Ein Update der Diagnostik bei Juveniler

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288 Originalarbeit
Ein Update der Diagnostik bei Juveniler Idiopathischer
Arthritis
Autor
D. Windschall
Institut
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Asklepios Klinik Weißenfels, Weißenfels
Schlüsselwörter
▶ Juvenile idiopathische
●
­Arthritis
▶Diagnostik
●
▶ Differenzialdiagnostik
●
▶Bildgebung
●
▶Biomarker
●
Zusammenfassung
Abstract
Hintergrund: Die Abklärung einer juvenilen
idiopathischen Arthritis (JIA) als Ursache für
Gelenkbeschwerden benötigt auch im Hinblick
auf die zahlreichen Differenzialdiagnosen eine
strukturierte und gründliche Diagnostik in den
Händen eines erfahrenen Untersuchers. Neben
Anamnese und klinischer Untersuchung können
Labordiagnostik und Bildgebung entscheidende
Hinweise für das Vorliegen einer JIA liefern.
Patienten/Methode: In Abhängigkeit von der
Subkategorie der JIA kann sich das Krankheits­
bild unterschiedlich manifestieren. Während
das Leitsymptom bei den meisten Subkategorien
die Gelenkentzündung ist, können bei der Erst­
manifestation einer systemischen Arthritis Fieber,
ein flüchtiges Exanthem oder ein deutlich beein­
trächtigter Allgemeinzustand im Vordergrund
stehen. Am Vorgehen einer gründlichen Anam­
nese und eingehenden klinischen Untersuchung
hat sich in den vergangenen Jahren kaum etwas
geändert. Dagegen zeigen sich in der Bildgebung
und Labordiagnostik interessante Entwicklun­
gen, die die Diagnosestellung und das Monitoring
der Patienten erleichtern können. Hierzu gehören
Entwicklungen in der Ultraschalltechnik und im
MRT sowie auch neue Biomarker im Blut, die bei
Patienten mit einer JIA bestimmt werden können.
Ergebnisse/Schlussfolgerung: Neue Entwick­
lungen in der bildgebenden Diagnostik haben die
Diagnosestellung einer JIA sowie die Abgrenzung
von Differenzialdiagnosen in den letzten Jahren
verbessert. Auch beim Monitoring der Patienten
helfen neue bildgebende Techniken die Erkran­
kungsaktivität und das Therapieansprechen zu
beurteilen. Biomarker wie die S100-Proteine hel­
fen insbesondere bei der Diagnosestellung einer
systemischen JIA und werden zunehmend auch
für die Verlaufskontrolle unter Therapie einge­
setzt. Das Fundament einer erfolgreichen Diag­
nostik bleibt aber weiterhin die sorgfältige
Anamnese und die klinische Untersuchung.
Background: The investigation of juvenile
idiopathic arthritis (JIA) as a cause of joint pain
needs, in view of the numerous differential diag­
noses, a structured and thorough diagnosis in the
hands of an experienced examiner. In addition to
medical history and clinical examination, labora­
tory diagnostics and imaging can provide crucial
evidence for the existence of JIA.
Patients and Methods: Depending on the sub­
category of JIA, the disease can manifest itself in
different ways. Whereas the main symptom in
most subcategories is the inflammation of joints,
the first manifestation of systemic arthritis could
be fever, a rash, or a significantly reduced general
condition. There were hardly any changes in the
process of a thorough medical history and clini­
cal examination in the past few years, where­as
interesting developments have appeared in ima­
ging and lab diagnostics, which may facilitate
the diagnosis and monitoring of patients. These
include developments in ultrasound technology
and MRI as well as new biomarkers in the blood,
which can be determined in patients with JIA.
Results and Conclusion: New developments in
diagnostic imaging have improved the diagnosis
of JIA, as well as the delineation of differential
diagnoses in recent years. Additionally in the
­
­monitoring of patients new imaging techniques
help to assess the disease activity and response
to therapy. Biomarkers such as the S100-proteins
help especially in the diagnosis of systemic JIA
and are increasingly used for the follow-up under
­treatment. The basis of a successful diagnosis is
still a careful history and clinical diagnostic
­assessment.
Key words
▶ Juvenile idiopathic arthritis
●
▶diagnosis
●
▶ differential diagnosis
●
▶imaging
●
▶biomarkers
●
Bibliografie
DOI http://dx.doi.org/
10.1055/s-0034-1398567
Akt Rheumatol 2015; 40:
288–298 © Georg Thieme
Verlag KG Stuttgart · New York
ISSN 0341-051X
Korrespondenzadresse
Dr. Daniel Windschall
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
Asklepios Klinik Weißenfels
Naumburgerstraße 76
04416 Weißenfels
Tel.: + 49/3443/401 780
Fax: + 49/3443/401 254
[email protected]
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Windschall D. Ein Update der Diagnostik … Akt Rheumatol 2015; 40: 288–298
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An Update on Diagnostics for Juvenile Idiopathic Arthritis
Einleitung
▼
Die Ursache kindlicher Gelenkbeschwerden ist vielfältig.
Schmerzen im Bereich des Bewegungsapparates führen Kinder
und Jugendliche vor allem zum Orthopäden und Kinderarzt.
Hier gilt es eher harmlose Ursachen von einer ernsthaften Kno­
chen- und Gelenkerkrankung differenzialdiagnostisch abzu­
grenzen. Während bei Knochen- und Gelenkverletzungen ein
geschildertes Trauma bereits wegweisend ist, können die anam­
nestischen Angaben bei entzündlichen Erkrankungen deutlich
variieren. Auch wenn die Anamnese bereits auf eine entzündli­
che Gelenkerkrankung hindeutet, müssen z. B. infektassoziierte,
rheumatische, maligne, metabolische oder weitere Krankheits­
bilder in die Differenzialdiagnostik einbezogen werden. Eine Ge­
lenkentzündung tritt am häufigsten im Rahmen einer banalen
Infektion, z. B. als Coxitis fugax (Hüftschnupfen), auf. Auch im
Rahmen einer Borrelieninfektion kann es z. B. zu einer Gonarth­
ritis kommen. Es gibt zahlreiche Infektionserreger, die als Trig­
ger einer immunologisch ausgelösten Gelenkentzündung in Fra­
ge kommen. Auch die septische Arthritis, die meistens durch
Staphylokokken verursacht wird, ist eine wichtige Differenzial­
diagnose der Gelenkentzündung.
