HSH Nordbank AG

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Dieses Dokument umfasst zwei Basisprospekte über unterschiedliche Wertpapiergattungen gemäß Art. 22 Abs. (6) der Verordnung (EG) Nr. 809/2004
der Kommission vom 29. April 2004 (die "Verordnung"): (i) einen Basisprospekt über Schuldverschreibungen im Sinne von Art. 22 Abs. (6) Ziff. (4) der
Verordnung und (ii) einen Basisprospekt über Pfandbriefe im Sinne von Art. 22 Abs. (6) Ziff. (3) der Verordnung (zusammenfassend der
"Basisprospekt").
Basisprospekt
14. Mai 2009
HSH Nordbank AG
(Hamburg und Kiel, Bundesrepublik Deutschland)
Basisprospekt über Standardschuldverschreibungen, Derivative
Schuldverschreibungen, SoFFin Garantierte Schuldverschreibungen, Pfandbriefe und
Genussscheine
begeben unter dem Angebotsprogramm über Schuldverschreibungen, SoFFin
Garantierte Schuldverschreibungen, Pfandbriefe und Genussscheine
Dieser Basisprospekt wurde durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ("BaFin") als zuständige Behörde im
Sinne der Richtlinie 2003/71/EG der Europäischen Parlamentes und des Rates vom 4. November 2003 (die "Prospektrichtlinie")
gemäß § 13 Absatz (1) Satz 2 des deutschen Wertpapierprospektgesetzes, welcher eine Vollständigkeitsprüfung des
Basisprospektes einschließlich einer Prüfung der Kohärenz und Verständlichkeit der vorgelegten Informationen verlangt, gebilligt.
Die Standardschuldverschreibungen, Derivativen Schuldverschreibungen, SoFFin Garantierten Schuldverschreibungen,
Pfandbriefe und Genussscheine werden nachfolgend zusammenfassend "Nicht-Dividendenwerte" genannt. Die Zulassung der im
Rahmen des Angebotsprogramms zu begebenden Nicht-Dividendenwerte zum Handel am regulierten Markt der Hanseatischen
Wertpapierbörse Hamburg ist vorgesehen. Die Nicht-Dividendenwerte können jedoch gemäß den Angaben in den jeweiligen
Endgültigen Bedingungen auch an anderen Börsen notiert werden oder es kann von einer Börsennotierung abgesehen werden.
Die Nicht-Dividendenwerte und ggf. aufgrund einer Rückzahlung zu liefernde Wertpapiere sind und werden in Zukunft weder
nach den Vorschriften des U.S. Securities Act of 1933 ("Securities Act") oder einer anderen Wertpapieraufsichtsbehörde eines
Staates oder anderer Gerichtsbarkeit der Vereinigten Staaten von Amerika registriert, noch wurde der Handel in den NichtDividendenwerten von der U.S. Commodity Futures Trading Commission gemäß der jeweils gültigen Fassung des U.S. Commodity
Exchange Act genehmigt. Die Nicht-Dividendenwerte unterliegen eventuell bestimmten Voraussetzungen des U.S.-Steuerrechts.
Abgesehen von bestimmten Ausnahmen, dürfen die Nicht-Dividendenwerte und ggf. aufgrund einer Rückzahlung zu liefernde
Wertpapiere nicht innerhalb der Vereinigten Staaten von Amerika oder einer, bzw. für Rechnung oder zugunsten einer, U.S.-Person
(wie in der Regulation S unter dem Securities Act und im Internal Revenue Code von 1986 der Vereinigten Staaten, in seiner jeweils
geänderten Fassung, und den hierunter ergangenen Bestimmungen definiert) angeboten, verkauft oder geliefert werden (siehe
Abschnitt "Verkaufsbeschränkungen" unter Abschnitt J. der Wertpapierbeschreibung).
Anteile an einer Vorläufigen Globalurkunde sind ggf. ganz oder teilweise gegen Anteile an einer Dauer-Globalurkunde am
oder nach dem 40. Tag nach dem jeweiligen Begebungstag gegen Nachweis über das Nichtbestehen wirtschaftlichen U.S.Eigentums im Sinne des U.S.-Rechts eintauschbar.
Inhaltsverzeichnis
ZUSAMMENFASSUNG ......................................................................................... 1
Zusammenfassung der Emittentenangaben ................................................................................ 1
Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder ........................................................................................ 1
Abschlussprüfer............................................................................................................................ 1
Zusammenfassung ausgewählter Finanzinformationen .............................................................. 2
Kapitalausstattung und Verbindlichkeiten .................................................................................... 8
Informationen über die Emittentin ................................................................................................ 9
Gegenstand des Unternehmens ............................................................................................. 9
Überblick ................................................................................................................................. 9
Transportation & Energy ................................................................................................. 10
Real Estate....................................................................................................................... 10
Corporate & Private Banking ........................................................................................... 10
Financial Markets & Institutions ....................................................................................... 10
Strategie ................................................................................................................................ 11
Neuausrichtung der HSH Nordbank ................................................................................ 11
Eigenkapitalstützende Maßnahmen und Verständigung mit dem Sonderfonds
Finanzmarktstabilisierung ................................................................................................ 13
Hauptaktionäre und Geschäfte mit verbundenen Parteien ........................................................ 14
Zusammenfassung der Beschreibung des Garantiegebers....................................................... 14
Vermögenstrennung, Bundeshaftung.................................................................................... 15
Garantie- und Kreditermächtigung........................................................................................ 15
Zusammenfassung der Beschreibung der SoFFin-Garantie ..................................................... 15
Zusammenfassung der Risikofaktoren ....................................................................................... 16
Risiken betreffend den Garantiegeber ....................................................................................... 16
Risiken betreffend die Emittentin................................................................................................ 17
Krise an den internationalen Finanzmärkten ........................................................................ 19
Auswirkungen der Krise auf die HSH Nordbank.............................................................. 19
Liquiditätssituation der Bank ............................................................................................ 20
Abbau des Credit-Investment-Portfolios .......................................................................... 21
Risiken betreffend die Schuldverschreibungen.......................................................................... 21
Risikofaktoren hinsichtlich der Zahlungen auf die Schuldverschreibungen.......................... 21
Marktrisiken ........................................................................................................................... 22
i
Besondere Investitionsrisiken ............................................................................................... 22
Interessenkonflikte ................................................................................................................ 22
Zusätzliche Risikofaktoren betreffend Derivative Schuldverschreibungen........................... 23
Zusätzliche Risikofaktoren hinsichtlich der Schuldverschreibungen ohne feste Laufzeit..... 24
Zusätzliche Risikofaktoren hinsichtlich der Kreditereignisabhängigen
Schuldverschreibungen......................................................................................................... 24
Risiken betreffend SoFFin Garantierte Schuldverschreibungen................................................ 25
Risiken betreffend Pfandbriefe ................................................................................................... 25
Risiken betreffend Genussscheine ............................................................................................ 25
Zusammenfassung der Merkmale des Angebotsprogramms hinsichtlich der NichtDividendenwerte ............................................................................................................... 26
Gründe für das Angebot ............................................................................................................. 26
Angebotsstatistiken und voraussichtlicher Zeitplan ................................................................... 26
Erlösverwendung........................................................................................................................ 26
Einzelheiten zum Angebotsprogramm hinsichtlich der Nicht-Dividendenwerte ......................... 26
Einsehbare Dokumente ................................................................................................................ 36
RISIKOFAKTOREN ............................................................................................. 38
Risikofaktoren betreffend den Garantiegeber sowie die SoFFin-Garantie ............................. 38
Risikofaktoren betreffend die Emittentin .................................................................................... 39
Risikofaktoren betreffend die Bank und ihre Geschäftstätigkeit ................................................ 39
Risikofaktoren betreffend den Bankensektor ............................................................................. 43
Liquiditätssituation der Bank ............................................................................................ 45
Abbau des Credit-Investment-Portfolios .......................................................................... 46
Risikofaktoren betreffend die Schuldverschreibungen ............................................................ 47
Risikofaktoren hinsichtlich der Zahlungen auf die Schuldverschreibungen............................... 47
Die Anleger können die Höhe der Rendite bei Floating Rate Notes nicht im Voraus
berechnen. ............................................................................................................................ 47
Reverse Floating Rate Notes unterliegen starken Kursausschlägen. .................................. 47
Nullkupon-Anleihen sind größeren Kursschwankungen ausgesetzt als nicht abgezinste
Anleihen. ............................................................................................................................... 47
Eine Anlage in Schuldverschreibungen mit strukturierter Verzinsung ist mit zusätzlichen
Risiken verbunden. ............................................................................................................... 48
Devisenkursrisiko .................................................................................................................. 48
Nachrangige Schuldverschreibungen ................................................................................... 48
Vorzeitige Rückzahlung durch die Emittentin........................................................................ 48
Globalverbriefung.................................................................................................................. 49
ii
Feststellungen durch die Berechnungsstelle ........................................................................ 49
Marktrisiken ................................................................................................................................ 50
Marktvolatilität und andere Faktoren..................................................................................... 50
Kein aktiver Markt ................................................................................................................. 50
Kein Druck effektiver Stücke ................................................................................................. 51
Besondere Investitionsrisiken .................................................................................................... 51
Transaktionskosten ............................................................................................................... 51
Risikoausschließende oder –einschränkende Geschäfte ..................................................... 52
Kreditfinanzierung ................................................................................................................. 52
Steuerliche Auswirkungen der Anlage................................................................................... 52
Interessenkonflikte in Bezug auf etwaige Basiswerte ........................................................... 53
Zusätzliche Risikofaktoren betreffend Derivative Schuldverschreibungen ................................ 54
Eine Anlage in Derivative Schuldverschreibungen ist für Anleger mit nicht ausreichenden
Kenntnissen im Finanzbereich möglicherweise nicht geeignet. ........................................... 54
Eine Anlage in Derivative Schuldverschreibungen ist mit erheblichen Risiken verbunden. . 54
Zusätzliche Risiken im Falle einer Rückzahlung durch physische Lieferung ....................... 56
Zusätzliche Risikofaktoren hinsichtlich hinsichtlich der Schuldverschreibungen ohne feste
Laufzeit.................................................................................................................................. 56
Zusätzliche Risikofaktoren hinsichtlich der Kreditereignisabhängigkeit der
Schuldverschreibungen.............................................................................................................. 57
Risiko hinsichtlich der Referenzschuldner ............................................................................ 57
Veröffentlichte Bonitätsbewertungen über Referenzschuldner ............................................. 58
Änderung des Referenzschuldners oder der Zusammensetzung des
Referenzschuldnerportfolios ................................................................................................. 61
Ersetzung von Referenzverbindlichkeiten............................................................................. 61
Zusätzliche Risiken bei Rückzahlung durch Barausgleich ................................................... 61
Zusätzliche Risiken bei Vorzeitiger Rückzahlung durch physische Lieferung ...................... 61
Eingeschränkte Liquidität von Lieferbaren Verbindlichkeiten ............................................... 62
Marktvolatilität und andere Faktoren..................................................................................... 62
Korrelationsrisiken bei mehreren Referenzschuldnern ......................................................... 63
Risikoausschließende oder risikoeinschränkende Geschäfte .............................................. 63
Interessenkonflikte hinsichtlich der Referenzschuldner ........................................................ 64
Ratings betreffend die Emittentin ............................................................................................... 64
Risiken betreffend SoFFin Garantierte Schuldverschreibungen ............................................. 64
Risikofaktoren betreffend Pfandbriefe ........................................................................................ 64
Risiken betreffend Genussscheine ............................................................................................. 65
iii
ALLGEMEINE HINWEISE................................................................................... 66
VERANTWORTLICHE PERSONEN.................................................................... 71
INFORMATIONEN DRITTER............................................................................... 71
EMITTENTENANGABEN .................................................................................... 72
Abschlussprüfer ............................................................................................................................ 72
Informationen über die Emittentin............................................................................................... 72
Geschäftsgeschichte und Geschäftsentwicklung der Emittentin................................................ 72
Juristischer und kommerzieller Name der Emittentin............................................................ 72
Ort der Registrierung der Emittentin und ihre Registrierungsnummer.................................. 72
Datum der Gründung ............................................................................................................ 72
Sitz und Rechtsform .............................................................................................................. 72
Gegenstand des Unternehmens ........................................................................................... 73
Geschäftsüberblick/ Haupttätigkeitsbereiche ............................................................................ 74
Beschreibung der Haupttätigkeiten und Dienstleistungen, Wichtige neue
Produkte/Dienstleistungen und Wettbewerbsposition................................................................ 74
Geschäftsfelder der Bank...................................................................................................... 74
Strategie ................................................................................................................................ 76
Neuausrichtung der HSH Nordbank ................................................................................ 76
Eigenkapitalstützende Maßnahmen und Verständigung mit dem Sonderfonds
Finanzmarktstabilisierung ................................................................................................ 77
Segment Transportation & Energy ....................................................................................... 78
Shipping ........................................................................................................................... 78
Transport.......................................................................................................................... 79
Energy.............................................................................................................................. 81
Segment Real Estate ........................................................................................................... 82
Segment Corporate & Private Bankings ............................................................................... 83
Firmenkunden .................................................................................................................. 84
Private Banking ............................................................................................................... 85
Segment Financial Markets & Institutions............................................................................. 85
Financial Markets ............................................................................................................ 86
Sparkassen...................................................................................................................... 87
Wichtigste Märkte....................................................................................................................... 88
iv
Weltwirtschaft 2008 ............................................................................................................... 88
Ausblick ................................................................................................................................. 88
Bankenmarkt 2008 ................................................................................................................ 89
Überblick über den deutschen Bankenmarkt 2008.......................................................... 89
Internationaler Bankenmarkt 2008................................................................................... 90
Finanzmärkte 2008 ............................................................................................................... 91
Schifffahrtsmärkte 2008 ........................................................................................................ 92
Markt für Transportfinanzierungen 2008 ............................................................................... 92
Markt für Erneuerbare Energien............................................................................................ 92
Immobilienmärkte 2008......................................................................................................... 93
Firmenkunden 2008 .............................................................................................................. 93
Private-Banking-Markt 2008.................................................................................................. 93
Sparkassen 2008 .................................................................................................................. 93
Organisationsstruktur................................................................................................................... 94
Beschreibung Gruppe ................................................................................................................ 94
Unternehmensorganisation ................................................................................................... 94
Konsolidierungskreis ............................................................................................................. 94
Abhängigkeitserklärung......................................................................................................... 95
Sachanlagen .................................................................................................................................. 96
Beschäftigte ................................................................................................................................... 97
Angaben zur Geschäfts- und Finanzlage .................................................................................... 99
Einleitung.................................................................................................................................... 99
Grundlage der Darstellung ......................................................................................................... 99
Faktoren, Trends und Entwicklungen mit Auswirkungen auf das Betriebs- und Finanzergebnis
der Bank für das Jahr 2008 ........................................................................................................ 99
Faktoren, Trends und Entwicklungen in den einzelnen Segmenten der Bank ..................... 99
Segment Transportation & Energy................................................................................. 100
Segment Real Estate ..................................................................................................... 101
Segment Corporates & Private Banking ........................................................................ 102
Segment Financial Markets & Institutions...................................................................... 104
Faktoren, Trends und Entwicklungen mit Auswirkungen auf das Betriebs- und
Finanzergebnis der Bank .................................................................................................... 105
Betriebsergebnis und Angaben über wichtige Faktoren, die die Geschäftserträge erheblich
beeinträchtigen......................................................................................................................... 107
Entwicklung der HSH Nordbank im Jahr 2008.................................................................... 107
v
Ertragslage..................................................................................................................... 107
Vermögens- und Finanzlage.......................................................................................... 110
Anrechenbare Eigenmittel nach KWG für Solvenzzwecke ............................................ 113
Vorgänge nach dem 31. Dezember 2008 ........................................................................... 113
Wesentliche Bilanzierungsgrundsätze ................................................................................ 118
Kapitalausstattung............................................................................................................... 148
Ausgewählte Finanzinformationen............................................................................................ 149
Gewinn- und Verlustrechnung des HSH Nordbank Konzerns ................................................. 150
Bilanz........................................................................................................................................ 151
Weitere Kennzahlen des Konzerns.......................................................................................... 152
Ausgewählte statistische Informationen................................................................................... 153
Durchschnittliche Bilanzdaten ............................................................................................. 153
Wertpapierbestand .............................................................................................................. 154
Handelsaktiva................................................................................................................. 154
Finanzanlagen................................................................................................................ 155
Kreditbestand....................................................................................................................... 158
Forderungen an Kreditinstitute....................................................................................... 158
Forderungen an Kunden ................................................................................................ 158
Kreditportfolio – Risikoelemente .................................................................................... 158
Auslandsengagement .......................................................................................................... 159
Ausfallerfahrungswerte im Kreditgeschäft ........................................................................... 160
Kundeneinlagen................................................................................................................... 162
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten ................................................................ 162
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden ............................................................................ 162
Barreserve ........................................................................................................................... 163
Tendenzinformationen ................................................................................................................ 164
Erklärung zu wesentlichen oder negativen Veränderungen (Material Adverse Change) ........ 164
Trendinformationen .................................................................................................................. 164
Management und Aufsichtsorgane............................................................................................ 165
Nahestehende Personen.......................................................................................................... 165
Management und Aufsichtsorgane...................................................................................... 165
Vorstand......................................................................................................................... 165
Aufsichtsrat .................................................................................................................... 166
Mitglieder des Aufsichtsrates der Bank.......................................................................... 167
vi
Mitglieder des Vorstands ............................................................................................... 167
Bezüge des Vorstands und des Aufsichtsrats ..................................................................... 168
Interessenkonflikte...................................................................................................................... 169
Hauptaktionäre ............................................................................................................................ 170
Finanzinformationen ................................................................................................................... 171
Historische Finanzinformationen.............................................................................................. 171
Konzernabschluss, Konzernlagebericht und Kapitalflussrechnung des HSH Nordbank Konzerns
zum 31. Dezember 2007 und 31. Dezember 2008 .................................................................. 171
Prüfung des Konzernabschlusses............................................................................................ 171
Gerichts- und Schiedsverfahren............................................................................................... 171
Geschlossene Immobilienfonds .......................................................................................... 172
Gerichtsverfahren in der Türkei........................................................................................... 172
Wesentliche Veränderungen der Finanz- und Ertragslage ...................................................... 172
Wichtige Verträge ..................................................................................................................... 173
Tochterunternehmen ................................................................................................................ 173
Assoziierte und sonstige nahe stehende Unternehmen .......................................................... 174
Beschreibung des Garantiegebers und der SoFFin-Garantie ................................................ 176
Beschreibung des Garantiegebers........................................................................................... 176
Vermögenstrennung, Bundeshaftung.................................................................................. 176
Garantie- und Kreditermächtigung...................................................................................... 176
Verwaltungskosten .............................................................................................................. 177
Verwaltung des SoFFin durch die Finanzmarktstabilisierungsanstalt................................. 177
Aufsicht über die FMSA ...................................................................................................... 177
Interessenkonflikte .............................................................................................................. 177
Finanzinformationen............................................................................................................ 178
Gerichts- und Schiedsverfahren.......................................................................................... 178
Wesentliche Veränderungen in der Finanzlage des SoFFin............................................... 178
Beschreibung der Garantien .................................................................................................... 178
Überblick ............................................................................................................................. 178
Rechtlicher Rahmen für Garantieübernahme durch den SoFFin ....................................... 179
Anwendungsbereich und Bedingungen der SoFFin-Garantie ............................................ 179
Einsehbare Dokumente .............................................................................................................. 181
Durch Verweis einbezogene Dokumente .................................................................................. 183
vii
Zusammenfassung
Die nachfolgende Zusammenfassung ist als Einführung zu diesem Basisprospekt
(nachfolgend "Basisprospekt") zu verstehen. Die Zusammenfassung ist im Zusammenhang
mit dem gesamten Inhalt des Basisprospektes und den durch Verweis einbezogenen
Dokumenten sowie etwaigen Nachträgen zu lesen. Eine Anlageentscheidung sollte daher
nicht allein auf diese Zusammenfassung gestützt, sondern erst nach Studium des
Basisprospektes und der durch Verweis einbezogenen Dokumente sowie etwaiger
Nachträge und der Endgültigen Bedingungen getroffen werden, die im Zusammenhang mit
der Emission von Nicht-Dividendenwerten veröffentlicht werden.
Die HSH Nordbank AG haftet nicht für den Inhalt dieser Zusammenfassung, es sei denn die
Zusammenfassung ist irreführend, unrichtig oder widersprüchlich, wenn sie im
Zusammenhang mit dem Basisprospekt gelesen wird.
Jeder Anleger sollte sich darüber bewusst sein, dass für den Fall, dass er vor einem
Gericht Ansprüche auf Grund der in diesem Basisprospekt enthaltenen Informationen
geltend macht, er in Anwendung einzelstaatlicher Vorschriften die Kosten für die
Übersetzung des Basisprospektes vor Prozeßbeginn zu tragen haben könnte.
Zusammenfassung der Emittentenangaben
Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder
Der Vorstand der HSH Nordbank AG (nachfolgend auch "Emittentin") besteht satzungsgemäß
mindestens aus drei Mitgliedern. Der Aufsichtsrat bestimmt die Anzahl der Vorstandsmitglieder,
bestellt die Vorstandsmitglieder und benennt den Vorsitzenden des Vorstandes. Mitglieder des
Vorstandes sind derzeit: Prof. Dr. Dirk Jens Nonnenmacher (Vorsitzender, CEO, CFO, CRO,
COO), Peter Rieck (Stellvertretender Vorsitzender, stellv. CEO), Bernhard Visker
(Vorstandsmitglied) sowie Joachim Friedrich (Kapitalmarktvorstand). Zum 27. April 2009 ist FrankRainer Roth mit sofortiger Wirkung als Vorstandsmitglied der HSH Nordbank ausgeschieden. Der
Aufsichtsrat hat den Vorsitzenden, Dr. Wolfgang Peiner, darüber hinaus ermächtigt, Strafantrag
gegen Frank-Rainer Roth zu stellen.
Der Aufsichtsrat der HSH Nordbank AG besteht satzungsgemäß aus zwanzig Mitgliedern. Zehn
Mitglieder werden von der Hauptversammlung nach den Bestimmungen des Aktiengesetzes und
zehn Mitglieder von den Arbeitnehmern nach Maßgabe des Mitbestimmungsgesetzes von 1976
gewählt. Der Aufsichtsrat wählt aus seiner Mitte einen Vorsitzenden und einen stellvertretenden
Vorsitzenden. Mitglieder des Aufsichtsrates sind derzeit: Dr. Wolfgang Peiner (Vorsitzender), Olaf
Behm (Stellvertretender Vorsitzender), Prof. Dr. Hans-Heinrich Driftmann, J. Christopher Flowers,
Reinhard Henseler, Jörg-Dietrich Kamischke, Ravi Sinha, Alexander Otto, Rainer Wiegard, Lothar
Hay, Dr. Michael Freytag, Sabine-Almut Auerbach, Astrid Balduin, Berthold Bose, Jens-Peter
Gotthardt, Thorsten Heick, Ronald Fitzau, Rieka Meetz-Schawaller, Knut Pauker und Edda
Redeker.
Abschlussprüfer
Der Konzernabschluss des Geschäftsjahrs 2007 wurde von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
BDO
Deutsche
Warentreuhand
Aktiengesellschaft
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft,
Ferdinandstraße 59, D-20095 Hamburg, geprüft und mit einem uneingeschränkten
Bestätigungsvermerk versehen. Der Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2008 wurde
1
aufgrund des turnusmäßigen Wechsels der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft von der KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Michaelis Quartier, Ludwig-Erhard-Straße 11-17, D-20459
Hamburg geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk mit Hinweis versehen.
Zusammenfassung ausgewählter Finanzinformationen
Die folgenden Tabellen enthalten eine Zusammenfassung bestimmter Finanzinformationen über
den HSH Nordbank Konzern, der die HSH Nordbank AG und ihre konsolidierten
Tochtergesellschaften umfasst (nachfolgend "HSH Nordbank Konzern", "HSH Nordbank",
"Konzern" oder "Bank" genannt), auf Konzernbasis für die Geschäftsjahre 2007 und 2008, jeweils
zum Jahresultimo. Die nachstehende Zusammenfassung ist den an anderer Stelle in diesem
Basisprospekt
enthaltenen
Konzernabschlüssen
entnommen
(siehe
Abschnitt
"Finanzinformationen").
Gewinn- und Verlustrechnung des Konzerns 2007/2008*
nac h
A npas sung
Ge w inn- und V e r lus tre chnung (Mio. €)
A nhang
Zinserträge
Zinsauf w endungen
2008
2007
V eränderung in %
33.163
32.891
0,8
-31.112
-31.290
-0,6
Zins übe r s chus s
(7)
2.051
1.601
28,1
Risikovorsorge im Kreditgeschäf t
(8)
-1.888
15
>-100
163
1.616
-89,9
(9)
270
326
-17,2
15,4
Zins übe r s chus s nach Ris ik ovor s orge im Kre ditge s chäft
Provisionsüberschuss
Ergebnis aus Sicherungszusammenhängen
(10)
-15
-13
Handelsergebnis
(11)
-953
-576
65,5
Ergebnis aus Finanzanlagen
(12)
-1.022
-389
>100
V erw altungsauf w and
(13)
-899
-984
-8,6
Sonstiges betriebliches Ergebnis
(14)
-166
149
>-100
-2.622
129
>-100
-172
-
-
-2.794
129
>-100
-261
141
>-100
-3.055
270
>-100
351
-
-
-2.704
270
>-100
Er ge bnis vor Re s truk tur ie r ungs aufw and
Restrukturierungsauf w and
(15)
Er ge bnis vor Ste ue r n
Ertragsteuern
(16)
Er ge bnis nach Ste ue r n
Erträge aus V erlustübernahme
Konze rnjahr e s übe r s chus s / -fe hlbe trag
Den A nteilen in Fremdbesitz zurechenbares Konzernergebnis
Den HSH Nordbank-A ktionären zurechenbares Konzernergebnis
-35
-5
>100
-2.669
275
>-100
nac h
A npas sung
Er ge bnis je Ak tie (€)
Ergebnis je A ktie (unverw ässert)
Ergebnis je A ktie (verw ässert)
Anzahl de r Ak tie n (Mio. Stück)
A nhang
2008
2007
(18)
-34,80
3,71
-36,38
3,71
77
Gew ichteter Durchschnitt ausstehender A ktien
Bereinigter gew ichteter Duchschnitt der ausstehenden A ktien
nach angenommener Wandlung
6
83
57
57
* "Anhang" bezieht sich auf die Angaben in dem Anhängen zu den Konzernabschlüssen, die an anderer
Stelle in diesem Basisprospekt enthalten sind (siehe Abschnitt Finanzteil). Die HSH Nordbank AG hat im
Konzernabschluss zum 31. Dezember 2008 rückwirkende Anpassungen in der Vergleichsperiode 31.
Dezember 2007 vorgenommen, die sich auf die Gewinn- und Verlustrechnung auswirken. Die wesentlichen
Auswirkungen dieser Anpassungen auf den HSH Nordbank Konzern werden im Anhang unter „Allgemeine
Angaben“ dargestellt.
2
nach
2008
Übe r le itung zum Konze r nbilanzge w inn (M io. €)
De n HSH Nor dbank -Ak tionär e n zur e che nbar e s Konze r ne r ge bnis
Einstellung in die Gew innrücklagen
Entnahme aus den Gew innrücklagen
Entnahme aus der Kapitalrücklage
Gew innverw endung f ür zur Wandlung bestimmte stille Einlagen
Konze r nbilanzge w inn
A npassung
2007
-2.669
275
-
-177
58
-
3.035
-
-
-48
424
50
Diese Überleitung wird zusätzlich zur Entwicklung des Eigenkapitals (vgl. Anhang zum
Konzernabschluss 2008, siehe Finanzteil) gegeben. Die Veränderung der Rücklagen ergibt sich
nicht unmittelbar aus der Konzernrechnungslegung, sondern aus gesellschaftsrechtlichen
Beschlüssen des Mutterunternehmens.
3
Bilanz des Konzerns 2007/2008*
nac h
A npas s s ung
Ak tiva (Mio. €)
A nhang
2008
2007
V eränderung
in %
Barres erv e
(19)
1.419
1.197
18,5
Forderungen an Kreditins titute
(20)
23.340
30.679
-23,9
Forderungen an Kunden
(21) 117.431
104.064
12,8
Ris ikov orsorge
(22)
-2.751
-1.529
79,9
Pos itiv e Marktw erte der Hedge-Deriv ate
A ktiv is c her A us gleic hs pos ten aus dem Portf olio
Fair V alue Hedge
(23)
2.807
1.302
>100
427
-23
>-100
Handels aktiv a
(24)
26.802
24.417
9,8
Finanz anlagen
(25)
36.511
42.342
-13,8
Immaterielle V ermögens w erte
(26)
246
340
-27,6
Sac hanlagen
(27)
114
117
-2,6
A ls Finanzinves tition gehaltene Immobilien
(27)
285
258
10,5
Zur V eräußerung gehaltene langf ristige V ermögens w erte
(28)
-
65
-100,0
Ertrags teuerans prüc he
(29)
572
337
69,7
Latente Steuerans prüc he
(30)
726
832
-12,7
Sons tige A ktiv a
(31)
472
429
10,0
208.401
204.827
1,7
Sum m e Ak tiva
nac h
A npas s ung
Pas s iva (Mio. €)
A nhang
2008
2007
V eränderung
in %
V erbindlic hkeiten gegenüber Kreditins tituten
(32)
61.391
57.763
6,3
V erbindlic hkeiten gegenüber Kunden
(33)
52.397
50.394
4,0
V erbrief te V erbindlic hkeiten
(34)
58.200
70.229
-17,1
Negativ e Marktw erte der Hedge-Deriv ate
Pas s iv is c her A us gleic hs pos ten aus dem
Portf olio Fair V alue Hedge
(35)
2.194
1.080
>100
1.159
-3
>-100
Handels pas s iv a
(36)
17.587
8.400
>100
(37, 38)
1.412
800
76,5
Ertrags teuerv erpf lic htungen
(39)
101
258
-60,9
Latente Steuerv erpf lic htungen
(40)
58
99
-41,4
Sons tige Pas s iv a
(41)
1.795
2.143
-16,2
Nac hrangkapital
(42)
9.962
9.296
7,2
Eigenkapital
(43)
2.145
4.368
-50,9
881
702
25,5
-
-
-
88
2.317
-96,2
1.354
1.505
-10,0
-562
-180
>100
-85
-114
-25,4
Rüc ks tellungen
Grundkapital
Wandelkapital
Kapitalrüc klage
Gew innrüc klagen
Neubew ertungs rüc klage
Rüc klage aus der Währungs umrec hnung
Konz ernbilanz gew inn
Ges amt v or Fremdanteilen
A nteile im Fremdbes itz
Su m m e Pas s iva
424
50
>100
2.100
4.280
-50,9
45
88
-48,9
208.401
204.827
1,7
* "Anhang" bezieht sich auf die Angaben in den Anhängen zu den Konzernabschlüssen, die an
anderer Stelle in diesem Basisprospekt enthalten sind (siehe Abschnitt Finanzteil). Die HSH
Nordbank AG hat im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2008 rückwirkende Anpassungen in der
Vergleichsperiode 31. Dezember 2007 vorgenommen, die sich auf die Gewinn- und Verlustrechnung
auswirken. Die wesentlichen Auswirkungen dieser Anpassungen auf den HSH Nordbank Konzern werden im
Anhang unter „Allgemeine Angaben“ dargestellt.
Das außerbilanzielle Geschäft verringerte sich um 20,6 % auf 29.426 Mio. Euro (Vorjahr: 37.070
Mio. Euro). Dabei gingen sowohl die Eventualverbindlichkeiten und anderen Verpflichtungen
(-2.777 Mio. Euro) als auch die unwiderruflichen Kreditzusagen und anderen Verpflichtungen
(-4.867 Mio. Euro) deutlich zurück. Aus den Veränderungen im außerbilanziellen Geschäft und
4
dem Anstieg der Bilanzsumme ergibt sich per Saldo ein leichter
Geschäftsvolumens zum 31.Dezember 2008 um 1,7 % auf 237.827 Mio. Euro.
Rückgang
des
Aufsichtsrechtliche Kennzahlen *
in %
31.12.2008
31.12.2007
Eigenkapitalquote (Solvabilitätskoeffizient)
12,2
11,1
Gesamtkennziffer/ Eigenmittelquote
11,6
10,4
Kernkapitalquote
8,3
7,1
Kernkapitalquote (inklusive Marktrisikopositionen)
7,5
6,2
* Seit 1. Januar 2008 ermittelt die HSH Nordbank die Quoten gemäß den Anforderungen der
Solvabilitätsverordnung bzw. Basel II. Für den 31. Dezember 2007 werden Quoten nach
Grundsatz I bzw. Basel I gezeigt.
Aufsichtsrechtliche Kennzahlen der HSH Nordbank Gruppe
Konzern
Konzern
in Mrd. €
2008
2007
Haftende Eigenmittel KWG
Haftende Eigenmittell nach SolvV 1)
Haftende Eigenmittel BIZ (incl. Drittrangmittel)
Kernkapital
14,5
12,9
9,1
12,9
12,9
7,7
128,0
138,2
111,8
-
108,8
124,1
115,3
129,3
10,9
10,5
12,2
11,6
-
11,1
10,4
10,5
10,0
7,2
8,3
-
7,1
6,7
Gewichtete Risikoaktiva nach KWG
Gewichtete Risikoaktiva incl. Marktrisikoposition nach KWG
Gewichtete Risikoaktiva incl. Marktrisikoposition nach SolvV 1)
Gewichtete Risikoaktiva nach BIZ
Gewichtete Risikoaktiva incl. Marktrisikoposition nach BIZ
in %
Solvabilitätskoeffizient nach KWG
Gesamtkapitalquote nach KWG
Solvabilitätskoeffizient nach SolvV 1)
Gesamtkapitalquote nach SolvV 1)
Solvabilitätskoeffizient nach BIZ
Gesamtkapitalquote nach BIZ
Kernkapitalquote nach KWG
Kernkapitalquote nach SolvV 1)
Kernkapitalquote nach BIZ
1) Seit dem 1. Januar 2008 ermittelt die HSH Nordbank die Quoten gemäß Anforderungen nach Basel II.
5
Weitere Kennzahlen des Konzerns
Die Zahlen für 2007 wurden im Zuge der Anwendung von IAS 8 bei Aufstellung des Jahres- und
Konzernabschlusses 2008 angepasst.
in % soweit nicht anders angegeben
Geschäftsjahr jeweils zum 31. Dezember
2007
nach
2008
Anpassung
2007
2006
Konsolidierte Quoten
271,60%
103,70%
87,00%
38,20%
0,99%
-1,31%
0,80%
0,14%
0,80%
0,14%
0,76%
0,43%
-80,50%
2,90%
3,30%
28,40%
-83,70%
6,30%
6,40%
19,70%
Durchschnittliche Bilanzsumme (in Mio. EUR)
206.618
199.586
199.605
192.591
Durchschnittliches Grundkapital (in Mio. EUR)
791,5
662,5
662,5
623,0
Kapitalquoten
Durchschnittl. Grundkapital zur durchschnittl.
Bilanzsumme
0,38%
0,33%
0,33%
0,32%
Kernkapitalquote nach KWG
7,20%
7,10%
7,10%
7,00%
10,50%
10,40%
10,40%
10,20%
11.423
2.971
2.971
2.839
236.944
240.880
240.880
223.652
3.223
1.590
1.597
1.857
4,82%
1,23%
1,23%
1,27%
5,48%
1,45%
1,45%
1,46%
28,22%
53,52%
53,75%
65,41%
1,36%
0,66%
0,66%
0,83%
1296,59%
423,22%
423,22%
455,70%
Gesamtrefinanzierung8 (in Mio. EUR)
206.256
200.459
200.252
189.865
Einlagen9 (in Mio. EUR)
Gesamtes Kreditportfolio als Prozentsatz der
Gesamtrefinanzierung
113.788
108.157
108.011
96.106
114,88%
120,16%
120,29%
117,80%
55,17%
53,95%
53,94%
50,62%
Cost Income Ratio
Rentabilitätsquoten
Netto Zinsmarge1
2
Rentabilität der durchschnittlichen Bilanzsumme
Eigenkapitalrendite vor Steuern3
4
Eigenkapitalrendite nach Steuern
Durchschnittliche Bestände
Gesamtkapitalquote nach KWG
Angaben zur Kreditqualität
Notleidende Kredite5 (in Mio. EUR)
6
Kreditportfolio (in Mio. EUR)
7
Wertberichtigungen für Kreditverluste (in Mio. EUR)
Notleidende Kredite als Prozentsatz des gesamten
Kreditportfolios
Notleidende Kredite als Prozentsatz der Bilanzsumme
Wertberichtigungen für Kreditverluste als Prozentsatz
notleidender Kredite
Wertberichtigungen für Kreditverluste als Prozentsatz
des gesamten Kreditportfolios
Notleidende Kredite als Prozentsatz des
Grundkapitals
Liquidität
Einlagen als Prozentsatz der Gesamtrefinanzierung
1
Berechnet als Verhältnis des Zinsüberschusses vor Risikovorsorge zu der durchschnittl. Bilanzsumme.
2
Berechnet als Verhältnis des Konzernjahresüberschusses zu der durchschnittl. Bilanzsumme.
3
Berechnet als Verhältnis des Konzernjahresüberschusses vor Steuern zum durchschnittlichen Eigenkapital
ohne Anteile Dritter.
Berechnet als Verhältnis des Konzernjahresüberschusses zum durchschnittlichen Eigenkapital ohne Anteile
Dritter.
4
6
5
6
Notleidende Kredite definiert als überfällige, noch nicht wertgeminderte Forderungen gegenüber Kreditinstitute
und Kunden sowie Bruttobuchwert der wertgeminderten Forderungen gegenüber Forderungen Kreditinstitute
und Kunden.
Kreditportfolio definiert als Kreditvolumen (Vermögensgegenstände mit Adressenausfallrisiko).
7
Wertberichtigungen für Kreditverluste definiert als Risikovorsorge für Forderungen gegenüber Kreditinstituten,
Forderungen gegenüber Kunden sowie Rückstellungen aus dem Kreditgeschäft.
8
Gesamtrefinanzierung definiert als Differenz aus Bilanzsumme und Eigenkapital.
9
Einlagen definiert als Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Verbindlichkeiten gegenüber Kunden.
7
Kapitalausstattung und Verbindlichkeiten
Die folgende Tabelle enthält die Kapitalausstattung der Bank zum 31. Dezember 2007 und 2008,
die auf dem an anderer Stelle in diesem Basisprospekt enthaltenen Konzernabschlüssen zum
31. Dezember 2007 und 2008 basieren (siehe Abschnitt "Finanzinformationen"). Die Zahlen für
2007 wurden im Zuge der Anwendung von IAS 8 bei Aufstellung des Jahres- und
Konzernabschlusses 2008 angepasst.
in Mio. €
Kurzfristige Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstitute
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
Verbriefte Verbindlichkeiten
Rückstellungen
Sonstige Passiva
Nachrangkapital
Summe der kurzfristigen Verbindlichkeiten
zum 31. Dezember
2008
Langfristige Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstitute
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
Verbriefte Verbindlichkeiten
Rückstellungen
Sonstige Passiva
Nachrangkapital
Summe der langfristigen Verbindlichkeiten
Eigenkapital
Stammaktien
Vorzugsaktien
Wandelkapital
Kapitalrücklage
Konzerngewinnrücklage
Rücklage aus der Währungsumrechnung
Neubewertungsrücklage
Konzernbilanzgewinn
Anteile in Fremdbesitz
Eigenkapital
Gesamtkapitalausstattung
8
zum 31. Dezember
2007
nach Anpassung
zum 31. Dezember
2007
44.667
28.458
16.947
846
442
2.757
94.117
39.572
26.922
23.628
55
830
978
91.985
39.572
26.761
23.628
36
811
978
91.786
16.724
23.939
41.253
566
1.353
7.205
91.040
18.191
23.472
46.601
745
1.313
8.318
98.640
18.192
23.486
46.602
745
1.313
8.318
98.656
881
0
0
88
1.354
-85
-562
424
45
2.145
187.302
645
57
0
2.317
1.505
-114
-180
50
88
4.368
194.993
645
57
0
2.317
1.597
-121
-168
60
224
4.611
195.053
Informationen über die Emittentin
Gegenstand des Unternehmens
Gemäß § 2 ihrer Satzung
•
ist die Emittentin eine allgemeine Geschäftsbank;
•
besteht der Unternehmensgegenstand der Emittentin im Betreiben von Bank- und
Finanzgeschäften aller Art sowie der Erbringung weiterer Dienstleistungen und Geschäfte
im kreditwirtschaftlichen Bereich;
•
bietet die Emittentin ferner als Bankpartner der Länder Schleswig-Holstein und Hamburg
Finanzdienstleistungen für öffentliche Kunden an und nimmt die Funktion einer
Sparkassenzentralbank wahr;
•
ist die Emittentin Mitglied der Sparkassen-Finanzgruppe;
•
ist die Emittentin berechtigt, im In- und Ausland Banken und andere Unternehmen zu
gründen oder sich an solchen zu beteiligen sowie Niederlassungen und Repräsentanzen zu
eröffnen und zu unterhalten.
Überblick
Die HSH Nordbank ist starker Partner der regionalen Wirtschaft in Hamburg und SchleswigHolstein. Im gehobenen Firmenkundengeschäft ist die Bank aufgrund ihrer hohen
Marktdurchdringung Marktführer in der Heimatregion. Als einer der wichtigsten
Immobilienfinanzierer in Deutschland fokussiert sich die Bank auf die Betreuung gewerblicher
Immobilienkunden. Ihren Kunden im Bereich Private Banking bietet die Bank intensive Beratung
verbunden mit einem innovativen Produktangebot an. Spezifisches Know-how weist die Bank bei
der Betreuung von Stiftungen auf. Auf Basis einer engen und partnerschaftlichen Zusammenarbeit
unterstützt die HSH Nordbank die Sparkassen, insbesondere in Schleswig-Holstein, mit
lösungsorientierten Produkten.
In den regional verankerten Schlüsselindustrien Shipping, Transport und Energy ist die Bank auch
international tätig. Als weltweit führender Schiffsfinanzierer gemessen am Kreditvolumen ist die
HSH Nordbank seit Jahrzehnten in diesem Markt präsent. Im Transportbereich ist die Bank enger
Partner der Luftfahrtindustrie und engagiert sich zudem bei Projektfinanzierungen von
transportnaher
Infrastruktur.
Die
Bank
bietet
ihren
Kunden
maßgeschneiderte
Finanzierungslösungen und Beratungsdienstleistungen an. Im Bereich Energy ist die Bank einer
der Top-Anbieter für Finanzierungen von Wind- und Solarenergieprojekten in Europa und Nr. 1
nach Transaktionsvolumen (Quelle: Infrastructure Journal, Mandated Lead Arranger 2008) in
dieser für Norddeutschland bedeutenden Industrie.
Die Aktivitäten des Financial-Markets-Bereichs der Bank dienen vorrangig der Sicherstellung der
Refinanzierung und der Liquiditätssteuerung. Darüber hinaus unterstützt der Bereich die
Kundenaktivitäten mit bedarfsgerechten Produkten, wie zum Beispiel Zins-, Währungs- und
Rohstoffpreisabsicherungen.
Die HSH Nordbank AG ist am 2. Juni 2003 aus der Fusion der Hamburgischen Landesbank mit
der Landesbank Schleswig-Holstein (LB Kiel) hervorgegangen. Sie verfügt über eine Bilanzsumme
im Konzern von rund 209 Mrd. Euro und beschäftigt weltweit ca. 5.000 Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter. Die HSH Nordbank hat einen Doppelsitz in Hamburg und Kiel.
9
Transportation & Energy
Shipping
Als weltweit führender Schiffsfinanzierer finanziert die Bank zu einem großen Teil die maritime
Wirtschaft in Norddeutschland. Die Bank verfügt als strategischer Partner der Schifffahrtsbranche
seit Jahren über tragfähige Kundenbeziehungen und nachgewiesene Markt- und Produktexpertise.
Transport
Im Transportbereich der Bank mit den Aktivitäten als einer der führenden Flugzeugfinanzierer ist
die Bank ein enger Partner der in Hamburg ansässigen Luftfahrtindustrie. Auf der Grundlage ihrer
langjährigen Branchenexpertise engagiert sich die Bank zusätzlich bei Projektfinanzierungen für
See- und Flughäfen.
Energy
Im Bereich Energy ist die Bank einer der Top-Anbieter für Finanzierungen von Wind- und
Solarenergieprojekten in Europa und führend nach Transaktionsvolumen (Quelle: Infrastructure
Journal, Mandated Lead Arranger 2008) in dieser für Norddeutschland bedeutenden Industrie.
Durch langjährige Erfahrungen und frühen Markteintritt hat die Bank in diesem Sektor ein
umfassendes Know-how aufgebaut.
Real Estate
Immobilienkunden
Im Immobilienbereich verfügt die Bank dank ihrer herausragenden Position und den langfristigen
Kundenbeziehungen zur mittelständisch geprägten Immobilienwirtschaft über ein hohes Potenzial.
Im Fokus stehen künftig deutsche Immobilienmärkte. Dabei kommt der Kernregion Hamburg und
Schleswig-Holstein eine hohe Bedeutung zu.
Corporate & Private Banking
Firmenkunden
Die Bank ist Marktführer im gehobenen Firmenkundengeschäft in der Heimatregion und trägt
damit wesentlich zur Kreditversorgung des Mittelstands bei. Durch die vielen intensiven
Kundenbeziehungen in zahlreichen unterschiedlichen Branchen und die breite Nutzung ihres
Produktangebots ist der Firmenkundenbereich für die Bank ein attraktives und zukunftsfähiges
Geschäftsfeld. Künftig konzentriert sich der Bereich noch stärker auf Hamburg und SchleswigHolstein, unverändert auch in schwierigen Konjunkturphasen.
Private Banking
Der Bereich Private Banking zählt in der Kernregion zu den führenden Anbietern mit einer breiten
Kundenbasis. Ein wesentlicher Teil der Kunden des Bereichs hat einen direkten Bezug zu anderen
Geschäftsbereichen der Bank. Das Private-Banking-Geschäft ist damit eine wichtige Ergänzung im
Rahmen einer ganzheitlichen Kundenbetreuung und ermöglicht die Nutzung zusätzlicher
Geschäftspotenziale.
Financial Markets & Institutions
Die Aktivitäten der Financial-Markets-Division der Bank dienen vorrangig der Sicherstellung der
Refinanzierung und der Liquiditätssteuerung. Darüber hinaus unterstützt der Bereich die
Kundenaktivitäten mit bedarfsgerechten Produkten, wie zum Beispiel Zins-, Währungs- und
10
Rohstoffpreisabsicherungen. Im Segment Financial Markets & Institutions waren zum Jahresende
2008 die Finanzmarktbereiche Capital Markets Clients, Capital Markets Structuring & Trading,
Capital Markets Credit, Asset and Investment Management und Group Treasury sowie der
Unternehmensbereich Sparkassen enthalten.
Capital Markets Clients
Der Bereich Capital Markets Clients unterstüzt das Ertragswachstums der Marktbereiche Shipping,
Transport, Immobilien, Firmenkunden und Energie durch Bereitstellung innovativer
Produktlösungen für die Kunden der Bank.
Asset and Investment Management
Der Bereich Asset and Investment Management berät Dritte sowie die HSH Nordbank Securities
S.A. bei der Portfoliooptimierung und entwickelt Asset Management-Produkte für Kunden.
Capital Markets Structuring & Trading
Der Bereich Capital Markets Structuring & Trading entwickelt strukturierte Produkte wie Derivate,
Syndizierungen und Verbriefungen für alle Assetklassen und handelt mit Kapitalmarktprodukten
(Eigen- und Kundenhandel).
Capital Markets Credit
Im Juli 2008 wurde der Unternehmensbereich Capital Markets Credit etabliert. Er koordiniert
seitdem Kapitalmarkttransaktionen im Bereich Credits für die Bank und ihre Kunden.
Group Treasury
Group Treasury ist verantwortlich für das Liquiditätsmanagement sowie für die Refinanzierung für
den Konzern und das Management der Marktrisiken in den Bankbüchern.
Sparkassen
Der Bereich Sparkassen unterstützt die Sparkassen, insbesondere in Schleswig-Holstein, auf der
Basis einer engen und partnerschaftlichen Zusammenarbeit. Die Aktivitäten umfassen nicht zuletzt
das gemeinsame Konsortialkreditgeschäft in der Region. Auch die mehr als 200 deutschen
Sparkassen, zu denen die Bank eine Geschäftsverbindung unterhält, will die Bank künftig noch
intensiver unterstützen.
Die deutschen Landesbanken sind traditionell im Großkundengeschäft und als Girozentralen für
die Sparkassen tätig. Ihre bis einschließlich zum 18. Juli 2001 eingegangenen Verbindlichkeiten
sind bis zum Ende ihrer Laufzeit von der Gewährträgerhaftung gedeckt. Jede zwischen dem
18. Juli 2001 und dem 18. Juli 2005 begründete Verbindlichkeit ist weiterhin von der
Gewährträgerhaftung ihrer Eigentümer gedeckt, unter der Bedingung, dass ihre Laufzeit nicht über
den 31. Dezember 2015 hinausgeht. Für nach dem 18. Juli 2005 begründete neue
Verbindlichkeiten greifen Anstaltslast und Gewährträgerhaftung gemäß der Brüsseler
Verständigung vom 17. Juli 2001 und der Kommissionsentscheidung vom 27. März 2002 nicht
mehr.
Strategie
Neuausrichtung der HSH Nordbank
Die HSH Nordbank hat angesichts der erheblichen Belastungen durch die weltweite Finanzmarktund Wirtschaftskrise zur Unternehmensfortführung eine weit reichende Neuausrichtung eingeleitet.
11
Ziel ist eine strategische Fokussierung auf nachhaltig starke Geschäftsbereiche in der
Heimatregion Hamburg/Schleswig-Holstein sowie auf international attraktive Sektoren.
Die
damit
verbundenen
Maßnahmenbereiche:
strukturellen
Anpassungen
betreffen
•
Schaffung einer Kernbank mit zukunftsfähigen Geschäftsbereichen;
•
Abspaltung nicht-strategischer und abzubauender Portfolien;
•
Gezielte Risikoabschirmung und ausreichende Kapitalisierung; und
•
Umsetzung eines umfassenden Restrukturierungsplans.
vier
wesentliche
Schaffung einer Kernbank mit zukunftsfähigen Geschäftsbereichen
In den regionalen und internationalen Bereichen, die in der Kernbank gebündelt werden, kommt
der HSH Nordbank eine hohe Bedeutung für die regionale Wirtschaft in Hamburg und SchleswigHolstein und hier ansässige Schlüsselindustrien zu. Unsere feste Verankerung in dieser
Kernregion zeigt sich in den vielen tragfähigen Kundenbeziehungen, die zum Teil seit Jahrzehnten
bestehen. Diese langjährigen Kunden schätzen die HSH Nordbank als einen verlässlichen
Partner, der ihnen in allen Konjunkturphasen mit hochwertigen Bankprodukten und Expertise zur
Seite steht.
Die Kernbereiche der Bank stellen zudem durch Diversifizierung und Ertragskraft dank der
Kombination von regionalem und internationalem Geschäft eine attraktive Risiko-Ertrags-Relation
für die HSH Nordbank sicher.
Abspaltung nicht-strategischer und abzubauender Portfolien
Zur Sicherstellung einer nachhaltig angemessenen Kapitalausstattung und einer ausreichenden
Refinanzierungsbasis wird die Bank das Bilanzvolumen reduzieren und nicht mehr alle bisherigen
Geschäftsaktivitäten fortführen. Im Rahmen ihrer Neuausrichtung hat die HSH Nordbank deshalb
nicht-strategische Geschäftsbereiche identifiziert, die künftig nicht zum nachhaltigen Kern der
Bank zählen. Das sind etwa die Commodity-Finance-Aktivitäten mit ausländischen Kunden, das
Firmenkundengeschäft in Asien und Skandinavien, die Refinanzierung von Leasinggesellschaften,
das Kapitalmarktgeschäft ohne direkten Kundenbezug, sowie die Portfolien mit einem zu hohen
Risikopotenzial für die verkleinerte Kernbank (z.B. Credit-Investment-Portfolio, LeveragedFinance-Geschäft, Immobiliengeschäft USA). Diese sollen von den Kernbereichen getrennt
werden. Neben dem sukzessiven Abbau von Portfolien durch Tilgungen und stark eingeschränktes
Neugeschäft prüft die Bank auch Möglichkeiten, Portfolien zu verkaufen oder auszulagern.
Gezielte Risikoabschirmung und ausreichende Kapitalisierung
Um die Kernbank auf ein tragfähiges Fundament zu stellen und Kapitalanforderungen,
insbesondere die des Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin), zu erfüllen, haben sich die
Anteilseigner Hamburg und Schleswig-Holstein für eine Erhöhung des Grundkapitals der HSH
Nordbank AG über 3 Mrd. Euro sowie eine Risikoabschirmung zugunsten der HSH Nordbank AG
ausgesprochen. Durch eine besicherte Finanzgarantie in Höhe von 10 Mrd. Euro über eine eigens
zu diesem Zweck zu gründende Anstalt des öffentlichen Rechts und die Kapitalerhöhung sollen
wesentliche Bestände (Referenzportfolio) der Bank abgesichert werden.
Die Finanzgarantie greift, sofern die Risiken in diesem Portfolio einen geplanten Selbstbehalt der
Bank durch zu bildende Risikovorsorge übersteigen sollten. Dieser Selbstbehalt umfasst die von
der HSH Nordbank auf Basis ihrer Finanzplanung in den kommenden Jahren erwarteten Verluste.
In diesem Planungsszenario der Bank wird davon ausgegangen, dass das schwierige
wirtschaftliche Umfeld für die Bank bis Ende 2010 andauert. Für das Jahr 2011 wird mit einer
leichten Erholung und von 2012 an von normalisierten Rahmenbedingungen ausgegangen. Sollte
12
die auf diesen Annahmen gebildete Risikovorsorge nicht zur Deckung der Risiken ausreichen,
kommt die Finanzgarantie bis zu einer Höhe von 10 Mrd. Euro zum Tragen. Mit den geplanten
Volumina zur Kapitalisierung und zur Risikoabschirmung der Bank wären die
Kapitalanforderungen des SoFFin unter den Annahmen bis 2012 erfüllt.
Umsetzung eines umfassenden Restrukturierungsplans
Aus den wesentlichen Eckpunkten ihres neuen Geschäftskonzepts hat die HSH Nordbank im
ersten Quartal einen Restrukturierungsplan erstellt, um auf dieser Grundlage notwendige Schritte
zur Umsetzung der Maßnahmen in den einzelnen Bereichen der Bank einzuleiten. Die
Neuausrichtung der Bank wird von Maßnahmen zur Verbesserung wesentlicher Bankfunktionen
sowie Steuerungs- und Risikomanagementprozesse begleitet.
Eigenkapitalstützende Maßnahmen und Verständigung mit dem Sonderfonds
Finanzmarktstabilisierung
Der zur Unternehmensfortführung erforderlichen Neuausrichtung der HSH Nordbank war Ende
2008 eine Verständigung mit dem Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin)
vorausgegangen. Angesichts der international verschlechterten Refinanzierungsmöglichkeiten
beantragte die HSH Nordbank im November beim SoFFin eine Garantie für Anleihe-Emissionen.
Von der gewährten Garantiesumme in Höhe von bis zu 30 Mrd. Euro wurde 2008 zunächst ein
Betrag in Höhe von 10 Mrd. Euro freigegeben. Die Liquiditätsgarantien des SoFFin sind an die
Bedingungen geknüpft, dass die Anteilseigner sicherstellen, für eine angemessene
Eigenkapitalausstattung der HSH Nordbank zu sorgen und eine Restrukturierung unter
Herauslösung der Altlasten in die Wege zu leiten.
Die Landesregierungen von Hamburg und Schleswig-Holstein hatten sich bereits im Februar 2009
für das neue Geschäftskonzept ausgesprochen. Der Bank sollen im Zuge einer Kapitalerhöhung 3
Mrd. Euro Kapital sowie eine Finanzgarantie zur Abschirmung von Risiken in Höhe von rund 10
Mrd. Euro zur Verfügung gestellt werden. Der Fortbestand der HSH Nordbank AG hängt davon ab,
dass eigenkapitalstützende Maßnahmen in ausreichendem Umfang vorgenommen werden, so
dass die aufsichtsrechtlichen Eigenmittelanforderungen eingehalten und die vertraglichen
Verpflichtungen gegenüber dem SoFFin hinsichtlich der Kernkapitalquote erfüllt werden. Hierzu ist
insbesondere erforderlich, dass
•
die von der Freie und Hansestadt Hamburg und dem Land Schleswig-Holstein in die Wege
geleiteten eigenkapitalstützenden Maßnahmen (Kapitalerhöhung um 3 Mrd. Euro und
zweitrangige Ausfallgarantie über 10 Mrd. Euro) umgesetzt werden. Dies setzt insbesondere
die EU-rechtliche Genehmigung, einen Hauptversammlungsbeschluss (mit qualifizierter
Mehrheit) sowie den Abschluss eines Garantievertrags voraus,
•
die Bundesanstalt für Finanzmarktaufsicht und die Deutsche Bundesbank zwischenzeitlich
keine aufsichtsrechtlichen Maßnahmen ergreifen werden,
•
der SoFFin den Garantierahmen aufrecht erhält und im erforderlichen Umfang verfügbar
macht.
Am 7. März 2009 hat der SoFFin das neue Geschäftsmodell der HSH Nordbank akzeptiert.
Die EU-Kommission hat im Rahmen ihrer begonnenen Prüfung die Genehmigung der
strategischen Neuausrichtung und des Rekapitalisierungspakets der HSH Nordbank mit der
Erwartung verbunden, dass die Bank entgegen ihrer bisherigen Planung für das Geschäftsjahr
2008 keine Ausschüttungen auf Genussrechtskapital und Stille Einlagen tätigt. Der Verzicht auf
eine Bedienung des Genussrechtskapitals und der Stillen Einlagen ist aus Sicht der HSH
13
Nordbank damit unumgänglich geworden, um die in Aussicht gestellte Rekapitalisierung nicht zu
gefährden.
Davon betroffen sind Ausschüttungen für Genussscheine und Stille Einlagen in Höhe von rund 194
Millionen Euro, die vom Bilanzgewinn abhängen. Der Vorstand geht davon aus, dass die im
Dezember beschlossenen Ausschüttungen von 64 Millionen Euro an Halter Stiller Einlagen, die
vom Jahresüberschuss abhängen, auch nicht geleistet werden dürfen. Die Nichtbedienung von
Genussrechts- und Hybridkapital birgt das Risiko, dass der Bank Liquidität entzogen werden
könnte. Der Vorstand hat dafür Vorsorge getroffen und sich an den SoFFin gewandt.
Die Entscheidung der Länderparlamente in Hamburg und Schleswig-Holstein für das
Geschäftskonzept und zur Rekapitalisierung der Bank ist am 1. bzw. 3. April 2009 erfolgt. Der
Beschluss der Hauptversammlung der HSH Nordbank über die Kapitalmaßnahme soll ebenfalls
zeitnah erfolgen.
Der SoFFin hat der HSH Nordbank bestätigt, dass der Garantierahmen nach Vorlage der
Parlamentsbeschlüsse in voller Höhe zur Verfügung steht. Diese liegen inzwischen vor.
Diese strategische Neuausrichtung ist mit Risiken verbunden, und die HSH Nordbank AG kann
ihren Anlegern nicht garantieren, dass sie ihre Ziele erreichen wird oder dass ihre Strategie
erfolgreich sein wird. Siehe dazu den Abschnitt "Risikofaktoren".
Hauptaktionäre und Geschäfte mit verbundenen Parteien
Die Eigentümer der HSH Nordbank AG sind das Land Schleswig-Holstein, die Freie und
Hansestadt Hamburg, der Sparkassen- und Giroverband für Schleswig-Holstein, der die
Interessen der Sparkassen im Lande Schleswig-Holstein vertritt, die Schleswig-Holsteinische
Sparkassen-Vermögensverwaltungs- und Beteiligungs GmbH & Co. KG, Kiel, sowie neun
Investorengruppen, die von J.C. Flowers & Co. LLC beraten werden. Die Freie und Hansestadt
Hamburg, das Land Schleswig-Holstein und der Sparkassen- und Giroverband für SchleswigHolstein haben eine "Haltevereinbarung" abgeschlossen, der zufolge sie sich vertraglich
gegenseitig verpflichtet haben, gemeinsam 50,1 % des stimmberechtigten Grundkapitals an der
HSH Nordbank AG bis mindestens Ende 2013 zu halten.
Zusammenfassung der Beschreibung des Garantiegebers
Die Verpflichtungen der Emittentin aus den SoFFin Garantierten Schuldverschreibungen sind
durch eine Garantie (die "SoFFin-Garantie") des Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung ("SoFFin"
bzw. der "Garantiegeber") abgedeckt. Die SoFFin-Garantie wurde auf Grundlage des
Finanzmarktstabilisierungsgesetz vom 17. Oktober 2008 (BGBl. I 2008, 1982) (das "FMStG"), in
der durch das Finanzmarktstabilisierungsergänzungsgesetz vom 7. April 2009 (BGBl. I 2009, 725)
(das "FMStErgG") geänderten Fassung, abgegeben. Artikel 1 des FMStG führte das
Finanzmarktstabilisierungsfondsgesetz (das "FMStFG") ein.
Die amtliche Bezeichnung des Garantiegebers ist "Finanzmarktstabilisierungsfonds – FMS" (§ 1
FMStFG). Er tritt unter dem Namen "Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung" nach außen auf.
Der SoFFin ist mit Inkrafttreten des FMStG am 18. Oktober 2008 errichtet worden und bis zum 31.
Dezember 2009 befristet. Nach diesem Zeitpunkt ist er abzuwickeln und aufzulösen (§ 13 Abs. 1
FMStFG).
14
Der Garantiegeber hat seinen Sitz in Frankfurt am Main. Auf ihn ist deutsches Recht anwendbar.
Die Geschäftsadresse des SoFFin lautet:
Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin)
- Finanzmarktstabilisierungsanstalt Taunusanlage 6
60329 Frankfurt am Main
Telefon: 069 2388 3000
Fax: 069 9566-509090
E-Mail: [email protected]
Bei dem Garantiegeber handelt es sich um ein Sondervermögen des Bundes (§ 2 Abs. 2
FMStFG). Der SoFFin ist nicht rechtsfähig, er kann jedoch unter seinem Namen im
rechtsgeschäftlichen Verkehr handeln, klagen und verklagt werden. Der allgemeine Gerichtsstand
des SoFFin ist der Sitz der Deutschen Bundesbank (§ 3 FMStFG).
Neben
der
Übernahme
von
Garantien
für
bestimmte
neu
begründete
Refinanzierungsverbindlichkeiten kann sich der SoFFin im Rahmen des FMStFG an Unternehmen
des Finanzsektors mit Sitz in der Bundesrepublik Deutschland beteiligen sowie von diesen und
bestimmten Zweckgesellschaften sogenannte Risikopositionen (Forderungen, Wertpapiere,
derivative Finanzinstrumente, usw.) erwerben oder auf andere Weise absichern.
Vermögenstrennung, Bundeshaftung
Der SoFFin ist von dem übrigen Vermögen des Bundes, seinen Rechten und Verbindlichkeiten
getrennt. Der Bund haftet unmittelbar für die Verbindlichkeiten des SoFFin. Der SoFFin haftet
jedoch nicht für die sonstigen Verbindlichkeiten des Bundes (§ 5 FMStFG).
Garantie- und Kreditermächtigung
Durch das FMStFG wird der SoFFin ermächtigt, Garantien bis zur Höhe von 400 Mrd. Euro zu
übernehmen (§ 6 Abs. 1 FMStFG).
Ferner wird das Bundesministerium der Finanzen ("BMF") ermächtigt, für den SoFFin im Falle der
Inanspruchnahme aus einer Garantie Kredite in Höhe von bis zu 20 Mrd. Euro aufzunehmen (§ 9
Abs. 5 FMStFG). Wird der SoFFin aus der SoFFin-Garantie sowie aus weiteren Garantien in
Anspruch genommen, die er für Schuldtitelemissionen anderer Unternehmen des Finanzsektors
übernommen hat, und übersteigt die Inanspruchnahme insgesamt den im FMStFG festgesetzten
Kreditermächtigungsrahmen des BMF von 20 Mrd. Euro, ändert dies nichts an der Verpflichtung
des Bundes, aufgrund der Garantien entsprechend den Garantiebedingungen Zahlungen zu
leisten, wenn der Garantiefall eintritt.
Das BMF kann ferner zur Finanzierung von Rekapitalisierungen und Risikoübernahmen Kredite
bis zur Höhe von 70 Mrd. Euro aufnehmen. Mit Einwilligung des Haushaltsausschusses des
Deutschen Bundestages kann dieser Rahmen um bis zu 10 Mrd. Euro ausgeweitet werden
(§ 9 Abs. 1 und 4 FMStFG).
Zusammenfassung der Beschreibung der SoFFin-Garantie
Nur SoFFin Garantierte Schuldverschreibungen werden von der SoFFin-Garantie
abgedeckt. Außer in Bezug auf SoFFin Garantierte Schuldverschreibungen sichert die
15
SoFFin-Garantie keine Zahlungsverpflichtungen der Emittentin aus anderen NichtDividendenwerten ab.
Die SoFFin-Garantie für die jeweilige Emission wird jeweils vom Emittenten beantragt und bei
Vorliegen der Voraussetzungen vom SoFFin gewährt. Die Verpflichtungen des Garantiegebers
unter der jeweiligen SoFFin-Garantie sind selbständig und unabhängig von den Verpflichtungen
der Emittentin, ihre Zahlungsverpflichtungen unter den Schuldverschreibungen zu erfüllen. Der
Garantiegeber kann gegen seine Zahlungspflichten aus der SoFFin-Garantie keine der Emittentin
zustehenden Einwendungen oder Einreden geltend machen.
Die jeweilige SoFFin-Garantie stellt einen Vertrag zu Gunsten der Anleihegläubiger als begünstigte
Dritte im Sinne des § 328(1) BGB dar, der jedem Anleihegläubiger das Recht gibt, Erfüllung der in
der SoFFin-Garantie übernommenen Verpflichtungen unmittelbar von dem Garantiegeber zu
verlangen und diese Verpflichtungen unmittelbar gegenüber dem Garantiegeber durchzusetzen.
Jeder Anleihegläubiger einer Schuldverschreibung kann zur Durchsetzung seiner Ansprüche unter
der SoFFin-Garantie unmittelbar Klage gegen den Garantiegeber erheben, ohne dass zunächst
ein Verfahren gegen die Emittentin eingeleitet werden muß.
Die SoFFin-Garantie wird als unbedingte und unwiderrufliche nicht nachrangige Garantie für die
ordnungsgemäße und pünktliche Zahlung der gemäß den Emissionsbedingungen (in der durch die
anwendbare Endgültigen Bedingungen geänderten, ergänzten oder modifizierten Fassung)
fälligen Kapital- und Zinsbeträge auf die Schuldverschreibungen sowie von allen sonstigen
Beträgen, die gemäß den Emissionsbedingungen auf die Schuldverschreibungen zahlbar sind,
ausgestellt.
Das Muster der SoFFin-Garantie ist diesem Basisprospekt als Annex 8 beigefügt.
Zusammenfassung der Risikofaktoren
Der Erwerb von unter dem Angebotsprogramm begebenen Nicht-Dividendenwerten ist mit den im
Folgenden zusammengefassten Risiken verbunden. Die konkreten Risiken ergeben sich aus der
Natur der im Einzelfall begebenen Nicht-Dividendenwerte und können erst in den jeweiligen
Endgültigen Bedingungen dargestellt werden. Diese müssen daher immer mit in die
Risikobetrachtung einbezogen werden. In diesem Zusammenhang sollten Anleger neben den
übrigen in diesem Basisprospekt und in den die Emission betreffenden endgültigen Bedingungen
enthaltenen Informationen über die Emittentin und die Wertpapiere auch die Risiken, die im
Abschnitt "Risikofaktoren" im Einzelnen beschrieben sind, für ihre Anlageentscheidung
heranziehen.
Potentielle Anleger sollten bei der Entscheidung über einen Erwerb von Nicht-Dividendenwerten
zunächst ihre jeweilige finanzielle Situation und ihre Anlageziele berücksichtigen und die Eignung
der betreffenden Nicht-Dividendenwerte für das Erreichen des angestrebten Anlagezieles
angesichts ihrer persönlichen Umstände immer vor dem Erwerb mit ihren eigenen Finanz-,
Rechts- und Steuerberatern erörtern.
Sollte eines oder sollten mehrere dieser Risiken eintreten, könnte es zu wesentlichen und
nachhaltigen Kursrückgängen der Nicht-Dividendenwerte oder im Extremfall zu einem
Totalverlust der Zinsen und des vom Anleger eingesetzten Kapitals kommen.
Risiken betreffend den Garantiegeber
Wird der SoFFin aus Garantien in Anspruch genommen, die er für Unternehmen des
Finanzsektors übernommen hat, und übersteigt die Inanspruchnahme insgesamt den im FMStG
festgesetzten Kreditermächtigungsrahmen des BMF von 20 Mrd. Euro, kann dies dazu führen,
16
dass zumindest zeitweilig die aus den Garantieverbindlichkeiten des SoFFins resultierenden
Zahlungspflichten nicht erfüllt werden. Die Inanspruchnahme aus den Garantien sowie den
sonstigen Maßnahmen aus dem Maßnahmenpaket könnten dazu führen, dass sich die Finanzund Ertragslage der Bundesrepublik Deutschland verschlechtert.
Sollten die von der Bundesregierung im FMStG initiierten Stabilisierungsmaßnahmen nicht dazu
führen, das deutsche Finanzsystem zu stabilisieren und die Vertrauenskrise einzudämmen, könnte
dies auch negative Auswirkungen auf die Finanz- und Ertragslage der Bundesrepublik
Deutschland und damit mittelbar auf die Werthaltigkeit der unter dem FMStG abgegebenen
Garantien haben.
Zusätzlich könnte sich eine solche Situation auch negativ auf die Ertrags- und Finanzlage der
Bank auswirken. Sollten sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Deutschland, Europa
oder über Europa hinaus negativ entwickeln, kann sich dies negativ auf die Finanz- und
Ertragslage der Bundesrepublik Deutschland auswirken und damit mittelbar auch auf die
Werthaltigkeit der abgegebenen Garantien und die Ertrags- und Finanzlage der Bank.
Risiken betreffend die Emittentin
Die Zahlungsfähigkeit der Bank wird durch Risikofaktoren beeinflusst, die die Bank und ihre
Geschäftstätigkeit sowie den deutschen Bankensektor insgesamt betreffen.
Die staatlichen Haftungsmechanismen Anstaltslast und Gewährträgerhaftung sind für nach dem
18. Juli 2005 begründete Verbindlichkeiten entfallen, so dass Anleger wegen ihrer nach diesem
Zeitpunkt begründeten Ansprüche gegen die HSH Nordbank AG keinen Rückgriff mehr auf die
Eigentümer der HSH Nordbank AG haben. Seit dem Wegfall der Haftungsmechanismen haben
sich die Ratings der HSH Nordbank AG bereits verschlechtert. Weitere Ratingverschlechterungen
können nicht ausgeschlossen werden. Eine weitere Verschlechterung der Ratings könnte
zusätzliche negative Auswirkungen auf die Gewinnsituation und Marktposition der Bank haben.
Durch die Abhängigkeit der Bank vom Interbankenmarkt könnte die Ertragslage der Bank stärker
von Zinsschwankungen beeinflusst werden, als dies bei Banken mit größerer Einlagenbasis der
Fall wäre. Daneben könnten Marktrisiken, die sich verwirklichen, den Wert der Handels- und
Anlagebuchpositionen der Bank nachteilig beeinflussen und sich nachteilig auf die Liquidität und
die
finanzielle
Lage
der
Bank
auswirken.
Marktrisiken
ergeben
sich
durch
Marktwertveränderungen von Zinssätzen, Wechselkursen, Aktienkursen, Indizes und
Fondspreisen.
Sollte es der Bank nicht gelingen, ihre Neuausrichtung erfolgreich umzusetzen, könnte sich dies
letztlich auf die Wettbewerbsfähigkeit als Grundlage ihres Geschäfts auswirken. Dies gilt auch im
Falle von unzutreffenden oder auf falschen Annahmen beruhenden langfristigen Entscheidungen,
die sich insbesondere auf die Entwicklung einzelner Geschäftsfelder oder des gesamten
Bankensektors beziehen (Verwirklichung des strategischen Risikos).
Die Bilanzsumme des Konzerns soll von 209 Mrd. Euro zum Jahresultimo 2008 auf rund 187 Mrd.
Euro bis Ende 2009 reduziert werden. Bis 2012 soll die Bilanzsumme weiter drastisch reduziert
werden. Im Zuge der Neuausrichtung ist zudem eine deutliche Kostenreduzierung in der HSH
Nordbank geplant. Neben Einschnitten bei den Sachkosten ist auch ein Stellenabbau vorgesehen.
Es besteht das Risiko, dass sich die Reduzierungs- und Kostensenkungspläne der Bank nicht wie
gewünscht umsetzen lassen Dies. könnte zu einer Beeinträchtigung ihrer Wettbewerbssituation
und der Finanz- und Ertragslage der Bank führen.
Die von den Ländern Hamburg und Schleswig-Holstein bereitzustellende Garantie schirmt die
Bank von möglichen nicht im Rahmen der Finanzplanung antizipierten Ausfällen in wesentlichen
17
bestehenden Kredit- und Wertpapierportfolien ab. Ziel ist, die vom SoFFin geforderten
Kapitalanforderungen trotz weiterer Belastungen bis 2012 einzuhalten. Eine weitere drastische
Verschärfung oder über 2010 hinaus andauernde Wirtschafts- und Finanzkrise würde zusätzliche
Verlustrisiken sowie Ertragsrückgänge für die HSH Nordbank mit sich bringen. In einem solchen
nicht erwarteten Szenario kann zur Sicherstellung der geforderten Kapitalquote weiterer
Kapitalisierungsbedarf nicht ausgeschlossen werden. Es besteht das Risiko, dass eine weitere
Kapitalisierung nicht oder nicht in der erforderlichen Form durchgeführt werden könnte.
Für die Jahre 2009 und 2010 erwartet die HSH Nordbank angesichts des globalen
Wirtschaftsabschwungs und der Spannungen an den Finanzmärkten eine schwierige Ertragslage.
Unter der Annahme eines anhaltend krisenhaften Umfelds geht die Bank für 2009 und 2010 erneut
von hohem Kreditrisikovorsorgebedarf und von Verlusten aus. Im Kreditersatzgeschäft strebt die
Bank eine signifikante Reduktion des Volumens an. Gleichwohl ist mit weiteren Abschreibungen zu
rechnen. Mit nennenswerten Wertaufholungen, die sich positiv auf die Ergebnissituation auswirken
würden, rechnet die Bank in diesen beiden Jahren nicht. Zudem ist aufgrund der Begrenzung der
Neuengagements in den Jahren 2009 und 2010 nicht von Ertragssteigerungen aus dem
Kundengeschäft auszugehen.
Erst nach 2010 ist bei einer Normalisierung der Rahmenbedingungen mit einer signifikanten
Verbesserung der Ertragslage zu rechnen. Es besteht das Risiko, dass sich diese Annahmen nicht
erfüllen und sich die Finanz- und Ertragslage nicht wie erwartet entwickelt.
Des Weiteren ist die Bank Liquiditätsrisiken und operationellen Risiken ausgesetzt. Das
Liquiditätsrisiko bezeichnet die Gefahr, eigene fällige Zahlungsverpflichtungen oder
Refinanzierungsbedürfnisse nicht, nicht in dem gewünschten Umfang oder nicht zu den erwarteten
Konditionen erfüllen zu können. Operationelle Risiken können sich aus der Unangemessenheit
oder dem Versagen der internen Infrastruktur, interner Verfahren, von Mitarbeitern oder infolge
externer Einflüsse ergeben.
Die Bank investiert laufend Mittel in die Entwicklung ihrer Methoden und Verfahren zur
Risikomessung, -überwachung und -steuerung. Sollte sich herausstellen, dass diese
Überwachungsmechanismen zur Begrenzung der sich tatsächlich realisierenden Risiken nicht voll
wirksam sind oder diese noch nicht abdecken, könnten höhere als die erwarteten Verluste zu
einem Umsatz- und Gewinnrückgang sowie zu einem Reputationsschaden führen.
Die Geschäftstätigkeit der Bank hängt, wie bei Banken üblich, in hohem Maße von
funktionierenden Kommunikations- und Datenverarbeitungssystemen ab. Schon bei einem kurzen
Ausfall der Datenverarbeitungssysteme könnte die Bank offene Positionen nicht wie geplant
schließen und Kundenaufträge möglicherweise nicht ausführen. Die dadurch entstehenden
Schäden und Kosten, unter anderem auch für die Wiederbeschaffung der notwendigen Daten,
könnte trotz vorhandener Backup-Systeme und Notfallpläne beträchtlichen finanziellen Aufwand
und Kundenverluste verursachen, die wiederum zu einer wesentlichen Verschlechterung der
Finanzlage und des Betriebsergebnisses der Bank führen könnten.
Unvorhergesehene Ereignisse wie schwere Naturkatastrophen, Terroranschläge oder sonstige
Ereignisse vergleichbaren Ausmaßes können eine Unterbrechung des Geschäftsbetriebes der
Bank mit erheblichen Kosten und Verlusten zur Folge haben. Auch eine Auswirkung auf die
Versicherbarkeit eines solchen Ereignisses mit möglichen erhöhten zukünftigen Risiken kann die
Folge sein.
Als Kreditinstitut ist die Bank Bonitätsrisiken ausgesetzt. Sollte die derzeitige Besicherungsquote
der Forderungen an Kunden vor Risikovorsorge (30,8 % zum Jahresende 2008 durch
Grundpfandrechte und Schiffspfandrechte besichert) sinken, wäre die Bank höheren Kredit- und
Ausfallrisiken ausgesetzt. Die Bank hat zum 31. Dezember 2008 einen Bestand an Risikovorsorge
und Rückstellungen im Kreditgeschäft in Höhe von 3,223Mrd. Euro. Der Bestand an
18
Risikovorsorge sowie Rückstellungen im Kreditgeschäft in Relation zum Kreditvolumen des
Konzerns von 237,0 Mrd. Euro (Vorjahr 240,9Mrd. Euro) beträgt 1,4 %. Sie kann jedoch nicht
garantieren, dass ihre Risikovorsorge und Rückstellungen ausreichend sein werden und dass sie
in Zukunft nicht erhebliche zusätzliche Rückstellungen für etwaige zweifelhafte oder
uneinbringliche Forderungen bilden muss. Änderungen bestehender Gesetze und Regeln sowie
neue Gesetze und Regeln oder Initiativen zur Durchsetzung solcher Gesetze und Regeln in
Ländern, in denen die Bank tätig ist, können sich wesentlich auf die Bank auswirken und die
Geschäftstätigkeit beeinträchtigen; Die Geschäftstätigkeit der Bank kann durch negative
Berichterstattung, regulatorische Maßnahmen oder Gerichtsverfahren in Bezug auf die Bank,
andere bekannte Unternehmen und den Finanzsektor im Allgemeinen beeinträchtigt werden.
Seit Anfang 2008 ermittelt die Bank die Höhe der erforderlichen Eigenkapitalunterlegung für
Ausfall-, Markt- und operationelle Risiken auf Basis der Solvabilitätsverordnung. Nach Zulassung
durch die Aufsicht verwendet die Bank hierbei für Ausfallrisiken den IRB Advanced Approach.
Damit verwendet die Bank für die regulatorische Meldung die gleichen Parameter, die bereits
intern in der Risikosteuerung und im Ausfallrisikomanagement Anwendung finden, und nutzt die
damit verbundene Eigenkapitalentlastung. Durch die Anwendung der Rahmenvereinbarung des
Baseler
Ausschusses
für
Bankenaufsicht
zur
Internationalen
Konvergenz
der
Eigenkapitalmessung und Eigenkapitalanforderungen vom Juni 2004 ("Basel II") ist es
wahrscheinlich, dass die Eigenkapitalquote der Bank volatiler sein wird.
Rückläufige Finanzmärkte in Deutschland, Europa, den USA und weltweit, veränderte Zinssätze
auf Grund unbeeinflussbarer Faktoren (z.B. Geldpolitik) können zu einem Rückgang des
Zinsüberschusses als wichtigster Ertragsquelle der Bank, einer Erhöhung der Zinsausgaben und
daraus resultierend zu einer Verschlechterung der Ertragslage mit einer Aushöhlung der
Profitabilität führen. In einigen Geschäftsbereichen der Bank können Volatilität oder
Seitwärtsbewegungen der Märkte zur Folge haben, dass die Markttätigkeit zurückgeht und die
Liquidität sinkt. Eine solche Entwicklung kann zu erheblichen Verlusten führen, wenn es der Bank
nicht rechtzeitig gelingt, die sich verschlechternden Positionen zu liquidieren. Steigende Zinssätze
könnten einen Rückgang der Nachfrage nach Krediten und damit der Absatzmöglichkeiten von
Krediten der Bank zur Folge haben. Sinkende Leitzinsen könnten sich u.a. durch vermehrte
vorzeitige Rückzahlungen von Krediten und stärkeren Wettbewerb um Kundeneinlagen auf die
Bank auswirken. Sinkende Zinssätze können sich auch auf die Begebung von durch Hypotheken
unterlegten Wertpapieren, Verbriefungen von Teilen der Bilanz oder anderweitige Ausgaben von
Schuldtiteln durch die Bank nachteilig auswirken.
Krise an den internationalen Finanzmärkten
Auswirkungen der Krise auf die HSH Nordbank
Bereits 2007 hatte die am US-Immobilienmarkt ausgelöste Krise hohe Abschreibungen durch
gesunkene Marktpreise für Subprime-Anleihen und strukturierte Wertpapiere (Credit Investments)
hervorgerufen.
Die Liquiditätsversorgung der Kreditwirtschaft konnte in Deutschland wie in vielen anderen
Ländern nur durch umfangreiche Stützungsprogramme der Notenbanken und Regierungen
sichergestellt werden.
Trotz der weltweiten Maßnahmen von Zentralbanken und der Regierungen im vierten Quartal
2008 verbesserte sich die Stimmung nicht entscheidend, und das Vertrauen in die Banken und
zwischen den Banken kehrte bis ins Jahr 2009 hinein nicht wieder zurück. Kurzfristige Mittel
wurden überwiegend auf besicherter Basis zur Verfügung gestellt. Ebenso spitzte sich die Lage im
19
langfristigen Bereich zu. Sowohl für unbesicherte Anleihen als auch für Pfandbriefe waren
Investoren praktisch nicht mehr zu gewinnen.
Liquiditätssituation der Bank
Im November 2008 hat der SoFFin der HSH Nordbank AG eine Rahmengarantiezusage für zu
begende Emissionen in Höhe von 30 Mrd. Euro gegeben. Diese kann nunmehr nach Erfüllung der
Auflagen des SoFFin in voller Höhe genutzt werden. Seit Jahresbeginn hat die Bank erfolgreich
zwei Benchmark-Anleihe mit Garantie des SoFFin in einem Volumen von jeweils 3 Mrd. Euro und
einer Laufzeit von zwei bzw. drei Jahren am Kapitalmarkt platziert und weitere Anleihen mit
Garantie des SoFFin zur Einlieferung bei der EZB zur Stärkung ihrer Liquidität begeben.
Mit der Verschärfung der Finanzmarktkrise in der zweiten Jahreshälfte 2008 beschränkten sich die
Refinanzierungsaktivitäten überwiegend auf kurze Laufzeiten.
Im Rahmen des Liquiditätsmanagements hat die Bank 2008 zusätzliche Maßnahmen ergriffen.
Dazu zählen unter anderem
•
Erhöhung des Collateral Pools durch Identifizierung weiterer notenbankfähiger
Vermögenswerte (z.B. Wirtschaftskredite) und deren Einlieferung bei den entsprechenden
Notenbanken;
•
Erhöhung des Deckungsstocks zur Begebung gedeckter Emissionen;
•
Risikoadäquates Pricing und restriktive Vergabe von Krediten und unwiderruflichen
Kreditzusagen;
•
Verkauf von Assets, z.B. aus dem Credit-Investment-Portfolio, sowie Restrukturierung von
Portfolien; und
•
Verstärkte Refinanzierungen über die Notenbanken.
Durch diese Maßnahmen konnten die im Zuge der Finanzmarktkrise aufgetretenen
Überschreitungen der Limite und Obergrenzen für das Zahlungsunfähigkeitsrisiko begrenzt, aber
nicht vermieden werden.
Bis März 2009 zeichnete sich an den Finanzmärkten noch keine entscheidende Wiederherstellung
des Investorenvertrauens ab. Durch die seit September 2008 deutliche Verschärfung der
Finanzmarktkrise dürften bei vielen Finanzinstituten der Mittelbeschaffung über staatsgarantierte
Anleihen und der besicherten Refinanzierung 2009 nach wie vor eine hohe Bedeutung zukommen.
Die HSH Nordbank hat sich darauf eingestellt, dass sich der Interbankenmarkt trotz der staatlichen
Eingriffe nur sehr langsam erholen und die Refinanzierung über unbesicherte Emissionen wie
auch über Pfandbriefe vorerst extrem schwierig bleiben könnte. Für die Aufnahme kurzfristiger
Mittel will die Bank weiterhin institutionelle Investoren für Privatplatzierungen von gedeckten und
ungedeckten Schuldtiteln gewinnen und durch Vertiefung langjähriger Investorenbeziehungen zur
Vertrauensbildung am Markt beitragen. Im längerfristigen Bereich muss die Bank seit Ende 2008
den vom Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung für die HSH Nordbank gewährten
Garantierahmen nutzen. Die Bank geht davon aus, dass dieses Instrumentarium weiterhin
erforderlich sein wird.
Sollten die bereits durchgeführten und geplanten Maßnahmen nicht zur gewünschten
Liquiditätsbeschafftung führen, könnte sich dies negativ auf die Liquiditätslage der Bank
auswirken. Im Extremfall kann dies zu einer existenzbedrohenden Krise führen.
20
Abbau des Credit-Investment-Portfolios
Im Zuge der Finanzmarktkrise hat das Credit-Investment-Portfolio (Kreditersatzgeschäft) zu hohen
Belastungen für die HSH Nordbank geführt. Die Bank hat deshalb im September 2008
entschieden, das Credit-Investment-Portfolio markt- und ergebnisschonend abzubauen. Das
Gesamtexposure des Portfolios wurde 2008 unter Ausnutzung von Marktopportunitäten insgesamt
um etwa 27 % reduziert. Per 31. Dezember 2008 belief sich das Gesamtvolumen des Portfolios
auf 21.836 Mio. Euro (Vorjahr: 29.968 Mio. Euro).
Nach einer Konzern-GuV-Belastung im Geschäftsjahr 2007 von 1,3 Mrd. Euro ergaben sich 2008
insgesamt weitere Belastungen, die mit einem Betrag von 1,6 Mrd. Euro in der Gewinn- und
Verlustrechnung und mit 0,3 Mrd. Euro in der Neubewertungsrücklage berücksichtigt wurden.
Darüber hinaus bestanden im gesamten Credit-Investment-Portfolio des Konzerns stille Lasten in
Höhe von 1,8 Mrd. Euro (Vorjahr: 0,3 Mrd. Euro). Stille Lasten nach IFRS ergeben sich innerhalb
der IFRS-Assetkategorie Loans And Receivables (LAR) aus Marktwertverlusten, die nicht als
bonitätsbedingt und dauerhaft wertmindernd eingestuft werden.
Die größten GuV-Belastungen sind im besonders risikobehafteten Portfolio synthetischer CDO
aufgetreten. Im dritten Quartal 2008 mussten durch die direkte und indirekte Wirkung der LehmanInsolvenz auch im Bereich der Bankanleihen Verluste hingenommen werden. Die weiteren
Marktverwerfungen im vierten Quartal 2008, darunter die indirekten Wirkungen der Bankenausfälle
in Island und anderen Ländern, betrafen fast alle Assetklassen und haben innerhalb des CreditInvestment-Portfolios zu wesentlichen zusätzlichen Verlusten geführt.
Es besteht das Risiko, dass die Bank den Abbau ihres Credit-Investment-Portfolios nicht oder
nicht in dem gewünschten Umfang oder zu den gewünschten Konditionen durchführen kann mit
möglichen negativen Auswirkungen auf die Bonität sowie die Finanz- und Ertragslage der
Bank.Weitere Ausführungen über die Auswirkungen der Krise an den internationalen
Finanzmärkten finden sich an verschiedenen Stellen im Basisprospekt (Angaben zur Geschäftsund Finanzlage).
Risiken betreffend die Schuldverschreibungen
Risikofaktoren hinsichtlich der Zahlungen auf die Schuldverschreibungen
•
Die Höhe der Rendite bei Floating Rate Notes kann nicht im Voraus berechnet werden.
•
Reverse Floating Rate Notes unterliegen starken Kursausschlägen.
•
Nullkupon-Anleihen sind größeren Kursschwankungen ausgesetzt als nicht abgezinste
Anleihen.
•
Schuldverschreibungen mit strukturierter Verzinsung beinhalten das Risiko, dass die Zinsen
ganz oder zum Teil entfallen können.
•
Anleger in Fremdwährungsanleihen sind dem Devisenkursrisiko ausgesetzt.
•
Inhaber von Nachrangschuldverschreibungen müssen ein erheblich größeres Risiko tragen,
dass mit den Schuldverschreibungen nicht der erwartete Erfolg erzielt wird.
•
Die vorzeitige Rückzahlung der Schuldverschreibungen kann dazu führen, dass negative
Abweichungen gegenüber der erwarteten Rendite eintreten und das eingesetzte Kapital
zum Teil oder vollständig verloren ist. Darüber hinaus besteht ein Wiederanlagerisiko.
21
•
Bei globalverbrieften zentralverwahrten Schuldverschreibungen leistet die Emittentin mit
befreiender Wirkung an den Zentralverwahrer. Die Anleger müssen sich daher auf die
Fähigkeit und die Verfahren des Zentralverwahrers zur Weiterleitung der Leistung und zur
Information der Anleger verlassen.
•
Die Berechnungsstelle stellt nach den Emissionsbedingungen bestimmte für die Leistung
wesentliche Parameter verbindlich nach billigem Ermessen in kaufmännisch vernünftiger
Weise fest. Diese Feststellung kann Höhe und Zeitpunkt der Leistung beeinflussen.
Marktrisiken
•
Der Ausgabepreis der Schuldverschreibungen kann im Einzelfall über ihrem Marktwert
liegen.
•
Der Markt für Anleihen kann volatil sein und von einer Vielzahl von Faktoren beeinflusst
werden.
•
Möglicherweise entwickelt
Schuldverschreibungen.
•
Eine Börsennotierung der Schuldverschreibungen führt nicht notwendigerweise zu einer
höheren Liquidität.
•
Der Marktwert der Schuldverschreibungen kann durch eine Verschlechterung der Bonität
der Emittentin oder des Bankensektors im Allgemeinen nachteilig beeinflusst werden.
•
Eine Lieferung effektiver Stücke ist ausgeschlossen.
sich
kein
aktiver
Markt
für
den
Handel
mit
den
Besondere Investitionsrisiken
•
Die tatsächliche Rendite der Schuldverschreibungen kann infolge von Transaktionskosten
niedriger sein als die angegebene Rendite.
•
Anleger sollten nicht darauf vertrauen, dass sie durch Absicherungsgeschäfte Risiken der
Schuldverschreibungen ausschließen oder reduzieren können.
•
Wird der Erwerb der Schuldverschreibungen mit Kredit finanziert, so kann sich das Risiko
für einen Anleihegläubiger, dass mit den Schuldverschreibungen kein Erfolg erzielt wird,
beträchtlich erhöhen.
•
Die effektive Rendite der Schuldverschreibungen kann durch die steuerlichen Auswirkungen
der Anlage in Schuldverschreibungen verringert werden.
Interessenkonflikte
•
Die Emittentin und ihre Tochtergesellschaften sind täglich an den internationalen und
deutschen Wertpapier-, Devisen- und Rohstoffmärkten tätig. Dabei können sie
wirtschaftliche Ziele verfolgen, die denjenigen der Inhaber der Schuldverschreibungen
entgegenlaufen und die Geschäfte der Emittentin und ihrer Tochtergesellschaften,
insbesondere auch solche in Bezug auf die Basiswerte, können sich nachteilig auf den
Marktwert der Basiswerte und damit auch auf den Marktwert der Schuldverschreibungen
auswirken.
•
Die Emittentin und ihre Tochtergesellschaften können Finanzinstrumente ausgeben, die mit
den Schuldverschreibungen konkurrieren, oder sie können sich in jedweder Funktion an
22
solchen Finanzinstrumenten Dritter beteiligen (z.B. als Konsortialbank, als Finanzberater,
als Verwaltungs- oder Berechnungsstelle, als Market-Maker) oder Handels- oder
Absicherungsaktivitäten in Bezug auf diese Finanzinstrument oder zu Grunde liegende
Basiswerte entfalten. Dies kann sich nachteilig auf den Marktwert der Basiswerte und damit
auch auf den Marktwert der Schuldverschreibungen auswirken.
Zusätzliche Risikofaktoren betreffend Derivative Schuldverschreibungen
Eine Investition in Derivative Schuldverschreibungen beinhaltet immer das Risiko, dass es
zu einem vollständigen oder teilweisen Verlust der Zinsen und des eingesetzten Kapitals
kommt.
•
Anleger in Derivative Wertpapiere sind dem Risiko möglicher Verluste ausgesetzt, die sich
aus den Eigenschaften des jeweiligen Produkts ergeben können und die der Anleger vor
seiner Anlageentscheidung aufgrund mangelnder Kenntnisse des jeweiligen Produkts und
seiner Funktionsweise nicht bedacht hat. Eine Investition erfordert die genaue Kenntnis der
Funktionsweise der jeweiligen Transaktion. Anleger sollten über das erforderliche Wissen
und die erforderliche Erfahrung in finanziellen und geschäftlichen Angelegenheiten verfügen
und Erfahrung mit der Anlage in Basiswerte (insbesondere strukturierte Zinssätze, Aktien,
Aktienkörbe, Indizes, Indexkörbe, Währungen, Währungskörbe, Rohstoffe, Rohstoffkörbe,
Fonds und Fondskörbe) haben und die damit verbundenen Risiken kennen.
•
Bei dem einer Derivativen Schuldverschreibung zu Grunde liegenden Basiswert oder Korb
von Basiswerten können wesentliche Änderungen eintreten, sei es auf Grund der
Zusammensetzung des Basiswertes oder Korbes oder auf Grund von Wertschwankungen
seiner Bestandteile.
•
Eine Derivative Schuldverschreibung, die auf mehr als einen Basiswert bezogen ist, hat
möglicherweise ein kumuliertes oder sogar potenziertes Risiko gegenüber einer
Schuldverschreibung, die nur auf einen Basiswert bezogen ist.
•
Anleger sind möglicherweise nicht in der Lage, sich gegen diese verschiedenen Risiken in
Bezug auf Derivative Schuldverschreibungen abzusichern.
•
Eine wesentliche Marktstörung könnte dazu führen, dass der Basiswert eingestellt oder
ersetzt oder die Schuldverschreibung vorzeitig zurückgezahlt wird, so dass sich Risiken
vorzeitig realisieren können oder ursprüngliche Chancen verloren gehen und
möglicherweise neue Risiken hinzukommen.
•
Der Wert der Derivativen Schuldverschreibungen ist auf Grund der Abhängigkeit von einem
oder mehreren Basiswerten zusätzlich am Sekundärmarkt auch entsprechend kumulierten
Risiken ausgesetzt. Die Wertentwicklung des jeweiligen Basiswertes hängt von einer Reihe
zusammenhängender Faktoren ab, darunter volkswirtschaftliche, finanzwirtschaftliche und
politische Ereignisse, über die die Emittentin keine Kontrolle hat.
•
Falls die Formel zur Ermittlung von auf Derivative Schuldverschreibungen fällige
Kapitalbeträge, Aufschläge und/oder Zinsen darüber hinaus einen Multiplikator oder
Hebelfaktor, Zins- oder Rückzahlungsober- oder -untergrenzen enthält, wird die Wirkung
von Veränderungen bei dem jeweiligen Basiswert für den zu zahlenden Betrag verstärkt.
•
Die historische Wertentwicklung des Basiswertes kann nicht als aussagekräftig für die
künftige Wertentwicklung während der Laufzeit von Schuldverschreibungen angesehen
werden.
•
Die Emissionsbedingungen können statt der Zahlung eines Geldbetrages die Lieferung
einer bestimmten Anzahl von Basiswerten vorsehen und, gegebenenfalls ohne
23
Barausgleich, die Lieferung von Bruchteilen von Basiswerten ausschließen. Nach den
Emissionsbedingungen können die Anleger zur Übernahme der mit der Lieferung
verbundenen Kosten, Gebühren, Provisionen und Steuern verpflichtet sein. Mit der
Lieferung können die Anleger nicht mehr auf die Kreditwürdigkeit der Emittentin vertrauen.
Sie sind dann ausschließlich dem Liquiditäts-, Marktpreis- und Ausfallrisiko des betreffenden
Basiswertes ausgesetzt.
Zusätzliche Risikofaktoren hinsichtlich der Schuldverschreibungen ohne feste
Laufzeit
•
Der Ertrag einer Schuldverschreibungen ohne feste Laufzeit (sog. Endlos-Zertifikat) ist
abhängig vom Wert des zugrunde liegenden Basiswerts zum jeweiligen in den Endgültigen
Bedingungen vorgesehenen Bewertungszeitpunkt und zugleich abhängig vom Zeitpunkt der
Ausübungsentscheidung des Schuldverschreibungsinhabers. Schuldverschreibungsinhaber
können abweichend von den in den Endgültigen Bedingungen vorgesehenen
Ausübungszeitpunkten den Wert der Zertifikate nur im Wege des Verkaufs auf dem
Sekundärmarkt erzielen.
•
Die ursprünglich unbegrenzte Laufzeit der Schuldverschreibungen ohne feste Laufzeit kann
im Nachhinein dadurch begrenzt werden, dass die Emittentin von der Möglichkeit zu einer
vorzeitigen Kündigung der Schuldverschreibung Gebrauch macht.
•
Soweit in den Endgültigen Bedingungen eine bestimmte Anzahl mindestens auszuübender
Schuldverschreibungen ohne feste Laufzeit angegeben ist, können nur jeweils mindestens
Schuldverschreibungen in dieser Anzahl oder ein ganzzahliges Vielfaches davon ausgeübt
werden.
Zusätzliche
Risikofaktoren
Schuldverschreibungen
hinsichtlich
der
Kreditereignisabhängigen
•
Die Verzinsung der Schuldverschreibungen (oder, bei Standardschuldverschreibungen ohne
periodische Verzinsung, aber mit einer etwaigen zusätzlichen Zahlung bei Endfälligkeit, eine
solche zusätzliche Zahlung) sowie bei Derivativen Schuldverschreibungen zusätzlich die
Rückzahlung des bei Erwerb der Schuldverschreibungen eingesetzten Kapitals unterliegen
dem Risiko, dass hinsichtlich der in den jeweiligen Endgültigen Bedingungen festgelegten
Referenzschuldner ein Kreditereignis eintritt.
•
Das Ratingsymbol stellt trotz seiner weit verbreiteten Anwendung lediglich eine
komprimierte Bewertungsgröße der Zahlungsfähigkeit eines Emittenten dar.
•
Die Zusammensetzung des Referenzschuldnerportfolios kann sich ändern. Das aus der
Änderung der Referenzschuldner möglicherweise resultierende Risiko tragen die Gläubiger
der Schuldverschreibungen.
•
Eine Referenzverbindlichkeit kann durch eine Ersatz-Referenzverbindlichkeit ersetzt
werden. Für den Fall, dass eine Ersatzreferenzverbindlichkeit nicht identifiziert werden
kann, können die Endgültigen Bedingungen eine Ersetzung durch eine Alternative
Verbindlichkeit, Barausgleich statt physische Lieferung oder das Erlöschen bestimmter
Zahlungsverpflichtungen der Emittentin vorsehen.
•
Im Falle eines Barausgleichs basiert die Berechnung des zu zahlenden Betrages in der
Regel auf dem Marktwert der betreffenden Referenzverbindlichkeiten nach Eintritt des
Kreditereignisses im Verhältnis zu deren Nominalwert.
•
Im Falle der Lieferung Lieferbarer Verbindlichkeiten bleibt der Marktwert der zu liefernden
Verbindlichkeiten nach Eintritt des Kreditereignisses außer Betracht; demgegenüber kann
24
für die Ermittlung der Anzahl der zu liefernden Verbindlichkeiten vor allem deren
Nominalwert im Verhältnis zum Nominalwert der Derivativen Schuldverschreibungen
maßgeblich sein. Darüber hinaus kann die jeweilige Lieferbare Verbindlichkeit über keine
oder nur eine eingeschränkte Liquidität verfügen, was zu einer Verringerung des Marktwerts
der Referenzverbindlichkeit führen kann.
•
Der Markt für kreditereignisabhängige Anleihen kann volatil sein und von einer Vielzahl von
Faktoren beeinflusst werden.
•
Der Kurs der kreditereignisabhängigen Schuldverschreibungen bezogen auf mehrere
Referenzschuldner kann durch die Korrelation der Vermögenswerte der einzelnen
Referenzschuldner untereinander negativ beeinflusst werden.
•
Inhaber von Schuldverschreibungen sollten nicht darauf vertrauen, dass sie während der
Laufzeit der Schuldverschreibungen Geschäfte abschließen können, durch deren Abschluss
sie in der Lage sind, ihre Risiken im Zusammenhang mit den von ihnen gehaltenen
Schuldverschreibungen auszuschließen.
•
Die Emittentin kann Interessenkonflikten hinsichtlich der Referenzschuldner ausgesetzt
sein.
Risiken betreffend SoFFin Garantierte Schuldverschreibungen
Eine Anlage in SoFFin Garantierte Schuldverschreibungen unterliegt grundsätzlich den bereits
vorstehend beschriebenen Risiken. Die Risiken bezüglich der Emittentin und der
Zahlungsfähigkeit der Emittentin sind jedoch im Falle von SoFFin Garantierten
Schuldverschreibungen dadurch begrenzt, dass alle Zahlungsverpflichtungen der Emittentin aus
den SoFFin Garantierten Schuldverschreibungen durch die SoFFin-Garantie abgedeckt sind.
Risiken betreffend Pfandbriefe
Eine Anlage in Pfandbriefe unterliegt grundsätzlich den bereits vorstehend beschriebenen Risiken.
Die Risiken bezüglich der Zahlungsfähigkeit der Emittentin und derivativer Rückzahlungen sind
jedoch im Falle von Pfandbriefen dadurch begrenzt sind, dass (i) die Pfandbriefe durch
Vermögenswerte gedeckt sind, die den Pfandbriefgläubigern im Falle einer Insolvenz der
Emittentin vorrangig zur Verfügung stehen und (ii) der bei Ausgabe eines Pfandbriefs festgelegte
Nominalbetrag nicht an derivative Elemente gekoppelt werden kann. Die Emissionsbedingungen
Pfandbriefe und die Emissionsbedingungen für Jumbo-Pfandbriefe gewähren den
Pfandbriefgläubigern keine vorzeitigen Kündigungsrechte und etwaige, durch Quellensteuern
verursachte Einbehalte auf Zinszahlungen werden nicht ausgeglichen.
Risiken betreffend Genussscheine
Gläubiger von Genussscheinen sind dem Risiko ausgesetzt, dass sie keine oder eine geringere
Ausschüttung erhalten, als erwartet, oder dass Ausschüttungen zu einem späteren Zeitpunkt
vorgenommen werden, als ursprünglich vorgesehen. Darüberhinaus besteht für Gläubiger von
Genussscheinen das Risiko, dass sie bei Endfälligkeit weniger als den ursprünglich erworbenen
Nominalbetrag zurückerhalten (u.a. im Falle von Bilanzverlusten während der Laufzeit der
Genussscheine).
Da die Ansprüche aus den Genussscheinen allen anderen nicht-nachrangigen Ansprüchen von
Gläubigern der
HSH
Nordbank
im
Range
nachstehen,
tragen
Inhaber
von
25
Nachrangschuldverschreibungen ein erheblich größeres Risiko, dass mit den Genussscheinen
nicht der erwartete Erfolg erzielt wird.
Darüberhinaus gelten
Genussscheine.
grundsätzlich
die
oben
beschriebenen
Risikofaktoren
auch
für
Zusammenfassung der Merkmale des Angebotsprogramms hinsichtlich der
Nicht-Dividendenwerte
Gründe für das Angebot
Das Angebotsprogramm dient der Emittentin unter anderem zur Begebung von deutschem oder
englischem Recht unterliegenden Inhaberschuldverschreibungen bzw. Notes mit einer
Rückzahlung bei Endfälligkeit in Höhe von mindestens 100 % des Nennbetrages
("Standardschuldverschreibungen"
genannt),
einschließlich
kreditereignisabhängigen
Standardschuldverschreibungen
("Kreditereignisabhängige
Standardschuldverschreibungen"
genannt),
deutschem
oder
englischem
Recht
unterliegenden
derivativen
Inhaberschuldverschreibungen bzw. Notes, einschließlich solcher ohne Nennbetrag ("Derivative
Schuldverschreibungen"
genannt),
einschließlich
kreditereignisabhängigen
Derivativen
Schuldverschreibungen ("Kreditereignisabhängige Derivative Schuldverschreibungen" genannt
und
zusammen
mit
den
Kreditereignisabhängigen
Standardschuldverschreibungen
"Kreditereignisabhängige Schuldverschreibungen" genannt), durch den SoFFin garantierte
Inhaberschuldverschreibungen bzw. Notes ("SoFFin Garantierte Schuldverschreibungen"
genannt) (zusammenfassend "Schuldverschreibungen" genannt), sowie deutschem Recht
unterliegenden Hypotheken- und Schiffspfandbriefen sowie Öffentlichen Pfandbriefen
(zusammenfassend "Pfandbriefe" genannt), sowie Genussscheinen ("Genussscheine" genannt).
Die Schuldverschriebungen, Pfandbriefe und Genussscheine zusammen "Nicht-Dividendenwerte"
genannt.
Angebotsstatistiken und voraussichtlicher Zeitplan
Die Emittentin wird während der Geltungsdauer dieses Basisprospektes im Rahmen des
Angebotsprogramms fortlaufend Nicht-Dividendenwerte begeben. Die Konditionen und der
Zeitplan dieser Emissionen ergeben sich aus dem jeweiligen die endgültigen Bedingungen im
Sinne des Art. 26 Ziff. 5 Verordnung (EG) Nr. 809/2004 der Kommission vom 29. April 2004
enthaltenden Dokument (jeweils "Endgültige Bedingungen").
Erlösverwendung
Der Nettoemissionserlös aus der Begebung von Nicht-Dividendenwerten im Rahmen des
Angebotsprogramms dient der Erfüllung der satzungsgemäßen Aufgaben der Emittentin.
Einzelheiten zum Angebotsprogramm hinsichtlich der Nicht-Dividendenwerte
Emittentin:
HSH Nordbank AG
Programmtyp:
Angebotsprogramm zur Begebung von deutschem oder englischem
Recht unterliegenden Inhaberschuldverschreibungen bzw. Notes
sowie deutschem Recht unterliegenden Pfandbriefen und
Genussscheinen. Das Programm ermöglicht unter anderem die
Emission von Standardschuldverschreibungen ohne Verzinsung
26
(Nullkupon-Schuldverschreibung) oder ohne periodische Verzinsung
(aber
mit
einer
etwaigen
zusätzlichen
Zahlung
am
Rückzahlungstag), mit fester oder variabler Verzinsung,
Standardschuldverschreibungen,
deren
Verzinsung
auf
strukturierten Zinskomponenten basiert, Schuldverschreibungen mit
und ohne feste Laufzeit, Standardschuldverschreibungen deren
Verzinsung zudem kreditereignisabhängig sein kann sowie von
Derivativen Schuldverschreibungen ohne periodische Verzinsung
oder mit den oben aufgeführten Verzinsungsvarianten, bei denen
die etwaige Zinszahlung und die Rückzahlung von einem oder
mehreren Basiswerten abhängig und zudem kreditereignisabhängig
sein kann, sowie von Hypotheken-und Schiffspfandbriefen und
Öffentlichen Pfandbriefen mit fester oder variabler Verzinsung oder
einer Verzinsung, die strukturierte Komponenten enthalten kann.
Ausschüttungen in Bezug auf die Genussscheine können als
Ausschüttungen zu einem festen Satz oder als Ausschüttungen zu
einem variablen Satz ausgestaltet sein.
Garantiegeber in Bezug auf
SoFFin Garantierte
Schuldverschriebungen:
Der
Finanzmarktstabilisierungsfonds
("SoFFin"),
ein
Sondervermögen der Bundesrepublik Deutschland ohne eigene
Rechtspersönlichkeit, für welchen die Bundesrepublik Deutschland
unmittelbar haftet.
Mit Ausnahme der SoFFin Garantierten Schuldverschreibungen
sind die Zahlungsverpflichtungen der Emittentin aus anderen
Nicht-Dividendenwerten nicht durch eine Garantie des SoFFin
abgedeckt.
SoFFin-Garantie:
SoFFin
garantiert
unbedingt
und
unwiderruflich
die
ordnungsgemäße und pünktliche Zahlung der durch die Emittenin
auf die SoFFin Garantierten Schuldverschreibungen fälligen Kapitalund Zinsbeträge. Der Text der SoFFin-Garantie wird den jeweiligen
Endgültigen Bedingungen beigefügt werden.
Mit Ausnahme der SoFFin Garantierten Schuldverschreibungen
sind die Zahlungsverpflichtungen der Emittentin aus anderen
Nicht-Dividendenwerten nicht durch eine Garantie des SoFFin
abgedeckt.
Angebot:
Die Emittentin kann Nicht-Dividendenwerte im Rahmen von
Konsortial- oder bilateralen Vereinbarungen öffentlich anbieten oder
privat mit oder ohne Zeichnungsfrist platzieren. Die Einzelheiten
eines Angebotes ergeben sich jeweils aus den betreffenden
Endgültigen Bedingungen.
Ausgabepreis:
Der Angebotspreis für die unter einer Tranche begebenen NichtDividendenwerte wird durch die jeweiligen Endgültigen Bedingungen
festgelegt.
Emissionswährungen:
Euro oder jede für eine Tranche in den jeweiligen Endgültigen
Bedingungen festgelegte Währung, jeweils unter Beachtung der
einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen und Devisenvorschriften.
Laufzeiten:
Die Laufzeit der unter einer Tranche begebenen NichtDividendenwerte wird in den jeweiligen Endgültigen Bedingungen
festgelegt.
Stückelung:
Die Nicht-Dividendenwerte werden entweder ohne festen
Nennbetrag in Stück oder mit der in den betreffenden Endgültigen
Bedingungen festgelegten Stückelung ausgegeben. Englischem
Recht unterliegende Schuldverschreibungen können zudem mit
27
einem festgelegten Mindestnennbetrag und einer Variabilität des
Nennbetrages oberhalb des Mindestnennbetrages ausgestattet sein.
Verzinsung bei
Standardschuldverschreibungen
und Pfandbriefen:
Standardschuldverschreibungen und Pfandbriefe können, je nach
Festlegung in den jeweiligen Endgültigen Bedingungen ohne
Verzinsung, ohne periodische Verzinsung (aber mit einer etwaigen
zusätzlichen Zahlung am Rückzahlungstag), mit festem oder
variablem Zins, mit einem von einem oder mehreren Basiswerten
abhängigen strukturierten Zinssatz (Abhängigkeit der Verzinsung
z.B. von strukturierten Zinssätzen, Aktien oder Aktienkörben, Indizes
oder Indexkörben, Währungen oder Währungskörben, Rohstoffen
oder Rohstoffkörben, Fonds oder Fondskörben oder sonstigen
Basiswerten) sowie mit Zinsobergrenzen oder Zinsuntergrenzen
ausgegeben werden. Verschiedene Arten der Verzinsung können
für
unterschiedliche
Zinsperioden
einer
Standardschuldverschreibung bzw. eines Pfandbriefes kombiniert
werden.
Verzinsung bei SoFFin
Garantierten
Schuldverschreibungen:
SoFFin Garantierte Schuldverschreibungen können mit festem oder
variablem Zins ausgegeben werden.
Verzinsung bei Derivativen
Schuldverschreibungen:
Derivative Schuldverschreibungen können, je nach Festlegung in
den jeweiligen Endgültigen Bedingungen ohne periodische
Verzinsung, mit festem oder variablem Zins oder mit einem von
einem oder mehreren Basiswerten abhängigen strukturierten
Zinssatz (Abhängigkeit der Verzinsung z.B. von strukturierten
Zinssätzen, Aktien oder Aktienkörben, Indizes oder Indexkörben,
Währungen oder Währungskörben, Rohstoffen oder Rohstoffkörben,
Fonds oder Fondskörben oder sonstigen Basiswerten) sowie mit
Zinsobergrenzen oder Zinsuntergrenzen ausgegeben werden.
Verschiedene Arten der Verzinsung können für unterschiedliche
Zinsperioden einer Derivativen Schuldverschreibung kombiniert
werden.
Rückzahlung bei
Standardschuldverschreibungen
und Pfandbriefen:
Der
Nennbetrag
der
Standardschuldverschreibungen
und
Pfandbriefe wird bei Endfälligkeit zu mindestens 100 %
zurückgezahlt und kann zusätzlich von Basiswerten abhängig sein.
Bei Nullkupon-Schuldverschreibungen und -Pfandbriefen entspricht
der Rückzahlungsbetrag bei vorzeitiger Fälligkeit dem Barwert der
Nullkupon-Schuldverschreibung bzw. des Nullkupon-Pfandbriefes
zum Zeitpunkt der Fälligkeit.
Rückzahlung bei SoFFin
Garantierten
Schuldverschreibungen:
Der Nennbetrag der SoFFin Garantierten Schuldverschreibungen
wird bei Endfälligkeit zu 100 % zurückbezahlt.
Rückzahlung bei Derivativen
Schuldverschreibungen:
Der Rückzahlungsbetrag der Derivativen Schuldverschreibungen
hängt von Basiswerten ab, auf die die Derivativen
Schulverschreibungen Bezug nehmen.
Die Bindung an einen Basiswert kann dazu führen, dass ein
Anleger sein eingezahltes Kapital nicht in voller Höhe
zurückerhält oder im Extremfall einen Totalverlust des
eingesetzten Kapitals erleidet.
Der
Einfluss
des
Basiswertes
auf
die
Derivativen
Schuldverschreibungen kann der Höhe nach begrenzt sein. Der
konkrete Zusammenhang zwischen dem betreffenden Basiswertes
und den Derivativen Schuldverschreibungen wird in den
28
betreffenden Endgültigen Bedingungen festgelegt.
Die jeweiligen Endgültigen Bedingungen können vorsehen, dass die
Derivativen Schuldverschreibungen entweder automatisch oder
nach Wahl der Emittentin nicht durch Barzahlung, sondern durch
physische Lieferung einer festgelegten Anzahl oder eines
festgelegten Betrages des entsprechenden Basiswertes bzw. der
entsprechenden Basiswerte zurückgezahlt werden.
Basiswerte:
Rückzahlung und mögliche Verzinsung der Schuldverschreibungen
können, je nach Festlegung in den betreffenden Endgültigen
Bedingungen, an einen oder mehrere der folgenden Basiswerte
gebunden sein: Strukturierte Zinssätze, Aktien, Indizes, Währungen,
Rohstoffe, Fonds oder einen Korb oder eine Kombination bestehend
aus den vorgenannten Basiswerten.
Kündigungsrechte und Vorzeitige
Rückzahlung der
Schuldverschreibungen:
Die Schuldverschreibungen sind für die Emittentin und die
Anleihegläubiger nur kündbar, sofern nach den betreffenden
Endgültigen Bedingungen ein Kündigungsgrund vorliegt. Die
Kündigungsgründe und etwaige sonstige Beendigungsgründe,
einschließlich der Eintritt eines in den Endgültigen Bedingungen
vorgesehenen Automatischen Rückzahlungsereignisses, werden in
den betreffenden Endgültigen Bedingungen festgelegt.
Etwaige Kündigungsrechte, die Anleihegläubigern aus gesetzlichen
Gründen zwingend zustehen, werden nicht eingeschränkt. Etwaige
künftige Änderungen gesetzlicher Grundlagen können Änderungen
der Kündigungsrechte zur Folge haben. Die Emittentin kann künftig
entsprechende Anpassungen in den auf Schuldverschreibungen
anwendbaren Kündigungsrechten vorsehen.
Kündigungsrechte und Vorzeitige
Rückzahlung der Pfandbriefe:
Die Pfandbriefe sind weder für die Emittentin und noch für die
Pfandbriefgläubiger kündbar, sofern nach den betreffenden
Endgültigen
Bedingungen
nicht
ausnahmsweise
ein
Emittentenkündigungsgrund vorliegt. Die Kündigungsgründe und
etwaige sonstige Beendigungsgründe, einschließlich der Eintritt
eines
in
den
Endgültigen
Bedingungen
vorgesehenen
Automatischen
Rückzahlungsereignisses,
werden
in
den
betreffenden Endgültigen Bedingungen festgelegt.
Etwaige
Kündigungsrechte,
die
Pfandbriefgläubigern
aus
gesetzlichen Gründen zwingend zustehen, werden nicht
eingeschränkt.
Etwaige
künftige
Änderungen
gesetzlicher
Grundlagen können Änderungen der Kündigungsrechte zur Folge
haben. Die Emittentin kann künftig entsprechende Anpassungen in
den auf Pfandbriefe anwendbaren Kündigungsrechten vorsehen.
Status und Rang der
Schuldverschreibungen mit
Ausnahme der SoFFin
Garantierten
Schuldverschreibungen:
Die Schuldverschreibungen können, je nach Festlegung in den
betreffenden Endgültigen Bedingungen, entweder als nichtnachrangige oder nachrangige Schuldverschreibungen zum Zwecke
der Bildung von Ergänzungskapital oder Drittrangmitteln (mit
Ausnahme von Kreditereignisabhängigen Schuldverschreibungen)
oder mit einem sonstigen, in den Endgültigen Bedingungen
definierten Nachrang begeben werden.
Status und Rang der Pfandbriefe:
Die Pfandbriefe werden als nach dem Pfandbriefgesetz gedeckte
Inhaberschuldverschreibungen ohne Nachrang begeben.
Status und Rang der SoFFin
Garantierten
Die SoFFin Garantierten Schuldverschreibungen werden als nichtnachrangige,
durch
den
Garantiegeber
garantierte
29
Schuldverschreibungen:
Schuldverschreibungen begeben.
Kreditereignisabhängigkeit der
Schuldverschreibungen:
Die Endgültigen Bedingungen können vorsehen, dass die Zahlung
von Kapital und/oder Zinsen unter den Schuldverschreibungen
kreditereignisabhängig ist. Kreditereignisse beziehen sich auf einen
oder mehrere bestimmte Referenzschuldner, wobei in Bezug auf
einen Referenzschuldner jeweils nur ein Kreditereignis in Betracht
kommt.
Die Endgültigen Bedingungen werden eines oder mehrere der
folgenden Kreditereignisse vorsehen: Insolvenz, Nichtzahlung,
Vorzeitige Fälligkeit von Verbindlichkeiten, Verbindlichkeitsverzug,
Nichtanerkennung/ Moratorium und Restrukturierung.
Die Schuldverschreibungen beinhalten folgende Varianten der
Abhängigkeit zwischen Zahlung von Kapital und/oder Zinsen und
einem bzw. mehreren Kreditereignissen:
Sehen die jeweiligen Endgültigen Bedingungen nur einen
bestimmten Referenzschuldner vor, sind die Zahlungen unter den
Schuldverschreibungen
abhängig
vom
Eintritt
eines
Kreditereignisses in Bezug auf diesen Referenzschuldner.
Sehen die jeweiligen Endgültigen Bedingungen mehrere
Referenzschuldner vor, sind die Schuldverschreibungen abhängig
•
vom Eintritt eines Kreditereignisses oder einer bestimmten
Anzahl von Kreditereignissen ("Nth-to-Default") in Bezug auf
die Referenzschuldner oder
•
vom Eintritt einer unbestimmten, lediglich auf die Anzahl der
Referenzschuldner begrenzten Anzahl von Kreditereignissen
in Bezug auf die Referenzschuldner. Hierbei kann sich jedes
Kreditereignis
auf
die
Zahlungen
unter
den
Schuldverschreibungen auswirken.
Maßgeblich sind nur Kreditereignisse, bei denen jeweils neben
ihrem Eintritt auch die betreffenden Abwicklungsvoraussetzungen
vorliegen (jeweils ein "maßgebliches Kreditereignis"). Die
Endgültigen Bedingungen können vorsehen, dass im Falle des
Kreditereignisses
"Restrukturierung"
mehrere
Kreditereignismitteilungen
bezogen
auf
entsprechende
Ausübungsbeträge abgegeben werden können.
Kreditereignisabhängigkeit der
Verzinsung bei Standardschuldverschreibungen:
Bei Eintritt des maßgeblichen Kreditereignisses können
Standardschuldverschreibungen ab einem bestimmten Zeitpunkt
nicht mehr verzinst, nur mit einem reduzierten Zinssatz oder bei
mehreren Referenzschuldnern bezogen auf einen, für die Zwecke
der Verzinsung Reduzierten Kapitalbetrag verzinst werden. Bei
Standardschuldverschreibungen ohne Verzinsung, aber mit einer
etwaigen zusätzlichen Zahlung bei Endfälligkeit, können die
Endgültigen Bedingungen bei Eintritt eines maßgeblichen
Kreditereignisses vorsehen, dass eine solche zusätzliche Zahlung
nicht oder nur reduziert erfolgt. Der konkrete Zusammenhang
zwischen dem maßgeblichen Kreditereignis und der Verzinsung der
Schuldverschreibungen wird in den betreffenden Endgültigen
Bedingungen festgelegt.
Kreditereignisabhängigkeit der
Verzinsung bei Derivativen
Schuldverschreibungen:
Bei Eintritt des maßgeblichen Kreditereignisses können verzinsliche
Kreditereignisabhängige Derivative Schuldverschreibungen ab
einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr verzinst oder nur mit einem
30
reduzierten Zinssatz oder bezogen auf einen Reduzierten
Kapitalbetrag verzinst werden. Der konkrete Zusammenhang
zwischen dem maßgeblichen Kreditereignis und der Verzinsung
Derivativer Schuldverschreibungen wird in den betreffenden
Endgültigen Bedingungen festgelegt.
Kreditereignisabhängigkeit der
Rückzahlung bei Derivativen
Schuldverschreibungen:
Bei Eintritt des maßgeblichen Kreditereignisses können
Kreditereignisabhängige Derivative Schuldverschreibungen vorzeitig
oder am Endfälligkeitstag zurückgezahlt werden. Bei einer
vorzeitigen Rückzahlung wird die Emittentin die Derivativen
Schuldverschreibungen, sofern in den Endgültigen Bedingungen ein
Barausgleich
vorgesehen
ist,
durch
Zahlung
des
Barausgleichsbetrages (oder bei mehreren Referenzschuldnern
außer Nth-to-Default, des in den Endgültigen Bedingungen
beschriebenen Barausgleichs) oder, sofern in den Endgültigen
Bedingungen eine physische Lieferung vorgesehen ist, durch
Lieferung von bestimmten, in den Endgültigen Bedingungen
beschriebenen Verbindlichkeiten (z.B. Anleihen) zurückzahlen.
Entstehen bei der Bestimmung des an einen Anleihegläubiger zu
liefernden Anteils an den Lieferbaren Verbindlichkeiten Bruchteile,
können die Endgültigen Bedingungen die Zahlung eines
Geldbetrages in Höhe des Wertes oder des Währungsbetrages
dieses Bruchteiles vorsehen. Unter bestimmten in den Endgültigen
Bedingungen vorgesehenen Voraussetzungen ist die Emittentin
nicht zur Lieferung dieser Verbindlichkeiten verpflichtet. Die
Emittentin zahlt in diesem Fall den in den Endgültigen Bedingungen
vorgesehenen
Teilweisen-Barausgleichsbetrag.
Bei
einer
Rückzahlung am Endfälligkeitstag wird die Emittentin die
Derivativen Schuldverschreibungen durch Zahlung des in den
Endgültigen Bedingungen beschriebenen Barausgleichsbetrages
oder Reduzierten Rückzahlungsbetrages zurückzahlen.
Die Kreditereignisabhängigkeit kann dazu führen, dass ein
Anleger sein eingezahltes Kapital nicht in voller Höhe
zurückerhält oder im Extremfall einen Totalverlust des
eingesetzten Kapitals und/oder Zinsverluste erleidet. Der
Einfluss
des
Kreditereignisses
auf
die
Derivativen
Schuldverschreibungen kann der Höhe nach begrenzt sein. Der
konkrete
Zusammenhang
zwischen
dem
maßgeblichen
Kreditereignis und den Derivativen Schuldverschreibungen wird in
den betreffenden Endgültigen Bedingungen festgelegt.
Referenzschuldner und
Referenzverbindlichkeiten:
In den jeweiligen Endgültigen Bedingungen werden ein oder
mehrere
Referenzschuldner
und
eine
oder
mehrere
Referenzverbindlichkeiten des Referenzschuldners bzw. der
Referenzschuldner festgelegt. Referenzschuldner können beliebige
Unternehmen und Staaten und Referenzverbindlichkeiten jegliche
Art von Verbindlichkeit, insbesondere Anleihen oder Darlehen sein.
Referenzschuldner und Referenzverbindlichkeiten können nach
Maßgabe der jeweiligen Endgültigen Bedingungen bei Eintritt
bestimmter Sachverhalte einer Anpassung unterliegen.
Natur der Genussscheine
Die Genussscheine verbriefen Gläubigerrechte, die keine
Gesellschafterrechte, insbesondere keine Teilnahme-, Mitwirkungsund Stimmrechte in den Hauptversammlungen der HSH Nordbank
beinhalten.
Ausschüttungen in Hinblick auf
Genussscheine
Gläubiger von Genussscheinen sind während der Laufzeit des
Genussscheins zum Erhalt einer jährlichen Ausschüttung aus dem
31
Bilanzgewinn, berechnet auf der Grundlage eines festen oder
variablen Satzes berechtigt; dieses Recht ist vorrangig zu den
Dividendenansprüchen der Aktionäre der HSH Nordbank.
Die Ausschüttungen sind dadurch begrenzt, dass durch sie kein
Bilanzverlust bei der Emittentin entstehen darf. Sofern der
Bilanzgewinn
nicht
ausreicht,
um
den
Jährlichen
Ausschüttungsbetrag
zu
zahlen,
ist
der
Jährliche
Ausschüttungsbetrag
anteilig
im
Verhältnis
aller
Ausschüttungsansprüche aus anderen von der Emittentin
ausgegebenen oder auszugebenden und zum Zeitpunkt der
Zahlung ausstehenden Genussscheinen zu kürzen.
Beteiligung der Genussscheine an
Bilanzverlusten
Wird in der Bilanz der HSH Nordbank ein Bilanzverlust ausgewiesen
oder das Grundkapital der HSH Nordbank zur Deckung von
Verlusten herabgesetzt, vermindert sich der Rückzahlungsbetrag.
Bei einem Bilanzverlust vermindert sich der Rückzahlungsbetrag um
den Anteil am Bilanzverlust, der sich aus dem Verhältnis des
Rückzahlungsanspruches
zum
Eigenkapital
(einschließlich
Genussscheinkapital,
jedoch
ohne
andere
nachrangige
Verbindlichkeiten) errechnet. Bei einer Kapitalherabsetzung
vermindert
sich
der
Rückzahlungsanspruch
jedes
Genussscheininhabers in dem selben Verhältnis, wie das
Grundkapital herabgesetzt wird. Verlustvorträge aus den Vorjahren
bleiben hierbei außer Betracht.
Erzielt die HSH Nordbank nach einer Teilnahme der
Genussscheininhaber am Verlust in den folgenden Geschäftsjahren
Jahresüberschüsse, so sind aus diesen – nach der gesetzlich
vorgeschriebenen Wiederauffüllung der gesetzlichen Rücklage – die
Rückzahlungsansprüche bis zum Nennbetrag der Genussscheine
zu erhöhen, bevor eine anderweitige Verwendung der
Jahresüberschüsse vorgenommen wird. Diese Verpflichtung besteht
nur während der Laufzeit der Genussscheine.
Nachrang der Genussscheine
Alle Ansprüche aus den Genussscheinen sind nachrangig zu allen
anderen nicht nachrangigen Ansprüchen anderer Gläubiger der
HSH Nordbank.
Drittverzug:
Die deutschem Recht unterliegenden Nicht-Dividendenwerte
enthalten kein Kündigungsrecht bei Drittverzug (cross default). Für
englischem Recht unterliegende Schuldverschreibungen können die
Endgültigen Bedingungen ein solches vorsehen. Die Pfandbriefe
enthalten kein Kündigungsrecht bei Drittverzug.
Ratings:
Zum Zeitpunkt der Billigung dieses Basisprospektes hat die
Emittentin von den nachfolgenden Ratingagenturen die folgenden
Ratingnoten erhalten:
Rating langfristig (ungarantiert):
Moody’s: A2, stabil; S&P: BBB+, negativ; Fitch: A, stabil
Rating langfristig (garantiert):
Moody’s: Aa1, stabil; S&P: AA-, negativ; Fitch: AAA, stabil
Rating SoFFin Garantierte Schuldverschreibungen:
Moody’s: Aaa; S&P: AAA; Fitch: AAA
Ratinginformationen
sind
für
Anleger
lediglich
eine
Entscheidungshilfe und ersetzen nicht seine eigene Urteilsbildung
32
als Anleger und sind nicht als Kauf- oder Verkaufsempfehlung für
bestimmte Nicht-Dividendenwerte zu verstehen. Das Rating soll
lediglich bei einer Anlageentscheidung unterstützen und ist nur ein
Faktor in der Beurteilung, der neben anderen gesehen und
gewichtet werden muss. Da das Rating oft erst dann geändert wird,
wenn sich die Bonität eines Emittenten bereits verändert hat,
müssen Anleger sich trotz vorhandenen Ratings ein eigenes Urteil
bilden.
Endgültige Bedingungen:
Die endgültigen Bedingungen werden jeweils in den betreffenden
Endgültigen Bedingungen festgelegt, die den Anlegern gemäß § 14
Wertpapierprospektgesetz ("WpPG") zugänglich gemacht werden.
Die jeweiligen Endgültigen Bedingungen sind im Zusammenhang
mit diesem Basisprospekt und seinen Nachträgen und den darin
durch Verweis einbezogenen Dokumenten zu lesen.
Quellensteuer:
Zahlungen von Kapital und Zinsen werden ohne Einbehalt oder
Abzug von Steuern, Abgaben, Festsetzungen oder behördlicher
Gebühren jedweder Art geleistet, die von der Bundesrepublik
Deutschland oder einer ihrer Gebietskörperschaften oder Behörden
mit der Befugnis zur Erhebung von Steuern auferlegt, erhoben,
eingezogen, einbehalten oder festgesetzt werden.
Die Emissionsbedingungen bestimmter Schuldverschreibungen
können vorsehen, dass die Emittentin diejenigen zusätzliche
Beträge zahlt, die erforderlich sind, so dass die Anleihegläubiger die
Beträge erhalten, die sie ohne Einbehalt oder Abzug erhalten
hätten. Die Emittentin ist in diesem Fall berechtigt, die NichtDividendenwerte vorzeitig zurückzuzahlen.
Die Emissionsbedingungen der Pfandbriefe, Jumbo-Pfandbriefe und
Genussschein sehen vor, dass die Emittentin in Bezug auf
Pfandbriefe, Jumbo-Pfandbriefe und Genussscheine keine
derartigen zusätzlichen Beträge zahlen wird.
Form der Nicht-Dividendenwerte:
Die
Schuldverschreibungen
werden
als
Inhaberschuldverschreibungen nach deutschem Recht oder als Notes nach
englischem
Recht
und
die
Pfandbriefe
werden
als
Inhaberschuldverschreibungen nach deutschem Recht ausgegeben.
Genussscheine
werden
ausschließlich
als
Inhaberschuldverschreibung nach deutschem Recht ausgegeben.
Schuldverschreibungen oder Pfandbriefe einer bestimmen Tranche
oder Serie, auf welche, wie in den jeweiligen Endgültigen
Bedingungen bestimmt, U.S. Treasury Regulation §1.1635(c)(2)(i)(D) (die "TEFRA D-Regeln") anwendbar ist, werden
zunächst in einer temporären Globalurkunde und nach Ablauf von
40 Tagen nach dem jeweiligen Ausgabetag und auf Nachweis über
das Nichtbestehen von wirtschaftlichen U.S.-Eigentums in einer
permanenten Globalurkunde verbrieft. Schuldverschreibungen oder
Pfandbriefe einer bestimmten Tranche oder Serie, auf welche, wie in
den jeweiligen Endgültigen Bedingungen bestimmt, (a) U.S.
Treasury Regulation §1.163-5(c)(2)(i)(C) (die "TEFRA C-Regeln")
anwendbar ist oder (b) weder die TEFRA C-Regeln noch die TEFRA
D-Regeln anwendbar sind, werden in einer Dauer-Globalurkunde
verbrieft. Genussscheine werden in einer Dauer-Globalurkunde
verbrieft. Effektive Stücke werden nicht ausgegeben, sofern nicht in
den betreffenden Endgültigen Bedingungen die Ausgabe effektiver
Stücke vorgesehen ist. Pfandbriefe sind gemäß § 8 Abs. (3)
PfandBG mit einer Bescheinigung über das Vorhandensein der
33
vorschriftsmäßigen Deckung und über die Eintragung in das
entsprechende Deckungsregister zu versehen.
Börsenzulassung und
Börsenhandel:
Die Emittentin wird, sofern dies in den betreffenden Endgültigen
Bedingungen vorgesehen ist, für die Nicht-Dividendenwerte die
Aufnahme zum Handel am regulierten Markt der Hanseatischen
Wertpapierbörse Hamburg und/oder in einem vergleichbaren
Marktsegment einer anderen europäischen Börse beantragen.
Emissionsbedingungen:
Die Emissionsbedingungen ergeben sich aus den
a) allgemeinen Emissionsbedingungen, die auch die Regelungen
über das anwendbare Recht enthalten, und
b) den besonderen Emissionsbedingungen.
Die Emissionsbedingungen können nach Wahl der Emittentin
entweder in ergänzter Form oder in konsolidierter Form erstellt
werden.
Die jeweils Endgültigen Bedingungen enthalten alle in diesem
Basisprospekt noch zu konkretisierenden Angaben sowie die
Emissionsbedingungen entweder in konsolidierter oder in ergänzter
Form. Erstellt die Emittentin konsolidierte Emissionsbedingungen
kann sie in den Endgültigen Bedingungen eine Tabelle mit den
zusammengefassten wesentlichen wirtschaftlichen Daten der
Emission vor die Emissionsbedingungen stellen.
Ermächtigungsgrundlage:
Das Angebotsprogramm wird von dem nach Gesetz und Satzung
zuständigen Vorstand der Emittentin am 28. April 2009 genehmigt.
Zahlstelle in Deutschland:
HSH Nordbank AG oder andere in den Endgültigen Bedingungen
festgelegte Stellen
Berechnungsstelle:
HSH Nordbank AG oder andere in den Endgültigen Bedingungen
festgelegte Stellen
Verkaufsbeschränkungen:
Jede
Emission
von
Nicht-Dividendenwerten
wird
in
Übereinstimmung mit den in der betreffenden Jurisdiktion geltenden
Gesetzen, Vorschriften und Rechtsakten sowie den dort
anwendbaren Beschränkungen erfolgen.
Angebot und Verkauf der Nicht-Dividendenwerte unterliegen
Verkaufsbeschränkungen insbesondere in den Vertragsstaaten des
Europäischen Wirtschaftsraums, in den Vereinigten Staaten von
Amerika, in der Republik Österreich und im Vereinigten Königreich.
Weitere auf eine Schuldverschreibungsemission anwendbare
Beschränkungen können in den betreffenden Endgültigen
Bedingungen dargelegt werden und sind unabhängig von der
Darlegung in den Endgültigen Bedingungen einzuhalten.
Anwendbares Recht:
Die Emissionsbedingungen der Schuldverschreibungen unterliegen,
je nach Festlegung in den betreffenden Endgültigen Bedingungen,
deutschem
oder
englischem
Recht.
Dematerialisierte
Schuldverschreibungen beurteilen sich hinsichtlich der der
Registrierung der Schuldverschreibungen nach dem Recht des
Landes, in dem das Register geführt wird. Die Pfandbriefe
unterliegen deutschem Recht, ebenso die Genussscheine.
Verwahrung:
Die Schuldverschreibungen werden für die Dauer ihrer Laufzeit in
globalverbriefter Form bei Clearstream Banking AG, Frankfurt am
Main oder bei einem anderen in den Endgültigen Bedingungen
34
bezeichneten Verwahrer, hinterlegt.
35
Einsehbare Dokumente
Während der Gültigkeitsdauer dieses Basisprospektes können die folgenden Dokumente auf der
Internetseite der HSH Nordbank AG (http://www.hsh-nordbank.de) eingesehen werden:
•
dieser Basisprospekt,
•
sämtliche Nachträge, die die Emittentin gegebenenfalls gemäß § 16 WpPG erstellen wird,
•
die Endgültigen Bedingungen betreffend öffentlich angebotene und/oder börsengelistete
Wertpapiere, sowie das gemäß § 10 WpPG jährlich nach Offenlegung des
Konzernabschlusses zu erstellende Dokument,
•
die Satzung der HSH Nordbank AG,
•
Geschäftsberichte der HSH Nordbank AG für die Geschäftsjahre 2007 und 2008, die die
geprüften Jahres- und Konzernabschlüsse sowie die Lageberichte der Geschäftsjahre 2007
und 2008 enthalten,
•
die Wertpapierbeschreibung der Nicht-Dividendenwerte wie im Basisprospekt vom 12. Juni
2008 (ergänzt durch den 1. – 8. Nachtrag) über Standardschuldverschreibungen, Derivative
Schuldverschreibungen und Pfandbriefe begeben unter dem EUR 40.000.000.000
Angebotsprogramm über Schuldverschreibungen und Pfandbriefe wiedergegeben (von
Seite 180 bis 244 des besagten Basisprospektes),
•
die Emissionsbedingungen der Nicht-Dividendenwerte (Terms and Conditions of the NonEquity Securities), das Muster der Endgültigen Bestimmungen (Form of Final Terms) sowie
die Deed of Covenant, wie im Basisprospekt vom 12. Juni 2008 (ergänzt durch den 1. – 8.
Nachtrag) über Standardschuldverschreibungen, Derivative Schuldverschreibungen und
Pfandbriefe begeben unter dem EUR 40.000.000.000 Angebotsprogramm über
Schuldverschreibungen und Pfandbriefe wiedergegeben (von Seite A-1 bis A-315, A-316 bis
A-394 bzw. A-395 bis A-399 des besagten Basisprospektes),
•
die Emissionsbedingungen der Nicht-Dividendenwerte (Terms and Conditions of the NonEquity Securities), das Muster der Endgültigen Bestimmungen (Form of Final Terms) sowie
die Deed of Covenant, wie im Basisprospekt vom 5. November 2007 über
Standardschuldverschreibungen, Derivative Schuldverschreibungen und Pfandbriefe
begeben unter dem EUR 30.000.000.000 Angebotsprogramm über Schuldverschreibungen
und Pfandbriefe wiedergegeben (von Seite A-1 bis A-246, A-247 bis A-325 bzw. A-326 bis A330 des besagten Basisprospektes),
•
die Emissionsbedingungen der Nicht-Dividendenwerte (Terms and Conditions of the NonEquity Securities), das Muster der Endgültigen Bestimmungen (Form of Final Terms) sowie
die Deed of Covenant, wie im Basisprospekt vom 15. Mai 2007 über
Standardschuldverschreibungen, Derivative Schuldverschreibungen und Pfandbriefe
begeben unter dem EUR 30.000.000.000 Angebotsprogramm über Schuldverschreibungen
und Pfandbriefe wiedergegeben (von Seite A-1 bis A-239, A-240 bis A-316 bzw. A-317 bis A321 des besagten Basisprospektes),
•
die Emissionsbedingungen der Nicht-Dividendenwerte (Terms and Conditions of the NonEquity Securities), das Muster der Endgültigen Bestimmungen (Form of Final Terms) sowie
die Deed of Covenant, wie im Basisprospekt vom 15. Mai 2006 über
Standardschuldverschreibungen, Derivative Schuldverschreibungen und Pfandbriefe
begeben unter dem EUR 20.000.000.000 Angebotsprogramm über Schuldverschreibungen
36
und Pfandbriefe wiedergegeben (von Seite A-1 bis A-180, A-181 bis A-241 bzw. A-242 bis
A-248 des besagten Basisprospektes) und
•
die Emissionsbedingungen der Nicht-Dividendenwerte (Terms and Conditions of the NonEquity Securities), das Muster der Endgültigen Bestimmungen (Form of Final Terms) sowie
die Deed of Covenant, wie im Basisprospekt vom 28. Juni 2005 über
Standardschuldverschreibungen, Derivative Schuldverschreibungen und Pfandbriefe
begeben unter dem EUR 15.000.000.000 Angebotsprogramm über Schuldverschreibungen
und Pfandbriefe wiedergegeben (von Seite A-1 bis A-198, A-231 bis A-262 bzw. A-263 bis
A-269 des besagten Basisprospektes),
•
die Finanzinformationen der Nicht-Dividendenwerte wie im Basisprospekt vom 12. Juni
2008 (ergänzt durch den 1. – 8. Nachtrag) über Standardschuldverschreibungen, Derivative
Schuldverschreibungen und Pfandbriefe begeben unter dem EUR 40.000.000.000
Angebotsprogramm über Schuldverschreibungen und Pfandbriefe wiedergegeben (von
Seite F-2007-1 bis F-2007-194 des besagten Basisprospektes).
