochstehende Qualität in der Bildung, Betreuung und Erziehung von Kindern in den ersten Lebensjahren einsetzt, beitritt. … weiter, – die Analyse der Situation von ausbildenden Hebammen und Studierenden der Fachrichtung Hebamme in der freien Praxis genehmigt. – den Jahresabschluss 2012 mit einem Gewinn von CHF 62 604.90 und den Finanzplan 2014 bis 2015, der kein strukturelles Defizit aufweist, genehmigt. – die Evaluation der «Politischen Vorstösse Wochenbett» zur Kenntnis genommen. – die Statuten der neu gegründeten Sektion Geburtshäuser genehmigt. – die Medienmitteilung zum 5. Mai 2013 verabschiedet. – den Entwurf der Stellungnahme zur Terminologie des Fachbereichs der Hebammen im Entwurf des Gesundheitsberufegesetzes genehmigt. Dieser geht nun zur weiteren Dislussion in die Berufskonferenz Hebamme. – die Projektbeschreibung und das Berechnungsmodell zur Pikettentschädigung für frei praktizierende Hebammen genehmigt. – die Anknüpfungspunkte aus Sicht der Hebammen zum Strategiepapier «Gesundheit2020» des Bundes genehmigt und entschieden, eine Vertretung des BAG zu einer Präsidentinnenkonferenz einzuladen, um das Strategiepapier vorzustellen. Liliane Maury Pasquier, SHV-Präsidentin Fallberichts- und Lernsystem­ für Hebammen «Fälle-für-Alle e.V.» ist online 1 Weltweit kommen Menschen durch unerwünschte und potenziell vermeidbare Ereignisse (Fehler) im Rahmen der Gesundheitsversorgung zu Schaden. Besonders in den Phasen Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett, die prinzipiell als physiologisch anzusehen sind, können Fehler für Mutter und/ oder Kind schwerwiegende Konsequenzen haben. Schweizerischer Hebammenverband SHV | Fédération suisse des sages-femmes FSSF | Federazione svizzera delle levatrici FSL | Federaziun svizra da las spendreras FSS Präsidentin | Présidente Liliane Maury Pasquier, SHV Rosenweg 25 C, Postfach, 3000 Bern 23 Sektionen | Sections Aargau-Solothurn Anne Steiner [email protected] Waltersburgstr. 16, 5000 Aarau T 062 822 81 21, M 079 455 69 29 Daniela Freiermuth-Hari [email protected] Solothurnerstr. 53, 4702 Oensingen T 078 625 54 43 Bas-Valais Daniela Sintado [email protected] Rue de Lausanne 24, 1950 Sion T 079 471 41 60 Isabelle Mabeau [email protected] Chemin des Mûres 27, 1926 Fully T 027 746 36 53 Beide Basel (BL/BS) Doris Strub [email protected] Gartenweg 156, 4497 Rünenberg T 061 983 08 44 20 Hebamme.ch • Sage-femme.ch 6 2013 Regina Burkhardt [email protected] Ostenbergstr. 3, 4410 Liestal T 061 322 33 64 Bern Marianne Haueter [email protected] Bunschen 171 B, 3765 Oberwil i.S. T 031 783 01 70 Fribourg Valentine Jaquier-Roduner [email protected] Rte en Champ Didon 134, 1740 Neyruz T 026 477 05 76 Genève Béatrice Van der Schueren [email protected] ou [email protected] 13, chemin du Signal, 1233 Bernex T 022 757 29 10, M 079 328 86 77 Oberwallis Ruth Karlen [email protected] Mühlackerstr. 26a, 3930 Visp T 027 945 15 56 Ostschweiz (SG/TG/AR/AI/GR) Madeleine Grüninger [email protected] Weidenhofstr. 3, 9323 Steinach T 071 440 18 88, M 079 238 40 78 Zentralschweiz (LU/NW/OW/UR/ZG) Karien Näpflin-Defloor [email protected] Dorfhalde 40, 6033 Buchrain T 041 442 08 00, M 079 743 88 14 Schwyz Christine Fässler-Kamm [email protected] Chappelihof 26, 8863 Buttikon T 055 445 21 54, M 079 733 18 48 Carmen Zimmermann-Steiger [email protected] Gärtnerweg 20, 6010 Kriens T 041 320 63 06, M 079 565 05 82 Marie-Gabrielle von Weber [email protected] Urenmatt, 6432 Rickenbach T 041 811 13 26, M 079 516 08 59 Ticino Francesca Coppa-Dotti [email protected] Via Raslina 5, 6763 Mairengo T 091 866 11 71 Simona Pagani Scarabel [email protected] I runch da vigana 21, 6528 Camorino T 076 616 74 06 Vaud-Neuchâtel-Jura (VD/NE/JU) Fabienne Rime [email protected] Route du Martoret 5, 1870 Monthey T 079 654 64 71 Zürich und Umgebung (ZH/GL/SH) Stephanie Hochuli [email protected] Köschenrütistrasse 95, 8052 Zürich T 079 711 80 32 Sektion Geburtshäuser Section maisons de naissance Präsidentin | Présidente Barblina Ley [email protected] Chemin de la Bergerie 41, 1806 St-Légier T 021 944 42 49 Systematisches Qualitäts- und Bildungsmanagement in diesem Versorgungsbereich kann die «Fehlerkultur» positiv beeinflussen und damit zu einer Verbesserung der umfassenden Betreuung der Klientinnen führen. Dadurch können positive und negative Ereignisse systematisch identifiziert und analysiert werden. Die Reflexion der Ergebnisse kann und soll zu einer erweiterten Lernkultur für ExpertInnen führen. Damit wird eine kontinuierliche Verbesserung der Qualität der Gesundheitsversorgung für Mütter, Kinder und ihren Familien angestrebt (Millennium Development Goals 4 und 5 der Vereinigten Nationen 2008). Etliche medizinische Institutionen haben bereits mit der Einführung eines CIRLS (Critical incident reporting and learning system) für die stationären Leistungen begonnen. In einigen Ländern ist ein solches System auch gesetzlich verankert. Obwohl Spitäler in der Regel ihre Mitarbeitenden zur Qualitätssicherung verpflichten, bestehen dennoch besonders im deutschsprachigen Raum noch Defizite im Bereich der Geburtshilfe und des Hebammen­ wesens, insbesondere auch im ambulanten Sektor. Das CIRLS soll dazu dienen, kritische Ereignisse und andere potenziell gefährliche Situationen, die unter Umständen zu Schädigungen von Frau und Kind, Mitarbeitenden oder Drittpersonen hätten führen können, zu melden, systematisch auszuwerten und daraus Verbesserungsmassnahmen abzuleiten. Das können einfache organisatorische Abläufe sein, welche die Hebamme in ihrer frei praktizierenden Tätigkeit optimiert, oder fachliche Bereiche, die durch Fortbildungen aktualisiert werden. Dank Spendengeldern, unter anderem von den Hebammenverbänden, ist es für Fälle-für-Alle e. V. möglich geworden, ein Fallberichtssystem für Hebammen einzurichten. Für Mitglieder der folgenden Hebammenverbände ist der Zugang kostenlos: Bund freiberuflicher Hebammen (BfHD), Deutscher Hebammenverband (DHV), Hebammenkollegium Bozen, Österreichisches Hebammengremium und Schweizerischer Hebammenverband (SHV). Die Zugangsdaten (Benutzerinnenname und Passwort) finden Sie im Mitgliederbereich auf der Website des Schweizerischen Hebammenverbandes (SHV) www.hebamme.ch. Die Zugangsdaten werden in regelmässigen Abständen geändert. Wir bitten Sie, diese Zugangsdaten vertraulich zu behandeln. Wir freuen uns auf viele lehrreiche Fälle und ein gutes Miteinander! Lors de sa séance du 27 mars 2013, le CC a ... … décidé – de soutenir la prise de position du «Réseau suisse des droits de l’enfant» sur la situation du financement par forfait SwissDRG en pédiatrie dans les hôpitaux. – de ne pas s’engager en faveur de la loi sur les épidémies, ni d’adhérer au comité qui la soutient. – de contacter les membres du Conseil national et de les inviter à rejeter l’initiative «Financer l’avortement est une affaire privée». – de proposer Elisabeth Kurth et le projet FamilyStart pour le prix «Princess Srinagarindra Award», décerné chaque année par une fondation thaïlandaise à une sage-femme ou une infirmière qui s’est distinguée par l’exemplarité de son engagement professionnel. – que la FSSF adhérera à l’association «La voix pour la qualité», qui s’engage en faveur de l’excellence de la formation, de l’encadrement et de l’éducation de la petite enfance. … approuvé – l’analyse de la situation des sages-femmes formatrices et des élèves de la filière Sage-femme dans la pratique indépendante. – les comptes 2012, qui se soldent par un bénéfice de CHF 62 604.90, ainsi que le plan financier 2014-2015, qui ne présente pas de déficit structurel. – les statuts de la nouvelle section Maisons de naissance. – le projet de prise de position sur la terminologie concernant le champ d’activité des sages-femmes dans la loi sur les professions de la santé. Le projet sera soumis à la Conférence professionnelle des sages-femmes pour discussion. – le descriptif du projet et le modèle de calcul des indem­ nités de garde pour les sages-femmes indépendantes. – les arguments des sages-femmes en rapport avec la stratégie globale «Santé2020» de la Confédé­ration et décidé d’inviter des représentant-e-s de l’OFSP à venir présenter le document lors d’une prochaine conférence des présidentes. … pris connaissance de l’évaluation des interventions politiques sur le post-partum. Kontakt FÄLLE FÜR ALLE e.V. Kontaktperson für die Schweiz: Isabelle Romano Buchenweg 7, 3627 Heimberg [email protected] … adopté le communiqué de presse prévu pour la journée du 5 mai 2013. Liliane Maury Pasquier, Présidente de la FSSF www.fälle-für-alle.org https://hebammen.meldeportal.ch 1 Ziel des Vereins ist die Qualitätssicherung und -verbes­ serung der praktischen Hebammentätigkeiten von deutschsprachigen Hebammen in Deutschland, Österreich, der Schweiz und in Italien (Südtirol) durch die Gestaltung eines interaktiven Fallberichts- und Lernsystems. 6 2013 Hebamme.ch • Sage-femme.ch 21 Sektionen • Sections Sektion Bern Nachruf Margrit Neiger wurde am 10. Oktober 1921 geboren. Wie es damals üblich war brachten die Frauen ihre Kinder mit Hebammen zuhause zur Welt und das war auch bis zur Zeit des Zweiten Weltkriegs so, nur im Notfall verlegte die Hebamme die Frauen ins Spital. Margrit erlebte mit ihrem Bruder Hans eine frohe Kinderzeit. Als die beiden Geschwister älter wurden, mussten sie aber tapfer auf dem elterlichen Bauerhof mitarbeiten. Damals gab es ja noch fast keine Maschinen und alles musste von Hand erledigt werden. Margrit besuchte die Schule in Geissholz. Nach der Schulzeit war sie als Haushaltshilfe bei verschiedenen Familien tätig und mit 26 Jahren trat sie in die Hebammenschule an der Schanzenstrasse in Bern ein. Nach ihrem Diplom arbeitete sie ein Jahr in Thun. Doch dann zog es Margrit wieder ins «Froueli» nach Bern, wo sie bis zu ihrer Pen­sionierung arbeitete. In der Zeit als Schwester Elisabeth Oberhebamme war, vertrat Magrit sie öfters. Margrit war ein mutige, froh­ gelaunte und treue Hebamme. Aber Margrit hatte nicht nur immer sonnige Neue Mitglieder | N ouveaux membres Aargau-Solothurn Neumitglieder T 062 822 81 21 Frei Angela, Mülligen und Hamidi Farida, Zofingen; Studentinnen an der BFH Beide Basel BL/BS Neumitglieder T 061 983 08 44 T 061 322 33 64 Hasler Eveline, Gelterkinden; Naas Fabienne, Basel; Tschopp Stefanie, Liebefeld; Studentinnen an der BFH Bern Neumitglieder T 031 333 58 73 Gafner Fabienne, Spiegel b. Bern; Miesch Olga, Bern; Müller Nadine, Oppligen; Pauli Stephanie, Burgdorf; Pavlovic Nina, Wabern; Pulfer Fabienne, München­ buchsee; Rupp Erika, Hilterfingen; Suter Bernadette, Bern; Zumstein