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Klin. Pädiatr. 200 (1988)
Bilirubinbestimmungen mit einer direkten
photometrischen Methode im
Kapillarplasma (DPM, Bilirubinometer)
und mit einer chemischen
Bilirubinbestimmung (DPD-Methode) im
Serum von venösen Blutproben
H. Schlebusch l , N. Liappis2 , M. Niesen l
'Universitäts-Frauenklinik Bonn (Direktor: Prof. Dr. D. Krebs)
'Universitäts-Kinderklinik Bonn (Direktor: Prof. Dr. W. Burmeister)
Zusammenfassung
Die Bestimmung der Bilirubinkonzentration im Serum erfolgte mit der 2,5-Dichlorphenyldiazonium-(DPD)-Methode und im KapiIIarplasma mit
der direkten photometrischen Methode (DPM). Beide
Methoden zeigten eine gute Präzision und Richtigkeit.
Als Untersuchungsmaterial dienten 135 Proben mit einer Bilirubinkonzentration bis 25 mg/dl. Bei 62 untersuchten Proben mit einer Bilirubinkonzentration bis 10
mg/dl ergab der Vergleich der DPD- und DPM-Methode einen Korrelationskoeffizienten r = 0,862 und
bei 73 Proben mit einer Bilirubinkonzentration zwischen 10 und 25 mg/dl einen Korrelationskoeffizienten r=0,893. Bei 29 Vergleichen (21,5%) wurden Unterschiede zwischen 1,5 und 4,0 mg/dl, die hauptsächlich (n = 20) im kritischen höheren Konzentrationsbereich lagen festgestellt. Diskussion der Methoden
DPD und DPM.
Determinitation of Bilirubin with a
Direct Photometrie Method (DPM,
Bilirubinometer) in Capillary Plasma
and a Chemieal Method (DPD
method) in Serum of Venous Blood
The determination of bilirubin in serum
was perfonned by the 2.5-dichlorphenyldiazonium
method (DPD) and in capillary plasma by the direct
photometrie method (DPM). Both methods showed a
good precision and accuracy. The investigation was
carried out in 135 sampIes with a bilirubin concentration up to 25 mg/dl. The comparison of the two methods in 62 sampIes with a bilirubin concentration up to
10 mg/dl showed a correlation coefficient of r = 0.862
and in 73 sampIes with a bilirubin concentration between 10 and 25 mg/dl a correlation coefficient of
r=0.893. In 29 cases (21.5%) we found differences be-
Klin. Pädiat. 200 (1988) 330-334
© 1988 F. Enke Verlag Stuttgart
tween the two methods of 1.5-4.0 mg/dl. Most ofthem
were in the critical higher range. Discussion of the
DPD and DPM methods.
Die sichere Diagnose und Differentialdiagnose der Neugeborenengelbsucht (1, 2) erfordert eine
präzise und richtige Bestimmung der Gesamtbilirubinkonzentration im Serum. Hierfür stehen mehrere Verfahren zu Verfügung (3).
Kupplung mit Diazoniumsalzen. Bilirubin
reagiert mit verschiedenen Diazoniumsalzen unter Bildung farbiger Azoverbindungen. Der größte Teil des Serumbilirubins kuppelt erst nach Zusatz eines Accelerators
(z. B. Coffein, Diphyllin u. a.); diese Fraktion entspricht
wahrscheinlich dem unkonjugierten Bilirubin (BilirubinAlbumin- Komplex).
Hier haben sich zwei Modifikationen
durchgesetzt. Jendrassik und GrM (4) verwenden Benzoldiazoniumsulfat als Kupplungsreagens und Coffein und
Natriumbenzoat als Accelerator. Der entstandene rote
Farbstoff wird vor der Messung durch Zusatz von alkalischer Tartratlösung in ein blaugrünes Produkt überführt.
Bei der DPD-Methode (5) wird mit 2,5Dichlorbenzoldiazoniumchlorid unter Verwendung von
Detergenzien als Accelerator gearbeitet. Wegen der Stabilität der Diazoverbindung hat die Methode gegenüber
der Jendrassik-GrM-Methode erhebliche arbeitstechnische Vorteile.
