Tradition und moderne Entwicklung im Yoga und Ayurveda

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Rosenberg Gesellschaft für ganzheitliche
Gesundheit & Bildung gemeinnützige GmbH
Forsthausstraße 6
D-63633 Birstein
tel 0049-(0)6054-9131-0 . fax -36
Europäische Akademie
für Ayurveda
Ayurveda-Gesundheitsund Kurzentrum
www.ayurveda-akademie.org
www.rosenberg-ayurveda.de
Tradition und moderne Entwicklung
im Yoga und Ayurveda
Artikel von Prof. Dr. Martin Mittwede
Indologe, Religionswissenschaftler und Studienleiter an der Europäischen
Akademie für Ayurveda
Yoga und Ayurveda verbreiten sich immer mehr. Schätzungen gehen in die Richtung, dass sich in
Deutschland ca. 6 – 8 Millionen Menschen aktiv mit diesen ursprünglich aus Indien kommenden
Wissensbereichen aktiv auseinandersetzen. Dabei kommt es naturgemäß auch zu Veränderungen
und neuen Entwicklungen.
Yoga und Ayurveda sind eigentlich unterschiedliche Traditionen, die ihre jeweils eigenen
Schwerpunkte besitzen. Trotzdem haben sie sich in vielerlei Weise befruchtet und ergänzt; denn das
Gleichgewicht auf der körperlichen Ebene (Fokus des Ayurveda) und auf der geistigen Ebene (Fokus
des Yoga) lässt sich letztlich nicht trennen.
Im Westen haben sich in den letzten Jahrzehnten zahlreiche Yogastile entwickelt, die zwar auf den
traditionell überlieferten Grundstellungen (asana) beruhen, aber in ihren Varianten oder
Ausführungsarten doch innovativ sind. Teilweise sind die Grenzen zwischen Gymnastik, WellnessTrainings und Yoga fließend geworden.
Auch der Ayurveda hat durch seine Verbreitung über Indien hinaus Veränderungen erfahren.
Teilweise werden traditionelle Therapieverfahren weggelassen, die den Europäern als nicht zumutbar erscheinen, oder es werden andere Öle oder europäische Kräuter eingesetzt.
Bemerkenswert ist, dass beide Systeme in der Moderne eine besonders enge Verbindung eingegangen sind, in nahezu allen indischen Ayurveda-Kliniken wird Yoga unterrichtet. Ebenso veranstalten
viele Yogazentren und Yogalehrer Kurse in gesunder Lebensführung nach den Prinzipien des
Ayurveda. Dabei sind sich viele Anwender nicht dessen bewusst, dass es zwischen beiden Systemen
gravierende Unterschiede gibt, so z.B. in der Bewertung von Lebensmitteln oder geistigen Praktiken.
Tradition und moderne Weiterentwicklung stehen natürlicher Weise in einem Spannungsverhältnis.
Manche Vertreter plädieren für eine originale Fortführung der alten Überlieferungen, andere befürworten es, dass neue Wege gegangen werden.
2011 © Rosenberg Europäische Akademie für Ayurveda . D-63633 Birstein
Seite 01
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Zwei Dinge sollten dabei beachtet werden:
1. In Indien gibt es eine Vielzahl an Traditionen und Strömungen, die sich im Laufe der Zeit verändert
haben und sich noch weiter verändern. Auch Neugründungen mit eigenen Lehren und
Verfahrensweisen sind zu beobachten.
2. Beim Transfer einer Tradition in eine andere kommt es immer zu Veränderungen und
Abwandlungen. Dies erzeugt zwar Irritationen und Verunsicherungen, ist aber letztlich auch ein
kulturell kreativer Prozess.
Um sich also in diesem immer größer werdenden Dschungel orientieren zu können, ist es wichtig,
auf Qualität und Ausbildung der Anbieter zu schauen. Bekanntlich führen ja viele Wege zum gleichen Ziel, so dass neue Stile und Vorgehensweisen nicht unbedingt schlechter als die traditionellen
sein müssen. Aber sie sind auch nicht automatisch besser, weil sie neu sind und mit tollen
Bezeichnungen angepriesen werden. Wir tun also gut daran, immer ein kritisches Auge gerade bei
übersteigerten Versprechen zu behalten. Was sich manchmal als Abkürzung präsentiert, ist nicht selten ein Umweg.
Aber auch die Bezeichnungen „traditionell“, „authentisch“ usw. sind kein Garant für ein Gütesiegel;
denn nur zu oft handelt es sich um Worthülsen, deren Substanz erst noch überprüft werden muss.
Authentisch ist Ayurveda dann, wenn eine Qualifikation über sachkundige Lehrer erfolgt ist, die ein
tiefgehendes Wissen in Theorie und Praxis besitzen, und den Grundprinzipien des ayurvedischen
Systems, wie sie in den klassischen Lehrbüchern niedergelegt sind, gefolgt wird. Authentische
Yogapraxis verlangt umfassende Kenntnisse über Physiologie, Anatomie, Philosophie und langjährige
Selbsterfahrung, um in der Lage zu sein, auf verschiedene Umstände und Besonderheiten reagieren
zu können.
Ayurvedisch gedacht geht es immer darum, die Maßnahmen und Praktiken an die Zeit und die
Lebensumstände anzupassen. Wenn diese in nützlicher Weise wirken sollen, muss die Anpassung auf
der Basis von solidem Wissen und Erfahrung geschehen.
In diesem Zusammenhang kann auch die Forschung nützlich sein, die sowohl im Yoga als auch im
Ayurveda immer weiter vorangetrieben wird und teilweise erstaunlich positive Ergebnisse über deren
Wirksamkeit hervorbringt.
Yoga und Ayurveda haben sich über lange Zeiträume bewährt und können sich – richtig angewendet
– sehr gut ergänzen. Man kann viel für seine Gesundheit tun, sollte aber darüber das geistige
Fundament nicht vergessen. Wer nach innen schaut, kann im Außen harmonisch leben.
2011 © Rosenberg Europäische Akademie für Ayurveda . D-63633 Birstein
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