Technische Fallstudie Sauber F1 Team Von Magnus Frey, Head of IT, Sauber Motorsport AG Innovation bei 300 Kilometer pro Stunde Euphorische Menschenmengen, sich überschlagende Emotionen, unter Hochspannung stehende Fahrer, das Donnern der Motoren, quietschende Reifen, die Geschwindigkeiten von mehr als 300 Kilometer pro Stunde erreichen, vernichtende Niederlagen und berauschende Siege, Champagner und Prominente – das alles ist Teil der Formel 1. Dazu gehören aber auch Verbundstofftechnik und Monocoques aus einer Carbonfaser-/Aluminium-Wabenstruktur (Arbeitsplatz und Sicherheitszelle des Fahrers), drei Kilogramm schwere Hightech-Sitze, die 4 g Seitenbe­ schleunigung abfangen, ein 140 Meter langer Windkanal und erstklassige CFD-Programme (Computational Fluid Dynamics, numerische Strömungs­ mechanik) für aerodynamische Untersuchungen. Die Formel 1 ist offensicht­ lich ein Sport, der mit Leidenschaft verbunden ist. Bei diesem Sport kommen aber auch äußerst anspruchsvolle Technologien zum Einsatz. Die von uns unterstützten IT-, Konstruktions- und Produktionsprozesse bilden den Kern der Aufgabenbereiche der Sauber Motorsport AG. Wir haben unsere IT-Fähigkeiten in einen Wettbewerbsvorteil verwandelt, der es unserem im Privatbesitz befindlichen Sauber F1 Team ermöglicht, erfolgreich gegen größere Teams mit einer großzügigeren Finanzierung, wie z. B. Ferrari, Mercedes und McLaren, anzutreten. Die FlexPod Datacenter-Plattform von NetApp und Cisco und die NetApp MetroCluster Storage-Lösungen bilden die Grundlage für unsere IT-Infrastruktur. Die Lösungen von NetApp ermög­ lichen die Geschwindigkeit und Flexibilität, die in einem Sport, in dem 0,001 Sekunden den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage bedeuten können, für wichtige Entscheidungen unerlässlich sind. NetApp bringt Unternehmen auf die Überholspur Die Formel für Erfolg Das Sauber F1 Team wird von der Sauber Motorsport AG geleitet, die von Peter Sauber gegründet wurde. Wir beschäftigen 300 Mitarbeiter, die an der Konstruktion und Produktion unserer Rennwagen mitwirken. An unserem Hauptsitz in Hinwil in der Schweiz befinden sich die Unternehmenszentrale, ein Fabrikbau und ein Windkanalgebäude, in dem wir die aerodynamische Performance der Rennwagenprototypen testen. Für die meisten Tests werden Modelle in einer Baugröße von 60 % verwendet, weil Modelle im Originalmaßstab gemäß den Formel 1‑Regeln nur eingeschränkt getestet werden dürfen. Für unseren Sport gilt eine Vielzahl von Regeln, sowohl in technischer als auch in sportlicher Hinsicht. Die Regeln bestimmen alles – von Anforderun­ gen an den Motor und die Reifen bis zur Position des Auspuffs und Höhe der Fahrzeugnase – und legen sogar fest, wie lange die Tests im Windkanal dauern dürfen. Aufgrund dieser Regeln ist es noch wichtiger, dass wir uns darauf konzentrieren, was wir kontrollieren können – z. B. Aerodynamik- und Rennstrategien –, um unser Team zu differenzieren und die Anpassungen vorzunehmen, um uns diesen überaus wichtigen Vorsprung in den Runden­ zeiten zu verschaffen. Der Konkurrenzkampf ist hart und findet bei 300 Kilometer pro Stunde statt. Oft bedeuten Millisekunden den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage. 01:20:000 1. Platz 01:20:005 2. Platz Herauszufinden, welche Anpassung notwendig ist – das kann eine minimale Änderung in der Teilekonstruktion sein – erfordert hohe Aufmerksamkeit und eine schnelle, jedoch genaue Analyse der Unmengen von Daten, die während der Entwicklung des Rennwagens und auf der Rennstrecke erfasst werden. In beiden Bereichen spielt das NetApp Storage-System eine ent­ scheidende Rolle. FlexPod unterwegs Mobiles Datacenter