IL, Psychologie des Bewusstseins, aktuelle Forschungsergebnisse

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IL, Psychologie des Bewusstseins, aktuelle Forschungsergebnisse
Neuropsychologie und Psychoanalyse, Konflikt, oder Integration?
Gregor FRANK (0208063) & Riccardo KRAMPL (9960959)
Einleitung
Neuropsychologie
fehlen von genauer Def. Von Bewusstsein.
viele Bedeutungen für Bewusstsein
versch. Annäherungsversuche: neuro-, psycho-, Ethnologie, Anthropologie, Evolutions-,.....
Seit 1997 - ASSC (Association for the scientific study of consciousness)
Fremdes Bewusstsein - nur durch Erfahrung möglich (Fledermaus Bsp. von Thomas Nagel)
amerikanischer Psychologe (University of california in san diego) Vilajanur
Ramachandran: „In der Zukunft könnte es möglich sein, dass ich die Signale aus
anderen Systemen direkt in mein Hirn einspeisen kann. Damit könnte ich die
Übersetzungsbarriere umgehen und die fremde Sinneswahrnehmung erfahren.“ (Wie
kommt die Welt in den Kopf? 1997) – the cell
Dualismus und Materialismus
Früher – Dualismus bis heute in den meisten Religionen.
Angst vor Materialismus Zit. von Willhelm r. Baier (Bewusstseins-Narzissmus): „Ich (nein
selbst) bin mein Bewusstsein. Wenn Bewusstsein rar und wunderbar ist, dann bin ich es auch.
Wenn Bewusstsein nur die Funktion einer biologischen Maschine widerspiegelt, dann bin ich
selbst auch nicht mehr als eine solche.“ (Bewusstsein 1999)
Biologisch gesehen - Hirn nichts weiter als, Denk-Organ
letzte Dualist unter Neurobiologen > Sir John Carew Eccles (+1997) Psychonen(zw.
Synapsen): Bewusstsein
Geschichte der Bewusstseinsforschung
Ägypter
Alexandrische Anatom Herophilis - "pneuma psychikon" - Ventrikeltheorie (ursprünglich
von Anaxagoras von Kalzomenai)
präziseste Ventrikelmodell - Scholastikern des Mittelalters.
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Descartes - Geist sitze in der Zirbeldrüse
Franz Joseph Gall: Phrenologie
Fall von tan-tan (le borgne)
–
Autopsie durch pariser Antropolge und Chirurg Paul Broca
–
Broca Areal – broca-aphasie
FOLIE
- Wernicke Areal –> für Analyse von Wortbedeutung
Bestimmte Bereiche des Hirns div. Funktionen FOLIE mit primären Cortex-bereichen.
Evolutionär älteren Bereiche
FOLIE
NACHHIRN (verlängertes Mark) – Zentrum für Verdauung, Atmung Herzschlag
BRÜCKE – info über Bewegungsabläufe vom groß- ins Kleinhirn
KLEINHIRN (cerebellum) – für Motorik, Kraft, Ausmaß, Entwicklung Koordination
MITTELHIRN – kontrolliert und koordiniert sensorische und motorische Info
ZWISCHENHIRN – Schaltstelle für Sinnesinfo zum Großhirn, reguliert Vielzahl
autonomer Funktionen und großer Einfluss auf hormonelles geschehen.
Landkarte der Körperoberfläche am Somatosensorischen Kortex /Struktur-FunktionsBeziehungen
FOLIE
Beispiel: Phantomwahrnehmungen
- Kann auch zu komplett neuer Verteilung der Landkarte kommen.
Untersuchungen von amerikanischer Psychologe (University of California in San
Diego) Vilajanur Ramachandran.
Spezialisierung von Hirnregionen an Beispiel visueller Kortex:
Neglect-Syndrom
FOLIE
Akinetopsie – bewegte Objekte
Blindsight (Blindsehen)
Formagnosie – Nichterkennen von Objekten
Bereiche der Moral - ungefähr lokalisiert - Fall von Phineas Gage
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nur Teilbereiche des Bewusstseins
Dadurch noch nicht Bewusstsein erklärt
Chemie im Hirn
in 70ern – Drogen großes Thema,
labiles Bewusstsein
Timothy Learly von Harvard University – Drogen für Psychologie, bzw. div. Behandlungen
Drogen greifen gezielt in Zusammenspiel von Nervenzellen ein
Drogen zur Erkundung der Hirnfunktionen
Jede Droge wirkt bei einer bestimmten Stelle im Gehirn, bzw. bei einem bestimmten
Stoff. (ähnlich wie Antikörperchen)
In welchen Teilen des Gehirns werden Substanzen aktiv?, Was bewirken sie? Wie laufen
betroffenen Hirnregionen in Normalzustand? (aufputschen – Regulation von Wachheit,
Halluzinationen – innere Weltordnung, Euphorie - Gefühlshaushalt)
wirken bei Synapsen
FOLIE
Agonisten - anstelle der Neurotransmitter (Wirkung imitieren)
Antagonisten (setzen Schlüssel schloss Funktion außer Kraft)
Bsp.:
FOLIE
- Noradrenergen-Neuronen (Noradrenalin = Botenstoff)
Höchste Konzentration > Locus coeruleus.