Die häufigste rheumatische Gelenkentzündung bei Kindern ist
die Juvenile idiopathische Arthritis (JIA), die in Europa mit einer
Prävalenz von ca. 100/100 000 Kindern und einer Inzidenz von
ca. 10/100 000 Kindern vorkommt [1]. Um dieses Krankheitsbild
von anderen Gelenkentzündungen und anderen Erkrankungen
des kindlichen Bewegungsapparates zu unterscheiden, sollte
von einem erfahrenen Untersucher neben einer ausführlichen
Anamnese ein eingehender Gelenk- und Körperstatus erhoben
werden. Wird die Verdachtsdiagnose einer JIA aufgrund der ty­
pischen Anamnese und aufgrund der klinischen Untersuchung
gestellt, können Bildgebung und Labor die entscheidenden Diag­
nostikinstrumente sein, um die Diagnosestellung zu erhärten,
die Erkrankung in eine Subkategorie einzuordnen oder die Indi­
kation zu einer entsprechenden Therapie vorzugeben. Die Ver­
besserung der bildgebenden Technik hat in den letzten Jahren
dazu beigetragen, dass eine juvenile idiopathische Arthritis in­
zwischen früher und sicherer erkannt wird und auch im Verlauf
genauer beobachtet werden kann. Vor allem der Gelenkultra­
schall und die Kernspintomografie leisten hier einen wesentli­
chen Beitrag [2]. Aber auch in der Labordiagnostik sieht man
Entwicklungen, die die Diagnosestellung einer z. B. systemischen
Arthritis erleichtern (hohe Konzentration von S100-Proteinen)
und in Zukunft möglicherweise auch bei anderen Unterformen
der JIA das Monitoring der Therapie optimieren (S100A12) [3, 4].
Die Juvenile idiopathische Arthritis und ihre
­Subkategorien
▼
Nach der aktuellen ILAR-Klassifikation (International League for
Associations of Rheumatology) wird die JIA in 7 verschiedene
Kategorien eingeteilt. Der Überbegriff JIA ist definiert durch eine
mindestens 6 Wochen bestehende chronische Arthritis, deren
Beginn vor der Vollendung des 16. Lebensjahres liegen muss und
für die es keine andere Ursache gibt. Somit handelt es sich bei
der JIA um eine Ausschlussdiagnose. Das Gelenkbefallsmuster,
extraartikuläre Manifestationen und Labormarker entscheiden
über die Zugehörigkeit zu der jeweiligen Subkategorie. Für jede
Kategorie sind auch Ausschlusskriterien definiert ●
▶ Tab. 1. Die
JIA ist die häufigste chronisch-entzündliche rheumatische Er­
krankung im Kindesalter. Daten aus der deutschen Kinderkern­
dokumentation zeigen, dass Patienten mit einer JIA das größte
Krankenkollektiv in allen kinderrheumatologischen Einrichtun­
gen darstellen [1].
Im Feld der unterschiedlichen Subkategorien stellt die systemi­
sche Arthritis nicht nur eine Ausnahme aufgrund ihrer Erstsym­
ptome, sondern auch aufgrund ihrer unterschiedlichen Patho­
physiologie dar. Während die anderen Kategorien Eigenschaften
einer Autoimmunerkrankung (z. B. Autoantikörper bei der
Oligo­arthritis) zeigen, weist die systemische Arthritis Zeichen
einer autoinflammatorischen Erkrankung auf [5–9].
Inzwischen wurden auch deutsche Therapieleitlinien zur Be­
handlung der JIA und der häufigsten extraartikulären Manifesta­
tion, der ­Uveitis, publiziert [10, 11].
Diagnostik bei der Juvenilen idiopathischen Arthritis
▼
Die Diagnosestellung einer JIA und ihrer möglichen Subkatego­
rie besteht im Wesentlichen aus 3 Diagnoseschritten. Zunächst
gilt es, bei Kindern mit Beschwerden am Bewegungsapparat
eine Gelenkentzündung von anderen Gelenkbeschwerden abzu­
grenzen. Bereits bei diesem wichtigen ersten Schritt können die
Diagnoseinstrumente Anamnese, klinische Untersuchung, Bild­
gebung und Labor entscheidende Hinweise geben. Deuten be­
reits Anamnese und klinischer Befund sicher auf eine harmlose
Ursache der Beschwerden hin, wie z. B. nächtliche Arthralgien,
darf der erfahrene Untersucher an dieser Stelle auf weitere Diag­
noseschritte verzichten. Ergibt sich aus dem ersten Diagnose­
schritt der sichere Befund einer Gelenkentzündung, gilt es nun
im zweiten Schritt die mögliche Ursache der Gelenkentzündung
weiter abzuklären. Lassen sich bei diesem zweiten Diagnose­
schritt andere Ursachen für die Gelenkentzündung, wie z. B. eine
septische Arthritis oder Lymearthritis, ausschließen, können
nun im letzten Schritt der Diagnosestellung weitere Kriterien für
die Subklassifikation der chronischen Arthritis erfolgen. Ein er­
fahrener Untersucher wird sicher bereits bei der Anamnese und
klinischen Untersuchung Aspekte aller Diagnoseschritte einfü­
gen. Ein schrittweises Vorgehen bei der Diagnosestellung ist
aber auch im Hinblick auf den Zeit- und Ressourcenverbrauch
sehr sinnvoll. Nicht bei allen Gelenkbeschwerden müssen
ANA-Titer und Rheumafaktor mitbestimmt werden.
Für die sichere Diagnosestellung einer JIA sind die Instrumente
der ausführlichen Anamnese, der eingehenden klinischen Un­
tersuchung, der Labordiagnostik und zusätzlich evtl. ein bewei­
sender bildgebender Befund unabdingbar.
Insbesondere bei der Differenzialdiagnostik einer JIA kann z. B.
die Bildgebung den entscheidenden Hinweis für das Vorliegen
einer anderen Erkrankung des kindlichen Bewegungsapparates
liefern. Bei der Differenzialdiagnostik einer systemischen Arthri­
tis können evtl. noch weitere Diagnostikinstrumente wie die
Knochenmarkpunktion oder auch ein EKG wichtig sein.
