geburt sanft und sicher - Marienhospital Bottrop gGmbH

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GEburt Sanft und sicher
Schwerpunktthema
Geburtshilfe/Perinatalzentrum
Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
Marienhospital Bottrop | BLICKPunkt | Erste Ausgabe 2010
im BlickPunkt
Editorial
Dieser Blickpunkt ist besonders werdenden
Eltern gewidmet, um umfassend zum Thema
Schwangerschaft und Geburt zu informieren.
Fühlen Sie sich durch uns unterstützt und gut
aufgehoben.
dr. med. Ulrike Ellebrecht
Nur ein Kind...
...schenkt so offen und unbefangen
so ehrlich und bedingungslos
Zeit und sein Lächeln
seine Aufmerksamkeit und sein Vertrauen
seine Zuneigung und sein kleines Herz.
seine
-irmgard Erath -
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BlickWechsel
Von Anfang an
umgeben von liebender Sorge
Was uns der Brutkasten sagen kann
Schwester Gertrud Dederichs
Während meiner Tätigkeit als
Krankenhausseelsorgerin wurde ich einmal auf die FrühgeborenenStation gerufen. Nach dem Gespräch
mit Angehörigen stand ich noch einige
Zeit fasziniert am Bettchen eines Frühgeborenen und betrachtete die winzige
Gestalt. Sicher abgeschirmt von schädlichen Außeneinflüssen durch eine transparente Schutzglocke des Brutkastens
lag da ein Sechsmonatskind, die Äuglein
geschlossen, der halb geöffnete Mund
atmete kaum wahrnehmbar. Die dünnen
Glieder wirkten wie durchsichtig und die
Finger fest im kleinen Fäustchen verborgen.
Dieses kleine Wesen wirkte so verletzlich und schwach, so ausgeliefert und
zugleich so voller Hoffnung. So viel Potenzial und Freude, so viel Kraft und Lebenswille stecken in ihm – aller scheinbaren
Ohnmacht zum Trotz! Von Zeit zu Zeit verriet eine kleine Bewegung der Lippen oder
ein Zucken der Ärmchen den geheimen
Traum des Kindes. Wie ungeheuer groß
ist das Geheimnis des Lebens, wie verheißungsvoll und wie zugleich angewiesen
auf Schutz und Hilfe!
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Sein Atmen und die notwendige Entwicklung der Organe verdankt dieses Kind
der von uns Menschen erdachten Medizintechnik, einem komplizierten Gewirr
aus Drähten und feinen Schläuchen, die
in seinem künstlichen Zuhause für eine
genau berechnete Lebensatmosphäre,
Temperatur und Nahrung sorgen. Doch
nicht nur auf diese wohl kalkulierte Maschinerie ist das Kind angewiesen, sondern auch auf den geschulten Blick von
Medizinern und Pflegepersonal, die - wie
Schutzengel – seinen Lebens- und Wachstumsprozess engmaschig überwachen und
die medizinische Technik steuern.
Dieser von Menschen konstruierte
Brutkasten mit seinem künstlichen Lebensraum ersetzt für das Kind die ebenso
erstaunlichen biologischen Bedingungen
des Mutterleibes. In einem solchen Mutterleib hat unser aller Existenz begonnen.
Dort haben wir – absolut behütet und
fraglos umsorgt – wie in einem Urparadies unsere ersten Monate verbracht. Der
regelmäßige Herzschlag der Mutter hat
uns damals nicht nur mit allem Lebensnotwendigen versorgt, sondern uns auch vom
ersten Augenblick unserer Existenz die
intime Gemeinschaft mit einem anderen
Wesen erfahren lassen. Nur in Beziehung
können wir leben!
Und bei unserer Geburt werden
wir - durch das Durchtrennen der Nabelschnur - zwar vom Lebensraum des Mutterleibes getrennt, aber wir sind damit
nicht vollkommen unabhängig, sondern
wechseln nur in einen anderen, größeren
natürlichen Lebensraum. Denn neben dem
Mutterleib hat Gott uns noch eine weitere
lebensspendende und schützende Hülle
geschenkt: Ähnlich wie im Brutkasten und
im Mutterleib so finden wir auch in der
Erdatmosphäre mit ihrer maßgerechten
Temperatur und dem fein abgestimmten
Zusammenspiel von Gasen und Elementen
alle Bedingungen, die für unser Leben und
Wachsen notwendig sind. So wie uns der
Mutterleib als gottgeschenkter Lebensraum umgibt, so sind wir auch auf unserem Planeten eingehüllt und geschützt
durch das Wunder der Erdatmosphäre.