Doina, Bern; Studentinnen an der BFH Wyss Stefanie, Bern, 2006, Bern Genève Nouveaux membres T 022 757 29 10 Pernet Solliet Sophie, Le Petit-Bornard (F), 2000, Lausanne Schmuz Eva, Cointrin, 2008, Genève Vaud-Neuchâtel-Jura Nouveau membre T 079 654 64 71 Schmied Marielle, Pully, étudiante à l’HESAV Zentralschweiz Neumitglied T 041 442 08 00 T 041 320 63 06 Buergler Julia, Luzern; Cattaneo Ottavia, Hospental; Gehrig Lea, Isenthal; Stefanie Flury Sarah, Luzern; Studentinnen an der BFH Moment in ihrem Leben. Ihr Bruder Hans verlor seine geliebte Frau viel zu früh, die Kinder waren noch klein, und so verbrachte Margrit ihre freie Zeit bei ihrem Bruder und bei ihrer Mutter um nach dem Rechten zu sehen und zu helfen. Um einfach und schneller nachhause zu kommen, lernte sie früh auch das Autofahren. Margrit freute sich immer sehr, wenn sie ihre Nichten, Neffen, Nachbarn und Hebammenkolleginnen und Freunde besuchten. Neben dem Haus hatte Margrit ihr geliebtes «Plätzli», von wo aus sie in die Berge sehen konnte. Das vermisste sie sehr als sie nach einem Sturz in den Spital musste und anschliessend ins Altersheim Meiringen verlegt wurde. Am 17. Februar 2013 ist Margrit in die obere Heimat gegangen. Lydia Schenk, Thun Impressum Herausgeberin | Editeur Schweizerischer Hebammenverband (SHV) Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung des SHV wieder. Nachdruck nur mit Genehmigung der Redaktion | Fédération suisse des sages-femmes (FSSF) Les articles signés ne reflètent pas forcément l’opinion de la FSSF. Toute reproduction est soumise à autorisation de la rédaction. Redaktion | Rédaction Verantwortlicher Redaktor: Wolfgang Wettstein, Geschäftsstelle SHV, Rosenweg 25 C, Postfach, CH-3000 Bern 23, T +41 (0)31 331 35 20, [email protected] Rédaction de langue française Josianne Bodart Senn, Chemin du Bochet 4a, CH-1196 Gland, T +41 (0)22 364 24 66, N +41 (0)79 755 45 38, [email protected] Redaktioneller Beirat | Conseil rédactionnel Edith de Bock-Antonier (ea), Martina Gisin (mg), Inge Loos (il), Ursula Lüscher (ul), Viviane Luisier (vl), Bénédicte Michoud Bertinotti (bm), Sébastien Riquet (sr) Foto Titelseite | Couverture Pia Zanetti, www.fotozanetti.com Layout | Graphisme www.atelierrichner.ch Jahresabonnement | Abonnement annuel Nichtmitglieder CHF 109.–, inkl. 2,5% MWST, Ausland CHF 140.–, Einzelnummer CHF 13.20, inkl. 2,5% MWST + Porto. Das Abonnement verlängert sich um ein weiteres Jahr, wenn es nicht bis zum 31. Oktober des laufenden Jahres schriftlich beim SHV gekündigt wird. | Non-membres CHF 109.–, 2,5% TVA inclue, étranger CHF 140.–, prix du numéro CHF 13.20, 2,5% TVA inclue + porto. L’abonnement est automatiquement renouvelé pour un an s’il n’est pas résilié par écrit auprès de la FSSF au 31 octobre de l’année en cours. Inseratemarketing | Régie d’annonces kömedia AG, Geltenwilenstrasse 8a, CH-9001 St.Gallen, T +41 (0)71 226 92 92, [email protected], www.kömedia.ch Druck | Impression Vogt-Schild Druck AG, Gutenbergstrasse 1, CH-4552 Derendingen, www.vsdruck.ch Papier PlanoArt 100 gm2, holzfrei, hochweiss matt, säurefrei, FSC-zertifiziert | PlanoArt 100 gm2, sans bois, extra-blanc mat, sans acide, certifié FSC | WEMF-beglaubigt | ISSN 1662-5862 22 Hebamme.ch • Sage-femme.ch 6 2013 Mehr Komfort, für mehr Milch auf natürliche Weise Elektrische Komfort-Doppelmilchpumpe Die neuen Komfort-Milchpumpen von Philips AVENT wurden zusammen mit führenden Stillexperten nach dem Vorbild der Natur entwickelt. Sie bieten Müttern deutlich mehr Komfort beim Abpumpen und damit mehr Milch für das Baby. Elektrische Komfort-Milchpumpe Komfort-Handmilchpumpe Angenehme, natürliche Position beim Abpumpen Die neuen Philips AVENT Komfort-Milchpumpen verfügen über ein einzigartiges, kompaktes PumpentrichterDesign. Mit ihr kann die Mutter eine bequeme Sitzposition einnehmen, ohne sich vorbeugen zu müssen. Selbst wenn sie aufrecht sitzt, kann die Milch direkt in den Behälter fließen. Diese verbesserte Haltung beim Abpumpen sorgt für mehr Komfort und damit auch für mehr Milch auf natürliche Weise. Klinisch erwiesene Wirksamkeit Die Milchpumpen ahmen durch Kombination von Brustkompression und sanftem Vakuum das natürliche peristaltische Saugverhalten des Säuglings nach. Ihre weichen, blütenförmigen Massagekissen mit klinisch erwiesener Wirksamkeit übt zur Stimulation des Milchflusses leichten Druck auf die Brust aus. Dank der speziellen, samtweichen Oberfläche fühlt sich dieses innovative Massagekissen auf der Brust besonders sanft und jetzt noch angenehmer an und trägt damit zur Entspannung der Mütter beim Abpumpen bei. Seperates Massagekissen für Mütter mit größeren Brustwarzen ebenfalls erhältlich. Müheloses Abpumpen Die neuen Milchpumpen sind besonders kompakt. 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September Hotel Arte in Olten Laktation und Stillen Ein Wunder der Natur • Wissen vertiefen, erneuern, erweitern • Austauschen mit KollegInnen und anderen Fachpersonen • Netzwerk erweitern • Geniessen Weitere Informationen und Anmeldung: Highlights: • Biologische Einflüsse der Oligosacharide in der Muttermilch - Prof. Dr. Clemens Kunz • Wenn Babys reden könnten Prof. Dr. Friedrich Manz • Schwangerschaftsdiabets — Folgen für den Säugling - Dr. Andreas Malzacher • Mütterliche Gründe für zu wenig Milch; Dr. Angela Kuck www.stillkongress2013.ch Veranstalter: BSS Berufsverband Schweizerischer Stillberaterinnen IBCLC, www.stillen.ch 24 Hebamme.ch • Sage-femme.ch 6 2013 Da-Sein Institut Ganzheitliche Energiearbeit Gesundheit Institut für Hebammen Ausbildung in Pränatalund Geburtstherapie Der Weg vom Sein zum Dasein Faszinierende und berührende Arbeit im prä- und perinatalen Feld Therapeutische Begleitung von Babys und Erwachsenen zur Lösung von sehr frühen Prägungen Herbstprogramm Weiterbildungen von Hebammen für Hebammen 8 Module innerhalb von zwei Jahren, berufsbegleitend Modul «Coaching/Beratung» rt ungssta Ausbild 014 2 im Mai Haben wir Ihr Interesse geweckt? Rufen Sie uns an, wir beraten Sie gerne. CAS Hebammenkompetenzen erweitern und CAS Ausbilden in Gesundheitsberufen Unterer Graben 29 · CH-8400 Winterthur Tel +41 52 203 24 55 · Fax +41 52 203 24 56 [email protected] · www.da-sein-institut.ch Beratung von Frauen und ihren Familien ist ein zentraler Aspekt im Hebammenalltag, der kompetente Planung, Durchführung und Evaluation erfordert. Das Modul vermittelt unterschiedliche Beratungsansätze und psychologische Grundlagen für die Anwendung in der eigenen Praxis. Beginn 10. September 2013 Daten 10. / 11. / 12.9.2013, 1. / 2.10.2013, 12. / 13.11.2013, 6.12.2013 Weiterbildungskurs «English for Midwives» Hebammenliteratur ist vielfach in englischer Sprache publiziert. Hebammen müssen wissenschaftliche Artikel lesen, verstehen und sie in ihre Praxis integrieren können. Professionalität hängt unter anderem davon ab, worauf die Arbeit basiert und womit diese begründet wird. Beginn 11. September 2013 Daten 11. /18. / 25.9.2013, 2. / 9. / 16. / 23. / 30.10.2013, 6. / 13.11.2013 Modul «Geburtsbetreuung durch die Hebamme» CAS Hebammenkompetenzen vertiefen – hebammenzentriertes Arbeiten stärken Im physiologischen Geburtsverlauf kommen der Hebamme verschiedene Rollen und Kompetenzen zu. Diese werden aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Ziel ist die Stärkung der eigenen Ressourcen für die Praxis im inner- und ausserklinischen Setting. Beginn 23. September 2013 Daten 23. / 24. / 25.9.2013, 23. / 24. / 25.10.2013, 28. / 29.11.2013 Auskunft Regula Hauser, MPH Leiterin Weiterbildung Institut für Hebammen [email protected], Telefon 058 934 64 76 Anmeldung www.gesundheit.zhaw.ch/weiterbildung Zürcher Fachhochschule 1306_04_Hebamme_WB_90x266_f_v01.indd 16 2013 Hebamme.ch • Sage-femme.ch14.05.13 10:21 25 Berner Fachhochschule Gesundheit Das Weiterbildungsprogramm für Hebammen ist da! Alle Informationen finden Sie auf der Website. Gerne stellen wir Ihnen die Broschüre auch per Post zu. Certificate of Advanced Studies (CAS) Geburtsvorbereitung 16 Studientage September 2013 bis Mai 2014 Still- und Laktationsberatung IBCLC 18 Studientage August 2014 bis Mai 2015 Clinical Assessment und Decision Making 15 Studientage September 2013 bis Juni 2014 Qualitätsmanagement im Gesundheits- und Sozialwesen 16 Studientage, November 2013 bis Februar 2014 Fachkurse Pränatale Diagnostik und Reproduktionsmedizin – Begleitung werdender Eltern 8 Kurstage August bis Oktober 2013 Schwangerschaft, Geburt, Muttersein und Psyche 8 Kurstage Oktober bis Dezember 2013 Abgeschlossene Fachkurse und Module können in verschiedenen Weiterbildungen angerechnet werden. Alle Angebote unter www.gesundheit.bfh.ch/weiterbildung sowie T +41 31 848 45 45 WD_HEB_Inserat_Hebamme.ch_5.6.2013.indd 1 16.04.13 14:23 S TA R T E R- S E T- A N G E B O T A U F A C U M A X . 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Februar 2014 Kontakt: Sydney Sobotka | Telefon +41 (0)44 734 31 78 | [email protected] | www.hypnobirthing.ch «Die Kunst, die Welt der Geburt mit Ruhe zu entdecken!» 26 Hebamme.ch • Sage-femme.ch 6 2013 PR-Anzeige Vaginal-pH-Wattestäbchen-Test EcoCare™ Comfort * Für die Vorsorge vor Frühgeburten Jetzt mit den sanften EcoCare™ Wattestäbchen aus umweltfreundlichen und biologisch abbaubaren Materialien (100% Baumwolle und 100% hygienisches Papier) www.ecocare-comfort.de nach Prof. Dr. med. Udo B. Hoyme * ® Merete Medical GmbH, D-14943 Luckenwalde SEMINAIRE reconnu pour la FORMATION CONTINUE DEVELOPPEMENT FOETAL ET COUPLE PARENTAL SYMBIOSE MERE-BEBE ET COUPLE AMOUREUX recherche publiée aux Editions SAGE-USA janv 2013 L'arrivée d'un bébé peut créer une impasse au sein du couple parental.Il est parfois impossible, pour les parents, d'y faire face. La sage-femme formée au Conseil Psychologique a les moyens d'accompagner ce blocage profond, et elle peut contribuer à la restructuration du lien car elle se trouve, par son travail, au bon endroit et au bon moment. YVERDON-LES-BAINS 16-17 août 2013 maryse dewarrat Analyste Transactionnelle certifiée PTSTA-C Sage-femme indépendante et Formatrice d'Adultes toutes les infos : www.dewarrat-conseil.ch ou dès maintenant au 079/ 332 18 89 CENTRE DE FORMATION Sexualité, fertilité, maternité, ménopause FORMATION MEDICALE ET PSYCHOLOGIQUE EN GYNECO-OBSTETRIQUE Son orientation Considérer que la bonne santé humaine repose autant sur la dimension psychique que sur la dimension biologique 4 secteurs Maternité et Parentalité Sexualité / Infertilité / Ménopause Weiterbildung in PilatesRückbildung Pilates ist ein gezielt physisches und mentales Training, das den Körper in seiner Ganzheit erfasst und optimiert. Im Zentrum steht