Unsere Partnerschaft mit NetApp begann im Jahr 2007, als wir die erste MetroCluster Lösung in unserem Datacenter in Hinwil implementierten. Daher lag es nahe, dass wir wieder NetApp in Betracht zogen, als wir ein transportables System – im Grunde genommen ein vollständiges, jedoch mobiles Datacenter – für die Rennstrecke benötigten. Wir haben uns für die FlexPod Datacenter-Lösung, die von NetApp und Cisco gemeinsam entwickelt wurde, entschieden, da sie sich aufgrund des geringen Platzbedarfs und Gewichts im Flugzeug oder Lkw bequem trans­ portieren lässt. Weitere Kriterien waren die Funktionalität – wir können alle Analyse-Tools direkt an der Rennstrecke ausführen – und die Zuverlässigkeit. Wir müssen uns auf das FlexPod System verlassen können – und das können wir unabhängig davon, ob es ein kalter Tag in Deutschland ist, in Singapur bei 38° Celsius tropische Hitze herrscht, die Luftfeuchtigkeit erdrückend ist oder es so windig ist, dass Lkw durchgeschüttelt werden. Zuverlässig Die Formel 1-Teams kommen am Montag vor dem Rennwochenende am Veranstaltungsort an. Die Rennwagen sind bei der Ankunft in mehrere Teile zerlegt und werden bis Dienstag zusammengebaut. Anschließend werden sie von den Funktionären der FIA gründlich geprüft und die Teams trainieren den Boxenstopp. Das Rennwochenende beginnt mit zwei Trainingseinheiten am Freitag sowie einer weiteren Trainingseinheit und dem Qualifying am Sams­ tag. Da wir nur zwei Tage Zeit haben, um zur Vorbereitung des Rennens am Sonntag Daten zu analysieren, sind Systemausfallzeiten nicht akzeptabel. 2 Die FlexPod Plattform reist mit unserem Team zu jedem Rennen, d. h. zu jährlich 20 Rennveranstaltungen in 19 Ländern. Die Rennen werden in ver­ schiedenen Ländern ausgetragen und finden zwischen März und November durchschnittlich alle zwei Wochen statt. Unabhängig davon, ob die FlexPod Plattform im Flugzeug oder im Lkw transportiert wird, muss sie Vibrationen und Stöße während des Transports überstehen und während der Rennsaison unter den verschiedensten Umgebungsbedingungen funktionieren. Sobald das System am Veranstaltungsort eingetroffen ist, richten wir es in kürzester Zeit ein – unser Team kann innerhalb von zweieinhalb Stunden nach der Ankunft bereits damit arbeiten. Die Mobilität, Größe und umfassende Integration des FlexPod Systems sind erstaunlich. Aber es ist die Zuverlässigkeit, die die entscheidende Rolle spielt – wir hatten noch nie einen Ausfall. Ein Ausfall wäre katastrophal. Wir könnten nicht einmal den Wagen sicher starten, geschweige denn, den Wagen im Hinblick auf Geschwindigkeit optimieren. Und ohne eine zuverläs­ sige Infrastruktur zur Unterstützung wichtiger Entscheidungen auf und an der Rennstrecke wäre es wie vor mehr als zwanzig Jahren, als die Fahrer auf sich selbst gestellt waren. Dann wären sie den Teams, die sich auf die Hilfe der Technologie verlassen können, eindeutig unterlegen. Wir befinden uns immer im Live-Modus. Es gibt keine Chance für einen zweiten Versuch. Wenn wir eine Gelegenheit verpassen, haben wir die Chance vertan. An der Rennstrecke verwenden wir die Daten im FlexPod System, um das Fahrzeug, unsere Qualifying-Taktik und die Strategie am Tag des Rennens zu optimieren. Jedes Mal, wenn der Rennwagen gefahren wird, erfasst die FlexPod Plattform neue Daten vom Fahrzeug. Echtzeitdaten, einschließlich Kraftstoffverbrauch, Temperaturen, Motordaten und anderer Daten von den Sensoren, werden per Funk an die FlexPod Plattform übertragen. Wir ver­ wenden diese Telemetriedaten zusammen mit den Daten zu den Strecken­ bedingungen, um vor und während des Rennens auf dem FlexPod System neue Simulationen auszuführen. Dabei