Die Satzung des SoFFin ist auf der Website des SoFFin (http://www.soffin.de) einsehbar.
Die Emittentin wird darüber hinaus jedem Anleger auf Anfrage kostenfrei ein Druckexemplar
dieses Basisprospektes, seiner Nachträge und der betreffenden Endgültigen Bedingungen zur
Verfügung stellen. Diese Dokumente können von der Internetseite der HSH Nordbank AG
(http://www.hsh-nordbank.de) heruntergeladen oder durch ein an die folgende Adresse gerichtetes
Schreiben angefordert werden: HSH Nordbank AG, Global Markets, Martensdamm 6, D-24103
Kiel.
37
Risikofaktoren
Der Erwerb von unter dem Angebotsprogramm begebenen Nicht-Dividendenwerten ist mit
verschiedenen Risiken verbunden. Die folgenden Ausführungen stellen die wesentlichen
Risikofaktoren dar, die mit dem Erwerb der Nicht-Dividendenwerte verbunden sind und erheben
keinen
Anspruch
auf
Vollständigkeit.
Serienspezifische
Informationen
sind
den
Produktinformationen und den etwaigen serienspezifischen Risikohinweisen aus den jeweiligen
Endgültigen Bedingungen zu entnehmen.
Anleger sollten vor der Entscheidung über einen Erwerb von Nicht-Dividendenwerte zunächst ihre
jeweilige finanzielle Situation und ihre Anlageziele berücksichtigen. In diesem Zusammenhang
sollten sie neben den übrigen in diesem Basisprospekt enthaltenen Informationen die
nachfolgenden Risiken einer Anlage in den angebotenen Nicht-Dividendenwerten besonders in
Betracht ziehen.
Sollte einer oder sollten mehrere der unten beschriebenen Umstände eintreten, könnte es
zu wesentlichen und nachhaltigen Kursrückgängen der Nicht-Dividendenwerte oder im
Extremfall zu einem Totalverlust der Zinsen und des vom Anleger eingesetzten Kapitals
kommen. Anleger, die in Derivative Schuldverschreibungen investieren, können ihr
eingesetztes Kapital ganz oder teilweise verlieren, wenn sich das Risiko aus dem Basiswert
(bzw. den Basiswerten) ganz oder teilweise realisiert.
Potentielle Anleger sollten die Risiken im Zusammenhang mit einer Anlage in NichtDividendenwerte und die Eignung solcher Nicht-Dividendenwerte angesichts ihrer
persönlichen Umstände mit ihren persönlichen Finanz,- und Rechts- und Steuerberatern
erörtern.
Die zu begebenden Schuldverschreibungen können kreditereignisabhängig sein. Die
Abhängigkeit von einem oder mehreren Kreditereignissen in Bezug auf einen oder mehrere
Referenzschuldner kann dazu führen, dass ein Anleger sein eingezahltes Kapital nicht in
voller Höhe zurückerhält oder im Extremfall einen Totalverlust des eingesetzten Kapitals
und/oder Zinsverluste erleidet.Risikofaktoren betreffend den Garantiegeber sowie
die SoFFin-Garantie
Wird der SoFFin aus der SoFFin-Garantie sowie aus weiteren Garantien in Anspruch genommen,
die er auch für andere Unternehmen des Finanzsektors übernommen hat, und übersteigt die
Inanspruchnahme insgesamt den im FMStG festgesetzten Kreditermächtigungsrahmen des BMF
von 20 Mrd. Euro, kann dies dazu führen, dass zumindest zeitweilig die aus den
Garantieverbindlichkeiten des Fonds resultierenden Zahlungspflichten nicht erfüllt werden. Die
Inanspruchnahme aus den Garantien sowie den sonstigen Maßnahmen aus dem
Maßnahmenpaket könnten dazu führen, dass sich die Finanz- und Ertragslage der Bundesrepublik
Deutschland verschlechtert.
Sollten die von der Bundesregierung im Finanzmarktstabilisierungsgesetz initiierten
Stabilsierungsmaßnahmen nicht dazu führen, das deutsche Finanzsystem zu stabilisieren und die
Vertrauenskrise einzudämmen, könnte dies auch negative Auswirkungen auf die Finanz- und
Ertragslage der Bundesrepublik Deutschland und damit mittelbar auf die Werthaltigkeit der unter
dem FMStG abgegebenen Garantien haben.
Sollten sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Deutschland, Europa oder über Europa
hinaus negativ entwickeln, kann sich dies negativ auf die Finanz- und Ertragslage der
Bundesrepublik Deutschland auswirken und damit mittelbar auch auf die Werthaltigkeit der
abgegebenen Garantien und die Ertrags- und Finanzlage der Bank.
38
Risikofaktoren betreffend die Emittentin
Risikofaktoren betreffend die Bank und ihre Geschäftstätigkeit
Die staatlichen Haftungsmechanismen Anstaltslast und Gewährträgerhaftung sind für nach
dem 18. Juli 2005 begründete Verbindlichkeiten entfallen.
Die staatlichen Haftungsmechanismen Anstaltslast und Gewährträgerhaftung sind für nach dem
18. Juli 2005 begründete Verbindlichkeiten entfallen, so dass Anleger wegen ihrer nach diesem
Zeitpunkt begründeten Ansprüche gegen die HSH Nordbank AG keinen Rückgriff mehr auf die
Eigentümer der HSH Nordbank AG haben. Seit dem Wegfall der Haftungsmechanismen haben
sich die Ratings der HSH Nordbank AG bereits verschlechtert. Weitere Ratingverschlechterungen
können nicht ausgeschlossen werden, Eine weitere Verschlechterung der Ratings könnte
zusätzliche negative Auswirkungen auf die Gewinnsituation und Marktposition der Bank haben.
Darüber hinaus unterliegt die Bank Ratinganforderungen aus verschiedenen Derivaten,
strukturierten Finanzierungen, Einlage- und Liquiditätslinien. Eine Verschlechterung des Ratings
der Bank könnte dabei einen Kündigungsgrund darstellen oder dazu führen, dass die Bank
zusätzliche Sicherheiten stellen muss. Eine Ratingverschlechterung könnte darüber hinaus die
Möglichkeiten der Bank einschränken, Geschäfte in diesen oder anderen Bereichen zu tätigen,
was zu einer Verschlechterung der Finanz- und Ertragslage und zum Verfehlen bestimmter
Zielsetzungen führen könnte.
Die Profitabilität der Bank hängt von ihrem Zugang zu kostengünstigen
Refinanzierungsmöglichkeiten ab. Die Refinanzierung könnte sich gegenüber der
Vergangenheit verteuern und teurer als in den Planungen der Bank angenommen werden.
Die Bank verfügt auf Grund ihres Geschäftsmodells nicht über eine breite Basis an
Kundeneinlagen als kostengünstige Refinanzierungsquelle. Zu den Hauptquellen für die
Refinanzierung der Bank gehören der Interbankenmarkt, auf dem deutschen Markt sowie auf den
internationalen Märkten begebene Pfandbriefe, im Rahmen ihrer inländischen und internationalen
Angebotsprogramme sowohl an Privatkunden als auch an institutionelle Anleger begebene
langfristige Anleihen sowie Schuldscheindarlehen. Schuldscheindarlehen sind spezielle Darlehen,
für die Urkunden (Schuldscheine) erstellt und die zwischen Banken, Finanzinstitutionen und
anderen Anlegern gehandelt werden.
Durch die Abhängigkeit der Bank vom Interbankenmarkt könnte die Ertragslage der Bank stärker
von Zinsschwankungen beeinflusst werden, als dies bei Banken mit größerer Einlagenbasis der
Fall wäre.
Auf Grund des Wegfalls der staatlichen Haftungsmechanismen werden die Verbindlichkeiten der
Bank in Form von Notes oder Schuldscheindarlehen für bestimmte Investoren künftig
möglicherweise nicht mehr als zulässige Anlagen geeignet sein. Dadurch geht der Bank ein
bedeutender Teil des Refinanzierungsmarktes verloren.
Daneben könnten Marktrisiken, die sich verwirklichen, den Wert der Handels- und
Anlagebuchpositionen der Bank nachteilig beeinflussen und sich nachteilig auf die Liquidität und
die
finanzielle
Lage
der
Bank
auswirken.
Marktrisiken
ergeben
sich
durch
Marktwertveränderungen von Zinssätzen, Wechselkursen, Aktienkursen, Indizes und
Fondspreisen.
Des Weiteren ist die Bank Liquiditätsrisiken und operationellen Risiken ausgesetzt. Das
Liquiditätsrisiko bezeichnet die Gefahr, eigene fällige Zahlungsverpflichtungen oder
Refinanzierungsbedürfnisse nicht, nicht in dem gewünschten Umfang oder nicht zu den erwarteten
Konditionen erfüllen zu können. Operationelle Risiken können sich aus der Unangemessenheit
39
oder dem Versagen der internen Infrastruktur, interner Verfahren, von Mitarbeitern oder infolge
externer Einflüsse ergeben.
Risiken der strategischen Neuausrichtung
Sollte es der Bank nicht gelingen, ihre Neuausrichtung erfolgreich umzusetzen, könnte sich dies
letztlich auf die Wettbewerbsfähigkeit als Grundlage ihres Geschäfts auswirken. Dies gilt auch im
Falle von unzutreffenden oder auf falschen Annahmen beruhenden langfristigen Entscheidungen,
die sich insbesondere auf die Entwicklung einzelner Geschäftsfelder oder des gesamten
Bankensektors beziehen (Verwirklichung des strategischen Risikos).
Die Bilanzsumme des Konzerns soll von 209 Mrd. Euro zum Jahresultimo 2008 auf rund 187 Mrd.
Euro bis Ende 2009 reduziert werden. Bis 2012 soll die Bilanzsumme weiter drastisch reduziert
werden. Im Zuge der Neuausrichtung ist zudem eine deutliche Kostenreduzierung in der HSH
Nordbank geplant. Neben Einschnitten bei den Sachkosten ist auch ein Stellenabbau vorgesehen.
Es besteht das Risiko, dass sich die Reduzierungs- und Kostensenkungspläne der Bank nicht wie
gewünscht umsetzen lassen Dies. könnte zu einer Beeinträchtigung ihrer Wettbewerbssituation
und der Finanz- und Ertragslage der Bank führen.
Die von den Ländern Hamburg und Schleswig-Holstein bereitzustellende Garantie schirmt die
Bank von möglichen nicht im Rahmen der Finanzplanung antizipierten Ausfällen in wesentlichen
bestehenden Kredit- und Wertpapierportfolien ab. Ziel ist, die vom SoFFin geforderten
Kapitalanforderungen trotz weiterer Belastungen bis 2012 einzuhalten. Eine weitere drastische
Verschärfung oder über 2010 hinaus andauernde Wirtschafts- und Finanzkrise würde zusätzliche
Verlustrisiken sowie Ertragsrückgänge für die HSH Nordbank mit sich bringen. In einem solchen
nicht erwarteten Szenario kann zur Sicherstellung der geforderten Kapitalquote weiterer
Kapitalisierungsbedarf nicht ausgeschlossen werden. Es besteht das Risiko, dass eine weitere
Kapitalisierung nicht oder nicht in der erforderlichen Form durchgeführt werden könnte.
Für die Jahre 2009 und 2010 erwartet die HSH Nordbank angesichts des globalen
Wirtschaftsabschwungs und der Spannungen an den Finanzmärkten eine schwierige Ertragslage.
Unter der Annahme eines anhaltend krisenhaften Umfelds geht die Bank für 2009 und 2010 erneut
von hohem Kreditrisikovorsorgebedarf und von Verlusten aus. Im Kreditersatzgeschäft strebt die
Bank eine signifikante Reduktion des Volumens an. Gleichwohl ist mit weiteren Abschreibungen zu
rechnen. Mit nennenswerten Wertaufholungen, die sich positiv auf die Ergebnissituation auswirken
würden, rechnet die Bank in diesen beiden Jahren nicht. Zudem ist aufgrund der Begrenzung der
Neuengagements in den Jahren 2009 und 2010 nicht von Ertragssteigerungen aus dem
Kundengeschäft auszugehen.
Erst nach 2010 ist bei einer Normalisierung der Rahmenbedingungen mit einer signifikanten
Verbesserung der Ertragslage zu rechnen. Es besteht das Risiko, dass sich diese Annahmen nicht
erfüllen und sich die Finanz- und Ertragslage nicht wie erwartet entwickelt.
Die Methoden und Verfahren zur Risikomessung, -überwachung und -steuerung der Bank
könnten trotz Beachtung der gesetzlichen Vorgaben unzureichend sein und die Bank
unerkannten oder unvorhergesehenen Risiken aussetzen, was zu erheblichen Verlusten
führen könnte.
Die Bank hat erhebliche Mittel in die Entwicklung ihrer Methoden und Verfahren zur
Risikomessung, -überwachung und -steuerung investiert und beabsichtigt, dies auch künftig zu
tun. Allerdings sieht das Risikomanagementsystem der Bank keine Risikobewertung durch externe
Sachverständige vor. Es könnte sich herausstellen, dass die Verfahren und Methoden der Bank in
einem bestimmten wirtschaftlichen Umfeld oder hinsichtlich bestimmter Risiken, darunter auch
solche, die die Bank nicht erkennt oder vorhersieht, zur Begrenzung der Risiken nicht voll wirksam
sind. Einige der qualitativen Instrumente und Messmethoden der Bank basieren auf
40
Beobachtungen der historischen Marktentwicklung, auf die sie statistische und andere Methoden
anwendet, um zu einer Quantifizierung ihrer Risiken zu gelangen. Diese Instrumente und
Messmethoden könnten ungeeignet sein, künftige Risiken abzuschätzen, wie sie sich
beispielsweise aus Faktoren ergeben können, die die Bank nicht vorhergesehen oder in ihren
statistischen Modellen nicht angemessen berücksichtigt hat. Darüber hinaus erfassen die
quantitativen Methoden der Bank nicht alle Risiken. Ihr eher qualitativer Ansatz zur
Risikosteuerung könnte sich als unzureichend erweisen und zu unvorhergesehen erheblichen
Verlusten führen. Die Methoden und Verfahren zur Risikomessung, -überwachung und -steuerung
der Bank werden im Abschnitt "Risikobericht" des Konzernlageberichtes zum 31. Dezember 2008
ausführlicher beschrieben. Falls sich herausstellen sollte, dass das Risikomanagement der Bank
unzureichend ist, könnten höhere als die erwarteten Verluste zu einer Verschlechterung des
Umsatzes und der Gewinne sowie zu einer Schädigung des Rufes der Bank führen.
Unvorhergesehene Ereignisse könnten zu einer Unterbrechung des Geschäftsbetriebes der
Bank und damit zu erheblichen Verlusten und zusätzlichen Kosten führen.
Unvorhergesehene Ereignisse wie schwere Naturkatastrophen, Terroranschläge oder sonstige
Notstände vergleichbaren Ausmaßes können zu einer Unterbrechung des Geschäftsbetriebes der
Bank und so zu erheblichen Verlusten führen – etwa von Eigentum, Kapitalanlagen,
Handelspositionen oder Mitarbeitern in Schlüsselpositionen. Die Vorsorge der Bank für derartige
Ereignisse beruht in weiten Teilen darauf, dass sie über zwei Hauptstandorte verfügt und daher
viele Informationen an beiden Standorten verfügbar sind. Unvorhergesehene Ereignisse können
auch zusätzliche Kosten verursachen (wie etwa Aufwendungen für den Umzug von
Arbeitnehmern) oder die Kosten der Bank erhöhen (wie etwa für Versicherungsprämien). Auch
können sie zur Folge haben, dass bestimmte Risiken nicht mehr versichert werden können und so
das Risiko der Bank steigt.
Die Bank ist Kreditrisiken durch Dritte ausgesetzt.
Als Kreditinstitut ist die HSH Nordbank AG und sind ihre Tochtergesellschaften der Bonität ihrer
Kunden und Vertragspartner ausgesetzt. Zum Jahresende 2008 waren vor Risikovorsorge 30,8 %
der Forderungen an Kunden durch Grundpfandrechte und Schiffspfandrechte besichert. Sollte die
Besicherungsquote des Kreditportfolios sinken, wäre die Bank höheren Kreditrisiken und für den
Fall, dass ein Kredit nicht bedient wird, einem höheren Ausfallrisiko ausgesetzt. Die Bank hat zum
31. Dezember 2008 einen Bestand an Risikovorsorge und Rückstellungen im Kreditgeschäft in
Höhe von 3,223 Mrd. Euro. Der Bestand an Risikovorsorge und Rückstellungen für Ausfallrisiken
in Relation zum Kreditvolumen des Konzerns von 237,0 Mrd. Euro (Vorjahr: 240, 9 Mrd. Euro)
beträgt 1,4 %. Die Bank kann jedoch nicht garantieren, dass ihre Risikovorsorge und
Rückstellungen ausreichend sein werden und dass sie in Zukunft nicht erhebliche zusätzliche
Rückstellungen für etwaige zweifelhafte oder uneinbringliche Forderungen bilden muss.
Änderungen bestehender Gesetze oder Vorschriften, künftige Gesetze und Vorschriften
oder diesbezügliche Durchsetzungsmaßnahmen in Ländern, in denen die Bank tätig ist,
können wesentliche Konsequenzen für die Bank und nachteilige Auswirkungen auf ihr
Geschäft haben.
Das Geschäft der Bank unterliegt in allen Ländern, in denen sie geschäftlich tätig ist, detaillierten
und umfassenden Gesetzen und Vorschriften sowie der Aufsicht. Änderungen bestehender
Gesetze und Vorschriften können sich auf die Art der Geschäftstätigkeit der Bank und ihr
Produktangebot auswirken. Änderungen der Vorschriften bezüglich Finanzdienstleistungen,
Wertpapierprodukten und –geschäften können wesentliche nachteilige Auswirkungen auf das
Geschäfte der Bank haben, beispielweise indem sie eine Umstrukturierung der Geschäftstätigkeit
der Bank oder die Entstehung höherer Kosten zur Folge haben.
41
Aufsichtsbehörden verfügen im Bereich der Finanzdienstleistungen (beispielsweise bezüglich
Liquidität, Kapitaladäquanz und zulässiger Anlagen, oder auch bezüglich Geldwäsche,
Datenschutz, Aufzeichnungspflichten sowie Marketing- und Verkaufspraktiken) über hohen
verwaltungsrechtlichen Einfluss. Bank- und sonstige Finanzdienstleistungsgesetze, -vorschriften
und –richtlinien, denen die Bank und ihre Unternehmen gegenwärtig unterliegen, können sich
jederzeit mit nachteiligen Auswirkungen auf deren Geschäft ändern. Die Gruppe ist nicht in der
Lage, diesbezügliche künftige aufsichtrechtliche Maßnahmen oder Durchsetzungsmaßnahmen
zeitlich oder inhaltlich vorherzusagen. Ferner unterziehen Bankaufsichtsbehörden und andere
Aufsichtbehörden in der Europäischen Union, den Vereinigten Staaten und in anderen Staaten
Zahlungsvorgänge und andere Geschäfte fortgesetzten Untersuchungen im Rahmen von
Vorschriften zur Geldwäsche, verbotenen Geschäften mit sanktionsbelegten Staaten oder
Bestechung sowie im Rahmen sonstiger Maßnahmen zur Verhinderung der Korruption. Sollte die
Gruppe tatsächlich oder scheinbar nicht angemessen auf diese Änderungen oder Maßnahmen
eingehen, könnte ihre Reputation darunter leiden und könnten ihr zusätzliche rechtliche Risiken
entstehen, u. a. in Form von Durchsetzungsklagen, Geld- oder sonstigen Strafen. Obwohl sich die
Gruppe nach besten Kräften bemüht, die anwendbaren Vorschriften einzuhalten, bestehen diverse
Risiken in Bereichen, in denen unter Umständen unklare Bestimmungen gelten oder in denen
Aufsichtsbehörden vorherige Richtlinien ändern oder Gerichte vorher ergangene Entscheidungen
aufheben. Aufsichtsbehörden und andere Behörden sind berechtigt, Verwaltungs- oder
Gerichtsverfahren gegen die Gruppe zu eröffnen, die unter anderem eine Aussetzung oder den
Entzug
von
der
Gruppe
erteilten
Genehmigungen
sowie
den
Erlass
von
Unterlassungsverfügungen, Geldstrafen, zivilrechtlichen oder strafrechtlichen Sanktionen oder
andere Disziplinarmaßnahmen zur Folge haben könnten, die sich in großem Maße nachteilig auf
das Betriebsergebnis und die finanzielle Situation der Gruppe auswirken könnten.
Eine schlechte Presse, aufsichtsrechtliche Maßnahmen oder Rechtsstreitigkeiten in Bezug
auf die Bank, andere bekannte Unternehmen oder die Finanzdienstleistungsbranche im
Allgemeinen können negative Folgen für das Geschäft der Bank haben.
Eine schlechte Presse sowie die Beschädigung der Reputation der Bank auf Grund der
tatsächlichen oder vermeintlichen Nichteinhaltung rechtlicher und aufsichtsrechtlicher
Bestimmungen, Bilanzunregelmäßigkeiten bei anderen großen und bekannten Unternehmen, eine
erhöhte Aufmerksamkeit und Gründlichkeit seitens der Aufsichts- und Vollzugsbehörden bei der
Prüfung von "Know-Your-Customer"-Verfahren, Geldwäschebekämpfungsverfahren und
Verfahren, die sich gegen die Finanzierung des Terrorismus richten, sowie ihrer jeweiligen
Effektivität, sowie Gerichtsverfahren auf Grund der tatsächlichen oder vermeintlichen
Nichteinhaltung rechtlicher und aufsichtsrechtlicher Bestimmungen seitens Gesellschaften der
Gruppe, könnten eine verstärkte Überwachung durch die Aufsichtsbehörden zur Folge haben, die
Fähigkeit der Gruppe beeinträchtigen, Kunden zu gewinnen und zu binden sowie den Zugang zu
den Kapitalmärkten aufrechtzuerhalten und Gerichtsverfahren, Durchsetzungsklagen, Geld- und
sonstige Strafen nach sich ziehen oder sich anderweitig in nicht vorhersehbarer Weise nachteilig
auf die Bank auswirken.
Unterbrechungen oder Ausfälle der Datenverarbeitungssysteme der Bank könnten zu
Umsatzverlusten oder anderen Verlusten führen.
Die Geschäftstätigkeit der Bank hängt, wie bei Banken üblich, in hohem Maße von
funktionierenden
Kommunikationsund
Datenverarbeitungssystemen
ab.
Ausfälle,
Unterbrechungen und Sicherheitsmängel dieser Systeme können zu Ausfällen oder
Unterbrechungen der Systeme für Kundenbeziehungen, Buchhaltung, Verwahrung, Betreuung
und/oder Kreditverwaltung führen. So könnte die Bank schon bei einem kurzen Ausfall der
Datenverarbeitungssysteme die Wünsche einiger Kunden nicht mehr pünktlich erfüllen und sie als
Kunden
verlieren.
Ebenso
könnte
ein
vorübergehendes
Herunterfahren
der
42
Datenverarbeitungssysteme der Bank trotz vorhandener Backup-Systeme und Notfallpläne
beträchtliche Kosten für Wiederherstellung und Überprüfung der Daten verursachen. Die
HSH Nordbank AG kann nicht garantieren, dass keine Ausfälle oder Unterbrechungen auftreten
oder dass ihnen, sofern sie auftreten, angemessen begegnet wird. Ausfälle und Unterbrechungen
der Datenverarbeitungssysteme können zu einer wesentlichen Verschlechterung der Finanzlage
und des Betriebsergebnisses der Bank führen.
Risikofaktoren betreffend den Bankensektor
In allen Geschäftsbereichen der Bank herrscht starker Wettbewerb in Deutschland, in den anderen
europäischen Ländern und in den USA. Die Bank ist dadurch Ausfall- und Marktrisiken ausgesetzt.
Insbesondere in Deutschland, dem Heimatmarkt der Bank und gleichzeitig der Markt, auf dem sie
einen Großteil ihrer Geschäfte abwickelt, könnte dies zu einer wesentlichen Verschlechterung der
Umsatz- und Ertragslage der Bank führen.
Deutschland ist ein ausgereifter Markt, auf dem der Wettbewerbsdruck rapide zugenommen hat.
Wenn es der Bank nicht gelingen sollte, dem starken Wettbewerb in Deutschland und den anderen
großen Märkten der Bank mit attraktiven und profitablen Produkten und Dienstleistungen zu
begegnen, könnte sie in wichtigen Geschäftsbereichen Marktanteile verlieren und mit einigen oder
allen ihrer Geschäftstätigkeiten Verluste erzielen. Zusätzlich könnte ein Abschwung der anhaltend
schwachen Wirtschaft in Deutschland den Wettbewerbsdruck erhöhen, beispielsweise durch
erhöhten Preisdruck oder durch ein geringeres Geschäftsvolumen für die Bank und ihre
Wettbewerber.
Das Inkrafttreten von Basel II wird zu einer Veränderung der Eigenkapitalquote der Banken
führen.
Seit Anfang 2008 ermittelt die Bank die Höhe der erforderlichen Eigenkapitalunterlegung für
Ausfall-, Markt- und operationelle Risiken auf Basis der Solvabilitätsverordnung. Nach Zulassung
durch die Aufsicht verwendet die Bank hierbei für Ausfallrisiken den IRB Advanced Approach.
Damit verwendet die Bank für die regulatorische Meldung die gleichen Parameter, die bereits
intern in der Risikosteuerung und im Ausfallrisikomanagement Anwendung finden, und nutzt die
damit verbundene Eigenkapitalentlastung. Durch die Anwendung der Rahmenvereinbarung des
Baseler
Ausschusses
für
Bankenaufsicht
zur
Internationalen
Konvergenz
der
Eigenkapitalmessung und Eigenkapitalanforderungen vom Juni 2004 ("Basel II") ist es
wahrscheinlich, dass die Eigenkapitalquote der Bank volatiler sein wird.
Rückläufige Finanzmärkte und hohe Volatilität könnten
Verschlechterung der Umsatz- und Ertragslage der Bank führen.
zu
einer
wesentlichen
Die Bedingungen an den Finanzmärkten in Deutschland, Europa, den USA und weltweit haben
einen wesentlichen Einfluss auf die Geschäftstätigkeit der Bank. Allgemein rückläufige
Finanzmärkte können zu einer wesentlichen Verschlechterung des Geschäfts- und
Finanzergebnisses der Bank führen. Zu rückläufigen Finanzmärkten kann es nicht nur aus rein
wirtschaftlichen Gründen, sondern auch durch Kriege, Terroranschläge, Naturkatastrophen oder
ähnliche Ereignissen kommen. Rückläufige Finanzmärkte können zu einer Verschlechterung der
Ertragslage und, wenn die Bank nicht in der Lage ist, in derselben Geschwindigkeit ihre Kosten zu
senken, zu einer Aushöhlung der Profitabilität führen. Gelegentlich kann auch Volatilität an den
Finanzmärkten zu einer Verschlechterung des Geschäftes der Bank und ihres
Betriebsergebnisses führen.
In einigen Geschäftsbereichen der Bank können Seitwärtsbewegungen der Märkte, insbesondere
auch sinkende Assetpreise, zur Folge haben, dass die Markttätigkeit zurückgeht und die Liquidität
sinkt. Eine solche Entwicklung kann zu erheblichen Verlusten führen, wenn es der Bank nicht
43
rechtzeitig gelingt, die sich verschlechternden Positionen zu liquidieren. Dies kann insbesondere
dann der Fall sein, wenn die Bank Assets hält, die nicht an liquiden Märkten gehandelt werden.
Die Bank berechnet den Wert von Assets, die nicht an Börsen oder anderen öffentlichen Märkten
gehandelt werden, mithilfe von Berechnungsmodellen, die nicht auf amtlichen Kursen basieren.
Einen Preisverfall bei solchen Assets zu überwachen ist schwierig, so dass es zu
unvorhergesehenen Verlusten der Bank kommen könnte.
Die Bank ist in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld tätig.
In den vergangenen Jahren erwiesen sich die Geschäftsbedingungen für Banken in Deutschland
als schwierig, da das Wirtschaftswachstum anhaltend niedrig und die Arbeitslosigkeit hoch war
und die Zahl der Insolvenzen von Unternehmen in den vergangenen Jahren hoch war. Notwendige
Strukturreformen durch Änderungen von Gesetzen und Vorschriften kommen nur langsam voran.
Infolge dessen ist die deutsche Wirtschaft stark von Exporten abhängig. Diese starke
Exportabhängigkeit macht Deutschland anfälliger für sinkendes Wirtschaftswachstum in Europa,
den USA oder Asien als andere westeuropäische Länder. Eine Verschlechterung der deutschen
Wirtschaft könnte zu einer wesentlichen Verschlechterung der Finanzlage und des
Betriebsergebnisses der Bank führen.
Es lässt sich nicht vorhersehen, ob und wann es zu einer Konsolidierung des deutschen
Bankensektors kommen wird und welche Auswirkungen diese auf die Bank haben wird.
Die HSH Nordbank AG ist eines von zahlreichen Beispielen von Bankenfusionen auf dem
deutschen Markt in den vergangenen Jahren. Viele Marktanalysten gehen von einer weiteren
Konsolidierung im deutschen Bankensektor in der Zukunft aus. Mitglieder der Bundesregierung
haben sich öffentlich für eine solche Konsolidierung eingesetzt. An der Konsolidierung könnten
Privatbanken, öffentlich-rechtliche Kreditinstitute, Genossenschaftsbanken und ausländische
Banken beteiligt sein. Dabei reicht das Spektrum möglicher Konsolidierungsmaßnahmen von
Partnerschaften und Joint-Ventures in einzelnen Dienstleistungsbereichen bis hin zu vollständigen
Zusammenschlüssen und Übernahmen. Wenn sich der Konsolidierungsprozess fortsetzt, könnte
der Wettbewerb im deutschen Bankensektor noch schärfer werden als bisher.
Schwankende Zinssätze könnten zu einer Verringerung des Zinsüberschusses führen und
weitere nachteilige Auswirkungen haben.
Wie bei allen Banken könnten sich veränderte Zinssätze bei der Bank anders auf die Soll- als auf
die Habenzinsen auswirken. Dieser Unterschied könnte zu einer Erhöhung der Zinsausgaben im
Verhältnis zu den Zinseinnahmen führen, was ein Sinken des Zinsüberschusses zur Folge hätte,
der die wichtigste Ertragsquelle der Bank darstellt. Steigende Zinssätze könnten einen Rückgang
der Nachfrage nach Krediten und damit der Absatzmöglichkeiten von Krediten der Bank zur Folge
haben. Sinkende Leitzinsen könnten sich u.a. durch vermehrte vorzeitige Rückzahlungen von
Krediten und stärkeren Wettbewerb um Kundeneinlagen auf die Bank auswirken. Sinkende
Zinssätze können sich auch auf die Begebung von durch Hypotheken unterlegten Wertpapieren,
Verbriefungen von Teilen der Bilanz oder anderweitige Ausgaben von Schuldtiteln durch die Bank
auswirken. Zinssätze hängen in hohem Maße von Faktoren ab, auf die die Bank keinen Einfluss
hat, wie z.B. die Geldpolitik und die inländische sowie die internationale wirtschaftliche und
politische Lage.
Krise an den internationalen Finanzmärkten
Auswirkungen der Krise auf die HSH Nordbank
Bereits 2007 hatte die am US-Immobilienmarkt ausgelöste Krise hohe Abschreibungen durch
gesunkene Marktpreise für Subprime-Anleihen und strukturierte Wertpapiere (Credit Investments)
hervorgerufen.
44
Die Liquiditätsversorgung der Kreditwirtschaft konnte in Deutschland wie in vielen anderen
Ländern nur durch umfangreiche Stützungsprogramme der Notenbanken und Regierungen
sichergestellt werden.
Um die Märkte zu stabilisieren und die Begebung von Bankanleihen wieder zu ermöglichen, hat
der Bund im vierten Quartal 2008 den Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin)
eingerichtet.
Trotz der weltweiten Maßnahmen von Zentralbanken und der Regierungen im vierten Quartal
2008 verbesserte sich die Stimmung nicht entscheidend, und das Vertrauen in die Banken und
zwischen den Banken kehrte bis ins Jahr 2009 hinein nicht wieder zurück. Kurzfristige Mittel
wurden überwiegend auf besicherter Basis zur Verfügung gestellt. Ebenso spitzte sich die Lage im
langfristigen Bereich zu. Sowohl für unbesicherte Anleihen als auch für Pfandbriefe waren
Investoren praktisch nicht mehr zu gewinnen.
Liquiditätssituation der Bank
Im November 2008 hat der SoFFin der HSH Nordbank AG eine Rahmengarantiezusage für zu
begende Emissionen in Höhe von 30 Mrd. Euro gegeben und kann nunmehr nach Erfüllung der
Auflagen des SoFFin in voller Höhe genutzt werden. Seit Jahresbeginn 2009 hat die Bank
erfolgreich zwei Benchmark-Anleihe mit Garantie des SoFFin in einem Volumen von jeweils 3 Mrd.
Euro und einer Laufzeit von zwei bzw. drei Jahren am Kapitalmarkt platziert und weitere Anleihen
mit Garantie des SoFFin zur Einlieferung bei der EZB zur Stärkung ihrer Liquidität begeben.
Trotz der erschwerten Bedingungen war die Bank insbesondere durch verstärkte Aktivitäten im
ersten Halbjahr 2008 in der Lage, ihre langfristigen Refinanzierungsziele für 2008 weitgehend zu
erreichen. Die HSH Nordbank konnte insbesondere im zweiten Quartal 2008 vorübergehende
leichte Marktberuhigungen nutzen, um Refinanzierungen insbesondere mit Schuldscheindarlehen
und Privatplatzierungen im mittelfristigen Laufzeitbereich durchzuführen. Nach der Insolvenz der
US-Investmentbank Lehman Brothers war es nur noch möglich, vereinzelt mit
Schuldscheindarlehen und Privatplatzierungen bei institutionellen Investoren im inländischen
Markt aktiv zu sein. Durch die Platzierung längerfristiger, ungedeckter Schuldtitel konnte die Bank
im Gesamtjahr Mittel mit einem Volumen von nahezu 6 Mrd. Euro aufnehmen. Zusätzlich nutzte
sie ihre Stellung als Pfandbriefemittent für Platzierungen gedeckter Titel mit einem Volumen von
rund 5 Mrd. Euro. Der deutsche Pfandbrief hat sich, gemessen an den Spreads, im Vergleich zu
anderen Covered Bonds bis zum Jahresende 2008 vergleichsweise stabil entwickelt.
Mit der Verschärfung der Finanzmarktkrise in der zweiten Jahreshälfte beschränkten sich die
Refinanzierungsaktivitäten überwiegend auf kurze Laufzeiten. Die Einlagen von Geschäftspartnern
entwickelten sich unterschiedlich. Während die Einlagen anderer Banken insgesamt einen
Rückgang verzeichneten, ist die Einlagenbasis von Nicht-Banken dank guter Kundenbeziehungen
und intensiver Akquisitionsbemühungen im Sales und in den Kundenbereichen 2008 weiter
angewachsen.
Im Rahmen des Liquiditätsmanagements hat die Bank 2008 zusätzliche Maßnahmen ergriffen.
Dazu zählen unter anderem
•
Erhöhung des Collateral Pools durch Identifizierung weiterer notenbankfähiger
Vermögenswerte (z.B. Wirtschaftskredite) und deren Einlieferung bei den entsprechenden
Notenbanken;
•
Erhöhung des Deckungsstocks zur Begebung gedeckter Emissionen;
•
Risikoadäquates Pricing und restriktive Vergabe von Krediten und unwiderruflichen
Kreditzusagen;
45
•
Verkauf von Assets, z.B. aus dem Credit-Investment-Portfolio, sowie Restrukturierung von
Portfolien; und
•
Verstärkte Refinanzierungen über die Notenbanken.
Durch diese Maßnahmen konnten die im Zuge der Finanzmarktkrise aufgetretenen
Überschreitungen der Limite und Obergrenzen für das Zahlungsunfähigkeitsrisiko begrenzt, aber
nicht vermieden werden.
Neben der täglichen Normal-case-Betrachtung, die unter Annahme eines Geschäftsverlaufs in
einem gewöhnlichen Marktumfeld erstellt wird, ermittelt die Bank seit Herbst 2008 zur
Berücksichtigung der weiterhin kritischen Marktentwicklung täglich die Ergebnisse eines
Marktliquiditätsstresstests.
Bis März 2009 zeichnete sich an den Finanzmärkten noch keine entscheidende Wiederherstellung
des Investorenvertrauens ab. Durch die seit September 2008 deutliche Verschärfung der
Finanzmarktkrise dürften bei vielen Finanzinstituten der Mittelbeschaffung über staatsgarantierte
Anleihen und der besicherten Refinanzierung 2009 nach wie vor eine hohe Bedeutung zukommen.
Die HSH Nordbank hat sich darauf eingestellt, dass sich der Interbankenmarkt trotz der staatlichen
Eingriffe nur sehr langsam erholen und die Refinanzierung über unbesicherte Emissionen wie
auch über Pfandbriefe vorerst extrem schwierig bleiben könnte. Für die Aufnahme kurzfristiger
Mittel will die Bank weiterhin institutionelle Investoren für Privatplatzierungen von gedeckten und
ungedeckten Schuldtiteln gewinnen und durch Vertiefung langjähriger Investorenbeziehungen zur
Vertrauensbildung am Markt beitragen. Im längerfristigen Bereich muss die Bank seit Ende 2008
den vom Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung für die HSH Nordbank gewährten
Garantierahmen nutzen. Die Bank geht davon aus, dass dieses Instrumentarium weiterhin
erforderlich sein wird.
Sollten die bereits durchgeführten und geplanten Maßnahmen nicht zur gewünschten
Liquiditätsbeschafftung führen, könnte sich dies negativ auf die Liquiditätslage der Bank
auswirken. Im Extremfall kann dies zu einer existenzbedrohenden Krise führen.
Abbau des Credit-Investment-Portfolios
Im Zuge der Finanzmarktkrise hat das Credit-Investment-Portfolio (Kreditersatzgeschäft) zu hohen
Belastungen für die HSH Nordbank geführt. Die Bank hat deshalb im September 2008
entschieden, das Credit-Investment-Portfolio markt- und ergebnisschonend abzubauen. Das
Gesamtexposure des Portfolios wurde 2008 unter Ausnutzung von Marktopportunitäten insgesamt
um etwa 27 % reduziert. Per 31. Dezember 2008 belief sich das Gesamtvolumen des Portfolios
auf 21.836 Mio. Euro (Vorjahr: 29.968 Mio. Euro).
Nach einer Konzern-GuV-Belastung im Geschäftsjahr 2007 von 1,3 Mrd. Euro ergaben sich 2008
insgesamt weitere Belastungen, die mit einem Betrag von 1,6 Mrd. Euro in der Gewinn- und
Verlustrechnung und mit 0,3 Mrd. Euro in der Neubewertungsrücklage berücksichtigt wurden.
Darüber hinaus bestanden im gesamten Credit-Investment-Portfolio des Konzerns stille Lasten in
Höhe von 1,8 Mrd. Euro (Vorjahr: 0,3 Mrd. Euro). Stille Lasten nach IFRS ergeben sich innerhalb
der IFRS-Assetkategorie Loans And Receivables (LAR) aus Marktwertverlusten, die nicht als
bonitätsbedingt und dauerhaft wertmindernd eingestuft werden.
Die größten GuV-Belastungen sind im besonders risikobehafteten Portfolio synthetischer CDO
aufgetreten. Im dritten Quartal 2008 mussten durch die direkte und indirekte Wirkung der LehmanInsolvenz auch im Bereich der Bankanleihen Verluste hingenommen werden. Die weiteren
Marktverwerfungen im vierten Quartal 2008, darunter die indirekten Wirkungen der Bankenausfälle
46
in Island und anderen Ländern, betrafen fast alle Assetklassen und haben innerhalb des CreditInvestment-Portfolios zu wesentlichen zusätzlichen Verlusten geführt.
Es besteht das Risiko, dass die Bank den Abbau ihres Credit-Investment-Portfolios nicht oder
nicht in dem gewünschten Umfang oder zu den gewünschten Konditionen durchführen kann mit
möglichen negativen Auswirkungen auf die Bonität sowie die Finanz- und Ertragslage der Bank.
Weitere Ausführungen über die Auswirkungen der Krise an den internationalen Finanzmärkten
finden sich an verschiedenen Stellen im Basisprospekt (siehe "Angaben zur Geschäfts- und
Finanzlage").
Risikofaktoren betreffend die Schuldverschreibungen
Risikofaktoren hinsichtlich der Zahlungen auf die Schuldverschreibungen
Die Anleger können die Höhe der Rendite bei Floating Rate Notes nicht im Voraus
berechnen.
Ein Hauptunterschied zwischen Floating Rate Notes und festverzinslichen Anleihen besteht im
unsicheren Zinsertrag: Auf Grund der schwankenden Zinserträge können Anleger die endgültige
Rendite von Floating Rate Notes zum Kaufzeitpunkt nicht feststellen, so dass auch ein
Rentabilitätsvergleich gegenüber Anlagen mit längerer Zinsbindungsfrist nicht möglich ist. Sehen
die Emissionsbedingungen häufigere Zinszahlungstermine vor, so tragen Anleger ein
entsprechendes Wiederanlagerisiko, wenn die Marktzinsen fallen. Das heißt, Anleger können die
ihnen zufließenden Zinserträge dann nur auf dem jeweils herrschenden niedrigeren Zinsniveau
wieder anlegen.
Reverse Floating Rate Notes unterliegen starken Kursausschlägen.
Bei Reverse Floating Rate Notes berechnet sich der Zinsertrag in entgegengesetzter Richtung
zum Referenzzinssatz: Bei steigendem Referenzzinssatz sinkt der Zinsertrag, während er bei
fallendem Referenzzinssatz steigt. Anders als bei gewöhnlichen Floating Rate Notes bewegt sich
der Kurs der Reverse Floating Rate Notes stark in Abhängigkeit vom Renditeniveau der von der
Laufzeit vergleichbaren festverzinslichen Anleihen. Die Kursausschläge von Reverse Floating
Rate Notes verlaufen gleichgerichtet, sind jedoch wesentlich stärker ausgeprägt als bei
festverzinslichen Anleihen mit gleicher Laufzeit. Anleger sind dem Risiko ausgesetzt, dass die
langfristigen Marktzinsen steigen, auch wenn die kurzfristigen Zinsen fallen, und dass ein solcher
Anstieg der langfristigen Marktzinsen wiederum das Niveau der kurzfristigen Zinsen beeinflussen
könnte. Der steigende Zinsertrag ist in diesem Fall möglicherweise kein adäquater Ausgleich für
die eintretenden Kursverluste der Reverse Floating Rate Notes, da nicht ausgeschlossen werden
kann, dass diese eventuell überproportional ausfallen.
Nullkupon-Anleihen sind größeren Kursschwankungen ausgesetzt als nicht
abgezinste Anleihen.
Bei Nullkupon-Anleihen haben Veränderungen des Marktzinsniveaus wegen der stark unter pari
liegenden Emissionskurse, die durch die Abzinsung zustande kommen, wesentlich stärkere
Auswirkungen auf die Kurse als bei üblichen Anleihen. Steigen die Marktzinsen, so erleiden
Nullkupon-Anleihen höhere Kursverluste als andere Anleihen mit gleicher Laufzeit und
47
vergleichbarer Schuldnerbonität. Eine Nullkupon-Anleihe ist wegen ihrer Hebelwirkung auf den
Kurs eine Anleiheform mit besonderem Kursrisiko.
Eine Anlage in Schuldverschreibungen mit strukturierter Verzinsung ist mit
zusätzlichen Risiken verbunden.
Bei Schuldverschreibungen mit strukturierter Verzinsung ist diese Verzinsung mit einem zu Grunde
liegenden Basiswert verknüpft. Es gelten daher für den Zinsanspruch im Wesentlichen die
nachstehend unter "Zusätzliche Risikofaktoren betreffend Derivative Schuldverschreibungen"
beschriebenen Risiken. Hinzu kommt bei einer Kündigung der Schuldverschreibung oder einer
Veräußerung vor Fälligkeit das Risiko, einen Teil des eingesetzten Kapitals zu verlieren.
Devisenkursrisiko
Anleger in Fremdwährungsanleihen sind sowohl dem Devisenkursrisiko als auch dem
Emittentenrisiko ausgesetzt.
Als Käufer von Fremdwährungsanleihen sind Anleger dem Risiko schwankender Devisenkurse
ausgesetzt. Der Wert einer Währung kann unabhängig von anderen Marktkräften von komplexen
politischen und wirtschaftlichen Faktoren, einschließlich staatlicher Maßnahmen zur Festigung
oder Stützung einer Währung, beeinflusst werden. Anleihegläubiger riskieren unter Umständen
den Verlust ihrer gesamten Anlage, wenn der Wechselkurs der entsprechenden Währung sich
nicht in die prognostizierte Richtung bewegt. Dieses Risiko kommt zu dem Ausfallrisiko hinsichtlich
des Emittenten oder der Art der begebenen Schuldverschreibung hinzu.
Nachrangige Schuldverschreibungen
Inhaber von Nachrangschuldverschreibungen müssen ein erheblich größeres Risiko
tragen, dass mit den Schuldverschreibungen nicht der erwartete Erfolg eintritt.
Als Inhaber von Nachrangschuldverschreibungen erhalten Anleger im Falle der Insolvenz oder der
Liquidation der Emittentin Zahlungen auf ausstehende Nachrangschuldverschreibungen erst,
nachdem alle anderen vorrangigen Ansprüche von Anleihegläubigern und sonstigen Gläubigern
vollständig befriedigt wurden, wenn und soweit dann noch Barmittel für diese Zahlungen
vorhanden sind. Bei Nachrangschuldverschreibungen, die für die Emittentin Drittrangmittel im
Sinne des § 10 Abs. (2c) Nr. (2), Abs. (7) Kreditwesengesetz ("KWG") begründen, kann die
Zahlung von Zins und Kapital vor der Endfälligkeit ausgeschlossen sein, wenn und solange die
Emittentin die gesetzlichen Eigenmittelanforderungen nicht erfüllt. Die Inhaber von
Nachrangschuldverschreibungen müssen somit allgemein ein größeres Ausfallrisiko tragen als die
Inhaber vorrangiger Schuldverschreibungen.
Vorzeitige Rückzahlung durch die Emittentin
Falls in den Endgültigen Bedingungen für eine bestimmte Emission von
Schuldverschreibungen ein Kündigungsrecht der Emittentin vorgesehen ist, könnte dies
dazu führen, dass die Rendite deutlich niedriger ausfällt, als von den Anleihegläubigern
erwartet.
In den Endgültigen Bedingungen für eine bestimmte Emission von Schuldverschreibungen kann
ein Kündigungsrecht für die Emittentin vorgesehen sein. Bei einer Kündigung können negative
Abweichungen gegenüber der erwarteten Rendite eintreten und der zurückgezahlte Betrag der
Schuldverschreibungen niedriger als der Nennbetrag sowie der für die Schuldverschreibungen
48
vom Anleihegläubiger gezahlte Kaufpreis sein, so dass der Anleihegläubiger in diesem Fall sein
eingesetztes Kapital nicht in vollem Umfang zurückerhält. Die Endgültigen Bedingungen können
vorsehen, dass der im Falle einer außerordentlichen Kündigung fällige Vorzeitige
Rückzahlungsbetrag von der Berechnungsstelle nach deren billigem Ermessen in kaufmännisch
vernünftiger Weise als der unmittelbar vor einer solchen vorzeitigen Rückzahlung marktgerechte
Wert der Schuldverschreibungen festgestellt wird. Im Falle einer vorzeitigen Rückzahlung besteht
ein Wiederanlagerisiko, was bedeutet, dass ein Anleger unter Umständen nicht in der Lage ist,
eine andere Anlage zu erwerben, die zum Zeitpunkt der vorzeitigen Rückzahlung eine
Auszahlungsstruktur und ein Risikoprofil aufweist, welche bzw. welches der- bzw. demjenigen der
zurück gezahlten Schuldverschreibungen entspricht.
Globalverbriefung
Da die Globalurkunden von oder für Clearstream Frankfurt gehalten werden, sind die
Anleger auf deren Verfahren für die Übertragung, die Zahlung und die Kommunikation mit
der Emittentin angewiesen.
Im Rahmen des Angebotsprogramms begebene Inhaberschuldverschreibungen können in einer
oder mehreren Globalurkunden verbrieft werden. Diese Globalurkunden werden bei Clearstream
Frankfurt hinterlegt. Die Anleger haben keinen Anspruch auf die Ausgabe von einzelverbrieften
Schuldverschreibungen. Clearstream Frankfurt führt Bücher über die Miteigentumsanteile bzw. die
wirtschaftlichen Eigentumsrechte (beneficial ownership interests) an den Globalurkunden. Solange
die Schuldverschreibungen in einer oder mehreren Globalurkunden verbrieft werden, können die
Anleger ihre Miteigentumsanteile bzw. wirtschaftlichen Eigentumsrechte ausschließlich über
Clearstream Frankfurt übertragen.
Solange die Schuldverschreibungen in einer oder mehreren Globalurkunden verbrieft werden, wird
die Emittentin durch die Leistung von Zahlungen an Clearstream Frankfurt zur Weiterleitung an
deren Kontoinhaber von ihren Zahlungsverpflichtungen befreit. Ein Inhaber eines
Miteigentumsanteils bzw. eines wirtschaftlichen Eigentumsrechts an einer Globalurkunde ist für
den Erhalt von Zahlungen auf die betreffenden Schuldverschreibungen auf die Verfahren von
Clearstream Frankfurt angewiesen. Die Emittentin übernimmt keinerlei Verantwortung oder
Haftung für die Buchführung über die Miteigentumsanteile bzw. die wirtschaftlichen
Eigentumsrechte an den Globalurkunden oder die diesbezüglich zu leistenden Zahlungen.
Im Falle von englischem Recht unterliegenden Schuldverschreibungen haben Inhaber von
Miteigentumsanteilen bzw. wirtschaftlichen Eigentumsrechten an den Globalurkunden kein
unmittelbares Stimmrecht in Bezug auf die betreffenden Schuldverschreibungen. Stattdessen
dürfen die betreffenden Inhaber nur insoweit handeln, wie es ihnen von Clearstream Frankfurt
ermöglicht wird, entsprechende Stimmrechtsvollmachten zu erteilen. Ebenso haben Inhaber von
wirtschaftlichen Eigentumsrechten an den Globalurkunden kein unmittelbares Recht aus den
Globalurkunden zur Ergreifung von Vollstreckungsmaßnahmen gegen die Emittentin bei einer
Pflichtverletzung (default) im Rahmen der betreffenden Schuldverschreibungen, sondern sind im
Falle von Schuldverschreibungen, die englischem Recht unterliegen, auf ihre Rechte aus der
Deed of Covenant angewiesen.
Feststellungen durch die Berechnungsstelle
Die Berechnungsstelle kann gemäß den Emissionsbedingungen nach ihrem Ermessen (i)
feststellen, ob bestimmte Ereignisse eingetreten sind, (ii) die daraus gegebenenfalls
resultierenden Anpassungen und Berechnungen wie in den Endgültigen Bedingungen beschrieben
vornehmen und (iii) auch in Ausnahmefällen unter bestimmten Umständen den Basiswert in
inhaltlicher Hinsicht ändern. Zum Beispiel stellt die Berechnungsstelle nach Maßgabe der
49
Endgültigen Bedingungen fest, ob zu einem relevanten Zeitpunkt eine Marktstörung eingetreten ist
oder vorliegt und wird in diesen Fällen die Preise oder Kurse der Basiswerte festlegen. Die
Berechnungsstelle wird eine solche Feststellung nach billigem Ermessen in kaufmännisch
vernünftiger Weise treffen. Diese Feststellung kann den Wert der Schuldverschreibungen
nachteilig
beeinträchtigen
und/oder
die
Abrechnung
verzögern.
Jede
dieser
Ermessensfeststellungen bzw. Berechnungen der Berechnungsstelle ist (außer bei
offensichtlichen Fehlern) verbindlich.
Marktrisiken
Marktvolatilität und andere Faktoren
Der Markt für Anleihen kann volatil sein und von einer Vielzahl von Faktoren beeinflusst
werden.
Der Ausgabepreis für die Schuldverschreibungen kann über ihrem Marktwert liegen.
Der Markt für von deutschen Unternehmen und Banken begebene Anleihen wird von
volkswirtschaftlichen Faktoren und dem Marktumfeld in Deutschland sowie in unterschiedlichem
Umfange von dem Marktumfeld, Zinssätzen, Devisenkursen und Inflationsraten in anderen
europäischen und sonstigen Industrieländern beeinflusst. Es kann nicht garantiert werden, dass
Ereignisse in Deutschland, Europa oder anderswo nicht zu Marktvolatilität führen oder dass diese
Volatilität sich nicht nachteilig auf den Kurs der Schuldverschreibungen auswirken wird oder dass
volkswirtschaftliche Faktoren und das Marktumfeld nicht andere nachteilige Auswirkungen haben
werden.
Verschlechtert sich die Bonität der Emittentin während der Laufzeit einer Schuldverschreibung
erheblich, kann dies den Marktpreis der Schuldverschreibungen erheblich beeinträchtigen;
entsprechende Auswirkungen können auch infolge einer zwischen den Kreditinstituten, die Teil der
Bankenbranche sind, bestehenden positiven Korrelation entstehen, sofern die Bankenbranche
insgesamt ungünstigen Bedingungen ausgesetzt ist.
Kein aktiver Markt
Möglicherweise entwickelt
Schuldverschreibungen.
sich
kein
aktiver
Markt
für
den
Handel
mit
den
Die Aufnahme der Notierung der Schuldverschreibungen an einer Börse kann, wie in den
jeweiligen Endgültigen Bedingungen festgelegt, beantragt werden. Es kann nicht garantiert
werden, dass sich ein aktiver Markt für den Handel mit den Schuldverschreibungen entwickelt
oder dass dieser, falls sich ein solcher entwickelt, aufrechterhalten wird. Entwickelt sich kein
aktiver Markt für den Handel mit den Schuldverschreibungen oder wird dieser nicht
aufrechterhalten, so kann sich dies nachteilig auf den Kurs bzw. Handelspreis und die Liquidität
der Schuldverschreibungen auswirken. Dadurch, dass die Schuldverschreibungen möglicherweise
an einer Börse gehandelt werden, entsteht nicht unbedingt eine größere Liquidität als wenn dies
nicht der Fall wäre. Werden Schuldverschreibungen nicht an einer Börse gehandelt, ist es
möglicherweise schwieriger, Preisangaben für diese Schuldverschreibungen einzuholen, und die
Liquidität und die Marktpreise dieser Schuldverschreibungen können beeinträchtigt werden.
Darüber hinaus können sich auch in bestimmten Rechtsordnungen bestehende Angebots- und
Verkaufsbeschränkungen
für
die
Schuldverschreibungen
auf
die
Liquidität
der
Schuldverschreibungen
auswirken.
Geschäfte
mit
außerbörslich
gehandelten
Schuldverschreibungen sind möglicherweise mit größeren Risiken verbunden als der Handel mit
50
börsengehandelten Schuldverschreibungen. Da die Emittentin, ihre Tochterunternehmen oder
verbundenen
Unternehmen
möglicherweise
die
einzigen
Market-Maker
für
die
Schuldverschreibungen sind, kann der Sekundärmarkt beschränkt sein. Die Emittentin und ihre
verbundenen Unternehmen sind berechtigt, Schuldverschreibungen für eigene Rechnung oder für
Rechnung Dritter zu kaufen und zu verkaufen und weitere Schuldverschreibungen zu begeben.
Diese Geschäfte können einen positiven oder einen negativen Einfluss auf die Kursentwicklung
der Schuldverschreibungen haben. Eine Einführung weiterer, konkurrierender Produkte auf dem
Markt kann den Wert der Schuldverschreibungen beeinträchtigen. Ein Rückgang der Liquidität der
Schuldverschreibungen kann wiederum zu einem Anstieg der mit dem Preis der
Schuldverschreibungen verbundenen Volatilität führen.
Kein Druck effektiver Stücke
Eine Lieferung von effektiven Stücken erfolgt grundsätzlich nicht.
Eine Lieferung von effektiven Stücken erfolgt grundsätzlich nicht. Allerdings kann nicht
ausgeschlossen werden, dass im Falle einer gewichtigen Störung der Abwicklung (clearing) der
Schuldverschreibungen (z.B. falls das jeweilige Clearing-System seine Arbeit einstellt und kein
anderes Clearing-System oder andere Personen die Funktion des jeweiligen Clearing-System
übernehmen) ein gesetzlicher Anspruch der Schuldverschreibungsgläubiger auf Druck und
Lieferung effektiver Stücke besteht. Im Falle von englischem Recht unterliegenden
Inhaberschuldverschreibungen mit festgelegtem Mindestnennbetrag oder einem Nennbetrag, der
sich aus der Summe des Mindestnennbetrages und des Vielfachen eines festgelegten kleineren
Betrages ergibt, kann durch Handelsaktivitäten eines Anleihegläubigers die Situation entstehen,
dass er einen Gesamtnennbetrag hält, der den Mindestnennbetrag unterschreitet. Falls es unter
den oben dargestellten Umständen dazu kommt, daß effektive Stücke geliefert werden müssen,
können einem solchen Anleihegläubiger nur dann effektive Stücke geliefert werden, wenn er so
viele Anteile an Schuldverschreibungen hinzu erwirbt, dass der von ihm gehaltene
Gesamtnennbetrag mindestens den Mindestnennbetrag erreicht.
Besondere Investitionsrisiken
Transaktionskosten
Die tatsächliche Rendite der Schuldverschreibungen kann infolge von Transaktionskosten
niedriger sein als die angegebene Rendite.
Beim Kauf und Verkauf von Schuldverschreibungen fallen neben dem aktuellen Preis des
Wertpapiers verschiedene Nebenkosten (Transaktionskosten, Provisionen) an, die das
Gewinnpotential der Schuldverschreibungen erheblich verringern oder sogar ausschließen
können. So stellen die Kreditinstitute in aller Regel ihren Kunden eigene Provisionen in Rechnung,
die entweder eine feste Mindestprovision oder eine anteilige, vom Auftragswert abhängige
Provision darstellen. Soweit in die Ausführung eines Auftrages weitere – in- oder ausländische –
Stellen eingeschaltet sind, wie insbesondere inländische Makler oder Broker an ausländischen
Märkten, müssen die Anleihegläubiger berücksichtigen, dass ihnen auch deren Courtagen,
Provisionen und andere Kosten (fremde Kosten) weiterbelastet werden.
Neben diesen Kosten, die unmittelbar mit dem Kauf eines Wertpapiers verbunden sind (direkte
Kosten), müssen Anleihegläubiger auch die Folgekosten (z. B. Depotentgelte) berücksichtigen.
Anleger sollten sich vor Erwerb der Schuldverschreibungen über die mit dem Erwerb, der
Verwahrung oder dem Verkauf der Schuldverschreibungen zusätzlich anfallenden Kosten
informieren.
51
Anleger müssen darüber hinaus berücksichtigen, dass bei Käufen und Verkäufen von
Schuldverschreibungen zwischen den Zinszahlungstagen, je nach Typ und Ausgestaltung der
Schuldverschreibungen, gegebenenfalls keine Stückzinsen berechnet oder bezahlt werden.
Risikoausschließende oder –einschränkende Geschäfte
Anleihegläubiger sollten nicht darauf vertrauen, dass sie während der Laufzeit der
Schuldverschreibungen Geschäfte abschließen können, die die Verlustrisiken der
Schuldverschreibungen ausschließen oder
einschränken können.
Die Möglichkeit,
risikoausschließende oder –einschränkende Geschäfte einzugehen, hängt insbesondere von den
Marktverhältnissen und den jeweils zu Grunde liegenden Bedingungen ab. Unter Umständen
können Anleihegläubiger solche Geschäfte nicht oder nur zu einem ungünstigen Marktpreis
tätigen, so dass diesen Anleihegläubigern ein zusätzlicher Verlust entstünde.
Potentielle Investoren der Schuldverschreibungen, die sich mit einem Kauf der
Schuldverschreibungen gegen Marktrisiken in Verbindung mit einer Anlage in Basiswerte oder in
Vermögenswerte, die Bestandteil der Basiswerte sind, absichern möchten, sollten sich der damit
verbundenen Schwierigkeiten bewusst sein. So ist zum Beispiel der Wert der
Schuldverschreibungen nicht notwendig unmittelbar an den Wert der Basiswerte oder der
Vermögenswerte, die Bestandteil der Basiswerte sind, gekoppelt.
Kreditfinanzierung
Wird der Erwerb der Schuldverschreibungen mit Kredit finanziert, so kann sich das Risiko
für einen Anleihegläubiger, dass mit den Schuldverschreibungen kein Erfolg erzielt wird,
beträchtlich erhöhen.
Wird der Erwerb der Schuldverschreibungen mit Kredit finanziert und kommt es anschließend zu
einem Zahlungsverzug oder -ausfall hinsichtlich der Schuldverschreibungen oder sinkt der Kurs
erheblich, muss der Anleihegläubiger nicht nur den eingetretenen Verlust hinnehmen, sondern
auch den Kredit verzinsen und zurückzahlen. Dadurch kann sich das Verlustrisiko erheblich
erhöhen. Ein Anleger sollte nicht darauf vertrauen, den Kredit aus Gewinnen eines Geschäftes
verzinsen und zurückzahlen zu können. Vielmehr sollte der Anleger vorher seine wirtschaftlichen
Verhältnisse daraufhin überprüfen, ob er zur Verzinsung und gegebenenfalls kurzfristigen Tilgung
des Kredites auch dann in der Lage ist, wenn statt der erwarteten Gewinne Verluste eintreten.
Steuerliche Auswirkungen der Anlage
Die effektive Rendite der Schuldverschreibungen kann durch
Auswirkungen der Anlage in Schuldverschreibungen verringert werden.
die
steuerlichen
Zinszahlungen auf die Schuldverschreibungen oder vom Anleihegläubiger bei Verkauf oder
Rückzahlung der Schuldverschreibungen realisierte Gewinne sind in seiner Heimatrechtsordnung
oder in anderen Rechtsordnungen, in denen er Steuern zahlen muss, möglicherweise
steuerpflichtig. Die allgemeinen steuerlichen Auswirkungen auf Anleihegläubiger in Deutschland,
sowie bestimmte steuerliche Themen, die sich aus dem Halten der Schuldverschreibungen in
Österreich und in Luxemburg, ergeben, werden im Abschnitt "Steuerliche Behandlung der NichtDividendenwerte" beschrieben; die steuerlichen Auswirkungen für einen bestimmten
Anleihegläubiger können sich jedoch von der für Anleihegläubiger allgemein beschriebenen
Situation unterscheiden.
Die Emittentin rät allen Anlegern, ihre eigenen Steuerberater hinsichtlich der steuerlichen
Auswirkungen einer Anlage in die Schuldverschreibungen zu konsultieren. Zu den
52
Steuerrisiken, die Anleger zusammen mit ihren Beratern prüfen sollten, zählen unter
anderem
das
Risiko
der
Doppelbesteuerung
(in
Deutschland
und
ihrer
Heimatrechtsordnung), Unsicherheiten bei der steuerlichen Behandlung von Derivativen
Schuldverschreibungen in Deutschland sowie die Regelungen zur Spekulationsfrist in
Deutschland für Wertpapiere, die innerhalb eines Jahres wieder veräußert werden.
Interessenkonflikte in Bezug auf etwaige Basiswerte
Die Emittentin ist täglich an den nationalen und internationalen Finanzmärkten aktiv, einschließlich
(aber nicht ausschließlich) auf den Märkten für Wertpapiere, Devisen und Rohstoffe tätig. Sie kann
daher für eigene Rechnung oder für Kundenrechnung Geschäfte mit direktem oder indirektem
Bezug auf Anlagewerte abschließen, die als "Basiswerte" im Rahmen der Schuldverschreibungen
dienen, und kann in Bezug auf solche Geschäfte so handeln, als ob die Schuldverschreibungen
nicht ausgegeben worden wären. Dabei kann die Emittentin wirtschaftliche Ziele verfolgen, die
denjenigen der Inhaber von Schuldverschreibungen entgegenlaufen und die Geschäfte der
Emittentin in Bezug auf die Basiswerte können sich nachteilig auf den Marktwert der Basiswerte
und damit auch auf den Marktwert der Schuldverschreibungen auswirken.
Zudem können die Emittentin und/oder mit ihr verbundene Unternehmen in Bezug auf Basiswerte
andere Funktionen (z.B. als Verwaltungsstelle oder Berechnungsstelle) ausüben und/oder in
Bezug auf Basiswerte weitere, konkurrierende Finanzinstrumente begeben. Die Einführung
solcher neuer, konkurrierender Finanzinstrumente kann den Wert der Schuldverschreibungen
beeinträchtigen.
Die Emittentin und/oder mit ihr verbundene Unternehmen können zudem in Verbindung mit
künftigen Aktien- oder sonstigen Emissionen seitens Emittenten von Wertpapieren, die als
Basiswerte für die Schuldverschreibungen dienen, als Konsortialbank, als Finanzberater des
jeweiligen Emittenten oder als Geschäftsbank für den jeweiligen Emittenten auftreten. Aus solchen
Tätigkeiten können ebenfalls Interessenkonflikte für die HSH Nordbank AG als Emittentin der
Schuldverschreibungen erwachsen.
Die Emittentin und/oder ihre verbundenen Unternehmen verfügen möglicherweise am oder nach
dem Ausgabetag von Schuldverschreibungen über Informationen in Bezug auf die Basiswerte, die
für Inhaber von Schuldverschreibungen wesentlich sein können und die möglicherweise nicht
öffentlich zugänglich oder den Inhabern der Schuldverschreibungen nicht bekannt sind. Die
Emittentin bzw. mit ihr verbundene Unternehmen sind nicht verpflichtet, den Inhabern von
Schuldverschreibungen solche Informationen offen zu legen.
Die Emittentin und/oder mit ihr verbundene Unternehmen können im Zusammenhang mit dem
Angebot der Schuldverschreibungen einzelne oder mehrere Absicherungsgeschäfte in Bezug auf
die Basiswerte oder damit verbundene Derivate abschließen. Solche Absicherungs- oder MarketMaking-Aktivitäten sowie sonstige Handelstätigkeiten der Emittentin und/oder mit ihr verbundener
Unternehmen in Bezug auf die Basiswerte oder damit verbundene Derivate können sich
möglicherweise negativ auf den Marktpreis, die Liquidität oder den Wert der
Schuldverschreibungen auswirken und den Interessen der jeweiligen Anleihegläubiger
zuwiderlaufen.
Die Emittentin bzw. mit ihr verbundene Unternehmen sind gegenüber Anleihegläubigern (oder
einer dritten Partei) nicht zur Vermeidung solcher Konflikte verpflichtet oder dafür haftbar zu
machen.
53
Zusätzliche Risikofaktoren betreffend Derivative Schuldverschreibungen
Anleger, die in Derivative Schuldverschreibungen investieren, sollten zusätzlich zu den übrigen in
diesem Basisprospekt enthaltenen Informationen und den vorstehenden Risikofaktoren
insbesondere die nachfolgend beschriebenen Risiken einer Anlage in den angebotenen
Derivativen Schuldverschreibungen in Betracht ziehen. Die folgenden Ausführungen weisen
jedoch lediglich auf allgemeine Risiken hin, die mit dem Erwerb der Derivativen
Schuldverschreibungen verbunden sind und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Weitergehende Informationen sind den Produktinformationen und den etwaigen spezifischen
Risikohinweisen aus den jeweiligen Endgültigen Bedingungen zu entnehmen.
Sollte eines oder sollten mehrere der nachstehend beschriebenen Risiken eintreten,
können Anleger, die in Derivative Schuldverschreibungen investieren, ihr eingesetztes
Kapital ganz oder teilweise verlieren.
Diese Risikohinweise ersetzen nicht die in jedem Einzelfalle unerlässliche Beratung durch
die Hausbank sowie durch Rechts-, Unternehmens- und Steuerberater, um die Folgen einer
Anlage
in
Derivative
Schuldverschreibungen
beurteilen
zu
können.
Eine
Anlageentscheidung sollte nicht allein auf Grund der in diesem Basisprospekt und in den
jeweiligen Endgültigen Bedingungen enthaltenen Risikohinweise gefällt werden, da diese
Informationen eine auf die Bedürfnisse, Ziele, Erfahrungen bzw. Kenntnisse und
Verhältnisse des jeweiligen Anlegers zugeschnittene Beratung und Aufklärung nicht
ersetzen können.
Eine Anlage in Derivative Schuldverschreibungen ist für Anleger mit nicht
ausreichenden Kenntnissen im Finanzbereich möglicherweise nicht geeignet.
Anleger sollten abwägen, ob eine Anlage in Derivative Schuldverschreibungen vor dem
Hintergrund ihrer persönlichen Umstände für sie geeignet ist. Eine Investition in Derivative
Schuldverschreibungen erfordert die genaue Kenntnis der Funktionsweise der jeweiligen
Transaktion. Anleger sollten Erfahrung mit der Anlage in strukturierte Zinssätze, Aktien,
Aktienkörbe, Indizes und Indexkörbe haben und die damit verbundenen Risiken kennen.
Eine Anlage in Derivative Schuldverschreibungen eignet sich nur für Anleger, die folgende
Eigenschaften aufweisen:
•
Sie verfügen über das erforderliche Wissen und die erforderliche Erfahrung in finanziellen
und geschäftlichen Angelegenheiten, um die Vorteile und Risiken einer Anlage in Derivative
Schuldverschreibungen zu beurteilen.
•
Sie haben Zugang zu und Erfahrung im Umgang mit geeigneten Analysemethoden, um
diese Vorteile und Risiken vor dem Hintergrund ihrer Finanzlage zu beurteilen.
•
Sie können das wirtschaftliche Risiko einer Anlage in Derivative Schuldverschreibungen auf
unbestimmte Dauer eingehen.
•
Ihnen ist bewusst, dass es während eines nicht unerheblichen Zeitraums oder auch gar
nicht möglich sein kann, die Derivativen Schuldverschreibungen zu veräußern.
Eine Anlage in Derivative Schuldverschreibungen ist mit erheblichen Risiken
verbunden.
Eine Anlage in Derivative Schuldverschreibungen ist mit erheblichen Risiken verbunden, die bei
einer vergleichbaren Anlage in eine konventionelle fest- oder variabel verzinsliche Anleihe nicht
auftreten. Zu diesen Risiken zählen u.a. die folgenden:
54
•
Bei dem einer Derivativen Schuldverschreibung zu Grunde liegenden Basiswert oder Korb
von Basiswerten können wesentliche Änderungen eintreten, sei es auf Grund der
Zusammensetzung des Basiswertes oder Korbes oder auf Grund von Wertschwankungen
seiner Bestandteile.
•
Der resultierende Zinssatz ist u.U. niedriger (oder höher) als der bei einer konventionellen
Anleihe, die zur selben Zeit von der Emittentin begeben wird.
•
Die Kapitalrückzahlung kann zu anderen Terminen erfolgen, als vom Anleger erwartet.
•
Der Inhaber einer Derivativen Schuldverschreibung könnte den gesamten Anlagebetrag der
betreffenden Schuldverschreibung oder einen wesentlichen Teil davon verlieren (gleich ob
zahlbar bei Endfälligkeit oder einem anderen Rückzahlungstermin), und nach einem
solchen Verlust sind möglicherweise keine Zinsen mehr auf die Derivative
Schuldverschreibung zahlbar.
•
Die Risiken einer Anlage in Derivative Schuldverschreibungen umfassen sowohl Risiken
hinsichtlich der zu Grunde liegenden Basiswerte als auch Risiken, die ausschließlich für die
Schuldverschreibungen selbst gelten.
•
Eine Derivative Schuldverschreibung, die auf mehr als eine Klasse von Basiswerten oder
auf Formeln bezogen ist, in die mit mehr als einer Basiswertklasse verbundene Risiken
einfließen, hat möglicherweise ein höheres Risikoniveau als eine Schuldverschreibung, die
nur auf eine Basiswertklasse bezogen ist.
•
Anleger sind möglicherweise nicht in der Lage, sich gegen diese verschiedenen Risiken in
Bezug auf Derivative Schuldverschreibungen abzusichern.
•
Eine wesentliche Marktstörung könnte zu einer Einstellung oder Ersetzung des Basiswertes
oder einer vorzeitigen Rückzahlung der Derivativen Schuldverschreibung führen, sodass die
ursprüngliche Risikobewertung unter Umständen nicht mehr gültig ist oder der Anleger
einem Wiederanlagerisiko ausgesetzt wäre.
Darüber hinaus ist der Wert der Derivativen Schuldverschreibungen am Sekundärmarkt einem
höheren Risikoniveau ausgesetzt als der Wert anderer Schuldverschreibungen. Eine Reihe von
Faktoren wirken sich auf einen etwaigen Sekundärmarkt für die Derivativen
Schuldverschreibungen aus, und zwar unabhängig von der Bonität der Emittentin und dem Wert
der jeweiligen Aktien, Indizes, Währungen oder sonstigen Basiswerte, darunter die Volatilität der
jeweiligen Aktien, Indizes, Währungen oder sonstigen Basiswerte, die Restlaufzeit der
betreffenden
Schuldverschreibungen,
der
ausstehende
Betrag
der
betreffenden
Schuldverschreibungen und das Marktzinsniveau. Der Wert der jeweiligen Aktien, Indizes,
Währungen oder sonstigen Basiswerte hängt von einer Reihe zusammenhängender Faktoren ab,
darunter volkswirtschaftliche, finanzwirtschaftliche und politische Ereignisse, über die die
Emittentin keine Kontrolle hat. Falls die Formel zur Ermittlung von auf Derivative
Schuldverschreibungen fälligen Kapitalbeträgen, Aufschlägen und/oder Zinsen darüber hinaus
einen Multiplikator oder Hebelfaktor enthält, wird die Wirkung von Veränderungen bei den
jeweiligen Aktien, Indizes, Währungen oder sonstigen Basiswerte verstärkt. Die historische
Entwicklung der maßgeblichen Aktien, Indizes, Währungen oder sonstigen Basiswerte sollte nicht
als aussagekräftig für die künftige Entwicklung der betreffenden Aktien, Indizes, Währungen oder
sonstigen Basiswerte während der Laufzeit von Derivativen Schuldverschreibungen angesehen
werden. Darüber hinaus können mit der Inhaberschaft bestimmter Derivativer
Schuldverschreibungen für bestimmte Anleger aufsichtsrechtliche und sonstige Auswirkungen
verbunden sein.
55
Zusätzliche Risiken im Falle einer Rückzahlung durch physische Lieferung
Potentiellen Anlegern sollte klar sein, dass die Endgültigen Bedingungen im Fall von Derivativen
Schuldverschreibungen vorsehen können, dass – abgesehen von speziellen Umständen, die in
den Endgültigen Bedingungen bestimmt sind – anstelle einer Zahlung eines Geldbetrages eine
Lieferung einer bestimmten Anzahl von Basiswerten erfolgt. Der Erwerb von Derivativen
Schuldverschreibungen bedingt folglich zugleich auf Seiten der potentiellen Anleger eine
Investitionsentscheidung bezüglich der betreffenden Basiswerte.
Potentielle Anleger sollten beachten, dass sie bei physischer Lieferung eines Basiswertes nicht
mehr von der Kreditwürdigkeit der Emittentin der Derivativen Schuldverschreibungen abhängen,
sondern ausschließlich vom Wert der Basiswerte bzw. von der Kreditwürdigkeit des Emittenten
von Aktien oder Wertpapieren, sofern die Basiswerte Aktien oder sonstige Wertpapiere umfassen.
In diesem Fall unterliegen die Anleger anstelle der Emissionsbedingungen der Derivativen
Schuldverschreibungen den für diese Aktien und Wertpapiere geltenden Bedingungen.
Darüber hinaus sollten sich Anleger im Klaren sein, dass in den Endgültigen Bedingungen
vorgesehen sein kann, dass Bruchteile von Basiswerten nicht geliefert werden. Die Anzahl der zu
liefernden Basiswerte wird daher unter Umständen auf die nächst kleinere lieferbare Anzahl von
lieferbaren Basiswerten abgerundet. Die Endgültigen Bedingungen können dabei vorsehen, dass
die Emittentin entweder nicht verpflichtet ist, hinsichtlich der nicht lieferbaren Bruchteile ein
Barausgleich zu zahlen oder zur Zahlung eines Barbetrages als Ausgleich für nicht lieferbare
Bruchteile verpflichtet ist.
Der Wert der zu liefernden Basiswerte kann den vom Anleger eingesetzten Kapitalbetrag weit
unterschreiten und im Extremfall können die Basiswerte wertlos sein. Wenn die zu liefernden
Basiswerte auf eine andere Währung als die Festgelegte Währung der Schuldverschreibungen
lauten, sind Anleihegläubiger zusätzlich dem Risiko schwankender Devisenkurse ausgesetzt.
Dieses Risiko besteht zusätzlich zum Risiko eines Wertverlusts der zu liefernden Basiswerte.
Zudem können die zu liefernden Basiswerte über keine oder nur eine eingeschränkte Liquidität
verfügen. Die Liquidität der lieferbaren Basiswerte wird sich im Allgemeinen mit Fluktuationen des
zu Grunde liegenden Marktes, volkswirtschaftlichen Bedingungen, nationalen und internationalen
politischen Entwicklungen, der Entwicklung in einer bestimmten Branche und der Bonität des
betreffenden (eventuellen) Emittenten ändern.
Der Basiswert kann zudem Verkaufs- und Übertragungsbeschränkungen unterliegen und als
illiquide betrachtet werden.
Die Endgültigen Bedingungen können vorsehen, dass der Anleger sämtliche im Zusammenhang
mit der Lieferung der Basiswerte entstehenden Kosten, Gebühren, Provisionen und Steuern
tragen muss. Zudem kann die Lieferung der Basiswerte aufgrund verschiedenster Umstände,
auch auf Grund einer Abwicklungsstörung, unmöglich sein oder sich verzögern. Eine solche
Abwicklungsstörung kann – sofern eine solche Regelung in den Endgültigen Bedingungen
vorgesehen ist – dazu führen, dass gemäß den Bestimmungen der Endgültigen Bedingungen
anstelle der zur Lieferung vorgesehenen Basiswerte andere Basiswerte geliefert werden oder ein
Barausgleich stattfindet.
Zusätzliche Risikofaktoren hinsichtlich hinsichtlich der Schuldverschreibungen
ohne feste Laufzeit
Mit dem Erwerb von Schuldverschreibungen ohne feste Laufzeit erhält der Anleger das Recht, von
der Emittentin nach Maßgabe der Emissionsbedingungen die Zahlung des Rückzahlungsbetrag
zum gewählten Ausübungstag zu verlangen. Die jeweiligen Ausübungstage werden in den
Endgültigen Bedingungen festgelegt. Der Ertrag der Schuldverschreibung ist folglich abhängig
56
vom Wert des zugrunde liegenden Basiswerts zum jeweiligen in den Endgültigen Bedingungen
vorgesehenen
Bewertungszeitpunkt
und
zugleich
abhängig
vom
Zeitpunkt
der
Ausübungsentscheidung des Schuldverschreibungsinhabers. Zertifikatsinhaber können vor den in
den Endgültigen Bedingungen vorgesehenen Ausübungszeitpunkten ansonsten den Wert der
Zertifikate nur im Wege des Verkaufs auf dem Sekundärmarkt erzielen.
Die ursprünglich unbegrenzte Laufzeit der Zertifikate kann im Nachhinein dadurch begrenzt
werden, dass die Emittentin von einer Möglichkeit zu einer vorzeitigen Kündigung der Zertifikate
Gebrauch macht. Im Falle einer Ausübung des Kündigungsrechts durch die Emittentin wird diese
den in den Endgültigen Bedingungen vorgesehenen Abrechnungsbetrag am Kündigungstermin
zahlen, ohne dass es einer Ausübungserklärung des Zertifikatsinhabers bedarf. Dieser
Abrechnungsbetrag kann niedriger sein als das eingesetzte Kapital.
Soweit in den Endgültigen Bedingungen eine bestimmte Anzahl mindestens auszuübender
Zertifikate angegeben ist, können nur jeweils mindestens Zertifikate in dieser Anzahl oder ein
ganzzahliges Vielfaches davon ausgeübt werden. Soweit Zertifikatsinhaber weniger als diese
Anzahl an Zertifikaten in ihrem Besitz haben, können diese Zertifikate nicht ausgeübt werden.
Durch die von vornherein unbegrenzte Laufzeit der Zertifikate kann ein Inhaber von weniger als
dieser Anzahl an Zertifikaten nicht darauf vertrauen, dass seine Zertifikate zu einem bestimmten
Termin von der Emittentin zurückgezahlt werden. Es bleibt diesem Zertifikatsinhaber lediglich der
Weg, entweder so viele weitere Zertifikate zu erwerben, bis er die in den endgültigen Bedingungen
angegebene Anzahl an Zertifikaten hält, um eine Ausübung gemäß den Zertifikatsbedingungen
verlangen zu können oder die Zertifikate auf dem Sekundärmarkt zu verkaufen. Inhaber von
weniger als der zur Ausübung mindestens erforderlichen Anzahl an Zertifikaten sollten keinesfalls
darauf vertrauen, dass die Emittentin ein ihr zustehendes Kündigungsrecht ausübt und sich
dadurch die ursprünglich unbegrenzte Laufzeit der Zertifikate im Nachhinein verkürzt.
Zusätzliche Risikofaktoren
Schuldverschreibungen
hinsichtlich
der
Kreditereignisabhängigkeit
der
Risiko hinsichtlich der Referenzschuldner
Die Verzinsung der Schuldverschreibungen (oder, bei Standardschuldverschreibungen ohne
periodische Verzinsung aber mit einer etwaigen zusätzlichen Zahlung bei Endfälligkeit, eine solche
zusätzliche Zahlung) sowie bei Derivativen Schuldverschreibungen zusätzlich die Rückzahlung
des bei Erwerb der Schuldverschreibungen eingesetzten Kapitals unterliegen neben dem
Bonitätsrisiko der Emittentin auch dem Risiko, dass hinsichtlich der in den jeweiligen Endgültigen
Bedingungen festgelegten Referenzschuldner ein Kreditereignis eintritt. Ein Kreditereignis tritt ein,
wenn in Bezug auf den betreffenden Referenzschuldner bestimmte, aus Sicht von Gläubigern
wirtschaftlich nachteilige Umstände vorliegen (oder deren Eintritt droht), die insbesondere die
Bonität des Referenzschuldners negativ beeinflussen.
Im Falle eines Kreditereignisses wird die vorgesehene Verzinsung für die aktuelle und/oder die
folgenden Zinsperioden oder ab einen anderen Zeitpunkt (bzw. eine etwaige zusätzliche Zahlung)
nicht mehr oder auf einer reduzierten Grundlage erfolgen. Die Rendite der Schuldverschreibungen
kann deshalb unter der marktüblichen Rendite für Anlagen mit vergleichbarer (Rest-)Laufzeit
liegen.
Ein Maßgebliches Kreditereignis wirkt sich auf die Rückzahlung der Derivativen
Kreditereignisabhängigen Schuldverschreibungen nach Maßgabe der jeweiligen Endgültigen
Bedingungen aus. Sehen diese eine Barabwicklung vor, werden die Schuldverschreibungen unter
Berücksichtigung einer oder mehrerer voraussichtlich erheblich im Wert gesunkenen
57
Referenzverbindlichkeit(en) vorzeitig oder am Endfälligkeitstag zurückgezahlt. Im Falle einer
Abwicklung durch physische Lieferung erfolgt eine vorzeitige Rückzahlung der
Schuldverschreibungen durch Lieferung von aufgrund des Kreditereignisses voraussichtlich
erheblich im Wert gesunkenen Lieferbaren Verbindlichkeiten des von dem Kreditereignis
betroffenen Referenzschuldners. Zudem kann eine etwaige vorgesehene Verzinsung für die
aktuelle und/oder die folgenden Zinsperioden oder ab einem anderen Zeitpunkt nicht mehr oder
nur noch mit einem reduzierten Zinssatz oder auf einer reduzierten Kapitalgrundlage erfolgen.
Bei Eintritt eines Kreditereignisses besteht somit die hohe Wahrscheinlichkeit, dass die
Anleger nur einen Bruchteil des erworbenen Nennbetrages einer Derivativen
Schuldverschreibung zurückerhalten und Zinsverluste erleiden.
Für eine vorzeitige Rückzahlung einer Derivativen Schuldverschreibung bezogen auf mehrere
Referenzschuldner kann es ausreichend sein, dass bereits in Bezug auf einen einzigen
Referenzschuldner ein maßgebliches Kreditereignis vorliegt. Für die Anleger ergibt sich daher bei
Derivativen Schuldverschreibungen in der Variante Nth-to-Default bezogen auf mehrere
Referenzschuldner unter Umständen ein erhöhtes Risiko im Vergleich zu einer festverzinslichen,
nicht nachrangigen und unbesicherten Unternehmensanleihe eines einzelnen Referenzschuldners
oder einer Derivativen Schuldverschreibung gekoppelt an nur einen Referenzschuldner.
Es besteht das Risiko, dass die Anleger der Derivativen Schuldverschreibungen aufgrund eines
maßgeblichen Kreditereignisses lediglich einen der vom Kapitalmarkt erwarteten Insolvenzquote
für Verbindlichkeiten des vom Kreditereignis betroffenen Referenzschuldners vergleichbaren Anteil
des erworbenen Nennbetrages erhalten und im Extremfall einen Totalverlust erleiden.
Die Schuldverschreibungen begründen kein Rechtsverhältnis zwischen den Anleihegläubigern und
den Referenzschuldnern und weder die Emittentin noch die Anleihegläubiger haben Eigentumsoder Sicherungsrechte oder -berechtigungen an oder in Bezug auf Referenzverbindlichkeiten. Im
Verlustfall haben Anleihegläubiger keinen Rückgriffsanspruch gegen den jeweiligen
Referenzschuldner.
Weder die Emittentin noch eine andere Person im Auftrag der Emittentin sichert die Bonität eines
Referenzschuldners oder sonst zu, dass hinsichtlich eines Referenzschuldners kein Kreditereignis
eintritt, oder übernimmt hierfür in sonstiger Weise die Verantwortung.
Veröffentlichte Bonitätsbewertungen über Referenzschuldner
In den Endgültigen Bedingungen können Bonitätsbewertungen der festgelegten
Referenzschuldner von privaten Institutionen wiedergegeben werden. Moody’s Investors Service,
Inc. ("Moody’s"), Standard and Poor’s ("S&P"), a division of The McGraw-Hill Companies, Inc. und
Fitch Ratings ("Fitch") ("Moody’s" bzw. "S&P" bzw. "Fitch" einzeln jeweils eine "Ratingagentur" und
gemeinsam die "Ratingagenturen") befassen sich schwerpunktmäßig mit der Beurteilung der
Bonität von Unternehmen in aller Welt und der Sammlung relevanter Daten zu diesen
Unternehmen. In Abhängigkeit von der Einschätzung der Bonität der überprüften Unternehmen
vergeben die Ratingagenturen ein sogenanntes "Rating". Hierbei wird eine Klassifizierung eines
Unternehmens, das als Emittent am Kapitalmarkt auftritt oder auftreten will, mit Hilfe von
Ratingskalen vorgenommen. Das Rating bezieht sich auf die Bonität eines Emittenten, das heißt,
auf dessen Fähigkeit, die mit einem Finanzinstrument verbundenen Zahlungsverpflichtungen
vollständig und rechtzeitig zu erfüllen.
Zwischen Ratings und den Ausfallraten von Unternehmen bestehen statistisch nachweisbare
Zusammenhänge. Die von den Ratingagenturen aufgestellten Statistiken sind weltweit bekannt,
basieren auf und sind Ausgangspunkt für zahlreiche wissenschaftliche Studien und die Grundlage
der Finanzierung an den internationalen Kapitalmärkten.
58
Das Ratingsymbol stellt trotz seiner weit verbreiteten Anwendung lediglich eine komprimierte
Bewertungsgröße der Zahlungsfähigkeit eines Emittenten dar. Die Einflussgrößen für das
Zustandekommen eines Ratingergebnisses sind nicht immer transparent, da das Rating u.a. von
den Informationen des zu beurteilenden Unternehmens an die Ratingagentur und deren
Vollständigkeit wie auch von der individuellen Analystenmeinung bei der jeweiligen Ratingagentur
abhängt. Die Ratingagenturen weisen ausdrücklich darauf hin, dass ihre Ratings lediglich als
Unterstützung und nicht als Ersatz für eigene Analysen dienen sollen.
Es wird zwischen Langfrist- und Kurzfrist-Ratings mit entsprechender Bedeutung für die Fristigkeit
ausstehender Finanzinstrumente unterschieden. Ein für die Beurteilung eines Referenzschuldners
etwaiges relevantes Langfrist-Rating wird mittels der in der umseitigen Tabelle aufgeführten und
erläuterten Ratingsymbole dargestellt:
59
Moody's
S&P
Fitch
Bedeutung
Rating-Symbol (Langfrist-Rating)
Außergewöhnlich gute Bonität
Aaa
AAA
AAA
Höchste Qualität der Schuldtitel, d. h.
außergewöhnliche finanzielle Sicherheit der
Zins- und Tilgungszahlungen
Exzellent gute Bonität
AA+
AA+
Aa2
AA
AA
Aa3
AA-
AA-
Hohe Qualität, d. h. sehr gute bis gute
finanzielle
Sicherheit
der
Zinsund
Tilgungszahlungen
Gute Bonität
A1
A+
A+
A2
A
A
A3
A-
A-
Baa1
BBB+
BBB+
Baa2
BBB
BBB
Baa3
BBB-
BBB-
Gute bis angemessene Deckung von Zins und
Tilgung, viele günstige Anlageeigenschaften,
aber auch Elemente, die sich bei Veränderung
der wirtschaftlichen Lage negativ auswirken
können
Angemessen
gute
Qualität,
wirtschaftliche
Bedingungen
Veränderungen
können
Leistungsvermögen schwächen
Investment Grade-Bereich
Aa1
widrige
oder
das
Spekulative Bonität
BB+
BB+
Ba2
BB
BB
Ba3
BB-
BB-
B1
B+
B+
B2
B
B
B3
B-
B-
Spekulatives Element, aber noch im guten
wirtschaftlichen Umfeld, mäßige Deckung für
Zins- und Tilgungsleistungen bei ungünstigen
wirtschaftlichen Bedingungen
Sehr
spekulativ,
geringe
Sicherung
langfristiger Zins- und Tilgungszahlungen
Höchstspekulative Bonität
CCC+
CCC+
CCC
CCC
CCC-
CCC-
Ca
CC
CC
Höchstspekulative Titel, Vertragsverletzung
offenkundig
C
C
C
Bei Moody's niedrigste Stufe und bereits im
Zahlungsverzug
Caa
Niedrigste Qualität, akute Gefährdung und
geringster Anlegerschutz, erste Anzeichen
von Zahlungsverzug
Default
DDD
---
D
DD
Zahlungsverzug bzw. –unfähigkeit
D
60
Speculative Grade-Bereich
Ba1
Die Ratingagenturen ergänzen das Rating um die Angabe eines sogenannten "Ausblicks", der von
"negativ" über "stabil" bis "positiv" reichen kann. Dieser Ausblick soll dem Kapitalmarkt ein Gefühl
über die Richtung eines künftigen Ratings vermitteln.
Änderung
des
Referenzschuldners
Referenzschuldnerportfolios
oder
der
Zusammensetzung
des
Durch Fusion oder andere Ereignisse kann sich der Referenzschuldner bzw. bei mehreren
Referenzschuldnern die Zusammensetzung des Referenzschuldnerportfolios ändern. Somit
besteht das Risiko, dass der Referenzschuldner bzw. die Zusammensetzung des
Referenzschuldnerportfolios nach solchen Änderungen nicht mehr mit dem Referenzschuldnern
bzw. der Zusammensetzung des Referenzschuldnerportfolios vor solchen Änderungen
wirtschaftlich vergleichbar sind. Das aus der Änderung der Referenzschuldner möglicherweise
resultierende Risiko tragen die Gläubiger der Schuldverschreibungen.
Ersetzung von Referenzverbindlichkeiten
Unter bestimmten in den Endgültigen Bedingungen vorgesehenen Umständen kann eine
Referenzverbindlichkeit durch eine Ersatz-Referenzverbindlichkeit ersetzt werden. Für den Fall,
dass eine Ersatzreferenzverbindlichkeit nicht identifiziert werden kann, können die Endgültigen
Bedingungen eine Ersetzung durch eine Alternative Verbindlichkeit, ein Barausgleich statt einer
vorgesehenen physischen Lieferung, wobei etwaige zu zahlende Beträge auch von der
Berechnungsstelle
geschätzt
werden
können,
oder
das
Erlöschen
bestimmter
Zahlungsverpflichtungen der Emittentin vorsehen.
Zusätzliche Risiken bei Rückzahlung durch Barausgleich
Im Falle eines Barausgleichs aufgrund eines Kreditereignisses können die Endgültigen
Bedingungen vorsehen, dass die Berechnung des zu zahlenden Betrages in der Regel auf dem
Marktwert der betreffenden Referenzverbindlichkeiten nach Eintritt des Kreditereignisses im
Verhältnis
zu
deren
Nominalwert
basiert.
Der
Marktwert
der
betreffenden
Referenzverbindlichkeit(en) kann nach Eintritt eines Kreditereignisses erheblich im Wert sinken
und zudem sowohl vor als auch noch nach dem betreffenden Festlegungstag erheblichen
Schwankungen nach oben und unten unterliegen. Der Erlös aus dem Barausgleich reicht
voraussichtlich nicht aus, um andere Verbindlichkeiten mit gleichem Nennbetrag wie die
Referenzverbindlichkeiten zu erwerben.
Zusätzliche Risiken bei Vorzeitiger Rückzahlung durch physische Lieferung
Sehen die Endgültigen Bedingungen im Falle eines Kreditereignisses Lieferung Lieferbarer
Verbindlichkeiten des betroffenen Referenzschuldners vor, kann für die Ermittlung der Anzahl der
zu liefernden Verbindlichkeiten vor allem deren Nominalwert im Verhältnis zum Nominalwert der
Derivativen Schuldverschreibungen maßgeblich sein. Der Marktwert der zu liefernden
Verbindlichkeiten nach Eintritt des Kreditereignisses bleibt dagegen außer Betracht.
Kommt es nach Eintritt eines Kreditereignisses zur Lieferung Lieferbarer Verbindlichkeiten, so
werden Letztere zudem in aller Regel hinsichtlich ihrer Restlaufzeit nicht der ursprünglich
vorgesehenen verbleibenden Restlaufzeit der kreditereignisabhängigen Schuldverschreibungen
zum Zeitpunkt des Eintritts des Kreditereignisses entsprechen. Dies bedeutet, dass der Anleger
eine Änderung seines ursprünglichen Investitionshorizontes erfährt. Darüber hinaus ist der
61
Marktwert gelieferter Verbindlichkeiten mit langer Laufzeit im Verhältnis zu ihrem Nominalwert
geringer als bei Verbindlichkeiten kürzerer Laufzeit. Zudem ergibt sich bei einer Lieferung von
Lieferbaren Verbindlichkeiten mit einer längeren Restlaufzeit als die der kreditereignisabhängigen
Schuldverschreibungen zum Zeitpunkt des Eintritts des Kreditereignisses ein im Vergleich zu
seinem ursprünglichen Investment erhöhtes Risiko aus einem möglichen Anstieg des allgemeinen
Zinsniveaus nach der Lieferung derartiger Lieferbarer Verbindlichkeiten. Diese Risiken trägt der
Anleger.
Im Falle der Lieferung von Lieferbaren Verbindlichkeiten des von dem Kreditereignis betroffenen
Referenzschuldners bei Vorzeitiger Kündigung der Schuldverschreibungen durch die Emittentin
trägt der Anleger das Risiko des Wertverfalls der Lieferbaren Verbindlichkeiten.
Bei Lieferbaren Verbindlichkeiten, die auf eine andere Währung als die Festgelegte Währung der
Schuldverschreibungen lauten, sind Anleihegläubiger zusätzlich dem Risiko schwankender
Devisenkurse ausgesetzt. Dieses Risiko kommt zu dem Risiko des Kurswertverfalls der
Lieferbaren Verbindlichkeit hinzu.
Eingeschränkte Liquidität von Lieferbaren Verbindlichkeiten
Die jeweilige Lieferbare Verbindlichkeit kann über keine oder nur eine eingeschränkte Liquidität
verfügen. Die Liquidität einer Lieferbaren Verbindlichkeit wird sich im Allgemeinen mit
Fluktuationen des zu Grunde liegenden Marktes, volkwirtschaftlichen Bedingungen, nationalen
und internationalen politischen Entwicklungen, der Entwicklung in einer bestimmten Branche und
der Bonität des betreffenden Referenzschuldners ändern.
Die Referenzverbindlichkeit kann zudem Verkaufs- und Übertragungsbeschränkungen unterliegen
und als illiquide betrachtet werden. Im Besondern kann nach Eintritt eines Kreditereignisses
gerade auch die eingeschränkte Liquidität einer Referenzverbindlichkeit zu einer Verringerung des
Marktwerts der Referenzverbindlichkeit führen.
Marktvolatilität und andere Faktoren
Der Markt für Anleihen und kreditereignisabhängige Anleihen kann volatil sein und von
einer Vielzahl von Faktoren beeinflusst werden.
Sollte sich während der Laufzeit einer kreditereignisabhängigen Schuldverschreibung die Bonität
zumindest eines Referenzschuldners deutlich verschlechtern, ohne dass jedoch unmittelbar der
Eintritt eines Kreditereignisses bevorsteht oder droht, so kann dies – auch in Abhängigkeit von den
Korrelationen der Vermögenswerte der Referenzschuldner untereinander bei mehreren
Referenzschuldnern – einen erheblichen negativen Einfluss auf die Kursentwicklung der
Schuldverschreibungen haben (siehe nachfolgend Korrelationsrisiken bei mehreren
Referenzschuldnern).
Der Kurs der Schuldverschreibungen ist zudem abhängig von der Entwicklung der Marktpreise
von anderen Kreditderivaten in Bezug auf den bzw. die Referenzschuldner.
Diese Kreditderivate unterliegen ihrerseits der Volatilität. Die Marktpreisentwicklung in Bezug auf
die betreffenden Kreditderivate kann sich dabei von der Kursentwicklung der
Schuldverschreibungen im Zuge einer Bonitätsverschlechterung des bzw. eines
Referenzschuldners unterscheiden und kann eine (negative) Kursveränderung der
Schuldverschreibungen noch verstärken.
Die Marktpreisentwicklung von Kreditderivaten ist zudem nicht nur von der Bonitätserwartung
bezüglich des bzw. der betreffenden Referenzschuldner abhängig, sondern beispielsweise auch
von der Markterwartung in Bezug auf die allgemeine Ausfallwahrscheinlichkeit von Schuldnern.
62
Dies kann zur Folge haben, dass sich der Kurs der Schuldverschreibungen aufgrund von
Preisveränderungen im gesamten Kreditderivatemarkt negativ entwickelt, auch wenn hinsichtlich
des bzw. der den Schuldverschreibungen zu Grunde liegenden Referenzschuldner(s) keinerlei
Änderung der Bonitätserwartung eingetreten ist.
Im Fall einer kreditereignisabhängigen Schuldverschreibung und Nth-to-Default kann zudem die
Tatsache, dass bereits ein oder mehrere Kreditereignisse in Bezug auf Referenzschuldner, wenn
auch noch nicht auf den "Nten" Referenzschuldner, eingetreten sind, einen erheblichen negativen
Einfluss auf die Kursentwicklung der Schuldverschreibungen haben.
Korrelationsrisiken bei mehreren Referenzschuldnern
Der Kurs der kreditereignisabhängigen Schuldverschreibungen bezogen auf mehrere
Referenzschuldner kann durch die Korrelation der Vermögenswerte der einzelnen
Referenzschuldner untereinander negativ beeinflusst werden.
Der im Folgenden benutzte Begriff der "Korrelation" bezieht sich jeweils auf die
Vermögenskorrelation
(engl.
Fachbegriff
"asset
correlation")
mindestens
zweier
Referenzschuldner. Eine positive Korrelation weist darauf hin, dass sich die Vermögenswerte
zweier Referenzschuldner in dem betreffenden Zeitraum tendenziell in dieselbe Richtung bewegt
haben, eine negative, dass die Bewegung tendenziell entgegengerichtet war.
Die Korrelation wird dabei durch den Korrelationskoeffizienten beschrieben, der den linearen
Zusammenhang zwischen zwei Merkmalen beschreibt. Der Korrelationskoeffizient kann Werte
zwischen -1, d.h. Gegenbewegung, und +1, d.h. gleichgerichtete Bewegung, annehmen. Bei einer
linear unabhängigen Bewegung nimmt der Korrelationskoeffizient einen Wert von 0 an. Der
Korrelationskoeffizient dient nicht zur Darstellung von kausalen Zusammenhängen oder
Übereinstimmungen.
Bei
kreditereignisabhängigen
Schuldverschreibungen
führt
eine
Veränderung
des
Korrelationskoeffizienten in Richtung von 0 – unter Annahme gleich bleibenden Zinsniveaus und
stabiler Bonität – tendenziell zu einem niedrigeren Kurs der kreditereignisabhängigen
Schuldverschreibungen.
Im Falle einer sich deutlich verschlechternden Bonität zumindest eines Referenzschuldners würde
der Kurs der kreditereignisabhängigen Schuldverschreibungen bei Zunahme der Korrelationen
ebenfalls deutlich sinken.
Risikoausschließende oder risikoeinschränkende Geschäfte
Inhaber von Schuldverschreibungen sollten nicht darauf vertrauen, dass sie während der Laufzeit
der Schuldverschreibungen Geschäfte abschließen können, durch deren Abschluss sie in der
Lage sind, ihre Risiken im Zusammenhang mit den von ihnen gehaltenen Schuldverschreibungen
auszuschließen. Ob dies möglich ist, hängt von den Marktverhältnissen und von den dem
jeweiligen Geschäft zu Grunde liegenden Bedingungen ab. Unter Umständen können solche
Geschäfte überhaupt nicht oder nur zu einem ungünstigen Marktpreis getätigt werden, so dass ein
entsprechender Verlust entsteht.
Potentielle Anleger in die Schuldverschreibungen, die sich mit einem Kauf der
Schuldverschreibungen gegen Marktrisiken in Verbindung mit einer risikomäßig gegenläufigen
Position in den möglichen Referenzverbindlichkeiten oder Lieferbaren Verbindlichkeiten eines oder
mehrerer Referenzschuldner absichern möchten, sollten sich der damit verbundenen
Schwierigkeiten bewusst sein. So ist zum Beispiel der Wert der Schuldverschreibungen nicht
notwendig unmittelbar an den Wert möglicher Referenzverbindlichkeiten oder Lieferbarer
63
Verbindlichkeiten eines oder mehrerer Referenzschuldner gekoppelt. Unter anderem aufgrund von
Angebots- und Nachfrageschwankungen während der Laufzeit der Schuldverschreibungen kann
keine Gewähr für eine parallele Wertentwicklung zu möglichen Referenzverbindlichkeiten oder
Lieferbaren Verbindlichkeiten eines oder mehrerer Referenzschuldner übernommen werden.
Interessenkonflikte hinsichtlich der Referenzschuldner
Die Emittentin und ihre verbundenen Unternehmen sind berechtigt, Schuldverschreibungen für
eigene Rechnung oder für Rechnung Dritter zu kaufen und zu verkaufen, weitere
Schuldverschreibungen zu begeben und Geschäfte betreffend Referenzverbindlichkeiten sowie
Lieferbarer Verbindlichkeiten der Referenzschuldner abzuschließen. Die Emittentin sowie ihre
Konzerngesellschaften sind berechtigt, in Bezug auf die Schuldverschreibungen eine andere
Funktion als die derzeitige auszuüben und außerdem in Bezug auf die möglichen
Referenzverbindlichkeiten und Lieferbaren Verbindlichkeiten oder die Referenzschuldner weitere
Derivative Instrumente zu begeben. Diese Geschäfte können einen positiven oder einen negativen
Einfluss auf die Kursentwicklung der Schuldverschreibungen haben. Eine Einführung weiterer,
konkurrierender Produkte auf dem Markt kann den Wert der Schuldverschreibungen
beeinträchtigen. Die Emittentin und ihre verbundenen Unternehmen sind berechtigt, in Verbindung
mit künftigen Emissionen seitens der Referenzschuldner als Konsortialbank, als Finanzberater des
jeweiligen Referenzschuldners oder als Geschäftsbank des Referenzschuldners zu fungieren. Aus
diesen Tätigkeiten können Interessenkonflikte bei der HSH Nordbank als Emittentin der
Schuldverschreibungen erwachsen.
Die Emittentin und ihre verbundenen Unternehmen verfügen möglicherweise am Ausgabetag der
Schuldverschreibungen oder anschließend über Informationen in Bezug auf Referenzschuldner,
die für Inhaber von Schuldverschreibungen wesentlich ein können und die möglicherweise nicht
öffentlich zugänglich oder den Anleihegläubigern nicht bekannt sind. Die Emittentin ist nicht
verpflichtet, den Anleihegläubigern solche Informationen offen zu legen.
Ratings betreffend die Emittentin
Die Ratings des Angebotsprogramms der Emittentin spiegeln die Bonität der Emittentin wider,
keinesfalls aber die möglichen Auswirkungen der vorstehend beschriebenen Faktoren oder
sonstiger Faktoren auf dem Marktwert von Schuldverschreibungen. Entsprechend sollten
potentielle Anleger die Risiken im Zusammenhang mit einer Anlage in Schuldverschreibungen und
die Eignung solcher Schuldverschreibungen angesichts ihrer persönlichen Umstände mit ihrem
eigenen Finanz- und Rechtsberatern erörtern.
Risiken betreffend SoFFin Garantierte Schuldverschreibungen
Eine Anlage in SoFFin Garantierte Schuldverschreibungen unterliegt grundsätzlich den bereits
vorstehend beschriebenen Risiken. Die Risiken bezüglich der Emittentin und der
Zahlungsfähigkeit der Emittentin sind jedoch im Falle von SoFFin Garantierten
Schuldverschreibungen dadurch begrenzt, dass alle Zahlungsverpflichtungen der Emittentin aus
den SoFFin Garantierten Schuldverschreibungen durch die SoFFin-Garantie abgedeckt sind.
Risikofaktoren betreffend Pfandbriefe
Pfandbriefe unterliegen grundsätzlich denselben Risiken, die bereits unter "Risikofaktoren
betreffend die Schuldverschreibungen" (siehe oben, Seite 42 mit Ausnahme des Abschnitts
"Zusätzliche
Risikofaktoren
hinsichtlich
der
Kreditereignisabhängigkeit
der
64
Schuldverschreibungen") beschrieben wurden. Bei Pfandbriefen ist jedoch zu beachten, dass die
Risiken bezüglich der Zahlungsfähigkeit der Emittentin und derivativer Rückzahlungen dadurch
begrenzt sind, dass (i) die Pfandbriefe durch Vermögenswerte gedeckt sind, die den
Pfandbriefgläubigern im Falle einer Insolvenz einer Pfandbriefbank vorrangig zur Verfügung
stehen (siehe Abschnitt "H. Zusätzliche Wertpapierinformationen über die Pfandbriefe") und (ii) der
bei Ausgabe eines Pfandbriefs festgelegte Nominalbetrag nicht an derivative Elemente gekoppelt
werden kann.
Die Emissionsbedingungen Pfandbriefe und die Emissionsbedingungen für Jumbo-Pfandbriefe
gewähren den Pfandbriefgläubigern keine vorzeitigen Kündigungsrechte und etwaige, durch
Quellensteuern verursachte Einbehalte auf Zinszahlungen werden nicht ausgeglichen.
Etwaige Kündigungsrechte, die Pfandbriefgläubigern aus gesetzlichen Gründen zwingend
zustehen, werden nicht eingeschränkt. Etwaige künftige Änderungen gesetzlicher Grundlagen können
Änderungen der Kündigungsrechte zur Folge haben. Die Emittentin kann künftig entsprechende
Anpassungen in den auf Pfandbriefe anwendbaren Kündigungsrechten vorsehen.
Im Falle von Pfandbriefen mit derivativer Zinskomponente sind zudem diejenigen Risiken zu
beachten,
die
oben
unter
"Zusätzliche
Risikofaktoren
betreffend
Derivative
Schuldverschreibungen" aufgeführt sind.
Risiken betreffend Genussscheine
Die Gläubiger von Genussscheinen sind dem Risiko ausgesetzt, dass sie evtl. keine oder eine
geringere Ausschüttung erhalten, als erwartet, oder dass Ausschüttungen zu einem späteren
Zeitpunkt vorgenommen werden, als ursprünglich vorgesehen. Darüberhinaus besteht für
Gläubiger von Genussscheinen das Risiko, dass der bei Endfälligkeit fällige Betrag reduziert wird
(aufgrund von Bilanzverlusten während der Laufzeit der Genussscheine), so dass die Gläubiger
von Genussscheinen weniger als den ursprünglich erworbenen Nominalbetrag erhalten.
Darüberhinaus gelten grundsätzlich die oben beschriebenen Risikofaktoren auch für
Genussscheine (siehe Seite 42ff., ausgenommen die Abschnitte "Zusätzliche Risikofaktoren
betreffend Derivative Schuldverschreibungen" und "Zusätzliche Risikofaktoren hinsichtlich der
Kreditereignisabhängigkeit der Schuldverschreibungen"), insbesondere der Risikofaktor
"Nachrangige Schuldverschreibungen", da die Ansprüche aus den Genussscheinen allen anderen
nicht-nachrangigen Ansprüchen von Gläubigern der HSH Nordbank im Range nachstehen.
65
Allgemeine Hinweise
Soweit sich nicht aus dem Zusammenhang etwas anderes ergibt, bezeichnen die Begriffe
"Emittentin", "Einzelinstitut" und "HSH Nordbank AG" die HSH Nordbank AG und die
Begriffe "Bank" und "HSH Nordbank Konzern" und "Konzern" die HSH Nordbank AG
einschließlich ihrer in ihren Konsolidierungskreis einbezogenen Tochtergesellschaften
(siehe hierzu Abschnitt "Organisationsstruktur" der "Emittentenangaben"). Dies gilt nicht
für die F-Seiten. In den F-Seiten bezeichnen die Begriffe "die Bank" und "das Einzelinstitut"
die HSH Nordbank AG und "Konzern" oder "Gruppe" die HSH Nordbank AG einschließlich
ihrer in ihren Konsolidierungskreis einbezogenen Tochtergesellschaften.
Die Emittentin hat diesen Basisprospekt gemäß § 13 Absatz (1) Satz 2 WpPG, welcher eine
Vollständigkeitsprüfung des Basisprospektes einschließlich einer Prüfung der Kohärenz
und Verständlichkeit der vorgelegten Informationen verlangt, der zuständigen Behörde, der
Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ("BaFin"), zur Billigung vorgelegt und der
zuständigen Behörde mitgeteilt, dass sie beabsichtigt, gemäß dem Angebotsprogramm
begebene Nicht-Dividendenwerte in Deutschland öffentlich anzubieten. Die Emittentin hat
bei der BaFin beantragt, dass diese den zuständigen Behörden anderer Aufnahmestaaten
des Europäischen Wirtschaftsraums, eine Bescheinigung über die Billigung des
Basisprospektes zukommen lässt, aus der hervorgeht, dass der Basisprospekt gemäß dem
deutschen WpPG, welches die Richtlinie 2003/71/EG der Europäischen Parlamentes und
des Rates vom 4. November 2003 (die "Prospektrichtlinie") in deutsches Recht umsetzt,
erstellt wurde. Die Emittentin behält sich vor, zu einem späteren Zeitpunkt
Notifizierungsverfahren zum Angebot und zur Börseneinführung der Nicht-Dividendenwerte
in anderen Staaten des europäischen Wirtschaftsraumes durchzuführen.
Dieser Basisprospekt wurde in deutscher Sprache abgefasst. Die Endgültigen Bedingungen
legen fest, dass in Bezug auf eine bestimmte Serie von Nicht-Dividendenwerten entweder
die deutsche Sprachfassung oder die englische Sprachfassung der Emissionsbedingungen
verbindlich ist.
Die HSH Nordbank AG kann auf Grundlage dieses Basisprospektes für einen Zeitraum von
bis zu zwölf Monaten ab dem Datum der Veröffentlichung dieses Basisprospektes unter
dem Angebotsprogramm für Nicht-Dividendenwerte (das "Angebotsprogramm") begebene,
deutschem oder englischem Recht unterliegende Standardschuldverschreibungen bzw.
Standard Notes und deutschem oder englischem Recht unterliegende Derivative
Schuldverschreibungen bzw. Derivative Notes, einschließlich solcher ohne Nennbetrag,
jeweils mit oder ohne Nachrang und Kreditereignisabhängigkeit, vom SoFFin garantierte
Inhaberschuldverschreibungen, sowie deutschem Recht unterliegende Hypotheken- und
Schiffspfandbriefe sowie Öffentliche Pfandbriefe und Genussscheine anbieten. Der
Nennbetrag der Nicht-Dividendenwerte, die Emissionswährung, die gegebenenfalls auf die
Nicht-Dividendenwerte zu zahlenden Zinsen, die Ausgabepreise und die Laufzeiten der
Nicht-Dividendenwerte sowie sämtliche sonstigen nicht in diesem Basisprospekt
enthaltenen Bedingungen, die für eine bestimmte Tranche (wie in den
"Emissionsbedingungen" definiert) der Nicht-Dividendenwerte gelten, sind im jeweiligen,
die endgültigen Bedingungen im Sinne des Art. 26 Ziff. 5 Verordnung (EG) Nr. 809/2004 der
Kommission vom 29. April 2004 enthaltenden Dokument (jeweils "Endgültige
Bedingungen") festgelegt. Die Nicht-Dividendenwerte können auf die Währung Euro oder
andere in den jeweiligen Endgültigen Bedingungen festgelegte Währungen lauten.
Die Emittentin wird, sofern notwendig, weitere Wertpapierprospekte für solche Wertpapiere
erstellen und von der jeweils zuständigen Behörde billigen lassen, die zwar unter dem
66
Angebotsprogramm begeben, jedoch nicht auf der Grundlage dieses Basisprospektes
angeboten werden.
Inhaberwertpapiere einer Tranche bzw. Serie werden zunächst in einer temporären
Globalurkunde und anschließend in einer Dauerglobalurkunde verbrieft, die bei
Clearstream Banking AG, Frankfurt oder einem anderen in den Endgültigen Bedingungen
bezeichneten Verwahrer hinterlegt wird. Effektive Stücke werden nicht ausgegeben, es sei
denn, die Endgültigen Bedingungen sehen die Ausgabe effektiver Stücke vor. Die NichtDividendenwerte können entsprechend den Bestimmungen des betreffenden
Clearingsystems übertragen werden.
Die Emittentin kann diese Nicht-Dividendenwerte an oder über Konsortialbanken und
andere jeweils von der Emittentin benannte Händler ("Dealer") sowie an andere Käufer
verkaufen. Werden Nicht-Dividendenwerte über Dealer verkauft, werden diese in den
betreffenden Endgültigen Bedingungen aufgeführt.
In Verbindung mit einer Anlage in die Nicht-Dividendenwerte zu berücksichtigende
Risikofaktoren sind im Abschnitt "Risikofaktoren" aufgeführt.
Die Zulassung der im Rahmen des Angebotsprogramms zu begebenden NichtDividendenwerte zum Handel im regulierten Markt der Hanseatischen Wertpapierbörse
Hamburg und zum Geregelten Markt (Regulated Market). Die Nicht-Dividendenwerte können
jedoch gemäß den Angaben in den jeweiligen Endgültigen Bedingungen auch an anderen
Börsen notiert werden oder es könnte von einer Börsennotierung abgesehen werden.
Dieser Basisprospekt ist in Zusammenhang mit etwaigen Nachträgen zum Basisprospekt
zu lesen. Die in den jeweiligen Endgültigen Bedingungen veröffentlichten endgültigen
Bedingungen einer Wertpapieremission sind in Zusammenhang mit diesem Basisprospekt
und etwaigen Nachträgen zu lesen.
Die Nicht-Dividendenwerte bzw. die ggf. aufgrund einer Rückzahlung zu liefernden
Wertpapiere sind nicht und werden in Zukunft nicht nach den Vorschriften des U.S.
Securities Act of 1933, in der jeweils gültigen Fassung, ("Securities Act") registriert und der
Handel mit den Nicht-Dividendenwerten wurde nicht von der U.S. Commodity Futures
Trading Commission gemäß des U.S. Commodity Exchange Act, in der jeweils Fassung,
genehmigt. Die Nicht-Dividendenwerte unterliegen eventuell bestimmten Voraussetzungen
des U.S.-Steuerrechts. Abgesehen von bestimmten Ausnahmen dürfen die NichtDividendenwerte bzw. die ggf. aufgrund einer Rückzahlung zu liefernden Wertpapiere nicht
innerhalb der Vereinigten Staaten von Amerika oder einer, bzw. für Rechnung oder
zugunsten einer, U.S.-Person angeboten, verkauft oder geliefert werden. Die
Schuldverschreibungen bzw. die ggf. aufgrund einer Rückzahlung zu liefernden
Wertpapiere können weder von einem dem U.S. Employee Retirement Income Security Act
of 1974 unterliegenden Mitarbeiterbeteiligungsprogramm (employee benefit plan), noch von
einem Section 4975 des U.S. Internal Revenue Code of 1986 (in der jeweils gültigen
Fassung) unterliegenden Programm, noch von einer Einheit erworben werden, deren
Vermögenswerte
als
solche
eines
derartigen
Programms
gelten
(siehe
"Verkaufsbeschränkungen" unter Abschnitt J. der Wertpapierbeschreibung).
Die Nicht-Dividendenwerte dürfen innerhalb der Vertragsstaaten des Europäischen
Wirtschaftsraums ab dem Zeitpunkt, zu dem die "Richtlinie 2003/71/EG des Europäischen
Parlaments und des Rates vom 4. November 2003 betreffend den Prospekt, der beim
öffentlichen Angebot von Wertpapieren oder bei deren Zulassung zum Handel zu
veröffentlichen ist, und zur Änderung der Richtlinie 2001/34/EG" ("Prospektrichtlinie") in
den betreffenden Vertragsstaaten umgesetzt wird ("Umsetzungszeitpunkt"), nur in
Übereinstimmung mit den Bestimmungen der Prospektrichtlinie und den in den
67
betreffenden Vertragsstaaten zur Umsetzung der Prospektrichtlinie erlassenen Gesetzen
und Vorschriften öffentlich angeboten und veräußert werden.
Im Zusammenhang mit jeder Emission von Nicht-Dividendenwerten kann eine in den
betreffenden Endgültigen Bedingungen benannte Person als kursstabilisierende Stelle (die
"Kursstabilisierende Stelle") tätig werden und in dieser Funktion Mehrzuteilungen
hinsichtlich der Nicht-Dividendenwerte vornehmen oder Transaktionen tätigen, um den
Kurs der Nicht-Dividendenwerte über demjenigen Kurs zu stützen, der andernfalls im Markt
vorherrschen würde. Allerdings wird keine Gewähr dafür übernommen, dass die
Kursstabilisierende Stelle tatsächlich derartige Stabilisierungsmaßnahmen vornehmen
wird. Stabilisierungsmaßnahmen können an oder nach dem Tag beginnen, an dem die
Bedingungen für das Angebot der betreffenden Nicht-Dividendenwerte in angemessener
Weise öffentlich bekannt gemacht werden; etwaige Stabilisierungsmaßnahmen dürfen
jederzeit beendet werden, müssen jedoch spätestens 30 Kalendertage nach dem
Ausgabetag der betreffenden Nicht-Dividendenwerte oder, sollte dieser Zeitpunkt vor dem
vorgenannten Zeitpunkt eintreten, 60 Kalendertage nach der Zuteilung der betreffenden
Nicht-Dividendenwerte, oder spätestens zu demjenigen Zeitpunkt beendet sein, der
stattdessen für die Rechtsordnung, in der die betreffenden Stabilisierungsmaßnahmen
ergriffen werden, maßgeblich ist. Stabilisierungsmaßnahmen werden in sämtlichen
maßgeblichen Rechtsordnungen stets in Übereinstimmung mit sämtlichen maßgeblichen
Gesetzen, Verordnungen und sonstigen Regelungen durchgeführt.
Die Verwendung dieses Basisprospektes ist ausschließlich für Zwecke einer
Anlageentscheidung über die in diesem Basisprospekt beschriebenen NichtDividendenwerte gestattet. Jede darüber hinausgehende Nutzung des Basisprospektes ist
unzulässig.
Dieser Basisprospekt darf insbesondere weder ganz oder teilweise reproduziert oder weiter
vertrieben werden.
Ausschließlich die HSH Nordbank AG sowie gegebenenfalls die sonstigen in diesem
Basisprospekt genannten Quellen, haben die zur Erstellung dieses Basisprospektes
benötigten Informationen zur Verfügung gestellt. Die Dealer haben die in diesem
Basisprospekt enthaltenen Informationen nicht auf ihre Richtigkeit und Vollständigkeit
überprüft. Die in diesem Basisprospekt genannten Dealer geben dementsprechend weder
ausdrücklich noch stillschweigend Zusicherungen oder Gewährleistungen hinsichtlich der
Richtigkeit und Vollständigkeit dieser Informationen ab und übernehmen ferner keine
Haftung für Richtigkeit oder Vollständigkeit dieser Informationen.
Die HSH Nordbank AG hat niemanden zur Abgabe von Gewährleistungen oder zur
Weiterleitung von Informationen betreffend die Bank oder die Nicht-Dividendenwerte
ermächtigt, die über den Inhalt dieses Basisprospektes, seiner etwaigen Nachträge, der
betreffenden Endgültigen Bedingungen hinausgehen. Dementsprechend gelten etwa
abgegebene Gewährleistungen oder Informationen nicht als von der HSH Nordbank AG
oder von den Dealern ermächtigt.
Es ist nicht gewährleistet, dass sämtliche in diesem Basisprospekt, seinen etwaigen
Nachträgen oder in den betreffenden Endgültigen Bedingungen enthaltenen Informationen
nach ihrer jeweiligen Veröffentlichung noch zutreffend sind. Die Emittentin wird jedoch
gemäß § 16 WpPG jeden wichtigen neuen Umstand oder jede wesentliche Unrichtigkeit in
Bezug auf die in diesem Basisprospekt und seinen etwaigen Nachträgen enthaltenen
Angaben, die die Beurteilung der Nicht-Dividendenwerte beeinflussen können, jeweils in
einem Nachtrag zum Basisprospekt bekannt geben. Die Dealer haben sich weder zur
Überprüfung der Richtigkeit oder Vollständigkeit der veröffentlichten Informationen
68
während der Gültigkeit des Basisprospektes noch zur Weiterleitung von Informationen, die
die Dealer in sonstiger Weise erhalten, an Anleger verpflichtet.
Dieser Basisprospekt beinhaltet weder ein Verkaufsangebot noch eine Aufforderung zum
Erwerb der Nicht-Dividendenwerte in Ländern, in denen ein solches Angebot oder eine
solche Aufforderung zum Erwerb unzulässig wäre. Die Veröffentlichung oder der Vertrieb
dieses Basisprospektes sowie Verkaufsangebote oder der Verkauf von NichtDividendenwerten kann in bestimmten Ländern rechtlich unzulässig sein. Weder die
HSH Nordbank AG noch die Dealer geben eine Gewährleistung dahingehend ab, dass
dieser Basisprospekt zulässigerweise vertrieben werden kann oder dass die NichtDividendenwerte zulässigerweise angeboten werden können, jeweils in Übereinstimmung
mit etwa anwendbaren Registrierungs- oder Billigungserfordernissen oder sonstigen
Anforderungen in dem betreffenden Land oder unter einer in diesem Land anwendbaren
Ausnahmebestimmung. Weder die HSH Nordbank AG noch die Dealer übernehmen eine
Verantwortung für einen derartigen Vertrieb oder ein derartiges Angebot. Insbesondere
haben weder die HSH Nordbank AG noch die Dealer Maßnahmen gestattet oder veranlasst,
die ein öffentliches Angebot der Nicht-Dividendenwerte oder einen Vertrieb dieses
Basisprospektes in Ländern ermöglichen würden, in denen hierfür besondere Maßnahmen
erforderlich sind. Dementsprechend dürfen die Nicht-Dividendenwerte weder direkt oder
indirekt angeboten oder verkauft werden noch darf dieser Basisprospekt oder Werbe- oder
Angebotsmaterialien vertrieben oder veröffentlicht werden, es sei denn dies geschieht in
Übereinstimmung mit den in den betreffenden Ländern anwendbaren gesetzlichen
Bestimmungen.
Sollten Personen in den Besitz dieses Basisprospektes oder von Nicht-Dividendenwerten
gelangen, müssen sie sich selbst über etwa anwendbare Beschränkungen betreffend den
Vertrieb des Basisprospektes bzw. das Angebot oder den Verkauf der NichtDividendenwerte informieren und diese Beschränkungen beachten. Auf die in den
Vereinigten Staaten von Amerika und hinsichtlich U.S.-Personen geltenden
Beschränkungen für den Vertrieb des Basisprospektes sowie für das Angebot und den
Verkauf der Nicht-Dividendenwerte wird besonders hingewiesen (siehe Abschnitt
"Verkaufsbeschränkungen" unter Abschnitt J. der Wertpapierbeschreibung).
Weder die HSH Nordbank AG noch die Dealer geben Zusicherungen oder Gewährleistungen
darüber ab, ob eine Anlage in unter dem Angebotsprogramm begebene NichtDividendenwerte nach den jeweils anwendbaren Gesetzen eines Landes zulässig ist. Jeder
Anleger muss sich selbst vergewissern, ob er das mit dem Erwerb von NichtDividendenwerten verbundene wirtschaftliche Risiko tragen kann.
Weder dieser Basisprospekt noch etwaige Nachträge hierzu noch die betreffenden
Endgültigen
Bedingungen
oder
sonstige
in
Zusammenhang
mit
diesem
Angebotsprogramm oder den Nicht-Dividendenwerten zur Verfügung gestellte
Informationen bezwecken es (i) als Basis für ein Bonitätsurteil oder (ii) als Empfehlung,
Angebot oder Aufforderung der HSH Nordbank AG, der Dealer zu dienen, unter dem
Angebotsprogramm begebene Nicht-Dividendenwerte zu erwerben oder zu zeichnen.
Anleger müssen ihre Anlageentscheidungen auf eigene Untersuchungen der Ertrags- und
Finanzlage sowie der Bonität der HSH Nordbank AG und der Bedingungen der angebotenen
Nicht-Dividendenwerte stützen, einschließlich der Chancen und der Risiken, die damit
verbunden sind.
Kein Dealer oder kein mit einem Dealer verbundenes Unternehmen hat eine Verpflichtung
zum Erwerb der Nicht-Dividendenwerte oder zur Herstellung oder Aufrechterhaltung einer
Marktliquidität übernommen. Es kann keine Gewähr dafür übernommen werden, dass sich
69
in Bezug auf unter dem Angebotsprogramm begebene Nicht-Dividendenwerte ein liquider
Markt entwickelt.
Definierte Begriffe
Die in diesem Basisprospekt verwendeten Begriffe haben die ihnen in den
Emissionsbedingungen zugewiesene Bedeutung, sofern ihnen in diesem Basisprospekt
keine andere Bedeutung zugewiesen wurde.
Interpretation von Begriffen
Begriffe, die in diesem Basisprospekt im Singular verwendet werden, beziehen sich auch
auf den Plural dieser Begriffe, es sei denn der jeweilige Zusammenhang schließt eine
solche Interpretation aus.
Soweit nicht anders bestimmt bzw. soweit sich aus dem Zusammenhang nichts
Gegenteiliges ergibt, sind Bezugnahmen auf "€", "Euro" und "EUR" als Bezugnahmen auf
die im Rahmen der dritten Stufe der Wirtschafts- und Währungsunion gemäß dem Vertrag
zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft eingeführte Währung auszulegen.
70
Verantwortliche Personen
Die Emittentin, mit Sitz in Hamburg und Kiel, übernimmt gemäß § 5 Abs. 4 WpPG in Verbindung
mit § 44 Börsengesetz ("BörsG") die Verantwortung für den Inhalt dieses Basisprospektes.
Die Emittentin erklärt hiermit, dass ihres Wissens die Angaben richtig und keine wesentlichen
Umstände ausgelassen sind.
Informationen Dritter
Die Emittentin bestätigt, dass von Seiten Dritter übernommene Informationen korrekt
wiedergegeben wurden und dass – soweit es der Emittentin bekannt ist und aus den von der
dritten Partei übermittelten Informationen abgeleitet werden konnte – keine Fakten ausgelassen
wurden, die die reproduzierten Informationen unkorrekt oder irreführend machen würden. Die
Emittentin hat die Identität der Quelle(n) der Informationen festgestellt und diese Quelle(n)
benannt.
71
Emittentenangaben
Abschlussprüfer
Der Konzernabschluss des Geschäftsjahres 2007 wurde von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
BDO
Deutsche
Warentreuhand
Aktiengesellschaft
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft,
Ferdinandstraße 59, D-20095 Hamburg, geprüft und mit einem uneingeschränkten
Bestätigungsvermerk versehen. Die BDO Deutsche Warentreuhand Aktiengesellschaft
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft ist Mitglied der Wirtschaftsprüferkammer, Anstalt des öffentlichen
Rechts, Rauchstraße 26, D-10787 Berlin. Der Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2008
wurde aufgrund des turnusmäßgen Wechsels von der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft,
Michaelis Quartier, Ludwig-Erhard-Straße 11-17, D-20459 Hamburg, geprüft und mit einem
uneingeschränkten Bestätigungsvermerk mit Hinweis versehen. Die BDO Deutsche
Warentreuhand
Aktiengesellschaft
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
und
KPMG
AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft sind Mitglieder der Wirtschaftsprüferkammer, Anstalt des
öffentlichen Rechts, Rauchstraße 26, D-10787 Berlin.
Informationen über die Emittentin
Geschäftsgeschichte und Geschäftsentwicklung der Emittentin
Juristischer und kommerzieller Name der Emittentin
Die Emittentin führt die Firma HSH Nordbank AG und tritt im Geschäftsverkehr unter ihrer Firma
"HSH Nordbank AG" oder unter ihrem Handelsnamen "HSH Nordbank" auf.
Ort der Registrierung der Emittentin und ihre Registrierungsnummer
Die HSH Nordbank AG ist im Handelsregister Hamburg (HRB 87366) und im Handelsregister Kiel
(HRB 6127) eingetragen.
Datum der Gründung
Die HSH Nordbank AG wurde am 2. Juni 2003 gegründet. Für die Zwecke der Rechnungslegung
und Besteuerung erfolgte die Gründung rückwirkend zum 1. Januar 2003. Die HSH Nordbank AG
ist
aus
der
Fusion
der
Hamburgischen
Landesbank
–
Girozentrale
–
("Hamburgische Landesbank") und der Landesbank Schleswig-Holstein Girozentrale ("LB Kiel")
hervorgegangen. Die Hamburgische Landesbank wurde im Jahre 1938 als öffentlich-rechtliches
Kreditinstitut gegründet. Die LB Kiel wurde im Jahre 1917 als öffentlich-rechtliches Kreditinstitut
gegründet.
Sitz und Rechtsform
Die Emittentin wurde nach dem Recht der Bundesrepublik Deutschland in der Rechtsform einer
Aktiengesellschaft gegründet und hat einen Doppelsitz in Hamburg (Gerhart-Hauptmann-Platz 50,
D-20095 Hamburg, Bundesrepublik Deutschland, Telefon: +49 (0)40 3333-0, Telefax: +49 (0)40
3333-340 01, Internet: www.hsh-nordbank.de) und Kiel (Martensdamm 6, D-24103 Kiel,
72
Bundesrepublik Deutschland, Telefon: +49 (0)431 900-01, Telefax: +49 (0)431 900-340 01,
Internet: www.hsh-nordbank.de).
Gegenstand des Unternehmens
Gemäß § 2 ihrer Satzung
•
ist die Emittentin eine allgemeine Geschäftsbank;
•
besteht der Unternehmensgegenstand der Emittentin im Betreiben von Bank- und
Finanzgeschäften aller Art sowie der Erbringung weiterer Dienstleistungen und Geschäfte
im kreditwirtschaftlichen Bereich;
•
bietet die Emittentin ferner als Bankpartner der Länder Schleswig-Holstein und Hamburg
Finanzdienstleistungen für öffentliche Kunden an und nimmt die Funktion einer
Sparkassenzentralbank wahr;
•
ist die Emittentin Mitglied der Sparkassen-Finanzgruppe; und
•
ist die Emittentin berechtigt, im In- und Ausland Banken und andere Unternehmen zu
gründen oder sich an solchen zu beteiligen sowie Niederlassungen und Repräsentanzen zu
eröffnen und zu unterhalten.
73
Geschäftsüberblick/ Haupttätigkeitsbereiche
Die HSH Nordbank ist starker Partner der regionalen Wirtschaft in Hamburg und SchleswigHolstein. Im gehobenen Firmenkundengeschäft ist die Bank aufgrund ihrer hohen
Marktdurchdringung Marktführer in der Heimatregion. Als einer der wichtigsten
Immobilienfinanzierer in Deutschland fokussiert sich die Bank auf die Betreuung gewerblicher
Immobilienkunden. Ihren Kunden im Bereich Private Banking bietet die Bank intensive Beratung
verbunden mit einem innovativen Produktangebot an. Spezifisches Know-how weist die Bank bei
der Betreuung von Stiftungen auf. Auf Basis einer engen und partnerschaftlichen Zusammenarbeit
unterstützt die HSH Nordbank die Sparkassen, insbesondere in Schleswig-Holstein, mit
lösungsorientierten Produkten.
In den regional verankerten Schlüsselindustrien Shipping, Transport und Energy ist die Bank auch
international tätig. Als weltweit führender Schiffsfinanzierer gemessen am Kreditvolumen ist die
HSH Nordbank seit Jahrzehnten in diesem Markt präsent. Im Transportbereich ist die Bank enger
Partner der Luftfahrtindustrie und engagiert sich zudem bei Projektfinanzierungen von
transportnaher
Infrastruktur.
Die
Bank
bietet
ihren
Kunden
maßgeschneiderte
Finanzierungslösungen und Beratungsdienstleistungen an. Im Bereich Energy ist die Bank einer
der Top-Anbieter für Finanzierungen von Wind- und Solarenergieprojekten in Europa und Nr. 1
nach Transaktionsvolumen in dieser für Norddeutschland bedeutenden Industrie.
Die Aktivitäten des Financial-Markets-Bereichs der Bank dienen vorrangig der Sicherstellung der
Refinanzierung und der Liquiditätssteuerung. Darüber hinaus unterstützt der Bereich die
Kundenaktivitäten mit bedarfsgerechten Produkten, wie zum Beispiel Zins-, Währungs- und
Rohstoffpreisabsicherungen.
Die HSH Nordbank AG ist am 2. Juni 2003 aus der Fusion der Hamburgischen Landesbank mit
der Landesbank Schleswig-Holstein hervorgegangen. Die Bank steuert ihr Geschäft aus ihren
Hauptsitzen in Hamburg und Kiel.
Zum Jahresultimo 2008 waren im HSH Nordbank Konzern insgesamt 5.070 Mitarbeiter beschäftigt
(vorjahr: 4.756).
Insgesamt ist die Bilanzsumme zum 31. Dezember 2008 leicht um 1,7 % auf 208,4 Mrd. Euro
gestiegen (Vorjahr: 204,8 Mrd. Euro). Der Konzern weist für das Geschäftsjahr 2008 einen
Konzernfehlbetrag in Höhe von 2.704 Mio. Euro aus (Vorjahr: Konzernüberschuss von 270 Mio.
Euro).
Beschreibung der Haupttätigkeiten und Dienstleistungen,
Produkte/Dienstleistungen und Wettbewerbsposition
Wichtige
neue
Geschäftsfelder der Bank
Die HSH Nordbank gliedert ihr Geschäft in vier Segmente, die an der strategischen Ausrichtung
des Konzerns orientiert sind. Das Segment Transportation & Energy spiegelt die internationale
Spezialisierung in den Bereichen Shipping, Transport und Energy wider. Im Segment Real Estate
ist das Engagement der Bank im Immobilienbereich gebündelt. Ihre Positionierung als führende
Geschäftsbank in der norddeutschen Kernregion bildet das Segment Corporate & Private Banking
ab. Die Kapitalmarktaktivitäten sowie das Sparkassengeschäft sind im Segment Financial Markets
& Institutions zusammengefasst.
74
Die folgende Tabelle zeigt die Geschäftsbereiche im Überblick für 2007 und 2008:
Geschäftsbereiche des HSH Nordbank Konzerns
Segmente
Transportation & Energy
Geschäftsbereiche
Gesamtertrag
Operatives
Ergebnis
Durchschnittlich gebundenes Eigenkapital
Shipping
Real
Estate
Transport
Energy
Immobilienkunden
Corporate & Private
Banking
Firmenkunden
Private
Banking
Financial Markets &
Institutions
Financial
Markets
Sparkassen
2008
410
236
118
382
509
52
-2.052
39
2007
2008
408
-118
209
76
86
54
472
-305
705
-55
81
-7
-774
-2.880
58
11
2007
2008
340
401
107
323
64
106
313
468
524
920
25
24
-1.088
891
29
8
2007
467
404
118
732
1209
44
1212
18
Der größte Teil der Bewertungsverluste entstand im Segment Financial Markets & Institutions. Die
drei anderen - vom klassischen Kreditgeschäft geprägten - Segmente verzeichnen einen stark
erhöhten Risikovorsorgebedarf.
Das durchschnittliche (bilanzielle) Eigenkapital wird anhand der ökonomischen Kapitalbindung auf
die Segmente zugeordnet.
Die Bank bietet ihren in- und ausländischen Kunden eine breite Palette an Bankprodukten und
Bankdienstleistungen an. Die wichtigsten sind:
•
kurzfristige Darlehen,
•
mittel- und langfristige Finanzierungen mit fester oder variabler Verzinsung,
•
Vermittlung und Übernahme von Garantien und Bürgschaften,
•
Verbriefung verschiedener Arten von Finanzforderungen, insbesondere auch aus den
Bereichen Schifffahrt, Immobilien und Luftfahrt,
•
Forderungskauf und –verkauf,
•
Factoring-Dienstleistungen und strukturierte Finanzprodukte,
•
Unterstützung von Kunden durch Kauf, Verkauf, Annahme und Ausstellung von Wechseln,
•
Darlehen an private und öffentliche Darlehensnehmer,
•
durch Wohnungsbauhypotheken und gewerbliche Hypotheken gesicherte Finanzierungen
für mittelständische und große Immobiliengesellschaften,
•
Exportfinanzierung und –garantien,
•
Annahme von Einlagen und Leistung von Zahlungen jedweder Art,
•
Risikomanagementprodukte,
75
•
Handel mit Wertpapieren und Geldmarktinstrumenten,
•
Arrangierung von Finanzierungen über viele Arten von öffentlichen und nicht öffentlichen
Schuldtiteln als Arrangeur und Underwriter und
•
Depotdienstleistungen für Privatkunden, institutionelle Anleger und Finanzinstitute.
Auf Dienstleistungen, Produkte und Wettbewerbssituation der Bank wird im Folgenden, nach
Segmenten geordnet, detaillierter eingegangen. Im darauf folgenden Abschnitt werden die
wichtigsten Märkte (aufgeteilt nach Regionen und Tätigkeitsfeldern der Bank) dargestellt.
Strategie
Neuausrichtung der HSH Nordbank
Die HSH Nordbank hat angesichts der erheblichen Belastungen durch die weltweite Finanzmarktund Wirtschaftskrise zur Unternehmensfortführung eine weit reichende Neuausrichtung eingeleitet.
Ziel ist eine strategische Fokussierung auf nachhaltig starke Geschäftsbereiche in der
Heimatregion Hamburg/Schleswig-Holstein sowie auf international attraktive Sektoren.
Die
damit
verbundenen
Maßnahmenbereiche:
strukturellen
Anpassungen
betreffen
•
Schaffung einer Kernbank mit zukunftsfähigen Geschäftsbereichen
•
Abspaltung nicht-strategischer und abzubauender Portfolien
•
Gezielte Risikoabschirmung und ausreichende Kapitalisierung
•
Umsetzung eines umfassenden Restrukturierungsplans
vier
wesentliche
Schaffung einer Kernbank mit zukunftsfähigen Geschäftsbereichen
In den regionalen und internationalen Bereichen, die in der Kernbank gebündelt werden, kommt
der HSH Nordbank eine hohe Bedeutung für die regionale Wirtschaft in Hamburg und SchleswigHolstein und hier ansässige Schlüsselindustrien zu. Unsere feste Verankerung in dieser
Kernregion zeigt sich in den vielen tragfähigen Kundenbeziehungen, die zum Teil seit Jahrzehnten
bestehen. Diese langjährigen Kunden schätzen die HSH Nordbank als einen verlässlichen
Partner, der ihnen in allen Konjunkturphasen mit hochwertigen Bankprodukten und Expertise zur
Seite steht.
Die Kernbereiche der Bank stellen zudem durch Diversifizierung und Ertragskraft dank der
Kombination von regionalem und internationalem Geschäft eine attraktive Risiko-Ertrags-Relation
für die HSH Nordbank sicher.