Hier wirken auch Amphetamine (Speed) – aufputschend
- Dopamin-Rezeptoren
höchste Konzentration in substantia nigra
Zeit
- kein Zeitpunkt, nur Zeitspanne (3 sec.)
- Weiters: ca. 0,3 sec. vor willkürlichen Bewegung – Erregungsmuster im Gehirn
subjektives zurückverlegen in der Zeit
Frage, ob freier Wille?
Versuche dazu von Benjamin Libet am medical Center der University of California in San
Francisco
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Bei Untersuchungen: nur das wenigste wird bewusst
Einstrom – 10 hoch neun bit/s > Elementarentscheidungen pro sec
10 hoch 2 bit/s gelangen zum Bewusstsein, Rest > unbewusst
schnelle Verarbeitung durch parallel laufende Verarbeitung
Informationsverdichtung:
- Sicherheit der Info wichtiger als genaue Bearbeitung
- Abstraktion – höchste: Sprache
Gedächtnis:
miteinander korrelierende Nervenzellen - lernen
Früher - Großmutterneuron
FOLIE
Heute - Großmutterrythmus
Idee von Francis Crick und Christoph Koch, vom California Institute of
Technology – Schwingen der Neuronen – 40 Hz
Behaupten weiters: bewusste Wahrnehmung durch elektrische Tätigkeit von
Nervenzellen, die über ganze Großhirnrinde zerstreut sind > neuronale Korrelat von
Bewusstsein NCC
N-Methyl-D-Aspartat (NMDA) Synapsen
- Langzeitgedächtnis
- auch kurzfristige Änderungen bei Verschaltungen, also auch Inhalt gegenwärtiger
bewusster Wahrnehmung.
Hans Flohr, Mediziner und Philosoph –diese korrelierenden SelbstBewusstsein
Beweis dafür: wenn die mit den synapsen korrelierenden Stoffe
(Narkosemittel) bewirken starke Beeinträchtigung des Bewusstseins, bis
Bewusstlosigkeit.
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Bereiche sind als einzelne nichts (sind ziemlich dumm)
gibt kein eigenes Zentrum des Bewusstseins Bsp.: Lichtschalter
Bewusstsein – kein Epiphänomen
Beweis für die richtige Theorie von Bewusstsein:
1. Manipulation von Menschen – ethisch nicht korrekt.
2. 2. KI
Psychoanalyse
Laut Prof. Maderthaner
Bewusstes
Erlebnisinhalt der auf die Aufmerksamkeit gerichtet ist
Nebenbewusstes
nicht mit Aufmerksamkeit beachtete Inhalte
Unterbewusstes
unter best. Umständen abrufbarer Inhalt (Hypnose)
Unbewusstes
Inhalte die interpretativ erfasst werden müssen
(Trauminterpretation)
Nicht bewusstes
nicht im psychischen System vorhandene Inhalte
Mensch kann Bewusstsein fast vollständig von Außenwelt
abkoppeln
Eigentliche Bewusstsein geschieht eigentlich nicht bewusst
Freud - Libido
Topographisches Modell: unbewusst, vorbewusst, bewusst
Strukturtheorie: es, ich, Über-ich
Bewusstsein verändert sich mit Libido
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Solms M.