Ja, von Beginn an existieren wir nur dank
dieser kostbaren und lebensspendenden
und schützenden Hüllen!
Und sowohl die Bibel wie der Koran
nennen den mütterlich gebärenden Leib
als Abbild von Gottes liebender Sorge um
uns. So wie die Mutter und die Erde mit
ihrer Atmosphäre, so hört Gott nie auf,
uns zu tragen, uns zu umsorgen und zu
nähren.
Schwester Gertrud Dederichs
Katholische Seelsorgerin
Medizin im Blick
Das Team der Klinik für
Gynäkologie und Geburtshilfe
Dr. Hans-Christian Kolberg
Leyla Akpolat-Basci
Dr. Markus Klopf
Dr. Carsten Lehment
Dr. Miltiades Stephanou
Shabnam Afsah
Nicoletta Berbece
Marta Dobek-Brylinska
Anja Drumm
Meryem Kazakli
Yvette Kibuh
Sabine Königs
Ulrike Schäfer
Jissy Schorer
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Medizin im Blick
Überwachung im Kreisssaal
Geburt sanft und sicher
LeYLA Akpolat-Basci
Viele Frauen und ihre Partner kommen mit einer gewissen Unsicherheit und Angst zur Kreißsaalaufnahme.
Daher ist es unsere wichtigste Aufgabe als Hebammen und ÄrztInnen, unseren
Schwangeren diese Angst und Unsicherheit zu nehmen und ihnen ein Gefühl von
Sicherheit und Geborgenheit zu geben.
Den Zauber eines neuen Lebensanfangs zu schützen, zu bewahren und eine
harmonische Geburt zu ermöglichen, ist
das Ziel unserer geburtshilflichen Abteilung. Das erreichen wir vor allem durch
unsere menschliche Zuwendung und kompetente Betreuung rund um die Uhr.
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Wir beschränken uns bei komplikationslosem Verlauf auf wenig eingreifende
Maßnahmen, um den werdenden Eltern
eine ungestörte und eine einzigartige Geburt zu ermöglichen.
Gemeinsam mit unserer Kinderklinik liegen uns die Sicherheit und das
Wohlbefinden von Mutter und Kind am
Herzen. Zusätzlich wird dieses durch die
ständige Einsatzbereitschaft unserer anästhesiologischen Kollegen im Haus mit
gewährleistet.
Wir verfügen über drei sehr modern
und gemütlich eingerichtete große Kreissaalräume und eine Entbindungswanne.
Unsere Räumlichkeiten bieten ausreichend Bewegungsmöglichkeit. Ausgestattet sind sie mit Multifunktionsbetten,
Gebärhocker und Pezzi-Bällen. Jeder
Kreisssaal verfügt über eine Einrichtung
zur Versorgung der Neugeborenen. Bei
kleinen Startproblemen ins eigene Leben
steht uns jederzeit ein Arzt aus unserer
hauseigenen Kinderklinik zur Verfügung,
um uns schon im Kreissaal bei der Betreuung des Kindes zu unterstützen.
Bei frühen Wochen, Problemfällen und
während jeder Sectio ist der Kinderarzt
sogar schon bei der Geburt anwesend,
nimmt das Neugeborene sofort in Empfang und kann es im Kreissaal fachärztlich versorgen.
Medizinisch sichere, sanfte und individuelle Betreuung sind höchste Qualitätskriterien unserer Geburtshilfe.
So erblicken über 900 Kinder jährlich im Marienhospital Bottrop das Licht
der Welt.
Medizin im Blick
Wann und wie geht es los?
Die Schwangerschaft dauert rund neun
Monate bzw. 40 Wochen. Doch die wenigsten Kinder kommen zum errechneten
Termin. Bei regelmäßiger Wehentätigkeit
spricht man vom Geburtsbeginn und die
Schwangere macht sich auf den Weg in
den Kreißsaal.
Ebenfalls bei folgenden Befunden sollte
der Kreißsaal aufgesucht werden:
Blutabgang
Abgang des Schleimpfropfes
Abgang von Fruchtwasser
vor einem geplanten Kaiserschnitt
Aufnahme in den Kreisssaal
Im Kreißsaal werden die Schwangeren
von einem Team engagierter, freundlicher Hebammen und ÄrztInnen in Empfang genommen.
Es folgt das Aufnahmegespräch
mit Aufnahme der Personalien und
Durchsicht des Mutterpasses während
gleichzeitig die kindlichen Herztöne und
die mütterliche Wehentätigkeit erfasst
werden. Durch die zusätzliche Aufzeichnung von kindlichen Bewegungsmustern,
das so genannte Kineto-CTG, erhält man
weitere Aussagen über das kindliche
Wohlbefinden.
