Kaufpreisallokation nach IFRS 3 23. Januar 2014

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Kaufpreisallokation
nach IFRS 3
23. Januar 2014
WP / StB Thomas Hartmann, Partner
WP / StB Norbert Heinzelmann, Director
Agenda
•
Die Grundlagen
•
Die Kaufpreisallokation als
„Transformationsprozess“
•
Der Kaufpreis
•
Die Identifikation (bisher nicht
bilanzierter) immaterieller
Vermögenswerte
•
Zwischenfazit
•
Die (Neu-)Bewertung
•
Die Ableitung des „Goodwill“
•
Fazit
2
Die Grundlagen
PwC
3
Unternehmenszusammenschlüsse
Purchase Price Allocation nach IFRS 3
Buchwertbilanz des
erworbenen Unternehmens
Umlaufvermögen Fremdkapital
Anlagevermögen
„Neubewertungsbilanz“ des
erworbenen Unternehmens
Umlaufvermögen
Eigenkapital
Fremdkapital
Kaufpreis
Eigenkapital
Anlagevermögen
Kaufpreisallokation
PwC
Kapitalkonsolidierung
Eigenkapital
Geschäftswert
oder
Firmenwert
Konsolidierung
4
Definition - „Unternehmenszusammenschluss“
Käufer
Verkäufer
Unternehmen oder
Geschäftsbetrieb
Unternehmen oder
Geschäftsbetrieb
• Unternehmen:
- Erwirtschaftet Gewinne oder reduziert Kosten für den Investor
- Besteht aus verschiedenen Produktionsfaktoren, die gewöhnlich
Output generieren
• Struktur des Unternehmenszusammenschlusses:
- Kauf aller Netto-Vermögenswerte
- Kauf einzelner Netto-Vermögenswerte
Unternehmenszusammenschluss
•
Zahlungsmöglichkeiten:
- Ausgabe von Eigenkapitalinstrumenten
- Barüberweisung, Zahlungsmitteläquivalente, Zahlung mittels anderer
Vermögenswerte
- Kombination verschiedener Zahlungsmöglichkeiten
Neues bilanzierendes
Unternehmen
Käufer erlangt Kontrolle
über das erworbene
Unternehmen
• Ist die Transaktion kein Unternehmenszusammenschluss
greift IFRS 3 nicht:
- Käufer erlangt keine Kontrolle über das erworbene Unternehmen
- Käufer erlangt Kontrolle über Vermögenswerte, die keinen
Geschäftsbetrieb darstellen
- Gemeinschaftliche Kontrolle (Joint Venture)
- Unternehmenszusammenschlüsse, an denen zwei oder mehr
Unternehmen/ Geschäftsbetriebe unter gemeinsamer Beherrschung
beteiligt sind
- Unternehmen bilden eine bilanzierende Einheit auf rein vertraglicher
Basis (keine Beteiligungsquote)
PwC
5
Ablauf einer Erwerbs-Transaktion
“Deal-Kontinuum”
Dealidentifizierung
• Deal Flow
• Bid-Support
• Investment-Banking-
Beratung
• Strategieevaluierung
Dealevaluierung
• No-access Due
Diligence (DD)
• Evaluierung der
Dealstrategie
• Identifikation der
Werttreiber
• Zielevaluierung
(indikativ)
• Synergiebewertung
• Pre-Deal
Kaufpreisallokation
(Purchase price
allocation)
Dealdurchführung
• Financial DD
• Integration
inkl. Pre-PPA !
• Synergie-Review
• Deal-Strukturierung
• Verhandlungsführung
• Business Excellence
• Kaufpreis-
• Finanzierungs-
allokation (PPA) %
beratung
• Unterstützung der
• Rechtsberatung
RechnungslegungIntegration
• Steuer- und
Personalaspekte
• Completion Accounts
• SPA Support
PwC
• Sell-Side DD
• Carve-Outs
• Kapitalmärkte
• Börsengang- und
Neuemissionberatung
• Käuferidentifikation
• Investment-Banking-
Beratung
• Finanzierungs-
beratung
• Governance, Risk &
@
Compliance
• Restrukturierung
Pre-Deal
• Vendorunterstützung
rechtlichen Aspekten
(z.B. Squeeze out) $
• Operative DD
Deals
ernten
• Portfolio-Review
#
• Evaluierung von
• Kommerzielle DD
• Fairness Opinion
Deals zum
Erfolg führen
^
Die ersten 100 Tage
Transformation
6
PPA Strategie
Goodwill versus Allokation auf Immaterielle und Materielle
Vermögenswerte
Der Kapitalmarkt reagiert auf Entscheidungen des Managements.
