Herr Doktor wird Frau Doktor

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WISSEN AKTUELL · KONGRESS
39. Interdisziplinäres Zürcher Symposium zum Thema Frauensache
Herr Doktor wird Frau Doktor
«Ein Beruf wird weiblich … Der Schweiz gehen die Mediziner
aus. Dabei entscheiden sich doch immer mehr Frauen für den
Arztberuf. Bereits 60 Prozent der Medizinstudium-Absolventen sind weiblich. Ist diese heutige, medizinhistorisch bedeutsame ‹Feminisierung der Medizin› eine direkte Folge der seit
1971 politisch und gesellschaftlich verankerten Gleichstellung der Frau? Oder sind Medizinerinnen schlicht und einfach
besser als ihre männlichen Kollegen?» schreibt der Organisator Prof. Dr. med. Claudio Redaelli in seiner Einladung.
unächst waren Frauen in der Medizin vor allem als Geburtshelferinnen, sowie als Krankenpflegerinnen tätig, daneben kamen sie natürlich auch als Patientinnen vor. Die Medizin war
aber Männer dominiert, so Prof. Dr. phil. Christoph Mörgeli,
Zürich. Im Jahre 1901 erschien Das goldene Familienbuch. Die Frau
als Hausärztin mit dem Unteres Nachs
titel Ein ärztliches
Nachschlagebuch für die Frau zum ersten
Mal und erreichte 1913 einee
iMillionen-Auflage. Das uniab
verselle Nachschlagewerk gab
umfassenden Rat in allen Alltagsfragen des weiblichen
st, LebensLebens: Körper, Geist,
ung, Gesundweise, Ernährung,
heit, Hygiene,, Ehe, Kinder und
Moral. Die Autorin Dr. med.
Anna FischerFischer-Dückelmann
begann als Mutter von drei
890 ein MedizinstuMediz
Kindern 1890
um und
un promovierte
movierte in Zü
dium
Zürich 189
1896. Von 18977 bis 1914
führte sie eine A
xis für
Arztpraxis
Frauen- und Kinde
Kinderheilkunde
in Loschwitz bei D
Dresden.
Gemäss Prof. Mörgeli war
dizin promovieren konnten.
konnten
Zürich der erste Ort, wo Frauen in Medizin
hr 1840. And
ar dies zu der Zeit no
Dies bereits ab dem Jahr
Anderswo war
noch
nicht möglich. Die erste Schweizer Ärzt
Ärztin war Marie Heim-Vö
Heim-Vögtlin
Z
TAB. 1
Verteilung
ung der Geschlechter*
(1845–1916). Über
er die Bedeutung
Bed
und Wandlung,
Wand
welche Frauen
übe die Zeit erlangten und
nd erlebten,
erleb
in der Medizin über
berichtete der
önen Illustr
Referent äusserstt kompetent und dan
dank schönen
Illustrationen auch
liche Weise.
Wei
auf sehr eindrückliche
Üb
Die Tabelle 1 gibt einen Überblick
über die heutige Verteiverschie
lung der Geschlechter in den verschiedenen
Disziplinen d
der M
Medine wichtige Rolle in der Medizin, aber nicht
zin. „Frauen spielen eine
enken Sie an die Gesund
nur in der Medizin. Denken
Gesundheitsdirektorin, dehloss der Referent humorvoll.
hum
ren Name mir leider entfallen ist“, schloss
Im Anschluss an diese Einführung zur Historie der Frau
in präsentierten
präsentiert namhafte Experten
erten über
üb ihre Erin der Medizin
me
oble
fahrungen mit schwierigen medizinischen
Problemen,
welche
ffen.
Frau betreffen.
Endometriose
metriose – die natürlichste Kontrazeption
Kont
„Endometriose
ometriose ein weitverbreitetes Frauenle
Frauenleiden, es betrifft 5–10%
Populati
der weiblichen Population“,
so Prof. Dr. med. Michael Mueller,
Bern, einer der bedeutendsten Spezia
Spezialisten auf diesem Gebiet.
