-1- beraten – schützen – weiter helfen Tätigkeitsbericht 2012 Staatlich anerkannte Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen Hauptstelle Mühldorf Außenstelle Altötting 1 Tätigkeitsbericht 2012 (nach § 10 SchKG und Art. 16 Nr. 10 BaySchwBerG in Verbindung mit der Jahresstatistik 2012) (Empfänger: Regierung von Oberbayern und Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen) Staatlich anerkannte Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen DONUM VITAE in Bayern e.V. Weißgerberstr. 7, 84453 Mühldorf Telefon: 08631/13055 Fax: 08631/13056 Email: [email protected] Internet: www.muehldorf.donum-vitae-bayern.de Träger: DONUM VITAE in Bayern e.V. Luisenstr. 27/3. OG, 80333 München 1. Vorsitzende: Maria Eichhorn stellv. Vorsitzende: Dr. Walter Bayerlein Daniela Ludwig, MdB Ortsbevollmächtigte: Claudia Hausberger Öffnungszeiten: Montag, Dienstag, Donnerstag u. Freitag 9.00 bis 12.00 Uhr Mittwoch von 14.00 bis 18.00 Uhr Termine nach Vereinbarung auch abends und Freitagnachmittag möglich Außensprechtag: Waldkraiburg, Siemensstr. 3a, im „Haus Unterm Regenbogen“ wöchentlich am Dienstag telefonische Terminvereinbarung über die Hauptstelle Mühldorf Außensprechtag: Burghausen, Wackerstr. 1, im Haus der Familie vierzehntägig Dienstag telefonische Terminvereinbarung über die Hauptstelle Mühldorf Außenstelle Altötting: Trostberger Str. 17, 84503 Altötting Telefon: 08671/5405 Fax: 08671/928654 Email: [email protected] Öffnungszeiten: Dienstag u. Donnerstag von 9.00 bis 12.00 Uhr Freitag von 9.00 bis 13.00 Uhr Termine nach Vereinbarung auch Freitagnachmittag möglich Leiterin der Beratungsstelle: stellv. Leiterin: Agathe Langstein, Dipl.-Soz.Päd.(FH) Angelika Kneißl, Dipl.-Soz.Päd.(FH) Weitere Beratungsfachkräfte: Margarete Leitner, Dipl.-Soz.Päd.(FH) Monika Miedl, Dipl.-Soz.Päd.(FH) Annette Bergmann, Dipl.-Soz.Päd.(FH) 75 % 60 % 35 % 50 % 30 % 1 1. Ziele der Beratungstätigkeit.................................................................................. 2 2. Zusammenfassung zur Beratungstätigkeit, Erfahrungen und Trends; Zusammenfassung zu den angebotenen Hilfen und deren Wirksamkeit insbesondere in der allgemeinen Schwangerenberatung (z.B. Anliegen, Probleme und Defizite, Erwartungen der Hilfssuchenden, Konfliktlösungsmöglichkeiten, angewandte Methoden, Beispiele) ............................................... 3 2.1. Zusammenfassung zur Beratungstätigkeit, Erfahrungen und Trends .... 3 2.1.1. Außenstelle in Altötting .......................................................................... 9 2.1.2. Außensprechtag in Waldkraiburg ......................................................... 11 2.1.3 Außensprechtag Burghausen .............................................................. 11 2.2. Allgemeine Schwangerenberatung; Zusammenfassung zu den angebotenen Hilfen und deren Wirksamkeit......................................... 12 2.2.1. Erfahrungen mit Hartz IV ..................................................................... 12 2.2.2. Elterngeld ............................................................................................. 13 2.2.3. Moses - Projekt .................................................................................... 14 3. Schwangerschaftskonfliktberatung; Auswertung der Beratungsprotokolle, (Tendenzen) nach Alter (vor allem Minderjährige, Familienstand, vorangegangene Abbrüche, Partnerbeteiligung, Abbruchgründe) .................................. 15 4. Aktivitäten im Bereich der nachgehenden Betreuung (Folgeberatung) durch Einzelberatung und Gruppenarbeit (Inhalte, Erfahrungen, Wirksamkeit der Angebote, zukünftige Planungen) ...................................................................... 23 4. 1. Folgeberatung ...................................................................................... 23 4. 2. Gruppenangebot .................................................................................. 23 4. 3. SAFE – Programm ............................................................................... 25 4. 4. Hebammensprechstunde ..................................................................... 25 5. Aktivitäten im Bereich der Kinderwunschberatung und Präimplantationsdiagnostik sowie im Bereich der Pränataldiagnostik und Beratung bei zu erwartender Behinderung des Kindes ................................................................ 26 5.1. Aktivitäten im Bereich der Kinderwunschberatung und Präimplantationsdiagnostik .................................................................. 26 5.2. Aktivitäten im Bereich der Pränataldiagnostik und Beratung bei zu erwartender Behinderung des Kindes .................................................. 27 6. Aktivitäten im Bereich der Prävention durch Einzelberatung und Gruppenarbeit (Inhalte, Erfahrungen bei der Umsetzung, Anregungen und Verbesserungen) .. 28 6.1 Prävention an Haupt- und Berufsschulen ............................................ 28 6.2. Spezielle Präventionsangebote ............................................................ 29 6.3. Prävention an der Grundschule - Multiplikatorenschulung für Lehrer/-innen ........................................................................................ 30 6.4. Prävention in der 6. Klasse .................................................................. 32 7. Öffentlichkeitsarbeit (z.B. Vorträge, Kontakte zu Ärzten, Medien) ...................... 33 8. Qualitätssicherung ............................................................................................. 34 9. Fortbildung und Supervision der Mitarbeiter/-innen............................................ 35 10. Zusammenarbeit mit anderen Stellen, Teilnahme an Arbeitskreisen ................. 35 2 Einzugsbereich: Das Einzugsgebiet der staatlich anerkannten Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen Mühldorf umfasst die Landkreise Mühldorf mit 110.680 Einwohnern (31.12.2011) und Altötting mit 108.001 Einwohnern (31.12.2011). Die Hauptstelle befindet sich in Mühldorf, die Außenstelle in Altötting. Die Außensprechtage finden in Waldkraiburg und Burghausen statt. 1. Ziele der Beratungstätigkeit Grundsätzlich maßgebend für die Beratungstätigkeit bei DONUM VITAE in Bayern e.V. ist das LEITBILD: DONUM VITAE - Geschenk des Lebens - steht für eine achtsame und mutige Annahme des Lebens in der Hoffnung, dass jedes Leben gelingt. DONUM VITAE ist ein junger, bürgerlich-rechtlicher Verein, der sich auf der Grundlage des christlichen Menschenbildes für den Schutz des ungeborenen Lebens und die Würde von Frau, Mann und Kind einsetzt. In unseren Beratungsstellen informieren, beraten und begleiten wir in Fragen der Sexualität, Schwangerschaft, Elternzeit und im Schwangerschaftskonflikt. Diese Aufgaben erfüllen wir im gesetzlichen Auftrag. In Politik, Gesellschaft und Kirche wirken wir aus christlicher Verantwortung als Anwälte für das Leben mit, ein kindgerechtes und familienfreundliches Umfeld zu gestalten. DONUM VITAE will ein stabiles Netzwerk knüpfen, in dem viele Menschen sich für das „Geschenk des Lebens“ einsetzen und mithelfen, unsere Anliegen weiterzutragen. Darauf basierend werden die Ziele aus dem Beratungskonzept von DONUM VITAE in Bayern e.V., Sexualpädagogischen Konzept von DONUM VITAE in Bayern e.V., Qualitätshandbuch von DONUM VITAE in Bayern e.V. und dem Konzept zur Beratung und Begleitung nach Geburt und in den Folgejahren verfolgt. 3 2. Zusammenfassung zur Beratungstätigkeit, Erfahrungen und Trends; Zusammenfassung zu den angebotenen Hilfen und deren Wirksamkeit insbesondere in der allgemeinen Schwangerenberatung (z.B. Anliegen, Probleme und Defizite, Erwartungen der Hilfssuchenden, Konfliktlösungsmöglichkeiten, angewandte Methoden, Beispiele) 2.1. Zusammenfassung zur Beratungstätigkeit, Erfahrungen und Trends Statistik 2010/2011/2012: 2010 2011 2012 Mühldorf 665 569 619 Altötting 249 241 276 Waldkraiburg 57 69 73 Burghausen 25 26 15 Allgemeine Schwangerenberatung 469 421 515 § 219 StGB-Beratung 129 133 126 Nachgehende Betreuung 276 319 314 18 8 16 5 3 1 Nach Abbruch 15 19 6 PND-Beratung 2 2 3 914 905 983 742 738 621 1215 Std. 1164 Std. 1272 Std. 131 120 198 1135 484 723 563,00 Std. 296 339,25 252 225 225 237,5 Std. 267 Std. 223,75 Std. Beratungskontakte in Davon Sonstige Beratung / Einzelberatung Fragen zu Sexualität Beratungskontakte gesamt Ratsuchende gesamt (Frauen und mitberatene Personen) Beratungsstunden gesamt Teilnahme der Männer an der Beratung Erreichte Jugendliche über Präventionsarbeit Präventionsarbeit Gesamtstunden Anzahl der Landesstiftungsanträge Vortrags- und Öffentlichkeitsarbeit Gesamtstunden 4 2010 2011 2012 16 33 32 Gruppenarbeit Gesamtstunden 70,00 Std. 176,00 Std. 172,00 Std. PND-Projekt Gesamtstunden 87,00 Std. 72,00 Std. 65,00 Std. Werteorientierte Qualitätssicherung Gesamtstunden 67,50 Std. 79,00 Std. 78,00 Std. Gruppentreffen