Weiterhin werden physikalische Methoden zur Bilirubinbestimmung im Serum von Neugeborenen eingesetzt. Im Vordergrund steht hier die Absorptionsphotometrie des Bilirubins. Da das Serum Neugeborener
keine Lipochrome wie Carotin oder Xanthophyllester
enthält, ist die Absorption des Serums im Maximum bei
461 nm der Bilirubinkonzentration proportional. Um die
spektrale Interferenz von Hämoglobin zu berücksichti-
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330
Bilirubinbestimmungen mit einer direkten photometrischen Methode im Kapillarplasma
Die direkte Spektrometrie nach Hertz und
Dybkaer (6) wird häufig als Referenzmethode angesehen.
Die Probe wird mit Borat-Puffer verdünnt und bei 466
nm und 522 nm gemessen. Die vielfachen Varianten dieser Methode unterscheiden sich im wesentlichen im Verdünnungspuffer und anderen Meßwellenlängen (7). Zuverlässige Ergebnisse können nur mit hochwertigen und
exakt geeichten Spektralphotometern erzielt werden.
Besonders ergonomisch sind "Bilirubinometer" (8-11), die die bei 455 nm und 575 nm gemessenen Extinktionen direkt in Bilirubinkonzentration umrechnen können. Neben prinzipiellen Schwierigkeiten bei
der Kalibration dieser Geräte wird jedoch vielfach übersehen, daß in der Routinediagnostik mit diesen Geräten
im allgemeinen Kapillarblutproben gemessen werden,
während den verschiedenen Diagrammen zur Austauschtransfusion (12-14) und Phototherapie (15-17) die Serum-Bilirubinkonzentration zugrunde liegt. In der vorliegenden Arbeit sollen zwei in der Neonatologie gebräuchliche Bilirubinbestimmungsmethoden verglichen werden,
da in der Praxis die Ergebnisse beider Methoden der therapeutischen Entscheidung (z. B. Phototherapie) zugrunde gelegt werden.
Methodik
Für die direkte photometrische Messung
wurde in unserer Studie ein Bilirubinometer* verwendet.
Nach Angaben des Herstellers mißt das Gerät bei 455 nm
und 575 nm. Das Gerät wurde mit Dade Bilirubin-Control Lot. Nr. 971 unter Verwendung des dort angegebenen
Wertes für das "Bilimeter" kalibriert.
Es ist nicht bekannt, welcher Algorithmus
der Berechnung des Ergebnisses zugrunde liegt; der Benutzer führt vor jeder Messung lediglich einen Nullabgleich durch.
Für die Blutabnahme aus der Ferse wurden die vom Hersteller empfohlenen Kapillaren verwendet; die Probe wurde 5 Minuten in einer HämatokritZentrifuge zentrifugiert, mit einem Tupfer gereinigt und
sofort gemessen. Zeitlich parallel wurde Venenblut abgenommen. Die Probe wurde 2 Minuten bei etwa 6000 g
(Eppendorf-Zentrifuge) zentrifugiert; Seren mit makroskopisch sichtbarer Hämolyse wurden verworfen. Die Bestimmung der Bilirubinkonzentration erfolgte mit Hilfe
der DPD-Methode unter Verwendung von Reagentien
der Fa. Boehringer Mannheim (Testkombination Nr.
123943). Es wurden je 20 111 für Probe und Leerwert verwendet, die Lösungen mit einem Endvolumen von 1020
111 wurden bei Hg 546 nm im Photometer 1101 M bzw.
6115 der Fa. Eppendorf-Gerätebau gemessen. Die Berechnung erfolgte über den Extinktionskoeffizienten des
gebildeten Azobilirubins. Der Berechnung der Aus-
* "Bilimeter" der Fa. Ortho Diagnostic Systems GmbH, D-6903
Neckargemünd
gleichsgeraden liegt die "Standardisierte Hauptkomponenten-Analyse" (20, 21) zugrunde.