Sie betrifft Frauen während der geb
gebärfähigen Jahre. Ca 50% aller Frauen
Fr
iner Dysmenorrhoe;
Dysme
leiden an einer
75% haben Schmerzen im Be
Beckenbereich und 25–50
25–50% sind infertil oder subfertil. Bei
den meisten vo
rde die Endometriose nicht diagnostivon ihnen wurde
ziert und nicht behandelt, sstellte der Referent fest. Die Symptome
metriose sind Dysmenorrhoe
Dy
der Endometriose
(95%), chronische Schmerib (85%)
zen im Unterleib
(85%), Dyspareunie (64%), chronische Schmerzen im unteren Rückenbereich,
ücke
Dyschezie (44%), Dysurie (25%).
Die Schmerzen
Sc
m Gefolge einer Endometriose haben beträchtliim
che Aus
Auswirkungen auf die täglichen Aktivitäten und auf die Lebensqual
bensqualität. Die Laparaskopie ist wichtig sowohl für die Diagnose
als auch für die Excidierung der Herde. Neben der Chirurgie gibt
es auch medikamentöse Therapien, wobei nicht-spezifische Therapien ((NSAID und kombinierte orale Kontrazeptiva) nicht zugelasse sind, im Gegensatz zu spezifischen wie Gonadotropin.
gelassen
And
Andere,
experimentelle Therapien, die derzeit untersucht werden,
sin Aromatase-Hemmer und selektive Östrogenrezeptor Modusind
latoren (SERMs).
Die Chirurgie ist gegen Endometriose bedingte Schmerzen
wirksam: Exzision (Ablation) ohne Zusatzeingriffe. Die Ziele der
Behandlung müssen mit der Patientin präoperativ genau definiert
werden. Endometriose ist eine chronische Krankheit, deshalb muss
nach der Chirurgie eine adjuvante Therapie mit der Patientin besprochen werden.
stationär
Die Pille – die gefährlichste Kontrazeption
10:90
10:9
5:95
13:87
Allgemeinmedizin
einmedizin
23:77
21:79
41:59
Gynäkologie
logie
45:55
41:59
54:46
„Gefährlich… im Sinne von ärztlichen Fehlerquellen sind kombinierte orale Kontrazeptiva (COC) bei schlechter Aufklärung. Die
Spirale kann in 1:1000 Fällen eine Uterusperforation verursachen
oder in 1–10/1000 Fällen (in den ersten 3 Wochen nach Einlage)
eine Infektion. Bei der Tubensterilisation beträgt die Mortalität
1–4/1000 000 Eingriffe (USA), eine Uterus-, Blasen- oder Darmperforation kommt in 0.4–1% vor“, so PD Dr. med. Petra Stute, Bern.
ggesamt
Chirurgie
ambulant
bulant
Innere
Medizin
nere Mediz
27:73
3
23
23:77
35:65
Kinderheilkunde
49:51
47:53
52:48
hiatrie
Psychiatrie
39:61
40:60
35:65
bulanten und sta
*in der ambulanten
stationären Medizin
46
08 _ 2013 _ der informierte arzt
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Gefährlich … aus der Sicht des Partners. Lustkiller Pille? Nur wenige Frauen erleben eine negative Beeinflussung der sexuellen Appetenz, der
Erregung und Befriedigung durch hormonale
Kontrazeptiva. Es besteht ein Zusammenhang zur
Höhe des SHBG-Spiegels. Ob diese Beeinflussung
letztlich spürbar wirksam wird, hängt wahrscheinlich auch vom Androgenrezeptor ab. Ethinylestradiol-haltige Präparate sind möglicherweise
besser.