Std. Aufgewendete Stunden der Beratungsfachkraft: 1072,50 für die Beratung 133,75 für Sonstiges in Zusammenhang mit der Beratung 65,75 für Kontakt mit Dritten (Behörden, etc.) 34,25 für Fahrzeiten Kontakte Beratungsanlass: 126 Schwangerschaftskonfliktberatung n. § 219 StGB 515 allgemeine Schwangerenberatung 3 Pränataldiagnostik 314 Nachgehende Betreuung ab Geburt 6 Nachgehende Betreuung nach einem Schwangerschaftsabbruch 1 Bewusstseinsbildung, Prävention, Sexualaufklärung 2 Kinderwunschberatung/Präimplantationsdiagnostik 16 Sonstige Beratung 5 Beratungsfall: 340 Erstberatung 333 Folgeberatung 107 Übernahme aus dem Vorjahr 203 Telefon- / E-Mail- / Online-Beratung Die Beratungsstelle war 2012, wie in den vorhergegangenen Jahren, voll ausgelastet. Die Wartezeiten im Berichtszeitraum betrugen höchstens 4 Wochen bei Nicht-Konfliktfällen, bei Konfliktberatungen höchstens 3 Tage. 6 Neben den Einzelgesprächen erwies sich auf Wunsch der Klientin die direkte, oft sehr zeitaufwändige Kontaktaufnahme mit maßgeblichen Behörden, Arbeitgebern, Lehrern, Vorgesetzten oder anderen Stellen als klärend, nützlich und oft dringend notwendig. Gemäß den Aufgaben der Schwangerenberatungsstelle bildet die Vergabe von finanziellen Mitteln einen Arbeitsschwerpunkt. Folgende Stiftungen wurden von uns angefragt: Bundes- und Landesstiftung „Hilfe für Mutter und Kind“ – Unterstützung von schwangeren Frauen in Notlagen Bundes- und Landesstiftung „Hilfe für Mutter und Kind“ – Familien in Not Aktion für das Leben e.V., München Spendengelder von DONUM VITAE Spenden von Pfarreien und Frauengemeinschaften Misericordia, Berchtesgadener Hilfswerk Diefenbach-Stiftung, Waldkraiburg Hasenkopf-Stiftung/Fond für verschämte Armut, Altötting Marianne & Reinhard Wolf Stiftung, Schwandorf Aktion „Sternstunden“ Bei der Bundes- und Landesstiftung für schwangere Frauen in Notlagen wurden 225 Anträge gestellt und 180.436,00 € an hilfsbedürftige Frauen ausbezahlt. Haupterwerbsquelle: 102 eigenes Einkommen / Ersparnisse / SGB III 71 Bezug von Sozialleistungen 23 Einkommen und ergänzende Sozialleistungen 17 Eltern 126 Partner 1 Sonstiges Wie in den Vorjahren haben sich die Trends fortgesetzt und verfestigt. 7 Wirtschaftliche Situation der Familien Besonders im Niedriglohnsektor hat sich die wirtschaftliche Situation der Familien nicht wesentlich verbessert und viele Familien sind nach wie vor auf finanzielle Hilfen angewiesen. Besonders im Niedriglohnbereich empfinden viele Väter es als sehr deprimierend, dass sie als Vollzeitbeschäftigte ihre Familie nicht ernähren und nicht finanziell absichern können. Viele erhalten auch nur einen Arbeitsplatz bei Leihfirmen oder müssen Kurzarbeit und befristete Arbeitsverhältnisse in Kauf nehmen. Durch die Elterngeldregelung im 2. Lebensjahr der Kinder ist die finanzielle Situation für viele Familien schwierig und enttäuschend. Sie bekommen 12 bzw. 14 Monate lang Elterngeld bezahlt. Das 2. und 3. Lebensjahr ist ohne Arbeit schwer zu bewältigen. Trotz der 3 Jahre Elternzeit sind viele Frauen gezwungen, frühzeitig in die Berufswelt zurück zu kehren. Ein halbes Jahr Landeserziehungsgeld beim 1. Kind ist hier nicht ausreichend. Der Trend zur späten Mutterschaft hält weiterhin an. Die Zahl der Spätgebärenden steigt stetig. Der Kinderwunsch ist grundsätzlich da, Schwierigkeiten zeigen sich aber später bei der Integration des Kindes in den Lebenslauf der Frau. Nur fünf bis acht Jahre sehen junge Leute in Deutschland die Voraussetzungen fürs Kinderkriegen als günstig an: „Das Zeitfenster, in dem sie davon überzeugt sind, dass jetzt der richtige Zeitpunkt für Kinder ist, wird immer kürzer“, sagt Wilhelm Haumann vom Meinungsforschungsinstitut Allensbach. Seinen Umfragen zufolge ist für Deutschland ein Drei-Phasen-Modell typisch: 85 % der Befragten sind der Ansicht, dass Frauen zunächst eine Ausbildung machen und einige Jahre Berufserfahrung sammeln sollten. Daran schließt sich die Familienphase an. Erst wenn die Kinder groß genug sind, beginnt die eigentliche Berufsphase der Frauen. Der Trend zur späten Mutterschaft zeigt sich in ländlichen Gebieten etwas verlangsamt, ist aber deutlich spürbar. Vereinbarkeit von Kinder und Beruf Viele junge Frauen würden auch gerne Kinder und Beruf vereinbaren, die Bedingungen dafür zeigen aber noch viele Lücken auf (z.B. fehlende, flexible Kinderbetreuungsmöglichkeiten, unregelmäßige Arbeitszeiten usw.). In den Landkreisen Mühldorf und Altötting wurden viele Betreuungsplätze geplant und geschaffen. Unserer Meinung nach ist aber nicht nur die Anzahl der Betreuungsplätze von Bedeutung, sondern auch die Qualität der Betreuung (Stellenschlüssel, Eingewöhnungszeiten usw.). In neuester Zeit gibt es auch erste Veränderungsansätze der Wirtschaft und ein Umdenken hat hier begonnen. Einige Firmen versuchen auf verschiedene Weise, den Arbeitsplatz für junge Eltern attraktiv zu gestalten. Allen Konzepten gemeinsam ist ein Gesamtpaket an Maßnahmen. Dazu gehören nicht nur flexible Arbeitszeiten, Übernahme der Kinderbetreuungskosten, flexible Kinderbetreuungszeiten, sondern auch gemeinsame Betriebsfeste, um den Kontakt zu den Beschäftigten während der Elternzeit zu halten, so dass sie die ganze Zeit über in den Betrieb integriert sind. 8 In der Beratungsarbeit konnten wir beobachten, dass Frauen, die in ihrer Elternzeit viele Erfahrungen und Fähigkeiten erwerben konnten, nach der Elternzeit immer noch schwer zurück in den Beruf finden und einen Knick in ihrer Karriere erleben. Es ist ihnen oft nur möglich, Teilzeit zu arbeiten und somit können sie die Anforderungen einer Arbeit in höherer Position nicht erfüllen. Immer mehr Väter nehmen die Vätermonate in Anspruch und nehmen ihre Vaterschaft sehr ernst. Sie sind bereit, von Anfang an eine gute Bindung zu ihren Kindern aufzubauen. Die Familie steht für sie an erster Stelle und dann die Arbeit. Familienstand und Geburtenrate Im Landkreis Mühldorf wurden 2011 bei 881 Gesamtgeburten 64 weniger Kinder geboren als im Vorjahr. In 252 Fällen von den 881 Neugeborenen waren die Eltern nicht miteinander verheiratet. Das entspricht einer Nicht-Ehelichen-Quote von 28,60 %. Quelle: Mühldorfer Anzeiger vom 06.08.2012 9 Die neue Sorgerechtsregelung für nicht eheliche Väter versucht hier, den veränderten Familiensituationen gerecht zu werden, bringt aber zusätzliche Verunsicherung für alleinerziehende Frauen. Psychische Probleme und Fragestellungen Themen wie z.B. Depressionen, Selbstregulierungsstörungen bei Säuglingen sind häufig Inhalte in der Beratung. Ein entsprechendes psychosoziales Beratungsangebot ist deshalb angezeigt. In letzter Zeit beobachten wir vermehrt, dass Mütter den Alltag mit Kindern als sehr stressig erleben. Sie fühlen sich überlastet und erschöpft durch Job, Kind und Haushalt. Insbesondere viele Chauffeurdienste für Kurse und Aktivitäten, um das Kind möglichst gut zu fördern, führen zu Stresssituationen. Die hohen Erwartungen der Gesellschaft und die eigenen hochgesteckten Ziele führen zu einem Überförderungsklima in der Familie. Es herrscht manchmal nahezu ein Förderwahn, der Kinder und Eltern in enorme Überlastungssituationen treibt. In der Beratung kann nur schwer von den überhöhten Ansprüchen Abschied genommen werden. 2.1.1. Außenstelle in Altötting Die Außenstelle Altötting ist an 3 Tagen in der Woche geöffnet. Im Landkreis Altötting hat sich die Stelle gut etabliert und wird oft per Mundpropaganda weiter empfohlen. Konstant gebliebene jährliche Beratungszahlen bestätigen dies. Auffallend in der Beratungsarbeit an der Außenstelle ist der Rückgang der beantragten Bundes – und Landesstiftungsleistungen „Hilfe für Mutter und Kind“. So konnten im Jahr 2009 noch 87 Anträge gestellt werden, 2010 waren es 62 Anträge, 2011 noch 54 Anträge und 2012 war ein erneuter Einbruch mit nur 38 Antragstellungen zu verzeichnen. In den letzten Jahren sind weniger Anträge möglich gewesen, weil viele Familien mit ergänzendem ALG II die Einkommensgrenze der Bundes- und Landesstiftung für Mutter und Kind überschritten haben. Aber auch nach der diesjährigen Anhebung der Einkommensgrenzen ist kein Anstieg zu verzeichnen, obwohl mehr Beratungsstunden 2012 gegenüber 2011 geleistet wurden. Bezüglich der Beratungsanlässe und Beratungsinhalte hat sich eine große Verschiebungstendenz entwickelt. So wurden in der Außenstelle etwa gleich viele Erstberatungen wie Folgeberatungen durchgeführt. Der Schwerpunkt des Beratungsanlasses lag bei der allgemeinen Schwangerenberatung und der nachgehenden Betreuung ab Geburt. Der Anteil der Konfliktberatungen beläuft sich auf ca. 1/5 aller Beratungen. Bei der allgemeinen Schwangerenberatung bezogen sich die Beratungsinhalte meistens auf Beratung zu gesetzlichen Hilfen und finanziellen Leistungen sowie Ausbildung und Beruf bei der allgemeinen Schwangerenberatung. In der nachgehenden Betreuung nach Geburt lag der Löwenanteil bei der psychosozialen Beratung. Als Fazit lässt sich Folgendes festhalten: Bei gleich bleibenden Beratungsfällen steigt der Umfang und die Häufigkeit der Beratungen (2,33 Beratungsstunden pro Frau). Für die längerfristige Beratungsgestaltung bedeutet das konkret: Mehrere Folgeberatungen über einen Zeitraum von ca. 3 – 4 Jahren. Bewährt haben sich daher regelmäßige Beratungsgespräche im Rhythmus von 1 – 2 Monaten, in krisenhaften Situationen auch engmaschiger. 