Für die Richtigkeitskontrolle wurden folgende Kontrollseren verwendet:
1. Dade Bilirubin-Control, Lot. Nr. 972
2. Fisher Elevated Bilirubin, Lot. Nr. 070-054
3. Merck Controbil, Lot. Nr. 703
4. Goedecke Versatol Pediatric Calibration, Lot. Nr.
4659033
5. BioMerieux Ictotrol, Lot. Nr. 01407
Die Untersuchungen zur Präzision wurden mit Kontrollserum I. durchgeführt.
Zur Überprüfung der Linearität des Bilimeters wurden die Kontrollseren 1., 2. und 3. in 10 Stufen
mit physiologischer Kochsalzlösung verdünnt und anschließend sofort gemessen.
Um die Kompensation des Hämolyseeinflusses auf das Bilimeter-Ergebnis zu überprüfen, wurden
gewaschene Neugeborenen-Erythrocyten mit destilliertem Wasser Iysiert; die Hämoglobin-Konzentration des
Lysats wurde mit der Hämicyanid-Methode bestimmt.
Ein hämolysefreies Neugeborenen-Serum wurde dann
mit steigenden Mengen des Lysats versetzt und im Bilimeter gemessen.
Sämtliche Arbeiten wurden bei gedämpften Tageslicht und ausgeschalteter Laborbeleuchtung
durchgeführt.
Ergebnisse
Die Ergebnisse für die Präzision in der Serie und von Tag zu Tag sind in Tabelle I zusammengefaßt.
Tab. 1
Präzision in der Serie und von Tag zu Tag für die
DPM-Methode (Bilimeter) und die DPD-Methode
Präzision
in der Serie
Präzision von
Tag zu Tag
Bilimeter
x
= 17,8 mg/dl
VK = 1,2%
n = 20
x = 17,9 mg/dl
VK = 2,3%
n = 20
DPD-Methode
x
x = 20,1 mg/dl
VK=1,2%
n = 20
= 20,2 mg/dl
VK =0,99%
n = 20
x=
Mittelwert, VK = Variationskoeffizient, n = Anzahl der
Analysen
Für die Wiederfindung in Kontrollseren
wurden - bezogen auf die methodenabhängigen Sollwerte - bei der DPD-Methode Abweichungen zwischen
-3,1% und + 1,8% und für das Bilimeter zwischen
+ 0,3% und + 8,9% ermittelt.
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gen, muß eine Korrektur bei einer zweiten Wellenlänge
durchgeführt werden. Bei diesem Verfahren muß zwischen Methoden mit und ohne Probenverdünnung unterschieden werden.
Klin. Pädiatr. 200 (1988) 331
H. Schfebusch et af.
Klin. Pädiatr. 200 (1988)
Tab.2
mgldl
Kompensation des Hämolyseeinflusses beim Bilimeter
2S
HämoglobinKonzentration
in der Probe (mg/dl)
Gemessene
Konzentration
(mg/dl)
50 (leichte Hämolyse)
100 (mäßige Hämolyse)
300 (starke Hämolyse)
16.7
16.6
16.5
15.4
Abweichung
in (%)
0.6
1.2
7.8
.
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20
15
.......
41
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....... / .
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10
::::
Q5
•
•
o'
0
.~
5
Die Untersuchungen zur Linearität ergaben für die verschiedenen Kontrollseren eine sehr gute
Übereinstimmung zwischen erwarteten und gemessenen
Werten im überprüften Bereich (2,0-21,0 mg/dl). Die
Korrelationskoeffizienten lagen zwischen r = 0,98 und
0,99. Die Ergebnisse zur Kompensation des Hämolyseeinflusses sind in Tabelle 2 zusammengefaßt.
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41
E
,
• •
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5
25 mgldl
20
15
10
DPD - Methode
Abb.1
Für den Vergleich zwischen venösem und
Kapillarblut wurden 135 Proben analysiert (61 Proben
aus der Univ.-Frauenklinik und 74 Proben aus der Univ.Kinderklinik).