Die Höhe des ermittelten Goodwills wirkt sich an verschiedenen Stellen auf die Bilanzierung nach dem
Unternehmenszusammenschluss aus.
Hoher Goodwill
• Höhere
Abschreibungen
• Geringeres
Wertberichtigungsrisiko
• Geringere Ertragsschwankungen
• Geringere
Abschreibungen
• Höheres
Wertberichtigungsrisiko
• Höhere Ertragsschwankungen
Niedriger Goodwill
PwC
7
Die Kaufpreisallokation als
„Transformationsprozess“
PwC
8
PPA als Transformationsprozess
Von der Buchwertbilanz zur Neubewertungsbilanz
Bilanz des Targets vor Akquisition
Umlaufvermögen
300
Anlagevermögen
400
700
Fair Value Bilanz des Targets
Verbindlichkeiten
500
PPAProzess:
Eigenkapital
200
Identifizierung
&
Bewertung
700
Umlaufvermögen
Verbindlichkeiten
300 + ?
500 + ?
Materielle
Vermögenswerte
des AV
400 + ?
Immaterielle
Vermögenswerte
des AV
0+?
Latente Steuern
?
Eigenkapital
200 + ?
Goodwill
0+?
Zusätzliche Informationen:
Übernahme von 100%
Share Deal
Kaufpreis 600 Mio. €
Unternehmenssteuern 40%
PwC
700 + ?
700 + ?
* AV = Anlagevermögen
Der beizulegende
Zeitwert ist für alle
Vermögenswerte und Schulden zu ermitteln,
einschließlich bisher nicht erfasster,
selbstgeschaffener immaterieller
Vermögenswerte.
9
Der Transformationsprozess
Verteilung der Anschaffungskosten auf die erworbenen
Vermögenswerte und Schulden sowie Goodwill
#1
Verstehen der Transaktion
• Analyse des Transaktionshintergrundes (Gründe, Umstände, Struktur, etc.)
• Bestimmung des Erwerbszeitpunktes
• Ermittlung der Anschaffungskosten (Consideration/übertragene Gegenleistung)
(Neu-)Bewertung der erworbenen Vermögenswerte und
Schulden
#2
#3
PwC
• Identifizierung der Vermögenswerte und Schulden (v.a. bislang nicht bilanzierter/selbst
erstellter immaterieller Vermögenswerte)
• Ermittlung des Fair Value der erworbenen Vermögenswerte und Schulden
• Berechnung latenter Steuern auf die ermittelten Fair Value Anpassungen (Fair Value
minus Nettobuchwerte)
• Dokumentation
Goodwill und Analyse der Auswirkungen auf Bilanz und GuV
• Ableitung des Goodwill
• Analyse der Auswirkungen auf die GuV (Szenarien)
• Impairmenttest
10
Der Kaufpreis
PwC
11
Bestimmung des Gesamtkaufpreises
Grundsatz
Übertragene
Vermögenswerte
Übernommene
Verbindlichkeiten des
Veräußerers
Ausgegebene
EKInstrumente
Zeitwert der
übertragenen
Gegenleistung
 Bewertung zum beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt
 gg. erfolgswirksame Neubewertung
PwC
12
Bestandteile des Kaufpreises
(Quelle: IASB Education Session; Oktober 2007)
PwC
13
Die Identifikation (bisher nicht
bilanzierter) immaterieller
Vermögenswerte
PwC
14
Identifizierung immaterielle Vermögenswerte
Beispiele identifizierbarer immaterieller Vermögenswerte
Marketingbezogene immaterielle VW
Vertragsbezogene immaterielle VW
• Markenrechte und Markennamen
• Dachmarken, Servicemarken und Schutzrechte
• Namen von Internet-domains
• Impressum von Zeitungen
• Vereinbarungen bzgl. Wettbewerbsbeschränkungen
/ -verboten
• Franchiseverträge
• Mietverträge
• Lizenzvereinbarungen und Stillhalteabkommen
• Werbe-, Bau-, Management-, Service-, Zulieferverträge
• Leasingvereinbarungen
• Baugenehmigungen
• Konzessionsverträge und Alleinverkaufsrechte
• Betriebs- und Senderechte
• Nutzungsrechte (Bohrrechte, Wassernutzung etc.)
• Verwertungsrechte (z. B. Recht zur Verwertung von
Grundpfandrechten)
• Arbeitsverträge
Kundenbezogene immaterielle VW
• Kundenverträge (Auftragsbestand) und damit
verbundene Kundenbeziehungen
• Kundenbindungsprogramme
• Kundenlisten
Kunstbezogene immaterielle VW
Technologiebezogene immaterielle VW
• Theaterstücke, Opern etc.