Doch nicht nur für die Diagnosestellung, sondern auch für das
Monitoring von Krankheitsaktivität und Therapieansprechen
sind Diagnostikinstrumente wichtig. So können z. B. Entzün­
dungsmarker oder auch bildgebende Befunde im Verlauf und
unter Therapie verglichen und beobachtet werden. Entwicklun­
gen in der Bildgebung und in der Labordiagnostik haben hier
insbesondere auch das Monitoring von JIA Patienten verbessert
[12, 13].
Windschall D. Ein Update der Diagnostik … Akt Rheumatol 2015; 40: 288–298
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Originalarbeit 289
290 Originalarbeit
Tab. 1 Subkategorien der Juvenile idiopathischen Arthritis.
JIA- Kategorie
Definition
Typische Charakteristika
Ausschluss-
Oligoarthritis
Arthritis von 1–4 Gelenken in den ersten 6 Krankheitsmonaten
Persistierend: max. 4 Gelenke
Erweitert: > 4 Gelenke nach 6 Monaten
Arthritis und Enthesitis oder Arthritis und mindestens 2 der folgenden Kriterien:
– Druckschmerz der ISG
– HLA-B27
– Männlich
– Erkrankungsbeginn > 6 Jahre
– Akute Uveitis
– Ankylosierende Spondylitis
– Reaktive Arthritis/Sakroiliitis bei CED
– Reaktive Arthritis oder Uveitis bei Angehörigen 1. Grades
> 4 Gelenke in den ersten 6 Krankheitsmonaten
Rheumafaktor negativ
> 4 Gelenke in den ersten 6 Krankheitsmonaten
Rheumafaktor positiv (2-mal im Abstand von mindestens 3 Monaten)
Mädchen im Kleinkindalter,
chronische Uveitis, ANA-Titer
positiv
Jungen im Schulkindalter, HLA-B
27 positiv, Uveitis anterior,
Enthesitis z. B. der Achillessehnen
a, b, c, d, e
Uveitis,
Tenosynovitis
Subfebrile Temperaturen, Tenosynovitis, Rheumaknoten,
Alter > 10 Jahre,
keine Uveitis
Uveitis,
2 Krankheitsgipfel (Kleinkinder,
Schulkinder)
a, b, c, d, e
Hohe Entzündungsparameter,
keine Uveitis
a, b, c,d
kriterien
Seronegative
Polyarthritis
Seropositive
Polyarthritis
Psoriasisarthritis
Systemische
Arthritis
(Still-Syndrom)
Undifferenzierte
Arthritis
Arthritis und Psoriasis oder Arthritis und 2 der folgenden Kriterien:
– Daktylitis
– Nagelveränderungen
– Psoriasis bei Angehörigen 1.Grades
Arthritis und Fieber (intermittierend, mindestens 2 Wochen andauernd) und
mindestens ein weiteres Kriterium:
Flüchtiges Exanthen
Lymphadenopathie
Hepato-/Splenomegalie
Serositis
Keiner oder mehr als einer Definition zuzuordnen
a, d, e
a, b, c, e
b, c, d, e
Ausschlusskriterien
a
Psoriasis beim Patienten oder einem Verwandten ersten Grades
b
c
Arthritis bei einem HLA-B27-positiven Jungen nach dem 6. Geburtstag
ankylosierende Spondylitis, Enthesitis-assoziierte Arthritis, Sakroiliitis bei CED, reaktive Arthritis oder akute anteriore Uveitis bei Verwandten 1.Grades
d
IgM-Rheumafaktor positiv bei 2 Untersuchungen im Abstand von mindestens 3 Monaten
e
Zeichen der systemischen Arthritis
Anamnese
▼
In der Kinderrheumatologie ist aufgrund der Vielzahl möglicher
Differenzialdiagnosen die Anamnese das Fundament einer er­
folgreichen Diagnostik. Entsprechend muss für die Anamnese
ausreichend Zeit, v. a. bei der Erstvorstellung, einberaumt wer­
den. Die Anamnese sollte gründlich, strukturiert und systema­
tisch erfolgen, um keine wichtigen Hinweise auf das Vorliegen
einer rheumatischen Erkrankung oder einer wichtigen Differen­
zialdiagnose zu übersehen.
Das Anamnesegespräch sollte aber auch dazu beitragen, zwi­
schen dem Untersucher und dem Patienten ein erstes Vertrau­
ensverhältnis zu schaffen. Hier kann sich der Untersucher durch
freundliches und einfühlsames Auftreten die nächsten Diagno­
seschritte wesentlich erleichtern. Bei der Anamneseerhebung
sollten zunächst die aktuelle Beschwerdesymptomatik und der
Vorstellungsgrund abgefragt werden. Wichtige Hinweise für
eine Entzündung bei Gelenkbeschwerden können der Zeitpunkt
des Auftretens der Gelenkbeschwerden, die Dauer der Schmer­
zen, die Intensität der Schmerzen und das Ansprechen einer
Therapie sein. Für eine Gelenkentzündung bei Juveniler idiopa­
thischer Arthritis wären z. B. eine Morgensteifigkeit, belastungs­
Windschall D. Ein Update der Diagnostik … Akt Rheumatol 2015; 40: 288–298
abhängige Beschwerden und eine Besserung durch Kälte oder
durch ein nichtsteroidales Antirheumatikum (NSAR) typisch.
Neben der Beschwerdesymptomatik sollten weitere äußerliche
Auffälligkeiten wie eine Gelenkschwellung, Funktionseinschrän­
kung, ein auffälliges Gangbild oder ein Verlust motorischer Fä­
higkeiten abgefragt werden. Vor allem bei kleinen Kindern müs­
sen auch nonverbale Schmerzäußerungen wie das Vermeiden
bestimmter Bewegungen berücksichtigt werden. Neben der
­Gelenksymptomatik müssen weitere Allgemeinsymptome wie
Fieber, Abgeschlagenheit, Gewichtsverlust, Hautauffälligkeiten,
Lymphknotenschwellung, Sehstörungen, Muskelschwäche, Bauch­
schmerzen, Kopfschmerzen, Dyspnoe oder Dysurie eruiert wer­
den. Immer wichtig ist auch die Frage nach einem stattgehabten
Trauma im Bereich der Gelenke.
Familien- und Sozialanamnese sollten zusätzlich erhoben wer­
den. Hierbei gilt es, insbesondere Auskunft über rheumatische
Erkrankungen in der Familie, über andere Autoimmunerkrankun­
gen, über die Herkunft der Eltern oder über weitere Gelenkprob­
leme in der Familie, bspw. Schmerzsyndrome, zu erhalten [7].