Ziel der CTG-Registrierung ist die
rechtzeitige Erkennung fetaler Gefahrenzustände, um intervenieren zu können, bevor
eine Schädigung des Kindes eintritt. Dabei
steht die Erkennung von Mustern im Vordergrund, die mit einer mangelnden Sauerstoffversorgung des Feten verknüpft sind.
Üblicherweise beträgt die Registrierdauer
30 Min., bei Auffälligkeiten wird diese Zeit
verlängert. Sie kann von einmal bei einem
ambulanten Besuch über mehrmals täglich
bis hin zur Dauerüberwachung reichen. Die
Häufigkeit der Registrierung richtet sich
nach dem individuell klinisch und kardiotokografisch ermittelten Risiko.
Indikationen für eine vorgeburtliche
CTG-Registrierung bestehen bei:
Anämie der Mutter
Herzrhythmusstörung des Feten
im Ultraschall
Blutungen während der
Schwangerschaft
Blutgruppenunverträglichkeit
Bluthochdruck
Diabetes mellitus
Auffällige Dopplerbefunde
Wachstumsverzögerung usw.
Nach dem CTG folgt die Aufnahmeuntersuchung. Dabei wird festgestellt, wie weit die
Geburt fortgeschritten ist. Bei der vaginalen
Untersuchung werden die Beschaffenheit
und die Weite des Muttermundes überprüft
und ob der Kopf des Kindes im kleinen Becken ist. Neben den Basis-Untersuchungen,
wie Blutdruck, Labor, Temperatur und Gewicht werden zusätzliche Laboruntersuchungen bei Schwangerschaftsproblemen
zeitnah durchgeführt. Bei speziellen Fragestellungen kann unser Labor rund um die
Uhr Diagnostik anbieten.
Durch eine Ultraschallaufnahme bekommt der Arzt eine genaue Übersicht
über die Lage des Babys, seine Stellung
zum Geburtskanal und die Größe des
Kindes. Sind alle Befunde erhoben, wird
abgeschätzt, wie weiter zu verfahren ist.
Ziel ist es, so wenig wie möglich und
so viel wie nötig in den Geburtsverlauf einzugreifen, um das Geburtserlebnis nicht zu
beeinträchtigen. Andererseits ist es aber
ebenso wichtig, die Gefahren und Probleme
rechtzeitig zu erkennen und diese kompetent zu beherrschen. Wenn das erreicht ist,
haben wir die richtige Position als Helfer
und Beschützer der Geburt eingenommen.
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Medizin im Blick
CTG während der Geburt
Schmerztherapie
Ein 30-minütiges Aufnahme-CTG zum
Ausschluss einer primären Gefährdung
des Feten und zum Nachweis von Kontraktionen ist ausreichend.
Die Überwachung kann bei risikofreien Schwangerschaften und bisher unauffälligem CTG in der frühen Eröffnungsperiode intermittierend alle 30 Minuten
bis maximal zwei Stunden (mindestens
30 Minuten) erfolgen.
In der späten Eröffnungs- und während der Austreibungsperiode wird das
CTG kontinuierlich geschrieben.
Bei Risikoschwangerschaften wird
während der gesamten Eröffnungs- und
Austreibungsperiode eine CTG-Überwachung durchgeführt.
Pathologische Herzfrequenzmuster
sollten bei Persistenz über 30 Minuten
durch eine fetale Blutgasanalyse abgeklärt werden. Dabei werden durch einen
kleinen Blutstropfen vom kindlichen Kopf
die Sauerstoffsituation des Kindes und
damit das Wohlbefinden beurteilt.
Gegebenenfalls muss man die Untersuchung in einem gewissen Zeitabstand wiederholen, falls die Herztöne
weiter auffällig und das Kind bis dahin
nicht geboren ist.
Ausnahmen sind schwere fetale Bradykardien oder hochpathologische CTGMuster, die eine sofortige Intervention
mit Geburtsbeendigung erfordern.
Dass eine Geburt in aller Regel mit
Schmerzen verbunden ist, ist eine allgemein bekannte Tatsache. Von daher ist
es uns besonders wichtig, auch hier die
erforderliche Hilfestellung zu geben.
An erster Stelle stehen dabei die
Möglichkeiten natürlicher Schmerzlinderung wie zum Beispiel schmerzreduzierender Atemtechniken, Entspannungsbäder mit entsprechenden Badezusätzen
oder Aromatherapien zur Verfügung.
Ebenfalls können krampflösende Medikamente wie Spasmolytika in Form von Zäpfchen oder Spritzen verabreicht werden.