Thromboserisiko und Kontrakonzeption
TAB. 2
Alter Ovulationshemmer, Rauchen und Inzidenz*
Alter (Jahre)
0.14
Nichtraucher mit OH
0.34
Raucher mit OH
2.7
40–44
21.3
53.2
426.0
Venöse thromboembolische
Erkrankung
(korrigiert*)
20–24
40–44
32.2
59.3
96.7
178.0
283.4*
521.8*
Ischämischer
Schlaganfall
20–24
40–44
6.0
16.0
15.1
40.1
30.3
80.2
Hämorrhagischer
Schlaganfall
20–24
12.7
12.7
38.2
40–44
46.3
92.6
* von kardiovaskulären Erkrankungen pro 1 Mio pro Jahr
232.0
Die Thrombose-Inzidenzen hängen von den unterschiedlichen Verhütungsmethoden ab. Sie betragen 3–4% pro 10 000 Frauen mit nicht hormonellen
Verhütungsmethoden und mit Levonogestrel-IUD. Thromboserisiko mit Östrogen-freien Kontrazeptiva: 3–10% pro 10 000 bei COC
mit < 50 μg EE, zusätzlich Norethisteron, Levonorgestrel, Norgesimat, Chlormadinonacetat, Dienogest, NuvaRing, Depotspritzen
sowie 6–14% pro 10 000 Frauen bei COC mit < 50 μg EE, zusätzlich Desogestrel, Gestoden, Cyproteronacetat, Drospirenon, Verhütungspflaster.
Herzinfarkt, venöse Thromboembolien und Apoplex hängen
vom Alter, Nikotinkonsum und BMI ab.
In einer in diesem Jahr erschienen Publikation
(S. Sidney et al Contraception 2013;87:93–100) wurde DrosespironCOC/Patch/Ring vs 20–35 μg EE+LNG/NETA/NGM bei 835 826
Frauen, wovon 573 680 Neuanwenderinnen im Hinblick auf Thromboembolien und andere kardiovaskuläre Ereignisse untersucht. Das
Fazit der Studie war:
l Für DRSP-COC Neu-Anwenderinnen besteht ein erhöhtes Risiko für ATE (35–55 Jährige) und VTE (10–34 Jährige) im Vergleich zu LNG/NETA/NGM-haltigen COC.
l Das Risiko ist innerhalb des ersten Anwendungsjahres am
höchsten.
l (keine Information zu BMI, Nikotin, persönliche und familiäre
Thrombose-Belastung).
Heisst das nun, dass man keiner Frau eine Pille der 3. und 4. Generation zumuten kann oder darf?
Die Antwort der Referentin heisst: „Nein“! Es kommt auf die Gesamtsituation an. Gute Aufklärung ist aber eine unabdingbare Voraussetzung. Die WHO gibt Richtlinien für die Risikoermittlung
Nach WHO gibt es eine Klassifikation in 4 Klassen:
l WHO 1 = keine Einschränkung (A = always usable).
l WHO 2 = Vorteil überwiegt meist (B = Broadly usable) .
l WHO 3 = Nachteil überwiegt meist; entscheidet sie sich dennoch
für diese Methode, dann muss sie entsprechend aufgeklärt und
ggf. überwacht werden (C = Caution/Counseling).
l WHO 4 = absolut kontraindiziert (D = Do not use)
l „Working rule“ bei multiplen Risikofaktoren: WHO 2 + WHO 2
= WHO 3, WHO 3 + WHO 2/3 = WHO 4.
Wie wär’s mit Zoely (E2 / NOMAC, monophasisch, 24/4) oder
Qlaira (E2Valerat / DNG, quadriphasisch, 26/2)?