10 Im Jahr 2012 fand erstmalig eine gemeinsame öffentliche Info-Veranstaltung aller drei Schwangerschaftsberatungsstellen im Landkreis Altötting statt (DONUM VITAE, Caritas, Gesundheitsamt). Mit dem Thema: „Das sollten Sie wissen“ – Recht und Geld in der Schwangerschaft und danach – wollten wir zum einen Interessierte informieren über alles Wissenswerte rund um die Schwangerschaft und die erste Zeit danach und zum anderen wollten wir damit das plurale Angebot unserer Stellen vor Ort bekannter machen. Die Abendveranstaltung wurde gut angenommen. Insgesamt konnten 28 Personen erreicht werden. 11 Männer nahmen teil und signalisierten großes Interesse am Elterngeld, womit der Trend zur steigenden Beliebtheit der Väter an der 2-monatigen Elternzeit/Elterngeld zum Ausdruck gebracht wird. 11 2.1.2. Außensprechtag in Waldkraiburg Der Außensprechtag in Waldkraiburg findet wöchentlich dienstags in den Räumen der evangelischen Pfarrei im Sozialzentrum „Unter dem Regenbogen“ in der Siemensstraße statt. Die räumliche Ausstattung und der wohlwollende, unterstützende Kontakt zu der Pfarrei gestalten die Beratungssituation angenehm und motivierend. Der hohe Beratungsbedarf für die 3 möglichen Termine zeigt sich in den entsprechenden Nachfragen der Klient/-innen bei der Terminplanung. Aus finanziellen und organisatorischen Gründen sind die Klient/-innen froh, ein ortsnahes Angebot vorzufinden. Insgesamt fanden in Waldkraiburg 72 Beratungen statt, oftmals auch in Begleitung der Partner, der Eltern oder der Freunde. Der Schwerpunkt der Beratungen liegt in der finanziellen und psychosozialen Unterstützung. Am 16.09.2012 nahmen wir gerne am „Tag der kleinen Waldkraiburger“ teil. Diese von der Stadt ausgerichtete Veranstaltung im Haus der Kultur dient der Begrüßung der kleinen Waldkraiburger, die im Jahr 2011 geboren wurden. Hier erfahren die jungen Eltern mit ihren Babys durch die unterschiedlichen Angebote sozialer Einrichtungen eine besondere Wertschätzung. Ebenso wird die Vernetzung der Kooperationspartner deutlich und kann allgemein genutzt werden. 2.1.3 Außensprechtag Burghausen Auch im Jahr 2012 fand der Außensprechtag im „Haus der Familie“ in Burghausen statt. Insgesamt wurden 15 Beratungen in Anspruch genommen. Die rückläufige Tendenz ist darauf zurück zu führen, dass das Beratungszimmer an weniger Dienstagen zur Verfügung stand. Klientinnen aus Burghausen sind dann z.B. nach Altötting und Mühldorf ausgewichen, um lange Wartezeiten zu vermeiden. Schwerpunkt ist in Burghausen die allgemeine Schwangerschaftsberatung. Im Jahr 2012 fanden auffallend viele Folgeberatungen statt, d.h. Familien mit einem erhöhten Beratungsbedarf, die eine längerfristige Begleitung benötigten. Andererseits gibt es nach wie vor viele Beratungen bezüglich Elterngeld, Vätermonate usw., die vor allem von Personen genutzt werden, deren Einkommen überdurchschnittlich hoch ist und die für sich eine zufrieden stellende Antwort suchen bezüglich Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Auffallend dabei war die hohe Zahl der Partnerberatungen, d.h. auch die Männer bzw. werdenden Väter übernehmen immer öfter ihren Anteil an der Elternverantwortung und informieren sich im Vorfeld über ihre Möglichkeiten und Hilfen. Durch den engen (auch räumlichen) Kontakt zu den anderen sozialen Einrichtungen, die im Haus der Familie angesiedelt sind, werden schwangere Frauen unproblematisch und unbürokratisch an unsere Beratungsstelle überwiesen. Besonders wichtig ist dabei der Kontakt zur „Sprachwerkstatt“, da die Leiterin ihre Schülerinnen auch persönlich zu unserer Beratung begleitet und als Dolmetscherin fungiert. Hervorzuheben ist nach wie vor die enorme Familienfreundlichkeit der Stadt Burghausen. Sie ist für viele junge Paare und Familien ausschlaggebend bei der Wahl ihres Wohnortes, zumal auch hervorragende Arbeitsmöglichkeiten in der Region gegeben sind (z.B. übernimmt die Stadt die gesamten Kosten für den Kindergarten ab 3 Jahren). Im Jahr 2013 gibt es große Veränderungen im Haus der Familie. Es ist der Abriss des Hauses und damit auch der Umzug in neue Räumlichkeiten geplant. 12 2.2. Allgemeine Schwangerenberatung; Zusammenfassung zu den angebotenen Hilfen und deren Wirksamkeit 2.2.1. Erfahrungen mit Hartz IV Wie in den Vorjahren ist der Beratungsalltag umfangreich, kompliziert und erfordert zeitintensive Recherchen. Die Beratungssituation hat sich nicht wesentlich geändert. Insbesondere bei den ALG-II-Empfängern ist der Beratungsumfang erhöht durch die Erfassung und Klärung der finanziellen Situation. Die Antragstellung auf Leistungen nach dem SGB II gestaltet sich häufig schwierig. Das Jobcenter Altötting ist dazu übergegangen, durch eine zentrale Telefonnummer Auskunft zu erteilen. Dies erschwert uns die Beratungsarbeit sehr, da nur durch lange Wartezeiten in Warteschleifen oder späteren Anrufen konkrete Fallauskunft möglich ist. Die Klient/-innen geben vorzeitig auf und können erforderliche Unterlagen für die Bundes- und Landesstiftung „Hilfe für Mutter und Kind“ nicht rechtzeitig beibringen. Viele verschiedene, unübersichtliche und verwirrende Änderungsbescheide, besonders bei unregelmäßigem Einkommen, verlängern und verzögern unsere Bearbeitungszeiten für Bundes – und Landesstiftungsanträge „Hilfe für Mutter und Kind“ und überfordern die Frauen. Die schleichende Teuerungsrate, erhöhte Zuzahlungen im Gesundheitsbereich, Wegfall einmaliger Hilfen, Anrechnung von Elterngeld auf ALG II etc. drängen junge Familien und Mütter in existentielle Not und isolieren sie zunehmend vom gesellschaftlichen Leben. Die Führung eines menschenwürdigen Lebens ist für Familien mit Kindern mit geringem Einkommen immer weniger möglich. Es besteht großer Klärungs- und Handlungsbedarf, so dass nicht nur gut verdienende Familien die Perspektive auf ein humanes Leben mit Kindern haben. Die Intention von Hartz IV, den Menschen zu fördern und fordern, kann nicht umgesetzt werden oder ist wenig spürbar, besonders bei arbeitswilligen Menschen. Positive Erfahrungen gibt es mit den Anträgen auf Bildung- und Teilhabe beim Sozialamt für Hartz IV-Empfänger. Die Betroffenen werden gut über das Angebot informiert und vom Jobcenter darauf hingewiesen. Von den Sachbearbeiter/-innen werden sie umfassend und freundlich beraten und bei Bedarf auch bei der Antragstellung unterstützt. Das Jobcenter Mühldorf ist unserem Wunsch nachgekommen, einen Arbeitskreis zur Erarbeitung eines gemeinsamen Leitfadens zu installieren und zusammen mit dem Gesundheitsamt konstruktive Lösungen zu finden. Der gemeinsame Leitfaden ist nun erstellt und kann zukünftig als gute Arbeitsgrundlage dienen. 13 Beratungsthemen 2012 439 Beratung zu finanzieller Hilfe 87 Beratung zu Wohnungsfragen 77 Beratung zu Ausbildung / Beruf 129 Beratung zu Rechtsgebieten 310 psychosoziale Beratung 4 Beratung im Kontext von pränataler Diagnostik 169 Partnerschaft / Familie 96 sonstige Beratung 2.2.2. Elterngeld Mit dem Bundeselterngeldgesetz wollte die Familienpolitik einen neuen zukunftsorientierten Kurs einschlagen. Eltern sollen gemeinsame Zeit für die Betreuung ihres Kindes haben, ohne dauerhafte Einkommenseinbußen hinnehmen zu müssen und ohne die berufliche Zukunft zu gefährden. Ein weiteres verfolgtes Ziel ist sowohl ein sozialpolitischer Beitrag durch Erhöhung der Geburtenrate und eine volkswirtschaftliche Antwort auf zu hohe Betriebskosten durch große personelle Fluktuation. Viele Eltern kommen in die Beratung, um sich über das Elterngeld und das Landeserziehungsgeld zu informieren. Es ist sehr zeitaufwändig, bei oft sehr komplizierten Einkommensverhältnissen entsprechende Auskünfte zu erteilen. Oft sind es die gut verdienenden Männer, die Auskunft in den Info-Veranstaltungen erwarten. Diese Männer nehmen zunehmend die Vätermonate oder auch längere Elternzeit in Anspruch. Der oft zu frühe Erwerbsrückreiz durch das Elterngeld wird von vielen Müttern oft nicht begrüßt. Entgegen neuer statistischer Ergebnisse, die einen Zuwachs der Männer im Bezug des Elterngeldes verzeichnet, nehmen die Partner unserer Klient/-innen diese Möglichkeit noch selten in Anspruch. Die Angst, den Arbeitsplatz zu verlieren oder die schwierige finanzielle Situation lassen den Männern wenig Entscheidungs- und Handlungsspielraum. 