Ø seit alter bekannt → enger Zusammenhang zw. Geistigen Apparat und Hirngewebe
Ø aber keine valide Methode → Versuch Neurowiss. und psycholog. Daten in Beziehung
zueinander zu setzten
Ø noch immer kein validen Zusammenhang aber Horizont erweitert
→ war schon Freuds Problem
AUSGANGSPUNKT DER FORSCHUNG – APHASIE
Ø i.d. 60er 19Jhd. → Pierre Paul Broca forschte auf der Grundlage der klinischen –
anatomischen Korrelation
Nachweiß: Erkrankung bestimmter Regionen des Gehirns, charakteristische Symptome
hervorrief
Ø Wernike Karl nahm auch eine Lokalisation der Funktionen vor
FREUD
Ø verwendete auch die klinische – anatomische Korrelation
→ stieß an die Grenze der Methode
Ø zwei neurolog. Schulen die in leicht unterschiedlicher Weise diese Methode benutzten
deutsche Schule → anatomisch
französische Schule → klinisch
Ø franz. Schule bei Charcot → Freud ging von der dt. Schule zur franz. Schule über →
Einfluss von Charcot
Ø beide Gruppen ergänzten sich eigentlich → aber bei einer Gruppe von Erkrankungen
( → Neurosen insbesondere Hysterie u. Neurasthenie) sind Unterschiede erkennbar
Ø franz. Schule damit keine Probleme
Ø Erforschung d. Aphasie und Neurosen für Freud (während des Studiums bei Charcot)
am wichtigsten
Ø Freud zuerst ein hingebungsvoller Schüler Charcots
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→ Rückkehr nach Wien und mehr klinische Erfahrung unter Einfluss John Hughlings
Jackson → Abkehr von Charcot
→ Freud entwickelte eine zur damaligen Zeit einzigartige Sichtweise
Ø Charcot beschrieb lediglich die Symptome von Neurasthenie und Hysterie →
hereditäre Ätiologie
→ Freud war der Auffassung → ein Verständnis der Symptome nicht durch klinisch –
anatomische Korrelation
Ø Freud zwei Beobachtungen beim Problem Aphasie
→ zwei verschieden Erkenntnisse
1. psychische Fähigkeiten → komplizierte Angelegenheit darstellt
innere Organisation verfügen
die psychisch – funktionellen Systeme nicht direkt in Beziehung zu strukturellen
Anlagen des Nervensystems → daher eig. psycholog. Ebene beschrieben (siehe
Traumdeutung)
2. psychische Funktionen ihrem Wesen nach dynamische Prozesse → ein Wechselspiel
der Kräfte zw. Elementaren Einzelfunktionen
strukturieren sich immer neu und nehmen unentwegt Neuanpassungen vor
→ ist ein Prozess, ein dynamisches Resultat von Interaktionen zw. Statischen
Elementen des Nervensystems
zw. 1893 und 1900 wandte Freud diese Grundsätze auf die Psychopathologie an →
damit war die Psychoanalyse geboren
> diese Grundsätze sind wichtig für die Folgezeit der Neurologie und für die Hilfe einer
Suche nach einer Methode zur Wiedervereinigung von Psychoanalyse und Neurowissenschaft
TRENNUNG PSYCHOANALYSE UND NEUROWISSENSCHAFTEN
Ø Freud
prophezeite
die
Wiedervereinigung
von
Psychoanalyse
und
Neurowissenschaften wenn geeignete Methode
Ø Entscheidend für zukunftsorientierte Absichten ist, dass Freud die klinisch –
deskriptive Methode, später Syndromanalyse in die Psychoanalyse übernahm
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Ø Hat keinen Zweck Psychoanalyse und Neurowissenschaft zu verbinden wenn das was
die Psychoanalyse repräsentiert aufgeben muss
ENTWICKLUNGEN IM ZWEIG DER NEUROWISSENSCHAFT
Ø Entwicklungen im Zweig der Neurowissenschaft aus dem die Psychoanalyse
hervorgegangen ist
Ø Alexandr Romanowich Lurija betrieb in Moskau unterschiedliche psychoanalytische
Forschungen
Ø Durch die politische Entwicklung der Sowjetunion Anfang der 30er → gg.