▶ Tab. 2 gibt eine Übersicht über wichtige Anamneseaspekte bei
●
der Diagnostik einer JIA.
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Enthesitis-assoziierte Arthritis
Originalarbeit 291
Anamnese
Hinweise für JIA
Gelenkbeschwerden
> 6 Wochen, schleichender Beginn, Morgensteifigkeit, belastungsabhängige Beschwerden oder nach Ruhephase, nonverbale Schmerzäußerung beim kleinen Kind, Schonhaltung, Schwellung mit Überwärmung, Rücken- oder Fersenschmerzen, Funktionseinschränkung
Fieber und Exanthem bei systemischer Form, Augensymptome (z. B. Lichtscheu), Leistungsminderung, Unwohlsein, schuppende
­Hautveränderungen und Nagelveränderungen (Psoriasis)
Kein Zeckenstich, keine Durchfallerkrankung, keine Urethritis, keine weitere Infektion, kein Trauma, keine penetrierende Verletzung,
keine B-Symptomatik
Rheumatische Erkrankungen oder Autoimmunerkrankungen, Psoriasis, chronisch entzündliche Darmerkrankungen, rezidivierende
Gelenkbeschwerden, Rückenschmerzen
Sozialer Rückzug, Mißlaune, Fehlzeiten in der Schule, Probleme beim Sport oder bei Wanderungen, Rückschritte in der
­psychomotorischen Entwicklung
Zusatzsymptome
Eigenanamnese
Familienanamnese
Sozialanamnese
Abb. 1 Klinische Gelenkuntersuchung (kleine Faust).
Abb. 2 Klinische Untersuchung (passive Beugung im Kniegelenk).
Klinische Untersuchung
▼
Zunächst beginnt man mit einer gründlichen klinischen Unter­
suchung des körperlichen Gesamtstatus. Dieser umfasst die Aus­
kultation von Herz und Lunge, die abdominelle Palpation, den
Lymphknotenstatus, den neurologischen und psychomotori­
schen Status, die Geschlechtsentwicklung, den HNO-Status mit
Schilddrüse, die Körpergröße bzw. das -gewicht sowie die sorg­
fältige Hautinspektion. Dabei ist v.a bei kleineren Kindern eine
vertraute Atmosphäre unter Beteiligung der Eltern wichtig. Bei
der Gelenkuntersuchung sollte größte Rücksicht auf die
Abb. 3 Klinische Untersuchung (passive Streckung im Kniegelenk).
schmerzhaften Gelenke genommen werden. Sehr schmerzhafte
Gelenke müssen bequem gelagert oder gehalten werden, damit
zunächst alle anderen Gelenke gründlich untersucht werden
können. Bei der Erhebung des Gelenkstatus ist es sehr wichtig,
systematisch und sorgfältig vorzugehen, damit keine wesentli­
chen Befunde übersehen werden. Begonnen wird mit der Ins­
pektion. Bereits das Hereinlaufen des Kindes in das Untersu­
chungszimmer, der Begrüßungshandschlag oder das Entkleiden
des Kindes können wesentliche Hinweise auf das Vorliegen einer
Gelenkproblematik geben. Nach der Inspektion erfolgt die Un­
tersuchung aller Gelenkregionen einschließlich der Palpation
und Testung der Beweglichkeit. Durch die Palpation sollten
Druckschmerzen, eine Überwärmung, eine Schwellung, Ergüsse,
Sehnenverdickungen, Krepitationen oder auch Zysten (z. B. pop­
liteal) erfasst werden.
Die Untersuchung der Beweglichkeit der meisten Gelenke er­
folgt mit der Neutral-Null-Methode. Hierbei wird in jedem Ge­
lenk die maximale Beugung und Streckung aus der anatomi­
schen Neutralstellung heraus gemessen und beurteilt. Diese
▶ Abb. 1– 3). Berück­
kann passiv und aktiv überprüft werden ( ●
sichtigung muss die individuelle Beweglichkeit der Kinder fin­
den, die z. B. bei kleineren Kindern physiologisch größer ist. Ein
Seitenvergleich kann hier wichtig sein. Die Kiefergelenke, die
Wirbelsäule und das Becken benötigen andere Untersuchungs­
methoden. Bei den Kiefergelenken muss die maximale Mundöff­
nung und eine Deviation zur betroffenen Seite hin beurteilt wer­
den. Der maximale Zahnreihenabstand wird dokumentiert. Bei
der Untersuchung von Wirbelsäule und Becken wird zunächst
die Körperhaltung, eine Achsabweichung nach lateral, ventral
oder dorsal sowie ein Beckenschiefstand erfasst. Ein Befall z. B.
Windschall D. Ein Update der Diagnostik … Akt Rheumatol 2015; 40: 288–298
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Tab. 2 Wichtige Anamneseaspekte in der Diagnostik einer JIA.
292 Originalarbeit
Tab. 3 Orientierender Gelenkstatus mit typischen Befunden bei JIA.