14 Durch die verkürzte Bezugsdauer des Landeserziehungsgeldes geraten die Eltern in Überbrückungsnot, aus der sie finanziell keinen Ausweg sehen und selbst bei Rückkehr in den Beruf nach einem Jahr stehen die Frauen immer noch vor dem Problem: Wohin mit dem Kind während der Arbeitszeit? Wie komme ich mit der Doppelbelastung Familie und Beruf zurecht? Die Anrechnung des Sockelbetrages von 300,00 € auf das ALG II stellt für Klient/-innen einen schmerzlichen finanziellen Einschnitt dar. Vor allem in der Konfliktberatung und bei unserem Auftrag, zum Schutz des Lebens zu beraten, wirkt diese Entscheidung sehr kontraproduktiv. 2.2.3. Moses - Projekt Auszug aus einem Presseartikel von DONUM VITAE in Bayern e.V. zum Beschluss des Deutschen Ethikrates: „1999 wurde in Amberg mit dem Moses-Projekt bundesweit die erste Möglichkeit geschaffen, ein Kind anonym gebären zu können. DONUM VITAE in Bayern e.V. bietet seit seiner Gründung über die zentrale Notrufnummer 0800 0066737, die Tag und Nacht erreichbar ist, in ganz Bayern mit seinen Beratungsstellen Müttern in extremen Konfliktsituationen einen Ausweg, um so das Kind vor Aussetzung, Unterversorgung oder Tötung zu schützen. Die werdende Mutter wird ab dem Zeitpunkt ihres Anrufes von einer Beraterin von DONUM VITAE in Bayern e.V. betreut, bei der Geburt begleitet, die Probleme der Frau mit ihr besprochen und ihr mit Rat und Hilfe zur Seite gestanden. Das hat zur Folge, dass viele Frauen zusammen mit DONUM VITAE in Bayern e.V. einen Weg für ein Leben mit dem Kind finden. DONUM VITAE in Bayern e.V. leistet mit seinem Moses-Projekt und seiner qualifizierten Betreuung eine niedrigschwellige Hilfe. Die Mitarbeiter/-innen erfassen bereits heute Daten der Mütter und Hintergründe, der anonymen Geburt, damit das Kind später Auskunft erhalten kann. Beim Moses-Projekt ist es auch selbstverständlich, dass unverzüglich nach der Geburt das Jugendamt informiert wird. Die Geburt des Kindes wird gemeldet, ohne dass die Identität der Mutter preisgegeben wird. Das Jugendamt übernimmt daher die Vormundschaft für das Kind. Seit mehreren Jahren haben sich Abgeordnete des Deutschen Bundestags mit der Problematik von Babyklappen und anonymer Geburt auseinandergesetzt und das BMFSK beauftragt, eine Studie zur anonymen Geburt zu erstellen.“ Wie der Presse aktuell zu entnehmen ist, liegt ein Gesetzesentwurf vor, in der die Bundesregierung bei der Neuregelung nur die vertrauliche Geburt zu lassen will. Die Erfahrungen von DONUM VITAE lehren uns, dass auf die anonyme Geburt nicht verzichtet werden kann, es sei denn, man nimmt in Kauf, dass Frauen, die trotz Beratung und Hilfe anonym bleiben wollen, ihre Lösungsmöglichkeit in einer allein und geheim durchgeführten Geburt sehen. Eine vertrauliche Geburt ist sicher eine zusätzliche Option für den Lebensschutz. Sie kann eine Zwischenstufe sein zwischen anonymer Geburt und den ohnehin vorhandenen gesetzlichen, bekannten Regelungsmöglichkeiten. 15 Die vertrauliche Geburt kann auch dazu führen, dass manche anonyme Geburt in eine vertrauliche Geburt übergeleitet werden kann. Die Übergänge können fließend sein bei einer guten Begleitung und Beratung. Sie sollten nur einander nicht ausschließen. So gehörte auch 2012 dieses Projekt zum Aufgabenbereich unserer Beratungsstelle Mühldorf-Altötting. Unsere Beraterinnen sind über die Notrufnummer während der Öffnungszeiten erreichbar und bekommen Anrufe weitergeleitet. Je früher es gelingt, die betroffenen Frauen zu erreichen und ihnen zur Seite zu stehen, desto besser gelingt es, nicht nur das Leben, sondern auch die Rechte des Kindes zu schützen. 3. Schwangerschaftskonfliktberatung; Auswertung der Beratungsprotokolle, (Tendenzen) nach Alter (vor allem Minderjährige, Familienstand, vorangegangene Abbrüche, Partnerbeteiligung, Abbruchgründe) Die Zahl der Konfliktfälle hat sich im Jahr 2012 geringfügig verringert. Der Anteil der Minderjährigen in der Konfliktberatung betrug 2,4 %. Die Präventionsarbeit scheint hier vermehrt zu greifen und bestätigt damit die Wichtigkeit der sexualpädagogischen Präventionsarbeit an den Schulen. Alter der Klientin: 0 1 2 45 26 19 19 10 0 122 unter 14 Jahre 14 – 15 Jahre 16 – 17 Jahre 18 – 25 Jahre 26 – 30 Jahre 31 – 35 Jahre 36 – 40 Jahre über 40 Jahre keine Aussage/unbekannt Summe 16 Die Anzahl der Frauen in der Schwangerenkonfliktberatung im Alter über 40 Jahren betrug 8,2 %. Diese Altersgruppe hat ähnlich wie die Altersgruppe der Minderjährigen eine eigene Problematik. In der Konfliktberatung wird deutlich, dass sie sich in ihrem Alter psychisch und physisch nicht mehr in der Lage sehen, den Anforderungen der Betreuung und Erziehung eines Kindes gerecht zu werden. Gleichzeitig ist es ihnen bis dahin nicht gelungen, aktiv die Familienphase abzuschließen. Es wurde keine endgültige Verhütungsregelung getroffen. Oftmals ist ein „geheimer“ Kinderwunsch zu beobachten. Erst die tatsächliche Schwangerschaft führt zu einer Auseinandersetzung mit dem Thema und der Klärung des weiteren Lebensplanes. Auch der hohe Anteil von Frauen im Alter zwischen 36 und 40 Jahren (15,6 %) war ebenfalls auffällig. Einerseits gibt es den Trend zur älteren Mutterschaft, andererseits können diese Frauen aufgrund ihres Erfahrungshintergrundes sehr genau abschätzen, welche Konsequenzen die Elternschaft mit sich bringt. Auch der gesundheitliche Aspekt, sowohl beim Kind wie bei der Frau, spielt hier eine Rolle. Der höchste Anteil der Konfliktfälle liegt, wie im Vorjahr, in der Altersstufe zwischen 18 und 25 Jahren (36,9 %). Diese Frauen sehen in der „frühen“ Mutterschaft oft ihre wirtschaftliche und berufliche Zukunft gefährdet und können häufig noch nicht auf eine tragfähige Partnerschaft bauen. Vorangegangene Schwangerschaftsabbrüche: 105 0 11 1 3 2 3 keine Aussage / unbekannt Von 122 Frauen hatten 11 Frauen bereits einen und 3 Frauen zwei Schwangerschaftsabbrüche hinter sich. Diese Frauen zeigen oft Schamgefühle in der Beratung, weil es ihnen wieder „passiert“ ist und sie nicht noch einmal in diese Situation kommen wollten. Das Thema Verhütung nimmt in diesen Beratungen einen großen Raum ein. 17 Fälle: 60 50 11 1 122 Familienstand: ledig verheiratet geschieden verwitwet Summe Die Problemlagen in der Beratung sind in vielen Fällen vielschichtig und haben sich zu den Vorjahren nicht wesentlich verändert. Die fehlende berufliche Perspektive ist ein Haupthinderungsgrund, sich auf ein Leben mit Kind einzulassen. 88,52 % der Frauen in der Konfliktberatung äußerten Angst vor der Verantwortung und Zukunftsängste. Die Arbeitszeiten sind noch nicht genügend auf die Kinderbetreuungszeiten abgestimmt und nicht ausreichend flexibel zu gestalten. Die Existenz kann durch Teilzeitarbeit, gerade bei Alleinerziehenden, nicht gesichert werden. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist nach wie vor unbefriedigend. Viele Frauen und Familien sind auch von Arbeitslosigkeit betroffen. Sie sehen keine Möglichkeit mehr, wieder beruflich Fuß zu fassen. Arbeitsverträge werden überwiegend befristet ausgestellt und die Zukunft dadurch schwer planbar. Vätern bzw. Familien wurden Fahrtzeiten zur Arbeit bis zu 2 Stunden einfach oder gar doppelte Haushaltsführung in getrennten Wohnungen zugemutet. Eine Entlastung der Mütter in ihrer Erziehungsarbeit wird somit oft unmöglich gemacht. 18 Fälle 3 15 3 57 14 24 6 0 0 122 Erwerbssituation: Schule in Ausbildung befindlich Studium erwerbstätig erwerbslos Hausfrau Mutterschutz/Elternzeit sonstiges keine Aussage/unbekannt Summe Das familiäre Umfeld spielt bei minderjährigen Müttern nach wie vor bei der Entscheidung für oder gegen das Kind eine entscheidende Rolle. Sie benötigen dringend die Zusicherung der Unterstützung durch die Familienangehörigen. Unabhängige Lebenspläne können nur bedingt entwickelt werden. Gelingt es, die Familie positiv mit einzubeziehen, können auch längerfristig tragfähige Lebensgemeinschaften mit dem Kind beobachtet werden. Zunehmend zeigen sich die Eltern bereit, die jungen Mütter auf dem schwierigen Weg zu begleiten. Immer wieder betonen Frauen, die bereits von Sozialhilfe oder ALG II abhängig waren, dass ein weiteres Kind wegen diesem „unwürdigen Zustand“ nicht in Frage kommt. Die Behördenabhängigkeit wird nach wie vor gesellschaftlich sehr negativ betrachtet und Bemerkungen wie „Sozialschmarotzerin“ oder „Sie wissen schon, dass man bis zur 12. Woche abtreiben kann“ werden oft geäußert. Frauen, die bisher ihren Lebensunterhalt durch eigene Arbeit finanzieren konnten, empfinden das besonders diskriminierend. Sie haben auch große Probleme, das mühsam ersparte Guthaben aufzubrauchen, damit der Bezug von ALG II möglich wird. 19 Fällle: 37 26 5 9 45 0 122 Erwerbsquelle: eigenes Einkommen/Ersparnisse/SGB III Bezug von Sozialleistungen Einkommen und ergänzende Sozialleistungen Eltern Partner sonstiges Summe In unserem ländlichen Einzugsbereich mit vielen Neubausiedlungsgebieten sind noch immer zu wenig Kleinkinderbetreuungsmöglichkeiten vorhanden. Gerade junge, neu zugezogene Familien sind