das Aufbauen einer starken Körpermitte, durch das Kräftigen der Tiefenmuskulatur. Die Pilates­methode wurde bereits anfangs 1900 von ihrem Begründer Joseph Hubertus Pilates entwickelt. Sein Ziel war ein harmonischer, wohl balancierter Körper. Dass diese Methode sich geradezu ideal für die Unterstützung der Frau in der Rück­bildung eignet, ist heute unumstritten. Dafür wurde die Weiter­ bildung von Karolina Schmid, Ausbilderin PILATESwiss® in Zusammenarbeit mit Hebammen, Physiotherapeuten und Ärzten, mit neusten Erkenntnissen aus dem Gesundheits­ wesen optimiert. In der Weiterbildung werden bereits erste praktische Erfah­ rungen im unterrichten gesammelt, damit im Rückbildungs­ kurs ein effizientes und beckenbodengerechtes Rumpf­ training angeboten werden kann. Viel Spass bereitet den TeilnehmerInnen das Arbeiten zu Zweit, wo gelernt wird, verbal korrekt anzuleiten, Fehler zu erkennen und zu korrigie­ ren. Eine fundierte Mischung von Praxis und Theorie sorgen für Abwechslung und Klarheit. Wertvolle Tipps und Tricks aus einem langjährigen Erfahrungsschatz werden Eins zu Eins weitergegeben. Pilates ist die beste Form von Rückbildungs­ arbeit und macht Ihnen und den Frauen Spass. Die Pilates­ kurse sind in vielen Hebammenpraxen bereits zum tragen­ den Element geworden und eine tolle Referenz nach Aussen für das moderne Erscheinungsbild einer Praxis. Informationen zur Weiterbildung Pilates-Rückbildung unter: www.pilateswiss.ch Formations 2013 - Lausanne (Suisse) Enseignement en 1 an : maternité et parentalité Enseignement en 2 ans : les 4 secteurs www.sf2m.org Contact : Brigitte Douxchamps Tél : 032/841 52 26 SF2M - Centre de la Reproduction - Clinique Pasteur - F-07500 Guilherand Granges 6 2013 Hebamme.ch • Sage-femme.ch 27 Actualité SwissPedNet: une collaboration pour la recherche au service des enfants La situation insatisfaisante persiste: il arrive toujours que des enfants soient soumis à des traitements qui n’ont été éprouvés que sur des adultes. Pour améliorer la recherche clinique pédiatrique, huit hôpitaux d’enfants se sont regroupés pour constituer un réseau de recherche. Le premier président du SwissPedNet est le Professeur David Nadal, directeur du Centre de recherche pour l’enfant de l’hôpital universitaire des enfants Zurich. www.swisspednet.ch Le Conseil fédéral prolonge le programme national «Migration et santé» Or un état de santé précaire rend plus difficile le processus d’intégration. Le programme permet d’améliorer l’état de santé des populations concernées et leur comportement en la matière, et contribue de manière déterminante à la politique nationale d’intégration. Ces dernières années, de nombreux projets ont été réalisés dans les quatre domaines d’action, à savoir «Promotion de la santé et prévention», «Soins de santé et formation», «Interprétariat communautaire» et «Recherche»: – w ww.migesplus.ch: la plate-forme d’informations sur la santé permet d’accéder facilement aux publications de 130 institutions en 30 langues. – I nterprétariat communautaire: en cas de difficultés de compréhension avec des patients allophones, 770 interprètes certifiés, couvrant 60 langues différentes, se tiennent à la disposition du personnel soignant. Le service national d’interprétariat communautaire par téléphone répond 24h/24, 7 jours sur 7, à des appels provenant de toute la Suisse et établit la communication avec l’interprète approprié. – «Migrant-Friendly Hospitals»: le réseau soutient déjà huit hôpitaux (parmi lesquels quatre hôpitaux universitaires) pour mieux orienter leurs prestations sur les besoins des migrants. Par ailleurs, d’ici à 2017, le programme «Migration et santé» devra être aligné sur les plans cantonaux en matière d’intégration. A cette fin, le programme est mis en œuvre en étroite collaboration avec l’Office fédéral des migrations, les cantons, la Croix-Rouge suisse et d’autres organisations non gouvernementales. Source: Communiqué de presse OFSP du 10. 4. 2013 Améliorer les chances de vivre en bonne santé pour les populations vulnérables est l’une des priorités sanitaires que s’est fixé le Conseil fédéral en approuvant, en janvier 2013, la stratégie «Santé2020». Le programme «Migration et santé» s’adresse principalement aux migrants ayant un statut social modeste et une faible culture sanitaire. Les migrants ont davantage de problèmes de santé et de plus grandes difficultés de communication dans leurs rapports avec les institutions sanitaires. Première conférence nationale le 19 septembre 2013 Les «Migrant Friendly Hospitals» présenteront leur travail, pour la première fois à un large public professionnel, lors d’une conférence nationale le 19 septembre 2013 au Kursaal de et à Berne. Outre les représentants des hôpitaux, des orateurs venus de l’étranger prendront la parole pour donner au thème «Gestion de la diversité dans le domaine de la santé» un éclairage international. Website de la conférence: www.swiss-mfh.ch/fr Voir aussi: www.miges.admin.ch › Projets 28 Hebamme.ch • Sage-femme.ch 6 2013 Traitement de l’hémorragie du post-partum Fin 2012, la commission «assurance qualité» de gynécologie suisse (SSGO) a mis à jour les options actuelles sur le traitement de l’hémorragie du postpartum. Dans un avis d’experts no 26, elle en détaille les moda­ lités. Vous trouverez ce document sur notre site www.sage-femme.ch › Actualités Carnet de vaccination électronique facile­ ment accessible Le carnet de vaccination électronique suisse permet d’accéder rapidement à des données médicales importantes. En s’inscrivant sur le site www.mesvaccins. ch, l’utilisateur peut créer gratuitement son propre carnet de vaccination électronique, dans un espace protégé. Il s’agit d’y inscrire la date de chaque vaccin reçu ou d’une maladie contractée qu’il aurait été possible d’éviter en se faisant vacciner. Le carnet peut également contenir des informations importantes sur l’état de santé du patient. Ainsi, l’utilisateur obtiendra des recommandations de vaccination personnalisées. Le carnet de vaccination électronique présente de nombreux avantages. Le patient peut en autoriser l’accès à son médecin traitant. En cas d’urgence, cela permet d’éviter d’administrer inutilement un vaccin. L’utilisateur peut demander à recevoir un rappel par SMS ou par courriel lorsqu’un vaccin recommandé dans le Plan suisse de vaccination est nécessaire. En outre, le carnet ne risque plus d’être égaré, puisque les données peuvent être consultées en tout temps via la page Internet sécurisée ou l’application «myViavac». Source: Office fédéral de la santé publique, Communiqué de presse du 18. 4. 2013 Voir aussi: www.mesvaccins.ch Carie précoce de l’enfance: Informer, c’est prévenir Analyses et recommandations concernant le «Human Enhancement» La carie précoce de l’enfance (CPE) affecte la dentition primaire avant l’éruption des dents permanentes. Elle est attribuée à l’utilisation prolongée d’un biberon contenant des hydrates de carbone fermentables (lait, lait sucré, sodas, jus de fruits, thé sucré, etc.). La fréquence d’exposition au biberon ou à la lolette sucrés est un facteur aggravant. La CPE n’est pas seulement une maladie dentaire: c’est une affection sociale, cul­ turelle et comportementale qui reflète les pratiques et les croyances autour de l’enfant. Une information accessible sur la carie du biberon donnée aux futures mères pendant leur grossesse diminue très significativement la prévalence de la carie du biberon chez leurs enfants à naître. Les données suisses font penser qu’un enfant de deux ans sur quatre est atteint de cette maladie dévastatrice, principalement dans les populations vulnérables. Dans une étude portant sur 771 enfants du canton de Zurich, âgés de 2,4 ans en moyenne, 94 % des enfants étaient nés en Suisse mais 61 % avaient leur mère née hors de Suisse. 25,3 % des enfants présentaient des caries y compris des lésions initiales (IC 95 %, 22,4-28,5 %). 4,4 % des enfants (34 sujets) présentaient des caries sévères: toutes les incisives supérieures présentant des cavités. Les connaissances des parents et des travailleurs sociaux sur la CPE sont déter­ minantes. Lorsque les parents reçoivent une information accessible sur la CPE, le nombre d’enfants indemnes augmente de 12 % par rapport aux enfants d’un entourage sans information. 87,5 % des parents ou assistantes maternelles qui rapportent l’utilisation habituelle du biberon la nuit, affirment n’avoir jamais reçu d’information en santé buccale pendant la période pré- ou postnatale. Les parents et assistantes maternelles socialement les plus défavorisés étaient aussi les plus mal informés et leurs enfants étaient les plus susceptibles d’être atteints de CPE. Source: C. Madrid et al.: Carie du biberon: un caillou dans la chaussure de la santé. Revue médicale suisse 2012; 8: 764-8 L’expression «Human Enhancement» regroupe les interventions médicales dont le but n’est pas de traiter des maladies, mais d’améliorer des caractéristiques non pathologiques. Ces interventions soulèvent de nombreuses questions éthiques et sociétales. Entre 2008 et 2012, un groupe de travail (GT) des Académies suisses des sciences s’est consacré à ce thème, en collaboration avec le Centre d’évaluation des choix technologiques (TASWISS) et la Commission nationale d’éthique dans le domaine de la médecine humaine (NEKCNE). Le domaine du neuroenhancement a été choisi comme thème prioritaire en raison de son actualité et de sa pertinence pour la santé publique. Le GT s’est principalement penché sur le rôle de la médecine. Il a sollicité l’étude «La signification du neuroenhancement pour les praticiennes et praticiens des domaines de la psychiatrie/psychothérapie et de la médecine de premier recours» (NEpA) qui, pour la première fois, permet de disposer de données empiriques pour le contexte suisse. Le rapport «Une médecine pour les personnes en bonne santé? Analyses et recommandations concernant le Human Enhancement» résume les résultats d’a­ na­lyses empiriques et relate des aspects essentiels tels que la délimitation entre la thérapie et l’enhancement ou le rôle du corps médical. Le dernier chapitre contient les recommandations du groupe de travail après quatre années d’activités. Le rapport (format PDF, 70 pages) est téléchargeable depuis le site www.samw.ch/fr › Ethique › Human Enhancement En 2010, près de 6 % de Aliments pour bébés familles recomposées conformes aux Le relevé structurel 2010 réalisé par l’Ofprescriptions légales fice fédéral de la statistique (OFS) permet pour la première fois de déterminer le nombre de familles recomposées en Suisse. Une famille recomposée est formée d’un couple élevant des enfants, dont un au moins est issu d’une relation antérieure. Sur l’ensemble des ménages familiaux comptant des enfants de moins de 25 ans, 5,7 % sont des familles recom­ posées, près de 80 % des familles non recomposées et 15 % des familles monoparentales. La majeure partie des parents élevant seuls des enfants sont des mères (85 %). Source: Communiqué de presse OFS du 11. 