Abspaltung nicht-strategischer und abzubauender Portfolien
Zur Sicherstellung einer nachhaltig angemessenen Kapitalausstattung und einer ausreichenden
Refinanzierungsbasis wird die Bank das Bilanzvolumen reduzieren und nicht mehr alle bisherigen
Geschäftsaktivitäten fortführen. Im Rahmen ihrer Neuausrichtung hat die HSH Nordbank deshalb
nicht-strategische Geschäftsbereiche identifiziert, die künftig nicht zum nachhaltigen Kern der
Bank zählen. Das sind etwa die Commodity-Finance-Aktivitäten mit ausländischen Kunden, das
Firmenkundengeschäft in Asien und Skandinavien, die Refinanzierung von Leasinggesellschaften,
das Kapitalmarktgeschäft ohne direkten Kundenbezug, sowie die Portfolien mit einem zu hohen
Risikopotenzial für die verkleinerte Kernbank (z.B. Credit-Investment-Portfolio, LeveragedFinance-Geschäft, Immobiliengeschäft USA). Diese sollen von den Kernbereichen getrennt
werden. Neben dem sukzessiven Abbau von Portfolien durch Tilgungen und stark
76
eingeschränktes Neugeschäft prüft die Bank auch Möglichkeiten, Portfolien zu verkaufen oder
auszulagern.
Gezielte Risikoabschirmung und ausreichende Kapitalisierung
Um die Kernbank auf ein tragfähiges Fundament zu stellen und Kapitalanforderungen,
insbesondere die des Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin), zu erfüllen, haben sich die
Anteilseigner Hamburg und Schleswig-Holstein für eine Erhöhung des Grundkapitals der HSH
Nordbank AG über 3 Mrd. Euro sowie eine Risikoabschirmung zugunsten der HSH Nordbank AG
ausgesprochen. Durch eine besicherte Finanzgarantie in Höhe von 10 Mrd. Euro über eine eigens
zu diesem Zweck zu gründende Anstalt des öffentlichen Rechts und die Kapitalerhöhung sollen
wesentliche Bestände (Referenzportfolio) der Bank abgesichert werden.
Die Finanzgarantie greift, sofern die Risiken in diesem Portfolio einen geplanten Selbstbehalt der
Bank durch zu bildende Risikovorsorge übersteigen sollten. Dieser Selbstbehalt umfasst die von
der HSH Nordbank auf Basis ihrer Finanzplanung in den kommenden Jahren erwarteten Verluste.
In diesem Planungsszenario der Bank wird davon ausgegangen, dass das schwierige
wirtschaftliche Umfeld für die Bank bis Ende 2010 andauert. Für das Jahr 2011 wird mit einer
leichten Erholung und von 2012 an von normalisierten Rahmenbedingungen ausgegangen. Sollte
die auf diesen Annahmen gebildete Risikovorsorge nicht zur Deckung der Risiken ausreichen,
kommt die Finanzgarantie bis zu einer Höhe von 10 Mrd. Euro zum Tragen. Mit den geplanten
Volumina zur Kapitalisierung und zur Risikoabschirmung der Bank wären die
Kapitalanforderungen des SoFFin unter den Annahmen bis 2012 erfüllt.
Umsetzung eines umfassenden Restrukturierungsplans
Aus den wesentlichen Eckpunkten ihres neuen Geschäftskonzepts hat die HSH Nordbank im
ersten Quartal einen Restrukturierungsplan erstellt, um auf dieser Grundlage notwendige Schritte
zur Umsetzung der Maßnahmen in den einzelnen Bereichen der Bank einzuleiten. Die
Neuausrichtung der Bank wird von Maßnahmen zur Verbesserung wesentlicher Bankfunktionen
sowie Steuerungs- und Risikomanagementprozesse begleitet.
Eigenkapitalstützende Maßnahmen und Verständigung mit dem Sonderfonds
Finanzmarktstabilisierung
Der zur Unternehmensfortführung erforderlichen Neuausrichtung der HSH Nordbank war Ende
2008 eine Verständigung mit dem Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin)
vorausgegangen. Angesichts der international verschlechterten Refinanzierungsmöglichkeiten
beantragte die HSH Nordbank im November beim SoFFin eine Garantie für Anleihe-Emissionen.
Von der gewährten Garantiesumme in Höhe von bis zu 30 Mrd. Euro wurde 2008 zunächst ein
Betrag in Höhe von 10 Mrd. Euro freigegeben. Die Liquiditätsgarantien des SoFFin sind an die
Bedingungen geknüpft, dass die Anteilseigner sicherstellen, für eine angemessene
Eigenkapitalausstattung der HSH Nordbank zu sorgen und eine Restrukturierung unter
Herauslösung der Altlasten in die Wege zu leiten.
Die Landesregierungen von Hamburg und Schleswig-Holstein hatten sich bereits im Februar 2009
für das neue Geschäftskonzept ausgesprochen. Der Bank sollen im Zuge einer Kapitalerhöhung 3
Mrd. Euro Kapital sowie eine Finanzgarantie zur Abschirmung von Risiken in Höhe von rund 10
Mrd. Euro zur Verfügung gestellt werden. Der Fortbestand der HSH Nordbank AG hängt davon ab,
dass eigenkapitalstützende Maßnahmen in ausreichendem Umfang vorgenommen werden, so
dass die aufsichtsrechtlichen Eigenmittelanforderungen eingehalten und die vertraglichen
Verpflichtungen gegenüber dem SoFFin hinsichtlich der Kernkapitalquote erfüllt werden. Hierzu ist
insbesondere erforderlich, dass
77
•
die von der Freie und Hansestadt Hamburg und dem Land Schleswig-Holstein in die Wege
geleiteten eigenkapitalstützenden Maßnahmen (Kapitalerhöhung um 3 Mrd. Euro und
zweitrangige Ausfallgarantie über 10 Mrd. Euro) umgesetzt werden. Dies setzt
insbesondere die EU-rechtliche Genehmigung, einen Hauptversammlungsbeschluss (mit
qualifizierter Mehrheit) sowie den Abschluss eines Garantievertrags voraus,
•
die Bundesanstalt für Finanzmarktaufsicht und die Deutsche Bundesbank zwischenzeitlich
keine aufsichtsrechtlichen Maßnahmen ergreifen werden,
•
der SoFFin den Garantierahmen aufrecht erhält und im erforderlichen Umfang verfügbar
macht.
Am 7. März 2009 hat der SoFFin das neue Geschäftsmodell der HSH Nordbank akzeptiert.
Die EU-Kommission hat im Rahmen ihrer begonnenen Prüfung die Genehmigung der
strategischen Neuausrichtung und des Rekapitalisierungspakets der HSH Nordbank mit der
Erwartung verbunden, dass die Bank entgegen ihrer bisherigen Planung für das Geschäftsjahr
2008 keine Ausschüttungen auf Genussrechtskapital und Stille Einlagen tätigt. Der Verzicht auf
eine Bedienung des Genussrechtskapitals und der Stillen Einlagen ist aus Sicht der HSH
Nordbank damit unumgänglich geworden, um die in Aussicht gestellte Rekapitalisierung nicht zu
gefährden.
Davon betroffen sind Ausschüttungen für Genussscheine und Stille Einlagen in Höhe von rund
194 Mio. Euro, die vom Bilanzgewinn abhängen. Der Vorstand geht davon aus, dass die im
Dezember beschlossenen Ausschüttungen von 64 Mio. Euro an Halter Stiller Einlagen, die vom
Jahresüberschuss abhängen, auch nicht geleistet werden dürfen. Die Nichtbedienung von
Genussrechts- und Hybridkapital birgt das Risiko, dass der Bank Liquidität entzogen werden
könnte. Der Vorstand hat dafür Vorsorge getroffen und sich an den SoFFin gewandt.
Die Entscheidung der Länderparlamente in Hamburg und Schleswig-Holstein für das
Geschäftskonzept und zur Rekapitalisierung der Bank ist am 1. bzw. 3. April 2009 erfolgt. Der
Beschluss der Hauptversammlung der HSH Nordbank über die Kapitalmaßnahme soll ebenfalls
zeitnah erfolgen.
Der SoFFin hat der HSH Nordbank bestätigt, dass der Garantierahmen nach Vorlage der
Parlamentsbeschlüsse in voller Höhe zur Verfügung steht. Diese liegen inzwischen vor.
Diese strategische Neuausrichtung ist mit Risiken verbunden, und die HSH Nordbank AG kann
ihren Anlegern nicht garantieren, dass sie ihre Ziele erreichen wird oder dass ihre Strategie
erfolgreich sein wird. Siehe dazu den Abschnitt "Risikofaktoren".
Segment Transportation & Energy
Shipping
Geschäftstätigkeit
Im Schiffsfinanzierungsgeschäft nimmt die HSH Nordbank weltweit eine Spitzenposition ein.
Containerschiffe, Tanker und Massengutfrachter machen den Großteil der finanzierten Flotte in
einem breit diversifizierten Portfolio aus. Auf der Grundlage ihrer langjährigen Expertise, ihrer
Präsenz in den bedeutenden Schifffahrtsmärkten und intensiver Kundenbeziehungen ist die Bank
in der Lage, den Unternehmen in diesem Sektor ganzheitliche Lösungen anzubieten. Neben dem
kompletten Finanzierungsspektrum gewinnen dabei insbesondere Instrumente zur Absicherung
gegen Preisänderungsrisiken an Bedeutung. Die Beratung bei Fusionen und Übernahmen (M&A)
ist ein weiteres bedeutendes Geschäftsfeld, das der Bank zusätzliche Möglichkeiten eröffnet. Um
78
ihren Spielraum für attraktives Neugeschäft zu erhöhen, nimmt die Bank die bankeigene
Syndizierungsplattform in Anspruch.
Entwicklung im Jahr 2008
2008 arrangierte die HSH Nordbank für eine Hamburger Reederei ein Bankenkonsortium, das
eine Finanzierung im oberen dreistelligen Millionendollarbereich für den Erwerb von zehn
Massengutfrachtern bereitstellte. Die Transaktion umfasste sowohl die Bauzeit- als auch die
Endfinanzierung der Schiffe. Das Engagement der Bank beim Erwerb der Reederei Hapag Lloyd
sicherte den Verbleib des traditionsreichen Unternehmens und vieler Arbeitsplätze in Deutschland.
Ausblick
Der starke Rückgang der Charterraten, insbesondere bei Containerschiffen und
Massengutfrachtern im vierten Quartal 2008, hat zu signifikanten Erhöhungen der Risikokosten bei
Schiffsfinanzierungen geführt. Angesichts der anhaltend schwierigen Märkte rechnet die Bank mit
einem weiteren Anstieg der Kreditrisikovorsorge. Die langfristige Attraktivität des Geschäftsfelds ist
gleichwohl unverändert gegeben.
Trotz einer unerwartet schwachen Nachfrageentwicklung wird sich die Flottenexpansion zunächst
fortsetzen. Zwar geht die Bank davon aus, dass die Reeder auf die geänderten Aussichten mit
Stornierungen von Neubestellungen reagieren. Dies wird die Märkte aber vermutlich erst 2010
nennenswert entlasten, weil die Produktion der in 2009 abzuliefernden Schiffe bereits weit
vorangeschritten ist und die meisten Finanzierungen für Neubauten im Jahr 2009 bereits stehen.
Daneben werden ansteigende Verschrottungen insbesondere die Märkte für Massengutschiffe
stabilisieren. Für Containerschiffe gilt dies wegen der relativ jungen Flotte nur eingeschränkt, so
dass sich hier ein deutlich größeres Überangebot aufbauen wird. Entsprechend dürften die
Charterraten der Containerschiffe stärker unter Druck bleiben als die der Schiffe für trockene und
flüssige Massengüter. Eine weitere Herausforderung für den Markt stellt die anhaltende
Zurückhaltung von Banken bei Handelsfinanzierungen dar.
Um die Position als weltweit führender Anbieter von Schiffsfinanzierungen zu festigen, setzt die
Bank ihr Engagement in den Zielmärkten konsequent fort. Dabei kann die Bank auf ihr
Standortnetzwerk in den bedeutenden Schifffahrtsnationen zurückgreifen, in dessen Ausbau die
Bank in den vergangenen Jahren gezielt investiert hat. Die HSH Nordbank begleitet ihre Kunden
weiterhin als verlässlicher Partner über alle Marktzyklen der Schifffahrt hinweg. Den Nutzen der
zahlreichen Kundenbeziehungen steigert die Bank mit ihrem Angebot einer attraktiven
Dienstleistungspalette, die sie den Kunden auf der Grundlage ihrer langjährigen Expertise in allen
Shipping-Assetklassen und der Verzahnung mit anderen Unternehmensbereichen wie Financial
Markets anbietet. Ein Schwerpunkt wird dabei auch künftig auf Instrumenten zur Absicherung von
Marktpreisrisiken liegen.
Wettbewerber
Die Wettbewerber im Geschäftsfeld Shipping sind eine Reihe internationaler Banken, die im
Bereich Schiffsfinanzierung tätig sind, u.a. Royal Bank of Scotland, HSBC, Fortis Bank, und DnB
NOR sowie BNP Paribas. Zu den Wettbewerbern im Geschäftsfeld Shipping in Deutschland
zählen die Kreditanstalt für Wiederaufbau ("KfW"), die Deutsche Schiffsbank, die Commerzbank,
Nord LB und Deka.
Transport
Geschäftstätigkeit
Als einer der weltweit führenden Spezialisten im Transportfinanzierungsmarkt unterstützt die Bank
ihre Kunden mit einer breiten Auswahl maßgeschneiderter Lösungen, einschließlich strukturierter
79
Finanzierungen, Fusions- und Übernahmeberatung (M&A) in Kooperation mit Corporate-FinanceExperten der Bank sowie mit Leasing- und Kapitalmarktprodukten. Gestützt auf ihre über viele
Jahre aufgebaute Sektorexpertise kann die Bank zudem spezielle Asset-Management-Lösungen
anbieten, so zum Beispiel transportbezogene Fonds.
Im Zuge der strategischen Neuausrichtung der HSH Nordbank bündelt die Bank ihre globalen
Aktivitäten in den Geschäftsfeldern Luftfahrt, Verkehrsinfrastruktur und Asset Management. Die
Kompetenzen der Einheiten Logistik und Eisenbahn werden dabei mit dem Infrastruktur-Geschäft
der Bank zusammengefasst. Mit dieser konzentrierten Struktur sieht die Bank trotz des
herausfordernden Umfelds gute Chancen, ihre Marktstellung als einer der führenden
Luftfahrtfinanzierer zu festigen und sich zugleich im Markt für transportnahe Infrastruktur als TopAnbieter zu positionieren. Die weltweiten Aktivitäten im Commodity-Finance-Geschäft werden
eingestellt und das bestehende Portfolio sukzessive abgebaut. Langjährige Top-Kunden im
Commodity-Finance-Bereich aus der Kernregion Hamburg/Schleswig-Holstein werden künftig vom
Unternehmensbereich Firmenkunden betreut.
Entwicklungen im Jahr 2008
Der Unternehmensbereich Transport konnte sein Geschäft im Jahr 2008 dank einer hohen
Finanzierungsnachfrage im Transportsektor ausweiten. In gleich fünf Kategorien zeichnete Jane’s
Transport Finance, die international führende Fachzeitschrift für Transportfinanzierung, die HSH
Nordbank im Jahr 2008 aus. Sie erhielt die Awards für herausragende Finanzierungen für
Flugzeuge, Schienenfahrzeuge und Flughäfen. Mit der wichtigen Auszeichnung "Aircraft Finance
Innovator of the Year" würdigte die Jury die Gesamtleistung ihres weltweit agierenden AviationTeams bei Flugzeugfinanzierungen im Jahr 2008.
Zu den bedeutenden Einzelprojekten 2008 gehörte die Finanzierung von neu entwickelten
Lokomotiven eines Kieler Lokomotivtechnikunternehmens.
Ausblick
Die Finanzierungsmöglichkeiten im langfristigen Wachstumsmarkt Transport bleiben trotz des
zurzeit schwachen Konjunkturumfelds zahlreich. Die Finanzierungsnachfrage ist anhaltend hoch
bei gleichzeitiger Reduktion der Finanzierungsteilnehmer. So verzeichnen etwa die Flugzeugbauer
nach wie vor viele Aufträge, die zu finanzieren sind. Die Fluggesellschaften profitieren angesichts
der weltweit konjunkturellen Abkühlung, die mit rückläufigem Passagier- und Frachtaufkommen
einhergeht, von spürbaren Kostenentlastungen durch deutlich niedrigere Kerosinpreise. Da künftig
wieder steigende Treibstoffkosten erwartet werden, stehen Stilllegungen älterer und ineffizienter
Flugzeuge bei der Kapazitätsbereinigung im Vordergrund. Zudem dürfte der Bedarf an
verbrauchsarmer Technologie weiter zunehmen. Insofern dürften sich für die HSH Nordbank trotz
der konjunkturellen Abkühlung attraktive Geschäftsmöglichkeiten ergeben.
Langfristig geht die Bank von einem weiteren, nachhaltigen Wachstum des Luftverkehrs aus,
jedoch ist nicht auszuschließen, dass eine aufgrund der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung
temporär abnehmende Nachfrage zusätzlichen Risikovorsorgebedarf verursachen wird.
Der Infrastrukturmarkt ist weiterhin von Privatisierungen und hohem Investitionsbedarf geprägt.
Aufgrund der Zurückhaltung vieler Kreditinstitute im Jahr 2008 wurde die Realisierung zahlreicher
größerer Projekte erschwert und oftmals in die Folgejahre verlagert. Gleichzeitig kommen dem
Infrastruktursektor die von zahlreichen Regierungen zur Abmilderung der Konjunkturschwäche
aufgelegten Investitionsprogramme zugute.
Mit seiner konzentrierten Ausrichtung auf die Bereiche Luftfahrt, Infrastruktur und Asset
Management stellt sich der Unternehmensbereich Transport auf künftige Herausforderungen ein.
Die Bündelung der Einheiten ermöglicht es, Kompetenzen zu verbinden und Kostenvorteile zu
realisieren. Im Luftfahrtsektor will die Bank ihre starke Positionierung ausgehend von ihrer starken
80
regionalen Verankerung weltweit in attraktiven Märkten festigen, während ihr Fokus im
Infrastrukturbereich vorwiegend auf Europa und Asien liegt. Neben Finanzierungslösungen für
Flug- und Leasinggesellschaften sowie Hersteller engagiert sich die Bank im See- und
Flughafensegment. Zudem sieht die Bank vielfältige Marktchancen im Vermietgeschäft für
Schienenfahrzeuge in Europa. Die HSH Nordbank hat sich 2008 mit der Gründung einer AssetManagement-Plattform gemeinsam mit der KfW-IPEX Bank in diesem Geschäftsfeld positioniert,
um von diesem Trend zu profitieren.
Wettbewerber
Die Wettbewerber des Geschäftsfeldes Transport sind hauptsächlich Calyon, Royal Bank of
Scotland, DVB Bank, KfW und BNP Paribas.
Energy
Geschäftstätigkeit
Mit ihrem Unternehmensbereich Energy zählt die HSH Nordbank zu den führenden Arrangeuren
für Projektfinanzierungen im Geschäftsfeld Erneuerbare Energien. Das Produktangebot ist auf
Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Energiebranche zugeschnitten. Zu
diesen zählen neben den Projektentwicklern, insbesondere Hersteller, Versorger und Investoren.
Die Bank konzentriert ihr Engagement künftig vorwiegend auf Wind- und Solarprojekte in
europäischen Märkten mit vorteilhaften Rahmenbedingungen.
Entwicklungen im Jahr 2008
Zu den erfolgreichsten Projekten des Jahres 2008 zählt der derzeit weltweit größte Solarpark in
der sonnenreichen Provinz Extremadura in Spanien mit einem Fremdkapitalvolumen im
dreistelligen Millioneneurobereich. Hier wird seit Oktober 2008 Strom für 16.000 Haushalte
erzeugt.
Die leistungsstärkste Windkraftanlage der Welt- finanziert von der HSH Nordbank - entsteht
derzeit in Hamburg- Altenwerder. Der Windpark zwischen der A7 und dem Container Terminal wird
bis zu 10.000 Haushalte in Hamburg ab Herbst 2009 mit Elektrizität versorgen.
Ausblick
Angesichts einer anhaltend ausgeprägten Unsicherheit auf den Märkten und eingeschränkter
Finanzierungsmöglichkeiten werden die Investitionen in neue Anlagen im Jahr 2009
voraussichtlich nicht so stark zunehmen wie in den Jahren zuvor. Dies ist jedoch nur ein
vorübergehender Effekt. Nach Überwindung der Finanz- und Konjunkturkrise wird der Ausbau
wieder deutlich stärker vorankommen, da der Markt weiterhin von hoher Energienachfrage,
begrenzten fossilen Energieträgern und der politischen Förderung von Technologien zur Nutzung
erneuerbarer Energie in vielen Ländern getrieben wird.
Die HSH Nordbank konzentriert ihre Aktivitäten in diesem Geschäftsfeld künftig noch stärker auf
europäische Märkte. Auf der Grundlage ihrer führenden Position als Finanzierer in erneuerbaren
Energien kann die Bank überdurchschnittlich von den künftigen Möglichkeiten profitieren. Dazu
trägt die Bank mit ihrem Engagement als Arrangeur von Finanzierungen wie auch mit ihrer
Expertise in zusätzlichen Bereichen wie Risikomanagement und M&A-Beratung bei.
Das Portfolio des Bereichs Energie umfasst überwiegend Projekte der Erneuerbaren Energien.
Neugeschäft wird im Energiesektor lediglich noch in diesem Teilsegment getätigt. Dabei haben
Projekte mit Windenergie den größten Anteil, allerdings steigt die Bedeutung der Solar-EnergieProjekte zunehmend.
81
Finanzierungen von Projekten im Bereich der Erneuerbaren Energien weisen gegenüber
Finanzierungen für konventionelle Energie andere Risikofaktoren auf - wie z.B. Prognose-,
Technologie- und Regulierungsrisiken. Deshalb legt die Bank unter anderem bei Prognosen für
Wind- und Solarressourcen mehrjährige Gutachten zugrunde und wählt konservative Ansätze aus.
Das Ressourcenrisiko wird insbesondere durch eine regionale Diversifizierung des Portfolios
reduziert. Technologierisiken begrenzt die Bank dadurch, dass die Bank nur erprobte Technologien
finanzieren.
Das Regulierungsumfeld ist derzeit ein Wachstumstreiber. Mögliche Änderungen im
Regulierungsumfeld stellen jedoch einen Risikofaktor dar, der vor dem Abschluss von Neugeschäft
sorgfältig geprüft wird. Um keine Klumpenrisiken entstehen zu lassen, achtet die Bank bei neuen
Engagements darauf, dass bei größeren Finanzierungsvolumina keine großen UnderwritingRisiken übernommen werden und Finanzierungen in so genannten Club-Deals auf mehrere
Banken aufgeteilt werden.
Wettbewerber
Die Wettbewerber des Geschäftsfeldes Energy sind hauptsächlich Royal Bank of Scotland, BBVA,
Dexia Group, Caja de Madrid sowie NordLB.
Segment Real Estate
Das Segment Real Estate umfasst das Finanzierungsgeschäft der HSH Nordbank im
Immobilienbereich sowie die Aktivitäten der Tochtergesellschaft HSH Real Estate AG.
Geschäftstätigkeit
Die Leistungspalette des Unternehmensbereichs Immobilienkunden ist vorwiegend auf die
Finanzierung von Gewerbe- und Wohnimmobilien für gewerbliche Immobilieninvestoren
ausgerichtet. Neben klassischen und modernen Finanzierungslösungen bietet die Bank das
gesamte Leistungsspektrum der Bank an. Als einer der führenden Immobilienfinanzierer
Deutschlands verfügt die Bank nicht nur über ausgewiesene Expertise als Finanzpartner.
Zusätzlich agieret sie selbst als Investor und Dienstleister auf den Immobilienmärkten. Über die
Tochtergesellschaft HSH Real Estate AG engagiert sich die Bank dabei in Beteiligungen,
Projektentwicklungen und Fonds. Darüber hinaus übernimmt die Real Estate AG
Beratungsmandate insbesondere in großvolumigen Bestandstransaktionen sowie im Asset- und
Propertymanagement. Im Zuge der Finanzmarktkrise hat die HSH Nordbank in einem
umfangreichen Maßnahmenpaket unter anderem beschlossen, sich künftig noch stärker auf den
inländischen Markt zu konzentrieren.
Entwicklung im Jahr 2008
Zu den bedeutendsten Einzelprojekten des Jahres 2008 gehörte die Finanzierung von Kauf und
Umbau eines Dienstleistungs- und Einzelhandelszentrums in Hamburg mit einer Fläche von mehr
als 100.000 Quadratmetern. Eine weitere Projektfinanzierung stellte die Bank für den Kauf und die
Bebauung eines Grundstücks im neuen Hamburger Stadtteil Hafencity bereit. Dort wird ein
Bürogebäude mit rund 30.000 Quadratmetern Nutzfläche errichtet, das 2010 fertig gestellt werden
soll. Als Mieter wird der Spiegel-Verlag in das Gebäude einziehen, der bereits in die Planung des
Gebäudes einbezogen wurde.
Ausblick
Vor dem Hintergrund der anhaltenden Finanzkrise und des weltweit starken Konjunktureinbruchs
erwartet die Bank für 2009 insbesondere bei den traditionell volatileren Immobilienmärkten in den
USA und in Großbritannien eine problematische Entwicklung. In diesen Märkten, auf die 20 %
bzw. 14 % ihres Portfolios entfallen, geht die Bank von weiter fallenden Mieten und
82
Immobilienpreisen aus. Auch auf dem deutschen Markt, der mit 41 % den Schwerpunkt ihres
Portfolios bildet, und den anderen europäischen Märkten wird sich die Rezession deutlich
bemerkbar machen. Dieses Umfeld ermöglicht jedoch eigenkapitalstarken Investoren, die teilweise
deutlich gesunkenen Preise zum Markteinstieg zu nutzen. Dadurch bieten sich der HSH Nordbank
und ihrer Tochtergesellschaft HSH Real Estate AG Geschäftspotentiale, die selektiv genutzt
werden sollen.
Im Immobiliengeschäft konzentriert sich die Bank künftig auf den deutschen Markt. Der
Schwerpunkt liegt dabei auf ihrem Heimatmarkt Norddeutschland. Darüber hinaus festigt die Bank
über ihre inländischen Standorte ihr Geschäft in anderen deutschen Regionen. Ziel ist, einer der
führenden Immobilienfinanzierer in Deutschland zu bleiben. Die Bank engagiert sich weiterhin in
allen Asset-Klassen und legt dabei ihren Schwerpunkt auf Wohn- und Büroobjekte.
Aus dem Immobiliengeschäft in Westeuropa zieht sich die Bank mittelfristig unter Berücksichtigung
der Marktentwicklung zurück. Vorerst bleibt die Bank in Großbritannien, Frankreich, den
Niederlanden und in der nordischen Region mit eigenen Teams vor Ort präsent. Das USKreditportfolio will die Bank dagegen zügig abbauen.
Ziel der HSH Real Estate AG ist es, als ein führender Investment und Asset Manager, das
verwaltete Immobilienvermögen (Assets under Management) deutlich zu steigern. Das nationale
und internationale Fondsgeschäft soll weiter ausgebaut werden. Der Schwerpunkt des Bereichs
Projektentwicklungen wird auf mittelgroßen Projekten mit Kunden und Partnern liegen. Neben dem
Asset Management wird auch dem erfolgreichen Beratungsgeschäft weiterhin eine hohe
Bedeutung zukommen. Die zurzeit volatilen Märkte werden dabei als Chance für neue
Beratungsansätze gesehen.
Wettbewerber
In Deutschland zählen zu den Wettbewerbern im Geschäftsfeld Immobilienkunden in erster Linie
die die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba), Landesbank Berlin, Deutsche Hypo, DG Hyp
sowie große Sparkassen, insbesondere die Hamburger Sparkasse.
Segment Corporate & Private Bankings
Im Segment Corporate & Private Banking sind die Unternehmensbereiche Firmenkunden und
Private Banking zusammengefasst.
83
Firmenkunden
Geschäftstätigkeit
Im Geschäft mit mittelständischen Firmenkunden in Norddeutschland ist die HSH Nordbank
führend. Ihre langjährige Marktexpertise, die Nähe zu den Kunden sowie ihre klassischen und
strukturierten Finanzlösungen bilden ein stabiles Fundament, um die Beziehungen zum
gehobenen Mittelstand partnerschaftlich über Konjunkturzyklen hinweg zu vertiefen und
auszubauen. Zur Ausschöpfung des Ertragspotenzials kombiniert die Bank ihre
Finanzierungsangebote mit kapitalmarktorientierten Produkten wie Zinsabsicherungen und
Rohstoff-Hedging sowie Beratungsdienstleistungen, etwa im Bereich von Unternehmenskäufen.
Zur Konzentration auf das erfolgreiche Geschäft im Heimatmarkt und in Deutschland wird die
Bank die Leveraged-Buy-out-Aktivitäten außerhalb Deutschlands und die Firmenkundenaktivitäten
in Asien und Skandinavien nicht fortführen. Mit der Fokussierung auf das Kerngeschäft schmelzt
die Bank darüber hinaus das Refinanzierungsgeschäft mit Leasinggesellschaften ab. Zugleich
übernimmt der Geschäftsbereich Firmenkunden künftig die Betreuung von langjährigen Kunden in
der norddeutschen Kernregion aus dem Commodity-Finance-Portfolio des Bereichs Transport.
Entwicklung im Jahr 2008
Zu den herausragenden Finanzierungsprojekten 2008 gehörte die Bereitstellung von
Genussrechtskapital
im
zweistelligen
Millioneneurobereich
für
ein
Hamburger
Handelsunternehmen. Damit zeigt die HSH Nordbank, dass sie auch in kritischen Marktphasen mit
eigenkapitalnahen Produkten zu ihren Kunden steht. Für ihre Leistungen als Mitarrangeur des
Public Private Partnership-Projektes "Nordeuropäisches Radioonkologisches Centrum" in Kiel –
das derzeit größte PPP-Projekt im deutschen Gesundheitswesen – erhielt die Bank eine
Auszeichnung des Project Finance Magazins.
Ausblick
Die Finanzmarktkrise und die damit verbundene erschwerte Refinanzierung sowie die höheren
Finanzierungskosten werden auch 2009 die Neugeschäftsmöglichkeiten einschränken. Bei einer
Stabilisierung der Konjunktur und verbesserten Refinanzierungsbedingungen für Banken dürfte
das Neugeschäft im Jahr 2010 wieder zulegen.
Im Jahr 2009 will die Bank, trotz der ungünstigen Rahmenbedingungen, ihr Geschäft mit
mittelständischen Firmenkunden auf Basis ihrer Marktführerschaft in Norddeutschland weiter
festigen. Das Geschäftsmodell der Bank zielt auf langjährige Beziehungen. Ihren Kunden will die
Bank auch in der gegenwärtig schwierigen Konjunkturphase verlässlich begleiten. Durch tiefe
Marktkenntnis und ganzheitliche Beratungskompetenz ist die Bank auch künftig in der Lage,
individuelle Lösungen anzubieten. Diese beziehen sich unter anderem auf KapitalstrukturOptimierung sowie Liquiditätsmanagement und Risikomanagement.
Im klassischen Firmenkundengeschäft haben sich die Risikokosten aufgrund gestiegener
Ausfallwahrscheinlichkeiten trotz der guten Portfoliodiversifizierung drastisch erhöht. Für 2009
erwartet die Bank eine weitere Verschlechterung der Risikosituation. In den abzubauenden
Portfolien sieht die Bank eine unterschiedliche Risikoentwicklung. In der Refinanzierung von
Leasinggesellschaften ist der Risikogehalt relativ gering. Im Leveraged-Buy-out-Portfolio ist im
Zuge der Krise und auch vor dem Hintergrund einer Konzentration auf wenige Branchen 2009 mit
überproportional steigenden Belastungen zu rechnen.
Wettbewerber
Die Wettbewerber im Geschäftsbereich Firmenkunden sind hauptsächlich die führenden
deutschen Geschäftsbanken. Dazu gehören die Deutsche Bank, die Commerzbank und die
Dresdner Bank, die HypoVereinsbank und die Landesbank Baden-Württemberg.
84
Private Banking
Geschäftstätigkeit
Die Produkt- und Dienstleistungspalette des HSH Nordbank Private Banking ist auf die
Bedürfnisse vermögender Privatkunden und Stiftungen mit komplexer Vermögensstruktur
zugeschnitten. Das Leistungsangebot schließt die Betreuung großer Familienvermögen mit ein.
Die speziell für diese Kundengruppe zur Verfügung stehende Gesellschaft, das 2007 gegründete
Family Office Kontora, hat sich mit einem betreuten Vermögen von 2 Mrd. Euro im abgelaufenen
Jahr erfolgreich am Markt etabliert.
Der Anspruch der Bank ist es, die Qualität und den Service einer Privatbank mit dem Know-how
einer großen Geschäftsbank zu verbinden. Dabei ist hervorzuheben, dass die Bank Produkte und
Dienstleistungen anbietet, die im Markt ansonsten oftmals nur für institutionelle Investoren
zugänglich sind.
Entwicklung im Jahr 2008
Im vergangenen Jahr konnten trotz der Finanzmarktkrise Nettozuflüsse von Kundeneinlagen
verzeichnet werden. Die dadurch erreichte Marktposition in der norddeutschen Kernregion möchte
die Bank durch gezielte Initiativen festigen und ausbauen. Über eine herausragende Stellung
verfügt die Bank im Bereich von Stiftungen. Mehr als 200 Stiftungen sind Kunden der HSH
Nordbank. Damit ist die Bank in Norddeutschland führend in diesem Marktsegment.
Ausblick
Wegen der andauernden Finanzkrise dürften 2009 vorerst Anlagen in Girokonten sowie Tagesund Termingeldern als sichere Anlage gegenüber Wertpapierinvestments bevorzugt werden. Der
Margendruck dürfte sich dabei bei den Instituten aufgrund der sinkenden Zinsen erhöhen. Darüber
hinaus ist generell zu erwarten, dass die Anforderungen an die Qualität von Beratungsleistungen
weiter zunehmen werden.
Im Jahr 2009 will die Bank ihre Position im gehobenen Private-Banking-Markt mit konsequenter
Ausrichtung auf die Gesellschafter und Geschäftsführer norddeutscher Firmenkunden sowie auf
Stiftungen weiter stärken. Um das Potenzial dieser Kundengruppen optimal auszuschöpfen, hat
die Bank in den vergangenen Jahren den Vertrieb deutlich ausgebaut und Beratungsprozesse
professionalisiert. Zudem erweitert die Bank ihre Leistungspalette mit zielgruppengerechten
Produkten. Dazu zählen verstärkt Publikumsfonds wie der auf Nachhaltigkeit und Ertragssicherung
ausgerichtete "VIA Stiftungsfonds UI", den der Bereich seit Ende 2008 vor allem Stiftungen und
sicherheitsorientierten Anlegern anbietet.
Wettbewerber
Die Wettbewerber im Geschäftsfeld Private Banking sind fast alle in Norddeutschland vertretenen
deutschen Privatbanken.
Segment Financial Markets & Institutions
Im Segment Financial Markets & Institutions waren zum Jahresende 2008 die
Finanzmarktbereiche Capital Markets Clients, Capital Markets Structuring & Trading, Capital
Markets Credit, Asset and Investment Management und Group Treasury sowie der
Unternehmensbereich Sparkassen enthalten.
85
Financial Markets
Geschäftstätigkeit
Der Financial-Markets-Bereich der Bank ergänzt das Produktangebot der Finanzierungsbereiche
für Firmen- und Privatkunden sowie institutionelle Kunden um attraktive Kapitalmarktlösungen.
Angesichts der dramatischen Veränderungen im Marktumfeld und der Neuausrichtung der HSH
Nordbank überprüft die Bank ihr Leistungsportfolio. Künftig wendet sich die Bank vorwiegend an
Kunden in den regionalen und internationalen Kernbereichen der Bank sowie an institutionelle
Kunden. Deren Anforderungen will die Bank auch weiterhin optimal mit bedarfsgerechten
Angeboten erfüllen. Neben selbst entwickelten Produkten nutzt die Bank dabei auch ihr Zugang zu
den Finanzmärkten. Nicht mehr anbieten wird die Bank insbesondere Anlagezertifikate für private
Kunden, angesichts einer voraussichtlich längerfristig begrenzten Nachfrage in dieser
Produktklasse.
Aus den Aktivitäten im Kreditersatzgeschäft (Credit Investment Portfolio) sowie den strukturierten
Finanzierungen für institutionelle Kunden zieht sich die Bank schrittweise zurück. Das
Kreditersatzgeschäft hat im Zuge der Finanzkrise zu hohen Belastungen für die HSH Nordbank
geführt.
Die konzernweite Planung und Durchführung der Refinanzierungsaktivitäten der Bank liegt
ebenfalls in der Verantwortung des Finanzmarktbereichs der HSH Nordbank. Der Bereich gliedert
sich in die folgenden vier eigenständigen Unternehmenseinheiten gliedert:
Capital Markets Clients bietet den Geschäftskunden und den institutionellen Kunden, wie
Banken, Sparkassen, Versicherern und Fondsgesellschaften, eine Vielzahl kapitalmarktorientierter
Lösungen an. Schwerpunkte liegen in den Bereichen Risikomanagement & Advisory (z.B.
Lösungen zur Absicherung gegen Zins-, Währungs-, Rohstoff- und Inflationsrisiken sowie
Bilanzsteuerung), Asset-Allocation- und Asset-Management-Beratung sowie auf Anlageprodukten.
Zudem umfasst das Angebot des Bereichs Dienstleistungen auf den Gebieten Corporate Finance
und Fusionen & Übernahmen über die Tochtergesellschaft HSH Corporate Finance GmbH.
Im Bereich Asset und Investment Management werden die Eigenanlagen der HSH Nordbank
gesteuert und zudem attraktive Anlagemöglichkeiten inklusive Fondsstrukturen für das
Kundengeschäft entwickelt.
Der Bereich Capital Markets Structuring & Trading verantwortet die Produktion, den Handelund die Strukturierung für sämtliche Kapitalmarktprodukte der HSH Nordbank. Die Leistungen
umfassen unter anderem den Handel mit Anleihen und Devisen wie auch die Entwicklung von
Kapitalmarktmarktlösungen wie etwa Zinsswaps.
Seit Mitte 2008 wird in der Einheit Capital Markets Credit die Kreditsyndizierungs-, -verbriefungsund -strukturierungsaktivitäten der HSH Nordbank konzentriert. Ziel ist, das Kreditrisiko der Bank
zu minimieren und Freiräume für zusätzliches Kreditgeschäft zu schaffen. Damit soll der Bereich
zur Steigerung der Ertragskraft der Bank beitragen. Wichtigste Aufgabe im abgelaufenen
Geschäftsjahr war die Strukturierung von Wertpapierportfolien zur Einlieferung bei der
Europäischen Zentralbank, um auf diesem Wege die Refinanzierungsaktivitäten des Bereichs
Group Treasury zu unterstützen.
Group Treasury verantwortet die Liquiditätssteuerung, das Aktiv-Passiv-Management und das
Management des Anlagebuches sowie die strategische Steuerung der Refinanzierung.
Entwicklung im Jahr 2008
Dass die HSH Nordbank auch in schwierigen Zeiten auf das Vertrauen der Anleger setzen kann,
zeigt die Emission des weltweit ersten Jumbo-Schiffspfandbriefs im Jahr 2008. Die Emission mit
einem Volumen von 1 Mrd. Euro und einer Laufzeit von zwei Jahren war dreifach überzeichnet.
86
Mittlerweile wurde das Volumen durch Privatplatzierungen auf 2,7 Mrd. Euro aufgestockt. Die
Emission wurde im Februar 2009 vom Internationalen Fachmagazin Lloyds List als "Shipping Deal
of the Year 2008" ausgezeichnet. Beispielhaft für die Zusammenarbeit mit dem
Unternehmensbereich Firmenkunden war die erfolgreiche Schuldscheinemission für ein
mittelständisches Truck- und Trailervermietungsunternehmen im hohen zweistelligen
Millionenbereich.
Ausblick
Der Financial-Markets-Bereich hat – neben dem Fokus auf die Refinanzierung der Bank und den
Bilanzumschlag – als Konsequenz aus der Finanzkrise sein Produktportfolio deutlich gestrafft. Im
Kundengeschäft liegt der Schwerpunkt künftig auf der Unterstützung der regional und sektoral
ausgerichteten Kernbereiche der Bank sowie auf den institutionellen Kunden. Diesen bietet die
Bank weiterhin eine bedarfsgerechte Palette mit Kapitalmarktlösungen an, die nicht zuletzt
Anlageprodukte, Absicherungsinstrumente und Corporate-Finance-Beratung umfasst. Durch
Stärkung dieses - in den vergangenen Jahren zunehmend erfolgreichen - Cross-Selling-Geschäfts
tragen die Financial-Markets-Bereiche wesentlich zur Steigerung und Diversifizierung der
operativen Erträge der Bank aus dem Kundengeschäft bei. Das seit Ende 2008 vom
Zentralbereich Group Risk Management betreute Kreditersatzgeschäft wird zur Risikoreduzierung
weiter sukzessive abgebaut.
Wettbewerber
Wettbewerber im Geschäftsfeld sind vornehmlich die führenden deutschen Geschäftsbanken
sowie die Landesbanken in Deutschland. Auf die hieraus entstehenden Risiken wurde im Abschnitt
"Risiko betreffend die Emittentin" ausführlich hingewiesen.
Sparkassen
Geschäftstätigkeit
Das Geschäft mit den Sparkassen basiert auf einer langjährigen Verbundenheit. Das Produkt- und
Beratungsangebot für die Sparkassen hat die Bank in den vergangenen Jahren kontinuierlich
ausgebaut und konsequent auf deren Bedürfnisse zugeschnitten, um gemeinsam das vorhandene
Marktpotenzial auszuschöpfen. Das Firmenkunden- und Privatkundengeschäft der Sparkassen
unterstützt die Bank mit einem attraktiven Leistungsangebot. Dafür entwickelt die Bank innovative
Lösungen, nutzt aber auch das vielfältige Produktspektrum der internationalen Kapitalmärkte.
Im klassischen Finanzierungsgeschäft umfassen die Aktivitäten insbesondere das
Konsortialkreditgeschäft für die mittelständischen Unternehmen der Sparkassen sowie das
Syndizierungsgeschäft mit Forderungsbeständen der HSH Nordbank. Darüber hinaus können die
Sparkassen auf das umfassende Know-how unter anderem in den Bereichen Treasury,
Bilanzstruktur- und Risikomanagement der Bank zurückgreifen. Die zweite wichtige Zielgruppe
des Bereichs sind öffentliche Kunden wie Länder und Kommunen. Diesen bietet die Bank im
Verbund mit Sparkassen maßgeschneiderte Produkte, beispielsweise zur Energiepreissicherung
und zur Optimierung der Zinsbuchstrukturen an.
Entwicklung im Jahr 2008
Das Geschäftsmodell der Sparkassen hat sich in der Finanzkrise bewährt. So konnten diese
insgesamt Marktanteile im Firmen- und Privatkundengeschäft hinzugewinnen.
87
Ausblick
Die Bank geht davon aus, dass im Jahr 2009 die Nachfrage der Sparkassenkunden nach
attraktiven Dienstleistungen und Produkten leicht wachsen wird, bei gleichzeitig steigenden
Anforderungen an deren Qualität.
Um das gemeinsame Marktpotenzial optimal auszuschöpfen, will die Bank mehr als 200
Sparkassen in Deutschland, zu denen die HSH Nordbank eine Geschäftsverbindung unterhält,
noch intensiver mit lösungsorientierter Beratung unterstützen. Zu den geplanten Schwerpunkten
zählen 2009 unter anderem das Kreditportfolio-Management der Sparkassen, Anlageprodukte für
Privatkunden sowie Konsortialkredite im Finanzierungsgeschäft mit mittelständischen Firmen.
Wettbewerber
Die Wettbewerber des Geschäftsbereichs Sparkassen sind in erster Linie die Landesbanken sowie
die führenden deutschen Geschäftsbanken.
Wichtigste Märkte
Im Folgenden werden die wichtigsten Märkte (aufgeteilt nach Regionen und Tätigkeitsfeldern der
Bank) beschrieben.
Weltwirtschaft 2008
Die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen trübten sich im Laufe des vergangenen Jahres
drastisch ein. Während zu Jahresanfang noch vielfach auf die Abkopplung eines Großteils der
Weltwirtschaft von der US-Rezession gehofft worden war, schien der kräftige Rohstoffpreisanstieg
im Frühjahr das Risiko einer Stagflation nahe zu legen. Inzwischen sind die Inflationssorgen
zumindest auf Sicht von 2009 gewichen, und die Weltwirtschaft hat sich in der zweiten
Jahreshälfte erheblich abgekühlt. Zum Jahresende schrumpfte die Wirtschaft in praktisch allen
Industrieländern. Die Emerging Markets legten zwar weiterhin zu, ihre Wachstumsdynamik hat
sich jedoch ebenfalls deutlich verlangsamt. Dies gilt nicht zuletzt für China und Indien, die unter
dem Einbruch ihrer Exportmärkte leiden. Insgesamt ist die Weltwirtschaft 2008 nur noch um rund
3 % gewachsen (2007: 5 %). Die US-Wirtschaft litt besonders unter den Problemen im
Immobilienmarkt. Zunehmend wurden aber auch weitere Bereiche der Wirtschaft in Mitleidenschaft
gezogen, so dass das US-Bruttoinlandsprodukt in der zweiten Jahreshälfte spürbar schrumpfte.
Nach einem noch positiven Jahresauftakt verschlechterten sich die wirtschaftlichen
Rahmenbedingungen auch für die Eurozone und Deutschland. Verantwortlich hierfür waren der
Einbruch der Auslandsnachfrage, der bis Juli anhaltende Höhenflug der Rohstoffpreise, der vor
allem auf den Privaten Verbrauch drückte, sowie die Turbulenzen an den Finanzmärkten. Anders
als Deutschland litten einige Länder der Eurozone wie Spanien und Irland zusätzlich unter dem
Platzen der Blasen auf den jeweiligen Immobilienmärkten. Das Bruttoinlandsprodukt hat in
Deutschland um 1 % zugelegt, in der Eurozone um 0,7 %. Das Tempo der konjunkturellen
Abkühlung in der Eurozone war dabei überraschend hoch.
Ausblick
Angesichts der starken Verschlechterung der meisten Konjunkturdaten in den letzten Monaten
2008 ist davon auszugehen, dass 2009 für die Weltwirtschaft ein weiteres schwieriges Jahr wird.
Neben einer schrumpfenden Wirtschaftsleistung in den meisten Industrieländern ist zu erwarten,
dass sich auch das Wachstum in den Schwellenländern weiter abschwächen wird. Weltweit dürfte
das Bruttoinlandsprodukt voraussichtlich schrumpfen. Die Bank rechnet damit, dass sich – nicht
zuletzt infolge der massiven geld- und fiskalpolitischen Stützungsmaßnahmen – die Konjunktur in
88
der zweiten Jahreshälfte 2009 allmählich stabilisiert. Eine nennenswerte Wachstumsdynamik
dürfte sich aber auch 2010 noch nicht wieder einstellen, da die Bereinigung der über Jahre
aufgebauten Ungleichgewichte weiter anhalten sollte. Somit dürfte die Weltwirtschaft auch 2010
nur moderat mit einer Rate von etwa 2 % wachsen.
Sowohl in den USA als auch in der Eurozone wird das Bruttoinlandsprodukt 2009 merklich
zurückgehen. In den USA wird der Wohnungsbau zwar nicht mehr ganz so schnell schrumpfen
wie in 2008. Angesichts der Verschlechterung am Arbeitsmarkt, der trüben Absatzperspektiven im
In- und Ausland und der restriktiveren Kreditvergabe werden aber sowohl der private Verbrauch
als auch die Investitionen deutlich eingeschränkt werden, und auch der Export dürfte angesichts
des Nachfragerückgangs im Ausland sinken. Ähnlich ist das Konjunkturbild für die Eurozone. Zwar
hat vor allem Deutschland nicht mit einer Rezession auf dem Immobilienmarkt zu kämpfen. Dafür
wird die hiesige Wirtschaft allerdings von dem Einbruch der Exportkonjunktur stark beeinträchtigt ,
und auch für die Investitionen und den privaten Konsum ist mit Rückgängen zu rechnen.
Insgesamt erwarten wir einen Einbruch der Wirtschaftsleistung in Deutschland um 4,5%..
Vor dem Hintergrund der weltweit sinkenden Kapazitätsauslastung und rückläufiger Teuerung
werden die Zentralbanken in 2009 im Hinblick auf die schwache Konjunktur die Geldpolitik weiter
lockern. Dabei haben einige Notenbanken noch Spielraum für weitere Leitzinssenkungen. Die
Bank rechnet dennoch damit, dass die Investoren angesichts der ausufernden Verschuldung der
USA höhere Risikoprämien verlangen und so die Renditen zehnjähriger Treasuries im
Jahresverlauf deutlich anziehen werden. Ein Anstieg der Renditen dürfte sich – nicht ganz so
ausgeprägt – auch in der Eurozone vollziehen.
Bei den Unternehmensspreads sieht die Bank das Ende der Ausweitungen noch nicht erreicht.
Wesentliche Einflussfaktoren sind insbesondere die auf mittlere Sicht unsichere konjunkturelle
Lage, die zunehmende Wahrscheinlichkeit weiterer Staatsausfälle und die stark steigenden
Ausfallraten im Unternehmenssektor.
Die Wechselkurse werden angesichts der großen Unsicherheit über die weitere weltwirtschaftliche
Entwicklung verhältnismäßig volatil bleiben. Der Euro sollte sich bei Rückkehr des Bewusstseins
für die ausgeprägten strukturellen Probleme, denen sich die USA gegenüber sehen, gegenüber
dem US-Dollar wieder festigen.
Die wirtschaftliche Stabilisierung in der zweiten Jahreshälfte 2009 sollte auch zur Stabilisierung der
Aktienmärkte beitragen. Dabei dürfte die Unsicherheit noch stark ausgeprägt sein und auch die
Ertragsentwicklungen vieler Unternehmen werden deutliche Rezessionsspuren aufweisen. 2010
erwartet die Bank eine spürbarere Erholung, wobei an alte Höchststände wohl noch nicht wieder
angeknüpft werden dürfte.
Während die Finanzkrise den Banken bislang vor allem Abschreibungen durch Wertrückgänge
eingebracht hat, dürften die Finanzinstitute nun vermehrt unter Kreditausfällen leiden, die aus dem
Einbruch der Konjunktur resultieren. Angesichts des geschrumpften Marktes für (renditeträchtige)
Bankgeschäfte und des zu erwartenden Drucks auf die Profitabilität dürfte auch der Druck zu
weiteren Konsolidierungen im Bankensektor anhalten.
Bankenmarkt 2008
Überblick über den deutschen Bankenmarkt 2008
Das deutsche Bankensystem besteht aus einer Vielzahl öffentlicher und privater Banken, wobei
man zwei grundsätzliche Arten unterscheidet: Universalbanken und Spezialbanken.
Universalbanken betreiben nicht nur das Einlagen- und Kreditgeschäft, sondern auch das
Emissions-, Konsortial- und Wertpapiergeschäft auf eigene Rechnung und für Rechnung ihrer
89
Kunden. Spezialbanken, wie z.B. Hypothekenbanken, konzentrieren sich auf bestimmte Arten des
Kreditgeschäfts oder haben andere Sonderaufgaben.
Im Allgemeinen dürfen Universalbanken neben den gewöhnlichen Bankgeschäften sämtliche oder
die meisten der den Spezialbanken vorbehaltenen Bankgeschäfte, z.B. Hypothekarkredite und
Staatsfinanzierungen, durchführen, während Spezialbanken auf die mit ihren jeweiligen
Sonderaufgaben verbundenen Bankgeschäfte beschränkt sind. Man unterscheidet drei Arten von
Universalbanken: private Geschäftsbanken, Sparkassen und Landesbanken sowie
Genossenschaftsbanken und deren Genossenschaftliche Zentralbanken. Am 31. Dezember 2008
gab es in Deutschland 272 private Geschäftsbanken (5 Großbanken, 164 Regionalbanken und
andere Geschäftsbanken, 103 Niederlassungen ausländischer Banken). Ferner gab es
438 Sparkassen
und
10 Landesbanken,
1.197 Genossenschaftsbanken
und
zwei
Genossenschaftliche Zentralbanken sowie 19 Hypothekenbanken und 17 Banken mit
Sonderaufgaben. Hinzu kamen 148 ausländische Banken, d. h. 103 Niederlassungen
ausländischer Banken und 45 Kreditinstitute im Mehrheitseigentum ausländischer Banken. Die
Bilanzsumme aller Bankengruppen betrug zum 31. Dezember 2008 7.956 Mrd. Euro. Ende
Dezember 2008 hatten die Landesbanken mit 1.563 Mrd. Euro einen Anteil von 20 % der
Bilanzsumme aller Banken.
Alle deutschen Banken unterliegen einer umfassenden Aufsicht und Überwachung durch die
deutschen Behörden, insbesondere durch die BaFin, eine (dem Bundesminister der Finanzen
unterstehende) unabhängige Bundesaufsichtsbehörde, und durch die Deutsche Bundesbank.
Internationaler Bankenmarkt 2008
Die Kreditwirtschaft erlebte 2008 ein außerordentlich schwieriges Jahr. So führte die Subprimebzw. Finanzkrise, die bereits im Sommer 2007 ausgebrochen war, nach Bloomberg-Daten bis
Ende 2008 kumuliert zu Abschreibungen und Verlusten von mehr als 1.200 Mrd. US-Dollar. Davon
entfielen mehr als zwei Drittel auf US-Institute. Dabei bezogen sich die Wertberichtigungen nicht
nur direkt auf Hypotheken gedeckte Forderungen. Auch Asset-Klassen, die infolge des
Nachfrageschwunds aufgrund der verringerten Risikobereitschaft der Investoren an Wert verloren
haben, waren betroffen – so etwa Kredite für Unternehmensübernahmen. Zum Teil wurden die
Wertberichtigungen durch die Aufnahme frischen Kapitals kompensiert. Die hohen Verluste sowie
die Verschlechterung der wirtschaftlichen Perspektiven führten zudem dazu, dass die Banken ihre
Kreditvergabebedingungen verschärften. In der Eurozone verlangsamte sich seit dem Frühjahr
2008 somit das Kreditwachstum.
Nachdem die US-Subprime-Krise im März 2008 mit der Schieflage der Investmentbank Bear
Stearns einen vorläufigen Höhepunkt erreicht hatte, spitzte sich die Situation im Sommer 2008
weiter zu. Nach der Insolvenz von Lehman Brothers verschärfte sich die Vertrauenskrise zwischen
den Banken weiter, und diverse US-amerikanische und europäische Institute wurden staatlich
gestützt oder durch andere Banken übernommen.
Neben geld- und fiskalpolitischen Maßnahmen haben die großen Industrienationen zur
Bewältigung der Finanzmarktkrise im Rahmen einer international abgestimmten Aktion im Oktober
2008 Gesetze zur Stabilisierung des Finanzsektors beschlossen. Diese zielen darauf ab, das
Vertrauen der Marktakteure untereinander wiederherzustellen und für Stabilität an den Märkten zu
sorgen. Ein zentrales
Element des deutschen Stabilisierungspakets sind staatliche Garantien für begebene Schuldtitel,
die auf Antrag von Finanzinstituten unter bestimmten Bedingungen, insbesondere eine
angemessene Kapitalausstattung und ein tragfähiges Geschäftsmodell, in Anspruch genommen
werden können. Damit sollen Liquiditätsengpässe der begünstigten Institute behoben und deren
Refinanzierung am Kapitalmarkt unterstützt werden. Zur Kapitalstärkung besteht die Möglichkeit
90
einer zeitlich begrenzten Beteiligung des Stabilisierungsfonds an einer Rekapitalisierung von
Banken. Ein drittes Instrument sieht die Einlieferung von Risikoaktiva vor. Staatliche
Garantiezusagen wurden bis Jahresende 2008 von diversen Banken in Anspruch genommen.
Finanzmärkte 2008
Weltweit konnten sich die Aktienmärkte nicht den negativen Vorgaben entziehen. Nach einem
halbwegs stabilen Jahresauftakt sorgten zunehmende Rezessionsängste im Verlauf bereits für
deutliche Verluste. Nach dem Lehman-Zusammenbruch beschleunigte sich die Talfahrt bei den
Aktienkursen. Angesichts der Rezession in den etablierten Wirtschaftsräumen verschärften sich
die konjunkturellen Sorgen bei vielen Marktteilnehmern zu der Erwartung einer schweren
Weltwirtschaftskrise. Zum Jahresende ließen die massiven staatlichen Interventionen,
Ankündigungen von Konjunkturpaketen und nicht zuletzt auch die dramatisch reduzierten
Leitzinsen eine leichte Erholung zu. Dennoch zeigten die großen Indizes durchweg erhebliche
Verluste: In Europa verloren der deutsche Leitindex DAX 40,4 % auf 4.810 und der EURO
STOXX 50 44,4 % auf 2.448 Punkte. In den USA büßte der Dow Jones Industrial 33,8 % auf 8.776
Zähler ein, der japanische Nikkei 225 verlor 42,1 % auf 8.860 Punkte.
Die Entwicklung an den internationalen Rentenmärkten verlief zweigeteilt. Während die Renditen
10-jähriger Staatsanleihen in der ersten Jahreshälfte im Zuge haussierender Rohstoffpreise und
zunehmender Inflationssorgen bis auf Niveaus von nahezu 4,7 % (Bundesanleihen) bzw. 4,3 %
(Treasuries) stiegen, setzte im Juli ein kräftiger Rückgang ein. Zum Jahresende lagen die
Renditen nur noch bei knapp 3 % (Deutschland) bzw. rund 2 % (USA). Die Renditestrukturkurve in
der Eurozone verflachte sich bis zum Sommer zunächst, und kurzfristig übertrafen die Renditen
von Papieren mit zweijähriger Laufzeit sogar diejenigen zehnjähriger Laufzeit. Ab Juli 2008 führten
dann die Zinssenkungen der Notenbanken dazu, dass die kurzfristigen Renditen relativ stark
zurückgingen, so dass der Zinsabstand zwischen Anleihen mit zweijähriger und zehnjähriger
Laufzeit bis zum Jahresende auf über 100 Basispunkte anstieg. In den USA verhinderten die
relativ früh einsetzenden Leitzinssenkungen bis zum Sommer eine deutliche Abflachung der
Kurve. Der starke Renditerückgang im kurzfristigen Bereich ließ den Zinsabstand zwischen
Papieren mit zweijähriger und zehnjähriger Laufzeit zwischenzeitlich auf 262 Basispunkten
steigen.
Auch die Kursbewegungen an den für die Bank relevanten Devisenmärkten waren äußerst volatil.
Der Euro konnte zum US-Dollar bis zum Sommer von der in der Eurozone vergleichsweise robust
erscheinenden Konjunktur und der Ausweitung der Leitzinsdifferenz zu den USA profitieren. So
wurde kurzfristig auch das historische Niveau von über 1,60 USD/EUR erreicht. Das verstärkte
Übergreifen der Finanzkrise auf Europa im Spätsommer ließ dann aber das Zutrauen in die
hiesige Entwicklung schwinden und den Euro zwischenzeitlich 20 % an Wert einbüßen. Zum
Jahresende lag der Wechselkurs bei 1,40 USD/EUR.
Angesichts des Ausmaßes der Finanzkrise griffen die Verantwortlichen für Fiskal- und Geldpolitik
zu drastischen Maßnahmen. So wurden in den USA zum einen großvolumige
Stützungsprogramme für die Konjunktur und den Finanzsektor aufgelegt, zum anderen senkte die
US-Notenbank Federal Reserve die Leitzinsen von noch 4,25 % am Jahresanfang auf eine
Bandbreite von 0 bis 0,25 % und implementierte diverse Programme, um das Finanzsystem
angesichts der ausgetrockneten Interbankenmärkte ausreichend mit Liquidität zu versorgen.
Die Europäische Zentralbank schaltete in nur drei Monaten auf Zinssenkungskurs um, nachdem
sie noch Anfang Juli eine letzte Zinserhöhung auf 4,25% vorgenommen hatte. Zwischen Anfang
Oktober und Ende Dezember senkte sie – wie auch viele andere Notenbanken – den Leitzins
dann aber kräftig auf 2,5% und flankierte damit die seit längerem ergriffenen Maßnahmen zur
91
Erhöhung der Liquidität im Bankensystem. Auch Konjunkturprogramme rückten im Herbst
zunehmend auf die Agenda der nationalen Regierungen.
Schifffahrtsmärkte 2008
Der seit Anfang 2003 fast ununterbrochen anhaltende und historisch außergewöhnlich kraftvolle
Boom der Schifffahrt ging 2008 zu Ende. Die Schifffahrt geriet in einen Abschwung, der in punkto
Geschwindigkeit und Schärfe ein bisher nicht gekanntes Ausmaß angenommen hat. Dabei sah es
in der ersten Jahreshälfte 2008 so aus, als würde die Krise auf die Finanzmärkte beschränkt
bleiben und insbesondere das Wachstum in Europa und Asien nur wenig beeinträchtigen. Nach
dem Fall von Lehman Brothers griff die Krise auf den realwirtschaftlichen Sektor über und betraf
als eine der ersten Branchen die Schifffahrt. Handelsfinanzierungen trockneten aus, mit weit
reichenden Konsequenzen insbesondere auf die Nachfrage nach Containertransporten und die
Verschiffung von Massengütern. Der Einbruch der Nachfrage sowie die völlig veränderten
Erwartungen betrafen bis auf wenige Ausnahmen alle Bereiche, lediglich die Öltanker konnten sich
dem Abwärtssog teilweise entziehen. Die Krise hatte auch Auswirkungen auf das Volumen von
Neubestellungen. Über alle Segmente hinweg wurden 2008 deutlich weniger Neubauten in Auftrag
gegeben als 2007. Damit wurden erstmals seit 2005 weniger Schiffe bestellt als im Vorjahr.
Markt für Transportfinanzierungen 2008
Nach einem noch vergleichsweise robusten Wachstum in der ersten Jahreshälfte 2008, sahen sich
die Fluggesellschaften im zweiten Halbjahr 2008 infolge der drastischen konjunkturellen
Eintrübung mit zunehmend rückläufigem Passagier- und Frachtaufkommen konfrontiert. Zugleich
halfen aber die vom Höchststand im Sommer 2008 deutlich gesunkenen Treibstoffpreise der
Branche, die wirtschaftliche Flaute finanziell besser zu verkraften. Der hohe Ölpreis bis zur
Jahresmitte 2008 und die Möglichkeit, dass künftiges Wachstum in der Luftfahrtindustrie mit
nachhaltig höheren Treibstoffpreisen einhergehen könnte, hat bereits - insbesondere in den USA dafür gesorgt, dass viele Gesellschaften weniger effiziente Flugzeuge stilllegen. Diese
Kapazitätsanpassungen dürften zur Stabilisierung des Sektors in der gegenwärtigen Phase
beitragen.
Der Infrastrukturmarkt profitierte insgesamt weiterhin von Privatisierungstrends. Weltweit war eine
hohe Investitionsnachfrage zu verzeichnen, etwa im Flughafenbereich. Daraus resultierten
vielfältige Finanzierungsmöglichkeiten für Banken. Da diese sich jedoch in dem gegenwärtigen
Umfeld mit Ausleihungen zurückhielten, wurden zahlreiche Transaktionen ins Jahr 2009
verschoben. Auch im Eisenbahnbereich wurden viele der kapitalintensiven Investitionen in
Schienenfahrzeuge aufgrund der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008 nicht mehr realisiert. Zudem
setzen viele Unternehmen auf die Weiterentwicklung des Vermietgeschäfts für Waggons in
Europa.
Markt für Erneuerbare Energien
Im Sektor Erneuerbare Energien hat sich der Ausbau der Anlagekapazitäten bis weit ins Jahr 2008
hinein forciert fortgesetzt. Dafür haben neben attraktiven politischen Rahmenbedingungen in
vielen Ländern insbesondere stark steigende Energiepreise gesorgt. Doch gegen Jahresende
2008 hat sich auch in diesem Bereich die Lage eingetrübt. Verantwortlich dafür waren die
schlechteren Finanzierungsmöglichkeiten und die unsichere Lage auf den Märkten, die sich
dämpfend auf die Nachfrage nach neuen Energieanlagen – allerdings immer noch auf hohem
Niveau – auswirkten.
92
Immobilienmärkte 2008
Das Jahr 2008 brachte – global gesehen – einen Abschwung auf den Immobilienmärkten, der
insbesondere im zweiten Halbjahr durch die Folgen der sich zuspitzenden Finanzmarktkrise und
der konjunkturellen Abkühlung noch einmal beschleunigt wurde. In der Folge der Finanzmarktkrise
haben sich die Rahmenbedingungen für Immobilieninvestitionen weltweit verändert. Durch eine
restriktive Kreditvergabe hat sich das Transaktionsvolumen drastisch reduziert.
In den USA geriet nach dem anhaltenden Preisverfall am Markt für Wohnimmobilien, im
Jahresverlauf zunehmend auch das Bürosegment unter Druck, da durch den starken
Personalabbau in vielen Unternehmen das Angebot an freien Büroflächen zunahm. Die
europäischen Immobilienmärkte präsentierten sich uneinheitlich. Die Märkte, die in den Vorjahren
besonders starke Preissteigerungen verzeichneten, waren von deutlichen Preiskorrekturen
geprägt. Insbesondere London als Finanzzentrum bekam die Auswirkungen der Krise unmittelbar
zu spüren. Und auch in Paris zeigten sich die Folgen. Der deutsche Büromarkt mit seiner
dezentralen Struktur erwies sich hingegen als recht robust und vermeldete bis in das dritte Quartal
hinein hohe Vermietungsumsätze. Im zweiten Halbjahr waren die Auswirkungen auf die
Realwirtschaft aber schon deutlich zu spüren und im üblicherweise sehr starken vierten Quartal
gingen die Vermietungsumsätze sowie das Transaktionsvolumen zurück.
Firmenkunden 2008
Im Jahr 2008 zeigte sich die Entwicklung des Marktumfelds zweigeteilt. Während in den ersten
drei Quartalen die Auswirkungen der Finanzkrise im Markt kaum zu spüren waren, gewann im
vierten Quartal die sich weltweit ausweitende Rezession dramatisch an Fahrt. Von dieser
Entwicklung besonders betroffen waren Unternehmen mit stark exportorientiertem Geschäft und
Unternehmen aus dem Bereich Automotive. Lediglich Bereiche wie die Gesundheitswirtschaft und
der Lebensmitteleinzelhandel konnten sich diesem Trend entziehen. Hier verzeichnete die Bank
eine konstant hohe Nachfrage nach Krediten. Darüber hinaus hatten die im ersten Halbjahr 2008
stark gestiegenen Preise für Energie und Rohstoffe in Verbindung mit dem anschließenden
scharfen Einbruch starke Auswirkungen auf die Cash Flows der mittelständischen Kunden der
Bank, die daraufhin gezwungen waren, Investitionsobjekte neu zu überdenken.
Private-Banking-Markt 2008
Der Private-Banking-Markt war 2008 von intensivem Wettbewerb sowie zunehmend von den
Folgen der Finanzmarktkrise geprägt. Viele Banken, die sich über Einlagen von Privatkunden
refinanzieren, haben in Deutschland mit verlockenden Zinsangeboten für Tagesgeld- und
Termingeldkonten um Kunden geworben. Zusammen mit der gesunkenen Bereitschaft der
Anleger, in risikobehaftete Wertpapiere zu investieren, konnten manche Institute einen merklichen
Einlagenzuwachs verbuchen. Die im ersten Halbjahr noch relativ hohen Provisionserlöse aus dem
Wertpapiergeschäft brachen in der zweiten Jahreshälfte mit der Verschärfung der
Finanzmarktkrise drastisch ein.
Sparkassen 2008
Derzeit gibt es bundesweit etwa 450 Sparkassen mit einer Bilanzsumme von insgesamt 1,1 Bio.
Euro. Das schwierige Kapitalmarktumfeld war 2008 auch im Geschäft mit Sparkassen spürbar. So
verringerte sich die Nachfrage der Sparkassen und ihrer Kunden nach Anlageprodukten.
93
Organisationsstruktur
Beschreibung Gruppe
Unternehmensorganisation
Die HSH Nordbank AG ist die Muttergesellschaft des HSH Nordbank Konzerns. Sie führt ihre
Geschäfte in eigenem Namen und über konsolidierte und nicht konsolidierte
Tochtergesellschaften.
Konsolidierungskreis
Der Konsolidierungskreis schließt zum 31. Dezember 2008 neben dem Mutterunternehmen HSH
Nordbank AG, Hamburg/Kiel, 57 (Vorjahr: 62) Gesellschaften ein. Darin sind 18 (Vorjahr: 24)
Zweckgesellschaften
enthalten,
welche
nach
den
Bestimmungen
des
SIC-12
konsolidierungspflichtig sind.
Die folgenden Tochterunternehmen bzw. Zweckgesellschaften wurden in den Konzernabschluss
2008
der
HSH
Nordbank
AG
einbezogen:
V ollk ons olidie r te Tochte r unte rne hm e n
Gesellschaf t
1. A dessa Grundstücksverw altungsgesellschaf t mbH & Co
V ermietungs KG
2. A HL 2 1)
Sitz
Kiel
Frankf urt a.M.
A nteil am
Eigenkapital
(in %)
Bilanzstichtag
0,0
31.12.2008
100,0
31.12.2008
3.
Carrera Capital Finance Ireland Limited
Dublin
0,0
31.12.2008
4.
Carrera Capital Finance Limited
Jersey
0,0
31.12.2008
5.
CPM Luxembourg S.A . 2)
Luxemburg
3,2
31.12.2008
6.
CPM Securitisation S.A .2)
Luxemburg
3,2
31.12.2008
7.
Discovery
Frankf urt a.M.
100,0
31.12.2008
8.
Ealing Investments Limited
London
100,0
31.12.2008
Equilon GmbH
10. Endor 8. Beteiligungs GmbH & Co. KG
11. Hambornberg Immobilien- und V erw altungs-GmbH 3)
Hamburg
100,0
31.12.2008
Hamburg
94,8
31.12.2008
Duisburg
100,0
31.12.2008
12. Hamborner A ktiengesellschaf t 4)
13. HGA Capital Grundbesitz und A nlage GmbH 5)
14. HSH A sset Management S.A . 2)
Duisburg
52,7
31.12.2008
Hamburg
100,0
31.12.2008
Luxemburg
100,0
31.12.2008
15. HSH Corporate Finance GmbH
16. HSH Investment Management S.A .
Hamburg
100,0
31.12.2008
1)
9.
2)
17. HSH N Composits GmbH
18. HSH N Finance (Guernsey) Limited
19. HSH N Funding I 6)
20. HSH N Funding II
21. HSH Nordbank Private Banking S.A .
22. HSH Nordbank Securities S.A .
Luxemburg
100,0
31.12.2008
Kiel
100,0
31.12.2008
Guernsey
100,0
31.12.2008
Grand Cayman
100,0
31.12.2008
Grand Cayman
100,0
31.12.2008
Luxemburg
100,0
31.12.2008
Luxemburg
100,0
31.12.2008
23. HSH Money EuroPlus 1)
24. HSH Private Equity GmbH
Luxemburg
100,0
31.12.2008
Hamburg
100,0
31.12.2008
25. HSH RE Beteiligungs GmbH 5)
26. HSH Real Estate A G
Hamburg
100,0
31.12.2008
Hamburg
100,0
31.12.2008
27. International Fund Services & A sset Management S.A .
28. Jantar GmbH
29. LB Immo Invest GmbH 5)
30. Leashold V erw altungs GmbH & Co. KG
94
2)
Luxemburg
Hamburg
51,6
31.12.2008
100,0
31.12.2008
Hamburg
100,0
31.12.2008
Hamburg
100,0
31.12.2008
V ollk ons olidie r te Tochte r unte rne hm e n
Gesellschaf t
31. Lebus L.P.
Sitz
Grand Cayman
32. Mesitis GmbH
33. Minerva GmbH
Hamburg
A nteil am
Eigenkapital
(in %)
Bilanzstichtag
71,6
31.12.2008
100,0
31.12.2008
Lockstedt
100,0
31.12.2008
34. Minimoa GmbH
35. Nubes GmbH
Hamburg
100,0
31.12.2008
Lockstedt
100,0
31.12.2008
36. Perseus Investment Limited Partnership
37. Pregu GmbH
Jersey
100,0
30.11.2008
Hamburg
100,0
31.12.2008
38. Poseidon Funding Limited
39. Rasmus Purchase No. 1 Limited
Jersey
0,0
31.12.2008
Jersey
0,0
31.12.2008
40. Rasmus Purchase No. 2 Limited
41. Rasmus Purchase No. 3 Limited
42. Rasmus Purchase No. 4 Limited
43. Rasmus Purchase No. 6 Limited
Jersey
0,0
31.12.2008
Jersey
0,0
31.12.2008
Jersey
0,0
31.12.2008
Jersey
0,0
31.12.2008
44. Rasmus Purchase No. 7 Limited
45. Rasmus Purchase No. 8 Limited
46. Resparc Funding Limited Partnership I
47. Resparc Funding Limited Partnership II
Jersey
0,0
31.12.2008
Jersey
0,0
31.12.2008
Hong Kong
0,0
31.12.2008
Jersey
0,0
31.12.2008
48. Resparc Funding Limited Partnership III
49. Sotis S.à.r.l. 2)
Jersey
0,0
31.12.2008
50. Spielbank SH GmbH & Co. Casino Flensburg KG
51. Spielbank SH GmbH & Co. Casino Kiel KG
52. Spielbank SH GmbH & Co. Casino Lübeck-Travemünde KG
53. Spielbank SH GmbH & Co. Casino Stadtzentrum Schenef eld KG
54. Spielbank SH GmbH & Co. Casino Westerland auf Sylt KG
Kiel
Luxemburg
55. Spielbank SH GmbH
56. Sw if t Capital 1 Europäische Fondsbeteiligungen GmbH & Co. KG
57. Thestor GmbH
100,0
31.12.2008
90,0
30.09.2008
Kiel
100,0
30.09.2008
Kiel
100,0
30.09.2008
Kiel
100,0
30.09.2008
Kiel
90,0
30.09.2008
Kiel
100,0
30.09.2008
Hamburg
99,5
31.12.2008
Hamburg
100,0
31.12.2008
1)
Anteile an Spezialfonds.
Tochterunternehmen der HSH Nordbank Securities S.A.
3)
Tochterunternehmen der Hamborner Aktiengesellschaft.
4)
Tochterunternehmen der HSH RE Beteiligungs GmbH.
5)
Tochterunternehmen der HSH N Real Estate AG.
4)
Tochterunternehmen der HSH N Composits GmbH.
2)
Abhängigkeitserklärung
Die HSH Nordbank AG ist die Muttergesellschaft des HSH Nordbank Konzerns und ist weder
rechtlich noch wirtschaftlich von anderen Instituten innerhalb des Konzerns abhängig.
Die Freie und Hansestadt Hamburg, das Land Schleswig-Holstein, die Investorengruppe, die von
J.C. Flowers beraten wird und der Sparkassen- und Giroverband für Schleswig-Holstein halten
jedoch bedeutende Beteiligungen an der HSH Nordbank AG im Sinne des § 1 Abs. (9)
Kreditwesengesetz (KWG).
Die Freie und Hansestadt Hamburg, das Land Schleswig-Holstein sowie die Investorengruppe, die
von J.C. Flowers beraten wird, haben der HSH Nordbank AG gemäß § 20 Abs. 1 Aktiengesetz
(AktG) mitgeteilt, dass ihnen jeweils mehr als der vierte Teil der Aktien der HSH Nordbank AG
gehören.
95
Sachanlagen
Die HSH Nordbank ist Eigentümerin oder Mieter der folgenden Immobilien (Stand: 31. März 2009)
Land/Stadt
Anzahl
Immobilien
Besitzart
China/Hongkong
1
Miete / via Singapur
Cayman Islands
1
Miete / via New York
China/Shanghai
1
Miete / via Singapur
Dänemark/Kopenhagen
1
Eigentum
1
Miete
Deutschland/Berlin
1
Miete
Deutschland/Hamburg
2
Eigentum
8
Miete
4
sale and lease back
Deutschland/Hannover
1
Miete
Deutschland/Kiel
2
Eigentum
7
Miete
8
sale and lease back
Deutschland/Lübeck
1
Miete
Deutschland/Rostock
1
Eigentum
Deutschland/Schwerin
1
Eigentum
Deutschland/Stuttgart
1
Miete
Estland/Tallinn
1
Miete / via Kopenhagen
Finnland/Helsinki
1
Miete / via Kopenhagen
Frankreich/Paris
1
Miete
Griechenland/Athen
1
Miete
Lettland/Riga
1
Miete / via Kopenhagen
Luxemburg/Luxemburg
2
Miete
Russland/Moskau
1
Miete
Niederlande/Amsterdam
1
Miete
Norwegen/Oslo
1
Miete / via Kopenhagen
96
Land/Stadt
Anzahl
Immobilien
Besitzart
Vereingtes Königreich/London
1
Miete
Vereingte Staaten/ San Francisco
1
Miete / via New York
Singapur/Singapur
1
Miete
Vereingte Staaten/New York
1
Miete
Vietnam/Hanoi
1
Miete / via Singapur
Deutschland/Düsseldorf
1
Miete
Deutschland/München
1
Miete
Italien/Neapel
1
Miete
Schweden/Stockholm
1
Miete / via Kopenhagen
Irland
1
Miete
Beschäftigte
Zum Jahresultimo 2008 waren im HSH Nordbank insgesamt 5.070 Mitarbeiter beschäftigt (Vorjahr:
4.756). Ausschlaggebend für den Anstieg im Vergleich zum 31. Dezember 2007 waren
Neueinstellungen von Experten für Kunden- und Zentralbereiche der HSH Nordbank im Inland und
an einzelnen Auslandsstandorten. Ein weiterer Teil des Anstiegs der Beschäftigtenzahl resultiert
aus der Erweiterung des Konsolidierungskreises, insbesondere um den Immobilienfondsanbieter
LB Immo Invest GmbH, Hamburg. Die weit überwiegende Zahl der neuen Mitarbeiter in der HSH
Nordbank wurde im ersten Halbjahr 2008 eingestellt. Angesichts der Verschärfung der Finanzkrise
in der zweiten Jahreshälfte 2008 hat die Bank eine Fokussierung des Geschäftsmodells und
Kostensenkungen beschlossen, die auch einen Stellenabbau erfordern. Durch den Wegfall von
Aufgaben und effizientere Abläufe soll die Zahl der Vollzeitstellen bis 2012 auf 3.250 reduziert
werden. Zum Jahresende 2008 lag die Zahl der Vollzeitstellen bei 4.325. Anfang März 2009
wurden die wesentlichen Eckpunkte eines Interessenausgleichs mit dem Gesamtbetriebsrat
verhandelt. Ein Sozialplan, in dem die Interessen der Mitarbeiter angemessen berücksichtigt
werden, soll im Laufe des Jahres 2009 verabschiedet werden.
Personalzahlen
31.12.2008
31.12.2007
Gesamtzahl Beschäftigte Konzern1) davon:
Frauen
Männer
Mitarbeiter Inland
Mitarbeiter Ausland
Stammpersonal Konzern2)
Vollzeitarbeitskräfte (VAK) Konzern
5.070
2.240
2.830
4.087
983
4.750
4.325
4.756
2.122
2.634
3.830
926
4.463
4.067
Stammpersonal HSH Nordbank AG
4.105
3.873
175
170
Kennzahlen:
Mutterschaft und Elternzeit3)
97
Pensionäre und Hinterbliebene / Vorruheständler
Teilzeitbeschäftigungsquote (%)
Fluktuationsquote3) (%)
Krankheitsquote3) (%)
Durchschnittsalter3) (Jahre)
Neueinstellungen3)
31.12.2008
31.12.2007
1.743
17,2
4,8
3,4
39
309
1.741
17
7,1
3,3
39
225
1) Kopfzahlen.
2) Gesamtzahl der Beschäftigten ohne Auszubildende, Aushilfen und Praktikanten.
3) Nur Hauptsitze (HSH Nordbank AG ohne Niederlassungen).
Die Belegschaft der Bank wird von verschiedenen Arbeitnehmerverbänden vertreten. Die Bank
verfügt jedoch über keine Daten über den Anteil der in diesen Verbänden organisierten Mitarbeiter.
Die Bank stuft ihr Verhältnis zu den Arbeitnehmerverbänden und zu ihren Mitarbeitern als gut ein.
In den vergangenen drei Jahren erlebten weder die Bank noch ihre Vorgängerbanken einen Streik
oder anderweitige arbeitskampfbedingte Arbeitsniederlegungen.
98
Angaben zur Geschäfts- und Finanzlage
Einleitung
Die folgende Erörterung ist im Zusammenhang mit den in diesem Basisprospekt an anderer Stelle
enthaltenen Konzernabschlüssen zu lesen (siehe Abschnitt "Finanzinformationen").
Die Bank erzielte 2008 einen Großteil ihrer Erträge in Deutschland. Im übrigen Europa hat die
Bank aufgrund der Krise an den internationalen Finanzmärkten und der daraus resultierenden
Bewertungskorrekturen und realisierten Verluste, insbesondere im Credit Investment Portfolio,
negative Erträge generiert.
Grundlage der Darstellung
Die in diesem Basisprospekt enthaltenen Finanzinformationen beruhen auf den
Konzernabschlüssen der HSH Nordbank AG sowie den Buchführungsunterlagen, aus denen diese
Konzernabschlüsse entwickelt wurden, sofern nicht etwas anderes angegeben ist.
Die Bilanzierungswährung der HSH Nordbank AG ist der Euro, ihr Geschäftsjahr endet jeweils zu
31. Dezember eines Kalenderjahres.
Seit dem 1. Januar 2007 erstellt der HSH Nordbank Konzern seinen Konzernabschluss gemäß
den International Financial Reporting Standards ("IFRS").
Faktoren, Trends und Entwicklungen mit Auswirkungen auf das Betriebs- und
Finanzergebnis der Bank für das Jahr 2008
Die allgemeinen Marktbedingungen sind die Grundlage für die Geschäftsmöglichkeiten der Bank
und haben daher immer Einfluss auf die Finanzlage und in der Folge auf das Betriebsergebnis der
Bank. Diese allgemeinen Marktbedingungen sind im Abschnitt "Wichtige Märkte" beschrieben.
Anhand der folgenden Faktoren wird die konkrete Auswirkung auf die Finanzlage und das
Betriebsergebnis dargestellt:
Faktoren, Trends und Entwicklungen in den einzelnen Segmenten der Bank
Die HSH Nordbank gliedert ihr Geschäft in vier Segmente, die an der strategischen Ausrichtung
des Konzerns orientiert sind. Das Segment Transportation & Energy spiegelt die internationale
Spezialisierung in den Bereichen Shipping, Transport und Energy wider. Im Segment Real Estate
ist ihr Engagement im Immobilienbereich gebündelt. Die Positionierung als führende
Geschäftsbank in der norddeutschen Kernregion bildet das Segment Corporate & Private Banking
ab. Die Kapitalmarktaktivitäten sowie das Sparkassengeschäft sind im Segment Financial Markets
& Institutions zusammengefasst.
Das Geschäft der HSH Nordbank AG wird unterstützt und ergänzt durch zahlreiche
Tochterunternehmen und Beteiligungen. In den Konsolidierungskreis wurden zum Jahresultimo
2008 nach den IAS 27 und SIC 12 Vorschriften 57 wesentliche Gesellschaften, darunter 18
Zweckgesellschaften, einbezogen, die für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von
Bedeutung sind. Eine vollständige Liste der konsolidierten Gesellschaften befindet sich im Anhang
zum Konzernabschluss, Note 4. (siehe Finanzteil).
99
Segment Transportation & Energy
Im Segment Transportation & Energy Markets, das die Unternehmensbereiche Shipping,
Transport und Energy umfasst, belief sich das Operative Ergebnis für das Jahr 2008 auf 12 Mio.
Euro (Vorjahr: 511 Mio. Euro).
Segment Transportation & Energy
Zinsüberschuss
Handelsergebnis
Ergebnis aus Finanzanlagen
Provisionsüberschuss
Gesamtertrag
Risikovorsorge im Kreditgeschäft
Verwaltungsaufwand
Sonstiges betriebliches Ergebnis
Operatives Ergebnis
Durchschnittlich gebundenes
Eigenkapital
2008
567
89
-13
121
764
-554
-200
2
12
830
2007
478
57
25
143
703
-193
1
511
989
Veränderung in %
19
56
>-100
-15
9
4
100
-98
-16
Shipping
Der Unternehmensbereich Shipping hat in einem sich im Jahresverlauf 2008 drastisch
verschlechternden Schifffahrts- und Finanzierungsmarkt Erträge nahezu auf Vorjahresniveau
erwirtschaftet. Nachdem die Bank bis in das dritte Quartal hinein noch von den dynamischen
Märkten profitierten, trübte sich die Lage zum Jahresende 2008 zunehmend ein. Insbesondere die
angespannten Finanzierungssituation und eine ausgeprägte Abkühlung der Nachfrage nach
Transportdienstleistungen bremsten die Verschiffung von Containern und Massengütern deutlich.
Gleichzeitig wuchs das Tonnageangebot noch weiter an. Angesichts dieser deutlich zunehmenden
Ungleichgewichte auf den Märkten, hat die Bank in den letzten Monaten des Jahres 2008 spürbar
weniger Neugeschäft abgeschlossen als noch zur Jahresmitte.
Den Hauptbeitrag zu den operativen Erträgen leistete der Zinsüberschuss, der mit 312 Mio. Euro
das Vorjahresniveau (291 Mio. Euro) um 7 % übertraf. Dabei hat sich die Entwicklung des USDollar-Wechselkurses im Verhältnis zum Euro positiv auf das Zinsergebnis ausgewirkt. Zudem
nahm in der zweiten Jahreshälfte 2008 die Bereitschaft der Reeder zu, gestiegene
Refinanzierungskosten und deutlich höhere Margen zu akzeptieren. Die insgesamt verhaltene
Neugeschäftsentwicklung beeinflusste auch das Provisionsergebnis. Mit 52 Mio. Euro blieb es
hinter dem Vorjahreswert in Höhe von 70 Mio. Euro zurück. Das Handelsergebnis konnte deutlich
auf 46 Mio. Euro (Vorjahr: 36 Mio. Euro) gesteigert werden. Das ist insbesondere auf den
erfolgreichen Vertrieb von Instrumenten zur Absicherung gegen Zins-, Währungs- und
Ölpreisrisiken zurückzuführen. Die Erhöhung der Kreditrisikovorsorge auf 437 Mio. Euro spiegelt
die Erwartung wachsender Risiken aus einer anhaltenden Konjunkturschwäche wider. Das
operative Ergebnis belief sich aufgrund des höheren Vorsorgebedarfs auf ein Minus von 118 Mio.
Euro (Vorjahr: +340 Mio. Euro).
Transport
Der Unternehmensbereich Transport konnte sein Geschäft im Jahr 2008 dank einer hohen
Finanzierungsnachfrage im Transportsektor ausweiten. Die Erträge stiegen dabei im Jahr 2008
merklich auf 236 Mio. Euro (Vorjahr: 209 Mio. Euro). Getragen wurde die positive Entwicklung
insbesondere von zahlreichen Engagements in den europäischen Luftfahrt- sowie
Infrastrukturmärkten. Es folgten die Bereiche Asien und Amerika mit ebenfalls positiven
Erfolgsbeiträgen sowohl im Luftfahrt- als auch im Infrastruktursegment. Von dem erfolgreichen
100
Finanzierungsgeschäft profitierte in erster Linie der Zinsüberschuss des Unternehmensbereichs.
Für ein deutliches Plus im Handelsergebnis sorgten insbesondere ein gestiegener Bedarf an
Lösungen zur Absicherung gegen Zins-, Währungs- und Treibstoffpreisrisiken. Aufgrund des
spürbar eingetrübten Umfelds war zum Jahresende eine Erhöhung der Vorsorge für gestiegene
Kreditrisiken im Portfolio erforderlich. Die Ertragssteigerung konnte mit einem niedrigeren
Verwaltungsaufwand erreicht werden. Entsprechend verbesserte sich die Cost-Income-Ratio des
Unternehmensbereichs. Aus den beschriebenen Entwicklungen resultierte ein positives Operatives
Ergebnis in Höhe von 76 Mio. Euro (Vorjahr: 107 Mio. Euro).
Energy
Der Unternehmensbereich Energy hat die insgesamt positive Entwicklung im Sektor Erneuerbare
Energien zum weiteren Ausbau seines Geschäfts genutzt. Trotz einer gebremsten Dynamik in der
zweiten Jahreshälfte 2008 wuchsen die Erträge des Bereichs im Jahr 2008 deutlich auf 118 Mio.
Euro (Vorjahr: 86 Mio. Euro). Schwerpunktmäßig in Deutschland, Spanien, Frankreich und Belgien
sowie in den USA hatte die Bank zahlreiche Transaktionen erfolgreich begleitet. Der größte Anteil
der Einnahmen resultierte dabei aus Windenergie-Projekten, wenngleich die Bedeutung
industrieller Solarprojekte am Neugeschäft überproportional zugenommen hat. Insbesondere der
Zinsüberschuss des Bereichs hat von den Aktivitäten profitiert. Gedämpft wurde das Wachstum
durch eine zunehmende Unsicherheit am Markt. Besonders im vierten Quartal 2008 gingen die
Zahl und das Volumen der Geschäftsabschlüsse der Bank merklich zurück.
Das Handelsergebnis übertraf ebenfalls sehr deutlich den Vorjahreswert. Das war hauptsächlich
auf das Geschäft mit Zins-, Währungs- und Inflationsderivaten zurückzuführen, die bei den
zahlreichen internationalen Projekten der Bank häufig zur Begrenzung von Risiken genutzt
wurden. Die Kunden erhalten so für die gesamte Finanzierungslaufzeit eine sichere
Kalkulationsbasis für ihre Zinskosten bzw. Wechselkurse und sind zugleich gegen extreme
Marktausschläge geschützt. Der Provisionsüberschuss entwickelte sich leicht positiv im Vergleich
zum Vorjahr, obgleich sich angesichts einer spürbaren Zurückhaltung vieler Kreditinstitute ein
geringeres Syndizierungsvolumen bemerkbar machte. Zudem wurden viele größere
Finanzierungen bereits vor Geschäftsabschluss im Rahmen von Club Deals auf mehrere Banken
verteilt. Der Rückgang der Syndizierungen ist angesichts der Attraktivität des Geschäftsfelds im
Vergleich zu anderen jedoch deutlich moderater ausgefallen als in anderen Asset-Klassen. Das
Operative Ergebnis des Bereichs belief sich auf 54 Mio. Euro (Vorjahr: 64 Mio. Euro).
Segment Real Estate
Das Segment Real Estate Markets umfasst das Finanzierungsgeschäft der HSH Nordbank im
Immobilienbereich sowie die Aktivitäten der Tochtergesellschaft HSH Real Estate AG. 2008
konnten in diesem Segment Erträge in Höhe von 382 Mio. Euro nach 472 Mio. Euro im Vorjahr
erzielt werden, die durch Abschreibungen in der HSH Real Estate AG in Höhe von 21 Mio. Euro
belastet wurden. Das Operative Ergebnis betrug 2008 -305 Mio. Euro (Vorjahr: 313 Mio. Euro).
Dieser Rückgang ist wesentlich auf eine deutlich erhöhte Risikovorsorge im
Finanzierungsgeschäft sowie auf Verluste in der HSH Real Estate AG zurückzuführen.
101
Segment Real Estate
Mio. Euro
Zinsüberschuss
Handelsergebnis
Ergebnis aus Finanzanlagen
Provisionsüberschuss
Gesamtertrag
Risikovorsorge im Kreditgeschäft
Verwaltungsaufwand
Sonstiges betriebliches Ergebnis
Operatives Ergebnis
Durchschnittlich gebundenes
Eigenkapital
2008
344
22
-36
52
382
-346
-177
-164
-305
468
2007
325
47
40
60
472
17
-177
1
313
732
Veränderung in %
6
-53
>-100
-13
-19
>-100
0
>-100
>-100
-36
Im Finanzierungsgeschäft konnte der Unternehmensbereich Immobilienkunden 2008 operative
Erträge in Höhe von 389 Mio. Euro erzielen. Das ist im Vergleich zum Vorjahr (402 Mio. Euro) ein
leichter Rückgang. Zu der guten Ertragssituation in der Bank haben zahlreiche
Finanzierungsvorhaben mit gewerblichen Kunden im In- und Ausland beigetragen, wenngleich in
der zweiten Jahreshälfte 2008 angesichts der schwierigeren Refinanzierungsmöglichkeiten
weniger Neugeschäft abgeschlossen wurde. Zusätzliche Erfolge verzeichnete die Bank mit dem
Vertrieb von Kapitalmarktprodukten. So ermöglichte etwa das Zinsmanagement der Bank vielen
ihrer Kunden, ihre individuelle Zinsbelastung zu reduzieren. Der Verwaltungsaufwand im
Finanzierungsgeschäft konnte im Geschäftsjahr durch eine Straffung der Organisation deutlich
gesenkt werden. Hierzu hat unter anderem die Reduzierung der Aktivitäten am Standort New York
beigetragen. Die Risikovorsorge wurde infolge gestiegener Kreditrisiken deutlich erhöht.
HSH Real Estate AG
Das Geschäft der HSH Real Estate AG wurde 2008 insbesondere durch Abschreibungen und
Rückstellungen im Geschäft mit geschlossenen Fonds belastet, so dass die Gesellschaft
insgesamt ein negatives Ergebnis ausweist. Darin enthalten sind Goodwill-Abschreibungen in
Höhe von 87 Mio. Euro. In den anderen Sparten der HSH Real Estate verlief das Geschäft
verhalten bis positiv. Vor Wertberichtigungen konnte die Gesellschaft 2008 Erträge in Höhe von 13
Mio. Euro erzielen. Insgesamt belief sich das Ergebnis inklusive Wertberichtigungen auf -227 Mio.
Euro (Vorjahr: 48 Mio. Euro).
Ungeachtet der Belastungen trieb die HSH Real Estate AG im Berichtszeitraum mehrere Projekte
erfolgreich voran. Hierzu zählt zum Beispiel der Ausbau des Geschäftes mit institutionellen
Kunden durch die vollständige Übernahme der LB Immo Invest. Insgesamt stieg das Volumen der
Assets under Management bei der HSH Real Estate AG auf 5,8 Mrd. Euro.
Segment Corporates & Private Banking
Im Segment Corporate & Private Banking sind die Unternehmensbereiche Firmenkunden und
Private Banking zusammengefasst. Das Operative Ergebnis des Segments belief sich 2008 auf 62 Mio. (Vorjahr: 549 Mio. Euro).
102
Segment Corporates & Private Banking
Mio. Euro
Zinsüberschuss
Handelsergebnis
Ergebnis aus Finanzanlagen
Provisionsüberschuss
Gesamtertrag
Risikovorsorge im Kreditgeschäft
Verwaltungsaufwand
Sonstiges betriebliches Ergebnis
Operatives Ergebnis
Durchschnittlich gebundenes
Eigenkapital
2008
432
6
9
114
561
-398
-226
1
-62
944
2007
454
28
144
160
786
18
-257
2
549
1253
Veränderung in %
-5
-79
-94
-29
-29
>-100
-12
-50
>-100
-25
Firmenkunden
Im Unternehmensbereich Firmenkunden verlief das Geschäft im Jahr 2008 angesichts einer
immer schwieriger werdenden Refinanzierungssituation und einer insbesondere ab dem vierten
Quartal zunehmenden Investitionszurückhaltung ihrer mittelständischen Unternehmenskunden
verhaltener als im Vorjahr. Dabei schwächte sich das Neugeschäft merklich ab, nachdem die Bank
dieses in den ersten Monaten des Jahres 2008 noch ausweiten konnten. Darüber hinaus hat die
Reduzierung der so genannten Leveraged-Buy-out-Aktivitäten außerhalb Deutschlands und der
Refinanzierung von Leasinggesellschaften die Entwicklung des Neugeschäftsvolumens
beeinflusst.
Die Erträge beliefen sich zum Jahresende 2008 insgesamt auf 509 Mio. Euro. Bereinigt um
Sondererlöse aus Beteiligungsverkäufen im Vorjahr lagen die operativen Erträge um 65 Mio. Euro
unter dem Vorjahreswert. Belastend wirkte der Abbau der oben genannten Portfolien. Das
rückläufige Neugeschäft im zweiten Halbjahr schlug insbesondere im Provisionsüberschuss zu
Buche, der mit 90 Mio. Euro nicht an das Vorjahresergebnis in Höhe von 127 Mio. Euro anknüpfen
konnte. Der Zinsüberschuss lag als Folge des verringerten Kreditgeschäfts mit 387 Mio. Euro
leicht unter dem Vorjahresniveau (409 Mio. Euro). Das Handelsergebnis profitierte von der
Nachfrage nach Zinssicherungsgeschäften, erreichte im Gesamtjahr aber nicht das
Vorjahresniveau. Die Kostensituation des Bereichs entwickelte sich positiv. Der
Verwaltungsaufwand in Höhe von 170 Mio. Euro reduzierte sich um 32 Mio. Euro gegenüber dem
Vorjahreswert. Neben reduzierten Personalkosten insbesondere außerhalb Deutschlands konnten
durch ein stringentes Kostenmanagement auch die Sachkosten verringert werden.
Ergebnismindernd wirkte sich die Risikovorsorge aus, die die Bank 2008 aufgrund gestiegener
Ausfallwahrscheinlichkeiten signifikant aufgestockt hat. Insgesamt beliefen sich die Zuführungen
zur Risikovorsorge zum Jahresende 2008 auf 398 Mio. Euro, nachdem die Bank im Vorjahr
signifikante Auflösungen vornehmen konnte. Aufgrund des erhöhten Vorsorgebedarfs verzeichnete
der Bereich ein Operatives Ergebnis in Höhe von -55 Mio. Euro (Vorjahr: +524 Mio. Euro).Private
Banking
Im Unternehmensbereich Private Banking beliefen sich die operativen Erträge für das Jahr 2008
auf 52 Mio. Euro (Vorjahr: 81 Mio. Euro). Zu dem Rückgang haben maßgeblich die im
vergangenen Jahr zeitweise ausgeprägte Verunsicherung und Zurückhaltung der Kunden
beigetragen. Das Anlageverhalten sorgte im Privatkundenbereich für Verluste im
Wertpapiergeschäft, insbesondere mit Anlagezertifikaten, sowie für gesunkene Einnahmen aus
Kundeneinlagen. Die genannten Rückgänge betrafen schwerpunktmäßig das Geschäft der am
Standort Luxemburg. Im Inland war erfreulich, dass der Unternehmensbereich trotz der
verbreiteten Unsicherheit neue Kunden im gehobenen Private-Banking-Zielsegment gewinnen
konnte. Nennenswert höhere Erträge hat der Unternehmensbereich im Sorten- und
Edelmetallhandel erzielt. Trotz einer stabilen Kostensituation verblieb zum Jahresultimo ein
103
negatives Operatives Ergebnis von 7 Mio. Euro, nach einem Plus in Höhe von 25 Mio. Euro im
Jahr 2007.
Segment Financial Markets & Institutions
Im Segment Financial Markets & Institutions waren zum Jahresende 2008 die
Finanzmarktbereiche Capital Markets Clients, Asset and Investment Management, Capital Markets
Structuring & Trading, Capital Markets Credit und Group Treasury sowie der Unternehmensbereich
Sparkassen enthalten. Insgesamt verzeichnete das Segment 2008 ein negatives Operatives
Ergebnis in Höhe von 2.869 Mio. Euro (Vorjahr: -1.059 Mio. Euro).
Segment Financial Markets & Institutions
Mio. Euro
Zinsüberschuss
Handelsergebnis
Ergebnis aus Finanzanlagen
Provisionsüberschuss
Gesamtertrag
Risikovorsorge im Kreditgeschäft
Verwaltungsaufwand
Sonstiges betriebliches Ergebnis
Operatives Ergebnis
Durchschnittlich gebundenes
Eigenkapital
2008
548
-1.704
-891
34
-2.013
-518
-298
-40
-2.869
899
2007
428
-676
-494
26
-716
-28
-316
1
-1.059
1.230
Veränderung in %
28
>100
80
31
>100
>100
-6
>-100
>100
-27
Financial Markets
Der Finanzmarktbereich der HSH Nordbank verbuchte infolge des extrem schwierigen
Marktumfelds für das Jahr 2008 ein negatives Operatives Ergebnis in Höhe von 2.880 Mio. Euro
(Vorjahr: -1.088 Mio. Euro). Dies ist insbesondere auf hohe Abschreibungen und
Bewertungsverluste in Wertpapierportfolien der Bank zurückzuführen. Besonders betroffen war
das Credit Investment Portfolio. Zudem verzeichnete die Bank im Zuge der Marktverwerfungen
Forderungsausfälle bei Kreditengagements gegenüber Finanzinstituten. Das betraf insbesondere
das Engagement bei isländischen Kreditinstituten und den Zusammenbruch eines Handelspartner
der Bank, der US-Bank Lehman Brothers. Ausführliche Informationen zu Belastungen in den
Wertpapierportfolien sind im Risikobericht (bgl. Finanzteil) enthalten.
Die vorgenommenen Wertanpassungen schlugen sich im Handels- und im Finanzanlageergebnis
sowie in der Position Risikovorsorge nieder. Das Handelsergebnis belief sich 2008 auf -1.710 Mrd.
Euro (Vorjahr: -683 Mio. Euro) und das Ergebnis aus Finanzanlagen wies ein Minus in Höhe von
891 Mio. Euro gegenüber einem Minus von 494 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum auf. Die
Risikovorsorge belief sich auf -512 Mio. Euro (Vorjahr: -29 Mio. Euro). Der Zinsüberschuss lag bei
526 Mio. Euro (Vorjahr: 406 Mio. Euro). Für das deutliche Plus waren insbesondere Erträge aus
der durch die Marktverwerfung erzwungenen Liquiditätstransformation verantwortlich, während die
Einnahmen aus Wertpapierinvestments infolge des Portfolioabbaus zurückgingen. Der
Provisionsüberschuss konnte auf 23 Mio. Euro gesteigert werden, nach einem Minus von 3 Mio.
Euro im Vorjahr. Ursächlich dafür waren vor allem die Aktivitäten in der Strukturierung und
Arrangierung für Kreditbereiche der Bank. Im Sonstigen Ergebnis waren Goodwill-Abschreibungen
auf Tochtergesellschaften zu berücksichtigen.
Der Financial Markets Bereich der HSH Nordbank konnte seinen Beitrag zum Erfolg des
Kundengeschäfts der HSH Nordbank im Jahr 2008 mit hochwertigen Produkten und
Dienstleistungen erneut steigern. Besonders die Nachfrage nach Lösungen zur Begrenzung von
Zins- und Währungsrisiken hat dazu beigetragen. Für das Gesamtjahr 2008 belief sich der erzielte
Cross-Selling-Ertrag auf 288 Mio. Euro (Vorjahr: 243 Mio. Euro).
104
Um das Cross-Selling-Potential weiter auszuschöpfen, hat der Bereich ihr Produktangebot und
Leistungsspektrum im vierten Quartal des Jahres 2008 weiter fokussiert und noch stärker auf die
Kernbereiche und Investoren der Bank ausgerichtet.
Im Juli 2008 wurde der Unternehmensbereich Capital Markets Credit etabliert. Er koordiniert
seitdem Kapitalmarkttransaktionen im Bereich Credits für die Bank und ihre Kunden. Angesichts
nahezu illiquider Verbriefungs- und Syndizierungsmärkte war der Handlungsspielraum von Capital
Markets Credit im gesamten Jahr stark eingeschränkt. Gleichwohl konnten Syndizierungen mit
einem Gesamtvolumen von rund 3,8 Mrd. Euro durchgeführt werden. Des Weiteren konnten erste
Kredite an Kunden so strukturiert werden, dass sie als Wirtschaftskredit bei der Europäischen
Zentralbank eingeliefert und so günstiger refinanziert werden können.
Sparkassen
Das schwierige Kapitalmarktumfeld war 2008 auch im Geschäft mit Sparkassen spürbar.
Angesichts einer verhaltenen Nachfrage der Sparkassen und ihrer Kunden nach Anlageprodukten
blieben das Handels- und Provisionsergebnis 2008 merklich hinter den Vorjahreswerten zurück.
Gleichzeitig stiegen die Einlagen von Sparkassen und Kommunen. Davon profitierte der
Zinsüberschuss, der trotz planmäßig weiter zurückgeführter Forderungsbestände das
Vorjahresniveau erreichte. Der Verwaltungsaufwand entwickelte sich auf Grund der reduzierten
Kapitalmarktaktivitäten rückläufig. Insgesamt erzielte der Unternehmensbereich Sparkassen ein
Operatives Ergebnis in Höhe von 11 Mio. Euro (Vorjahr: 29 Mio. Euro).
Faktoren, Trends und Entwicklungen mit Auswirkungen auf das Betriebs- und
Finanzergebnis der Bank
Entwicklung der Kreditforderungen der Bank. Die Aktiva der Bank bestehen mehrheitlich aus
Darlehen und Forderungen an Kunden. Die Entwicklung dieser Darlehen ist für das
Finanzergebnis der Bank von Wichtigkeit. Unter anderem bestimmen die Entwicklung und das
Risikoprofil des Darlehenbestandes der Bank die Anzahl der Reserven für Risiken, welche die
Bank von ihrem Betriebsergebnis abzuziehen hat. Die Bank misst der Bewahrung eines soliden
Kreditforderungsbestandes hohe Priorität bei, dies erfordert unter anderem präzise Kenntnisse
über die potentielle Kundenbasis sowie die Schaffung von Mechanismen zur Bewertung der
Kunden-Bonität.
Potenzial bei der Kostensenkung. Wie in jedem Geschäft betrifft ein Großteil der Bemühungen
der Bank eine Erhöhung der Rentabilität, um so die betrieblichen Kosten zu reduzieren.
Zinsniveau und Schwankungen des Zinsniveaus. Im Allgemeinen ist in Zeiten niedriger Zinsen
die Differenz zwischen den Finanzierungskosten der Bank und ihrer Rendite aus zinsbringenden
Vermögenswerten recht gering. In Zeiten höherer Zinssätze steigt diese Nettozinsspanne
tendenziell an, so dass das Kerngeschäft der Bank eine höhere Rentabilität erzielt. Wie
nachfolgend beschrieben, hat auch die Häufigkeit von Änderungen der Zinssätze Auswirkungen
auf die Höhe des Zinsüberschusses der Bank. Die Bank verfolgt eine Sicherungsstrategie zur
Abfederung von Schwankungen der Nettozinsspanne, so zum Beispiel die Reduzierung der
Laufzeit von Einlagen und der durch Pensionsgeschäfte finanzierte Erwerb eines
Forderungsbestandes.
Potenzial beim Erzielen von Zins-unabhängigem Einkommen. Wie viele andere Banken erzielt
auch die Bank Einnahmen aus einer Vielzahl von Finanzprodukten und -dienstleistungen, darin
eingeschlossen zum Beispiel Gebühren für die Tätigkeit als Konsortialführer oder -bank, Gebühren
für Asset-Management-Dienstleistungen und Provisionen für Risikomanagement-Produkte. Die
Bank erzielt ein besseres Finanzergebnis, indem jeder Geschäftsbereich durch Cross-Selling
105
Produkte und Dienstleistungen anderer Bereiche der Bank an bestehende Kunden vermitteln kann
oder Provisionseinnahmen für externe Produkte und Dienste erzielt.
Kosten für die Aufnahme von Geldern, Ratings. Anders als im Privatkundenbereich tätige
Banken verfügt die Bank bei ihrer Refinanzierung nicht über Zugang zu Kundeneinlagen in
bedeutender Höhe. Die Bank ist im Gegenteil in starkem Maß auf Gelder der Kapitalmärkte und
des Interbanken-Marktes angewiesen. Die Kosten für diese Mittel hängen weitgehend von den
Ratings der Bank ab, die wiederum unter anderem von ihrem Finanzergebnis und ihrer
Kapitalstruktur abhängig sind. Die Staatsgarantien der deutschen Eigentümer der
HSH Nordbank AG sind für nach dem 18. Juli 2005 eingegangene Verpflichtungen entfallen.
Dadurch kann das Kreditprofil der Bank beeinflusst werden. Obgleich der Bank zurzeit ein standalone Long Term Rating von "BBB+, negativ" bei Standard & Poor’s, „A, stabil“ bei Fitch bzw. von
"A2, stabil" bei Moody’s zugewiesen wird (ohne Berücksichtigung der Staatsgarantie ihrer
Eigentümer), kann die HSH Nordbank AG Anlegern nicht zusichern, dass diese Ratings künftig
nicht gesenkt werden, was dann höhere Kosten für die Aufnahme von Geldern nach sich zöge.
106
Betriebsergebnis und Angaben über wichtige Faktoren, die die Geschäftserträge
erheblich beeinträchtigen
Entwicklung der HSH Nordbank im Jahr 2008
Ertragslage*
Gewinn- und Verlustrechnung des HSH Nordbank Konzerns
für die Zeit vom 01. Januar bis 31. Dezember 2008
in Mio. €
Veränderung
absolut
in %
2008
2007
33.163
-31.112
2.051
32.891
-31.290
1.601
272
178
450
0,8
-0,6
28,1
-1.888
163
15
1.616
-1.903
-1.453
>-100
-89,9
270
-15
326
-13
-56
-2
-17,2
15,4
Handelsergebnis
Ergebnis aus Finanzanlagen
-953
-1.022
-576
-389
-377
-633
65,5
>100
Verwaltungsaufwand
Sonstiges betriebliches Ergebnis
Ergebnis vor Restrukturierungsaufwand
-899
-166
-2.622
-984
149
129
85
-315
-2.751
-8,6
>-100
>-100
-172
0
-172
-
Zinserträge
Zinsaufwendungen
Zinsüberschuss
Risikovorsorge im Kreditgeschäft
Zinsüberschuss nach Risikovorsorge im Kreditgeschäft
Provisionsüberschuss
Ergebnis aus Sicherungszusammenhängen
Restrukturierungsaufwand
Ergebnis vor Steuern
-2.794
129
-2.923
>-100
Ertragsteuern
Ergebnis nach Steuern
-261
-3.055
141
270
-402
-3.325
>-100
>-100
Erträge aus Verlustübernahme
Konzernjahresüberschuss/-fehlbetrag
351
-2.704
0
270
351
-2.974
>-100
Den Anteilen in Fremdbesitz zurechenbares Konzernergebnis
Den HSH Nordbank-Aktionären zurechenbares Konzernergebnis
Einstellung in die Gewinnrücklagen
Entnahme aus den Gewinnrücklagen
Entnahme aus der Kapitalrücklage
Gewinnverwendung für zur Wandlung bestimmte stille Einlagen
Konzernbilanzgewinn
*)
-35
-5
-30
>-100
-2.669
275
-2.944
>-100
0
-177
177
-100
58
0
58
-
3.035
0
3.035
-
0
424
-48
50
48
374
-100
>100
Die HSH Nordbank AG hat im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2008 rückwirkende Anpassungen in der
Vergleichsperiode 31. Dezember 2007 vorgenommen, die sich auf die Gewinn- und Verlustrechnung auswirken. Die
wesentlichen Auswirkungen dieser Anpassungen auf den HSH Nordbank Konzern werden im Anhang zum
Konzernabschluss 2008 (siehe Finanzteil) unter "Allgemeine Angaben" dargestellt.
Die zugespitzte Lage auf den Finanzmärkten im dritten und vierten Quartal hatte zur Folge, dass
die Bank hohe Abschreibungen und Bewertungsabschläge auf Finanzinstrumente zu verbuchen
hatte. Angesichts der eingetrübten Konjunkturperspektiven und höherer Ausfallrisiken waren
zudem auch in den Kerngeschäftsfeldern der Bank merklich höhere Zuführungen zur
Kreditrisikovorsorge erforderlich. Aufgrund dieser Entwicklungen weist der Konzern für das
Geschäftsjahr einen Konzernfehlbetrag in Höhe von 2.704 Mio. Euro aus (Vorjahr:
Konzernüberschuss von 270 Mio. Euro). Ein ursprünglich für 2008 angestrebtes Jahresergebnis
über dem Vorjahresniveau von 2007 wurde damit weit verfehlt. Trotz der deutlich spürbaren
Auswirkungen der Finanzkrise ist hervorzuheben, dass die HSH Nordbank im Jahr 2008 mit ihren
Finanzierungsaktivitäten und Dienstleistungen im Kundengeschäft wie in den Vorjahren erfolgreich
war und in den stark positionierten Kernbereichen der Bank hohe Erträge erzielt hat.
Der Gesamtertrag im HSH Nordbank Konzern belief sich auf 331 Mio. Euro. Das ist ein deutlicher
Rückgang um 618 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr (949 Mio. Euro). Ausschlaggebend waren
gestiegene Bewertungskorrekturen und realisierte Verluste im Kreditersatzgeschäft, die sich im
107
Handels- und im Finanzanlageergebnis niedergeschlagen haben. Die Hauptertragsquelle der
Bank, der Zinsüberschuss, ist dagegen merklich angestiegen. Im Einzelnen entwickelten sich die
Erträge wie folgt:
Den Zinsüberschuss steigerte die HSH Nordbank im Geschäftsjahr 2008 um 450 Mio. Euro auf
2.051 Mio. Euro (Vorjahr: 1.601 Mio. Euro). Für die Entwicklung waren mehrere - zum Teil
gegenläufige - Faktoren verantwortlich, die im Zusammenhang mit der Finanzkrise stehen.
Hauptsächlich resultiert der Anstieg aus höheren Zinserträgen. Positive Ertragseffekte resultierten
aus einer moderaten Ausweitung des Kreditgeschäfts in Kernbereichen sowie aus der von der
Marktentwicklung erzwungenen Liquiditätsfristentransformation und den gesunkenen Zinsen im
zweiten Halbjahr 2008. Zudem hat sich die Entwicklung des US-Dollar-Wechselkurses im
Verhältnis zum Euro positiv auf das Zinsergebnis ausgewirkt. Demgegenüber verzeichneten die
Erträge aus Wertpapieren und Beteiligungen, insbesondere aus Private-Equity-Gesellschaften,
einen deutlichen Rückgang. Der Zinsaufwand war ebenfalls rückläufig. Dabei entlastete
insbesondere die Nichtbedienung von Stillen Einlagen und Genussrechtskapital aufgrund des
Jahresfehlbetrags. Zusätzlicher Aufwand fiel für Ende 2008 bereitgestellte Liquiditätsgarantien des
Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung an.
Der Provisionsüberschuss ist um 56 Mio. Euro auf 270 Mio. Euro zurückgegangen. Ein Hauptteil
des Rückgangs resultiert aus Provisionsaufwand, der für Verbriefungsgeschäfte zur Entlastung der
Risikoaktiva in der ersten Jahreshälfte anfiel. Einen deutlichen Ertragseinbruch verzeichnete die
Bank aufgrund der Turbulenzen auf den Finanzmärkten im Wertpapiergeschäft mit Kunden. Den
bei weitem größten Provisionsertrag erzielte die Bank wie in Vorjahren aus dem Kreditgeschäft.
Der leichte Rückgang im Jahr 2008 war auf geringere Einnahmen aus Bearbeitungsgebühren bei
internationalen Finanzierungstransaktionen zurückzuführen. Das betraf vorwiegend das 2008
merklich reduzierte Syndizierungsgeschäft.
Durch die Krise auf den Finanzmärkten und die damit verbundenen Bewertungskorrekturen und
realisierten Verluste, insbesondere im Kreditersatzgeschäft (Credit-Investment-Portfolio), weist der
HSH Nordbank Konzern ein negatives Handelsergebnis in Höhe von 953 Mio. Euro (Vorjahr: -576
Mio. Euro) und ein negatives Ergebnis aus Finanzanlagen von 1.022 Mio. Euro (Vorjahr: -389 Mio.
Euro) aus. Ein Großteil der Belastungen war angesichts der zugespitzten Marktsituation im
Schlussquartal zu verzeichnen. Einzelheiten zur Entwicklung des Credit-Investment-Portfolios
2008 werden im Risikobericht dargestellt. Neben den negativen Effekten aus dem
Kreditersatzgeschäft belasteten auch Beteiligungsabschreibungen und Portfoliowertberichtigungen
das Finanzanlageergebnis.
Kreditrisikovorsorge deutlich erhöht
Angesichts drastisch gestiegener Kreditrisiken infolge der zum Jahresende stark eingetrübten
gesamtwirtschaftlichen Lage hat die HSH Nordbank die Netto-Zuführungen zur Risikovorsorge
erheblich auf 1.888 Mio. Euro erhöht. Im Vorjahr konnte die Bank dank einer guten Konjunkturlage
eine Nettoauflösung von 15 Mio. Euro vornehmen. Von den Netto-Zuführungen im Jahr 2008
entfallen 1.481 Mio. Euro auf Wertberichtigungen und Rückstellungen für Einzeladressen (Vorjahr:
Nettozuführung von 112 Mio. Euro). Portfoliowertberichtigungen für Forderungen an Kunden und
Kreditinstitute beliefen sich auf 314 Mio. Euro (Vorjahr: Nettoauflösung von 112 Mio. Euro).
Zusätzlich wurden 116 Mio. Euro Portfoliowertberichtigungen auf Eventualverbindlichkeiten als
Rückstellungen im Kreditbereich gebucht (Vorjahr: Nettozuführung von 3 Mio. Euro). In geringem
Umfang wurden Erträge aus abgeschriebenen Forderungen (37 Mio. Euro, Vorjahr: 29 Mio. Euro)
vereinnahmt.
Erste Erfolge des Kostensenkungsprogramms
Den Verwaltungsaufwand konnte die HSH Nordbank auf 899 Mio. Euro reduzieren (Vorjahr: 984
Mio. Euro). Dies ist auf die Verringerung des Personalaufwands zurückzuführen, während sich der
108
Sachaufwand inklusive Abschreibungen auf das Sachanlagevermögen auf Vorjahresniveau
bewegten. Der Rückgang des Personalaufwands auf 412 Mio. Euro (Vorjahr: 498 Mio. Euro) ist
vor allem auf die Nichtzahlung von freiwilligen Sonderprämien an Mitarbeiter für 2008
zurückzuführen. Dieser Effekt überwog den Anstieg aus der im Jahresdurchschnitt höheren
Mitarbeiterzahl und den aus allgemeinen Gehaltsteigerungen. Trotz des konstanten Sachaufwands
von 487 Mio. Euro (Vorjahr: 486 Mio. Euro). machten sich erste Erfolge des
Kostensenkungsprogramms bemerkbar, welches die Bank im dritten Quartal 2008 verabschiedet
hat. Geringerer Aufwand fiel unter anderem für EDV, Honorare, Marketing und Reisen an. Einen
Anstieg verzeichneten Kosten für Rechtsberatung und Abschlussprüfung.
Im Rahmen der umfassenden Neuausrichtung, die Anfang 2009 in die Wege geleitet wurde, plant
die Bank eine weitere deutliche Senkung des Verwaltungsaufwands bis 2012.
Das sonstige betriebliche Ergebnis liegt aufgrund von Abschreibungen auf Geschäfts- oder
Firmenwerte und durch Bildung von Rückstellungen mit -166 Mio. Euro deutlich unter dem
Vorjahreswert (+149 Mio. Euro).
Das Ergebnis vor Restrukturierungsaufwand belief sich angesichts der Belastungen in Kredit- und
Wertpapierportfolien auf -2.622 Mio. Euro (Vorjahr: 129 Mio. Euro).
Im Zusammenhang mit der Neuausrichtung der Bank wurde Restrukturierungsaufwand in Höhe
von 172 Mio. Euro verbucht. Dabei handelt es sich insbesondere um Kosten für den geplanten
Personalabbau und um Sachkosten wie zum Beispiel Rechts- und Beratungskosten.
Auf die Stillen Einlagen, die von Aktionären der Bank gehalten werden, erhält die Bank einen
Verlustausgleich in Höhe von 351 Mio. Euro aus der Partizipation am Jahresfehlbetrag der Bank.
Die Veränderung der Rücklagen ergibt sich nicht unmittelbar aus der Konzernrechnungslegung
sondern aus gesellschaftsrechtlichen Beschlüssen des Mutterunternehmens. Zum Ausgleich des
Jahresfehlbetrags der HSH Nordbank AG wurden den Gewinn- und Kapitalrücklagen 3.093 Mio.
Euro entnommen. Diese Entnahmen führten im Konzernabschluss zu einem Konzernbilanzgewinn
von 424 Mio. Euro. Im Einzelabschluss wurde ein ausgeglichenes Bilanzergebnis ausgewiesen.
Dies ermöglichte in diesem Geschäftsjahr keine Bedienung der stillen Einlagen und Genussrechte.
109
Vermögens- und Finanzlage*
Bilanz des HSH Nordbank Konzerns
Aktiva
in Mio. €
Barreserve
Forderungen an Kreditinstitute
Forderungen an Kunden
Risikovorsorge
Positive Marktwerte der Hedge-Derivate
Aktivischer Ausgleichsposten aus dem Portfolio Fair Value Hedge
Handelsaktiva
Finanzanlagen
Immaterielle Vermögenswerte
Sachanlagen
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte
Ertragsteueransprüche
Latente Ertragsteueransprüche
Sonstige Aktiva
Summe Aktiva
Veränderung
absolut
in %
31.12.2008
31.12.2007
1.419
23.340
117.431
-2.751
2.807
427
26.802
36.511
246
114
285
0
572
726
472
208.401
1.197
30.679
104.064
-1.529
1.302
-23
24.417
42.342
340
117
258
65
337
832
429
204.827
222
-7.339
13.367
-1.222
1.505
450
2.385
-5.831
-94
-3
27
-65
235
-106
43
3.574
18,5
-23,9
12,8
79,9
>100
>-100
9,8
-13,8
-27,6
-2,6
10,5
-100,0
69,7
-12,7
10,0
1,7
61.391
52.397
58.200
2.194
1.159
17.587
1.412
101
58
1.795
9.962
2.145
881
88
1.354
-562
-85
424
2.100
45
208.401
57.763
50.394
70.229
1.080
-3
8.400
800
258
99
2.143
9.296
4.368
702
2.317
1.505
-180
-114
50
4.280
88
204.827
3.628
2.003
-12.029
1.114
1.162
9.187
612
-157
-41
-348
666
-2.223
179
-2.229
-151
-382
29
374
-2.180
-43
3.574
6,3
4,0
-17,1
>100
>-100
>100
76,5
-60,9
-41,4
-16,2
7,2
-50,9
25,5
-96,2
-10,0
>100
-25,4
>100
-50,9
-48,9
1,7
Passiva
in Mio. €
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
Verbriefte Verbindlichkeiten
Negative Marktwerte der Hedge-Derivate
Passivischer Ausgleichsposten aus dem Portfolio Fair Value Hedge
Handelspassiva
Rückstellungen
Ertragsteuerverpflichtungen
Latente Ertragsteuerverpflichtungen
Sonstige Passiva
Nachrangkapital
Eigenkapital
Grundkapital
Kapitalrücklage
Gewinnrücklagen
Neubewertungsrücklage
Rücklage aus der Währungsumrechnung
Konzernbilanzgewinn
Gesamt vor Fremdanteilen
Anteile in Fremdbesitz
Summe Passiva
*)
Die HSH Nordbank AG hat im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2008 rückwirkende Anpassungen in der
Vergleichsperiode 31. Dezember 2007 vorgenommen, die sich auf die Gewinn- und Verlustrechnung auswirken. Die
wesentlichen Auswirkungen dieser Anpassungen auf den HSH Nordbank Konzern werden im Anhang zum
Konzernabschluss 2008 (siehe Finazteil) unter "Allgemeine Angaben" dargestellt.
Bilanzentwicklung von Finanzkrise bestimmt
Die Krise auf den Finanzmärkten spiegelt sich in der Entwicklung wesentlicher Bilanzpositionen
der HSH Nordbank wider. Insgesamt ist die Bilanzsumme zum 31. Dezember 2008 leicht um
1,7 % auf 208.401 Mio. Euro gestiegen (Vorjahr: 204.827 Mio. Euro). Während die Forderungen
an Kreditinstitute um 7,3 Mrd. Euro zurückgingen, stiegen die Kundenforderungen - die bei weitem
größte Position auf der Aktivseite der Bilanz - um deutliche 13,4 Mrd. Euro auf 117,4 Mrd. Euro.
Dieser Zuwachs ist auf höhere Kreditausleihungen in regionalen und internationalen
Geschäftsbereichen der Bank zurückzuführen, wobei sich auch die Entwicklung des US-DollarWechselkurses im Verhältnis zum Euro positiv auf das Bilanzsummenwachstum ausgewirkt hat.
Die Risikovorsorge ist im Geschäftsjahr 2008 nach einem leichten Rückgang im ersten Halbjahr
insgesamt deutlich um 1.222 Mio. Euro auf 2.751 Mio. Euro gestiegen (31.12.2007: 1.529 Mio.
Euro). Wesentlicher Grund war eine um 549 Mio. Euro höhere Risikovorsorge für Bonitätsrisiken
bei Kunden. Auch für Bonitätsrisiken gegenüber Kreditinstituten waren mit 362 Mio. Euro
110
erhebliche Zuführungen zur Risikovorsorge erforderlich (hauptsächlich gegenüber isländischen
Banken). Die Portfoliowertberichtigungen mussten - unter Berücksichtigung einer Differenz aus
Wechselkursänderungen in Höhe von 3 Mio. Euro - um 273 Mio. Euro für Forderungen gegenüber
Kunden bzw. um 41 Mio. Euro für Forderungen gegenüber Kreditinstituten erhöht werden.
In Übereinstimmung mit den von der Europäischen Union verabschiedeten Änderungen des IAS
39 und des IFRS 7 zur Bilanzierung und Bewertung von Finanzinstrumenten hat die HSH
Nordbank Wertpapierbestände in Höhe von 1.020 Mio. Euro aus den Handelsaktiva in das
Finanzanlagevermögen umgewidmet. Innerhalb der Finanzanlagen wurden darüber hinaus
Wertpapiere in Höhe von 1.841 Mio. Euro aus der Kategorie AFS in die Kategorie LAR
umgegliedert.
Die Handelsaktiva sind um 9,8 % auf 26.802 Mio. Euro angestiegen. Dabei waren gegenläufige
Effekte zu verzeichnen. Die Anleihen und Schuldverschreibungen reduzierten sich auf 7.099 Mio.
Euro (-48,6 %), was neben Bewertungseffekten und der beschriebenen Umkategorisierung vor
allem auf einen deutlichen Bestandsabbau zurückzuführen ist. Dieser Rückgang wurde durch den
Anstieg der positiven Marktwerte aus Derivaten des Handelsbestands, der aus Zinssenkungen
resultierte, auf 18.983 Mio. Euro (31.12.2007: 9.009 Mio. Euro) jedoch mehr als ausgeglichen.
Das Finanzanlagevermögen verringerte sich hingegen um 5.831 Mio. Euro auf 36.511 Mio. Euro
(-13,8 %). Der wesentliche Anteil davon entfiel auf Schuldverschreibungen und andere
festverzinsliche Wertpapiere (-4.289 Mio. Euro) sowie auf Beteiligungen (-1.057 Mio. Euro). Der
Rückgang der Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapiere resultiert aus
dem deutlichen Abbau des Credit-Investment-Portfolios und aus gestiegenen Abschreibungen.
Eine Bestandsminderung bei den Beteiligungen ist im Wesentlichen auf das Auslaufen und die
Kündigung von strukturierten Transaktionen zurückzuführen.
Die größten Positionen auf der Passivseite der Bilanz der HSH Nordbank sind die
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden und die
verbrieften Verbindlichkeiten.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind um 6,3 % auf 61.391 Mio. Euro gestiegen
(Vorjahr: 57.763 Mio. Euro) und haben damit 2008 die verbrieften Verbindlichkeiten als wichtigste
Refinanzierungsquelle der HSH Nordbank abgelöst. Der Anstieg war auf höhere Mittelaufnahmen
bei der Bundesbank zurückzuführen, während die Einlagen der Kreditinstitute angesichts des
kaum funktionierenden Interbankenmarktes gesunken sind. Ebenfalls zugenommen haben die
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden mit 52.397 Mio. Euro per 31.12.2008 gegenüber 50.394 Mio.
Euro zum Vorjahresstichtag. Ausschlaggebend für den Anstieg waren höhere Einlagen von
institutionellen Investoren.
Die verbrieften Verbindlichkeiten sind im Jahresverlauf 2008 kontinuierlich gesunken. Per
31.12.2008 belaufen sie sich auf 58.200 Mio. Euro und liegen damit um 17,1 % unter dem
Vorjahreswert von 70.229 Mio. Euro. Dafür ursächlich war ein geringeres Volumen kurzfristiger
Emissionen als Folge der nahezu zum Erliegen gekommenen Geldmärkte. Längerfristige
Schuldtitel verzeichneten dagegen einen Anstieg.
Die überwiegend aus negativen Marktwerten aus Derivaten des Handelsbestands bestehenden
Handelspassiva sind korrespondierend zur Entwicklung bei den positiven Marktwerten aus
Derivaten um 9.187 Mio. Euro auf 17.587 Mio. Euro gestiegen (31.12.2007: 8.400 Mio. Euro).
Das gesamte Nachrangkapital im Konzern beträgt per 31.12.2008 9.962 Mio. Euro (Vorjahr: 9.296
Mio. Euro). Der Anstieg ist vor allem auf das in dieser Position enthaltene Genussrechtskapital
zurückzuführen, das sich im Geschäftsjahr 2008 um 1.510 Mio. Euro auf 2.724 Mio. Euro erhöhte.
Im dritten Quartal 2008 wurden im Rahmen einer strukturierten Transaktion Genussrechte im
Volumen von 1.750 Mio. Euro emittiert.
111
Das Eigenkapital ist infolge hoher Ergebnisbelastungen der HSH Nordbank um 50,9 % auf 2.145
Mio. Euro gesunken (Vorjahr: 4.368 Mio. Euro).
Nach Zustimmung der außerordentlichen Hauptversammlung am 18. Juli 2008 wurden im dritten
Quartal 2008 Maßnahmen zur Verbesserung der Kapitalausstattung der HSH Nordbank aus dem
Beschluss der Aufsichtsratssitzung vom 19. Mai 2008 umgesetzt. Die Kapitalmaßnahmen
umfassten neben einer Barkapitalerhöhung der von J.C. Flowers beratenen Trusts in Höhe von
300 Mio. Euro eine Wandlung sämtlicher von den Anteilseignern gehaltenen stillen Einlagen (685
Mio. Euro) und Vorzugsaktien (57 Mio. Euro) in Stammaktien.
Die darüber hinaus in Form einer stillen Einlage durch die Aktionäre zur Verfügung gestellten
neuen Mittel in Höhe von 962 Mio. Euro stellen abweichend zur aufsichtsrechtlichen Sicht im
IFRS-Konzernabschluss kein Eigenkapital sondern verbriefte Verbindlichkeiten dar. Durch
Verlustteilnahme wurden diese im Jahr 2008 um 351 Mio. Euro auf 611 Mio. Euro reduziert. Durch
die Auflösung von Kapitalrücklagen in Höhe von 3.035 Mio. Euro und von Gewinnrücklagen von 58
Mio. Euro im Einzelabschluss der HSH Nordbank AG wurde der Konzernjahresfehlbetrag
überkompensiert und ein Konzernbilanzgewinn von 424 Mio. Euro ausgewiesen.
Die Neubewertungsrücklage wurde im Jahresverlauf mit -382 Mio. Euro deutlich belastet und
beträgt per 31.12.2008 -562 Mio. Euro. Davon entfallen -358 Mio. Euro auf AFS-Bestände des
Credit Investment Portfolios (31.12.2007: -60 Mio. Euro).
Das außerbilanzielle Geschäft verringerte sich um 20,6 % auf 29.426 Mio. Euro (Vorjahr: 37.070
Mio. Euro). Dabei gingen sowohl die Eventualverbindlichkeiten und andere Verpflichtungen (-2.777
Mio. Euro) als auch die unwiderruflichen Kreditzusagen und andere Verpflichtungen (-4.867 Mio.
Euro) deutlich zurück. Aus den Veränderungen im außerbilanziellen Geschäft und dem Anstieg der
Bilanzsumme ergibt sich per Saldo ein leichter Rückgang des Geschäftsvolumens per 31.12.2008
um 1,7 % auf 237.827 Mio. Euro.
Kernkapital erhöht
Seit Jahresbeginn 2008 meldet die HSH Nordbank die Eigenmittel und deren Auslastung nach der
Solvabilitätsverordnung ("SolvV"), entsprechend den Anforderungen nach Basel II. Bis zum 31.
Dezember 2007 hat die Bank von der Übergangsvorschrift des § 339 Abs.9 SolvV Gebrauch
gemacht und die Regelungen des Grundsatz I angewandt.
Die Summe des Kernkapitals erhöhte sich infolge der Kapitalmaßnahmen zur Jahresmitte 2008
per 31. Dezember 2008 auf 8,4 Mrd. Euro (31.Dezember 2007: 7,7 Mrd. Euro), die Summe der
anrechenbaren Eigenmittel belief sich wie im Vorjahr auf 12,9 Mrd. Euro. Die Kernkapitalquote
(inklusive Marktrisikoposition) erreichte 7,5 % (31. Dezember 2007: 6,2 %) und die
Eigenmittelquote 11,6 % (31. Dezember 2007: 10,4 %). Der Jahresverlust für 2008 ist in den
Zahlen noch nicht berücksichtigt. Nach der Feststellung der Bilanz verringerten sich die
Kernkapitalquote auf ca. 5,1 % und die Eigenmittelquote auf ca. 8,3 %. Durch die geplante
Kapitalisierung der Bank um 3 Mrd. Euro erhöht sich die Kernkapitalquote auf ca. 7,8 % und die
Eigenmittelquote auf ca. 12,3 % (nach Bilanzfeststellung).
112
Anrechenbare Eigenmittel nach KWG für Solvenzzwecke*
HSH Nordbank Gruppe
Mio. €
31.12.2008
Kernkapital
Darunter: Stille Einlagen
Ergänzungskapital
Darunter:
Genussrechtskapital
Nachrangige Verbindlichkeiten (anrechenbare)
Modifiziertes verfügbares Eigenkapital
Drittrangmittel
Anrechenbare Eigenmittel gemäß § 3 Abs. 1 Satz 1 i.V.m. § 2 Abs. 6 Satz 1 SolvV
*)
31.12.2007
8.352
2.385
3.979
7.679
2.200
4.348
139
4.580
12.331
592
12.923
494
3.854
12.027
879
12.906
Unter Berücksichtigung der Abzugspositionen gem. §10 Abs.6 und Abs. 6a KWG.
Eigenmittelanforderungen gemäß Solvabilitätsverordnung (SolvV)
Mio. €
31.12.2008
31.12.2007
7.794
8.700
Eigenkapitalanforderungen für operationelle Risiken *)
291
-
Eigenmittelanforderungen für Marktrisikopositionen
857
1.230
8.942
9.930
31.12.2008
31.12.2007
Eigenkapitalquote (Solvabilitätskoeffizient)
12,2
11,1
Gesamtkennziffer/ Eigenmittelquote
11,6
10,4
Kernkapitalquote
8,3
7,1
Kernkapitalquote (inklusive Marktrisikopositionen)
7,5
6,2
Eigenkapitalanforderungen für Adressenausfallrisiko
Eigenmittelanforderungen Gesamt
*)
neu gemäß den Anforderungen der SolvV
Aufsichtsrechtliche Kennzahlen*
%
*)
Seit 1. Januar 2008 ermittelt die HSH Nordbank die Quoten gemäß den Anforderungen der Solvabilitätsverordnung
bzw. Basel II. Für den 31. Dezember 2007 werden Quoten nach Grundsatz I bzw. Basel I gezeigt.
Vorgänge nach dem 31. Dezember 2008
Obwohl die Krise an den internationalen Finanzmärkten noch nicht überwundenist, geht die Bank
davon aus, dass die vorläufigen Ergebnisse im ersten Quartal 2009 besser sind als in der Planung
vorgesehen. Dies ist unter anderem auf die positive Entwicklung des Zinsüberschusses
zurückzuführen. Darüber hinaus ist es der HSH Nordbank gelungen – trotz des schwierigen
Marktumfeldes – ein stabiles Provisionsergebnis zu erzielen. Negativ zeigt sich hingegen weiterhin
die Entwicklung im Kreditersatzgeschäft. Auch in den ersten drei Monaten des Jahres 2009 hat
der Konzern Wertberichtigungen vorgenommen, die höher als geplant ausfallen. Die
Risikovorsorge im klassischen Kreditgeschäft – also auch im Shipping – liegt im Plan. Die
Kostenentwicklung verläuft für die ersten 3 Monate 2009 ebenfalls planmäßig.
Restlaufzeiten
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
Nachfolgend werden die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden nach Kundengruppen dargestellt:
113
V e r bindlichk e ite n ge ge nübe r Kunde n nach Kunde ngr uppe n (Mio. €)
Firmenkunden
Öf f entliche Haushalte
Privatkunden
Ge s am t
V e r bindlichk e ite n ge ge nübe r
Kunde n (Mio. €)
Inland
A usland
86
2
2
-
2008
Gesamt
2008
2007
47.629
45.058
3.648
4.176
1.120
1.160
52.397
50.394
2007
Gesamt
Inland
A usland
88
89
2
91
2
2
-
2
Spareinlagen mit vereinbarter
Kündigungsf rist von
3 Monaten
mehr als 3 Monaten
A ndere V erbindlichkeiten
täglich f ällig
bef ristete V erbindlichkeiten
Ge s am t
6.283
2.819
9.102
5.949
3.583
9.532
38.520
4.685
43.205
37.192
3.577
40.769
44.891
7.506
52.397
43.232
7.162
50.394
Von den Verbindlichkeiten gegenüber Kunden weisen Bestände in Höhe von 23.939 Mio. Euro
(Vorjahr: 23.472 Mio. Euro) eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr auf.
Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Buchwert der Verbindlichkeiten, die als Designated at Fair
Value (DFV) kategorisiert sind und deren Nennwert, der dem vertraglich vereinbarten
Rückzahlungsbetrag im Fälligkeitszeitpunkt entspricht, beläuft sich im Geschäftsjahr 2008 auf
386 Mio. Euro (Vorjahr: 197 Mio. Euro).
Zum 31. Dezember 2008 bestanden echte Wertpapierpensionsgeschäfte, bei denen die
Gesellschaften des HSH Nordbank Konzerns als Pensionsgeber auftreten, in Höhe von 4.763 Mio.
Euro (Vorjahr: 927 Mio. Euro).
Verbriefte Verbindlichkeiten
V e r br ie fte V e r bindlichk e ite n (Mio. €)
Begebene Schuldverschreibungen
Begebene Geldmarktpapiere
Sonstige verbrief te V erbindlichkeiten
Ge s am t
2008
2007
53.499
60.205
3.863
9.297
838
727
58.200
70.229
Von den verbrieften Verbindlichkeiten weisen Bestände in Höhe von 41.253 Mio. Euro (Vorjahr:
46.601 Mio. Euro) eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr auf.
In der Position "Verbriefte Verbindlichkeiten" sind zurückgekaufte eigene Schuldverschreibungen
in Höhe von 13.256 Mio. Euro (Vorjahr: 4.889 Mio. Euro), eigene Geldmarktpapiere in Höhe von
1.418 Mio. Euro (Vorjahr: 558 Mio. Euro) sowie eigene sonstige verbriefte Verbindlichkeiten in
Höhe von 7 Mio. Euro (Vorjahr: 0 Mio. Euro) enthalten. Ursächlich für den Anstieg der
zurückgekauften eigenen Schuldverschreibungen waren zwei Liquiditätstransaktionen im Rahmen
der vom Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin) bereitgestellten Garantien zur Erhöhung
des Collateral Pools.
Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Buchwert der verbrieften Verbindlichkeiten, die Designated
at Fair Value (DFV) kategorisiert wurden und deren Nennwert, der dem vertraglich vereinbarten
Rückzahlungsbetrag im Fälligkeitszeitpunkt entspricht, beläuft sich im Geschäftsjahr 2008 auf
279 Mio. Euro (Vorjahr: -598 Mio. Euro).
Derivategeschäfte
Nachfolgend wird das Geschäft des HSH Nordbank Konzerns mit derivativen Finanzinstrumenten
zum 31. Dezember 2008 dargestellt.
114
Zur effizienten Risikoabsicherung, zur Ausnutzung von Marktchancen, aber auch zur Abdeckung
der speziellen Finanzierungsbedürfnisse der Kundschaft wurden in erheblichem Umfang derivative
Finanzinstrumente eingesetzt und deren Nutzung weiterhin ausgeweitet.
Das Nominalvolumen der derivativen Geschäfte betrug zum 31. Dezember 2008 744.291 Mio.
Euro (Vorjahr: 766.983 Mio. Euro). Der HSH Nordbank Konzern betreibt das Derivategeschäft
ausschließlich mit Kontrahenten einwandfreier Bonität. So betreffen über 81,4 % des gesamten
Nominalvolumens Kreditinstitute mit Sitz in einem OECD-Land.
Die nachstehenden Tabellen zeigen die Nominalbeträge der Kontrakte aufgegliedert in Zinsrisiken,
Zins- und Währungsrisiken, Währungsrisiken und sonstige Preisrisiken sowie die Laufzeitstruktur
und Kontrahentengliederung.
Neben den in den Tabellen dargestellten derivativen Geschäften werden auch Kreditderivate zur
Absicherung von Kreditrisiken abgeschlossen. Das Volumen, bei dem der HSH Nordbank Konzern
als Sicherungsnehmer (Käufer) bzw. als Sicherungsgeber (Verkäufer) aus Credit Default Swaps
auftritt, betrug zum 31. Dezember 2008 5.480 Mio. Euro bzw. 5.011 Mio. Euro (Vorjahr:
17.929 Mio. Euro bzw. 4.442 Mio. Euro).
Die Veränderung zum Vorjahr bezüglich Volumina als Sicherungsnehmer liegen in ausgelaufenen
Geschäften aufgrund RWA (risk weighted assets) -Transaktionen in Höhe von 13.572 Mio. Euro
und geschlossenen ABS-Verbriefungen in Höhe von 1.112 Mio. Euro, sowie den Zugängen bei
den Handelsbuchgeschäften in Höhe von 816 Mio. Euro. Zudem sind zwei neue Gesellschaften
per 31. Dezember 2008 in den Konsolidierungskreis aufgenommen worden, die Derivategeschäfte
betreiben (1.391 Mio. Euro).