• Bücher, Magazine, Zeitungen, andere literarische Werke
• Musikalische Arbeiten, wie z. B. Kompositionen,
Songtexte, Werbemelodien
• Bilder und Fotos
• Video- und audiovisuelle Materialien
• Entwürfe, Skizzen, Modelle
• Patentierte Technologie
• Muster
• Unpatentierte Technologie
• Datenbanken
• Geschäftsgeheimnisse, inkl. geheimer Formeln, Prozesse
und Rezepturen
• Software / Warenwirtschaftssystem
PwC
15
Welche Informationen enthält die Bilanz vor einer
Transaktion?
Gores erwirbt Mexx
(2011)
Vermögenswerte
Materielle
Vermögenswerte
Schulden
• Marke
• Kundenbeziehungen (z.B.
Franchisebetriebe, Kaufhäuser,
Einzelhandel)
Eigenkapital
Umlaufvermögen
Aufgelaufene
Forderungen
• Vorteilhafte Verträge
Verbindlichkeiten
Was sind die Deal Driver?
Heineken erwirbt Asian Pacific Breweries
(2012)
Vermögenswerte
Materielle
Vermögenswerte
Schulden
• Braurechte / Lizenzen
Eigenkapital
• Prozesstechnologien / Know-how
• Kundenverträge
Vorräte
Aufgelaufene
Forderungen
• Marken
Verbindlichkeiten
• Deal Driver sind selbstgeschaffen und bisher nicht in der Bilanz erfasst
• Selbstgeschaffene immaterielle Vermögenswerte werden zu erworbenen immateriellen Vermögenswerten
PwC
16
Goodwill in % vom Kaufpreis
…nach Branchen
Energie und Versorgung
20,6%
43,2%
Detailhandel und Konsumgüter
53,8%
Technologie, Telekommunikation und Medien
55,5%
Life Sciences und Gesundheitswesen
41,1%
Finanzdienstleister
verarbeitende Industrie
PwC
36,2%
17
Immaterielle Vermögensgegenstände
in % vom Kaufpreis
… nach Branchen
34,9%
Energie und Versorgung
50,3%
Detailhandel und Konsumgüter
Technologie, Telekommunikation und Medien
Life Sciences und Gesundheitswesen
Finanzdienstleister
verarbeitende Industrie
PwC
28,7%
33,0%
38,0%
49,8%
18
Zwischenfazit
PwC
19
Zwischenfazit
• Immaterielle Vermögenswerte
können (müssen) bereits während
der Pre-Deal Phase identifiziert und
indikativ bewertet werden
Kapitalmarktkommunikation:
Unternehmenszusammenschlüsse haben
signifikante Auswirkungen auf
Bilanz- und GuV -Kennzahlen.
• Die Gleichung “EBITKäufer + EBITTarget
= EBITKonzern “ liefert verzerrte
Ergebnise
• Zusätzliche Abschreibungseffekte der
neu identifizierten immateriellen
Vermögenswerte haben
maßgeblichen Einfluss auf die
konsolidierte Ertragslage
• Zusätzliche Synergien wirken sich
werterhöhend auf die Ertragslage aus
PwC
20
Die (Neu-)Bewertung
PwC
21
Bewertungsmethoden
Übersicht
Marktpreis
Marktmethoden
Falls nicht möglich
Vergleichbare
Markttransaktionen
Relief from Royalty
Method
Ertragswertmethode
Falls nicht möglich
Multi-period Excess
Earnings Method
Incremental Cash
Flow Method
Historische Kosten
Kostenmethode
Replacement Cost
PwC
22
Bewertungsverfahren
Marktpreisorientierte Verfahren
Problem: Ermittlung aussagekräftiger, marktgängiger
und vergleichbarer Transaktionsparameter bei
immateriellen Vermögenswerten
Multiplikatorenbewertung
Wert Vergleichsobjekt
Werttreiber des
X
=
Bewertungsprojektes
Werttreiber Vergleichsob.