darauf dringend angewiesen. Sie benötigen vor allem flexible Angebote, da häufig auch noch längere Fahrzeiten zur Arbeit anfallen. Es wurden bereits einige Kinderkrippen eröffnet, aber die Plätze reichen noch nicht aus. Auch für nicht berufstätige Mütter wird es immer mehr selbstverständlich, dass sie ihr Kind mit 2 Jahren in die Kinderkrippe geben. Tagesmütter werden oft als Konkurrenz für sich gesehen, obwohl diese flexiblere Angebote machen könnten. Auch im vergangenen Jahr war verstärkt zu beobachten, dass gerade das 3. Kind und weitere Kinder als sehr belastend und bedrohlich erlebt werden. Häufig wird der soziale Abstieg befürchtet. Die Frauen sehen sich aber auch überfordert mit einer nochmaligen Erziehungsaufgabe. Die Väter können hier oftmals nicht die angemessene Entlastungszusage geben, da sie beruflich zu sehr belastet sind. 20 Fälle: 38 34 35 10 5 122 Anzahl Kinder: kein Kind 1 Kind 2 Kinder 3 Kinder 4 und mehr Kinder Summe In der Beratung fiel auch im Jahr 2012 die Zunahme von psychisch kranken Müttern auf. Sie sind überlastet und überfordert mit der Schwangerschaft und der späteren Mutterschaft und benötigen deshalb zeitaufwändige Begleitung. Die Kindeswohlgefährdung hat einen hohen Stellenwert bei der weiteren Begleitung der psychisch kranken Mütter. Es darf aber nicht soweit kommen, dass Kindern von psychisch kranken Müttern generell die Möglichkeit einer Bindung zur Mutter verwehrt wird. Eine psychische Erkrankung bedeutet nicht gleich Erziehungsunfähigkeit. Wenn das Helfernetz eng und ausreichend gebildet wird, ist es auch diesen Müttern und Kindern möglich, gemeinsam ein gewinnbringendes Leben zu gestalten. Viele Anfragen machen deutlich, dass ein großer Beratungsbedarf für diese Thematik vorhanden ist, aber z.B. auch die Wochenbettdepression ein großes Tabuthema ist. Die Vernetzung mit anderen Hilfsangeboten ist hier dringend notwendig. In der Beratung kann verstärkt beobachtet werden, dass eine Verlässlichkeit auf die Beziehung nicht mehr als „normal“ angesehen wird. Beziehungen werden schnell beendet, wenn nicht alles zur Zufriedenheit läuft. Alleinerziehende Mütter fürchten gerade bei weiteren Schwangerschaften die Last der alleinigen Verantwortung in der Elternschaft und können sich kein weiteres Kind ohne Partner vorstellen. Nach wie vor ist der Druck der Familie, des Partners und des sozialen Umfeldes auf die Schwangere bezüglich eines Schwangerschaftsabbruches gravierend. Eine ungeplante Schwangerschaft wird immer mehr zu einer Sache, die man „beseitigen“ kann, wenn nicht die Idealbedingungen vorhanden sind. Für die Frauen wird es dadurch schwieriger, ihren eigenen Weg gegenläufig zum sozialen Umfeld zu gehen. Ohne Partner, Ausbildung, 21 passendes Alter und gute finanzielle Absicherung wird das Wagnis Kind nur schwer eingegangen. Leider sind diese Voraussetzungen oft nur Idealvorstellungen, die es im tatsächlichen Leben nicht gibt. Die Angst vor der Verantwortung und die Zukunftsängste sind trotz besserer Wirtschaftslage wieder gestiegen. Es verwundert deshalb nicht, dass 88,52 % der Frauen sich durch das ungeplante Kind psychisch und physisch überfordert fühlen. Von der Frau genannte wesentliche Gründe für die Erwägung eines Abbruchs 2008 / 2009 / 2010 / 2011 / 2012 Prozent Prozent Prozent Prozent Prozent 2008 2009 2010 2011 2012 fühlt sich psychisch/physisch überfordert 94,9 92,97 94,31 96,24 96,72 Angst vor Verantwortung/Zukunftsangst 83,44 75,78 77,24 87,22 88,52 finanzielle Probleme/Schulden 65,61 74,22 72,36 60,9 72,13 Schwierigkeiten in der Partnerbeziehung 57,32 60,16 57,72 63,16 57,38 Ausbildung gefährdet /berufliche Probleme 30,26 58,59 67,48 56,39 39,84 alleinerziehend 43,95 40,63 38,21 42,10 38,52 Wohnungsprobleme 26,11 23,44 34,15 33,83 33,61 Alter der Schwangeren 33,12 27,34 36,59 31.58 32,79 fehlende Kinderbetreuung 40,13 47,66 53,66 40,6 28,69 gesundheitliche Situation der Schwangeren 26,11 26,56 33,33 27,07 27,87 sonstiges 29,94 14,84 15,45 25,26 23,77 Angst vor Schädigung des Kindes 15,92 18,75 18,7 24,81 16,39 Arbeitslosigkeit 8,28 22,66 16,26 9,77 12,3 Druck der Familie / des sozialen Umfeldes 16,56 24,22 13,82 14,29 12,3 soziale Isolation 1,91 7,03 3,25 6,77 5,74 ausländerrechtliche Probleme 0,64 0,78 1,63 1,50 4,10 22 2012 wurden von uns 225 Bundes – und Landesstiftungsanträge für schwangere Frauen in Notlagen und einige zusätzliche Stiftungsanträge gestellt. Durch die Erhöhung der Einkommensgrenzen konnten 2012 wieder mehreren Familien finanzielle Unterstützung durch die Bundes- und Landesstiftung für Schwangere in Notlagen vermitteln. Für viele Familien ist es wichtig, zumindest geringfügige finanzielle Unterstützung zugesichert zu bekommen, um sich für ein Kind entscheiden zu können. Viele Familien mussten trotz ALG II abgewiesen werden, da die Freibeträge für Erwerbstätigkeit bei der Bundes- und Landesstiftung nicht angerechnet werden dürfen. Auch im Jahr 2012 kam es vermehrt zu Beratungen hinsichtlich ungeplanter Schwangerschaften, da sich die Frauen eine entsprechende Verhütung (die Pille, Spirale oder Sterilisation) nicht selbst finanzieren konnten. Das wenige Geld aus dem ALG II wird für „wichtigere“ Dinge benötigt. Es wäre dringend notwendig, für Verhütung wieder einmalige Hilfen beim ALG II-Bezug zu ermöglichen. Insgesamt ist der Trend zu beobachten, dass Frauen und Männer ihre eigenen Ressourcen, unabhängig von Besitz und Einkommen, nicht mehr wahrnehmen und erkennen können. Es ist vorrangig für sie wichtig, dem Kind etwas materiell „bieten“ zu können. Ob das Kind geliebt wird, wie die Elternschaft gelebt werden kann und ob ein stützendes Umfeld vorhanden ist, wird immer zweitrangiger gesehen. Auf der anderen Seite gibt es Familien, die gerade Überlebenskünstler sind und mit sehr geringem Einkommen zurechtkommen. Resultierend aus den oben genannten Problemen und den relativ kurzen Kontakten setzen wir nach wie vor verstärkt auf ziel- und lösungsorientierte Arbeitsansätze. Diese fokussieren die Ressourcen des Ratsuchenden und erfordern konsequente Lösungsschritte. Wir versuchen Frauen und Familien zu befähigen, mit immer weniger finanziellen Mitteln zurechtzukommen und sind behilflich, ein soziales Netz für entsprechende Hilfen ohne Geld, z.B. Nachbarschaftshilfe und Selbsthilfeinitiativen aufzubauen. Trotz aller ressourcenorientierter Arbeitsansätze appellieren wir aber wieder darauf, dass staatliche Hilfen für Frauen und Familien in ausreichendem Maße zur Verfügung stehen. Die sich ständig schnell verändernden Leistungen führen zu großen Verunsicherungen und zeigen in der Beratung schwerwiegende Wirkungen. Als Beraterin kann man wenig verbindliche Aussagen geben und schwer eine entsprechende Zukunftsperspektive mit dem Kind entwickeln. Das Schwangerenberatungsgesetz ist ein Beratungs- und Hilfegesetz. Es fehlen leider öfter die erforderlichen materiellen Hilfen oder die Hilfen verändern sich so schnell, dass sie zu wenig Sicherheit bieten. Es muss von Seiten des Staates deshalb noch mehr zur sicheren und längerfristigen Unterstützung von Frauen und Familien getan werden, um der gesetzlichen Lebensschutzaufgabe gerecht zu werden. Der Hilfeplan zum Schutz des Lebens ist nach wie vor unzureichend. 23 4. Aktivitäten im Bereich der nachgehenden Betreuung (Folgeberatung) durch Einzelberatung und Gruppenarbeit (Inhalte, Erfahrungen, Wirksamkeit der Angebote, zukünftige Planungen) 4. 1. Folgeberatung Im Jahr 2012 war auch hier ein großer Beratungsbedarf zu verzeichnen. Viele Frauen und Männer kommen mehrmals in die Beratungsstelle. Die Problemlagen sind oft sehr komplex, so dass alleinige Antragstellung oder Information nicht ausreichend sind (siehe auch Punkt 3 und 4). Die Beratung wird viel mehr als Prozess zur längerfristigen Lebensbewältigung verstanden (siehe Punkt 2). Die Beratungspraxis der nachgehenden Betreuung nach Geburt stellt einen Wechsel dar zwischen Hilfestellung bei den verschiedensten Anträgen und psychosozialen Themen. Unter den zahlreichen erforderlichen Anträgen sollen folgende exemplarisch genannt werden: Mutterschaftsgeld, Kindergeld, Elterngeld, Landeserziehungsgeld, Unterhaltsvorschuss, Verfahrenskostenhilfe, Prozesskostenhilfe, Kinderzuschlag, Wohngeld, Befreiung bei der GEZ, Weiterförderungsantrag zum ALG II, ALG I, Rückübertragungsschreiben und/oder diverse Anhörungsschreiben vom Jobcenter, Kindergartenzuschuss, Heizölzuschuss, Bildungs- und Teilhabeantrag, Jahresabrechnung von Nebenkosten, Fehlüberweisungen, Schreiben zu fehlenden Unterlagen und Mahnungen etc. Die Frauen erleben die Beratungsstelle als eine hilfreiche Anlaufstelle zu allen gesetzlichen Angelegenheiten, die sie nicht verstehen und wenn sie Hilfestellung bei der Klärung benötigen. Zentrale Inhalte im psychosozialen Bereich sind nach der Geburt anfangs die veränderten Lebensumstände wie der Alltag mit dem Baby, sichere Eltern-Kind-Bindung, Baby-Signale verstehen, Stillen und Ernährung des Babys und Schlaf-Wach-Rhythmus. Später rückt zunehmend mehr die Entwicklung bzw. die Erziehung des Kindes und die Kinderbetreuung in den Fokus. Letztlich werden Planungen bezüglich des Wiedereinstiegs in die Arbeit besprochen, um eine gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu ermöglichen. Dauerbrenner sind im gesamten Zeitraum Partnerschaftskonflikte bzw. Kommunikationsprobleme mit dem Partner und/oder den Eltern/Großeltern und dem sozialen Umfeld. Auch Angebote entsprechender Gruppen, Initiativen und Institutionen, die vermittelt oder selbst organisiert werden, dienen der Stabilisierung junger Familien in der ersten Zeit mit dem Kind. Von den Beratungsstellen von DONUM VITAE in Bayern e.V. wurde 2009 ein Angebot zur Beratung und Begleitung nach Geburt und in den Folgejahren erarbeitet. Auch im Jahr 2012 wurde es mit Erfolg angewandt. 