4. 2013 La Confédération et les cantons ont mené en 2012 une étude à grande échelle afin de détecter la présence de résidus de pesticides et d’autres contaminants dans les aliments pour bébés. Selon les résultats actuels, les 108 échantillons s’avèrent conformes aux pres­ criptions légales. La situation est donc meilleure par rapport aux années précédentes. On peut donc en déduire que les producteurs prennent au sérieux leur devoir d’autocontrôle et que les systèmes de contrôle internes aux entreprises sont devenus plus efficaces. En outre, cette campagne a vu la Confédération et les cantons renforcer leur collaboration. Source: Office fédéral de la santé publique, Communiqué de presse du 25. 4. 2013 6 2013 Hebamme.ch • Sage-femme.ch 29 Dossier Pratiques de la naissance, corps féminin et sentiment d’incompétence – Notes sur une recherche en cours L’anthropologie permet de prendre un recul suffisant pour susciter un autre regard sur le quotidien. Dans un bref rappel historique, l’auteure montre comment la biomédecine a transformé le corps féminin en un corps pathologique et défectueux, mais également en un corps réceptacle. De sa recherche en cours, elle dégage une constante: le souci de la sécurité prime sur les autres souhaits des futures mères comme celui de l’intimité, de la continuité des soins ou de l’environnement familial. Irene Maffi, Lausanne Jalons d’une histoire des représentations médicales du corps féminin Dans l’histoire de la pensée médicale européenne, qui relève de la tradition grecque et romaine, le corps des femmes a été représenté comme fondamentalement similaire à celui des hommes dans son anatomie et dans son fonctionnement. Depuis l’Antiquité, le corps féminin a néanmoins été aussi représenté comme moins parfait par rapport au modèle idéal que le corps masculin incarne. Il était par exemple conçu comme plus froid, plus passif, plus mou que le corps des hommes qui était au contraire chaud, actif, tonique, toutes ces caractéristiques étant imaginées comme positives (Martin 1987). A partir du XIXe siècle, un modèle différentiel de la bio­ logie masculine et féminine s’impose, selon lequel les corps masculins et féminins obéissent à des mécanismes différents. Cette évolution amène à développer une vision pathologisante du corps féminin (Davis-Floyd 1992), le fonctionnement de celui-ci étant progressivement assimilé à une déviation par rapport au modèle anatomique et métabolique propre au corps masculin (Kolip 2000). Si le corps féminin est défectueux et tend à la pathologie dans son fonctionnement ordinaire, il doit en conséquence être soumis à un contrôle médical plus important, projet qui est pleinement réalisé dans la seconde moitié du XXe siècle (Arney 1982). A l’époque moderne comme dans l’Antiquité, c’est en particulier la phase reproductive de la vie des femmes qui est soumise à stricte surveillance. En Europe, à la fin du XIXe siècle, se diffusent des préoccupations pronatalistes (Koven et Michel 1993) qui amènent les Etats, soucieux du nombre et de la «qualité» de leur population, à investir des ressources importantes dans le domaine de la procréation et de l’éducation des mères (Davin 1989). Les mères sont en effet appréhendées comme les principales responsables de la santé physique et morale des futurs citoyens et de leur capacité à jouer un rôle actif dans la société. Ces préoccupations étatiques amènent à mettre en place un système de surveillance des grossesses et de la santé des mères et des enfants qui, tout en ayant eu plusieurs effets positifs, entraîne également des formes inédites de contrôle sur la vie des femmes (Foucault 1979). De nouvelles attitudes sociales vis-à-vis de la procréation et plus particulièrement du corps fertile et du corps plein des femmes enceintes se diffusent et sont intériorisées par les membres de la société. Le processus reproductif est pensé dès lors comme un moment de grande vulnérabilité qui, pouvant à tout moment donner lieu à des pathologies, doit être surveillé de près. Si d’abord, les (futures) mères sont les principales patientes de l’obstétrique biomédicale, dans la mesure où c’est sur elles que les médecins et les autorités publiques concentrent leur attention, à partir de la seconde moitié du XXe siècle un nouveau patient voit le jour: le fœtus (Newman 1996). Rendu possible par les progrès technologiques, l’accès inédit au fœtus a détourné le regard du corps médical Irene Maffi Professeure d’anthropologie culturelle et sociale. Laboratoire d’anthropologie culturelle et sociale. Institut des sciences sociales. Faculté des sciences sociales et politiques. Université de Lausanne. [email protected] 30 Hebamme.ch • Sage-femme.ch 6 2013 Editorial des mères vers l’enfant, transformant celui-ci en patient principal de l’obstétrique (Duden 1993). Si aborder cette évolution n’est pas le but de cet article, il est important de noter que la biomédecine a ainsi transformé le corps féminin non seulement en un corps pathologique et défectueux, mais également en un corps réceptacle. Les femmes sont devenues «l’environnement» du patient principal, le fœtus, qui est la cible de la plupart des tests, contrôles, dépistages effectués avant et pendant la grossesse. De même, lors de l’accouchement, l’usage massif du monitoring fœtal en continu et le rôle crucial qui lui est attribué par les professionnels ne font que confirmer la centralité de l’enfant. Bref, les transformations des représentations et des techniques obstétricales ont eu un impact important sur les pratiques et les imaginaires sociaux de la naissance, comme plusieurs études socio-anthropologiques menées durant les dernières décennies le montrent. Par exemple, durant les années 1990, une étude canadienne a mis en lumières que les femmes enceintes ressentaient un fort sentiment d’incompétence pendant la grossesse et l’accouchement (De Koninck 1990). Non seulement, elles considéraient leur corps comme incapable de mener à bien la grossesse sans la surveillance et l’intervention des professionnels de la santé, mais elles pensaient à leur corps comme étant dangereux pour l’enfant. Ces femmes montraient ainsi avoir intériorisé la représentation médicale qui crée une séparation entre la mère et le fœtus considérés désormais comme des êtres dotés d’autonomie et de droits parfois en conflit les uns avec les autres (Petchesky 1987). Quelques notes sur une recherche en cours Bien que cette courte digression sur l’histoire des représentations du corps féminin en Europe et en Amérique du Nord ne rende pas justice à la complexité de cette évolution, elle permet néanmoins de situer les observations que je vais développer dans la suite de ce travail concernant les attitudes des femmes enceintes et des mères que j’ai côtoyées pendant une recherche de terrain en cours dans un hôpital suisse 1. Les espaces principaux dans lesquels j’ai pu rencontrer et observer les femmes sont les cours de préparation à la naissance, la salle d’accouchement et le service du post-partum. J’ai également effectué des entretiens approfondis avec des couples avant et après la naissance pour mieux comprendre l’évolution de leur vécu de la grossesse, de l’accouchement et du début de vie avec l’enfant. Puisque j’ai côtoyé des femmes venant de plusieurs pays qui ont parfois une appréhension du processus de la naissance très différente, pour des questions de cohérence, je vais ici limiter mes considérations aux femmes suisses et d’origine européenne. Le fait que la majorité de ces dernières ait montré des attitudes similaires vis-à-vis de leur corps et de la naissance indique que, malgré les spécificités des «systèmes de naissance» (Jordan 1993) de chaque pays, il existe des éléments communs. 1 P our des raisons de confidentialité, je préfère ne pas mentionner le nom de l’hôpital et éviterai d’en décrire les caractéristiques. Je l’appellerai l’hôpital H. Inge Loos Conseillère Sage-femme.ch Berne Chère lectrice, cher lecteur, Les conditions sociologiques influencent la manière de s’oc­cuper des femmes aux abords de la naissance. Au courant du siècle, dans les états modernes, la Science s’est enracinée entre autres comme discipline pour faciliter la vie et en améliorer les conditions. Mais, cela n’a pas tou­ jours conduit au succès. Ainsi, en obstétrique, les avancées ne rendent pas toujours service à la mère et à l’enfant. Les résultats scientifiques déstabilisent parfois les femmes et leur confisquent la confiance en leurs propres forces. C’est pourquoi ils doivent être critiqués. Les sages-femmes ont besoin de compétences en recherche – qui remet en question de telles déclarations? La recherche menée par les sages-femmes, tout comme la neurobiologie ou la psycho-endocrinologie, ont prouvé que l’accouchement est un processus naturel au cours du­ quel il faut intervenir aussi peu que possible et seulement quand c’est nécessaire. Les sages-femmes le savent d’expé­ rience, mais notre société exige des preuves de notre action. Nous pouvons mettre en évidence les besoins des femmes ainsi que ceux de leurs familles et légitimer notre travail. Le rapport de recherche de Natascha Schütz en est un bel exemple, montrant comment améliorer nos prestations pendant et après une naissance prématurée, afin que les parents la vivent bien. Irene Maffi, anthropologue à Lausanne, montre quant à elle comment le regard sur la femme, la grossesse et la naissance a changé au cours des siècles et quelles en sont les conséquences pour les femmes. Néanmoins, pouvons-nous modifier quelque chose au re­gard porté sur les femmes? Sous des conditions socio­ logiques données, qui privilégient le principe de rentabilité économique à court terme, pouvons-nous améliorer réel­ lement notre travail? Nous devrions avoir la possibilité d’observer les femmes, de les examiner attentivement et de parler avec elles, pour que nous puissions nous en occuper de manière adéquate. Cordialement, Inge Loos 6 2013 Hebamme.ch • Sage-femme.ch 31 Dossier Ces éléments relèvent d’un noyau de représentations qui ont été élaborées au sein de l’obstétrique biomédicale à partir du XVIIIe siècle (Murphy-Lawless 1998). Ils relèvent également des changements