untersuchen wir, wie sich das virtuelle Modell mit den tatsächlichen Einstellungen des Fahrzeugs und unter Ver­ wendung der Streckendaten im Vergleich zu den „idealen“ Parametern und der Fahrzeugkonstruktion im Werk verhält. Die auf den Streckendaten basierenden Ergebnisse verwenden wir, um die Fahrstrategie während des Rennens anzupassen und die Performance des Rennwagens zu optimieren. Beispielsweise könnte das Team einen Front­ flügel austauschen, die Kühlung ändern oder die Boxenstopps anpassen, um mit einem Satz Reifen so lange wie möglich zu fahren, ohne Überhitzung und Blasenbildung zu riskieren. Wir erfassen zurzeit Daten von mehr als 100 Sensoren in jedem Fahrzeug. Sensoren sind zwar wichtig für die Konst­ ruktion und die Entscheidungsfindung, aber der Vorteil, den sie darstellen, wird auch immer gegen das zusätzliche Gewicht abgewägt, das sie für das Fahrzeug bedeuten. 100 Sensoren in den Rennwagen des Sauber F1 Teams senden Daten an das FlexPod System in Echtzeit. Unsere Ingenieure an der Rennstrecke analysieren die Daten, um die Performance zu verbessern. 3 FlexPod Komponenten Unsere FlexPod Plattform integriert Dual-head NetApp FAS2040 Cluster mit NetApp SyncMirror Software für die Datenreplikation im gesamten Cluster, acht Cisco Unified Computing System Blade Server und einen Cisco Nexus Switch (siehe Abbildung 1). Wir haben uns zwar auch andere Blade-­Lösungen angesehen, aber aufgrund unserer Erfahrungen mit Netzwerkkomponenten von Cisco und NetApp Storage-Lösungen sowie der Vorteile der Vorabvali­ dierung ist die FlexPod Plattform für uns einzigartig gut geeignet. Während der Trainings- und Qualifying-Einheiten und am Ende jedes Rennens replizieren wir die Daten von der Rennstrecke mithilfe der NetApp SnapMirror Technologie in einem MetroCluster in Hinwil. Die Daten werden über einen MPLS-Link mit einer maximalen Geschwindigkeit von 4 MB/s nach Hinwil übertragen. An jeder Rennstrecke wird ein Kommunikationslink von einem dedizierten Kommunikationspartner bereitgestellt, wobei die Übertragungsgeschwindigkeiten von den in jedem Land verfügbaren Netzgeschwindigkeiten abhängig sind. Im Durchschnitt werden Daten von der Rennstrecke an die Unternehmenszentrale mit einer Verzögerung von 15 Minuten übertragen. Die Ingenieure in Hinwil arbeiten mit dem Team an der Rennstrecke bis zur letzten Minute vor dem Start eines Rennens (und danach in Vorbereitung auf den nächsten Veranstaltungsort) zusammen, um die Fahrzeugeinstellungen und die Rennstrategie zu optimieren. Die Gesamtdistanz eines Rennens beträgt durchschnittlich 306 Kilometer und Rennen dürfen gemäß dem Regelwerk nicht länger als zwei Stunden dauern. Schon in der Schlussphase eines Rennens packen die Teams die Ausrüstung zusammen, um sie zum nächsten Veranstaltungsort zu transportieren. NetApp MetroCluster in der Unternehmenszentrale Wir führen alle Unternehmenssysteme auf einer NetApp MetroCluster Lösung aus, die Speicherplatz für zwei Datacenter in Hinwil bereitstellt – eins dient vor allem für geschäftliche Systeme und das zweite für Engineering. Insgesamt verwenden wir vierzig wichtige geschäftliche und technische Anwendungen und erzeugen jährlich ungefähr 20 TB an neuen Daten – mit steigender Tendenz. Mobiles Datacenter an der Rennstrecke VMware vSphere und vMotion Datenanalyse- und Datenbankapplikationen Cisco Unified Computing System (UCS) C250 Cisco Nexus 5020 Switch Hochladen der Daten an die Fabrik in Echtzeit NetApp FAS3210 mit Data ONTAP 8.0 NetApp SnapManager NetApp Snapshot FlexPod Telemetriedaten von Timing-Daten den Rennwagen Abbildung 1: Mobile FlexPod Datacenter-Lösung an der Rennstrecke Videodaten GPS-Daten von