4. 2. Gruppenangebot Auch im Jahr 2012 haben wir eine Gruppe für „junge werdende Mütter und solche, die es schon sind“ angeboten. Unter dem Motto „Die erste Zeit mit meinem Kind“ fand im ersten Halbjahr 2012 monatlich ein Treffen im Haus der Begegnung (Familienzentrum mit Spielstube) statt, an dem bis zu 6 junge Frauen, teilweise mit Partner und Kindern, teilnahmen. Inhaltlich lag der Schwerpunkt auf den veränderten Lebensumständen der jungen Familien (z.B. Auszug aus der elterlichen Wohnung, Trennung vom Kindsvater, berufliche Neuorientierung). 24 Seit September 2012 findet die Gruppe nun 14-tägig statt, da aus unserer Erfahrung der geringere Abstand zwischen den Treffen zu mehr Verbindlichkeit und Vertrautheit führt. Dadurch gelingt es den Teilnehmern auch leichter, Kontakte über die Gruppe hinaus zu entwickeln und zu pflegen. Die Treffen werden nun im Wechsel von 2 Beraterinnen begleitet. Mit folgendem Artikel im Mühldorfer Anzeiger wurde im August 2012 über die Gruppe berichtet: 25 4. 3. SAFE – Programm Im Jahr 2012 wurden 2 laufende SAFE-Kurse zum Abschluss gebracht. Rückblickend wurde von den Teilnehmer/-innen bestätigt, wie wertvoll dieses Kursangebot für sie auf ihrem Weg zum Elternsein war. Auch die Begleitung im ersten Lebensjahr ihres Kindes erlebten die jungen Eltern als sehr entlastend und hilfreich. Themen waren u.a.: Ernährung, Schlafen, Frühkindliche Entwicklung, Grenzen setzen, Fremdbetreuung und vieles mehr. Die Freude über die Begegnung war immer spürbar, auch die Möglichkeit, einen ganzen Tag gemeinsam zu verbringen, sich auszutauschen, zu informieren und gemeinsam Mittag zu essen wurde als sehr positiv erlebt. Für das Jahr 2013 ist bereits ein neuer SAFE-Kurs geplant. Start ist am 24.02.2013. Dieser wird von Mentor/-innen der Erziehungsberatungsstelle Mühldorf geleitet. Auch von unserer Seite ist ab Herbst 2013 ein neuer Kurs geplant, da wir dieses Angebot als sehr wichtig, unterstützend und gewinnbringend für den Start ins Elternwerden und Elternsein erleben. 4. 4. Hebammensprechstunde In der Beratungsarbeit machen wir die Erfahrung, dass das Vor- und Nachsorgeprogramm der Hebammen von unserem Klientel nur wenig wahrgenommen wird. Wir bieten deshalb ein niederschwelliges Angebot, speziell für unsere Klient/-innen an. Die bisherige Erfahrung zeigt, dass wir mit direkter Terminvergabe und Vermittlung mehr Erfolg haben. 26 5. Aktivitäten im Bereich der Kinderwunschberatung und Präimplantationsdiagnostik sowie im Bereich der Pränataldiagnostik und Beratung bei zu erwartender Behinderung des Kindes 5.1. Aktivitäten im Bereich der Kinderwunschberatung und Präimplantationsdiagnostik Immer häufiger wird im Verlauf von allgemeinen Schwangerenberatungen von den Klient/innen das Thema der Kinderwunschbehandlung angesprochen. Die Familien erzählen von langwierigen, sehr belastenden Behandlungszeiten, die von Angst und Hoffnung geprägt waren. Bei positivem Ergebnis sind die Frauen und Männer häufig sehr ängstlich in der Schwangerschaft und benötigen Zuspruch und psychosoziale Beratung und Begleitung auch nach der Geburt. Wenige Beratungsanfragen gab es vor der Kinderwunschbehandlung. Hier ist der Wunsch nach Machbarkeit und absolutem Kinderwunsch von großer Bedeutung. Der eigene Lebensplan wird durch die Kinderlosigkeit in Frage gestellt und muss bearbeitet werden. Die Themenbereiche unerfüllter Kinderwunsch und Kinderwunschbehandlung werden zukünftig mehr Raum in der Beratung einnehmen. DONUM VITAE in Bayern e.V. hat seit 2011 deshalb das Sara-Projekt gestartet, um den neuen Anforderungen in der Beratung gerecht werden zu können: „Noch in seinen Anfängen befindet sich das Sara*-Projekt. Das Angebot richtet sich an Paare, die darunter leiden, dass sie bisher kein Kind bekommen konnten. Jedes dieser Paare hat einen individuellen Leidensweg durchschritten. Erfolglose Versuche der assistierten Befruchtung gehören ebenso zu ihren Erfahrungen wie die vergebliche Bemühung um ein Adoptivkind. In der Beratungsarbeit von DONUM VITAE ist ungewollte Kinderlosigkeit immer wieder ein Thema. Tendenz steigend. Das Sara-Projekt will eine psychosoziale Beratung und eine ganzheitliche Betreuung von Kinderwunsch-Paaren ergänzend zur medizinischen Behandlung anbieten. Das Sara-Projekt ist ein Kooperationsmodell der DONUM VITAEBeratungsstelle Amberg mit dem Klinikum St. Marien sowie gynäkologischen Facharztpraxen in Amberg. Das Projekt arbeitet in vier aufeinander abgestimmten Phasen, die vor der medizinischen Kinderwunsch-Behandlung einsetzen und bis nach der Geburt des Kindes bzw. nach dem Ausbleiben des Kinderwunsches dauern. Das Sara-Projekt wird voraussichtlich im Zeitraum zwischen 2011 und 2013 repräsentative, wissenschaftliche Ergebnisse liefern. Schon heute geben die Amberger Beraterinnen ihre Erfahrungen an ihre Kolleginnen in den anderen DONUM VITAE-Beratungsstellen weiter.“ *Sara war die Frau Abrahams, die nach langer Zeit der Kinderlosigkeit noch im hohen Alter Mutter wurde. siehe: www.donum-vitae-bayern.de Ebenso besuchen unsere Beraterinnen Fortbildungsveranstaltungen und bearbeiten besondere Fälle in der Supervision. 27 5.2. Aktivitäten im Bereich der Pränataldiagnostik und Beratung bei zu erwartender Behinderung des Kindes Auch im Jahr 2012 wurden wieder alle Frauenärzte, Hebammen und mögliche Ansprechpartner über unser Beratungsangebot im Bereich der Pränataldiagnostik informiert. Die Telefonsprechstunde „Hauptsache gesund…“ als niederschwelliges Beratungsangebot und zur Erstinformation zum Thema PND wurde erneut durchgeführt. Alle Angebote werden wenig frequentiert. Die Ärzte vermitteln nach wie vor kaum an die Beratungsstelle. Die neuen gesetzlichen Regelungen haben hier keine Veränderungen gebracht. Trotz weniger Fälle zeigt die nun mehrjährige Erfahrung mit Beratung bei PND, dass große zeitliche Flexibilität, ein hohes Maß an Engagement und Professionalität der Beraterin gefordert sind. Oftmals ergeben sich im Beratungsgespräch zu anderen Themen Fragen zur PND oder belastende Erfahrungen damit werden geäußert. Daraus kann sich ein umfangreicherer Beratungsbedarf entwickeln. Das gesamte Beratungsteam ist auf die komplexe Beratungsaufgabe vorbereitet. Durch interne Fachtage von DONUM VITAE in Bayern e.V., Fallarbeit im Team und Supervisionen werden wir dem Fortbildungsbedarf gerecht. Die Beratungsarbeit bei PND bedarf spezialisierter Fachkenntnisse und der engen Kooperation zwischen verschiedenen Institutionen und Berufsgruppen, wie z.B. der Schwangerenberatungsstellen, den medizinischen Fachkräften und den Einrichtungen für Menschen mit Behinderung (Selbsthilfe). Deshalb werden Kontakte zu Einrichtungen für Menschen mit Behinderung und Selbsthilfegruppen hergestellt und gegenseitiger Informationsaustausch ermöglicht. Hier ist die Vernetzungsarbeit gewinnbringend möglich, aber sie ist enorm zeitaufwändig und muss ständig aktualisiert werden. Helfernetz in den Landkreisen Mühldorf und Altötting, das in speziellen Fällen angeboten und aktiviert werden kann: Frauenarzt Arzt PND - München Psychosoziale Beratungsstelle München Schwangerenberatungsstelle Mühldorf Frühförderstellen Therapeutinnen Seelsorger Einrichtungen für Menschen mit geistiger, körperlicher und seelischer Behinderung Selbsthilfegruppe Förderzentren mit Förderschwerpunkt geistiger Entwicklung Hebammen 28 6. Aktivitäten im Bereich der Prävention durch Einzelberatung und Gruppenarbeit (Inhalte, Erfahrungen bei der Umsetzung, Anregungen und Verbesserungen) 6.1 Prävention an Haupt- und Berufsschulen Präventives Arbeiten ist ein wesentlicher Arbeitsbereich unserer Beratungsstelle. Es besteht sowohl die Möglichkeit der Einzelberatung zu allen sexualpädagogischen Fragen wie auch das Angebot für Schulen, Gruppen, sozialen Einrichtungen, und Multiplikatoren. Einzelberatungen werden in der Regel nicht nachgefragt, aber in der allgemeinen Schwangerenberatung und auch in Konfliktberatungen ergeben sich Fragen zur Verhütung, so dass hier Verhütungsmittel und deren sichere Anwendung erläutert werden. Im Mittelpunkt der präventiven Arbeit steht sowohl die Stärkung der Persönlichkeit als auch die informative Wissensvermittlung. Die folgenden vier Arbeitsbereiche sind Grundbausteine jeden Workshops: (siehe auch detaillierte Beschreibung im Tätigkeitsbericht 2005/2006). 