sociaux qui ont eu lieu en Europe au cours du XXe siècle et plus spécifiquement la diminution de la natalité, l’introduction de la contraception biomédicale, l’entrée massive des femmes dans le marché du travail rémunéré, l’hospitalisation de masse des accouchements et la progressive médicalisation et technicisation de la procréation (Thébaud 1986). Ces transformations ont fortement contribué à modeler les attitudes des femmes qui aujourd’hui mettent au monde des enfants, déterminant des comportements culturellement légitimes et ordinaires. Pour illustrer mes propos, je vais choisir trois moments de la trajectoire reproductive ordinaire afin de mettre en lumière quelques-unes des attitudes des femmes côtoyées dans l’hôpital H. De manière générale, les comportements des femmes rencontrées révèlent des craintes diffuses vis-à-vis de tout le processus de naissance, s’exprimant tant dans leurs pratiques que dans leurs discours. Concentrées sur la «production» d’un enfant en bonne santé et «normal», c’est-à-dire dépourvu de tout désordre génétique et morphologique, la majorité d’entre elles se soumet à une surveillance médicale stricte. Aucune des femmes rencontrées n’a choisi de faire le suivi de grossesse avec une sage-femme et, malgré le désir répandu d’avoir un accouchement «le plus naturel que possible» (Francine 2, mars 2013), elles ne se sont pas renseignées sur les différentes possibilités existantes – accouchement ambulatoire, maison de naissance, accouchent à domicile. Le souci de la sécurité, conçue premièrement en tant que plate-forme technique, prime sur les autres souhaits des futures mères comme celui de l’intimité, de la continuité des soins ou de l’environnement familial. ( 32 Geburtspraktiken, weiblicher Körper und Gefühle der Inkompetenz Seit dem Altertum wird der weibliche Körper als weniger perfekt als der männliche Körper dargestellt. In Laufe der Zeit wurden Frauen zur «Umgebung» des primären Patienten, des Fötus. In einem noch laufenden Forschungsprojekt stellt Irene Maffi, fest, dass die Frauen von heute sich immer mehr auf die «Produktion» eines gesunden und «normalen» Kindes konzentrieren. Die Mehrheit unter ihnen unterzieht sich einer strengen medizinischen Kontrolle und keine der befragten Frauen liess sich während der Schwangerschaft durch eine Hebamme begleiten. Zu Beginn der Schwangerschaft zeigen sie einen grossen Mangel an Vertrauen in ihren Körper und Gefühle der Inkompetenz. Während den Geburtsvorbereitungskursen sind sie sehr unsicher und unfähig, sich den Moment der Geburt vorzustellen. Während der Geburt übergeben sie alle Verantwortung den sie behandelnden Pflegenden und Maschinen. Zum Stillen sehen sie sich ausserstande und es fehlt ihnen oft der Mut auch nur damit zu beginnen. Hebamme.ch • Sage-femme.ch 6 2013 La grossesse Un nombre important des femmes rencontrées a vécu les premiers mois de grossesse avec angoisse et appréhension n’osant pas révéler la nouvelle à l’entourage avant que leur gynécologue ne leur confirme la «viabilité» de l’enfant. Prises dans l’engrenage des tests de dépistage (Manaï et al 2010), elles n’ont pas mis en question la nécessité de se soumettre à tous les examens proposés aujourd’hui pendant le suivi médical ordinaire. Les femmes ont montré un manque de confiance en leur corps, confirmant le sentiment d’incompétence déjà relevé par De Koninck au début des années 1990 chez ses interlocutrices canadiennes. Quelques femmes interviewées ont douté de leur capacité à tomber enceintes avant même d’avoir essayé de concevoir un enfant, influencées par des histoires familiales ou des proches, et se sont adressées à leur médecin de manière préventive. Tout en n’ayant pas cherché d’avis médical, plusieurs autres femmes ont exprimé leurs inquiétudes avant de tomber enceintes et avoué leur grand étonnement en apprenant qu’elles attendaient un enfant. Elles ont exprimé une sorte d’incrédulité, de stupeur devant un événement considéré comme peu probable à cause du sentiment de méfiance envers leur propre corps et ses potentialités. Si pour certaines femmes, le suivi médical de la grossesse a été rassurant, en particulier pour celles qui ont eu des résultats tout de suite réconfortants, pour d’autres, il a représenté «un calvaire» (Laura, avril 2011), ayant généré des doutes et des angoisses qu’il a fallu éclaircir par des interventions invasives telles une amniocentèse. L’accouchement Pendant les cours de préparation à la naissance, l’accouchement constitue un des sujets principaux abordés par la sage-femme et les couples qui se préparent à cet événement. Souvent les soignantes responsables des cours demandent aux futurs parents quels sont leurs attentes et leurs désirs pour l’accouchement afin que les couples puissent y réfléchir à l’avance et se préparer à cet événement. Dans la majorité des cas, les réponses des femmes révèlent une grande incertitude et une incapacité à penser ce moment ainsi qu’une forte appréhension de ce qui peut leur arriver pendant l’accouchement 3. Les mots qu’elles associent le plus souvent à l’accouchement sont «peur, douleur, sang, perte de contrôle, crise», etc. Leur imaginaire semble habité non seulement par les phantasmes de l’inconnu, mais aussi et peut-être surtout par les récits négatifs des proches et les représentations des médias qui tendent à mettre en scène l’accouchement en tant qu’événement catastrophique et dangereux 4. Il n’est pas étonnant que, en salle d’accouchement, les parturientes que j’ai eu l’occasion d’observer se confient entièrement aux soignants et aux machines auxquelles tant elles que ces derniers ont tendance à conférer un rôle central. En effet, les parturientes observées n’ont que rarement exprimé leur autonomie, préférant abandonner leur corps à la prise en charge du personnel qui, malgré les spécificités individuelles, agit généralement en conformité avec les routines hospitalières. Prises entre le sentiment d’incompétence, la peur de l’accouchement, les règles hospitalières qu’elles imaginent de- voir suivre – mais qu’elles ne connaissent que très peu –, à quelques exceptions près, les femmes que j’ai eu l’occasion de rencontrer semblent reproduire des schèmes qui montrent l’impact du modelage culturel auquel nos sociétés du risque nous soumettent (Beck 1992). L’allaitement L’allaitement constitue un autre sujet central abordé par les femmes enceintes pendant les cours de préparation à la naissance. Des rencontres spécifiques y sont consacrées au sein de l’hôpital H, dont le personnel encourage l’allaitement maternel suivant les recommandations de l’Organisation mondiale de la santé. Tant les sagesfemmes en salle d’accouchement que les soignantes qui travaillent dans le service du post-partum discutent avec les mères de la possibilité d’allaiter leur enfant et les aident en leur apprenant les techniques d’allaitement. Dans le service du post-partum, des dossiers contenant des brochures expliquant les bénéfices de l’allaitement maternel et la manière de faire face aux difficultés qui pourraient surgir pendant les mois d’allaitement sont mis à disposition des accouchées. En accord avec leur vécu pendant la grossesse et l’accouchement, les femmes que j’ai observées se sentent incompétentes et sont souvent découragées avant même de commencer à allaiter 5. Des réponses très courantes des femmes enceintes auxquelles on demande si elles ont l’intention d’allaiter sont: «si j’y arrive», «si j’ai assez de lait». Ces doutes ne disparaissent pas après l’accouchement et le début de l’allaitement. A l’exception des femmes et des enfants pour lesquels tout se passe très bien et parfois même au sein de ce groupe, les mères sont angoissées par l’impossibilité de mesurer la quantité de lait que boivent les nourrissons. J’ai entendu plu2 T ous les noms utilisés sont fictifs. c f. par exemple le documentaire «Labouring Under An Illusion». 4 Les cours de préparation à la naissance sont géné­ ralement fréquentés par des primipares qui n’ont pas d’expérience de l’accouchement. 5 Dans le contexte de mon terrain, les femmes qui déclarent ne pas désirer allaiter constituent une exception. 3 sieurs mères dire qu’elles ne comprenaient pas comment leurs enfants avaient pu uriner les premiers jours de vie, compte tenu du fait «qu’il n’y avait rien qui sortait de leurs seins» (Julie, mars 2013). Le sentiment d’incompétence est souvent augmenté par les pratiques hospitalières qui tendent à imposer un régime rigide de mensuration du poids de l’enfant, focalisant l’attention exclusivement sur l’évolution pondérale et délaissant d’autres éléments relevant du comportement et de l’aspect somatique du bébé. Mesurées déjà au cours de la grossesse lors des contrôles échographiques, les courbes de croissance de l’enfant sont aujourd’hui les principaux éléments mobilisés par le savoir médical afin d’évaluer le bien-être de l’enfant. Ceci a souvent pour effet secondaire d’augmenter l’insécurité des femmes et de les rendre dépendantes d’un imaginaire quantitatif qui tend à réifier le bien-être des enfants, au nom d’une vision objectivante délégitimant les compétences et les perceptions individuelles des mères (Van Esterik 1988). «Enfanter à l’hôpital H. Le parcours expérientiel des couples de la préparation à la naissance au retour à domicile». Le projet vise à suivre l’itinéraire des couples qui accouchent à l’hôpital H du moment où ils commencent à suivre les cours de préparation à la naissance donnés dans le cadre hospitalier jusqu’au moment où ils sortent de l’hôpital après l’accouchement. Les phases principales de la recherche comprennent: – Faire de l’observation participante dans les cours de préparation à la naissance et réaliser des entretiens avec les couples de futurs parents et les sagesfemmes responsables – Faire de l’observation participante en salle d’accouchement et réaliser des entretiens avec les soignant-e-s et les médecins – Faire de l’observation participante dans le service post-natal et réaliser des entretiens avec les couples avant leur sortie de l’hôpital ainsi qu’avec les soignant-e-s et les médecins. Réaliser des entretiens avec les couples environ deux mois après leur retour à la maison. Biographie Arney William Ray (ed.), (1982) Power and the Profession of Obstetrics, Chicago: The University of Chicago Press Beck Ulrich (1992) Risk Society. Towards a New Modernity, London: Sage Davin Anna (1989) “Imperialism and motherhood”, in Raphael Samuel (ed.), Patriotism: the Making and Unmaking of British National Identity, London and New York Davis-Floyd Robbie (ed.), (1992) Birth as an American