EBTTarget
Anzahl Kunden
PwC
X
X
Wert Eigenkapital
EBTCC
Wert Kundenbeziehung
Anzahl der Kunden
Wert des
Bewertungsobjektes
=
Wert Eigenkapital
(Target)
=
Wert der Kundenbeziehung (Target)
23
Bewertungsverfahren
Ertragswertverfahren - Zahlungsstromorientierter Ansatz
Direct cash flow-method
(Methode der unmittelbaren
Cashflow-Prognose)
MEEM-method
(Residualwertmethode)
• Dem Vermögenswert werden direkt zurechenbare Cash
Flows zugeordnet und risikoadäquat diskontiert
• Voraussetzung ist, dass direkt zurechenbare Cash Flows
ermittelbar sind
• Da oftmals keine separaten Cashflows vorhanden sind,
muss auf eine der anderen Methoden
ausgewichen werden
• Bei der Ermittlung der relevanten Cash Flows werden
fiktive Auszahlungen für „unterstützende“
Vermögenswerte als fiktive Nutzungsentgelte (contributory
asset charges) berücksichtigt
• Es wird davon ausgegangen, dass die unterstützenden
Vermögenswerte von einem Dritten fiktiv gemietet oder
geleast werden
Ertragswertmethoden
Incremental cash flow-method
(Mehrgewinnmethode)
Relief from royalty-method
(Methode der Lizenzpreisanalogie)
• Die erwarteten Cash Flows aus dem Unternehmen
einschließlich dem zu bewertenden immateriellen
Vermögenswert werden mit den entsprechenden Cash
Flows aus einem fiktiven Vergleichsunternehmen
ausschließlich des entsprechenden Vermögenswerts
verglichen
• Es findet eine Differenzbetrachtung statt
• Es wird ermittelt, welche Lizenzzahlungen fiktiv zu
entrichten wären, wenn sich der betreffende immaterielle
Vermögenswert im Eigentum eines Dritten befände
• Die fiktiven Lizenzzahlungen werden anhand von
marktüblichen Lizenzraten für vergleichbare
Vermögenswerte abgeleitet (i.d.R. bezogen auf den Umsatz)
PwC
24
Ertragswertverfahren
Wesentliche Einflussfaktoren
Anforderungen gem. IFRS 3:
• Eine Purchase Price Allocation ist aus der Sicht eines potentiellen Erwerbers (market participant) durchzuführen.
Diese Sichtweise resultiert in vergleichsweise kleinen Spielräumen bei dem Diskontsatz sowie bei den Cash Flows
• Grundsätzlich ist für die Purchase Price Allocation ein Asset Deal zugrunde zu legen, d.h. Fiktion des Erwerbs der
Assets und Liabilities und dadurch abschreibungsbedingter Steuervorteil (TAB)
Wesentliche Einflussfaktoren:
Steuern
Lizenzraten
Contributory
asset charges
Cash Flow
Diskontsatz
(WACC)
PwC
Wesentliche
Einflussfaktoren
Nutzungsdauern
25
Diskontsatz
Bestandteile des WACC
1
• Kapitalstruktur
•
.
• Eigenkapitalkosten = Basiszins + Betafaktor x Marktrisikoprämie + Small
Cap
•
• Fremdkapitalkosten (unter Berücksichtigung der steuerlichen
Abzugsfähigkeit)
• 1
PwC
WACC
Weighted Average Cost of Capital
rE
Eigenkapitalkosten
FK
Marktwert des Fremdkapitals
Rf
Risikoloser Zinssatz
EK
Marktwert des Eigenkapitals
ß
Beta-Faktor
GK
Marktwert des Gesamtkapitals
(rm – rt)
Marktrisikoprämie
rD
Fremdkapitalkosten
p
Small-Cap Prämie
t
Effektiver Steuersatz
26
WACC
Kapitalstruktur
Gegenwärtige Kapitalstruktur
Peer-Daten
Ermittlung der
gegenwärtigen
Kapitalstruktur auf
Basis der aktuellen
Marktwerte von
Eigen- und
Fremdkapital der
Peer-Unternehmen
Branchenwerte
Ableitung der
gegenwärtigen
Kapitalstruktur auf
Basis von Branchendurchschnitten
Zielkapitalstruktur
Zielkapitalstruktur
Wird nicht davon
ausgegangen, dass die
gegenwärtige
Kapitalstruktur
nachhaltig ist,
sollte – unter
Berücksichtigung der
zukünftigen
Finanzierungspolitik
– auf eine
Zielkapitalstruktur
abgestellt werden
Wichtig: Zur Ermittlung der Kapitalstruktur sind jeweils die
Marktwerte von Eigen- und Fremdkapital zu berücksichtigen