anderen Wagen 4 Überblick über die Zahlen • Daten pro Runde (Geschwindigkeit, Bewegungen, Beschleunigungs­ kräfte, Drücke, Temperaturen, Motordaten usw.): 4 MB werden pro Runde vom Rennwagen an die Systeme in der Boxengasse in Echtzeit über Funk übertragen; 20 MB bis 30 MB werden nach jedem Lauf heruntergeladen, wenn das Fahrzeug wieder in der Boxen­ gasse ankommt. • Telemetriedaten, die an jedem dreitägigen Rennwochenende erfasst werden: 25 GB • Daten, die während des einstündi­ gen freien Trainings nach Hinwil übertragen werden: 600 MB Skalierbar Im technischen Bereich arbeiten die Ingenieure kontinuierlich daran, unsere Rennwagen schneller und besser zu gestalten und die Fahrbarkeit zu ver­ bessern. Wir entwickeln und bauen abhängig von den Streckenergebnissen und neuen Regeln praktisch jedes Jahr einen vollständig neuen Rennwagen. Jedes Jahr im April beginnen die Ingenieure mit der Arbeit an Konzeptent­ würfen. Mit unseren CAD-Systemen entwickeln sie 6.000 bis 7.000 einzelne Komponenten (einschließlich der Fahrzeugteile und der Werkzeuge für die Fertigung). Gleichzeitig nehmen sie Änderungen am aktuellen Fahrzeug vor, die auf dem Feedback von den Fahrern und den Geschehnissen auf der Rennstrecke basieren. Indem wir das Fahrzeug an unterschiedliche Renn­ strecken anpassen und regelmäßig Konstruktionselemente basierend auf den Daten vom letzten Rennen aktualisieren, setzen wir gewissermaßen fast jede zweite Woche einen neu abgeänderten Rennwagen ein. MetroCluster ermöglicht uns schnellen Zugriff auf große Datenmengen, die die Ingenieure für ihre Entscheidungen benötigen. Während des Ent­ wicklungsprozesses analysieren die Konstrukteure eine Vielzahl von Daten, um Konstruktionselemente, für die bestimmte Regelungen gelten, wie z. B. Steifigkeit und Gewicht, möglichst effektiv mit dem Gesamtdesign abzustim­ men. Wir beziehen z. B. den vollständigen Antriebsstrang von Ferrari, aber wir entwickeln, konstruieren und bauen den Rest des Fahrzeugs. Das Ziel besteht immer darin, die aerodynamische Effizienz zu erhöhen – d. h., den Anpressdruck bei möglichst geringem Strömungswiderstand zu maximieren. Verfügbar Im modernen Motorsport ist der Ansatz, die Performance über die Aerody­ namik zu verbessern, am vielversprechendsten. Für uns bedeutet das, dass unser Windkanal und die CFD-Systeme immer im Einsatz sind, damit wir unser Design verbessern und die Modelldaten zu den tatsächlichen Renn­ streckendaten in Beziehung setzen können. Wenn wir die aerodynamische Effizienz verbessern, reduzieren wir dadurch die Rundenzeit im nächsten Rennen. Letztendlich dreht sich alles um die Rundenzeit und darum, an welcher Stelle wir noch ein paar Zehntelsekunden einsparen können. In der Rennsaison 2012 lagen die Zeiten der einzelnen Fahrer z. B. besonders dicht beieinander. In jedem beliebigen Rennen erreichten die ersten 15 Fahrer mit großer Wahrscheinlichkeit Qualifying-Zeiten, die alle in einer Zeitspanne von einer Sekunde lagen. Der Bruchteil einer Sekunde kann den Unterschied ausmachen, ob es ein Fahrer unter die ersten zehn schafft oder nicht. Da das strenge Formel 1-Regelwerk Testfahrten auf der Rennstrecke wäh­ rend der Rennsaison verbietet, können wir die Rennstrecke nicht nutzen, um die Effizienz zu testen. Deswegen verlassen wir uns voll und ganz auf unsere CFD-Tools und den Windkanal. Unsere Aerodynamik-Experten, Modellkonst­ rukteure und Modellbauer, CFD-Ingenieure und andere Mitarbeiter werden von MetroCluster mit Arbeit versorgt. Die Lösung unterstützt die Bereitstel­ lung von Windkanal-Technologie, einschließlich Datenerfassung und Modell­ bewegungssystemen. Diese Systeme werden an sechs Tagen die Woche