Untersuchung
Befunde bei JIA
Kiefergelenk
eingeschränkte Mundöffnung, Abweichen zur betroffenen Seite, Druckschmerz im Kiefergelenk
Einschränkung, Fixierung in Neutralstellung
Schmerzen und Einschränkung bei Abduktion, Protraktion Schulter­
gürtel, Schürzengriff nicht möglich
keine Überstreckung möglich, fixierte Flexion
fixierte Flexion, Ulnarabduktion, meist Erguss palpabel
eingeschränkter kleiner oder großer Faustschluss je nach beteiligten
Fingergelenken, typische Schonhaltung Flexion
Innenrotation zuerst eingeschränkt und schmerzhaft bei Coxitis,
­Druckschmerz ISG, Mennell positiv
vergrößerter Abstand Ferse-Gesäß, suprapatellare Schwellung und
Überwärmung, Schonhaltung Flexion und Unterschenkel-Außenrotation
Plantarflexion/Dorsalextension (oberes Sprunggelenk),
im Seitenvergleich Unterschied, verstrichene Außen- und Innenknöchel,
­Supination/Pronation (unteres Sprunggelenk)
Schonhaltung leichte Dorsalextension und Supination
Gaenslen-Zeichen (Zusammendrücken der Mittelfußknochen), Gaenslen-Zeichen postiv bei Mittelfußbefall, Bewegungsschmerz Zehen,
Abrollen mit den Füßen, passive Streckung und Beugung der
Hallux valgus bei Beteiligung MTP 1, Zehenschonhaltung Flexion
Zehen
maximale Mundöffnung (3 Querfinger), Symmetrie der
Mundöffnung
HWS
Retroflexion, Anteflexion, Rotation
Schulter
Arme hochhalten und durchstrecken, Nacken- und
­Schürzengriff
Ellenbogengelenke maximale Streckung und Beugung
Handgelenke
maximale Streckung und Beugung, Lateraldeviation
Finger und
kleine und große Faust (proximale/distale sowie Fingergrund­ aumen
D
gelenke), Fingerstreckung und -spreizung
Hüftgelenk, ISG
Flexion-, Innen- und Außenrotation im Liegen, Mennell-Manöver (Hyperextension der Hüfte führt zu ISG-Schmerz)
Kniegelenk
Streckung und Flexion, Abstand Ferse-Gesäß
Sprunggelenke
Mittelfuß- und
Zehen
der Brustwirbelsäule oder Lendenwirbelsäule kann zu einer ein­
geschränkten Entfaltbarkeit führen, die sich durch Längenmaße
in Neutralstellung und im Vergleich beim Vorbeugen verifizieren
lässt (Ott-Zeichen, Schober-Zeichen). Sind die Iliosakralgelenke
beteiligt, kann neben dem Druckschmerz auch ein positives
Mennell-Zeichen (ISG-Schmerz bei Überstreckung des Beines in
Bauchlage) gefunden werden.
Neben der direkten Untersuchung der Gelenke sollte bei allen Pa­
tienten auch auf Muskelatrophien und Wachstumsstörungen
­geachtet werden. Ein muskulärer Abbau kann das Vermeiden eines
schmerzhaften Bewegungsmusters widerspiegeln und tritt schon
nach kurzer Zeit einer Gelenkentzündung auf. Durch die akute
Entzündung eines Gelenkes kann es zu einer beschleunigten Ossi­
fikation gelenknaher Knochenstrukturen kommen, was sich z. B.
durch eine Beinlängendifferenz zeigen kann. Infolge einer ver­
minderten Belastung bei Arthritis kann es aber auch zu einem
Wachstumsrückstand in beteiligten Gelenken kommen [14].
Eine besondere Bedeutung kommt der augenärztlichen Untersu­
chung zum Ausschluss einer Uveitis zu. Etwa 10 % aller Patienten
mit einer JIA entwickeln als extraartikuläre Komplikation eine
Uveitis anterior [15].
▶ Tab. 3 zeigt Beispiele der orientierenden Gelenkuntersuchung
●
und mögliche pathologische Befunde bei JIA.
Labordiagnostik
▼
Mit der Laboruntersuchung allein kann die Diagnose einer juve­
nilen idiopathischen Arthritis nicht gestellt werden. Sie kann
aber im Kontext von Anamnese, Klinik und Bildgebung entschei­
dende Hinweise für die Ursache einer Gelenkentzündung oder
die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Unterkategorie der Juve­
nilen idiopathischen Arthritis geben.
Ihre Hauptrolle spielt die Labordiagnostik vor allem in der Diffe­
renzialdiagnostik. Bei Erstmanifestation einer Arthritis gehören
zum Basisprogramm der Labordiagnostik ein vollständiges Blut­
bild mit Differenzierung und mikroskopischem Ausstrich sowie
die Serum-Chemie mit Elektrolyten, Alkalischer Phosphatase,
LDH, ASAT, ALAT, CK, Phosphat, Harnsäure und Kreatinin. Wich­
tige Entzündungsparameter sind CRP, BSG und Ferritin. Keiner
dieser Parameter ist spezifisch für die Juvenile idiopathische Ar­
Windschall D. Ein Update der Diagnostik … Akt Rheumatol 2015; 40: 288–298
thritis. Insbesondere bei der Oligoarthritis kann eine Erhöhung
von Entzündungsparametern völlig fehlen. Bei der Polyarthritis
und bei der systemischen Arthritis sind die Entzündungspara­
meter meistens erhöht. Eine massive Erhöhung von Ferritin
sieht man bei der systemischen JIA. Auch eine Erhöhung der
Thrombozyten und Leukozyten kann bei der SJIA als Entzün­
dungsparameter gewertet werden. Deuten Anamnese und klini­
sche Untersuchung auf eine infektassoziierte Arthritis hin, muss
die Basisdiagnostik um eine entsprechende Erreger-Serologie
erweitert werden (z. B. Yersinien, Salmonellen, Shigellen, Cam­
pylobacter bei vorausgegangener Enteritis). Doch selbst bei
­negativer Anamnese sollten bestimmte Erreger immer in die dif­
ferenzialdiagnostischen Überlegungen und Untersuchungen
einbezogen werden. Bei einer Gonarthritis sollte immer eine
Borrelienserologie erfolgen. Bei Fieber und reduziertem Allge­
meinzustand muss auch immer eine septische Gelenkentzün­
dung ausgeschlossen werden. Blutkultur und Gelenkpunktion
dienen schließlich dem Nachweis des Erregers. Eine besondere
Bedeutung in der Differenzialdiagnostik hat die Abgrenzung von
­Malignomen. Auch im Rahmen einer Leukämie kann es z. B. zu
Gelenk- und Knochenschmerzen bis hin zu einer Arthritis kom­
men. Weist ein Kind weitere verdächtige Symptome wie Abge­
schlagenheit, Fieber oder eine Milzvergrößerung auf, muss die
Diagnostik um eine Knochenmarkpunktion erweitert werden.
Vor allem bei der Erstmanifestation einer SJIA spielt die KMP
eine wichtige Rolle in der Differenzialdiagnostik.
▶ Tab. 4 zeigt wichtige Differenzialdiagnosen mit entsprechen­
●
der Labordiagnostik.