rite of passage, Berkeley and Los Angeles: University of California Press De Koninck Maria (1990) «La normalisation de la césarienne, la résultante de rapports femmes-experts», Anthropologie et sociétés, vol. 14, n. 1, pp. 25-41 Duden Barbara (1993) Disembodying Women. Perspectives on pregnancy and the Unborn, Cambridge, MA: Harvard University Press Foucault Michel (1976) La volonté de savoir, Paris: Gallimard Kolip Petra (2000) Weiblichkeit ist keine Krankheit: die Medikalisierung körperlicher Umbruchphasen im Leben von Frauen, Weinheim: Juventa Verl Koven Seth and Michel Sonya (eds.), (1993) Mothers of a new world: maternalist politics and the origins of welfare states, New York, N.Y.: Routledge Manaï D., Burton-Jeangros C. et Elger B. (eds.), (2010) Risques et informations dans le suivi de la grossesse: droit, éthique et pratiques sociales, Berne: Stämpfli Martin Emily (1987) The Woman in the Body: A Cultural Analysis of Reproduction, Boston: Beacon Press Newman Karen (1996) Fetal Positions. Individualism, Science, Visuality, Stanford: Stanford University Press Petchesky Rosalind Pollack (1987) “Fetal images: the power of visual culture in the politics of reproduction”, Feminist Studies, vol. 13 n. 2, pp. 263-292 Thébaud Françoise (1986) Quand nos grand-mères donnaient la vie: la maternité en France dans l’entre-deux-guerres, Lyon: Presses universitaires de Lyon Van Esterik P. (1988) “The insufficient milk syndrom: biological epidemic or cultural construction?”, in Whelehan, P. (ed.), Women and Health Cross-Cultural Perspectives, Boston : Bergin and Garvey, 97–108. DVD Elson Vicky Labouring Under An Illusion: Mass Media Childbirth vs. The Real Thing, film documentaire, Conway, Massachusetts, 2009, disponible sur le site: www.birthmedia.com 6 2013 Hebamme.ch • Sage-femme.ch 33 Mosaïque Du Botox pendant la grossesse et l’allaitement David Scheiner, Daniele Perucchini, Daniel Fink et Cornelia Betschart, Zurich D r med. David A. Scheiner Médecin-chef [email protected] Hôpital universitaire de Zurich Département de gynécologie Frauenklinikstrasse 10, 8091 Zurich T +41 (0)44 255 93 08 Le Botox est connu pour son utilisation dans les traitements esthétiques des rides du visage. C’est en traitant le strabisme que l’on a constaté par hasard la disparition de ridules autour des yeux. Depuis 1980, chacun des sept types de toxine botulique (BoNT) classés de A à G peut être produit, le type A étant le plus fort et le plus persistant. Théoriquement, un gramme de BoNT de type A pourrait induire une dose létale suffisante pour un million de personnes! La toxine botulique provoque une dénervation chimique réversible Lorsque le BoNT est absorbé par la cellule nerveuse, il empêche la libération de l’acétylcholine, le neurotransmetteur au niveau des muscles striés. Dès les jours suivants, le transfert de l’information du nerf au muscle est interrompu, ce qui induit une paralysie du muscle strié. Après une phase de latence, de nouvelles terminaisons nerveuses repoussent et l’acétylcholine est à nouveau libérée. Environ trois mois après l’injection, le muscle strié est à nouveau fonctionnel. Le BoNT agit aussi au niveau de la musculature lisse (par exemple, le muscle de la vessie) ou glandulaire (par exem­ ple, les glandes sudoripares) et il bloque également les terminaisons nerveuses afférentes. Son action perdure alors de 8 à 10 mois. Dosage Une unité de Botox correspond à 0,05 ng BoNT de type A. Pour l’être humain, la dose létale moyenne pour 50 % de décès (LD50) est estimée à 3000 unités, soit 150 ng de Botox. Habituellement, dans la clinique quotidienne de l’urogynécologie, on se limite à un maximum de 300 unités. Indications durant la grossesse et l’allaitement En début de la grossesse, un traitement des rides faciales avec du Botox a peu de sens, puisque la situation hormonale est telle que les ridules disparaissent dans une cer- 34 Hebamme.ch • Sage-femme.ch 6 2013 taine mesure. En revanche, des indications médicales subsistent, entre autres: spasticités, blépharospasme (spasme des paupières), torticolis et achalasie (spasme de l’œsophage). Il convient en outre de mentionner que les muscles lisses se détendent durant la grossesse et que certains symptômes spastiques sont donc moins prononcés durant cette période. Effets décelables Pour le moment, il n’existe pas d’études contrôlées concernant le traitement au Botox durant la grossesse et l’allaitement. Des questions concrètes subsistent: La barrière du placenta peut-elle être franchie? Retrouve-t-on des traces de Botox dans le lait? L’embryon, le fœtus ou le nouveau-né sont-ils protégés de manière physiologique? Quel est le fonctionnement systématique du BoNT? Il a été étudié chez des femmes qui n’étaient pas enceintes. Du fait de leur taille, les molécules de BoNT ne peuvent passer la barrière cérébrale et aucun effet direct n’a été observé sur le système nerveux central. Que se passe-t-il en cas de botulisme durant la grossesse ou l’allaitement? Il n’y a aucun effet sur le bien-être du fœtus ou du nouveau-né, alors que leur mère est complètement paralysée. Cinq cas de femmes enceintes placées en soins intensifs ont été décrits dans la littérature depuis 1975, le début de leur affection se situant entre 16 et 26 semaines de grossesse. Deux cas avaient été causés par des blessures dans le cadre d’un abus de drogues. Chez aucun enfant, on n’a détecté ni BoNT ni effet clinique. Existe-t-il des études de cas à propos des injections de BoNT durant la grossesse et l’allaitement? Depuis 2004, 30 cas d’injections auprès de 24 femmes enceintes ont été décrits dans le monde entier. Une femme enceinte a fait une fausse couche, une autre un accouchement prématuré. Une femme enceinte a reçu, durant chacune de ses trois grossesses, 300 unités de BoNT tandis qu’une autre a été traitée, durant chacune de ses quatre grossesses, pour dystonies cervicales par 600 à 1200 unités (en plusieurs séances). Aucune complication n’est apparue malgré ces traitements «lourds». Synthèse et traduction libre: Josianne Bodart Senn Source: «Botox in Schwangerschaft und Stillzeit», voir pages 14 à 16. Parentalité face à une naissance prématurée: une perte de la compréhension de soi suivie d’un retour de celle-ci Natascha Schütz Hämmerli, Sakari Lemola et Eva Cignacco, Bâle Un accouchement prématuré entraîne pour les parents un stress physique et psychique considérable: il surgit subitement et perdure jusqu’à la fin de la première année. Pour mener à bien cette étude Mixed-Medias, Natascha Schütz Hämmerli a rencontré aussi bien des mères et des pères ayant vécu une naissance prématurée que les mères et des pères ayant connu une naissance à terme. Deux à trois ans après la naissance, les parents ont décrit leur expérience respective. Un événement déstabilisant Face à une naissance prématurée, les parents vivent un accouchement «abrupt», une hospitalisation en soins intensifs dans un autre service, une sortie souvent inattendue et des premiers mois à domicile très stressants. Ils doivent maîtriser toutes ces phases exigeantes et fournir un énorme travail émotionnel et psychique, parce qu’ils doivent faire face à une perte de la compréhension de soi. L’imprévu de la naissance amène en effet une désorientation complète par rapport au monde connu, à son propre enfant et aux rôles attendus de mère ou de père. Il en résulte une déstabilisation du système personnel et familial ainsi qu’un «gel» indéterminé du «sentiment du nous», de l’impression de constituer une famille. Avec l’hospitalisation de l’enfant en néonatologie débute une phase d’insécurité durant laquelle il faut compter sur une perte possible de l’enfant ou une aggravation de son état de santé. Pour la plupart des parents, il faut savoir faire confiance à d’autres personnes. Puis, subitement, cette hospitalisation prend fin et les parents éprouvent alors des sentiments ambivalents: d’un côté, ils se réjouissent de former enfin une vraie famille mais, d’un autre côté, ils sont anxieux face à une responsabilité imposante et s’épuisent par une surveillance presque constante de l’enfant. A domicile, il est nécessaire de reconnaître et de satisfaire les multiples besoins de l’enfant, mais aussi de développer l’attachement parents-enfants. La famille et les amis, qui ont également dû affronter le choc de la naissance prématurée, se font du souci pour le développement de l’enfant et pour la santé physique et mentale de leurs parents. Le respect et l’empathie sont indispensables pour maîtriser tous ensemble cette crise existentielle. Natascha Schütz Hämmerli MSc, RN [email protected] Université de Bâle Institut für Pflegewissenschaft Bernoullistrasse 28, 4056 Bâle T +41 (0)61 267 30 40 Deux à trois ans après une naissance prématurée, les parents ne montrent plus de différences avec les parents ayant vécu une naissance à terme. Les enfants font partie intégrante de la famille. Même précipitée, leur venue est considérée après coup comme un enrichissement. Les aspects organisationnels pour concilier vie familiale et vie professionnelle sont rejetés à l’arrière-plan. Un modèle de «Transitional care» De tels résultats sont pertinents pour la pratique. Ils montrent le besoin de prestations qui visent à améliorer chez les parents les stratégies d’adaptation comme de confiance en soi et qui favorisent la collaboration entre les parents et le personnel de santé. Une optimalisation du transfert entre l’hôpital et le domicile s’avère également nécessaire. Pour cela, un modèle de «Transitional care» pourrait constituer une aide précieuse et en même temps innovatrice. Ce modèle existe déjà pour les soins aux personnes âgées. Il se centre plus particulièrement sur la formation des membres de la famille qui ont besoin d’information et de soutien après la sortie de l’hôpital, mais aussi d’une coordination des prestations. Une équipe multidisciplinaire collabore en permanence à un ensemble de «Advanced Practice Nurse» géré par des spécialistes expérimentés et formés au niveau académique. Un tel modèle pourrait également s’adresser aux parents après une naissance prématurée, car il pourrait améliorer la santé et l’évolution des parents comme de leurs enfants. Synthèse et traduction libre: Josianne Bodart Senn Source: «Elternschaft nach einer Frühgeburt: Verlust und Wieder­ gewinn einer Selbstverständlichkeit», voir pages 10 à 13. 