rund um die Uhr von unserem Team und für Projekte von Dritten eingesetzt. Die kontinuierliche Verfügbarkeit von Daten ist im gesamten Unternehmen wichtig – Ausfallzeiten verzögern Konstruktions-, Test- und Produktionspro­ zesse; im Windkanal ist sie sogar entscheidend. Jede Stunde, die ein Syste­ mausfall währt, ist eine Stunde, in der wir das Fahrzeug nicht verbessern. MetroCluster Komponenten Die Daten werden synchron in zwei MetroCluster Nodes repliziert. Bei dem einen handelt es sich um ein NetApp FAS3240 System im Fabrikgebäude und bei dem anderen um ein NetApp FAS3240 Array, das sich ungefähr 75 Meter entfernt im Windkanalgebäude befindet (siehe Abbildung 2). Mit einer Kapazität von 460 TB an den beiden Nodes bietet MetroCluster durch­ gängigen Daten-Service, integrierte Datensicherung und die Möglichkeit, die Performance und Kapazität zu skalieren, ohne den Betrieb zu stören. Durch die Zentralisierung unserer gesamten Daten-Services konnten wir die Komplexität und Kosten des IT-Managements deutlich verringern. 5 Der MetroCluster Node (konfiguriert mit FC-Laufwerken) im Windkanalge­ bäude unterstützt unsere gesamten UNIX- und Linux-basierten technischen Systeme. In den NetApp Systemen werden auch die zusammengefassten Ergebnisse der Berechnungen gespeichert, die in einem HochleistungsBerechnungs-Cluster ausgeführt werden, das aus Hunderten von Nodes besteht, die mit minimaler interner Kapazität konfiguriert sind. Windkanalsys­ teme erzeugen wichtige Daten durch die Messung des Anpressdrucks, der Druckverteilung, des Luftwiderstands (oder Strömungswiderstands) und anderer Prozesse im Zusammenhang mit der Konstruktion und dem Testen von einzelnen Komponenten (z. B. eines neuen Kotflügels) und des vollstän­ dig zusammengebauten Fahrzeugs. Im Bürogebäude bietet der NetApp MetroCluster Node (konfiguriert mit SATA-Laufwerken) Speicherplatz für unsere Produktions- und Bürosysteme. Die Umgebung ist derzeit zu 90 % virtualisiert. Dieser Node unterstützt sowohl physische Server als auch fünf VMware ESX-Server, auf denen 55 virtuelle Server-Instanzen gehostet werden. Wir gehen davon aus, dass wir einen zusätzlichen Cluster implementieren, der ungefähr 100 virtualisierte Desktops unterstützen soll. Infolgedessen können wir bis zu 80 physische Desktops außer Betrieb nehmen. Außerdem wird es dadurch finanziell möglich, dass einzelne Ingenieure in Umgebungen mit mehreren Desktops arbeiten. MetroCluster erfüllt mit mindestens 99 % Uptime unsere Anforderungen. Alle Daten werden synchron in beide Datacenter geschrieben, sodass wir bei einem Stromausfall oder einem anderen Ausfall in einem der Gebäude sofort einen Failover zum zweiten Datacenter durchführen können und keine Daten verloren gehen. Es dauert nur zwei oder drei Sekunden, Daten-Services am zweiten Standort wiederherzustellen, sodass die Benutzer den Failover in den meisten Fällen nicht einmal bemerken würden. CFD-Berechnung (Computational Fluid Dynamics) Datencenter 1 Hinwil Datencenter 2 Hinwil VMware vSphere und VMotion CFD-Vor- und Nachbearbeitung VMware vSphere und VMotion NetApp SnapManager NetApp MetroCluster NetApp FAS3240 NetApp FAS3240 NetApp Snapshot Cisco Unified Computing System (UCS) C250 Cisco Nexus 5020 Switch Erfassung von Fahrzeugdaten an der Rennstrecke NetApp FAS3210 mit Data ONTAP 8.0 FlexPod Abbildung 2: Storage-Infrastruktur und Datenkommunikation in der Unternehmenszentrale der Sauber Motorsport AG in Hinwil, Schweiz 6 Magnus Frey Head of IT Sauber Motorsport AG Magnus Frey, der in Basel in der Schweiz geboren und aufgewachsen ist, studierte Volkswirtschaftslehre und Informatik an den Universitäten Basel und St. Gallen. Er