PwC
27
WACC
Eigenkapitalkosten
Betafaktor
+
Target ist
börsennotiert
Risikoloser
Zins
Unternehmerischer Risikozuschlag
In der Theorie ist der
Basiszins eine Anlage
ohne Ausfallrisiko und
ohne Korrelation zu
Renditen anderer Anlagen
• Im Gegensatz zum risikofreien
Basiszins unterliegt das
Marktportfolio einem
(systematischen) Risiko, welches
in der Markrisikoprämie
widerspiegeln wird
Verwendung
des jeweiligen
Betas
Analoge
Target ist nicht
börsennotiert
In der Praxis wird
vereinfachend davon
ausgegangen, dass
festverzinsliche Anleihen
der öffentlichen Hand
diese Anforderungen
erfüllen
x Marktrisikoprämie
Qualitative
Ansätze
AnalyseAnsätze
- Peer Group
Beta
- Branchen
Beta
-1
- Scoring
Modelle
- Earing
Beta
- Account
Beta
- Fundamental Beta
• Der Risikozuschlag
berücksichtigt den Umstand,
dass eine Investition in ein
Unternehmen aufgrund
schwankender
Zahlungsüberschüsse höhere
Risiken aufweist, als die
Geldanlage in einen risikofreien
Basiszins
• Aufbauend auf Analysen
historischer Kapitalmarktdaten
empfiehlt der IDW* derzeit eine
Marktrisikoprämie von 5,5%
* IDW = Institut für Wirtschaftsprüfer
PwC
28
WACC
Fremdkapitalkosten
Fremdkapitalkosten
Durchschnitt aus Industrieanleihen
mit entsprechendem Rating (Quelle:
Bloomberg). Falls kein Rating
verfügbar ist, werden Ratings von
Peerunternehmen desselben
Währungs- raumes bzw. die aktuellen
Zinskonditionen des Unternehmens
als Grundlage herangezogen
Umlaufrenditen von Industrieanleihen
(Quelle: Deutsche Bundesbank)
Differenzierung nach
Bonität (S&P, Moody‘s)
Keine Differenzierung nach
Bonität
Die steuerliche Abzugsfähigkeit von Fremdkapital wirkt senkend auf dessen
Renditeforderungen und wird entsprechend berücksichtigt
PwC
29
Bewertung von Technologien / Patenten / Marken
Mögliche Bewertungsverfahren
Marktansatz
Incremental cash flow
method
(Mehrgewinnmethode)
Theoretisch zu bevorzugende Methode
• Vergleich eines Technologie-Cash Flows mit höheren Preisen /
Mengen oder niedrigeren Kosten mit einem Cash Flow ohne
Verwendung der Technologie
• In der Praxis ist die Ermittlung einer Preis- /Mengenprämie oftmals
schwierig, daher wird diese Methode oftmals nicht angewendet
In der Praxis sehr häufig verwendete Methode
Zahlungsorientierter
Ansatz
Kostenansatz
PwC
Relief from royalty
method (Methode der
Lizenzpreisanalogie)
• Es werden fiktive Lizenzzahlungen diskontiert
• Voraussetzung ist die Ableitung einer angemessenen sowie der
dazugehörigen Bezugsbasis (in der Regel ist dies der Umsatz)
• Lizenzraten lassen sich aus öffentliche verfügbaren Datenbanken
ermitteln
Multi-period excess
earnings method
(Residualwertmethode)
Sofern Contributory Asset Charges berechnet werden
können, kann auch der MEEM-Ansatz verwendet werden
Der MEEM-Ansatz wird oftmals für die Bewertung von IPR&D
verwendet. In diesem Fall sind noch die mit der Fertigstellung
verbundenen Auszahlungen zu berücksichtigen. Die im Rahmen von
IPR&D bestehenden Unsicherheiten sind entweder im Cash Flow oder
im Zinssatz zu berücksichtigen
Direct cash flow method
(Methode der unmittelb.
Cashflow-Prognose)
In der Praxis kaum (keine) Anwendung, da direkte Cashflows selten
vorliegen
30
Bewertung von Technologien / Patenten / Marken
Methode der Lizenzpreisanalogie - RfR Ansatz
Methode
• Der Wert eines immateriellen Vermögenswertes (z.B. Technologie, Marke) wird anhand
„ersparter“ Lizenzzahlungen abgeleitet -> der Wert ergibt sich dadurch, dass das Unternehmen
diese (z.B. Technologie) nicht am freien Markt lizenzieren muss.