Bei 62 Proben wurden mit der DPD-Methode Konzentrationen < 10 mg/dl gemessen, für die
restlichen 73 Proben, lag die Konzentration zwischen 10
und 25 mg/dl. Die Ergebnisse sind in Abbildung 1 (xy-Plot) und Abbildung 2 (Differenzen-Plot) dargestellt.
Die statistischen Kenngrößen für die Regressionsgeraden
y = a + bx sind in Tabelle 3 zusammengefaßt.
Bilirubinkonzentration in 135 Proben in Serum (DPDMethode) und Kapillarplasma (Bilimeter).
5.0
•
•
2.5
....
"
Tab.3
•
o
..
41
QI
Die Problematik der Bilirubinbestimmung
beginnt bereits bei der Art der Blutentnahme. Die meisten Universitäts-Kinderkliniken (18) verwenden venöses
Blut, da bei der kapillären Blutentnahme Verdünnungsfehler durch Abpressen von Gewebsflüssigkeit auftreten.
Außerdem sind die Kapillarblutproben häufig beträchtlich hämolytisch. Kapillär-venöse Konzentrationsunterschiede sind jedoch weder bei der meßtechnischen Überprüfung von Bilirubinometem (19) noch durch laborinteme Qualitätskontrolle oder Ringversuche zu eruieren.
Die Ergebnisse zur Präzision in der Serie und von Tag zu
Tag zeigen, daß die DPD-Methode eine etwas bessere
Präzision aufweist als das Bilimeter. Für beide Verfahren
sind jedoch die Richtlinien der Bundesärztekammer zur
Qualitätskontrolle (22, 23) erfüllt.
•
•
0
~
~
Diskussion
••
.
-2.5
o'
-5.0
L...---.,----,---.----r----.
5
10
15
JO
25 mgldl
DPD - Methode
Abb. 2
Abweichung der im Kapillarblutplasma mit dem Bilimeter gemessenen Bilirubinkonzentrationen von der Serumkonzentration (D PD- Methode).
Dasselbe gilt auch für die Wiederfindung
in Kontrollseren. Nur das Kontrollserum 5 zeigte für das
Bilimeter eine Abweichung von D% > 5%. Die teilweise
stark methodenabhängigen Sollwerte (s. Tab. 1) lassen jedoch den Schluß zu, daß nur wenige handelsübliche
Kontrollseren zur Überprüfung der Richtigkeit von direkt
messenden "Bilirubinometem" geeignet sind.
Statistische Kenngrößen für den Vergleich venöser und kapillärer Blutproben
Steigung b
Achsenabschnitt a
Mittelwert von x
Mittelwert von y
Korrelationskoeffizient r
alle Werte
n=135
Werte< 10 mg/dl
n=62
1.01
0,21
10.50
10.77
0.943
1.04
-0.18
7.66
7.78
0.862
Werte> 10 mg/dl
n=73
0.99
0.35
13.01
13.32
0.893
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332
Bilirubinbestimmungen mit einer direkten photometrischen Methode im Kapillarplasma
Klin. Pädiatr. 200 (1988)
Eine ähnliche Problematik ergibt sich bei
der Kalibration. Das Gerät muß mit einer sekundären
Standardlösung kalibriert werden; dazu dienen "Kontrollseren", für die ein gerätespezifischer Sollwert angegeben ist. Es ist jedoch unbekannt, wie dieser Sollwert
ermittelt wurde - er unterscheidet sich bis zu 30% von der
Konzentration, die mit einer Referenzmethode bestimmt
wurde (7). Diese Situation ist aus analytischer Sicht in
höchstem Maße unbefriedigend (24). Das Fehlen eines
definierten Standards zur Kalibration direkt messender
Bilirubinometer ist sicher ein entscheidender Grund für
die in Ringversuchen beobachteten großen Streuungen
der Meßergebnisse.
Auch in der neuesten Literatur (26) wird
die direkte Spektrophotometrie als Standardmethode zur
Bestimmung des Neugeborenenbilirubins empfohlen.