Die Veränderung zum Vorjahr bezüglich der Volumina als Sicherungsgeber liegt im Wesentlichen
an der Einbeziehung von zwei neuen Gesellschaften (957 Mio. Euro).
Darstellung der Volumina
2008
Nominalw erte
2007
536.054
519.785
20.375
8.864
Käuf e
3.624
26.114
V erkäuf e
1.890
22.264
33.495
32.198
De r ivative Ge s chäfte m it Zins r is ik e n (Mio. €)
Zinssw aps
FRA s
Zinsoptionen
Caps, Floors
Börsenkontrakte
1.492
3.363
Sonstige Zinstermingeschäf te
6.347
22.096
603.277
634.684
2008
Nominalw erte
2007
36.611
20.815
2008
Nominalw erte
2007
82.520
75.813
Ge s am t
De r ivative Ge s chäfte m it Zins - und Währ ungs r is ik e n (Mio. €)
Zinsw ährungss w aps
De r ivative Ge s chäfte m it Währ ungs r is ik e n (Mio. €)
Devisentermingeschäf t
Devisenoptionen
Käuf e
5.931
9.261
V erkäuf e
5.471
10.224
93.922
95.298
Ge s am t
115
2008
Nominalw erte
2007
Käuf e
2.232
4.109
V erkäuf e
3.672
7.061
De r ivative Ge s chäfte m it Ak tie n- und s ons tige n Pr e is r is ik e n (Mio. €)
A ktienoptionen
A ktientermingeschäf te
599
185
Börsenkontrakte
893
1.226
2.652
3.090
A ktien-/Indexbezogene Sw aps
Rohw arenbezogene Geschäf te
Ge s am t
433
515
10.481
16.186
Fristengliederung
Zinsrisiken
Fr is te nglie de r ung
(Mio. €)
Zins- und
Währungsrisiken
A ktien/sonstige
Preisrisiken
Währungsrisiken
2008
2007
2008
2007
2008
2007
2008
2007
Restlauf zeit
bis 3 Monate
114.367
192.342
25.597
8.784
59.256
65.689
1.610
858
3 Monat bis 1 Jahr
85.255
73.540
1.082
716
28.266
23.505
2.232
2.537
1 Jahr bis 5 Jahre
210.226
186.961
5.981
7.678
5.561
5.298
3.617
7.563
über 5 Jahre
193.429
181.841
3.951
3.637
839
806
3.022
5.228
603.277
634.684
36.611
20.815
93.922
95.298
10.481
16.186
Ge s am t
Kontrahentengliederung
Kontr ahe nte nglie de r ung (Mio. €)
Banken in der OECD
Banken außerhalb der OECD
Nichtbanken 1)
Öf f entliche Stellen
Ge s am t
1)
2008
Nominalw erte
2007
605.816
631.722
1.813
1.967
130.870
127.408
5.792
5.886
744.291
766.983
2008
2007
1.148
1.333
Inklusive Börsenkontrakte
Eventualverbindlichkeiten und Andere Verpflichtungen
Eve ntualve r bindllichk e ite n und Ande r e V e r pflichtunge n (Mio. €)
Eventualverbindlichkeiten aus Bürgschaf ten und Gew ährleistungsverträgen
Kreditbürgschaf ten
A kkreditive
sonstige Gew ährleistungen
sonstige Bürgschaf ten
Ge s am t
995
732
12
2.278
4.153
4.742
6.308
9.085
Nachfolgend sind die unwiderruflichen Kreditzusagen und anderen Verpflichtungen detailliert
dargestellt:
Unw ide r r ufliche Kr e ditzus age n und ande r e V e r pflichtunge n (Mio. €)
2008
2007
Unw iderruf liche Kreditzusagen f ür
Buchkredite an Kreditinstitute
Buchkredite an Kunden
A valkredite
sonstige
A ndere V erpf lichtungen
Ge s am t
116
474
1.094
22.338
24.620
293
271
13
-
-
2.000
23.118
27.985
Außerbilanzielle Geschäfte
Verpflichtungen und Forderungen aus Leasingverhältnisse
Operating Lease-Geschäfte, bei denen der HSH Nordbank Konzern als Leasingnehmer fungiert,
dienen der Anmietung von technischen Anlagen und Geräten, die u.a. für den Betrieb von ITNetzwerken notwendig sind.
Im Rahmen von Operating Lease-Geschäften tritt der HSH Nordbank Konzern auf dem
amerikanischen Markt als Leasinggeber auf. Es handelt sich hier um Leasinggeschäfte mit
Schienenfahrzeugen.
Bei Finance Lease-Geschäften tritt der HSH Nordbank Konzern ebenfalls als Leasinggeber auf
und finanziert u.a. Schienenfahrzeuge und Flugzeuge.
Leasingnehmer bei Operating Lease-Geschäften
M inde s tle as ingzahlunge n Ope r ating Le as ing (Mio. €)
2008
2007
Mindestleasingz ahlungen z u leisten
65
65
1 Jahr bis 5 Jahre
bis zu 1 Jahr
133
143
mehr als 5 Jahre
157
189
355
397
2008
2007
62
61
1
-
63
61
2008
2007
bis zu 1 Jahr
20
20
1 Jahr bis 5 Jahre
62
65
mehr als 5 Jahre
46
52
128
137
Ge s am t
Aufw and für Le as ingzahlunge n (Mio. €)
A uf w and aus
Mindestleasingzahlungen
Untermietverhältnissen
Ge s am t
Leasinggeber bei Operating Lease-Geschäften
Zu e r w ar te nde M inde s tle as ingzahlunge n Ope r ating Le as e (Mio. €)
Mindestleasingzahlungen zu erhalten
Ge s am t
Im Geschäftsjahr 2008 und im Vorjahr wurden keine Erträge für bedingte Mietzahlungen erfasst.
Leasinggeber für Finance Lease-Geschäfte
Bar w e r t de r M inde s tle as ingz ahlunge n (Mio. €)
Bruttogesamtinv es tition
Finanz ertrag noc h nic ht realis iert
Bar w e r t de r M inde s tle as ingzahlunge n
2008
2007
170
133
28
36
142
97
Der Bruttoinvestitionswert und der Barwert der Mindestleasingzahlungen verteilen sich wie folgt
auf die einzelnen Laufzeiten:
Bruttoinvestionen in das
Leasinggeschäf t
Re s tlaufze ite nve r te ilung (Mio. €)
2008
2007
Barw ert der
Mindestleasingzahlungen
2008
2007
Mindestleasingzahlungen zu erhalten
bis zu 1 Jahr
17
6
17
6
1 Jahr bis 5 Jahre
73
7
73
7
mehr als 5 Jahre
80
120
52
84
170
133
142
97
Ge s am t
117
Im Geschäftsjahr 2008 wurden wie auch im Vorjahr keine Erträge für bedingte Mietzahlungen
erfasst.
Wesentliche Bilanzierungsgrundsätze
Die Anhänge zu den Konzernabschlüssen der Bank enthalten eine Zusammenfassung der
relevanten Bilanzierungsgrundsätze. Einige dieser Grundsätze erfordern schwierige, komplexe
oder subjektive Beurteilungen vom Management der Bank. Im Folgenden finden Sie eine
Zusammenfassung der Bilanzierungsgrundsätze, die in hohem Maße Beurteilungen und
Ermessensentscheidungen des Managements beinhalten können.
Grundlagen der Rechnungslegung
Die HSH Nordbank AG hat Schuldtitel im Sinne des § 2 Abs. 1 Satz 1 WpHG an einem
organisierten Markt im Sinne des § 2 Abs. 5 WpHG emittiert und ist daher gemäß EG-Verordnung
Nr. 1606/2002 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 19. Juli 2002 ("IAS-Verordnung")
in Verbindung mit § 315a Abs. 1 HGB als kapitalmarktorientiertes Unternehmen dazu verpflichtet,
ihren Konzernabschluss gemäß internationaler Rechnungslegungsstandards (IFRS/IAS)
aufzustellen.
Die ergänzenden Bestimmungen des § 315a HGB werden berücksichtigt und sind in Note 58 des
Anhangs zum Konzernabschluss 2008 (siehe Finanzteil) einzeln aufgeführt. Internationale
Rechnungslegungsstandards, im Folgenden IFRS oder Standards, bezeichnen die International
Accounting Standards ("IAS") und die International Financial Reporting Standards ("IFRS"), sowie
damit verbundene Auslegungen durch das Standing Interpretations Committee ("SIC") bzw. das
International Financial Reporting Committee ("IFRIC"), die vom International Accounting Standards
Board ("IASB") herausgegeben und gemäß IAS-Verordnung im Rahmen des EU-Endorsements
angenommen worden sind.
Im Geschäftsjahr kommt erstmalig IAS 39/IFRS 7 "Reclassification of Financial Assets" zur
Anwendung. Dieser gibt die Möglichkeit zur Umklassifizierung von nicht-derivativen
Finanzinstrumenten aus der Kategorie "finanzielle Vermögenswerte, die erfolgswirksam zum
beizulegenden Zeitwert bewertet werden", sofern sie nicht ursprünglich durch Ausübung der Fair
Value Option dieser Kategorie zugeordnet wurden, sowie aus der Kategorie "zur Veräußerung
verfügbare finanzielle Vermögenswerte".Im Geschäftsjahr werden alle verpflichtend
anzuwendenden IFRS, Interpretationen und deren jeweiligen Änderungen angewendet, soweit sie
für den HSH Nordbank Konzern einschlägig sind. Auf die vorzeitige freiwillige Anwendung von
folgenden Standards bzw. Interpretationen, die frühestens auf nach dem 31. Dezember 2008
beginnenden Berichtsperioden verpflichtend anzuwenden sind, wurde verzichtet:
IFRS 8
Geschäftssegmente
IAS 1 (rev. 2007)
Darstellung des Abschlusses
IAS 23 (rev. 2007)
Fremdkapitalkosten
IAS 32/IAS 1
Änderungen im Hinblick auf kündbare
Verpflichtungen, die bei Liquidation entstehen
Instrumente
und
Es werden keine wesentlichen Auswirkungen auf die Bilanzierung und Bewertung aus der
späteren Umsetzung dieser Standards bzw. Interpretationen erwartet.
Gemäß IAS 27.28 wird der Konzernabschluss des HSH Nordbank Konzerns nach
konzerneinheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden aufgestellt. Der Konzernabschluss
118
umfasst die Gewinn- und Verlustrechnung, die Bilanz, die Aufstellung der erfassten Erträge und
Aufwendungen (SORIE), die Kapitalflussrechnung und die Notes inkl. Segmentberichterstattung.
Ergänzt wurde der Konzernabschluss um den Konzernlagebericht nach § 315 HGB.
Bei der Bilanzierung und Bewertung wird von der Annahme der Unternehmensfortführung (Going
Concern) ausgegangen. Bezüglich der Einschätzung der Unternehmensfortführung wird ferner auf
die Ausführungen im Lagebericht 2008 (siehe Finanzteil) verwiesen.
Erträge und Aufwendungen werden im Konzern zeitanteilig abgegrenzt; sie werden in der Periode
erfasst und ausgewiesen, der sie wirtschaftlich zuzurechnen sind. Die Bilanzierung von
Vermögenswerten, Schulden, Erträgen und Aufwendungen erfolgt unter Berücksichtigung des
Stetigkeitsprinzips. Abweichungen hiervon werden nur in begründeten Ausnahmefällen
vorgenommen, die der HSH Nordbank Konzern in diesem Fall bei der Erläuterung der jeweiligen
Posten gesondert darstellt.
Sofern nicht gesondert darauf hingewiesen wird, erfolgen alle Betragsangaben in Millionen Euro
(Mio. Euro).
Das Berichtsjahr entspricht dem Kalenderjahr.
IFRS 7.31 ff. enthält Vorschriften zur Darstellung von Risiken aus Finanzinstrumenten. IFRS 7.B6
eröffnet in diesem Zusammenhang die Möglichkeit, die Risikoangaben außerhalb des Abschlusses
in einem dafür geeigneten Medium zu leisten. Der HSH Nordbank Konzern hat diese Möglichkeit
in Anspruch genommen und veröffentlicht die Risikoangaben zu Finanzinstrumenten gemäß IFRS
7.31 ff. überwiegend im Konzern-Risikobericht innerhalb des Konzern-Lageberichts. Im Einzelnen
betrifft dies die übergreifenden qualitativen und quantitativen Risikoangaben gemäß IFRS 7.33-34
sowie die gesamte Marktrisikoberichterstattung gemäß IFRS 7.40-42. Damit wird in Ergänzung zu
§ 315 HGB sowie DRS 5 bzw. DRS 5-10 eine einheitliche Darstellung der Risikosituation des HSH
Nordbank Konzerns erreicht.
Gemäß IAS 1.124A ff. müssen weitere erläuternde Angaben zum Kapitalmanagement gemacht
werden. Diese Angaben sind im Lagebericht 2008 (siehe Finanzteil) enthalten.
Darüber hinaus hat der Konzern im Rahmen der Anwendung der ergänzenden deutschen
handelsrechtlichen Vorschriften folgende Deutsche Rechnungslegungsstandards (DRS) bei der
Aufstellung dieses Konzernabschlusses beachtet:
DRS 5-10
Risikoberichterstattung
von
Finanzdienstleistungsinstitutionen
DRS 15
Lageberichterstattung
DRS 17
Vergütung von Organmitgliedern
Kredit-
und
Anpassungen der Vorjahresvergleichszahlen 2007
Der Abschluss 2008 enthält im Vergleich zu dem Geschäftsbericht 2007 verschiedene
Anpassungen. Sofern bei den einzelnen Anpassungen keine expliziten Angaben gemacht wurden,
hatten diese Anpassungen keine Auswirkungen auf Abschlüsse vor dem 31. Dezember 2007.
Die durchgeführten Anpassungen wurden gemäß der Vorgaben des IAS 8 beurteilt und als
Änderungen gemäß IAS 8.14ff. oder Korrekturen gemäß IAS 8.41ff. klassifiziert.
Die Anpassungen der Vergleichswerte sind für Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung
nachfolgend vollständig dokumentiert. Wesentliche Änderungen in den Notes oder anderen
Abschlussbestandteilen werden gesondert beschrieben, soweit sie nicht im Zusammenhang mit
den dargestellten bilanziellen Veränderungen stehen. Durch die in der Konzern-Gewinn- und
119
Verlustrechnung vorgenommenen Restatements kommt es ebenfalls zu Anpassungen in der
Segmentberichterstattung für das Geschäftsjahr 2007.
Korrekturen aufgrund IAS 8.41ff.
Die Korrekturen aufgrund IAS 8.41ff. wurden entsprechend den Vorgaben rückwirkend für alle
bisher veröffentlichten Perioden vorgenommen.
Korrekturen des Ausweises
Ausweisänderung Forderungen und strukturierte Transaktionen
Die Korrekturen beim Ausweis von einigen Vermögenswerten, von Ergebnisbeiträgen bestimmter
strukturierter Transaktionen sowie einer erfolgten Bilanzierung von Forderungen der Kategorie
Loans And Receivables (LAR) als Finanzanlagen der Kategorie Available For Sale (AFS) führten
für die Vergleichszahlen 31. Dezember 2007 dazu, dass sich die Forderungen an Kreditinstitute
um 2.141 Mio. Euro erhöhten und die Forderungen an Kunden um 1.411 Mio. Euro sowie die
Finanzanlagen um 730 Mio. Euro reduzierten. Die Neubewertungsrücklage veränderte sich zum
31. Dezember 2007 per Saldo um 11 Mio. Euro. Auf die Gewinn- und Verlustrechnung 2007
wirkten sich diese Sachverhalte in Höhe von 15 Mio. Euro als Ertragsverschiebung zwischen dem
Ergebnis aus Finanzanlagen und dem Zinsüberschuss aus. Ebenso gab es daraus resultierend
eine Anpassung zwischen den Zinserträgen aus festverzinslichen Wertpapieren (AFS) und den
Zinserträgen aus Kredit- und Geldmarktgeschäften (LAR) (erhöhend) um 5 Mio. Euro.
Bonitätsinduzierte FV-Änderung bei Designated at Fair Value
Die HSH Nordbank hat im Konzernabschluss zum 31.Dezember 2008 die Ermittlung von
bonitätsinduzierten Wertänderungen bei Designated at Fair Value (DFV) kategorisierten
Verbindlichkeiten berücksichtigt.
Die in diesem Zusammenhang durchgeführten rückwirkenden Anpassungen führten im Abschluss
zum 31. Dezember 2007 zu einer Reduzierung der Verbindlichkeiten gegenüber Kunden um 14
Mio. Euro und der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sowie der Verbrieften
Verbindlichkeiten um jeweils 1 Mio. Euro. Gegenläufig verbesserte sich das Handelsergebnis um
16 Mio. Euro.
Liquiditätsrisiken
Die HSH Nordbank hat die Ermittlung der Liquiditätsrisiken für finanzielle Verbindlichkeiten im
außerbilanziellen Geschäft dahingehend angepasst, dass sämtliche Geschäfte auf das
Laufzeitband täglich fällig gestellt werden, da der Abruf der Mittel vertraglich jederzeit möglich ist;
nur in Ausnahmefällen ist der genaue Zeitpunkt des Liquiditätsabflusses vertraglich festgelegt. Die
Vorjahreszahlen in den Notes wurden entsprechend angepasst.
Ausweisänderung Wertanpassungsbeträge
Im Geschäftsjahr 2008 erfolgte eine rückwirkende Korrektur eines Ausweisfehlers von
Wertanpassungsbeträgen bestimmter Wertpapiere der IAS 39-Kategorie Available For Sale (AFS).
Die Wertanpassungsbeträge wurden in der Eröffnungsbilanz als Held For Trading (HFT) bilanziert.
Bis zum 30. Juni 2008 ergab sich daraus für alle Stichtage eine Minderung der
Neubewertungsrücklage bzw. eine Erhöhung der Gewinnrücklage in Höhe von 15 Mio. Euro. Dies
hatte entsprechende Wirkung auf den Eigenkapitalspiegel.
Ausweisänderung Quellensteuer
Im Geschäftsjahr 2007 wurde Aufwand als Quellensteuer erfasst, obwohl es sich um Zinsaufwand
handelt. Der Betrag von 4 Mio. Euro wurde entsprechend im Steueraufwand und Zinsaufwand zum
31. Dezember 2007 korrigiert. Eine Auswirkung auf nachfolgende Perioden besteht nicht.
120
Ausweisänderungen in den Notes
Darüber hinaus gab es einige Verschiebungen im Ausweis innerhalb von Notes-Angaben zu
Bilanz- und GuV-Positionen, die sich folgendermaßen darstellen:
Finanzanlagen:
Reduzierung Anteile an verbundenen Unternehmen und Erhöhung der Beteiligungen in Höhe von
46 Mio. Euro für 2007.
Verbriefte Verbindlichkeiten:
Erhöhung Geldmarktpapiere und Reduzierung sonstige verbriefte Verbindlichkeiten in Höhe von
2,3 Mrd. Euro für 2007.
Zinsüberschuss:
Reduzierung der laufenden Erträge aus Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren
und Erhöhung der laufenden Erträge aus sonstigen Anteilen um 6 Mio. Euro.
Handelsergebnis:
•
Erhöhung der bonitätsinduzierten Fair Value-Änderung für DFV-Forderungen um -416 Mio.
Euro in der Periode 2007 sowie Erhöhung des kumulierten Betrages zum 31. Dezember
2007 um -433 Mio. Euro.
•
Reduzierung des realisierten Ergebnisses aus HFT-Beständen und Erhöhung des
Bewertungsergebnisses aus HFT-Beständen zum 31. Dezember 2007 um 954 Mio. Euro.
•
Die Ergebnisbeiträge von Derivaten, die im wirtschaftlichen Zusammenhang mit
Grundgeschäften der Kategorie Designated at Fair Value (DFV) standen, wurden als
Ergebnisse aus designierten Beständen ausgewiesen. Im aktuellen Abschluss werden diese
Ergebnisbeiträge für den Berichts- und den Vorjahreszeitraum unter den Ergebnissen aus
Geschäften Held For Trading (HFT) dargestellt. Für die Vergleichszahlen 31. Dezember
2007 wurde in diesem Zusammenhang eine Reduzierung des Bewertungsergebnisses aus
HFT-Beständen und einer Erhöhung des Bewertungsergebnisses aus DFV-Beständen in
Höhe von 138 Mio. Euro vorgenommen.
Verwaltungsaufwand:
Erhöhung der EDV-Kosten um 1 Mio. Euro, Erhöhung der Rechtsberatungskosten um 9 Mio. Euro,
Erhöhung der Kosten für externe Dritte um 31 Mio. Euro und Reduzierung der Pflichtbeiträge um 7
Mio. Euro. Darüber hinaus werden die Aufwendungen für BGA (3 Mio. Euro) separat ausgewiesen.
Die jeweiligen gegenläufigen Anpassungen sowie die Aufwendungen für Operating Lease (65 Mio.
Euro), Aufwendungen für Arbeitsplatzkosten (17 Mio. Euro) werden im übrigen Sachaufwand
ausgewiesen in 2007.
Eventualverbindlichkeiten:
Reduzierung der Kreditbürgschaften und Erhöhung der sonstigen Bürgschaften um 4.107 Mio.
Euro in 2007.
Unwiderrufliche Kreditzusagen:
Reduzierung der Buchkredite an Kreditinstitute und Erhöhung der Buchkredite an Kunden um 1,8
Mrd. Euro für 2007
Honorare Abschlussprüfer:
Angaben bezüglich der Honorare der Abschlussprüfer beziehen sich ab 2008 nach dem
Prüferwechsel auf die Prüfungsgesellschaft mit Sitz in Deutschland und deren verbundenen
121
Unternehmen. Die Angaben für 2007 wurden wie folgt geändert: Reduzierung der Kosten für
Abschlussprüfungen um 1.125 Tsd. Euro, Reduzierung der sonstigen Bestätigungs- und
Beratungsleistungen um 1.119 Tsd. Euro sowie der sonstigen Leistungen um 341 Tsd. Euro.
Sonstige Korrekturen
Korrektur der IAS-39 Kategorie
Im Geschäftsjahr 2007 wurden einige Finanzinstrumente, die als Loans And Receivables
kategorisiert worden waren, rückwirkend ab Geschäftsabschluss als Designated at Fair Value
(DFV) kategorisiert. Entsprechend werden diese Geschäfte zum Fair Value bilanziert. Darüber
hinaus wurde eine Finanzgarantie sowie eine Liquiditätsfaszilität, welche mit einigen dieser
Grundgeschäfte im Zusammenhang stehen, rückwirkend ab Geschäftsabschluss als Derivat
klassifiziert und entsprechend bewertet. Für ein bisher als Loans And Receivables kategorisiertes
Geschäft wurde rückwirkend eine Bilanzierung als Available For Sale-Bestand vorgenommen. Die
für dieses zinslose Geschäft ursprünglich vereinnahmten Zinserträge wurden storniert. Die
Anpassungen zum Stichtag 31. Dezember 2007 führten insgesamt zu einer Reduzierung der
Forderungen an Kreditinstitute in Höhe von 3 Mio. Euro, der Finanzanlagen um 173 Mio. Euro
sowie zu einer Erhöhung der Handelsaktiva um 162 Mio. Euro und der Handelspassiva um 24
Mio. Euro. Im Zusammenhang mit diesen Veränderungen ergab sich eine Reduzierung der
Gewinnrücklagen zum 1. Januar 2007 in Höhe von 25 Mio. Euro, eine Verminderung der
Neubewertungsrücklage von 1 Mio. Euro, eine Reduzierung des Handelsergebnisses von 10 Mio.
Euro und eine Verminderung des Zinsüberschusses um 2 Mio. Euro.
Ausschüttungen Personengesellschaften
Ausschüttungen von deutschen Personengesellschaften wurden bis 2007 phasengleich als
laufende Erträge aus Beteiligungen und verbundenen Unternehmen vereinnahmt, auch wenn bis
zum Ende der Konzernabschlussarbeiten festgestellte Abschlüsse der betreffenden
Gesellschaften noch nicht vorlagen. Rückwirkend hat die Bank diese Bilanzierungspraxis
umgestellt und vereinnahmen erhaltene Ausschüttungen bis zur Vorlage von festgestellten
Einzelabschlüssen nicht. Dies führte dazu, dass die Ausschüttungen einiger Gesellschaften
phasenungleich erfolgswirksam zu vereinnahmen waren.
Im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2007 ergab sich hieraus eine Erhöhung der
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden in Höhe von 32 Mio. Euro und eine Reduzierung der
Beteiligungserträge in Höhe von 32 Mio. Euro. Gegenläufig wurden 22 Mio. Euro
Beteiligungserträge aus dem Vorjahr erfolgswirksam erfasst; die Gewinnrücklagen wurden zum 1.
Januar 2007 in diesem Zusammenhang um 22 Mio. Euro reduziert.
Day One Profit and Loss
Für den 31. Dezember 2007 erfolgte die Berücksichtigung von Day One Profit and LossWertanpassungsbeträgen für strukturierte Produkte. Hierdurch ergab sich eine Erhöhung der
Sonstigen Passiva in Höhe von 19 Mio. Euro und eine Minderung des Handelsergebnisses um 7
Mio. Euro; außerdem wurde eine Reduzierung der Gewinnrücklagen zum 1. Januar 2007 in Höhe
von 12 Mio. Euro vorgenommen.
Wertanpassungsbetrag für Kontrahentenausfallrisiken
Im Geschäftsjahr 2008 hat die Bank erstmals Wertanpassungsbeträge zur Berücksichtigung von
Kontrahentenausfallrisiken und eigenen Kreditrisiken bei OTC-Derivaten erfasst. Daraus resultiert
eine Belastung des Handelsergebnisses in Hohe von 178,3 Mio. Euro. Eine rückwirkende
Anpassung wurde aus Gründen der Undurchführbarkeit nicht vorgenommen.
122
Korrektur Anteile im Fremdbesitz
Für die einer Tochtergesellschaft zur Verfügung gestellten Mittel erfolgte eine Korrektur der
Stichtagsumrechnung zum 31. Dezember 2007 in Höhe von 7 Mio. Euro, dies führte zu einer
Erhöhung der Rücklage aus der Währungsumrechnung in entsprechender Höhe. Der Ausweis
zum 31. Dezember 2007 der diesem Tochterunternehmen zur Verfügung gestellten Mittel im
Fremdkapital erfolgt nun unter den Verbindlichkeiten gegenüber Kunden, die sich somit um 129
Mio. Euro erhöhten. Entsprechend wurden die Anteile im Fremdbesitz um 136 Mio. Euro
verringert.
Korrekturen Notes
Die folgenden Korrekturen betreffen ausschließlich die Notes des Abschlusses zum 31. Dezember
2007:
Der Betrag der Vermögenswerte, die als Sicherheiten für bilanzielle und außerbilanzielle
finanzielle Verbindlichkeiten dienten, wurde korrigiert und um 3.131 Mio. Euro erhöht. Die
erhaltenen Sicherheiten, für die keine Verfügungs- und Verwertungsbeschränkungen bestanden,
wurden hingegen um 3.453 Mio. Euro reduziert.
Für die Angaben in Note (55) nach IAS 24 wurden die Transaktionen und Bestände mit
Beteiligungen, an denen eine Beteiligungsquote von unter 20 % besteht, berücksichtigt. Die
entsprechenden Notesangaben wurden für 2007 korrigiert.
Die erwarteten Mindestzahlungen (Leasinggeber bei Operating Lease Geschäften) wurden um
122 Mio. Euro erhöht.
Änderung von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden aufgrund IAS 8.14ff.
Portfoliowertberichtigung
Bei
der
Berechnung
der
Portfoliowertberichtigungen
wurden
Anpassungen
der
Berechnungsmethodik vorgenommen, weil durch weiterentwickelte Bewertungsmethoden die
Qualität
der
PoWB-Berechnung
verbessert
werden
konnte.
Zusätzlich
wurden
wechselkursbedingte Veränderungen des Bestandes an Portfoliowertberichtigungen ebenfalls
erstmals rückwirkend zum 31. Dezember 2007 gesondert ermittelt. Die in diesem Zusammenhang
durchgeführten rückwirkenden Korrekturen reduzierten zum 31. Dezember 2007 den Bestand an
Risikovorsorge um 25 Mio. Euro und die Finanzanlagen um 64 Mio. Euro. Die Rückstellungen im
Kreditgeschäft wurden um 19 Mio. Euro erhöht. Im Zusammenhang mit diesen bilanziellen
Änderungen wurden zusätzlich 14 Mio. Euro in der Risikovorsorge im Kreditgeschäft in der
Gewinn- und Verlustrechnung und 32 Mio. Euro im Ergebnis aus Finanzanlagen aufwandswirksam
erfasst. Die Bestandsveränderungen aufgrund der Wechselkurseffekte wurden in Höhe von 16
Mio. Euro im Handelsergebnis als Ertrag erfasst. Ebenso kam es zu einer Verringerung der
Gewinnrücklage in Höhe von 56 Mio. Euro (Anpassung der Bilanz zum 1. Januar 2007).
Auswirkungen der Anpassungen auf die latenten Steuern
Aufgrund der Anpassungen wurden die latenten Steuern für die betroffenen Perioden neu
berechnet. Somit ergibt sich für den 31. Dezember 2007 eine Erhöhung der Latenten
Ertragsteueransprüche um 17 Mio. Euro. Hiermit verbunden ist ein Ertrag von 5 Mio. Euro;
darüber hinaus wurden die Gewinnrücklagen um 8 Mio. Euro und die Neubewertungsrücklage um
4 Mio. Euro erhöht.
123
Zusammenfassung der Effekte
In den folgenden Tabellen stellt die Bank die Auswirkungen der Anpassungen, einschließlich der
ertragsteuerlichen Konsequenzen, für die wesentlichen Posten zu dem veröffentlichten Stichtag
dar.
Gewinn- und Verlustrechnung 2007 sowie Ergebnis je Aktie nach Anpassungen
A npassungen der V orjahresvergleichszahlen 2007
2007
vor A npassung
1.602
1
-591
-342
-522
148
132
280
5
in Mio. €
Zinsüberschuss
Risikovorsorge
Handelsergebnis
Ergebnis aus Finanzanlagen
Übrige Positionen (ohne A npassung)
Er ge bnis vor Ste ue r n
Ertragsteuern
Konze rnjahr e s übe rs chus s
Den A nteilen in Fremdbesitz zurechenbares Ergebnis
De n HSH Nor dbank -Ak tionär e n zur e che nbare s
Konze rne r ge bnis
285
A npassungen der V orjahresvergleichszahlen 2007
-1
14
15
-47
-19
9
-10
-
nach
A npassung
1.601
15
-576
-389
-522
129
141
270
5
-10
275
A npassung
2007
vor A npassung
in Mio. €
Den HSH Nordbank-A ktionären zurechenbares
Konzernergebnis (Mio. €) - unverw ässert
V erw ässerungsef f ekt aus:
w andelbaren Schuldverschreibungen
Den HSH Nordbank-A ktionären zurechenbares
Konzernergebnis (Mio. €) - verw ässert
Anzahl de r Ak tie n (Mio. Stück)
Durchschnittlich im Umlauf bef indliche Stammaktien unverw ässert
V erw ässerungsef f ekt aus:
w andelbaren Schuldverschreibungen
Potenziell verw ässernde Stammaktien
Bereinigter gew ichteter Durchschnitt der im Umlauf bef indlichen
Stammaktien nach angenommener Wandlung - verw ässert
in €
Ergebnis je A ktie (unverw ässert)
Ergebnis je A ktie (verw ässert)
nach
A npassung
A npassung
285
-74
211
-
-
-
285
-74
211
63
-6
57
-
-
-
63
-6
57
4,56
4,56
-0,85
-0,85
3,71
3,71
Bei der Berechnung des Ergebnisses je Aktie wurde neben einem um 10 Mio. Euro geminderten
Konzernjahresüberschuss, eine Korrektur von 64 Mio. Euro durchgeführt. Dadurch werden bei der
Berechnung bisher nicht berücksichtigte Ausschüttungen berücksichtigt. Darüber hinaus wurde die
Anzahl der durchschnittlich im Umlauf befindlichen Aktien geändert.
Bilanz zum 31. Dezember 2007 nach Anpassungen
A npassung der V orjahresvergleichszahlen 2007
31. De z 07
in Mio. €
Forderungen an Kreditinstitute
Forderungen an Kunden
Risikovorsorge
Handelsaktiva
Finanzanlagen
Latente Steueransprüche
Übrige Positionen (ohne A npassung)
Sum m e Ak tiva
vor A npassung
28.541
105.475
-1.554
24.255
43.309
815
4.022
204.863
124
A npassung
2.138
-1.411
25
162
-967
17
-36
nach
A npassung
30.679
104.064
-1.529
24.417
42.342
832
4.022
204.827
A npassung der V orjahresvergleichszahlen 2007
31. De z 07
vor A npassung
in Mio. €
nach
A npassung
A npassung
V erbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
57.764
-1
57.763
V erbindlichkeiten gegenüber Kunden
50.247
147
50.394
V erbrief te V erbindlichkeiten
Handelspassiva
70.230
8.376
-1
24
70.229
8.400
Rückstellungen
Sonstige Passiva
Übrige Positionen (ohne A npassung)
Eigenkapital
Grundkapital
Kapitalrücklage
Gew innrücklagen
781
19
800
2.124
10.730
19
-
2.143
10.730
4.387
702
2.317
-107
-
4.280
702
2.317
1.505
1.597
-92
Neubew ertungsrücklage
-168
-12
-180
Rücklage aus der Währungsumrechnung
-121
7
-114
60
-10
50
204.639
100
204.739
224
-136
88
204.863
-36
204.827
Konzernbilanzgew inn
Gesamt vor Fremdanteilen
A nteile im Fremdbesitz
Sum m e Pas s iva
Konsolidierungsgrundsätze
Im Konzernabschluss werden das Mutterunternehmen, die HSH Nordbank AG, sowie alle für die
Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlichen Tochtergesellschaften, zu
denen auch Zweckgesellschaften (Special Purpose Entities, "SPEs") zählen, als wirtschaftliche
Einheit dargestellt.
Die Kapitalkonsolidierung von Tochterunternehmen wird nach der Erwerbsmethode gemäß IAS
27.22 i.V.m. IFRS 3 vorgenommen, wenn Beherrschung vorliegt. Gem. IFRS 3.16 werden die
Anschaffungskosten des Unternehmenszusammenschlusses zum Erwerbszeitpunkt auf die
erworbenen Vermögenswerte sowie die übernommenen Schulden und Eventualschulden verteilt.
Anteile anderer Gesellschafter am Eigenkapital der Tochterunternehmen werden innerhalb des
Konzerneigenkapitals als Minderheitenanteile ausgewiesen. Der Minderheitsanteil ist der Teil des
Periodenergebnisses und des Reinvermögens eines Tochterunternehmens, der auf Anteile entfällt,
die nicht direkt vom Mutterunternehmen gehalten werden.
Konzerninterne Forderungen, Verbindlichkeiten und Ergebnisse werden gemäß IAS 27.24 im
Rahmen der Schulden- bzw. der Aufwands- und Ertragskonsolidierung für Zwecke des
Konzernabschlusses konsolidiert. Durch konzerninterne Übertragungen von Vermögenswerten
entstandene Zwischenergebnisse werden gemäß IAS 27.25 eliminiert.
Tochterunternehmen, die aufgrund untergeordneter Bedeutung nicht konsolidiert werden, werden
nach den Ansatz- und Bewertungsvorschriften des IAS 39 als Available For Sale (AFS)Instrumente bilanziert.
Gemeinschaftsunternehmen (Joint Ventures) basieren auf vertraglichen Vereinbarungen, auf
deren Grundlage zwei oder mehr Unternehmen eine wirtschaftliche Aktivität begründen, die der
gemeinsamen Führung unterliegt. Assoziierte Unternehmen sind Unternehmen, auf die der
Konzern zwar einen maßgeblichen, jedoch keinen beherrschenden Einfluss ausüben kann.
An Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen, die für die sachgerechte
Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns bedeutsam gewesen wären,
bestand
im
Berichtszeitraum
keine
Beteiligung.
Auf
die
Konsolidierung
von
Gemeinschaftsunternehmen bzw. assoziierten Unternehmen wurde daher verzichtet. Vielmehr
werden sämtliche Anteile an Gemeinschaftsunternehmen bzw. assoziierten Unternehmen nach
125
den Ansatz- und Bewertungsvorschriften des IAS 39 als Available for Sale (AFS) bilanziert und
unter den Finanzanlagen ausgewiesen. Liegen dem HSH Nordbank Konzern zum Bilanzstichtag
keine Informationen vor, die eine zuverlässige Ermittlung des Fair Values für diese Anteile
ermöglichen, erfolgt analog zu den nicht konsolidierten Tochterunternehmen eine Bewertung zu
Anschaffungskosten.
Zweckgesellschaften und bestimmte hierunter fallende Fonds werden in den Konsolidierungskreis
einbezogen, soweit sie für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns bedeutsam
sind. Sämtliche Zweckgesellschaften, auf die dieses im Berichtszeitraum zutraf, waren auf Basis
des SIC-12im Rahmen einer Vollkonsolidierung in den Konzernabschluss einzubeziehen.
Die zur Aufstellung des Konzernabschlusses verwendeten Abschlüsse der einbezogenen
Tochterunternehmen wurden weitestgehend auf den Abschlussstichtag des Mutterunternehmens
aufgestellt. Ausnahmen bilden die Abschlüsse der Spielbanken, die auf den 30. September 2008
datieren, und der Abschluss der Perseus Investment Limited Partnership, die auf den 30.
November 2008 bilanziert. Auf die Erstellung von Zwischenabschlüssen wurde verzichtet.
Berichtigungen für Geschäftsvorfälle, die zwischen dem Abschlussstichtag der Gesellschaften und
dem des Mutterunternehmens entstanden sind, wurden für die Perseus Investment Limited
Partnership vorgenommen. Für die Spielbanken erfolgte aus Wesentlichkeitsgründen keine
Anpassung.
Konsolidierungskreis
Der Konsolidierungskreis schließt neben dem Mutterunternehmen HSH Nordbank AG,
Hamburg/Kiel, 57 (Vorjahr: 62) Gesellschaften ein. Darin sind 18 (Vorjahr: 24)
Zweckgesellschaften
enthalten,
welche
nach
den
Bestimmungen
des
SIC-12
konsolidierungspflichtig sind.
Nachfolgend werden Erläuterungen zu den Unternehmenszusammenschlüssen gegeben, die im
Berichtszeitraum neu in den Konsolidierungskreis einbezogen wurden.
Endor 8. Beteiligungs GmbH & Co. KG
Die Endor 8. Beteiligungs GmbH & Co. KG, Hamburg, ist eine Tochtergesellschaft der HSH Real
Estate AG, Hamburg.
Nach einer in 2008 erfolgten Kapitalerhöhung in der Gesellschaft (2,4 Mio. Euro) hält die HSH
Real Estate AG 94,8 % der Anteile.
Die Endor 8. Beteiligungs GmbH & Co. KG hat mit Wirkung zum 1. November 2008 5,10 % der
Anteile an der LB Immo Invest GmbH erworben und wird daher im vierten Quartal 2008 aus
Wesentlichkeitsgründen in den Konzernkreis aufgenommen. Es ergab sich kein wesentlicher
Unterschiedsbetrag.
LB Immo Invest GmbH
Die HSH Real Estate AG, Hamburg, erlangte am 1. Juli 2008 durch den Kauf von 33,33 % der
Anteile die Kontrolle im Sinne des IAS 27 an der LB Immo Invest GmbH, Hamburg, an der sie
zuvor bereits mit 33,33 % beteiligt war. Seit diesem Zeitpunkt wird die LB Immo Invest GmbH als
vollkonsolidiertes Tochterunternehmen in den Konzernabschluss einbezogen.
Detaillierte Informationen zu den Transaktionen finden sich in Note (4) des Anhangs zum
Konzernabschluss 2008 (siehe Finanzteil).
Folgende Gesellschaften/Fonds werden abweichend zum 31. Dezember 2007 nicht mehr in den
Konsolidierungskreis einbezogen:
•
Burgville Investments Ltd., London;
126
•
Pellecea GmbH, Hamburg;
•
Südinvest 107, Unterföhring;
•
HSH Corporate Finance A/S, Kopenhagen;
•
Hagnola Limited, Dublin;
•
Drambol Limited, Dublin;
•
Ranadon Limited, Dublin;
•
ABS Shipping Funds 1 Limited, Dublin;
•
ABS Shipping Funds 2 Limited, Dublin;
•
ABS Shipping Funds 3 Limited, Dublin;
•
ABS Shipping Funds 4 Limited, Dublin;
•
AHL 3, Frankfurt a.M.; und
•
White Sails Limited, Grand Cayman.
Die Burgville Investments Ltd., die Pellecea GmbH sowie der Fonds Südinvest 107 wurden zum 1.
Januar 2008 entkonsolidiert, da sie ihre Vermögenswerte überwiegend veräußert und deshalb
keinen wesentlichen Einfluss mehr auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns
haben.
Die Entkonsolidierung der Corporate Finance A/S erfolgte ebenfalls zum 1. Januar 2008. Die
Gesellschaften Hagnola Limited, Drambol Limited und Ranadon Limited wurden zum 30. Juni
2008 entkonsolidiert. Die ABS Shipping Funds, der Fonds AHL 3 sowie die White Sails Limited
wurden zum 31. Dezember 2008 entkonsolidiert. Diese Gesellschaften haben ihre
Geschäftstätigkeit aufgegeben.
Schätzungen und Ermessensentscheidungen des Managements
Im Konzernabschluss der HSH Nordbank AG sind zulässigerweise Schätzungen und Annahmen
zur Bewertung von Vermögenswerten und Schulden eingeflossen. Sämtliche im Rahmen der
Bilanzierung und Bewertung nach IFRS notwendigen Schätzungen und Beurteilungen erfolgen im
Einklang mit dem jeweiligen Standard, werden fortlaufend überprüft und basieren auf historischen
Erfahrungen und weiteren Faktoren, einschließlich Erwartungen hinsichtlich zukünftiger
Ereignisse, die unter den gegebenen Umständen vernünftig erscheinen. Insbesondere ist die
Bewertung der Risikovorsorge, der Rückstellungen, der Pensionsverpflichtungen und der
Goodwills sowie generell die Ermittlung von Fair Values und latenten Steuern von
Schätzungsunsicherheiten betroffen. Im Rahmen der Erstellung von Software sind Schätzungen
hinsichtlich der technischen Realisierbarkeit und der Fähigkeit, die Software zu nutzen oder zu
verkaufen etc. notwendig.
Sofern Schätzungen in größerem Umfang erforderlich waren, werden die getroffenen Annahmen
bei der Erläuterung der entsprechenden Position im Folgenden ausführlich dargelegt.
Wesentliche Ermessensentscheidungen – mit Ausnahme von Schätzungen – des Managements
bei der Ausübung von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden betreffen:
•
die Nutzung der Fair Value Option für Finanzinstrumente in wirtschaftlichen
Sicherungszusammenhängen, die nicht den Anforderungen des IAS 39 genügen (siehe
Note (6) des Anhangs zum Konzernabschluss 2008 im Finanzteil des Basisprospektes);
•
den Verzicht auf die Kategorisierung von Finanzinstrumenten als Held to Maturity (HTM);
127
•
die Anwendung der rückwirkend zum 1. Juli 2008 geltenden Umklassifizierungsregelungen
des IAS 39 (siehe Note (46 des Anhangs zum Konzernabschluss 2008 im Finanzteil des
Basisprospektes);
•
die Ermittlung der Fair Values bei bestimmten Finanzinstrumenten einschließlich der
Einschätzung des Vorliegens eines aktiven bzw. inaktiven Marktes.
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Finanzinstrumente
Kategorisierung von finanziellen Vermögenswerten und Schulden
Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der gleichzeitig bei einem Unternehmen zu einem finanziellen
Vermögenswert und bei dem anderen Unternehmen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder
einem Eigenkapitalinstrument führt. Gemäß IAS 39 sind alle finanziellen Vermögenswerte und
Verbindlichkeiten einschließlich aller derivativen Finanzinstrumente in der Bilanz zu erfassen und
in Abhängigkeit von der ihnen zugewiesenen Kategorie zu bewerten.
Finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten werden dann bilanziert, wenn die
HSH Nordbank Vertragspartei aus den vertraglichen Regelungen des entsprechenden
Finanzinstruments wird. Erwartete künftige Transaktionen bzw. Verträge werden nicht bilanziert.
Schwebende Geschäfte in Form von Derivaten sind stets als finanzielle Vermögenswerte oder
Verbindlichkeiten in der Bilanz mit dem Fair Value zum Handelstag zu erfassen. Kassageschäfte in
nicht-derivativen finanziellen Vermögenswerten (sog. regular way contracts) werden zum
Erfüllungstag erfasst. Die Fair Value Änderung in der Zeit zwischen Handelstag und Erfüllungstag
wird gemäß den durch die Kategorie des Vermögenswertes vorgegebenen Bewertungsregeln
erfasst. Das bedeutet, dass Wertänderungen für Finanzinstrumente der Kategorie Available For
Sale (AFS) in der Neubewertungsrücklage zu erfassen sind, während für die Kategorien
Designated at Fair Value (DFV) und Held For Trading (HFT) eine erfolgswirksame Erfassung im
Handelsergebnis erfolgt.
Sonstige nicht-derivative finanzielle Vermögenswerte, die nicht aus Kassageschäften resultieren,
beispielsweise ausgereichte Kredite, werden zum Erfüllungstag erfasst.
Nicht-derivative finanzielle Verbindlichkeiten werden dann erfasst, wenn eine der beiden
Vertragsparteien den Vertrag erfüllt hat (Erfüllungstag).
Die Zugangsbewertung erfolgt zum beizulegenden
Anschaffungskosten des Finanzinstruments entspricht.
Zeitwert,
der
in
der
Regel
den
Der Abgang eines finanziellen Vermögenswertes erfolgt grundsätzlich zum Erfüllungstag. Bei
Derivaten erfolgt der Abgang zum Handelstag.
Die Folgebewertung von finanziellen Vermögenswerten und Verpflichtungen ist abhängig davon,
welcher IAS 39-Kategorie sie im Zeitpunkt des Erwerbs zugeordnet werden. Hierbei wird wie folgt
unterschieden:
1.
Finanzielle Vermögenswerte und Verpflichtungen, die erfolgswirksam zum beizulegenden
Zeitwert bewertet werden (financial instruments at fair value through profit and loss)
umfassen einerseits zum Handel bestimmte (Held For Trading-Instrumente (HFT)) sowie
andererseits solche Instrumente, die bei der erstmaligen Erfassung freiwillig und für die
Zukunft unwiderruflich zum beizulegenden Zeitwert designiert werden (Designated at Fair
Value (DFV)):
128
a.
Als Held For Trading (HFT) werden alle zu Handelszwecken gehaltenen
Finanzinstrumente und alle Derivate, die nicht Bestandteil einer
Sicherungsbeziehung sind (Hedge Accounting), kategorisiert.
Die Zugangs- und Folgebewertung erfolgt zum beizulegenden Zeitwert,
Transaktionskosten werden zum Zeitpunkt des Zugangs erfolgswirksam
berücksichtigt. Gemäß IAS 39.43 erfolgt der zusätzliche Einschluss von
Transaktionskosten
bei
der
Zugangsbewertung
nur
für
finanzielle
Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die nicht erfolgswirksam zum
beizulegenden Zeitwert bewertet werden. Soweit ein Marktpreis in Form einer
Börsennotierung vorliegt, wird dieser zur Bewertung herangezogen. In anderen
Fällen werden zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes Marktpreise
vergleichbarer Instrumente oder anerkannte Bewertungsmodelle, insbesondere
Barwertmethoden und Optionspreismodelle, herangezogen.
Der bilanzielle Ausweis dieser Handelsinstrumente und Derivate erfolgt unter den
Handelsaktiva bzw. -passiva. Das laufende Bewertungsergebnis sowie das
realisierte Ergebnis für diese Finanzinstrumente fließt in das Handelsergebnis ein.
Zinserträge und -aufwendungen aus HFT-Geschäften werden im Zinsergebnis
erfasst.
b.
Ferner werden bestimmte komplexe Strukturen aus Emissionen und Beständen,
die abspaltungspflichtige Derivate enthalten, sowie bestimmte Finanzinstrumente,
die Bestandteil einer wirtschaftlichen Hedge-Beziehung sind, ohne dass diese den
Anforderungen des IAS 39 an das Hedge Accounting genügt, als Designated at
Fair Value (DFV) kategorisiert. Darüber hinaus kann die Fair Value Option in der
HSH Nordbank auf Portfolien angewendet werden, deren Steuerung und
Performancemessung auf Fair Value-Basis gemäß der dokumentierten
Risikomanagementstrategie
erfolgt.
Dies
ist
beispielsweise
bei
zu
konsolidierenden
Spezialfonds
oder
ähnlichen
zu
konsolidierenden
Vermögensmassen möglich.
Die Designierung im HSH Nordbank Konzern dient zum einen der Vermeidung
bzw. Reduzierung von Ansatz- oder Bewertungsinkongruenzen (sog. accounting
mismatch) aus Wertpapieren und Krediten, die mit Zinsderivaten gesichert sind.
Zum anderen wird die Fair Value Option auf ansonsten trennungspflichtige
Strukturen angewendet.
Finanzielle Vermögenswerte, die der Kategorie DFV zugeordnet sind, betreffen im
Wesentlichen Bestände des Kreditersatzgeschäftes (Asset Backed Securities,
synthetische Collateralised Debt Obligations, Credit Linked Notes). Finanzielle
Verbindlichkeiten, die der Kategorie Designated at Fair Value (DFV) zugeordnet
sind, setzen sich insbesondere aus komplex strukturierten Namens- und
Inhaberpapieren mit eingebetteten Zins-, Währungs-, Aktien- und sonstigen
Risiken zusammen.
Finanzinstrumente in der Fair Value Option werden zum beizulegenden Zeitwert
angesetzt. Diese Finanzinstrumente werden in den Forderungen an
Kreditinstitute, Forderungen an Kunden, Finanzanlagen und Verbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten, Verbindlichkeiten gegenüber Kunden, Verbrieften
Verbindlichkeiten sowie im Nachrangkapital ausgewiesen. Gewinne oder Verluste
aus der laufenden Bewertung bzw. realisierte Ergebnisbestandteile werden im
Handelsergebnis
gezeigt.
Zinserträge
und
-aufwendungen
dieser
Finanzinstrumente werden im Zinsüberschuss ausgewiesen.
129
2.
Kredite und Forderungen (Loans And Receivables (LAR)), die zu fortgeführten
Anschaffungskosten bilanziert werden:
Unter dieser Kategorie werden nicht-derivative finanzielle Vermögenswerte mit festen oder
bestimmbaren Zahlungen ausgewiesen, die bei Zugang nicht an einem aktiven Markt
gehandelt werden. Darüber hinaus enthält diese Kategorie in Ausnahmefällen auch
Finanzinstrumente, die gemäß der Neuerungen des IAS 39 (rev. 2008) aus den
Kategorien HFT und AFS umgewidmet wurden, weil kein aktiver Markt mehr vorlag und
die Fähigkeit und Absicht bestand, das Finanzinstrument auf absehbare Zeit oder bis zur
Fälligkeit zu halten.
Ein aktiver Markt ist dann gegeben, wenn notierte Preise regelmäßig zum Beispiel von
einer Börse oder einem Broker zur Verfügung gestellt werden und diese Preise
repräsentativ für aktuelle Transaktionen zwischen fremden Dritten sind.
Finanzinstrumente dieser Kategorie werden zu Anschaffungskosten, welche dem Fair
Value zum Zeitpunkt des Zugangs entsprechen, angesetzt. Die Folgebewertung erfolgt zu
fortgeführten Anschaffungskosten, wobei vereinbarte Agien bzw. Disagien über die
Laufzeit nach der Effektivzinsmethode amortisiert und erfolgswirksam im Zinsergebnis
vereinnahmt werden. Finanzinstrumente der Kategorie Loans And Receivables (LAR)
werden in den Positionen Forderungen an Kreditinstitute und Forderungen an Kunden,
Finanzanlagen sowie Sonstige Aktiva ausgewiesen.
3.
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte (Available For Sale (AFS)), die
erfolgsneutral mit dem beizulegenden Zeitwert angesetzt werden:
Unter die Kategorie Available For Sale (AFS) werden alle nicht-derivativen
Vermögenswerte subsumiert, die keiner der anderen Kategorien zugeordnet werden
können. Die AFS-Bestände des Konzerns betreffen im Wesentlichen marktgängige
verzinsliche Wertpapiere, Investmentfondsanteile und Eigenkapitalinstrumente wie Anteile
an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen, die nach IAS 39 bilanziert werden. Der
Ausweis erfolgt innerhalb der Positionen Finanzanlagen und Forderungen an
Kreditinstitute.
Die Zugangsbewertung von zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten
erfolgt zu Anschaffungskosten, welche dem beizulegenden Zeitwert zum
Zugangszeitpunkt entsprechen. Die Folgebewertung der Finanzinstrumente Available For
Sale (AFS) erfolgt gemäß IAS 39.46 zum beizulegenden Zeitwert, soweit dieser
verlässlich ermittelbar ist. Insbesondere für Eigenkapitaltitel, die nicht börsennotiert sind,
und deren beizulegender Zeitwert auch durch andere Methoden nicht zuverlässig
bestimmbar ist, erfolgt die Folgebewertung zu Anschaffungskosten gemäß IAS 39.AG81
i.V.m. IAS 39.46(c). Es handelt sich dabei im Wesentlichen um Eigenkapitalinstrumente
von nicht börsennotierten Unternehmen, für die kein aktiver Markt besteht und aufgrund
nur schwer zu prognostizierender Zukunftserwartungen auch keine realistischen
Schätzungen möglich sind.
Wertänderungen der zum Fair Value bilanzierten AFS-Instrumente werden, sofern diese
nicht auf ein Impairment zurückzuführen sind, erfolgsneutral unter Berücksichtigung
latenter Steuern in der Neubewertungsrücklage im Eigenkapital erfasst. Soweit es sich um
gesicherte Available For Sale (AFS) Titel handelt, wird hiervon abweichend die auf das
abgesicherte Risiko entfallende Schwankung im Hedgeergebnis erfolgswirksam erfasst.
Bei Abgang und Impairment eines Vermögenswertes wird die Neubewertungsrücklage
erfolgswirksam aufgelöst, so dass sich der Abgangsgewinn oder -verlust in der Gewinnund Verlustrechnung widerspiegelt.
130
Bei zinstragenden Titeln wird der Unterschiedsbetrag zwischen Anschaffungskosten und
Rückzahlungsbetrag unter Anwendung der Effektivzinsmethode im Zinsergebnis
ausgewiesen.
4.
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (Other Liabilities (LIA)):
Unter den sonstigen Verbindlichkeiten werden diejenigen Verbindlichkeiten erfasst, die
weder zu den Handelsbeständen zählen, noch als Designated at Fair Value (DFV)
kategorisiert werden.
Finanzielle Verpflichtungen werden im Zeitpunkt der Begebung mit den
Anschaffungskosten angesetzt, die dem beizulegenden Zeitwert der Gegenleistung
entsprechen. In den Folgeperioden werden sie unter Anwendung der Effektivzinsmethode
zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.
Klassenbildung der Finanzinstrumente
Um eine einheitliche und übersichtliche Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zu
gewährleisten, erfolgt die für die Berichterstattung gemäß IFRS 7.6 erforderliche Klassenbildung
der Finanzinstrumente analog der Kategorisierung der Finanzinstrumente gemäß IAS 39 in
Verbindung mit den Bilanzpositionen. Nachfolgende Tabelle stellt die Klassen von
Finanzinstrumenten des HSH Nordbank Konzerns dar:
Bewertungsansatz
Finanzinstrumente,
at amortised cost
Klassen
bewertet
IAS 39-Kategorie
Bilanzposition/-unterposition
Loans And Receivables
(LAR)
Forderungen an Kreditinstitute
Forderungen an Kunden
Finanzanlagen
Sonstige Aktiva
Other Liabilities (LIA)
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
Verbindlichkeiten gegenüber
Kunden
Verbriefte Verbindlichkeiten
Nachrangkapital
Sonstige Passiva
Finanzinstrumente,
at cost
bewertet
Available For Sale (AFS)
Finanzanlagen
Finanzinstrumente,
zum Fair Value
bewertet
Held For Trading (HFT)
Handelsaktiva
Handelspassiva
131
Bewertungsansatz
Klassen
IAS 39-Kategorie
Bilanzposition/-unterposition
Designated at Fair Value
(DFV)
Forderungen an Kunden
Forderungen an Kreditinstitute
Finanzanlagen
Verbindlichkeiten gegenüber
Kunden
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstitute
Verbriefte Verbindlichkeiten
Nachrangkapital
Available For Sale (AFS)
Forderungen an Kreditinstitute
Finanzanlagen
n/a
Positive Markwerte der Hedge
Derivate
Negative Marktwerte der Hedge
Derivate
Finanzinstrumente, bewertet
in
Übereinstimmung
mit
anderen Standards
n/a
Barreserve
Forderungen aus
Finanzierungsleasing
Zur Veräußerung gehaltene
langfristige Vermögenswerte
Außerbilanzielles Geschäft
n/a
Eventualverbindlichkeiten
Andere Verpflichtungen
Risikovorsorge und Wertminderung von Finanzinstrumenten
Zu jedem Bilanzstichtag wird untersucht, ob objektive Hinweise darauf schließen lassen, dass eine
Wertminderung eines finanziellen Vermögenswertes eingetreten ist, der nicht erfolgswirksam zum
beizulegenden Zeitwert bewertet wird.
Ein Wertminderungstest wird durchgeführt, wenn nach der Zugangserfassung des
Finanzinstruments objektive Hinweise auf eine Wertminderung vorliegen, die Auswirkungen auf
die erwarteten zukünftigen Zahlungsströme aus dem Finanzinstrument haben. Nur bereits
eingetretene, nicht aber zukünftig erwartete Wertminderungen werden gemäß des Incurred Loss
Models nach IAS 39 berücksichtigt. Dabei werden wertaufhellende Hinweise, die nach dem
Bilanzstichtag bekannt werden und die bereits am Bilanzstichtag vorgelegen haben,
berücksichtigt.
Kriterien für eine Wertminderung sind im Wesentlichen erhebliche finanzielle Schwierigkeiten des
Schuldners sowie Hinweise darauf, dass der Kapitaldienst auf Basis heutiger Informationen nicht
erbracht und eine Verbesserung der wirtschaftlichen Lage nicht nachgewiesen werden kann.
132
Bei Wertpapieren wird überprüft, ob der Marktwert in den letzten zwölf Monaten dauerhaft um
mindestens 10 % oder einmalig um 20 % unter den fortgeführten Anschaffungskosten lag. Bei
Wertpapieren, die eines dieser Kriterien erfüllen, wird untersucht, ob Indikatoren für eine
Wertminderung vorliegen. Einen Indikator für eine Wertminderung bei Wertpapieren stellt ein
Down-Grade in den Below-Investment-Grade-Bereich dar. Sofern es sich bereits um BelowInvestment-Grade-Wertpapiere handelt und sich das Rating um weitere drei Ratingklassen
verschlechtert, ist dies ebenfalls ein Indikator; ebenso der Eintritt eines Default. Im Rahmen der
Subprime-Krise wurden die Impairment-Faktoren weiter verfeinert. Bei ABS-Transaktionen (Asset
Backed Securities-Transaktionen) wird überprüft, ob die Übersicherungsmechanismen eine
deutliche Verschlechterung seit Kauf bzw. seit Emission aufweisen. Dazu können beispielsweise
bei Collateralised Debt Obligations (CDOs) die Nennwert- und Zinsdeckungstests herangezogen
werden.
Für Wertpapiere des Subprimesegments (Assetklassen "Residential Mortgage Backed Securities
(RMBS) of Home Equity Loans (HEL)", "Collateralised Debt Obligations (CDO) of Asset Backed
Securities (ABS)" und "CDO of CDO") gelten im Konzernabschluss Sonderregelungen. Diese
Wertpapiere sind ohne Ausnahme auf Impairmentbedarf zu untersuchen, selbst wenn sich dies im
Einzelfall nicht aus der Marktwertentwicklung ergibt. Für CDO of ABS und CDO of CDO werden
Wertminderungen immer als bonitätsinduziert angesehen. Im Falle von US-amerikanischen HELTransaktionen (RMBS of Home Equity Loans) ist auf die Loss Coverage Ratio (LCR) abzustellen.
Die LCR wird ermittelt als Quotient von Verlustpuffer (= Subordinated Tranches) geteilt durch den
erwarteten Verlust. Bei einer LCR unter 150 % oder einem Rating unter AAA wird bei HELTransaktionen grundsätzlich von einer bonitätsinduzierten Wertminderung ausgegangen. Im
Geschäftsjahr 2008 wurde eine modellbasierte Ermittlung des erzielbaren Betrages für LAR
klassifizierte Vermögenswerte der Assetklasse RMBS HEL implementiert. Vor Implementierung der
modellbasierten Ermittlung des erzielbaren Betrages wurde dieser aus Preisen von
Preisagenturen oder indikativen Preisen von Marktpartnern (Arrangerpreisen) abgeleitet.
Erkennbaren Risiken aus dem Kreditgeschäft wird durch Bildung einer Einzelwertberichtigung auf
die jeweilige Forderung Rechnung getragen. Zur Berechnung der Höhe der Einzelwertberichtigung
wird der Barwert der erwarteten Zahlungsströme aus der Forderung, d. h. der erzielbare Betrag,
dem Buchwert der Forderung gegenüber gestellt. Die erwarteten Zahlungsströme können sich aus
Tilgungs- und/oder Zinszahlungen sowie Erlösen aus der Sicherheitenverwertung unter
Berücksichtigung von Verwertungskosten zusammensetzen. Ist der Buchwert größer als der
erzielbare Betrag, wird in Höhe der Differenz eine Einzelwertberichtigung gebucht.
Für eingetretene, aber noch nicht identifizierte Risiken wird ferner für Gruppen von
Vermögenswerten,
die
hinsichtlich
ihres
Ausfallrisikos
vergleichbar
sind,
eine
Portfoliowertberichtigung gebildet. Bei der Ermittlung der Portfoliowertberichtigung werden aktuelle
Entwicklungen des wirtschaftlichen Umfelds auf Basis von Parametern aus einem Expected Loss
Ansatz berücksichtigt. Die Portfoliowertberichtigungen werden dabei zum Abschlussstichtag auf
Basis aufsichtsrechtlicher Berechnungsparameter nach Basel II, nämlich Ausfallwahrscheinlichkeit
(Probability of Default, PD) und Verlusthöhe im Schadensfall (Loss Given Default, LGD), bestimmt.
Für Geschäfte, die unter den Kreditstandardansatz fallen, berücksichtigt die Bank
Ausfallwahrscheinlichkeiten aus der internen Steuerung. Der in die Berechnung eingehende LIPFaktor (Loss Identification Period) stellt die Zeitspanne zwischen Eintritt eines Ausfallereignisses
und dessen Bekanntwerden dar.
Die Buchung der Wertberichtigung ist von der Bewertung der finanziellen Vermögenswerte
abhängig, so dass hinsichtlich der Bewertung folgende Fälle zu unterscheiden sind:
133
Finanzinstrumente der Kategorie Loans and Receivables (LAR), die zu fortgeführten
Anschaffungskosten bewertet werden
Wertminderungen auf Forderungen an Kreditinstitute und Kunden werden auf separaten
Wertberichtigungskonten unter der Position Risikovorsorge erfasst. Der Verbrauch der so
gebildeten Risikovorsorge erfolgt in dem Zeitpunkt, in dem die Höhe des tatsächlichen
Forderungsausfalls feststeht bzw. die Forderung ausfällt. Uneinbringliche Forderungen, für die
keine Einzelwertberichtigungen bestanden, werden direkt abgeschrieben. Wertminderungen auf
LAR-Wertpapiere werden über Direktabschreibungen der Wertpapiere erfasst. Eingänge auf
abgeschriebene Forderungen werden erfolgswirksam erfasst.
Finanzinstrumente der Kategorie Available For Sale (AFS), die erfolgsneutral zum beizulegenden
Zeitwert bewertet werden
Bei einer dauerhaften oder signifikanten Wertminderung eines AFS-Finanzinstrumentes wird eine
erfolgswirksame Direktabschreibung vorgenommen. Dabei wird eine Umbuchung der im
Eigenkapital erfassten kumulierten Erfolge in die Gewinn- und Verlustrechnung in das Ergebnis
aus Finanzanlagen vorgenommen. Bei Wegfall der Gründe für die Wertminderung wird nur bei
Fremdkapitaltiteln eine erfolgswirksame Wertaufholung bis zur Höhe der fortgeführten
Anschaffungskosten vorgenommen. Darüber hinausgehende Beträge sowie Wertaufholungen von
Eigenkapitaltiteln werden erfolgsneutral in der Neubewertungsrücklage erfasst.
Eigenkapitaltitel der Kategorie Available For Sale (AFS), die nicht an einem aktiven Markt quotiert
sind und zu Anschaffungskosten bewertet werden, da ihr beizulegender Zeitwert nicht verlässlich
bestimmt werden kann
Im Falle einer Wertminderung eines AFS-Finanzinstrumentes wird eine erfolgswirksame
Abschreibung des Finanzinstrumentes vorgenommen. Für das außerbilanzielle Geschäft werden
ebenfalls Einzel-und Portfoliowertberichtigungen gebildet und als Rückstellungen im
Kreditgeschäft bilanziert.
Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts (Fair Value)
Als den beizulegenden Zeitwert (Fair Value) bezeichnet man den Betrag, zu dem ein
Finanzinstrument zwischen sachverständigen, vertragswilligen und unabhängigen Parteien, die
nicht unter Handlungszwang stehen, gehandelt werden kann. Die Ermittlung des beizulegenden
Zeitwertes für Finanzinstrumente erfolgt grundsätzlich anhand des notierten Preises auf einem
aktiven Markt (Mark-to-Market) oder, falls dies nicht möglich ist, mittels anerkannter
Bewertungstechniken und -modelle (Mark-to-Matrix bzw. Mark-to-Model).
Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes durch die Mark-to-Market Methode ist möglich, wenn
ein Marktpreis zu dem ein Geschäft abgeschlossen werden könnte oder abgeschlossen worden
ist, vorliegt. Dies ist in der Regel der Fall für börsengehandelte Wertpapiere und Derivate, die auf
liquiden Märkten gehandelt werden.
Die Mark-to-Matrix Methode wird zur Ermittlung des Fair Value angewendet, wenn kein Marktpreis
im Sinne der Mark-to-Market Methode vorliegt. Der beizulegende Zeitwert wird dann auf Basis von
Preisen ermittelt, die von einem Zeitpunkt kurz vor dem Bewertungsstichtag stammen. Alternativ
erfolgt die Verwendung von Tranksaktionspreisen, d. h. Preisen aus einer kurz zurückliegenden
echten Transaktion. Ist der Fair Value nicht aus Markt- oder Transaktionspreisen des
Finanzinstruments ermittelbar, wird er anhand von Preisen vergleichbarer Finanzinstrumente
abgeleitet oder eine Modellbewertung mit fast ausschließlich marktbeobachtbaren Parametern
durchgeführt. Alternativ werden qualitätsgesicherte Marktdaten geeigneter Preisagenturen oder
auch validierte Preise von Marktpartnern (Arranger) herangezogen.
134
Die Ermittlung des Fair Value nach der Mark-to-Model-Bewertung über ein geeignetes Modell (z.B.
Optionspreismodell, Discounted Cash Flow-Methode, Collateralised Debt Obligation-Model) erfolgt
dann, wenn eine abgeleitete Bewertung nicht oder nicht in ausreichender Qualität möglich ist.
In Bezug auf die Bewertungstechniken und -modelle kann unterschieden werden zwischen
Verfahren, die ausschließlich auf beobachtbare Marktdaten zurückgreifen bzw. nur in
unwesentlichem Umfang nicht-beobachtbare Parameter zugrunde legen (Mark-to-Matrix) und
Verfahren, die in wesentlichem Umfang auf nicht beobachtbaren Parametern basieren (Mark-toModel). Beobachtbare Marktdaten sind gewöhnlich für liquide Wertpapiere und einfache OTCDerivate, die an liquiden Märkten gehandelt werden (bspw. Zinsswaps, Devisentermingeschäfte
und Devisenoptionen in bestimmten Währungen sowie Aktienderivate auf bestimmte
börsennotierte Aktien bzw. Indizes), verfügbar. Bewertungstechniken und -modelle, die auf nicht
beobachtbare Marktdaten zurückgreifen und damit Annahmen bzgl. dieser Parameter erfordern,
sind gewöhnlich notwendig für strukturierte Wertpapiere, bzw. allgemeiner für Wertpapiere, deren
Markt illiquide ist, sowie komplexe OTC-Derivate. Nicht beobachtbare Parameter sind bspw.
Korrelationen, Volatilitäten und Prepayment Rates.
Der folgende Abschnitt gibt einen Überblick bzgl. der verwendeten Parameter bzw. Annahmen.
In Bewertungstechniken und -modellen verwendete Parameter
Im Folgenden sind die Annahmen zur Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte je Klasse von
finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten angegeben.
a.
Handelsaktiva / Handelspassiva (HFT):
Die Wertpapiere des Handelsbestands werden in wesentlichen Teilen über Börsenkurse bewertet.
Liegt kein aktueller Kurs von einem liquiden Markt vor, erfolgt die Bewertung verzinslicher
Wertpapiere mittels der Discounted Cash-Flow Methode anhand rating- und sektorabhängiger
Zinskurven, die aus Marktdaten verzinslicher Wertpapiere abgeleitet werden.
Börsengehandelte Derivate werden ebenfalls über Börsenkurse bewertet. Liegt kein aktueller Kurs
vor, erfolgt eine Bewertung über anerkannte Bewertungsmodelle (bspw. Black-Scholes für
europäische Optionen), die allenfalls in unwesentlichem Umfang auf nicht beobachtbaren
Parameterschätzungen basieren.
OTC-Derivate werden über Bewertungstechniken und -modelle bewertet. Dabei ist zwischen
einfachen, auf liquiden Märkten gehandelten Derivaten, wie Zinsswaps, Zinswährungsswaps,
Devisentermingeschäften, Devisenoptionen, Single Name- und Index- Credit Default Swaps und
komplexen Derivaten, deren Markt illiquide ist, zu unterscheiden. Erstere werden über anerkannte
Techniken und Modelle bewertet, die allenfalls in unwesentlichem Umfang auf nicht am Markt
beobachtbare Parameter zurückgreifen. Bei letzteren sind sowohl im Hinblick auf die Wahl des
Modells als auch der Parameter Einschätzungen in wesentlichem Umfang erforderlich.
b.
Positive / Negative Marktwerte der Hedgederivate:
Diese Klasse enthält ausschließlich einfache Zins- und Zinswährungsswaps, die über anerkannte
Techniken und Modelle bewertet werden, die allenfalls in unwesentlichem Umfang auf nicht am
Markt beobachtbare Parameter zurückgreifen.
c.
Finanzanlagen (AFS):
In den Finanzanlagen des Konzerns sind hauptsächlich verzinsliche Wertpapiere enthalten.
Wesentliche Teile werden über Börsenkurse bewertet. Liegt kein aktueller Kurs von einem liquiden
Markt vor, erfolgt die Bewertung verzinslicher Wertpapiere mittels der Discounted Cash-Flow
Methode anhand rating- und sektorabhängiger Zinskurven, die aus Marktdaten verzinslicher
Wertpapiere abgeleitet werden.
135
Darüber hinaus sind auch ABS als Teilbestände des Kreditersatzgeschäftes in den Finanzanlagen
enthalten. Diese werden nach oben genannter Preisfindungshierarchie bewertet.
Für nicht börsennotierte Eigenkapitalinstrumente (Anteile an verbundenen Unternehmen und
Beteiligungen, die nach IAS 39 bilanziert werden) werden keine beizulegenden Zeitwerte ermittelt,
da kein aktiver Markt für diese Finanzinstrumente besteht und erforderliche Schätzungen nicht
innerhalb vertretbarer Schwankungsbreiten und angemessener Eintrittswahrscheinlichkeiten
möglich sind. Daher erfolgt der Ansatz dieser Finanzinstrumente zu Anschaffungskosten.
d.
Designated at Fair Value Assets / Liabilities (DFV):
Designated at Fair Value Assets (DFV), die unter den Finanzanlagen und Forderungen an Kunden
bzw. Kreditinstitute ausgewiesen werden, setzen sich vor allem aus Beständen des
Kreditersatzgeschäftes zusammen (ABS, synthetische CDOs, CLN). Für die Bewertung von CDOs
wird ein marktübliches Modell (Gauß-Copula) eingesetzt, in das sowohl am Markt beobachtbare
als auch nicht am Markt beobachtbare Parameter eingehen. Für die anderen Produkte gilt oben
genannte Preisfindungshierarchie.
Designated at Fair Value Liabilities (DFV), die unter den Verbrieften Verbindlichkeiten,
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden bzw. Kreditinstituten sowie unter dem Nachrangkapital
ausgewiesen werden, beinhalten komplex strukturierte Namens- und Inhaberpapiere mit
eingebetteten Zins-, Währungs-, Aktien- und sonstigen Risiken. Insoweit für verbriefte
Verbindlichkeiten aktuelle Börsenkurse von liquiden Märkten vorliegen, werden diese verwendet.
Der überwiegende Teil der Designated at Fair Value Liabilities (DFV) wird jedoch über
Bewertungstechniken und -modelle bewertet. Dabei wird in wesentlichem Umfang auf komplexe
Techniken und Modelle zurückgegriffen, die auch nicht direkt am Markt beobachtbare Parameter
verwenden. Designated at Fair Value Liabilities (DFV) sind grundsätzlich über gegenläufige
Derivate abgesichert, sodass bzgl. der Modellrisiken bzw. Parameterunsicherheiten
kompensierende Positionen vorliegen.
Die separate Ermittlung der bonitätsinduzierten Komponente der Wertänderung von Designated at
Fair Value Beständen erfolgt auf Basis des Buchwertes, der Restlaufzeit des Finanzinstruments
bzw. -geschäfts, externer Ratinginformationen sowie den am Markt feststellbaren Spreads für
Instrumente der jeweiligen Rating- und Laufzeitenkategorie. Für Designated at Fair Value
kategorisierte Verbindlichkeiten wird im Rahmen der Zuordnung eines angemessenen Spreads
zwischen Instrumenten mit und ohne Gewährträgerhaftung unterschieden.
Wertanpassungen
Berücksichtigt der über eine Bewertungstechnik oder ein Bewertungsmodell ermittelte Wert eines
Finanzinstruments nicht in angemessener Weise Faktoren wie Geld-Brief-Spannen bzw.
Glattstellungskosten, Liquidität, Modellrisiken und Kredit- bzw. Kontrahentenausfallrisiken, ermittelt
die Bank entsprechende Wertanpassungen. Die angewendeten Verfahren greifen dabei partiell auf
nicht am Markt beobachtbare Parameter in Form von Schätzungen zurück.
Effekte nicht beobachtbarer Parameter
Wenn in die Bewertung eines Finanzinstruments nicht beobachtbare Parameter einfließen, ist der
ermittelte beizulegende Zeitwert zwar der beste Schätzwert gemäß einer Ermessensentscheidung
der Bank, aber insoweit subjektiv, als dass auch alternative Möglichkeiten für die Parameterwahl
vorliegen können, die nicht durch beobachtbare Marktdaten widerlegt werden können. Eine
alternative Parameterwahl gemäß den äußeren Werten einer möglichen Spannbreite hätte die
folgenden Effekte auf die beizulegenden Zeitwerte der betroffenen Finanzinstrumente gehabt:
136
in Mio. €
Fair V alue Ände runge n
(HFT,DFV )
Fair V alue Ände r unge n
(A FS)
31. De ze m be r 2008
vorteilhaf t
unvorteilhaf t
vorteilhaf t
unvorteilhaf t
139,3
-17,5
24,1
-5,0
43,3
-9,0
-
-
182,6
-26,5
24,1
-5,0
Credit Inves tments
OTC exotisc he Zins- & FX-Derivate
Total
in Mio. €
Fair V alue Ände runge n
(HFT,DFV )
Fair V alue Ände r unge n
(A FS)
31. De ze m be r 2007
vorteilhaf t
unvorteilhaf t
vorteilhaf t
unvorteilhaf t
Credit Inves tments
80,3
-15,3
68,0
-14,1
OTC exotisc he Zins- & FX-Derivate
26,2
-5,4
-
-
106,5
-20,7
68,0
-14,1
Total
Der Gesamtbetrag der in der Gewinn- und Verlustrechnung erfassten unrealisierten Verluste, die
auf Basis von Bewertungstechniken ermittelt wurden die in signifikantem Umfang auf nicht
beobachtbaren Marktdaten basieren, war 497,8 Mio. Euro (2007: Verlust in Höhe von 704,9 Mio.
Euro). Hierbei ist zu berücksichtigen, dass auch bei diesen Finanzinstrumenten viele der
verwendeten Parameter beobachtbar sind. Darüber hinaus sind die Produkte teilweise durch
Finanzinstrumente abgesichert, in deren Bewertung nur beobachtbare Parameter einfließen.
Day One Profit and Loss
Durch Anwendung eines Bewertungsmodells, das in signifikantem Umfang auf nicht
beobachtbaren Marktdaten basiert, können Differenzen zwischen Transaktionspreis und
Modellpreis im Zugangszeitpunkt bestehen. Solche Differenzbeträge (die sog. Day One Profit and
Loss) werden bei erfolgswirksam bewerteten Finanzinstrumenten über die Laufzeit abgegrenzt.
Die Day One Profit and Loss-Reserve entwickelte sich wie folgt:
in M io. €
2008
Bestand zum 1. Januar
19,3
11,5
9,9
12,8
Erf olgsneutrale Zuf ührungen
2007
Erf olgsw irksame A uf lösungen
7,7
5,1
Re s e r ve zum 31. De ze m be r
21,5
19,3
Hedge Accounting
Nach IFRS werden Wertänderungen von Positionen in den IAS 39-Kategorien Available For Sale
(AFS), Loans And Receivables (LAR) und Other Liabilities (LIA) nicht erfolgswirksam erfasst.
Wertänderungen von Derivaten werden stets erfolgswirksam erfasst. Werden Grundgeschäfte der
IAS 39-Kategorie AFS, LAR oder LIA durch Derivate abgesichert, entsteht eine Verwerfung in der
Gewinn- und Verlustrechnung, die nicht dem ökonomischen Sachverhalt entspricht. Eine
Möglichkeit zur Vermeidung dieser Verwerfungen ist die Nutzung von Fair Value Hedge
Accounting. Durch Fair Value Hedge Accounting werden auch die dem abgesicherten Risiko
zuzurechnenden Wertänderungen der Grundgeschäfte erfolgswirksam berücksichtigt.
Der HSH Nordbank Konzern setzt zur ökonomischen Sicherung der Marktrisiken aus Krediten,
Emissionen und Wertpapierbeständen Derivate ein. Dabei werden sowohl einzelne Kredite,
Emissionen und Wertpapierpositionen als auch ganze Portfolien dieser Finanzinstrumente
abgesichert.
Um Verwerfungen in der Gewinn- und Verlustrechnung zu vermeiden, werden Micro- und Portfolio
Fair Value Hedge Accounting angewendet. Derzeit werden hierbei ausschließlich Absicherungen
des beizulegenden Zeitwertes gegen Zinsrisiken berücksichtigt. Als Grundgeschäfte
(Sicherungsgegenstand) werden festverzinsliche Kredite, Emissionen und Wertpapierpositionen,
als Sicherungsinstrumente derzeit ausschließlich Zins- und Zinswährungsswaps designiert.
Werden einzelne Kredit-, Emissions- und Wertpapiergeschäfte durch Derivate
konzernexternen Marktpartnern abgesichert und erfüllt diese Sicherungsbeziehung
137
mit
die
Anforderungen des IAS 39, wird das Micro Fair Value Hedge Accounting angewendet. Bei
Absicherung von Portfolien von Grundgeschäften werden die Sicherungsbeziehungen dieser
Grundgeschäfte zu entsprechenden konzernexternen Derivaten im Portfolio Fair Value Hedge
Accounting abgebildet, soweit die Anforderungen des IAS 39 erfüllt sind.
Beim Micro Fair Value Hedge wird der Buchwert des Grundgeschäftes erfolgswirksam um die Fair
Value Änderung angepasst, die dem abgesicherten Risiko zuzurechnen ist. Die Fair Value
Änderungen, die nicht dem abgesicherten Risiko zuzurechnen sind, werden gemäß den
allgemeingültigen Regeln der entsprechenden IAS-39 Kategorie behandelt.
Beim Portfolio Fair Value Hedge auf Zinsänderungsrisiken werden Portfolios von
Vermögenswerten und Verbindlichkeiten, die gegen Zinsänderungsrisiken abgesichert sind,
berücksichtigt. Dabei wird ein Zyklus durchlaufen. Die Finanzinstrumente der Portfolios werden am
Anfang einer Hedgeperiode auf Basis ihrer erwarteten Fälligkeiten bzw. Zinsanpassungstermine
Laufzeitbändern zugeordnet; je Laufzeitband erfolgt dann die Festlegung des gesicherten
Betrages. Des Weiteren erfolgt die Zuordnung der Sicherungsgeschäfte zu Beginn der
Hedgeperiode. Am Ende einer Hedgeperiode erfolgt die bilanzielle Abbildung der Hedgebeziehung
und Designation einer neuen Hedgebeziehung. Die Änderungen des Fair Value der gesicherten
Beträge der Grundgeschäfte, die auf das abgesicherte Risiko zurückzuführen sind, werden in
einem eigenen Bilanzposten (Aktivischer bzw. Passivischer Ausgleichsposten aus dem Portfolio
Fair Value Hedge) erfasst.Die Anwendung des Fair Value Hedge Accounting ist an eine Reihe von
Bedingungen gebunden. Diese beziehen sich insbesondere auf die Dokumentation des
Sicherungszusammenhangs, sowie auf die Wirksamkeit der Absicherungsmaßnahme. Im HSH
Nordbank Konzern werden alle Sicherungsbeziehungen gemäß den Anforderungen des IAS 39
dokumentiert.
Hierbei
werden
unter
anderem
das
Sicherungsinstrument,
der
Sicherungsgegenstand (Grundgeschäft), das abgesicherte Risiko sowie das Ergebnis und die
verwendete Methode der Effektivitätsmessung festgehalten.
Im Rahmen des prospektiven Effektivitätstests werden zukünftige Wertveränderungen von Grundund Sicherungsgeschäften auf Basis von Zinsshifts simuliert und über eine Regression
ausgewertet. Im retrospektiven Effektivitätstest werden die tatsächlich eingetretenen
Wertänderungen zugrunde gelegt.Die Ergebnisse der Effektivitätsmessung im Micro Fair Value
Hedge Accounting werden über Regressionsanalysen ausgewertet. Im Portfolio Fair Value Hedge
Accounting wendet die HSH Nordbank für die Effektivitätsmessung die Dollar-Offset-Methode an.
Hierbei wird überprüft, ob das Verhältnis der Wertveränderungen von Grund- und
Sicherungsgeschäften innerhalb eines Intervalles von 80 % bis 125 % liegt.
Ausbuchung
Die Ausbuchung eines finanziellen Vermögenswertes erfolgt, wenn alle wesentlichen Risiken und
Chancen, die mit dem Eigentum an dem Vermögenswert verbunden sind, übertragen werden, d. h.
bei Verlust der vertraglichen Ansprüche auf den Bezug von Cashflows aus diesem
Vermögenswert. Sofern nicht alle Risiken und Chancen übertragen wurden, führt die HSH
Nordbank einen Kontrolltest durch, um sicherzustellen, dass kein Continuing Involvement
aufgrund zurückbehaltener Chancen und Risiken die Ausbuchung verhindert. Eine finanzielle
Verbindlichkeit wird ausgebucht, wenn sie getilgt, d. h. wenn die mit ihr verbundene Verpflichtung
beglichen oder aufgehoben wird, oder fällig ist.
Wertpapierpensions- und Wertpapierleihegeschäfte
Der HSH Nordbank Konzern tätigt nur echte Wertpapierpensionsgeschäfte. Echte
Wertpapierpensionsgeschäfte, Repo-Geschäfte oder sell-and-buy-back-Transaktionen, sind
Kombinationen aus Kassakäufen oder -verkäufen von Wertpapieren mit gleichzeitigem Verkauf
oder Rückkauf auf Termin mit demselben Kontrahenten.
138
Bei echten Wertpapierpensionsgeschäften mit in Pension gegebenen Wertpapieren werden
weiterhin die Wertpapiere durch den HSH Nordbank Konzern bilanziert, da die Zins-, Bonitäts- und
sonstige wesentliche Risiken aus den Wertpapieren weiterhin bei der HSH Nordbank liegen. Der
korrespondierende Liquiditätszufluss wird abhängig vom Kontrahenten als Verbindlichkeit
gegenüber Kreditinstituten oder Kunden in der Konzernbilanz gezeigt. Entsprechende
Zinszahlungen werden im Zinsaufwand laufzeitgerecht erfasst. Die im umgekehrten Fall
entstehenden Liquiditätsabflüsse werden als Forderungen an Kreditinstitute oder Kunden
bilanziert. Die korrespondierend in Pension genommenen Wertpapiere werden nicht aktiviert.
Vereinbarte Zinsen werden laufzeitgerecht als Zinserträge erfasst. Eine Verrechnung von
Forderungen und Verbindlichkeiten aus Pensionsgeschäften mit demselben Kontrahenten wird
nicht vorgenommen.
Es werden hierbei schwerpunktmäßig Rentenpapiere öffentlicher deutscher Emittenten und
Bankschuldverschreibungen aus der EU-Zone sowie Eigenemissionen für Pensionsgeschäfte
eingesetzt. Entsprechende Geschäfte werden auch in Aktien getätigt.
Wertpapierleihegeschäfte werden analog zu echten Pensionsgeschäften bilanziert. Dabei
verbleiben verliehene Wertpapiere weiterhin im Wertpapierbestand, entliehene Wertpapiere
werden nicht aktiviert. Gestellte Barsicherheiten für Wertpapierleihegeschäfte werden als
Forderungen, erhaltene Sicherheiten als Verbindlichkeiten ausgewiesen. Analog zu den
Pensionsgeschäften werden Wertpapierleihegeschäfte in Aktien und schwerpunktmäßig in
Rentenpapieren getätigt.
Finanzgarantien
Laut IAS 39.9 ist eine Finanzgarantie ein Vertrag, bei dem der Garantiegeber zur Leistung
bestimmter Zahlungen verpflichtet ist, die den Garantienehmer für den Verlust entschädigen, der
entsteht, weil ein bestimmter Schuldner seinen Zahlungsverpflichtungen gemäß den
ursprünglichen oder geänderten Bedingungen eines Schuldinstrumentes nicht fristgemäß
nachkommt. Ein Kreditderivat wird entsprechend den Vorschriften des IAS 39 als Finanzgarantie
behandelt, wenn die Voraussetzungen des IAS 39.9 erfüllt sind. Kreditderivate, die nach dem IAS
39 bilanziert werden, werden nach den allgemeinen Bewertungsregeln der Kategorie Held For
Trading (HFT), zugerechnet und mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet.
Finanzgarantien können im HSH Nordbank Konzern bei Bürgschaften, Bankgarantien und
Akkreditiven auftreten. Entsprechende Eventualverpflichtungen beruhen auf vergangenen
Ereignissen, die in der Zukunft zu möglichen Verpflichtungen führen. Diese Verpflichtungen
entstehen durch den Eintritt ungewisser zukünftiger Ereignisse, deren Erfüllungsbetrag nicht mit
hinreichender Zuverlässigkeit geschätzt werden kann. Finanzgarantien werden nach der
Nettomethode erfasst. Erfolgt die Prämienzahlung an den HSH Nordbank Konzern verteilt über die
Laufzeit der Finanzgarantie, wird diese mit Null angesetzt und die Prämienzahlung
periodengerecht vereinnahmt. Ist der HSH Nordbank Konzern Sicherungsnehmer, stellt die
Finanzgarantie eine Sicherheit für den Konzern dar.
Erläuterungen zu ausgewählten
Finanzinstrumenten
Bilanzpositionen
im
Zusammenhang
mit
Barreserve
In der Position Barreserve werden der Kassenbestand, Guthaben bei Zentralnotenbanken,
Schatzwechsel und unverzinsliche Schatzanweisungen sowie Wechsel ausgewiesen.
Sowohl die Zugangs- als auch die Folgebewertung der unter dem Posten Barreserve
ausgewiesenen Vermögenswerte erfolgt zum Nennwert, der aufgrund der Kurzfristigkeit dem
beizulegenden Zeitwert entspricht.
139
Forderungen
Unter den Forderungen an Kreditinstitute und an Kunden werden im Wesentlichen
Vermögenswerte der Kategorie Loans And Receivables (LAR) bilanziert. Des Weiteren werden
hier Finanzinstrumente der Kategorie Designated at Fair Value (DFV) und der Kategorie Available
for Sale (AFS) ausgewiesen. Die Buchwerte von Forderungen, die Bestandteil des Micro Fair
Value Hedge Accounting sind, werden um den Buchgewinn oder -verlust angepasst, der dem
abgesicherten Risiko zuzurechnen ist.
Die Forderungen werden brutto, d.h. vor Abzug von Wertberichtigungen ausgewiesen. Der
Ausweis von Wertberichtigungen erfolgt in dem gesonderten Posten Risikovorsorge, der nach den
Forderungen als Abzugsposten gezeigt wird. Soweit Forderungen mit Handelsabsicht erworben
oder eingegangen wurden, werden diese unter den Handelsaktiva ausgewiesen.
Agien und Disagien werden nach der Effektivzinsmethode abgegrenzt. Abgegrenzte Zinsen
werden ebenfalls der Bilanzposition zugeordnet.
Die realisierten Ergebnisse der Forderungen an Kreditinstitute und an Kunden (z.B.
Vorfälligkeitsentschädigungen) werden in der Gewinn- und Verlustrechnung in der Position
Zinsergebnis gezeigt.
Positive und negative Marktwerte der Hedge-Derivate
In diesen Posten werden die Marktwerte von Derivaten ausgewiesen, die einen positiven bzw.
negativen Zeitwert aufweisen und im Hedge Accounting eingesetzt sind. Als
Sicherungsinstrumente werden derzeit ausschließlich Zins- und Zinswährungsswaps
berücksichtigt. Ist ein Derivat nur anteilig im Hedge Accounting designiert, enthält dieser Posten
den entsprechenden Anteil am Fair Value des Derivats. Das Residuum wird in diesen Fällen in den
Positionen Handelsaktiva bzw. Handelspassiva ausgewiesen.
Aktivischer und passivischer Ausgleichsposten aus dem Portfolio Fair Value Hedge
Der aktivische Ausgleichsposten aus dem Portfolio Fair Value Hedge enthält die dem
abgesicherten Risiko zuzurechnende Wertänderung des Sicherungsgegenstandes aus Portfolio
Fair Value Hedges für Vermögenswerte. Analog enthält der passivische Ausgleichsposten aus
dem Portfolio Fair Value Hedge die dem abgesicherten Risiko zuzurechnende Wertänderung des
Sicherungsgegenstandes aus Portfolio Fair Value Hedges für Verbindlichkeiten.
Handelsaktiva und Handelspassiva
Unter den Handelsaktiva werden ausschließlich finanzielle Vermögenswerte der Kategorie Held
For Trading (HFT) ausgewiesen. Diese umfassen zu Handelszwecken gehaltene originäre
Finanzinstrumente, vor allem verzinsliche Wertpapiere inklusive anteiliger Zinsen, aber auch
Aktien und Schuldscheindarlehen sowie Devisen und sonstige Handelsbestände wie Edelmetalle.
Ferner zählen hierzu Derivate mit positiven Marktwerten, die entweder Handelsderivate sind oder
nicht als Hedge-Derivate designiert sind, weil sie nicht die Voraussetzungen des Hedge
Accounting erfüllen.
Die Bewertungsergebnisse werden im Handelsergebnis erfasst. Die Zins- und Dividendenerträge
werden als Zinsüberschuss ausgewiesen.
Analog zu den Handelsaktiva werden unter den Handelspassiva nur finanzielle Verpflichtungen
der Kategorie Held For Trading (HFT) ausgewiesen. Diese beinhaltet Derivate mit negativen
Marktwerten, die entweder Handelsderivate sind oder nicht als Hedge-Derivate designiert wurden,
weil sie nicht die Voraussetzungen des Hedge Accounting erfüllen. Ferner werden hier
Lieferverpflichtungen aus Leerverkäufen von Wertpapieren sowie deren anteilige Zinsen
ausgewiesen.
140
Finanzanlagen
Unter den Finanzanlagen werden insbesondere Bestände der Kategorie Available For Sale (AFS),
darüber hinaus aber auch Wertpapiere der Kategorien Loans And Receivables (LAR) und
Designated at Fair Value (DFV) ausgewiesen. Die Position umfasst jeweils nicht zu
Handelszwecken gehaltene verzinsliche Wertpapiere inklusive anteiliger Zinsen, Aktien und
andere nicht festverzinsliche Wertpapiere, nicht konsolidierte Anteile an verbundenen
Unternehmen, sowie Anteile an Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen, die
nicht at equity angesetzt werden. Realisierte Gewinne und Verluste aus Finanzanlagen werden in
der Gewinn- und Verlustrechnung im Ergebnis aus Finanzanlagen gezeigt. Das Zinsergebnis aus
Finanzanlagen wird im Zinsüberschuss erfasst. Sofern eine Veräußerungsabsicht für
Beteiligungen oder Anteile an verbundenen Unternehmen zum Bilanzstichtag besteht, werden
diese in die Bilanzposition "Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte" umgebucht.
Verbindlichkeiten
Die Verbindlichkeiten umfassen finanzielle Verpflichtungen der Kategorien Other Liabilities (LIA)
und Designated at Fair Value (DFV). Sie werden in den Positionen Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten, Verbindlichkeiten gegenüber Kunden und Verbriefte Verbindlichkeiten
ausgewiesen.
Finanzielle Verpflichtungen werden im Zeitpunkt der Begebung mit den Anschaffungskosten
angesetzt, die dem beizulegenden Zeitwert der Gegenleistung entsprechen. In den Folgeperioden
werden die als Other Liabilities (LIA) kategorisierten Verbindlichkeiten gemäß IAS 39.47 unter
Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.
Wertänderungen der Finanzinstrumente Other Liabilities (LIA) werden ausschließlich beim Abgang
des betreffenden Finanzinstruments erfasst. Die Verteilung der Unterschiedsbeträge zwischen
Anschaffungskosten und Rückzahlungsbetrag (z.B. Agien und Disagien) erfolgt nach der
Effektivzinsmethode erfolgswirksam im Zinsüberschuss. Laufende Ergebnisse der Bewertung von
Finanzinstrumenten der Kategorie Designated at Fair Value (DFV) werden im Handelsergebnis
ausgewiesen.
Die Buchwerte von gesicherten Verbindlichkeiten, die die Voraussetzungen des Micro Fair Value
Hedge Accounting erfüllen, werden um die Gewinne oder Verluste aus Schwankungen der Fair
Values, die das gesicherte Risiko betreffen, angepasst.
Zurückgekaufte eigene Schuldverschreibungen werden von den Verbrieften Verbindlichkeiten
abgesetzt.
Nachrangkapital
Rückzahlungsansprüche
nachrangiger
Verbindlichkeiten
sind
gegenüber
anderen
Verbindlichkeiten stets nachrangig, eine vorzeitige Rückzahlungsverpflichtung kann nicht
entstehen. Bei Liquidation oder Insolvenz darf eine Rückzahlung erst nach vollständiger
Befriedigung aller nicht-nachrangigen Verbindlichkeiten erfolgen. Unter dem Nachrangkapital
werden aufgrund ihrer von den übrigen Verbindlichkeiten abweichenden Eigenschaft
Genussrechte, nachrangige Verbindlichkeiten und stille Einlagen ausgewiesen.
Das Genussrechtskapital ist Bestandteil des haftenden Eigenkapitals. Zinszahlungen auf das
Genussrechtskapital erfolgen, soweit hierfür ein Bilanzgewinn zur Verfügung steht.
Genussrechtskapital wird bis zur vollen Höhe mit einem Bilanzverlust verrechnet.
Aufgrund der vertraglichen Ausgestaltung und des wirtschaftlichen Charakters stellen die Einlagen
der typischen stillen Gesellschafter grundsätzlich Fremdkapital dar, weshalb der Ausweis im
Nachrangkapital erfolgt.
141
Das als Other Liabilities (LIA) kategorisierte Nachrangkapital wird beim ersten Ansatz zu
Anschaffungskosten und in den Folgeperioden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Die
Agio- und Disagioverteilung erfolgt effektivzinskonstant.
Laufende Ergebnisse aus der Bewertung des Nachrangkapitals der Kategorie Designated at Fair
Value (DFV) werden im Handelsergebnis ausgewiesen.
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien (Investment Properties)
Unter den "Als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien (Investment Properties)" werden
Immobilien ausgewiesen, die zur Erzielung von Mieteinnahmen oder zum Zweck der
Wertsteigerung gehalten, jedoch nicht im Rahmen der eigenen Geschäftstätigkeit genutzt werden.
Bei einer gemischten Nutzung eines Objekts wird eine prozentuale Aufteilung des Buchwertes
vorgenommen. Selbstgenutzte Teile werden als Sachanlagen, vermietete bzw. leer stehende Teile
werden als Investment Properties ausgewiesen. Die Objekte werden zu Anschaffungskosten
angesetzt und planmäßig linear abgeschrieben, ggfs. werden außerplanmäßige Abschreibungen
vorgenommen. Für planmäßige Abschreibungen wird eine Nutzungsdauer von 33 bis 50 Jahren
zugrunde gelegt.
Bei der Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes von Investment Properties wird eine
Ertragswertermittlung zugrunde gelegt; sie erfolgt unter Heranziehung von Marktdaten von
internen und externen Gutachtern. Der Ausweis des beizullegenden Zeitwertes erfolgt iin Note (27)
des Anhangs zum Konzernabschluss 2008 (siehe Finanzteil).
Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte
Langfristige Vermögenswerte, deren zugehöriger Buchwert überwiegend bzw. hauptsächlich durch
ein Veräußerungsgeschäft und nicht durch fortgesetzte Nutzung realisiert wird, werden
entsprechend IFRS 5 als zur Veräußerung gehalten klassifiziert. Voraussetzung ist, dass der
Verkauf zum Stichtag bereits beschlossen und eingeleitet ist und mit großer Wahrscheinlichkeit
innerhalb der folgenden zwölf Monate abgewickelt werden kann.
Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte werden zum Buchwert oder dem
niedrigeren
beizulegendem
Zeitwert
abzüglich
Veräußerungskosten
bewertet.
Für
Finanzinstrumente erfolgt die Bewertung weiterhin nach den Vorschriften des IAS 39.
Leasinggeschäfte
Bei Leasingverhältnissen wird gemäß IAS 17 zwischen Finance und Operating Lease
unterschieden. Die Zuordnung hängt davon ab, ob die wesentlichen Chancen und Risiken auf den
Leasingnehmer übertragen werden oder nicht.
Finance Lease liegt vor, sofern die wirtschaftlichen Risiken und Chancen nach den Kriterien des
IAS 17 beim Leasingnehmer liegen; in Konsequenz bilanziert dieser den Leasinggegenstand. Alle
übrigen Leasingverhältnisse werden als Operating Lease klassifiziert. Die Einordnung erfolgt
jeweils zu Beginn des Leasingverhältnisses.
Finance Lease
Der HSH Nordbank Konzern tritt bei Finance Lease-Geschäften nur als Leasinggeber auf und
bilanziert eine Forderung, die dem Nettoinvestitionswert entspricht. Der Ausweis erfolgt in
Abhängigkeit vom Leasingnehmer entweder unter Forderungen an Kreditinstitute oder unter
Forderungen an Kunden.
Fällige Leasingraten werden in einen erfolgsneutralen Tilgungsanteil und einen erfolgswirksamen
Zinsertrag aufgeteilt. Der erfolgswirksame Teil wird im Zinsergebnis ausgewiesen.
142
Operating Lease
Der HSH Nordbank Konzern weist als Leasinggeber die Leasingobjekte als Vermögenswerte zu
fortgeführten Anschaffungskosten in den Sachanlagen aus. Vereinnahmte Leasingraten werden im
sonstigen betrieblichen Ergebnis und die korrespondierenden Abschreibungen im
Verwaltungsaufwand ausgewiesen.
Mietaufwendungen aus Vertragsverhältnissen, in denen der HSH Nordbank Konzern als
Leasingnehmer fungiert, zeigt der HSH Nordbank Konzern in den Perioden in voller Höhe als
Mietaufwand im Verwaltungsaufwand, denen der Aufwand zuzurechnen ist.
Sachanlagen
Unter diesem Posten werden Grundstücke und Gebäude, Betriebs- und Geschäftsausstattungen
und Leasinggegenstände aus Operating Lease-Geschäften, bei denen die Bank als Leasinggeber
auftritt, ausgewiesen. Sachanlagen werden mit ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten
abzüglich planmäßiger linearer Abschreibungen entsprechend der voraussichtlichen
wirtschaftlichen Nutzungsdauer angesetzt. Nachträgliche Anschaffungs- oder Herstellungskosten
werden aktiviert, soweit sie den wirtschaftlichen Nutzen der entsprechenden Vermögenswerte
erhöhen. Fremdkapitalzinsen aus der Finanzierung von Sachanlagen werden als Aufwand der
jeweiligen Periode erfasst.
Bei der Bestimmung der Nutzungsdauer werden die physische Abnutzung, die technische Alterung
sowie rechtliche und vertragliche Beschränkungen berücksichtigt. Die lineare Abschreibung bei
Sachanlagen wird über folgende Zeiträume vorgenommen:
Sachanlagengruppe
Nutzungsdauer in Jahren
Gebäude
50
Einbauten in Gebäuden Dritter
— 1)
DV-Anlagen
4
Sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung
3-13
Leasingvermögen
25
1)
Die Ermittlung der Nutzungsdauer erfolgt jeweils in Abhängigkeit zur Restlaufzeit des
Mietverhältnisses.
Sachanlagen werden an jedem
Wertminderungen überprüft.
Bilanzstichtag
auf
Vorliegen
von Anhaltspunkten
für
Gewinne/Verluste aus der Veräußerung von Sachanlagen werden in der Gewinn- und
Verlustrechnung im Sonstigen betrieblichen Ergebnis gezeigt. Anschaffungskosten von
geringwertigen Wirtschaftsgütern werden aus Wesentlichkeitsgründen sofort als Aufwand erfasst.
Reparaturen, Wartungen und andere Instandhaltungskosten werden als Aufwand der jeweiligen
Periode gebucht.
Immaterielle Vermögenswerte
Unter den Immateriellen Vermögenswerten werden selbst erstellte und erworbene Software sowie
erworbene Geschäfts- oder Firmenwerte bilanziert. Der HSH Nordbank Konzern aktiviert gemäß
IAS 38.21-23 Software-Entwicklungskosten, wenn durch die Herstellung der selbst entwickelten
Software der Zufluss eines wirtschaftlichen Nutzens wahrscheinlich ist und die Kosten zuverlässig
ermittelt werden können. Sind die Aktivierungskriterien nicht erfüllt, werden die Aufwendungen im
Jahr ihrer Entstehung sofort ergebniswirksam erfasst. Ein Geschäfts- oder Firmenwert entsteht,
143
wenn
beim
Erwerb
von
Tochtergesellschaften,
assoziierten
Unternehmen
und
Gemeinschaftsunternehmen die Anschaffungskosten den Anteil des Konzerns am Nettovermögen
(Eigenkapital) des erworbenen Unternehmens übersteigen.
Die erstmalige Bewertung eines immateriellen Vermögenswertes erfolgt nach IAS 38.24 zu
Anschaffungs- oder Herstellungskosten. Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten
Anschaffungs- oder Herstellungskosten.
Software wird über einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren linear und bei Bedarf außerplanmäßig
abgeschrieben.
Alle immateriellen Vermögenswerte werden an jedem Bilanzstichtag dahingehend überprüft, ob
Hinweise auf eine Wertminderung vorliegen. Immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter
Nutzungsdauer bzw. noch nicht nutzungsfähige immaterielle Vermögenswerte sowie Goodwills
werden auch ohne Hinweise auf eine Wertminderung jährlich einem Test unterzogen. Der
erzielbare Betrag ist als der höhere Wert von beizulegendem Zeitwert abzüglich
Veräußerungskosten und dem Nutzungswert definiert.
Die Überprüfung der Werthaltigkeit von Geschäfts- oder Firmenwerten erfolgt auf Basis sog.
zahlungsmittelgenerierender Einheiten (Cash Generating Units). Als Cash Generating Unit werden
die Segmente entsprechend der Segmentberichterstattung abgegrenzt, wenn zugrunde liegende
Tochtergesellschaften integral in die Geschäftstätigkeit von Unternehmensbereichen eingebunden
sind. Wird hingegen erwartet, dass ein Nutzungswert überwiegend durch Mittelzuflüsse oder
Wertsteigerungen einer zugrunde liegenden Tochtergesellschaft allein realisiert wird, so bildet die
Tochtergesellschaft selbst eine Cash Generating Unit. Sofern Voraussetzungen vorliegen, die den
erwarteten Nutzen nicht mehr erkennen lassen, wird eine außerplanmäßige Abschreibung
vorgenommen.
Der Nutzungswert einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit wird auf der Grundlage
prognostizierter und diskontierter Netto-Cash-Flows bestimmt. Die Ermittlung der Netto-CashFlows wird auf der Basis der Konzernplanung über einen Zeitraum von 5 Jahren vorgenommen
und ein Trend für die Folgeperioden zwischen 1,0 % und 1,5 % (Vorjahr 1 %) berücksichtigt. Den
geplanten Cash-Flows wird einen risikoadäquaten Diskontierungszinssatz nach Steuern zugrunde
gelegt. Weitere Parameter werden standardisierten Branchenangaben entnommen. Bei der
Durchführung der Werthaltigkeitstests werden Kapitalisierungszinssätze von 9,25 % bis 10,75 %
(Vorjahr 13,10 % bis 15,29 %) verwendet.
Sonstige Aktiva und Sonstige Passiva
Unter den sonstigen Aktiva bzw. Passiva werden Vermögenswerte und Schulden ausgewiesen,
die nicht einem der übrigen Aktiv- bzw. Passivposten zuzuordnen sind. Hierzu zählen unter
anderem Rechnungsabgrenzungsposten.
Rückstellungen
Rückstellungen werden gebildet, wenn der Konzern bestehende rechtliche oder faktische
Verpflichtungen hat, die aus zurückliegenden Transaktionen oder Ereignissen resultieren, bei
denen es wahrscheinlich ist, dass zur Erfüllung der Verpflichtung ein Abfluss von Ressourcen
erforderlich ist und eine verlässliche Schätzung der Höhe der Verpflichtung möglich ist.
Rückstellungen unterliegen mindestens einer jährlichen Überprüfung und Neufestsetzung.
Andere Rückstellungen
Zu den anderen Rückstellungen gehören z.B. Rückstellungen für Personalaufwendungen,
Prozessrisiken und ausstehende Rechnungen sowie für das Kreditgeschäft. Rückstellungen im
Kreditgeschäft werden unter anderem für drohende Inanspruchnahmen aus Avalen, Garantien und
Akkreditiven gebildet. Die Ermittlung der Rückstellungen basiert im Wesentlichen auf
144
bestmöglichen Schätzungen der Ausgaben, die zur Erfüllung der zum Abschlussstichtag
erkennbaren Verpflichtungen erforderlich sind.
Pensionsrückstellungen
Der überwiegende Teil der Mitarbeiter der HSH Nordbank AG sowie die Beschäftigten einiger
Tochterunternehmen erlangen Versorgungsansprüche aus verschiedenen Systemen der
betrieblichen Altersversorgung, die sowohl beitrags- als auch leistungsorientierte
Versorgungspläne umfassen.
Bei den beitragsorientierten Versorgungplänen (defined contribution plans) werden unter
Beteiligung der Mitarbeiter Beiträge an externe Versorgungsträger gezahlt. Dabei nimmt die HSH
Nordbank AG auch an einem gemeinschaftlichen Versorgungsplan teil (multi employer plan), der
von der BVV Versorgungskasse des Bankgewerbes e.V. durchgeführt wird. Die HSH Nordbank AG
hat über die Beitragszahlungen hinaus keine weiteren Leistungsverpflichtungen gegenüber den
Pensionsberechtigten.
Bei den leistungsorientierten Versorgungsplänen (defined benefit plans), hängt die Höhe der
Versorgungsleistung von verschiedenen Faktoren wie Alter, Gehalt und Betriebszugehörigkeit ab.
Die Versorgungspläne umfassen insbesondere Alters- und Invalidenrenten sowie die
Hinterbliebenenversorgung. Sie basieren im Wesentlichen auf Dienstvereinbarungen der
Landesbank Schleswig-Holstein Girozentrale, der Ruhegeldordnung der Hamburgischen
Landesbank Girozentrale, den Ruhegeld-Richtlinien der Unterstützungskasse der Hamburgischen
Landesbank Girozentrale, der Versorgungsordnung der Hamburgischen Landesbank Girozentrale
sowie auf § 2 Abs. 4 des Investitionsbankgesetzes in der Fassung vom 23.01.1998. Die
ausgewiesenen Pensionsrückstellungen für leistungsorientierte Pläne entsprechen dem Barwert
dieser zum Stichtag erdienten Pensionsansprüche unter Berücksichtigung von erwarteten Lohnund Gehaltssteigerungen sowie eines Rententrends. Die Ermittlung erfolgt ausschließlich anhand
versicherungsmathematischer Gutachten gemäß IAS 19, die von unabhängigen
Versicherungsmathematikern nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (projected credit unit
method) angefertigt werden.
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden in dem Jahr, in dem sie anfallen im
Eigenkapital unter den Gewinnrücklagen ausgewiesen. Als langfristige Verpflichtungen werden
Pensionsrückstellungen abgezinst. Der in den Aufwendungen für Altersversorgung enthaltene
Zinsteil wird als Bestandteil des Zinsüberschusses ausgewiesen.
145
Bei der Berechnung der leistungsorientierten Versorgungsverpflichtungen wurden die folgenden
Annahmen zugrundegelegt:
V e rs iche rungs m athe m atis che Annahm e n
2008
2007
Rechnungszinsf uß
Inland
5,8%
5,7%
4,0% - 6,5%
6,0%
Erw arteter Ertragszins aus Planvermögen
3,3% - 7,6%
5,7%
Gehaltsdynamik
1,5% - 4,7%
2,5%
A usland
A npassungsrate f ür Renten
Inland
Dienstvereinbarung 1/A lte V ersorgungsverordnung
individuell
individuell
Neue V ersorgungsverordnung
2,0%
2,5%
Dienstvereinbarung 4
2,0%
2,0%
3,5%
-
A usland
Fluktuation
A lter 20
A lter 20 - 55
A lter 56
Pensionsalter in Jahren
Sterblichkeit, Invalidität etc.
6,0%
6,0%
Linear auf 0% f allend
Linear auf 0% f allend
0,0%
0,0%
63 - 65
Nach den Richttaf eln 2005
G von K. Heubeck
63
Nach den Richttaf eln 2005
G von K. Heubeck
Die leistungsorientierten Versorgungspläne sind teilweise über Vermögenswerte, die
ausschließlich dem Versorgungszweck dienen (Planvermögen), fondsfinanziert. Das
Planvermögen wird zum beizulegenden Zeitwert bewertet und in der Bilanz rückstellungsmindernd
berücksichtigt. Auf Basis langfristiger Vermögenserträge aus Schuldverschreibungen wurde der
erwartete Vermögensertrag für das Planvermögen ermittelt. Hierzu wurden geeignete
Risikozuschläge unter Berücksichtigung der Planvermögensstruktur auf Basis von
Kapitalmarktrenditen und -erwartungen einbezogen.
Währungsumrechnung
Der Konzernabschluss der HSH Nordbank AG wird in Euro aufgestellt. Dem überwiegenden Teil
der in den Konzernabschluss einbezogenen Einzelabschlüsse liegt als funktionale Währung der
Euro zugrunde. Die Abschlüsse einiger Konzerngesellschaften weisen jedoch eine vom Euro
abweichende funktionale Währung auf.
Für die Umrechnung von in Fremdwährung geführten Posten innerhalb der Einzelabschlüsse
sowie für die Umrechnung der Abschlüsse von Konzerngesellschaften, die nicht in Euro
bilanzieren, gelten die folgenden Grundsätze:
Bilanzielle Abbildung von Fremdwährungsgeschäften im Einzelabschluss
Die Zugangsbewertung von Vermögenswerten und Schulden sämtlicher Fremdwährungsgeschäfte
erfolgt zum Kassakurs der Transaktion.
Bei der Folgebewertung werden monetäre Posten anhand des Kassa-Mittelkurses zum
Bilanzstichtag umgerechnet. Nicht monetäre Posten, welche zum Fair Value bilanziert werden,
werden mit dem im Bewertungszeitpunkt gültigen Kassa-Mittelkurs und sonstige nicht monetäre
Posten mit dem historischen Kurs umgerechnet.
Aus der Bewertung von Bilanzposten entstehende Aufwendungen und Erträge in Fremdwährung
werden anhand der für die Umrechnung der betreffenden Posten verwendeten Kurse
umgerechnet. Für alle übrigen Aufwendungen und Erträge werden die Transaktionskurse
herangezogen.
146
Bei monetären Posten und nicht-monetären Posten zu Fair Values werden Ergebnisse aus der
Währungsumrechnung erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung der Periode erfasst, in
der das Ergebnis entstanden ist. Eine Ausnahme bilden die Währungsumrechnungsergebnisse
aus der Bewertung von nicht-monetären AFS-Finanzinstrumenten, die zum Fair Value bewertet
werden, welche in der Neubewertungsrücklage erfasst werden.
Umrechnung von in Fremdwährung aufgestellten Abschlüssen bei Einbeziehung in den
Konzernabschluss
Vermögenswerte und Schulden von in Fremdwährung aufgestellten Abschlüssen werden zum
Stichtagskurs umgerechnet. Für die Umrechnung der Aufwendungen und Erträge werden
Durchschnittskurse der Berichtsperiode verwendet. Mit Ausnahme der im Einzelabschluss
bestehenden Neubewertungsrücklage, die zum Stichtagskurs umgerechnet wird, erfolgt die
Umrechnung des Eigenkapitals zu historischen Kursen.
Die Differenzen, die sich aus dieser Umrechnungsmethodik ergeben, werden in einem separaten
Posten des Eigenkapitals erfasst.
Ertragsteuern
Laufende Ertragsteueransprüche und -verpflichtungen werden anhand der steuerlichen
Bestimmungen der jeweiligen Länder in der Höhe angesetzt, in der Zahlungen an bzw. von
Steuerbehörden erwartet werden.
Latente Steuern werden für alle temporären Differenzen zwischen den steuerlichen und den sich
nach IFRS ergebenden Wertansätzen gebildet. Latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge
werden in der Höhe angesetzt, in der eine zukünftige Nutzung wahrscheinlich ist. Die Berechnung
latenter Steuern wird anhand der Steuersätze und Steuervorschriften vorgenommen, deren
Gültigkeit zu den Zeitpunkten erwartet wird, in denen die latenten Steueransprüche realisiert
werden sollen. Die Auswirkungen von Steuersatzänderungen auf latente Steuern werden mit
Verabschiedung der gesetzlichen Änderung berücksichtigt. Aktive latente Steuern werden als
Latente
Ertragsteueransprüchen
und
passive
latente
Steuern
als
Latente
Ertragsteuerverpflichtungen bilanziert.
Die Aufwendungen und Erträge aus Steuerlatenzen werden grundsätzlich periodengerecht in der
Gewinn- und Verlustrechnung unter den Ertragsteuern, getrennt von den tatsächlichen
Steueraufwendungen und -erträgen, erfasst. Dabei wird die Bilanzierung des zugrunde liegenden
Sachverhalts berücksichtigt. So werden die latenten Steuern erfolgswirksam in der Gewinn- und
Verlustrechnung erfasst, wenn der Bilanzposten selbst erfolgswirksam behandelt wird. Eine
erfolgsneutrale Erfassung im Eigenkapital in der Neubewertungsrücklage bzw. Gewinnrücklage
erfolgt, wenn der Bilanzposten selbst erfolgsneutral behandelt wird (IAS 12.61).
Vorgänge nach dem 31. Dezember 2008
Obwohl die Krise an den internationalen Finanzmärkten noch nicht überwundenist, geht die Bank
davon aus, dass die vorläufigen Ergebnisse im ersten Quartal 2009 besser sind als in der Planung
vorgesehen. Dies ist unter anderem auf die positive Entwicklung des Zinsüberschusses
zurückzuführen. Darüber hinaus ist es der HSH Nordbank gelungen – trotz des schwierigen
Marktumfeldes – ein stabiles Provisionsergebnis zu erzielen. Negativ zeigt sich hingegen weiterhin
die Entwicklung im Kreditersatzgeschäft. Auch in den ersten drei Monaten dieses Jahres hat der
Konzern Wertberichtigungen vorgenommen, die höher als geplant ausfallen. Die Risikovorsorge
im klassischen Kreditgeschäft – also auch im Shipping – liegt im Plan. Die Kostenentwicklung
verläuft für den Berichtszeitraum ebenfalls planmäßig.
147
Kapitalausstattung
Die folgende Tabelle enthält die Kapitalausstattung der Bank zum 31. Dezember 2008, die dem an
anderer Stelle in diesem Basisprospekt enthaltenen Konzernabschluss zum 31. Dezember 2008
entnommen ist. Die Zahlen für 2007 wurden im Zuge der Anwendung von IAS 8 bei Aufstellung
des Jahres- und Konzernabschlusses 2008 angepasst.
in Mio. €
Kurzfristige Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstitute
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
Verbriefte Verbindlichkeiten
Rückstellungen
Sonstige Passiva
Nachrangkapital
Summe der kurzfristigen Verbindlichkeiten
zum 31. Dezember
2008
Langfristige Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstitute
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
Verbriefte Verbindlichkeiten
Rückstellungen
Sonstige Passiva
Nachrangkapital
Summe der langfristigen Verbindlichkeiten
Eigenkapital
Stammaktien
Vorzugsaktien
Wandelkapital
Kapitalrücklage
Konzerngewinnrücklage
Rücklage aus der Währungsumrechnung
Neubewertungsrücklage
Konzernbilanzgewinn
Anteile in Fremdbesitz
Eigenkapital
Gesamtkapitalausstattung
148
zum 31. Dezember
2007
nach Anpassung
zum 31. Dezember
2007
44.667
28.458
16.947
846
442
2.757
94.117
39.572
26.922
23.628
55
830
978
91.985
39.572
26.761
23.628
36
811
978
91.786
16.724
23.939
41.253
566
1.353
7.205
91.040
18.191
23.472
46.601
745
1.313
8.318
98.640
18.192
23.486
46.602
745
1.313
8.318
98.656
881
0
0
88
1.354
-85
-562
424
45
2.145
187.302
645
57
0
2.317
1.505
-114
-180
50
88
4.368
194.993
645
57
0
2.317
1.597
-121
-168
60
224
4.611
195.053
Ausgewählte Finanzinformationen
Die folgenden Tabellen enthalten bestimmte ausgewählte Finanzinformationen über die Bank für
die Geschäftsjahre zum 31. Dezember 2007 und 2008. Diese ausgewählten Finanzinformationen
sind dem an anderer Stelle in diesem Basisprospekt enthaltenen Konzernabschluss entnommen.
Dieser Abschnitt ist zusammen mit dem Abschnitt "Angaben zur Geschäfts- und Finanzlage" zu
lesen.
Die Konzernabschlüsse des HSH Nordbank Konzerns für die Geschäftsjahre zum
31. Dezember 2007 und 2008 wurden gemäß den IFRS (International Financial Reporting
Standards) erstellt. Der Bestätigungsvermerk für den in diesem Basisprospekt enthaltenen
Konzernabschluss der Bank für das Geschäftsjahr zum 31. Dezember 2007 wurde von der BDO
Deutsche Warentreuhand Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Ferdinand Strasse
59, D-20095 Hamburg erstellt, wie dort angegeben. Der Bestätigungsvermerk mit Hinweis für den
in diesem Basisprospekt enthaltenen Konzernabschluss der Bank für das Geschäftsjahr zum
31. Dezember 2008 wurde von der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Michaelis Quartier,
Ludwig-Erhard-Straße 11-17, D-20459 Hamburg erstellt, wie dort angegeben. Die nachstehend
aufgeführten Finanzinformationen wurden diesen geprüften Konzernabschlüssen entnommen, sie
wurden gegenüber den Angaben in den im Abschnitt "Finanzinformationen" wiedergegebenen
Konzernabschlüssen jedoch verkürzt und umformatiert.
149
Gewinn- und Verlustrechnung des HSH Nordbank Konzerns*
nac h
A npas s ung
Ge w inn- und V e r lus tre chnung (Mio. €)
A nhang
Zinserträge
Zinsauf w endungen
2008
2007
V eränderung in %
33.163
32.891
0,8
-31.112
-31.290
-0,6
1.601
28,1
>-100
Zins übe r s chus s
(7)
2.051
Risikovorsorge im Kreditgeschäf t
(8)
-1.888
15
163
1.616
-89,9
270
326
-17,2
15,4
Zins übe r s chus s nach Ris ik ovor s orge im Kre ditge s chäft
Provisionsüberschuss
(9)
Ergebnis aus Sicherungszusammenhängen
(10)
-15
-13
Handelsergebnis
(11)
-953
-576
65,5
Ergebnis aus Finanzanlagen
(12)
-1.022
-389
>100
V erw altungsauf w and
(13)
-899
-984
-8,6
Sonstiges betriebliches Ergebnis
(14)
-166
149
>-100
-2.622
129
>-100
-172
-
-
-2.794
129
>-100
-261
141
>-100
-3.055
270
>-100
351
-
-
-2.704
270
>-100
Er ge bnis vor Re s truk tur ie r ungs aufw and
Restrukturierungsauf w and
(15)
Er ge bnis vor Ste ue r n
Ertragsteuern
(16)
Er ge bnis nach Ste ue r n
Erträge aus V erlustübernahme
Konze rnjahr e s übe r s chus s / -fe hlbe trag
Den A nteilen in Fremdbesitz zurechenbares Konzernergebnis
Den HSH Nordbank-A ktionären zurechenbares Konzernergebnis
-35
-5
>100
-2.669
275
>-100
nac h
A npas s ung
Er ge bnis je Ak tie (€)
Ergebnis je A ktie (unverw ässert)
A nhang
2008
2007
(18)
-34,80
3,71
-36,38
3,71
77
57
Ergebnis je A ktie (verw ässert)
Anzahl de r Ak tie n (Mio. Stück)
Gew ichteter Durchschnitt ausstehender A ktien
6
Bereinigter gew ichteter Duchschnitt der ausstehenden A ktien
nach angenommener Wandlung
83
57
* "Anhang" bezieht sich auf die Erläuterungen zum Konzernabschluss 2008, der an anderer Stelle in diesem Basisprospekt
enthalten sind (siehe Finanzteil). Die HSH Nordbank AG hat im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2008
rückwirkende Anpassungen in der Vergleichsperiode 31. Dezember 2007 vorgenommen, die sich auf die Gewinn- und
Verlustrechnung auswirken. Die wesentlichen Auswirkungen dieser Anpassungen auf den HSH Nordbank Konzern
werden im Anhang unter „Allgemeine Angaben“ dargestellt.
nach
2008
Übe r le itung zum Konze r nbilanzge w inn (M io. €)
De n HSH Nor dbank -Ak tionär e n zur e che nbar e s Konze r ne r ge bnis
Einstellung in die Gew innrücklagen
Entnahme aus den Gew innrücklagen
Entnahme aus der Kapitalrücklage
Gew innverw endung f ür zur Wandlung bestimmte stille Einlagen
Konze r nbilanzge w inn
A npassung
2007
-2.669
275
-
-177
58
-
3.035
-
-
-48
424
50
Diese Überleitung wird zusätzlich zur Entwicklung des Eigenkapitals (vgl. Anhang zum
Konzernabschluss 2008, siehe Finanzteil) gegeben. Die Veränderung der Rücklagen ergibt sich
nicht unmittelbar aus der Konzernrechnungslegung, sondern aus gesellschaftsrechtlichen
Beschlüssen des Mutterunternehmens.
150
Bilanz*
nac h
A npas s s ung
Ak tiva (Mio. €)
A nhang
2008
2007
V eränderung
in %
Barreserve
(19)
1.419
1.197
18,5
Forderungen an Kreditinstitute
(20)
23.340
30.679
-23,9
Forderungen an Kunden
(21) 117.431
104.064
12,8
Risikovorsorge
(22)
-2.751
-1.529
79,9
Positive Marktw erte der Hedge-Derivate
A ktivischer A usgleichsposten aus dem Portf olio
Fair V alue Hedge
(23)
2.807
1.302
>100
427
-23
>-100
Handelsaktiva
(24)
26.802
24.417
9,8
Finanzanlagen
(25)
36.511
42.342
-13,8
Immaterielle V ermögensw erte
(26)
246
340
-27,6
Sachanlagen
(27)
114
117
-2,6
A ls Finanzinvestition gehaltene Immobilien
(27)
285
258
10,5
Zur V eräußerung gehaltene langf ristige V ermögensw erte
(28)
-
65
-100,0
Ertragsteueransprüche
(29)
572
337
69,7
Latente Steueransprüche
(30)
726
832
-12,7
Sonstige A ktiva
(31)
472
429
10,0
208.401
204.827
1,7
Sum m e Ak tiva
nach
A npass ung
Pas s iva (Mio. €)
A nhang
2008
2007
V eränderung
in %
V erbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
(32)
61.391
57.763
6,3
V erbindlichkeiten gegenüber Kunden
(33)
52.397
50.394
4,0
V erbrief te V erbindlichkeiten
(34)
58.200
70.229
-17,1
Negative Marktw erte der Hedge-Derivate
Passivischer A usgleichsposten aus dem
Portf olio Fair V alue Hedge
(35)
2.194
1.080
>100
1.159
-3
>-100
Handelspassiva
(36)
17.587
8.400
>100
(37, 38)
1.412
800
76,5
Ertragsteuerverpf lichtungen
(39)
101
258
-60,9
Latente Steuerverpf lichtungen
(40)
58
99
-41,4
Sonstige Passiva
(41)
1.795
2.143
-16,2
Nachrangkapital
(42)
9.962
9.296
7,2
Eigenkapital
(43)
2.145
4.368
-50,9
881
702
25,5
-
-
-
88
2.317
-96,2
1.354
1.505
-10,0
-562
-180
>100
-85
-114
-25,4
Rückstellungen
Grundkapital
Wandelkapital
Kapitalrücklage
Gew innrücklagen
Neubew ertungsrücklage
Rücklage aus der Währungsumrechnung
Konzernbilanzgew inn
Gesamt vor Fremdanteilen
A nteile im Fremdbesitz
Sum m e Pas s iva
Eve ntualve r bindllichk e ite n und Ande r e V e r pflichtunge n (Mio. €)
424
50
>100
2.100
4.280
-50,9
45
88
-48,9
208.401
204.827
1,7
2008
2007
1.148
1.333
Eventualverbindlichkeiten aus Bürgschaf ten und Gew ährleistungsverträgen
Kreditbürgschaf ten
A kkreditive
sonstige Gew ährleistungen
sonstige Bürgschaf ten
Ge s am t
151
995
732
12
2.278
4.153
4.742
6.308
9.085
* "Anhang" bezieht sich auf die Erläuterungen zum Konzernabschluss 2008, der an anderer Stelle in diesem Basisprospekt
enthalten sind (siehe Finanzteil). Die HSH Nordbank AG hat im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2008 rückwirkende
Anpassungen in der Vergleichsperiode 31. Dezember 2007 vorgenommen, die sich auf die Gewinn- und Verlustrechnung
auswirken. Die wesentlichen Auswirkungen dieser Anpassungen auf den HSH Nordbank Konzern werden im Anhang unter
„Allgemeine Angaben“ dargestellt.
Nachfolgend sind die unwiderruflichen Kreditzusagen und anderen Verpflichtungen detailliert
dargestellt:
Unw ide r r ufliche Kr e ditzus age n und ande r e V e r pflichtunge n (Mio. €)
2008
2007
Unw iderruf liche Kreditzusagen f ür
Buchkredite an Kreditinstitute
Buchkredite an Kunden
A valkredite
sonstige
A ndere V erpf lichtungen
Ge s am t
474
1.094
22.338
24.620
293
271
13
-
-
2.000
23.118
27.985
Weitere Kennzahlen des Konzerns
Die Zahlen für 2007 wurden im Zuge der Anwendung von IAS 8 bei Aufstellung des Jahres- und
Konzernabschlusses 2008 angepasst.
in % soweit nicht anders angegeben
Geschäftsjahr jeweils zum 31. Dezember
2007 nach
2008
Anpassung
2007
2006
Konsolidierte Quoten
Cost Income Ratio
271,60%
103,70%
87,00%
38,20%
0,99%
0,80%
0,80%
0,76%
-1,31%
0,14%
0,14%
0,43%
-80,50%
-83,70%
2,90%
6,30%
3,30%
6,40%
28,40%
19,70%
206.618
199.586
199.605
192.591
791,5
662,5
662,5
623,0
0,38%
7,20%
10,50%
0,33%
7,10%
10,40%
0,33%
7,10%
10,40%
0,32%
7,00%
10,20%
11.423
236.944
2.971
240.880
2.971
240.880
2.839
223.652
3.223
1.590
1.597
1.857
4,82%
1,23%
1,23%
1,27%
Rentabilitätsquoten
Netto Zinsmarge1
Rentabilität der durchschnittlichen
Bilanzsumme2
Eigenkapitalrendite vor Steuern3
Eigenkapitalrendite nach Steuern4
Durchschnittliche Bestände
Durchschnittliche Bilanzsumme (in Mio.
EUR)
Durchschnittliches Grundkapital (in Mio.
EUR)
Kapitalquoten
Durchschnittl. Grundkapital zur
durchschnittl. Bilanzsumme
Kernkapitalquote nach KWG
Gesamtkapitalquote nach KWG
Angaben zur Kreditqualität
Notleidende Kredite5 (in Mio. EUR)
Kreditportfolio6 (in Mio. EUR)
Wertberichtigungen für Kreditverluste7 (in
Mio. EUR)
Notleidende Kredite als Prozentsatz des
gesamten Kreditportfolios
152
Notleidende Kredite als Prozentsatz der
Bilanzsumme
Wertberichtigungen für Kreditverluste als
Prozentsatz notleidender Kredite
Wertberichtigungen für Kreditverluste als
Prozentsatz des gesamten Kreditportfolios
Notleidende Kredite als Prozentsatz des
Grundkapitals
5,48%
1,45%
1,45%
1,46%
28,22%
53,52%
53,75%
65,41%
1,36%
0,66%
0,66%
0,83%
1296,59%
423,22%
423,22%
455,70%
206.256
113.788
200.459
108.157
200.252
108.011
189.865
96.106
114,88%
120,16%
120,29%
117,80%
55,17%
53,95%
53,94%
50,62%
Liquidität
Gesamtrefinanzierung8 (in Mio. EUR)
Einlagen9 (in Mio. EUR)
Gesamtes Kreditportfolio als Prozentsatz
der Gesamtrefinanzierung
Einlagen als Prozentsatz der
Gesamtrefinanzierung
1
Berechnet als Verhältnis des Zinsüberschusses vor Risikovorsorge zu der durchschnittl. Bilanzsumme.
2
Berechnet als Verhältnis des Konzernjahresüberschusses zu der durchschnittl.
Bilanzsumme.
Berechnet als Verhältnis des Konzernjahresüberschusses vor Steuern zum durchschnittlichen
Eigenkapital ohne Anteile Dritter.
Berechnet als Verhältnis des Konzernjahresüberschusses zum durchschnittlichen Eigenkapital ohne
Anteile Dritter.
Notleidende Kredite definiert als überfällige, noch nicht wertgeminderte Forderungen gegenüber
Kreditinstitute und Kunden sowie Bruttobuchwert der wertgeminderten Forderungen gegenüber
Forderungen Kreditinstitute und Kunden.
Kreditportfolio definiert als Kreditvolumen (Vermögensgegenstände mit Adressenausfallrisiko).
Wertberichtigungen für Kreditverluste definiert als Risikovorsorge für Forderungen gegenüber
Kreditinstituten, Forderungen gegenüber Kunden sowie Rückstellungen aus dem Kreditgeschäft.
3
4
5
6
7
8
Gesamtrefinanzierung definiert als Differenz aus Bilanzsumme und Eigenkapital.
9
Einlagen definiert als Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Verbindlichkeiten gegenüber
Kunden.
Ausgewählte statistische Informationen
Die folgenden Daten über die Bank wurden zu Analysezwecken aufgenommen und sind im
Zusammenhang mit den an anderer Stelle in diesem Basisprospekt enthaltenen
Konzernabschlüssen (siehe Abschnitt "Finanzinformationen") und den "Angaben zur Geschäftsund Finanzlage" zu lesen. Bestimmte ausgewählte statistische Daten für die Geschäftsjahre zum
31. Dezember 2007 und 2008 wurden den an anderer Stelle in diesem Basisprospekt enthaltenen
Konzernabschlüssen (siehe Abschnitt "Finanzinformationen") entnommen.
Durchschnittliche Bilanzdaten
Die folgende Tabelle zeigt die Durchschnittswerte für die Aktiva der Bank für die Geschäftsjahre
zum 31. Dezember 2007 und 2008. Die Durchschnittswerte werden als Durchschnitt der
Jahresendwerte ermittelt. Die Zahlen für 2007 wurden im Zuge der Anwendung von IAS 8 bei
Aufstellung des Jahres- und Konzernabschlusses 2008 angepasst.
153
Durchschnittliche Bilanzdaten — Aktiva und Passiva
Durchschnittswerte1
für
Geschäftsjahr zum 31. Dezember
in Mio. €
2008
Aktiva:
Barreserve
Forderungen an Kreditinstitute
Forderungen an Kunden
Risikovorsorge
Positive Marktwerte der Hedge Derivate
Aktivischer Ausgleichsposten aus dem Portfolio Fair
Value Hedge
Handelsaktiva
Finanzanlagen
Zur Veräußerung gehaltene langfristige
Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche
Laufende und latente Ertragsteueransprüche
Sonstige Aktiva1)
Durchschnittliche Bilanzsumme Aktiva2)
Passiva:
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
Verbriefte Verbindlichkeiten
Negative Marktwerte der Hedge Derivate
Passivischer Ausgleichsposten aus dem Portfolio
Fair Value Hedge
Handelspassiva
Laufende und latente Steuerverpflichtungen
Sonstige Passiva3)
Nachrangkapital
Eigenkapital
Durchschnittliche Bilanzsumme Passiva2)
2007
nach
Anpassung
das
2007
1.308
27.010
110.748
-2.140
2.055
1.068
29.761
102.690
-1.675
1.149
1.068
28.692
103.395
-1.687
1.149
202
25.610
39.427
-22
25.223
39.469
-22
25.142
39.953
33
1.234
1.131
206.618
73
890
960
199.586
73
882
960
199.605
59.577
51.396
64.215
1.637
53.897
48.235
72.433
810
53.897
48.162
72.434
810
578
12.994
258
3.077
9.629
3.257
206.618
160
7.518
392
3.009
8.710
4.422
199.586
160
7.506
392
2.990
8.710
4.544
199.605
1) Inklusive Immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagevermögen und als Finanzinvestition gehaltene
Immobilien.
2) Durchschnitt: Bestand Vorjahr zuzüglich Bestand laufendes Jahr geteilt durch zwei.
3) Inklusive Rückstellungen.
Wertpapierbestand
Handelsaktiva
Unter den Handelsaktiva werden ausschließlich finanzielle Vermögenswerte der Kategorie Held
For Trading (HFT) ausgewiesen. Diese umfassen im Wesentlichen zu Handelszwecken gehaltene
originäre Finanzinstrumente inklusive anteiliger Zinsensowie Derivate mit positivem Marktwert, die
entweder nicht als Hedge Derivat designiert sind oder als Sicherungsinstrumente eingesetzt
werden, jedoch die Voraussetzungen des Hedge Accountings nach IAS 39 nicht erfüllen.
154
Hande ls ak tiva (Mio. €)
2008
2007
Schuldverschreibungen und andere f estverzinsliche Wertpapiere
Geldmarktpapiere
von anderen Emittenten
börsenf ähige und börsennotierte
börsenf ähige und nicht börsennotierte
Ge ldm ar k tpapie r e
176
369
176
325
-
44
176
369
A nleihen und Schuldverschreibungen
von öf f entlichen Emittenten
börsenf ähige und börsennotierte
börsenf ähige und nicht börsennotierte
von anderen Emittenten
börsenf ähige und börsennotierte
2.416
3.000
1.993
3.000
423
-
4.683
10.804
3.959
8.991
börsenf ähige und nicht börsennotierte
724
1.813
Anle ihe n und Schuldve r s chr e ibunge n
7.099
13.804
7.275
14.173
börsenf ähige und börsennotierte
32
137
börsenf ähige und nicht börsennotierte
92
34
Schuldve r s chr e ibunge n und ande r e fe s tve r zins liche We r tpapie r e
A ktien und andere nicht f estverzinsliche Wertpapiere
nicht börsenf ähige
Ak tie n und ande r e nicht fe s tve r zins liche We r tpapie r e
1
3
125
174
Positive Marktw erte aus derivativen Finanzinstrumenten
Zinsbezogene Geschäf te
13.583
6.479
Währungsbezogene Geschäf te
4.240
1.948
Übrige Geschäf te
1.160
582
Pos itive M ar k tw e r te aus de r ivative n Finanzins tr um e nte n
Sonstiges, inkl. Schuldscheindarlehen des Handelsbestandes
Ge s am t
18.983
9.009
419
1.061
26.802
24.417
Aus den starken Zinssenkungen im vierten Quartal 2008 resultierten signifikante Effekte auf die
positiven bzw. negativen Marktwerte der vorwiegend zinsabhängigen Derivate, so dass die
Buchwerte der Derivate in den Handelsaktiva und -passiva stark angestiegen sind.
Von den Handelsaktiva weisen Bestände in Höhe von 19.276 Mio. Euro (Vorjahr: 15.943 Mio.
Euro) eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr auf.
Finanzanlagen
Als Finanzanlagen werden insbesondere nicht zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente
der Kategorie Available For Sale (AFS) und in geringem Umfang der Kategorien Loans And
Receivables (LAR) und Designated at Fair Value (DFV) ausgewiesen. Es handelt sich dabei um
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere, Aktien und andere nicht
festverzinsliche Wertpapiere, nicht konsolidierte Anteile an verbundenen Unternehmen sowie
Anteile an Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen, die nicht quotal bzw. at
equity in den Konzernabschluss einbezogenwerden.
155
Finanzanlage n (Mio. €)
Schuldverschreibungen und andere f estverzinsliche Wertpapiere
2008
2007
34.455
38.744
börsenf ähig und börsennotiert
23.147
17.702
börsenf ähig und nicht börsennotiert
11.308
21.042
956
1.497
Aktien und andere nicht f estverzinsliche Wertpapiere
börsenf ähig und börsennotiert
börsenf ähig und nicht börsennotiert
Beteiligungen
börsenf ähig und börsennotiert
börsenf ähig und nicht börsennotiert
Anteile an verbundenen Unternehmen
71
274
615
1.188
940
1.997
10
66
249
68
160
104
börsenf ähig und börsennotiert
-
-
börsenf ähig und nicht börsennotiert
1
1
36.511
42.342
Ge s am t
Auf
Schuldverschreibungen
und
andere
festverzinsliche
Wertpapiere
bestehen
Portfoliowertberichtigungen in Höhe von 255 Mio. Euro (Vorjahr: 78 Mio. Euro). Darüber hinaus
wurden Wertberichtigungen auf Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere
in Höhe von 1.135 Mio. Euro (Vorjahr: 522 Mio. Euro) vorgenommen, die überwiegend im
Zusammenhang mit der aktuellen Finanzmarktkrise stehen. Die Veränderungen der Einzel- und
Portfoliowertberichtigungen werden direkt im Ergebnis aus Finanzanlagen erfasst.
Der Rückgang der Beteiligungen im Vergleich zum Vorjahr resultiert im Wesentlichen aus dem
Abgang zweier Gesellschaften, an denen sich die Bank in 2007 im Rahmen von strukturierten
Transaktionen beteiligt hatte.
Das Volumen der nicht zum Fair Value bewerteten und somit at cost bilanzierten Anteile an
verbundenen Unternehmen und Beteiligungen beträgt 1.089 Mio. Euro (Vorjahr: 2.077 Mio. Euro).
Von den Finanzanlagen weisen Bestände in Höhe von 32.513 Mio. Euro (Vorjahr: 34.794 Mio.
Euro) eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr auf.
Informationen zu Wertpapierleihe und -pensionsgeschäften werden in Note (53) des Anhangs zum
Konzernabschluss 2008 (siehe Finanzteil) dargestellt.