Sie wirken durch eine Entspannung der
Muskulatur und nehmen so Einfluss auf
den Angst-Spannungs-Schmerzkreislauf.
Als nächste Stufe kommen dann die
noch stärker wirksamen Opiatabkömmlinge mit guter Schmerzlinderung, die bei
einigen Schwangeren leichte Benommenheit verursachen.
Ab einer bestimmten Muttermundweite und starken Wehenschmerzen in
der Eröffnungsperiode kann jederzeit eine
PDA (Peridualanästhesie) von unseren anästhesiologischen Kollegen gelegt werden.
Durch die gewonnene Schmerzfreiheit ist
der Geburtsverlauf für die Schwangere
viel angenehmer. Sollte es unter der Geburt dann doch zu einem Kaiserschnitt
kommen, kann dieser mit dieser Schmerztherapie problemlos durchgeführt werden.
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Medizin im Blick
Die Geburt besteht aus drei Phasen:
Eröffnungsphase
Austreibungsphase
Nachgeburtsphase
Eröffnungsphase
Die Eröffnungsphase beginnt mit dem Einsetzen regelmäßiger Wehen und endet mit
der vollständigen Eröffnung des Muttermundes. In dieser Zeit werden die kindlichen Herztöne entweder ständig oder
in Intervallen mit dem CTG überwacht. Es
ist eine starke interaktive Phase, in der
Wünsche, Hoffnungen und Ängste zum
Ausdruck kommen, die wir zu erkennen
und zu erfüllen versuchen.
Austreibungsphase
Ist der Muttermund vollständig, beginnt
die Austreibungsperiode. Sie kann zwischen 30 und 90 Minuten dauern. Unter
Anleitung der Hebamme und des anwesenden Arztes wird durch Pressen in der
Wehe das Kind geboren. Dabei werden
kindliche Herztöne kontinuierlich überwacht. Auch hierbei ist es besonders
wichtig, beginnende Gefährdungen des
Kindes rechtzeitig zu erkennen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.
Das Wohl von Mutter und Kind ist unser
Hauptaugenmerk.
Nachgeburtsphase
Sie beginnt mit dem Abnabeln des Kindes
und endet mit dem Ausstoßen der Plazenta. Durch leichte Uteruskontraktionen löst
sich die Plazenta von ihrer Haftfläche. Dabei kommt es zu Blutungen, die durch sofort einsetzende Gerinnungsvorgänge und
durch das kräftige Zusammenziehen der
Gebärmuttermuskulatur gestoppt werden.
Probleme der Nachgeburtsperiode
können in Plazentalösungsstörungen liegen und eine manuelle oder instrumentelle
Nachtastung erfordern. Auch eine fehlende
Kontraktionsfähigkeit der Gebärmutter
würde eine sehr starke Blutung nach sich
ziehen und das Leben der Mutter gefährden, die so genannte atonische Blutung.
Das erfahrene Hebammen- und Ärzteteam
erkennt solche Situationen sofort und wirkt
mit entsprechenden Mitteln entgegen.
Das Neugeborene wird nach der
Abnabelung bei Unauffälligkeiten bei der
Mutter gelassen. Der erste Kontakt kann
stattfinden. Gerade diese ersten Minuten
direkt nach der Geburt sind von entscheidender Bedeutung für die Beziehung zwischen Mutter, Vater und Kind. Dazu lassen
wir die Eltern auch einmal unter sich und
bemühen uns, keine unnötigen medizinischen Eingriffe vorzunehmen.
Nach der Entbindung werden noch
zwei Stunden im Kreißsaal der Blutdruck,
die Temperatur, die Blutung und der Fundusstand gemessen. Auf Wunsch wird
beim ersten Anlegen geholfen. Es findet
eine fürsorgliche und umfassende Betreuung statt.
Im Mittelpunkt steht für uns die Geburt als das bedeutungsvolle Ereignis im
Leben eines Kindes, seiner Mutter und der
ganzen Familie, an das sich alle Beteiligten
gerne zurückerinnern sollen.
LeYLA Akpolat-Basci
Oberärztin
Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe
9
Medizin im Blick
„Hauptsache, es ist gesund!“
Pränataldiagnostik heute
Dr. MED. CARSTEN Lehment
Hauptsache es ist gesund – das
ist ein selbstverständlicher und
nachvollziehbarer Wunsch jeder Frau,
jedes Paares - eine Verpflichtung, alles
zu tun bzw. der schwangeren Frau zu raten, damit ihr Kind einen möglichst guten
Start hat.