Veränderungen von Hämostasefaktoren unter Qlaira® (E2Valerat/DNG) vs 10EE/150LNG: Bezogen auf die Estrogenkomponente
hat E2Valerat (Qlaira®) geringere Effekte auf die Gerinnungsparameter als EE. APC-Resistenz (APTT) 7.7 vs 39.3% (p < 0.001), Dder informierte arzt _ 08 _ 2013
20–24
Herzinfarkt
Ohne OH
Dimer 37.3 vs 88.1% (p <0.01), Fibrinogen, Faktor VII Aktivität,
Antithrombin-Aktivität Protein-C-Aktivität, Protein-S-Aktivität,
APC-Resistenz, prothrombin Fragment 1+2 und Prothrombin alle
nicht signifikant verschieden.
Definitive Aussagen zum VTE-Risiko unter E2(V)-Pillen können erst nach Vorliegen epidemiologischer Daten und nach längerfristiger Anwendung durch eine grosse Anzahl von Frauen gemacht
werden. Eine selektive Verordnung an Patientinnen mit einem
VTE-Risiko ist nicht gerechtfertigt.
Naemis®(enthält wie Zoely® Estradiol und Nomegestrolacetat)
dient zur sequenziellen Hormonersatztherapie 1.5mg E2 /3.75mg
NOMAC (24/4). Tag 1 bis Tag 10: E2, Tag 11 bis Tag 24: E2 +
NOMAC. In vier randomisierten, doppelblinden Phase-III-Studien
wurde Naemis® mit dem Sequenzpräparat Trisequens® verglichen.
Die Wirksamkeit war in beiden Therapieregimes vergleichbar: Der
Kuppermann-Index, ein validiertes Messinstrument zur Erfassung
vasomotorischer Beschwerden, ging in beiden Gruppen statistisch
signifikant von knapp 95 auf etwa 20 Prozent zurück.
PD Dr. Stutes Fazit zur Gefährlichkeit der Kontrazeption:
1. Die Gefährlichkeit einer kontrazeptiven Methode hängt vom betrachteten Endpunkt ab (die schlechte Wirkung auf die Empfängnisverhütung kann ebenso ein Endpunkt sein, wie das
Herzinfarkt- oder das Apoplexrisiko).
2. Das kardiovaskuläre Risiko hängt von zusätzlichen individuellen
Risikofaktoren ab.
3. Für (fast) jede Lebenslage gibt es eine kontrazeptive Empfehlung
der WHO.
Sages femmes – sind Frauen weiser?
Der Begriff „Hebamme“ (Sage Femme) ist uralt. Die Geburtshilfe
stand in der Tat während Jahrhunderten unter der Aegide der Frau,
wie Prof. Dr. med. Bettina Borisch, Genf, darlegte. Ab 1882 begannen die Ärzte die Frauen aus dieser Domäne zu verdrängen. Die
physiologischen Vorgänge bei der Frau wurden medikalisiert (z. B.
die Libido) und man versuchte die Frau dem Grundmodell Mann
überzustülpen. Ein „Zeichen“ dieser „männlichen“ Medikalisierung und Entstehung der Gynäkologie: Aus dem „Gebären“ wurde
das „Entbinden“. Aus dem „weiblichen Beistand» wird „männliches
Entbinden“. Dies im 19. Jahrhundert: „Die … vollzogen“ (Teichmann 1987). Historisch ist aber auch bemerkenswert, dass anfangs
des 16. Jahrhunderts Krankheiten, insbesondere Geschlechtskrankheiten – ähnlich wie die Todsünden im Mittelalter – durch Frauenfiguren bildlich dargestellt wurden. Der Uterus ist «Ursache von
47
WISSEN AKTUELL · KONGRESS
m „Bild der
de Frau“
Die Frau als Patientin: Frauen sind NIE frei vom
fig unter einer doppel
in der jeweiligen Gesellschaft und leiden häufi
doppelten Diskriminierung: Frau UND Alter.
e: Neue Diskriminierung,
Die Patientin und die Oekonomie:
Gesundhe
teurer als Männer, VerursaFrauen seien für Gesundheitssysteme
nfälle? Arbeit
Arb als Gesundheitsfachpersonen,
ndhe
cherprinzip? Unfälle?
unbeür die
d Gesundheit und Pflege (z.B.