2008
Entw ick lung de r Be te iligunge n und Ante ile an ve rbunde ne n Unte rne hm e n
(Mio. €)
Ans chaffungs k os te n Stand 01. Januar 2008
Zugänge
A bgänge
Umbuchungen
Wechselkursänderungen
Konsolidierungskreisänderungen
Stand 31. De ze m be r 2008
Abs chre ibunge n Stand 01. Januar 2008
Zugänge
A bgänge
Konsolidierungskreisänderungen
Stand 31. De ze m be r 2008
Buchw e rt Stand 31. De ze m be r 2008
Buchw e rt Stand 01. Januar 2008
156
Beteiligungen
2.061
238
1.193
40
1
2
1.149
A nteile an
verbundenen
Unternehmen
107
121
85
2
44
189
Gesamt
2.168
359
1.278
42
1
46
1.338
64
145
209
940
1.997
3
19
2
9
29
160
104
67
164
2
9
238
1.100
2.101
2007
Beteiligungen
Anteile an
verbundenen
Unternehmen
Gesamt
936
274
1.210
Zugänge
1.260
102
1.362
Abgänge
161
126
287
3
-5
-2
Wechselkursänderungen
-3
-
-3
Konsolidierungskreisänderungen
Stand 31. Deze m be r 2007
26
-138
-112
2.168
Entw ick lung der Be te iligungen und Anteile an verbundenen Unterne hm en
(Mio. €)
Anschaffungs koste n Stand 01. Januar 2007
Umbuchungen
2.061
107
Abschre ibungen Stand 01. Januar 2007
64
1
65
Zugänge
16
2
18
Abgänge
-
-
-
Umbuchungen
-
-
-
Wechselkursänderungen
-
-
-
-16
-
-16
Konsolidierungskreisänderungen
Abschreibungen im Geschäf tsjahr
Stand 31. Deze m be r 2007
Buchw e rt Stand 31. De ze m ber 2007
Buchw e rt Stand 01. Januar 2007
-
-
-
64
3
67
1.997
104
2.101
872
273
1.145
Die Umbuchungen in den Beteiligungen und Anteilen an verbundenen Unternehmen beinhalten
Beteiligungen und Unternehmensanteile in Höhe von 34 Mio. Euro, die zur Veräußerung
vorgesehen waren, und deren Verkauf derzeitig nicht zu adäquaten Konditionen möglich ist. Hinzu
kommt eine Umgliederung aus den Aktien und anderen festverzinslichen Wertpapieren in Höhe
von 16 Mio. Euro. Unterjährig wurde eine Beteiligung in Höhe von 8 Mio. Euro in "Zur
Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte“ umgebucht, die im vierten Quartal 2008
veräußert wurde und sich gegenläufig zu den beiden anderen Umbuchungen auswirkt.
Der HSH Nordbank Konzern hält Anteile an 74 assoziierten Unternehmen und
Gemeinschaftsunternehmen, die aufgrund von Unwesentlichkeit für die Vermögens-, Finanz- und
Ertragslage nicht nach der at-Equity-Methode konsolidiert, sondern nach IAS 39 als Beteiligung
bilanziert werden. Die Unternehmen können der vollständigen Anteilsbesitzliste, welche gemäß §§
313 Abs. 2, 340a Abs. 4 Nr. 2 HGB im elektronischen Bundesanzeiger (www.ebundesanzeiger.de)
veröffentlicht ist, entnommen werden. Nachfolgend sind Finanzinformationen zu den assoziierten
Unternehmen des HSH Nordbank Konzerns dargestellt:
As s oziie rte Unte rne hm e n (Mio. €)
2008
2007
Summe der V ermögensw erte
1.690
2.690
Summe der V erpf lichtungen
1.136
1.856
197
9
Jahresüberschuss/-f ehlbetrag
Von dem für 2008 angegebenen Jahresüberschuss/-fehlbetrag wurde durch Einmaleffekte ein
Ergebnis von 174 Mio. Euro erzielt; hiervon entfallen auf den HSH Nordbank Konzern basierend
auf der Beteiligungsquote an den betreffenden Gesellschaften 35 Mio. Euro, die zum Zeitpunkt der
Anspruchsentstehung vereinnahmt wurden.
157
Kreditbestand
Forderungen an Kreditinstitute
Forde runge n an Kre ditins titute
(Mio. €)
Täglich f ällig
Inland
Ausland
2008
Gesamt
Inland
Ausland
2007
Gesamt
1.960
4.110
6.070
4.011
3.973
7.984
Andere Forderungen
Ge s am t vor Ris ik ovors orge
8.048
10.008
9.222
13.332
17.270
23.340
12.798
16.809
9.897
13.870
22.695
30.679
Risikovorsorge
Ge s am t nach Ris ik ovors orge
2
10.006
408
12.924
410
22.930
7
16.802
0
13.870
7
30.672
Von den Forderungen an Kreditinstitute weisen Bestände in Höhe von 7.958 Mio. Euro (Vorjahr:
10.941 Mio. Euro) eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr auf. In den Forderungen an
Kreditinstitute sind Geldmarktgeschäfte in Höhe von 4.127 Mio. Euro (Vorjahr: 2.655 Mio. Euro)
enthalten.
Forderungen an Kunden
Forde runge n an Kunde n
(Mio. €)
Inland
Ausland
2008
Gesamt
Inland
A usland
2007
Gesamt
Privatkunden
2.457
629
3.086
3.242
722
3.964
Firmenkunden
48.349
55.411
103.760
40.919
49.267
90.186
Öf f entliche Haushalte
Ge s am t vor Ris ik ovors orge
9.818
60.624
767
56.807
10.585
117.431
8.964
53.125
950
50.939
9.914
104.064
1.329
1.012
2.341
1.454
68
1.522
59.295
55.795
115.090
51.671
50.871
102.542
Risikovorsorge
Ge s am t nach Ris ik ovors orge
Von den Forderungen an Kunden weisen Bestände in Höhe von 91.101 Mio. Euro (Vorjahr: 74.884
Mio. Euro) eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr auf.
In den Forderungen an Kunden sind Forderungen aus dem Finanzierungsleasinggeschäft in Höhe
von 142 Mio. Euro (Vorjahr: 97 Mio. Euro) enthalten. Der Bruttoinvestitionswert der
Leasingverhältnisse beträgt 170 Mio. Euro (Vorjahr: 133 Mio. Euro).
Forde runge n an Kunde n - Be s iche rung (Mio. €)
2008
2007
Kommunalkredite
13.064
9.296
durch Grundpf andrechte gesicherte Forderungen
13.875
16.019
durch Schif f spf andrechte gesicherte Forderungen
22.348
17.646
Sonstige Forderungen
68.144
61.103
117.431
104.064
Ge s am t
In den Forderungen an Kunden sind Geldmarktgeschäfte in Höhe von 569 Mio. Euro (Vorjahr: 38
Mio. Euro) enthalten.
Kreditportfolio – Risikoelemente
Kreditrisikoexposure
Das maximale Kreditrisikoexposure umfasst sowohl auf die in Note (48) des Konzernabschlusses
2008 (siehe Finanzteil) ausgewiesenen IFRS–Buchwerten, welche nach Berücksichtigung der
Risikovorsorge in Höhe von 2.751 Mio. Euro (Vorjahr: 1.529 Mio. Euro) dargestellt sind, als auch
das in Note (50) des Anhangs zum Konzernabschluss 2008 (siehe Finanzteil) dargestellte
außerbilanzielle Geschäft.
158
Nominalvolumen
Kre ditris ik oe xpos ure (Mio. €)
2008
2007
26.802
24.417
448
150
Ak tiva
Held f or trading (HFT)
Handelsaktiva
Designated at Fair Value (DFV)
Forderungen an Kreditinstitute
Forderungen an Kunden
1.264
544
Finanzanlagen
3.349
5.946
Available For Sale (AFS)
Forderungen an Kreditinstitute
Finanzanlagen
50
53
19.933
19.907
Loans And Receivables (LAR)
Forderungen an Kreditinstitute
Forderungen an Kunden
Finanzanlagen
sonstige Aktiva
22.432
30.469
113.826
101.998
13.230
16.489
472
429
ohne IAS 39-Kategorie
Barreserve
1.419
1.197
positive Marktw erte der Hedge Derivate
2.807
1.302
f inanzielle Vermögensw erte, die zur Veräußerung stehen
Zw is che ns um m e Bilanzie lle s Ge s chäft
-
34
206.032
202.935
Auße rbilanzie lle s Ge s chäft
ohne IAS 39-Kategorie
Eventualverbindlichkeiten
unw iderruf liche Kreditzusagen
andere Verpf lichtungen
Zw is che ns um m e Auße rbilanzie lle s Ge s chäft
Ge s am t Kre ditris ik oe xpos ure
6.308
9.085
23.118
25.985
-
2.000
29.426
37.070
235.458
240.005
Auslandsengagement
Auslandsengagement
Belgien
Brasilien
Britische Jungferninseln
Cayman Islands
China
Australien
Dänemark
Finnland
Frankreich
Griechenland
Vereinigtes Königreich (einschl.
Nordirland)
Guernsey
Hong Kong
Indien
Irland
Island
Zum 31. Dezember 2008
(% des
gesamten
Exposure at
Default (in Mio. €)
EAD)
1.305,0
1,1
340,5
0,3
284,5
0,2
4.281,6
3,6
755,8
0,6
1.566,8
1,3
9.201,0
7,8
2.139,0
1,8
4.459,4
3,8
3.823,0
3,3
10.641,6
9,1
203,4
1.345,4
649,6
5.543,7
307,7
159
0,2
1,1
0,6
4,7
0,3
Zum 31. Dezember 2007
(% des
gesamten
Exposure
at Default EAD)
(in Mio. €)
2.049,9
1,7
270,5
0,2
854,0
0,7
3.342,5
2,8
667,3
0,6
2.123,5
1,8
13.539,4
11,2
2.079,9
1,7
4.903,1
4,1
3.774,0
3,1
15.204,5
12,6
294,0
1.183,5
362,8
3.883,3
519,4
0,2
1,0
0,3
3,2
0,4
Isle of Man
Italien
Japan
Jersey
Kanada
Luxemburg
Niederlande
Norwegen
Österreich
Polen
Portugal
Russland
Schweden
Schweiz
Singapur
Spanien
Südkorea
Türkei
Ungarn
USA
Vereinigte Arabische Emirate
Zypern
732,7
2.296,1
716,5
3.000,1
1.636,7
4.395,5
5.833,2
3.029,1
1.779,9
512,0
794,2
1.459,7
4.671,8
3.266,4
1.310,1
3.549,9
410,2
1.127,3
341,9
21.828,8
821,4
2.124,8
Gesamte Kreditzusagen (alle
Länder)
117.393,44
0,6
2,0
0,6
2,6
1,4
3,7
5,0
2,6
1,5
0,4
0,7
1,2
4,0
2,8
1,1
3,0
0,3
1,0
0,3
18,6
0,7
1,8
658,8
3.701,4
608,1
2.090,3
1.532,1
5.059,1
6.838,8
2.561,1
1.825,5
371,5
855,7
939,4
4.561,3
2.806,3
1.111,8
2.593,5
297,9
998,1
487,8
19.228,5
387,3
1.493,9
0,5
3,1
0,5
1,7
1,3
4,2
5,7
2,1
1,5
0,3
0,7
0,8
3,8
2,3
0,9
2,1
0,2
0,8
0,4
15,9
0,3
1,2
120.640,80
95,8
96,2
Ausfallerfahrungswerte im Kreditgeschäft
Risikovorsorge
Ris ik ovors orge (Mio. €)
2008
Forderungen an Kreditinstitute
2007
410
7
Forderungen an Kunden
2.341
1.522
Ris ik ovors orge für Bilanzpos itione n
2.751
1.529
472
61
3.223
1.590
Rückstellungen im Kreditgeschäft
Ge s am t
Die Entwicklung des Bestandes an Risikovorsorge für Kreditinstitute im Geschäftsjahr stellt sich
wie folgt dar:
Entw icklung Be stand
Ris ikovorsorge für
Kreditins titute (Mio. €)
Stand 01. Januar
Zuf ührungen
Auf lösungen
Verbrauch
Wechselkursänderungen
Stand 31. De ze m be r
Einzelw ertberichtigungen
2008
2007
4
362
1
3
362
-
160
Portf oliow ertberichtigungen
2008
2007
7
13
41
6
48
7
2008
7
403
410
Gesamt
2007
17
7
3
7
Die Entwicklung des Bestandes an Risikovorsorge für Kunden im Geschäftsjahr stellt sich wie folgt
dar:
Entw ick lung Be s tand
Ris ik ovors orge für Kunde n
(Mio. €)
Stand 01. Januar
Zuf ührungen
A uf lösungen
V erbrauch
Unw inding
Konsolidierungskreisänderungen
Wechselkursänderungen
Stand 31. De ze m be r
Einzelw ertberichtigungen
2008
2007
1.121
1.281
1.230
510
403
401
257
227
-36
-40
6
9
1.670
Portf oliow ertberichtigungen
2008
2007
401
522
284
2
11
108
-
-2
1.121
-3
671
-15
401
2008
1.522
1.514
414
257
-36
Gesamt
2007
1.803
512
509
227
-40
6
6
2.341
-17
1.522
Die Wertberichtigungen betreffen ausschließlich Forderungen, die als Loans And Receivables
(LAR) klassifiziert wurden. Das Gesamtvolumen der im Geschäftsjahr 2008 wertberichtigten
Kredite beträgt 5.500 Mio. Euro (Vorjahr: 2.244 Mio. Euro).
Länderrisiko
Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) verlangt, dass eine
Mindestrisikovorsorge gebildet wird für Transferrisiken im Zusammenhang mit sämtlichen
Krediten, Schuldtiteln und sonstigen Ausleihungen der Bank an Länder, die unter bestimmte von
der BaFin erstellte Kategorien fallen, oder an dort ansässige Schuldner. Diese Vorsorge ist auf
Grundlage der Einschätzung des Transferrisikoniveaus hinsichtlich dieser Länder zu ermitteln.
Daneben werden auch Einzelwertberichtigungen hinsichtlich dieser Kredite gemäß den
vorstehend aufgeführten Kriterien für die Risikovorsorge im Kreditgeschäft gebildet. Die Kategorie,
unter die ein Land fällt, wird auf Grundlage der Richtlinien der BaFin bestimmt; die
diesbezüglichen Entscheidungen der Bank gelten vorbehaltlich der Prüfung durch die BaFin. Die
folgende Tabelle zeigt die erforderlichen Mindestrisikovorsorgewerte für die jeweilige
Länderkategorie.
in Mio. €
Zum
31. Dezember
2008
Länder mit erhöhtem latenten
Länderrisiko (Rating 2 - 5)
2007
—
—
Ägypten
-
3,00
Albanien
-
4,90
Algerien
0,20
0,20
Argentinien
0,40
-
Länder mit akutem Länderrisiko
(Rating 6 - 18)
Aserbaidschan
-
1,30
2,90
0,10
-
0,10
Brasilien
3,10
0,80
Bulgarien
0,90
-
Dominikanische Republik
2,20
Ghana
7,90
-
Indien
8,90
0,10
Indonesien
5,40
0,50
Bangladesch
Belarus
161
Iran
1,10
0,40
Island
40,40
-
Kasachstan
16,60
-
Kuba
1,30
-
Lettland
2,00
Mazedonien
-
0,10
Montenegro
1,30
-
Nigeria
7,50
Panama
0,50
-
21,00
-
Philippinen
Rumänien
1,30
-
Russland
17,10
-
-
0,30
Türkei
8,50
10,60
Ukraine
3,60
-
Uruguay
1,00
5,70
Venezuela
5,10
4,10
Vietnam
3,40
0,70
Summe
163,60
32,90
Serbien & Montenegro
Kundeneinlagen
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
V e rbindlichk e ite n ge ge nübe r
Kre ditins titute n (Mio. €)
Täglich f ällig
Inland
A usland
2008
Gesamt
Inland
Ausland
2007
Gesamt
2.001
5.762
7.763
2.243
2.770
5.013
A ndere bef ristete V erbindlichkeiten
40.180
13.448
53.628
35.308
17.442
52.750
Ge s am t
42.181
19.210
61.391
37.551
20.212
57.763
Von den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten weisen Bestände in Höhe von 16.724 Mio.
Euro (Vorjahr: 18.191 Mio. Euro) eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr auf. Im Rahmen von
echten Pensionsgeschäften bestehen Verbindlichkeiten in Höhe von 3.642 Mio. Euro (Vorjahr:
9.428 Mio. Euro).
Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Buchwert der Verbindlichkeiten, die als Designated at Fair
Value (DFV) kategorisiert sind und deren Nennwert, der dem vertraglich vereinbarten
Rückzahlungsbetrag im Fälligkeitszeitpunkt entspricht, beläuft sich im Geschäftsjahr 2008 auf 24
Mio. Euro (Vorjahr: 5 Mio. Euro).
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
Ve rbindlichk e ite n ge ge nübe r Kunde n nach Kunde ngruppe n (Mio. €)
Firmenkunden
Öf f entliche Haushalte
Privatkunden
Ge s am t
162
2008
2007
47.629
45.058
3.648
4.176
1.120
1.160
52.397
50.394
Ve rbindlichk e ite n ge ge nübe r
Kunde n (Mio. €)
Inland
A usland
86
2
2
-
2008
Gesamt
2007
Gesamt
Inland
Ausland
88
89
2
91
2
2
-
2
Spareinlagen mit vereinbarter
Kündigungsfrist von
3 Monaten
mehr als 3 Monaten
Andere Verbindlichkeiten
täglich f ällig
befristete Verbindlichkeiten
Ge s am t
6.283
2.819
9.102
5.949
3.583
9.532
38.520
4.685
43.205
37.192
3.577
40.769
44.891
7.506
52.397
43.232
7.162
50.394
Von den Verbindlichkeiten gegenüber Kunden weisen Bestände in Höhe von 23.939 Mio. Euro
(Vorjahr: 23.472 Mio. Euro) eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr auf. Der
Unterschiedsbetrag zwischen dem Buchwert der Verbindlichkeiten, die als Designated at Fair
Value (DFV) kategorisiert sind und deren Nennwert, der dem vertraglich vereinbarten
Rückzahlungsbetrag im Fälligkeitszeitpunkt entspricht, beläuft sich im Geschäftsjahr 2008 auf 386
Mio. Euro (Vorjahr: 197 Mio. Euro).
Zum 31. Dezember 2008 bestanden echte Wertpapierpensionsgeschäfte, bei denen die
Gesellschaften des HSH Nordbank Konzerns als Pensionsgeber auftreten, in Höhe von 4.763 Mio.
Euro (Vorjahr: 927 Mio. Euro).
Barreserve
Barre s e rve (Mio. €)
2008
Kassenbestand
Guthaben bei Zentralnotenbanken
davon: bei der Deutschen Bundesbank
Schatzw echsel und unverzinsliche Schatzanw eisungen sow ie ähnliche Schuldtitel
öf f entlicher Stellen
davon: bei der Deutschen Bundesbank ref inanzierbar
2007
14
13
1.125
664
972
538
260
490
249
236
Wechsel
20
30
Ge s am t
1.419
1.197
163
Tendenzinformationen
Erklärung zu wesentlichen oder negativen Veränderungen (Material Adverse
Change)
Nach Kenntnis der Emittentin hat es seit dem Datum der Veröffentlichung des letzten geprüften
Konzernabschlusses in Bezug auf die Finanzlage und die Aussichten der Bank seit dem
31. Dezember 2008 keine wesentlichen oder negativen Veränderungen gegeben. Trends,
Unsicherheiten, Nachfragen, Verpflichtungen und Vorfälle, die voraussichtlich die Aussichten der
Emittentin zumindest im laufenden Geschäftsjahr wesentlich beeinflussen dürften sind im
Abschnitt "Angaben zur Geschäfts- und Finanzlage" unter "Faktoren, Trends und Entwicklungen
mit Auswirkungen auf das Betriebs- und Finanzergebnis der Bank für das Jahr 2008" und
"Betriebsergebnis und Angaben über wichtige Faktoren, die die Geschäftserträge erheblich
beeinträchtigen", sowie im Abschnitt "Risikofaktoren" insbesondere unter " Krise an den
internationalen Finanzmärkten" erläutert.
Trendinformationen
Die Bank unterliegt Ungewissheiten und Einflüssen, die in diesem Basisprospekt dargestellt sind.
Diese Ungewissheiten und Einflüsse könnten auch wesentlichen Einfluss auf die Aussichten der
Bank für das Geschäftsjahr 2009 haben. Dazu gehören insbesondere die weiter unsichere
Entwicklung an den internationalen Finanzmärkten, die auch im Verlauf des Jahres 2009 zu
weiterem Abschreibungsbedarf bei der HSH Nordbank führen kann. Aufgrund der aktuellen
Entwicklungen an den internationalen Finanzmärkten sowie der schwierigen Lage der HSH
Nordbank haben sich die Ratings bereits teilweise verschlechtert, was zu einer Verschlechterung
der Refinanzierungsbedingungen führen kann (siehe hierzu den Abschnitt "Angaben zur
Geschäfts- und Finanzlage" unter "Faktoren, Trends und Entwicklungen mit Auswirkungen auf das
Betriebs- und Finanzergebnis der Bank " und hier den Unterabschnitt "Kosten für die Aufnahme
von Geldern, Ratings"). Vier der Geschäftsbereiche der Bank sind im Wesentlichen in Deutschland
und insbesondere in Norddeutschland tätig. Die wirtschaftliche Lage und konjunkturelle Dynamik
dieser Region beeinflusst daher besonders das Betriebsergebnis der Bank. Des Weiteren wird das
Betriebsergebnis der Bank stark vom Ergebnis derjenigen Geschäftsbereiche beeinflusst, in denen
sie besonders aktiv ist. Hierzu zählen vor allem die Geschäftsbereiche "Shipping", "Transport",
"Energy", "Immobilienkunden", "Firmenkunden" und "Financial Markets". Die Wirtschaftslage all
dieser Geschäftsbereiche hängt von verschiedenen Faktoren ab, deren Veränderung das
Betriebsergebnis der Bank erheblich beeinflussen kann (siehe hierzu die Angaben im Abschnitt
"Angaben zur Geschäfts- und Finanzlage" unter "Faktoren, Trends und Entwicklungen mit
Auswirkungen auf das Betriebs- und Finanzergebnis der Bank 2008" sowie im Abschnitt
Geschäftsüberblick /Haupttätigkeitsbereiche" unter "Wichtigste Märkte" den Unterabschnitt
"Weltwirtschaft"). Angesichts der schwierigen Lage an den internationalen Finanzmärkten, die
auch Auswirkungen auf den deutschen Bankensektor hat, hängt das Betriebsergebnis auch davon
ab, ob das Geschäftsmodell erfolgreich an die veränderten Umstände angepasst werden kann.
164
Management und Aufsichtsorgane
Nahestehende Personen
Management und Aufsichtsorgane
Die HSH Nordbank AG verfügt über einen Aufsichtsrat und einen Vorstand. Gemäß den
Vorschriften des deutschen Gesellschaftsrechts sind dies zwei voneinander unabhängige Organe
und kein Mitglied darf beiden Organen gleichzeitig angehören. Der Vorstand leitet die Gesellschaft
und führt deren Geschäfte in eigener Verantwortung nach Maßgabe der Gesetze, der Satzung,
und der vom Aufsichtsrat erlassenen Geschäftsordnung für den Vorstand. Hauptaufgabe des
Aufsichtsrates ist die Überwachung des Vorstands. Dazu gehört unter anderem der Erlass einer
Geschäftsordnung für den Vorstand sowie die Bestellung und Abberufung der Vorstandsmitglieder.
Ferner
bedürfen
bestimmte
bedeutende
Geschäftsvorfälle,
beispielsweise
hohe
Investitionsausgaben und strategische Beteiligungen, gemäß der von ihm erlassenen
Geschäftsordnung der Einwilligung des Aufsichtsrates.
Jedes Vorstands- bzw. Aufsichtsratsmitglied muss seine Aufgaben mit der üblichen Sorgfalt eines
ordentlichen Kaufmanns erfüllen.
Die Hauptversammlung findet jährlich innerhalb der ersten acht Monate des Geschäftsjahres statt.
Zu den Aufgaben der Hauptversammlung gehören u.a. die Wahl der von den Eigentümern zu
bestellenden Mitglieder des Aufsichtsrats, die Beschlussfassung über die Verwendung von
Gewinnrücklagen, die Bestellung des Abschlussprüfers und die Feststellung des
Konzernabschlusses.
Vorstand
Der Vorstand der HSH Nordbank AG besteht derzeit aus vier Mitgliedern.
Der Vorstand tritt in der Regel einmal wöchentlich zusammen und ist für die Geschäftsführung der
Emittentin verantwortlich. Die Anschrift des Vorstands ist: HSH Nordbank AG, Martensdamm 6,
D-24103 Kiel und Gerhart-Hauptmann-Platz 50, D-20095 Hamburg.
Zum Datum dieses Basisprospektes setzt sich der Vorstand der Emittentin wie folgt zusammen:
Jahr der
Berufung
Name
Prof. Dr. Dirk Jens
Nonnenmacher
2007
Position;
Zuständigkeit für
Unternehmensbereiche
Vorsitzender; CEO, CRO, CFO,
komm: COO
Konzernentwicklung/ -steuerung
Konzernkommunikation
Recht und Group Compliance
Vorstandsstab & Marketing
Kreditrisikomanagement
Steuern
Finanzen
165
Sonstige Positionen
Mitglied des
Verwaltungsrats der
DekaBank Deutsche
Girozentrale, Frankfurt
Stellv Vorsitzender d.
Verwaltungsrates der
HSH Nordbank Securities
S.A., Luxemburg
Jahr der
Berufung
Name
Position;
Zuständigkeit für
Unternehmensbereiche
Sonstige Positionen
Group Risk Management
Kommissarisch:
Revision
Personal
IT/Organisation
Tansaction Services
Peter Rieck
2003
stv. Vorsitzender, stv. CEO
Transport
Mitglied
des
Aufsichtsrates der Hapag
Lloyd AG, Hamburg
Shipping
Energy
Bernhard Visker
2006
Vorstandsmitglied;
Vorsitzender
des
Verwaltungrats der HSH
Nordbank Private Banking
S.A., Luxemburg;
Firmenkunden
ImmobilienKunden
Mitglied
des
Aufsichtsrates der LB
Immo
Invest
GmbH,
Hamburg
Private Banking
Sparkassen
Joachim Friedrich
2007
Kapitalmarktvorstand;
Capital Markets Clients
Capital Markets Credit
Vorsitzender
des
Verwaltungrats der HSH
Nordbank Securities S.A,
Luxemburg
Capital Markets Structuring and
Trading
Asset
and
Management
Investment
Group Treasury
Zum 27. April 2009 ist Frank-Rainer Roth mit sofortiger Wirkung als Vorstandsmitglied der HSH
Nordbank ausgeschieden. Der Aufsichtsrat hat den Vorsitzenden, Dr. Wolfgang Peiner, darüber
hinaus ermächtigt, Strafantrag gegen Frank-Rainer Roth zu stellen.
Aufsichtsrat
Der Aufsichtsrat der HSH Nordbank AG besteht aus zwanzig Mitgliedern. Zehn Mitglieder werden
nach Maßgabe des Aktiengesetzes von der Hauptversammlung nach den Bestimmungen des
Aktiengesetzes und zehn Mitglieder von den Arbeitnehmern nach Maßgabe des
Mitbestimmungsgesetzes 1976 gewählt. Der Aufsichtsrat wählt aus seiner Mitte einen
Vorsitzenden und einen stellvertretenden Vorsitzenden. Für eine Beschlussfähigkeit ist die
Anwesenheit von mindestens der Hälfte der Aufsichtsratsmitglieder erforderlich. Vorbehaltlich
abweichender gesetzlicher Bestimmungen fasst der Aufsichtsrat seine Beschlüsse durch
166
einfachen Mehrheitsbeschluss. Im Falle einer Stimmengleichheit wird erneut abgestimmt, wobei
die Stimme des Vorsitzenden den Ausschlag gibt. Die Anschrift des Aufsichtsrats ist:
HSH Nordbank AG, Martensdamm 6, D-24103 Kiel und Gerhart-Hauptmann-Platz 50, D-20095
Hamburg.
Die Mitglieder des Aufsichtsrats der Emittentin zum Datum dieses Basisprospektes sind:
Mitglieder des Aufsichtsrates der Bank
Name
Dr. Wolfgang Peiner1
2
Olaf Behm
Prof. Dr. Hans-Heinrich
Driftmann1
J. Christopher Flowers1
Reinhard Henseler1
Position
Haupttätigkeit/Ort
Vorsitzender
Generalbevollmächtiger der SUSAT & Partner OHG, Hamburg
Stellvertretender
Vorsitzender
Mitglied
Betriebsratsmitglied der HSH Nordbank AG, Hamburg
Mitglied
Mitglied
Ravi S. Sinha1
Jörg-Dietrich
Kamischke1
Alexander Otto1
Mitglied
Mitglied
Rainer Wiegard1
Lothar Hay
Dr. Michael Freytag1
Mitglied
Mitglied
Mitglied
Sabine-Almut Auerbach2
Astrid Balduin2
Berthold Bose2
Mitglied
Mitglied
Mitglied
Jens-Peter Gotthardt2
Torsten Heick2
Mitglied
Mitglied
Ronald Fitzau 2
Mitglied
Rieka Meetz2
Schawaller
Knut Pauker2
Mitglied
Mitglied
Geschäftsführender Gesellschafter der Peter Kölln KGaA,
Elmshorn
Vorsitzender des Vorstands von J.C. Flowers&Co. LLC, New York
Vorsitzender des Vorstands der Nord-Ostsee-Sparkasse,
Schleswig
Mitglied des Vorstands von J.C. Flowers&Co. UK Ltd., London
Präsident des Sparkassen- und Giroverbands für SchleswigHolstein, Kiel
Vorsitzender der Geschäftsführung der ECE Projektmanagement
G.m.b.H&Co. KG, Hamburg
Finanzminister des Landes Schleswig-Holstein, Kiel
Innenminister des Landes Schleswig-Holstein, Kiel
Senator, Präses der Finanzbehörde der Freien und Hansestadt
Hamburg, Hamburg
Bezirksgeschäftsführerin, ver.di, Bezirk Südholstein, Neumünster
Mitarbeiterin der HSH Nordbank AG, Kiel
Landesfachbereichsleiter Finanzdienstleistungen ver.diLandesbezirk Hamburg, Hamburg
Betriebsratsmitglied der HSH Nordbank AG, Hamburg
Mitarbeiter der HSH Nordbank AG, Hamburg, Vertreter der
leitenden Angestellten
Vorsitzender des Betriebsrates der HSH Facility Management
Holding AG
Mitarbeiterin der HSH Nordbank AG, Kiel
Mitarbeiter der Spielbank SH GmbH&Co. Casino Westerland auf
Sylt KG, Sylt
Edda Redeker2
Mitglied
Leiterin der Rechtsabteilung, ver.di, Landesbezirk Nord, Kiel
(1)
als Anteilseignervertreter bestelltes Aufsichtsratsmitglied
(2)
Mitglied
als Arbeitnehmervertreter bestelltes Aufsichtsratsmitglied
Mitglieder des Vorstands
Im Folgenden sind die Kurzlebensläufe der Mitglieder des Vorstands aufgeführt.
Prof. Dr. Dirk Jens Nonnenmacher, geboren am 3. Juni 1963 in Karlsruhe, studierte Mathematik
und Medizin in Deutschland sowie in den USA. Nach Promotion 1990 und Habilitation 1993 im
Fach Mathematik lehrte und forschte Prof. Dr. Nonnenmacher an Universitäten in Deutschland
sowie den USA. Parallel beriet er Unternehmen der Finanzindustrie in den Bereichen
Konzernsteuerung, Risikomanagement und Produktentwicklung. Im Jahr 1998 übernahm Prof. Dr.
Nonnenmacher als Bereichsleiter für die Dresdner Bank in Frankfurt/London die globale
Entwicklung und Umsetzung der Methoden für das Markt- und Kreditrisiko. Ab 2004 leitete er das
Strategische, Risiko- und Financial Controlling der DZ Bank in Frankfurt. Er lehrt als
Honorarprofessor an der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg. Prof. Dr. Nonnenmacher gehört
167
dem Vorstand seit 1. Oktober 2007 an. Im November 2008 wurde er zum Chief Executive Officer
(CEO) bestellt. Als Chief Financial Officer/Chief Risk Officer (CFO/CRO) verantwortet er zugleich
die Finanz- und Risikobereiche der Bank. Gegenwärtig leitet Prof. Dr. Nonnenmacher auch die
Chief Operating Officer (COO) Funktion.
Peter Rieck, geboren am 22. November 1952, trat nach Beendigung des
Betriebswirtschaftsstudiums 1978 in die Landesbank Schleswig Holstein (LB Kiel) ein. Nach
verschiedenen verantwortungsvollen Tätigkeiten leitete er das Vorstandssekretariat sowie die
Abteilung Firmen Deutschland/Banken. 1995 wechselte Peter Rieck als Sprecher der
Geschäftsleitung in die Investitionsbank Schleswig-Holstein. 1998 wurde er zum Stellvertretenden
Vorsitzenden des Vorstands der Hamburgischen Landesbank berufen. Seit dem 2. Juni 2003 ist
Peter Rieck Vorstandsmitglied der HSH Nordbank AG und seit dem 1. Januar 2007 zugleich
stellvertretender Chief Executive Officer (CEO). Peter Rieck ist verantwortlich für die Bereiche
Transport, Shipping und Energie sowie für die Niederlassungen in Amerika und Asien.
Bernhard Visker, geboren am 16. August 1966, trat 1988 in die Hamburgische Landesbank ein.
Nach der Ausbildung zum Bankkaufmann durchlief er ein Managementprogramm und absolvierte
ein berufsbegleitendes Studium zum Master of Business and Administration an der University of
Wales, Cardiff. Nach verschiedenen verantwortungsvollen Tätigkeiten übernahm er 2000 die
Leitung und den Aufbau der Markteinheit "Internationale Immobilienfinanzierungen" bei der
Hamburgischen Landesbank. 2001 übernahm er die Position des stv. Leiters des
Geschäftsbereichs "Schiffsfinanzierungen" und leitete ab 2003 den Geschäftsbereich "Immobilien"
der HSH Nordbank AG. Seit dem 1. Januar 2007 ist Bernhard Visker Regionalvorstand der HSH
Nordbank. Bernhard Visker ist verantwortlich für die Bereiche Firmenkunden, Private Banking,
Immobilienkunden und Sparkassen sowie für die HSH Nordbank Private Banking S.A., die HSH
Real Estate AG, die HSH Facility Management Holding AG und die Niederlassungen in der Nordic
Area und in Luxemburg.
Joachim Friedrich, geboren am 15. Januar 1964, ist gelernter Industriekaufmann. Er begann
seine Bankkarriere im Anschluss an ein international ausgerichtetes BWL-Studium an der
European Business School in Oestrich-Winkel, Paris und Phoenix, Arizona 1990 als Management
Trainee bei JP Morgan Deutschland. Nach Stationen in New York und London übernahm Joachim
Friedrich 1995 die Leitung der Bereiche Fixed Income Sales und Futures & Options Execution &
Clearing bei JP Morgan in Frankfurt. 1998 wurde Herr Friedrich in die Geschäftsleitung von JP
Morgan Deutschland berufen und Leiter Global Markets für JP Morgan in Deutschland und
Österreich. Nach einer kurzen Station in 2001 als Vorstandssprecher der A & A Actienbank AG in
Frankfurt am Main wechselte er 2002 zur DZ Bank, und leitete dort 5 Jahre den Bereich Fixed
Income. Zum 15. Mai 2007 wurde Joachim Friedrich als Kapitalmarktvorstand der HSH Nordbank
berufen und verantwortet in dieser Funktion die Bereiche Asset und Investment Management,
Capital Markets Clients, Capital Markets Credit, Capital Markets Structuring & Trading, Group
Treasury sowie die HSH Nordbank Securities S.A. und die Niederlassung in London.
Bezüge des Vorstands und des Aufsichtsrats
Nachfolgend werden Leistungen bzw. Veränderungen der verschiedenen Vergütungsarten für
Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen dargestellt:
168
V e rgütung de s M anage m e nts
(Tsd. €)
kurzf ristig f ällige Leistungen
Leistungen nach Beendigung
des A rbeitsv erhältnisses
Zw is che ns um m e
Umgliederung f ür ehemalige
V orstandsmitglieder
Ge s am t
2008
3.577
V orstand
2007
9.492
2008
577
A uf sichtsrat
2007
577
2008
4.154
Gesamt
2007
10.069
430
4.007
572
10.064
577
577
430
4.584
572
10.641
-8.749
-4.742
-4.362
5.702
577
577
-8.749
-4.165
-4.362
6.279
Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten für ihre Tätigkeit eine Vergütung, über deren Höhe die
ordentliche Hauptversammlung beschließt. Für das Geschäftsjahr 2008 ist der erwartete
Gesamtbetrag von 595 Tsd. Euro als Rückstellung passiviert worden. In 2008 wurden von dem im
Geschäftsjahr 2007 zurückgestellten Betrag (570 Tsd. Euro) 552 Tsd. Euro an die
Aufsichtsratsmitglieder ausgezahlt.
Die Vergütung des Vorstands setzt sich zusammen aus einer Festvergütung sowie einer variablen
Tantieme, die auf dem geschäftlichen Erfolg der Bank, insbesondere dem Erreichen bestimmter
Planzahlen, basiert. Hinzu kommen angemessene Sachbezüge. Bezüge aus der Übernahme von
Mandaten werden ab einer bestimmten Grenze auf die variable Tantieme angerechnet.
Instrumente mit langfristiger Anreizwirkung, wie z. B. Aktienoptionspläne, bestehen bei der Bank
nicht. Gemäß den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex umfasst die
Gesamtvergütung der Vorstandsmitglieder somit fixe und variable Bestandteile. Die
Vereinbarungen über die Vergütung obliegen dem Präsidialausschuss.
Die Gesamtbezüge des Vorstands beliefen sich im Geschäftsjahr 2008 auf 3.577 Tsd. Euro
(Vorjahr: 9.492 Tsd. Euro). Hiervon entfielen auf feste Bezüge 4.727 Tsd. Euro (Vorjahr: 4.152 Tsd.
Euro). Der Anstieg der laufenden Vorstandsbezüge im Vergleich zum Vorjahr resultiert aus einer
im Durchschnitt höheren Besetzung des Vorstands im Jahr 2008. Von den im Vorjahr für variable
Vergütung zurückgestellten Betrag (4.135 Tsd. Euro) wurden 2.786 Tsd. Euro ausgezahlt. Im
Geschäftsjahr 2008 wurden 200 Tsd. Euro variable Tantieme geleistet. In 2007 erhielt der Vorstand
eine variable Vergütung in Höhe von 3.645 Tsd. Euro. Hierfür waren in 2006 Rückstellungen in
Höhe von 2.440 Tsd. Euro gebildet worden.
Den Pensionsverpflichtungen gegenüber aktiven Vorstandsmitgliedern wurden im Geschäftsjahr
430 Tsd. Euro (Vorjahr: 572 Tsd. Euro) zugeführt; sie betragen per 31. Dezember 2008 3.027 Tsd.
Euro (Vorjahr: 11.346 Tsd. Euro).
Die Gesamtbezüge der früheren Mitglieder des Vorstands und ihrer Hinterbliebenen betrugen
3.717 Tsd. Euro (Vorjahr: 3.425 Tsd. Euro), davon entfallen 0 Tsd. Euro (Vorjahr: 530 Tsd. Euro)
auf variable Bestandteile. Rückstellungen für laufende Bezüge wurden in Höhe von 1.450 Tsd.
Euro gebildet. Den Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstands und
ihren Hinterbliebenen sind im Geschäftsjahr 1.479 Tsd. Euro (Vorjahr: 902 Tsd. Euro) zugeführt
worden; zum 31. Dezember 2008 sind insgesamt 32.734 Tsd. Euro (Vorjahr: 28.777 Tsd. Euro) an
Pensionsverpflichtungen zurückgestellt. In diesem Gesamtbetrag ist eine Umgliederung in Höhe
von 8.749 Tsd. Euro (Vorjahr: 4.362 Tsd. Euro) aus den Rückstellungen für aktive
Vorstandsmitglieder enthalten.
Interessenkonflikte
Die HSH Nordbank AG ist der Ansicht, dass ihr Tagesgeschäft zu Konflikten zwischen den
Interessen der Bank und den Interessen der Mitglieder ihres Aufsichtsrats oder Vorstands oder
anderer Organmitglieder und leitender Angestellter führen kann. Um diesen Interessenkonflikten
zu begegnen hat die Bank Richtlinien verabschiedet, mit denen diese Interessenkonflikte
aufgedeckt und verhindert bzw. – falls eine Verhinderung nicht möglich ist – offen gelegt werden
169
sollen. In diesem Zusammenhang hat die Bank einen eigenen Corporate Governance Kodex
entwickelt und berichtet jährlich über die Einhaltung dieses Kodex. Der Kodex verlangt u.a. die
Offenlegung von Interessenkonflikten mit Mitgliedern des Aufsichtsrats und des Vorstands.
Darüber hinaus muss die Bank die anwendbaren Vorschriften des deutschen Gesellschafts-,
Kreditwesen- und Wertpapierrechts beachten, die diese Interessenkonflikte beschränken. Die
Bank hält gegenwärtig alle anwendbaren Rechtsvorschriften und internen Vorschriften über
Interessenkonflikte zwischen ihr und den Mitgliedern ihres Aufsichtsrats und Vorstands ein.
Hauptaktionäre
Das Grundkapital des HSH Nordbank Konzerns beträgt 881 Mio. Euro (Vorjahr: 702 Mio. Euro)
und ist in 88.122.631 auf den Namen lautende Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil am
Grundkapital von jeweils 10,00 Euro eingeteilt.
Zum 31 Dezember 2008 war die Freie und Hansestadt Hamburg größter Anteilseigner mit einem
mittelbaren und unmittelbaren Stimmrechtsanteil von 30,41 % (Vorjahr: 35,38 %). Die
Stimmrechtsanteile des Landes Schleswig-Holstein haben sich durch die Umsetzung der
Kapitalmaßnahmen von mittelbar 19,96 % auf 29,10 % erhöht. Der Stimmrechtsanteil des
Sparkassen- und Giroverbandes für Schleswig-Holstein reduzierte sich im Geschäftsjahr 2008 von
18,05 % auf 14,82 %. Die von J.C. Flowers & Co. LLC beratenen neun Investorengruppen
verfügen zum 31. Dezember 2008 über einen Stimmrechtsanteil von 25,67 % (Vorjahr: 26,61 %).
Der Vorstand ist ermächtigt, das Grundkapital mit Zustimmung des Aufsichtsrates bis zum 30. Juni
2011 einmalig durch die Ausgabe von 17.490.909 neuer, auf den Namen lautender, nennwertloser
Stückaktien mit Gewinnberechtigung ab dem 1. Januar des Jahres der Eintragung der
Durchführung der Kapitalerhöhung in das Handelsregister gegen Sacheinlagen um 174.909.090
Euro zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2008/1). Eigene Aktien an der HSH Nordbank AG hält sie
weder selbst noch ein von ihr abhängiges oder in Mehrheitsbesitz stehendes Unternehmen. Eine
wechselseitige Beteiligung im Sinne des §19 AktG besteht nicht.
Entw icklung der Stammaktien
in Stück
Bestand am Jahresanf ang
Erhöhung durch Wandlung von Kapital
Umw andlung von stimmrechtslosen V orzugsaktien in Stammaktien
2008
2007
64.495.640
56.560.476
0
7.935.164
5.725.207
0
Kapitalerhöhung
17.901.784
0
Be s tand am Jahr e s e nde
88.122.631
64.495.640
Die Freie und Hansestadt Hamburg, das Land Schleswig-Holstein und der Sparkassen- und
Giroverband für Schleswig-Holstein haben eine "Haltevereinbarung" abgeschlossen, der zufolge
sie sich vertraglich gegenseitig verpflichtet haben, gemeinsam 50,1 % des stimmberechtigten
Grundkapitals an der HSH Nordbank AG bis mindestens Ende 2013 zu halten.
170
Finanzinformationen
Historische Finanzinformationen
Die in diesem Basisprospekt enthaltenen Finanzinformationen beruhen auf den
Konzernabschlüssen der HSH Nordbank AG sowie den Buchführungsunterlagen, aus denen diese
Konzernabschlüsse entwickelt wurden, sofern nicht etwas anderes angegeben ist.
Die Bilanzierungswährung der HSH Nordbank AG ist der Euro, ihr Geschäftsjahr endet jeweils zu
31. Dezember eines Kalenderjahres. Da die HSH Nordbank AG am 2. Juni 2003 durch den
Zusammenschluss zweier Landesbanken gegründet wurde, lag erstmals für das Geschäftsjahr
2003 ein geprüfter Konzernabschluss vor.
Seit dem 1. Januar 2007 erstellt der HSH Nordbank Konzern seinen Konzernabschluss gemäß
den International Financial Reporting Standards ("IFRS").
Konzernabschluss,
Konzernlagebericht
und
Kapitalflussrechnung
HSH Nordbank Konzerns zum 31. Dezember 2007 und 31. Dezember 2008
des
Der Konzernlagebericht, die Konzernbilanz, die Konzern-Gewinn und Verlustrechnung, die
Kapitalflussrechnung, der Bestätigungsvermerk der Abschlussprüfer sowie der Anhang zum
Konzernabschluss für die Geschäftsjahre 2007 und 2008 sind in den Geschäftsberichten ab
Seite F-1 abgedruckt.
Prüfung des Konzernabschlusses
Der Konzernabschluss des HSH Nordbank Konzerns für das 2007 wurde von der
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
BDO
Deutsche
Warentreuhand
Aktiengesellschaft
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Ferdinandstraße 59, D-20095 Hamburg, geprüft und mit einem
uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Der Konzernabschluss für das Geschäftsjahr
2008 wurde aufgrund eines turnusmäßigen Wechsels der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft von der
KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Michaelis Quartier, Ludwig-Erhard-Straße 11-17, D20459 Hamburg, geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk mit Hinweis
versehen.
Gerichts- und Schiedsverfahren
Es war und ist nicht auszuschließen, dass gegen die HSH Nordbank AG selbst oder in ihrer
Eigenschaft als Nachfolgerin der Hamburgischen Landesbank oder der LB Kiel im Rahmen des
üblichen Geschäftsbetriebs der HSH Nordbank AG und ihrer Tochtergesellschaften Gerichts- und
Schiedsverfahren in Deutschland und im Ausland, einschließlich der Vereinigten Staaten,
anhängig werden. Obwohl es nicht möglich ist, den Ausgang aller gegenwärtig gegen die HSH
Nordbank AG und/oder ihre Tochtergesellschaften anhängigen oder angedrohten Verfahren
vorauszusagen, ist sie der Auffassung, dass mit Ausnahme der nachstehend beschriebenen
Gerichts- und Schiedsverfahren der Ausgang dieser Verfahren keine wesentlichen nachteiligen
Auswirkungen auf das Betriebsergebnis oder die Finanzlage der Bank haben wird. Nach Kenntnis
der Emittentin wurden während der letzten 24 Monate keinerlei Gerichts- oder Schiedsverfahren
angedroht oder anhängig gemacht, die derartige nachteilige Auswirkungen haben könnten.
171
Geschlossene Immobilienfonds
Von 1992 bis 1996 finanzierte die Vorgängerin der Emittentin, die Hamburgische Landesbank, für
ungefähr 3.900 ihrer Kunden den Erwerb von Anteilen an geschlossenen Immobilienfonds. In den
Jahren 1998 und 1999 zweifelten mehrere Kunden die Wirksamkeit der ursprünglichen
Kreditdokumentation an, und die Emittentin unterzeichnete mit 97 % dieser Kunden
Vergleichsvereinbarungen. In den Folgejahren bestritten etwa 600 dieser Kunden die Wirksamkeit
dieser Vergleichsvereinbarungen und stellten die vereinbarten Zahlungen an die Emittentin ein.
Einerseits hat die Emittentin in verschiedenen Gerichtsverfahren einzelne Kunden auf Zahlung
verklagt. Andererseits haben etwa 300 Kunden Klagen gegen die Emittentin angestrengt; in diesen
Verfahren hat die Emittentin Widerklage erhoben. Bisher sind in allen Gerichtsverfahren
Entscheidungen zugunsten der Emittentin getroffen worden. Inzwischen haben die höchsten
Gerichte in Hessen, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Hamburg, Sachsen-Anhalt, BadenWürttemberg und Niedersachsen die Position der Emittentin bestätigt und die
Vergleichsvereinbarungen für gültig erklärt. Gegen die Entscheidungen der Gerichte aus Hamburg
und Baden-Württemberg sind Revisionen beim Bundesgerichtshof eingelegt worden. In einem
Musterverfahren hat der BGH mit Urteil vom 18. Dezember 2007 die Revision zurückgewiesen
und damit zugunsten der Bank entschieden. Die anderen Revisionen wird der BGH durch
Beschlüsse zurückweisen. Die Bank geht daher davon aus, dass nun auch die ruhenden
Verfahren in den nächsten Monaten zu einem positiven Ende für die Bank gebracht werden. Die
Bank geht nicht davon aus, dass es zu einer nachteiligen Auswirkung auf das Betriebsergebnis
oder der Finanzlage der Bank kommen wird.
Gerichtsverfahren in der Türkei
Die HSH Nordbank AG befindet sich in einem Rechtsstreit mit einer türkischen Reedereigruppe. In
erster Instanz ist die HSH Nordbank AG zu Schadensersatz verurteilt worden. Für den Gang in die
zweite Instanz hat die HSH Nordbank AG eine Prozessgarantie in Höhe von 72 Mio. US-Dollar
(61 Mio. Euro) gestellt. Das Berufungsgericht hat zugunsten der HSH Nordbank AG entschieden
und das Verfahren an dieselbe Kammer zurückverwiesen. Diese hat ihr Urteil zunächst einfach
bestätigt, was nach türkischem Recht in diesem Stadium des Verfahrens so möglich ist. Hiergegen
hat die HSH Nordbank AG wiederum Rechtsmittel eingelegt. Der für das Rechtsmittel zuständige
Gemeinsame Senat der Türkischen Gerichte in Ankara folgte dem Antrag der Bank, den 3.
Commercial Court für unzuständig zu erklären nicht, und stellte fest, dass das Urteil materiell
rechtlich durch das Berufungsgericht überprüft werden muss. Daraufhin hat das Berufungsgericht
im September 2006 das Urteil der ersten Instanz dem Grunde nach aufgehoben und die Sache
zur vollständigen Überprüfung an den 3. Commercial Court zurückverwiesen. Das erstinstanzliche
Gericht hat dieses Berufungsurteil im Herbst 2007 insoweit akzeptiert und daraufhin erneut
verhandelt. Das Gericht hat die HSH Nordbank AG im Sommer 2008 erneut zu Schadensersatz
verurteilt. Die von der Bank hiergegen eingelegte Berufung ist erfolgreich gewesen, wobei der
Bank die Entscheidungsgründe derzeit noch nicht vorliegen.
Wesentliche Veränderungen der Finanz- und Ertragslage
Nach Kenntnis der Emittentin hat es seit dem Datum der Veröffentlichung des letzten
Jahresabschluss in Bezug auf die Finanzlage und die Aussichten der Bank seit dem
31. Dezember 2008 keine wesentlichen oder negativen Veränderungen gegeben. Trends,
Unsicherheiten, Nachfragen, Verpflichtungen und Vorfälle, die voraussichtlich die Aussichten der
Emittentin zumindest im laufenden Geschäftsjahr wesentlich beeinflussen dürften sind im
Abschnitt "Angaben zur Geschäfts- und Finanzlage" unter "Faktoren, Trends und Entwicklungen
mit Auswirkungen auf das Betriebs- und Finanzergebnis der Bank für das Jahr 2008" und
172
"Betriebsergebnis und Angaben über wichtige Faktoren, die die Geschäftserträge erheblich
beeinträchtigen", sowie im Abschnitt "Risikofaktoren" insbesondere unter "Krise an den
internationalen Finanzmärkten" erläutert.
Wichtige Verträge
Die Eigentümer der HSH Nordbank AG sind das Land Schleswig-Holstein, die Freie und
Hansestadt Hamburg, der Sparkassen- und Giroverband für Schleswig-Holstein, der die
Interessen der Sparkassen im Land Schleswig-Holstein vertritt, die Schleswig-Holsteinische
Sparkassen-Vermögensverwaltungs- und Beteiligungs GmbH & Co. KG, Kiel, sowie neun
Investorengruppen, die von J.C. Flowers LLC beraten werden. Die Freie und Hansestadt
Hamburg, das Land Schleswig-Holstein und der Sparkassen- und Giroverband für SchleswigHolstein haben eine "Haltevereinbarung" abgeschlossen, der zufolge sie sich vertraglich
gegenseitig verpflichtet haben, gemeinsam 50,1 % des stimmberechtigten Grundkapitals an der
HSH Nordbank AG bis mindestens Ende 2013 zu halten.
Einen erheblichen Teil ihres Geschäftes tätigt die Bank mit dem Land Schleswig-Holstein und der
Freien und Hansestadt Hamburg.
Die Bank tätigt darüber hinaus eine Vielzahl von Geschäften mit den Sparkassen, die Mitglied des
Sparkassen- und Giroverbands für Schleswig-Holstein sind.
Im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit werden Geschäfte mit verbundenen
Unternehmen und Beteiligungen, welche nicht konsolidiert werden, sowie mit anderen nahe
stehenden Unternehmen und Personen zu marktüblichen Konditionen und Bedingungen
abgeschlossen. Eine Aufstellung, welche Unternehmen dies im Einzelnen sind, kann der
vollständigen Anteilsbesitzliste gemäß §§ 313 Abs. 2, 340a Abs. 4 Nr. 2 HGB im elektronischen
Bundesanzeiger unter www.ebundesanzeiger.de entnommen werden.
Starke Veränderungen zum Vorjahr sind vor allem auf die Veränderungen im Konsolidierungskreis
zurückzuführen.
Tochterunternehmen
173
Assoziierte und sonstige nahe stehende Unternehmen
As s oziie r te und s ons tige nahe s te he nde Unte r ne hm e n - Ak tiva (Mio. €)
2008
2007
Forderungen an Kreditinstitute
800
980
Forderungen an Kunden
996
427
Handelsaktiva
40
93
1.123
2.634
5
3
2.964
4.137
2008
2007
V erbindlichkeiten gegenüber Kreditinstitute
141
417
V erbindlichkeiten gegenüber Kunden
128
20
Finanzanlagen
Sonstige A ktiva
Ge s am t
As s oziie r te und s ons tige nahe s te he nde Unte r ne hm e n - Pas s iva (Mio. €)
Negative Marktw erte der Hedge Derivate
2
-
Handels pass iva
8
16
Sonstige Passiva
Ge s am t
As s oziie r te und s ons tige nahe s te he nde Unte r ne hm e n - GuV (Mio. €)
1
4
280
457
2008
2007
18
11
Zinsüberschuss
Provisionsüberschuss
-
-
Ergebnis aus Sicherungszusammenhängen (Hedgeergebnis)
8
-
Handelsergebnis
Ergebnis aus Finanzanlagen
-9
3
-28
4
-
-14
-11
4
Sonstiges betriebliches Ergebnis
Ge s am t
Nahe stehende Personen und Unternehmen1
Nachfolgend sind die Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber nahe stehenden Personen
und Unternehmen sowie den Anteilseignern Freie Hansestadt Hamburg und Land SchleswigHolstein zum 31. Dezember 2008 dargestellt:
Nahe s te he nde Pe rs one n und Unte rne hm e n - Ak tiva (Mio. €)
Forderungen an Kunden
Positive Marktw erte der Hedge-Derivate
Handelsaktiva
Finanzanlagen
2008
2007
787
692
23
-
277
421
429
24
Ge s am t
1.516
1.137
Nahe s te he nde Pe rs one n und Unte rne hm e n - Pas s iva (Mio. €)
2008
2007
V erbindlichkeiten gegenüber Kreditinstitute
V erbindlichkeiten gegenüber Kunden
V erbrief te V erbindlichkeiten
-
41
1.175
12
508
-
Negative Marktw erte der Hedge-Derivate
15
-
Handelspassiva
40
-
Nachrangkapital
-
92
1.738
145
Ge s am t
Die Erhöhung der Verbindlichkeiten gegenüber Kunden im Vergleich zum Vorjahr ist im
Wesentlichen auf den Anstieg der Verbindlichkeiten gegenüber der Freien und Hansestadt
1
Sofern nicht bereits unter den assoziierten und sonstigen nahe stehenden Unternehmen dargestellt.
174
Hamburg als Anteilseigner der HSH Nordbank um 922 Mio. Euro zurückzuführen. Die
HSH Nordbank AG ist nach deutschem Recht verpflichtet, ihre Beziehungen zu ihren
Anteilseignern und verbundenen Unternehmen nach dem Grundsatz des Drittvergleichs zu führen.
Nahe s te he nde Pe r s one n und Unte r ne hm e n - GuV (Mio. €)
2008
2007
Zinsüberschuss
26
92
Handelsergebnis
6
8
Ergebnis aus Finanzanlagen
-
1
32
101
Ge s am t
175
Beschreibung des Garantiegebers und der SoFFin-Garantie
Beschreibung des Garantiegebers
SoFFin handelt nur in Bezug auf die SoFFin Garantierten Schuldverschreibungen als
Garantiegeber.
Die
Zahlungsverspflichtungen
der
Emittentin
aus
anderen
Schuldverschreibungen als den SoFFin Garantierten Schuldverschreibungen sowie aus
Pfandbriefen und Genussscheinen werden nicht durch den SoFFin garantiert.
Die Verpflichtungen der Emittentin aus den SoFFin Garantierten Schuldverschreibungen sind
durch eine Garantie (die "SoFFin-Garantie") des Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung ("SoFFin"
bzw. der "Garantiegeber") abgedeckt. Die Garantie wurde auf Grundlage des
Finanzmarktstabilisierungsgesetz vom 17. Oktober 2008 (BGBl. I 2008, 1982) (das "FMStG"), in
der durch das Finanzmarktstabilisierungsergänzungsgesetz vom 7. April 2009 (BGBl. I 2009, 725)
(das "FMStErgG") geänderten Fassung, abgegeben. Artikel 1 des FMStG führte das
Finanzmarktstabilisierungsfondsgesetz (das "FMStFG") ein.
Der Garantiegeber hat seinen Sitz in Frankfurt am Main. Auf ihn ist deutsches Recht anwendbar.
Die Geschäftsadresse des SoFFin lautet:
Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin)
- Finanzmarktstabilisierungsanstalt Taunusanlage 6
60329 Frankfurt am Main
Telefon: 069 2388 3000
Fax: 069 9566-509090
E-Mail: [email protected]
Bei dem Garantiegeber handelt es sich um ein Sondervermögen des Bundes (§ 2 Abs. 2
FMStFG). Der SoFFin ist nicht rechtsfähig, er kann jedoch unter seinem Namen im
rechtsgeschäftlichen Verkehr handeln, klagen und verklagt werden. Der allgemeine Gerichtsstand
des SoFFin ist der Sitz der Deutschen Bundesbank (§ 3 FMStFG).
Neben
der
Übernahme
von
Garantien
für
bestimmte
neu
begründete
Refinanzierungsverbindlichkeiten kann sich der SoFFin im Rahmen des FMStFG an Unternehmen
des Finanzsektors mit Sitz in der Bundesrepublik Deutschland beteiligen sowie von diesen und
bestimmten Zweckgesellschaften sogenannte Risikopositionen (Forderungen, Wertpapiere,
derivative Finanzinstrumente, usw.) erwerben oder auf andere Weise absichern.
Vermögenstrennung, Bundeshaftung
Der SoFFin ist von dem übrigen Vermögen des Bundes, seinen Rechten und Verbindlichkeiten
getrennt. Der Bund haftet unmittelbar für die Verbindlichkeiten des SoFFin. Der SoFFin haftet
jedoch nicht für die sonstigen Verbindlichkeiten des Bundes (§ 5 FMStFG).
Garantie- und Kreditermächtigung
Durch das FMStFG wird der SoFFin ermächtigt, Garantien bis zur Höhe von 400 Mrd. Euro zu
übernehmen (§ 6 Abs. 1 FMStFG).
176
Ferner wird das Bundesministerium der Finanzen BMF ermächtigt, für den SoFFin im Falle der
Inanspruchnahme aus einer Garantie Kredite in Höhe von bis zu 20 Mrd. Euro aufzunehmen (§ 9
Abs. 5 FMStFG). Wird der SoFFin aus der SoFFin-Garantie sowie aus weiteren Garantien in
Anspruch genommen, die er für Schuldtitelemissionen anderer Unternehmen des Finanzsektors
übernommen hat, und übersteigt die Inanspruchnahme insgesamt den im FMStFG festgesetzten
Kreditermächtigungsrahmen des BMF von 20 Mrd. Euro, ändert dies nichts an der Verpflichtung
des Bundes, aufgrund der Garantien entsprechend den Garantiebedingungen Zahlungen zu
leisten, wenn der Garantiefall eintritt.
Das BMF kann ferner zur Finanzierung von Rekapitalisierungen und Risikoübernahmen Kredite
bis zur Höhe von 70 Mrd. Euro aufnehmen. Mit Einwilligung des Haushaltsausschusses des
Deutschen Bundestages kann dieser Rahmen um bis zu 10 Mrd. Euro ausgeweitet werden (§ 9
Abs. 1 und 4 FMStFG).
Verwaltungskosten
Die Kosten für die Verwaltung des SoFFin trägt der Bund (§ 12 FMStFG).
Verwaltung des SoFFin durch die Finanzmarktstabilisierungsanstalt
Der Garantiegeber hat als bloßes Sondervermögen der Bundesrepublik Deutschland keine
eigenen Organe. Verwaltet wird der Fonds SoFFin durch die Finanzmarktstabilisierungsanstalt
("FMSA"). Die FMSA ist eine mit Inkrafttreten des FMStG am 18. Oktober 2008 bei der Deutschen
Bundesbank errichtete rechtlich unselbständige Anstalt des öffentlichen Rechts. Sie ist von der
Deutschen Bundesbank organisatorisch getrennt (§ 3a Abs. 1 FMStFG). Die FMSA nimmt die ihr
auf Grundlage des FMStFG übertragenen Aufgaben im Namen des SoFFin wahr. Die Kosten der
FMSA trägt der Bund (§ 3a Abs. 5 Satz 3 FMStFG).
Geleitet wird die FMSA von einem Leitungsausschuss, der aus drei Mitgliedern besteht, welche
vom BMF in Abstimmung mit der Deutschen Bundesbank ernannt werden.
Aufsicht über die FMSA
Die FMSA untersteht der Rechts- und Fachaufsicht des BMF (§ 3a Abs. 2 FMStFG). Sie ist bei der
Wahrnehmung der ihr übertragenen Aufgaben an die Bestimmungen des FMStG und der FMStFV
sowie an Weisungen oder Entscheidungen des BMF sowie des Lenkungsausschusses gebunden
(§ 1 Abs. 2 FMStFV).
Der Lenkungsausschuss ist ein interministerieller Ausschuss, der über Grundsatzfragen,
Angelegenheiten von besonderer Bedeutung sowie über die Gewährung von
Stabilisierungsmaßnahmen entscheidet (§ 4 Abs. 1 FMStFG).
Der Lenkungsausschuss ist mit je einem Vertreter des Bundeskanzleramtes, des BMF, des
Bundesministeriums der Justiz, des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie sowie
einem Mitglied auf Vorschlag der Länder besetzt. Dem Lenkungsausschuss gehört als weiteres
Mitglied ein Vertreter der Deutschen Bundesbank beratend an. Dem Lenkungsausschuss können
weitere Mitglieder beratend angehören.
Interessenkonflikte
Der HSH Nordbank AG sind seitens der Mitglieder des Leitungsausschusses und der Mitglieder
des Lenkungsausschusses keine potenziellen Interessenkonflikte zwischen ihren gesetzlichen
177
Verpflichtungen, insbesondere solchen, die sich aus dem FMStG und der FMStFV ergeben, und
ihren privaten Interessen und sonstigen Verpflichtungen bekannt.
Finanzinformationen
Das Bundesministerium der Finanzen BMF stellt am Schluss eines jeden Rechnungsjahres eine
Jahresrechnung für den Fonds SoFFin auf. Sie ist als Anhang der Haushaltsrechnung des Bundes
beizufügen (§ 11 Abs. 1 FMStFG). Rechnungsjahr ist das Kalenderjahr. Nach den gesetzlichen
Anforderungen muss die Jahresrechnung in übersichtlicher Weise den Bestand des SoFFin
einschließlich der Forderungen und Verbindlichkeiten erkennen lassen, sowie die Einnahmen und
Ausgaben nachweisen (§ 11 Abs. 2 FMStFG). Die Jahresrechnung wird als Anlage zum
Bundeshaushaltsplan vom Bundesrechnungshof geprüft (§§ 89 ff., 113 Bundeshaushaltsordnung).
Zum gegenwärtigen Zeitpunkt hat der SoFFin noch keine Jahresrechnung erstellt.
Gerichts- und Schiedsverfahren
Der HSH Nordbank AG sind keine staatlichen Interventionen, Gerichts- oder
Schiedsgerichtsverfahren (einschließlich derjenigen Verfahren, die nach Kenntnis der Emittentin
noch anhängig sind oder eingeleitet werden könnten) bekannt, die im Zeitraum der mindestens
letzten 12 Monate bestanden/abgeschlossen wurden, und die sich erheblich auf die Finanzlage
oder die Rentabilität des Garantiegebers auswirken bzw. in jüngster Zeit ausgewirkt haben.
Wesentliche Veränderungen in der Finanzlage des SoFFin
Der HSH Nordbank AG sind seit der Gründung des SoFFin keine wesentlichen Veränderungen in
der Finanzlage des Garantiegebers bekannt geworden.
Beschreibung der Garantien
Nur die SoFFin Garantierten Schuldverschreibungen werden durch die SoFFin-Garantie
abgedeckt. Außer in Bezug auf die SoFFin Garantierten Schuldverschreibungen sichert die
SoFFin-Garantie keine weiteren Zahlungsverpflichtungen der Emittentin aus NichtDividendenwerten ab.
Die SoFFin-Garantie wird als unbedingte, unwiderrufliche und nicht-nachrangige Garantie des
Garantiegebers zugunsten der Anleihegläugbiger der SoFFin Garantierten Schuldverschreibungen
für die ordnungsgemäße und pünktliche Zahlung der fälligen Kapital- und Zinsbeträge auf die
SoFFin Garantierten Schuldverschreibungen sowie aller sonstigen Beträge, die gemäß den
Emissionsbedingungen der SoFFin Garantierten Schuldverschreibungen auf die SoFFin
Garantierten Schuldverschreibungen zahlbar sind, ausgestellt.
Überblick
Die Übernahme von Garantien durch den SoFFin ist Bestandteil eines Maßnahmepaketes der
Bundesregierung zur Stabilisierung des Finanzsystems in Deutschland.
Das FMStG bildet die gesetzliche Grundlage für die Umsetzung des Maßnahmenpakets und setzt
sich aus dem "Gesetz zur Errichtung eines Finanzmarktstabilisierungsfonds –
Finanzmarktstabilisierungsfondsgesetz" (Artikel 1 FMStG, das "FMStFG") und dem "Gesetz zur
Beschleunigung und Vereinfachung des Erwerbs von Anteilen an sowie Risikopositionen von
Unternehmen des Finanzsektors durch den Finanzmarktstabilisierungsfonds" (Artikel 2 FMStG)
178
zusammen. Das FMStG wird durch technische Durchführungsbestimmungen konkretisiert, die von
der Bundesregierung in der am 20. Oktober 2008 beschlossenen Verordnung zur Durchführung
des Finanzmarktstabilisierungsfondsgesetzes - Finanzmarktstabilisierungsfonds-Verordnung)
("FMStFV") erlassen wurden.
Rechtlicher Rahmen für Garantieübernahme durch den SoFFin
Nach Maßgabe des § 2 Abs. 1 FMStFV i.V.m § 6 FMStFG kann der SoFFin zur Behebung von
Liquiditätsengpässen und zur Unterstützung der Refinanzierung am Kapitalmarkt bis zum
31.Dezember 2009 neu begründete Refinanzierungsverbindlichkeiten von Unternehmen des
Finanzsektors mit Sitz in Deutschland garantieren.
Soweit Schuldtitel und andere Forderungen durch den SoFFin garantiert wurden, dürfen die
jeweiligen Schuldner nicht:
•
ihre Ansprüche vorzeitig geltend machen, auch nicht im Rahmen einer Kündigung,
•
ihre Ansprüche gegen das jeweilige Unternehmen des Finanzsektors aufrechnen bzw. durch
Arrest oder Zwangsvollstreckung durchsetzen, oder
•
an einem Insolvenzverfahren über das Vermögen des jeweiligen Unternehmens des
Finanzsektors teilnehmen.
Die näheren Bedingungen der Garantiegewährung legt der SoFFin im Einzelfall fest (§ 2 Abs. 2
Satz 2 FMStFV).
Anwendungsbereich und Bedingungen der SoFFin-Garantie
Im November 2008 hat der SoFFin der HSH Nordbank AG eine Rahmengarantiezusage für zu
begebende Emissionen in Höhe von 30 Mrd. Euro gegeben. Dieser kann nunmehr nach Erfüllung
der Auflagen des SoFFin in voller Höhe genutzt werden.
Die Landesregierungen von Hamburg und Schleswig-Holstein hatten sich bereits im Februar 2009
für das neue Geschäftskonzept ausgesprochen. Der Bank sollen durch die Bundesländer
Hamburg und Schleswig-Holstein im Zuge einer Kapitalerhöhung 3 Mrd. Euro Kapital sowie eine
Finanzgarantie zur Abschirmung von Risiken in Höhe von rund 10 Mrd. Euro zur Verfügung
gestellt werden.
Die SoFFin-Garantie für die jeweilige Emission wird von der Emittentin beantragt und bei Vorliegen
der Voraussetzungen vom SoFFin gewährt. Die Verpflichtungen des Garantiegebers unter der
SoFFin-Garantie sind selbständig und unabhängig von den Verpflichtungen der Emittentin, ihre
Zahlungsverpflichtungen unter den Schuldverschreibungen zu erfüllen. Der Garantiegeber kann
gegen seine Zahlungspflichten aus der SoFFin-Garantie keine der Emittentin zustehenden
Einwendungen oder Einreden geltend machen.
Die SoFFin-Garantie stellt einen Vertrag zu Gunsten der Anleihegläubiger als begünstigte Dritte im
Sinne des § 328(1) BGB dar, der jedem Anleihegläubiger das Recht gibt, Erfüllung der in der
SoFFin-Garantie übernommenen Verpflichtungen unmittelbar vom Garantiegeber zu verlangen
und diese Verpflichtungen unmittelbar gegenüber dem Garantiegeber durchzusetzen. Jeder
Anleihegläubiger einer Schuldverschreibung kann zur Durchsetzung seiner Ansprüche unter
dieser SoFFin-Garantie unmittelbar Klage gegen den Garantiegeber erheben, ohne dass zunächst
ein Verfahren gegen die Emittentin eingeleitet werden muß.
Soweit Rechte und
Emissionsbedingungen
Pflichten unter der SoFFin-Garantie durch Bezugnahme auf
der SoFFin Garantierten Schuldverschreibungen bestimmt oder
179
konkretisiert werden, ist allein die als Anlage zur jeweiligen SoFFin-Garantie wiedergegebene
Fassung der Emissionsbedingungen der SoFFin Garantierten Schuldverschreibungen
maßgeblich. Änderungen oder Ergänzungen der Emissionsbedingungen oder sonstige
Vereinbarungen zwischen der Emittentin und Anleihegläubigern der SoFFin Garantierten
Schuldverschreibungen, die aus der als Anlage zur jeweiligen Garantieurkunde wiedergegebenen
Fassung der Emissionsbedingungen der SoFFin Garantierten Schuldverschreibungen nicht
ersichtlich sind, lassen die Rechte und Pflichten des Garantiegeber unter der SoFFin-Garantie
unberührt.
Zahlungen des Garantiegebers an einen Anleihegläubiger unter der SoFFin-Garantie sind auf ein
von diesem Anleihegläubiger der SoFFin Garantierten Schuldverschreibungen zu benennendes
Konto zu leisten. Die Zahlung auf dieses Konto hat schuldbefreiende Wirkung für den
Garantiegeber. Die Benennung dieses Kontos hat an den SoFFin zu erfolgen. Die Adresse ist der
jeweiligen SoFFin-Garantie, die den Endgültigen Bedingungen der SoFFin Garantierten
Schuldverschreibungen in Kopie beigefügt ist, zu entnehmen.
Bis zu einer solchen Benennung erfolgen keine Zahlungen des Garantiegebers. Verzögert sich
eine Zahlung an einen Anleihegläubiger, weil dieser gegenüber dem SoFFin kein Konto benennt,
so hat dieser Anleihegläubiger keinerlei Ansprüche gegen den SoFFin wegen der Verzögerung der
Zahlung. Erfüllungsort für sämtliche Ansprüche aus der SoFFin-Garantie ist Frankfurt am Main.
Die jeweilige SoFFin-Garantie erlischt vollständig, wenn die jeweiligen SoFFin Garantierten
Schuldverschreibungen vollständig und unwiderruflich zurückgezahlt wurden oder alle
Verpflichtungen unter der SoFFin-Garantie vollständig und unwiderruflich erfüllt wurden,
spätestens am in der Garantieurkunde angegebenen Verfalldatum.
Die jeweilige SoFFin-Garantie unterliegt dem Recht der Bundesrepublik Deutschland.
Ausschließlicher Gerichtsstand für alle Rechtsstreitigkeiten gegen den Garantiegeber aus oder im
Zusammenhang mit der SoFFin-Garantie ist Frankfurt am Main.
Die weiteren Einzelheiten sind in jeder SoFFin-Garantie festgelegt, die in Kopie den jeweiligen
Endgültigen Bedingungen der SoFFin Garantierten Schuldverschreibungen beigefügt wird. Das
Muster der SoFFin-Garantie ist diesem Basisprospekt als Annex 8 beigefügt.
180
Einsehbare Dokumente
Während der Gültigkeitsdauer dieses Basisprospektes können die folgenden Dokumente auf der
Internetseite der HSH Nordbank AG (http://www.hsh-nordbank.de) eingesehen werden:
•
dieser Basisprospekt,
•
sämtliche Nachträge, die die Emittentin gegebenenfalls gemäß § 16 WpPG erstellen wird,
•
die Endgültigen Bedingungen betreffend öffentlich angebotene und/oder börsengelistete
Wertpapiere, sowie das gemäß § 10 WpPG jährlich nach Offenlegung des
Konzernabschlusses zu erstellende Dokument,
•
die Satzung der HSH Nordbank AG,
•
Geschäftsberichte der HSH Nordbank AG für die Geschäftsjahre 2007 und 2008, die die
geprüften Jahres- und Konzernabschlüsse sowie die Lageberichte der Geschäftsjahre 2007
und 2008 enthalten,
•
die Wertpapierbeschreibung der Nicht-Dividendenwerte wie im Basisprospekt vom 12. Juni
2008 (ergänzt durch den 1. – 8. Nachtrag) über Standardschuldverschreibungen, Derivative
Schuldverschreibungen und Pfandbriefe begeben unter dem EUR 40.000.000.000
Angebotsprogramm über Schuldverschreibungen und Pfandbriefe wiedergegeben (von
Seite 180 – 244 des besagten Basisprospektes),
•
die Emissionsbedingungen der Nicht-Dividendenwerte (Terms and Conditions of the NonEquity Securities), das Muster der Endgültigen Bestimmungen (Form of Final Terms) sowie
die Deed of Covenant, wie im Basisprospekt vom 12. Juni 2008 (ergänzt durch den 1. – 8.
Nachtrag) über Standardschuldverschreibungen, Derivative Schuldverschreibungen und
Pfandbriefe begeben unter dem EUR 40.000.000.000 Angebotsprogramm über
Schuldverschreibungen und Pfandbriefe wiedergegeben (von Seite A-1 bis A-315, A-316 bis
A-394 bzw. A-395 bis A-399 des besagten Basisprospektes),
•
die Emissionsbedingungen der Nicht-Dividendenwerte (Terms and Conditions of the NonEquity Securities), das Muster der Endgültigen Bestimmungen (Form of Final Terms) sowie
die Deed of Covenant, wie im Basisprospekt vom 5. November 2007 über
Standardschuldverschreibungen, Derivative Schuldverschreibungen und Pfandbriefe
begeben unter dem EUR 30.000.000.000 Angebotsprogramm über Schuldverschreibungen
und Pfandbriefe wiedergegeben (von Seite A-1 bis A-246, A-247 bis A-325 bzw. A-326 bis A330 des besagten Basisprospektes),
•
die Emissionsbedingungen der Nicht-Dividendenwerte (Terms and Conditions of the NonEquity Securities), das Muster der Endgültigen Bestimmungen (Form of Final Terms) sowie
die Deed of Covenant, wie im Basisprospekt vom 15. Mai 2007 über
Standardschuldverschreibungen, Derivative Schuldverschreibungen und Pfandbriefe
begeben unter dem EUR 30.000.000.000 Angebotsprogramm über Schuldverschreibungen
und Pfandbriefe wiedergegeben (von Seite A-1 bis A-239, A-240 bis A-316 bzw. A-317 bis A321 des besagten Basisprospektes),
•
die Emissionsbedingungen der Nicht-Dividendenwerte (Terms and Conditions of the NonEquity Securities), das Muster der Endgültigen Bestimmungen (Form of Final Terms) sowie
die Deed of Covenant, wie im Basisprospekt vom 15. Mai 2006 über
Standardschuldverschreibungen, Derivative Schuldverschreibungen und Pfandbriefe
begeben unter dem EUR 20.000.000.000 Angebotsprogramm über Schuldverschreibungen
181
und Pfandbriefe wiedergegeben (von Seite A-1 bis A-180, A-181 bis A-241 bzw. A-242 bis A248 des besagten Basisprospektes) und
•
die Emissionsbedingungen der Nicht-Dividendenwerte (Terms and Conditions of the NonEquity Securities), das Muster der Endgültigen Bestimmungen (Form of Final Terms) sowie
die Deed of Covenant, wie im Basisprospekt vom 28. Juni 2005 über
Standardschuldverschreibungen, Derivative Schuldverschreibungen und Pfandbriefe
begeben unter dem EUR 15.000.000.000 Angebotsprogramm über Schuldverschreibungen
und Pfandbriefe wiedergegeben (von Seite A-1 bis A-198, A-231 bis A-262 bzw. A-263 bis A269 des besagten Basisprospektes),
•
die Finanzinformationen der Nicht-Dividendenwerte wie im Basisprospekt vom 12. Juni
2008 (ergänzt durch den 1. – 8. Nachtrag) über Standardschuldverschreibungen, Derivative
Schuldverschreibungen und Pfandbriefe begeben unter dem EUR 40.000.000.000
Angebotsprogramm über Schuldverschreibungen und Pfandbriefe wiedergegeben (von
Seite F-2007-1 bis F-2007-194 des besagten Basisprospektes).
Die Satzung des SoFFin ist auf der Website des SoFFin (http://www.soffin.de) einsehbar.
Die Emittentin wird darüber hinaus jedem Anleger auf Anfrage kostenfrei ein Druckexemplar
dieses Basisprospektes, seiner Nachträge und der betreffenden Endgültigen Bedingungen zur
Verfügung stellen. Diese Dokumente können von der Internetseite der HSH Nordbank AG
(http://www.hsh-nordbank.de) heruntergeladen oder durch ein an die folgende Adresse gerichtetes
Schreiben angefordert werden: HSH Nordbank AG, Global Markets, Martensdamm 6, D-24103
Kiel.
Der Basisprospekt, seine Nachträge und die betreffenden Endgültigen Bedingungen sind überdies
voraussichtlich auf der Internetseite der Luxemburger Börse (http://www.bourse.lu) sowie
voraussichtlich auf der Internetseite der Hanseatischen Wertpapierbörse Hamburg
(http://www.hamburger-boerse.de) einsehbar.
182
Durch Verweis einbezogene Dokumente
Die folgenden Dokumente wurden durch Verweis einbezogen und sind Bestandteil dieses
Basisprospektes:
•
die Wertpapierbeschreibung der Nicht-Dividendenwerte wie im Basisprospekt vom 12. Juni
2008 (ergänzt durch den 1. – 8. Nachtrag) über Standardschuldverschreibungen, Derivative
Schuldverschreibungen und Pfandbriefe begeben unter dem EUR 40.000.000.000
Angebotsprogramm über Schuldverschreibungen und Pfandbriefe wiedergegeben (von
Seite 180 - 244 des besagten Basisprospektes),
•
die Emissionsbedingungen der Nicht-Dividendenwerte (Terms and Conditions of the NonEquity Securities) wie im Basisprospekt vom 12. Juni 2008 (ergänzt durch den 1. – 8.
Nachtrag) über Standardschuldverschreibungen, Derivative Schuldverschreibungen und
Pfandbriefe begeben unter dem EUR 40.000.000.000 Angebotsprogramm über
Schuldverschreibungen und Pfandbriefe wiedergegeben (von Seite A-1 bis A-315 des
besagten Basisprospektes),
•
die Emissionsbedingungen der Nicht-Dividendenwerte (Terms and Conditions of the NonEquity Securities) wie im Basisprospekt vom 5. November 2007 über
Standardschuldverschreibungen, Derivative Schuldverschreibungen und Pfandbriefe
begeben unter dem EUR 30.000.000.000 Angebotsprogramm über Schuldverschreibungen
und Pfandbriefe wiedergegeben (von Seite A-1 bis A-246 des besagten Basisprospektes),
•
die Emissionsbedingungen der Nicht-Dividendenwerte (Terms and Conditions of the NonEquity
Securities)
wie
im
Basisprospekt
vom
15.
Mai
2007
über
Standardschuldverschreibungen, Derivative Schuldverschreibungen und Pfandbriefe
begeben unter dem EUR 30.000.000.000 Angebotsprogramm über Schuldverschreibungen
und Pfandbriefe wiedergegeben (von Seite A-1 bis A-239 des besagten Basisprospektes),
•
die Emissionsbedingungen der Nicht-Dividendenwerte (Terms and Conditions of the NonEquity
Securities)
wie
im
Basisprospekt
vom
15.
Mai
2006
über
Standardschuldverschreibungen, Derivative Schuldverschreibungen und Pfandbriefe
begeben unter dem EUR 20.000.000.000 Angebotsprogramm über Schuldverschreibungen
und Pfandbriefe wiedergegeben (von Seite A-1 bis A-180 des besagten Basisprospektes),
•
die Emissionsbedingungen der Nicht-Dividendenwerte (Terms and Conditions of the NonEquity
Securities)
wie
im
Basisprospekt
vom
28.
June
2005
über
Standardschuldverschreibungen, Derivative Schuldverschreibungen und Pfandbriefe
begeben unter dem EUR 15.000.000.000 Angebotsprogramm über Schuldverschreibungen
und Pfandbriefe wiedergegeben (von Seite A-1 bis A-199 des besagten Basisprospektes),
und
•
die Finanzinformationen der Nicht-Dividendenwerte wie im Basisprospekt vom 12. Juni
2008 (ergänzt durch den 1. – 8. Nachtrag) über Standardschuldverschreibungen, Derivative
Schuldverschreibungen und Pfandbriefe begeben unter dem EUR 40.000.000.000
Angebotsprogramm über Schuldverschreibungen und Pfandbriefe wiedergegeben (von
Seite F-2007-1 bis F-2007-194 des besagten Basisprospektes).
183
Gliederung des Finanzteils
HSH Nordbank AG und ihre konsolidierten Tochtergesellschaften
Im folgenden Finanzteil bezieht sich die Bezeichnung "HSH Nordbank AG" auf die
HSH Nordbank AG ohne ihre konsolidierten Tochtergesellschaften und die Bezeichnung
"Konzern" auf die HSH Nordbank AG einschließlich ihrer konsolidierten
Tochtergesellschaften
Jahres- und Konzernabschluss der HSH Nordbank AG zum 31. Dezember 2008 ................F 2008 1
Konzernlagebericht.......................................................................................................................F 2008 2
Gewinn- und Verlustrechnung des HSH Nordbank-Konzerns für die Zeit vom
01. Januar bis 31. Dezember 2008............................................................................................. F 2008 60
Bilanz des HSH Nordbank-Konzerns zum 31. Dezember 2008..................................................F 2008 62
Kapitalflussrechnung des HSH Nordbank-Konzerns ..................................................................F 2008 64
Entwicklung des Eigenkapitals des HSH Nordbank-Konzerns ................................................... F 2008 66
Erläuterungen ............................................................................................................................. F 2008 68
Bestätigungsvermerk ................................................................................................................ F 2008 158
Einzelabschluss der HSH Nordbank AG zum 31. Dezember 2008 .......................................... F 2008 160
F-i
F 2008 1
HSH Nordbank AG
Jahres- und Konzernabschluß
Zum 31.12.2008
2
F 2008
Geschäft und Rahmenbedingungen
Rahmenbedingungen
Weltwirtschaft fällt in die Rezession
Die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen trübten
sich im Laufe des vergangenen Jahres drastisch ein. Während zu Jahresanfang noch vielfach auf die Abkopplung
eines Großteils der Weltwirtschaft von der US-Rezession
gehofft worden war, schien der kräftige Rohstoffpreisanstieg im Frühjahr das Risiko einer Stagflation nahezu­
legen. Inzwischen sind die Inflationssorgen zumindest auf
Sicht von 2009 gewichen, und die Weltwirtschaft hat sich
in der zweiten Jahreshälfte erheblich abgekühlt. Zum Jahresende schrumpfte die Wirtschaft in praktisch allen
Industrieländern. Die Emerging Markets legten zwar weiterhin zu, ihre Wachstumsdynamik hat sich jedoch ebenfalls
deutlich verlangsamt. Dies gilt nicht zuletzt für China und
Indien, die unter dem Einbruch ihrer Exportmärkte
leiden. Insgesamt ist die Weltwirtschaft 2008 nur noch
um rund 3 % gewachsen (2007: 5 %). Die US-Wirtschaft
litt besonders unter den Problemen im Immobilienmarkt.
Zunehmend wurden aber auch weitere Bereiche der
Wirtschaft in Mitleidenschaft gezogen, so dass das Bruttoinlandsprodukt in der zweiten Jahreshälfte spürbar
schrumpfte.
Nach einem noch positiven Jahresauftakt verschlechterten
sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen auch für
die Eurozone und Deutschland. Verantwortlich hierfür
waren der Einbruch der Auslandsnachfrage, der bis Juli
anhaltende Höhenflug der Rohstoffpreise, der vor allem
auf den Privaten Verbrauch drückte, sowie die Turbulenzen an den Finanzmärkten. Anders als Deutschland litten
einige Länder der Eurozone wie Spanien und Irland
zusätzlich unter dem Platzen der Blasen auf den jeweiligen
Immobilienmärkten. Das Bruttoinlandsprodukt hat in
Deutschland um 1 % zugelegt, in der Eurozone um 0,7%.
Das Tempo der konjunkturellen Abkühlung in der Euro­
zone war dabei überraschend hoch.
Die Verschärfung der Finanzmarktkrise und die drastische
Verschlechterung der Konjunktursituation wirkten sich
merklich auf für die HSH Nordbank wichtige Branchen und
Sektoren aus:
Abschwung erfasst die Schifffahrt
Der seit Anfang 2003 fast ununterbrochen anhaltende
und historisch außergewöhnlich kraftvolle Boom der
Schifffahrt ging 2008 zu Ende. Die Schifffahrt geriet in
einen Abschwung, der in puncto Geschwindigkeit und
Schärfe ein bisher nicht gekanntes Ausmaß angenommen
hat. Dabei sah es in der ersten Jahreshälfte so aus, als
würde die Krise auf die Finanzmärkte beschränkt bleiben
und insbesondere das Wachstum in Europa und Asien
nur wenig beeinträchtigen. Nach dem Fall von Lehman
Brothers griff die Krise auf den realwirtschaftlichen
Sektor über und betraf als eine der ersten Branchen die
Schifffahrt. Handelsfinanzierungen trockneten aus,
mit weitreichenden Konsequenzen insbesondere auf die
Nachfrage nach Containertransporten und die Verschiffung von Massengütern. Der Einbruch der Nachfrage sowie
die völlig veränderten Erwartungen betrafen bis auf
wenige Ausnahmen alle Bereiche, lediglich die Öltanker
konnten sich dem Abwärtssog teilweise entziehen. Die
Krise hatte auch Auswirkungen auf das Volumen von Neubestellungen. Über alle Segmente hinweg wurden 2008
deutlich weniger Neubauten in Auftrag gegeben als 2007.
Damit wurden erstmals seit 2005 weniger Schiffe bestellt
als im Vorjahr.
Kapazitätsanpassungen in der Luftfahrt
Nach einem noch vergleichsweise robusten Wachstum in
der ersten Jahreshälfte 2008 sahen sich die Fluggesellschaften im zweiten Halbjahr infolge der drastischen konjunkturellen Eintrübung mit zunehmend rückläufigem
Passagier- und Frachtaufkommen konfrontiert. Zugleich
Geschäft und Rahmenbedingungen
halfen aber die vom Höchststand im Sommer deutlich
gesunkenen Treibstoffpreise der Branche, die wirtschaft­
liche Flaute finanziell besser zu verkraften. Der hohe Ölpreis bis zur Jahresmitte und die Möglichkeit, dass künftiges Wachstum in der Luftfahrtindustrie mit nachhaltig
höheren Treibstoffpreisen einhergehen könnte, hat bereits
– insbesondere in den USA – dafür gesorgt, dass viele
Gesellschaften weniger effiziente Flugzeuge stilllegen. Diese
Kapazitätsanpassungen dürften zur Stabilisierung des
Sektors in der gegenwärtigen Phase beitragen.
Gebremste Entwicklung im Infrastrukturmarkt
Der Infrastrukturmarkt profitierte insgesamt weiterhin
von Privatisierungstrends. Weltweit war eine hohe Investitionsnachfrage zu verzeichnen, etwa im Flughafenbereich. Daraus resultierten vielfältige Finanzierungsmöglichkeiten für Banken. Da diese sich jedoch in dem
gegenwärtigen Umfeld mit Ausleihungen zurückhielten,
wurden zahlreiche Transaktionen ins Jahr 2009 ver­
schoben. Auch im Eisenbahnbereich wurden viele der kapitalintensiven Investitionen in Schienenfahrzeuge aufgrund der Finanz- und Wirtschaftskrise im Berichtsjahr
nicht mehr realisiert. Zudem setzen viele Unternehmen
auf die Weiterentwicklung des Vermietgeschäfts für Waggons in Europa.
Weniger Investitionen im Sektor Erneuerbare Energien
Im Sektor Erneuerbare Energien hat sich der Ausbau der
Anlagekapazitäten bis weit ins Jahr 2008 hinein forciert
fortgesetzt. Dafür haben neben attraktiven politischen
Rahmenbedingungen in vielen Ländern insbesondere stark
steigende Energiepreise gesorgt. Doch gegen Jahresende
2008 hat sich auch in diesem Bereich die Lage eingetrübt.
Verantwortlich dafür waren die schlechteren Finanzierungsmöglichkeiten und die unsichere Lage auf den Märkten, die sich dämpfend auf die Nachfrage nach neuen
Energieanlagen – allerdings immer noch auf hohem Niveau
– auswirkten.
Deutliche Preiskorrekturen an internationalen
Immobilienmärkten
Das Jahr 2008 brachte – global gesehen – einen Abschwung
auf den Immobilienmärkten, der insbesondere im zweiten Halbjahr durch die Folgen der sich zuspitzenden Finanzmarktkrise und der konjunkturellen Abkühlung noch
F 2008
einmal beschleunigt wurde. In der Folge der Finanzmarktkrise haben sich die Rahmenbedingungen für Immobilieninvestitionen weltweit verändert. Durch eine restriktive
Kreditvergabe hat sich das Transaktionsvolumen drastisch
reduziert.
In den USA geriet nach dem anhaltenden Preisverfall am
Markt für Wohnimmobilien im Jahresverlauf zunehmend
auch das Bürosegment unter Druck, da durch den starken
Personalabbau in vielen Unternehmen das Angebot an
freien Büroflächen zunahm. Die europäischen Immobilienmärkte präsentierten sich uneinheitlich. Die Märkte, die
in den Vorjahren besonders starke Preissteigerungen verzeichneten, waren von deutlichen Preiskorrekturen geprägt. Ins­besondere London als Finanzzentrum bekam die
Auswirkungen der Krise unmittelbar zu spüren. Und
auch in Paris zeigten sich die Folgen. Der deutsche Büromarkt mit seiner dezentralen Struktur erwies sich hin­
gegen als recht robust und vermeldete bis in das dritte
Quartal hinein hohe Vermietungsumsätze. Im zweiten
Halbjahr waren die Auswirkungen auf die Realwirtschaft
aber schon deutlich zu spüren und im üblicherweise
sehr starken vierten Quartal gingen die Vermietungsumsätze sowie das Transaktionsvolumen zurück.
Unternehmen leiden zunehmend unter Finanzkrise
Im Jahr 2008 zeigte sich die Entwicklung des Marktumfelds
zweigeteilt. Während in den ersten drei Quartalen die
Auswirkungen der Finanzkrise im Markt kaum zu spüren
waren, gewann im vierten Quartal die sich weltweit ausweitende Rezession dramatisch an Fahrt. Von dieser Entwicklung besonders betroffen waren Unternehmen mit
stark exportorientiertem Geschäft und Unternehmen aus
dem Bereich Automotive. Lediglich Bereiche wie die
Gesundheitswirtschaft und der Lebensmitteleinzelhandel
konnten sich diesem Trend entziehen. Hier verzeichneten
wir eine konstant hohe Nachfrage nach Krediten. Darüber
hinaus hatten die im ersten Halbjahr 2008 stark gestie­
genen Preise für Energie und Rohstoffe in Verbindung mit
dem anschließenden scharfen Einbruch starke Auswirkungen auf die Cash Flows unserer mittelständischen Kunden, die daraufhin gezwungen waren, Investitionsobjekte
neu zu überdenken.
3
4
F 2008
Marktentwicklung Private Banking
Der Private-Banking-Markt war 2008 von intensivem Wettbewerb sowie zunehmend von den Folgen der Finanzmarktkrise geprägt. Viele Banken, die sich über Einlagen
von Privatkunden refinanzieren, haben in Deutschland mit
verlockenden Zinsangeboten für Tagesgeld- und Termingeldkonten um Kunden geworben. Zusammen mit der
gesunkenen Bereitschaft der Anleger, in risikobehaftete
Wertpapiere zu investieren, konnten manche Institute
einen merklichen Einlagenzuwachs verbuchen. Die im ersten Halbjahr noch relativ hohen Provisionserlöse aus dem
Wertpapiergeschäft brachen in der zweiten Jahreshälfte
mit der Verschärfung der Finanzmarktkrise drastisch ein.
Die Aktien-, Renten- und Devisenmärkte gerieten 2008
angesichts der Herausforderungen in Turbulenzen:
Aktienmärkte mit drastischen Verlusten
Weltweit konnten sich die Aktienmärkte nicht den nega­
tiven Vorgaben entziehen. Nach einem halbwegs stabilen
Jahresauftakt sorgten zunehmende Rezessionsängste im
Verlauf bereits für deutliche Verluste. Nach dem LehmanZusammenbruch beschleunigte sich die Talfahrt bei den
Aktienkursen. Angesichts der Rezession in den etablierten
Wirtschaftsräumen verschärften sich die konjunkturellen
Sorgen bei vielen Marktteilnehmern zu der Erwartung einer
schweren Weltwirtschaftskrise. Zum Jahresende ließen
die massiven staatlichen Interventionen, Ankündigungen
von Konjunkturpaketen und nicht zuletzt auch die dramatisch reduzierten Leitzinsen eine leichte Erholung zu.
Dennoch zeigten die großen Indizes durchweg erhebliche
Verluste: In Europa verloren der deutsche Leitindex DAX
40,4 % auf 4.810 und der EURO STOXX 50 44,4 % auf 2.448
Punkte. In den USA büßte der Dow Jones Industrial 33,8 %
auf 8.776 Zähler ein, der japanische Nikkei 225 verlor 42,1 %
auf 8.860 Punkte.
Rentenmärkte: Renditen merklich gesunken
Die Entwicklung an den internationalen Rentenmärkten
verlief zweigeteilt. Während die Renditen 10-jähriger Staatsanleihen in der ersten Jahreshälfte im Zuge haussierender
Rohstoffpreise und zunehmender Inflationssorgen bis auf
Niveaus von nahezu 4,7 % (Bundesanleihen) bzw. 4,3 %
(Treasuries) stiegen, setzte im Juli ein kräftiger Rückgang
ein. Zum Jahresende lagen die Renditen nur noch bei
knapp 3 % (Deutschland) bzw. rund 2 % (USA). Die Renditestrukturkurve in der Eurozone verflachte sich bis zum
Sommer zunächst, und kurzfristig übertrafen die Renditen
von Papieren mit zweijähriger Laufzeit sogar diejenigen
zehnjähriger Laufzeit. Ab Juli führten dann die Zinssenkungen der Notenbanken dazu, dass die kurzfristigen Renditen relativ stark zurückgingen, so dass der Zinsabstand
zwischen Anleihen mit zweijähriger und zehnjähriger Laufzeit bis zum Jahresende auf über 100 Basispunkte anstieg.
In den USA verhinderten die relativ früh einsetzenden Leitzinssenkungen bis zum Sommer eine deutliche Abflachung der Kurve. Der starke Renditerückgang im kurzfristigen Bereich ließ den Zinsabstand zwischen Papieren
mit zweijähriger und zehnjähriger Laufzeit zwischenzeitlich auf 262 Basispunkte steigen.
Starke Schwankungen an den Devisenmärkten
Auch die Kursbewegungen an den für uns relevanten Devisenmärkten waren äußerst volatil. Der Euro konnte zum
US-Dollar bis zum Sommer von der in der Eurozone vergleichsweise robust erscheinenden Konjunktur und der
Ausweitung der Leitzinsdifferenz zu den USA profitieren.
So wurde kurzfristig das historische Niveau von über
1,60 USD/EUR erreicht. Das verstärkte Übergreifen der
Finanzkrise auf Europa im Spätsommer ließ dann aber
das Zutrauen in die hiesige Entwicklung schwinden und
den Euro zwischenzeitlich 20 % an Wert einbüßen. Zum
Jahresende lag der Wechselkurs bei 1,40 USD / EUR.
Zinssenkungen der Notenbanken
Angesichts des Ausmaßes der Finanzkrise griffen die Verantwortlichen für Fiskal- und Geldpolitik zu drastischen
Maßnahmen. So wurden in den USA zum einen großvolumige Stützungsprogramme für die Konjunktur und den
Finanzsektor aufgelegt, zum anderen senkte die US-Notenbank Fed die Leitzinsen von noch 4,25 % am Jahresanfang
auf eine Bandbreite von 0 bis 0,25 % und implementierte
diverse Programme, um das Finanzsystem angesichts
der ausgetrockneten Interbankenmärkte ausreichend mit
Liquidität zu versorgen.
Die Europäische Zentralbank schaltete in nur drei Monaten
auf Zinssenkungskurs um, nachdem sie noch Anfang Juli
eine letzte Zinserhöhung auf 4,25 % vorgenommen hatte.
Zwischen Anfang Oktober und Ende Dezember senkte sie
Geschäft und Rahmenbedingungen
– wie auch viele andere Notenbanken – den Leitzins kräftig
auf 2,5 % und flankierte damit die seit längerem ergriffenen Maßnahmen zur Erhöhung der Liquidität im Bankensystem. Auch Konjunkturprogramme rückten im Herbst
zunehmend auf die Agenda der nationalen Regierungen.
Banken leiden unter Finanzkrise
Die Kreditwirtschaft erlebte 2008 ein außerordentlich
schwieriges Jahr. So führte die Subprime- bzw. Finanzkrise,
die bereits im Sommer 2007 ausgebrochen war, nach
Bloomberg-Daten bis Ende 2008 kumuliert zu Abschreibungen und Verlusten von mehr als 1.200 Mrd. US-Dollar.
Davon entfielen mehr als zwei Drittel auf US-Institute.
Dabei bezogen sich die Wertberichtigungen nicht nur
direkt auf hypothekengedeckte Forderungen. Auch
Asset-Klassen, die infolge des Nachfrageschwunds aufgrund
der verringerten Risikobereitschaft der Investoren an
Wert verloren haben, waren betroffen – so etwa Kredite
für Unternehmensübernahmen. Zum Teil wurden die
Wertberichtigungen durch die Aufnahme frischen Kapitals
kompensiert. Die hohen Verluste sowie die Verschlech­
terung der wirtschaftlichen Perspektiven führten zudem
dazu, dass die Banken ihre Kreditvergabebedingungen
verschärften. In der Eurozone verlangsamte sich seit dem
Frühjahr somit das Kreditwachstum.
Nachdem die US-Subprime-Krise im März mit der Schief­
lage der Investmentbank Bear Stearns einen vorläufigen
Höhepunkt erreicht hatte, spitzte sich die Situation im
Sommer weiter zu. Nach der Insolvenz von Lehman Brothers verschärfte sich die Vertrauenskrise zwischen den
Banken weiter, und diverse US-amerikanische und euro­
päische Institute wurden staatlich gestützt oder durch
andere Banken übernommen.
Staatliche Instrumente zur Stützung des Bankensektors
Neben geld- und fiskalpolitischen Maßnahmen haben die
großen Industrienationen zur Bewältigung der Finanzmarktkrise im Rahmen einer international abgestimmten
Aktion im Oktober 2008 Gesetze zur Stabilisierung des
Finanzsektors beschlossen. Diese zielen darauf ab, das Vertrauen der Marktakteure untereinander wiederherzustellen und für Stabilität an den Märkten zu sorgen. Ein zentrales Element des deutschen Stabilisierungspakets sind
staatliche Garantien für begebene Schuldtitel, die auf An-
F 2008
trag von Finanzinstituten unter bestimmten Bedingungen, insbesondere eine angemessene Kapitalausstattung
und ein tragfähiges Geschäftsmodell, in Anspruch genommen werden können. Damit sollen Liquiditätsengpässe
der begünstigten Institute behoben und deren Refinan­
zierung am Kapitalmarkt unterstützt werden. Zur Kapitalstärkung besteht die Möglichkeit einer zeitlich begrenzten
Beteiligung des Stabilisierungsfonds an einer Rekapitalisierung von Banken. Ein drittes Instrument sieht die Einlie­
ferung von Risikoaktiva vor. Staatliche Garantiezusagen wurden bis Jahresende 2008 von diversen Banken in
Anspruch genommen.
Auswirkungen der Krise auf die
HSH Nordbank
HSH Nordbank von der Finanzmarktkrise im Verlauf
zunehmend betroffen
Bereits 2007 hatte die am US-Immobilienmarkt ausgelöste
Krise (Subprime) hohe Abschreibungen durch gesunkene
Marktpreise für Subprime-Anleihen und strukturierte Wertpapiere (Credit Investments) hervorgerufen. Ein zunehmender Vertrauensverlust der Investoren wirkte sich seit
Mitte 2007 auch auf zwei Investmentgesellschaften des
HSH Nordbank Konzerns, Carrera (SIV) und Poseidon (CP
Conduit), aus. Die Refinanzierung für diese Gesellschaften wurde immer schwieriger. Die HSH Nordbank versorgte diese deshalb selbst mit der nötigen Liquidität und
übertrug zudem die Vermögenswerte einer der Investmentgesellschaften (Poseidon) auf die Bank.
Als Folge der Subprime-Krise wurde die Mittelbeschaffung
für die HSH Nordbank an den Finanzmärkten zunehmend
problematischer. Angesichts der damit verbundenen
Liquiditätsverknappung musste die Bank bereits Ende 2007
zu einer restriktiveren Kreditvergabe übergehen. Zusätzlich hatte die Bank hohe Belastungen im Kreditersatzgeschäft zu verkraften.
Nach einem weiteren, vergleichsweise noch moderaten
Wertberichtigungsbedarf im ersten Halbjahr 2008 verschärfte sich die Situation für die HSH Nordbank mit dem
Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers
und dem Ausfall isländischer Banken. Der zunehmende
5
6
F 2008
Vertrauensverlust gegenüber Banken gefährdete schließlich die Liquiditätslage der HSH Nordbank. Im November
2008 wurde diese für die Bank existenzbedrohende Situation durch die Bereitstellung eines Garantierahmens vom
Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung gemildert, der im
Dezember 2008 mit 10 Mrd. Euro in Anspruch genommen
wurde.
Die zugespitzte Lage auf den Finanzmärkten im dritten und
vierten Quartal hatte zur Folge, dass die Bank hohe Abschreibungen und Bewertungsabschläge auf Finanzinstrumente zu verbuchen hatte. Angesichts der eingetrübten
Konjunkturperspektiven und höherer Ausfallrisiken waren
zudem auch in den Kerngeschäftsfeldern der Bank merk-
lich höhere Zuführungen zur Kreditrisikovorsorge erforderlich. Aufgrund dieser Entwicklungen weist der Konzern
für das Geschäftsjahr einen Konzernfehlbetrag in Höhe von
2.704 Mio. Euro aus (Vorjahr: Konzernüberschuss von 270
Mio. Euro). Ein ursprünglich für 2008 angestrebtes Jahresergebnis über dem Vorjahresniveau von 2007 wurde
damit weit verfehlt. Trotz der deutlich spürbaren Auswirkungen der Finanzkrise ist hervorzuheben, dass die
HSH Nordbank im Jahr 2008 mit ihren Finanzierungsak­
tivitäten und Dienstleistungen im Kundengeschäft wie
in den Vorjahren erfolgreich war und in den stark positionierten Kernbereichen der Bank hohe Erträge erzielt hat.
Nachfolgend werden die Einzelheiten zum Geschäftsverlauf der HSH Nordbank erläutert.
Geschäftsverlauf
F 2008
Geschäftsverlauf
Ertragslage
Gewinn- und Verlustrechnung des HSH Nordbank Konzerns 1)
für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2008 (Mio. ¤)
Zinserträge
Zinsaufwendungen
Zinsüberschuss
2007
Veränderung
absolut
Veränderung
in %
33.163
32.891
272
0,8
-31.112
-31.290
178
-0,6
2.051
1.601
450
28,1
-1.888
15
-1.903
> -100
Zinsüberschuss nach Risikovorsorge im Kreditgeschäft
163
1.616
-1.453
-89,9
Provisionsüberschuss
270
326
-56
-17,2
Risikovorsorge im Kreditgeschäft
Ergebnis aus Sicherungszusammenhängen
Handelsergebnis
Ergebnis aus Finanzanlagen
Verwaltungsaufwand
Sonstiges betriebliches Ergebnis
Ergebnis vor Restrukturierungsaufwand
Restrukturierungsaufwand
Ergebnis vor Steuern
Ertragsteuern
Ergebnis nach Steuern
Erträge aus Verlustübernahme
Konzernjahresüberschuss / -fehlbetrag
Den Anteilen in Fremdbesitz zurechenbares Konzernergebnis
Den HSH Nordbank-Aktionären zurechenbares Konzernergebnis
Einstellung in die Gewinnrücklagen
Entnahme aus den Gewinnrücklagen
Entnahme aus der Kapitalrücklage
Gewinnverwendung für zur Wandlung bestimmte Stille Einlagen
Konzernbilanzgewinn
1)
2008
-15
-13
-2
15,4
-953
-576
-377
65,5
-1.022
-389
-633
> 100
-899
-984
85
-8,6
-166
149
-315
> -100
-2.622
129
-2.751
> -100
-172
0
-172
–
-2.794
129
-2.923
> -100
-261
141
-402
> -100
-3.055
270
-3.325
> -100
351
0
351
–
-2.704
270
-2.974
> -100
-35
-5
-30
> -100
-2.669
275
-2.944
> -100
0
-177
177
-100
58
0
58
–
3.035
0
3.035
–
0
-48
48
-100
424
50
374
> 100
Die HSH Nordbank AG hat im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2008 rückwirkende Anpassungen in der Vergleichsperiode 31. Dezember 2007 vorgenommen, die sich auf die Gewinn- und Verlustrechnung
auswirken. Die wesentlichen Auswirkungen dieser Anpassungen auf den HSH Nordbank Konzern werden im Anhang unter „Allgemeine Angaben“ dargestellt.
Erträge unter Druck
Der Gesamtertrag im HSH Nordbank Konzern belief sich
auf 331 Mio. Euro. Das ist ein deutlicher Rückgang um 618
Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr (949 Mio. Euro). Ausschlaggebend waren gestiegene Bewertungskorrekturen
und realisierte Verluste im Kreditersatzgeschäft, die sich
im Handels- und im Finanzanlageergebnis niedergeschlagen haben. Die Hauptertragsquelle der Bank, der Zinsüberschuss, ist dagegen merklich angestiegen. Im Einzelnen entwickelten sich die Erträge wie folgt:
7
8
F 2008
Den Zinsüberschuss steigerte die HSH Nordbank im Geschäftsjahr 2008 um 450 Mio. Euro auf 2.051 Mio. Euro
(Vorjahr: 1.601 Mio. Euro). Für die Entwicklung waren
mehrere – zum Teil gegenläufige – Faktoren verantwortlich, die im Zusammenhang mit der Finanzkrise stehen.
Hauptsächlich resultiert der Anstieg aus höheren Zinserträgen. Positive Ertragseffekte resultierten aus einer mo­
deraten Ausweitung des Kreditgeschäfts in Kernbereichen
sowie aus der von der Marktentwicklung erzwungenen
Liquiditätsfristentransformation und den gesunkenen Zinsen im zweiten Halbjahr 2008. Zudem hat sich die Entwicklung des US-Dollar-Wechselkurses im Verhältnis zum
Euro positiv auf das Zinsergebnis ausgewirkt. Demgegenüber verzeichneten die Erträge aus Wertpapieren und Beteiligungen, insbesondere aus Private-Equity-Gesellschaften,
einen deutlichen Rückgang. Der Zinsaufwand war ebenfalls
rückläufig. Dabei entlastete insbesondere die Nichtbedienung von Stillen Einlagen und Genussrechtskapital aufgrund des Jahresfehlbetrags. Zusätzlicher Aufwand fiel
für Ende 2008 bereitgestellte Liquiditätsgarantien des Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung an.
Der Provisionsüberschuss ist um 56 Mio. Euro auf 270 Mio.
Euro zurückgegangen. Ein Hauptteil des Rückgangs resultiert aus Provisionsaufwand, der für Verbriefungsgeschäfte
zur Entlastung der Risikoaktiva in der ersten Jahreshälfte
anfiel. Einen deutlichen Ertragseinbruch verzeichnete die
Bank aufgrund der Turbulenzen auf den Finanzmärkten
im Wertpapiergeschäft mit Kunden. Den bei Weitem größten Provisionsertrag erzielte die Bank wie in Vorjahren
aus dem Kreditgeschäft. Der leichte Rückgang im Berichtsjahr war auf geringere Einnahmen aus Bearbeitungsgebühren bei internationalen Finanzierungstransaktionen
zurückzuführen. Das betraf vorwiegend das 2008 merklich reduzierte Syndizierungsgeschäft.
Durch die Krise auf den Finanzmärkten und die damit
verbundenen Bewertungskorrekturen und realisierten Verluste, insbesondere im Kreditersatzgeschäft (Credit-Investment-Portfolio), weist der HSH Nordbank Konzern ein negatives Handelsergebnis in Höhe von 953 Mio. Euro (Vorjahr: –576 Mio. Euro) und ein negatives Ergebnis aus Finanzanlagen von 1.022 Mio. Euro (Vorjahr: –389 Mio. Euro) aus.
Ein Großteil der Belastungen war angesichts der zugespitzten Marktsituation im Schlussquartal zu verzeichnen.
Einzelheiten zur Entwicklung des Credit-Investment-Port-
folios im Berichtsjahr werden im Risikobericht dargestellt. Neben den negativen Effekten aus dem Kreditersatzgeschäft belasteten auch Beteiligungsabschreibungen und
Portfoliowertberichtigungen das Finanzanlageergebnis.
Kreditrisikovorsorge deutlich erhöht
Angesichts drastisch gestiegener Kreditrisiken infolge der
zum Jahresende stark eingetrübten gesamtwirtschaftlichen Lage hat die HSH Nordbank die Netto-Zuführungen
zur Risikovorsorge erheblich auf 1.888 Mio. Euro erhöht.
Im Vorjahr konnte die Bank dank einer guten Konjunkturlage eine Nettoauflösung von 15 Mio. Euro vornehmen.
Von den Netto-Zuführungen im Berichtsjahr 2008 entfallen
1.481 Mio. Euro auf Wertberichtigungen und Rückstel­
lungen für Einzeladressen (Vorjahr: Nettozuführung von
112 Mio. Euro). Portfoliowertberichtigungen für Forde­
rungen an Kunden und Kreditinstitute beliefen sich auf
314 Mio. Euro (Vorjahr: Nettoauflösung von 112 Mio. Euro).
Zusätzlich wurden 116 Mio. Euro Portfoliowertberichtigungen auf Eventualverbindlichkeiten als Rückstellungen
im Kreditbereich gebucht (Vorjahr: Nettozuführung von
3 Mio. Euro). In geringem Umfang wurden Erträge aus abgeschriebenen Forderungen (37 Mio. Euro, Vorjahr: 29 Mio.
Euro) vereinnahmt.
Erste Erfolge des
Kostensenkungsprogramms
Den Verwaltungsaufwand konnte die HSH Nordbank auf
899 Mio. Euro reduzieren (Vorjahr: 984 Mio. Euro). Dies ist
auf die Verringerung des Personalaufwands zurückzuführen, während sich der Sachaufwand inklusive Abschreibungen auf das Sachanlagevermögen auf Vorjahresniveau bewegte. Der Rückgang des Personalaufwands auf 412 Mio.
Euro (Vorjahr: 498 Mio. Euro) ist vor allem auf die Nichtzahlung von freiwilligen Sonderprämien an Mitarbeiter für
2008 zurückzuführen. Dieser Effekt überwog den Anstieg
aus der im Jahresdurchschnitt höheren Mitarbeiterzahl
und den aus allgemeinen Gehaltsteigerungen. Trotz des
konstanten Sachaufwands von 487 Mio. Euro (Vorjahr: 486
Mio. Euro). machten sich erste Erfolge des Kostensenkungsprogramms bemerkbar, welches die Bank im dritten
Quartal 2008 verabschiedet hat. Geringerer Aufwand fiel
Geschäftsverlauf
unter anderem für EDV, Honorare, Marketing und Reisen
an. Einen Anstieg verzeichneten Kosten für Rechtsberatung und Abschlussprüfung.
Im Rahmen der umfassenden Neuausrichtung, die Anfang
2009 in die Wege geleitet wurde, plant die Bank eine
weitere deutliche Senkung des Verwaltungsaufwands bis
2012. Detaillierte Informationen hierzu enthält der Ausblick in diesem Lagebericht.
Das sonstige betriebliche Ergebnis liegt aufgrund von Abschreibungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte und durch
Bildung von Rückstellungen mit –166 Mio. Euro deutlich
unter dem Vorjahreswert (+149 Mio. Euro).
Das Ergebnis vor Restrukturierungsaufwand belief sich
angesichts der Belastungen in Kredit- und Wertpapierportfolien auf –2.622 Mio. Euro (Vorjahr: 129 Mio. Euro).
Im Zusammenhang mit der Neuausrichtung der Bank
wurde Restrukturierungsaufwand in Höhe von 172 Mio.
Euro verbucht. Dabei handelt es sich insbesondere um
Kosten für den geplanten Personalabbau und um Sach­
kosten wie zum Beispiel Rechts- und Beratungskosten.
Auf die Stillen Einlagen, die von Aktionären der Bank gehalten werden, erhält die Bank einen Verlustausgleich
in Höhe von 351 Mio. Euro aus der Partizipation am Jahresfehlbetrag der Bank.
Die Veränderung der Rücklagen ergibt sich nicht unmittelbar aus der Konzernrechnungslegung, sondern aus gesellschaftsrechtlichen Beschlüssen des Mutterunternehmens.
Zum Ausgleich des Jahresfehlbetrags der HSH Nordbank
AG wurden den Gewinn- und Kapitalrücklagen 3.093 Mio.
Euro entnommen. Diese Entnahmen führten im Konzernabschluss zu einem Konzernbilanzgewinn von 424 Mio.
Euro. Im Einzelabschluss wurde ein ausgeglichenes Bilanzergebnis ausgewiesen. Dies ermöglichte in diesem Geschäftsjahr keine Bedienung der Stillen Einlagen und
Genussrechte.
F 2008
Vermögens- und Finanzlage
Bilanzentwicklung von Finanzkrise
bestimmt
Die Krise auf den Finanzmärkten spiegelt sich in der Entwicklung wesentlicher Bilanzpositionen der HSH Nordbank
wider. Insgesamt ist die Bilanzsumme zum 31. Dezember
2008 leicht um 1,7 % auf 208.401 Mio. Euro gestiegen (Vorjahr: 204.827 Mio. Euro). Während die Forderungen an
Kreditinstitute um 7,3 Mrd. Euro zurückgingen, stiegen
die Kundenforderungen – die bei weitem größte Position
auf der Aktivseite der Bilanz – um deutliche 13,4 Mrd. Euro
auf 117,4 Mrd. Euro. Dieser Zuwachs ist auf höhere Kreditausleihungen in regionalen und internationalen Geschäftsbereichen der Bank zurückzuführen, wobei sich auch
die Entwicklung des US-Dollar-Wechselkurses im Verhältnis zum Euro positiv auf das Bilanzsummenwachstum
ausgewirkt hat.
Die Risikovorsorge ist im Geschäftsjahr 2008 nach einem
leichten Rückgang im ersten Halbjahr insgesamt deutlich
um 1.222 Mio. Euro auf 2.751 Mio. Euro gestiegen
(31.12.2007: 1.529 Mio. Euro). Wesentlicher Grund war
eine um 549 Mio. Euro höhere Risikovorsorge für Bonitätsrisiken bei Kunden. Auch für Bonitätsrisiken gegenüber
Kreditinstituten waren mit 362 Mio. Euro erhebliche Zuführungen zur Risikovorsorge erforderlich (hauptsächlich
gegenüber isländischen Banken). Die Portfoliowertberichtigungen mussten um 273 Mio. Euro für Forderungen
gegenüber Kunden bzw. um 41 Mio. Euro für Forderungen
gegenüber Kreditinstituten erhöht werden.
In Übereinstimmung mit den von der Europäischen Union
verabschiedeten Änderungen des IAS 39 und des IFRS 7
zur Bilanzierung und Bewertung von Finanzinstrumenten
hat die HSH Nordbank Wertpapierbestände in Höhe von
1.020 Mio. Euro aus den Handelsaktiva in das Finanzanlagevermögen umgewidmet. Innerhalb der Finanzanlagen
wurden darüber hinaus Wertpapiere in Höhe von 1.841 Mio.
Euro aus der Kategorie AFS in die Kategorie LAR umge­
gliedert.
Die Handelsaktiva sind um 9,8 % auf 26.802 Mio. Euro an­
gestiegen. Dabei waren gegenläufige Effekte zu verzeichnen.
9
10
F 2008
Bilanz des HSH Nordbank Konzerns 1)
(Mio. ¤)
31.12.2008
31.12.2007
Veränderung
absolut
Veränderung
in %
Aktiva
Barreserve
1.419
1.197
222
18,5
23.340
30.679
-7.339
-23,9
117.431
104.064
13.367
12,8
-2.751
-1.529
-1.222
79,9
2.807
1.302
1.505
> 100
427
-23
450
> -100
Forderungen an Kreditinstitute
Forderungen an Kunden
Risikovorsorge
Positive Marktwerte der Hedge-Derivate
Aktivischer Ausgleichsposten aus dem Portfolio Fair Value Hedge
Handelsaktiva
26.802
24.417
2.385
9,8
Finanzanlagen
36.511
42.342
-5.831
-13,8
-27,6
Immaterielle Vermögenswerte
246
340
-94
Sachanlagen
114
117
-3
-2,6
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
285
258
27
10,5
0
65
-65
-100,0
Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte
Ertragsteueransprüche
572
337
235
69,7
Latente Steueransprüche
726
832
-106
-12,7
Sonstige Aktiva
472
429
43
10
Summe Aktiva
208.401
204.827
3.574
1,7
Passiva
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
61.391
57.763
3.628
6,3
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
52.397
50.394
2.003
4,0
Verbriefte Verbindlichkeiten
58.200
70.229
-12.029
-17,1
2.194
1.080
1.114
> 100
Negative Marktwerte der Hedge-Derivate
1.159
-3
1.162
> -100
Handelspassiva
Passivischer Ausgleichsposten aus dem Portfolio Fair Value Hedge
17.587
8.400
9.187
> 100
Rückstellungen
1.412
800
612
76,5
101
258
-157
-60,9
Ertragsteuerverpflichtungen
Latente Steuerverpflichtungen
Sonstige Passiva
99
-41
-41,4
2.143
-348
-16,2
Nachrangkapital
9.962
9.296
666
7,2
Eigenkapital
2.145
4.368
-2.223
-50,9
881
702
179
25,5
–
–
–
–
88
2.317
-2.229
-96,2
1.354
1.505
-151
-10,0
> 100
Grundkapital
Wandelkapital
Kapitalrücklage
Gewinnrücklagen
Neubewertungsrücklage
-562
-180
-382
Rücklage aus der Währungsumrechnung
-85
-114
29
-25,4
Konzernbilanzgewinn
424
50
374
> 100
Gesamt vor Fremdanteilen
2.100
4.280
-2.180
-50,9
Anteile in Fremdbesitz
45
88
-43
-48,9
208.401
204.827
3.574
1,7
Summe Passiva
1)
58
1.795
Die HSH Nordbank AG hat im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2008 rückwirkende Anpassungen in der Vergleichsperiode 31. Dezember 2007 vorgenommen, die sich auf die Bilanz auswirken. Die wesentlichen
Auswirkungen dieser Anpassungen auf den HSH Nordbank Konzern werden im Anhang unter „Allgemeine Angaben“ dargestellt.
Geschäftsverlauf
Die Anleihen und Schuldverschreibungen reduzierten sich
auf 7.099 Mio. Euro (–48,6 %), was neben Bewertungseffekten und der beschriebenen Umkategorisierung vor allem
auf einen deutlichen Bestandsabbau zurückzuführen ist.
Dieser Rückgang wurde durch den Anstieg der positiven
Marktwerte aus Derivaten des Handelsbestands, der aus
Zinssenkungen resultierte, auf 18.983 Mio. Euro (31.12.2007:
9.009 Mio. Euro) jedoch mehr als ausgeglichen.
Das Finanzanlagevermögen verringerte sich hingegen um
5.831 Mio. Euro auf 36.511 Mio. Euro (–13,8 %). Der wesent­
liche Anteil davon entfiel auf Schuldverschreibungen und
andere festverzinsliche Wertpapiere (–4.289 Mio. Euro)
sowie auf Beteiligungen (–1.057 Mio. Euro). Der Rückgang
der Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapiere resultiert aus dem deutlichen Abbau
des Credit-Investment-Portfolios und aus gestiegenen
Abschreibungen. Eine Bestandsminderung bei den Betei­
ligungen ist im Wesentlichen auf das Auslaufen und die
Kündigung von strukturierten Transaktionen zurückzuführen.
Die größten Positionen auf der Passivseite der Bilanz der
HSH Nordbank sind die Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten, die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
und die verbrieften Verbindlichkeiten.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind um
6,3 % auf 61.391 Mio. Euro gestiegen (Vorjahr: 57.763 Mio.
Euro) und haben damit im Berichtsjahr die verbrieften Verbindlichkeiten als wichtigste Refinanzierungsquelle der
HSH Nordbank abgelöst. Der Anstieg war auf höhere Mittelaufnahmen bei der Bundesbank zurückzuführen, während die Einlagen der Kreditinstitute angesichts des kaum
funktionierenden Interbankenmarktes gesunken sind.
Ebenfalls zugenommen haben die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden mit 52.397 Mio. Euro per 31.12.2008 gegenüber 50.394 Mio. Euro zum Vorjahresstichtag. Ausschlaggebend für den Anstieg waren höhere Einlagen von insti­
tutionellen Investoren.
Die verbrieften Verbindlichkeiten sind im Jahresverlauf
2008 kontinuierlich gesunken. Per 31.12.2008 belaufen sie
sich auf 58.200 Mio. Euro und liegen damit um 17,1 % unter dem Vorjahreswert von 70.229 Mio. Euro. Dafür ursächlich war ein geringeres Volumen kurzfristiger Emissionen
F 2008
als Folge der nahezu zum Erliegen gekommenen Geldmärkte. Längerfristige Schuldtitel verzeichneten dagegen
einen Anstieg.
Die überwiegend aus negativen Marktwerten aus Derivaten
des Handelsbestands bestehenden Handelspassiva sind
korrespondierend zur Entwicklung bei den positiven Marktwerten aus Derivaten um 9.187 Mio. Euro auf 17.587 Mio.
Euro gestiegen (31.12.2007: 8.400 Mio. Euro).
Das gesamte Nachrangkapital im Konzern beträgt per
31.12.2008 9.962 Mio. Euro (Vorjahr: 9.296 Mio. Euro). Der
Anstieg ist vor allem auf das in dieser Position enthaltene
Genussrechtskapital zurückzuführen, das sich im Geschäftsjahr 2008 um 1.510 Mio. Euro auf 2.724 Mio. Euro erhöhte. Im dritten Quartal 2008 wurden im Rahmen einer strukturierten Transaktion Genussrechte im Volumen von
1.750 Mio. Euro emittiert.
Das Eigenkapital ist infolge hoher Ergebnisbelastungen
der HSH Nordbank um 50,9 % auf 2.145 Mio. Euro gesunken
(Vorjahr: 4.368 Mio. Euro).
Nach Zustimmung der außerordentlichen Hauptversammlung am 18. Juli 2008 wurden im dritten Quartal 2008
Maßnahmen zur Verbesserung der Kapitalausstattung der
HSH Nordbank aus dem Beschluss der Aufsichtsratssitzung vom 19. Mai 2008 umgesetzt. Die Kapitalmaßnahmen
umfassten neben einer Barkapitalerhöhung der von J.C.
Flowers beratenen Trusts in Höhe von 300 Mio. Euro eine
Wandlung sämtlicher von den Anteilseignern gehaltenen
Stillen Einlagen (685 Mio. Euro) und Vorzugsaktien (57 Mio.
Euro) in Stammaktien.
Die darüber hinaus in Form einer Stillen Einlage durch die
Aktionäre zur Verfügung gestellten neuen Mittel in Höhe
von 962 Mio. Euro stellen abweichend zur aufsichtsrechtlichen Sicht im IFRS-Konzernabschluss kein Eigenkapital,
sondern verbriefte Verbindlichkeiten dar. Durch Verlustteilnahme wurden diese im Jahr 2008 um 351 Mio. Euro auf
611 Mio. Euro reduziert. Durch die Auflösung von Kapitalrücklagen in Höhe von 3.035 Mio. Euro und von Gewinnrücklagen von 58 Mio. Euro im Einzelabschluss der HSH
Nordbank AG wurde der Konzernjahresfehlbetrag überkompensiert und ein Konzernbilanzgewinn von 424 Mio.
Euro ausgewiesen.
11
12
F 2008
Die Neubewertungsrücklage wurde im Jahresverlauf mit
–382 Mio. Euro deutlich belastet und beträgt per 31.12.2008
–562 Mio. Euro. Davon entfallen –358 Mio. Euro auf AFS-­
Bestände des Credit-Investment-Portfolios (31.12.2007: –60
Mio. Euro).
HSH Nordbank Gruppe
Anrechenbare Eigenmittel nach KWG
für Solvenzzwecke 1)
(Mio. ¤)
Kernkapital
Das außerbilanzielle Geschäft verringerte sich um 20,6 %
auf 29.426 Mio. Euro (Vorjahr: 37.070 Mio. Euro). Dabei
gingen sowohl die Eventualverbindlichkeiten (–2.777 Mio.
Euro) als auch die sonstigen außerbilanziellen Verpflichtungen (–4.867 Mio. Euro) deutlich zurück. Aus den Veränderungen im außerbilanziellen Geschäft und dem Anstieg der Bilanzsumme ergibt sich per Saldo ein leichter
Rückgang des Geschäftsvolumens per 31.12.2008 um
1,7 % auf 237.827 Mio. Euro.
Kernkapital erhöht
Seit Jahresbeginn 2008 meldet die HSH Nordbank die
Eigenmittel und deren Auslastung nach der Solvabilitätsverordnung (SolvV), entsprechend den Anforderungen
nach Basel II. Bis zum 31. Dezember 2007 hat die Bank von
der Übergangsvorschrift des § 339 Abs. 9 SolvV Gebrauch
gemacht und die Regelungen des Grundsatz I angewandt.
Die Summe des Kernkapitals erhöhte sich infolge der Kapitalmaßnahmen zur Jahresmitte 2008 per 31. Dezember
2008 auf 8,4 Mrd. Euro (31.12.2007: 7,7 Mrd. Euro), die
Summe der anrechenbaren Eigenmittel belief sich wie im
Vorjahr auf 12,9 Mrd. Euro. Die Kernkapitalquote (inklu­
sive Marktrisikoposition) erreichte 7,5 % (31.12.2007: 6,2 %)
und die Eigenmittelquote 11,6 % (31.12.2007: 10,4 %). Der
Jahresverlust für 2008 ist in den Zahlen noch nicht berücksichtigt. Nach der Feststellung der Bilanz verringerten
sich die Kernkapitalquote auf ca. 5,1 % und die Eigenmittelquote auf ca. 8,3 %. Durch die geplante Kapitalisierung
der Bank um 3 Mrd. Euro erhöht sich die Kernkapitalquote
auf ca. 7,8 % und die Eigenmittelquote auf ca. 12,3 % (nach
Bilanzfeststellung).
Darunter: Stille Einlagen
Ergänzungskapital
31.12.2008
31.12.2007
8.352
7.679
2.385
2.200
3.979
4.348
139
494
Darunter:
Genussrechtskapital
Nachrangige Verbindlichkeiten
(anrechenbare)
4.580
3.854
Modifiziertes verfügbares Eigenkapital
12.331
12.027
592
879
12.923
12.906
Drittrangmittel
Anrechenbare Eigenmittel gemäß § 3
Abs. 1 Satz 1 i.V.m. § 2 Abs. 6 Satz 1 SolvV
1)
unter Berücksichtigung der Abzugspositionen gem. § 10 Abs. 6 und Abs. 6a KWG
Eigenmittelanforderungen gemäß
Solvabilitätsverordnung (SolvV)
(Mio. ¤)
31.12.2008
31.12.2007
Eigenkapitalanforderungen für
Adressenausfallrisiko
7.794
8.700
Eigenkapitalanforderungen für
operationelle Risiken 1)
291
–
Eigenmittelanforderungen für
Marktrisikopositionen
857
1.230
8.942
9.930
31.12.2008
31.12.2007
Eigenkapitalquote (Solvabilitätskoeffizient)
12,2
11,1
Gesamtkennziffer / Eigenmittelquote
Eigenmittelanforderungen Gesamt
1)
neu gemäß den Anforderungen der SolvV
Aufsichtsrechtliche Kennzahlen 1)
(%)
1)
11,6
10,4
Kernkapitalquote
8,3
7,1
Kernkapitalquote
(inklusive Marktrisikopositionen)
7,5
6,2
seit 1. Januar 2008 ermittelt die HSH Nordbank die Quoten gemäß den Anforderungen der Solva­
bilitätsverordnung bzw. Basel II. Für den 31. Dezember 2007 werden Quoten nach Grundsatz I bzw.
Basel I gezeigt.
Geschäftsverlauf
F 2008
Erschwerte Mittelaufnahme
Die Refinanzierungsbedingungen waren im Berichtsjahr
außergewöhnlich schwierig. Besonders seit der Insolvenz
der US-Investmentbank Lehman Brothers war die Mittelaufnahme an den Geld- und Kapitalmärkten kaum noch
möglich. Trotz der weltweiten Maßnahmen von Zentralbanken und Regierungen im vierten Quartal 2008 verbesserte sich die Stimmung nicht entscheidend, und das
Vertrauen in die Banken und zwischen den Banken kehrte
bis ins Jahr 2009 hinein nicht wieder zurück. Kurzfristige
Mittel wurden überwiegend auf besicherter Basis zur Verfügung gestellt. Ebenso spitzte sich die Lage im langfristigen Bereich zu. Sowohl für unbesicherte Anleihen als auch
für Pfandbriefe waren Investoren praktisch nicht mehr zu
gewinnen. Die Liquiditätsversorgung der Kreditwirtschaft
konnte in Deutschland wie in vielen anderen Ländern
nur durch umfangreiche Stützungsprogramme der Notenbanken und Regierungen sichergestellt werden.
für 2008 weitgehend zu erreichen. Im zweiten Halbjahr –
insbesondere nach der Insolvenz der US-Investmentbank
Lehman Brothers – war es nur noch möglich, vereinzelt
mit Schuldscheindarlehen und Privatplatzierungen bei
institutionellen Investoren im inländischen Markt aktiv
zu sein. Durch die Platzierung längerfristiger, ungedeckter
Schuldtitel konnten wir im Gesamtjahr Mittel mit einem
Volumen von nahezu 6 Mrd. Euro aufnehmen. Zusätzlich
nutzten wir unsere Stellung als Pfandbriefemittent für
Platzierungen gedeckter Titel mit einem Volumen von rund
5 Mrd. Euro. Der deutsche Pfandbrief hat sich, gemessen
an den Spreads, im Vergleich zu anderen Covered Bonds
bis zum Jahresende 2008 vergleichsweise stabil entwickelt. Pfandbriefe sind ein wichtiges Element in der Refinanzierungsstrategie der HSH Nordbank. Anfang 2008
hatte die HSH Nordbank erfolgreich den weltweit ersten
Jumbo-Schiffspfandbrief mit einem Aaa Rating von
Moody’s begeben.
Garantierahmen für Anleihe-Emissionen
Um die Märkte zu stabilisieren und die Begebung von Bankanleihen wieder zu ermöglichen, hat der Bund im vierten
Quartal 2008 den Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung
(SoFFin) eingerichtet. Die HSH Nordbank hat im November 2008 vom SoFFin eine Garantiezusage für die Emission
von Schuldtiteln erhalten. Diese Garantie kann die HSH
Nordbank zur Besicherung von börsenfähigen Verbindlichkeiten mit einer Laufzeit von bis zu drei Jahren nutzen.
Mit der Verschärfung der Finanzmarktkrise in der zweiten
Jahreshälfte beschränkten sich unsere Refinanzierungs­
aktivitäten überwiegend auf kurze Laufzeiten. Die Einlagen
von Geschäftspartnern entwickelten sich unterschiedlich.
Während die Einlagen anderer Banken insgesamt einen
Rückgang verzeichneten, ist die Einlagenbasis von NichtBanken dank guter Kundenbeziehungen und intensiver
Akquisitionsbemühungen im Sales und in den Kundenbereichen 2008 weiter angewachsen.
Unter der SoFFin-Garantie hat die Bank im Dezember 2008
zwei kurzlaufende Anleihen in Höhe von jeweils 5 Mrd.
Euro begeben, die EZB-fähig sind und als Liquiditätsreserve
dienen. Zu Jahresbeginn 2009 hat die Bank hiervon 3 Mrd.
Euro vorzeitig getilgt und anschließend unter dieser Garantie erfolgreich eine erste Benchmark-Anleihe mit einem
Volumen von 3 Mrd. Euro und einer Laufzeit von drei Jahren am Kapitalmarkt begeben. Die Anleihe war mit über
9 Mrd. Euro mehr als dreifach überzeichnet. Die Liquiditätsversorgung der HSH Nordbank wurde dadurch gestärkt.
Im Rahmen des Liquiditätsmanagements hat die Bank
2008 zusätzliche Maßnahmen ergriffen. Dazu zählen unter anderem die Erhöhung des Potenzials für Notenbank­
refinanzierungen durch Restrukturierung illiquider Vermögenswerte, die Erweiterung des Deckungsstockvolumens zur Begebung gedeckter Emissionen, der Verkauf
von Vermögenswerten, z. B. aus dem Credit-Investmentund dem Financial-Institutions-Portfolio, sowie die Restrukturierung von Portfolien. Ihren Collateral Pool, das heißt
ihre Depots mit Wertpapieren und Kreditforderungen bei
Zentralbanken, hat die Bank im Berichtsjahr kontinuierlich ausgebaut und weiterentwickelt.
Weitere Refinanzierungsaktivitäten der HSH Nordbank
Trotz der erschwerten Bedingungen war die Bank insbesondere durch verstärkte Aktivitäten im ersten Halbjahr
2008 in der Lage, ihre langfristigen Refinanzierungsziele
Ausführliche Informationen zur Liquiditätslage und zur
Steuerung der Liquidität sind im Risikobericht enthalten.
13
14
F 2008
Mitarbeiter
Stellenabbau beschlossen
Zum Jahresultimo 2008 waren im HSH Nordbank Konzern
insgesamt 5.070 Mitarbeiter beschäftigt (Vorjahr: 4.756).
Ausschlaggebend für den Anstieg im Vergleich zum 31. Dezember 2007 waren Neueinstellungen von Experten für
Kunden- und Zentralbereiche der HSH Nordbank im Inland
und an einzelnen Auslandsstandorten. Ein weiterer Teil
des Anstiegs der Beschäftigtenzahl resultiert aus der Erweiterung des Konsolidierungskreises, insbesondere um den
Immobilienfondsanbieter LB Immo Invest GmbH, Hamburg.
Die weit überwiegende Zahl der neuen Mitarbeiter in der
HSH Nordbank wurde im ersten Halbjahr eingestellt. Ange-
Personalzahlen
sichts der Verschärfung der Finanzkrise in der zweiten
Jahreshälfte hat die Bank eine Fokussierung des Geschäftsmodells und Kostensenkungen beschlossen, die auch
einen Stellenabbau erfordern. Durch den Wegfall von Aufgaben und effizientere Abläufe soll die Zahl der Vollzeitstellen bis 2012 auf 3.250 reduziert werden. Zum Jahresende 2008 lag die Zahl der Vollzeitstellen bei 4.325. Anfang März 2009 wurden die wesentlichen Eckpunkte eines
Interessenausgleichs mit dem Gesamtbetriebsrat verhandelt. Ein Sozialplan, in dem die Interessen der Mitarbeiter
angemessen berücksichtigt werden, soll im Laufe des Jahres 2009 verabschiedet werden.
31.12.2008
31.12.2007
5.070
4.756
Frauen
2.240
2.122
Männer
2.830
2.634
Mitarbeiter Inland
4.087
3.830
983
926
4.750
4.463
Gesamtzahl Beschäftigte Konzern 1)
davon:
Mitarbeiter Ausland
Stammpersonal Konzern 2)
Vollzeitarbeitskräfte (VAK) Konzern
4.325
4.067
Stammpersonal HSH Nordbank AG
4.105
3.873
Kennzahlen
Mutterschaft und Elternzeit 3)
Pensionäre und Hinterbliebene / Vorruheständler
Teilzeitbeschäftigungsquote (%)
175
170
1.743
1.741
17,2
17
Fluktuationsquote 3) (%)
4,8
7,1
Krankheitsquote 3) (%)
3,4
3,3
Durchschnittsalter 3) (Jahre)
Neueinstellungen 3)
1)
Kopfzahlen
2)
Gesamtzahl der Beschäftigten ohne Auszubildende, Aushilfen und Praktikanten
3)
nur Hauptsitze (HSH Nordbank AG ohne Niederlassungen)
39
39
309
225
Geschäftsverlauf
Segmentbericht
Das Geschäft der HSH Nordbank AG wird unterstützt und
ergänzt durch zahlreiche Tochterunternehmen und Betei­
ligungen. In den Konsolidierungskreis wurden zum Jahresultimo 2008 nach den IAS 27 und SIC 12 Vorschriften 57
wesentliche Gesellschaften, darunter 18 Zweckgesellschaften, einbezogen, die für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von Bedeutung sind. Eine vollständige Liste der
konsolidierten Gesellschaften befindet sich im Anhang
zum Konzernabschluss, Ziffer 4.
Segmentstruktur 2008
Die HSH Nordbank gliedert ihr Geschäft in vier Segmente,
die an der strategischen Ausrichtung des Konzerns orientiert sind. Das Segment Transportation & Energy spiegelt
die internationale Spezialisierung in den Bereichen Shipping, Transport und Energy wider. Im Segment Real Estate
ist unser Engagement im Immobilienbereich gebündelt.
Unsere Positionierung als führende Geschäftsbank in der
norddeutschen Kernregion bildet das Segment Corporate
& Private Banking ab. Die Kapitalmarktaktivitäten sowie
das Sparkassengeschäft sind im Segment Financial Markets & Institutions zusammengefasst.
Der größte Teil der Bewertungsverluste entstand im Segment Financial Markets & Institutions. Die drei anderen –
vom klassischen Kreditgeschäft geprägten – Segmente
verzeichnen einen stark erhöhten Risikovorsorgebedarf.
Transportation
& Energy
Segmente
Geschäftsbereiche im Überblick
(Mio. ¤)
Shipping
F 2008
Transport
410
236
2007
408
209
2008
-118
76
Energy
118
Real
Estate
Immo­
bilienkunden
Corporate &
Private Banking
Firmenkunden
Gesamtertrag
2008
Operatives Ergebnis
2007
340
107
64
313
Durchschnittlich gebundenes Eigenkapital
2008
401
323
106
468
2007
467
404
118
732
1.209
Private
Banking
Financial Markets &
Institutions
Financial
Markets
-2.052
Spar-­
kassen
382
509
52
39
86
472
705
81
-774
58
54
-305
-55
-7
-2.880
11
524
25
-1.088
29
920
24
891
8
44
1.212
18
15
16
F 2008
Segment Transportation & Energy
Transportation & Energy
(Mio. ¤)
2008
2007
Veränderung
in %
567
478
19
89
57
56
Ergebnis aus Finanzanlagen
-13
25
> -100
Provisionsüberschuss
121
143
-15
Gesamtertrag
764
703
9
Risikovorsorge im Kreditgeschäft
-554
–
–
Verwaltungsaufwand
-200
-193
4
2
1
100
12
511
-98
830
989
-16
Zinsüberschuss
Handelsergebnis
Sonstiges betriebliches Ergebnis
Operatives Ergebnis
Durchschnittlich gebundenes Eigenkapital
Im Segment Transportation & Energy, das die Unternehmensbereiche Shipping, Transport und Energy umfasst,
belief sich das Operative Ergebnis für das Jahr 2008 auf
12 Mio. Euro (Vorjahr: 511 Mio. Euro).
Shipping
Erträge in Höhe von 410 Mio. Euro
Der Unternehmensbereich Shipping hat in einem sich
im Jahresverlauf drastisch verschlechternden Schifffahrtsund Finanzierungsmarkt Erträge nahezu auf Vorjahres­
niveau erwirtschaftet. Nachdem wir bis in das dritte Quartal hinein noch von den dynamischen Märkten profitierten, trübte sich die Lage zum Jahresende zunehmend ein.