war sechs Jahre bei verschiedenen ­ConsultingUnternehmen beschäftigt und hat an Projekten im Zusammenhang mit IT-Strategien, IT-­InfrastrukturManagement und IT-ServiceManagement gearbeitet. Außerdem war er fünf Jahre in der Abteilung für IT-Infrastruktur-Management einer Schweizer Bank in Zürich und New York tätig. Frey arbeitet seit Januar 2012 bei der Sauber Motorsport AG. Er ist auch außerhalb der Arbeit ein F1-Fan. Außerdem fährt er gerne Rad und spielt Golf. Er sagt, er würde gerne lernen, ein Flugzeug zu fliegen, sobald er den Mut dazu hat. Geschwindigkeit ist alles – schneller, innovativer und effizienter mit NetApp Immer mehr technische Bestimmungen für Tests, Ausrüstung und Profile sowie verschiedene sportliche Regeln (zur Verbesserung der Sicherheit, Schaffung gleicher Wettbewerbsbedingungen und Senkung von Kosten) erfordern Innovationen in anderen Bereichen wie z. B. der IT. Wir bewältigen unsere IT-Herausforderungen, indem wir uns seit einiger Zeit auf NetApp – seit der Saison 2012 ist NetApp ein offizieller Technical Partner des Sauber F1 Teams – und die UP-GREAT AG, unserem Anbieter für Informationstech­ nologie und -infrastruktur, verlassen. Sie haben uns zusammen dabei unter­ stützt, zahlreiche einzelne Lösungen durch eine leistungsstärkere, stabilere und kostengünstigere Architektur zu ersetzen. Einfacheres, intelligenteres Datenmanagement Intelligentes Datenmanagement steigert die Effizienz und bietet uns einen Vorteil vor den anderen Teams. Da z. B. die Zeit im Windkanal beschränkt ist, bemühen wir uns, innovativere Methoden zu entdecken, um noch mehr Messungen am Modell durchzuführen, Daten schneller zu analysieren und den nächsten Lauf schneller zu starten. NetApp Datenmanagement hilft bei der Optimierung von Prozessen – Mengen können auf einfache Weise erhöht bzw. verringert werden, und virtuelle Server und Desktops lassen sich in wenigen Minuten bereitstellen, sodass wir schneller und mit weniger IT-­ Mitarbeitern auf Anfragen reagieren können. Routinemäßige Administrations­ aufgaben im Zusammenhang mit MetroCluster Nodes nehmen gewöhnlich weniger als 10 % der Zeit eines Mitarbeiters in Anspruch. Es ist auch zweck­ mäßig, die gleiche Plattform und die gleichen Tools für alle Betriebssyste­ mumgebungen – Windows, Linux und UNIX – sowohl für die Datacenter als auch an der Rennstrecke zu verwenden. Durch die Konsolidierung der Daten in einer einzelnen Architektur erhalten wir ein Datenpaket, das sich nahtlos zusammenfügt. Außerdem ist es nicht mehr erforderlich, Daten zu kopieren, sodass der Zugriff auf Daten einfacher und schneller erfolgt – wodurch letzt­ endlich die Konstruktion und Entscheidungsfindung in kürzerer Zeit durchge­ führt werden können. Außerdem können wir alle wichtigen IT-Technologie-Updates in der zwei­ wöchigen Pause durchführen, in der gemäß internationaler Vereinbarung alle Formel 1-Rennteams nicht arbeiten. Mit MetroCluster können wird diese Updates in dieser Pause und ohne Ausfallzeit durchführen. Wir führen einen Failover für einen Node aus, während wir ihn aktualisieren. Dann werden die Daten zurückverlagert, und wir aktualisieren den zweiten Node. UP-GREAT hat die Aktualisierung in diesem Jahr in zwei Stunden durchgeführt. Marcel Keller, Storage- und Backup-Spezialist bei UP-GREAT, stimmt zu, dass das ohne MetroCluster nicht möglich gewesen wäre. Er sagt spaßeshalber, dass sein Support Team nichts zu tun hätte, wenn es nicht dieses jährliche ­Wartungs-Upgrade gäbe. Wir haben die notwendigen Wartungsarbeiten an der FlexPod Plattform für die Rennstrecke in einer Stunde durchgeführt. Dieser Prozess hat früher vier Wochen gedauert. Damals hatten wir vier Racks, und wir mussten zurück nach Hinwil fliegen, um Aktualisierungen durchzuführen. Wir sind ein datenbasiertes Unternehmen und die IT trägt wirklich entschei­ dend zur Innovation bei. Aber wir haben nur wenige IT-Mitarbeiter – fünf Mitarbeiter in der Unternehmenszentrale und einen oder zwei Mitarbeiter an der Rennstrecke. Wir wissen, dass IT-Effizienzen die Wettbewerbsfähigkeit unseres Teams wirklich unterstützen und die Direktinvestitionen des Teams in das Fahrzeug maximieren. 