6 2013 Hebamme.ch • Sage-femme.ch 35 En librairie Claude-Alexandre Fournier Odette Fournier, sage-femme Attitudes religieuses face à la naissance en Valais entre 1930 et 1970 Contrairement à ce que le titre laisse supposer, il ne s’agit pas d’un récit de vie. L’auteur est le petit-fils d’Odette, mais il est aussi maître assistant en psychologie de la religion à l’université de Lausanne et il a déjà publié un ouvrage sur la vocation religieuse. Cette fois, il part des deux «carnets de naissance» hérités de sa grand-mère pour explorer de manière scientifique et rigoureuse tout un pan de la vie sociale et communautaire dans une région de montagne ainsi que la fonction – concrète et symbolique – de la sage-femme. Ce n’est donc pas d’un récit anecdotique qu’il s’agit mais d’une véritable analyse, bien documentée, méticuleuse et nuancée, qui nous est proposée. Le regard de Claude-Alexandre Fournier est autant historique qu’ethnologique. Il remonte jus­ qu’au début du XIXe siècle et décortique toute une série de témoignages et de documents. Il détaille ainsi les mythes et légendes expliquant «comment on fait les bébés» et suggérant que ce n’est pas la mère qui «porte» l’enfant dans son ventre, mais que c’est la sage-femme qui «apporte» l’enfant dans sa valise «après que l’ermite le lui ait confié». Il rappelle aussi le long périple de la formation des «marraines» (matrones valaisannes), puis celles des sages-femmes. Editeur Labor et Fides 2013, 235 p. ISBN 2-8309-1490-0 EUR 20 Grâce au personnage de sa grand-mère, qui apparaît comme un fil rouge tout au long de son argumentation, ClaudeAlexandre Fournier montre comment se fait le passage d’un monde «perdu à tout jamais» à une ère «moderne» qui s’installe subitement avec la construction des grands barrages hydro-électriques après la Seconde Guerre mondiale. Par exemple, Odette Fournier pratiquait le rite des baptêmes d’urgence; elle enterrait des fœtus avortés spontanément et dont personne ne voulait; elle était parfois la marraine de l’enfant qu’elle avait fait naître; elle faisait même des toilettes mortuaires. En somme, elle se trouvait aussi bien au début qu’à la fin du cycle de la Vie et elle s’occupait autant des corps que les âmes. 36 Hebamme.ch • Sage-femme.ch 6 2013 D’une lecture facile et passionnante, ce livre plaira à toute personne intéressée par les pratiques «anciennes» des sages-femmes, par les croyances autour de la naissance (et de la mort) ou par des rapports sociaux subtils entre le clergé, le corps médical et le «clan des femmes». Josianne Bodart Senn, sociologue Christina Voorman, Dr. Govin Dandekar Massages pour bébé Procurer bien-être et apaisement à son enfant Editeur Vigot 2010, 96 p. ISBN 2-7114-2063-6 EUR 10,74 Le titre de ce livre n’est, à mon avis, pas un bon choix car il est assez réducteur. Ce livre résume en fait les soins ayurvédiques proposés pour les nouveau-nés et les mamans. Vous y trouverez des explications sur les bienfaits des massages pour les tout-petits, des explications sur les soins aux nouveau-nés dans la tradition ayurvédique avec également le choix des personnalités doshas. Un chapitre est également consacré aux choix des huiles, pâtes végétales et hydrolats pour les massages. Puis, quelques massages pour les nouveau-nés y sont décrits assez rapidement. Les explications ne sont pas toujours très claires mais les photos qui les accompagnent aident un peu. La fin du livre est consacrée aux soins de la jeune maman: massage, alimentation, yoga, renforcement du plancher pelvien, enveloppement et soins de beauté. Dans les lexiques, un tableau résume les utilisations possibles des diverses huiles végétales, hydrolats et huiles essentielles. Je serais néanmoins méfiante sur les suggestions concernant le choix des huiles essentielles. Plusieurs des celles proposées ne sont, d’après mes faibles connaissances, pas indiquées pour les femmes qui allaitent et les nouveau-nés. A revérifier avant utilisation! Carole Burdet, sage-femme Formation continue FSSF Organisation des cours de la FSSF Chargée de la formation de la Suisse romande et du Tessin Valentine Jaquier-Roduner Rte En Champ Didon 134, 1740 Neyruz, T 026 477 05 76 [email protected] Inscriptions par écrit aux cours de la FSSF au secrétariat central de la FSSF à Berne. Vous trouverez le programme complet des cours sur www.sage-femme.ch Introduction au portage «Devant» et «Dos» Les cours de portage sont toujours très demandés. L’entreprise Lana ayant fait faillite, j’ai dû chercher une nouvelle intervenante. Je l’ai trouvée en la personne de Diane Masmejan qui se présente comme suit: «Intéressée par les relations humaines et le transfert de connaissances depuis toujours, j’ai travaillé de nombreuses années dans les ressources humaines et la formation d’adultes. En 2003, à la naissance de ma fille aînée, j’ai eu la grande chance de découvrir le monde magique du portage et peu de temps après de faire la connaissance de Susi Milz, personne bien connue dans le monde du portage pour avoir été la première à former des monitrices en Suisse. Je suis certifiée auprès de Lana depuis mai 2004 et, en 2011, afin de parfaire encore mes connaissances dans ce domaine, j’ai suivi la formation complète et ai été certifiée par l’ASPB (Association suisse de portage des bébés). Au bénéfice d’une formation de formatrice d’adultes, je donne différents cours dans le domaine de la périnatalité depuis plus de 9 ans et ai accueilli plus de 1000 bébés dans mes différents cours.» Diane n’est liée à aucune entreprise et est active depuis de nombreuses années dans le monde de la petite enfance. Je vous conseille une visite sur son site internet www.bebe-gruyere.ch pour vous faire une idée de son engagement. Avec Diane, que je connais depuis de nombreuses années et avec laquelle j’ai travaillé quand j’étais responsable des monitrices de portage en écharpe pour la Suisse romande, nous avons revu tout le concept de la formation. Comme vous pouvez constater, elle est désormais proposée sur deux jours bien distincts. Je vous en fais un petit descriptif avec les objectifs et le contenu proposés. Cours 1 Objectifs Avoir les connaissances pratiques et théoriques de base afin de pouvoir transmettre les meilleurs conseils aux parents de nouveau-nés. Au terme de cette journée, vous aurez reçu suffisamment d’information pour répondre aux questions / préoccupations des parents et serez à l’aise pour leur montrer comment installer leur bébé de manière physiologique et en toute sécurité. Contenu – Le portage dans le monde – L’être humain est fait pour être porté – Portage et orthopédie – Portage et sommeil – Portage et alimentation – Présentation de différents types d’écharpes – Techniques de portage durant les premières semaines de vie – Ateliers pratiques – Questions / réponses Renseignements et inscription Date, lieu lundi 2 septembre 2013, Bulle Durée de 8 h 30 à 17 h30 Inscription jusqu’au 2 août 2013 www.sage-femme.ch Cours 3 Objectifs Découvrir différentes manières d’installer et de porter un enfant dans le dos en toute sécurité. Au terme de cette journée, vous serez capable de faire découvrir le portage dans le dos aux parents et de leur présenter différents systèmes de portage. Contenu – Partage d’expériences suite au premier cours – Révision si nécessaire, questions / réponses – Portage dans le dos en écharpe (différentes techniques) – Installation sécuritaire sur dos d’une tierce personne – Portage sur la hanche en écharpe – Présentation de différents systèmes de portage – Démonstration de leur utilisation La deuxième journée de formation est ouverte aux participantes du premier cours ainsi qu’aux collègues qui possèdent déjà une bonne maîtrise des techniques de portage devant. Je tiens à préciser encore une chose. Ce cours vous donnera des connaissances théorique et pratiques en matière de portage, mais ne remplace en aucun cas une formation de monitrice. Ces formations sont beaucoup plus longues et approfondies. Après ces jours avec Diane vous aurez des bases très solides pour transmettre des techniques de nouage et de portage aux parents intéressés. Si vous voulez plus de renseignements concernant les différentes formations de monitrice en portage, je vous conseille de vous adresser directement à Diane. Elle saura très bien vous aiguiller. [email protected] Renseignements et inscription Date, lieu jeudi 26 septembre 2013, Bulle Durée de 9 h à 17 h Inscription jusqu’au 26 août 2013 www.sage-femme.ch 6 2013 Hebamme.ch • Sage-femme.ch 37 PR-Anzeige Weiterbildung inmitten kraftvoller Bergwelt Ganzheitliche berufsbegleitende Ausbildungen Erwachsenenbilderin SVEB 1 mit Zertifikat SVEB Stufe 1 Attraktive und erwachsenengerechte Workshopund Kursgestaltung für Geburtsvorbereitung, Rückbildung, Beckenbodentraining und Weiterbildungen lehrreich gestalten. Wir vermitteln praxisbezogene, abwechslungsreiche und umsetzbare Vorgehensweisen und beziehen den Atem ein. Ateminstitut Schweiz agathe löliger gmbh, Bern Weitere Informationen unter www.ateminstitut-schweiz.ch Telefon +41(0)31 819 97 39 Biodynamische Craniosacral-Therapie, AyurvedaMassage, Ayurveda-Ernährung, Rebalancing und Shiatsu und Colon-Hydro-Therapie Inmitten kraftvoller Bergwelt am Fuss der Blüemlisalp im Berner Oberland bietet der Kientalerhof ein ideales Umfeld für ein umfassendes, konzentriertes und praxis­ orientiertes Lernen. Die berufsbegleitenden Ausbildungsblöcke ermöglichen ein intensives Miteinander. Wir bieten eine Lebensschule, die eigene Prozesse unterstützt und auf dem Weg zum professionellen Therapeuten auch viel Freude bereitet. Nebst theoretischen und praktischen Ausbildungsinhalten werden besonders Achtsamkeit, Sensibilität und Offenheit sowie eine mitfühlende Haltung im therapeutischen Prozess geschult. BIODYNAMISCHE CRANIOSACRAL-THERAPIE – ideale Ergänzung für Hebammen für die Begleitung vor und nach der Geburt. Kennenlerntage 21. September, Schnuppertage nach Vereinbarung (Anmeldung erwünscht) Detaillierte Informationen Kientalerhof, 3723 Kiental Telefon 033 676 26 76, www.kientalerhof.ch Anerkannt von EMR, ASCA, Berufsverbänden, ODA/KT 38 Hebamme.ch • Sage-femme.ch 6 2013 Stellenangebote • Offres d’emploi Anzeigenschluss für Stellenanzeigen Dienstag, 18. Juni 2013 Dernier délai pour les offres d’emploi Mardi 18 juin 2013 Friedaustrasse 12 8003 Zürich Telefon 044 491 91 20 Fax 044 491 91 56 Unser Geburtshaus wächst und gedeiht! Deshalb möchten wir unser Team vergrössern und suchen eine neue Kollegin (Vollzeit). Dich erwartet ein weites und spannendes Arbeitsfeld! Wir haben geregelte Dienstzeiten und verdienen einen Lohn, mit dem es sich gut Leben lässt. Wir freuen uns auf Deine Bewerbung! Hast Du Fragen zu unserer freien Stelle? Ruf uns an: Mo / Mi / Fr zwischen 10 und 12 Uhr. Als Schwerpunktspital mit 150 Betten und einem Personalbestand