Insbesondere die angespannte Finanzierungssituation
und eine ausgeprägte Abkühlung der Nachfrage nach Transportdienstleistungen bremsten die Verschiffung von Containern und Massengütern deutlich. Gleichzeitig wuchs das
Tonnageangebot noch weiter an. Angesichts dieser deutlich zunehmenden Ungleichgewichte auf den Märkten haben wir in den letzten Monaten des Jahres spürbar weniger Neugeschäft abgeschlossen als noch zur Jahresmitte.
Den Hauptbeitrag zu den operativen Erträgen leistete der
Zinsüberschuss, der mit 312 Mio. Euro das Vorjahres­
niveau (291 Mio. Euro) um 7% übertraf. Dabei hat sich die
Entwicklung des US-Dollar-Wechselkurses im Verhältnis
zum Euro positiv auf das Zinsergebnis ausgewirkt. Zudem
nahm in der zweiten Jahreshälfte die Bereitschaft der
Reeder zu, gestiegene Refinanzierungskosten und deutlich
höhere Margen zu akzeptieren. Die insgesamt verhaltene
Neugeschäftsentwicklung beeinflusste auch das Provisionsergebnis. Mit 52 Mio. Euro blieb es hinter dem Vorjahreswert in Höhe von 70 Mio. Euro zurück. Das Handelsergebnis
konnten wir deutlich auf 46 Mio. Euro (Vorjahr: 36 Mio.
Euro) steigern. Das ist insbesondere auf den erfolgreichen
Vertrieb von Instrumenten zur Absicherung gegen Zins-,
Währungs- und Ölpreisrisiken zurückzuführen. Die Erhöhung der Kreditrisikovorsorge auf 437 Mio. Euro spiegelt
unsere Erwartung wachsender Risiken aus einer anhaltenden Konjunkturschwäche wider. Das operative Ergebnis
belief sich aufgrund des höheren Vorsorgebedarfs auf ein
Minus von 118 Mio. Euro (Vorjahr: +340 Mio. Euro).
Transport
Erträge gestiegen
Der Unternehmensbereich Transport konnte sein Geschäft
im Jahr 2008 dank einer hohen Finanzierungsnachfrage
im Transportsektor ausweiten. Die Erträge steigerten wir
dabei im Berichtsjahr merklich auf 236 Mio. Euro (Vorjahr: 209 Mio. Euro). Getragen wurde die positive Entwicklung insbesondere von zahlreichen Engagements in den
europäischen Luftfahrt- sowie Infrastrukturmärkten. Es
folgten die Bereiche Asien und Amerika mit ebenfalls
positiven Erfolgsbeiträgen sowohl im Luftfahrt- als auch
Geschäftsverlauf
im Infrastruktursegment. Von dem erfolgreichen Finan­
zierungsgeschäft profitierte in erster Linie der Zinsüberschuss des Unternehmensbereichs. Für ein deutliches
Plus im Handelsergebnis sorgte insbesondere ein gestie­
gener Bedarf an Lösungen zur Absicherung gegen Zins-,
Währungs- und Treibstoffpreisrisiken. Aufgrund des spürbar eingetrübten Umfelds war zum Jahresende eine Erhöhung der Vorsorge für gestiegene Kreditrisiken im Port­
folio erforderlich. Die Ertragssteigerung konnte mit einem
niedrigeren Verwaltungsaufwand erreicht werden. Entsprechend verbesserte sich die Cost-Income-Ratio des Unternehmensbereichs. Aus den beschriebenen Entwicklungen
resultierte ein positives Operatives Ergebnis in Höhe von
76 Mio. Euro (Vorjahr: 107 Mio. Euro).
Energy
Ergebnis deutlich im Plus
Der Unternehmensbereich Energy hat die insgesamt positive Entwicklung im Sektor Erneuerbare Energien zum
weiteren Ausbau seines Geschäfts genutzt. Trotz einer gebremsten Dynamik in der zweiten Jahreshälfte wuchsen
die Erträge des Bereichs im Jahr 2008 deutlich auf 118 Mio.
Euro (Vorjahr: 86 Mio. Euro). Schwerpunktmäßig in
Deutschland, Spanien, Frankreich und Belgien sowie in
den USA haben wir zahlreiche Transaktionen erfolgreich begleitet. Der größte Anteil der Einnahmen resultierte dabei aus Windenergie-Projekten, wenngleich die Bedeutung industrieller Solarprojekte am Neugeschäft überproportional zugenommen hat. Insbesondere der Zinsüberschuss des Bereichs hat von den Aktivitäten profitiert.
Gedämpft wurde unser Wachstum durch eine zunehmende
Unsicherheit am Markt. Besonders im vierten Quartal
2008 gingen die Zahl und das Volumen unserer Geschäftsabschlüsse merklich zurück.
Das Handelsergebnis übertraf ebenfalls sehr deutlich den
Vorjahreswert. Das war hauptsächlich auf das Geschäft mit
Zins-, Währungs- und Inflationsderivaten zurückzuführen, die bei den zahlreichen internationalen Projekten der
Bank häufig zur Begrenzung von Risiken genutzt wurden.
Die Kunden erhalten so für die gesamte Finanzierungslaufzeit eine sichere Kalkulationsbasis für ihre Zinskosten
bzw. Wechselkurse und sind zugleich gegen extreme Marktausschläge geschützt. Der Provisionsüberschuss entwickelte sich leicht positiv im Vergleich zum Vorjahr, obgleich
F 2008
sich angesichts einer spürbaren Zurückhaltung vieler
Kreditinstitute ein geringeres Syndizierungsvolumen bemerkbar machte. Zudem wurden viele größere Finan­
zierungen bereits vor Geschäftsabschluss im Rahmen von
Club Deals auf mehrere Banken verteilt. Der Rückgang
der Syndizierungen ist angesichts der Attraktivität des Geschäftsfelds im Vergleich zu anderen jedoch deutlich
moderater ausgefallen als in anderen Asset-Klassen. Das
Operative Ergebnis des Bereichs belief sich auf 54 Mio.
Euro (Vorjahr: 64 Mio. Euro).
17
18
F 2008
Segment Real Estate
Real Estate
(Mio. ¤)
Veränderung
in %
2008
2007
344
325
6
22
47
-53
-36
40
> -100
52
60
-13
382
472
-19
Risikovorsorge im Kreditgeschäft
-346
17
> -100
Verwaltungsaufwand
-177
-177
0
Sonstiges betriebliches Ergebnis
-164
1
> -100
Operatives Ergebnis
-305
313
> -100
468
732
-36
Zinsüberschuss
Handelsergebnis
Ergebnis aus Finanzanlagen
Provisionsüberschuss
Gesamtertrag
Durchschnittlich gebundenes Eigenkapital
Das Segment Real Estate umfasst das Finanzierungsgeschäft
der HSH Nordbank im Immobilienbereich sowie die Akti­
vitäten der Tochtergesellschaft HSH Real Estate AG. Im Berichtsjahr konnten in diesem Segment Erträge in Höhe
von 382 Mio. Euro nach 472 Mio. Euro im Vorjahr erzielt
werden, die durch Abschreibungen in der HSH Real Estate
AG in Höhe von 21 Mio. Euro belastet wurden. Das Opera­
tive Ergebnis betrug –305 Mio. Euro (Vorjahr: 313 Mio. Euro).
Dieser Rückgang ist wesentlich auf eine deutlich erhöhte
Risikovorsorge im Finanzierungsgeschäft sowie auf Verluste
in der HSH Real Estate AG zurückzuführen.
Erfolgreiches Finanzierungsgeschäft
Im Finanzierungsgeschäft konnte der Unternehmens­
bereich Immobilienkunden operative Erträge in Höhe von
389 Mio. Euro erzielen. Das ist im Vergleich zum Vorjahr
(402 Mio. Euro) ein leichter Rückgang. Zu der guten Ertragssituation in der Bank haben zahlreiche Finanzierungs­
vorhaben mit gewerblichen Kunden im In- und Ausland
beigetragen, wenngleich wir in der zweiten Jahreshälfte
angesichts der schwierigeren Refinanzierungsmöglichkeiten weniger Neugeschäft abgeschlossen haben. Zusätzliche Erfolge verzeichneten wir mit dem Vertrieb von Kapitalmarktprodukten. So ermöglichte etwa das Zinsmanagement der Bank vielen unserer Kunden, ihre individuelle
Zinsbelastung zu reduzieren. Der Verwaltungsaufwand
im Finanzierungsgeschäft konnte im Geschäftsjahr durch
eine Straffung der Organisation deutlich gesenkt werden.
Hierzu hat unter anderem die Reduzierung der Aktivitäten
am Standort New York beigetragen. Die Risikovorsorge
wurde infolge gestiegener Kreditrisiken deutlich erhöht.
HSH Real Estate AG
Das Geschäft der HSH Real Estate AG wurde insbesondere
durch Abschreibungen und Rückstellungen im Geschäft
mit geschlossenen Fonds belastet, so dass die Gesellschaft
insgesamt ein negatives Ergebnis ausweist. Darin ent­
halten sind Goodwill-Abschreibungen in Höhe von 87 Mio.
Euro. In den anderen Sparten der HSH Real Estate verlief
das Geschäft verhalten bis positiv. Vor Wertberichtigungen
konnte die Gesellschaft im Berichtsjahr Erträge in Höhe
von 13 Mio. Euro erzielen. Insgesamt belief sich das Ergebnis inklusive Wertberichtigungen auf –227 Mio. Euro
(Vorjahr: 48 Mio. Euro).
Ungeachtet der Belastungen trieb die HSH Real Estate AG
im Berichtszeitraum mehrere Projekte erfolgreich voran.
Hierzu zählt zum Beispiel der Ausbau des Geschäftes mit
institutionellen Kunden durch die vollständige Übernahme der LB Immo Invest. Insgesamt stieg das Volumen der
Assets under Management bei der HSH Real Estate AG
auf 5,8 Mrd. Euro.
Geschäftsverlauf
F 2008
Segment Corporate & Private Banking
Corporate & Private Banking
(Mio. ¤)
Zinsüberschuss
Handelsergebnis
Ergebnis aus Finanzanlagen
Veränderung
in %
2008
2007
432
454
-5
6
28
-79
9
144
-94
Provisionsüberschuss
114
160
-29
Gesamtertrag
561
786
-29
Risikovorsorge im Kreditgeschäft
-398
18
> -100
Verwaltungsaufwand
-226
-257
-12
1
2
-50
Operatives Ergebnis
-62
549
> -100
Durchschnittlich gebundenes Eigenkapital
944
1.253
-25
Sonstiges betriebliches Ergebnis
Im Segment Corporate & Private Banking sind die Unternehmensbereiche Firmenkunden und Private Banking
zusammengefasst. Das Operative Ergebnis des Segments
belief sich auf –62 Mio. (Vorjahr: 549 Mio. Euro).
Firmenkunden
Reduziertes Neugeschäft spürbar
Im Unternehmensbereich Firmenkunden verlief das Geschäft im Jahr 2008 angesichts einer immer schwieriger
werdenden Refinanzierungssituation und einer insbesondere ab dem vierten Quartal zunehmenden Investitions­
zurückhaltung unserer mittelständischen Unternehmenskunden verhaltener als im Vorjahr. Dabei schwächte sich
das Neugeschäft merklich ab, nachdem wir dieses in den
ersten Monaten des Jahres noch ausweiten konnten. Da­
rüber hinaus hat die Reduzierung der so genannten Leveraged-Buy-out-Aktivitäten außerhalb Deutschlands und
der Refinanzierung von Leasinggesellschaften die Entwicklung des Neugeschäftsvolumens beeinflusst.
Die Erträge beliefen sich zum Jahresende insgesamt auf
509 Mio. Euro. Bereinigt um Sondererlöse aus Beteiligungsverkäufen im Vorjahr lagen die operativen Erträge
um 65 Mio. Euro unter dem Vorjahreswert. Belastend
wirkte der Abbau der oben genannten Portfolien. Das rückläufige Neugeschäft im zweiten Halbjahr schlug insbesondere im Provisionsüberschuss zu Buche, der mit 90 Mio.
Euro nicht an das Vorjahresergebnis in Höhe von 127 Mio.
Euro anknüpfen konnte. Der Zinsüberschuss lag als Folge
des verringerten Kreditgeschäfts mit 387 Mio. Euro leicht
unter dem Vorjahresniveau (409 Mio. Euro). Das Handelsergebnis profitierte von der Nachfrage nach Zinssicherungsgeschäften, erreichte im Gesamtjahr aber nicht das Vorjahresniveau. Die Kostensituation des Bereichs entwickelte
sich positiv. Der Verwaltungsaufwand in Höhe von 170 Mio.
Euro reduzierte sich um 32 Mio. Euro gegenüber dem
Vorjahreswert. Neben reduzierten Personalkosten insbesondere außerhalb Deutschlands konnten durch ein strin­
gentes Kostenmanagement auch die Sachkosten verringert
werden.
Ergebnismindernd wirkte sich die Risikovorsorge aus, die
wir aufgrund gestiegener Ausfallwahrscheinlichkeiten
signifikant aufgestockt haben. Insgesamt beliefen sich die
Zuführungen zur Risikovorsorge zum Jahresende 2008
auf 398 Mio. Euro, nachdem wir im Vorjahr signifikante
Auflösungen vornehmen konnten. Aufgrund des erhöhten Vorsorgebedarfs verzeichnete der Bereich ein Operatives
Ergebnis in Höhe von –55 Mio. Euro (Vorjahr: +524 Mio.
Euro).
Private Banking
Zurückhaltung der Anleger
Im Unternehmensbereich Private Banking beliefen sich die
operativen Erträge für das Jahr 2008 auf 52 Mio. Euro
(Vorjahr: 81 Mio. Euro). Zu dem Rückgang haben maßgeb-
19
20
F 2008
lich die im vergangenen Jahr zeitweise ausgeprägte Ver­
unsicherung und Zurückhaltung der Kunden beigetragen.
Das Anlageverhalten sorgte im Privatkundenbereich für
Verluste im Wertpapiergeschäft, insbesondere mit Anlagezertifikaten, sowie für gesunkene Einnahmen aus Kun­
deneinlagen. Die genannten Rückgänge betrafen schwerpunktmäßig unser Geschäft am Standort Luxemburg.
Im Inland war erfreulich, dass der Unternehmensbereich
trotz der verbreiteten Unsicherheit neue Kunden im ge­
hobenen Private-Banking-Zielsegment gewinnen konnte.
Nennenswert höhere Erträge hat der Unternehmensbereich im Sorten- und Edelmetallhandel erzielt. Trotz einer
stabilen Kostensituation verblieb zum Jahresultimo ein
negatives Operatives Ergebnis von 7 Mio. Euro, nach einem
Plus in Höhe von 25 Mio. Euro im Jahr 2007.
Geschäftsverlauf
F 2008
segment Financial Markets & Institutions
Financial Markets & Institutions
(Mio. ¤)
Zinsüberschuss
Handelsergebnis
Ergebnis aus Finanzanlagen
Provisionsüberschuss
Gesamtertrag
2008
2007
Veränderung
in %
548
428
28
-1.704
-676
> 100
-891
-494
80
34
26
31
-2.013
-716
> 100
> 100
Risikovorsorge im Kreditgeschäft
-518
-28
Verwaltungsaufwand
-298
-316
-6
-40
1
> -100
-2.869
-1.059
> 100
899
1.230
-27
Sonstiges betriebliches Ergebnis
Operatives Ergebnis
Durchschnittlich gebundenes Eigenkapital
Im Segment Financial Markets & Institutions waren zum
Jahresende 2008 die Finanzmarktbereiche Capital Markets
Clients, Capital Markets Structuring & Trading, Capital
Markets Credit, Asset and Investment Management und
Group Treasury sowie der Unternehmensbereich Spar­
kassen enthalten. Insgesamt verzeichnete das Segment ein
negatives Operatives Ergebnis in Höhe von 2.869 Mio.
Euro (Vorjahr: –1.059 Mio. Euro).
Financial Markets
Hoher Verlust infolge der Finanzkrise
Der Finanzmarktbereich der HSH Nordbank verbuchte
infolge des extrem schwierigen Marktumfelds für das Jahr
2008 ein negatives Operatives Ergebnis in Höhe von 2.880
Mio. Euro (Vorjahr: –1.088 Mio. Euro). Dies ist insbesondere
auf hohe Abschreibungen und Bewertungsverluste in
Wertpapierportfolien der Bank zurückzuführen. Besonders
betroffen war das Credit-Investment-Portfolio. Zudem
verzeichneten wir im Zuge der Marktverwerfungen For­
derungsausfälle bei Kreditengagements gegenüber Finanz­
instituten. Das betraf insbesondere unser Engagement bei
isländischen Kreditinstituten und den Zusammenbruch
eines unserer Handelspartner, der US-Bank Lehman Brothers.
Ausführliche Informationen zu Belastungen in den Wert­
papierportfolien sind im Risikobericht enthalten.
Die vorgenommenen Wertanpassungen schlugen sich im
Handels- und im Finanzanlageergebnis sowie in der Positi-
on Risikovorsorge nieder. Das Handelsergebnis belief sich
auf –1.710 Mrd. Euro (Vorjahr: –683 Mio. Euro) und das
Ergebnis aus Finanzanlagen wies ein Minus in Höhe von
891 Mio. Euro gegenüber einem Minus von 494 Mio.
Euro im Vorjahreszeitraum auf. Die Risikovorsorge belief
sich auf –512 Mio. Euro (Vorjahr: –29 Mio. Euro). Der Zinsüberschuss lag bei 526 Mio. Euro (Vorjahr: 406 Mio. Euro).
Für das deutliche Plus waren insbesondere Erträge aus
der durch die Marktverwerfung erzwungenen Liquiditäts­
transformation verantwortlich, während die Einnahmen
aus Wertpapierinvestments infolge des Portfolioabbaus zurückgingen. Der Provisionsüberschuss konnte auf 23
Mio. Euro gesteigert werden, nach einem Minus von 3 Mio.
Euro im Vorjahr. Ursächlich dafür waren vor allem die
Aktivitäten in der Strukturierung und Arrangierung für
Kreditbereiche der Bank. Im Sonstigen betrieblichen
Ergebnis waren Goodwill-Abschreibungen auf Tochtergesellschaften zu berücksichtigen.
Steigende Erfolgsbeiträge durch Cross-Selling
Der Financial Markets Bereich der HSH Nordbank konnte
seinen Beitrag zum Erfolg des Kundengeschäfts der HSH
Nordbank im Jahr 2008 mit hochwertigen Produkten und
Dienstleistungen erneut steigern. Besonders die Nach­
frage nach Lösungen zur Begrenzung von Zins- und Währungsrisiken hat dazu beigetragen. Für das Gesamtjahr
2008 belief sich der erzielte Cross-Selling-Ertrag auf 288
Mio. Euro (Vorjahr: 243 Mio. Euro).
21
22
F 2008
Um das Cross-Selling-Potenzial weiter auszuschöpfen,
haben wir unser Produktangebot und Leistungsspektrum
im vierten Quartal des Jahres weiter fokussiert und noch
stärker auf die Kernbereiche und Investoren unserer Bank
ausgerichtet.
Neuer Bereich Capital Markets Credit
Im Juli 2008 wurde der Unternehmensbereich Capital Markets Credit etabliert. Er koordiniert seitdem Kapital­
markttransaktionen im Bereich Credits für die Bank und
ihre Kunden. Angesichts nahezu illiquider Verbriefungsund Syndizierungsmärkte war der Handlungs­spielraum
von Capital Markets Credit im gesamten Jahr stark
eingeschränkt. Gleichwohl konnten Syndizierungen mit
einem Gesamtvolumen von rund 3,8 Mrd. Euro durch­
geführt werden. Des Weiteren konnten erste Kredite an
Kunden so strukturiert werden, dass sie als Wirtschafts­
kredit bei der Europäischen Zentralbank eingeliefert und
so günstiger refinanziert werden können.
Sparkassen
Verhaltene Nachfrage spürbar
Das schwierige Kapitalmarktumfeld war 2008 auch im
Geschäft mit Sparkassen spürbar. Angesichts einer verhaltenen Nachfrage der Sparkassen und ihrer Kunden nach
Anlageprodukten blieben unser Handels- und Provisionsergebnis merklich hinter den Vorjahreswerten zurück.
Gleichzeitig stiegen die Einlagen von Sparkassen und Kommunen. Davon profitierte der Zinsüberschuss, der trotz
planmäßig weiter zurückgeführter Forderungsbestände
das Vorjahresniveau erreichte. Der Verwaltungsaufwand
entwickelte sich aufgrund der reduzierten Kapitalmarktaktivitäten rückläufig. Insgesamt erzielte der Unternehmensbereich Sparkassen ein Operatives Ergebnis in Höhe
von 11 Mio. Euro (Vorjahr: 29 Mio. Euro).
Ausblick
F 2008
Ausblick
Rahmenbedingungen
Ausgeprägte Wachstumsschwäche im Jahr 2009
Angesichts der starken Verschlechterung der meisten
Konjunkturdaten in den letzten Monaten ist davon auszugehen, dass 2009 für die Weltwirtschaft ein weiteres
schwieriges Jahr wird. Neben einer schrumpfenden Wirtschaftsleistung in den meisten Industrieländern ist zu
erwarten, dass sich auch das Wachstum in den Schwellenländern weiter abschwächen wird. Weltweit dürfte das
Bruttoinlandsprodukt voraussichtlich schrumpfen. Wir
rechnen damit, dass sich – nicht zuletzt infolge der
massiven geld- und fiskalpolitischen Stützungsmaßnahmen – die Konjunktur in der zweiten Jahreshälfte all­
mählich stabilisiert. Eine nennenswerte Wachstumsdynamik dürfte sich aber auch 2010 noch nicht wieder ein­
stellen, da die Bereinigung der über Jahre aufgebauten
Ungleichgewichte weiter anhalten sollte. Somit dürfte
die Weltwirtschaft auch 2010 nur moderat mit einer Rate
von etwa 2 % wachsen.
Sowohl in den USA als auch in der Eurozone wird das
Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr merklich zurück­
gehen. In den USA wird der Wohnungsbau zwar nicht
mehr ganz so schnell schrumpfen wie im vergangenen
Jahr. Angesichts der Verschlechterung am Arbeitsmarkt,
der trüben Absatzperspektiven im In- und Ausland und der
restriktiveren Kreditvergabe werden aber sowohl der
Private Verbrauch als auch die Investitionen deutlich eingeschränkt werden, und auch der Export dürfte angesichts
des Nachfragerückgangs im Ausland sinken. Ähnlich ist das
Konjunkturbild für die Eurozone. Zwar hat vor allem
Deutschland nicht mit einer Rezession auf dem Immobilienmarkt zu kämpfen. Dafür wird die hiesige Wirtschaft
allerdings von dem Einbruch der Exportkonjunktur stark
beeinträchtigt.
Vor dem Hintergrund der weltweit sinkenden Kapazitätsauslastung und rückläufiger Teuerung werden die Zentralbanken in diesem Jahr im Hinblick auf die schwache
Konjunktur die Geldpolitik weiter lockern. Dabei haben
einige Notenbanken noch Spielraum für weitere Leit­
zinssenkungen. Andere, allen voran die US-Notenbank,
werden unkonventionelle Maßnahmen verfolgen und
so versuchen, die Finanzierungsbedingungen zu lockern.
Wir rechnen dennoch damit, dass die Investoren angesichts der ausufernden Verschuldung der USA höhere Risikoprämien verlangen und so die Renditen zehnjähriger
Treasuries im Jahresverlauf deutlich anziehen werden. Ein
Anstieg der Renditen dürfte sich – nicht ganz so ausgeprägt – auch in der Eurozone vollziehen.
Bei den Unternehmensspreads sehen wir das Ende der Ausweitungen noch nicht erreicht. Wesentliche Einfluss­
faktoren sind insbesondere die auf mittlere Sicht unsichere
konjunkturelle Lage, die zunehmende Wahrscheinlichkeit weiterer Staatsausfälle und die stark steigenden Ausfallraten im Unternehmenssektor.
Die Wechselkurse werden angesichts der großen Unsicherheit über die weitere weltwirtschaftliche Entwicklung
verhältnismäßig volatil bleiben. Der Euro sollte sich bei
Rückkehr des Bewusstseins für die ausgeprägten struk­
turellen Probleme, denen sich die USA gegenüber sehen,
gegenüber dem US-Dollar wieder festigen.
Die wirtschaftliche Stabilisierung in der zweiten Jahreshälfte sollte auch zur Stabilisierung der Aktienmärkte
beitragen. Dabei dürfte die Unsicherheit noch stark ausgeprägt sein und auch die Ertragsentwicklungen vieler Unternehmen werden deutliche Rezessionsspuren aufweisen.
2010 erwarten wir eine spürbarere Erholung, wobei an
alte Höchststände wohl noch nicht wieder angeknüpft werden dürfte.
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F 2008
Während die Finanzkrise den Banken bislang vor allem
Abschreibungen durch Wertrückgänge eingebracht hat,
dürften die Finanzinstitute nun vermehrt unter Kredit­
ausfällen leiden, die aus dem Einbruch der Konjunktur
resultieren. Angesichts des geschrumpften Marktes für
(renditeträchtige) Bankgeschäfte und des zu erwartenden
Drucks auf die Profitabilität dürfte auch der Druck zu
weiteren Konsolidierungen im Bankensektor anhalten.
Neuausrichtung der HSH Nordbank
Die HSH Nordbank hat angesichts der erheblichen
Belastungen durch die weltweite Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise zur Unternehmensfortführung eine weit
reichende Neuausrichtung eingeleitet. Ziel ist eine strategische Fokussierung auf nachhaltig starke Geschäfts­
bereiche in der Heimatregion Hamburg / Schleswig-Holstein
sowie auf international attraktive Sektoren.
Die damit verbundenen strukturellen Anpassungen
betreffen vier wesentliche Maßnahmenbereiche:
a) S
chaffung einer Kernbank mit
zukunftsfähigen Geschäftsbereichen
b) Abspaltung nicht-strategischer und
abzubauender Portfolien
c) Gezielte Risikoabschirmung und
ausreichende Kapitalisierung
d) Umsetzung eines umfassenden
Restrukturierungsplans
a) Schaffung einer Kernbank mit zukunftsfähigen
Geschäftsbereichen
In den regionalen und internationalen Bereichen, die in der
Kernbank gebündelt werden, kommt der HSH Nordbank
eine hohe Bedeutung für die regionale Wirtschaft in Hamburg und Schleswig-Holstein und hier ansässige Schlüsselindustrien zu. Unsere feste Verankerung in dieser Kernregion zeigt sich in den vielen tragfähigen Kundenbeziehungen, die zum Teil seit Jahrzehnten bestehen. Diese langjährigen Kunden schätzen die HSH Nordbank als einen verlässlichen Partner, der ihnen in allen Konjunkturphasen
mit hochwertigen Bankprodukten und Expertise zur
Seite steht.
Die Kernbereiche der Bank stellen zudem durch Diversifizierung und Ertragskraft dank der Kombination von regi­
onalem und internationalem Geschäft eine attraktive Risiko-Ertrags-Relation für die HSH Nordbank sicher.
Die Bank ist Marktführer im gehobenen Firmenkundengeschäft in der Heimatregion und trägt damit wesentlich
zur Kreditversorgung des Mittelstands bei. Durch die vielen
intensiven Kundenbeziehungen in zahlreichen unterschiedlichen Branchen und die breite Nutzung unseres
Produktangebots ist der Firmenkundenbereich für die
Bank ein attraktives und zukunftsfähiges Geschäftsfeld.
Künftig konzentriert sich der Bereich noch stärker auf
Hamburg und Schleswig-Holstein, unverändert auch in
schwierigen Konjunkturphasen.
Als weltweit führender Schiffsfinanzierer finanziert die
Bank zu einem großen Teil die maritime Wirtschaft in
Norddeutschland. Der Anteil der regionalen Unternehmen
am gesamten Schiffskreditbestand der Bank liegt bei
rund 50 %. Als strategischer Partner der Schifffahrtsbranche verfügt die Bank seit Jahren über tragfähige Kunden­
beziehungen und nachgewiesene Markt- und Produktexpertise. Durch die globale Vernetzung der Wirtschaft ist
mittel- bis langfristig wieder von einem wachsenden Welthandel und damit von wieder steigenden Erträgen aus­
zugehen.
Im Transportbereich der Bank mit den Aktivitäten als einer
der führenden Flugzeugfinanzierer ist die Bank ein enger
Partner der in Hamburg ansässigen Luftfahrtindustrie.
Hamburg ist der zweitgrößte Luftfahrtstandort in Europa
und ein bedeutender Arbeitgeber für Norddeutschland.
Auf der Grundlage unserer langjährigen Branchenexpertise engagieren wir uns zusätzlich bei Projektfinanzierungen für See- und Flughäfen. Für den Transportsektor wird
mittel- bis langfristig unverändert mit einem positiven
Wachstumstrend gerechnet.
Im Bereich Energy ist die Bank einer der Top-Anbieter für
Finanzierungen von Wind- und Solarenergieprojekten in
Europa und führend in dieser für Norddeutschland bedeutenden Industrie. Durch langjährige Erfahrungen und
frühen Markteintritt hat die Bank in diesem Sektor ein umfassendes Know-how aufgebaut. Auf dieser Basis bestehen
Ausblick
gute Chancen, die führende Wettbewerbsposition in Europa
beizubehalten.
Im Immobilienbereich verfügt die Bank dank ihrer führenden Position und den langfristigen Kundenbeziehungen
zur mittelständisch geprägten Immobilienwirtschaft über
ein hohes Potenzial, in der gegenwärtigen Marktlage attraktives Neugeschäft zu realisieren und so weiter zur Diversifizierung des Kreditportfolios der Bank beizutragen.
Im Fokus stehen künftig deutsche Immobilienmärkte. Dabei kommt der Kernregion Hamburg und Schleswig-Holstein eine hohe Bedeutung zu.
Der Bereich Private Banking zählt in der Kernregion zu
den führenden Anbietern mit einer breiten Kundenbasis.
Ein wesentlicher Teil der Kunden des Bereichs hat einen
direkten Bezug zu anderen Geschäftsbereichen der Bank.
Das Private-Banking-Geschäft ist damit eine wichtige Ergänzung im Rahmen einer ganzheitlichen Kundenbetreuung und ermöglicht die Nutzung zusätzlicher Geschäfts­
potenziale. Zudem ist sein Ertrags-Risiko-Profil durch das
begrenzte Geschäftsrisiko und die geringe Kapitalinanspruchnahme attraktiv.
Der Bereich Sparkassen unterstützt die Sparkassen, insbesondere in Schleswig-Holstein, auf der Basis einer engen
und partnerschaftlichen Zusammenarbeit. Die Aktivitäten
umfassen nicht zuletzt das gemeinsame Konsortialkreditgeschäft in der Region. Auch die mehr als 200 deutschen
Sparkassen, zu denen die Bank eine Geschäftsverbindung unterhält, wollen wir künftig noch intensiver unterstützen.
Die Aktivitäten der Financial-Markets-Division der Bank
dienen vorrangig der Sicherstellung von Refinanzierung
und Liquidität sowie der Unterstützung der Kundenakti­
vitäten mit bedarfsgerechten Produkten, wie zum Beispiel
Zins-, Währungs- und Rohstoffpreisabsicherungen. Dadurch können die Marktbereiche erhebliche Zusatzerträge
erwirtschaften. Durch den Hauptstandort Kiel unterstützt der Kapitalmarktbereich der Bank die regionale
Wirtschaft als wichtiger Arbeitgeber.
Die Aktivitäten in der Kernbank gliedern sich zusammengefasst wie folgt:
F 2008
Regionalfokus
– Firmenkunden
– Immobilienkunden
– Private Banking
– Sparkassen
Sektorenfokus
– Shipping
–Transport: insbesondere Luftfahrt,
Verkehrsinfrastruktur
– Erneuerbare Energien
Kapitalmarktaktivitäten
–Unterstützendes Kapitalmarktgeschäft
insbesondere für die Kernbereiche und
für institutionelle Kunden
b) Abspaltung nicht-strategischer und abzubauender
Portfolien
Zur Sicherstellung einer nachhaltig angemessenen Kapitalausstattung und einer ausreichenden Refinanzierungs­
basis wird die Bank das Bilanzvolumen reduzieren und
nicht mehr alle bisherigen Geschäftsaktivitäten fort­
führen. Im Rahmen ihrer Neuausrichtung hat die HSH
Nordbank deshalb nicht-strategische Geschäftsbereiche
identifiziert, die künftig nicht zum nachhaltigen Kern der
Bank zählen. Das sind etwa die Commodity-Finance-Akti­
vitäten mit ausländischen Kunden, das Firmenkundengeschäft in Asien und Skandinavien, die Refinanzierung
von Leasinggesellschaften, das Kapitalmarktgeschäft ohne
direkten Kundenbezug sowie die Portfolien mit einem
zu hohen Risikopotenzial für die verkleinerte Kernbank
(z. B. Credit-Investment-Portfolio, Leveraged-Finance-Geschäft, Immobiliengeschäft USA). Diese sollen von den
Kernbereichen getrennt werden. Neben dem sukzessiven
Abbau von Portfolien durch Tilgungen und stark eingeschränktes Neugeschäft prüft die Bank auch Möglichkeiten,
Portfolien zu verkaufen oder auszulagern.
c) Gezielte Risikoabschirmung und ausreichende
Kapitalisierung
Um die Kernbank auf ein tragfähiges Fundament zu stellen
und Kapitalanforderungen, insbesondere die des Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung, zu erfüllen, haben sich
die Anteilseigner Hamburg und Schleswig-Holstein für
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F 2008
eine Erhöhung des Grundkapitals der HSH Nordbank AG
über 3 Mrd. Euro sowie eine Risikoabschirmung zugunsten
der HSH Nordbank AG ausgesprochen. Durch eine besicherte Finanzgarantie in Höhe von 10 Mrd. Euro über eine
eigens zu diesem Zweck zu gründende Anstalt des öffent­
lichen Rechts und die Kapitalerhöhung sollen wesentliche
Bestände (Referenzportfolio) der Bank abgesichert werden.
Die Finanzgarantie greift, sofern die Risiken in diesem
Portfolio einen geplanten Selbstbehalt der Bank durch zu
bildende Risikovorsorge übersteigen sollten. Dieser Selbstbehalt umfasst die von der HSH Nordbank auf Basis ihrer
Finanzplanung in den kommenden Jahren erwarteten
Verluste. In diesem Planungsszenario der Bank wird davon
ausgegangen, dass das schwierige wirtschaftliche Umfeld
für die Bank bis Ende 2010 andauert. Für das Jahr 2011 wird
mit einer leichten Erholung und von 2012 an von norma­
lisierten Rahmenbedingungen ausgegangen. Sollte die auf
diesen Annahmen gebildete Risikovorsorge nicht zur Deckung der Risiken ausreichen, kommt die Finanzgarantie
bis zu einer Höhe von 10 Mrd. Euro zum Tragen. Mit den
geplanten Volumina zur Kapitalisierung und zur Risikoabschirmung der Bank wären die Kapitalanforderungen des
SoFFin unter den Annahmen bis 2012 erfüllt.
d) Umsetzung eines umfassenden
Restrukturierungsplans
Aus den wesentlichen Eckpunkten ihres neuen Geschäftskonzepts hat die HSH Nordbank im ersten Quartal einen
Restrukturierungsplan erstellt, um auf dieser Grundlage
notwendige Schritte zur Umsetzung der Maßnahmen in
den einzelnen Bereichen der Bank einzuleiten. Die Neuausrichtung der Bank wird von Maßnahmen zur Verbesserung wesentlicher Bankfunktionen sowie Steuerungs- und
Risikomanagementprozesse begleitet.
Eigenkapitalstützende Maßnahmen und Verständigung
mit dem Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung
Der zur Unternehmensfortführung erforderlichen Neuausrichtung der HSH Nordbank war Ende 2008 eine Verständigung mit dem Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung
(SoFFin) vorausgegangen. Angesichts der international
verschlechterten Refinanzierungsmöglichkeiten beantragte
die HSH Nordbank im November beim SoFFin eine Garantie für Anleihe-Emissionen, um eine existenzbedrohende
Liquiditätssituation zu überwinden. Von der gewährten
Garantiesumme in Höhe von bis zu 30 Mrd. Euro wurde
2008 zunächst ein Betrag in Höhe von 10 Mrd. Euro freigegeben. Die Liquiditätsgarantien des SoFFin sind an die
Bedingungen geknüpft, dass die Anteilseigner sicherstellen,
für eine angemessene Eigenkapitalausstattung der HSH
Nordbank zu sorgen und eine Restrukturierung unter Herauslösung der Altlasten in die Wege zu leiten.
Die Landesregierungen von Hamburg und Schleswig-­
Holstein hatten sich bereits im Februar 2009 für das neue
Geschäftskonzept ausgesprochen. Der Bank sollen im
Zuge einer Kapitalerhöhung 3 Mrd. Euro Kapital sowie eine
Finanzgarantie zur Abschirmung von Risiken in Höhe
von rund 10 Mrd. Euro zur Verfügung gestellt werden. Der
Fortbestand der HSH Nordbank AG hängt davon ab, dass
eigenkapitalstützende Maßnahmen in ausreichendem Umfang vorgenommen werden, so dass die aufsichtsrecht­
lichen Eigenmittelanforderungen eingehalten und die vertraglichen Verpflichtungen gegenüber dem SoFFin hinsichtlich der Kernkapitalquote erfüllt werden. Hierzu ist
insbesondere erforderlich, dass
–die von der Freien und Hansestadt Hamburg und dem
Land Schleswig-Holstein in die Wege geleiteten eigen­
kapitalstützenden Maßnahmen (Kapitalerhöhung um
3 Mrd. Euro und zweitrangige Ausfallgarantie über 10
Mrd. Euro) umgesetzt werden. Dies setzt insbesondere
die EU-rechtliche Genehmigung, einen Hauptversammlungsbeschluss (mit qualifizierter Mehrheit) sowie den
Abschluss eines Garantievertrags voraus,
–die Bundesanstalt für Finanzmarktaufsicht und die
Deutsche Bundesbank zwischenzeitlich keine aufsichtsrechtlichen Maßnahmen ergreifen werden,
–der SoFFin den Garantierahmen aufrechterhält und
im erforderlichen Umfang verfügbar macht.
Am 7. März 2009 hat der SoFFin das neue Geschäftsmodell
der HSH Nordbank akzeptiert.
Am 24. März 2009 hat die HSH Nordbank beim SoFFin die
kurzfristige Bereitstellung weiterer Liquiditätsgarantien
in Höhe von 10 Milliarden Euro aus den bereits bewilligten
30 Milliarden Euro beantragt. Die EU-Kommission hat im
Rahmen ihrer begonnenen Prüfung die Genehmigung der
strategischen Neuausrichtung und des Rekapitalisierungs-
Ausblick
pakets der HSH Nordbank mit der klaren Erwartung verbunden, dass die Bank entgegen ihrer bisherigen Planung
für das Geschäftsjahr 2008 keine Ausschüttungen auf
Genussrechtskapital und Stille Einlagen tätigt. Der Verzicht
auf eine Bedienung des Genussrechtskapitals und der
Stillen Einlagen ist aus Sicht der HSH Nordbank damit unumgänglich geworden, um die in Aussicht gestellte Rekapitalisierung nicht zu gefährden.
Davon betroffen sind Ausschüttungen für Genussscheine
und Stille Einlagen in Höhe von rund 194 Millionen Euro,
die vom Bilanzgewinn abhängen. Der Vorstand geht davon aus, dass die im Dezember beschlossenen Ausschüttungen von 64 Millionen Euro an Halter Stiller Einlagen, die
vom Jahresüberschuss abhängen, auch nicht geleistet werden dürfen. Die Nichtbedienung von Genussrechts- und
Hybridkapital birgt das Risiko, dass der Bank Liquidität entzogen werden könnte. Der Vorstand hat dafür Vorsorge
getroffen und sich an den SoFFin gewandt.
Die Entscheidung der Länderparlamente in Hamburg
und Schleswig-Holstein für das Geschäftskonzept und zur
Rekapitalisierung der Bank ist am 1. bzw. 3. April 2009
erfolgt. Der Beschluss der Hauptversammlung der HSH
Nordbank über die Kapitalmaßnahme soll ebenfalls
zeitnah erfolgen.
Der SoFFin hat der HSH Nordbank bestätigt, dass der
Garantierahmen nach Vorlage der Parlamentsbeschlüsse
in voller Höhe zur Verfügung steht.
Voraussichtliche Geschäftslage der
HSH Nordbank
Bilanzsumme sinkt
Die Bilanzsumme des Konzerns soll von 209 Mrd. Euro
zum Jahresultimo 2008 auf rund 187 Mrd. Euro bis Ende
2009 reduziert werden. In der Kernbank sinkt die Bilanzsumme durch Begrenzung des Neugeschäfts auf rund 105
Mrd. Euro zum Jahresende 2009. In den Jahren 2010 bis
2012 ist bei einer Verbesserung der Marktbedingungen wieder eine Ausweitung der Neuengagements im Kerngeschäft möglich. Wir gehen von einem moderaten Bilanzwachstum von rund 3 % pro Jahr aus. Die Bilanzsumme
F 2008
der nicht aktiv weiter verfolgten Geschäftsbereiche beträgt
Ende 2009 planmäßig 82 Mrd. Euro. Dies entspricht etwa
44 % des gesamten Bilanzvolumens der HSH Nordbank. Bis
2012 soll die Bilanzsumme weiter drastisch verringert
werden.
Deutlicher Stellenabbau bis 2012
Im Zuge der Neuausrichtung ist eine deutliche Kostenreduzierung in der HSH Nordbank (Konzern) geplant. Neben
Einschnitten bei den Sachkosten ist auch ein Stellenabbau vorgesehen. Zur Senkung des Verwaltungsaufwands auf
insgesamt 850 Mio. Euro bis 2012 sind Standortanpassungen, ein Personalabbau in Markt- und Stabsbereichen durch
Verringerung des Geschäftsvolumens, eine Reorganisa­
tion in Service-Bereichen und eine verbesserte Kostensteuerung geplant. Die Zahl der Vollzeitarbeitskräfte (VAK)
soll in der Gesamtbank bis 2012 auf rund 3.250 reduziert
werden. Das ist ein Rückgang um 1.075 gegenüber der
Zahl der VAK am Jahresende 2008 (4.325). In der Kernbank
soll die Zahl der VAK von rund 3.335 Ende 2008 auf rund
2.750 VAK bis 2012 reduziert werden. Bereits im September
2008 hatte die Bank ein Programm verabschiedet, dass
auf die Verringerung des Sach- und des Personalaufwands
zielt.
Kernkapital gestärkt
Nach der Umsetzung der geplanten Kapitalisierungsmaßnahmen und der Risikoabsicherung steigt die Kernkapitalquote deutlich an. Die von den Ländern Hamburg und
Schleswig-Holstein bereitzustellende Garantie schirmt
die Bank von möglichen nicht im Rahmen der Finanzplanung antizipierten Ausfällen in wesentlichen bestehenden Kredit- und Wertpapierportfolien ab. Ziel ist, die vom
SoFFin geforderten Kapitalanforderungen trotz weiterer
Belastungen bis 2012 einzuhalten. Eine weitere drastische
Verschärfung oder über 2010 hinaus andauernde Wirtschafts- und Finanzkrise würde zusätzliche Verlustrisiken
sowie Ertragsrückgänge für die HSH Nordbank mit sich
bringen. In einem solchen nicht erwarteten Szenario kann
zur Sicherstellung der geforderten Kapitalquote weiterer
Kapitalisierungsbedarf nicht ausgeschlossen werden.
Schwierige Geschäftslage bis 2010
Für die Jahre 2009 und 2010 erwartet die HSH Nordbank
angesichts des globalen Wirtschaftsabschwungs und der
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F 2008
Spannungen an den Finanzmärkten eine schwierige Ertragslage. Unter der Annahme eines anhaltend krisenhaften Umfelds geht die Bank für 2009 und 2010 erneut von
hohem Kreditrisikovorsorgebedarf und von Verlusten aus.
Im Kreditersatzgeschäft strebt die Bank eine signifikante
Reduktion des Volumens an. Gleichwohl ist mit weiteren
Abschreibungen zu rechnen, welche jedoch dank des fortschreitenden Abbaus der Risikopositionen deutlich geringer ausfallen sollten als im vergangenen Jahr. Mit nennenswerten Wertaufholungen, die sich positiv auf die Ergebnissituation auswirken würden, rechnen wir in diesen beiden Jahren nicht. Zudem ist aufgrund der Begrenzung der Neuengagements in den Jahren 2009 und 2010
nicht von Ertragssteigerungen aus dem Kundengeschäft
auszugehen.
Erst nach 2010 ist bei einer Normalisierung der Rahmenbedingungen mit einer signifikanten Verbesserung der
Ertragslage zu rechnen. Dank der führenden Marktpositionen und der stabilen Kundenbeziehungen im regionalen
Firmenkunden-, Sparkassen- und Private-Banking-Geschäft
sowie in den Sektoren Shipping, Transport, Erneuerbare
Energien und Immobilien verfügt die Bank über gute Voraussetzungen, um ihre Erträge künftig wieder merklich
zu steigern. Eine zunehmende Entlastung erwarten wir aus
den eingeleiteten Kostensenkungsmaßnahmen. Nach erfolgreicher Bewältigung der schwierigen Anpassungsphase
gehen wir davon aus, vom Jahr 2011 an wieder positive
Jahresergebnisse erzielen zu können.
Aufgrund der eingeleiteten Maßnahmen zur Unternehmensfortführung gehen wir davon aus, dass die Emittentenratings der HSH Nordbank im Wesentlichen unverändert
bleiben, so dass die Refinanzierung des Geschäftsmodells
gemäß unserer Planung umgesetzt werden kann.
Im ersten Quartal 2009 ist aufgrund der zu Jahresbeginn
2009 anhaltenden Krise von weiteren ergebniswirksamen
Belastungen in Wertpapier- und Kreditportfolien der
HSH Nordbank auszugehen.
Voraussichtliche Refinanzierungslage
Refinanzierung vorerst überwiegend staatlich
garantiert
Im März 2009 zeichnete sich an den Finanzmärkten noch
keine entscheidende Wiederherstellung des Investorenvertrauens ab. Durch die seit September 2008 deutliche Verschärfung der Finanzmarktkrise dürften bei vielen Finanzinstituten der Mittelbeschaffung über staatsgarantierte
Anleihen und der besicherten Refinanzierung 2009 nach
wie vor eine hohe Bedeutung zukommen.
Die HSH Nordbank hat sich darauf eingestellt, dass sich
der Interbankenmarkt trotz der staatlichen Eingriffe
nur sehr langsam erholen und die Refinanzierung über
unbesicherte Emissionen wie auch über Pfandbriefe
vorerst extrem schwierig bleiben könnte. Für die Aufnahme kurzfristiger Mittel wollen wir weiterhin instituti­
onelle Investoren für Privatplatzierungen von gedeckten
und ungedeckten Schuldtiteln gewinnen und durch Ver­
tiefung langjähriger Investorenbeziehungen zur Vertrauensbildung am Markt beitragen. Im längerfristigen Bereich müssen wir seit Ende 2008 den vom Sonderfonds
Finanzmarktstabilisierung für die HSH Nordbank gewährten Garantierahmen nutzen. Anfang 2009 war die Bank
erstmals mit der Emission einer vom SoFFin garantierten
Anleihe mit einem Volumen von 3 Mrd. Euro am Kapi­
talmarkt erfolgreich. Kurzfristig wird ein weitergehender
Einsatz dieses Instrumentariums erforderlich sein.
Voraussichtliche Entwicklung der
einzelnen Geschäftsbereiche
Die voraussichtliche Entwicklung der einzelnen Geschäftsbereiche ist von den gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen geprägt, wobei die Auswirkungen auf die einzelnen Märkte dabei sehr unterschiedlich sind. Im Rahmen
des neuen Geschäftskonzepts der HSH Nordbank haben wir
unsere umfassende Marktexpertise und langjährige Kundenbeziehungen in den jeweiligen Geschäftsbereichen genutzt, um die Chancen und Risiken der voraussichtlichen
Entwicklung im Detail zu bewerten. Damit berücksichtigen
wir die spezifischen Marktbedingungen und unsere Posi­
Ausblick
tionierung in den einzelnen Geschäftsbereichen zur Einschätzung der voraussichtlichen Entwicklung.
Schiffsmärkte vor Herausforderungen
Der starke Rückgang der Charterraten, insbesondere bei
Containerschiffen und Massengutfrachtern im vierten
Quartal 2008, hat zu signifikanten Erhöhungen der Risikokosten bei Schiffsfinanzierungen geführt. Angesichts der
anhaltend schwierigen Märkte rechnen wir mit einem weiteren Anstieg der Kreditrisikovorsorge. Die langfristige
Attraktivität des Geschäftsfelds ist gleichwohl unverändert
gegeben.
Trotz einer unerwartet schwachen Nachfrageentwicklung
wird sich die Flottenexpansion zunächst fortsetzen. Zwar
gehen wir davon aus, dass die Reeder auf die geänderten
Aussichten mit Stornierungen von Neubestellungen reagieren. Dies wird die Märkte aber vermutlich erst 2010
nennenswert entlasten, weil die Produktion der in 2009
abzuliefernden Schiffe bereits weit vorangeschritten ist und
die meisten Finanzierungen für Neubauten im Jahr 2009
bereits stehen. Daneben werden ansteigende Verschrottungen insbesondere die Märkte für Massengutschiffe stabi­
lisieren. Für Containerschiffe gilt dies wegen der relativ
jungen Flotte nur eingeschränkt, so dass sich hier ein
deutlich größeres Überangebot aufbauen wird. Entsprechend dürften die Charterraten der Containerschiffe
stärker unter Druck bleiben als die der Schiffe für trockene und flüssige Massengüter. Eine weitere Herausforderung für den Markt stellt die anhaltende Zurückhaltung
von Banken bei Handelsfinanzierungen dar.
Um unsere Position als weltweit führender Anbieter von
Schiffsfinanzierungen zu festigen, setzen wir unser Engagement in den Zielmärkten konsequent fort. Dabei können wir auf unser Standortnetzwerk in den bedeutenden
Schifffahrtsnationen zurückgreifen, in dessen Ausbau
wir in den vergangenen Jahren gezielt investiert haben. Wir
begleiten unsere Kunden weiterhin als verlässlicher Partner über alle Marktzyklen der Schifffahrt hinweg. Den Nutzen der zahlreichen Kundenbeziehungen steigern wir
mit unserem Angebot einer attraktiven Dienstleistungs­
palette, die wir den Kunden auf der Grundlage unserer
langjährigen Expertise in allen Shipping-Assetklassen und
F 2008
der Verzahnung mit anderen Unternehmensbereichen wie
Financial Markets anbieten. Ein Schwerpunkt wird dabei
auch künftig auf Instrumenten zur Absicherung von Marktpreisrisiken liegen.
Transport: Weiterhin starker Marktauftritt
Die Finanzierungsmöglichkeiten im langfristigen Wachstumsmarkt Transport bleiben trotz des zurzeit schwachen
Konjunkturumfelds zahlreich. Die Finanzierungsnach­
frage ist anhaltend hoch bei gleichzeitiger Reduktion der
Finanzierungsteilnehmer. So verzeichnen etwa die Flugzeugbauer nach wie vor viele Aufträge, die zu finanzieren
sind.
Die Fluggesellschaften profitieren angesichts der weltweit
konjunkturellen Abkühlung, die mit rückläufigem Pas­
sagier- und Frachtaufkommen einhergeht, von spürbaren
Kostenentlastungen durch deutlich niedrigere Kerosinpreise. Da künftig wieder steigende Treibstoffkosten erwartet werden, stehen Stilllegungen älterer und ineffizienter
Flugzeuge bei der Kapazitätsbereinigung im Vordergrund.
Zudem dürfte der Bedarf an verbrauchsarmer Technologie weiter zunehmen. Insofern dürften sich für die HSH
Nordbank trotz der konjunkturellen Abkühlung attrak­
tive Geschäftsmöglichkeiten ergeben.
Langfristig gehen wir von einem weiteren, nachhaltigen
Wachstum des Luftverkehrs aus, jedoch ist nicht auszuschließen, dass eine aufgrund der gesamtwirtschaftlichen
Entwicklung temporär abnehmende Nachfrage zusätz­
lichen Risikovorsorgebedarf verursachen wird.
Der Infrastrukturmarkt ist weiterhin von Privatisierungen
und hohem Investitionsbedarf geprägt. Aufgrund der Zurückhaltung vieler Kreditinstitute im Jahr 2008 wurde die
Realisierung zahlreicher größerer Projekte erschwert und
oftmals in die Folgejahre verlagert. Gleichzeitig kommen
dem Infrastruktursektor die von zahlreichen Regierungen
zur Abmilderung der Konjunkturschwäche aufgelegten
Investitionsprogramme zugute.
Mit seiner konzentrierten Ausrichtung auf die Bereiche
Luftfahrt, Infrastruktur und Asset Management stellt sich
der Unternehmensbereich Transport auf künftige Heraus-
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F 2008
forderungen ein. Die Bündelung der Einheiten ermöglicht
es, Kompetenzen zu verbinden und Kostenvorteile zu
realisieren. Im Luftfahrtsektor wollen wir unsere starke
Positionierung ausgehend von unserer starken regionalen Verankerung weltweit in attraktiven Märkten festigen,
während unser Fokus im Infrastrukturbereich vorwiegend
auf Europa und Asien liegt. Neben Finanzierungslösungen
für Flug- und Leasinggesellschaften sowie Hersteller engagieren wir uns im See- und Flughafensegment. Zudem
sehen wir vielfältige Marktchancen im Vermietgeschäft für
Schienenfahrzeuge in Europa. Die HSH Nordbank hat
sich 2008 mit der Gründung einer Asset-Management-Plattform gemeinsam mit der KfW-IPEX Bank in diesem
Geschäftsfeld positioniert, um von diesem Trend zu pro­
fitieren.
Energy: Fokus auf Wind und Solar
Angesichts einer anhaltend ausgeprägten Unsicherheit
auf den Märkten und eingeschränkter Finanzierungsmöglichkeiten werden die Investitionen in neue Anlagen im
Jahr 2009 voraussichtlich nicht so stark zunehmen wie in
den Jahren zuvor. Dies ist jedoch nur ein vorübergehender Effekt. Nach Überwindung der Finanz- und Konjunkturkrise wird der Ausbau wieder deutlich stärker vorankommen, da der Markt weiterhin von hoher Energienachfrage,
begrenzten fossilen Energieträgern und der politischen
Förderung von Technologien zur Nutzung erneuerbarer
Energien in vielen Ländern getrieben wird.
Die HSH Nordbank konzentriert ihre Aktivitäten in diesem Geschäftsfeld künftig noch stärker auf europäische
Märkte. Auf der Grundlage unserer führenden Position
als Finanzierer in erneuerbaren Energien können wir überdurchschnittlich von den künftigen Möglichkeiten profitieren. Dazu tragen wir mit unserem Engagement als Arrangeur von Finanzierungen wie auch mit unserer Expertise
in zusätzlichen Bereichen wie Risikomanagement und
M&A-Beratung bei.
Das Portfolio des Bereichs Energie umfasst überwiegend
Projekte der Erneuerbaren Energien. Neugeschäft wird im
Energiesektor lediglich noch in diesem Teilsegment getätigt. Dabei haben Projekte mit Windenergie den größten
Anteil, allerdings steigt die Bedeutung der SolarenergieProjekte zunehmend.
Finanzierungen von Projekten im Bereich der Erneuerbaren Energien weisen gegenüber Finanzierungen für
konventionelle Energie andere Risikofaktoren auf – wie
z. B. Prognose-, Technologie- und Regulierungsrisiken.
Deshalb legt die Bank unter anderem bei Prognosen für
Wind- und Solarressourcen mehrjährige Gutachten zugrunde und wählt konservative Ansätze aus. Das Ressourcenrisiko wird insbesondere durch eine regionale Diver­
sifizierung des Portfolios reduziert. Technologierisiken begrenzen wir dadurch, dass wir nur erprobte Technologien
finanzieren.
Das Regulierungsumfeld ist derzeit ein Wachstumstreiber.
Mögliche Änderungen im Regulierungsumfeld stellen
jedoch einen Risikofaktor dar, der vor dem Abschluss von
Neugeschäft sorgfältig geprüft wird. Um keine Klumpen­
risiken entstehen zu lassen, achten wir bei neuen Engagements darauf, dass bei größeren Finanzierungsvolumina
keine großen Underwriting-Risiken übernommen werden
und Finanzierungen in sogenannten Club-Deals auf
mehrere Banken aufgeteilt werden.
Immobilienkunden: Fokus auf den deutschen Markt
Vor dem Hintergrund der anhaltenden Finanzkrise und des
weltweit starken Konjunktureinbruchs erwarten wir für
2009 insbesondere bei den traditionell volatileren Immobilienmärkten in den USA und in Großbritannien eine
problematische Entwicklung. In diesen Märkten, auf die
20 % bzw. 14 % unseres Portfolios entfallen, gehen wir
von weiter fallenden Mieten und Immobilienpreisen aus.
Auch auf dem deutschen Markt, der mit 41 % den Schwerpunkt unseres Portfolios bildet, und den anderen europäischen Märkten wird sich die Rezession deutlich bemerkbar machen. Dieses Umfeld ermöglicht jedoch eigenkapitalstarken Investoren, die teilweise deutlich gesunkenen
Preise zum Markteinstieg zu nutzen. Dadurch bieten sich
der HSH Nordbank und unserer Tochtergesellschaft HSH
Real Estate AG Geschäftspotenziale, die selektiv genutzt
werden sollen.
Im Immobiliengeschäft konzentrieren wir uns künftig auf
den deutschen Markt. Der Schwerpunkt liegt dabei auf
unserem Heimatmarkt Norddeutschland. Darüber hinaus
festigen wir über unsere inländischen Standorte unser
Geschäft in anderen deutschen Regionen. Ziel ist, einer der
Ausblick
führenden Immobilienfinanzierer in Deutschland zu
bleiben. Wir engagieren uns weiterhin in allen Asset-Klassen und legen dabei unseren Schwerpunkt auf Wohnund Büroobjekte.
Aus dem Immobiliengeschäft in Westeuropa ziehen wir
uns mittelfristig unter Berücksichtigung der Marktentwicklung zurück. Vorerst bleiben wir in Großbritannien,
Frankreich, den Niederlanden und in der nordischen
Region mit eigenen Teams vor Ort präsent. Das US-Kreditportfolio wollen wir dagegen zügig abbauen.
Ziel der HSH Real Estate AG ist es, als ein führender Investment und Asset Manager, das verwaltete Immobilienvermögen (Assets under Management) deutlich zu steigern. Das nationale und internationale Fondsgeschäft soll
weiter ausgebaut werden. Der Schwerpunkt des Bereichs
Projektentwicklungen wird auf mittelgroßen Projekten mit
Kunden und Partnern liegen. Neben dem Asset Management wird auch dem erfolgreichen Beratungsgeschäft weiterhin eine hohe Bedeutung zukommen. Die zurzeit vola­
tilen Märkte werden dabei als Chance für neue Beratungsansätze gesehen.
Firmenkunden: Festigung der Marktführerschaft in
Norddeutschland
Die Finanzmarktkrise und die damit verbundene erschwerte Refinanzierung sowie die höheren Finanzierungskosten werden auch 2009 die Neugeschäftsmöglichkeiten einschränken. Bei einer Stabilisierung der Konjunktur
und verbesserten Refinanzierungsbedingungen für Banken dürfte das Neugeschäft im Jahr 2010 wieder zulegen.
Im Jahr 2009 wollen wir, trotz der ungünstigen Rahmenbedingungen, unser Geschäft mit mittelständischen Firmenkunden auf Basis unserer Marktführerschaft in Norddeutschland weiter festigen. Unser Geschäftsmodell zielt
auf langjährige Beziehungen. Unsere Kunden wollen wir
auch in der gegenwärtig schwierigen Konjunkturphase
verlässlich begleiten. Durch tiefe Marktkenntnis und ganzheitliche Beratungskompetenz sind wir auch künftig in
der Lage, individuelle Lösungen anzubieten. Diese beziehen
sich unter anderem auf Kapitalstruktur-Optimierung
sowie Liquiditätsmanagement und Risikomanagement.
F 2008
Im klassischen Firmenkundengeschäft haben sich die Risikokosten aufgrund gestiegener Ausfallwahrscheinlich­
keiten trotz der guten Portfoliodiversifizierung drastisch
erhöht. Für 2009 erwarten wir eine weitere Verschlechterung der Risikosituation. In den abzubauenden Portfolien
sehen wir eine unterschiedliche Risikoentwicklung. In
der Refinanzierung von Leasinggesellschaften ist der Risikogehalt relativ gering. Im Leveraged-Buy-out-Portfolio
ist im Zuge der Krise und auch vor dem Hintergrund einer
Konzentration auf wenige Branchen 2009 mit überpro­
portional steigenden Belastungen zu rechnen.
Private Banking: Konsequente Ausrichtung auf
gehobenes Marktsegment
Wegen der andauernden Finanzkrise dürften 2009 vorerst
Anlagen in Girokonten sowie Tages- und Termingeldern
als sichere Anlage gegenüber Wertpapierinvestments bevorzugt werden. Der Margendruck dürfte sich dabei bei den
Instituten aufgrund der sinkenden Zinsen erhöhen. Darüber hinaus ist generell zu erwarten, dass die Anforderungen an die Qualität von Beratungsleistungen weiter zunehmen werden.
Im Jahr 2009 wollen wir unsere Position im gehobenen
Private-Banking-Markt mit konsequenter Ausrichtung auf
die Gesellschafter und Geschäftsführer norddeutscher
Firmenkunden sowie auf Stiftungen weiter stärken. Um
das Potenzial dieser Kundengruppen optimal auszu­
schöpfen, haben wir in den vergangenen Jahren den Vertrieb deutlich ausgebaut und Beratungsprozesse profes­
sionalisiert. Zudem erweitern wir unsere Leistungspalette
mit zielgruppengerechten Produkten. Dazu zählen verstärkt Publikumsfonds wie der auf Nachhaltigkeit und Ertragssicherung ausgerichtete „VIA Stiftungsfonds UI“,
den der Bereich seit Ende 2008 vor allem Stiftungen und
sicherheitsorientierten Anlegern anbietet.
Sparkassen: Intensivierung der Beziehungen
Das Geschäftsmodell der Sparkassen hat sich in der Finanzkrise bewährt. So konnten diese insgesamt Marktanteile
im Firmen- und Privatkundengeschäft hinzugewinnen. Wir
gehen davon aus, dass im Jahr 2009 die Nachfrage der
Sparkassenkunden nach attraktiven Dienstleistungen und
Produkten leicht wachsen wird, bei gleichzeitig steigenden Anforderungen an deren Qualität.
31
32
F 2008
Um das gemeinsame Marktpotenzial optimal auszuschöpfen, wollen wir die mehr als 200 Sparkassen in Deutschland, zu denen die HSH Nordbank eine Geschäftsverbindung unterhält, noch intensiver mit lösungsorientierter
Beratung unterstützen. Zu den geplanten Schwerpunkten
zählen 2009 unter anderem das Kreditportfolio-Management der Sparkassen, Anlageprodukte für Privatkunden
sowie Konsortialkredite im Finanzierungsgeschäft mit
mittelständischen Firmen.
Financial Markets: Verstärkte Ausrichtung auf die
Kundenbereiche der Bank
Der Kapitalmarktbereich der Bank hat – neben dem Fokus
auf die Refinanzierung der Bank und den Bilanzumschlag
– als Konsequenz aus der Finanzkrise sein Produktportfolio deutlich gestrafft. Im Kundengeschäft liegt der Schwerpunkt künftig auf der Unterstützung der regional und
sektoral ausgerichteten Kernbereiche der Bank sowie auf
den institutionellen Kunden. Diesen bieten wir weiterhin
eine bedarfsgerechte Palette mit Kapitalmarktlösungen an,
die nicht zuletzt Anlageprodukte, Absicherungsinstrumente und Corporate-Finance-Beratung umfasst. Durch
Stärkung dieses – in den vergangenen Jahren zunehmend
erfolgreichen – Cross-Selling-Geschäfts tragen die Finan­
cial-Markets-Bereiche wesentlich zur Steigerung und Diversifizierung der operativen Erträge der Bank aus dem
Kundengeschäft bei. Das seit Ende 2008 vom Zentralbereich Group Risk Management betreute Kreditersatzgeschäft wird zur Risikoreduzierung weiter sukzessive abgebaut. Zu weiteren Einzelheiten verweisen wir auf den
nachfolgenden Risikobericht.
Risikobericht
F 2008
Risikobericht
Finanzmarktkrise und Wirtschaftsabschwung
Die Krise auf den Finanzmärkten und der globale Wirtschaftsabschwung haben sich im Berichtsjahr 2008 signifikant auf die Risikolage der HSH Nordbank ausgewirkt.
Die hohe Risikoaversion gegenüber Banken, insbesondere
seit der Insolvenz der US-Investmentbank Lehman Brothers und dem Ausfall isländischer Kreditinstitute, belastete die Liquiditätslage der Bank erheblich. Um eine existenzbedrohende Liquiditätssituation zu mildern, hat die
Bank beim staatlichen Sonderfonds Finanzmarktstabili­
sierung (SoFFin) im November 2008 einen Garantierahmen
zur Stützung ihrer Emissionstätigkeit beantragt. Im Rahmen der vom SoFFin bereitgestellten Garantie hat die Bank
zum Jahresende 2008 zwei Liquiditätstransaktionen zur
Erhöhung ihres Collateral Pools, das heißt ihres Depots mit
Wertpapieren und Kreditforderungen bei Zentralbanken,
durchgeführt. Im Januar 2009 hat die Bank zudem, als eine
der ersten deutschen Banken, erfolgreich eine vom
SoFFin garantierte Benchmark-Anleihe mit einer Laufzeit
von drei Jahren begeben.
Die Garantie des SoFFin ist an die Bedingung geknüpft, eine
Restrukturierung einzuleiten und eine angemessene Kapitalausstattung sicherzustellen. Im Februar 2009 haben sich
die Anteilseigner Hamburg und Schleswig-Holstein für
ein zuvor von der Bank erarbeitetes neues Geschäftsmodell
sowie eine Kapitalerhöhung von 3 Mrd. Euro in Verbindung mit einer Finanzgarantie in Höhe von 10 Mrd. Euro
zur Abschirmung vor unerwarteten Verlusten ausgesprochen. Im März 2009 hat der SoFFin das neue Geschäftsmodell, das eine strategische Fokussierung auf nachhaltig
starke Geschäftsbereiche in der Heimatregion sowie auf
ausgewählte internationale Sektoren vorsieht, akzeptiert. Am 1. bzw. 3. April 2009 erfolgte die Zustimmung der
Länderparlamente in Hamburg und Schleswig-Holstein
zum neuen Geschäftsmodell und zum Rekapitalisierungskonzept. Sobald alle weiteren Voraussetzungen zur Um­
setzung der erforderlichen Kapitalmaßnahmen – insbesondere der Hauptversammlungsbeschluss, die Eintragung
der Kapitalerhöhung in das Handelsregister sowie der Abschluss des Garantievertrags – erfüllt sind, kann die Bank
auf die volle Höhe der gewährten Liquiditätsgarantien von
bis zu 30 Mrd. Euro zurückgreifen.
Das Risikodeckungspotenzial der Bank sank zum Jahresende 2008 insbesondere durch die Abschreibungen auf das
Credit-Investment-Portfolio (Kreditersatzgeschäft), weitere
Belastungen aus der Finanzkrise (z. B. Lehman, Island)
und eine erhöhte Risikovorsorge im Kreditgeschäft gegenüber 2007 deutlich. Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft
betrug im Berichtsjahr –1,9 Mrd. Euro. Davon entfielen
allein –1,4 Mrd. Euro auf das vierte Quartal, in dem die Krise
auf den Finanzmärkten zunehmend auch die Realwirtschaft erfasste. Unsere kritische Eigenmittelsituation soll
durch die geplanten weitreichenden Kapitalmaßnahmen
soweit verbessert werden, dass unsere Risikotragfähigkeit
wiederhergestellt wird.
Abbau des Credit-Investment-Portfolios
Im Zuge der Finanzmarktkrise hat das Credit-InvestmentPortfolio (Kreditersatzgeschäft) zu hohen Belastungen für
die HSH Nordbank geführt. Die Bank hat deshalb im
September 2008 entschieden, das Credit-Investment-Portfolio markt- und ergebnisschonend abzubauen. Das Gesamtexposure des Portfolios wurde 2008 unter Ausnutzung
von Marktopportunitäten insgesamt um etwa 27 % reduziert. Per 31. Dezember 2008 belief sich das Gesamtvolumen
des Portfolios auf 21.836 Mio. Euro (Vorjahr: 29.968 Mio.
Euro).
Nach einer Konzern-GuV-Belastung im Geschäftsjahr 2007
von 1,3 Mrd. Euro ergaben sich 2008 insgesamt weitere
Belastungen, die mit einem Betrag von 1,6 Mrd. Euro in der
33
34
F 2008
Gewinn- und Verlustrechnung und mit 0,3 Mrd. Euro
in der Neubewertungsrücklage berücksichtigt wurden.
Darüber hinaus bestanden im gesamten Credit-InvestmentPortfolio des Konzerns Stille Lasten in Höhe von 1,8 Mrd.
Euro (Vorjahr: 0,3 Mrd. Euro). Stille Lasten nach IFRS ergeben sich innerhalb der IFRS-Assetkategorie „Loans and
Receivables“ (LAR) aus Marktwertverlusten, die nicht als
bonitätsbedingt und dauerhaft wertmindernd eingestuft
werden.
Die größten GuV-Belastungen sind im besonders risiko­
behafteten Portfolio synthetischer CDO aufgetreten. Im
dritten Quartal mussten durch die direkte und indirekte
Wirkung der Lehman-Insolvenz auch im Bereich der Bankanleihen Verluste hingenommen werden. Die weiteren
Marktverwerfungen im vierten Quartal, darunter die indirekten Wirkungen der Bankenausfälle in Island und
anderen Ländern, betrafen fast alle Assetklassen und haben
innerhalb des Credit-Investment-Portfolios zu wesentlichen zusätzlichen Verlusten geführt.
Zusätzliche Informationen1) zum Credit-Investment-Portfolio und zu Leveraged Loans werden gemäß einer Empfehlung des Financial Stability Forum, im Auftrag der Finanzminister und Zentralbankgouverneure der G-7-Staaten,
in einer speziellen Publikation auf unserer Internetseite
www.hsh-nordbank.de unter „Investor Relations“ veröffentlicht.
Risikomanagementsystem
Grundsätze des Risikomanagements
Durch die Finanzmarktkrise wurde deutlich, dass der professionelle und verantwortungsbewusste Umgang mit
Risiken ein entscheidender Erfolgsfaktor für eine Bank ist.
Die HSH Nordbank betrachtet das aktive Risikomanagement als eine wesentliche Komponente ihrer Gesamtbanksteuerung. Vor diesem Hintergrund hat die Bank im Berichtsjahr begonnen, die im Zuge der Krise identifizierten
Ansatzpunkte zur Weiterentwicklung der Risikokultur
konsequent abzuarbeiten, z. B. durch die Stärkung der
Marktfolgefunktion.
1)
–Unter Risiko versteht die HSH Nordbank ungünstige zukünftige Entwicklungen, die sich nachteilig auf die
Vermögens-, Ertrags- oder Liquiditätslage der Bank auswirken können. Es werden Ausfallrisiken, Marktrisiken,
operationelle Risiken, Liquiditätsrisiken und sonstige Risiken unterschieden. Die einzelnen Elemente des Risikomanagements bilden in ihrer Gesamtheit ein System, das
die Identifizierung, Analyse, Bewertung, Steuerung,
laufende Überwachung und das Reporting von Risiken
gewährleistet.
–Die Zuständigkeiten im Rahmen des Risikomanagements
sind in der Bank eindeutig geregelt. Die Gesamtverantwortung für das Risikomanagement der Bank einschließlich der anzuwendenden Methoden und Verfahren zur
Risikomessung, -steuerung und -überwachung trägt der
Gesamtvorstand.
–Unter Einbeziehung aller wesentlichen Risikoarten stellt
die Risikostrategie die organisatorische und strategische
Ausrichtung des Risikomanagements dar. Sie umfasst
die geplante Entwicklung aller wesentlichen Geschäftsaktivitäten unter risikostrategischen Gesichtspunkten
und unter besonderer Berücksichtigung der Risikotragfähigkeit.
–Die im Risikomanagement eingesetzten Methoden und
Instrumente sind in einem bankweit veröffentlichten
Risikohandbuch dokumentiert.
–Ein umfassender Risikobericht informiert sowohl den
Vorstand als auch den Risikoausschuss des Aufsichtsrats
vierteljährlich über die Risikosituation des Konzerns.
Risikotragfähigkeit
Um ihre Risikotragfähigkeit zu überwachen und nach­
haltig zu sichern, hat die HSH Nordbank einen Kapitaladäquanzprozess in ihr Risikomanagement integriert. Die
Steuerung der Risikotragfähigkeit erfolgt im Zusammenhang mit der Eigenkapital- und Wertbeitragssteuerung.
–Der ökonomische Eigenkapitalbedarf zur Absicherung
der unerwarteten Verluste (Gesamtrisiko) wird regel­
mäßig der verfügbaren Risikodeckungsmasse (Risiko­
deckungspotenzial) gegenübergestellt.
–Diese Gegenüberstellung erfolgt innerhalb eines inte­
grierten Limitsystems, das Basis für die konzernweite
ökonomische Risikolimitierung ist.
–Neben der ökonomischen Steuerung und Limitierung
Nicht Bestandteil des Konzernlageberichts und nicht Gegenstand der Konzernabschlussprüfung.
Risikobericht
wird die Erfüllung der aufsichtsrechtlichen Eigenmittelunterlegungsvorschriften sichergestellt.
–Das Risikodeckungspotenzial wird gem. dem Substanzwertansatz hergeleitet. Der Substanzwert berücksichtigt
neben dem Eigenkapital (inkl. Substanzwertänderungen) u. a. Stille Reserven und Stille Lasten aus Wertpapieren, Beteiligungen und dem Aktivgeschäft sowie nega­
tive GuV-Effekte. Aus dem für das Geschäftsjahr geplanten Risikodeckungspotenzial werden ein Globallimit
für das Gesamtrisiko und darauf basierend einzelne Limite für die Risikoarten Ausfall-, Markt-, operationelle
und Liquiditätsrisiken abgeleitet. Da nicht das gesamte
Risikodeckungspotenzial auf die wesentlichen Risiko­
arten verteilt wird, verbleibt ein Puffer zur Abdeckung
sonstiger Risiken.
–Das Gesamtrisiko berücksichtigt das Ausfallrisiko, das
Marktrisiko, das operationelle Risiko sowie das Liqui­
Risikotragfähigkeit des Konzerns
(Mio. ¤)
Ökonomisches Risikodeckungspotenzial
F 2008
ditätsrisiko. Die unterschiedlichen Risikoarten werden
methodisch konsistent auf Basis eines Value-at-Risk-Ansatzes zum ökonomischen Gesamtrisiko aggregiert. Das
Gesamtrisiko stellt die innerhalb eines Jahres aggregierten, unerwarteten Verluste dar, die bei normalen Marktbedingungen mit einer Wahrscheinlichkeit von 99,9 %
nicht überschritten werden. Bei der Aggregation der unterschiedlichen Risikoarten zum Gesamtrisiko werden
keine risikomindernden Korrelationen angesetzt.
–Die Analyse der Risikotragfähigkeit erfolgt in der HSH
Nordbank vierteljährlich sowie im Rahmen des jährlichen Planungsprozesses.
Die folgende Tabelle zeigt das ökonomische Risiko­
deckungspotenzial des Konzerns, die Risikolimite und den
ökonomischen Eigenkapitalbedarf für die einzelnen Risikoarten sowie den verbleibenden RisikodeckungspotenzialPuffer.
absolut
in % vom
Risikodeckungspotenzial
2008
2007
2008
2007
9.862
13.001
100
100
Risikolimite
davon: Ausfallrisiko
9.163
9.982
93
77
1.086
1.139
11
9
Marktrisiko
Liquiditätsrisiko
750
100
8
1
Operationelles Risiko
420
405
4
3
11.419
11.626
116
90
6.629
5.966
67
46
328
669
3
5
1.768
100
18
1
Summe
Ökonomischer Eigenkapitalbedarf
davon: Ausfallrisiko
Marktrisiko
Liquiditätsrisiko
Operationelles Risiko
Summe
Risikodeckungspotenzial-Puffer
Zielpuffer gemäß Risikostrategie
291
353
3
3
9.016
7.088
91
55
846
5.913
9
45
> 41
> 28
35
36
F 2008
–Bei Verlusten aus Ausfallrisiken unterscheiden wir zwischen dem erwarteten und dem unerwarteten Verlust.
Der erwartete Verlust entspricht dem Ausfall bzw. dem
Wertverlust durch Bonitätsveränderung, der innerhalb
eines Jahres erwartet und durch die kalkulierten Risikokosten abgegolten wird. Der maximale Betrag, um den
ein tatsächlicher Verlust den erwarteten Verlust mit einer
bestimmten Wahrscheinlichkeit innerhalb eines bestimmten Zeitraumes übersteigen kann, wird als unerwarteter Verlust bezeichnet. Risikoparameter zur Ermittlung des unerwarteten Verlustes sind neben der Ausfallwahrscheinlichkeit des Kreditnehmers (Probability
of Default, PD) die Verlustquote bei Ausfall (Loss Given
Default, LGD) sowie die Forderungshöhe bei Ausfall
(Exposure at Default, EaD). Der EaD berücksichtigt neben
dem ausstehenden Kreditbetrag auch die erwartete Inanspruchnahme für Eventualverbindlichkeiten und Zusagen. Unerwartete Verluste müssen durch das Risiko­
deckungspotenzial abgedeckt werden.
–Das Marktrisiko sank gegenüber dem 31. Dezember 2007
um 341 Mio. Euro auf 328 Mio. Euro. Im Rahmen der
Skalierung des täglich ermittelten Marktrisikos (Value-atRisk) auf Basis eines Konfidenzniveaus von 99,0 % und
einer Haltedauer von einem Tag zu einem ökonomischen
Eigenkapitalbedarf für Marktrisikopositionen zur Steu­
erung der Risikotragfähigkeit (Konfidenzniveau: 99,9 %,
Haltedauer: 1 Jahr) berücksichtigen wir einen Sicherheitsaufschlag für solche Portfolien, bei denen keine Anrechnung des täglichen Handelsergebnisses auf das
jeweilige Limit erfolgt. Die Anzahl dieser Portfolien bzw.
ihre Limithöhe wurde im Berichtsjahr wesentlich verringert, so dass aufgrund des reduzierten Aufschlags der
ökonomische Eigenkapitalbedarf für die Marktrisiko
tragenden Positionen zurückging. Eine Anpassung der
Skalierungsfaktoren ist vor dem Hintergrund der ver­
ringerten Marktliquidität, die im Zuge der Finanzmarktkrise zu beobachten war, für das Jahr 2009 geplant.
–Die HSH Nordbank hat als Reaktion auf die Liquiditätsverknappung an den Märkten bereits Ende 2007 erst­
malig einen Value-at-Risk-Ansatz zur Quantifizierung des
Liquiditätsfristentransformationsrisikos entwickelt
und zum 1. Januar 2008 eingeführt. Dieses langfristige/
strukturelle Liquiditätsrisiko ist Ausdruck für die Gefahr einer Vergrößerung der Refinanzierungskosten aus
der offenen Liquiditätsposition. Mit der Methodenum-
2)
stellung wurde das Limit, das am 31.12.2007 noch 100
Mio. Euro betrug, deutlich angehoben und belief sich
zum Berichtsstichtag auf 750 Mio. Euro. Während der
Zuspitzung der Finanzmarktkrise im vierten Quartal
2008 ist der Liquidity-Value-at-Risk (LVaR) aufgrund des
erhöhten kurz- und langfristigen Liquiditätsbedarfs
und der stark gestiegenen Spreadvolatilität bis zum Jahresende auf 1.768 Mio. Euro angestiegen.2) Damit war
das Limit um 136 % überschritten. Wie vorgesehen erfolgte Anfang 2009 eine Verfeinerung der LVaR-Ermittlung
auf Basis der Datensätze, die wir im Laufe des Berichtsjahres gewonnen haben. Unsere Analysen haben gezeigt, dass das Liquiditätsfristentransformationsrisiko
im Berichtsjahr durch den verwendeten, konservativen LVaR-Ansatz überschätzt wurde. Durch die Anpassungen wird die tatsächliche Risikosituation der Bank
zutreffender widergespiegelt. Nach neuer Messung sinkt
der LVaR zum 31. Dezember 2008 um etwa die Hälfte
auf 905 Mio. Euro. Damit wäre das Limit noch um 21 %
überschritten gewesen. Die Berücksichtigung des Liquiditätsrisikos erfolgte im Rahmen der Risikotragfähigkeitssteuerung bis Ende 2007 nur als pauschale Größe
in Höhe des festgelegten Limits, so dass ein Vergleich
des Wertes zum Berichtsstichtag mit dem Wert per
31.12.2007 nicht aussagekräftig ist. Das Zahlungsunfähigkeitsrisiko, das in der aktuellen Finanzmarktkrise
gegenüber dem Fristentransformationsrisiko die für die
Bank bedeutendere Ausprägung des Liquiditätsrisikos
darstellt, wird nicht mit Risikodeckungspotenzial unterlegt, da es nicht als Verlustgröße quantifizierbar ist.
Angaben u. a. zum Management des Zahlungsunfähigkeitsrisikos enthält der Abschnitt „Liquiditätsrisiko“.
–Die operationellen Risiken werden seit Beginn 2008 gemäß dem Standardansatz der Solvabilitätsverordnung
ermittelt.
–Die positive Auswirkung der im Juli 2008 durchgeführten Kapitalerhöhung durch unsere Eigentümer auf
das Risikodeckungspotenzial in Höhe von 1,3 Mrd. Euro
wurde durch die Entwicklung des Saldos aus Stillen
Reserven und Stillen Lasten sowie durch negative GuVEffekte im Berichtsjahr mehr als aufgezehrt. Im Ergebnis verringerte sich das Risikodeckungspotenzial zum Berichtsstichtag auf 9.862 Mio. Euro gegenüber einem
Wert von 13.001 Mio. Euro für Ende 2007. Das Risikodeckungspotenzial war im Ergebnis zu insgesamt 91 %
Liquidity-Value-at-Risk im Jahresverlauf 2008: siehe Kapitel „Liquiditätsrisiko“ (S. 50–54).
Risikobericht
ausgelastet. Durch den Rückgang des Risikodeckungs­
potenzials verblieb Ende 2008 ein Puffer von 0,8 Mrd.
Euro zur Abdeckung sonstiger Risiken. Der Risikodeckungspotenzial-Puffer lag mit 9 % 32 Prozentpunkte
unter dem für 2008 angestrebten Zielpuffer in Höhe
von mindestens 41 %.
–Um über die Stichtagsbetrachtung der Risikodeckungspotenzialauslastung hinaus die erwarteten Auswirkungen potenzieller Krisen auf die Gesamtrisikolage der
HSH Nordbank besser abschätzen zu können, haben wir
2008 regelmäßige Stresstests eingeführt, die den Anstieg des ökonomischen Eigenkapitalbedarfs aus speziellen Szenarien für Ausfall-, Markt- und Liquiditätsrisiken
simulieren. Zusätzlich wird eine entsprechende Reduzierung des Risikodeckungspotenzials sowie des daraus
abgeleiteten Globallimits unterstellt. Zum Berichtsstichtag überstieg das unter diesen Stressbedingungen er­
mittelte Gesamtrisiko auf Konzernebene das reduzierte
Globallimit. Der Risikodeckungspotenzial-Puffer war
vollständig aufgebraucht.
–Aufgrund des aufgelaufenen Jahresverlustes war die
Risikotragfähigkeit Ende 2008 faktisch nicht mehr gegeben. Obwohl die Eigenmittelquote der Institutsgruppe
mit 11,6 % noch deutlich über dem regulatorischen Mindestwert von 8 % lag, drohte aufgrund dieser Verlust­
situation eine Unterschreitung der aufsichtsrechtlichen
Mindestquote. Zudem steht die Nutzung der vom
SoFFin bereits freigegebenen bzw. gewährten Garantie
u. a. unter der Voraussetzung, dass die Bank eine Mindestkernkapitalquote (inkl. Marktrisikopositionen) von
7 % sicherstellt. Im Hinblick auf die von den Anteils­
eignern zugesagten Kapital- und Restrukturierungsmaßnahmen hat die Aufsicht auf die Berücksichtigung
der im Berichtsjahr aufgelaufenen Verluste verzichtet.
Aus diesen Gründen sowie unter Berücksichtigung
unserer Einschätzung der zukünftigen Entwicklung hat
die Bank im vierten Quartal 2008 mit ihren Anteils­
eignern Gespräche über Eigenkapitalmaßnahmen aufgenommen. Die geplante Kapitalerhöhung von 3 Mrd.
Euro wird in voller Höhe auf das Risikodeckungspotenzial für 2009 angerechnet werden. Zusätzlich wird un­
sere Eigenmittelquote durch die in diesem Zusammenhang ebenfalls vorgesehene Finanzgarantie in Höhe
von 10 Mrd. Euro deutlich gestärkt und die Risikotragfähigkeit der Bank wiederhergestellt werden.
F 2008
–Die HSH Nordbank verwendet sowohl für die aufsichtsrechtliche als auch für die ökonomische Risikosteuerung
anerkannte Risikosteuerungsinstrumente. So erhielt
die Bank als eines der ersten Institute von der Bankenaufsicht die Zulassung zum IRB Advanced Approach zur
Ermittlung der Eigenkapitalunterlegung für Ausfallrisiken. In der gegenwärtigen Krise werden die Grenzen
solcher statistischer Risikosteuerungsinstrumente deutlich, da sie von Marktbedingungen ausgehen, die die
derzeitige Extremsituation nicht abbilden. Daher steuert
die HSH Nordbank ihre Risiken zusätzlich nach einer
klassischen Sichtweise. Hierzu wurde insbesondere zum
Ende des Berichtsjahres eine umfassende Bestandsaufnahme der Kreditrisiken durchgeführt. Ziel war es zum
einen, bei Bedarf die erforderlichen Risikomanage­
mentprozesse zeitnah durchzuführen, z. B. im Rahmen
der Übergabe eines Engagements in die Intensivbe­
treuung. Zum anderen konnte durch die vorgenommene
Analyse eine der Situation angemessene Bewertung im
Rahmen des Jahresabschlusses sichergestellt werden. Auf
diese Einzelfallanalysen stützt sich auch nach vorne
blickend das vorgestellte Kapitalisierungskonzept der
HSH Nordbank. Mit Hilfe ökonometrischer Betrach­
tungen – u. a. auf Basis der Basel-II-Größen PD und LGD
– wurde eine Validierung der Wertansätze im Planund im Stressfall durchgeführt.
–Im Rahmen regelmäßiger Portfolioanalysen identifiziert
die HSH Nordbank potenzielle Risikovorsorgebedarfe
sowie mögliche RWA-Veränderungen. Dabei wird unterschieden zwischen Verlustrisiken, die in der Plan-GuV
verarbeitet werden (geplante Verluste), und zusätzlichen
Verlustrisiken, die aus ergänzenden zusätzlichen Stress­
annahmen resultieren. RWA-Änderungen werden analog
unter Plan- und Stressannahmen betrachtet. Die Analyse des Kundenkreditgeschäfts erfolgt auf Grundlage des
internen Strategie- und Planungsprozesses sowie differenzierter PD- / LGD-Analysen. Darüber hinaus wird das
Credit-Investment-Portfolio von internen Experten auf
Basis einer Marktwertanalyse betrachtet. Zusätzlich werden Single-Event-Risiken, das heißt Risiken aus Engagements mit geringer Ausfallwahrscheinlichkeit, aber großem Volumen, unter Stressbedingungen analysiert.
Die Ergebnisse dieser Analysen stellten die Basis für die
Höhe der Rekapitalisierung der HSH Nordbank und
die entsprechende Verständigung mit den Anteilseignern und dem SoFFin dar.
37
38
F 2008
Organisation des Risikomanagements
Die Organisation des Risikomanagements der HSH Nordbank orientiert sich an den Erfordernissen des Geschäftsmodells. Darüber hinaus wird den regulatorischen Anforderungen Rechnung getragen. Die Risiko- und Finanzverantwortung des Chief Risk Officers (CRO) und des Chief
Financial Officers (CFO) wurden im Berichtsjahr wieder
unter einem Vorstandsmitglied zusammengeführt.
–Der Gesamtvorstand beschließt im Rahmen seiner
Gesamtverantwortung jährlich die Risikostrategie der
Bank. Durch die Einbindung des Aufsichtsrats wird
sichergestellt, dass sich die Risikostrategie im Einklang
mit den Interessen unserer Eigentümer befindet.
–Der CRO ist als Mitglied des Vorstands verantwortlich für
das Risikocontrolling einschließlich der Risikoüberwachung sowie für die Marktfolge im Kreditbereich. In diesem Zusammenhang ist er zuständig für die Bereiche
Group Risk Management und Kreditrisikomanagement.
Der CRO entscheidet unabhängig von den für die Marktbereiche bzw. den Handel zuständigen Vorstandsmitgliedern. Auf diese Weise wird der aufsichtsrechtlich geforderten Funktionstrennung zwischen den Markt- und
Handelsbereichen einerseits und dem Risikocontrolling,
der Abwicklung und Kontrolle sowie der Marktfolge andererseits auf allen Ebenen aufbauorganisatorisch Rechnung getragen.
–Der CRO informiert regelmäßig den Gesamtvorstand
sowie den Risikoausschuss, ein Gremium des Aufsichtsrats, über die Risikolage des Konzerns.
–Das zentrale Risikocontrolling im Bereich Group Risk
Management entwickelt die Methoden und Instrumente
zur Messung, Steuerung und Überwachung der Risiken.
Es stellt dabei sicher, dass die wesentlichen Risiken des
Konzerns transparent und steuerbar sind. Die Bank hat
im September 2008 entschieden, das Credit-InvestmentPortfolio markt- und ergebnisschonend abzubauen.
Der Unternehmensbereich Group Risk Management ist
seit Oktober 2008 zentral für die Steuerung der Abbaumaßnahmen verantwortlich.
–In der Verantwortung des Bereichs Transaction Services
liegt die Abwicklung und Kontrolle der Geschäfte.
–Im Kreditrisikomanagement sind die Aufgaben der unabhängigen Marktfolge gebündelt. Dazu zählen unter an-
derem die Erstellung des Zweitvotums, die Überprüfung
und Festsetzung des Ratings, die Ermittlung von Sicherheitenwerten sowie die Gestaltung der Prozesse und
Regelwerke des Kreditgeschäfts der Bank.
–Die aktive Risikosteuerung erfolgt insbesondere in den
Markt- und Handelsbereichen, die im Rahmen ihrer
Geschäftstätigkeit unmittelbare Risiko- und Ergebnisverantwortung tragen. Die Risiken werden dabei von Portfoliomanagern auf Ebene des jeweiligen Bereichs dezentral analysiert und überwacht.
–Das Asset Liability Committee ist neben der Steuerung
strategischer Gesamtbankpositionen verantwortlich
für die unterjährige Steuerung der Risikotragfähigkeit
sowie für Eigenkapitalmaßnahmen. Es setzt sich zu­
sammen aus dem CFO/CRO, dem Kapitalmarktvorstand,
dem Leiter des Group Treasury, den Leitern der Bereiche Finanzen und Group Risk Management sowie dem
Leiter eines Kredit gebenden Marktbereichs.
–Die Interne Revision ist ein Instrument des Vorstands,
ihm unmittelbar unterstellt und berichtspflichtig. Sie
prüft risikoorientiert und prozessunabhängig die Wirksamkeit und Angemessenheit des Risikomanagements.
Unter Wahrung ihrer Unabhängigkeit und unter Vermeidung von Interessenkonflikten ist sie bei wesentlichen
Projekten begleitend tätig.
–Der Bereich Recht und Group Compliance überwacht
als unabhängige Einheit die Rechts- und ComplianceRisiken der Bank.
–Mit Hilfe des Global-Head-Prinzips wird eine weltweit
einheitliche Geschäftsfeldsteuerung erreicht. Auf dieser
Grundlage sind die Global Heads – vorwiegend Leiter
von Unternehmensbereichen – weltweit für die Steuerung der ihnen zugeordneten Geschäftsfelder bzw.
Stabs- und Serviceleistungen verantwortlich. Das GlobalHead-Prinzip gilt gleichermaßen für das Risikocont­
rolling, so dass die Weiterentwicklung eines konzernweit
aufeinander abgestimmten Risikocontrollings gewährleistet ist.
–Die Bank hat Regelungen festgelegt, nach denen vor Geschäften mit neuen Produkten oder in neuen Märkten
formalisierte Prüfprozesse durchlaufen werden. Hierdurch soll sichergestellt werden, dass die Abbildung der
Produkte in den relevanten Systemen und ihre Berück-
Risikobericht
F 2008
Organisation des Risikomanagements
Aufsichtsrat
Risikoausschuss
Gesamtvorstand
Festlegung Risikostrategie
Chief Risk Officer
Marktfolge
Kredit­risiko­
management
Group Risk
Management
RisikoControlling
Group Risk
Management
Kontrolle und
abwicklung
Group Risk
Management
Aktive Risikosteuerung
Markt und Handel
Transaction
Services
Trans­
portation &
ENergy
Real
Estate
Corporate
& Private
Banking
Financial
Markets &
Institutions
Asset
Liability
Committee
Risikoarten
Ausfallrisiko
Marktrisiko
Operationelles
Risiko
Liquiditätsrisiko
Sonstige Risiken
Interne Revision, Recht und Group Compliance
sichtigung in den relevanten Prozessen gewährleistet ist.
Solche Geschäfte können nur mit Zustimmung des Vorstands abgeschlossen werden.
–Im Rahmen unseres konzernweiten Risikomanagements
berücksichtigen wir bei der Steuerung und dem Controlling der einzelnen Risikoarten die jeweils wesentlichen
Tochtergesellschaften.
–Die Bank hat Ende 2007 begonnen, ihre Risikosteuerung in wesentlichen Teilen weiterzuentwickeln. Ausgangspunkt war im Oktober 2007 die Gründung des
Bereichs Group Risk Management, der seitdem die risikobehafteten Engagements der HSH Nordbank unabhängig von den Marktbereichen steuert. Dies schließt
seit Oktober 2008 auch das Kreditersatzgeschäft (CreditInvestment-Portfolio) mit ein. Durch Beschränkung der
3)
vgl. Kapitel „Organisation des Ausfallrisikomanagements“ (S. 42–41).
Marktaktivitäten im gesamten Jahresverlauf 2008
konnten die Auswirkungen der Krise auf die Bank im
Berichtsjahr teilweise abgemildert werden. Systeme,
Prozesse und Organisation der HSH Nordbank wurden
insbesondere für die Risikosteuerung im Kapitalmarkt­
bereich neu definiert. Im Jahr 2009 sind entsprechende
Umsetzungen geplant. Zudem wird seit Oktober 2008
der Kreditentscheidungsprozess durch den Unternehmensbereich Kreditrisikomanagement weiterentwickelt.3) Ziel ist eine Stärkung der Marktfolgefunktion,
durch die gerade bei zyklischen Geschäften eine Aus­
gewogenheit zwischen Risiko und Ertragszielen gewährleistet werden soll. Insgesamt werden diese Maßnahmen einen wesentlichen Beitrag zur Weiterentwicklung
der Risikokultur leisten.
39
40
F 2008
Aufsichtsrechtliche Eigenkapitalunterlegung / Umsetzung von Basel II
Seit Anfang 2008 ermittelt die Bank die Höhe der erforderlichen Eigenkapitalunterlegung für Ausfall-, Markt- und
operationelle Risiken auf Basis der Solvabilitätsverordnung.
Nach Zulassung durch die Aufsicht verwenden wir hierbei für Ausfallrisiken den IRB Advanced Approach. Damit
verwendet die Bank für die regulatorische Meldung die
gleichen Parameter, die bereits intern in der Risikosteuerung und im Ausfallrisikomanagement Anwendung finden, und nutzt die damit verbundene Eigenkapitalentlastung. Die Anrechnungsbeträge für Marktrisikopositionen
ermitteln wir nach den vorgegebenen bzw. wählbaren Standardverfahren. Operationelle Risiken berücksichtigen wir
gem. dem Standardansatz. Alle in diesem Zusammenhang
geltenden Grenzen wurden jederzeit eingehalten.4) Mit
der Kapitalerhöhung von 3 Mrd. Euro sowie der Finanzgarantie in Höhe von 10 Mrd. Euro, die von den Anteilseignern Hamburg und Schleswig-Holstein in einer gemeinsamen Senats- und Kabinettssitzung im Februar 2009 zugesagt wurden und durch die Zustimmung der Länderparlamente am 1. bzw. 3. April 2009 positiv votiert wurden,
wird u. a. die Kernkapitalquote der Bank – vorbehaltlich der
Zustimmung seitens der EU und der Hauptversammlung
zur Kapitalerhöhung – nachhaltig gestärkt.
Entsprechend der Anforderungen des § 26a KWG bzw. der
Solvabilitätsverordnung veröffentlichen wir zum Stichtag
31. Dezember 2008 in einer speziellen Publikation erstmalig wesentliche qualitative und quantitative Informationen über Eigenkapital, eingegangene Risiken, Risikomessverfahren und Risikomanagement. Als Institut, das den
IRB Advanced Approach anwendet, gelten hier für die HSH
Nordbank besondere Anforderungen. Inhaltlich geht das
Dokument über die Offenlegung auf Basis der angewandten
Rechnungslegungsvorschriften im Rahmen dieses Geschäftsberichts hinaus, indem es einen umfassenden Einblick in die regulatorischen Rahmenbedingungen und
die aktuelle Risikosituation der Bank auf Basis aufsichtsrechtlicher Zahlen gibt. Die Bank plant, ihr Basel-IIDokument halbjährlich offenzulegen. Es wird auf unserer
Internetseite www.hsh-nordbank.de unter „Investor Relations“ publiziert. Mit der Veröffentlichung setzt die HSH
Nordbank die Anforderungen der dritten Baseler Säule
(Marktdisziplin) um.
4)
Zur Analyse, Überwachung und zum Reporting von Risiken
verfügt die HSH Nordbank über ein zentrales Datenhaltungssystem, das die Anforderungen der Solvabilitätsverordnung berücksichtigt. Das umfasst insbesondere die Bereitstellung von Daten und Informationen für die aufsichtsrechtliche Meldung und die Offenlegung nach Basel II.
Die Entwicklung eines Systems zur Berechnung der regulatorischen Eigenkapitalunterlegung für die HSH Nordbank
haben wir im Berichtsjahr abgeschlossen. Beide Systeme
wurden 2008 von der Aufsicht geprüft und abgenommen.
Ausfallrisiko
Die Übernahme, Steuerung und Begrenzung von Ausfall­
risiken gehört angesichts ihrer starken Ausrichtung auf
das Kreditgeschäft zu den Kernkompetenzen der HSH
Nordbank. Das Ausfallrisiko wird differenziert nach Kredit-,
Länder-, Beteiligungs- und Erfüllungsrisiko. Bestandteile
des Kreditrisikos sind neben dem klassischen Kreditrisiko
das Kontrahentenrisiko und das Emittentenrisiko. Das
Erfüllungsrisiko setzt sich aus dem Vorleistungs- und dem
Abwicklungsrisiko zusammen. Alle genannten Bestand­
teile des Ausfallrisikos werden im Rahmen der Eigenkapitalsteuerung berücksichtigt. Für Konzentrationsrisiken (spe­
ziell Kreditnehmer- bzw. Länderebene) und Beteiligungs­
risiken gibt es zusätzliche Steuerungsmaßnahmen.
Die Organisation und die Methoden des Managements von
Ausfallrisiken werden laufend optimiert, um dem sich
verändernden Marktumfeld und neuen aufsichtsrechtlichen Anforderungen Rechnung zu tragen.
Organisation des Ausfallrisikomanagements
Die Aufbauorganisation der HSH Nordbank gewährleistet
für das Kreditgeschäft eine funktionale Trennung der
Marktbereiche von der Marktfolge bzw. dem Risikocontrolling einschließlich Vorstandsebene.
–Um eine einheitliche Kreditpolitik und Qualität der Risikobeurteilung im Kreditgeschäft sicherzustellen, werden im Kreditrisikomanagement die Aufgaben der unabhängigen Marktfolge gebündelt: Dazu zählen die Er­
stellung des Zweitvotums, die Überprüfung und Festsetzung des Ratings, die Ermittlung von Sicherheiten­
werten, die Gestaltung der Prozesse und Regelwerke des
Aufsichtsrechtliche Kennzahlen: siehe Kapitel „Vermögens- und Finanzlage“ (S. 9–13).
Risikobericht
Kreditgeschäfts der Bank sowie die Qualitätssicherung
der für den Deckungsstock gemäß Pfandbriefgesetz vorgesehenen Kredite und die Treuhänderbetreuung.
–Das von der HSH Nordbank gewählte Modell zur Funk­
tionstrennung im Kreditentscheidungsprozess trägt ihrer
strategischen Ausrichtung als Kundenbank mit intensivem Spezialfinanzierungsgeschäft Rechnung. Die Kreditentscheidung setzt eine qualitativ hochwertige Risikoanalyse im Rahmen eines Marktvotums und ein Zweitvotum der Marktfolge voraus. Die Marktfolge übernimmt damit eine unabhängige, einheitliche Qualitätssicherungsfunktion für die Risikobeurteilung im
Kreditentscheidungsprozess. Stimmen das Markt- und
das Marktfolgevotum nicht überein, wird im Wege
eines Eskalationsverfahrens eine Entscheidung herbeigeführt. Im Rahmen der Maßnahmen, die die Bank
im Zuge der Finanzmarktkrise bereits durchgeführt hat,
wurde der bisherige Kreditentscheidungsprozess intensiv analysiert. Zur Stärkung der Marktfolgefunktion hat
der Vorstand beschlossen, dass 2009 wesentliche pro­
zessuale und organisatorische Maßnahmen zur Weiterentwicklung dieses Prozesses umgesetzt werden.
–Für Kreditgeschäfte in bestimmten Geschäftsarten und
unterhalb bestimmter Größenordnungen, die als nicht
risikorelevant eingestuft werden, macht die HSH Nordbank im Sinne der MaRisk-Öffnungsklausel von der
Möglichkeit Gebrauch, von einem Marktfolgevotum abzusehen. Die Definition für nicht risikorelevantes Kreditgeschäft ist ebenso wie die Kompetenzstufen für Votierung und Kreditentscheidung auf die Steuerungsgröße „ökonomischer Eigenkapitalbedarf“ ausgerichtet.
–Basis der operativen Tätigkeiten im Kreditgeschäft sind
die im Kredithandbuch der HSH Nordbank enthaltenen
Arbeitsanweisungen und internen Richtlinien, insbesondere die Kredit-, Zuständigkeits-, Votierungs-, Rating-,
Sicherheiten- und LGD-Richtlinie, die Richtlinie zur Engagement-Überwachung, die Wertermittlungsrichtlinien
sowie die Richtlinie zur Ausfalldefinition, welche die
wesentlichen Grundsätze der Kreditvergabe und -überwachung enthalten. Danach werden Kreditrisiken, die
nach dem erweiterten Kreditbegriff des § 19 Abs. 1 KWG
erfasst werden, in Abhängigkeit von Besicherung, Kreditart, Ratingklasse sowie Ausprägung des Kreditrisikos
differenziert betrachtet und behandelt. Zugrunde gelegt
wird das Gesamtengagement, das die HSH Nordbank
F 2008
Gruppe mit der Kreditnehmereinheit nach § 19 Abs. 2
KWG unterhält, wobei als relevanter Kreditnehmer stets
der wirtschaftliche Risikoträger betrachtet wird.
–Für die Unterscheidung von besicherten und unbesicherten Krediten sind in einer Sicherheiten- und LGDRichtlinie die für die Bank werthaltigen Sicherheiten
festgelegt. Dabei wird auf die Erfüllung der Anforderungen aus der Solvabilitätsverordnung (z. B. Vorhandensein eines Marktwertes, Verwertungsmöglichkeiten, fehlende Korrelation zum besicherten Kredit, rechtliche
Durchsetzbarkeit, Laufzeitkongruenz) abgestellt. Der
Kreis der anerkannten Sicherheiten kann im Wege
einer Prüfung durch ein marktunabhängiges Team aus
Spezialisten der Bereiche Kreditrisikomanagement,
Group Risk Management sowie Recht und Group Compliance erweitert werden.
–Das einzelrisikobezogene Kreditrisikomanagement wird
insbesondere ergänzt durch Regelungen zur Engagement-Überwachung und Früherkennung von Risiken.
–Für die unabhängige Überwachung der Risiken auf Portfolioebene, das unabhängige Berichtswesen, die Steuerung der Problemkredite und Länderrisiken, die Bearbeitung und Betreuung der Sanierungs- und Abwicklungsfälle sowie die Risikovorsorge ist der Bereich Group Risk
Management verantwortlich.
–Zur Sicherstellung des konzernweiten Controllings von
Ausfallrisiken werden im Rahmen der Risikobericht­
erstattung die relevanten Tochtergesellschaften HSH
Nordbank Securities S.A., HSH Real Estate AG und
HSH Nordbank Private Banking S.A. berücksichtigt.
Management des Ausfallrisikos
Den größten Teil des Risikopotenzials der HSH Nordbank
bilden die Ausfallrisiken, für deren Management die
Bank ein fortgeschrittenes Instrumentarium zur Analyse,
Bewertung und aktiven Steuerung aufgebaut hat.
Im Zuge der Finanzmarktkrise wurden die erwarteten
Verluste 2008 durch entsprechende Wertberichtigungen
bzw. Ergebnis oder Eigenkapital mindernde Bewertungskorrekturen berücksichtigt. Der ökonomische Eigenkapitalbedarf als Maß für die unerwarteten Verluste erhöhte
sich aufgrund der Bonitätsverschlechterungen/Downgrades
innerhalb der Portfolien Schifffahrt, Industrie und Credit
Investments.
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F 2008
Ausfallrisikoengagement
Der ausstehende Kreditbetrag ist Ausdruck für das im Risiko stehende Volumen der Kreditforderungen, Wertpapiere,
Beteiligungen, derivativen Finanzinstrumente, sonstigen
außerbilanziellen Geschäfte sowie unwiderruflichen, nicht
ausgenutzten Kreditzusagen. Zum 31. Dezember 2008 belief sich der ausstehende Kreditbetrag auf 249.910 Mio. Euro.
In der folgenden Tabelle ist der ausstehende Kreditbetrag
nach Restlaufzeiten dargestellt.
Ausfallrisikostruktur nach Laufzeiten
(Mio. ¤)
bis 3 Monate
In der folgenden Tabelle ist der ausstehende Kreditbetrag
nach den bankinternen Ratingklassen dargestellt. Der
ausstehende Kreditbetrag mit Investment-Grade-Rating
(Ratingklasse 1 (A A A A) bis 5) beträgt 183.493 Mio. Euro
(Vorjahr: 176.881 Mio. Euro).
Ausfallrisikostruktur nach Ratings
(Mio. ¤)
Ausstehender Kreditbetrag
2008
2007
1 (AAAA) bis 1 (AA-)
87.236
92.885
1 (A+) bis 1 (A-)
36.723
30.584
2 bis 5
59.534
53.412
6 bis 9
47.064
52.319
10 bis 12
7.099
5.493
13 bis 15
6.390
1.954
16 bis 18
Summe
5.864
2.277
249.910
238.924
In der folgenden Tabelle ist der ausstehende Kreditbetrag
nach den für die Bank wesentlichen Branchen dargestellt.
Ausfallrisikostruktur nach Branchen
(Mio. ¤)
Ausstehender Kreditbetrag
2008
2007
Industrie
22.461
19.614
Schifffahrt
40.763
33.964
Handel und Transport
15.725
15.313
Kreditinstitute
55.563
58.121
Sonstige Finanzinstitute
39.636
35.562
Grundstücke und Wohnungen
39.168
37.697
8.918
9.528
Öffentlicher Sektor
23.638
24.502
Private Haushalte
4.031
4.616
Sonstige Dienstleistungen
Sonstige
Summe
7
7
249.910
238.924
> 3 Monate bis 6 Monate
Ausstehender Kreditbetrag
2008
2007
23.230
24.001
8.457
10.270
> 6 Monate bis 1 Jahr
28.806
31.498
> 1 Jahr bis 5 Jahre
94.935
81.827
> 5 Jahre bis 10 Jahre
56.981
55.827
> 10 Jahre
37.501
35.501
249.910
238.924
Summe
Ratingverfahren / LGD
Bei der originären Entwicklung sowie der Weiterentwicklung und laufenden Validierung diverser interner Ratingmodule arbeitet die HSH Nordbank intensiv mit anderen
Banken zusammen. Dies erfolgt im Landesbanken-Verbund
über die RSU Rating Service Unit GmbH & Co. KG sowie
in Kooperation mit der Sparkassen Rating und Risikosysteme GmbH (SR), einer Tochtergesellschaft des Deutschen
Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV).
Die RSU, deren Gründung im Jahr 2003 aus einer Landesbankenkooperation zur Entwicklung interner Ratingverfahren resultierte, ist als Tochtergesellschaft der neun beteiligten Banken verantwortlich für die Neuentwicklung,
einheitliche Pflege und Weiterentwicklung der Ratingsysteme unter Maßgabe der bankaufsichtsrechtlichen Qualitätsanforderungen sowie für den Betrieb der Ratingmodule
in einer einheitlichen IT-Umgebung. Bei ihrer Tätigkeit
wird die RSU methodisch und fachlich durch Spezialisten
aus den beteiligten Instituten unterstützt. Neben den von
der RSU betreuten Ratingmodulen nutzt die HSH Nordbank
auch Ratingverfahren, die von der SR bereitgestellt, gepflegt und weiterentwickelt werden.
Die HSH Nordbank betreut federführend die Module Schiffe, Leasing und Leveraged Finance und ist zudem mitverantwortlich für die Module Internationale Immobilien und
Länder. Unter Mitarbeit der HSH Nordbank wurde 2008
im RSU-Verbund ein Ratingmodul für Kredit-Finanzierungen von Fonds entwickelt. Das Modul wurde im Januar
Risikobericht
2009 in der HSH Nordbank für die interne Steuerung eingeführt.
Im Berichtsjahr wurde auf Basis der anonymisierten, gepoolten Daten im Verbund die Vorhersagekraft der Ratingmodule hinsichtlich der prognostizierten Ausfallwahrscheinlichkeiten überprüft (Validierungsprozess). Im Anschluss an diesen Prozess wurde bankintern die Eignung
der Module für das Portfolio der Bank und die Übertragbarkeit der Ergebnisse analysiert und bestätigt (Repräsentati­
vitätsnachweis).
Um für Eventualverbindlichkeiten und Zusagen die bei
einem möglichen Ausfall zu erwartende Inanspruchnahme
zu ermitteln, werden sogenannte Credit Conversion Factors (CCF) empirisch ermittelt und angewendet. Der mit
einem CCF gewichtete ausstehende Kreditbetrag wird als
Exposure at Default (EaD) bezeichnet. Zur Prognose der
Verlustquoten bei Ausfällen (Loss Given Default) hat die
HSH Nordbank für sämtliche Geschäftsbereiche eine
differenzierte LGD-Methodik für Kredit- und Handelsgeschäfte entwickelt. Dabei werden auf Basis historischer
Verlustinformationen objektspezifische Sicherheitenerlösquoten und kreditnehmerspezifische Einbringungsquoten geschätzt. Aus dem EaD wird mittels der LGD der jeweilige Ausfallbetrag ermittelt. Die LGD- und CCF-Verfahren
wurden im Berichtsjahr im Rahmen des jährlichen Validierungsprozesses überprüft und weiterentwickelt.
Die in der HSH Nordbank verwendeten Ratingmodule
Banken, Corporates, Internationale Gebietskörperschaften,
Länder- und Transferrisiko, Versicherungen, Leveraged
Finance und Leasing sowie das für kleinere inländische Firmenkunden verwendete Standardrating basieren auf sogenannten Scorecard-Verfahren. Im Rahmen von ScorecardAnsätzen werden quantitative und qualitative Merkmale
und Faktoren identifiziert, mit deren Hilfe Kreditnehmer
unterschiedlichen Bonitätsklassen zugeordnet werden
können. Voraussetzung für die Anwendung eines Scorecard-Ansatzes ist eine ausreichende Anzahl an relativ
homogenen Kreditnehmern.
Da diese Voraussetzung bei Spezialfinanzierungen häufig
nicht gegeben ist, werden hier vorwiegend Simulationstechniken eingesetzt. So wird beispielsweise die Bewertung
F 2008
von Spezialfinanzierungen in den Bereichen Schiffe, Immobilien und Projekte mit Hilfe von Cash-Flow-Simulationsmodellen durchgeführt. Primäre Quelle für die Rückführung der Verbindlichkeit sind die Einkünfte aus dem
finanzierten Objekt. Der Cash Flow des Objektes wird in
verschiedenen Szenarien simuliert, die hinsichtlich der
makroökonomischen und der industriespezifischen Gegebenheiten variieren und die zukünftige Entwicklung von
Faktoren wie z. B. Mieten, Leerstände oder Charterraten
simulieren. Im Ergebnis erhält man für jeden Kreditnehmer
eine individuelle Ausfallwahrscheinlichkeit (Probability
at Default, PD) und damit die Zuordnung zu einer konkreten Bonitätsklasse.
Die Bank verwendet für alle Module eine identische RatingMasterskala, die nicht nur unterschiedliche Portfoliosegmente vergleichbar macht, sondern auch ein Mapping mit
externen Ratings ermöglicht. Im Zuge der methodischen
Entwicklungen und Validierungen werden die internen
Richtlinien laufend angepasst.
Die Bank verfolgt den Ansatz, die mit Blick auf Basel II
betriebenen methodischen Neu- und Weiterentwicklungen
nicht nur für die Ermittlung des regulatorischen Eigen­
kapitalbedarfs anzuwenden, sondern auch frühzeitig und
vollständig in die interne Steuerung zu integrieren. Alle
im Zusammenhang mit Basel II stehenden Parameter bilden damit die Grundlage des integrativen Ansatzes der
Gesamtbanksteuerung und des Risikomanagements der
HSH Nordbank. Beispielsweise werden Ergebnisse der
Rating- und LGD-Schätzverfahren in der Vorkalkulation
angewendet und in der Regelung der Kompetenzen berücksichtigt. Zusätzlich fließen sie in das System der integrierten Risikolimitierung und den Planungs- und Stra­
tegieprozess ein.
Eigenkapitalsteuerung (Vor-/Nachkalkulation)
In der HSH Nordbank wird bankweit ein einheitliches Verfahren zur Vorkalkulation von Kreditgeschäften mit einer
barwertigen Berechnung der erwarteten und unerwarteten
Verluste aus Ausfallrisikopositionen unter Berücksichtigung gegebenenfalls bestehender Devisentransferrisiken
verwendet. Die Kalkulation bildet das gesamte Deckungsbeitragsschema bis zum Wertbeitrag nach Kapitalkosten
bzw. Steuereffekten ab. In die Vorkalkulation gehen dabei
43
44
F 2008
die intern ermittelten geschäftsindividuellen Risikoparameter Rating, LGD und CCF ein.
schreitungen im Neu- und Bestandsgeschäft sowie eingeleitete Maßnahmen informiert.
Analog findet eine regelmäßige Nachkalkulation (ProfitCenter-Rechnung) der Geschäfte statt. Auf Basis der aktuellen Risikoparameter der einzelnen Geschäfte werden
die Kosten und darauf aufbauend Wertbeiträge ermittelt.
Eine weitere Limitierung der Konzentrationsrisiken erfolgt
auf Ebene der regulatorischen Kreditnehmereinheiten
(gem. § 19 Abs. 2 KWG) im Rahmen der internen Großrisikosteuerung. Das Verfahren der Großrisikosteuerung gewährleistet die Einhaltung der aufsichtsrechtlichen Großkreditgrenzen auf Instituts- und Institutsgruppenebene
und versetzt die Bank in die Lage, potenzielle Übergroßkredite frühzeitig zu erkennen und vor deren tatsächlicher Entstehung Gegenmaßnahmen einzuleiten. Zusätzlich erfolgt eine Limitierung von klassischen Kredit- und
Handelsgeschäften.
Stresstests
Die HSH Nordbank führt regelmäßig Stresstests zur Ermittlung des ökonomischen Eigenkapitalbedarfs für Ausfall­
risiken durch. Hierfür werden die bei der Berechnung des
ökonomischen Eigenkapitalbedarfs relevanten Risiko­
parameter variiert, z. B. durch Veränderungen der erwarteten Ausfallwahrscheinlichkeiten und der Ausfallquoten.
Im Ergebnis wird überprüft, ob das für die Ausfallrisiken
budgetierte Risikolimit bei Betrachtung der jeweiligen
Stressszenarien eingehalten wird. Zusätzlich dienen diese
Stresstests der Erfüllung der regulatorischen Anforderungen aus der Solvabilitätsverordnung.
Konzentrationsrisiko
Die wirksame Begrenzung von Konzentrationsrisiken ist
aus ökonomischer Sicht sowie aus regulatorischen Gründen
notwendig. Zur effektiven Steuerung und Überwachung
von Konzentrationen auf Adressebene (Kreditnehmereinheiten) und Länderebene wurden entsprechende Obergrenzen für ökonomisches Eigenkapital festgelegt. Diese
Obergrenzen wurden mit Hilfe eines Kreditportfoliomodells, das die Portfoliogranularität berücksichtigt, aus dem
Risikodeckungspotenzial abgeleitet. Mindestens jährlich
werden die Obergrenzen auf Basis der Risikotragfähigkeit
überprüft und im Einklang mit der Risikostrategie vom
Vorstand festgelegt. Konzentrationsrisiken bezüglich Branchen und Ratingklassen werden in einem integrierten
Limitsystem im Rahmen eines Monitorings überwacht.
Damit sind eine frühzeitige Identifikation unerwünschter Entwicklungen und die Einleitung entsprechender Gegenmaßnahmen möglich.
Bei der Begrenzung der Konzentrationsrisiken auf Adress­
ebene liegt die Entscheidung über jedes Kreditneugeschäft, dessen Abschluss zu einer Überschreitung der Obergrenze führen würde, beim Gesamtvorstand. Im Rahmen
des vierteljährlichen Risikoberichts wurden der Vorstand
und der Risikoausschuss über alle Obergrenzenüber­
Länderrisiko
Unter Länderrisiko versteht die HSH Nordbank das Risiko,
dass vereinbarte Zahlungen aufgrund von staatlich verfügten Beschränkungen des grenzüberschreitenden Zahlungsverkehrs nicht oder nur unvollständig bzw. verspätet
erbracht werden (Transferrisiko). Das Risiko ist nicht in
der Bonität des Schuldners begründet.
Im Rahmen des Managements von Konzentrationsrisiken
stellt die Länderrisikolimitierung eine zusätzliche Steuerungsdimension dar. Die Risiken des Auslandskreditgeschäfts werden mit Hilfe des ökonomischen Eigenkapitals
gesteuert. Als wesentliche Risikotreiber werden im Rahmen der Länderrisikomessung u. a. das Rating und die LGD
des relevanten wirtschaftlichen Risikolandes berücksichtigt. Länderrating und Länder-LGDs basieren auf einer Methodik, die im Rahmen des Gemeinschaftsprojekts der
Landesbanken bzw. der RSU entwickelt wurde. Ferner wird
zur korrekten Abbildung von Klumpeneffekten die Port­
foliogranularität berücksichtigt.
Die Konzentrationsrisiken für sämtliche Länder auf Konzernebene werden grundsätzlich durch die aus der Risikotragfähigkeit abgeleiteten Länderobergrenzen für ökonomisches Eigenkapital limitiert. Daneben werden für Länder,
in denen die Kerngeschäftsfelder der Bank liegen, Limite
auf Global-Head-Ebene unter Berücksichtigung der strategischen Bedeutung vom Vorstand festgelegt. Die Auslastung der Obergrenzen bzw. Limite wird laufend zentral von
der Länderrisikosteuerung überwacht.
Risikobericht
Vor dem Hintergrund der verschärften Finanzmarktkrise
hat die Länderrisikosteuerung Hochrisikoländer identi­
fiziert, die von den negativen gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen der Krise voraussichtlich besonders betroffen
sein werden. Für diese Hochrisikoländer wurde eine enge
Limitierung eingeführt, die einer fortlaufenden Überprüfung unterliegt. Das Länderrisikokonzept dieser Limitierung umfasst sämtliche Länderrisiken und geht damit
über die Betrachtung des beschriebenen Transferrisikos
hinaus.
Einen Überblick über die Aufteilung des Auslandsobligos
nach Länderregionen, das per 31. Dezember 2008 144.071,0
Mio. Euro erreichte, gibt die Tabelle „Auslandsobligo
nach Regionen“. Als Auslandsobligo wird das nominale
Exposure von Kredit- und Handelsgeschäften unter Berücksichtigung von transferrisikorelevanten Sicherheiten
verstanden.
Auslandsobligo nach Regionen
(Mio. ¤)
Westeuropa
davon Länder der Eurozone
Mittel- und Osteuropa
davon Länder der Eurozone
Afrikanische Länder
Nordamerika
Auslandsobligo
2008
2007
76.669,9
82.336,7
35.958,3
34.050,5
3.776,2
3.708,1
357,0
345,4
2.319,3
2.097,6
32.888,5
26.125,5
Lateinamerika
5.228,8
5.034,8
Mittlerer Osten
1.623,6
1.109,7
19.469,9
17.029,8
Asien-Pazifik-Raum
Internationale Organisationen
Special Purpose Companies
Summe
77,4
157,6
2.017,4
1.945,8
144.071,0
139.545,6
Verbriefungen
Die Verbriefung von KreditPortfolien ist ein grundsätzlicher
Bestandteil des Risikomanagements der HSH Nordbank.
Angesichts nahezu illiquider Verbriefungsmärkte war der
Handlungsspielraum für entsprechende Transaktionen
im gesamten Jahr 2008 stark eingeschränkt. Vorrangiges
Ziel der seit 2004 durchgeführten Transaktionen war der
Risikotransfer, d. h. die Ausplatzierung von Risiken. Diese
erfolgten mittels synthetischer Verbriefungen durch den
F 2008
Abschluss von Credit Default Swaps (CDS) sowie die Emission und Platzierung von Credit Linked Notes (CLN). Bei
den zugrunde liegenden Forderungen dieser Verbriefungen
handelte es sich um gewerbliche Immobilienfinanzierungen in den USA (Pure Mortgages 2004) und Schiffskredite
(Ocean Star 2004 und Ocean Star 2005). Die durch diese
Transaktionen erzielte Risikoentlastung unterstützte die
Steuerung der Risikokonzentrationen im Kreditportfolio
hinsichtlich Einzeladressen und Branchen. Die Transaktionen Pure Mortgages 2004, Ocean Star 2004 und 2005 sowie Förde 2000-1 (private Baufinanzierungen) wurden im
Berichtsjahr aufgelöst. Die Transaktion Baltic Star 1 zur
Verbriefung von ABS verfügte Ende 2008 über ein verbrieftes Kreditvolumen von 139,8 Mio. Euro. Juristisches Laufzeitende dieser Transaktion ist 2042.
Beteiligungsrisiko
Unter dem Beteiligungsrisiko wird die Gefahr eines finanziellen Verlustes aufgrund von Wertminderungen des Beteiligungsbesitzes verstanden.
Beteiligungen sind aufsichtsrechtlich entweder zu konsolidieren, vom Eigenkapital abzuziehen oder in der Forderungsklasse Beteiligungen mit Eigenkapital zu unterlegen.
In diesem Zusammenhang betrachtet das Aufsichtsrecht
das Beteiligungsrisiko als eine Unterart des Ausfallrisikos.
Im Fokus des Beteiligungscontrollings steht eine kontinuierliche Überwachung und Steuerung der Risiken aus Beteiligungen sowie eine fortlaufende Überprüfung der Profitabilität insbesondere anhand der Kennzahlen Investitionsrendite und RaRoC. Die Steuerung lehnt sich dabei an
die neuen aufsichtsrechtlichen Regelungen (Basel II) an.
Im Rahmen der kennzahlengestützten Wirtschaftlichkeitsanalyse wird die auf eine einheitliche Basis gestellte Kalkulation des Beteiligungserfolgs einzelner Beteiligungen
als Frühwarnindikator verwendet.
Anhand von Investment Guidelines wird dafür Sorge getragen, dass quantitative Ziele bereits beim Eingehen einer
Beteiligung feststehen und die Erfüllung kontinuierlich
überprüft wird. Zudem wird abgeglichen, ob die Strate­
gien der Beteiligungen in Einklang mit den strategischen
Zielen der Bank stehen. Ferner werden im Rahmen der
Prüfung eines Beteiligungsengagements die Chancen und
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46
F 2008
Risiken grundsätzlich durch eine Due Diligence intensiv
analysiert.
Die regelmäßige Berichterstattung über die Geschäftsentwicklung und wirtschaftliche Lage der Gesellschaften
erfolgt unter Beachtung der Wesentlichkeit für die Bank
in unterschiedlichen Intervallen und Intensitäten. Darüber hinaus wird durch die Gestaltung der Gesellschaftsverträge sichergestellt, dass eine möglichst intensive Steuerung erfolgen kann. In diesem Zusammenhang wird bei
besonders bedeutsamen Gesellschaften auf die Einrichtung und Besetzung von Aufsichtsgremien durch Vertreter der Bank geachtet.
Während die Forderungen an Kunden aufgrund höherer
Kreditausleihungen in regionalen und internationalen
Geschäftsbereichen der Bank im Berichtsjahr anstiegen,
gingen die Forderungen an Kreditinstitute aufgrund der
eingeschränkten Funktionsfähigkeit des Interbankenhandels zurück. Der gestiegene Risikovorsorgebedarf resultiert zum einen aus der Finanzmarktkrise, zum anderen
aus der negativen konjunkturellen Entwicklung. Einen
Überblick gibt die Tabelle „Risikovorsorgebestand“:
Risikovorsorgebestand
(Mio. ¤)
31.12.2008
31.12.2007
117.431
104.064
23.340
30.679
Wertberichtigtes Forderungsvolumen
9.537
2.244
Risikovorsorgebestand für
Forderungen an Kunden
2.341
1.522
410
7
2.751
1.529
Rückstellungen für Einzelrisiken
im Kreditgeschäft
328
36
Rückstellungen für Portfoliorisiken
im Kreditgeschäft
144
25
Forderungen an Kunden
Risikovorsorge
Im Rahmen des Risikomanagements richtet die Bank
größte Aufmerksamkeit auf Ausfallrisiken. Bonitätsrisiken
eines Kreditnehmers werden nach konzerneinheitlichen
Maßstäben durch Einzelwertberichtigungen bei Forderungen und Rückstellungen bei Eventualverbindlichkeiten
in Höhe des potenziellen Ausfalls abgeschirmt. Darüber
hinaus bildet die Bank Portfoliowertberichtigungen für
Gruppen finanzieller Vermögenswerte mit vergleichbarem
Risikoprofil. Damit werden auf Basis von Basel-II-Kriterien
Ausfallrisiken abgedeckt, die zum Stichtag bereits eingetreten, der Bank aber noch nicht bekannt sind.
Forderungen an Kreditinstitute
Risikovorsorgebestand für
Forderungen an Kreditinstitute
Risikovorsorgebestand für
Bilanzposten
Risikovorsorgebestand für
außerbilanzielle Posten
Risikovorsorgebestand Gesamt
Zu den Problemkrediten gehören neben den Abwicklungsengagements auch die Sanierungsengagements. Die Basis
für die jeweilige Höhe einer möglichen Risikovorsorge ist
bei Problemengagements der erwartete Ausfall aus der
Forderungshöhe abzüglich des Barwerts aller noch erwarteten Zahlungseingänge. Die erwarteten Zahlungsein­
gänge umfassen insbesondere alle erwarteten Zins- und
Tilgungszahlungen sowie Eingänge aus der Verwertung
von Sicherheiten. Dabei werden die Sicherheiten jeweils
neu bewertet. Bei der Neubewertung der Sicherheiten
werden die Verwertungserfahrungen der Bank sowie an­
gemessene individuelle Risikoabschläge berücksichtigt.
Die Angemessenheit der Risikovorsorgebildung wird laufend im Rahmen der Problemkreditbearbeitung überwacht. Der für das Geschäftsjahr zu erwartende Risikovorsorgebedarf wird laufend ermittelt und quartalsweise an
den Vorstand berichtet.
472
61
3.223
1.590
Die Verlustquote im Konzern betrug im Berichtsjahr 0,10 %
(Vorjahr: 0,09 %). Die Verlustquote berechnet sich aus
den tatsächlich realisierten Ausfällen (EWB-Verbrauch und
Direktabschreibungen auf Kredite abzüglich Erträge aus
dem Eingang abgeschriebener Forderungen) im Verhältnis
zum Kreditvolumen. Die Summe der Ausfälle betrug für
2008: 234 Mio. Euro (Vorjahr: 214 Mio. Euro), das Kreditvolumen 236.944 Mio. Euro (Vorjahr: 240.880 Mio. Euro).
Die Summe der tatsächlich realisierten Ausfälle errechnet
sich aus dem Verbrauch der aktivisch abgesetzten Einzelwertberichtigungen in Höhe von 257 Mio. Euro (Vorjahr:
227 Mio. Euro), der Inanspruchnahme der Rückstellungen
für das Kreditgeschäft von 0,6 Mio. Euro (Vorjahr: 3 Mio.
Euro) sowie der direkten Abschreibungen des Geschäftsjahres in Höhe von 14 Mio. Euro (Vorjahr: 13 Mio. Euro) abzüglich der Erträge aus dem Eingang abgeschriebener For-
Risikobericht
derungen von 37 Mio. Euro (Vorjahr: 29 Mio. Euro). Das
Kreditvolumen nach IFRS umfasst sämtliche bilanzielle
sowie außerbilanzielle Vermögenswerte unter Berück­
sichtigung der Risikovorsorge als Einzel- und Portfoliowertberichtigung auf Forderungen an Kunden und Kreditinstitute, einschließlich Guthaben bei Zentralnoten­
banken, Schuldtitel öffentlicher Stellen sowie Wechsel
und sonstiger Vermögenswerte, die einem Ausfallrisiko
unterliegen.
F 2008
Wechselkursen (Währungsrisiken), Aktienkursen, Indices
und Fondspreisen (Aktienrisiken) sowie Rohwarenpreisen
(Rohwarenrisiken) einschließlich ihrer Volatilitäten.
Marktrisiko
Organisation des Marktrisikomanagements
–Der Vorstand legt die Methoden und Prozesse zur Marktrisikomessung, -limitierung und -steuerung fest und
budgetiert einen übergeordneten Globallimitanteil für
Marktrisiken. Im Rahmen dieser Verlustobergrenze
werden die Risiken aller Marktrisiko tragenden Geschäfte durch ein dynamisches System von Verlust- und Risikolimiten begrenzt.
–Die Steuerung der Marktrisiken erfolgt direkt im Segment Financial Markets & Institutions. Ausgewählte,
strategische Positionen mit Marktrisiken werden vom
Asset Liability Committee gesteuert.
–Tägliche Marktrisikoreports informieren den Vorstand
und die Handelseinheiten laufend über die Höhe der
bestehenden Marktrisiken und die aktuellen Limitauslastungen.
–Eine aufbauorganisatorische Trennung von Marktrisikocontrolling, Abwicklung und Kontrolle auf der einen
und den positionsverantwortlichen Handelsbereichen
auf der anderen Seite ist entsprechend den MaRisk auf
allen Ebenen gewährleistet. Alle wesentlichen metho­
dischen und operativen Aufgaben zur Risikomessung
und -überwachung sind im Unternehmensbereich
Group Risk Management gebündelt.
–Im Rahmen unseres konzernweiten Marktrisikocontrollings wurde die HSH Nordbank Securities S.A. als ein­
zubeziehende Tochtergesellschaft identifiziert. Die Limitierung und Überwachung der Risiken erfolgt zentral
durch die HSH Nordbank AG. Die Messung des Marktrisikos wurde bis Anfang 2008 dezentral im Risikocontrolling der Tochtergesellschaft durchgeführt. Seit Februar
2008 werden die Marktrisiken der HSH Nordbank
Securities S.A. für die Risikomessung des Konzerns einheitlich in der Konzern-Muttergesellschaft ermittelt.
Marktrisiken bezeichnen potenzielle Verluste, die aus nachteiligen Marktwertveränderungen unserer Positionen im
Handels- und Anlagebuch entstehen können. Zu den für
die Bank relevanten Marktbewegungen zählen die Änderungen von Zinssätzen und Credit-Spreads (Zinsrisiken),
Management des Marktrisikos
Marktrisikomessung und -limitierung
Grundlage unseres Systems zur Messung und Steuerung
von Marktrisiken ist ein Value-at-Risk-Ansatz. Das Marktrisiko einer Position stellt dabei den Wertverlust (in Euro)
Der Risikovorsorgebestand im Kreditgeschäft wird nach
konzerneinheitlichen Regeln gebildet und deckt alle
erkennbaren Ausfallrisiken ab. Für eingetretene, aber noch
nicht bekannt gewordene Ausfälle wurden Portfoliowert­
berichtigungen anhand der aus der Basel-II-Systematik abgeleiteten Verfahren ermittelt.
Der Risikovorsorgebestand im Konzern betrug per 31.
Dezember 2008 3.223 Mio. Euro (Vorjahr 1.590 Mio. Euro).
Die Einzelwertberichtigungen betrugen insgesamt 2.360
Mio. Euro (Vorjahr: 1.157 Mio. Euro) und setzen sich
zusammen aus Einzelwertberichtigungen von 2.032 Mio.
Euro (Vorjahr: 1.121 Mio. Euro) für die Forderungen an
Kreditinstitute und Kunden und 328 Mio. Euro (Vorjahr:
36 Mio. Euro) für die Eventualverbindlichkeiten und unwiderruflichen Kreditzusagen.
Die Portfoliowertberichtigungen betrugen insgesamt 863
Mio. Euro (Vorjahr: 433 Mio. Euro) und setzten sich zusammen aus Portfoliowertberichtigungen von 719 Mio. Euro
(Vorjahr: 408 Mio. Euro) für die Forderungen an Kreditinstitute und Kunden und 144 Mio. Euro (Vorjahr: 25 Mio.
Euro) für die Eventualverbindlichkeiten und unwiderruflichen Kreditzusagen.
47
48
F 2008
dar, der bis zur Sicherung oder Liquidierung der Position
innerhalb eines vorgegebenen Zeitraums mit einer vor­
gegebenen Wahrscheinlichkeit nicht überschritten wird.
Der Value-at-Risk (VaR) wird in der Bank nach der Methode
der historischen Simulation ermittelt. Die Berechnung
basiert konzernweit auf einem Konfidenzniveau von 99 %
und einer Haltedauer von einem Tag bei einem historischen Beobachtungszeitraum von gleichgewichteten 250
Handelstagen.
Die wesentlichen Marktrisiken in der HSH Nordbank sind
das Zinsrisiko und das Fremdwährungsrisiko. Der Valueat-Risk der HSH Nordbank deckt neben diesen Risikoarten
auch die Aktien- und Rohwarenrisiken sowohl für das
Handelsbuch als auch das Anlagebuch ab. Die einzelnen
Marktrisikoarten werden nicht durch gesonderte Limite
begrenzt. Die Limitierung erfolgt im Rahmen des VaR-Limits für das Gesamt-Marktrisiko der Bank. Zur Steuerung
der Marktrisiken wird der Value-at-Risk für die verschie­
denen Berichtseinheiten limitiert. Für Limitan­passungen
und -überschreitungen gibt es klar definierte Prozesse.
Marktrisiken aus dem Kreditgeschäft und den Passiva der
Bank werden an die Handelsbereiche übertragen und in
den entsprechenden Risikopositionen berücksichtigt. Dort
werden sie im Rahmen eines aktiven Portfoliomanagements gesteuert und über externe Geschäfte abgesichert.
Marktrisikomessung weiterentwickelt
Wir haben die Messung der Credit-Spread-Risiken im Berichtsjahr weiterentwickelt und ergänzen damit die be­
stehende VaR-Methodik. Der Credit-Spread einer Anleihe
ist eine Prämie für das Ausfallrisiko eines Emittenten.
Das Credit-Spread-Risiko beschreibt die Gefahr, dass der
Wert einer Position aufgrund der Veränderung der
Spreads steigt oder fällt. Wir beobachten Credit-Spread-­
Risiken mit Hilfe von Szenarioanalysen innerhalb des
Credit-Investment-Portfolios. Über die Ergebnisse der Analysen werden Vorstand und Risikoausschuss regelmäßig
informiert. 2009 sollen die Credit-Spread-Risiken in die tägliche Marktrisikolimitierung und das Reporting inte­
griert und ihre Messung insbesondere für Verbriefungs­
positionen methodisch weiterentwickelt werden.
Die Bank hat im Zusammenhang mit der aktuellen Kapitalmarktsituation die in ihren Swappositionen enthaltenen
Basisspreadrisiken analysiert. Unter dem Basisspreadrisiko
wird das durch Marktunvollkommenheiten verursachte
Risiko verstanden, das aus den unterschiedlichen Zahlungsfrequenzen bzw. Referenzzinssätzen auf der variablen
Seite von Swaps resultiert. Dieses bis dahin für die Bank
unwesentliche Risiko hatte sich aufgrund der Marktverwerfungen, bei denen sich die Basisspreads signifikant ausgeweitet haben, im Zuge der Kapitalmarktkrise 2007 deutlich erhöht. Durch die vollständige Schließung der relevanten Swappositionen konnte vom Ende des ersten Quartals
2008 an auf die weitere Berechnung eines bis dahin erhobenen VaR-Aufschlags zur Berücksichtigung dieses Risikos
verzichtet werden. Für die Integration der Basisspreadrisiken in die Marktrisikomessung wurde im Berichtsjahr
ein Umsetzungsprojekt aufgesetzt, das seine Arbeit 2009
abschließen soll.
Täglicher Value-at-Risk im Berichtsjahr
Die folgende Abbildung zeigt den Verlauf des täglichen
Value-at-Risk für die Gesamtheit der Handels- und Anlagebuchpositionen der HSH Nordbank im Jahresverlauf
2008. Das Marktrisiko belief sich auf Werte zwischen 17
Mio. Euro und 48 Mio. Euro. Am letzten Handelstag 2008
betrug der Gesamt-VaR der Bank 24 Mio. Euro. Das VaRLimit zur Begrenzung des Marktrisikos betrug 163 Mio.
Euro. Die Limitauslastung lag damit bei 15 %.
Aufgrund der großen Marktvolatilitäten im vierten Quartal
waren die Auswirkungen unserer Geschäftstransaktionen
auf den Value-at-Risk wesentlich stärker als in den Monaten
zuvor.
Risikobericht
F 2008
Täglicher Value-at-Risk im Jahresverlauf 2008
Mio. ¤
50
Maximum
40
30
Durchschnitt
Täglich
20
Minimum
10
1/08
2/08
3/08
4/08
5/08
6/08
Die Tabelle „Täglicher Value-at-Risk“ zeigt den Value-atRisk jeweils für die Gesamtheit der Handels- und Anlagebuchpositionen sowie per Jahresultimo separat für die
Positionen des Handelsbuchs. Maximum und Minimum
kennzeichnen die Grenzen, in denen sich der jeweilige
Risikowert im Laufe des Berichtsjahres bewegte. Das Gesamtrisiko ergibt sich durch Aggregation der einzelnen Marktrisikoarten. Seit Februar 2008 wird das Marktrisiko des Kon-
Täglicher
(Mio. ¤)
1)
Zinsrisiko
Value-at-Risk1)
2008
2007
7/08
8/08
10/08
11/08
12/08
zerns vollständig und unter Berücksichtigung der konzernweiten Korrelationen in der HSH Nordbank AG ermittelt. Marktrisiken aus Derivategeschäften sind in den aus­
gewiesenen Werten enthalten, hierzu zählen auch die aus
Optionspositionen resultierenden Volatilitätsrisiken. Die
Credit-Spread-Risiken sind in den ausgewiesenen Werten
nicht enthalten. Eine entsprechende Berücksichtigung
ist für 2009 geplant.
Währungsrisiko
2008
9/08
2007
Aktienrisiko
2008
2007
Marktrisiko
(aggregiert)
Rohwarenrisiko
2008
2007
2008
2007
Durchschnitt
22,5
12,0
10,3
5,6
10,3
11,4
0,5
0,3
27,0
19,9
Maximum
34,7
33,9
27,0
17,9
15,2
14,5
1,3
1,0
48,2
38,5
Minimum
13,1
7,2
3,9
0,4
4,4
8,4
0,1
0,1
16,8
11,4
Periodenendwert
24,9
31,1
10,7
17,9
4,4
12,1
0,2
0,8
24,0
38,5
Aufgrund von Korrelationseffekten ergibt sich der Value-at-Risk nicht additiv.
Der Value-at-Risk der Handelsbuchpositionen belief sich
am 31. Dezember 2008 auf 38 Mio. Euro, der der Anlagebuchgeschäfte auf 37 Mio. Euro.
Backtesting
Zur Überprüfung der Angemessenheit unserer Value-at-RiskPrognosen führen wir regelmäßig Backtests durch. Dabei
werden unter der Annahme unveränderter Positionen die
aufgrund der beobachteten Marktentwicklung des Folgetags theoretisch erzielten Tagesergebnisse den jeweils mittels historischer Simulation prognostizierten Value-atRisk-Werten des Vortags gegenübergestellt. Die Ergebnisse
des Backtestings werden bei der Weiterentwicklung unserer Value-at-Risk-Methodik berücksichtigt.