Diesen Wunsch zu erfüllen und dabei
eine optimale Bedingung für die Geburt
zu ermöglichen, ist die Aufgabe der pränatalen Diagnostik. Ein Wunsch, dessen
Erfüllung lange Zeit kaum direkt beeinflussbar war. Wie das Kind sein würde, war
bis zur Geburt ein Geheimnis. Wenn ein
Kind krank geboren wurde, wurde das als
Schicksal angenommen.
Die Pränataldiagnostik hat die
Schwangerschaftsbetreuung nachhaltig
verändert. Die moderne Medizin ermöglicht die Geburt vieler Kinder, die früher
ein tragisches Schicksal erlitten hätten.
Die Pränataldiagnostik (PND) hat so
aus der Zeit des geduldigen Wartens eine
Zeit der aktiven Einflussnahme und Entscheidungen gemacht.
Aus dem schicksalhaften Annehmen
des Kindes, so wie es ist, wurde das Angebot, mithilfe von PND Einfluss zu nehmen.
Manche Erkrankung lässt sich früh entdecken, manche Gefährdung lässt sich
durch rechtzeitiges Eingreifen verringern.
Die werdende Mutter kann sich Informationen über die kindliche Gesundheit, die
Entwicklung und die Erbausstattung geben lassen und dadurch mehr Sicherheit
bekommen.
Unbestritten ist: Unser größeres
Wissen um die Schwangerschaft mit den
Möglichkeiten von gezielter Diagnostik
und Therapie hat entscheidende Vorteile
gebracht für die Sicherheit von Müttern
und Kindern. Die pränatale Diagnostik umfasst eine Reihe von medizinischen Untersuchungen, mit deren Hilfe die Gesundheit und Entwicklung des ungeborenen
Kindes überprüft wird. Dabei richtet sich
die jeweilige Methode nach der Schwangerschaftswoche und der speziellen Fragestellung, die sich zumeist aus der eigenen oder familiären Situation ergibt. Seit
Beginn der PND in den 70er-Jahren ist
eine rasante Entwicklung zu beobachten.
Es begann mit der Fruchtwasseruntersuchung, die anfänglich „blind“ durchgeführt wurde, ohne die heute übliche sonografische Kontrolle. Durch Farbtestung des
Fruchtwassers wurde eine Gefährdung des
Kindes durch die Rhesus-Blutgruppen-Unverträglichkeit abgeschätzt. Weiter wurde
durch die Amniocentese die Bestimmung
der kindlichen Chromosomen ermöglicht.
Sie wurde anfangs nur bei älteren Schwangeren eingesetzt, bei denen ein erhöhtes
Risiko für eine Chromosomenveränderung
besteht.
Ein Meilenstein der Diagnostik wurde
mit Einsatz der Sonografie und erstmaliger Bildgebung vor der Geburt erreicht,
was Licht in die „Blackbox“ des Ungeborenen brachte und sich schnell zur wichtigsten Informationsquelle entwickelte.
Um den Einsatz zu systematisieren, sind
seit 1995 laut Mutterschaftsrichtlinien drei
US-Untersuchungen als Standard festgelegt, die zur Überwachung der normalen
Schwangerschaft, aber auch in der 20.
Woche als Termin für die Feindiagnostik
explizit zum Erkennen von Fehlbildungen
gedacht sind. Es können die nicht-invasiven Methoden mit Sonografie, Blutflussmessung und Bluttests von den invasiven
Methoden mit ultraschallgesteuerten Eingriffen und therapeutischen Maßnahmen
unterschieden werden.
hörrohr
US Bild von Zwillingen 1957
Vidoson 1966
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Medizin im Blick
Menschlicher Chromosomensatz
Frühe Organuntersuchung
und Ersttrimesterscreening
Grundlage ist auch hier eine genaue Ultraschalluntersuchung, insbesondere der
Kontur mit Bestimmung der Transparenz
im Nackenbereich, des Vorhandenseins
des Nasenbeins, der Funktion der Herzklappe zwischen rechtem Vorhof und
rechter Herzkammer und einer venösen
Verbindung nach Eintritt der Nabelschnur. Es kann damit eine statistische
Berechnung erfolgen, die ein Risiko für
bestehende chromosomale zahlenmäßige
Veränderungen erfasst. Dieses ist mit zunehmendem Alter der Schwangeren wahrscheinlicher, kann jedoch in jedem Alter
auftreten. Ergibt sich ein unauffälliges
Risiko von unter 1:1000, so kann davon
ausgegangen werden, dass keine Trisomie
vorliegt.
Zwischen der 11. + 1 . und der 13. + 6.