• Die Wertermittlung erfolgt durch Diskontierung der eingesparten jährlichen Lizenzzahlungen, die
durch die Multiplikation einer Lizenzrate mit den der (z.B. Technologie) zuzuschreibenden
Umsätzen über die Restnutzungsdauer berechnet werden
Lizenzrate
• Lizenzrate werden idR abgeleitet durch vergleichbare Lizenzraten aus öffentlichen Datenbanken
(z.B. royaltysource.com)
• Probleme
 Einmal- und/oder Mindestzahlungen
 viele Lizenzvereinbarungen sind nicht öffentlich / oder wenig Hintergrundinformationen
 große Bandbreiten
Nutzungsdauer
• Erwartung eines wirtschaftlichen Nutzens durch den immateriellen VW (z.B. die Technologie)
• In Abhängigkeit von rechtlichen und technologischen Aspekten
• Den grundsätzlich umfangreichsten rechtlichen Schutz bietet ein Patent
PwC
31
Bewertung einer Technologie
Relief from Royalty - Methode
PwC
32
Bewertung einer Technologie
Tax Amortization Benefit – „TAB“
•
Potentieller Nutzen des zukünftigen steuerlichen Abschreibungspotenzials des jeweiligen immateriellen
Vermögenswertes.
•
Nach IFRS ist der Vermögenswert so zu bewerten ist, als ob er in einem Asset Deal akquiriert worden
wäre und somit steuerwirksam abgeschrieben werden könnte.
•
Ob das betreffende Unternehmen diesen Tax Benefit wirklich ausnützen kann, ist irrelevant.
PwC
33
Bewertung Kundenbeziehungen
MEEM-Methode
Definition Kundenbeziehungen
• Kundenbeziehungen liegen dann vor, wenn das Unternehmen über einen
Kundenstamm oder Marktanteil verfügt und erwarten kann, dass die Kunden dem
Unternehmen aufgrund seiner Bemühungen, Kundenbeziehungen und
Kundenloyalität aufzubauen, treu bleiben werden
Identifizierbarkeit von Kundenbeziehungen
•
Mindestens die im Folgenden aufgeführten Punkte müssen erfüllt sein:
 Der Kunde ist eindeutig zu identifizieren,
 eine Umsatzabgrenzung bezogen auf diesen Kunden ist möglich,
 zukünftige Umsätze mit diesem Kunden erscheinen wahrscheinlich, der zeitliche
Horizont der Zahlungsströme ist abschätzbar
PwC
34
Bewertung Kundenbeziehungen
MEEM-Ansatz
PwC
35
MEEM-Methode
Contributory Asset Charges
• Der zu bewertender immaterieller Vermögensgegenstand erzielt Zahlungszuflüsse
(cash flows) bzw. Ergebnisbeiträge in der Regel nur im Verbund mit anderen
materiellen bzw. immateriellen Vermögenswerten
• Die „fair values“ (Zeitwerte) dieser unterstützenden Vermögenswerte sind vorab zu
ermitteln
• Für diese „unterstützenden Vermögenswerte“ werden fiktive Auszahlungen
(Contributory Asset Charges) im Rahmen der „fair value-Bewertung“ berücksichtigt
• Die Methode unterstellt, dass diese „unterstützenden Vermögenswerte“ von einem
Dritten „gemietet“ bzw. „geleast“ werden müssen
• Ansatz der fiktiven „Leasingraten oder des rechnerischen „Return on Asset“
(Verzinsung auf das eingesetzte Kapital)
• Zinssatz für Return on Asset:
• fristadequater Nach-Steuer FK-Zins (z.B. kurzfristig für working capital)
• WACC z.B. für Workforce
PwC
36
MEEM-Methode
Contributory Asset Charges
PwC
37
Bewertung eines (un)vorteilhaften Vertrages
Incremental Cashflow Method
• Ein (un)vorteilhafter Vertrag ist eine vertragliche Verpflichtung, die nicht
Marktkonditionen entspricht
• Dieser Vertrag ist daher (un)vorteilhaft für mindestens eine Vertragspartei
• Beispiel: Mietvertrag, dessen Konditionen schlechter sind als die aktuelle Marktmiete
• Bewertet werden die Miet-Mehraufwendungen nach Steuern
• Durch Diskontierung wird der Barwerte des „Mietmehraufwands“ berechnet = Fair Value
PwC
38
Bewertung materieller Vermögenswerte
Vorratsvermögen
• Bewertungsmaßstab von Vermögenswerten ist nach IFRS 3.36 der Fair Value
• Bezüglich in Arbeit befindlicher Aufträge wird dieser absatzmarktorientiert bestimmt
• Vom Verkaufspreis werden die noch bis zur Fertigstellung anfallenden Kosten zuzüglich der
auf den unfertigen Teil entfallenden Gewinne abgezogen
PwC
39
Die Ableitung des Goodwill
PwC
40
Ableitung des Goodwill
Bilanzierungsauswirkungen
Aufteilung des Kaufpreisüberschusses auf die akquirierten Vermögenswerte und Schulden
Land
40
Gebäude
10
Kaufpreis
600
./.