49
50
F 2008
Stresstests
Zusätzlich zur limitbasierten Steuerung des täglichen
Value-at-Risk werden regelmäßige Stresstests durchgeführt,
die die Auswirkungen außergewöhnlicher Marktschwankungen auf den Wert unserer Positionen untersuchen. Dabei variieren wir unsere Modellierung der Risikoermittlung unter gewöhnlichen Marktbedingungen.
Insbesondere für die Zinsrisiko- und Währungsrisiko­
stresstests werden hierbei die wesentlichen Risikofaktoren
spezifisch (z. B. währungs- und laufzeitabhängig) variiert.
Ende 2008 lieferte das Szenario positiver Zinsbewegungen
einen potenziellen Verlust von 59 Mio. Euro. Für das
Szenario fallender Wechselkurse ergab sich ein potenzieller
Verlust von 100 Mio. Euro.
Zudem führen wir gesonderte Stresstests auf Aktien, Rohwaren und Volatilitäten durch, bei denen für die jeweiligen
Positionen einheitliche Shifts zugrunde gelegt werden.
Im Berichtsjahr haben wir unsere Stresstests um weitere
parametrische Szenarien und um historische Szenarien
(z. B. 11. September 2001) erweitert.
Seit Januar 2008 ermitteln wir zur speziellen Analyse der
Zinsrisiken unserer Anlagebuchpositionen regelmäßig
die Barwertänderung bei einem Zinsschock von +130 und
–190 Basispunkten. Hierdurch wurde die bisherige Paral­
lelverschiebung der Zinskurven um +/– 200 Basispunkte ersetzt und die neuen aufsichtlichen Anforderungen an die
Ermittlung der Auswirkungen einer plötzlichen und unerwarteten Zinsänderung für die Positionen des Anlage­
buches fristgerecht umgesetzt.
Liquiditätsrisiko
Die HSH Nordbank unterteilt ihr Liquiditätsrisiko in Zahlungsunfähigkeitsrisiko und Liquiditätsfristentransfor­
mationsrisiko. Das Zahlungsunfähigkeitsrisiko bezeichnet
die Gefahr, eigene fällige Zahlungsverpflichtungen oder
Refinanzierungsbedürfnisse nicht oder nicht in dem gewünschten Umfang erfüllen zu können. Das Liquiditätsfristentransformationsrisiko beschreibt das Risiko, dass sich
aus den abweichenden Konditionsbindungsfristen der
Aktiva und Passiva, der sogenannten Liquiditätsfristentrans-
formationsposition, und der Änderung des eigenen Refinanzierungsaufschlags ein Verlust ergibt. Die Bank setzt
verschiedene Instrumente zur Messung, Steuerung und
Limitierung ihrer Liquiditätsrisiken ein.
Organisation des Liquiditätsrisikomanagements
–Die Liquiditätssteuerung erfolgt durch den Bereich
Group Treasury. Hierzu gehören die Sicherstellung der
jederzeitigen Zahlungsfähigkeit, das Management
der Ressource Liquidität innerhalb der Bank sowie die
Planung des Refinanzierungsbedarfs.
–Die operative Umsetzung der Mittelaufnahme sowie die
Marktpflege obliegen ebenfalls dem Group Treasury.
–Der Bereich Group Risk Management verantwortet die
Methoden zur Messung und Limitierung der Liquiditätsrisiken im Konzern. Zudem führt er im Rahmen des
täglichen Reportings der Liquiditätsrisiken die Risikomessung und Limitüberwachung durch. Dadurch wird
das Group Treasury bei der Disposition der Liquidität
aller Laufzeitbereiche unterstützt und in die Lage versetzt, möglichen Risiken frühzeitig entgegenzutreten.
–Im Rahmen des konzernweiten Controllings der Liquiditätsrisiken wird die HSH Nordbank Securities S.A. als
einzige relevante Tochtergesellschaft in die konzern­
weite Liquiditätsrisikobetrachtung integriert. In die
Steuerung sind auch die Zweckgesellschaften Carrera
und Poseidon einbezogen.
–Die Bank verfügt über einen Notfallplan, der einen Maßnahmenkatalog sowie geregelte Verfahren und Verantwortlichkeiten für den Fall einer Liquiditätskrise enthält.
–Unsere Liquidity Policy definiert die Rahmenbedin­
gungen des Konzerns für den Umgang mit Liquidität
und den damit verbundenen Risiken.
Management des Liquiditätsrisikos
Liquiditätsrisikomessung
Zur Messung des Zahlungsunfähigkeitsrisikos bzw. des
Refinanzierungsbedarfs werden die liquiditätswirksamen
Geschäfte der Bank in Zahlungsströme überführt und
mit ihren Ein- bzw. Auszahlungen nach Laufzeitbändern
geordnet dargestellt (Liquiditätsablaufbilanz). Die Differenz zwischen Zahlungseingängen und Zahlungsausgängen zeigt den Liquiditätsüberschuss oder -bedarf (Gap)
in den jeweiligen Zeitbändern an. Als Maß für das Risiko
der vollständigen bzw. teilweisen Zahlungsunfähigkeit
dienen
Risikobericht
–Einzelgaps für den 1. bis zum 14. Tag zur Darstellung
von Auszahlungskonzentrationen sowie
–kumulierte Gaps vom 1. Tag bis zu 12 Monaten zur
Abbildung des zukünftigen Liquiditätsbedarfs.
Liquiditätsablaufbilanzen werden täglich auf Ebene des
Konzerns, der Gesamtbank, der ausländischen Nieder­
lassungen sowie der HSH Nordbank Securities S.A. erstellt.
Neben dem gesamten bilanziellen Geschäft fließen auch
bereits erteilte Kreditzusagen, Bürgschaften, vorvalutierte
Geschäfte und sonstige außerbilanzielle Geschäfte in die
Darstellung ein. Zur besseren Abbildung der wirtschaft­
lichen Fälligkeiten werden für einige Positionen Ablaufszenarien verwendet. Dabei werden z. B. mögliche Bodensätze
aus Einlagen und Kontokorrentkonten sowie Liquidierungsfristen und -beträge von Aktiva grundsätzlich konservativ
modelliert. Zusätzlich zur Ermittlung der Liquiditätsablaufbilanz in Euro-Gegenwert berechnen wir täglich eine
separate Liquiditätsablaufbilanz aller US-Dollar-Geschäfte.
Damit gewährleisten wir ein adäquates Management
unserer US-Dollar-Position. Diese Liquiditätsablaufbilanzen
berücksichtigen eine normale Marktsituation (Normalcase-Betrachtung).
Seit Herbst 2008 hat sich die Finanzmarktkrise noch weiter
verschärft. Zur Beurteilung der wesentlichen Auswirkungen dieses kritischen Marktumfelds auf die Liquiditätssituation des Konzerns werden Vorstand und Group Treasury
täglich über die Ergebnisse einer Stress-Liquiditätsablaufbilanz informiert. Hierbei werden beispielsweise die erschwerten Refinanzierungsbedingungen berücksichtigt
und weitere Cash Flows unter Worstcase-Annahmen betrachtet. Zudem wird das Liquiditätspotenzial aus notenbankfähigen Wertpapieren unter Beachtung von Sicherheitsabschlägen als sofort bei Notenbanken liquidierbar
berücksichtigt („Maßnahme notenbankfähige Wert­
papiere“). Durch diese Parameter wird die Liquiditätslage
insgesamt schlechter als in der Normalcase-Betrachtung
dargestellt.
Die HSH Nordbank hat als Reaktion auf die Liquiditäts­
verknappung an den Märkten bereits Ende 2007 erstmalig
einen Value-at-Risk-Ansatz zur Quantifizierung des Liquiditätsfristentransformationsrisikos entwickelt und zum 1.
Januar 2008 eingeführt. Dieses langfristige/strukturelle
F 2008
Liquiditätsrisiko steht für die Gefahr einer Vergrößerung
der Refinanzierungskosten aus der offenen Liquiditäts­
position. Die Berechnung des Liquidity-Value-at-Risk (LVaR)
erfolgt über eine historische Simulation (Konfidenzniveau
99,9 %) der Liquiditätsspreads und deren barwertigen Effekt
auf die Geschäfte, die theoretisch notwendig wären, um
die aktuelle Fristentransformationsposition sofort schließen zu können. Hierbei wird unterstellt, dass diese hypothetischen Schließungsgeschäfte tatsächlich am Markt abgeschlossen werden können und somit eine vollständige
Refinanzierung möglich ist. Diese Modellannahme war im
Berichtsjahr teilweise nicht erfüllt. Wie vorgesehen erfolgte Anfang 2009 eine Verfeinerung der LVaR-Ermittlung
auf Basis der Datensätze, die wir im Laufe des Berichtsjahres gewonnen haben. Unsere Analysen haben gezeigt, dass
das Fristentransformationsrisiko im Berichtsjahr durch
den verwendeten, konservativen LVaR-Ansatz überschätzt
wurde. Durch die Anpassungen wird die tatsächliche
Risikosituation der Bank zutreffender widergespiegelt. Beispielsweise werden die Gaps auch unter Verwendung der
gedeckten Fundingpotenziale geschlossen sowie Bodensätze aus Kundeneinlagen berücksichtigt.
Limitierung und Überwachung der Liquiditätsrisiken
Im Rahmen der Zahlungsunfähigkeitsrisiken werden
sowohl die Einzelgaps als auch die kumulierten Gaps der
ersten 14 Tage limitiert. Darüber hinaus werden die kumulierten Gaps für sechs weitere Laufzeitbereiche bis zu
12 Monaten begrenzt.
Das Liquiditätsdeckungspotenzial stellt die jeweilige Obergrenze für die kumulierten Gaps der einzelnen Laufzeiten
dar und setzt sich zusammen aus einem Wertpapierport­
folio, das zur Krisenvorsorge gehalten wird (Krisenliquidität), weiteren liquiden Wertpapieren und Schuldscheindarlehen entsprechend ihrer Liquidierbarkeit, unbesicherten Fundingmöglichkeiten, besicherten Fundingpoten­
zialen aus Pfandbriefemissionen sowie notenbankfähigen
Wirtschaftskrediten. Die Komponenten des Liquiditäts­
deckungspotenzials werden gemäß internen Mindestanforderungen laufend überprüft und validiert. Um die Wahrscheinlichkeit einer Vollausnutzung bzw. Überschreitung
der Obergrenzen möglichst gering zu halten, werden in
der Normalcase-Betrachtung jeweils nur 80 % des zur Verfügung stehenden Liquiditätsdeckungspotentials auf ein
Limit allokiert.
51
52
F 2008
Das Group Risk Management ermittelt und überwacht täglich die Auslastung der Limite bzw. Obergrenzen und berichtet die Ergebnisse an Vorstand und Group Treasury. Im
Fall von Limitüberschreitungen werden durch Group
Treasury geeignete Maßnahmen durchgeführt, deren Umsetzung durch Group Risk Management überwacht wird.
Der Vorstand und die verantwortlichen Managementeinheiten werden darüber hinaus monatlich in aggregierter
Form über alle risikorelevanten Kennzahlen und Entwicklungen der Liquiditätsgaps informiert.
Der Liquidity-Value-at-Risk für die Liquiditätsfristentransformationsrisiken wird monatlich durch das Group Risk
Management ermittelt und an den Vorstand und das verantwortliche Management berichtet. Die Limitierung
erfolgt auf Konzernebene und ist Bestandteil des Risikotragfähigkeitskonzepts.
Weiterhin hohe Limitauslastungen durch
Finanzmarktkrise
Die Lage an den Finanzmärkten war 2008 weiterhin durch
erhebliche Nervosität geprägt. Das äußerst restriktive Verhalten der Investoren führte in weiten Teilen des Berichtsjahres zu deutlich eingeschränkten Refinanzierungs­
möglichkeiten. Die HSH Nordbank konnte insbesondere im
zweiten Quartal 2008 vorübergehende leichte Marktberuhigungen nutzen, um Refinanzierungen insbesondere mit
Schuldscheindarlehen und Privatplatzierungen im mittelfristigen Laufzeitbereich durchzuführen.
schaftskredite) und deren Einlieferung bei den ent­
sprechenden Notenbanken
–Erhöhung des Deckungsstocks zur Begebung gedeckter
Emissionen
–Risikoadäquates Pricing und restriktive Vergabe von
Krediten und unwiderruflichen Kreditzusagen
–Verkauf von Assets, z. B. aus dem Credit-InvestmentPortfolio, sowie Restrukturierung von Portfolien
–Verstärkte Refinanzierungen über die Notenbanken.
Durch diese Maßnahmen konnten die im Zuge der Finanzmarktkrise aufgetretenen Überschreitungen der Limite
und Obergrenzen für das Zahlungsunfähigkeitsrisiko begrenzt, aber nicht vermieden werden.
Neben der täglichen Normalcase-Betrachtung, die unter
Annahme eines Geschäftsverlaufs in einem gewöhnlichen Marktumfeld erstellt wird, ermitteln wir seit Herbst
2008 zur Berücksichtigung der weiterhin kritischen
Marktentwicklung täglich die Ergebnisse eines Marktliquiditätsstresstests.
Die folgende Tabelle zeigt die relativen Auslastungen der
Obergrenzen in der Normalcase- und Stress-Liquiditätsablaufbilanz für einzelne kumulierte Liquiditätsgaps am
30. Dezember 2008. Die Auslastung entspricht jeweils dem
Anteil des kumulierten Gaps am gesamten Liquiditätsdeckungspotenzial.
Auslastung der Obergrenze
30.12.2008
Die Zuspitzung der Marktsituation seit September 2008 –
hervorgerufen insbesondere durch die Insolvenz der USInvestmentbank Lehman Brothers – belastete auch die
Liquiditätslage der HSH Nordbank erheblich. Wir nutzten
daher im kurzfristigen Laufzeitbereich verstärkt die von
den Notenbanken zur Verfügung gestellte Liquidität im
Rahmen unseres Collateral Pools.
Darüber hinaus wurden im Berichtsjahr zur Sicherstellung der Liquidität im Konzern die folgenden Maßnahmen
ergriffen:
–Erhöhung des Collateral Pools durch Identifizierung
weiterer notenbankfähiger Vermögenswerte (z. B. Wirt-
1)
Normalcase
Stresscase1)
1. Tag
0
4
7. Tag
55
50
14. Tag
77
67
3. Woche
80
79
4. Woche
70
79
8. Woche
77
94
3. Monat
89
129
6. Monat
77
128
12. Monat
63
138
inkl. „Maßnahme notenbankfähige Wertpapiere“
Risikobericht
F 2008
Liquidity Value-at-Risk im Jahresverlauf 2008
Mio. ¤
2.000
1.500
1.000
500
0
1/08
2/08
3/08
4/08
5/08
6/08
In der Normalcase-Betrachtung werden sämtliche Obergrenzen eingehalten. Die Stress-Liquiditätsablaufbilanz
weist in dem für das Zahlungsunfähigkeitsrisiko entscheidenden kurzfristigen Bereich bis zu acht Wochen teil­
weise nur moderate Obergrenzenauslastungen aus. Ab dem
3. Monat wird die Obergrenze überschritten. Die maxi­
male Obergrenzenauslastung beträgt 138 % im 12. Monat.
Wir gehen davon aus, dass nach Beruhigung der Märkte
und Nutzung der vom SoFFin und den Ländern Hamburg
und Schleswig-Holstein zur Verfügung gestellten Garan­
tien ein ausreichendes Langfrist-Funding und ein langfristiges Money-Market-Funding zu einer Rückführung der
Obergrenzenauslastungen führen werden.
Der Liquidity-Value-at-Risk als Ausdruck des Liquiditätsfristentransformationsrisikos bewegte sich im Berichtsjahr
auf monatlicher Basis zwischen 191 Mio. Euro und 1.768
Mio. Euro. Nach neuer Messung sinkt der Maximalwert vom
31. Dezember 2008 um etwa die Hälfte auf 905 Mio. Euro.
Backtesting
Im Berichtsjahr haben wir unser Backtestingkonzept zur
Überprüfung der Modellierungsannahmen erweitert, z. B.
um Roll-over-Kredit. Dabei überprüfen wir die Geschäfts­
abbildung in der Liquiditätsablaufbilanz auf Basis statistischer Auswertungen der historischen Zahlungsströme. Zudem haben wir das Verfahren zur Ermittlung der Haircuts
unserer Wertpapierbestände sowie die Überprüfung und
Anpassung des Fundingpotenzials weiterentwickelt. Im Jahr
2009 sind weitere Backtestingaktivitäten erforderlich.
7/08
8/08
9/08
10/08
11/08
12/08
Stresstests
Unsere regelmäßigen Stresstests für das Zahlungsunfähigkeitsrisiko beziehen außergewöhnliche Szenarien und
deren Auswirkung auf die Liquiditätssituation des Konzerns
in die Risikobetrachtung ein. Bei der Festlegung dieser
Szenarien wurden für alle Geschäftstypen in der Liquiditätsablaufbilanz das Risiko und damit die wesentlichen
Parameter identifiziert, die das Cash-Flow-Profil im jeweiligen Stressfall verändern. So können z. B. Zuflüsse geringer
oder später bzw. Abflüsse stärker oder früher ausfallen als
erwartet. Im Rahmen der unterschiedlichen Stressmodellierungen werden marktspezifische Szenarien (z. B. Globale
Rezession) sowie institutsspezifische Szenarien (z. B. Rating-Downgrade der HSH Nordbank AG) betrachtet. Zusätzlich untersuchen wir mit Blick auf die aktuelle Liquiditätskrise an den Märkten ein Stress-Szenario, bei dem wir
von einer Verschärfung der derzeitigen Liquiditätskrise
ausgehen. Im Berichtsjahr haben wir die Annahmen für
dieses Szenario deutlich konservativer definiert. Die Auswahl unserer Stresstests ist das Ergebnis einer Analyse historischer Ereignisse und hypothetischer Modelle. Bei
jedem dieser Szenarien wird angenommen, dass die fällig
werdenden Forderungen an Kunden teilweise prolongiert
und refinanziert werden müssen, während die Prolongation der Verbindlichkeiten teilweise eingeschränkt oder
ganz unmöglich ist und dadurch eine Finanzierungslücke
entsteht. Darüber hinaus werden u. a. vermehrte Ziehungen erteilter Kreditzusagen sowie die vorzeitige Rückgabe
eigener Emissionen und verbriefter Verbindlichkeiten
53
54
F 2008
modelliert. Die Berichterstattung über die Stresstestergebnisse an Vorstand und Group Treasury wurde 2008 auf
einen 14-tägigen Rhythmus verkürzt.
Sowohl die marktspezifischen als auch die institutsbezogenen Stress-Szenarien vom Dezember 2008 zeigen, dass
unser Liquiditätsbedarf trotz der strengen WorstcaseAnnahmen für mehrere Wochen durch das Liquiditäts­
potenzial gedeckt ist. Die Ergebnisse zeigen, dass die
Bank hinreichend auf die betrachteten Krisenszenarien
vorbereitet ist.
Für das Liquiditätsfristentransformationsrisiko hat die
Bank im Berichtsjahr eine Methodik zur Berechnung von
Stress-Szenarien entwickelt.
Liquiditätskennzahl der HSH Nordbank AG
Die aufsichtliche Steuerungsgröße für Liquiditätsrisiken
ist die Liquiditätskennzahl der Liquiditätsverordnung.
Wir steuern unsere Liquiditätskennzahl aktiv durch gezielte Markttransaktionen. Für die interne Steuerung berücksichtigen wir hierbei eine Untergrenze, die oberhalb des
aufsichtlichen Mindestwertes von 1,0 liegt. Mit Werten
zwischen 1,18 und 1,35 lag unsere Liquiditätskennzahl im
Berichtsjahr jederzeit oberhalb dieses aufsichtlichen
Mindestwertes. Der Durchschnittswert für 2008 lag bei
1,25 (Vorjahr: 1,31).
Liquiditätskennzahl (LiqV)
Monatsendwerte
2008
2007
Januar
1,27
1,29
Februar
1,23
1,52
März
1,18
1,32
April
1,18
1,33
Mai
1,26
1,30
Juni
1,35
1,25
Juli
1,29
1,27
August
1,26
1,17
September
1,23
1,29
Oktober
1,18
1,39
November
1,18
1,28
Dezember
1,34
1,26
Operationelles Risiko
Die HSH Nordbank definiert das operationelle Risiko (OR)
als die Gefahr von direkten und indirekten Schäden, die
infolge der Unangemessenheit oder des Versagens der internen Infrastruktur, interner Verfahren, von Mitarbeitern
oder infolge externer Einflüsse (Risikokategorien) eintreten. Die Definition bezieht Rechtsrisiken und Reputationsrisiken mit ein.
Die HSH Nordbank sieht das Controlling operationeller
Risiken und die Förderung einer entsprechenden Risikokultur im Konzern als wichtigen Bestandteil ihrer Steuerungssysteme. Ursachen dafür sind ein dynamisches Geschäftsumfeld, die begrenzten Möglichkeiten des Risikotransfers sowie gestiegene Anforderungen von Ratingagenturen und anderen Marktakteuren.
Organisation des Managements operationeller Risiken
–Die HSH Nordbank verfügt über eine unabhängige zen­
trale Controllingeinheit für die Identifikation, Analyse,
Bewertung und Überwachung operationeller Risiken.
Ihr obliegt die Entwicklung und Fachbetreuung der Controllinginstrumente, die Expertise und Beratung zu
operationellen Risiken und die Förderung der Risikokultur im Konzern. Das zentrale Risikocontrolling ist zudem verantwortlich für ein unabhängiges Reporting an
die Managementeinheiten der Bank, die für die Steuerung der Risiken zuständig sind.
–Das zentrale Controlling operationeller Risiken wird
von einem dezentralen Netz von Experten unterstützt.
Alle Geschäftseinheiten verfügen über OR-Beauftragte
und OR-Assistenten, die für die Pflege der Controllinginstrumente verantwortlich sind und als Schnittstelle
zwischen dem zentralen Risikocontrolling und den jeweiligen Unternehmensbereichen fungieren. Die OR-Be­
auftragten und OR-Assistenten werden für ihre Aufgaben
vom Risikocontrolling geschult.
–Sämtliche Methoden und Verfahren im Rahmen des
Controllings operationeller Risiken werden auch in den
ausländischen Stützpunkten der Bank angewendet.
–Die als relevant identifizierten Tochtergesellschaften
HSH Nordbank Securities S.A., HSH Real Estate AG,
HSH Nordbank Private Banking S.A. und HSH Facility
Management Holding AG sind in die konzernweite
Betrachtung operationeller Risiken integriert.
Risikobericht
Management des operationellen Risikos
Operationelle Risiken können alle Produkte, Prozesse und
Organisationseinheiten betreffen. Eine funktionsfähige
Risikokultur ist daher von besonderer Bedeutung, um das
Know-how der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die
Identifikation operationeller Risiken nutzen zu können.
Schadenfalldatenbank
Die Schadenfälle aus operationellen Risiken werden für
die Bank und die relevanten Tochtergesellschaften in
einer zentralen Schadenfalldatenbank zusammengeführt.
Die Schadenfälle werden dezentral von den betroffenen
Unternehmensbereichen erfasst und an das zentrale Risikocontrolling weitergeleitet. Dieses überprüft die Daten,
fasst gegebenenfalls Sammelschäden zusammen und erstellt Analysen und Reports. Die Ergebnisse der Analysen
eingetretener Schadenfälle ermöglichen uns die Ableitung
präventiver Maßnahmen. Daneben prüft und beurteilt
die Interne Revision risikoorientiert und prozessunabhängig alle Aktivitäten und Prozesse der Bank und zeigt ge­
gebenenfalls Maßnahmen zur Reduzierung operationeller
Risiken auf.
Die zentrale Schadenfalldatenbank berücksichtigt alle
Schadenfälle mit einem Bruttoschaden von mindestens
2.500 Euro. Ein Bruttoschaden ist die Summe aus dem
auszahlungswirksamen Schaden, entgangenen Erträgen
und internen Leistungsverbräuchen. Die Kategorisierung
der Schadenfälle ermöglicht eine systematische Analyse
F 2008
der Schadenursachen und trägt damit indirekt zur Identifizierung operationeller Schadenfälle bei.
Der größte Einzelbruttoschaden im Jahr 2008 entfällt auf
die Kategorie Interne Verfahren.
Die HSH Nordbank nimmt seit 2006 am Austausch operationeller Schadenfalldaten im Rahmen des Datenkonsortiums operationeller Risiken (DakOR) auf Ebene des Bundesverbandes öffentlicher Banken (VÖB) teil. Am Aufbau dieses
Konsortiums war die Bank maßgeblich beteiligt.
Risikoinventur
Seit 2005 führt die HSH Nordbank jährlich eine konzernweite Risikoinventur durch. Auf Basis der hieraus gewonnenen Informationen über die Risikosituation der Unternehmensbereiche wird das Reporting operationeller Risiken an die Managementeinheiten um zukunftsbezogene
Risikoschätzungen ergänzt und damit die proaktive Steuerung und Überwachung der operationellen Risiken gefördert. Aufbauend auf der Risikoinventur sollen im Einzelfall
Szenario-Analysen zur Einschätzung der Gefährdung
durch besonders schwerwiegende operationelle Risikoereignisse durchgeführt werden, die insbesondere in Hinblick
auf die Ableitung geeigneter Maßnahmen von Bedeutung
sind.
Anteil der Risikokategorien an den operationellen Bruttoschäden
(%, 2008)
33 % 6 % 33 %
61 % 0 % 61 %
6 %
Mitarbeiter
Externe Einflüsse
Interne Verfahren
Interne Infrastruktur
55
56
F 2008
Rechtsrisiken
Zu den operationellen Risiken zählen gemäß Solvabilitätsverordnung auch die Rechtsrisiken. Verantwortlich für die
Steuerung dieser Risiken ist der Bereich Recht und Group
Compliance. Zur Risikominderung, -begrenzung oder -vermeidung erfolgt eine intensive juristische Beratung aller
Unternehmensbereiche durch regelmäßig geschulte Mitarbeiter. Die Aktualität des Vertragswesens wird in einem
strukturierten Prozess mit klaren Anforderungen und Verantwortlichkeiten sichergestellt.
Sonstige Risiken
Compliance-Risiko
Das Compliance-Risiko umfasst rechtliche und regulatorische Sanktionen oder finanzielle Verluste aufgrund der
Nichteinhaltung von Gesetzen, Verordnungen und Richtlinien sowie organisatorischen Standards und Verhaltens­
kodizes. Die Risikosteuerung des Compliance beinhaltet im
Einzelnen das Management von Risiken, die sich im Zusammenhang mit Geschäften in Finanzinstrumenten und
den damit verbundenen Vorschriften des Wertpapierhandelsgesetzes ergeben, Risiken im Bereich der Betrugsprävention und Betrugsermittlung, der Geldwäscheprävention
und der Finanzsanktionsprüfung.
Die Anforderungen an das Compliance von Finanzinstituten haben sich in den vergangenen Jahren deutlich erhöht.
Dies ist zum einen auf neue gesetzliche und aufsichtsrechtliche Vorgaben – beispielsweise resultierend aus der
Finanzmarktkrise – und zum anderen auf wesentliche
Compliance-Schadenfälle im internationalen Finanzdienstleistungsbereich zurückzuführen. Die HSH Nordbank hat
darauf mit einer kontinuierlichen Weiterentwicklung ihres
Compliance reagiert und dabei den Marktstandards Rechnung getragen.
Zu den 2008 erzielten Projektergebnissen gehörte unter
anderem die Einführung eines risikoorientierten Kunden­
annahmeprozesses gemäß der 3. EU-Geldwäscherichtlinie,
die Weiterentwicklung der Überwachungsinstrumente im
Bereich der Finanzsanktionen sowie umfangreiche Kommunikations- und Schulungsmaßnahmen zu den Themen
Kapitalmarkt-Compliance, Geldwäsche und Finanzsankti-
5)
vgl. Kapitel „Neuausrichtung der HSH Nordbank“ (S. 24–28).
onen für alle relevanten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
der Bank. Die Compliance-Instrumente werden wir 2009
unter besonderer Berücksichtigung der strategischen Neuausrichtung der HSH Nordbank weiterentwickeln.
Strategisches Risiko
Das strategische Risiko ist die Gefahr eines finanziellen
Schadens durch unzutreffende oder auf falschen Annahmen beruhende langfristige Entscheidungen, die sich
insbesondere auf die Entwicklung einzelner Geschäftsfelder oder des gesamten Bankensektors beziehen.
Als Reaktion auf die Finanzmarktkrise hat die HSH
Nordbank auf Basis der im Strategieprozess 2007 festgelegten Einordnung und Priorisierung der Geschäftsaktivitäten eine weitreichende Fokussierung ihrer Aktivitäten vorgenommen. Durch die damit einhergehende Komplexitätsreduktion u. a. bei den Zielkunden, im Standortnetzwerk und im Produktportfolio wird das strategische
Risiko begrenzt. Daneben wurde die strategische und organisatorische Ausrichtung der Kernaktivitäten überprüft,
um die nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten und
weiter zu stärken. Hierzu zählen neben der Gestaltung
interner Abläufe für das Kundengeschäft insbesondere auch
die Weiterentwicklung von Prozessen zur Stärkung der
Marktfolgefunktion sowie der Risikokultur.
Zusammenfassung und Ausblick
Die Bank hat als Konsequenz aus den Folgen der weltweiten Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise im Berichtsjahr
eine weitreichende strategische Neuausrichtung eingeleitet.5) Ziel ist die Schaffung einer Kernbank mit einem fokussierten Geschäftsmodell, einem über alle Geschäftsbereiche deutlich verbesserten Risikoprofil, einer wesentlich reduzierten Bilanzsumme und einer ausreichenden
Kapitalisierung.
Das im März 2009 beschlossene Konzept sieht eine Bündelung von strategisch bedeutenden Geschäftsbereichen in
einer Kernbank vor. Strategisch nicht notwendige Geschäftsbereiche und Beteiligungen sowie Portfolien mit hohem
Risikopotenzial sollen von den Kernbereichen getrennt und
abgebaut bzw. bei günstigen Marktbedingungen verkauft
Risikobericht
werden. Dies wird zu einer deutlichen Reduzierung der
Bilanzsumme führen. Zu den Geschäftsaktivitäten, die
nicht weiter fortgeführt werden sollen, gehören insbesondere das Kreditersatzgeschäft (Credit-Investment-Portfolio) sowie die Bereiche Leveraged-Finance, Immobilien USA
und Westeuropa, Leasing, Firmenkunden Asien und
Skandinavien, Energie USA sowie das Kapitalmarktgeschäft
ohne direkten Kundenbezug.
Nach Durchführung der Kapitalerhöhung von 3 Mrd. Euro,
für die sich unsere Anteilseigner Hamburg und SchleswigHolstein im Februar 2009 sowie die Länderparlamente
Hamburg und Schleswig-Holstein am 1. bzw. 3. April 2009
ausgesprochen haben, wird unsere Kernkapitalquote
deutlich ansteigen. Wir gehen davon aus, dass die Kernkapitalquote trotz der von der Bank für die Jahre 2009 und
2010 erwarteten schwierigen Ertragslage den vom SoFFin
geforderten Mindestwert von 7 % einhalten wird. Mit
Blick auf die von uns erwartete zukünftige Entwicklung
wird uns die zusätzliche Finanzgarantie gezielt gegen
mögliche unerwartete Verluste bis zu 10 Mrd. Euro abschirmen. Auf Basis dieser signifikanten Eigenkapitalstärkung
gehen wir für die Umsetzungsphase zur strategischen Neuausrichtung in den nächsten vier Jahren von einer angemessenen Kapitalausstattung aus.
Im Fokus der Kernbank steht zukünftig das regional orientierte Kundengeschäft (Firmenkunden, Private Banking,
Sparkassen), das internationale Sektorengeschäft mit ausgewiesener Expertise der Bank und regionaler Verankerung (insbesondere Shipping, Transport, Erneuerbare Energien) sowie das Kapitalmarktgeschäft, das u. a. der Entwicklung bedarfsgerechter Produkte für das Kundengeschäft dienen soll.
Die Finanzmarktkrise sowie die strategische Neuausrichtung der HSH Nordbank erfordern darüber hinaus eine
konsequente Weiterentwicklung von wesentlichen Bankfunktionen, Controllinginstrumenten und Risikomana­
gementprozessen, z. B. der Kreditentscheidungsprozesse.
Diese Maßnahmen dienen insbesondere auch der Weiterentwicklung der Risikokultur.
Im ersten Halbjahr 2009 veröffentlicht die Bank auf ihrer
Internetseite www.hsh-nordbank.de unter „Investor Rela-
F 2008
tions“ zum Stichtag 31. Dezember 2008 erstmals ihren Offenlegungsbericht gem. § 26a KWG bzw. Solvabilitätsverordnung. Es ist geplant, den Offenlegungsbericht halbjährlich zu den Stichtagen 31.12. und 30.06. zu publizieren.
Die von uns dargestellten Risiko- und Banksteuerungssysteme sind darauf ausgerichtet, Risiken systematisch zu
berücksichtigen. Dies gilt auch für unsere Erwartungen zur
zukünftigen Markt- und Geschäftsentwicklung. Nach unserer Überzeugung haben wir die Chancen und Risiken der
zukünftigen Entwicklung unserer Geschäftsaktivitäten,
u. a. im „Ausblick“ und in diesem Risikobericht, zutreffend
dargestellt. Wir erwarten, dass sich die Finanzmarkt- und
Wirtschaftskrise insbesondere auch im Jahr 2009 fortsetzen wird. Unter Berücksichtigung der angestrebten Kapitalmaßnahmen gehen wir jedoch davon aus, dass Risiko­
tragfähigkeit sowie Zahlungsfähigkeit der HSH Nordbank
auf absehbare Zeit sichergestellt werden können.
Hamburg / Kiel, den 3. April 2009
Nonnenmacher Rieck
Roth
Visker
Friedrich
57
58
F 2008
lorem ipsumdolor
konzernabschluss
F 2008
59
60
F 2008
Gewinn- und Verlustrechnung des HSH Nordbank Konzerns
für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2008
Gewinn- und Verlustrechnung
(Mio. ¤ )
Anhang
Zinserträge
Zinsaufwendungen
2008
nach
Anpassung
2007
Veränderung
in %
33.163
32.891
0,8
-31.112
-31.290
-0,6
Zinsüberschuss
(7)
2.051
1.601
28,1
Risikovorsorge im Kreditgeschäft
(8)
-1.888
15
> -100
163
1.616
-89,9
(9)
270
326
-17,2
15,4
Zinsüberschuss nach Risikovorsorge im Kreditgeschäft
Provisionsüberschuss
Ergebnis aus Sicherungszusammenhängen
(10)
-15
-13
Handelsergebnis
(11)
-953
-576
65,5
Ergebnis aus Finanzanlagen
(12)
-1.022
-389
> 100
Verwaltungsaufwand
(13)
-899
-984
-8,6
Sonstiges betriebliches Ergebnis
(14)
-166
149
> -100
-2.622
129
> -100
-172
–
–
-2.794
129
> -100
Ergebnis vor Restrukturierungsaufwand
Restrukturierungsaufwand
(15)
Ergebnis vor Steuern
Ertragsteuern
Ergebnis nach Steuern
Erträge aus Verlustübernahme
Konzernjahresüberschuss / -fehlbetrag
Den Anteilen in Fremdbesitz zurechenbares Konzernergebnis
Den HSH Nordbank-Aktionären zurechenbares Konzernergebnis
Ergebnis je Aktie
(¤ )
Ergebnis je Aktie (unverwässert)
Ergebnis je Aktie (verwässert)
Anzahl der Aktien (Mio. Stück)
Gewichteter Durchschnitt ausstehender Aktien
Bereinigter gewichteter Durchschnitt der ausstehenden Aktien nach angenommener Wandlung
(16)
-261
141
> -100
-3.055
270
> -100
351
-
–
-2.704
270
> -100
-35
-5
> 100
-2.669
275
> -100
2008
nach
Anpassung
2007
Anhang
(18)
-34,80
3,71
-36,38
3,71
77
57
6
–
83
57
F 2008
GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG DER HSH NORDBANK
Überleitung zum Konzernbilanzgewinn
(Mio. ¤ )
2008
Den HSH Nordbank-Aktionären zurechenbares Konzernergebnis
Einstellung in die Gewinnrücklagen
Entnahme aus den Gewinnrücklagen
Entnahme aus der Kapitalrücklage
Gewinnverwendung für zur Wandlung bestimmte stille Einlagen
Konzernbilanzgewinn
nach
Anpassung
2007
-2.669
275
–
-177
58
–
3.035
–
–
-48
424
50
kapitals (siehe Anhang) gegeben. Die Veränderung der Rücklagen
Aufstellung der im HSH Nordbank Konzern erfassten
Erträge und Aufwendungen
ergibt sich nicht unmittelbar aus der Konzernrechnungs­
Das Periodenergebnis des HSH Nordbank Konzerns setzt sich
legung, sondern aus gesellschaftsrechtlichen Beschlüssen des
aus dem Konzernüberschuss / -fehlbefltrag und den erfolgsneu­
Mutterunternehmens.
tral im Eigenkapital erfassten Erträgen und Aufwendungen
Diese Überleitung wird zusätzlich zur Entwicklung des Eigen­
­zusammen.
Erfolgswirksames und -neutrales Periodenergebnis
(Mio. ¤ )
Konzernjahresüberschuss / -fehlbetrag
2008
nach
Anpassung
2007
-2.704
270
-529
-353
Veränderung der
Neubewertungsrücklage (vor Steuern)
Rücklage aus der Währungsumrechnung
28
-69
versicherungs­mathematischen Gewinne (vor Steuern)
80
116
–
-100
Gewinnrücklagen aufgrund IAS 8
Latente Steuern auf erfolgsneutrale Veränderungen
Erfolgswirksames und -neutrales Periodenergebnis
Den Anteilen in Fremdbesitz zurechenbares Periodenergebnis
Den HSH Nordbank-Aktionären zurechenbares Periodenergebnis
121
98
-3.004
-38
-35
-5
-2.969
-33
61
62
F 2008
Bilanz des HSH Nordbank Konzerns
zum 31. Dezember 2008
(Mio. ¤ )
Anhang
2008
nach
Anpassung
2007
Veränderung
in %
Aktiva
Barreserve
(19)
1.419
1.197
18,5
Forderungen an Kreditinstitute
(20)
23.340
30.679
-23,9
Forderungen an Kunden
(21)
117.431
104.064
12,8
Risikovorsorge
(22)
-2.751
-1.529
79,9
Positive Marktwerte der Hedge-Derivate
(23)
2.807
1.302
> 100
427
-23
> -100
Aktivischer Ausgleichsposten aus dem Portfolio Fair Value Hedge
Handelsaktiva
(24)
26.802
24.417
9,8
Finanzanlagen
(25)
36.511
42.342
-13,8
-27,6
Immaterielle Vermögenswerte
(26)
246
340
Sachanlagen
(27)
114
117
-2,6
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
(27)
285
258
10,5
Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte
(28)
–
65
-100
Ertragsteueransprüche
(29)
572
337
69,7
Latente Steueransprüche
(30)
726
832
-12,7
Sonstige Aktiva
(31)
472
429
10,0
208.401
204.827
1,7
Summe Aktiva
F 2008
BILANZ DES HSH Nordbank KonzernS
Anhang
2008
nach
Anpassung
2007
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
(32)
61.391
57.763
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
(33)
52.397
50.394
4,0
Verbriefte Verbindlichkeiten
(34)
58.200
70.229
-17,1
Negative Marktwerte der Hedge-Derivate
(35)
(Mio. ¤ )
Veränderung
in %
6,3
Passiva
Passivischer Ausgleichsposten aus dem Portfolio Fair Value Hedge
2.194
1.080
> 100
1.159
-3
> -100
> 100
Handelspassiva
(36)
17.587
8.400
Rückstellungen
(37,38)
1.412
800
76,5
Ertragsteuerverpflichtungen
(39)
101
258
-60,9
Latente Steuerverpflichtungen
(40)
58
99
-41,4
Sonstige Passiva
(41)
1.795
2.143
-16,2
Nachrangkapital
(42)
9.962
9.296
7,2
Eigenkapital
(43)
2.145
4.368
-50,9
25,5
881
702
Wandelkapital
Grundkapital
–
–
–
Kapitalrücklage
88
2.317
-96,2
1.354
1.505
-10,0
> 100
Gewinnrücklagen
-562
-180
Rücklage aus der Währungsumrechnung
Neubewertungsrücklage
-85
-114
-25,4
Konzernbilanzgewinn
424
50
> 100
Gesamt vor Fremdanteilen
2.100
4.280
-50,9
Anteile im Fremdbesitz
45
88
-48,9
208.401
204.827
1,7
Summe Passiva
63
64
F 2008
Kapitalflussrechnung des HSH Nordbank Konzerns
2008
(Mio. ¤ )
1.
Konzernjahresüberschuss / -fehlbetrag
nach Anpassung 2007
-2.704
270
2.553
592
Überleitung auf den Cash Flow aus operativer Geschäftstätigkeit
2.
Abschreibungen, Wertberichtigungen und Zuschreibungen
auf Forderungen, Sach- und Finanzanlagen, immaterielle
Vermögenswerte und Investment Properties
a) Forderungen an Kunden und Kreditinstitute
1.516
9
b) Finanzanlagen
1.000
542
c) Sachanlagen / Investment Properties
37
41
3.
Veränderung Rückstellungen
664
35
4.
Andere zahlungsunwirksame Aufwendungen / Erträge
683
745
5.
Gewinn / Verlust aus der Veräußerung von Finanz- und Sachanlagen
a) Finanzanlagen
b) Sachanlagen / Investment Properties
6.
7.
Zwischensumme
Veränderung der Forderungen
a) an Kreditinstitute
b) an Kunden
Veränderung anderer Aktiva aus laufender Geschäftstätigkeit
11.
Veränderung der Verbindlichkeiten
1.988
Veränderung der Handelspassiva
14.
Veränderung anderer Passiva aus laufender Geschäftstätigkeit
15.
-2.789
-4.126
631
-280
-228
12.200
7.774
4.426
-11.663
-4.410
10.055
1.980
-121
Erhaltene Zinsen und Dividenden
33.199
32.199
-31.361
-31.285
16.
Gezahlte Zinsen und Dividenden
Ertragsteuerzahlungen
18.
Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit
19.
Einzahlungen aus Abgängen von
a) Wertpapieren
b) Anteilen an verbundenen Unternehmen, Beteiligungen
c) Sachanlagen
b) Anteile an verbundenen Unternehmen, Beteiligungen
-292
-242
-5.324
6.082
15.727
7.504
14.438
7.200
1.277
287
12
Auszahlungen für Investitionen in
a) Wertpapiere
21.
-1.983
-537
17.
20.
130
-4.772
5.230
b) gegenüber Kunden
13.
-125
7.866
3.242
Veränderung der Verbrieften Verbindlichkeiten
-1.544
-5.424
-13.290
a) gegenüber Kreditinstituten
12.
2
-1.614
Veränderungen der Handelsaktiva
10.
32
30
-2
Sonstige Anpassungen
8.
9.
293
295
17
-11.628
-14.331
-11.193
-12.784
-359
-1.362
c) Sachanlagen
-31
-143
d) sonstige Investitionstätigkeit
-45
-42
Cash Flow aus Investitionstätigkeit
4.099
-6.827
F 2008
KAPITALFLUSSRECHNUNG DES HSH Nordbank KonzernS
2008
(Mio. ¤ )
nach Anpassung 2007
22.
Einzahlungen aus der Eigenkapitalzuführungen
23.
Einzahlungen aus der Emission von Nachrangkapital
24.
Auszahlungen (-) / Einzahlungen (+) aus Stillen Einlagen
-153
97
25.
Ausschüttung auf das Eigenkapital
-181
-215
a) Dividendenzahlung
300
–
1.481
1.142
-181
b) Gewinnverwendung für zur Wandlung bestimmte Stille Einlagen
-215
–
–
26.
Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit
1.447
27.
Zahlungsmittelbestand am Anfang der Periode
1.197
1.024
938
28.
Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit
-5.324
6.082
29.
Cash Flow aus Investitionstätigkeit
4.099
-6.827
30.
Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit
1.447
1.024
31.
Wechselkursbedingte Änderungen des Finanzmittelfonds
32.
Zahlungsmittelbestand am Ende der Periode
–
-20
1.419
1.197
Die Kapitalflussrechnung zeigt die Veränderungen im Zahlungs­
Die Aufstellung der Kapitalflussrechung erfolgte nach der indi­
mittelbestand des Geschäftsjahres durch den Cash Flow aus
rekten Methode, d. h. ausgehend vom Konzernjahresüberschuss /
­laufender Geschäftstätigkeit, den Cash Flow aus Investitionstätig­
-fehlbetrag wurde der Cash Flow aus laufender Geschäftstä­
keit und den Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit auf.
tigkeit durch Hinzurechnung zahlungsunwirksamer Aufwen­
dungen und Abzug zahlungsunwirksamer Erträge sowie die
Der Zahlungsmittelbestand entspricht der Bilanzposition Bar­
Berücksichtigung zahlungswirksamer Veränderungen von Ver­
reserve und umfasst damit den Kassenbestand, Guthaben bei
mögens­werten und Schulden, die der laufenden Geschäfts­
Zentralnotenbanken, Schatzwechsel und unverzinsliche Schatz­
tätigkeit dienen, berechnet.
anweisungen sowie ähnliche Schuldtitel öffentlicher Stellen
und Wechsel.
65
66
F 2008
Anhang
Entwicklung des Eigenkapitals des HSH Nordbank Konzerns
Entwicklung des Eigenkapitals des HSH Nordbank Konzerns
(Mio. ¤ )
Grundkapital
Wandelkapital
623
750
Anhang
Stand 1. Januar 2007
Restatement Eröffnungsbilanz
Stand 1. Januar 2007 nach Restatement
–
–
623
750
Konzernjahresüberschuss / -fehlbetrag
–
–
Kapitalerhöhungen / -herabsetzungen
79
-750
Veränderungen der Gewinnrücklagen
Erfolgsneutrale Veränderungen
Erfolgswirksame Veränderungen
–
–
(38, 43 V.)
–
–
(43 V.)
–
–
–
–
Dividendenzahlungen und Ausschüttung für Wandelkapital
–
–
Konsolidierungskreisänderungen
–
–
Veränderungen aufgrund Restatement
–
–
Wechselkursänderungen
(43 V.)
Stand 31. Dezember 2007
702
–
Stand 1. Januar 2008
702
–
–
Konzernjahresüberschuss / -fehlbetrag
–
Kapitalerhöhungen / -herabsetzungen
179
-
Veränderungen der Gewinnrücklagen
–
–
Veränderungen der Kapitalrücklage
Erfolgsneutrale Veränderungen
Erfolgswirksame Veränderungen
–
–
(38, 43 V.)
–
–
(43 V.)
–
–
–
–
Dividendenzahlungen
Wechselkursänderungen
Konsolidierungskreisänderungen
Transaktionen mit Anteilseignern
Stand 31. Dezember 2008
(43 V.)
–
–
–
–
–
–
881
–
F 2008
ENTWICKLUNG DES EIGENKAPITALS DES HSH Nordbank KonzernS
Kapital­
rücklage
Gewinnrücklagen
Währungs­
rücklage
Neu­
bewertungsrücklage
Konzern­
bilanzgewinn
Gesamt vor
Fremdanteile
Anteile in
Fremdbesitz
Gesamt
4.476
davon vers.math. Gewinne
u. Verluste
gem. IAS 19
1.646
848
16
-52
53
604
4.472
4
–
-92
–
–
-11
–
-103
–
-103
1.646
756
16
-52
42
604
4.369
4
4.373
270
–
–
–
–
–
275
275
-5
671
–
–
–
–
–
–
–
–
–
781
–
–
–
-781
–
–
–
–
79
79
-
-207
–
-128
-3
-131
–
–
–
–
-7
–
-7
–
-7
–
-160
–
–
–
-48
-208
-6
-214
–
–
–
-69
-7
–
-76
–
-76
–
49
–
–
–
–
49
234
283
–
–
–
7
-1
–
6
-136
-130
2.317
1.505
95
-114
-180
50
4.280
88
4.368
2.317
1.505
95
-114
-180
50
4.280
88
4.368
–
–
–
–
–
-2.669
-2.669
-35
-2.704
806
–
–
–
–
–
985
–
985
–
-8
–
–
–
8
–
–
–
-3.035
–
–
–
–
3.035
–
–
–
–
54
54
–
-398
–
-344
-2
-346
–
–
–
–
7
–
7
–
7
–
-175
–
–
–
–
-175
-6
-181
–
–
–
29
-11
–
18
1
19
–
-14
–
–
20
–
6
5
11
–
-8
-
–
–
–
-8
-6
-14
88
1.354
149
-85
-562
424
2.100
45
2.145
67
68
F 2008
Allgemeine Angaben
1. Grundlagen der Rechnungslegung
Die HSH Nordbank AG hat Schuldtitel im Sinne des § 2 Abs. 1
IFRS 8
Geschäftssegmente
Satz 1 WpHG an einem organisierten Markt im Sinne des § 2
IAS 1 (rev. 2007)
Darstellung des Abschlusses
Abs. 5 WpHG emittiert und ist daher gemäß EG-Verordnung Nr.
IAS 23 (rev. 2007)
Fremdkapitalkosten
1606 / 2002 des Europäischen Parlaments und des Rates vom
IAS 32 / IAS 1
Änderungen im Hinblick auf kündbare 19. Juli 2002 (IAS-Verordnung) in Verbindung mit § 315a Abs. 1
Instrumente und Verpflichtungen, die bei HGB als kapitalmarktorientiertes Unternehmen dazu ver­
Liquidation entstehen.
pflichtet, ihren Konzernabschluss gemäß internationaler Rech­
nungslegungsstandards (IFRS / IAS) aufzustellen.
Es werden keine wesentlichen Auswirkungen auf die Bilanzie­
rung und Bewertung aus der späteren Umsetzung dieser Stan­
Die ergänzenden Bestimmungen des § 315a HGB werden berück­
dards bzw. Interpretationen erwartet.
sichtigt und sind in Note 58 einzeln aufgeführt. Internatio­nale Rechnungslegungsstandards, im Folgenden IFRS oder Stan­
Gemäß IAS 27.28 wird der Konzernabschluss des HSH Nord­
dards, bezeichnen die International Accounting Standards
bank Konzerns nach konzerneinheitlichen Bilanzierungs- und
(IAS) und die International Financial Reporting Standards (IFRS)
Bewertungsmethoden aufgestellt. Der Konzernabschluss
sowie damit verbundene Auslegungen durch das Standing
umfasst die Gewinn- und Verlustrechnung, die Bilanz, die Auf­
Inter­pretations Committee (SIC) bzw. das International Financial
stellung der erfassten Erträge und Aufwendungen (SORIE),
Reporting Committee (IFRIC), die vom International Accoun­-
die Kapitalflussrechnung und die Notes inkl. Segmentberichter­
ting Standards Board (IASB) herausgegeben und gemäß IAS-Ver­
stattung. Ergänzt wurde der Konzernabschluss um den Kon­
ordnung im Rahmen des EU-Endorsements angenommen
zernlagebericht nach § 315 HGB.
worden sind.
Bei der Bilanzierung und Bewertung wird von der Annahme der
Im Geschäftsjahr kommt erstmalig IAS 39 / IFRS 7 „Reclassifi­
Unternehmensfortführung (Going Concern) ausgegangen. Die
cation of Financial Assets“ zur Anwendung. Dieser gibt die Mög­
HSH Nordbank begründet diese Annahme im Wesentlichen mit
lichkeit zur Umklassifizierung von nicht-derivativen Finanz­
dem folgenden im Berichtsjahr bzw. in der Zeit zwischen dem
instru­menten aus der Kategorie „finanzielle Vermögenswerte, die
Ende des Geschäftsjahres und der Aufstellung des Konzernab­
erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet wer­-
schlusses eingeleiteten Maßnahmenbündel:
den“, sofern sie nicht ursprünglich durch Ausübung der Fair
Value Option dieser Kategorie zugeordnet wurden, sowie aus
1. Sicherstellung ausreichender Liquidität in schwierigem
der Kategorie „zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermö­
Marktumfeld durch Garantiezusage des Sonderfonds Finanz­
gens­werte“.
marktstabilisierung (SoFFin) für die Emission von Schuld­
titeln von bis zu 30 Mrd. € Ende November 2008.
Im Geschäftsjahr werden alle verpflichtend anzuwendenden
2. Weitreichende strategische Neuausrichtung der HSH Nord­
IFRS, Interpretationen und deren jeweilige Änderungen ange­
bank durch den Vorstand, um die Bank wieder in eine erfolg­
wendet, soweit sie für den HSH Nordbank Konzern einschlägig
reiche Zukunft zu führen.
sind. Auf die vorzeitige freiwillige Anwendung von folgenden
Stan­dards bzw. Interpretationen, die frühestens auf nach dem
31. Dezember 2008 beginnende Berichtsperioden verpflichtend
anzuwenden sind, wurde verzichtet:
3. Bestätigung des Neuausrichtungskonzepts durch SoFFin am
7. März 2009 und Aufsichtsrat am 9. März 2009.
4.Beschluss der Länderparlamente in Hamburg am 1. April
2009 und Schleswig-Holstein am 3. April 2009, der HSH
allgemeine angaben
F 2008
Nordbank eine Kapitalzuführung von 3 Mrd. € und
IFRS 7.31 ff. enthält Vorschriften zur Darstellung von Risiken aus
eine Garan­tie von weiteren 10 Mrd. € zur Abschirmung von
Finanzinstrumenten. IFRS 7.B6 eröffnet in diesem Zusammen­
Risiken zu gewähren.
hang die Möglichkeit, die Risikoangaben außerhalb des Abschlus­
ses in einem dafür geeigneten Medium zu leisten. Der HSH
Bei der Einschätzung der Unternehmensfortführung sind bei
Nordbank Konzern hat diese Möglichkeit in Anspruch genom­
Aufstellung des Konzernabschlusses wesentliche Unsicherheiten
men und veröffentlicht die Risikoangaben zu Finanzinstru­-
in Verbindung mit Ereignissen und Bedingungen bekannt. Der
menten gemäß IFRS 7.31 ff. überwiegend im Konzern-Risiko-
Fortbestand der HSH Nordbank AG hängt davon ab, dass eigen­
bericht innerhalb des Konzern-Lageberichts. Im Einzelnen
kapitalstützende Maßnahmen in ausreichendem Umfang vor­
betrifft dies die übergreifenden qualitativen und quantitativen
genommen werden, so dass die aufsichtsrechtlichen Eigenmittel­
Risikoangaben gemäß IFRS 7.33-34 sowie die gesamte Markt­ri­-
anforderungen eingehalten und die vertraglichen Verpflich­
sikoberichterstattung gemäß IFRS 7.40-42. Damit wird in Er­gän­
tungen gegenüber dem Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung
zung zu § 315 HGB sowie DRS 5 bzw. DRS 5-10 eine einheit­-
(SoFFin) hinsichtlich der Kernkapitalquote erfüllt werden.
liche Darstellung der Risikosituation des HSH Nordbank Kon­
Hierzu ist insbesondere erforderlich, dass
zerns erreicht.
–– die von der Freien und Hansestadt Hamburg und dem Land
Gemäß IAS 1.124A ff. müssen weitere erläuternde Angaben
Schleswig-Holstein in die Wege geleiteten eigenkapitalstüt­
zum Kapitalmanagement gemacht werden. Diese Angaben sind
zenden Maßnahmen (Kapitalerhöhung um 3 Mrd. € und
im Lagebericht enthalten.
zweitrangige Ausfallgarantie über 10 Mrd. €) umgesetzt wer­
den. Dies setzt insbesondere die EU-rechtliche Genehmi­
Darüber hinaus hat der Konzern im Rahmen der Anwendung
gung, einen Hauptversammlungsbeschluss (mit qualifizierter
der ergänzenden deutschen handelsrechtlichen Vorschriften fol­
Mehrheit) sowie den Abschluss eines Garan­tievertrags voraus.
gende Deutsche Rechnungslegungsstandards (DRS) bei der Auf­
–– die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht und
stellung dieses Konzernabschlusses beachtet:
die Deutsche Bundesbank zwischenzeitlich keine aufsichts­
rechtlichen Maßnahmen ergreifen werden.
–– der SoFFin den Garantierahmen aufrechterhält und im erfor­
derlichen Umfang verfügbar macht.
Bezüglich der Einschätzung der Unternehmensfortführung
wird ferner auf die Ausführungen im Lagebericht verwiesen.
Erträge und Aufwendungen werden im Konzern zeitanteilig
abge­grenzt; sie werden in der Periode erfasst und ausgewiesen,
der sie wirtschaftlich zuzurechnen sind. Die Bilanzierung
von Vermögenswerten, Schulden, Erträgen und Aufwendungen
erfolgt unter Berücksichtigung des Stetigkeitsprinzips. Abwei­
chungen hiervon werden nur in begründeten Ausnahmefällen
vorgenommen, die der HSH Nordbank Konzern in diesem
Fall bei der Erläuterung der jeweiligen Posten gesondert darstellt.
Sofern nicht gesondert darauf hingewiesen wird, erfolgen alle
Betragsangaben in Millionen Euro (Mio. € ).
Das Berichtsjahr entspricht dem Kalenderjahr.
DRS 5-10
Risikoberichterstattung von Kredit- und Finanzdienstleistungsinstitutionen
DRS 15
Lageberichterstattung
DRS 17
Vergütung von Organmitgliedern.
69
70
F 2008
2. Anpassungen der Vorjahresvergleichszahlen 2007
Der vorliegende Abschluss enthält im Vergleich zu dem
dem Ergebnis aus Finanzanlagen und dem Zinsüberschuss aus.
Geschäftsbericht 2007 verschiedene Anpassungen. Sofern bei
Ebenso gab es daraus resultierend eine Anpassung zwischen
den einzelnen Anpassungen keine expliziten Angaben
den Zinserträgen aus festverzinslichen Wertpapieren (AFS) und
gemacht wurden, hatten diese Anpassungen keine Auswirkun­
den Zinserträgen aus Kredit- und Geldmarktgeschäften (LAR)
gen auf Abschlüsse vor dem 31. Dezember 2007.
(erhöhend) um 5 Mio. €.
Die durchgeführten Anpassungen wurden gemäß der Vorgaben
des IAS 8 beurteilt und als Änderungen gemäß IAS 8.14 ff. oder
Bonitätsinduzierte FV-Änderung bei Designated
at Fair Value
Korrekturen gemäß IAS 8.41 ff. klassifiziert.
Die HSH Nordbank hat im Konzernabschluss zum 31. Dezember
2008 die Ermittlung von bonitätsinduzierten Wertänderun­-
Die Anpassungen der Vergleichswerte sind für Bilanz und
gen bei Designated at Fair Value (DFV) kategorisierten Verbind­
Gewinn- und Verlustrechnung nachfolgend vollständig doku­
lichkeiten berücksichtigt.
mentiert. Wesentliche Änderungen in den Notes oder ande­ren
Abschlussbestandteilen werden gesondert beschrieben, soweit
Die in diesem Zusammenhang durchgeführten rückwirkenden
sie nicht im Zusammenhang mit den dargestellten bilanziel­-
Anpassungen führten im Abschluss zum 31. Dezember 2007
len Veränderungen stehen. Durch die in der Konzern-Gewinn-
zu einer Reduzierung der Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
und Verlustrechnung vorgenommenen Restatements kommt
um 14 Mio. € und der Verbindlichkeiten gegenüber Kredit­
es ebenfalls zu Anpassungen in der Segmentberichterstattung
instituten sowie der Verbrieften Verbindlichkeiten um jeweils
für das Geschäftsjahr 2007.
1 Mio. €. Gegenläufig verbesserte sich das Handelsergebnis
um 16 Mio. €.
I. Korrekturen Aufgrund IAS 8.41 ff.
Liquiditätsrisiken
Die HSH Nordbank hat die Ermittlung der Liquiditätsrisiken für
Die Korrekturen aufgrund IAS 8.41 ff. wurden entsprechend
finanzielle Verbindlichkeiten im außerbilanziellen Geschäft
den Vorgaben rückwirkend für alle bisher veröffentlichten Peri­
dahingehend angepasst, dass sämtliche Geschäfte auf das Lauf­
oden vorgenommen.
zeitband täglich fällig gestellt werden, da der Abruf der Mittel
vertraglich jederzeit möglich ist; nur in Ausnahmefällen ist der
A) Korrekturen des Ausweises
Ausweisänderung Forderungen und strukturierte
Transaktionen
genaue Zeitpunkt des Liquiditätsabflusses vertraglich festge­legt. Die Vorjahreszahlen in den Notes wurden entsprechend
angepasst.
Die Korrekturen beim Ausweis von einigen Vermögenswerten,
von Ergebnisbeiträgen bestimmter strukturierter Transakti­
Ausweisänderung Wertanpassungsbeträge
onen sowie einer erfolgten Bilanzierung von Forderungen der
Im Geschäftsjahr 2008 erfolgte eine rückwirkende Korrektur
Kategorie Loans And Receivables (LAR) als Finanzanlagen der
eines Ausweisfehlers von Wertanpassungsbeträgen bestimmter
Kategorie Available For Sale (AFS) führten für die Vergleichszah­
Wertpapiere der IAS 39-Kategorie Available For Sale (AFS). Die
len 31. Dezember 2007 dazu, dass sich die Forderungen an
Wertanpassungsbeträge wurden in der Eröffnungsbilanz als Held
Kreditinstitute um 2.141 Mio. € erhöhten und die Forderungen
For Trading (HFT) bilanziert. Bis zum 30. Juni 2008 ergab sich
an Kunden um 1.411 Mio. € sowie die Finanzanlagen um
daraus für alle Stichtage eine Minderung der Neubewertungs­
730 Mio. € reduzierten. Die Neubewertungsrücklage veränderte
rücklage bzw. eine Erhöhung der Gewinnrücklage in Höhe
sich zum 31. Dezember 2007 per Saldo um 11 Mio. €. Auf die
von 15 Mio. €. Dies hatte entsprechende Wirkung auf den Eigen­
Gewinn- und Verlustrechnung 2007 wirkten sich diese Sachver­
kapitalspiegel.
halte in Höhe von 15 Mio. € als Ertragsverschiebung zwischen
allgemeine angaben
Ausweisänderung Quellensteuer
F 2008
Verwaltungsaufwand:
Im Geschäftsjahr 2007 wurde Aufwand als Quellensteuer
Erhöhung der EDV-Kosten um 1 Mio. €, Erhöhung der Rechtsbe­
erfasst, obwohl es sich um Zinsaufwand handelt. Der Betrag von
ratungskosten um 9 Mio. €, Erhöhung der Kosten für externe
4 Mio. € wurde entsprechend im Steueraufwand und Zinsauf­
Dritte um 31 Mio. € und Reduzierung der Pflichtbeiträge um
wand zum 31. Dezember 2007 korrigiert. Eine Auswirkung auf
7 Mio. €. Darüber hinaus werden die Aufwendungen für
nachfolgende Perioden besteht nicht.
BGA (3 Mio. €) separat ausgewiesen. Die jeweiligen gegenläufigen
Anpassungen sowie die Aufwendungen für Operating Lease
Ausweisänderungen in den Notes
(65 Mio. €) und Aufwendungen für Arbeitsplatzkosten (17 Mio. €)
Darüber hinaus gab es einige Verschiebungen im Ausweis inner­
wer­den im übrigen Sachaufwand ausgewiesen in 2007.
halb von Notes-Angaben zu Bilanz- und GuV-Positionen, die sich
folgendermaßen darstellen:
Eventualverbindlichkeiten:
Reduzierung der Kreditbürgschaften und Erhöhung der son­
Finanzanlagen:
stigen Bürgschaften um 4.107 Mio. € in 2007.
Reduzierung Anteile an verbundenen Unternehmen und Erhö­
hung der Beteiligungen in Höhe von 46 Mio. € für 2007.
Unwiderrufliche Kreditzusagen:
Reduzierung der Buchkredite an Kreditinstitute und Erhöhung
Verbriefte Verbindlichkeiten:
der Buchkredite an Kunden um 1,8 Mrd. € für 2007.
Erhöhung Geldmarktpapiere und Reduzierung sonstige ver­
briefte Verbindlichkeiten in Höhe von 2,3 Mrd. € für 2007.
Honorare Abschlussprüfer:
Angaben bezüglich der Honorare der Abschlussprüfer beziehen
Zinsüberschuss:
sich ab 2008 nach dem Prüferwechsel auf die Prüfungsgesell­
Reduzierung der laufenden Erträge aus Aktien und anderen
schaft mit Sitz in Deutschland und deren verbundene Unter­
nicht festverzinslichen Wertpapieren und Erhöhung der laufen­
nehmen. Die Angaben für 2007 wurden wie folgt geändert:
den Erträge aus sonstigen Anteilen um 6 Mio. €.
Reduzierung der Kosten für Abschlussprüfungen um 1.125 Tsd. €,
Reduzierung der sonstigen Bestätigungs- und Beratungsleis­
Handelsergebnis:
tungen um 1.119 Tsd. € sowie der sonstigen Leistungen um
–– Erhöhung der bonitätsinduzierten Fair Value-Änderung für
341 Tsd. €.
DFV-Forderungen um –416 Mio. € in der Periode 2007 sowie
Erhöhung des kumulierten Betrages zum 31. Dezember 2007
um -433 Mio. €.
–– Reduzierung des realisierten Ergebnisses aus HFT-Beständen
B) Sonstige Korrekturen
Korrektur der IAS-39 Kategorie
Im Geschäftsjahr 2007 wurden einige Finanzinstrumente, die
und Erhöhung des Bewertungsergebnisses aus HFT-Beständen
als Loans And Receivables kategorisiert worden waren, rück­
zum 31. Dezember 2007 um 954 Mio. €.
wirkend ab Geschäftsabschluss als Designated at Fair Value (DFV)
–– Die Ergebnisbeiträge von Derivaten, die im wirtschaftlichen
kategorisiert. Entsprechend werden diese Geschäfte zum Fair
Zusammenhang mit Grundgeschäften der Kategorie Designa­
Value bilanziert. Darüber hinaus wurde eine Finanzgarantie so­-
ted at Fair Value (DFV) standen, wurden als Ergebnisse aus
wie eine Liquiditätsfaszilität, welche mit einigen dieser Grund­
designierten Beständen ausgewiesen. Im aktuellen Abschluss
geschäfte im Zusammenhang stehen, rückwirkend ab Geschäfts­
werden diese Ergebnisbeiträge für den Berichts- und den
abschluss als Derivat klassifiziert und entsprechend bewertet.
Vorjahreszeitraum unter den Ergebnissen aus Geschäften
Für ein bisher als Loans And Receivables kategorisiertes Geschäft
Held For Trading (HFT) dargestellt. Für die Vergleichszahlen
wurde rückwirkend eine Bilanzierung als Available For Sale-Be­
31. Dezember 2007 wurde in diesem Zusammenhang eine
stand vorgenommen. Die für dieses zinslose Geschäft ursprüng­
Reduzierung des Bewertungsergebnisses aus HFT-Beständen
lich vereinnahmten Zinserträge wurden storniert. Die Anpas­
und eine Erhöhung des Bewertungser­gebnisses aus DFV-
sungen zum Stichtag 31. Dezember 2007 führten insgesamt zu
Beständen in Höhe von 138 Mio. € vorgenommen.
einer Reduzierung der Forderungen an Kreditinstitute in Höhe
von 3 Mio. €, der Finanzanlagen um 173 Mio. € sowie zu einer
71
72
F 2008
Erhöhung der Handelsaktiva um 162 Mio. € und der Handels­
Korrektur Anteile im Fremdbesitz
passiva um 24 Mio. €. Im Zusammenhang mit diesen Verände­
Für die einer Tochtergesellschaft zur Verfügung gestellten
rungen ergab sich eine Reduzierung der Gewinnrücklagen
Mittel erfolgte eine Korrektur der Stichtagsumrechnung zum
zum 1. Januar 2007 in Höhe von 25 Mio. €, eine Verminderung
31. Dezember 2007 in Höhe von 7 Mio. €, dies führte zu einer
der Neubewertungsrücklage von 1 Mio. €, eine Reduzierung
Erhöhung der Rücklage aus der Währungsumrechnung in ent­
des Handelsergebnisses von 10 Mio. € und eine Verminderung
sprechender Höhe. Der Ausweis zum 31. Dezember 2007 der
des Zinsüberschusses um 2 Mio. €.
diesem Tochterunternehmen zur Verfügung gestellten Mittel im
Fremdkapital erfolgt nun unter den Verbindlichkeiten gegen­
Ausschüttungen Personengesellschaften
über Kunden, die sich somit um 129 Mio. € erhöhten. Entspre­
Ausschüttungen von deutschen Personengesellschaften wurden
chend wurden die Anteile im Fremdbesitz um 136 Mio. € ver­
bis 2007 phasengleich als laufende Erträge aus Beteiligungen
ringert.
und verbundenen Unternehmen vereinnahmt, auch wenn bis
zum Ende der Konzernabschlussarbeiten festgestellte Abschlüsse
Korrekturen Notes
der betreffenden Gesellschaften noch nicht vorlagen. Rück­
Die folgenden Korrekturen betreffen ausschließlich die Notes
wirkend haben wir diese Bilanzierungspraxis umgestellt und ver­
des Abschlusses zum 31. Dezember 2007:
einnahmen erhaltene Ausschüttungen bis zur Vorlage von fest­
gestellten Einzelabschlüssen nicht. Dies führte dazu, dass die Aus­
Bei der Berechnung des Ergebnisses je Aktie wurde neben
schüttungen einiger Gesellschaften phasenungleich erfolgs­
einem um 10 Mio. € geminderten Konzernjahresüberschuss, der
wirksam zu vereinnahmen waren.
sich aufgrund anderer in dieser Note beschriebenen Sachver­
halte ergab, eine Korrektur von 64 Mio. € durchgeführt. Dadurch
Im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2007 ergab sich hieraus
werden bei der Berechnung bisher nicht berücksichtigte Aus­
eine Erhöhung der Verbindlichkeiten gegenüber Kunden in
schüttungen berücksichtigt. Darüber hinaus wurde die Anzahl
Höhe von 32 Mio. € und eine Reduzierung der Beteiligungser­
der durchschnittlich im Umlauf befindlichen Aktien geändert.
träge in Höhe von 32 Mio. €. Gegenläufig wurden 22 Mio. €
Beteiligungserträge aus dem Vorjahr erfolgswirksam erfasst; die
Der Betrag der Vermögenswerte, die als Sicherheiten für bilan­
Gewinnrücklagen wurden zum 1. Januar 2007 in diesem
zielle und außerbilanzielle finanzielle Verbindlichkeiten
Zusammenhang um 22 Mio. € reduziert.
dienten, wurde korrigiert und um 3.131 Mio. € erhöht. Die erhal­
tenen Sicherheiten, für die keine Verfügungs- und Verwertungs­
Day One Profit and Loss
beschränkungen bestanden, wurden hingegen um 3.453 Mio. €
Für den 31. Dezember 2007 erfolgte die Berücksichtigung von
reduziert.
Day One Profit and Loss-Wertanpassungsbeträgen für struktu­
rierte Produkte. Hierdurch ergab sich eine Erhöhung der Sonsti­
Für die Angaben in Note (55) nach IAS 24 wurden die Transakti­
gen Passiva in Höhe von 19 Mio. € und eine Minderung des
onen und Bestände mit Beteiligungen, an denen eine Beteili­
Handelsergebnisses um 7 Mio. €; außerdem wurde eine Reduzie­
gungsquote von unter 20 % besteht, berücksichtigt. Die entspre­
rung der Gewinnrücklagen zum 1. Januar 2007 in Höhe von
chenden Notesangaben wurden für 2007 korrigiert.
12 Mio. € vorgenommen.
Die erwarteten Mindestzahlungen (Leasinggeber bei Operating
Wertanpassungsbetrag für Kontrahentenausfallrisiken
Im Geschäftsjahr 2008 hat die Bank erstmals Wertanpassungs­
beträge zur Berücksichtigung von Kontrahentenausfallrisiken
und eigenen Kreditrisiken bei OTC-Derivaten erfasst. Daraus
resultiert eine Belastung des Handelsergebnisses in Höhe von
178,3 Mio. €. Eine rückwirkende Anpassung wurde aus Grün­den der Undurchführbarkeit nicht vorgenommen.
Lease-Geschäften) wurden um 122 Mio. € erhöht.
F 2008
allgemeine angaben
II. Änderung von Bilanzierungs- und
Bewertungsmethoden aufgrund IAS 8.14 ff.
III. Auswirkungen der Anpassungen auf
die latenten Steuern
Portfoliowertberichtigung
Aufgrund der Anpassungen wurden die latenten Steuern für
Bei der Berechnung der Portfoliowertberichtigungen wurden
die betroffenen Perioden neu berechnet. Somit ergibt sich für den
Anpassungen der Berechnungsmethodik vorgenommen, weil
31. Dezember 2007 eine Erhöhung der Latenten Ertragsteuer­
durch weiterentwickelte Bewertungsmethoden die Qualität
ansprüche um 17 Mio. €. Hiermit verbunden ist ein Ertrag von
der PoWB-Berechnung verbessert werden konnte. Zusätzlich wur­
5 Mio. €; darüber hinaus wurden die Gewinnrücklagen um
den wechselkursbedingte Veränderungen des Bestandes an
8 Mio. € und die Neubewertungsrücklage um 4 Mio. € erhöht.
Portfoliowertberichtigungen ebenfalls erstmals rückwirkend
zum 31. Dezember 2007 gesondert ermittelt. Die in diesem
Zusammenhang durchgeführten rückwirkenden Korrekturen
IV. Zusammenfassung der Effekte
reduzierten zum 31. Dezember 2007 den Bestand an Risiko­
vorsorge um 25 Mio. € und die Finanzanlagen um 64 Mio. €.
In den folgenden Tabellen stellen wir die Auswirkungen der
Die Rückstellungen im Kreditgeschäft wurden um 19 Mio. €
Anpassungen, einschließlich der ertragsteuerlichen Konse­
erhöht. Im Zusammenhang mit diesen bilanziellen Änderungen
quenzen, für die wesentlichen Posten zu dem veröffentlichten
wurden zusätzlich 14 Mio. € in der Risikovorsorge im Kredit­
Stichtag dar.
geschäft in der Gewinn- und Verlustrechnung und 32 Mio. € im
Ergebnis aus Finanzanlagen aufwandswirksam erfasst. Die
Bestandsveränderungen aufgrund der Wechselkurseffekte wur­
den in Höhe von 16 Mio. € im Handelsergebnis als Ertrag
erfasst. Ebenso kam es zu einer Verringerung der Gewinnrück­
lage in Höhe von 56 Mio. € (Anpassung der Bilanz zum
1. Januar 2007).
Gewinn- und Verlustrechnung 2007 sowie Ergebnis
je Aktie nach Anpassungen
2007
Anpassungen der Vorjahresvergleichszahlen 2007
(Mio. ¤ )
Anpassung
nach
Anpassung
1.602
-1
1.601
1
14
15
Handelsergebnis
-591
15
-576
Ergebnis aus Finanzanlagen
-342
-47
-389
Übrige Positionen (ohne Anpassung)
Zinsüberschuss
Risikovorsorge
vor
Anpassung
-522
–
-522
Ergebnis vor Steuern
148
-19
129
Ertragsteuern
132
9
141
Konzernjahresüberschuss
280
-10
270
5
–
5
285
-10
275
Den Anteilen in Fremdbesitz zurechenbares Ergebnis
Den HSH Nordbank-Aktionären zurechenbares Konzernergebnis
73
74
F 2008
2007
Anpassungen der Vorjahresvergleichszahlen 2007
(Mio. ¤ )
Den HSH Nordbank-Aktionären zurechenbares Konzernergebnis (Mio. ¤) – unverwässert
Verwässerungseffekt aus: wandelbaren Schuldverschreibungen
Den HSH Nordbank-Aktionären zurechenbares Konzernergebnis (Mio. ¤) – verwässert
vor
Anpassung
Anpassung
nach
Anpassung
285
-74
211
–
–
–
285
-74
211
Anzahl der Aktien (Mio. Stück)
Durchschnittlich im Umlauf befindliche Stammaktien – unverwässert
63
-6
57
Verwässerungseffekt aus: wandelbaren Schuldverschreibungen
–
–
–
Potenziell verwässernde Stammaktien
–
–
–
63
-6
57
Bereinigter gewichteter Durchschnitt der im Umlauf befindlichen Stammaktien
nach angenommener Wandlung – verwässert
in ¤
Ergebnis je Aktie (unverwässert)
4,56
-0,85
3,71
Ergebnis je Aktie (verwässert)
4,56
-0,85
3,71
Bei der Berechnung des Ergebnisses je Aktie wurde neben einem
Berechnung bisher nicht berücksichtigte Ausschüttungen
um 10 Mio. € geminderten Konzernjahresüberschuss eine
berücksichtigt. Darüber hinaus wurde die Anzahl der durch­
Korrektur von 64 Mio. € durchgeführt. Dadurch werden bei der
schnittlich im Umlauf befindlichen Aktien geändert.
Bilanz zum 31. Dezember 2007 nach Anpassungen
31. Dezember 2007
Anpassungen der Vorjahresvergleichszahlen 2007
(Mio. ¤)
Forderungen an Kreditinstitute
Forderungen an Kunden
vor
Anpassung
Anpassung
nach
Anpassung
28.541
2.138
30.679
104.064
105.475
-1.411
Risikovorsorge
-1.554
25
-1.529
Handelsaktiva
24.255
162
24.417
Finanzanlagen
43.309
-967
42.342
815
17
832
4.022
–
4.022
204.863
-36
204.827
Latente Steueransprüche
Übrige Positionen (ohne Anpassung)
Summe Aktiva
F 2008
allgemeine angaben
31. Dezember 2007
Anpassungen der Vorjahresvergleichszahlen 2007
(Mio. ¤ )
vor
Anpassung
Anpassung
nach
Anpassung
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
57.764
-1
57.763
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
50.247
147
50.394
Verbriefte Verbindlichkeiten
70.230
-1
70.229
8.376
24
8.400
781
19
800
2.124
19
2.143
10.730
–
10.730
4.387
-107
4.280
702
–
702
Handelspassiva
Rückstellung
Sonstige Passiva
Übrige Positionen (ohne Anpassung)
Eigenkapital
Grundkapital
Kapitalrücklagen
2.317
–
2.317
Gewinnrücklagen
1.597
-92
1.505
Neubewertungsrücklage
-168
-12
-180
Rücklage aus der Währungsumrechnung
-121
7
-114
60
-10
50
204.639
100
204.739
224
-136
88
204.863
-36
204.827
Konzernbilanzgewinn
Gesamt vor Fremdanteilen
Anteile im Fremdbesitz
Summe Passiva
3. Konsolidierungsgrundsätze
Im Konzernabschluss werden das Mutterunternehmen, die HSH
Tochterunternehmens, der auf Anteile entfällt, die nicht direkt
Nordbank AG, sowie alle für die Darstellung der Vermögens-,
vom Mutterunternehmen gehalten werden.
Finanz- und Ertragslage wesentlichen Tochtergesellschaften,
zu denen auch Zweckgesellschaften (Special Purpose Entities,
Konzerninterne Forderungen, Verbindlichkeiten und Ergebnisse
„SPEs“) zählen, als wirtschaftliche Einheit dargestellt.
werden gemäß IAS 27.24 im Rahmen der Schulden- bzw. der
Aufwands- und Ertragskonsolidierung für Zwecke des Konzern­
Die Kapitalkonsolidierung von Tochterunternehmen wird nach
abschlusses konsolidiert. Durch konzerninterne Übertragun­-
der Erwerbsmethode gemäß IAS 27.22 i.V.m. IFRS 3 vorge­
gen von Vermögenswerten entstandene Zwischenergebnisse wer­
nommen, wenn Beherrschung vorliegt. Gemäß IFRS 3.16 werden
den gemäß IAS 27.25 eliminiert.
die Anschaffungskosten des Unternehmenszusammenschlus­ses zum Erwerbszeitpunkt auf die erworbenen Vermögenswerte
Tochterunternehmen, die aufgrund untergeordneter Bedeu­
sowie die übernommenen Schulden und Eventualschulden
tung nicht konsolidiert werden, werden nach den Ansatz- und
verteilt.
Bewertungsvorschriften des IAS 39 als Available For Sale (AFS)
Instrumente bilanziert.
Anteile anderer Gesellschafter am Eigenkapital der Tochterun­
ternehmen werden innerhalb des Konzerneigenkapitals als
Gemeinschaftsunternehmen (Joint Ventures) basieren auf ver­
Minderheitenanteile ausgewiesen. Der Minderheitsanteil ist der
traglichen Vereinbarungen, auf deren Grundlage zwei oder
Teil des Periodenergebnisses und des Reinvermögens eines
mehr Unternehmen eine wirtschaftliche Aktivität begründen,
75
76
F 2008
die der gemeinsamen Führung unterliegt. Assoziierte Unterneh­
Zweckgesellschaften und bestimmte hierunter fallende Fonds
men sind Unternehmen, auf die der Konzern zwar einen
werden in den Konsolidierungskreis einbezogen, soweit sie
maßgeblichen, jedoch keinen beherrschenden Einfluss ausüben
für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns bedeut­
kann.
sam sind. Sämtliche Zweckgesellschaften, auf die dieses im
Berichtszeitraum zutraf, waren auf Basis des SIC-12 im Rahmen
An Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unterneh­-
einer Vollkonsolidierung in den Konzernabschluss einzube­
men, die für die sachgerechte Darstellung der Vermögens-,
ziehen.
Finanz- und Ertragslage des Konzerns bedeutsam gewesen wären,
be­stand im Berichtszeitraum keine Beteiligung. Auf die Kon­
Die zur Aufstellung des Konzernabschlusses verwendeten Ab­-
solidierung von Gemeinschaftsunternehmen bzw. assoziierten
schlüsse der einbezogenen Tochterunternehmen wurden weitest­
Unternehmen wurde daher verzichtet. Vielmehr werden sämt­
gehend auf den Abschlussstichtag des Mutterunternehmens
liche Anteile an Gemeinschaftsunternehmen bzw. assoziierten
aufgestellt. Ausnahmen bilden die Abschlüsse der Spielbanken,
Unternehmen nach den Ansatz- und Bewertungsvorschriften
die auf den 30. September 2008 datieren, und der Abschluss
des IAS 39 als Available for Sale (AFS) bilanziert und unter den
der Perseus Investment Limited Partnership, die auf den 30. No-
Finanzanlagen ausgewiesen. Liegen dem HSH Nordbank Kon­
v­ember 2008 bilanziert. Auf die Erstellung von Zwischenab­
zern zum Bilanzstichtag keine Informationen vor, die eine zuver­
schlüssen wurde verzichtet. Berichtigungen für Geschäftsvor­
lässige Ermittlung des Fair Values für diese Anteile ermögli­
fälle, die zwischen dem Abschlussstichtag der Gesellschaften
chen, erfolgt analog zu den nicht konsolidierten Tochterunter­
und dem des Mutterunternehmens entstanden sind, wurden für
nehmen eine Bewertung zu Anschaffungskosten.
die Perseus Investment Limited Partnership vorgenommen.
Für die Spielbanken erfolgte aus Wesentlichkeitsgründen keine
Anpassung.
4. Konsolidierungskreis
Der Konsolidierungskreis schließt neben dem Mutterunter­
nehmen HSH Nordbank AG, Hamburg / Kiel, 57 (Vorjahr: 62)
Gesellschaften ein. Darin sind 18 (Vorjahr: 24) Zweckgesell­
schaften enthalten, welche nach den Bestimmungen des SIC-12
konsolidierungspflichtig sind.
Die folgenden Tochterunternehmen bzw. Zweckgesellschaften
werden in den Konzernabschluss der HSH Nordbank AG ein­
bezogen:
F 2008
allgemeine angaben
Vollkonsolidierte Tochterunternehmen
Sitz
Anteil am
Eigenkapital
in %
Bilanzstichtag
Gesellschaft
1
Adessa Grundstücksverwaltungsgesellschaft mbH & Co. Vermietungs KG
Kiel
2
AHL 2 1)
Frankfurt a.M.
0,0
31.12.2008
100,0
3
Carrera Capital Finance Ireland Limited
31.12.2008
Dublin
0,0
4
31.12.2008
Carrera Capital Finance Limited
Jersey
0,0
5
31.12.2008
CPM Luxembourg S.A.2)
Luxemburg
3,2
31.12.2008
S.A.2)
6
CPM Securitisation
3,2
31.12.2008
7
Discovery 1)
Frankfurt a.M.
100,0
31.12.2008
8
Ealing Investments Limited
London
100,0
31.12.2008
9
Equilon GmbH
Hamburg
100,0
31.12.2008
10
Endor 8. Beteiligungs GmbH & Co. KG
Hamburg
94,8
31.12.2008
11
Hambornberg Immobilien- und Verwaltungs-GmbH 3)
Duisburg
100,0
31.12.2008
12
Hamborner Aktiengesellschaft 4)
Duisburg
52,7
31.12.2008
13
HGA Capital Grundbesitz und Anlage GmbH 5)
Hamburg
100,0
31.12.2008
14
HSH Asset Management S.A.2)
Luxemburg
100,0
31.12.2008
15
HSH Corporate Finance GmbH
Hamburg
100,0
31.12.2008
16
HSH Investment Management S.A.2)
Luxemburg
100,0
31.12.2008
17
HSH N Composits GmbH
Kiel
100,0
31.12.2008
18
HSH N Finance (Guernsey) Limited
Guernsey
100,0
31.12.2008
19
HSH N Funding I 6)
Grand Cayman
100,0
31.12.2008
20
HSH N Funding II
Grand Cayman
100,0
31.12.2008
21
HSH Nordbank Private Banking S.A.
Luxemburg
100,0
31.12.2008
22
HSH Nordbank Securities S.A.
Luxemburg
100,0
31.12.2008
EuroPlus 1)
Luxemburg
23
HSH Money
Luxemburg
100,0
31.12.2008
24
HSH Private Equity GmbH
Hamburg
100,0
31.12.2008
25
HSH RE Beteiligungs GmbH 5)
Hamburg
100,0
31.12.2008
26
HSH Real Estate AG
Hamburg
100,0
31.12.2008
27
International Fund Services & Asset Management S.A.2)
Luxemburg
51,6
31.12.2008
28
Jantar GmbH
Hamburg
100,0
31.12.2008
29
LB Immo Invest GmbH 5)
Hamburg
100,0
31.12.2008
30
Leashold Verwaltungs GmbH & Co. KG
Hamburg
100,0
31.12.2008
31
Lebus L.P.
Grand Cayman
71,6
31.12.2008
32
Mesitis GmbH
Hamburg
100,0
31.12.2008
33
Minerva GmbH
Lockstedt
100,0
31.12.2008
34
Minimoa GmbH
Hamburg
100,0
31.12.2008
35
Nubes GmbH
Lockstedt
100,0
31.12.2008
36
Perseus Investment Limited Partnership
Jersey
100,0
30.11.2008
37
Pregu GmbH
Hamburg
100,0
31.12.2008
38
Poseidon Funding Limited
Jersey
0,0
31.12.2008
39
Rasmus Purchase No. 1 Limited
Jersey
0,0
31.12.2008
40
Rasmus Purchase No. 2 Limited
Jersey
0,0
31.12.2008
41
Rasmus Purchase No. 3 Limited
Jersey
0,0
31.12.2008
42
Rasmus Purchase No. 4 Limited
Jersey
0,0
31.12.2008
77
78
F 2008
Vollkonsolidierte Tochterunternehmen
Sitz
Anteil am
Eigenkapital
in %
Bilanzstichtag
Gesellschaft
43
Rasmus Purchase No. 6 Limited
Jersey
0,0
31.12.2008
44
Rasmus Purchase No. 7 Limited
Jersey
0,0
31.12.2008
45
Rasmus Purchase No. 8 Limited
Jersey
0,0
31.12.2008
46
Resparc Funding Limited Partnership I
Hongkong
0,0
31.12.2008
47
Resparc Funding Limited Partnership II
Jersey
0,0
31.12.2008
48
Resparc Funding Limited Partnership III
Jersey
0,0
31.12.2008
S.à.r.l.2)
49
Sotis
100,0
31.12.2008
50
Spielbank SH GmbH & Co. Casino Flensburg KG
Luxemburg
Kiel
90,0
30.09.2008
51
Spielbank SH GmbH & Co. Casino Kiel KG
Kiel
100,0
30.09.2008
52
Spielbank SH GmbH & Co. Casino Lübeck-Travemünde KG
Kiel
100,0
30.09.2008
53
Spielbank SH GmbH & Co. Casino Stadtzentrum Schenefeld KG
Kiel
100,0
30.09.2008
54
Spielbank SH GmbH & Co. Casino Westerland auf Sylt KG
Kiel
90,0
30.09.2008
55
Spielbank SH GmbH
Kiel
100,0
30.09.2008
56
Swift Capital 1 Europäische Fondsbeteiligungen GmbH & Co. KG
Hamburg
99,5
31.12.2008
57
Thestor GmbH
Hamburg
100,0
31.12.2008
1)
Anteile an Spezialfonds
4)
2)
Tochterunternehmen der HSH Nordbank Securities S.A.
5)
Tochterunternehmen der HSH N Real Estate AG
3)
Tochterunternehmen der Hamborner Aktiengesellschaft
6)
Tochterunternehmen der HSH N Composits GmbH
Tochterunternehmen der HSH RE Beteiligungs GmbH
Eine vollständige Aufstellung des Anteilsbesitzes gemäß § 313
LB Immo Invest GmbH
Abs. 2 HGB ist im elektronischen Bundesanzeiger (www.ebundes­
Die HSH Real Estate AG, Hamburg, erlangte am 01.07.2008
anzeiger.de) veröffentlicht.
durch den Kauf von 33,33 % der Anteile die Kontrolle im Sinne
des IAS 27 an der LB Immo Invest GmbH, Hamburg, an der
Nachfolgend werden Erläuterungen zu den Unternehmenszu­
sie zuvor bereits mit 33,33 % beteiligt war. Seit diesem Zeitpunkt
sammenschlüssen im Geschäftsjahr 2008 gegeben:
wird die LB Immo Invest GmbH als vollkonsolidiertes Tochter­
unternehmen in den Konzernabschluss einbezogen.
Endor 8. Beteiligungs GmbH & Co. KG
Die Endor 8. Beteiligungs GmbH & Co. KG, Hamburg, ist eine
Die Anschaffungskosten beider Tranchen betrugen 15,0 Mio. €
Tochtergesellschaft der HSH Real Estate AG, Hamburg.
zuzüglich einer variablen Komponente, die im Rahmen der
vorläufigen Kaufpreisallokation zunächst mit 1,0 Mio. € ange­
Nach einer in 2008 erfolgten Kapitalerhöhung in der Gesell­
setzt wurde. Weitere variable Preiskomponenten bestanden
schaft (2,4 Mio. €) hält die HSH Real Estate AG 94,8 % der Anteile.
nicht. Anschaffungsnebenkosten sind nur in unwesentlichem
Umfang enthalten.
Die Endor 8. Beteiligungs GmbH & Co. KG hat mit Wirkung
zum 01.11.2008 5,10 % der Anteile an der LB Immo Invest GmbH
Zum 31.12.2008 wurde der variable Kaufpreisbestandteil aus
erworben und wird daher im vierten Quartal 2008 aus Wesent­
den beiden Tranchen endgültig auf 0,4 Mio. € festgesetzt.
lichkeitsgründen in den Konzernkreis aufgenommen. Es ergab
Die Anschaffungskosten von insgesamt 15,5 Mio. € wurden den
sich kein wesentlicher Unterschiedsbetrag.
erworbenen Vermögensgegenständen und Schulden der LB
Immo Invest GmbH wie folgt zugeordnet:
F 2008
allgemeine angaben
1. Tranche, 01.01.2002
(Mio. ¤ )
Geschäfts- oder Firmenwert
Buchwert
vor
Akquisition
Anpassung
Buchwert
nach
Akquisition
–
0,1
0,1
Forderungen an Kreditinstitute
5,0
–
5,0
Rückstellungen
0,3
–
0,3
Nettovermögen
4,7
0,1
4,8
-3,1
-3,1
Minderheitenanteil
Anschaffungskosten
1,7
Aus der Kaufpreisallokation der per 01.01.2002 erworbenen
1. Tranche resultierte ein positiver Unterschiedsbetrag in Höhe
von 0,1 Mio. €, der als Geschäfts- oder Firmenwert aktiviert
wurde.
Buchwert
vor
Akquisition
Anpassung
Buchwert
nach
Akquisition
Forderungen an Kreditinstitute
4,0
–
4,0
Finanzanlagen
1,7
–
1,7
Immaterielle Vermögenswerte
0,3
16,6
16,9
2. Tranche, 01.07.2008
(Mio. ¤ )
Geschäfts- oder Firmenwert
–
8,0
8,0
Sachanlagen
0,3
–
0,3
Sonstige Aktiva
3,7
–
3,7
Rückstellungen
2,7
–
2,7
–
5,3
5,3
Sonstige Passiva
1,3
–
1,3
Nettovermögen
6,0
19,3
25,3
Minderheitenanteil
-5,8
-5,8
Mit der 1. Tranche erworbener Anteil am Eigenkapital
-5,8
Laufende und latente Ertragsteuerverpflichtungen
Anschaffungskosten
-5,8
13,7
Im Rahmen der Kaufpreisallokation für die 2. Tranche wurden
Der verbliebene Unterschiedsbetrag in Höhe von 8,0 Mio. €
aus langfristigen Dienstleistungsverträgen der LB Immo Invest
wurde als Geschäfts- oder Firmenwert bilanziert und zusammen
GmbH resultierende zukünftige Einzahlungsüberschüsse
mit dem Geschäfts- oder Firmenwert der ersten Tranche voll­
mit ihren Barwerten in Höhe von 16,6 Mio. € aktiviert, gegen­
ständig dem Segment Real Estate als zahlungsmittelgenerieren­
läufig wurden passive latente Steuern in Höhe von 5,3 Mio. €
der Einheit zugeordnet.
gebildet.
79
80
F 2008
Der Firmenwert liegt vor allem in der erwarteten positiven
Am 01.11.2008 erwarb die HSH Real Estate AG in einer 3. Tran­
Geschäftsentwicklung der Gesellschaft begründet. Für die LB
che für 13,9 Mio. € inkl. Anschaffungsnebenkosten die verbliebe­
Immo Invest GmbH als Spezialistin für immobilienbezogenes
nen 33,33 % der Anteile, davon 5,10 % über ihre Tochtergesell­
Fonds- und Assetmanagement wird durch die strategische Anbin­
schaft Endor 8. Beteiligungs GmbH & Co. KG, Hamburg. Sie hält
dung an die HSH Real Estate AG sowie durch die Erweiterung
damit zum 31.12.2008 100 % der Stimmrechte an der LB Immo
und Optimierung des Portfolios von verbesserten Marktchancen
Invest GmbH, davon 94,8 % unmittelbar. Analog zur 2. Tranche
ausgegangen.
ent­halten die Anschaffungskosten einen zunächst variablen
Kaufpreisanteil, der per 31.12.2008 auf 0,4 Mio. € festgesetzt
Das kumulierte Ergebnis der LB Immo Invest GmbH seit der
wurde.
Zugehörigkeit zum Konsolidierungskreis der HSH Nordbank AG
beläuft sich auf 0,2 Mio. €. Wäre die Gesellschaft bereits ab
Im Zuge der Abbildung als Transaktion zwischen Gesellschaftern
dem 01.01.2008 in den Konzernabschluss einbezogen worden,
wurde der Kaufpreis gegen die zuvor erworbenen Minderhei­
würde sich für den Konzernabschluss ein Provisionsergebnis
tenanteile gebucht und der verbliebene Unterschiedsbetrag von
von 276,2 Mio. € und ein Konzern-Jahresfehlbetrag in Höhe von
7,7 Mio. € erfolgsneutral im Eigenkapital verrechnet.
–2.703 Mio. € ergeben.
Alle Anschaffungskosten wurden über Barmittel beglichen und
führten zu folgenden Zahlungsmittelabflüssen:
Zahungsmittelabfluss aufgrund des Unternehmenserwerbs
(Mio. ¤ )
1. Tranche
(01.01.02)
Mit der Beteiligung erworbene Zahlungsmittel
2. Tranche
(01.07.08)
3. Tranche
(01.11.08)
Gesamt
–
–
–
–
Abfluss von Zahlungsmitteln
1,7
13,4
13,5
28,6
Tatsächlicher Zahlungsmittelabfluss
1,7
13,4
13,5
28,6
Aus dem zunächst variablen Kaufpreisanteil bestand per
–– AHL 3, Frankfurt a.M.
31.12.2008 noch eine Verbindlichkeit von 0,8 Mio. €.
–– White Sails Limited, Grand Cayman
Folgende Gesellschaften / Fonds werden abweichend zum
Die Burgville Investments Ltd., die Pellecea GmbH sowie der
31. Dezember 2007 nicht mehr in den Konsolidierungskreis
Fonds Südinvest 107 wurden zum 1. Januar 2008 entkonsoli­
einbezogen:
diert, da sie ihre Vermögenswerte überwiegend veräußert
und deshalb keinen wesentlichen Einfluss mehr auf die Vermö­
–– Burgville Investments Ltd., London
gens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben.
–– Pellecea GmbH, Hamburg
–– Südinvest 107, Unterföhring
Die Entkonsolidierung der Corporate Finance A / S erfolgte eben­
–– HSH Corporate Finance A / S, Kopenhagen
falls zum 1. Januar 2008. Die Gesellschaften Hagnola Limited,
–– Hagnola Limited, Dublin
Drambol Limited und Ranadon Limited wurden zum 30.06.2008
–– Drambol Limited, Dublin
entkonsolidiert. Die ABS Shipping Funds, der Fonds AHL 3
–– Ranadon Limited, Dublin
sowie die White Sails Limited wurden zum 31.12.2008 entkonso­
–– ABS Shipping Funds 1 Limited, Dublin
lidiert. Diese Gesellschaften haben ihre Geschäftstätigkeit auf­
–– ABS Shipping Funds 2 Limited, Dublin
gegeben.
–– ABS Shipping Funds 3 Limited, Dublin
–– ABS Shipping Funds 4 Limited, Dublin
allgemeine angaben
F 2008
5. Schätzungen und Ermessensentscheidungen des Managements
In den Konzernabschluss der HSH Nordbank AG sind zulässi­
Sofern Schätzungen in größerem Umfang erforderlich waren,
gerweise Schätzungen und Annahmen zur Bewertung von Ver­
werden die getroffenen Annahmen bei der Erläuterung der
mögenswerten und Schulden eingeflossen. Sämtliche im Rah­
entsprechenden Position im Folgenden ausführlich dargelegt.
men der Bilanzierung und Bewertung nach IFRS notwendigen
Schätzungen und Beurteilungen erfolgen im Einklang mit
Wesentliche Ermessensentscheidungen – mit Ausnahme von
dem jeweiligen Standard, werden fortlaufend überprüft und
Schätzungen – des Managements bei der Ausübung von Bilan­
basieren auf historischen Erfahrungen und weiteren Fakto­-
zierungs- und Bewertungsmethoden betreffen:
ren, einschließlich Erwartungen hinsichtlich zukünftiger Ereig­
–– die Nutzung der Fair Value Option für Finanzinstrumente
nisse, die unter den gegebenen Umständen vernünftig erschei­
nen. Insbesondere ist die Bewertung der Risikovorsorge, der
Rückstellungen, der Pensionsverpflichtungen und der Goodwills
sowie generell die Ermittlung von Fair Values und latenten
Steuern von Schätzungsunsicherheiten betroffen. Im Rahmen
der Erstellung von Software sind Schätzungen hinsichtlich
der technischen Realisierbarkeit und der Fähigkeit, die Software
zu nutzen oder zu verkaufen etc. notwendig.
in wirtschaftlichen Sicherungszusammenhängen, die nicht
den Anforderungen des IAS 39 genügen (siehe Note [6]);
–– den Verzicht auf die Kategorisierung von Finanzinstrumen­
ten als Held To Maturity (HTM);
–– die Anwendung der rückwirkend zum 1. Juli 2008 geltenden
Umklassifizierungsregelungen des IAS 39 (siehe Note [46]);
–– die Ermittlung der Fair Values bei bestimmten Finanzinstru­
menten einschließlich der Einschätzung des Vorliegens
eines aktiven bzw. inaktiven Marktes.
6. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
I. Finanzinstrumente
Schwebende Geschäfte in Form von Derivaten sind stets als finan­
zielle Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten in der Bilanz
A) Kategorisierung von finanziellen Vermögenswerten
und Schulden
mit dem Fair Value zum Handelstag zu erfassen. Kassageschäfte
Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der gleichzeitig bei einem
regular way contracts) werden zum Erfüllungstag erfasst. Die
Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und bei
Fair Value-Änderung in der Zeit zwischen Handelstag und
dem anderen Unternehmen zu einer finanziellen Verbindlichkeit
Erfüllungstag wird gemäß den durch die Kategorie des Vermö­
oder einem Eigenkapitalinstrument führt. Gemäß IAS 39
genswertes vorgegebenen Bewertungsregeln erfasst. Das be­deu­
sind alle finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten ein­
tet, dass Wertänderungen für Finanzinstrumente der Kategorie
schließlich aller derivativen Finanzinstrumente in der Bilanz
Available For Sale (AFS) in der Neubewertungsrücklage zu
zu erfassen und in Abhängigkeit von der ihnen zugewiesenen
erfassen sind, während für die Kategorien Designated at Fair
Kategorie zu bewerten.
Value (DFV) und Held For Trading (HFT) eine erfolgswirksame
in nicht-derivativen finanziellen Vermögenswerten (sog.
Er­fassung im Handelsergebnis erfolgt.
Finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten
werden dann bilanziert, wenn die HSH Nordbank Vertragspartei
Sonstige nicht-derivative finanzielle Vermögenswerte, die
aus den vertraglichen Regelungen des entsprechenden Finanz­
nicht aus Kassageschäften resultieren, beispielsweise ausge­
instruments wird. Erwartete künftige Transaktionen bzw. Ver­
reichte Kredite, werden zum Erfüllungstag erfasst.
träge werden nicht bilanziert.
81
82
F 2008
Nicht-derivative finanzielle Verbindlichkeiten werden dann
Der bilanzielle Ausweis dieser Handelsinstrumente und
erfasst, wenn eine der beiden Vertragsparteien den Vertrag erfüllt
Derivate erfolgt unter den Handelsaktiva bzw. -passiva. Das
hat (Erfüllungstag).
laufende Bewertungsergebnis sowie das realisierte Ergeb­
nis für diese Finanzinstrumente fließt in das Handelsergeb­
Die Zugangsbewertung erfolgt zum beizulegenden Zeitwert,
nis ein. Zinserträge und -aufwendungen aus HFT-Geschäf­
der in der Regel den Anschaffungskosten des Finanzinstruments
ten werden im Zinsergebnis erfasst.
entspricht.
b.Ferner werden bestimmte komplexe Strukturen aus Emissi­
Der Abgang eines finanziellen Vermögenswertes erfolgt grund­
onen und Beständen, die abspaltungspflichtige Derivate
sätzlich zum Erfüllungstag. Bei Derivaten erfolgt der Abgang
enthalten, sowie bestimmte Finanzinstrumente, die Bestand­
zum Handelstag.
teil einer wirtschaftlichen Hedge-Beziehung sind, ohne
dass diese den Anforderungen des IAS 39 an das Hedge Ac­-
Die Folgebewertung von finanziellen Vermögenswerten und
counting genügt, als Designated at Fair Value (DFV) kate­
Verpflichtungen ist abhängig davon, welcher IAS 39-Kategorie
gorisiert. Darüber hinaus kann die Fair Value Option in der
sie im Zeitpunkt des Erwerbs zugeordnet werden. Hierbei
HSH Nordbank auf Portfolien angewendet werden, deren
wird wie folgt unterschieden:
Steuerung und Performancemessung auf Fair Value-Basis
gemäß der dokumentierten Risikomanagementstrategie
1.Finanzielle Vermögenswerte und Verpflichtungen, die erfolgs­­
erfolgt. Dies ist beispielsweise bei zu konsolidierenden Spe­
wirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden
zialfonds oder ähnlichen zu konsolidierenden Vermögens­
(financial instruments at fair value through profit and loss)
massen möglich.
umfassen einerseits zum Handel bestimmte (Held For TradingInstrumente [HFT]) sowie andererseits solche Instrumente, ­
Die Designierung im HSH Nordbank Konzern dient zum
die bei der erstmaligen Erfassung freiwillig und für die Zu­-
einen der Vermeidung bzw. Reduzierung von Ansatz- oder
kunft unwiderruflich zum beizulegenden Zeitwert desig­-
Bewertungsinkongruenzen (sog. accounting mismatch)
niert werden (Designa­ted at Fair Value [DFV]):
aus Wertpapieren und Krediten, die mit Zinsderivaten gesi­
chert sind. Zum anderen wird die Fair Value Option auf
a.Als Held For Trading (HFT) werden alle zu Handelszwe­
ansonsten trennungspflichtige Strukturen angewendet.
cken gehaltenen Finanzinstrumente und alle Derivate, die
nicht Bestandteil einer Sicherungsbeziehung sind (Hedge
Accounting), kategorisiert.
Finanzielle Vermögenswerte, die der Kategorie DFV zuge­
ordnet sind, betreffen im Wesentlichen Bestände des Kredit­
ersatzgeschäftes (Asset Backed Securities, synthetische
Die Zugangs- und Folgebewertung erfolgt zum beizule­-
Collateralised Debt Obligations, Credit Linked Notes). Finan­
gen­den Zeitwert, Transaktionskosten werden zum Zeitpunkt
zielle Verbindlichkei­ten, die der Kategorie Designated at
des Zugangs erfolgswirksam berücksichtigt. Gemäß IAS
Fair Value (DFV) zugeordnet sind, setzen sich insbesondere
39.43 erfolgt der zusätzliche Einschluss von Transaktions­
aus komplex strukturierten Namens- und Inhaberpapie­
kosten bei der Zugangsbewertung nur für finanzielle Ver­
ren mit eingebetteten Zins-, Währungs-, Aktien- und sons­
mögenswerte und Verbindlichkeiten, die nicht erfolgswirk­
tigen Risiken zusammen.
sam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. Soweit
ein Marktpreis in Form einer Börsennotierung vorliegt, wird
Finanzinstrumente in der Fair Value Option werden zum
dieser zur Bewertung herangezogen. In anderen Fällen
beizulegenden Zeitwert angesetzt. Diese Finanzinstru­
werden zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes
mente wer­den in den Forderungen an Kreditinstitute, For­
Markt­preise vergleichbarer Instrumente oder aner­kannte
derungen an Kun­den, Finanzanlagen und Verbindlich­
Bewertungsmodelle, insbesondere Barwertmethoden
keiten gegenüber Kreditinstituten, Verbindlichkeiten gegen­
und Optionspreismodelle, herangezogen.
über Kunden, Verbrieften Verbindlichkeiten sowie im
Nachrangkapital ausgewiesen. Gewinne oder Verluste aus
allgemeine angaben
F 2008
der laufenden Bewertung bzw. realisierte Ergebnisbestand­
nehmen und Beteiligungen, die nach IAS 39 bilanziert
teile werden im Handelsergebnis gezeigt. Zinserträge und
werden. Der Ausweis erfolgt innerhalb der Positionen Finanz­
-aufwendungen dieser Finanzinstrumente werden im Zins­
anlagen und Forderungen an Kreditinstitute.
überschuss ausgewiesen.
Die Zugangsbewertung von zur Veräußerung verfügbaren
2. Kredite und Forderungen (Loans And Receivables [LAR]), die
zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden:
finanziellen Vermögenswerten erfolgt zu Anschaffungskosten,
welche dem beizulegenden Zeitwert zum Zugangszeitpunkt
entsprechen. Die Folgebewertung der Finanzinstrumente Avail­
Unter dieser Kategorie werden nicht-derivative finanzielle
able For Sale (AFS) erfolgt gemäß IAS 39.46 zum beizule­
Vermögenswerte mit festen oder bestimmbaren Zahlungen
genden Zeitwert, soweit dieser verlässlich ermittelbar ist. Ins­
ausgewiesen, die bei Zugang nicht an einem aktiven Markt
besondere für Eigenkapitaltitel, die nicht börsennotiert
gehandelt werden. Darüber hinaus enthält diese Kategorie in
sind, und deren beizulegender Zeitwert auch durch andere
Ausnahmefällen auch Finanzinstrumente, die gemäß der
Methoden nicht zuverlässig bestimmbar ist, erfolgt die
Neuerungen des IAS 39 (rev. 2008) aus den Kategorien HFT
Folgebewertung zu Anschaffungskosten gemäß IAS 39.AG81
und AFS umgewidmet wurden, weil kein aktiver Markt
i.V.m. IAS 39.46 (c). Es handelt sich dabei im Wesentlichen
mehr vorlag und die Fähigkeit und Absicht bestand, das
um Eigenkapitalinstrumente von nicht börsennotierten Unter­
Fi­nanzinstrument auf absehbare Zeit oder bis zur Fällig­keit
nehmen, für die kein aktiver Markt besteht und aufgrund
zu halten.
nur schwer zu prognostizierender Zukunftserwartungen auch
keine realistischen Schätzungen möglich sind.
Ein aktiver Markt ist dann gegeben, wenn notierte Preise regel­
mäßig zum Beispiel von einer Börse oder einem Broker zur
Wertänderungen der zum Fair Value bilanzierten AFS-Instru­
Verfügung gestellt werden und diese Preise repräsentativ für
mente werden, sofern diese nicht auf ein Impairment
aktuelle Transaktionen zwischen fremden Dritten sind.
zurückzuführen sind, erfolgsneutral unter Berücksichtigung
latenter Steuern in der Neubewertungsrücklage im Eigen­
Finanzinstrumente dieser Kategorie werden zu Anschaffungs­
kapital erfasst. Soweit es sich um gesicherte Available For Sale
kosten, welche dem Fair Value zum Zeitpunkt des Zugangs
(AFS) Titel handelt, wird hiervon abweichend die auf das
entsprechen, angesetzt. Die Folgebewertung erfolgt zu fortge­
abgesicherte Risiko entfallende Schwankung im Hedgeergeb­
führten Anschaffungskosten, wobei vereinbarte Agien bzw.
nis erfolgswirksam erfasst.
Disagien über die Laufzeit nach der Effektivzinsmethode amor­
tisiert und erfolgswirksam im Zinsergebnis vereinnahmt
Bei Abgang und Impairment eines Vermögenswertes wird die
werden. Finanzinstrumente der Kategorie Loans And Receiva­
Neubewertungsrücklage erfolgswirksam aufgelöst, so dass
bles (LAR) werden in den Positionen Forderungen an Kredi­
sich der Abgangsgewinn oder -verlust in der Gewinn- und Ver­
tinstitute und Forderungen an Kunden, Finanzanlagen sowie
lustrechnung widerspiegelt.
Sonstige Aktiva ausgewiesen.
Bei zinstragenden Titeln wird der Unterschiedsbetrag zwischen
3. Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte
(Available For Sale [AFS]), die erfolgsneutral mit dem beizule­
genden Zeitwert angesetzt werden:
Unter die Kategorie Available For Sale (AFS) werden alle
nicht-derivativen Vermögenswerte subsumiert, die keiner der
anderen Kategorien zugeordnet werden können. Die AFSBestände des Konzerns betreffen im Wesentlichen marktgän­
gige verzinsliche Wertpapiere, Investmentfondsanteile und
Eigenkapitalinstrumente wie Anteile an verbundenen Unter­
Anschaffungskosten und Rückzahlungsbetrag unter Anwen­
dung der Effektivzinsmethode im Zinsergebnis ausgewiesen.
83
84
F 2008
4. Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (Other Liabilities [LIA]):
B) Klassenbildung der Finanzinstrumente
Um eine einheitliche und übersichtliche Darstellung der Ver­
Unter den sonstigen Verbindlichkeiten werden diejenigen
mögens-, Finanz- und Ertragslage zu gewährleisten, erfolgt die
Verbindlichkeiten erfasst, die weder zu den Handelsbeständen
für die Berichterstattung gemäß IFRS 7.6 erforderliche Klas­
zählen noch als Designated at Fair Value (DFV) kategorisiert
senbildung der Finanzinstrumente analog der Kategorisierung
werden.
der Finanzinstrumente gemäß IAS 39 in Verbindung mit den
Bilanzpositionen. Nachfolgende Tabelle stellt die Klassen von
Finanzielle Verpflichtungen werden im Zeitpunkt der Bege­
Finanzinstrumenten des HSH Nordbank Konzerns dar:
bung mit den Anschaffungskosten angesetzt, die dem beizu­
legenden Zeitwert der Gegenleistung entsprechen. In den
Folgeperioden werden sie unter Anwendung der Effektivzins­
methode zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.
Bewertungsansatz
Finanzinstrumente,
bewertet at amortised cost
Klassen
IAS 39-Kategorie
Bilanzposition / -unterposition
Loans And Receivables (LAR)
Forderungen an Kreditinstitute
Forderungen an Kunden
Finanzanlagen
Sonstige Aktiva
Other Liabilities (LIA)
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
Verbriefte Verbindlichkeiten
Nachrangkapital
Sonstige Passiva
Finanzinstrumente, bewertet at cost
Available For Sale (AFS)
Finanzanlagen
Finanzinstrumente,
bewertet zum Fair Value
Held For Trading (HFT)
Handelsaktiva
Handelspassiva
Designated at Fair Value (DFV)
Forderungen an Kreditinstitute
Forderungen an Kunden
Finanzanlagen
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
Verbriefte Verbindlichkeiten
Nachrangkapital
Available For Sale (AFS)
Forderungen an Kreditinstitute
Finanzanlagen
n / a
Positive Marktwerte der Hedge-Derivate
Negative Marktwerte der Hedge-Derivate
Finanzinstrumente, bewertet in
Übereinstimmung mit anderen
Standards
n / a
Barreserve
Forderungen aus Finanzierungsleasing
Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte
Außerbilanzielle Geschäfte
n / a
Eventualverbindlichkeiten
Andere Verpflichtungen
allgemeine angaben
F 2008
C) Risikovorsorge und Wertminderung von
Finanzinstrumenten
Securities (ABS)“ und „CDO of CDO“) gelten im Konzernab­
Zu jedem Bilanzstichtag wird untersucht, ob objektive Hinweise
nahme auf Impairmentbedarf zu untersuchen, selbst wenn
darauf schließen lassen, dass eine Wertminderung eines finan­
sich dies im Einzelfall nicht aus der Marktwertentwicklung
ziellen Vermögenswertes eingetreten ist, der nicht erfolgswirk­
ergibt. Für CDO of ABS und CDO of CDO werden Wertminderun­
sam zum beizulegenden Zeitwert bewertet wird.
gen immer als bonitätsinduziert angesehen. Im Falle von
schluss Sonderregelungen. Diese Wertpapiere sind ohne Aus­
US-amerikanischen HEL-Transaktionen (RMBS of Home Equity
Ein Wertminderungstest wird durchgeführt, wenn nach der
Loans) ist auf die Loss Coverage Ratio (LCR) abzustellen. Die
Zugangserfassung des Finanzinstruments objektive Hinweise auf
LCR wird ermittelt als Quotient von Verlustpuffer (= Subordina­
eine Wertminderung vorliegen, die Auswirkungen auf die
ted Tranches) geteilt durch den erwarteten Verlust. Bei einer
erwarteten zukünftigen Zahlungsströme aus dem Finanzinstru­
LCR unter 150 % oder einem Rating unter A A A wird bei HEL-
ment haben. Nur bereits eingetretene, nicht aber zukünftig
Transaktionen grundsätzlich von einer bonitätsinduzierten
erwartete Wertminderungen werden gemäß des Incurred Loss
Wertminderung ausgegangen. Im Geschäftsjahr 2008 wurde eine
Models nach IAS 39 berücksichtigt. Dabei werden wertaufhel­
modellbasierte Ermittlung des erzielbaren Betrages für LAR
lende Hinweise, die nach dem Bilanzstichtag bekannt werden
klassifizierte Vermögenswerte der Assetklasse RMBS HEL imple­
und die bereits am Bilanzstichtag vorgelegen haben, berück­
mentiert. Vor Implementierung der modellbasierten Ermitt­
sichtigt.
lung des erzielbaren Betrages wurde dieser aus Preisen von Preis­
agenturen oder indikativen Preisen von Marktpartnern
Kriterien für eine Wertminderung sind im Wesentlichen erheb­
(Arrangerpreisen) abgeleitet.
liche finanzielle Schwierigkeiten des Schuldners sowie Hin­
weise darauf, dass der Kapitaldienst auf Basis heutiger Informa­
Erkennbaren Risiken aus dem Kreditgeschäft wird durch Bildung
tionen nicht erbracht und eine Verbesserung der wirtschaft­
einer Einzelwertberichtigung auf die jeweilige Forderung
lichen Lage nicht nachgewiesen werden kann.
Rechnung getragen. Zur Berechnung der Höhe der Einzelwert­
berichtigung wird der Barwert der erwarteten Zahlungs­-
Bei Wertpapieren wird überprüft, ob der Marktwert in den letz­
ströme aus der Forderung, d. h. der erzielbare Betrag, dem Buch­
ten zwölf Monaten dauerhaft um mindestens 10 % oder ein­
wert der Forderung gegenübergestellt. Die erwarteten Zah­
malig um 20 % unter den fortgeführten Anschaffungskosten lag.
lungsströme können sich aus Tilgungs- und / oder Zinszahlungen
Bei Wertpapieren, die eines dieser Kriterien erfüllen, wird
sowie Erlösen aus der Sicherheitenverwertung unter Berück­
untersucht, ob Indikatoren für eine Wertminderung vorliegen.
sichtigung von Verwertungskosten zusammensetzen. Ist der
Einen Indikator für eine Wertminderung bei Wertpapieren
Buch­wert größer als der erzielbare Betrag, wird in Höhe der
stellt ein Down-Grade in den Below Investment Grade-Bereich
Differenz eine Einzelwertberichtigung gebucht.
dar. Sofern es sich bereits um Below Investment Grade-Wert­
papiere handelt und sich das Rating um weitere drei Ratingklas­
Für eingetretene, aber noch nicht identifizierte Risiken wird
sen verschlechtert, ist dies ebenfalls ein Indikator; ebenso der
ferner für Gruppen von Vermögenswerten, die hinsichtlich
Eintritt eines Default. Im Rahmen der Subprime-Krise wurden
ihres Ausfallrisikos vergleichbar sind, eine Portfoliowertberich­
die Impairment-Faktoren weiter verfeinert. Bei ABS-Transakti­
tigung gebildet. Bei der Ermittlung der Portfoliowertberich­
onen (Asset Backed Securities-Transaktionen) wird überprüft, ob
tigung werden aktuelle Entwicklungen des wirtschaftlichen
die Übersicherungsmechanismen eine deutliche Verschlech­
Umfelds auf Basis von Parametern aus einem Expected Loss-
terung seit Kauf bzw. seit Emission aufweisen. Dazu können bei­
Ansatz berücksichtigt. Die Portfoliowertberichtigungen werden
spielsweise bei Collateralized Debt Obligations (CDOs) die
dabei zum Abschlussstichtag auf Basis aufsichtsrechtlicher
Nennwert- und Zinsdeckungstests herangezogen werden.
Berechnungsparameter nach Basel II, nämlich Ausfallwahrschein­
lichkeit (Probability of Default, PD) und Verlusthöhe im Scha­
Für Wertpapiere des Subprimesegments (Assetklassen „Residen­
densfall (Loss Given Default, LGD), bestimmt. Für Geschäfte, die
tial Mortgage Backed Securities (RMBS) of Home Equity Loans
unter den Kreditstandardansatz fallen, berücksichtigen wir
(HEL)“, „Collateralized Debt Obligations (CDO) of Asset Backed
Ausfallwahrscheinlichkeiten aus der internen Steuerung. Der
85
86
F 2008
in die Berechnung eingehende LIP-Faktor (Loss Identification
Für das außerbilanzielle Geschäft werden ebenfalls Einzel- und
Period) stellt die Zeitspanne zwischen Eintritt eines Ausfallereig­
Portfoliowertberichtigungen gebildet und als Rückstellun­gen im
nisses und dessen Bekanntwerden dar.
Kreditgeschäft bilanziert.
Die Buchung der Wertberichtigung ist von der Bewertung der
D) Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts (Fair Value)
finanziellen Vermögenswerte abhängig, so dass hinsichtlich der
Als den beizulegenden Zeitwert (Fair Value) bezeichnet man den
Bewertung folgende Fälle zu unterscheiden sind:
Betrag, zu dem ein Finanzinstrument zwischen sachverstän­
digen, vertragswilligen und unabhängigen Parteien, die nicht
a.Finanzinstrumente der Kategorie Loans and Receivables (LAR),
die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden.
unter Handlungszwang stehen, gehandelt werden kann. Die
Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes für Finanzinstrumente
erfolgt grundsätzlich anhand des notierten Preises auf einem
Wertminderungen auf Forderungen an Kreditinstitute und
aktiven Markt (Mark-to-Market) oder, falls dies nicht möglich ist,
Kunden werden auf separaten Wertberichtigungskonten
mittels anerkannter Bewertungstechniken und -modelle (Mark-
unter der Position Risikovorsorge erfasst. Der Verbrauch der
to-Matrix bzw. Mark-to-Model).
so gebildeten Risikovorsorge erfolgt in dem Zeitpunkt, in
dem die Höhe des tatsächlichen Forderungsausfalls feststeht
Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes durch die Mark-to-
bzw. die Forderung ausfällt. Uneinbringliche Forderungen,
Market-Methode ist möglich, wenn ein Marktpreis, zu dem
für die keine Einzelwertberichtigungen bestanden, werden
ein Geschäft abgeschlossen werden könnte oder abgeschlossen
direkt abgeschrieben. Wertminderungen auf LAR-Wert­
worden ist, vorliegt. Dies ist in der Regel der Fall für börsen­
papiere werden über Direktabschreibungen der Wertpapiere
gehandelte Wertpapiere und Derivate, die auf liquiden Märkten
erfasst. Eingänge auf abgeschriebene Forderungen werden
gehandelt werden.
erfolgswirksam erfasst.
Die Mark-to-Matrix-Methode wird zur Ermittlung des Fair Value
b. Finanzinstrumente der Kategorie Available For Sale (AFS), die
erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden.
angewendet, wenn kein Marktpreis im Sinne der Mark-to-Mar­ket-Methode vorliegt. Der beizulegende Zeitwert wird dann auf
Basis von Preisen ermittelt, die von einem Zeitpunkt kurz vor
Bei einer dauerhaften oder signifikanten Wertminderung
dem Bewertungsstichtag stammen. Alternativ erfolgt die Verwen­
eines AFS-Finanzinstruments wird eine erfolgswirksame
dung von Tranksaktionspreisen, d. h. Preisen aus einer kurz
Direktabschreibung vorgenommen. Dabei wird eine Umbu­
zurückliegenden echten Transaktion. Ist der Fair Value nicht aus
chung der im Eigenkapital erfassten kumulierten Erfolge in
Markt- oder Transaktionspreisen des Finanzinstruments ermit­
die Gewinn- und Verlustrechnung in das Ergebnis aus Finanz­
telbar, wird er anhand von Preisen vergleichbarer Finanzinstru­
anlagen vorgenommen. Bei Wegfall der Gründe für die
mente abgeleitet oder eine Modellbewertung mit fast aus­
Wertminderung wird nur bei Fremdkapitaltiteln eine erfolgs­
schließlich marktbeobachtbaren Parametern durchgeführt. Alter­
wirksame Wertaufholung bis zur Höhe der fortgeführten
nativ werden qualitätsgesicherte Marktdaten geeigneter Preis­
Anschaffungskosten vorgenommen. Darüber hinausgehende
agenturen oder auch validierte Preise von Marktpartnern (Arran-
Beträge sowie Wertaufholungen von Eigenkapitaltiteln
­ger) herangezogen.
werden erfolgsneutral in der Neubewertungsrücklage erfasst.
Die Ermittlung des Fair Value nach der Mark-to-Model-Bewer­
c. Eigenkapitaltitel der Kategorie Available For Sale (AFS), die
tung über ein geeignetes Modell (z. B. Optionspreismodell, Dis­
nicht an einem aktiven Markt quotiert sind und zu Anschaf­
counted Cash Flow-Methode, Collateralized-Debt-Obligation-
fungskosten bewertet werden, da ihr beizulegender Zeitwert
Modell) erfolgt dann, wenn eine abgeleitete Bewertung nicht
nicht verlässlich bestimmt werden kann.
oder nicht in ausreichender Qualität möglich ist.
Im Falle einer Wertminderung eines AFS-Finanzinstru­men­ts wird eine erfolgswirksame Abschreibung des Finanz­
instrumentes vorgenommen.
In Bezug auf die Bewertungstechniken und -modelle kann
unterschieden werden zwischen Verfahren, die ausschließlich
allgemeine angaben
F 2008
auf beobachtbare Marktdaten zurückgreifen bzw. nur in un­-
rungsswaps, Devisentermingeschäften, Devisenoptionen, Sin­
wesentlichem Umfang nicht-beobachtbare Parameter zugrunde
gle Name- und Index-Credit Default Swaps und komplexen
legen (Mark-to-Matrix) und Verfahren, die in wesentlichem
Derivaten, deren Markt illiquide ist, zu unterscheiden. Erstere
Umfang auf nicht beobachtbaren Parametern basieren (Mark-to-
werden über anerkannte Techniken und Modelle bewertet,
Model). Beobachtbare Marktdaten sind gewöhnlich für liquide
die allenfalls in unwesentlichem Umfang auf nicht am Markt
Wertpapiere und einfache OTC-Derivate, die an liquiden Märkten
beobachtbare Parameter zurückgreifen. Bei letzteren sind
gehandelt werden (bspw. Zinsswaps, Devisentermingeschäfte
sowohl im Hinblick auf die Wahl des Modells als auch der Para­
und Devisenoptionen in bestimmten Währungen sowie Aktien­
meter Einschätzungen in wesentlichem Umfang erforderlich.
derivate auf bestimmte börsennotierte Aktien bzw. Indizes),
verfügbar. Bewertungstechniken und -modelle, die auf nicht
b. Positive / Negative Marktwerte der Hedgederivate:
beobachtbare Marktdaten zurückgreifen und damit Annah­-
D
iese Klasse enthält ausschließlich einfache Zins- und Zins­
men bzgl. dieser Parameter erfordern, sind gewöhnlich notwen­
währungsswaps, die über anerkannte Techniken und
dig für strukturierte Wertpapiere bzw. allgemeiner für Wert­
Modelle bewertet werden, die allenfalls in unwesentlichem
papiere, deren Markt illiquide ist, sowie komplexe OTC-Derivate.
Umfang auf nicht am Markt beobachtbare Parameter
Nicht beobachtbare Parameter sind bspw. Korrelationen, Vola­
zurückgreifen.
tilitäten und Prepayment Rates.
c. Finanzanlagen (AFS):
Der folgende Abschnitt gibt einen Überblick bzgl. der verwen­
In den Finanzanlagen des Konzerns sind hauptsächlich
deten Parameter bzw. Annahmen.
­verzinsliche Wertpapiere enthalten. Wesentliche Teile werden
über Börsenkurse bewertet. Liegt kein aktueller Kurs von
a) In Bewertungstechniken und -modellen verwendete
Parameter
einem liquiden Markt vor, erfolgt die Bewertung verzinslicher
Im Folgenden sind die Annahmen zur Bestimmung der beizule­
anhand rating- und sektorabhängiger Zinskurven, die aus
genden Zeitwerte je Klasse von finanziellen Vermögenswerten
Markt­daten verzinslicher Wertpapiere abgeleitet werden.
Wertpapiere mittels der Discounted Cash Flow-Methode
und Verbindlichkeiten angegeben.
Darüber hinaus sind auch ABS als Teilbestände des Krediter­
a. Handelsaktiva / Handelspassiva (HFT):
Die Wertpapiere des Handelsbestands werden in wesent­
satzgeschäftes in den Finanzanlagen enthalten. Diese werden
nach oben genannter Preisfindungshierarchie bewertet.
lichen Teilen über Börsenkurse bewertet. Liegt kein aktueller
Kurs von einem liquiden Markt vor, erfolgt die Bewertung
Für nicht börsennotierte Eigenkapitalinstrumente (Anteile
ver­zinslicher Wertpapiere mittels der Discounted Cash Flow-
an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen, die nach
Methode anhand rating- und sektorabhängiger Zinskur­-
IAS 39 bilanziert werden) werden keine beizulegenden Zeit­
ven, die aus Marktdaten verzinslicher Wertpapiere abgeleitet
werte ermittelt, da kein aktiver Markt für diese Finanzinstru­
werden.
mente besteht und erforderliche Schätzungen nicht inner­
halb vertretbarer Schwankungsbreiten und angemessener Ein­
Börsengehandelte Derivate werden ebenfalls über Börsenkurse
bewertet. Liegt kein aktueller Kurs vor, erfolgt eine Bewer­
trittswahrscheinlichkeiten möglich sind. Daher erfolgt der
Ansatz dieser Finanzinstrumente zu Anschaffungskosten.
tung über anerkannte Bewertungsmodelle (bspw. Black-Scholes
für europäische Optionen), die allenfalls in unwesentli­-
d.Designated at Fair Value Assets / Liabilities (DFV):
chem Umfang auf nicht beobachtbaren Parameterschätzun­
D
esignated at Fair Value Assets (DFV), die unter den Finanz­
gen basieren.
anlagen und Forderungen an Kunden bzw. Kreditinstitute
ausgewiesen werden, setzen sich vor allem aus Beständen des
OTC-Derivate werden über Bewertungstechniken und
Kreditersatzgeschäftes zusammen (ABS, synthetische CDOs,
-modelle bewertet. Dabei ist zwischen einfachen, auf liquiden
CLN). Für die Bewertung von CDOs wird ein marktübliches
Märkten gehandelten Derivaten, wie Zinsswaps, Zinswäh­
Modell (Gauß-Copula) eingesetzt, in das sowohl am Markt beob-
87
88
F 2008
achtbare als auch nicht am Markt beobachtbare Parameter
jeweiligen Rating- und Laufzeitenkategorie. Für Designated
eingehen. Für die anderen Produkte gilt oben genannte Preis­
at Fair Value kategorisierte Verbindlichkeiten wird im Rahmen
findungshierarchie.
der Zuordnung eines angemessenen Spreads zwischen Instru­
menten mit und ohne Gewährträgerhaftung unterschieden.
Designated at Fair Value Liabilities (DFV), die unter den Ver­
brieften Verbindlichkeiten, Verbindlichkeiten gegenüber
b) Wertanpassungen
Kunden bzw. Kreditinstituten sowie unter dem Nachrangkapi­
Berücksichtigt der über eine Bewertungstechnik oder ein Bewer­
tal ausgewiesen werden, beinhalten komplex strukturierte
tungsmodell ermittelte Wert eines Finanzinstruments nicht
Namens- und Inhaberpapiere mit eingebetteten Zins-, Wäh­
in angemessener Weise Faktoren wie Geld-Brief-Spannen bzw.
rungs-, Aktien- und sonstigen Risiken. Insoweit für ver­-
Glattstellungskosten, Liquidität, Modellrisiken und Kredit-
briefte Verbindlichkeiten aktuelle Börsenkurse von liquiden
bzw. Kontrahentenausfallrisiken, ermittelt die Bank entspre­
Märkten vorliegen, werden diese verwendet. Der überwie­
chende Wertanpassungen. Die angewendeten Verfahren grei­-
gende Teil der Designated at Fair Value Liabilities (DFV) wird
fen dabei partiell auf nicht am Markt beobachtbare Parameter
jedoch über Bewertungstechniken und -modelle bewertet.
in Form von Schätzungen zurück.
Dabei wird in wesentlichem Umfang auf komplexe Techniken
und Modelle zurückgegriffen, die auch nicht direkt am
c) Effekte nicht beobachtbarer Parameter
Markt beobachtbare Parameter verwenden. Designated at Fair
Wenn in die Bewertung eines Finanzinstruments nicht beobacht­
Value Liabilities (DFV) sind grundsätzlich über gegenläufige
bare Parameter einfließen, ist der ermittelte beizulegende
Derivate abgesichert, so dass bzgl. der Modellrisiken bzw. Para­
Zeitwert zwar der beste Schätzwert gemäß einer Ermessensent­
meterunsicherheiten kompensierende Positionen vorliegen.
scheidung der Bank, aber insoweit subjektiv, als dass auch
alternative Möglichkeiten für die Parameterwahl vorliegen kön­
Die separate Ermittlung der bonitätsinduzierten Komponente
nen, die nicht durch beobachtbare Marktdaten widerlegt wer-
der Wertänderung von Designated at Fair Value-Beständen
den können. Eine alternative Parameterwahl gemäß den äuße­
erfolgt auf Basis des Buchwertes, der Restlaufzeit des Finanz­
ren Werten einer möglichen Spannbreite hätte die folgenden
instruments bzw. -geschäfts, externer Ratinginformationen
Effekte auf die beizulegenden Zeitwerte der betroffenen Finanz­
sowie den am Markt feststellbaren Spreads für Instrumente der
instrumente gehabt:
31. Dezember 2008
(Mio. ¤ )
Credit Investments
OTC exotische Zins- & FX-Derivate
Total
31. Dezember 2007
(Mio. ¤)
Fair Value Änderungen
(HFT, DFV)
Fair Value Änderungen
(AFS)
vorteilhaft
unvorteilhaft
vorteilhaft
unvorteilhaft
139,3
-17,5
24,1
-5,0
43,3
-9,0
–
–
182,6
-26,5
24,1
-5,0
Fair Value Änderungen
(HFT, DFV)
Fair Value Änderungen
(AFS)
vorteilhaft
unvorteilhaft
vorteilhaft
unvorteilhaft
Credit Investments
80,3
-15,3
68,0
-14,1
OTC exotische Zins- & FX-Derivate
26,2
-5,4
–
–
106,5
-20,7
68,0
-14,1
Total
allgemeine angaben
F 2008
Der Gesamtbetrag der in der Gewinn- und Verlustrechnung
Emissionen und Wertpapierpositionen als auch ganze Portfolien
erfassten unrealisierten Verluste, die auf Basis von Bewertungs­
dieser Finanzinstrumente abgesichert.
techniken ermittelt wurden, die in signifikantem Umfang
auf nicht beobachtbaren Marktdaten basieren, war 497,8 Mio. €
Um Verwerfungen in der Gewinn- und Verlustrechnung zu
(2007: Verlust in Höhe von 704,9 Mio. €). Hierbei ist zu berück­
vermeiden, werden Micro- und Portfolio Fair Value Hedge Accoun­
sichtigen, dass auch bei diesen Finanzinstrumenten viele der ver­
ting angewendet. Derzeit werden hierbei ausschließlich
wendeten Parameter beobachtbar sind. Darüber hinaus sind
Absicherungen des beizulegenden Zeitwertes gegen Zinsrisiken
die Produkte teilweise durch Finanzinstrumente abgesichert, in
berück­sichtigt. Als Grundgeschäfte (Sicherungsgegenstand)
deren Bewertung nur beobachtbare Parameter einfließen.
werden festverzinsliche Kredite, Emissionen und Wertpapierpo­
sitionen, als Sicherungsinstrumente derzeit ausschließlich
d) Day One Profit and Loss
Zins- und Zinswährungsswaps designiert.
Durch Anwendung eines Bewertungsmodells, das in signifikan­
tem Umfang auf nicht beobachtbaren Marktdaten basiert,
Werden einzelne Kredit-, Emissions- und Wertpapiergeschäfte
können Differenzen zwischen Transaktionspreis und Modellpreis
durch Derivate mit konzernexternen Marktpartnern abgesi­
im Zugangszeitpunkt bestehen. Solche Differenzbeträge (die
chert und erfüllt diese Sicherungsbeziehung die Anforderungen
sog. Day One Profit and Loss) werden bei erfolgswirksam bewer­
des IAS 39, wird das Micro Fair Value Hedge Accounting ange­
teten Finanzinstrumenten über die Laufzeit abgegrenzt. Die
wendet. Bei Absicherung von Portfolien von Grundgeschäften
Day One Profit and Loss-Reserve entwickelte sich wie folgt:
wer­den die Sicherungsbeziehungen dieser Grundgeschäfte
zu entsprechenden konzernexternen Derivaten im Portfolio Fair
Value Hedge Accounting abgebildet, soweit die Anforderungen
(Mio. ¤ )
Bestand zum 1. Januar
Erfolgsneutrale Zuführungen
Erfolgswirksame Auflösungen
Reserve zum 31. Dezember
2008
2007
des IAS 39 erfüllt sind.
19,3
11,5
Beim Micro Fair Value Hedge wird der Buchwert des Grundge­
9,9
12,8
7,7
5,1
21,5
19,3
schäftes erfolgswirksam um die Fair Value-Änderung angepasst,
die dem abgesicherten Risiko zuzurechnen ist. Die Fair Value­
Änderungen, die nicht dem abgesicherten Risiko zuzurechnen
sind, werden gemäß den allgemeingültigen Regeln der ent­
sprechenden IAS 39 Kategorie behandelt.
E) Hedge Accounting
Nach IFRS werden Wertänderungen von Positionen in den
Beim Portfolio Fair Value Hedge auf Zinsänderungsrisiken wer­
IAS 39-Kategorien Available For Sale (AFS), Loans And Receivables
den Portfolios von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten, die
(LAR) und Other Liabilities (LIA) nicht erfolgswirksam erfasst.
gegen Zinsänderungsrisiken abgesichert sind, berücksichtigt.
Wertänderungen von Derivaten werden stets erfolgswirksam
Dabei wird ein Zyklus durchlaufen. Die Finanzinstrumente der
erfasst. Werden Grundgeschäfte der IAS 39-Kategorie AFS,
Portfolios werden am Anfang einer Hedgeperiode auf Basis
LAR oder LIA durch Derivate abgesichert, entsteht eine Verwer­
ihrer erwarteten Fälligkeiten bzw. Zinsanpassungstermine Lauf­
fung in der Gewinn- und Verlustrechnung, die nicht dem
zeitbändern zugeordnet; je Laufzeitband erfolgt dann die Fest­
ökonomischen Sachverhalt entspricht. Eine Möglichkeit zur Ver­
legung des gesicherten Betrages. Des Weiteren erfolgt die Zuord­
meidung dieser Verwerfungen ist die Nutzung von Fair Value
nung der Sicherungsgeschäfte zu Beginn der Hedgeperiode.
Hedge Accounting. Durch Fair Value Hedge Accounting werden
Am Ende einer Hedgeperiode erfolgt die bilanzielle Abbildung
auch die dem abgesicherten Risiko zuzurechnenden Wert­
der Hedgebeziehung und Designation einer neuen Hedgebe­
änderungen der Grundgeschäfte erfolgswirksam berücksichtigt.
ziehung. Die Änderungen des Fair Value der gesicherten Beträge
der Grundgeschäfte, die auf das abgesicherte Risiko zurück­
Der HSH Nordbank Konzern setzt zur ökonomischen Sicherung
zuführen sind, werden in einem eigenen Bilanzposten (Akti­
der Marktrisiken aus Krediten, Emissionen und Wertpapier­
vischer bzw. Passivischer Ausgleichsposten aus dem Portfolio
beständen Derivate ein. Dabei werden sowohl einzelne Kredite,
Fair Value Hedge) erfasst.
89
90
F 2008
Die Anwendung des Fair Value Hedge Accounting ist an eine
Bei echten Wertpapierpensionsgeschäften mit in Pension gegebe­
Reihe von Bedingungen gebunden. Diese beziehen sich insbeson­
nen Wertpapieren werden die Wertpapiere weiterhin durch
dere auf die Dokumentation des Sicherungszusammenhangs
den HSH Nordbank Konzern bilanziert, da die Zins-, Bonitäts- und
sowie auf die Wirksamkeit der Absicherungsmaßnahme. Im HSH
sonstigen wesentlichen Risiken aus den Wertpapieren weiterhin
Nordbank Konzern werden alle Sicherungsbeziehungen gemäß
bei der HSH Nordbank liegen. Der korrespondierende Liquiditäts­
den Anforderungen des IAS 39 dokumentiert. Hierbei werden
zufluss wird abhängig vom Kontrahenten als Verbindlichkeit
unter anderem das Sicherungsinstrument, der Sicherungs­
gegenüber Kreditinstituten oder Kunden in der Konzernbilanz
gegenstand (Grundgeschäft), das abgesicherte Risiko sowie das
gezeigt. Entsprechende Zinszahlungen werden im Zinsauf­-
Ergebnis und die verwendete Methode der Effektivitätsmes­-
wand laufzeitgerecht erfasst. Die im umgekehrten Fall entstehen­
sung festgehalten.
den Liquiditätsabflüsse werden als Forderungen an Kreditin­
stitute oder Kunden bilanziert. Die korrespondierend in Pension
Im Rahmen des prospektiven Effektivitätstests werden zukünf­
genommenen Wertpapiere werden nicht aktiviert. Verein­-
tige Wertveränderungen von Grund- und Sicherungsgeschäf­-
barte Zinsen werden laufzeitgerecht als Zinserträge erfasst. Eine
ten auf Basis von Zinsshifts simuliert und über eine Regression
Verrechnung von Forderungen und Verbindlichkeiten aus
ausgewertet. Im retrospektiven Effektivitätstest werden die
Pensionsgeschäften mit demselben Kontrahenten wird nicht
tatsächlich eingetretenen Wertänderungen zugrunde gelegt.
vorgenommen.
Die Ergebnisse der Effektivitätsmessung im Micro Fair Value
Hedge Accounting werden über Regressionsanalysen ausgewer­
Es werden hierbei schwerpunktmäßig Rentenpapiere öffentlicher
tet. Im Portfolio Fair Value Hedge Accounting wendet die
deutscher Emittenten und Bankschuldverschreibungen aus
HSH Nordbank für die Effektivitätsmessung die Dollar-Offset-
der EU-Zone sowie Eigenemissionen für Pensionsgeschäfte einge­
Methode an. Hierbei wird überprüft, ob das Verhältnis der
setzt. Entsprechende Geschäfte werden auch in Aktien getätigt.
Wertveränderungen von Grund- und Sicherungsgeschäften inner­
halb eines Intervalles von 80 % bis 125 % liegt.