Schwangerschaftswoche wird mittels Ul-
SOnografiebilder
traschall die Nackentransparenz gemessen und in Verbindung mit den Konzentrationen des Eiweißstoffes PAPP-A und des
Hormons freies ß-HCG im Blut der Mutter
ein Verhältniswert ermittelt. Dieser gibt
keine Diagnose über die Anzahl der Chromosomen 13, 18 und 21, welche die häufigsten Trisomien verursachen, sondern
nur eine Wahrscheinlichkeitsaussage mit
einer Sicherheit über 90%. Zur sicheren
Diagnostik ist eine Probenentnahme aus
der Fruchthöhle mittels Punktion unverzichtbar.
Quadruple-Test
Beim Quadruple-Test werden die Hormonwerte AFP, hCG, freies Estriol und
Inhibin A im Blut der Mutter untersucht.
Möglicher Zeitpunkt für die Durchführung
ist die Woche 14+0 bis 19+6. Aufgrund der
Erkennungsrate von 81% für eine Trisomie
21 (bei 5% Falsch-Positivrate) ist der Test
eine Alternative, falls das ErsttrimesterScreening versäumt wurde oder sich ein
unzureichend sicherer Wert zwischen
1:1000 und 1:100 ergab, aber dennoch
eine möglichst hohe Erkennungsrate für
eine Trisomie 21 erzielt werden soll. Der
Quadruple-Test ist außerdem Bestandteil
des integrierten Screenings, bei dem die
Blutuntersuchungen sequenziell erfolgen
und in Verbindung mit der Ultraschalluntersuchung ein Gesamtergebnis berechnet wird. Eine Quote von 1:100 gilt dabei
als Grenzwert für die Durchführung einer
genetischen Untersuchung.
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Medizin im Blick
Ultraschallgerät
FEtales Herz
3D-Bild 21. SSW
Ultraschall-Feindiagnostik
Bei besonderen Risikosituationen (z. B. bei
Verdacht auf Herzfehler) kann das Herz
zum Teil schon bereits ab Ende des ersten
Schwangerschaftsdrittels (13. – 14. SSW.)
untersucht werden.
Bei bekannten Herzfehlern ist es besonders wichtig, eine optimale Planung
zur Entbindung zu erstellen, um gute
Chancen für das Kind zu wahren.
3D /4 D- Ultraschall
Diese Untersuchung ist wesentlich umfangreicher als das in den Vorsorgerichtlinien vorgesehene II. Screening in der
19. - 22. SSW.
Es werden die einzelnen Organe
auf Funktion und Intaktheit überprüft,
die bisherige Entwicklung analog zum
Alter bestimmt, die Fruchtwassermenge
und die Plazenta beurteilt. Sollten Auffälligkeiten gefunden werden, die sich im
Zusammenhang mit Trisomien häufiger
zeigen, so ist hiermit noch keine Fehlbildung gemeint. Es können aber weitere
Risikoschätzungen aufgrund dieser Marker hinsichtlich einer Trisomie 21 erstellt
werden. Eine unauffällige Ultraschalldarstellung kann keine chromosomale Veränderung ausschließen, da diese auch
ohne erkennbare Organveränderungen
vorkommen. Die bei der Feindiagnostik
sichtbaren Organfehler sollten darum
auch nicht als „genetic scan“ bezeichnet
werden, da hiermit verschiedene Qualitäten ausgedrückt werden.
Fetale Echokardiografie
Die genaue Untersuchung des kindlichen
Herzens ist Bestandteil der Organdiagnostik in der 19. – 22. Schwangerschaftswoche.
Das Herz kann häufiger als alle anderen
Organe von Fehlbildungen betroffen sein.
Auch die Untersuchung des fetalen Herzens ist von einer optimalen Geräteeinstellung und -qualität sowie der Kompetenz
und Erfahrung des Untersuchers abhängig.
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Dopplersonografie
Bei dieser Untersuchung kann die Durchblutung der Nabelschnur und wichtiger Blutgefäße des Kindes gemessen und auf dem
Ultraschallbild farbig dargestellt werden.
Wenn Zweifel an der ungestörten Entwicklung des Ungeborenen bestehen (dies
kann z.B. bei mütterlichem Bluthochdruck
sein), können durch diese Untersuchung
genauere Informationen über das Gedeihen des Kindes gewonnen werden als beispielsweise durch die alleinige Messung
seines Wachstums.
Auch die intrauterine Diagnostik einer
Anämie gelingt mittels Dopplerflussmessung der Hirnarterien zuverlässig, sodass
kaum noch fetale Blutentnahmen mit Nabelschnurpunktion notwendig sind. Die Diagnostik der Durchblutung der Gebärmutter
dient der Beurteilung einer möglichen Unterversorgung des Kindes mit Nährstoffen,
was sich erst später in geringerem Wachstum zeigen würde. Hiermit kann frühzeitig
eine verbesserte Planung eingeleitet werden und die Vorsorge angepasst werden,
um die Sicherheit zu erhöhen.