Immunologische Parameter dienen in der Diagnosestellung ei­
ner JIA vor allem der subkategorischen Zuordnung und Abschät­
zung von Risiken und Prognose. Ein wichtiger immunologischer
Parameter ist der Titer für die ANA (antinukleären Antikörper),
die mit Hep-2-Zellen in der indirekten Immunfluoreszenz nach­
gewiesen werden. Meistens weisen sie bei der JIA ein unspezifi­
sches gesprenkeltes Muster auf. Doch sie sind nicht spezifisch
für die JIA und kommen in niedrigen Titern auch in der Normal­
bevölkerung vor. Vor allem bei der Oligoarthritis zeigen sie ein
gehäuftes Vorkommen und gelten als Risikofaktor für Komplika­
tionen wie eine Uveitis. Rheumafaktoren sind IgM-Antikörper,
die gegen den Fc-Teil des IgG gerichtet sind und klassischerwei­
se bei der Rheumafaktor-positiven Polyarthritis zu finden sind.
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Gelenk
Originalarbeit 293
Tab. 4 Beispiele für Differenzialdiagnosen der JIA mit möglichen bildgebenden und labordiagnostischen Nachweismethoden.
Diagnose
Mögliche Symptome
Bildgebung/Labor
Coxitis fugax
Gelenkschmerz/Schonhaltung/Bewegungs­
einschränkung
Gelenkschmerz/Schonhaltung/Gelenkschwellung/-überwärmung/Meistens Gonarthritis oder
Ellenbogenarthritis
Arthritis, Hautveränderungen, Gefäßveränderungen, Raynaud-Symptomatik, Organbeteiligung
Ultraschall (Coxitis), Labor in der Regel unauffällig
Kollagenosen
Leukämie
Osteosarkom/Ewingsarkom
Osteoidosteom
Neuroblastom
Epiphysiolysis capitis femoris
M. Perthes
weitere aseptische Knochennekrosen
Osteochondrosen
Bakterielle Osteomyelitis
nicht bakterielle Osteomyelitis
Frakturen
Weichteiltrauma
Hypermobilität
Schmerzverstärkungssyndrome
Stoffwechselerkrankungen (z. B.
Mukopolysaccharidosen)
Knochenschmerzen/Müdigkeit/Anämie
Schmerzen/evtl. lokale Schwellung
nächtlicher Knochenschmerz
Knochenschmerzen/Bluthochdruck/Tachykardie
Hüftschmerzen/Schonhaltung/Bewegungs­
einschränkung
Hüftschmerzen/Schonhaltung/Bewegungs­
einschränkung
Gelenk- und Knochenschmerzen/Schonhaltung
Schonhaltung/Bewegungseinschränkung
Gelenk- oder Knochenschmerz/Schonhaltung/
Schwellung/Fieber
Gelenk- und Knochenschmerzen/Schonhaltung/
Bewegungseinschränkung/Arthritis/Palmar- und
Plantarpustulose
Gelenk- und Knochenschmerzen/Schonhaltung/
Fehlstellung
Schmerzen/Schwellung/Schonhaltung/Bewegungseinschränkung
Arthralgien, Gelenkluxation
Gelenkschmerzen/Muskelschmerzen/Kopfschmerzen/Bauchschmerzen
Gelenkschmerzen/Leber-, Milzvergrößerung
Sie gelten nur dann als positiv, wenn sie 2-malig in einem Min­
destabstand von 3 Monaten nachgewiesen werden können. Sie
dienen vor allem der Subklassifizierung, können aber vorüber­
gehend auch bei Infektionen oder bei Kollagenosen erhöht sein.
Antikörper gegen Cyclische Citrullinierte Proteine (CCP-AK), die
bei der Rheumatoiden Arthritis des Erwachsenen zu finden sind,
spielen bei der JIA eine untergeordnete Rolle. Bei Positivität kön­
nen sie möglicherweise auf einen schwereren Verlauf mit un­
günstiger Prognose hinweisen. Weitere Autoantikörper, z. B.
­gegen extrahierbare nukleäre Antikörper (ENA) oder Anti-Neut­
rophilen-zytoplasmatische Antikörper (ANCA) haben nur für die
Differenzialdiagnostik anderer Autoimunerkrankungen (z. B.
Kollagenosen oder Vaskulitiden) eine Bedeutung. Genetische
Untersuchungen gehören nicht zum Basisprogramm. Bei einer
Arthritis kann der HLA-B27-Trägerstatus für die Subklassifika­
tion (Enthesitis-assoziierte Arthritis, Spondylarthritis) und für
die Differenzialdiagnostik (Vorkommen bei infektassoziierter
Arthritis) genutzt werden. Weitere genetische Untersuchungen
sind nur in der erweiterten Differenzialdiagnostik notwendig
(z. B. Fiebersyndrome). Die Bestimmung der Serumimmunglo­
buline sollte zum Ausschluss eines Immundefektes im Rahmen
der Arthritisdiagnostik erfolgen. Häufiger findet man einen
IgA-Mangel bei der JIA.
Das Gelenkpunktat wird diagnostisch zum Nachweis einer Ent­
zündung und insbesondere bei septischer Arthritis zur Erreger­
bestimmung genutzt. Analysiert werden in der Regel Farbe,
Ultraschall (Synovialitis), Labor (Western-Blot: IgG-Banden
­positiv), Punktat (PCR)
MRT (Dermatomyositis), Kapillarmikroskopie (Lupus, Sklerodermie), Labor (evtl. ANA, ENA, dsDNA-AK), 24 h-Sammelurin
(Eiweiß), Muskelenzyme
Blutbild/Blutausstrich/Knochenmarkpunktion
Röntgen, MRT
Ansprechen auf Acetylsalicylat, MRT, selten CT notwendig
24-Stunden-Sammelurin (Katecholamine), Szintigrafie, MRT
Röntgen, MRT
Ultraschall, Röntgen, MRT
Röntgen, MRT
Röntgen, MRT
Labor (Entzündungsparameter), Ultraschall, Röntgen,
­Kernspintomografie
MRT, Ganzkörper-MRT, Röntgen, Labor unspezifisch,
­Knochenbiopsie (lymphoplasmazelluläres Infiltrat)
Röntgen
Ultraschall, MRT
Ultraschall
Druckschmerzpunkte, unauffälliges Labor
Anamnese, Metabolitnachweis (Urin, Serum, enzymatische
Bestimmung)
Menge, Trübung, Viskosität, Zellzahl und Zellart, die Aufschluss
über die Art der vorliegenden Gelenkentzündung geben können.