Psychoanalyse Front → russ. Gesellschaft stellte ihre Aktivitäten ein und gestand
ideologische Irrtümer ein
Ø Lurijas hat Interesse an Psychoanalyse nie verloren
Ø Lurija schrieb sich nach Austritt als Medizinstudent ein → spezialisierte sich auf die
Neurologie
Ø Lurijas erste Forschungsarbeit mit der Methode der klinischen – anatomischen
Korrelation (Dissertation) war die Aphasie = Freud
Ø Seine Theorie ähnlich mit der von Freud 1891
Ø Ging aber weiter und zeigt, dass man neurologische Repräsentationen des gesamten
psychischen Apparates entdecken konnte → nur oberflächlichsten und elementarsten
Bestandteile zu lokalisieren
Ø Der nächste Schritt Lurijas war die sogenannte „Syndromanalyse“. D.h., man
untersucht in jedem klinischen Fall, welche anderen Funktionen außer derjenigen, die
man primär erforscht, gestört sind. Dies ist genau das, was in der Psychoanalyse
gemacht wird
FUNKTIONEN WÄHREND DES SCHLAFS M.KOUKKOU/D.LEHMANN
Ø während aller Schlafstadien (NREM und REM) ist der Zustand dem wachen zustand
ähnlich
Ø wichtige Informationen führen zu Veränderungen des funktionellen Hirnzustandes in
Richtung auf Wachheit auslösend, die zum Wechsel der Schlafstadien oder bis zum
Erwachen gehen kann
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Ø EEG (Skalp) → systemische EEG-Veränderungen die die versch. Schlafstadien
repräsentieren zeigen eine gewisse Ähnlichkeit mit den systemischen EEGVeränderungen während der Entwicklung
Ø Diese EEG-Ähnlichkeiten des funktionellen Hirnzustandes und die bekannte
Ähnlichkeiten des kognitiv-emotionalen Stils der Kindheitsphantasien und des
Träumens
Ø Hinweise auf Regression während des Schlafs auf die Niveaus früherer
Entwicklungsphasen
NÄHERE ERKLÄRUNG DES PROZESSES DER
REGRESSION WÄHREND DES SCHLAFS
Ø Regression auf eine frühere Entwicklungsphase → auch unsere Phantasie und
Verarbeitung auf kindlicher Ebene → deshalb sind Kindheitserinnerungen latent im
Traum
Ø Kindliche Ebene → das Traumgeschehen wird mit kindlichen Entwicklungsstand
bearbeitet → würde es mit dem erwachsen Entwicklungsstand bearbeitet werden →
würde aufwachen weil wir als Erwachsene anders handeln als Kinder
Ø Während des Schlafes führt der Aufruf der – Paß auf Antwort – zu einem Wechsel des
funktionellen Hirnzustandes
Dieser Wechsel bedeutet:
a) ermöglicht
die
Benutzung
von
komplexeren
Repräsentationen für die weiter kognitiv
–
(erwachsenen)
emotionale
mnemonischen
Interpretation
der
Signalinformation
b) führt
zum
Transfer
relevanter
Informationen
von
niedrigen
zu
höherem
Komplexitätsniveau
→ Ergebnis diese Wechsels ist die Reorganisation des Wissens und die Assimilation von
früheren mnemonischen Repräsentationen und kognitiv-emotionale Strategien mit neueren
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Ø früher erworbenes Wissen hat Bedeutung beim Umgang mit den jetzigen Realitäten
und kann als Trauminhalt ins Bewusstsein gebracht werden
→ wissen das während der Entwicklung kreiert worden ist für die Organisation des
Verhaltens kann so in den Gedächtnisspeicher des Erwachsenenlebens inkorpiert werden
das ist der Mechanismus durch den die Arbeit mit Träumen ihre therapeutischen
Effekte erreichen
Traumforschung auf Grundlagen der Aphasieforschung
Ø um neurolog. Organisation des Traums zu darzustellen, müssen verschieden Störungen
diese Fähigkeit identifiziert werden → die durch Läisonen in unterschiedlichen
Gehirnbereichen hervorgerufen werden
Ø man muss wissen wie Läisionen die psychische Struktur des Gehhirns verändern
Ø alle psychischen Fähigkeiten die durch Läisonen zerstört wurden müssen etwas
gemeinsames haben → um zugrundeliegenden Faktor zu identifizieren → also die
basale Funktion jenes Gehirnbereichs repräsentieren
→ somit können die Grundbestandteile des funktionellen Systems, auf dem das
Träumen beruht abklären
Ø Traum durch Läison in sechs Bereichen des Gehirns beeinträchtigt
Ø gemeinsam konstituieren diese sechs Faktoren das funktionelle System des Träumens
Ø der Prozess des Träumens geht aus einer dynamischen Interaktionen zwischen diesen
sechs Faktoren hervor
Ø um optimale Erklärung der neurolog. Organisation des Träumens zu gelangen →
müssen Hirnregionen untersucht werden die offenbar nicht an Prozess des Träumens
beteiligt sind
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1) zentrale Hirnstammregion I → durch Verletzung zwar Rem-Schlaf Prozess
beeinträchtigt aber das bewusste Traumerleben bleibt erhalten
2) D dorsolaterale frontale Konvexität → für die Steuerung des psychischen Wachlebens
und der willkürlichen motorischen Aktivitäten eine wichtige Rolle → bei Schädigung
überhaupt keine Auswirkung auf das bewusste Erleben von Träumen
ABSTRACT
Immer mehr Wissenschaftler aus den verschiedensten Richtungen versuchen das Rätsel des
Bewusstseins mit ihren eigenen Definitionen und eigenen Methoden zu lösen.