Dabei wird nicht berücksichtigt, daß auch bei Verwendung qualitativ guter Geräte große und im Einzelfall
nicht voraussehbare kapillär-venöse Differenzen ein sicheres Ergebnis in Frage stellen. Direkte photometrische
Bilirubinbestimmungen im Kapillarblut haben deshalb
eher orientierenden Charakter; sie können eine zuverlässige chemische Bestimmung in venösem Serum nicht ersetzen.
Die Linearität des Gerätes ist ausgezeichnet; ähnliche Ergebnisse wurden von Kupke (19) mitgeteilt.
Frau B. Dürkop und Frau A. Starke danken wir
für die wertvolle Mitarbeit.
Beim Vergleich der Ergebnisse in Kapillar- und Venenblutproben zeigt die Regressionsgerade
y=0,21 + 1,01x eine ideale Steigung und einen minimalen
Achsenabschnitt von 0,21 mg/dl. Die Daten sind mit
r = 0,943 sehr gut miteinander korreliert (Abb. I, Tab.
3).
Teilt man den Meßbereich in Werte größer und kleiner 10 mg/dl auf, so ändert sich das Bild im
Prinzip nicht. Die Steigung b ist in beiden Bereichen
nicht signifikant von eins verschieden und a ist vernachlässigbar klein. Die statistischen Daten täuschen jedoch
über das Ausmaß der Streuung der Meßergebnisse um
die Ausgleichsgerade hinweg; dies wird aus Abbildung 2
deutlich.
Bei 29 Proben (21,5%) waren die Differenzen größer als 1,5 mg/dl, bei 12 Proben (8,9%) sogar größer als 2,5 mg/dl, bis 4,0 mg/dl. Von den 29 Proben lagen
9 Wertepaare im Konzentrationsbereich bis 10 mg/dl
und 20 im klinisch bedeutsameren Bereich zwischen 10
und 25 mg/dl. Bei 18 Proben waren die Kapillarblutwerte
höher, bei II Proben niedriger als die Ergebnisse in den
venösen Proben. Diese Differenzen ließen sich nicht auf
Einflüsse wie schlechte Blutung oder Hämolyse zurückführen. Sie zeigten sich häufiger in den Vergleichsuntersuchungen, die in der Kinderklinik durchgeführt wurden,
da dort die überwiegende Zahl der höheren Bilirubinkonzentrationen (10-25 mg/dl) anfiel. Wahrscheinlich spielt
hier auch der allgemeine Krankheitszustand der Kinder
eine Rolle, der sicherlich in der Kinderklinik erheblich
schlechter war.
Danksagung
Literatur
(1) Gemeinsame Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe, der Deutschen Gesellschaft für Kinderheilkunde
und der Berufsverbände zur Frage der Fototherapie bei der Neugeborenen- Hyperbilirubinämie 1983
(2) Wille. L .. M. Obladen: Neugeborenen-Intensivpflege, Grundlagen
und Richtlinien. Springer-Verlag, Berlin-Heidelberg- New York-Tokyo
1984
(3) Keller. H.: Klinisch-chemische Labordiagnostik für die Praxis.
Thieme Verlag, Stuttgart 1986
(4) Jendrassik. L .. P. Groj: Vereinfachte photometrische Methoden zur
Bestimmung des Bilirubins. Biochem. Z. 297 (1938) 81
(5) Wahlejeld. A. W.. G. Herz. E. Bemt: Modification of the MalloyEvelyn method for a simple determination of total bilirubin in serum.
Scand. J. clin. Lab. Invest. 29, Supp!. 126 (1972) Abstract 11.12
(6) Hertz. H .. R. Dybkaer, M. Lauritzen: Direct spectrophotometric determination of the concentration of bilirubin in serum. Scand. J. clin. Lab.
Invest. 33 (1974) 215
(7) Blijenberg, B. G.. Roetering, H. A .. B. Leijnse: Refleclions on the
standardization of total bilirubin in neonatal serum. J. Clin. Chem. Clin.