Typisch für eine septische Arthritis wären eine deutlich erhöhte
Zellzahl (z. B. > 50 000/mm³) mit überwiegend neutrophilen Gra­
nulozyten. Auch eine Borrelien-PCR aus dem Gelenkpunktat ist
möglich, aber nur gering sensitiv. Bei der JIA zeigt sich meistens
ein gelbliches, leicht trübes Gelenkpunktat mit verminderter
Viskosität und einer Zellzahl zwischen 2 000–20 000/mm³. Der
Befund darf aber nicht als spezifisch und beweisend eingestuft
werden.
Zunehmenden Einsatz in der Abklärung und im Verlaufsmonito­
ring der JIA findet die Bestimmung der Kalzium-bindenden
S100-Proteine MRP8, MRP14 und S100A12. MRP8 und MRP14
charakterisieren einen entzündlich-aktivierten Makrophagen­
typ und können bei massiver Erhöhung für das Vorliegen einer
systemischen JIA sprechen. Bei einer Infektion oder einer Leukä­
mie zeigten sich in einer Studie deutlich niedrigere Werte [3].
Die Bestimmung der S100A12-Proteine könnte sich in Zukunft
auch zu einem wichtigen Verlaufsparameter bei anderen Subka­
tegorien der JIA entwickeln. In einer Studie mit 137 JIA-Patien­
ten mit polyartikulärer Verlaufsform zeigten nach Absetzen der
Biologika-Therapie die Patienten mit höheren S100A12-Protei­
nen ( > 120 ng/ml) den Trend zu einer früheren Reaktivierung
der JIA als die Patienten mit niedrigeren S100A12-Proteinen
[3, 4, 7, 16, 17].
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Lymearthritis
Bildgebung
▼
Die bildgebende Diagnostik hat sich inzwischen auch in der Kin­
derrheumatologie zu einem unverzichtbaren Baustein in der
Diag­nostik einer JIA entwickelt. Sie bestätigt und dokumentiert
nicht nur den klinischen Befund, sondern sie trägt inzwischen
auch ganz wesentlich zur Differenzialdiagnostik, zur Klassifizie­
rung und zum Therapiemonitoring bei JIA bei [2, 18–25]. Für die
Diagnosestellung einer JIA ist die Röntgenbildgebung zunächst
nicht zwingend notwendig. Sie kann aber im Rahmen der Diffe­
renzialdiagnostik zur Abgrenzung von Traumafolgen, Knochen­
nekrosen, Knochenentzündungen, Knochentumoren oder auch
z. B. Stoffwechselstörungen sinnvoll sein. Im schweren Krank­
heitsverlauf kann die Röntgenbildgebung für den Nachweis und
die Kontrolle von Wachstumsstörungen, destruktiven Verände­
rungen, aber auch Reparationsvorgängen eingesetzt werden
▶ Abb. 4). Die Notwendigkeit einer Röntgenuntersuchung sollte
( ●
immer unter den Gesichtspunkten der Strahlenbelastung und
des möglichen Einsatzes anderer bildgebender Verfahren streng
überprüft werden. Zum Goldstandard der bildgebenden Diag­
nostik bei der JIA hat sich inzwischen eindeutig die Arthrosono­
grafie entwickelt. Durch ihren einfachen Einsatz in der Sprech­
stunde und täglichen Routine gelingt es mit ihrer Hilfe, wichtige
Differenzialdiagnosen auszuschließen und die entzündliche Be­
teiligung von Gelenken und Sehnen vor allem an den Extremitä­
▶ Tab. 5). Zum Einsatz kommen
tengelenken sicher darzustellen ( ●
hochfrequente Linearapplikatoren, die Gelenkergüsse, eine syno­
viale Hyperplasie und auch oberflächliche Erosionen sicher
­darstellen können. Hier ist der Gelenkultraschall der Röntgen­
bildgebung deutlich überlegen. Durch Hinzunahme eines Farb­
doppler- oder Powerdopplerverfahrens können Rückschlüsse
auf die Vaskularisation und Entzündungsaktivität einer Synovia­
▶ Abb. 5– 11). Aktuell
litis oder Tenosynovitis gezogen werden ( ●
werden in laufenden Studien Normbefunde, pathologische Be­
funde und Standardisierungen, z. B. Entzündungsscores, für Kin­
der überprüft und validiert. Wenige Pilotstudien konnten zei­
gen, dass mit dem Gelenkultraschall auch eine klinisch silente
Arthritis nachgewiesen werden kann. Somit wird dem Ultra­
schall in Zukunft sicher auch eine entscheidende Rolle zur Ein­
schätzung einer Remission zukommen. Ein weiteres wichtiges
bildgebendes Verfahren für die Darstellung der Arthritis, Teno­
synovitis und begleitenden Osteitis ist die Kernspintomografie.
Durch ihre technischen Möglichkeiten ist sie aktuell das einzige
bildgebende Verfahren, welches das Frühstadium einer Arthritis
in allen Körpergelenken darstellen kann. Nachteile sind der hohe
Zeit- und Kostenfaktor. Insbesondere bei kleinen Kindern mit
Bewegungsdrang gelingt eine Kernspintomografie häufig nur
unter Sedierung mit Überwachung. In bestimmten Gelenkregio­
nen (z. B. Kiefergelenk, Wirbelsäule und Iliosakralgelenk) oder
zur Abklärung eines Knochenödems und zur Abgrenzung wich­
tiger Differenzialdiagnosen (z. B. nichtbakterielle und bakterielle
Osteomyelitis, Malignom usw.) ist das MRT die bildgebende Me­
thode der Wahl. Zum Nachweis von Knochenödem und Synovia­
litis werden in der Regel STIR-Sequenzen (fettsupprimierte T2Wichtung) eingesetzt. Gegebenenfalls kann auch der Einsatz von
▶ Abb. 12, 13). Leider fehlen auch
Kontrastmittel sinnvoll sein ( ●
bei der Kernspintomografie validierte Entzündungsscores und
Standards für Kinder und Jugendliche. Interessant für die Kin­
Abb. 4 Knöcherne
Destruktion am MCP
2 bei einer 13-jährigen
Patientin mit Rheuma­
faktor-positiver
Polyarthritis.
Abb. 5 Suprapatellarer Longitudinalschnitt: 14-jähriger Patient mit
Gonarthritis und Erguss im Recessus suprapatellaris.
Tab. 5 Arthrosonografische Zeichen bei JIA.