Eigenkapital
200
=
Kaufpreisüberschuss
400
Vorräte
20
Summe der
Fair
Value
Anpassungen
Auftrags
-bestand
30
Technologie
150
300
Latente
Steuern
120
Kundenbeziehungen
30
Marke
20
PwC
Verbleibender
Goodwill
220
41
Gesamt-Darstellung der Kaufpreisallokation
„Fair Value Bilanz“
Bilanz des Targets vor Akquisition
Umlaufvermögen
300
Anlagevermögen
400
700
Fair Value Bilanz des Targets
Verbindlichkeiten
500
PPAProzess:
Eigenkapital
200
Identifizierung
&
Bewertung
700
Umlaufvermögen
300 + 50
Verbindlichkeiten
500
Materielle
Vermögenswerte
des AV
400 + 50
Latente Steuern
120
Immaterielle
Vermögenswerte
des AV
0 + 200
Eigenkapital
200+400
Goodwill
0 + 220
1.220
Zusatzinformation:
Share Deal
Kaufpreis 600 Mio. €
Körperschaftssteuer 40%
PwC
Akquisitionskosten
600
./. Buchwert des EK vor Akquisition 200
Überschüssiger Kaufpreisanteil 400
1.220
FV-Anpassung
Umlaufvermögen
Materielle Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte
FV-Anpassung gesamt
Latente Steuern
FV-Anpassung nach Steuern
- 50
- 50
- 200
- 300
+120
-180
Verbleibender Goodwill
220
42
Der Goodwill
Mögliche Gründe für Goodwill und Badwill
Goodwill
Erwartete
Synergien
zwischen Käufer
& Target
Unternehmensfortführung
Strategische
Prämie
Bewertungsfehler
hinsichtlich
des Kaufpreises
Vermögenswerte,
die das
Ansatzkriterium
nicht erfüllen
Erwartung von
zukünftigen
Verlusten senkt
den Kaufpreis
Verbindlichkeiten,
die das Ansatzkriterium nicht
erfüllen
Badwill
Akquisition mit
negativem
Geschäftsoder Firmenwert:
geplanter Austritt,
Zwangsverkauf,
andere Gründe
PwC
Bewertungsfehler
bezüglich der
immateriellen
Vermögenswerte
Ansatz des
Nettovermögens,
das zum „nicht-FairValue“ akquiriert
wurde, das aber
laut dem Standard
so behandelt wird
43
Fazit
PwC
44
Zusammenfassung
…und kritische Punkte
Im Zeitpunkt der PPA werden wichtige Ergebniseffekte für die Folgejahre festgelegt
Die sollten auf Basis von Szenarioanalysen vorab auf mögliche zukünftige Ergebnisbelastungen
analysiert und mögliche zukünftige bilanzielle Konsequenzen beachtet werden
Konsistenz der externen Kommunikation und der Dokumentation im Rahmen des
Jahresabschlusses ist erforderlich
Bewertungen im Rahmen einer PPA ergeben stets nur Wertbandbreiten
Die Rechnungslegungsstandards setzen Planungssysteme auf Basis von CGUs voraus und stellen
deutlich erhöhte Anforderungen an das interne und externe Rechnungswesen
Verbesserung von Qualität und Zuverlässigkeit
der Ergebnisplanungen durch umfassende PPA
PwC
45
Fragen?
© 2014 PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft.
Alle Rechte vorbehalten. „PwC“ bezeichnet in diesem Dokument die PricewaterhouseCoopers
Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, die eine Mitgliedsgesellschaft der
PricewaterhouseCoopers International Limited (PwCIL) ist. Jede der Mitgliedsgesellschaften der PwCIL
ist eine rechtlich selbstständige Gesellschaft.