Biochem. 25 (1987) 177
(8) Henry. R. J .. D. C. Cannon. J. W. Winkelmann: Clinical Chemistry,
Principles and Techniques. Harper & Row, London 1974
(9) Richterich. R.: Klinische Chemie, Theorie, Praxis, Interpretation. S.
Karger Verlag, Basel-München-Paris-London-New York-Sydney 1978
(10) White, D.. G. A. Haidar. J. G. Reinhold: Measurement of bilirubin
concentration in the serum of the newborn. Clin. Chem. 4 (1958) 211
(11) Windoifer. A .. K. Ascher: Bilirubinbestimmungen bei Neugeborenen aus Mikroblutmengen mit einem neuen Filterphotometer. Klin. Pädiat. 185 (1973) 458
(12) Polaiek, K.: Die frühzeitige Indikationsstellung zur Austauschtransfusion bei hämolytischen Neugeborenenerkrankungen. Mschr. Kinderheilkd. 111 (1963) 6
(13) Brüster, H .. P. Wirtz: Indikation zur Blutaustauschtransrusion bei
Frühgeborenen und Neugeborenen ohne und mit Komplikationen. Bio!.
Neonat. 32 (1969) 332
(14) Allen. F. H .. L. K. Diamond: Erythroblastosis fetalis. Little. Brown
& Co, Boston 1957
(15) Wiese. G.. L. Ballowitz: Vorschläge für eine rationelle Phototherapie. Pädiat. prax. 26 (1982) 13
(16) Käser. 0 .. V. Friedberg: Schwangerschaft und Geburt, Band 11/2,
G. Thieme Verlag, Stuttgart-New York 1981
(17) Maiseis, M. J .. in: M. H. Klaus. A. A. FanarojJ: Care orthe highrisk
neonate, 2. Auflage Saunders, Philadelphia 1979
(18) Silzmann. F. C. (Erlangen). K. Polaiek (Prag). J. P. Colombo (Bern).
H. Schall (Frankjurt/M), G. Schellong (Münster). F. Bidlingmaier (München). W. Kübler (Kiel), I. Will, A. Windoifer (Freiburg/Br.). H. Gleispach
(Graz). E. Mönch (Berlin): Umfrage: Wie zuverlässig ist die (Mikro)-Bilirubinbestimmung im Serum, wie breit streuen die Ergebnisse mit verschiedenen Methoden? Pädiat. prax. 15 (1975) 295
(19) Kupke, I. R.: Die photometrische Mikrobestimmung von Bilirubin
im unverdünnten Kapillarplasma von Neugeborenen. Z. Geburtsh. u. Pennat. 181 (1977) 456
(20) Feldmann. K .. B. Schneider. H. Klinkers. R. Haeckel: A multivariate approach for the biometric comparison of analytical methods in clinical chemistry. J. Clin. Chem. Clin. Biochem. 19 (1981) 121
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Der Hämoglobin-Einfluß wird nur bis 100
mg Hb/dl gut kompensiert; darüber hinaus muß mit einer Überkompensation gerechnet werden. Dieses Ergebnis unterscheidet sich von dem anderer Autoren (19), die
erst über 300 mg Hb/dl einen deutlichen Einfluß fanden.
Eine Erklärung ergibt sich möglicherweise aus der Tatsache, daß bei unseren Versuchen ein echtes Neugeborenenserum, im anderen Fall ein Kontrollserum mit Hämoglobin versetzt wurde. Ringversuche der Deutschen Gesellschaft für Klinische Chemie, bei denen mit Hämoglobin versetzte Kontrollproben verschickt wurden, deuten
ebenfalls auf eine nicht vollständige Kompensation des
Hämolyseeinflusses hin (25).
333
Klin. Pädiatr. 200 (1988)
H. Schlebusch et al.: Bilirubinbestimmungen mit einer direkten photometrischen Methode
(21) Haeckel. R.: Statistische Verfahren beim Methodenvergleich. Med.