(z.B von Angehörigen).
zahlte Arbeit für
in heute: „Es ist ein schmaler
maler Grat zwischen autoriDie Patientin
men über Frauen un
nlassen aber auch Übertärem Bestimmen
und Alleinlassen
en. Eine kritisc
on aller Beteiligten ist
fordern von Frauen.
kritische Kooperation
ordert sind Austausch
Au
ssen und Abga
Voraussetzung. Gefordert
von Wissen
Abgabe
bzw. Übernahme von Verantwortung. Das verlangt Mut von allen
loss die Referentin.
und Teamgeist!“, schloss
häu g sind,
Da gastrointestinale Problemee bei der Frau sehr häufi
alen Beschwerden
jede 2. Patientin leidet an gastrointestinalen
Beschwerden, widmete
te Teil des Symposiums
Sy
Problemen
sich der zweite
diesen Problemen.
Prof. Christoph Mörgeli, Prof. Claudio A. Redaelli, Wissenschaftlicher
Leiter des IZS, Prof. Bernhard Sauter, PD Dr. Petra Stute, Prof. Bettina
Borisch, Prof. Michael Mueller und Dr. Andreas Müller (v.l.n.r.)
1000 Übeln», so Demokrit an Hippokrates, Hysterie und HexenUte (kein
wahn/Dämonenglaube, Hysterie ist eine Krankheit des Uterus
Teufelswerk) (Jorden), Hysterie bei Frauen ist einee natürli
natürliche Entn
wicklungsrichtung (Kraepelin). Die Geschichte derr Men
Menstruation
e),
als Zeichen eines Fehlers: Zeichen der Überfeuchtung (Antike),
viZeichen von Boshaftigkeit und Giftigkeit (Mittelalter), Folge ziviten,
lisatorischer Fehlentwicklung, Äquivalent verbrecherischer Taten,
Zeichen verfehlter Bestimmung, Zeichen nervöser Schwäche. Di
Dies
verliert an Symbolwert nach den beiden Weltkriegen.
Die Patientin Frau heute: Es findet eine Medikalisierungg des
unsch/Fertilität,
gesamten Frauenlebens statt: Pubertät, Kinderwunsch/Fertilität,
Schwangerschaft, Menopause, Osteoporose. In der pharmakoloschlechtsspezifischer
gischen Forschung herrscht ebenfalls ein geschlechtsspezifi
vorwiege
Aspekt vor: noch werden Medikamente vorwiegend
an jungen
Männern getestet und von älteren Frauen konsumier
konsumiert, die Physioücksichtigt.
logie der beiden Geschlechter bleibt unberücksichtigt.
Die unbekannte Patientin: Die Medizin
diz entdeckt
eckt den weiblichen
weibli
nk als M
ne geschlechtsKörper neu, Frauen sind anders krank
Männer, eine
sensible Medizin ist gefordert. In den USA wird ein
eine grosse wegweisende Studie durchgeführt, die „Womens Health Initiat
Initiative“. Die Frau
äufigere Arztbesuche, hö
als Medizin-Konsumentin: Häufi
höherer Medikabungsrate höher, bessere Inanspruch
mentenverbrauch, Krankschreibungsrate
Inanspruchres Gesundheitsbewusstsein. Der
D
nahme der Vorsorgeangebote, stärkeres
auen erleben
erleb heutee eine Mischung aus Üb
wahre Unterschied: Frauen
Über-,
sorgung, Beispiel: Psychopharmaka
harmaka und/od
Unter- und Fehlversorgung,
und/oder karankungen. Die Lebenserwartung
Lebenserw
Frau ist im
diovaskuläre Erkrankungen.
von Frauen
öher als die von Männern – in n
l Ländern.