7 Hochleistung und Kostensenkung Die Skalierung und Performance des Storage-Systems können nach Bedarf angepasst werden, sodass wir ausreichend Speicherplatz für alle Änderun­ gen, die die Renn- und Konstruktionsteams bei der Datenerfassung vorneh­ men, bereitstellen und zusätzliche sowie schnellere Computing-Plattformen unterstützen können. Darüber hinaus konnten wird durch die Verwendung der intelligenten Cache-Speicherung von NetApp Flash Cache in der ­MetroCluster Lösung in Hinwil die Performance enorm steigern. Einer der Vorteile besteht darin, dass wir kosteneffiziente SATA-Laufwerke ohne Geschwindig­keitseinbußen verwenden können. In der virtuellen ServerUmgebung, in der wir Deduplizierung zusammen mit Flash Cache verwen­ den, erzielen wir Kapazitätseinsparungen und können gleichzeitig die Perfor­ mance um das Dreifache steigern. Wir deduplizieren z. B. vierzig Virtual Machines und nur die erste wird von der Festplatte gelesen – die nächsten 39 werden direkt aus dem extrem schnellen Cache geladen. Bei der Verwen­ dung von Daten­banken sind außerdem die Antwortzeiten äußerst schnell, insbesondere während umfassender Aktualisierungen von Datentabellen. An der Rennstrecke sparen wir durch Deduplizierung 8 GB bis 10 GB pro Desktop – ein großer Vorteil, wenn ein möglichst geringer Platzverbrauch oberste Priorität hat und zusätzliches Gewicht die Reisekosten erhöht. Die Deduplizierung unterstützt auch eine effiziente Skalierung. Kapazitätsein­ sparungen sind immer vorteilhaft, aber für die Plattform an der Rennstrecke sind sie besonders wichtig. Durch den Umstieg auf eine virtuelle Server-/ Desktop-Umgebung im hocheffizienten FlexPod Framework konnten wir unseren Platzbedarf von vier auf zwei Schränke reduzieren und das Gewicht halbieren und dadurch die Transportkosten senken. Außerdem konnten wir den Energieverbrauch um die Hälfte verringern. Das ist besonders wichtig an Veranstaltungsorten, an denen die örtliche Stromversorgung nicht zuverläs­ sig ist, sodass unser Team auf die Stromversorgung auf unseren Lkw ange­ wiesen ist. Insgesamt haben wir durch die Halbierung unseres Platzbedarfs für das System an der Rennstrecke mehr Transportkosten gespart, als die gesamte FlexPod Plattform gekostet hat. Zusammenfassung Durch die Partnerschaft mit NetApp und UP-GREAT bei der Implementierung einer flexiblen IT-Infrastruktur – und indem wir uns auf IT-Innovation und -Effizienz konzentriert haben – sind wir in der Lage, den Anforderungen der fortschreitenden Technologie in der Königsklasse des Motorsports gerecht zu werden. Wir verwalten mehr Daten, optimieren unsere Tools und verbes­ sern letztendlich den Rennwagen in kürzerer Zeit und mit besseren Ergebnis­ sen als je zuvor. Wir profitieren von der NetApp Storage-Infrastruktur durch schnelle Anpassungsfähigkeit, Standardisierung, einfaches Management und Platz zum Wachsen. So können wir mehr Sensoren unterstützen, mehr Daten erfassen oder neue Funktionalitäten wie z. B. die Mitnahme von Datenbanken an die Rennstrecke oder das Hinzufügen von Video-Feeds von der Rennstrecke unterstützen. FlexPod bietet die gleichen Vorteile in einer kleinen Plattform für unterwegs. Ich