Als Ergänzung bei speziellen Fragestellungen bietet diese Technik in Einzelfällen
zusätzliche diagnostische Hinweise und
dient oftmals der besseren Visualisierung
oberflächlicher Strukturen. Ein Platz in
der Routinediagnostik konnte hiermit
bisher kaum beansprucht werden. Es
ergeben sich bei günstigen Bedingungen
faszinierende Bilder, die im Rahmen der
IGEL-Leistungen ohne diagnostischen
Anspruch erbracht werden können.
Nabelschnurpunktion
Bei der Nabelschnurpunktion kann unter
Ultraschallsicht aus der Nabelschnur Blut
entnommen und auf bestimmte Infektionen oder Blutgruppenunverträglichkeit
zwischen Mutter und Kind untersucht
werden. Eine Abklärung der Genetik ist
aus fetalen Blutzellen eine schnelle Methode, die vor allem in fortgeschrittenen
Schwangerschaftswochen notwendig
wird. Auf diesem Weg können dem Kind
auch direkt Medikamente verabreicht
oder z. B. bei Blutarmut Blut übertragen
werden.
Chorionzottenbiopsie
Hierbei erfolgt eine Entnahme von Mutterkuchengewebe ab der 11. SSW. Die entnommenen Zellen bieten die Möglichkeit
der Kultivierung und Erkennung chromosomaler Veränderungen. Bei dieser
Fragestellung und dem Wunsch der mög-
Medizin im Blick
Embryo
lichst frühzeitigen Diagnose mit größter
Sicherheit der Aussagekraft ist die Chorionzottenbiopsie ein probates Mittel mit
niedriger Risikokonstellation. Der Eingriff
wird üblicherweise durch die Bauchdecke
unter Ultraschallkontrolle durchgeführt.
Sie erfolgt meist bei speziellen Fragestellungen wie bekannter familiärer Erbkrankheit oder wenn es notwendig ist,
dass ein Ergebnis sehr schnell vorliegt,
da hierbei auch einige Fragestellungen
nicht beantwortet werden können und
eine gering höhere Fehlerrate besteht,
die aufgrund möglicher chromosomaler
Mosaikbilder nie ganz auszuschließen ist.
Amniocentese
Aus diesem Grund wird manchmal eher
die Fruchtwasserpunktion empfohlen, da
hier auch etwas weniger Risiken bestehen. Dieser Eingriff wird hauptsächlich
zur Gewinnung von fetalen Zellen für
eine Chromosomenanalyse bei sonografischer Auffälligkeit oder verdächtigem Bluttest angeboten. Auch hierbei
kann ein Schnelltest die wichtigsten
Chromosomenanzahlen in einem Tag
liefern. Es werden zusätzlich noch die
im Fruchtwasser gelösten Eiweiße alpha-Fetoprotein und das Enzym ACHE
bestimmt, die jeweils Aussagen über
die Wahrscheinlichkeit einer Spaltbildung des Kindes zulassen. In späteren
Wochen dient die Amniocentese auch
dem Nachweis einiger Infektionen, die
das Kind betreffen. Eine Amniondraina-
ge mit Entlastung großer Mengen von
Fruchtwasser ist in vereinzelten Fällen
zum Erhalt der Schwangerschaft bei
massiver Überproduktion von Fruchtwasser hilfreich.
Die Instillation von Farbstoffen zum
Nachweis eines Blasensprungs ist verlassen worden, nachdem sich spezielle
Testkits durchgesetzt haben, die eine
deutliche Aussage aus der Bestimmung
aus vaginalem Sekret erlauben. Nach
Etablierung der frühen sonografischen
Diagnostik im ersten Trimenon und des
Erstrimesterscreenings bis zur 14. SSW
konnte die Rate der durchgeführten
Punktionen auf ein Fünftel reduziert
und damit auch die dadurch ausgelösten
Komplikationen entsprechend vermindert werden.
13
Medizin im Blick
Bilddarstellung vor 38 Jahren
Fetoskopie gesicht
Interventionelle
MaSSnahmen
Seit der ersten intraabdominalen fetalen
Transfusion durch Prof. Hansmann 1972
in Deutschland wurde die intrauterine invasive Therapie auch hier stetig weiterentwickelt. Es bieten sich verschiedene
Möglichkeiten, durch Einlage von Shuntröhrchen einen Flüssigkeitsausgleich in
getrennten Bereichen herzustellen und
somit dem Kind zu helfen, wie z.B. beim
Pleuraerguss oder einer übergroßen Blase. Auch Operationen am Feten in der
Gebärmutter werden im Rahmen der fetal surgery durchgeführt. Berühmtheit
erlangten die von Prof. Harrison durchgeführten Operationen, die in ausweglosen
Situationen halfen, die Kinder zu retten.