Schnitt 7 Jahre höher
nahezu allen
Frauen sind aber im Mittel kränker als Männer (na
(nach den gültigen
n). „Diese Tatsache wäre zu erforschen statt
sta die BesonderDefinitionen).
er Frau als krankhaft zu behandeln“, so die R
heiten der
Referentin.
Frauen
auen als Akteure der Medizin:
M
Mehr Frauen als Männer stun Medizin, trotzdem herrscht in der ganzen Ausbildung ein
dieren
männlicher“ Blick auf Frauen. Frauen werden
w
„männlicher“
an Männern gemessen und sind dann schnell Mangelwesen
Mangelwesen: Kleiner, schwächer, fallen
aus durch Schwangerschaft … Medizinprofessoren
Mediz
sind Männer,
o das gängige „role
„ro model“.
also
der informierte arzt _ 08 _ 2013
Morbus Crohn und Schwangerschaft
Schwang
„Autoimmunkrankheiten
munkrankheiten nehmen generell zu,
z so auch der M.
n“, beto
d. Bernhard Sauter,
Sa
Crohn“,
betonte Prof. Dr. med.
Zürich. Die Urhe der entzündlichen Darmerkrankungen
Darmerkrankun
sache
sind Defekte der
wehr im Darm (Immunregulation), Umwelteinflüsse (DarmAbwehr
kterien, Infekte) und eine genetische Prädisposition. Es vergehen
bakterien,
ahre bis die Diagno
meist bis zu 7 Jahre
Diagnose gestellt wird. Eine sensitive
un
hode ist die Be
und spezifische Methode
Bestimmung des Calprotectins im
Stuhl. „Calprotectin
„
d M. Crohn“, so der Referent. Wie
ist dass CRP des
verhalten sich
si M. Crohn und
nd C
Colitis ulcerosa während der Schwanrschaft? Ein schwerer Schub
S
gerschaft
in der Schwangerschaft ist das Gehste. Generell sind alle Medikamente erlaubt, mit Ausnahme
fährlichste.
rexat. Corti
von Methotrexat.
Corticosteroide sollten vermieden werden, aber
irklic krank ist, müssen Corticosteroide gegeben
wenn jemand wirklich
wer
werden.
Komp
Kompatibel mit der Schwangerschaft sind: 5-ASA, Corticosteroide
(1. Trimester:
Trim
Risiko für Gaumen- und Lippenspalten), Antibiotika (min
(minimal nach T1, Augmentin), Azathiorin, Infliximab (stoppen
nach W
Woche 30), Adalimumab (stoppen nach Woche 30-34)Certolizum
tolizumab (während der ganzen SS). Diese Medikamente können
auch während der Stillzeit problemlos eingenommen werden, ausser Metronidazol, Azathioprin/SMP die spätestens 4 Stunden vor
d
dem Stillen eingenommen werden sollen. Der Referent empfiehlt:
l Kontrolle der Krankheit vor der Konzeption.
l Fortfahren mit den meisten Medikationen.
l Multidisziplinärer Approach bei hohem Risiko: Geburtshelfer,
Pädiater, Chirurg falls notwendig.
Obstipation – ein tägliches Problem der Frau
„Proktologie: ein Schauspiel in drei Akten“ so der Referent Prof.
Dr. med. Andreas P. Müller, Zürich
1. Pressen (Häufigkeit CH: 20%) Alter 20 Jahre.
2. Prolaps (100%) Alter 45 Jahre.
3. Inkontinenz (> 65 J, Frau: 35%) 70 Jahre.
Symptome der chronischen Verstopfung für den Arzt: verminderte
Stuhlfrequenz, für den Patienten andere Perspektive …
Rome III-Definition der funktionalen Konstipation:
Symptombeginn mindestens 6 Monate vor der Diagnose, Symptompräsenz während mindestens 3 Monaten, ungenügende Kriterien für M. Crohn, weiche Stühle kommen ohne Laxative selten vor.