Die Grundvoraussetzung für Bewusstsein, egal bei welchem Ansatz ist das Gehirn, welches
biologisch gesehen nichts weiter als ein Organ ist, das wie alles im menschlichen Körper aus
organischen Bausteinen, besteht. Natürlich nimmt das Gehirn unter den Organen eine
Sonderstellung ein. Dessen Funktionsweise ist noch nicht ganz aufgeklärt, aber man weiß
dass die Neuronen (Nervenzellen), die aus Zellkern, Zellkörper; Dendriten (bringen
Informationen zum Zellkörper), Axon (gibt Information an andere Neuronen weiter) und
Synapsen (sind Verbindungsstellen zw. Axon und Dendriten) bestehen, elektrisch, chemisch
und auch mittels Schwingungen miteinander korrelieren.
Im Gehirn gibt es Spezialisierungen der verschiedenen Bereiche, wie das Broca Areal (für
grammatikalische Analyse), das Wernicke Areal (für Analyse von Wortbedeutung), oder die
regionalfixierte Struktur-Funktions-Beziehungen (Landkarte der Körperoberfläche) am
Somatosensorischen Kortex. Es gibt aber keinen Bereich im Gehirn, der direkt für das
Bewusstsein, bzw. das Selbstbewusstsein, zuständig ist. Erst die Zusammenarbeit der diversen
Bereiche des Gehirns, wie Nachhirn, Kleinhirn (Cerebellum), Brücke, Mittelhirn,
Zwischenhirn und Großhirn (Kortex) ermöglichen dieses Phänomen, dass uns als Bewusstsein
bekannt ist.
In der neurowissenschaftlichen Forschung wird schon seit einiger Zeit versucht den geistigen
Apparat und das Hirngewebe in einen validen Zusammenhang zu bringen. Doch dafür fehlt
bis heute die geeignete Forschungsmethode. Dieses Problem hatte auch schon Sigmund
Freud, der aber mit seinen Studien über die Aphasien (Zur Auffassung der Aphasien - Eine
kritische Studie), die er 1891 publizierte, eine Basis schaffte, die zur Integration von
Psychoanalyse und Neurowissenschaften führen könnte.
Erst durch Freud und mit dem von ihm entworfenem Topographischen Modell (Einteilung der
psychischen Aktivität in Unbewusst, Vorbewusst, Bewusst) und der Strukturtheorie (Es, Ich,
Über-Ich) hat die Psychoanalyse den Tribut an das Bewusstsein zollen müssen. Jedoch durch
die Erkenntnis dass das Bewusstsein eigentlich nicht bewusst geschieht, taten sich neue
therapeutische Wege zur Behandlung von psychischen Störungen auf.
Obwohl Freud maßgeblich an der neuen Behandlungsmethode von Neurosen und anderen
psychischen Störungen durch rein psychologische Arbeit beteiligt war, die wir heute unter
dem Begriff Tiefenpsychologie, respektive Psychoanalyse kennen, verlor er dabei nie den
Bezug zum physischen.
Freud bediente sich in seinen neurowissenschaftlichen Forschungen der klinischanatomischen Korrelation, die von Alexandr Romanowich Lurija weitergeführt wurde und
dazu führte, dass neurologische Repräsentationen des gesamten psychischen Apparats
lokalisiert werden konnten. Der nächste Schritt Lurijas war die sogenannte
„Syndromanalyse“. D.h., man untersucht in jedem klinischen Fall, welche anderen
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Funktionen außer derjenigen, die man primär erforscht, gestört sind. Dies ist genau das, was
in der Psychoanalyse gemacht wird. Man versucht, die Tiefenstruktur einer ganzen Skala von
Symptommanifestationen zu verstehen, indem sie analytisch auf die ihnen gemeinsamen,
zugrundeliegenden Faktoren zurückgeführt werden.
Sigmund Freud prophezeite eine Wiedervereinigung der Psychoanalyse mit der
Neurowissenschaft, aber er war der Auffassung das es keinen Zweck hat, wenn es bedeuten
sollte, dass alles, was die Psychoanalyse repräsentiert, aufgegeben werden müsste.
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