Arthritiszeichen
Sonografische Technik, Besonderheiten
Echoarmer bis echofreier
Gelenkerguss
Kapselanhebung
echoarme bis echoreiche
­Synovialishyperplasie
knöcherne Erosion
Hypervaskularisation
Ossifikationsbeschleunigung
B-Bild in 2 Ebenen, kleine Ergüsse an distalen Extremitäten im Kleinkindalter schwer vom Knorpel abgrenzbar
B-Bild, konkav bis konvex angehoben, Messung Knochen-Kapsel-Abstand ist im Seitenvergleich möglich
B-Bild in 2 Ebenen, echoreicher als Erguss, auch zottenartige Gebilde, im Farbdoppler bei Arthritis hypervaskularisiert
B-Bild in 2 Ebenen, Größe kann ausgemessen werden
Powerdoppler, hohe Empfindlichkeit für kleine Gefäße und langsame Blutströmung einstellen, keine Artefakte erzeugen
B-Bild in 2 Ebenen, Seitenvergleich der Epiphysenverknöcherung bei chronisch verlaufender Arthritis
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294 Originalarbeit
Originalarbeit 295
a
b
Abb. 7 a, b Kleiner Erguss im MTP 1, Ultraschall mit Hockey-Sonde.
a
b
Abb. 8 a Dorsaler Longitudinalschnitt über dem Handgelenk. b Tenosynovitis der Strecksehnenfächer bei JIA im dorsalen Längsschnitt über dem
­Handgelenk bei einer 4-jährigen Patientin mit Oligoarthritis.
derrheumatologie sind auch neuere Entwicklungen von bildge­
benden Verfahren wie z. B. der Einsatz der fluoreszenzoptischen
Bildgebung bei Arthritiden im Bereich der Hände. In der Diffe­
renzialdiagnostik werden auch Verfahren wie das Ganzkör­
per-MRT (z. B. Nachweis einer nicht bakteriellen Osteomyelitis)
oder neuere nuklearmedizinische Verfahren wie die Positro­
nen-Emissions-Tomografie (PET) oder die Hybridbildgebung
(PET-MRT) vor allem zum Ausschluss von Malignomen einge­
setzt.
Ein älteres aber renommiertes bildgebendes Verfahren in der
Differenzialdiagnostik einer Kollagenose ist die Kapillarmikros­
kopie. Mit modernen Lichtmikroskopen können spezifische Ver­
änderungen im Kapillarbett nachgewiesen werden und somit
das Vorliegen einer Kollagenose eingrenzen.
Festzuhalten bleibt, dass alle bildgebenden Verfahren nur im
Kontext der Anamnese und klinischen Untersuchung interpre­
tiert werden sollten. Ob der alleinige Befund einer kernspinto­
mografisch gesicherten synovialen Reizung mit geringem Kno­
chenödem ausreichend für die Diagnosestellung einer Arthritis
ist, lässt sich aktuell nicht beantworten. Hier sind weitere Stan­
dardisierungen, Erfahrungen und Studien zwingend notwendig.
Diese Erfahrung konnte auch bei der Gelenksonografie gewon­
nen werden. Inzwischen ist dem erfahrenen Ultraschalluntersu­
cher kindlicher Gelenke bekannt, dass auch viele gesunde Kinder
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Abb. 6 Suprapatellarer Longitudinalschnitt im
Seitenvergleich. Ossifikationsvorsprung der Patella
linksseitig bei chronischer Gonarthritis links.
3-jährige Patientin mit Psoriasisarthritis.
296 Originalarbeit
und Jugendliche kleine Flüssigkeitsansammlungen im Recessus
suprapatellaris aufweisen.
Die Bildgebung wird für die Diagnostik und Verlaufskontrolle
­einer JIA sicher zunehmend Bedeutung haben. Physiologische
Befunde sollten nicht fehlinterpretiert werden, damit keine
Übertherapie erfolgt.
▶ Tab. 3 zeigt Beispiele für den Einsatz der Bildgebung in der
●
­Differenzialdiagnostik.
Schlussfolgerung und Fazit für die Praxis
Abb. 9 Tenosynovitis der Strecksehnenfächer bei einer 4-jährigen
Patientin mit JIA im dorsalen Transversalschnitt über dem Handgelenk.
Hypervaskularisation im Power-Doppler.
a
b
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Die Diagnosestellung einer JIA sollte durch einen erfahrenen Un­
tersucher sorgfältig und strukturiert mit den Diagnosewerkzeu­
gen der Anamnese, klinischen Untersuchung, Labordiagnostik
und Bildgebung vorgenommen werden. Die Diagnose JIA ist eine
Ausschlussdiagnose, die nur durch die Abgrenzung der wichtigs­
ten Differenzialdiagnosen gesichert werden kann. Es gibt keine
beweisenden Laborparameter. Auf der Grundlage einer kom­
pletten Anamnese und eingehenden klinischen Untersuchung
können Labor und Bildgebung jedoch entscheidend zur Diagno­
sestellung und Kategorisierung einer JIA beitragen. Insbesonde­
re die Entwicklungen in der Labordiagnostik und Bildgebung
prägen die moderne kinderrheumatologische Diagnostik sowohl
bei der Basisuntersuchung als auch Verlaufskontrolle. Eine zu­
mindest einfache Ultraschalleinheit sollte in keiner kinderrheu­
matologischen Sprechstunde fehlen. Biomarker und Bildgebung
werden in Zukunft wichtige Stützen zur Remissionsbeurteilung
sein.
Abb. 10 a Enthesitis der Achillessehne rechts­
seitig bei einem 15-jährigen Patienten mit JIA.
b Im ­Ultraschall Verdickung und inhomogene
­Echotextur der Achillessehne rechts.
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▼
Originalarbeit 297
b
Literatur
Abb. 12 Im MRT (T2 fettsupprimiert) Bursitis iliopsoas linksseitig bei
einer 6-jährigen Patientin mit HLA-B27 positiver Enthesitis-assoziierter
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Abb. 13 MRT mit
Kontrastmittel. Gonarthritis mit KM-Enhancement der Synovialis bei
einer 4-jährigen Patientin mit Oligoarthritis.
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Abb. 11 a Hypervaskularisation im Handgelenk
bei Carpalarthritis bei einer 5-jährigen Patientin
mit Oligoarthritis (a Power-Doppler). b Hyper­
vaskularisation im Handgelenk bei Carpalarthritis
(b B-Flow-Technik).
a
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