Wertpapierleihegeschäfte werden analog zu echten Pensionsge­
schäften bilanziert. Dabei verbleiben verliehene Wertpapiere
F) Ausbuchung
weiterhin im Wertpapierbestand, entliehene Wertpapiere werden
Die Ausbuchung eines finanziellen Vermögenswertes erfolgt,
nicht aktiviert. Gestellte Barsicherheiten für Wertpapierleihe­
wenn alle wesentlichen Risiken und Chancen, die mit dem
geschäfte werden als Forderungen, erhaltene Sicherheiten als
Eigentum an dem Vermögenswert verbunden sind, übertragen
Ver­bindlichkeiten ausgewiesen. Analog zu den Pensionsgeschäf­-
werden, d. h. bei Verlust der vertraglichen Ansprüche auf den
ten werden Wertpapierleihegeschäfte in Aktien und schwer­
Bezug von Cash Flows aus diesem Vermögenswert. Sofern nicht
punkt­mäßig in Rentenpapieren getätigt.
alle Risiken und Chancen übertragen wurden, führt die HSH
Nordbank einen Kontrolltest durch, um sicherzustellen, dass
H) Finanzgarantien
kein Continuing Involvement aufgrund zurückbehaltener
Laut IAS 39.9 ist eine Finanzgarantie ein Vertrag, bei dem der
Chancen und Risiken die Ausbuchung verhindert. Eine finanzi­
Garantiegeber zur Leistung bestimmter Zahlungen verpflichtet
elle Verbindlichkeit wird ausgebucht, wenn sie getilgt, d. h.
ist, die den Garantienehmer für den Verlust entschädigen, der
wenn die mit ihr verbundene Verpflichtung beglichen oder auf­
entsteht, weil ein bestimmter Schuldner seinen Zahlungsver­
gehoben wird oder fällig ist.
pflichtungen gemäß den ursprünglichen oder geänderten Bedin­
gungen eines Schuldinstruments nicht fristgemäß nach­
G) Wertpapierpensions- und Wertpapierleihegeschäfte
kommt. Ein Kreditderivat wird entsprechend den Vorschriften
Der HSH Nordbank Konzern tätigt nur echte Wertpapier­
des IAS 39 als Finanzgarantie behandelt, wenn die Vorausset­
pensionsgeschäfte. Echte Wertpapierpensionsgeschäfte, Repo-
zungen des IAS 39.9 erfüllt sind. Kreditderivate, die nach dem
Geschäfte oder sell-and-buy-back-Transaktionen, sind Kombi­
IAS 39 bilanziert werden, werden nach den allgemeinen
nationen aus Kassakäufen oder -verkäufen von Wertpapieren mit
Bewertungsregeln der Kategorie Held For Trading (HFT) zuge­
gleichzeitigem Verkauf oder Rückkauf auf Termin mit dem­
rechnet und mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet.
selben Kontrahenten.
allgemeine angaben
F 2008
Finanzgarantien können im HSH Nordbank Konzern bei Bürg­
Die realisierten Ergebnisse der Forderungen an Kreditinstitute
schaften, Bankgarantien und Akkreditiven auftreten. Entspre­
und an Kunden (z. B. Vorfälligkeitsentschädigungen) werden in
chende Eventualverpflichtungen beruhen auf vergangenen
der Gewinn- und Verlustrechnung in der Position Zinsergebnis
Ereignissen, die in der Zukunft zu möglichen Verpflichtungen
gezeigt.
führen. Diese Verpflichtungen entstehen durch den Eintritt
mit hinreichender Zuverlässigkeit geschätzt werden kann.
c. Positive und negative Marktwerte der HedgeDerivate
Finanzgarantien werden nach der Nettomethode erfasst. Erfolgt
In diesen Posten werden die Marktwerte von Derivaten ausgewie­
die Prämienzahlung an den HSH Nordbank Konzern verteilt
sen, die einen positiven bzw. negativen Zeitwert aufweisen
über die Laufzeit der Finanzgarantie, wird diese mit Null ange­
und im Hedge Accounting eingesetzt sind. Als Sicherungsinstru­
setzt und die Prämienzahlung periodengerecht vereinnahmt.
mente werden derzeit ausschließlich Zins- und Zinswährungs­
Ist der HSH Nordbank Konzern Sicherungsnehmer, stellt die
swaps berücksichtigt. Ist ein Derivat nur anteilig im Hedge
Finanzgarantie eine Sicherheit für den Konzern dar.
Accoun­ting designiert, enthält dieser Posten den entsprechenden
ungewisser zukünftiger Ereignisse, deren Erfüllungsbetrag nicht
Anteil am Fair Value des Derivats. Das Residuum wird in die­-
I) Erläuterungen zu ausgewählten Bilanzpositionen im
Zusammenhang mit Finanzinstrumenten
sen Fällen in den Positionen Handelsaktiva bzw. Handelspassiva
ausgewiesen.
a. Barreserve
haben bei Zentralnotenbanken, Schatzwechsel und unverzins­
d. Aktivischer und passivischer Ausgleichsposten aus
dem Portfolio Fair Value Hedge
liche Schatzanweisungen sowie Wechsel ausgewiesen.
Der aktivische Ausgleichsposten aus dem Portfolio Fair Value
In der Position Barreserve werden der Kassenbestand, Gut­-
Hedge enthält die dem abgesicherten Risiko zuzurechnende
Sowohl die Zugangs- als auch die Folgebewertung der unter
Wert­änderung des Sicherungsgegenstandes aus Portfolio Fair
dem Posten Barreserve ausgewiesenen Vermögenswerte erfolgt
Value Hedges für Vermögenswerte. Analog enthält der passi­
zum Nennwert, der aufgrund der Kurzfristigkeit dem beizu­
vische Ausgleichsposten aus dem Portfolio Fair Value Hedge die
legenden Zeitwert entspricht.
dem abgesicherten Risiko zuzurechnende Wertänderung des
Sicherungsgegenstandes aus Portfolio Fair Value Hedges für Ver­
b. Forderungen
bindlichkeiten.
Unter den Forderungen an Kreditinstitute und an Kunden
­werden im Wesentlichen Vermögenswerte der Kategorie Loans
e. Handelsaktiva und Handelspassiva
and Receivables (LAR) bilanziert. Des Weiteren werden hier
Unter den Handelsaktiva werden ausschließlich finanzielle
Finanzinstrumente der Kategorie Designated at Fair Value (DFV)
Vermögenswerte der Kategorie Held For Trading (HFT) ausgewie­
und der Kategorie Available for Sale (AFS) ausgewiesen. Die
sen. Diese umfassen zu Handelszwecken gehaltene originäre
Buchwerte von Forderungen, die Bestandteil des Micro Fair Value
Finanzinstrumente, vor allem verzinsliche Wertpapiere inklusive
Hedge Accounting sind, werden um den Buchgewinn oder -ver­
anteiliger Zinsen, aber auch Aktien und Schuldscheindarle­-
lust angepasst, der dem abgesicherten Risiko zuzurechnen ist.
hen sowie Devisen und sonstige Handelsbestände wie Edelme­
talle. Ferner zählen hierzu Derivate mit positiven Marktwer­-
Die Forderungen werden brutto, d. h. vor Abzug von Wertberich­
ten, die entweder Handelsderivate sind oder nicht als Hedge Deri­
tigungen ausgewiesen. Der Ausweis von Wertberichtigungen
vate designiert sind, weil sie nicht die Voraussetzungen des
erfolgt in dem gesonderten Posten Risikovorsorge, der nach den
Hedge Accounting erfüllen.
Forderungen als Abzugsposten gezeigt wird. Soweit Forderun­­gen mit Handelsabsicht erworben oder eingegangen wurden,
Die Bewertungsergebnisse werden im Handelsergebnis erfasst.
wer­den diese unter den Handelsaktiva ausgewiesen.
Die Zins- und Dividendenerträge werden als Zinsüberschuss
ausgewiesen.
Agien und Disagien werden nach der Effektivzinsmethode abge­
grenzt. Abgegrenzte Zinsen werden ebenfalls der Bilanzposition
zugeordnet.
91
92
F 2008
Analog zu den Handelsaktiva werden unter den Handelspas­siva
zwi­schen Anschaffungskosten und Rückzahlungsbetrag
nur finanzielle Verpflichtungen der Kategorie Held For Tra­-
(z. B. Agien und Disagien) erfolgt nach der Effektivzinsmethode
ding (HFT) ausgewiesen. Diese beinhaltet Derivate mit nega­tiven
erfolgswirksam im Zinsüberschuss. Laufende Ergebnisse aus
Marktwerten, die entweder Handelsderivate sind oder nicht
der Bewertung von Finanzinstrumenten der Kategorie Designa­
als Hedge-Derivate designiert wurden, weil sie nicht die Voraus­
ted at Fair Value (DFV) werden im Handelsergebnis ausgewiesen.
setzungen des Hedge Accounting erfüllen. Ferner werden hier
Lieferverpflichtungen aus Leerverkäufen von Wertpapie­ren sowie
Die Buchwerte von gesicherten Verbindlichkeiten, die die Voraus­
deren anteilige Zinsen ausgewiesen.
setzungen des Micro Fair Value Hedge Accounting erfüllen,
werden um die Gewinne oder Verluste aus Schwankungen der
f. Finanzanlagen
Fair Values, die das gesicherte Risiko betreffen, angepasst.
Unter den Finanzanlagen werden insbesondere Bestände der
Kate­gorie Available For Sale (AFS), darüber hinaus aber auch
Zurückgekaufte eigene Schuldverschreibungen werden von den
Wert­papiere der Kategorien Loans And Receivables (LAR) und
Verbrieften Verbindlichkeiten abgesetzt.
Designated at Fair Value (DFV) ausgewiesen. Die Position
umfasst jeweils nicht zu Handelszwecken gehaltene verzinsliche
h. Nachrangkapital
Wertpapiere inklusive anteiliger Zinsen, Aktien und andere
Rückzahlungsansprüche nachrangiger Verbindlichkeiten sind
nicht festverzinsliche Wertpapiere, nicht konsolidierte Anteile
gegenüber anderen Verbindlichkeiten stets nachrangig, eine
an verbundenen Unternehmen sowie Anteile an Gemein­
vorzeitige Rückzahlungsverpflichtung kann nicht entstehen. Bei
schaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen, die nicht
Liquidation oder Insolvenz darf eine Rückzahlung erst nach
at equity angesetzt werden. Realisierte Gewinne und Verluste
vollständiger Befriedigung aller nicht-nachrangigen Verbindlich­
aus Finanzanlagen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung
keiten erfolgen. Unter dem Nachrangkapital werden aufgrund
im Ergebnis aus Finanzanlagen gezeigt. Das Zinsergebnis aus
ihrer von den übrigen Verbindlichkeiten abweichenden Eigen­
Finanzanlagen wird im Zinsüberschuss erfasst. Sofern eine Ver­
schaft Genussrechte, nachrangige Verbindlichkeiten und stille
äußerungsabsicht für Beteiligungen oder Anteile an verbun­
Einlagen ausgewiesen.
denen Unternehmen zum Bilanzstichtag besteht, werden diese
in die Bilanzposition „Zur Veräußerung gehaltene langfristige
Das Genussrechtskapital ist Bestandteil des haftenden Eigenka­
Vermögenswerte“ umgebucht.
pitals. Zinszahlungen auf das Genussrechtskapital erfolgen,
soweit hierfür ein Bilanzgewinn zur Verfügung steht. Genuss­
g. Verbindlichkeiten
rechtskapital wird bis zur vollen Höhe mit einem Bilanzverlust
Die Verbindlichkeiten umfassen finanzielle Verpflichtungen der
verrechnet.
Kategorien Other Liabilities (LIA) und Designated at Fair Value
(DFV). Sie werden in den Positionen Verbindlichkeiten gegenüber
Aufgrund der vertraglichen Ausgestaltung und des wirtschaft­
Kreditinstituten, Verbindlichkeiten gegenüber Kunden und
lichen Charakters stellen die Einlagen der typischen stillen
Verbriefte Verbindlichkeiten ausgewiesen.
Gesellschafter grundsätzlich Fremdkapital dar, weshalb der Aus­
weis im Nachrangkapital erfolgt.
Finanzielle Verpflichtungen werden im Zeitpunkt der Begebung
mit den Anschaffungskosten angesetzt, die dem beizulegen-­
Das als Other Liabilities (LIA) kategorisierte Nachrangkapital
den Zeitwert der Gegenleistung entsprechen. In den Folgeperio­
wird beim ersten Ansatz zu Anschaffungskosten und in den
den werden die als Other Liabilities (LIA) kategorisierten Ver­
Folgeperioden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert.
bindlichkeiten gemäß IAS 39.47 unter Anwendung der Effektiv­
Die Agio- und Disagioverteilung erfolgt effektivzinskonstant.
zinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.
Laufende Ergebnisse aus der Bewertung des Nachrangkapitals
Wertänderungen der Finanzinstrumente Other Liabilities (LIA)
der Kategorie Designated at Fair Value (DFV) werden im Handels­
werden ausschließlich beim Abgang des betreffenden Finanz­
ergebnis ausgewiesen.
instruments erfasst. Die Verteilung der Unterschiedsbeträge
allgemeine angaben
F 2008
II. Als Finanzinvestition gehaltene
Immobilien (Investment Properties)
davon ab, ob die wesentlichen Chancen und Risiken auf den
Unter den „Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien (Invest­
Finance Lease liegt vor, sofern die wirtschaftlichen Risiken und
ment Properties)“ werden Immobilien ausgewiesen, die zur
Chancen nach den Kriterien des IAS 17 beim Leasingnehmer
Erzielung von Mieteinnahmen oder zum Zweck der Wertsteige­
liegen; in Konsequenz bilanziert dieser den Leasinggegenstand.
rung gehalten, jedoch nicht im Rahmen der eigenen Geschäfts­
Alle übrigen Leasingverhältnisse werden als Operating Lease
tätigkeit genutzt werden. Bei einer gemischten Nutzung eines
klassifiziert. Die Einordnung erfolgt jeweils zu Beginn des Lea­
Objekts wird eine prozentuale Aufteilung des Buchwertes vor­
singverhältnisses.
Leasingnehmer übertragen werden oder nicht.
genommen. Selbstgenutzte Teile werden als Sachanlagen, vermie­
tete bzw. leer stehende Teile werden als Investment Properties
A) Finance Lease
ausgewiesen. Die Objekte werden zu Anschaffungskosten ange­
Der HSH Nordbank Konzern tritt bei Finance Lease Geschäften
setzt und planmäßig linear abgeschrieben, ggfs. werden
nur als Leasinggeber auf und bilanziert eine Forderung, die
­außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Für planmä­
dem Nettoinvestitionswert entspricht. Der Ausweis erfolgt in
ßige Abschreibungen wird eine Nutzungsdauer von 33 bis 50
Abhängigkeit vom Leasingnehmer entweder unter Forde­-
Jahren zugrunde gelegt.
rungen an Kreditinstitute oder unter Forderungen an Kunden.
Bei der Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes von Invest­
Fällige Leasingraten werden in einen erfolgsneutralen Tilgungs­
ment Properties wird eine Ertragswertermittlung zugrunde
anteil und einen erfolgswirksamen Zinsertrag aufgeteilt.
gelegt; sie erfolgt unter Heranziehung von Marktdaten von inter­
Der erfolgswirksame Teil wird im Zinsergebnis ausgewiesen.
nen und externen Gutachtern. Der Ausweis des beizulegenden
Zeitwertes erfolgt in Note (27).
B) Operating Lease
Der HSH Nordbank Konzern weist als Leasinggeber die Leasing­
objekte als Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungs­
III. Zur VeräuSSerung gehaltene
langfristige Vermögenswerte
kosten in den Sachanlagen aus. Vereinnahmte Leasingraten wer­
den im sonstigen betrieblichen Ergebnis und die korrespondie­
renden Abschreibungen im Verwaltungsaufwand ausgewiesen.
Langfristige Vermögenswerte, deren zugehöriger Buchwert über­
wiegend bzw. hauptsächlich durch ein Veräußerungsgeschäft
Mietaufwendungen aus Vertragsverhältnissen, in denen der HSH
und nicht durch fortgesetzte Nutzung realisiert wird, werden ent­
Nordbank Konzern als Leasingnehmer fungiert, zeigt der
sprechend IFRS 5 als zur Veräußerung gehalten klassifiziert.
HSH Nordbank Konzern in den Perioden in voller Höhe als Miet­
Voraussetzung ist, dass der Verkauf zum Stichtag bereits beschlos­
aufwand im Verwaltungsaufwand, denen der Aufwand zuzu­
­sen und eingeleitet ist und mit großer Wahr­schein­lichkeit
rechnen ist.
innerhalb der folgenden zwölf Monate abgewickelt werden kann.
Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte werden
V. Sachanlagen
zum Buchwert oder dem niedrigeren beizulegendem Zeitwert
abzüglich Veräußerungskosten bewertet. Für Finanzinstrumente
Unter diesem Posten werden Grundstücke und Gebäude,
erfolgt die Bewertung weiterhin nach den Vorschriften des
Betriebs- und Geschäftsausstattungen und Leasinggegenstände
IAS 39.
aus Operating Lease Geschäften, bei denen wir als Leasing­geber auftreten, ausgewiesen. Sachanlagen werden mit ihren
Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich planmä­-
IV. Leasinggeschäfte
ßiger linearer Abschreibungen entsprechend der voraussicht­
lichen wirtschaftlichen Nutzungsdauer angesetzt. Nachträg­
Bei Leasingverhältnissen wird gemäß IAS 17 zwischen Finance
und Operating Lease unterschieden. Die Zuordnung hängt
liche Anschaffungs- oder Herstellungskosten werden aktiviert,
93
94
F 2008
soweit sie den wirtschaftlichen Nutzen der entsprechenden
Ein Geschäfts- oder Firmenwert entsteht, wenn beim Erwerb
Vermögenswerte erhöhen. Fremdkapitalzinsen aus der Finanzie­
von Tochtergesellschaften, assoziierten Unternehmen und
rung von Sachanlagen werden als Aufwand der jeweiligen
Gemeinschaftsunternehmen die Anschaffungskosten den Anteil
Periode erfasst.
des Konzerns am Nettovermögen (Eigenkapital) des erworbe­nen Unternehmens übersteigen.
Bei der Bestimmung der Nutzungsdauer werden die physi­sche Abnutzung, die technische Alterung sowie rechtliche und
Die erstmalige Bewertung eines immateriellen Vermögenswertes
vertragliche Beschränkungen berücksichtigt. Die lineare
erfolgt nach IAS 38.24 zu Anschaffungs- oder Herstellungskos­
Abschreibung bei Sachanlagen wird über folgende Zeiträume
ten. Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungs-
vorgenommen:
oder Herstellungskosten.
Software wird über einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren
Sachanlagengruppe
Nutzungsdauer
in Jahren
linear und bei Bedarf außerplanmäßig abgeschrieben.
Alle immateriellen Vermögenswerte werden an jedem Bilanz­
Gebäude
50
Einbauten in Gebäuden Dritter
1)
DV-Anlagen
4
Sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung
3–13
Leasingvermögen
1)
25
Die Ermittlung der Restlaufzeit erfolgt jeweils in Abhängigkeit zur Restlaufzeit des Mietverhältnisses.
stichtag dahingehend überprüft, ob Hinweise auf eine Wertmin­
derung vorliegen. Immaterielle Vermögenswerte mit unbe­
stimmter Nutzungsdauer bzw. noch nicht nutzungsfähige imma­
terielle Vermögenswerte sowie Goodwills werden auch ohne
Hinweise auf eine Wertminderung jährlich einem Test unterzo­
gen. Der erzielbare Betrag ist als der höhere Wert von beizule­
gendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nut­
Sachanlagen werden an jedem Bilanzstichtag auf Vorliegen von
zungswert definiert.
Anhaltspunkten für Wertminderungen überprüft.
Die Überprüfung der Werthaltigkeit von Geschäfts- oder Fir­
Gewinne / Verluste aus der Veräußerung von Sachanlagen wer­-
menwerten erfolgt auf Basis sog. Zahlungsmittel generierender
den in der Gewinn- und Verlustrechnung im Sonstigen betrieb­
Einheiten (Cash Generating Units). Als Cash Generating Unit
lichen Ergebnis gezeigt. Anschaffungskosten von geringwer­-
werden die Segmente entsprechend der Segmentberichterstat­
tigen Wirtschaftsgütern werden aus Wesentlichkeitsgründen
tung abgegrenzt, wenn zugrunde liegende Tochtergesell­
sofort als Aufwand erfasst. Reparaturen, Wartungen und
schaften integral in die Geschäftstätigkeit von Unternehmens­
andere Instand­haltungskosten werden als Aufwand der jeweili­
bereichen eingebunden sind. Wird hingegen erwartet, dass
gen Periode gebucht.
ein Nutzungswert überwiegend durch Mittelzuflüsse oder Wert­
steigerungen einer zugrunde liegenden Tochtergesellschaft
allein realisiert wird, so bildet die Tochtergesellschaft selbst eine
VI. Immaterielle Vermögenswerte
Cash Generating Unit. Sofern Voraussetzungen vorliegen, die
den erwarteten Nutzen nicht mehr erkennen lassen, wird eine
Unter den Immateriellen Vermögenswerten werden selbst
außerplanmäßige Abschreibung vorgenommen.
erstellte und erworbene Software sowie erworbene Geschäftsoder Firmenwerte bilanziert. Der HSH Nordbank Konzern
Der Nutzungswert einer Zahlungsmittel generierenden Einheit
­aktiviert gemäß IAS 38.21 Software-Entwicklungskosten, wenn
wird auf der Grundlage prognostizierter und diskontierter
durch die Herstellung der selbst entwickelten Software der
Netto-Cash Flows bestimmt. Die Ermittlung der Netto-Cash Flows
Zufluss eines wirtschaftlichen Nutzens wahrscheinlich ist und
wird auf der Basis der Konzernplanung über einen Zeitraum
die Kosten zuverlässig ermittelt werden können. Sind die
von 5 Jahren vorgenommen und ein Trend für die Folgeperioden
Aktivierungskriterien nicht erfüllt, werden die Aufwendungen
zwischen 1,0 % und 1,5 % (Vorjahr 1 %) berücksichtigt. Den
im Jahr ihrer Entstehung sofort ergebniswirksam erfasst.
geplanten Cash Flows wird ein risikoadäquater Diskontie­rungs­
allgemeine angaben
F 2008
zinssatz nach Steuern zugrunde gelegt. Weitere Para­meter
Bei den beitragsorientierten Versorgungsplänen (defined con­
werden standardisierten Branchenangaben entnommen. Bei der
tribution plans) werden unter Beteiligung der Mitarbeiter Bei­
Durchführung der Werthaltigkeitstests werden Kapitalisie­
träge an externe Versorgungsträger gezahlt. Dabei nimmt die
rungszinssätze von 9,25 % bis 10,75 % (Vorjahr 13,10 % bis 15,29 %)
HSH Nordbank AG auch an einem gemeinschaftlichen Versor­
verwendet.
gungsplan teil (multi employer plan), der von der BVV Versor­
gungskasse des Bankgewerbes e. V. durchgeführt wird. Die HSH
Nordbank AG hat über die Beitragszahlungen hinaus keine
VII. Sonstige Aktiva und Sonstige Passiva
weiteren Leistungsverpflichtungen gegenüber den Pensionsbe­
rechtigten. Bei den leistungsorientierten Versorgungsplänen
Unter den sonstigen Aktiva bzw. Passiva werden Vermögens­
(defined ­benefit plans) hängt die Höhe der Versorgungsleistung
werte und Schulden ausgewiesen, die nicht einem der übrigen
von verschiedenen Faktoren wie Alter, Gehalt und Betriebszu­
Aktiv- bzw. Passivposten zuzuordnen sind. Hierzu zählen unter
gehörigkeit ab. Die Versorgungspläne umfassen insbesondere
anderem Rechnungsabgrenzungsposten.
Alters- und Invalidenrenten sowie die Hinterbliebenenversor­
gung. Sie basieren im Wesentlichen auf Dienstvereinbarungen
der Landes­bank Schleswig-Holstein Girozentrale, der Ruhe­
VIII. Rückstellungen
geldordnung der Hamburgischen Landesbank Girozentrale, den
Rückstellungen werden gebildet, wenn der Konzern bestehende
gischen Landesbank Girozentrale, der Versorgungsordnung der
rechtliche oder faktische Verpflichtungen hat, die aus zurück­
Hambur­gischen Landesbank Girozentrale sowie auf § 2 Abs. 4
liegenden Transaktionen oder Ereignissen resultieren, bei denen
des Inve­stitionsbankgesetzes in der Fassung vom 23.01.1998. Die
es wahrscheinlich ist, dass zur Erfüllung der Verpflichtung
ausgewiesenen Pensionsrückstellungen für leistungsorien­tierte
ein Abfluss von Ressourcen erforderlich ist und eine verlässliche
­Pläne entsprechen dem Barwert dieser zum Stichtag erdien­ten
Schätzung der Höhe der Verpflichtung möglich ist. Rückstel­
Pensionsansprüche unter Berücksichtigung von erwarteten
lungen unterliegen mindestens einer jährlichen Überprüfung
Lohn- und Gehaltssteigerungen sowie eines Rententrends. Die
und Neufestsetzung.
Ermittlung erfolgt ausschließlich anhand versicherungs­mathe­
Ruhegeld-Richtlinien der Unterstützungskasse der Hambur­
matischer Gutachten gemäß IAS 19, die von unabhängigen Ver­
A) Andere Rückstellungen
sicherungsmathematikern nach dem Anwartschaftsbarwert­
Zu den anderen Rückstellungen gehören z. B. Rückstellungen
verfahren (projected credit unit method) angefertigt werden.
für Personalaufwendungen, Prozessrisiken und ausstehende
Rechnungen sowie für das Kreditgeschäft. Rückstellungen im
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden in
Kreditgeschäft werden unter anderem für drohende Inan­
dem Jahr, in dem sie anfallen, im Eigenkapital unter den
spruchnahmen aus Avalen, Garantien und Akkreditiven gebil­
Gewinnrücklagen ausgewiesen. Als langfristige Verpflichtungen
det. Die Ermittlung der Rückstellungen basiert im Wesent­
werden Pensionsrückstellungen abgezinst. Der in den Auf­
lichen auf bestmöglichen Schätzungen der Ausgaben, die zur
wendungen für Altersversorgung enthaltene Zinsteil wird als
Erfüllung der zum Abschlussstichtag erkennbaren Verpflich­
Bestandteil des Zinsüberschusses ausgewiesen.
tungen erforderlich sind.
B) Pensionsrückstellungen
Der überwiegende Teil der Mitarbeiter der HSH Nordbank AG
sowie die Beschäftigten einiger Tochterunternehmen erlangen
Versorgungsansprüche aus verschiedenen Systemen der
betrieblichen Altersversorgung, die sowohl beitrags- als auch
leistungsorientierte Versorgungspläne umfassen.
95
96
F 2008
Bei der Berechnung der leistungsorientierten Versorgungs­
verpflichtungen wurden die folgenden Annahmen zugrunde
gelegt:
Versicherungsmathematische Annahmen
2008
2007
Rechnungszinsfuß
Inland
5,8 %
5,7 %
4,0 % – 6,5 %
6,0 %
Erwarteter Ertragszins aus Planvermögen
3,3 % – 7,6 %
5,7 %
Gehaltsdynamik
1,5 % – 4,7 %
2,5 %
individuell
individuell
Ausland
Anpassungsrate für Renten
Inland
Dienstvereinbarung 1 / Alte Versorgungsverordnung
Neue Versorgungsverordnung
2,0 %
2,5 %
Dienstvereinbarung 4
2,0 %
2,0 %
3,5 %
–
Ausland
Fluktuation
Alter 20
Alter 20–55
Alter 56
Pensionsalter in Jahren
Sterblichkeit, Invalidität etc.
6,0 %
6,0 %
Linear auf 0 % fallend
Linear auf 0 % fallend
0,0 %
0,0 %
63–65
63
Nach den Richttafeln 2005
G von K. Heubeck
Nach den Richttafeln 2005
G von K. Heubeck
Die leistungsorientierten Versorgungspläne sind teilweise über
ten weisen jedoch eine vom Euro abweichende funktionale Wäh­
Vermögenswerte, die ausschließlich dem Versorgungszweck
rung auf.
dienen (Planvermögen), fondsfinanziert. Das Planvermögen wird
zum beizulegenden Zeitwert bewertet und in der Bilanz rück­
Für die Umrechnung von in Fremdwährung geführten Posten
stellungsmindernd berücksichtigt.
innerhalb der Einzelabschlüsse sowie für die Umrechnung der
Abschlüsse von Konzerngesellschaften, die nicht in Euro bilan­
Auf Basis langfristiger Vermögenserträge aus Schuldverschrei­
zieren, gelten die folgenden Grundsätze:
bungen wurde der erwartete Vermögensertrag für das Planver­
unter Berücksichtigung der Planvermögensstruktur auf Basis
A) Bilanzielle Abbildung von Fremdwährungsgeschäften
im Einzelabschluss
von Kapitalmarktrenditen und -erwartungen einbezogen.
Die Zugangsbewertung von Vermögenswerten und Schulden
mögen ermittelt. Hierzu wurden geeignete Risikozuschläge
sämtlicher Fremdwährungsgeschäfte erfolgt zum Kassakurs der
IX. Währungsumrechnung
Transaktion.
Der Konzernabschluss der HSH Nordbank AG wird in Euro auf­
Bei der Folgebewertung werden monetäre Posten anhand des
gestellt. Dem überwiegenden Teil der in den Konzernabschluss
Kassa-Mittelkurses zum Bilanzstichtag umgerechnet. Nicht mone­
einbezogenen Einzelabschlüsse liegt als funktionale Währung
täre Posten, welche zum Fair Value bilanziert werden, werden
der Euro zugrunde. Die Abschlüsse einiger Konzerngesellschaf­
mit dem im Bewertungszeitpunkt gültigen Kassa-Mittelkurs und
allgemeine angaben
F 2008
sonstige nicht monetäre Posten mit dem historischen Kurs
ern wird anhand der Steuersätze und Steuervorschriften vor­
umgerechnet.
genommen, deren Gültigkeit zu den Zeitpunkten erwartet wird,
in denen die latenten Steueransprüche realisiert werden
Aus der Bewertung von Bilanzposten entstehende Aufwen­
sollen. Die Auswirkungen von Steuersatzänderungen auf latente
dungen und Erträge in Fremdwährung werden anhand der für
Steuern werden mit Verabschiedung der gesetzlichen Ände­-
die Umrechnung der betreffenden Posten verwendeten Kurse
rung berücksichtigt. Aktive latente Steuern werden als Latente
umgerechnet. Für alle übrigen Aufwendungen und Erträge wer­
Ertragsteueransprüche und passive latente Steuern als Latente
den die Transaktionskurse herangezogen.
Ertragsteuerverpflichtungen bilanziert.
Bei monetären Posten und nicht-monetären Posten zu Fair
Die Aufwendungen und Erträge aus Steuerlatenzen werden
Values werden Ergebnisse aus der Währungsumrechnung erfolgs­
grundsätzlich periodengerecht in der Gewinn- und Verlustrech­
wirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung der Periode
nung unter den Ertragsteuern, getrennt von den tatsäch­-
erfasst, in der das Ergebnis entstanden ist. Eine Ausnahme bilden
lichen Steueraufwendungen und -erträgen, erfasst. Dabei wird
die Währungsumrechnungsergebnisse aus der Bewertung von
die Bilanzierung des zugrunde liegenden Sachverhalts berück­
nicht-monetären AFS-Finanzinstrumenten, die zum Fair Value
sichtigt. So werden die latenten Steuern erfolgswirksam in der
bewertet werden, welche in der Neubewertungsrücklage erfasst
Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, wenn der Bilanzposten
werden.
selbst erfolgswirksam behandelt wird. Eine erfolgsneutrale Erfas­
sung im Eigenkapital in der Neubewertungsrücklage bzw.
B) Umrechnung von in Fremdwährung aufgestellten
Abschlüssen bei Einbeziehung in den Konzernabschluss
Vermögenswerte und Schulden von in Fremdwährung auf­
gestellten Abschlüssen werden zum Stichtagskurs umgerechnet.
Für die Umrechnung der Aufwendungen und Erträge wer­den Durchschnittskurse der Berichtsperiode verwendet. Mit Aus­
nahme der im Einzelabschluss bestehenden Neubewertungs­
rücklage, die zum Stichtagskurs umgerechnet wird, erfolgt die
Umrechnung des Eigenkapitals zu historischen Kursen.
Die Differenzen, die sich aus dieser Umrechnungsmethodik
ergeben, werden in einem separaten Posten des Eigenkapitals
erfasst.
X. Ertragsteuern
Laufende Ertragsteueransprüche und -verpflichtungen werden
anhand der steuerlichen Bestimmungen der jeweiligen Länder
in der Höhe angesetzt, in der Zahlungen an bzw. von Steuerbe­
hörden erwartet werden.
Latente Steuern werden für alle temporären Differenzen zwi­
schen den steuerlichen und den sich nach IFRS ergebenden
Wertansätzen gebildet. Latente Steuern auf steuerliche Verlust­
vorträge werden in der Höhe angesetzt, in der eine zukünf­tige Nutzung wahrscheinlich ist. Die Berechnung latenter Steu­
Gewinnrücklage erfolgt, wenn der Bilanzposten selbst erfolgs­
neutral behandelt wird (IAS 12.61).
97
98
F 2008
Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
7. Zinsüberschuss
Zinsüberschuss
(Mio. ¤ )
2008
2007
Unter den Zinserträgen und -aufwendungen aus derivativen
Finanzinstrumenten werden die Zinserträge und -aufwendun­
gen aus Handels- und Sicherungsderivaten ausgewiesen.
Zinserträge aus
Kredit- und Geldmarktgeschäften
7.373
8.225
Der Zinsüberschuss enthält Erträge und Aufwendungen aus der
festverzinslichen Wertpapieren
1.888
1.942
Amortisierung der Ausgleichsposten für Portfolio Fair Value
601
793
23.036
21.540
36
40
Aktien und anderen nicht
festverzinslichen Wertpapieren
56
66
Bei unveränderten Zahlungserwartungen ergibt sich durch
verbundenen Unternehmen
43
47
Zeitablauf eine Barwertänderung für einzelwertberichtigte For­
122
231
8
7
33.163
32.891
9.910
9.946
Handelsgeschäften
derivativen Finanzinstrumenten
Unwinding
Hedgebeziehungen sowie entsprechende Auflösungsbeträge bei
Abgängen von Grundgeschäften, die zum Ausgleichsposten
beigetragen haben.
Laufende Erträge aus
Beteiligungen
sonstigen Anteilen
Zwischensumme Zinserträge
davon entfallen auf Finanzinstrumente,
die gem. IAS 39 nicht HFT- oder DFVkategorisiert sind
derungen (Unwinding). Der Zinsertrag aus diesen Forderungen
wird als Aufzinsung des Barwertes mit Hilfe des ursprünglichen
Effektivzinssatzes ermittelt.
Im Zinsüberschuss ist ein realisiertes Nettoergebnis aus zurück­
gekauften eigenen Schuldverschreibungen in Höhe von
32 Mio. € (Vorjahr 9 Mio. €) enthalten. Dieser Betrag stellt gleich­
Zinsaufwendungen für
zeitig das realisierte Nettoergebnis der Kategorie Other Liabi­
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
2.161
3.028
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
2.710
2.393
verbriefte Verbindlichkeiten
3.043
3.580
Nachrangkapital
403
510
Handelsgeschäfte
1
–
sonstige Verbindlichkeiten
8
5
derivative Finanzinstrumente
22.786
21.773
Zwischensumme Zinsaufwendungen
31.112
31.290
davon entfallen auf Finanzinstrumente,
die gem. IAS 39 nicht HFT- oder DFVkategorisiert sind
7.686
8.937
Gesamt
2.051
1.601
lities (LIA) dar.
erläuterungen zur gewinn- und verlusstrechnung
F 2008
8. Risikovorsorge im Kreditgeschäft
Risikovorsorge im Kreditgeschäft
(Mio. ¤ )
2008
2007
Die Zuführungen zur und Auflösungen von Risikovorsorge
beinhalten eine Netto-Neubildung von Einzelwertberichtigungen
für Forderungen an Kreditinstitute und Kunden in Höhe von
Aufwand aus der Zuführung zur
Risiko­vorsorge
Ertrag aus der Auflösung der Risikovorsorge
1.917
512
414
516
Direkte Abschreibungen
14
13
Eingänge auf abgeschriebene Forderungen
37
29
426
24
18
19
-1.888
15
Aufwand aus der Zuführung zu
Rückstellungen im Kreditgeschäft
Ertrag aus der Auflösung von Rückstellungen
im Kreditgeschäft
Gesamt
1.191 Mio. € (Vorjahr: 107 Mio. €) und von Portfoliowertberichti­
gungen in Höhe von 314 Mio. € (Vorjahr: Netto-Auflösung
112 Mio. €). Für Eventualverbindlichkeiten wurden Portfoliowert­
berichtigungen in Höhe von 50 Mio. € (Vorjahr: 3 Mio. €) und
für Kreditzusagen in Höhe von 66 Mio. € (Vorjahr: 0 Mio. €) netto
gebildet. Daneben wurden im Berichtsjahr Einzelwertberich­
tigungen für Eventualverbindlichkeiten und Kreditzusagen in
Höhe von insgesamt 290 Mio. € (Vorjahr: 3 Mio. €) netto gebil­
det. Die direkten Abschreibungen entfallen mit 14 Mio. € (Vor­
jahr: 13 Mio. €) vollständig auf Forderungen an Kunden.
Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft für bilanzielle Geschäfte
bezieht sich ausschließlich auf Forderungen, die als Loans And
Receivables (LAR) kategorisiert sind.
9. Provisionsüberschuss
Provisionsüberschuss
(Mio. ¤ )
2008
2007
Die Provisionsaufwendungen und -erträge beinhalten auch Auf­
wendungen und Erträge aus Finanzinstrumenten der Katego­
rien Designated at Fair Value (DFV) und Held For Trading (HFT).
Provisionserträge aus
Kreditgeschäft
Auf nicht erfolgswirksam zum Fair Value bewertete Finanzin­
195
193
Wertpapiergeschäft
51
75
wirksam zum Fair Value bewertete Finanzinstrumente ent­-
Bürgschaftsgeschäft
61
44
fallen –7 Mio. € (Vorjahr: 14 Mio. €) des Provisionsüberschusses.
Auslandsgeschäft
18
21
Zahlungs- und Kontenverkehr
7
7
66
114
398
454
Kreditgeschäft
23
13
Wertpapiergeschäft
39
45
Bürgschaftsgeschäft
21
16
Auslandsgeschäft
3
3
Zahlungs- und Kontenverkehr
3
2
Sonstige Gebühren und Provisionserträge
Zwischensumme Provisionserträge
Provisionsaufwendungen aus
39
49
Zwischensumme Provisionsaufwendungen
Sonstige Provisionsaufwendungen
128
128
Gesamt
270
326
strumente entfallen 277 Mio. € (Vorjahr: 312 Mio. €). Auf erfolgs­
99
100
F 2008
10. Ergebnis aus Sicherungszusammenhängen
Im Ergebnis aus Sicherungszusammenhängen erfolgt der Aus­
weis der dem abgesicherten Risiko zuzurechnenden Wert­
Ergebnis aus Sicherungszusammenhängen
(Mio. ¤ )
2008
2007
750
-335
änderungen von in effektiven Hedgebeziehungen designierten
Fair-Value-Änderungen aus
Sicherungsgeschäften
Grund- und Sicherungsgeschäften. Die Position enthält die
­entsprechenden Ergebnisbeiträge aus Micro Fair Value Hedge­
Micro Fair Value Hedge
beziehungen und Portfolio Fair Value Hedgebeziehungen.
Portfolio Fair Value Hedge
Fair-Value-Änderungen aus
Grundgeschäften
Micro Fair Value Hedge
Portfolio Fair Value Hedge
Gesamt
10
-29
740
-306
-765
322
-24
41
-741
281
-15
-13
11. Handelsergebnis
Das Handelsergebnis umfasst das realisierte Ergebnis und das
ebenfalls grundsätzlich in diesem Posten der Gewinn- und Ver­
Bewertungsergebnis von Finanzinstrumenten der Kategorien
lustrechnung erfasst.
Held For Trading (HFT) und Designated at Fair Value (DFV). Die
Ergebnisse aus Devisengeschäften, Kreditderivaten und Com­
Die Zinserfolge der Bestände der Kategorien Designated at
modities werden dabei unter den „Sonstigen Produkten“ berück­
Fair Value (DFV) und Held For Trading (HFT) werden im Zins­
sichtigt. Ergebnisse aus der Währungsumrechnung werden
überschuss ausgewiesen.
Handelsergebnis
(Mio. ¤ )
Schuld-­
verschreibungen
und Zinsderivate
2008
2007
Held For Trading
-204
Designated at Fair Value
-181
-385
Aktien und
Aktienderivate
Sonstige Produkte
2008
2007
2008
2007
-280
3
21
102
20
-5
1
12
-260
-2
22
-947
122
-291
200
-780
141
-747
-658
-1.132
-918
Gesamt
2008
2007
20
-99
-239
-1
-174
20
114
19
-273
-219
-12
220
286
-1.018
396
1
-3
26
338
-753
-150
-11
217
312
-680
-357
-152
11
331
331
-953
-576
Realisiertes Ergebnis
Zwischensumme
Bewertungsergebnis
Held For Trading
Designated at Fair Value
Zwischensumme
Gesamt
F 2008
erläuterungen zur gewinn- und verlusstrechnung
Im Geschäftsjahr 2008 entstand ein negatives Handelser­gebnis,
Die für die Bewertung der DFV-Verbindlichkeiten verwen­-
das im Wesentlichen durch die Krise auf den Finanzmärkten
dete „Own Credit Spread-Kurve“ wurde auf Basis von Private
verursacht ist.
Placements, Rückkäufen eigener Emissionen und den Spreads
von Finanzinstrumenten aus anderen Märkten geschätzt, da die
Im Geschäftsjahr entfallen –765 Mio. € (Vorjahr: –433 Mio. €)
Ableitung der Kurve aus direkt am Markt beobachtbaren Para­
der Fair Value-Änderungen der finanziellen Vermögenswerte der
metern aufgrund der derzeitigen Finanzmarktkrise zu keinen
Kategorie Designated at Fair Value (DFV) auf Änderungen des
belastbaren Ergebnissen führte.
Credit Spreads und nicht auf Marktzinsänderungen. Kumulativ
sind zum 31. Dezember 2008 –1.223 Mio. € (Vorjahr: –457 Mio. €)
Auf Basis unterlegbarer Alternativszenarien für die Berech-
auf die Credit Spread-Änderungen zurückzuführen.
nung des Own Credit Spreads ergeben sich Auswirkungen auf
das Handelsergebnis und die Verbindlichkeiten in Höhe von
Für Verbindlichkeiten der IAS 39-Kategorie Designated at Fair
+ / – 30 Mio. € und auf die Summe der Verbindlichkeiten in Höhe
Value (DFV) beträgt die Wertänderung im Geschäftsjahr, die auf
von + / – 30 Mio. €.
Änderungen des Credit Spreads und nicht auf Marktzinsän­
derungen zurückzuführen ist, 331 Mio. € (Vorjahr: 11 Mio. €).
Im Handelergebnis ist ein Devisenergebnis in Höhe von 1 Mio. €
Kumulativ sind zum Bilanzstichtag 342 Mio. € (Vorjahr:
(Vorjahr: 150 Mio. €) enthalten.
11 Mio. €) auf die Credit Spread-Änderungen zurückzuführen.
12. Ergebnis aus Finanzanlagen
Neben realisierten Gewinnen und Verlusten aus Finanzanlagen
der Kategorien Loans And Receivables (LAR) und Available
Ergebnis aus Finanzanlagen
(Mio. ¤ )
2008
2007
For Sale (AFS) werden hier die Abschreibungen und Zuschreibun­
gen im Rahmen von Wertminderungen bzw. -aufholungen
Available For Sale (AFS)-Bestände
ausgewiesen. Bei Finanzanlagen der Kategorie Available For Sale
realisierte Gewinne / Verluste (-)
-20
185
(AFS) werden Zuschreibungen nur bei Schuldtiteln und nur
Abschreibungen
314
88
maximal bis zur Höhe der Anschaffungskosten erfolgswirksam
Zuschreibungen
–
5
-334
102
vorgenommen.
Summe
Loans And Receivables (LAR)-Bestände
Der Anstieg der Wertminderungen beruht auf erhöhten
Abschreibungen auf das Credit Investment-Portfolio infolge der
derzeitigen Finanzkrise. Bei der Bewertung wurden konser­
vative Wertansätze zugrunde gelegt. Eine genaue Beschreibung
der Bewertungsansätze ist in den Bilanzierungs- und Bewer­
tungsansätzen dargestellt.
Nicht zum Fair Value bewertete Eigenkapitalinstrumente der
Kategorie Available For Sale (AFS) mit einem Buchwert von
1.242 Mio. € (Vorjahr: 198 Mio. €) wurden ausgebucht. Daraus
entstand ein realisiertes Ergebnis von 28 Mio. € (Vorjahr:
15 Mio. €). Für verbleibende Geschäfte dieser Art wurde eine Ab­schreibung von 164 Mio. € (Vorjahr: 18 Mio. €) vorgenommen.
-3
5
Abschreibungen
realisierte Gewinne / Verluste (-)
618
458
Zuschreibungen
109
–
-512
-453
210
52
Summe
Zuführung zur Portfoliowertberichtigung
LAR-Bestände
Auflösung von Portfoliowertberichtigung
LAR-Bestände
Gesamt
34
14
-1.022
-389
101
102
F 2008
13. Verwaltungsaufwand
Verwaltungsaufwand
(Mio. ¤ )
2008
2007
Sachaufwand
444
441
EDV-Kosten
Personalaufwand
412
498
43
45
899
984
Abschreibungen auf Sachanlagevermögen
und immaterielle Vermögenswerte
Gesamt
In den Abschreibungen sind keine Abschreibungen auf
Geschäfts- oder Firmenwerte enthalten. Diese Wertminderungen
sind im sonstigen betrieblichen Ergebnis ausgewiesen.
Personalaufwand
(Mio. ¤ )
Sachaufwand
(Mio. ¤ )
2008
2007
129
138
Kosten für externe Dienstleistungen und
Projektarbeiten
68
76
Aufwendungen für Grundstücke und
Gebäude
50
50
Pflichtbeiträge und gesellschaftsrechtliche
Aufwendungen
35
35
Kosten für Rechtsberatung
24
21
Kosten für Werbung, Öffentlichkeitsarbeit
und Repräsentation
16
24
3
3
Aufwendungen für Betriebs- und
Geschäftsausstattung
2008
2007
341
425
44
44
Übriger Sachaufwand
119
94
Gesamt
444
441
Die Aufwendungen für Vermögenswerte, die auf Basis von
Löhne und Gehälter
Soziale Abgaben
Aufwendungen für Altersvorsorge und
Unterstützung
Gesamt
27
29
412
498
Operating Lease-Verträgen genutzt werden, betragen 63 Mio. €
(Vorjahr: 65 Mio. €).
Die Abschreibungen verteilen sich wie folgt auf die einzelnen
Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerte:
Detaillierte Informationen zu Aufwendungen für Altervorsorge
und Unterstützung werden in Note (38) dargestellt.
Abschreibungen
(Mio. ¤ )
2008
2007
Betriebs- und Geschäftsausstattung
11
10
Immobilien
10
7
erworbene Software
13
17
selbst erstellte Software
5
4
Leasingvermögen
1
1
Der Aufwand für beitragsorientierte Versorgungspläne ohne
Berücksichtigung der Leistungen an gesetzliche Versorgungssy­
steme liegt im Geschäftsjahr 2008 bei 2 Mio. € (Vorjahr: 2 Mio. €).
Planmäßige Abschreibung auf
Außerplanmäßige Abschreibung auf
Immobilien
Gesamt
3
6
43
45
Von den planmäßigen Abschreibungen auf Immobilien entfal­
len 9 Mio. € (Vorjahr: 6 Mio. €) auf Investment Properties. Von
den außerplanmäßigen Abschreibungen auf Immobilien entfal­
len 3 Mio. € (Vorjahr: 6 Mio. €) auf Investment Properties.
erläuterungen zur gewinn- und verlusstrechnung
F 2008
14. Sonstiges betriebliches Ergebnis
Sonstiges betriebliches Ergebnis
(Mio. ¤ )
2008
2007
In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Abschrei­
bungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte in Höhe von insgesamt
141 Mio. € (Vorjahr: 6 Mio. €) enthalten. Diese betreffen im
Erträge aus der Auflösung sonstiger
Rückstellungen und Verbindlichkeiten
44
54
Wesentlichen die Geschäfts- oder Firmenwerte des Segments Real
Estate in Höhe von 87 Mio. € und des Segments Financial Mar­
Aufwendungen aus der Zuführung zu
sonstigen Rückstellungen
88
–
Erträge aus Spielbanken
36
34
141
6
Erträge aus der Zuschreibung von Sachan­
lagevermögen und Investment Properties
1
–
jahr: 16 Mio. €) enthalten. Auf Investment Properties, mit denen
Erträge aus dem Leasinggeschäft
2
2
Mieteinnahmen erzielt wurden, entfallen 5 Mio. € (Vorjahr:
Ergebnis aus dem Abgang von Vermögenswerten des Sachanlagevermögens
2
-2
Abschreibungen auf Geschäfts- oder
Firmenwerte
Übrige Erträge und Aufwendungen (saldiert)
Gesamt
In der Position Übrige Erträge und Aufwendungen sind Mieter­
-22
67
-166
149
Der Restrukturierungsaufwand verteilt sich wie folgt auf Perso­
nal- und Sachaufwand:
Personalaufwand
Sachaufwand
Gesamt
träge aus Investment Properties in Höhe von 22 Mio. € (Vor­-
5 Mio. €) der sonstigen betrieblichen Aufwendungen.
15. Restrukturierungsaufwand
Restrukturierungsaufwand
(Mio. ¤ )
kets & Institutions in Höhe von 46 Mio. €.
2008
2007
122
–
50
–
172
–
103
104
F 2008
16. Steuern vom Einkommen und Ertrag
Steuern vom Einkommen und Ertrag
(Mio. ¤ )
2008
2007
Steueraufwand
(Mio. ¤ / %)
Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag
Inland
Ausland
-20
107
37
104
Gewerbeertragsteuer
Inland
Ausland
67
93
–
10
Laufende Ertragsteuern
84
314
-2
-72
Zwischensumme laufende Ertragsteuern
82
242
Ergebnis aus latenten Ertragsteuern
aus temporären Differenzen
Gesamt
2008
2007
-2.704
270
261
-141
-2.443
129
31,63
39,93
-773
52
bisher nicht berücksichtigter
steuerlicher Verluste
878
-44
abweichender Effektivsteuersätze
im In- und Ausland
Ergebnis vor Steuern inkl. der Erträge aus
Verlustübernahme
Anzuwendender inländischer
Ertragsteuersatz in %
Rechnerischer Ertragsteueraufwand
im Geschäftsjahr
Steuereffekte aufgrund
179
-383
179
-383
261
-141
Die Steuern aus Vorjahren in Höhe von rd. 2 Mio. € beruhen im
Wesentlichen auf gegenläufigen Effekten betreffend Körper­
schaftsteuer und Gewerbesteuer Inland (Aktivierung von Steuer­
forderungen als Folgewirkungen aus Betriebsprüfungen) und
Nachzahlungen von Ertragsteuern im Ausland.
Konzernjahresüberschuss / -fehlbetrag
Steuern vom Einkommen und Ertrag
Ertragsteuern Vorjahre
Zwischensumme latente Ertragsteuern
Der Steueraufwand hat sich wie folgt entwickelt:
192
123
nicht abzugsfähiger Aufwendungen
36
88
gewerbesteuerlicher Korrekturen
42
62
3
109
Steuern aus Vorjahren
-120
-104
steuerfreier Erträge
-191
-423
von Steuersatzänderungen
Abbewertung und sonstige
Gesamtsteueraufwand
194
-4
261
-141
Bei der Steuerberechnung 2008 wurde für die inländischen
Steuern ein Steuersatz von 31,63 % (Vorjahr 39,93 %) verwendet.
Die Änderung des Steuersatzes beruht auf dem Unternehmen­
steuerreformgesetz 2008. Der Gesamtsteuersatz beinhaltet Kör­
per­schaftsteuer (15,00 %), Solidaritätszuschlag (0,83 %) und
Gewerbeertragsteuer (15,81 %).
Die Position Steuereffekte aufgrund von Steuersatzänderun­gen bezieht sich auf die Einheiten in Luxemburg, hier verringerte
sich der Steuersatz von 29,63 % auf 28,59 %.
In der Position Abbewertung und sonstige Sachverhalte sind
Effekte aus Abbewertung latenter Steueransprüche i.H.v.
200 Mio. € enthalten, welche auf dem gegenwärtigen Verlust­
jahr und der Ergebnisplanung für kommende Jahre beruhen.
F 2008
erläuterungen zur gewinn- und verlusstrechnung
Ertragsunwirksam erfolgte per 31.12.2008 eine Erhöhung aktiver
und eine Erhöhung der passiven latenten Steuern in der Gewinn­
latenter Steuern in der Neubewertungsrücklage i.H.v. 146 Mio. €
rücklage von 32 Mio. €.
17. Nettogewinne und -verluste aus Finanzinstrumenten
In den Nettogewinnen und -verlusten von Finanzinstrumenten
sind als ergebniserhöhende Komponenten Wertaufholungen,
Nettogewinne und -verluste
aus Finanzinstrumenten
(Mio. ¤ )
2008
2007
164
-733
Auflösungen von Wertberichtigungen, Erträge aus der Veräuße­
rung und Neubewertung sowie Wechselkursänderungen ent­
halten. Ergebnismindernde Bestandteile sind unrealisierte Auf­
wendungen, im Rahmen von Veräußerung entstandene Ver­
luste, Aufwendungen aus der Neubewertung und Wertberichti­
gungen. Die Nettogewinne und -verluste werden nachfolgend
je IAS 39-Kategorie dargestellt.
Designated at Fair Value (DFV)
Other Liabilities (LIA)
Available For Sale (AFS)
Loans And Receivables (LAR)
32
9
-334
102
-512
-453
Held For Trading (HFT)
-1.117
157
Gesamt
-1.767
-918
2008
2007
-2.669
211
-351
–
-3.020
211
77
57
6
–
83
57
Ergebnis je Aktie (unverwässert)
-34,80
3,71
Ergebnis je Aktie (verwässert)
-36,38
3,71
Der mit Wertberichtigungen und Verkäufen von Finanzinstru­
menten der Kategorie Available For Sale (AFS) verbundene
erfolgswirksame Abgang der im Eigenkapital kumulierten Fair
Value-Änderungen wird in der Note (43) dargestellt.
18. Ergebnis je Aktie
Zur Berechnung des Ergebnisses je Aktie wird der Konzern­
Ergebnis je Aktie
jahresüberschuss durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl
der innerhalb des Geschäftsjahres im Umlauf befindlichen
Stammaktien geteilt.
Der errechnete Gewinn je Aktie basiert auf dem Konzernjahres­
überschuss / -fehlbetrag nach Berücksichtigung der konzern­
Zurechenbares Konzernergebnis (Mio. ¤)
unverwässert
Verwässerungseffekt aus:
wandelbaren Schuldverschreibungen
Zurechenbares Konzernergebnis (Mio. ¤)
verwässert
fremden Gesellschaftern zustehenden Gewinne bzw. Verluste.
Der Berechnung wurden ungerundete Werte zugrunde gelegt.
Anzahl der Aktien (Mio. Stück)
Dem verwässerten Ergebnis je Aktie liegen Effekte aus Wandel­
Durchschnittlich im Umlauf befindliche
Stammaktien – unverwässert
kapital zugrunde. Die im Geschäftsjahr 2008 durchgeführte
Wandlung wird in Note (43) beschrieben.
Verwässerungseffekt aus:
wandelbaren Schuldverschreibungen
Bereinigter gewichteter Durchschnitt der
im Umlauf befindlichen Stammaktien nach
angenommener Wandlung – verwässert
in ¤
105
106
F 2008
Erläuterungen zur Bilanz
19. Barreserve
Barreserve
(Mio. ¤ )
Kassenbestand
Guthaben bei Zentralnotenbanken
2008
2007
14
13
1.125
664
davon: bei der Deutschen Bundesbank
972
538
Schatzwechsel und unverzinsliche Schatz­
anweisungen sowie ähnliche Schuldtitel
öffentlicher Stellen
260
490
davon: bei der Deutschen Bundesbank
refinanzierbar
249
236
Wechsel
20
30
Gesamt
1.419
1.197
20. Forderungen an Kreditinstitute
Forderungen an Kreditinstitute
(Mio. ¤ )
2008
Inland
Ausland
Gesamt
2007
Inland
Ausland
Gesamt
Täglich fällig
1.960
4.110
6.070
4.011
3.973
7.984
Andere Forderungen
8.048
9.222
17.270
12.798
9.897
22.695
10.008
13.332
23.340
16.809
13.870
30.679
2
408
410
7
0
7
10.006
12.924
22.930
16.802
13.870
30.672
Gesamt vor Risikovorsorge
Risikovorsorge
Gesamt nach Risikovorsorge
Von den Forderungen an Kreditinstitute weisen Bestände in
Höhe von 7.958 Mio. € (Vorjahr: 10.941 Mio. €) eine Restlaufzeit
von mehr als einem Jahr auf. In den Forderungen an Kredit­
institute sind Geldmarktgeschäfte in Höhe von 4.127 Mio. € (Vor­
jahr: 2.655 Mio. €) enthalten.
Informationen zu Wertpapierleihe- und Wertpapierpensions­
geschäften werden in Note (53) dargestellt.
F 2008
erläuterungen zur bilanz
21. Forderungen an Kunden
Forderungen an Kunden
(Mio. ¤ )
2008
Inland
Ausland
Gesamt
2007
Inland
Ausland
Gesamt
Privatkunden
2.457
629
3.086
3.242
722
3.964
Firmenkunden
48.349
55.411
103.760
40.919
49.267
90.186
Öffentliche Haushalte
Gesamt vor Risikovorsorge
Risikovorsorge
Gesamt nach Risikovorsorge
9.818
767
10.585
8.964
950
9.914
60.624
56.807
117.431
53.125
50.939
104.064
1.329
1.012
2.341
1.454
68
1.522
59.295
55.795
115.090
51.671
50.871
102.542
Von den Forderungen an Kunden weisen Bestände in Höhe von
Forderung an Kunden – Besicherung
(Mio. ¤ )
2008
2007
Kommunalkredite
13.064
9.296
Durch Grundpfandrechte gesicherte
Forderungen
13.875
16.019
97 Mio. €) enthalten. Der Bruttoinvestitionswert der Leasingver­
Durch Schiffspfandrechte gesicherte
Forderungen
22.348
17.646
hältnisse beträgt 170 Mio. € (Vorjahr: 133 Mio. €). Weitere
Sonstige Forderungen
68.144
61.103
Informationen zum Leasinggeschäft sind in Note (52) dargestellt.
Gesamt
117.431
104.064
91.101 Mio. € (Vorjahr: 74.884 Mio. €) eine Restlaufzeit von
mehr als einem Jahr auf.
In den Forderungen an Kunden sind Forderungen aus dem Finanzierungsleasinggeschäft in Höhe von 142 Mio. € (Vorjahr:
In den Forderungen an Kunden sind Geldmarktgeschäfte in Höhe
von 569 Mio. € (Vorjahr: 38 Mio. €) enthalten.
Informationen zu Wertpapierleihe- und Wertpapierpensionsge­
schäften werden in Note (53) dargestellt.
107
108
F 2008
22. Risikovorsorge
Risikovorsorge
(Mio. ¤ )
Forderungen an Kreditinstitute
2008
2007
410
7
Forderungen an Kunden
2.341
1.522
Risikovorsorge für Bilanzpositionen
2.751
1.529
Rückstellungen im Kreditgeschäft
Gesamt
472
61
3.223
1.590
Die Entwicklung des Bestandes an Risikovorsorge für Kreditinsti­
tute im Geschäftsjahr stellt sich wie folgt dar:
Entwicklung Bestand Risikovorsorge für Kreditinstitute
(Mio. ¤ )
Stand 1. Januar
Einzelwert­
berichtigungen
2008
2007
Portfoliowert­
berichtigungen
2008
2007
Gesamt
2008
2007
–
4
7
13
7
17
Zuführungen
362
–
41
–
403
–
Auflösungen
–
1
–
6
–
7
Verbrauch
–
3
–
–
–
3
–
–
–
–
–
–
362
–
48
7
410
7
Wechselkursänderungen
Stand 31. Dezember
Die Entwicklung des Bestandes an Risikovorsorge für Kunden im
Geschäftsjahr stellt sich wie folgt dar:
Entwicklung Bestand Risikovorsorge für Kunden
(Mio. ¤ )
Einzelwert­
berichtigungen
2008
2007
Portfoliowert­
berichtigungen
Gesamt
2008
2007
2008
2007
Stand 1. Januar
1.121
1.281
401
522
1.522
1.803
Zuführungen
1.230
510
284
2
1.514
512
Auflösungen
403
401
11
108
414
509
Verbrauch
257
227
–
–
257
227
Unwinding
-36
-40
–
–
-36
-40
Konsolidierungskreisänderungen
6
–
–
–
6
–
Wechselkursänderungen
9
-2
-3
-15
6
-17
1.670
1.121
671
401
2.341
1.522
Stand 31. Dezember
Die Wertberichtigungen betreffen ausschließlich Forderungen,
Gesamtvolumen der im Geschäftsjahr 2008 wertberichtigten Kre­
die als Loans And Receivables (LAR) klassifiziert wurden. Das
dite beträgt 5.500 Mio. € (Vorjahr: 2.244 Mio. €).
erläuterungen zur bilanz
23. Positive Marktwerte der Hedge-Derivate
In diesem Posten werden die Marktwerte von Derivaten ausgewie­
sen, die einen positiven Zeitwert aufweisen und im Hedge
Accounting eingesetzt sind. Als Sicherungsinstrumente werden
derzeit ausschließlich Zins- und Zinswährungsswaps berück­
sichtigt. Ist ein Derivat nur anteilig im Hedge Accounting desi­
gniert, enthält dieser Posten den entsprechenden Anteil am
Fair Value des Derivats. Das Residuum wird in diesen Fällen im
Posten Handelsaktiva ausgewiesen.
Positive Marktwerte der Hedge-Derivate
(Mio. ¤ )
Positive Marktwerte der Derivate aus
Micro-Fair-Value-Hedgebeziehungen
2008
2007
270
231
Positive Marktwerte der Derivate aus
Portfolio-Fair-Value-Hedgebeziehungen
2.537
1.071
Gesamt
2.807
1.302
Von den Hedge-Derivaten weisen Bestände in Höhe von
2.699 Mio. € (Vorjahr: 1.262 Mio. €) eine Restlaufzeit von mehr
als einem Jahr auf.
Die positiven Marktwerte der Derivate aus Portfolio Fair Value
Hedgebeziehungen haben sich wesentlich infolge der Erweite­
rung der zum Vergleichsstichtag bestehenden Portfolien sowie
aufgrund der Einbeziehung weiterer, auch in Fremdwährung
geführter Portfolien aufgebaut.
F 2008
109
110
F 2008
24. Handelsaktiva
Unter den Handelsaktiva werden ausschließlich finanzielle
Vermögenswerte der Kategorie Held For Trading (HFT) ausgewie­
Handelsaktiva
(Mio. ¤ )
2008
2007
176
369
176
325
sen. Diese umfassen im Wesentlichen zu Handelszwecken
gehaltene originäre Finanzinstrumente inklusive anteiliger Zin­
sen sowie Derivate mit positiven Marktwerten, die entweder
nicht als Hedge Derivate designiert sind oder als Sicherungsin­
Schuldverschreibungen und andere
festverzinsliche Wertpapiere
Geldmarktpapiere
von anderen Emittenten
strumente eingesetzt werden, jedoch die Voraussetzungen
börsenfähige und börsennotierte
des Hedge Accountings nach IAS 39 nicht erfüllen.
börsenfähige und nicht börsen­
notierte
Aus den starken Zinssenkungen im vierten Quartal 2008 resul­
tierten signifikante Effekte auf die positiven bzw. negativen
Marktwerte der vorwiegend zinsabhängigen Derivate, so dass die
Geldmarktpapiere
von öffentlichen Emittenten
börsenfähige und börsennotierte
börsenfähige und nicht börsen­
notierte
stark angestiegen sind.
von anderen Emittenten
Von den Handelsaktiva weisen Bestände in Höhe von 19.276 Mio.
börsenfähige und börsennotierte
€ (Vorjahr: 15.943 Mio. €) eine Restlaufzeit von mehr als einem
börsenfähige und nicht börsen­
notierte
Informationen zu Wertpapierleihe- und -pensionsgeschäften
werden in Note (53) dargestellt.
44
369
2.416
3.000
1.993
3.000
Anleihen und Schuldverschreibungen
Buchwerte der Derivate in den Handelsaktiva und -passiva
Jahr auf.
–
176
423
–
4.683
10.804
3.959
8.991
724
1.813
7.099
13.804
7.275
14.173
börsenfähige und börsennotierte
32
137
börsenfähige und nicht börsen­
notierte
92
34
1
3
125
174
Anleihen und Schuldverschreibungen
Schuldverschreibungen und andere
festverzinsliche Wertpapiere
Aktien und andere nicht
festverzinsliche Wertpapiere
nicht börsenfähige
Aktien und andere nicht festverzinsliche
Wertpapiere
Positive Marktwerte aus derivativen
Finanzinstrumenten
Zinsbezogene Geschäfte
13.583
6.479
Währungsbezogene Geschäfte
4.240
1.948
Übrige Geschäfte
1.160
582
18.983
9.009
Positive Marktwerte aus derivativen
Finanzinstrumenten
Sonstiges, inkl. Schuldscheindarlehen
des Handelsbestandes
Gesamt
419
1.061
26.802
24.417
erläuterungen zur bilanz
F 2008
25. Finanzanlagen
Als Finanzanlagen werden insbesondere nicht zu Handelszwe­
an denen sich die Bank in 2007 im Rahmen von strukturierten
cken gehaltene Finanzinstrumente der Kategorie Available For
Transaktionen beteiligt hatte.
Sale (AFS) und in geringem Umfang der Kategorien Loans And
Receivables (LAR) und Designated at Fair Value (DFV) ausgewie­
Das Volumen der nicht zum Fair Value bewerteten und somit
sen. Es handelt sich dabei um Schuldverschreibungen und andere
at cost bilanzierten Anteile an verbundenen Unternehmen und
festverzinsliche Wertpapiere, Aktien und andere nicht festver­
Beteiligungen beträgt 1.089 Mio. € (Vorjahr: 2.077 Mio. €).
zinsliche Wertpapiere, nicht konsolidierte Anteile an verbun­
denen Unternehmen sowie Anteile an Gemeinschaftsunter­
Von den Finanzanlagen weisen Bestände in Höhe von 32.513
nehmen und assoziierten Unternehmen, die nicht quotal bzw.
Mio. € (Vorjahr: 34.794 Mio. €) eine Restlaufzeit von mehr als
at equity in den Konzernabschluss einbezogen werden.
einem Jahr auf.
Informationen zu Wertpapierleihe- und -pensionsgeschäften
Finanzanlagen
(Mio. ¤ )
Schuldverschreibungen und andere
festverzinsliche Wertpapiere
2008
2007
34.455
38.744
börsenfähig und börsennotiert
23.147
17.702
börsenfähig und nicht börsennotiert
11.308
21.042
956
1.497
Aktien und andere nicht
festverzinsliche Wertpapiere
börsenfähig und börsennotiert
börsenfähig und nicht börsennotiert
Beteiligungen
börsenfähig und börsennotiert
börsenfähig und nicht börsennotiert
Anteile an verbundenen Unternehmen
71
274
615
1.188
940
1.997
10
66
249
68
160
104
börsenfähig und börsennotiert
–
–
börsenfähig und nicht börsennotiert
1
1
36.511
42.342
Gesamt
Auf Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpa­
piere bestehen Portfoliowertberichtigungen in Höhe von 255
Mio. € (Vorjahr: 78 Mio. €). Darüber hinaus wurden Wertberich­
tigungen auf Schuldverschreibungen und andere festverzins­
liche Wertpapiere in Höhe von 1.135 Mio. € (Vorjahr: 522 Mio. €)
vorgenommen, die überwiegend im Zusammenhang mit der
aktuellen Finanzmarktkrise stehen. Die Veränderungen der Ein­
zel- und Portfoliowertberichtigungen werden direkt im Ergebnis aus Finanzanlagen erfasst.
Der Rückgang der Beteiligungen im Vergleich zum Vorjahr resul­
tiert im Wesentlichen aus dem Abgang zweier Gesellschaften,
werden in Note (53) dargestellt.
111
112
F 2008
Entwicklung der Beteiligungen und Anteile an verbundenen Unternehmen 2008
(Mio. ¤ )
Anschaffungskosten Stand 1. Januar 2008
Beteiligungen
Anteile an
verbundenen
Unter­nehmen
Gesamt
2.168
2.061
107
Zugänge
238
121
359
Abgänge
1.193
85
1.278
42
Umbuchungen
40
2
Wechselkursänderungen
1
–
1
Konsolidierungskreisänderungen
2
44
46
1.149
189
1.338
Stand 31. Dezember 2008
Abschreibungen Stand 1. Januar 2008
64
3
67
Zugänge
145
19
164
Abgänge
–
2
2
Konsolidierungskreisänderungen
–
9
9
209
29
238
Stand 31. Dezember 2008
Buchwert Stand 31. Dezember 2008
Buchwert Stand 1. Januar 2008
Entwicklung der Beteiligungen und Anteile an verbundenen Unternehmen 2007
(Mio. ¤ )
Anschaffungskosten Stand 1. Januar 2007
940
160
1.100
1.997
104
2.101
Beteiligungen
Anteile an
verbundenen
Unter­nehmen
Gesamt
936
274
1.210
Zugänge
1.260
102
1.362
Abgänge
161
126
287
3
-5
-2
Wechselkursänderungen
-3
–
-3
Konsolidierungskreisänderungen
26
-138
-112
Umbuchungen
2.061
107
2.168
Abschreibungen Stand 1. Januar 2007
Stand 31. Dezember 2007
64
1
65
Zugänge
16
2
18
Abgänge
–
–
–
Umbuchungen
–
–
–
Wechselkursänderungen
–
–
-
-16
–
-16
–
–
–
64
3
67
Konsolidierungskreisänderungen
Abschreibungen im Geschäftsjahr
Stand 31. Dezember 2007
Buchwert Stand 31. Dezember 2007
Buchwert Stand 1. Januar 2007
1.997
104
2.101
872
273
1.145
F 2008
erläuterungen zur bilanz
Die Umbuchungen in den Beteiligungen und Anteilen an ver­
anzeiger (www.ebundesanzeiger.de) veröffentlicht ist, entnom­
bundenen Unternehmen beinhalten Beteiligungen und Unter­
men werden. Nachfolgend sind Finanzinformationen zu den
nehmensanteile in Höhe von 34 Mio. €, die zur Veräußerung
assoziierten Unternehmen des HSH Nordbank Konzerns darge­
vorgesehen waren, und deren Verkauf derzeitig nicht zu adäqua­
stellt:
ten Konditionen möglich ist. Hinzu kommt eine Umgliede­
rung aus den Aktien und anderen festverzinslichen Wertpapie­
ren in Höhe von 16 Mio. €. Unterjährig wurde eine Beteiligung
in Höhe von 8 Mio. € in „Zur Veräußerung gehaltene langfristige
Assoziierte Unternehmen
(Mio. ¤ )
2008
2007
Vermögenswerte“ umgebucht, die im vierten Quartal veräu­
ßert wurde und sich gegenläufig zu den beiden anderen Umbu­
Summe der Vermögenswerte
1.690
2.690
chungen auswirkt.
Summe der Verpflichtungen
1.136
1.856
197
9
Jahresüberschuss / -fehlbetrag
Der HSH Nordbank Konzern hält Anteile an 74 assoziierten
Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen, die aufgrund
Von dem für 2008 angegebenen Jahresüberschuss / -fehlbetrag
von Unwesentlichkeit für die Vermögens-, Finanz- und Ertrags­
wurde durch Einmaleffekte ein Ergebnis von 174 Mio. € erzielt;
lage nicht nach der at-Equity-Methode konsolidiert, sondern nach
hiervon entfallen auf den HSH Nordbank Konzern basierend
IAS 39 als Beteiligung bilanziert werden. Die Unternehmen
auf der Beteiligungsquote an den betreffenden Gesellschaften
können der vollständigen Anteilsbesitzliste, die gemäß § 313
35 Mio. €, die zum Zeitpunkt der Anspruchsentstehung verein­
Abs. 2 und § 340a Abs. 4 Nr. 2 HGB im elektronischen Bundes­
nahmt wurden.
26. Immaterielle Vermögenswerte
Unter den Immateriellen Vermögenswerten werden im Wesent­
lichen erworbene Geschäfts- oder Firmenwerte sowie selbsterstellte und erworbene Software bilanziert.
Immaterielle Vermögenswerte
(Mio. ¤ )
2008
2007
135
272
94
68
selbsterstellte Software
57
40
erworbene Software
37
28
Geschäfts- oder Firmenwerte
Software
Sonstige immaterielle Vermögenswerte
Gesamt
17
–
246
340
113
114
F 2008
Die Buchwerte der immateriellen Vermögenswerte entwickelten
sich wie nachfolgend dargestellt:
Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte 2008
(Mio. ¤ )
Anschaffungskosten Stand 1. Januar 2008
Geschäftsoder
Firmenwert
Selbsterstellte
Software
Sonstige imErworbene materielle VerSoftware
mögenswerte
295
45
148
Gesamt
–
488
45
Zugänge
–
23
22
–
Abgänge
–
1
7
–
8
Konsolidierungskreisänderungen
8
–
1
17
26
303
67
164
17
551
23
5
120
–
148
145
5
13
–
163
Stand 31. Dezember 2008
Abschreibungen Stand 1. Januar 2008
Zugänge
Abgänge
Stand 31. Dezember 2008
–
–
6
–
6
168
10
127
–
305
Buchwert Stand 31. Dezember 2008
135
57
37
17
246
Buchwert Stand 1. Januar 2008
272
40
28
–
340
Geschäftsoder
Firmenwert
Selbsterstellte
Software
Sonstige imErworbene materielle VerSoftware
mögenswerte
Gesamt
256
30
136
–
422
14
15
12
–
41
Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte 2007
(Mio. ¤ )
Anschaffungskosten Stand 1. Januar 2007
Zugänge
Abgänge
-
–
–
–
–
25
–
–
–
25
295
45
148
–
488
17
1
104
–
122
Zugänge
6
4
17
–
27
Abgänge
–
–
1
–
1
23
5
120
–
148
Buchwert Stand 31. Dezember 2007
272
40
28
–
340
Buchwert Stand 1. Januar 2007
239
29
32
–
300
Konsolidierungskreisänderungen
Stand 31. Dezember 2007
Abschreibungen Stand 1. Januar 2007
Stand 31. Dezember 2007
F 2008
erläuterungen zur bilanz
Die Erhöhung der Geschäfts- oder Firmenwerte resultiert aus
Dies wurde bereits bei den Impairmenttests berücksichtigt, die
der Erstkonsolidierung der LB Immo Invest GmbH.
für die Geschäfts- oder Firmenwerte durchgeführt wurden und
Zum 31. Dezember 2008 hat sich die Zusammenfassung von Ver­
jahr: 6 Mio. €) ergab. Darin enthalten sind im Wesentlichen
mögenswerten für die Identifizierung zahlungsmittelgenerie­
Abschreibungen auf den Geschäfts- oder Firmenwert der Seg­
render Einheiten verändert: Der Geschäfts- oder Firmenwert
mente Real Estate und Financial Markets & Institutions in
aus denen sich Abschreibungsbedarf in Höhe von 145 Mio. € (Vor­
eines Tochterunternehmens, der bisher allein dem Segment
Höhe von 87 Mio. € bzw. 46 Mio. €. Im Zusammenhang mit der
Financial Markets & Institutions zugeordnet war, wurde im Rah­
Restrukturierung fielen Abschreibungen in Höhe von 4 Mio. €
men der strategischen Neuausrichtung des Konzerns gemäß
an, diese sind im Restrukturierungsaufwand erfasst.
der geplanten zukünftigen anteiligen Wertbeiträge auch den Seg­
menten Transportation & Energy und Corporate & Private
Forschungskosten sind im Rahmen der Einführung selbsterstell­
Banking zugeordnet.
ter Software nicht angefallen.
27. Sachanlagevermögen und als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
Unter diesem Posten werden Grundstücke und Gebäude, Betriebs-
Unter der Position „Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien“
und Geschäftsausstattungen und Leasinggegenstände aus Ope­
werden Immobilien ausgewiesen, die zur Erzielung von Miet­
rating Lease Geschäften, bei denen der Konzern Leasinggeber ist,
einnahmen oder zum Zweck der Wertsteigerung gehalten, je-
ausgewiesen.
doch nicht im Rahmen der eigenen Geschäftstätigkeit genutzt
werden (Investment Properties).
Sachanlagevermögen
(Mio. ¤ )
2008
2007
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
(Mio. ¤ )
Grundstücke und Gebäude
48
Betriebs- und Geschäftsausstattung
47
49
Leasinggegenstände
19
19
114
117
Gesamt
2008
2007
49
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
285
258
Gesamt
285
258
Der Fair Value der Investment Properties beträgt 298 Mio. €
Weitere Informationen zu den Leasingverhältnissen werden in
Note (52) dargestellt.
(Vorjahr: 282 Mio. €).
115
116
F 2008
Die Entwicklung der Sachanlagen und der Investment Properties
stellt sich im Geschäftsjahr wie folgt dar.
Entwicklung des Sachanlagevermögens 2008
(Mio. ¤ )
Anschaffungskosten Stand 1. Januar 2008
Grundstücke
und
Gebäude
Betriebs- und
Geschäfts­
ausstattung
Investment
Properties
Leasing­
gegenstände
21
57
101
303
Zugänge
–
10
20
–
Abgänge
–
8
1
–
–
Umbuchungen
–
1
31
Wechselkursänderungen
–
–
–
1
Stand 31. Dezember 2008
57
104
353
22
8
52
45
2
Abschreibungen Stand 1. Januar 2008
Zugänge
1
11
12
1
Abgänge
–
7
–
–
Umbuchungen
–
1
11
–
Stand 31. Dezember 2008
9
57
68
3
Buchwert Stand 31. Dezember 2008
48
47
285
19
Buchwert Stand 1. Januar 2008
49
49
258
19
Grundstücke
und
Gebäude
Betriebs- und
Geschäfts­
ausstattung
Investment
Properties
Leasing­
gegenstände
24
Entwicklung des Sachanlagevermögens 2007
(Mio. ¤ )
56
82
49
Zugänge
Anschaffungskosten Stand 1. Januar 2007
1
27
115
–
Abgänge
1
6
29
–
Umbuchungen
–
-1
-45
–
Wechselkursänderungen
–
-1
–
-3
Konsolidierungskreisänderungen
1
–
213
–
57
101
303
21
7
48
16
2
Zugänge
1
10
12
1
Abgänge
–
6
10
–
Stand 31. Dezember 2007
Abschreibungen Stand 1. Januar 2007
Umbuchungen
–
1
-14
–
Wechselkursänderungen
–
–
–
-1
Konsolidierungskreisänderungen
–
-1
41
–
Stand 31. Dezember 2007
8
52
45
2
Buchwert Stand 31. Dezember 2007
49
49
258
19
Buchwert Stand 1. Januar 2007
49
34
33
22
Die Umbuchungen bei den Investment Properties in Höhe von
rung der Position „Zur Veräußerung gehaltene langfristige Ver­
20 Mio. € (netto nach Abschreibung) sind auf eine Rückgliede­
mögenswerte“ zurückzuführen.
F 2008
erläuterungen zur bilanz
28. Zur VeräuSSerung gehaltene langfristige Vermögenswerte
„Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte“
bestehen zum Bilanzstichtag nicht. Im Vorjahresvergleich ergibt
sich folgendes Bild:
langfristige
Vermögenswerte
Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte
(Mio. ¤ )
2008
2007
Gesamt
2008
2007
Finanzanlagen
–
34
–
34
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
–
31
–
31
Gesamt
–
65
–
65
Als „Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte“
Die Finanzanlagen sowie ein Teil der Investment Properties konn­
wurden im Vorjahr die Anteile an assoziierten Unternehmen,
ten in 2008 nicht zu adäquaten Konditionen veräußert werden.
welche nach IAS 39 bilanziert wurden sowie einige früher als
Für die genannten Vermögensgegenstände besteht derzeit keine
Investment Properties bilanzierte Mietimmobilien ausgewie-
Veräußerungsabsicht mehr, so dass ihre Buchwerte in die jewei­
sen. Für den bilanziellen Ansatz der Vermögenswerte wurden die
lige Herkunftsposition zurückgegliedert wurden. Weitere Infor­
Buchwerte übernommen, da diese zum Bilanzstichtag nied­
mationen hierzu werden in der Note (25) und (27) dargestellt.
riger als der Fair Value abzüglich der erwarteten Veräußerungs­
kosten waren. Demzufolge ergab sich aus der Umgliederung
kein ergebniswirksamer Effekt.
29. Laufende Ertragsteueransprüche
Laufende Ertragsteueransprüche
(Mio. ¤ )
Inland
2008
2007
535
308
Ausland
37
29
Gesamt
572
337
117
118
F 2008
30. Latente Steueransprüche
Aufgrund temporärer Unterschiede in den folgenden Bilanz-
Latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge wurden in Höhe
positionen sowie steuerlicher Verlustvorträge wurden latente
von 80 Mio. € gebildet. Auf Basis einer mittelfristigen Planung
Steuern gebildet:
der HSH Nordbank AG sind überzeugende substanzielle Hin­
weise ersichtlich, die den Schluss rechtfertigen, dass der Bank
in Zukunft ein ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis für die
Latente Steueransprüche
(Mio. ¤ )
2008
2007
Forderungen an Kreditinstitute
7
2.249
Forderungen an Kunden
2
63
Risikovorsorge
111
474
Handelsaktiva
–
25
Positiver Ausgleichsposten
aus dem Portfolio Fair Value Hedge
–
7
242
5.497
Aktiva
Finanzanlagen
Sachanlagen
Sonstige Vermögensgegenstände
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
Verbriefte Verbindlichkeiten
Handelspassiva
Negative Marktwerte der Hedge-Derivate
4
2
356
729
3
–
2
3
25
168
2.764
2.030
558
313
Negativer Ausgleichsposten
aus dem Portfolio Fair Value Hedge
366
–
Rückstellungen
448
73
Sonstige Passiva
521
202
80
263
5.489
12.098
-4.763
-11.266
726
832
Steuerliche Verlustvorträge
Zwischensumme Latente Steueransprüche
Saldierung mit passiven latenten Steuern
Gesamt
gung steht.
Darüber hinaus bestanden zum Abschlussstichtag nicht genutzte
Passiva
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
Nutzung der zugrunde liegenden Verlustvorträge zur Verfü­
steuerliche Verlustvorträge in Höhe von 2.894 Mio. € (Vorjahr:
0 Mio. €), für die keine aktiven latenten Steuern gebildet wurden.
Von den latenten Steueransprüchen entfallen 606 Mio. €
(Vorjahr: 568 Mio. €) auf das Inland und 120 Mio. € (Vorjahr:
264 Mio. €) auf das Ausland.
F 2008
erläuterungen zur bilanz
31. Sonstige Aktiva
Sonstige Aktiva
(Mio. ¤ )
2008
2007
Aktive Rechnungsabgrenzung
57
31
Forderungen aus sonstigen Steuern
19
27
Forderungen für Fondsgeschäfte
17
23
Forderungen an Beteiligungsunternehmen
und verbundene Unternehmen
16
87
9
7
Mieterdarlehen
Sonstige Forderungen aus Wertpapier-Kommissionsgeschäften (Verrechnungskonten)
3
45
Sonstige Vermögenswerte
351
209
Gesamt
472
429
Sonstige Aktiva in Höhe von 170 Mio. € (Vorjahr: 8 Mio. €) haben
eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.
32. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
(Mio. ¤ )
Täglich fällig
2008
Inland
Ausland
Gesamt
2007
Inland
Ausland
Gesamt
2.001
5.762
7.763
2.243
2.770
5.013
Andere befristete Verbindlichkeiten
40.180
13.448
53.628
35.308
17.442
52.750
Gesamt
42.181
19.210
61.391
37.551
20.212
57.763
Von den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten weisen
Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Buchwert der Verbind­
Bestände in Höhe von 16.724 Mio. € (Vorjahr: 18.191 Mio. €) eine
lichkeiten, die als Designated at Fair Value (DFV) kategorisiert
Restlaufzeit von mehr als einem Jahr auf.
sind, und deren Nennwert, der dem vertraglich vereinbarten
Rückzahlungsbetrag im Fälligkeitszeitpunkt entspricht, beläuft
Im Rahmen von echten Pensionsgeschäften bestehen Verbind­
lichkeiten in Höhe von 3.642 Mio. € (Vorjahr: 9.428 Mio. €).
sich im Geschäftsjahr 2008 auf 24 Mio. € (Vorjahr: 5 Mio. €).
119
120
F 2008
33. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
nach Kundengruppen
(Mio. ¤ )
Firmenkunden
2008
2007
47.629
45.058
Öffentliche Haushalte
3.648
4.176
Privatkunden
1.120
1.160
52.397
50.394
Gesamt
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
(Mio. ¤ )
2008
Inland
2007
Ausland
Gesamt
Inland
Ausland
Gesamt
86
2
88
2
–
2
89
2
91
2
–
2
Spareinlagen mit vereinbarter
Kündigungsfrist von
3 Monaten
mehr als 3 Monaten
Andere Verbindlichkeiten
täglich fällig
befristete Verbindlichkeiten
Gesamt
6.283
2.819
9.102
5.949
3.583
9.532
38.520
4.685
43.205
37.192
3.577
40.769
44.891
7.506
52.397
43.232
7.162
50.394
Von den Verbindlichkeiten gegenüber Kunden weisen Bestände
lungsbetrag im Fälligkeitszeitpunkt entspricht, beläuft sich im
in Höhe von 23.939 Mio. € (Vorjahr: 23.472 Mio. €) eine Rest-
Geschäftsjahr 2008 auf 386 Mio. € (Vorjahr: 197 Mio. €).
laufzeit von mehr als einem Jahr auf.
Zum Stichtag bestehen echte Wertpapierpensionsgeschäfte,
Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Buchwert der Verbindlich­
bei denen die Gesellschaften des HSH Nordbank Konzerns als Pen­
keiten, die als Designated at Fair Value (DFV) kategorisiert sind,
sionsgeber auftreten, in Höhe von 4.763 Mio. € (Vorjahr: 927
und deren Nennwert, der dem vertraglich vereinbarten Rückzah­
Mio. €).
erläuterungen zur bilanz
F 2008
34. Verbriefte Verbindlichkeiten
Verbriefte Verbindlichkeiten
(Mio. ¤ )
2008
2007
53.499
60.205
3.863
9.297
838
727
58.200
70.229
(Vorjahr: 4.889 Mio. €), eigene Geldmarktpapiere in Höhe von
1.418 Mio. € (Vorjahr: 558 Mio. €) sowie eigene sonstige verbriefte
Verbindlichkeiten in Höhe von 7 Mio. € (Vorjahr: 0 Mio. €) ent­
Begebene Schuldverschreibungen
Begebene Geldmarktpapiere
Sonstige verbriefte Verbindlichkeiten
Gesamt
halten. Ursächlich für den Anstieg der zurückgekauften eigenen
Schuldverschreibungen waren zwei Liquiditätstransaktionen
im Rahmen der vom Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung
(SoFFin) bereitgestellten Garantien zur Erhöhung des Collateral Pools.
Von den verbrieften Verbindlichkeiten weisen Bestände in Höhe
Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Buchwert der verbrieften
von 41.253 Mio. € (Vorjahr: 46.601 Mio. €) eine Restlaufzeit von
Verbindlichkeiten, die Designated at Fair Value (DFV) kategori­
mehr als einem Jahr auf.
siert wurden, und deren Nennwert, der dem vertraglich verein­
barten Rückzahlungsbetrag im Fälligkeitszeitpunkt entspricht,
In der Position „Verbriefte Verbindlichkeiten“ sind zurückge­
beläuft sich im Geschäftsjahr 2008 auf 279 Mio. € (Vorjahr:
kaufte eigene Schuldverschreibungen in Höhe von 13.256 Mio. €
–598 Mio. €).
35. Negative Marktwerte der Hedge-Derivate
In diesem Posten werden die Marktwerte von Derivaten ausgewie­
Von den Negativen Marktwerten der Hedge-Derivate weisen
sen, die einen negativen Zeitwert aufweisen und im Hedge
Bestände in Höhe von 2.063 Mio. € (Vorjahr: 1.054 Mio. €) eine
Accounting eingesetzt sind. Als Sicherungsinstrumente werden
Restlaufzeit von mehr als einem Jahr auf.
derzeit ausschließlich Zins- und Zinswährungsswaps berück­
sichtigt. Ist ein Derivat nur anteilig im Hedge Accounting desi­
Analog zur Entwicklung auf der Aktivseite haben sich die nega­
gniert, enthält dieser Posten den entsprechenden Anteil am
tiven Marktwerte der Derivate aus Portfolio Fair Value Hedge-
Fair Value des Derivats. Das Residuum wird in diesen Fällen im
beziehungen infolge der Erweiterung der zum Vergleichsstichtag
Posten Handelspassiva ausgewiesen.
bestehenden Portfolien sowie aufgrund der Einbeziehung wei­
terer, auch in Fremdwährung geführter Portfolien kumuliert
(vgl. Note 23).
Negative Marktwerte der Hedge-Derivate
(Mio. ¤ )
Negative Marktwerte der Derivate aus
Micro Fair Value Hedge
2008
2007
397
227
Negative Marktwerte der Derivate aus
Portfolio Fair Value Hedge
1.797
853
Gesamt
2.194
1.080
121
122
F 2008
36. Handelspassiva
Unter den Handelspassiva werden ausschließlich finanzielle
Aus den starken Zinssenkungen im vierten Quartal 2008 resul­
Verpflichtungen der Kategorie Held For Trading (HFT) ausgewie­
tierten signifikante Effekte auf die positiven bzw. negativen
sen. Diese umfassen im Wesentlichen Derivate mit negativen
Marktwerte der vorwiegend zinsabhängigen Derivate, so dass der
Marktwerten, die entweder nicht als Hedge Derivate designiert
Bestand an Derivaten in den Handelsaktiva und -passiva stark
sind oder als Sicherungsinstrument eingesetzt werden, jedoch
gestiegen ist.
die Voraussetzungen des Hedge Accounting nach IAS 39 nicht
erfüllen. Ferner werden hier Lieferverpflichtungen aus Leer­
Von den Handelspassiva weisen Bestände in Höhe von 12.381
verkäufen von Wertpapieren ausgewiesen.
Mio. € (Vorjahr: 5.109 Mio. €) eine Restlaufzeit von mehr als
einem Jahr auf.
Handelspassiva
(Mio. ¤ )
2008
2007
Negative Marktwerte aus derivativen
Finanzinstrumenten
Zinsbezogene Geschäfte
12.746
5.970
Währungsbezogene Geschäfte
3.759
1.213
Übrige Geschäfte
1.008
276
74
939
Wertpapier-Lieferverpflichtungen
Sonstiges
–
2
17.587
8.400
2008
2007
Rückstellungen für Pensionen und
andere Verpflichtungen
563
630
Andere Rückstellungen
849
170
1.412
800
Gesamt
37. Rückstellungen
Rückstellungen
(Mio. ¤ )
Die anderen Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:
Andere Rückstellungen
(Mio. ¤ )
2008
2007
im Kreditgeschäft
472
61
Die Entwicklung der Pensionsrückstellungen wird in Note (38)
für Restrukturierungen
131
–
dargestellt.
für Prozessrisiken und Prozesskosten
30
10
Gesamt
Rückstellungen
23
7
Von den Rückstellungen weisen Bestände in Höhe von 566
Sonstige Rückstellungen
für Personalaufwendungen
193
92
Mio. € (Vorjahr: 745 Mio. €) eine Restlaufzeit von mehr als einem
Gesamt
849
170
Jahr auf.
F 2008
erläuterungen zur bilanz
Von den Rückstellungen im Kreditgeschäft betreffen 60 Mio. €
gungen auf unwiderrufliche Kreditzusagen 284 Mio. € (Vor­
(Vorjahr: 10 Mio. €) Portfoliowertberichtigungen und 44 Mio. €
jahr: 15 Mio. €).
(Vorjahr: 21 Mio. €) Einzelwertberichtigungen auf Avale, Garan­
tien und Akkreditive. Auf Portfoliowertberichtigungen ent­
Die anderen Rückstellungen haben sich wie folgt entwickelt.
fallen 84 Mio. € (Vorjahr: 15 Mio. €) und auf Einzelwertberichti­
Die Zu- und Abgänge enthalten auch eventuelle Umbuchungen.
Entwicklung der anderen Rückstellungen 2008
(Mio. ¤ )
Stand 1. Januar 2008
für
Personalaufwendungen
für
für
RestruktuProzess­
im rierungsrisiken
Kreditmaß- und Progeschäft
nahmen zesskosten
Sonstige
Gesamt
7
61
–
10
92
170
Zuführungen
16
426
132
22
168
764
Auflösungen
–
18
1
2
23
44
Währungskursänderungen
1
3
–
–
–
4
Konsolidierungskreisänderungen
1
–
–
–
1
2
Inanspruchnahme im Geschäftsjahr
2
–
–
–
45
47
23
472
131
30
193
849
für
für
RestruktuProzess­
im rierungsrisiken
Kreditmaß- und Progeschäft
nahmen zesskosten
Sonstige
Gesamt
Stand 31. Dezember 2008
Entwicklung der anderen Rückstellungen 2007
(Mio. ¤ )
für
Personalaufwendungen
Stand 1. Januar 2007
4
37
–
8
96
145
Anpassung Eröffnungsbilanz
–
24
–
–
–
24
Zuführungen
5
24
–
3
63
95
Auflösungen
1
19
–
–
7
27
Währungskursänderungen
–
-2
–
–
–
-2
Konsolidierungskreisänderungen
–
–
–
–
3
3
Inanspruchnahme im Geschäftsjahr
1
3
–
1
63
68
Stand 31. Dezember 2007
7
61
–
10
92
170
123
124
F 2008
38. Pensions- und ähnliche Verpflichtungen
Bei der Bilanzierung der Pensions- und ähnlichen Verpflich­
Der Fair Value des Planvermögens entwickelte sich wie folgt:
tungen wird der Barwert um den Fair Value des Planvermögens
gekürzt.
Entwicklung des Fair Value des Planvermögens
(Mio. ¤ )
Rückstellungen für Pensions- und
ähnliche Verpflichtungen
(Mio. ¤ )
2008
2007
16
15
Barwert der Verpflichtungen,
nicht fondsfinanziert
557
625
Barwert der Pensions- und
ähnlicher Verpflichtungen
573
640
10
10
563
630
Fair Value des Planvermögens
Rückstellungen für Pensions- und
ähnliche Verpflichtungen
Der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtungen hat sich
wie folgt entwickelt:
Entwicklung des Barwerts
(Mio. ¤ )
2008
2007
Fair Value Planvermögen zum 1. Januar
10
9
1
1
-2
–
Beiträge Arbeitgeber
3
1
Währungseffekte
-2
-1
Fair Value Planvermögen zum 31. Dezember
10
10
Das Planvermögen setzt sich wie folgt zusammen:
Zusammensetzung des Planvermögens
(%)
2008
2007
Aktien und andere nicht festverzinsliche
Wertpapiere
60
21
Schuldverschreibungen und andere
festverzinsliche Wertpapiere
17
69
6
–
Immobilien
Barwert zum 1. Januar
640
731
Laufender Dienstzeitaufwand
11
14
Zinsaufwand
34
33
-37
-36
–
7
-1
–
Liquiditätswirksame Zahlungen
(benefits paid)
Veränderungen im Konsolidierungskreis
Veränderungen aus Währungsumrechnung
-80
-116
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand
Versicherungsmathematische Gewinne
–
2
Einmalaufwand
6
5
573
640
Barwert zum 31. Dezember
2007
Erwartete Erträge aus dem Planvermögen
Versicherungsmathematische Verluste
Barwert der Verpflichtungen,
ganz oder teilweise fondsfinanziert
2008
Übrige Vermögenswerte
Gesamt
17
10
100
100
Die tatsächlichen Erträge aus Planvermögen betragen im
Geschäftsjahr 2008 1 Mio. € (Vorjahr: 1 Mio. €)
Erfahrungsbedingte Anpassungen stellen einen Teil der versi­
cherungsmathematischen Gewinne und Verluste von leistungs­
orientierten Versorgungsplänen dar. Sie zeigen die Auswir­
kungen der Abweichungen zwischen früheren versicherungsma­
thematischen Annahmen und der tatsächlichen Entwicklung.
Die versicherungsmathematischen Gewinne des Geschäfts­
jahres betragen vor latenten Steuern 80 Mio. € (Vorjahr: 116 Mio.
€). Unter Berücksichtigung latenter Steuern ergibt sich ein
Betrag in Höhe von 54 Mio. € (Vorjahr: 79 Mio. €), welcher erfolgs­
neutral in den Gewinnrücklagen erfasst wird.
F 2008
erläuterungen zur bilanz
Die folgende Tabelle zeigt die Auswirkungen der erfahrungsbe­
dingten Anpassungen auf die Verpflichtungen des Plans und
Aufwendungen für Altersvorsorge
(Mio. ¤ )
2008
2007
das Planvermögen.
Erfahrungsbedingte Anpassungen
(Mio. ¤ )
2008
2007
Zinsaufwand
34
33
Dienstzeitaufwand
11
14
Einmalaufwand
6
5
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand
–
2
Wechselkursänderungen
1
–
50
54
Gesamt
Erfahrungsbedingte Anpassungen bei
den Verpflichtungen des Plans
-7
Erfahrungsbedingte Anpassungen bei
Planvermögen
-2
–
Gesamt
-9
19
19
Der Aufwand für beitragsorientierte Versorgungspläne ohne
Berücksichtigung der Leistungen an gesetzliche Versorgungs­
systeme liegt im Geschäftsjahr 2008 bei 2 Mio. € (Vorjahr:
2 Mio. €).
Für leistungsorientierte Versorgungspläne entstanden im
Geschäftsjahr 2008 Aufwendungen in Höhe von 50 Mio. € (Vor­
jahr: 54 Mio. €), die sich wie folgt zusammensetzen:
39. Ertragsteuerverpflichtungen
Ertragsteuerverpflichtungen
(Mio. ¤ )
2008
2007
Rückstellungen für Ertragsteuern beinhalten Steuerverpflich­
tungen, für die noch kein rechtskräftiger Steuerbescheid
ergangen ist. Die Verbindlichkeiten gegenüber Finanzämtern
enthalten Zahlungsverpflichtungen fälliger Ertragsteuern
Laufende Ertragsteuerverpflichtungen
Verbindlichkeiten gegenüber
Finanzämtern aus Ertragsteuern
Rückstellungen für Ertragsteuern
Gesamt
39
47
62
211
101
258
gegenüber inländischen und ausländischen Steuerbehörden.
125
126
F 2008
40. Latente Steuerverpflichtungen
Aufgrund temporärer Unterschiede zwischen Wertansätzen der
Vermögenswerte und Schulden in der Konzernbilanz nach
Latente Steuerverpflichtungen
(Mio. ¤ )
2008
2007
IFRS und den Steuerbilanzwerten nach lokalen steuerrechtlichen
Vorschriften der Konzernunternehmen in den folgenden Bi-
Aktiva
lanzpositionen, aus denen potenzielle Ertragsteuerbelastungen
Forderungen an Kreditinstitute
165
–
resultieren, wurden passive latente Steuern gebildet.
Forderungen an Kunden
388
129
2.761
6.532
711
407
Handelsaktiva
Es bestanden zum Abschlussstichtag keine temporären Unter­
Positive Marktwerte der Hedge-Derivate
schiede, für die keine passiven latenten Steuern gebildet wurden.
Positiver Ausgleichsposten aus dem
Portfolio Fair Value Hedge
135
–
Finanzanlagen
466
112
–
6
38
14
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
83
1.920
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
21
124
1
1.493
Von den latenten Steuerverpflichtungen entfallen 35 Mio. € (Vor-
Sachanlagen
jahr: 43 Mio. €) auf das Inland und 23 Mio. € (Vorjahr: 56
Sonstige Aktiva
Mio. €) auf das Ausland.
Passiva
Verbriefte Verbindlichkeiten
Negativer Ausgleichsposten aus dem
Portfolio Fair Value Hedge
–
1
Rückstellungen
–
53
Sonstige Passiva
Zwischensumme
Saldierung mit aktiven latenten Steuern
Gesamt
52
574
4.821
11.365
-4.763
-11.266
58
99
2008
2007
1.286
1.406
41. Sonstige Passiva
Von den Sonstigen Passiva weisen Bestände in Höhe von 1.353
Mio. € (Vorjahr: 1.313 Mio. €) eine Restlaufzeit von mehr als
Sonstige Passiva
(Mio. ¤ )
einem Jahr auf.
Die Sicherheitsleistungen für Schuldübernahmen dienen zur
Sicherheitsleistungen für
Schuldübernahmen
Absicherung von Leasingzahlungen aus Sale-and-Lease-back-
Verbindlichkeiten für ausstehende
Rechnungen
57
76
Transaktionen.
Passive Rechnungsabgrenzung
56
13
Verbindlichkeiten aus dem Personalbereich
36
142
Sonstige Steuerverbindlichkeiten
Übrige
Gesamt
7
15
353
491
1.795
2.143
F 2008
erläuterungen zur bilanz
42. Nachrangkapital
Im Nachrangkapital weist der HSH Nordbank Konzern Genuss­
Der Anstieg des Genussrechtskapitals resultiert aus der
rechte, nachrangige Verbindlichkeiten und Stille Einlagen aus.
Neu­emission durch eine Tochtergesellschaft in Höhe von
Aufgrund der vertraglichen Ausgestaltung und des wirtschaft­
1.750 Mio. €.
lichen Charakters stellen die Einlagen der typischen stillen
Gesellschafter Fremdkapital dar, weshalb der Ausweis im Nach­
Vom Nachrangkapital weisen Bestände in Höhe von 7.205 Mio. €
rangkapital erfolgt.
(Vorjahr: 8.318 Mio. €) eine Restlaufzeit von mehr als einem
Jahr auf.
Nachrangkapital
(Mio. ¤ )
Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Buchwert der Verbind­
2008
2007
lichkeiten, welche zum Fair Value designiert wurden und deren
Nennwert, der den vertraglich vereinbarten Rückzahlungs­
Nachrangige Verbindlichkeiten
5.518
5.547
302
154
Stille Einlagen
1.720
2.535
Genussrechtskapital
2.724
1.214
827
687
9.962
9.296
vor Ablauf von zwei Jahren fällig
vor Ablauf von zwei Jahren fällig
Gesamt
Nominalwert wesentlicher im Umlauf befindlicher
nachrangiger Verbindlichkeiten
Laufzeitbeginn betrag im Fälligkeitszeitpunkt bezeichnet, beläuft sich im Geschäftsjahr 2008 auf –24 Mio. € (Vorjahr: 0 Mio. €).
Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2008 waren folgende wesent­
liche nachrangige Verbindlichkeiten im Umlauf:
Mio. ¤
Mio. Währung
Emittent
Zinssatz in %
Fälligkeit
14.02.2017
Inhaberpapier ab 80 Mio. ¤
14.02.2007
1.000
1.000
¤
HSH Nordbank
4,5860
14.02.2007
750
750
¤
HSH Nordbank
4,3750
14.02.2017
25.05.2005
296
296
¤
HSH Nordbank
3,6250
23.12.2015
30.06.2005
255
355
USD
HSH Nordbank
1,6375
30.12.2015
23.05.2005
138
138
¤
HSH Nordbank
3,3450
23.12.2015
15.10.2002
105
105
¤
HLB 1)
5,6980
15.10.2015
21.03.2001
103
143
USD
HLB 1)
1,9300
21.03.2031
30.06.2005
100
100
¤
HSH Nordbank
3,1610
30.12.2015
22.01.2001
92
92
¤
1)
HLB 5,3800
22.01.2041
25.11.1999
86
86
¤
HLB 1)
4,4010
25.11.2039
18.06.1998
79
10.000
JPY
HLB 1)
2,4000
18.06.2010
30.10.2000
80
80
¤
HLB 1)
5,2400
30.10.2040
115
10.000
JPY
HLB 1)
6,4200
26.08.2017
Namenspapiere ab 80 Mio. ¤
26.08.1997
1)
Hamburgische Landesbank
127
128
F 2008
Der Zinsaufwand für nachrangige Verbindlichkeiten beläuft
sich im Geschäftsjahr auf 252 Mio. € (Vorjahr: 242 Mio. €). Noch
nicht fällige, abgegrenzte Zinsen in Höhe von 61 Mio. € (Vor­
jahr: 63 Mio. €) werden ebenfalls unter den nachrangigen Ver­
bindlichkeiten ausgewiesen.
Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2008 waren folgende wesent­
liche Stille Einlagen im Umlauf:
Nominalwert wesentlicher Stiller Einlagen im Umlauf
Laufzeitbeginn
Mio. ¤
Mio. Währung
Emittent
Zinssatz in %
Fälligkeit
24.07.2000
100
100
¤
LBSH 1)
7,6300
unbefristet
¤
1)
18.11.1997
31
31
24.07.2000
30
30
LBSH 7,1200
unbefristet
¤
LBSH 1)
7,7000
03.07.2000
30
unbefristet
30
¤
LBSH 1)
7,6300
16.10.2002
30
unbefristet
30
¤
HLB 2)
7,3500
unbefristet
Zinssatz in %
Fälligkeit
5,6100
31.12.2009
ab 30 Mio. ¤
1)
Landesbank Schleswig-Holstein
2)
Hamburgische Landesbank
Der Zinsaufwand für die Einlagen stiller Gesellschafter beträgt
51 Mio. € (Vorjahr: 197 Mio. €). Noch nicht fällige abgegrenzte
Zinsen bestehen in Höhe von 0 Mio. € (Vorjahr: 131 Mio. €).
Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2008 waren folgende wesent­
liche nachrangige Genüsse im Umlauf:
Nominalwert wesentlicher im Umlauf befindlicher
nachrangiger Genüsse
Laufzeitbeginn
Mio. ¤
Mio. Währung
Emittent
21.05.1999
30
30
¤
HLB 1)
26.01.1999
30
30
¤
LBSH 5,1500
31.12.2008
09.02.1998
26
50
DEM
HLB 1)
6,2800
30.12.2009
24.01.2000
25
25
¤
HLB 1)
7,3500
31.12.2011
17.01.2000
25
25
¤
LBSH 2)
7,0500
31.12.2009
19.01.2000
20
20
¤
HLB 1)
7,2500
31.12.2010
18.11.1999
20
20
¤
HLB 1)
6,5400
31.12.2009
14.06.1999
20
20
¤
LBSH 2)
5,8900
31.12.2009
Namenspapiere ab 20 Mio. ¤
1)
Hamburgische Landesbank
2)
Landesbank Schleswig-Holstein
2)
erläuterungen zur bilanz
F 2008
Der Zinsaufwand für Genussrechtskapital beläuft sich im
Geschäftsjahr auf 101 Mio. € (Vorjahr: 72 Mio. €). Noch nicht fäl­
lige, abgegrenzte Zinsen bestehen in Höhe von 0 Mio. € (Vorjahr: 70 Mio. €).
43. Eigenkapital
Eigenkapital
(Mio. ¤ )
Grundkapital
Kapitalrücklage
Gewinnrücklagen
erfolgsneutrale Gewinne aus Pensionsund ähnlichen Verpflichtungen
sonstige erfolgsneutrale
Gewinne / Verluste
2008
2007
702
88
2.317
Verfügung gestellten Mittel in Höhe von 962 Mio. € stellen abwei­
1.354
1.505
chend zur aufsichtsrechtlichen Sicht im Konzernabschluss
149
95
–
-5
-180
Rücklage aus der Währungsumrechnung
-85
-114
Konzernbilanzgewinn / -verlust
424
50
2.100
4.280
Eigenkapital vor Anteilen in Fremdbesitz
Anteile in Fremdbesitz
Gesamt
register am 21. August 2008 wirksam geworden.
881
-562
Neubewertungsrücklage
Die Kapitalerhöhung ist mit der Eintragung in das Handels-
45
88
2.145
4.368
Die der Bank im Zuge dieser Maßnahme als Stille Einlage zur
kein Eigenkapital, sondern Verbriefte Verbindlichkeiten dar.
Durch Verlustteilnahme wurden diese im Geschäftsjahr 2008
um 351 Mio. € auf 611 Mio. € reduziert.
I. Grundkapital
Das Grundkapital des HSH Nordbank Konzerns beträgt 881
Mio. € (Vorjahr: 702 Mio. €) und ist in 88.122.631 auf den Namen
lautende Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil am
Nach Zustimmung der außerordentlichen Hauptversammlung
Grundkapital von jeweils 10,00 € eingeteilt.
am 18. Juli und 05. August 2008 erfolgte im dritten Quartal
2008 die Umsetzung der Maßnahmen zur Verbesserung der Kapi­
Zum Abschlussstichtag ist die Freie und Hansestadt Hamburg
talstruktur der HSH Nordbank AG aus dem Beschluss der Auf­
größter Anteilseigner mit einem mittelbaren und unmittelbaren
sichtsratssitzung vom 19. Mai 2008.
Stimmrechtsanteil von 30,41 % (Vorjahr: 35,38 %). Die Stimm­
rechtsanteile des Landes Schleswig-Holstein haben sich durch die
Die Eigentümer der HSH Nordbank haben mit Vertrag vom
Umsetzung der Kapitalmaßnahmen von mittelbar 19,96 % auf
17. Juli 2008 ihre noch bestehenden Stillen Einlagen in Höhe von
29,10 % erhöht. Der Stimmrechtsanteil des Sparkassen- und Giro­
685 Mio. € an die HSH Nordbank AG abgetreten und dafür
verbandes für Schleswig-Holstein reduzierte sich im Geschäfts­
Stammaktien von 125 Mio. € erhalten. Der darüber hinaus ge-
jahr von 18,05 % auf 14,82 %. Die von J.C. Flowers & Co. LLC be-
hende Betrag in Höhe von 560 Mio. € wurde der Kapitalrück-
ratenen neun Investorengruppen verfügen zum 31. Dezember
lage zugeführt. Die von J.C. Flowers beratenen neun Investoren­
2008 über einen Stimmrechtsanteil von 25,67 % (Vorjahr: 26,61 %).
gruppen, die keine Stillen Einlagen halten, haben eine Barein­
lage in Höhe von 300 Mio. € eingebracht, um ebenfalls Stamm­
Der Vorstand ist ermächtigt, das Grundkapital mit Zustim­
aktien zu erhalten; durch die geleistete Bareinlage wurde das
mung des Aufsichtsrates bis zum 30. Juni 2011 einmalig durch
Grundkapital um 55 Mio. € sowie die Kapitalrücklage um weitere
die Ausgabe von 17.490.909 neuer, auf den Namen lautender,
245 Mio. € erhöht. Es handelt sich bei der Transaktion um
nennwertloser Stückaktien mit Gewinnberechtigung ab dem
eine kombinierte Kapitalerhöhung aus Sach- und Bareinlagen.
1. Januar des Jahres der Eintragung der Durchführung der
129
130
F 2008
Kapitalerhöhung in das Handelsregister gegen Sacheinlagen um
noch ein von ihr abhängiges oder in Mehrheitsbesitz stehen-
174.909.090 € zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2008 / 1).
des Unternehmen. Eine wechselseitige Beteiligung im Sinne des
Eigene Aktien an der HSH Nordbank AG hält sie weder selbst
§ 19 AktG besteht nicht.
Entwicklung der Stammaktien
(in Stück)
Bestand am Jahresanfang
2008
2007
64.495.640
56.560.476
0
7.935.164
Erhöhung durch Wandlung von Kapital
Umwandlung von stimmrechtslosen
Vorzugsaktien in Stammaktien
5.725.207
0
Kapitalerhöhung
17.901.784
0
Bestand am Jahresende
88.122.631
64.495.640
II. Kapitalrücklage
Die Entwicklung der Neubewertungsrücklage stellt sich wie
folgt dar:
In der Kapitalrücklage werden über den rechnerischen Nennwert
hinaus erzielte Agiobeträge aus der Ausgabe von Aktien ausge­
wiesen. Darüber hinaus sind grundsätzlich die Beträge, die bei
Neubewertungsrücklage
(Mio. ¤ )
2008
zahlungen, die Gesellschafter gegen Gewährung eines Vorzugs
Stand 1. Januar
-180
53
für ihre Anteile leisten, in der Kapitalrücklage enthalten.
Anpassung Eröffnungsbilanz
–
-11
-391
-207
der Ausgabe von Schuldverschreibungen für Wandlungs- und
2007
Optionsrechte zum Erwerb von Anteilen erzielt wurden, und Zu-
Zuführung / Auflösung Neubewertungs­
rücklage aus Bewertung
III. Gewinnrücklagen
Veränderungen des Konsolidierungskreises
Veränderungen aus Währungseinflüssen
Unter den Gewinnrücklagen werden die Beträge ausgewiesen, die
Veränderung aufgrund rückwirkender
Anpassungen (Bewertung)
den Rücklagen aus den Ergebnissen der Vorjahre und aus dem
Zwischensumme
Ergebnis des laufenden Jahres zugewiesen wurden. Gesetzliche
Umbuchungen in die Gewinn- und
Verlustrechnung
Rücklagen nach § 150 Abs. 2 AktG oder satzungsgemäße Rücklagen bestehen nicht.
Available for Sale aufgrund Impairment
Available for Sale aufgrund von
Verkauf und Hedgeauflösung
Stand 31. Dezember
IV. Neubewertungsrücklage
davon: erfolgsneutral gebildete
latente Steuern
20
–
-11
-7
–
-1
-562
-173
6
-7
208
-1
-202
-6
-556
-180
207
60
Finanzinstrumente der Kategorie Available For Sale (AFS) wer­
den erfolgsneutral zum Fair Value bewertet. Die Effekte aus die­
ser Bewertung werden in der Neubewertungsrücklage erfasst.
Im Geschäftsjahr sind latente Steuern mit einem Betrag von 147
Mio. € (Vorjahr: 123 Mio. €) in der Neubewertungsrücklage
Die mit den in der Neubewertungsrücklage abgebildeten Wert-
erfasst worden. Zum Bilanzstichtag betragen die latenten Steuern
änderungen verbundenen latenten Steuern werden nach IAS
in der Neubewertungsrücklage insgesamt 207 Mio. € (Vorjahr:
12.61 ebenfalls innerhalb der Neubewertungsrücklagen abge­
60 Mio. €).
bildet.
erläuterungen zur bilanz
V. Rücklage aus der Währungsumrechnung
Vermögenswerte und Schulden von in Fremdwährung aufgestell­
ten Abschlüssen von Tochterunternehmen werden zum Stich­
tagskurs umgerechnet. Für die Umrechnung der Aufwendungen
und Erträge werden Durchschnittskurse der Berichtsperiode
verwendet. Mit Ausnahme der im Einzelabschluss bestehenden
Neubewertungsrücklage, die zum Stichtagskurs umgerechnet
wird, erfolgt die Umrechnung des Eigenkapitals zu historischen
Kursen.
Die Differenzen, die sich aus dieser Umrechnungsmethodik
im Vergleich einer vollständigen Umrechnung zum Stichtagskurs
ergeben, werden in diesem Posten des Eigenkapitals erfasst.
F 2008
131
132
F 2008
Segmentbericht des HSH Nordbank Konzerns
Zu Jahresbeginn 2008 haben wir im Zuge organisatorischer
Optimierungen unsere Segmentstruktur entsprechend der Dar­
stellung im Lagebericht angepasst.
- Risikovorsorge im Kreditgeschäft
- Verwaltungsaufwand
davon: Abschreibungen
Sonstiges betriebliches Ergebnis
Ergebnis vor Restrukturierungsaufwand
Financial
Markets
and
Institutions
764
382
561
-2.013
703
472
786
-716
-554
-346
-398
-518
2008
2007
2008
Segmentbericht des HSH Nordbank Konzerns
(Mio. ¤ / %)
Gesamtertrag
Real
Estate
Corporate
and
Private
Banking
Transportation
and
Energy
Sonstige / Über­
leitung
Konzern
-306
637
331
1.245
-296
949
-1.816
-72
-1.888
Summe
Segmente
2007
–
17
18
-28
7
8
15
2008
-200
-177
-226
-298
-901
2
-899
2007
-193
-177
-257
-316
-943
-41
-984
2008
-8
-15
-9
-9
-41
-2
-43
2007
-9
-10
-11
-15
-45
–
-45
2008
2
-164
1
-40
-201
35
-166
2007
1
1
2
1
5
144
149
2008
12
-305
-62
-2.869
-3.224
602
-2.622
2007
511
313
549
-1.059
314
-185
129
Restrukturierung
2008
–
–
–
–
–
-172
-172
2007
–
–
–
–
–
–
–
Ergebnis vor Steuern
2008
12
-305
-62
-2.869
-3.224
430
-2.794
2007
511
313
549
-1.059
314
-185
129
Durchschnittliches Eigenkapital
2008
830
468
944
899
3.141
116
3.257
2007
989
732
1.253
1.230
4.204
218
4.422
Cost Income Ratio (CIR) in %
2008
26,2 %
46,3 %
40,3 %
-14,8 %
-294,4 %
–
271,6 %
2007
27,5 %
37,5 %
32,7 %
-44,1 %
75,7 %
–
103,7 %
2008
1,4 %
-65,2 %
-6,6 %
-319,1 %
-102,6 %
–
-80,5 %
Eigenkapitalrentabilität vor Steuern und
Restrukturierung in %
2007
51,7 %
42,8 %
43,8 %
-86,1 %
7,5 %
–
2,9 %
Segmentvermögen
2008
44.606
30.502
28.087
100.996
204.191
4.210
208.401
2007
34.952
28.038
27.934
110.102
201.026
3.801
204.827
Segmentverbindlichkeiten
2008
44.147
30.188
27.798
99.957
202.090
4.166
206.256
2007
34.207
27.440
27.339
107.754
196.740
3.719
200.459
Aus dem Segment Sonstige wird anhand der ökonomischen
Weiterhin werden aus dem Segment Sonstige die geplanten
Kapitalbindung der geplante Anlage- und Finanzierungserfolg
Konzern-Gemeinkosten anhand der ökonomischen Kapitalbin­
auf die Segmente verteilt.
dung (50 %) und des Anteils an den direkt zugerechneten
Kosten (50 %) auf die Segmente zugeordnet.
F 2008
segmentbericht des hsh Nordbank Konzerns
Das durchschnittliche (bilanzielle) Eigenkapital wird anhand der
ökonomischen Kapitalbindung auf die Segmente zugeordnet.
–– Die Ergebnisse aus Sicherungsbeziehungen werden auf Basis
interner Geschäfte analog zur internen Risikosteuerung
dargestellt. Eine Zuordnung des Hedgeergebnisses der Ge-
Die Cost Income Ratio stellt den Quotienten aus Verwaltungsauf­
winn- und Verlustrechnung auf die einzelnen Segmente
wand und Gesamtertrag dar.
erfolgt nicht.
–– Die Zinseffekte aus der Position Pensionsrückstellungen wer­
Die Eigenkapitalrentabilität ergibt sich aus der Relation vom
Ergebnis vor Steuern zum durchschnittlichen Eigenkapital.
den nicht in den Segmenten ausgewiesen.
–– Bonitätseffekte auf DFV-Passivbestände im Handelsergebnis
unterliegen keiner Segmentzuordnung.
Aus Gründen der Vergleichbarkeit wurden die Segmentergeb­
nisse des Vorjahres entsprechend der im Jahre 2008 vorgenom­
menen organisatorischen Änderungen angepasst.
In der Summe der Erträge führen folgende Ausweisänderungen
in der Segmentdarstellung zu Überleitungsdifferenzen:
Geografische Segmentierung
(Mio. ¤ )
Gesamtertrag
Segmentvermögen
Deutschland
Übriges
Europa
2008
1.957
-2.212
236
44
306
331
2007
1.702
-532
226
53
-500
949
Asien
Konsolidierung
Konzern
2008
197.525
66.731
17.703
6.360
-79.918
208.401
2007
181.856
86.871
13.314
5.908
-83.122
204.827
Die Segmentdarstellung nach geografischen Regionen bildet
die Ergebnisse der Branches und Töchter vor Konsolidierung ab.
Eine detaillierte Erläuterung der einzelnen Segmente erfolgt im
Lagebericht.
Amerika
133
134
F 2008
Angaben zu Finanzinstrumenten
44. Buchwerte der Finanzinstrumente nach IAS 39-Kategorien
2008
ohne IAS 39Kategorie
Buchwerte der Finanzinstrumente nach
IAS 39-Kategorien
(Mio. ¤ )
LAR
AFS
DFV
HFT
LIA
Hedge
Accounting (Fair
Value)
Sonstiges
Gesamt
Aktiva
Barreserve
Forderungen an Kreditinstitute
–
–
–
–
–
–
1.419
1.419
22.842
50
448
–
–
–
–
23.340
117.289
Forderungen an Kunden
116.025
–
1.264
–
–
–
–
Finance Lease-Geschäfte
–
–
–
–
–
–
142
142
Positive Marktwerte der Hedge-Derivate
–
–
–
–
–
2.807
–
2.807
Handelsaktiva
–
–
–
26.802
–
–
–
26.802
Finanzanlagen
13.229
19.933
3.349
–
–
–
–
36.511
Sonstige Aktiva
472
–
–
–
–
–
–
472
Gesamt Aktiva
152.568
19.983
5.061
26.802
–
2.807
1.561
208.782
Passiva
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
–
–
367
–
61.024
–
–
61.391
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
–
–
3.699
–
48.698
–
–
52.397
Verbriefte Verbindlichkeiten
–
–
5.803
–
52.397
–
–
58.200
Negative Marktwerte der Hedge-Derivate
–
–
–
–
–
2.194
–
2.194
17.587
Handelspassiva
–
–
–
17.587
–
–
–
Nachrangkapital
–
–
1.949
–
8.013
–
–
9.962
Sonstige Passiva
–
–
–
–
1.795
–
–
1.795
Gesamt Passiva
–
–
11.818
17.587
171.927
2.194
–
203.526
F 2008
angaben zu finanzinstrumenten
2007
ohne IAS 39Kategorie
Buchwerte der Finanzinstrumente nach
IAS 39-Kategorien
(Mio. ¤ )
LAR
AFS
DFV
HFT
LIA
Hedge
Accounting (Fair
Value)
Sonstiges
Gesamt
Aktiva
Barreserve
Forderungen an Kreditinstitute
–
–
–
–
–
–
1.197
1.197
30.476
53
150
–
–
–
–
30.679
103.967
Forderungen an Kunden
103.423
–
544
–
–
–
–
Finance Lease-Geschäfte
–
–
–
–
–
–
142
142
Positive Marktwerte der Hedge-Derivate
–
–
–
–
–
1.302
–
1.302
Handelsaktiva
-
–
-
24.417
–
–
–
24.417
Finanzanlagen
16.489
19.907
5.946
–
–
–
–
42.342
Sonstige Aktiva
429
–
–
–
–
–
–
429
Gesamt Aktiva
150.817
19.960
6.640
24.417
–
1.302
1.339
204.475
Passiva
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
–
–
289
–
57.474
–
–
57.763
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
–
–
3.843
–
46.551
–
–
50.394
Verbriefte Verbindlichkeiten
–
–
9.155
–
61.074
–
–
70.229
Negative Marktwerte der Hedge-Derivate
–
–
–
–
–
1.080
–
1.080
Handelspassiva
–
–
–
8.400
–
–
–
8.400
Nachrangkapital
–
–
166
–
9.130
–
–
9.296
Sonstige Passiva
–
–
–
–
2.143
–
–
2.143
Gesamt Passiva
–
–
13.453
8.400
176.372
1.080
–
199.305
135
136
F 2008
45. Umkategorisierung nach IAS 39 (rev.2008)
Bedingt durch die weltweite Finanzmarktkrise und die Auswir­
Der angewandte Effektivzinssatz lag für Finanzinstrumente
kungen auf die Bewertung der Wertpapierbestände macht die
der Kategorie HFT zwischen 0,03 % – 14,72 % sowie für Finanz­
HSH Nordbank AG von den Neuerungen des IAS 39 (rev. 2008)
instrumente der Kategorie AFS zwischen 2,97 % – 9,75 %.
Gebrauch. Im dritten Quartal 2008 sind Finanzinstrumente
aus den Kategorien HFT sowie AFS in die Kategorie LAR umge­
Die nachfolgende Tabelle zeigt die Effekte der umgewidmeten
widmet worden.
Bestände der Berichtsperiode und Vorperiode sowie die Effekte,
welche seit dem Umwidmungszeitpunkt ohne Umwidmung ent­
standen wären:
Buchwert und Rückzahlungsbetrag
(Mio. ¤ )
2008
Umwidmung von AFS nach LAR zum Zeitpunkt
der Umwidmung
1.841
Umwidmung von HFT nach LAR zum Zeitpunkt
der Umwidmung
1.020
Erwarteter Rückzahlungsbetrag zum Zeitpunkt
der Umwidmung
2.988
Buchwert zum 31. Dezember 2008
2.726
Fair Value zum 31. Dezember 2008
2.708
Effekte aus der Umwidmung / ohne Umwidmung
Januar – Dezember
(Mio. ¤ )
2008
2007
Bewertungsergebnis bis zum
Umwidmungszeitpunkt
-47
-21
Neubewertungsrücklage bis zum
Umwidmungszeitpunkt
-70
-26
Bewertungsergebnis, das ohne
Umwidmung entstanden wäre
-26
–
Neubewertungsrücklage, die ohne
Umwidmung entstanden wäre
-69
–
Tatsächliches Ergebnis der Gewinnund Verlustrechnung
43
–
Loans and Receivables (LAR)
F 2008
angaben zu finanzinstrumenten
46. Restlaufzeitengliederung der Finanzinstrumente
Für die Ermittlung der Restlaufzeiten von finanziellen Verbind­
lichkeiten für die Darstellung des Liquiditätsrisikos des HSH
Nordbank Konzerns werden die vertraglich vereinbarten Fälligkeitstermine der undiskontierten Cash Flows zugrunde gelegt.
2008
Finanzinstrumente
(Mio. ¤ )
täglich fällig
bis 3 Monate
3 Monate
bis 1 Jahr
1 Jahr
bis 5 Jahre
mehr als
5 Jahre
Gesamt
Passiva
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
4.395
33.914
7.058
11.169
7.969
64.505
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
8.775
15.015
4.946
12.304
23.005
64.045
55
9.437
8.565
32.147
14.692
64.896
–
1
131
759
1.304
2.195
227
2.388
3.257
8.222
5.026
19.120
215
2.387
3.256
8.190
4.989
19.037
2.216
147
533
2.006
8.775
13.677
Verbriefte Verbindlichkeiten
Negative Marktwerte der Hedge-Derivate
Handelspassiva
Derivate
Nachrangkapital
Eventualverbindlichkeiten
Andere Verpflichtungen
unwiderrufliche Kreditzusagen
Gesamt
6.308
–
–
–
–
6.308
23.118
–
–
–
–
23.118
23.118
–
–
–
–
23.118
45.094
60.902
24.490
66.607
60.771
257.864
2007
Finanzinstrumente
(Mio. ¤ )
täglich fällig
bis 3 Monate
3 Monate
bis 1 Jahr
1 Jahr
bis 5 Jahre
mehr als
5 Jahre
Gesamt
Passiva
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
5.420
29.953
6.217
16.142
15.291
73.023
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
9.983
14.791
4.129
12.113
24.006
65.022
–
9.874
12.562
32.497
19.012
73.945
Verbriefte Verbindlichkeiten
Negative Marktwerte der Hedge-Derivate
–
77
148
497
393
1.115
93
1.482
1.357
3.696
2.825
9.453
Derivate
83
1.473
1.293
3.275
2.317
8.441
Nachrangkapital
164
136
638
2.596
10.617
14.151
Handelspassiva
Eventualverbindlichkeiten
Andere Verpflichtungen
unwiderrufliche Kreditzusagen
sonstige Verpflichtungen
Gesamt
9.085
–
–
–
–
9.085
27.985
–
–
–
–
27.985
25.985
–
–
–
–
25.985
2.000
–
–
–
–
2.000
52.730
56.313
25.051
67.541
72.144
273.779
137
138
F 2008
Zinsswaps, Zinswährungsswaps und Equity Swaps werden mit
ihren zukünftigen Netto-Zahlungsverpflichtungen dargestellt.
Andere Derivate werden nach ihrer Gesamtfälligkeit mit ihren
Buchwerten auf die Laufzeitbänder verteilt.
Eine ausführliche Beschreibung des Liquiditätsmanagements
erfolgt im Risikobericht im Konzern-Lagebericht.
47. Fair Values von Finanzinstrumenten
Gemäß IFRS 7.25 werden die Fair Values der finanziellen Vermögenswerte und Schulden nach den Klassen von Finanzinstru­
menten dargestellt und den Buchwerten gegenübergestellt.
Fair Values von Finanzinstrumenten
(Mio. ¤ )
2008
2007
Buchwert
Fair Value
Abweichung
Buchwert
Fair Value
Abweichung
26.802
26.802
–
24.417
24.417
–
448
448
–
150
150
–
Aktiva
Held For Trading (HFT)
Handelsaktiva
Designated at Fair Value (DFV)
Forderungen an Kreditinstitute
Forderungen an Kunden
1.264
1.264
–
544
544
–
Finanzanlagen
3.349
3.349
–
5.946
5.946
–
Available For Sale (AFS)
Forderungen an Kreditinstitute
Finanzanlagen
50
50
–
53
53
–
19.933
19.933
–
19.907
19.907
–
Loans And Receivables (LAR)
Forderungen an Kreditinstitute
22.432
22.414
-18
30.469
30.419
-50
113.684
114.791
1.107
101.901
101.478
-423
Finanzanlagen
13.230
12.492
-738
16.489
16.143
-346
sonstige Aktiva
472
472
–
429
429
–
Forderungen an Kunden
Ohne IAS 39-Kategorie
Barreserve
1.419
1.419
–
1.197
1.197
–
Positive Marktwerte der Hedge-Derivate
2.807
2.807
–
1.302
1.302
–
142
142
–
97
97
–
Finance Lease-Geschäfte
zur Veräußerung gehaltene langfristige
Vermögenswerte
Gesamt Aktiva
–
–
–
34
34
–
206.032
206.383
351
202.935
202.116
-819
F 2008
angaben zu finanzinstrumenten
Fair Values von Finanzinstrumenten
(Mio. ¤ )
2008
2007
Buchwert
Fair Value
Abweichung
Buchwert
Fair Value
Abweichung
17.587
17.587
–
8.400
8.400
–
Passiva
Held For Trading (HFT)
Handelspassiva
Designated at Fair Value (DFV)
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
367
367
–
289
289
–
3.699
3.699
–
3.843
3.843
–
Verbriefte Verbindlichkeiten
5.803
5.803
–
9.155
9.155
–
Nachrangkapital
1.949
1.949
–
166
166
–
Other Liabilities (LIA)
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
61.024
60.944
-80
57.474
57.638
164
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
48.698
48.933
235
46.551
46.046
-505
Verbriefte Verbindlichkeiten
-693
52.397
51.269
-1.128
61.074
60.381
sonstige Passiva
1.795
1.795
–
2.143
2.143
–
Nachrangkapital
8.012
5.293
-2.719
9.130
9.021
-109
Ohne IAS 39-Kategorie
Negative Marktwerte der Hedge-Derivate
Gesamt Passiva
2.194
2.194
–
1.080
1.080
–
203.525
199.833
-3.692
199.305
198.162
-1.143
Der Fair Value wird für Finanzinstrumente, für die ein aktiver
Die Buchwerte der Forderungen an Kreditinstitute und Forde­
Markt besteht, durch den Börsen- oder Marktpreis zum Bilanz­
rungen an Kunden mit der Kategorie Loans And Receivables
stichtag bestimmt. Existiert für Finanzinstrumente kein aktiver
(LAR) sind vermindert um die bilanzierte Risikovorsorge darge­
Markt, wird der Fair Value durch Verwendung anerkannter
stellt, da der Fair Value ebenfalls eventuelle Wertminderungen
Bewertungsmodelle berechnet. Insbesondere für Forderungen
berücksichtigt.
und Verbindlichkeiten, die bilanziell mit fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, erfolgte die Bestimmung des
Für die zum 31. Dezember 2008 zum Fair Value bewerteten
Fair Values durch Abzinsung von Cash Flows unter Berücksich­
Finanzinstrumente der Kategorien Held For Trading (HFT) und
tung ratingabhängiger Spreads. Für kurzfristige Forderungen und
Designated at Fair Value (DFV) sowie Available For Sale (AFS)
Verbindlichkeiten (z. B. Kontokorrentkonten) wird der Buchwert
ist in der nachfolgenden Tabelle dargestellt, wie die Ermittlung
als Fair Value angegeben.
der Fair Values erfolgte. In die Betrachtung wurden alle Finanz­
instrumente einbezogen, die per 31. Dezember 2008 zum Fair
Value bewertet wurden. Erläuterungen zu den Bewertungsme­
thoden finden sich in Note (6) I C).
139
140
F 2008
Mark-toMarket
(%)
Mark-toMatrix
(%)
Mark-toModel
(%)
Summe
(%)
Fair Value
(Mio. ¤)
Derivative Finanzinstrumente
0,2
95,5
4,3
100,0
21.790
Originäre Finanzinstrumente
26,7
69,7
3,6
100,0
32.863
Aufteilung Fair Value Hierarchie
Aktiva
Passiva
Derivative Finanzinstrumente
0,3
94,2
5,5
100,0
19.496
Originäre Finanzinstrumente
0,0
88,9
11,1
100,0
12.103
48. Kreditrisikoanalyse finanzieller Vermögenswerte sowie Angaben zu Sicherheiten
I. Kreditqualität von Finanzinstrumenten,
die weder wertgemindert noch überfällig
sind
Die folgende Tabelle legt Informationen zu der Kreditqualität
von Finanzinstrumenten offen, die zum Bilanzstichtag weder
wertgemindert noch überfällig waren. Dabei unterteilt die
tabellarische Darstellung die jeweiligen Finanzinstrumente nach
IAS 39-Kategorien und Ratingklassen der jeweiligen Geschäfts­
partner.
Kreditqualität
(Mio. ¤ )
1 (AAA) bis 1 (AA-)
1 (A+) bis 1 (A-)
2 bis 5
6 bis 9
2008
2007
2008
2007
2008
2007
2008
2007
9.862
8.241
4.078
696
4.123
661
7.657
1.576
Forderungen an Kreditinstitute
281
112
118
19
9
6
33
4
Forderungen an Kunden
793
406
334
68
25
20
94
16
2.101
4.434
884
744
67
221
248
171
Held For Trading (HFT)
Handelsaktiva
Designated at Fair Value (DFV)
Finanzanlagen
Available For Sale (AFS)
Forderungen an Kreditinstitute
Finanzanlagen
23
24
11
6
5
1
11
1
10.102
7.679
1.662
1.775
2.845
390
4.463
334
6.332
18.004
3.442
2.762
1.949
2.587
9.431
1.256
Loans And Receivables (LAR)
Forderungen an Kreditinstitute
23.070
31.713
10.800
9.806
28.194
21.030
32.434
17.935
Finanzanlagen
Forderungen an Kunden
2.575
4.522
1.205
1.398
3.146
2.999
3.620
2.557
sonstige Aktiva
103
135
48
42
126
90
145
76
55.242
75.270
22.582
17.316
40.489
28.005
58.136
23.926
Gesamt
F 2008
angaben zu finanzinstrumenten
10 bis 12
Kreditqualität
(Mio. ¤ )
13 bis 15
16 bis 18
Sonstige
2008
2007
2008
2007
2008
2007
2008
2007
567
1.377
338
16
177
3
–
11.847
Held For Trading (HFT)
Handelsaktiva
Designated at Fair Value (DFV)
Forderungen an Kreditinstitute
3
–
4
–
–
–
–
9
Forderungen an Kunden
8
–
10
–
–
–
–
34
21
1
28
–
–
–
–
375
Finanzanlagen
Available For Sale (AFS)
Forderungen an Kreditinstitute
Finanzanlagen
–
1
1
–
–
–
–
20
208
467
65
46
–
–
–
6.442
Loans And Receivables (LAR)
Forderungen an Kreditinstitute
254
1.406
252
154
377
–
–
4.178
5.507
4.937
2.572
1.342
2.971
1.206
–
12.709
Finanzanlagen
615
704
287
191
332
172
–
2.091
sonstige Aktiva
25
21
12
6
13
5
–
54
7.208
8.914
3.569
1.755
3.870
1.386
–
37.759
Forderungen an Kunden
Gesamt
II. Buchwerte überfälliger, nicht wert­
geminderter finanzieller Vermögenswerte
Die Veränderungen in einigen Ratingklassen gegenüber dem
31. Dezember 2007 sind teilweise auf die Finalisierung der
Basel-II-Berechnung und die damit verbundenen Anpassungen
Nachfolgend werden die finanziellen Vermögenswerte, die über­
zurückzuführen.
fällig aber nicht wertgemindert sind, zum Bilanzstichtag dar­
gestellt. Den jeweiligen Buchwerten werden dabei das nachver­
handelte Kreditvolumen sowie die gestellten Sicherheiten
gegenübergestellt. Die Darstellung der jeweiligen Vermögens­
werte erfolgt gegliedert nach IAS 39-Kategorien. Sofern eine
Kategorie nicht explizit aufgeführt ist, bestanden für diese Kate­
gorie keine Überfälligkeiten.
Buchwerte überfälliger, nicht wertgemindeter finanzieller Vermögenswerte
(Mio. ¤ )
Verzug
< 3 Mon.
2008
2007
Verzug
3 bis 6 Mon.
2008
2007
Verzug
6 bis 12 Mon.
2008
2007
Verzug
> 12 Mon.
2008
2007
Fair Value der
Sicherheiten
2008
2007
Nachverhandeltes
Kreditvolumen
2008
2007
Loans And Receivables (LAR)
Forderungen an Kreditinstitute
Forderungen an Kunden
Gesamt
22
128
–
–
–
–
–
–
27
7
–
–
1.711
484
47
9
27
25
79
81
1.345
356
231
–
1.733
612
47
9
27
25
79
81
1.372
363
231
–
141
142
F 2008
Bis 10 Kalendertage nach dem Bilanzstichtag 31. Dezember 2008
Als nachverhandeltes Kreditvolumen gelten restrukturierte Kre­
waren Zahlungseingänge in Höhe von insgesamt 126,1 Mio. €
ditgeschäfte, bei denen eine Einwertung im Rahmen neuver­
für Geschäfte mit einem Buchwertvolumen von 998,6 Mio. € zu
handelter Vertragsbedingungen durch Veränderung der Zins­
verzeichnen. Als Überfälligkeit wird bereits ein Tag Verzug
struktur, Laufzeit und vertraglichen Nebenleistungen erfolgt.
betrachtet.
Dem überfälligen, nicht wertgeminderten Kreditportfolio stehen
Sicherheiten in Form von Grundschulden, Abtretungserklä­
III. Wertgeminderte finanzielle Vermögenswerte und deren Sicherheiten
rungen und aus Sicherungsübereignungen gegenüber. Die Siche­
rungsübereignungen bestehen im Wesentlichen aus Sachsi­
Nachfolgend werden alle wertgeminderten finanziellen Vermö­
cherheiten wie z. B. Maschinen, Hochseecontainern und sons­
genswerte und die ihnen zugeordneten Sicherheiten zum
tigen Sachsicherheiten.
Bilanzstichtag dargestellt. Die finanziellen Vermögenswerte wer­
den entsprechend ihrer IAS 39-Kategorien gegliedert.
Fair Value der
Sicherheiten für
wertberichtigte
finanzielle
Vermögenswerte
Bruttobuchwert
wertgeminderter
finanzieller
Vermögenswerte
Umfang der
Wertberichtigung
Buchwert
finanzieller
Vermögenswerte
nach
Wertberichtigung
2008
2007
2008
2007
2008
2007
2008
2007
782
1
362
–
420
1
–
–
Forderungen an Kunden
8.755
2.243
1.684
1.121
7.071
1.122
1.644
270
Finanzanlagen 1)
2.389
2.396
939
453
1.450
1.943
46
–
Wertgeminderte finanzielle Vermögenswerte
und Sicherheiten
(Mio. ¤ )
Loans And Receivables (LAR)
Forderungen an Kreditinstitute
Available For Sale (AFS)
Finanzanlagen 1)
Gesamt
1)
948
2.755
361
69
587
2.686
–
–
12.874
7.395
3.346
1.643
9.528
5.752
1.690
270
Die LAR und AFS kategorisierten Finanzanlagen werden in der Bilanz netto, d. h. mit ihren Buchwerten nach Wertberichtigungen dargestellt.
F 2008
angaben zu finanzinstrumenten
49. Kreditrisikoexposure
Das maximale Kreditrisikoexposure umfasst sowohl die in Note
(48) ausgewiesenen IFRS-Buchwerte, welche nach Berücksich­
Kreditrisikoexposure
(Mio. ¤ )
Nominalvolumen
2008
2007
26.802
24.417
448
150
tigung der Risikovorsorge in Höhe von 2.751 Mio. € (Vorjahr:
1.529 Mio. €) dargestellt sind, als auch das in Note (50) darge­
stellte außerbilanzielle Geschäft.
Aktiva
Held For Trading (HFT)
Handelsaktiva
Angaben zu erhaltenen Sicherheiten sind in Notes (53) darge­
stellt.
Für eine ausführliche Beschreibung zur Risikosteuerung des
HSH Nordbank Konzerns verweisen wir auf die Ausführungen
im Konzern-Lagebericht.
Designated at Fair Value (DFV)
Forderungen an Kreditinstitute
Forderungen an Kunden
1.264
544