1. Begrüßungs- und Einstiegsübungen 2. Übungen zur Auseinandersetzung mit dem Thema Liebe, Freundschaft und Sexualität 3. Wissensvermittlung bezüglich körperlicher Vorgänge beim Mann und bei der Frau sowie Verhütungmethoden 4. Abschlussrunde und Auswertung Die sexualpädagogischen Veranstaltungen zum Thema Freundschaft, Liebe und Sexualität finden je nach Wunsch an der jeweiligen Schule bei uns oder in der jeweiligen Einrichtung statt. Der Zeitrahmen orientiert sich an den Bedürfnissen der Schüler. In den letzten Jahren beobachteten wir immer mehr eine abnehmende Konzentrations- und Leistungsfähigkeit der Schüler/-innen, insbesondere in den Haupt- und Berufsschulen. Eine Überprüfung auf Angemessenheit des bestehenden Konzeptes und eine Modifizierung bzw. Anpassung an die veränderten Gegebenheiten wurde erforderlich. Als Fazit dieser Reflexion ist folgendes festzuhalten: Zukünftig gibt es verschiedene Angebote für die Schulen: 1. Das klassische Konzept mit einem Zeitrahmen von 6 Schulstunden (jedoch nur auf ausdrücklichen Wunsch einer Schule) 2. Das überarbeitete Konzept für 4 Schulstunden als Standardangebot 3. Eine weitere Variante mit einer 2-stündigen Veranstaltung mit speziellen Schwerpunktthemen wie z.B. Verhütungsmittel (auf Anfrage einer Schule) 4. Wir wollen in Beziehungskontakt mit den Schüler/-innen treten, nicht nur „Infos abspulen“, und keinen passiven Vortrag anbieten, sondern aktive Beteiligung der Schüler/-innen bewirken. 5. Wir wollen nicht nur die Gestaltung der Workshops in getrennt geschlechtlichen Gruppen, sondern gemeinsame Übungen und Einheiten, damit die Jungen und Mädchen die jeweiligen Welten und Denkweisen des anderen Geschlechts wahrnehmen und erleben können. Sie sollen mehr Sicherheit für sich und im Umgang mit den anderen bekommen und letztendlich soll damit die Kommunikationsfähigkeit und Empathie gefördert werden. In der Auseinandersetzung mit den vorhandenen klassischen Rollen, Klischees, Schönheitsidealen usw. erfahren und lernen sie, wie wichtig es ist, mit dem Partner über Sexualität zu reden. In der Praxis heißt das für uns, dass alle Grundbausteine, wie sie oben genannt sind, zum Ablauf eines Workshops gehören. 29 Aufgrund des immer höheren Lernpensums, das die Schüler/-innen zu bewältigen haben, begrüßen die Lehrer und die Schüler/-innen die auf 4 Stunden begrenzte Veranstaltung. Auch aus schulorganisatorischen Gründen stoßen die kürzeren Einheiten an den Schulen auf hohe Akzeptanz. So wurden im Jahr 2012 folgende Veranstaltungen in den Förder-, Haupt- und Berufsschulen durchgeführt: 1. Thema: Freundschaft/Liebe und Sexualität (4 Schulstunden) 3 Veranstaltungen an der Förderschule Neuötting 2 Veranstaltungen an der Hauptschule Kirchweidach 1 Veranstaltung in der Berufsschule Altötting 2 Veranstaltungen mit Jugendlichen ohne Ausbildungsplatz (einmal BHO und einmal Sozialwerkstatt des BRK Altötting) 2. Thema: Verhütungsmethoden 3 Veranstaltungen an der Berufsschule Altötting 1 Veranstaltung an unserer Beratungsstelle, ergänzend zur vorausgegangenen Veranstaltung an der Förderschule Unsere Workshops und Angebote stoßen bei den Schulen in dieser Altersstufe nach wie vor auf großes Interesse. Die Jugendlichen suchen verständnisvolle Ansprechpartner für ihre vielen Fragen, Zweifel, Unsicherheiten im Umgang mit den Themen Partnerschaft, Sexualität und Elternschaft. Sie bevorzugen externe Referenten, da sie zu den Lehrern eine zu persönliche Beziehung haben. Im Weiteren geht aus dem Feedback der Schüler/-innen hervor, wie kurzweilig und informativ sie die Workshops erleben. Sie signalisieren offen, dass sie Neues gelernt haben und dass auch Wiederholungen nützlich und hilfreich sind. Bei der Gestaltung des Ablaufs schätzen sie die offene, angenehme und lustige Atmosphäre, wie auch die anschaulichen Methoden. In der Förderschule Neuötting hatten wir Premiere. Die Lehrer/-innen und Schüler/-innen zeigten große Begeisterung und gaben uns nicht nur positive Rückmeldungen, sondern ermöglichten einer Klasse einen Besuch an unserer Beratungsstelle. Eine derartige Doppelveranstaltung wäre generell wünschenswert, um mehr Nachhaltigkeit in der präventiven Arbeit zu erreichen. Um geschlechtsspezifisch arbeiten zu können, bedarf es männlicher und weiblicher Kräfte für die Gestaltung der Workshops. Unsere Honorarkraft ist auf Grund seiner Haupttätigkeit als Lehrer in der Fachakademie für Erzieher leider zeitlich nur begrenzt einsetzbar. Wir konnten einen weiteren Sozialpädagogen auf Honorarbasis für unsere Präventionsveranstaltungen gewinnen. Er bringt bereits Kenntnisse und Erfahrungen von seiner Honorartätigkeit an einer anderen DONUM VITAE-Schwangerenberatungsstelle mit. 6.2. Spezielle Präventionsangebote Unser sexualpädagogisches Angebot will nicht nur im schulischen Bereich der Nachfrage gerecht werden, sondern versucht den unterschiedlichsten Anfragen entgegen zu kommen. So sind es Kindergärten, Elterninitiativen, Einrichtungen der berufsbezogenen Jugendhilfe, der Behinderten- und Familienhilfe und Pfarreien u.a. im Rahmen der Firmvorbereitung, die 30 an unseren Angeboten interessiert sind. Gerne laden wir hierzu, sofern es die Gruppengröße zulässt, in unsere Beratungsstelle ein, um somit das Kennenlernen der Einrichtung und der vielfältigen Beratungsangebote zu ermöglichen. Die Themenschwerpunkte können wie folgt beschrieben werden. - frühkindliche Sexualität und Aufklärung Freundschaft, Sexualität und Verhütung Partnerschaft und Elternschaft In Kooperation mit der Sozialpädagogin der koordinierenden Kinderschutzstelle (KoKi) fanden wieder Angebote für Eltern von Kindern im Kindergartenalter statt. Unter dem Titel „Nase, Bauch, Po – frühkindliche Aufklärung“ wurden Eltern Anregungen gegeben, wie eine altersadäquate Aufklärung gelingen kann. Im Gegensatz bzw. als Ergänzung zu Angeboten, die vor allem aufgrund elterlicher Sorge vor sexuellen Übergriffen, die Notwendigkeit einer Aufklärung in den Mittelpunkt stellen, geht es uns um die Vermittlung der psychosexuellen Entwicklung und dem Reagieren auf die kindliche Neugier, die Eltern jedoch häufig verunsichert und überfordert. So fragen sich Eltern, was normal und erlaubt ist, wann der richtige Zeitpunkt für die Aufklärung ist und welche Wortwahl getroffen werden soll. Im Laufe der Elternabende war immer zu beobachten, dass sich die anfänglich sehr verhaltene Stimmung zusehends entspannte. Die Eltern erhielten Antworten auf ihre Fragen und es wurden ihnen konkrete Anregungen, Informationen und Büchertipps an die Hand gegeben, so dass sie sich in ihrer erzieherischen Kompetenz und Verantwortung verstanden und gestärkt fühlten. Auch für das kommende Jahr ist die weitere, sehr fruchtbare Zusammenarbeit zu der Thematik mit KoKi geplant. 6.3. Prävention an der Grundschule - Multiplikatorenschulung für Lehrer/-innen Am 14.06.2012 fand in der Ampfinger Grundschule unter der Leitung von 2 Beraterinnen unserer Stelle das dreistündige Fortbildungsangebot „Sexualerziehung in der Grundschule“ statt. Die Ausschreibung geschah im „Fips“ (Fortbildungsangebot für Lehrkräfte). Die Multiplikatorenschulung wird im jährlichen Wechsel mit dem Gesundheitsamt von den beiden Schwangerenberatungsstellen durchgeführt. Zu der Veranstaltung meldeten sich nur 6 Personen an, was jedoch im Feedback als sehr positiv bewertet wurde, da die Thematik die persönliche Einstellung berührt und ein geschützter Rahmen mehr Öffnung zulässt. Das Ziel war es zum einen, sich mit dem Thema Sexualität auseinander zu setzen und zum anderen, den Lehrer/-innen Methoden für die Umsetzung der Lernplaninhalte an die Hand zu geben. Nach der Begrüßung stellten sich die Teilnehmer/-innen unter anderem mit der Beantwortung der Fragen „Was wünsche ich mir für mich…, was wünsche ich mir für die Kinder… und was wünsche ich mir für die Eltern beim Thema Sexualität“ vor. Um die eigene Sicherheit zu stärken und in Abgrenzung zu sexueller Gewalt wurde die Unterscheidung kindlicher und erwachsener Sexualität im Plenum erarbeitet. Ebenso ging es um die Frage, wie bei den Schüler/-innen die sexuelle Entwicklung erlebt wird. Die Aufmerksamkeit lag hierbei auf den biologischen Veränderungen, der Sprache, der Orientierung am Vorbild, dem ersten Verliebt sein und dem Interesse am Thema Sex. Die 31 dargestellte Aufbereitung der thematischen Inhalte sahen die Lehrer/-innen als guten Impuls für einen Elternabend. Mit einer Fantasiereise zum Thema Pubertät wurde die erste Einheit abgerundet. Im zweiten Teil wurden nach einer kleinen Pause Übungen und Materialien für die Arbeit mit den Kindern vorgestellt. Nach Darstellung eines möglichen thematischen Einstiegs und der damit verbundenen Auseinandersetzung auf emotionaler Ebene wurde im nächsten Schritt der Wissensvermittlung Raum gegeben. Mit verschiedenen Materialien (Tücher, Knete) wurden die Geschlechtsorgane dargestellt und die biologischen Abläufe des Eisprungs, der Periode und der Befruchtung erklärt. In einer abschließenden Schlussrunde meldeten die Lehrer/-innen zurück, sich gestärkt und wesentlich sicherer und gelassener im Umgang mit der Thematik zu fühlen. Es wurde von einer rundum gelungenen Veranstaltung gesprochen. 