Weniger als 3 Stuhlgänge pro Woche.
49
WISSEN AKTUELL · KONGRESS
Der diagnostische Algorithmus beim Obstruktionssyndrom:
Anamnese gefolgt von einer Proktologischen Untersuchung: Diagnostische Treffsicherheit > 80%, Anschliessend „Smart Pill“: eine
einnehmbare Kapsel, die bei ihrem Durchgang durch den GI-Trakt
Druck, pH-Wert und Temperatur misst und die GI Motilität bewertet. „Mit dieser Pille kann man die Szintigraphie ersetzen“, stellt der
Referent fest.
Die MRI-Defäkographie ist schwierig zu interpretieren. Wenn
man sie liegend durchführt ist sie sinnlos.
Der Referent spricht zum Schluss alte Mythen an:
l Mehr Sport bringt nichts.
l Faserarme Diät ist selten Ursache einer Verstopfung. Einigen Patienten kann mit faserreicher Kost geholfen werden, einige haben
aber dadurch noch mehr Verstopfungen.
l Erhöhung der Flüssigkeitszufuhr bringt keinen Nutzen, nur bei
Dehydrierung.
l Abführmittel führen nicht zu Elektrolytstörungen.
Die Medikamentöse Therapie bei chronischer Obstipation
l Osmotische Laxantien: nach 1–3 Tagen wirksam: PEG (Transipeg®, Movicol®) besser als Lactulose (Duphalac®, Importal®).
l Salinische Laxantien: nach 1–3 Stunden wirksam: Magnesiumhydroxid (Magnesia S. Pellegrino®).
Plataginis oval Quellstoffe: nach 12–72 Stunden wirksam: z. B. Platagi
tae (Metamucil®).
Notfall: stimulierende Laxantien nach 2–12 Std wirksam: z. B. Bi-asacodyl (Dulcolax®), Sennae oder Rö-Kontrast-Mittel (Gastrografin®, z.B. 100 ml).
angerschaft und
Zur Sicherheit von Laxantien während der Schwangerschaft
Stillzeit:
mpfohlen . Während StillSalinische Laxantien: Während SS nicht empfohlen
zeit (StZ): lange Erfahrung aber keine Daten; Phosphatsalze: SS
aindizier StZ nicht empfohlen;
mpfohlen; Zucker und Zukeine Daten, kontraindiziert.
Bed
ckeralkohole: SS keine Bedenken.
StZ keine Bedenken; Macrogol:
nke StZ keine Bedenken;
ken; Pr
SS keine Bedenken.
Prucaloprid: SS keine
ndiziert. StZ nicht empfohlen;
e
hlen; Lina
Daten, kontraindiziert.
Linaclotid: SS keine
diziert. StZ nicht empfohlen;
en; Sennoside: SS keine
Daten, kontraindiziert.
ine Bedenken; Bisacodyt und
nd Natriumpicosulfat:
Bedenken. StZ keine
SS keine Bedenken. StZ keine Bed
Bedenken.
en Obstipation:
Therapie der chronischen
pekte
l Psychologische Aspekte
l „Umerziehung“
l Medikamentöse Therapie
l Biofeedback
l Sonstige Hilfsmittel
l Sakrale Neuromodulation
e.
l Chirurgie.
nsgesamt gaben die hervorragenden Refe
Insgesamt
Referenten des Symposiums einen ausgezeichneten Überblick über d
die Geschichte der Frau
Aspek der Frau als Patientin,
in der Medizin, über die speziellen Aspekte
überr spezielle Frauenkrankheiten und d
die Kontrazeption und ihre
ber gastroenterologische
gastroenterologis
Risiken, sowie über
Probleme der Frau.
i Prof. Dr. Dr. h.c. Walter F. Riesen
Quelle: Interdis
Interdisziplinäres Zürcher
er Symposium: Frauensache, Zürich, 5.7.2013
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