Lab. 34 (1981) 8
(22) Richtlinien der BundesärLtekammer zur Durchführung von Maßnahmen der statistischen Qualitätskontrolle und von Ringversuchen im
Bereich der Heilkunde. Dtsch. ÄrLtebl. 68 (1971) 2228
(23) Ausführungsbestimmungen und Erläuterungen zu den Richtlinien
der BundesärLtekammer zur Durchführung von Maßnahmen der statistischen Qualitätskontrolle und von Ringversuchen im Bereich der Heilkunde. Dtsch. ÄrLtebl. 71 (1974) 961
(24) Stamm. D.. in: H. Greiling. A. M. Gressner: Lehrbuch der klinischen Chemie und Pathobiochemie. Schattauer Verlag, Stuttgart-New
York 1987
(25) Röhle. G.: Persönliche Mitteilung
(26) Gressner, A. M.. K.-H. Pick-Kober, in: H. Greiling. A. M. Gressner:
Lehrbuch der klinischen Chemie und Pathobiochemie. Schattauer Verlag,
Stuttgart-New York 1987
Prof. Dr. med. N. Liappis, Klinisch-chemisches Laboratorium der Universitäts-Kinderklinik. Adenauerallee JJ9, D-5300 Bonn 1
Buchbesprechung
Gutjahr, P.: Krebs bei Kindern und Jugendlichen. Klinik und Praxis der pädiatrischen Onkologie.
Unter Mitarbeit von M. Hertl und Johannes Oehme. 2.
völlig neu bearb. Aufl. 1987.375 S., 132 Abb. in 175 Teilabb., davon 12 in Farbe, 88 Tab. geb., DM 124,-.
Deutscher Ärzte-Verlag, Köln
ISBN 3-7691-1077-3
Das Buch, das jetzt in zweiter Auflage erscheint - 1. Auflage 1981 als Taschenbuch -, dient, so das
Vorwort, "als aktuelle Einführung und als Übersicht über
die inzwischen hochspezialisierte und sehr erfolgreich gewordene Pädiatrische Onkologie". Die zweite Auflage
wurde wegen der raschen Entwicklung in Diagnostik und
Therapie seit 1981 notwendig.
Gegliedert ist das Buch in einen allgemeinen und einen speziellen Teil. Im allgemeinen Teil werden in 6 Kapiteln Epidemiologie, Ätiologie, immunologische Aspekte, Pathologie, allgemeine Aspekte der Therapie dargestellt und in einem gesonderten Kapitel die Zytostatika.
Die einzelnen Kapitel sind ausführlich
und klar gegliedert. Mit übersichtlichen Tabellen und
Abbildungen wird das Wesentliche des Textes hervorgehoben. Im knapp gehaltenen Kapitel über Histopathologie/Klassifizierung wird auf die Bedeutung und Schwierigkeiten einer sicheren pathologischen Diagnose eingegangen.
Die Pathologie spezieller Tumoren wird
erst in den entsprechenden speziellen Kapiteln über diese
Tumoren dargestellt, die Knochenmarkstransplantation
im Abschnitt über allgemeine Aspekte der Therapie.
Die in der Pädiatrie verwendeten Zytostatika sind in alphabetischer Reihenfolge stichpunktartig
beschrieben.
Im zweiten, speziellen Teil des Buches
sind die Leukämien, die Non-Hodgkin-Lymphome, der
M. Hodgkin, die Histiozytosis X, die primären Tumoren
des ZNS, das Nephro- und Neuroblastom, das Rhabdomyosarkom, das Osteo- und Ewingsarkom, Retinoblastom, Schilddrüsenkarzinom, Lebertumoren, Keimzelltumoren und Hauttumoren jeweils in einem Kapitel ausführlich geschildert. Andere seltene Malignome sind in
einem Kapitel zusammen abgehandelt.
Es werden neben internationalen Referenzen die laufenden Therapiestudien innerhalb der Gesellschaft für pädiatrische Onkologie e. V. und der
Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Leukämieforschung
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Diesem Buch ist auch hinsichtlich seines
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N. Graf. Homburg/Saar
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334
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