kenne keine andere Technologieinfra­ struktur, die eine bessere Lösung für unsere Zwecke bieten könnte. FlexPod bietet die beste Platzeffizienz sowie die Vielseitigkeit, die wir für entschei­ dende Aufgaben an der Rennstrecke, z. B. die Erfassung von Echtzeitdaten, Analyse und Entscheidungsfindung, benötigen. Der größte Test unserer Fähigkeiten als Team findet natürlich auf der Rennstrecke statt. Im Jahr 2012 haben wir es schon vier Mal auf das Siegerpodest geschafft. In Italien erreichte Sergio Perez, einer unserer beiden Fahrer, den zweiten Platz. Unser anderer Fahrer, Kamui Kobayashi, erreichte den dritten Platz in Japan und insgesamt hat das Team schon mehr Punkte erzielt als in der Gesamtwertung im letzten Jahr. Monisha Kaltenborn, Teamchefin und CEO, glaubt, dass „wir ständig besser werden“. Und ich bin der gleichen Meinung. 8 Über das Sauber F1 Team Das Sauber F1 Team tritt in Formel 1-Rennen an. Die Rennsaison dauert von März bis November und umfasst 20 dreitägige Veranstaltungen, die aus Trainings- und Qualifying-Einheiten sowie dem Rennen bestehen und auf Rennstrecken in 19 Ländern auf der ganzen Welt stattfinden. Die Sauber Motorsport AG mit der Unternehmenszentrale in Hinwil, Schweiz, beschäftigt ungefähr 300 Konstrukteure, Ingenieure und andere Mitarbeiter. Das von Peter Sauber 1970 gegründete Unternehmen bietet weiteren 100 Vollzeitmit­ arbeitern von Zulieferern und Service Providern in der Region eine Existenz­ grundlage. Im Jahr 2012 nimmt das Sauber F1 Team zum zwanzigsten Mal an der von der Fédération Internationale de L’Automobile (FIA) ausgeschrie­ benen Formel 1-Weltmeisterschaft teil. www.sauberf1team.com Über NetApp NetApp steht für innovatives Storage- und Datenmanagement mit hervorra­ gender Kosteneffizienz. Unter dem Credo „Go further, faster“ unterstützt NetApp Unternehmen weltweit in ihrem Erfolg. Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.netapp.de. Go further, faster Wichtige Produkte und Technologien Datacenter NetApp: • FAS3240 (440 TB x 2) • Flash Cache • MetroCluster • Data ONTAP 8.03 • FlexVol • Deduplizierung • Snapshot • SnapManager für SQL Server, SAP und SharePoint • SnapRestore • FC/NFS/CIFS VMware: • VMware ESX Server 5.0 • VMware vCenter Server 5 • VMware vMotion 5 • VMware vSphere 5 Microsoft Windows Umgebung: • Microsoft Exchange 2007 • Microsoft SQL Server • Microsoft SharePoint • SAP R/3 ECC 6.0 UNIX/Linux Umgebung: • Dassault Systèmes CATIA • CFD (proprietär) Rennstrecke (mobil) FlexPod: • Cisco Nexus Switch • Cisco UCS Server • NetApp FAS2040 System • VMware View 4.5 • VMware vSphere 5 Eine weitere NetApp Lösung von: www.netapp.de © 2012 NetApp. Alle Rechte vorbehalten. Ohne schriftliche Genehmigung seitens NetApp darf dieses Dokument nicht, auch nicht auszugsweise, vervielfältigt werden. Änderungen vorbehalten. NetApp, das NetApp Logo, Go further, faster, FlexPod, FlexVol, MetroCluster, SnapManager, SnapMirror, SnapRestore, Snapshot und SyncMirror sind Marken oder eingetragene Marken von NetApp, Inc. in den USA und/ oder anderen Ländern. Cisco und Nexus sind eingetragene Marken und Unified Computing System ist eine Marke von Cisco Systems, Inc. UNIX ist eine eingetragene Marke von The Open Group. Linux ist eine eingetragene Marke von Linus Torvalds. VMware, vMotion und vSphere sind eingetragene Marken und vCenter und View sind Marken von VMware, Inc. Windows, Microsoft, SQL Server und SharePoint sind eingetragene Marken der Microsoft Corporation. SAP ist eine eingetragene Marke der SAP AG. Alle anderen Markennamen oder Produkte sind Marken oder eingetragene Marken der jeweiligen Eigentümer und als solche anzuerkennen. NA-164-1112-A4-deDE