32 6.4. Prävention in der 6. Klasse In 2012 ist der für die 6. Klasse konzipierte sexualpädagogische Workshop in 13 Klassen durchgeführt worden. Geleitet wurden die Workshops überwiegend von einer Beraterin und einem männlichen Honorarmitarbeiter. Der Ablauf des über vier Schulstunden dauernden Workshops mit dem Thema „Pubertät, Freundschaft, Liebe“ wurde bereits im Tätigkeitsbericht 2011 ausführlich beschrieben und gestaltet sich wie folgt: Das persönliche Kennenlernen schafft einen vertrauensvollen Einstieg und leitet über zu einem der drei Themen. Auf die Frage ´Was bedeutet mir Freundschaft?´ wird anhand der Antworten wie z.B. Vertrauen, sich aufeinander verlassen können, einander helfen oder auch gemeinsame Aktivitäten (auch mit Spaßfaktor) deutlich, wie wichtig den Schüler/-innen Freundschaft ist. Der „Krabbelsack“ dient zur Auseinandersetzung mit den körperlichen und seelischen Veränderungen der Pubertät. Zum Hauptteil gehört die getrennt geschlechtliche Einheit, in der auf die Geschlechtsorgane und deren Funktion sowie Zeugung eingegangen wird. In anschaulicher Weise werden die Geschlechtsorgane dargestellt und die Fruchtbarkeitsvorgänge erklärt. Zum Ende des Workshops platzieren wir eine „spielerische“ Auseinandersetzung mit den Themeninhalten durch das Spiel „Activity“. Die Präventionsangebote wurden von den Schüler/-innen immer gut bewertet und gerne angenommen. 2012 wurden die Workshops 4-stündig durchgeführt, da das Konzentrationsvermögen der Schüler/-innen nachlässt und die Verkürzung sich im Probelauf 2011 bewährt hat. 33 7. Öffentlichkeitsarbeit (z.B. Vorträge, Kontakte zu Ärzten, Medien) Im Jahr 2012 war ein Themenschwerpunkt in der Öffentlichkeitsarbeit „Psychische Erkrankungen in der Schwangerschaft“. Diese Thematik wird in der Öffentlichkeit noch zu wenig wahrgenommen und tabuisiert. Eine schwangere Frau und junge Mutter hat glücklich und zufrieden zu sein. Es wurde von uns ein Vortragsabend dazu veranstaltet und bei den Infoständen auf das Thema hingewiesen. Unser öffentlicher Auftritt in der Homepage sowie in unserer Informationsmappe wurde zeitnah erneuert. Bei jährlichen Arztbesuchen wurden spezielle medizinische Fragen geklärt und Möglichkeiten der Zusammenarbeit gesucht. Für fachliche Auseinandersetzung und Information über die Tätigkeiten der Beratungsstelle wurden Einladungen anderer sozialer Einrichtungen als Plattform genutzt. Das Beratungsangebot der Beratungsstelle war auch 2012 täglich in der Tageszeitung zu finden. Über unsere Aktivitäten und Vorträge waren regelmäßig Artikel in den einschlägigen Zeitungen erschienen. Regionale Rundfunksender haben über unsere Angebote berichtet. Auf der Homepage wurde man über unsere aktuellen Veranstaltungen informiert. 34 8. Qualitätssicherung Im Rahmen der Qualitätssicherung fand am 27.06.2012 mit den Beraterinnen eine Überprüfung aller Angebote unserer Beratungsstelle, die im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit liegen, statt. Für die Jahresprogrammplanung wurde diese Auseinandersetzung als Grundlage für das Beibehalten oder aber Verändern von Angeboten genutzt. Das einmal jährlich durchzuführende interne Audit war für den 16.05.2012 geplant, musste jedoch krankheitsbedingt verschoben werden. Am 18.12.2012 wurde der Bereich der Sexualpädagogik intern auditiert; die stattgefundenen Veranstaltungen wurden hierbei ausgewertet. Die positive Resonanz auf unsere Angebote bei Schüler/-innen und Lehrer/innen wurde somit nochmals deutlich und es zeigt, wie wichtig der Kontakt zu erfahrenen Praktikern bewertet wird. Die Verfahrensanweisung für die 8.-10. Klasse wurde verändert; statt sechs Schulstunden wurde auf vier Schulstunden reduziert. Es hatte sich gezeigt, dass in vier Schulstunden sehr intensiv gearbeitet werden kann, da die Schüler/-innen mit voller Konzentration bei der Sache sind. Am 17.10.2012 fand das Treffen aller Qualitätsbeauftragten der 18 Beratungsstellen von DONUM VITAE in Bayern e.V. in Augsburg statt. Hierbei galt die Aufmerksamkeit dem Rückblick auf das stattgefundene externe Audit (2011) und dem internen Audit, das an jeder Stelle 2012 zu leisten ist. Trotz dem zeitlichen und organisatorischen Engagement, das die Qualitätssicherung abverlangt, wird die trägerzugehörige Qualitätssicherung „Werte im Fokus“ als eine Bereicherung und ein Gewinn für die Arbeit an den Beratungsstellen bewertet. Für das kommende Jahr 2013 hat nochmals gemäß den Vereinbarungen für das Qualitätssiegel ein internes Audit zu erfolgen. Der Einladung seitens der Regierung für die Qualitätsbeauftragten konnte diesmal krankheitsbedingt nicht gefolgt werden. 35 9. Fortbildung und Supervision der Mitarbeiter/-innen Um den Qualitätsstandard zu sichern und gute professionelle Arbeit leisten zu können, besuchten die sozialpädagogischen Fachkräfte einschlägige Fortbildungsveranstaltungen zu folgenden Themen: Ausdrucks- und Körpertherapie / CITA München 1 Beraterin 4 Tage PND Fachtag München: „Schutz des ungeborenen Lebens im Kontext moderner pränataler Diagnostik“/ SKF München 2 Beraterinnen 1 Tag PND Fachtag: „Medizinische Möglichkeiten und psychosoziale Beratung“ / D.V. Bayern e.V., Regensburg 1 Beraterin 1 Tag Kinderwunsch, PID und Beratung-Interprofessioneller Fachaustausch / ifb Nürnberg 1 Beraterin 1 Tag Werte in der Schwangerenberatung / D.V. Bayern e.V., Kloster Banz, Bad Staffelstein 2 Beraterinnen 2 Tage Sexualität ist nicht behindert /pro familia München 2 Beraterinnen 1 Tag Kinderwunsch und Elternsein mit Handycap / SKF München 2 Beraterinnen 1 Tag Psychohygiene im Beratungsalltag „Was mich trägt“ / Gars 5 Beraterinnen 1 Tag 10. Zusammenarbeit mit anderen Stellen, Teilnahme an Arbeitskreisen In Waldkraiburg findet unser Außensprechtag in den Räumen der evangelischen Gemeinde im „Haus unterm Regenbogen“ wöchentlich statt. Wir sind dort sehr gut aufgenommen und möchten uns für die gute Zusammenarbeit sehr herzlich bedanken. Im Haus der Familie in Burghausen sind wir seit September 2009 mit einem Außensprechtag vertreten. Wir möchten uns auch dort sehr herzlich für die gute Zusammenarbeit und Gastfreundschaft bedanken. Wie in den vergangenen Jahren war die Zusammenarbeit mit den anderen sozialen Einrichtungen vor Ort sehr gut. Besonders hervorzuheben ist die gute Kooperation mit den KoKi-Stellen in Mühldorf und Altötting. Die Zusammenarbeit ist sowohl in Einzelfällen als auch bei gemeinsamen Veranstaltungen sehr fruchtbar und hilfreich. Mit den Kolleginnen der Projektgruppe „Lernen vor Ort“ des Landratsamtes Mühldorf kann immer gut kooperiert und im Arbeitskreis „Mit Liebe ins Leben“ erfolgreich zusammen gearbeitet werden. 36 Des Öfteren waren die Kolleginnen und Kollegen der Einrichtungen und Ämter wie Jugendamt, Schuldnerberatung, Soziale Beratungsstelle, Gesundheitsamt, Frühförderstellen, Erziehungs-, Ehe- und Familienberatungsstellen, Betreuungsstelle von Asylanten, Migrationsberatung und Frauenberatungsstelle in den Landkreisen eine Anlaufstelle für uns. Wir konnten zeitaufwändige und fachspezifische Fälle an sie verweisen. Der Anna Hospizverein Mühldorf unterstützt unsere Arbeit mit Eltern, die ihr Kind vor der Geburt verloren haben und ist für die betroffenen Familien eine große Hilfe. Kontakte wurden zu den Initiativen, wie Eltern-Kind-Gruppen, Frauennotruf, Gruppen Alleinerziehender, und Einrichtungen wie Müttertreff, Gleichstellungsstelle und Haus der Begegnung gepflegt und mögliche Formen der Zusammenarbeit gesucht. Dankenswerter Weise ist unser Gruppenangebot im Haus der Begegnung sehr gut aufgenommen worden. Als gemeinnütziger Verein sind wir sehr auf die Unterstützung durch Ehrenamt und finanzieller Art angewiesen. Wir sind deshalb sehr dankbar für die Unterstützung, die wir hier erhalten. Für die reibungslose Zusammenarbeit und die zuverlässigen Zahlungen bedanken wir uns bei den Landkreisen Mühldorf / Altötting. Besonders dankbar sind wir auch über die freiwilligen Zuwendungen, die uns einige Gemeinden beider Landkreise zukommen ließen. Mühldorf, den 01.03.2013 __________________________ Claudia Hausberger Bevollmächtigte DONUM VITAE Beratungsstelle Mühldorf/Altötting ___________________________ Agathe Langstein Leiterin DONUM VITAE Beratungsstelle Mühldorf/Altötting