von rund 750 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sind wir für die Akutversorgung der Bevölkerung im Einzugsgebiet des rechten Zürichseeufers verantwortlich. Wir sind ein UNICEF – anerkanntes Babyfriendly Hospital mit rund 450 Geburten im Jahr. Die Teams der Gebär-, Geburtshilfe- und Gynäkologiestation arbeiten eng zusammen. Für die kompetente Verstärkung im Gebärsaal suchen wir per sofort oder nach Vereinbarung eine erfahrene Dipl. Hebamme 60 % – 100 % Wir betreuen unsere Wöchnerinnen und Patientinnen und legen Wert auf kompetente, professionelle Fachpersonen die auf eine kontinuierliche Weiterentwicklung ihres Wissens bauen. Sie bringen mindestens 2 Jahre Berufserfahrung in der Geburtshilfe mit und zeichnen sich durch Flexibilität, Verantwortungsbewusstsein und eine hohe Sozialkompetenz aus. Mit komplexen und schnell wechselnden Situationen gehen Sie gewohnt souverän um und Sie fühlen sich in der Lage alleine Dienste zu leisten. Ihre kommunikativen Fähigkeiten und der kooperative Umgang mit verschiedenen Partnern können Sie ebenso einbringen wie Ihre Erfahrungen in der Lernbegleitung. Gute EDV-Anwenderkenntnisse runden Ihr Profil ab. Wir bieten Ihnen Es erwartet Sie ein vielseitiger, anspruchsvoller Arbeitsplatz in einem dynamischen, motivierten Team sowie zeitgemässe Anstellungsbedingungen. Die Weiterentwicklung der Gynäkologie und Geburtshilfe liegt uns am Herzen. Die Spital Männedorf AG steht an attraktiver Lage, direkt am Zürichsee und ist gut mit dem Zug zu erreichen. Wir freuen uns über Ihre schriftliche Bewerbung. Frau J. Wernli-Peter, Abteilungsleiterin Gebärsaal, gibt Ihnen gerne nähere Auskünfte. Tel. 044 922 21 29 oder [email protected]. Ihre schriftliche Bewerbung mit den üblichen Unterlagen und unter Angabe der Inserate-Quelle senden Sie bitte an: Spital Männedorf, Frau R. Knöpfli, Stv. Leiterin Personaldienst, Postfach, 8708 Männedorf. www.spitalmaennedorf.ch Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften Gesundheit Die ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ist eine der grössten Mehrsparten-Fachhochschulen der Schweiz mit über 10000 Studierenden und rund 2500 Mitarbeitenden. Im Departement Gesundheit, Institut für Hebammen, suchen wir für den Bachelorstudiengang Hebamme zum 1. August 2013 eine Modulverantwortliche / Dozierende 70% für die Bereiche: Berufsrollen in der Hebammenprofession (Fokus: Gesundheitsförderung und Prävention), Hebammenlehre (Schwangerschaft, Geburt, postpartale Phase), Begleitung von Bachelorarbeiten, Interprofessionelle Lehre, Skillstraining, Weiterbildung Ihre Aufgaben umfassen: • Lehrtätigkeit mit Vor- und Nachbereitung und Durchführung des Unterrichts (Hochschuldidaktik) • Auf Abschlusskompetenzen bezogene inhaltliche wie methodisch-didaktische Ausgestaltung der Module • Planung der Leistungsnachweise und deren Umsetzung mit internen und externen Dozierenden sowie in Kooperation mit anderen Modulverantwortlichen • Koordination und Beratung der Dozierenden, die in den betreffenden Modulen unterrichten • Anleitung der Studierenden im Skillstraining • Übernahme von Lehrtätigkeit, auch in interprofessionellen Modulen und im Bereich Weiterbildung • Begleitung der Studierenden als Mentorin • Beratung der Studierenden während ihrer Bachelorarbeiten • Mitarbeit in studiengangbezogenen oder berufsübergreifenden Projekten Wir erwarten eine mehrjährige Berufserfahrung als Hebamme sowie eine abgeschlossene Hochschulausbildung auf Masterniveau. Sie bringen sowohl didaktische Qualifikationen wie auch Erfahrung in der Lehre mit. Zusätzlich verfügen Sie über Erfahrungen in Projekt- und Konzeptarbeit, Blended learning und sehr gute Englischkenntnisse. Sie sind motiviert, an der Weiterentwicklung des Studiengangs mitzuwirken und offen für neue Herausforderungen und Trends in der Lehre und im Hebammenwesen. Wir wünschen uns eine Kollegin, die Teamarbeit gewohnt ist und Freude und Interesse an der Begleitung von Studierenden im Studium zur Hebamme mitbringt. Für Auskünfte steht Ihnen Frau Andrea Stiefel, Stv. Studiengangleiterin, unter [email protected] oder Tel. 058 934 6457 gerne zur Verfügung. Ihre vollständigen Bewerbungsunterlagen senden Sie bitte bis zum 15. Juni 2013 an: ZHAW, Karin Graf, Human Resources, Postfach, 8401 Winterthur oder [email protected]. Weitere Informationen finden Sie unter www.zhaw.ch Zürcher Fachhochschule 6 2013 Hebamme.ch • Sage-femme.ch 39 Stellenangebote • Offres d’emploi Die Spital Lachen AG, am oberen Zürichsee, ist ein modern eingerichtetes Spital mit 119 Betten und ist zuständig für die erweiterte Grundversorgung von rund 65’000 Einwohnern. Das Spital verfügt über die Klinik Chirurgie mit Orthopädie, Klinik für Innere Medizin, Geburtshilfe / Gynäkologie (450 Geburten), Institute Anästhesiologie und Radiologie sowie eine interdisziplinäre Intensiv- und Notfallstation und eine Tagesklinik. Zur Ergänzung unseres Teams suchen wir per sofort oder nach Vereinbarung eine Leitende Hebamme 80 – 100 % Ihre Aufgaben: • Personelle und administrative Führung der Geburtsabteilung (Pflege) • Zielorientierte Förderung, Unterstützung und Beurteilung der Mitarbeitenden • Kooperative Zusammenarbeit mit den internen ärztlichen Fachverantwortlichen und den Belegärzten • Individuelle und ganzheitliche Betreuung der Frauen und deren Bezugspersonen vor, während und nach der Geburt • Selbständige Organisation und Koordination der Kursangebote • Engagement und Mitverantwortung bei der Umsetzung des Bildungsauftrages • Enge Zusammenarbeit mit der Mutter- und Kindstation • Mitarbeit bei interdisziplinären Qualitäts- und Pflegeprojekten Ihr Profil: • Ausbildung als Dipl. Hebamme • Berufs- und Führungserfahrung • Zusatzausbildung im Führungsbereich oder die Bereitschaft zur Weiterbildung • Ausgeprägtes Qualitäts-, Betriebs- und Dienstleistungsbewusstsein • Kommunikative Fähigkeiten und Engagement für eine gute Zusammenarbeit im Team sowie bereichsübergreifend • Informatikkenntnisse Wir bieten: • Verantwortungsvolle und interessante Kaderposition mit sehr guter Reputation in der Öffentlichkeit • Selbständiges Arbeiten in einem eigenen Aufgabengebiet • Sorgfältige Einarbeitungszeit, unterstützt durch Vorgesetzte und ein innovatives und motiviertes Team • Chance, die Entwicklung der Geburtsabteilung aktiv mitzugestalten, da es sich um eine Erstbesetzung handelt Das erwartet Sie: Ein Spital in ländlicher Region am See und doch nahe dem Stadtzentrum. Sie finden bei uns eine verantwortungsvolle und spannende Tätigkeit in einem qualifizierten Umfeld. Nähere Auskünfte erteilt Ihnen gerne: Frau Imelda Schiltknecht, COO, Telefon 055 451 30 09. Ihre vollständigen Bewerbungsunterlagen mit der Referenznummer «HEBLHE» senden Sie bitte an: Spital Lachen AG, Personaldienst, Oberdorfstrasse 41, 8853 Lachen oder per E-Mail an [email protected] 40 Hebamme.ch • Sage-femme.ch 6 2013 Die Spitalregion Rheintal Werdenberg Sarganserland mit rund 1200 Mitar­ beitenden erbringt die medizinische Grundversorgung für die Bevölkerung dieser Regionen. Sie betreibt dazu die Spitäler Altstätten, Grabs und Walen­ stadt, die als ein Unternehmen geführt werden. Für das Spital Walenstadt suchen wir eine Dipl. Hebamme 80 % – 100 % Auf unserer Geburtenabteilung mit ca. 350 Geburten pro Jahr betreuen Sie Schwangere und führen selbständig Geburten durch. Auf der Familien­ abteilung betreuen Sie Neugeborene und Wöchnerinnen und wirken bei unseren Angeboten rund um das Gebären aktiv mit. Sie setzen alles daran, dass die Geburt und der nachfolgende Aufenthalt zu einem unvergesslichen Ereignis für alle Beteiligten wird. Wir wenden uns an eine Dipl. Hebamme mit einer selbständigen Persönlich­ keit, ausgeprägter Sozialkompetenz, die ihr fachliches Wissen und persön­ liches Engagement einbringt. Sie können Prioritäten setzen und bewahren auch in hektischen Momenten Ruhe und handeln kompetent. Wir bieten eine kollegiale und enge interdisziplinäre Zusammenarbeit, sowie gute Fort­ und Weitebildungsmöglichkeiten. Es erwartet Sie eine spannende Tätigkeit. Die Anstellung erfolgt nach kantonalen Vorgaben. Möchten Sie Ihr Wissen und Können sowie Ihre Persönlichkeit bei uns einbringen? Dann freuen wir uns auf Ihre Online-Bewerbung. Bei Fragen wenden Sie sich direkt an die Leiterin Pflege & MTT, Frau Irene Honhoff, unter der Telefonnummer 081 736 11 25. Besuchen Sie uns auch auf unserer Hompage www.srrws.ch Wir freuen uns darauf, Sie kennen zu lernen. Anzeigenmarketing • Régie d’annonce Kömedia AG • Geltenwilenstrasse 8 a • 9001 St. Gallen T 071 226 92 92 • F 071 226 92 93 [email protected] • www.kömedia.ch Ausbildungen in Zürich • Atemtherapie nach Professor Ilse Middendorf • Psychologie Basisausbildung für KomplementärtherapeutInnen • Anatomie Grundausbildung • Einzel-Atembehandlung im Liegen Diese fundierten, umfassenden teilzeitlichen Ausbildungen finden in Zürich beim Hauptbahnhof statt. Infos und Unterlagen: Institut für Atem, Bewegung und Therapie Yvonne Zehnder GmbH Sekretariat Ingrid Zanettin Telefon/Fax 044 722 20 24 [email protected], www.ateminstitut.ch Alle Kleinen brauchen ein Nest. Boppy. Das erste Nest in Form einer Umarmung. Ab sofort finden sich die Magie des Stillens, die Zärtlichkeit des Kuschelns und das süße Relaxen in Boppy wieder. Das Kissen, das die Mutter während der Stillzeit unterstützt und das Wachstum des Kindes in allen seinen Entwicklungsphasen begleitet. Es gibt tausend Möglichkeiten ein Kind zu umarmen. Boppy kennt sie alle. www.boppyworld.com My love nest. In 11 Ländern die Nr. 1 gegen Dehnungsstreifen. „Zugegeben, ich war wirklich gerne schwanger. Dennoch machte ich mir grosse Sorgen wegen der Dehnungsstreifen. Meine Brüste wurden riesig! Ich nahm 18 kg zu und das alles im Bereich von Bauch und Brust. Ich machte mir Sorgen, weil ich schon als Fünfzehnjährige kleine Streifen bekam. Deshalb dachte ich, für Dehnungsstreifen anfällig zu sein - die ich aber unter keinen Umständen wollte. Wer will das schon! Daher rieb ich mich kräftig mit Bi-Oil ein und es funktionierte tatsächlich - ich bekam keine sichtbaren Dehnungsstreifen! Zudem haben sich die vorhandenen Streifen verändert, obwohl ich sie schon seit 15 Jahren habe!“ Dionne mit Georgia Bi-Oil® kann der Entstehung von Schwangerschaftsstreifen entgegenwirken, da es die Elastizität der Haut erhöht. Es sollte ab Beginn des zweiten Schwangerschaftsdrittels zweimal täglich angewendet werden. Für weitere Informationen zum Produkt und zu klinischen Studien besuchen Sie bitte bi-oil.com. Ergebnisse sind individuell verschieden. Bi-Oil® ist erhältlich in Apotheken und Drogerien. www.bi-oil.com