Appendix
Sonderfälle
Goodwill und Minderheiten
PwC
48
Bestimmung des Goodwill
- und Bewertung der nicht-beherrschenden Anteile (I)
Zeitwert der übertragenen Gegenleistung am
Erwerbsstichtag
+ Wert der nicht-beherrschenden Anteile
+
Bei sukzessivem Anteilserwerb:
Zeitwert der Beteiligung der vorherige(n) Tranche(n)
./. Erworbenes Nettovermögen zu Zeitwerten
= Goodwill
PwC
49
Bestimmung des Goodwill
- und Bewertung der nicht-beherrschenden Anteile (II)
Wahlrecht bei der Bewertung der nicht-beherrschenden Anteile:
Bewertung zum…
vollen Zeitwert
• Identischer Bewertungsmaßstab
für alle Anteile
• Full Goodwill
• Pflicht nach US-GAAP
anteiligen Nettovermögen
• Entspricht dem Grundsatz der
vollen Neubewertungsmethode
• Partial Goodwill
• Nach US-GAAP nicht zulässig
 Wahlrecht kann für jeden Unternehmenszusammenschluss neu
ausgeübt werden
PwC
50
Beispiel
Unternehmenserwerb mit Non-Controlling Interest
Erwerb von 60 % der Anteile
eines Unternehmens:
PwC
Bisherige Rechnung:
Unternehmenswert (100%) GE 150
Kaufpreis
GE 90
Neubewertetes
Nettovermögen (100%)
GE 100
anteiliges Nettovermögen
GE - 60
Kaufpreis für 60%
GE 90
Firmenwert
GE 30
51
Beispiel
Unternehmenserwerb mit Non-Controlling Interest nach
neuem Standard
Variante 1 („full Goodwill“)
FV Gegenleistung
NCI
Bisherige Anteile
FV Nettovermögen
Firmenwert
GE 90
GE 60
GE 0
GE -100
GE 50
Variante 2 („partial Goodwill“)
FV Gegenleistung
NCI
Bisherige Anteile
FV Nettovermögen
Firmenwert
GE 90
GE 40
GE 0
GE -100
GE 30
Vom Firmenwert sind GE 20 dem
Non-Controlling Interest
zuzurechnen
 Höherer Firmenwert/höheres
NCI
PwC
52
Sukzessiver
Unternehmenszusammenschluss
(„step acquisition“)
PwC
53
Sukzessiver Unternehmenszusammenschluss
Unterschiede zwischen IFRS 3 „neu“ und IFRS 3 „alt“
IFRS 3 (neu)
IFRS 3 (alt)
Ein Goodwill wird zum
Erwerbszeitpunkt ermittelt
Für jede Transaktion wird
ein separater Goodwill
ermittelt
Behandlung des
ursprünglichen,
anteiligen
Nettovermögens
Nicht anwendbar
Änderungen im
beizulegendem Zeitwert
werden erfolgsneutral in
der Neubewertungsrücklage erfasst
Behandlung der
ursprünglichen,
nicht
beherrschenden
Anteile
Ausbuchung und
erfolgswirksame Bewertung
der ursprünglichen
Nicht anwendbar
Beteiligung zum
beizulegendem Zeitwert
Ermittlung Goodwill
PwC
54
Sukzessiver Unternehmenszusammenschluss
Beispiel 1 - Fakten
2005
•
•
A erwirbt 50% an B für TEUR 500.
Der beizulegende Zeitwert des Gesamtvermögens von B beträgt zum
Erwerbszeitpunkt in 2005 TEUR 800.
2010
•
•
•
PwC
A erwirbt weitere 50% an B für TEUR 2.000.
Der beizulegende Zeitwert des Gesamtvermögens von B beträgt zum
Erwerbszeitpunkt in 2010 TEUR 1.200.
Der Buchwert der ursprünglichen, nicht beherrschenden Anteile
beträgt zum Erwerbszeitpunkt in 2010 TEUR 500, der beizulegende
Zeitwert TEUR 1.800.
55
Sukzessiver Unternehmenszusammenschluss
Beispiel 1 - Auswirkungen
Goodwill, GuV und Eigenkapital
IFRS 3
(2004)
IFRS 3
Unterschied
Erwerb 1
0
100
-100
Erwerb 2
2.600
1.400
1.200
= Goodwill
2.600
1.500
1.100
Netto-Vermögen
1.200
1.200
0
GuV-Effekt
1.300
0
1.300
0
200
-200
1.300
200
1.100
Neubewertungsrücklage
= Auswirkungen auf das Eigenkapital
PwC
56
Sukzessiver Unternehmenszusammenschluss
Auswirkungen in der Praxis
Effekte aus der Ausbuchung der bisherigen Beteiligung
• Falls beizulegender Zeitwert im Erwerbszeitpunkt höher als
Buchwert der Beteiligung, so ist ein Ertrag zu realisieren
• Absinken des Buchwertes unter den beizulegenden Zeitwert sollte
bereits zu Abwertung geführt haben, andernfalls Aufwand bei
Ausbuchung
• Bei bisheriger Klassifizierung als „AFS“ ist eine „Reclassification“ in
die GuV vorzunehmen
PwC
57
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