C. DOPPLER
14
Fetoskopie
Bei der Fetoskopie kann das Kind durch
eine dünne Optik betrachtet werden, die
nach örtlicher Betäubung von außen
durch die Bauchdecke bis in die Fruchthöhle geschoben wird. Zum Ausschluss
oder Nachweis sehr seltener Erkrankungen können Gewebeproben entnommen werden. Bei Kindern mit Zwerchfellhernie wird fetoskopisch ein Ballon in die
Luftröhre eingesetzt, der eine verbesserte
Entwicklung der Lunge ermöglicht und
somit ein atmungsfähiges Kind geboren
werden kann. Außerdem kann bei Spaltbildungen eine intrauterine Operation erfolgen. Hierfür wird eine selektive Narkose
des Feten angewendet. Unverzichtbar ist
inzwischen die fetoskopische Laserkoagulation kommunizierender Gefäße beim
Zwillingstransfusionssyndrom mit hohen
Erfolgsraten des Überlebens beider Feten. Hierbei werden Gefäßverbindungen
zwischen gemeinsamen Mutterkuchenanteilen von Zwillingen unterbunden, womit
ein Ungleichgewicht der Blutverteilung
beendet wird. Mit der Zunahme von
Mehrlingsschwangerschaften durch den
Fortschritt in der Reproduktionsmedizin
werden auch deren Komplikationen häufiger und dementsprechend Lösungswege
notwendig. Insgesamt gehört PND heute
zur Routine in der Schwangerschaftsbetreuung, das „Screening“ zum Ausschluss
von Auffälligkeiten ist Alltag und wird
von den meisten Schwangeren nicht nur
akzeptiert, sondern willentlich eingefordert. Aber die neuen Techniken können
Medizin im Blick
auch neue Belastungen für Betreute und
Betreuende bedeuten. Bei aller Routine
muss jedoch dem Wunsch entsprochen
werden, wenn eine Schwangere sämtliche
diagnostischen Maßnahmen ablehnt, die
das Risiko bergen, auch eine unerfreuliche Diagnose zu offenbaren. Dem wird
im Rahmen des Gendiagnostikgesetztes
Rechnung getragen, nach dessen Inhalt
eine Schwangere eine genetische Beratung auch vor einer Ultraschalluntersuchung beanspruchen kann, wenn eine
Aussage über eine genetische Erkrankung
angestrebt wird. In den weitaus meisten
Fällen kann die Pränataldiagnostik dazu
einen entscheidenden Beitrag leisten, der
Schwangeren ein sicheres Gefühl zu vermitteln und ihr Kind mit positiven Empfindungen anzunehmen.
Einer normalen Geburt entgegenzusehen, ohne unangenehme oder sogar
erschreckende Erkenntnisse befürchten
zu müssen, die erst nach der Geburt bekannt werden, bietet die Aussicht auf eine
deutlich gelassener erlebte Schwangerschaft. Leider ist diese Aussicht in Einzelfällen trügerisch, da es eine absolute
Sicherheit eines gesunden Kindes auch
durch kompetent angewandte und korrekt
durchgeführte diagnostische Maßnahmen
nicht geben kann, da es nicht möglich ist,
allen Eventualitäten etwas entgegenzusetzen. Vielfach wird auch das von der
Schwangeren nicht gefordert, sondern
die Erwartung geht dahin, die eigentlich
schon vorhandene positive Haltung zum
Kind zu bestärken.
Bei nur etwa 3 % der Schwangerschaften
tritt eine schwerwiegende Veränderung
auf, die zum Teil vor der Geburt bekannt
wird. Wenn eine therapeutische Maßnahme erfolgen kann, wird diese mit der
Schwangeren ausführlich besprochen und
die notwendigen Schritte geplant, auch
mit Unterstützung vielleicht notwendiger
weiterer Stellen.
Zuallererst sind ein Kinderarzt und
dessen spezialisierte Kollegen wie Kinderkardiologe, -urologe oder -chirurg gefragt,
auch ein Mund-Kiefer-Gesichtschirurg bei
vorkommenden Spaltbildungen in diesem
Bereich wird schon im Vorfeld kontaktiert,
um die bestehenden therapeutischen
Möglichkeiten zu besprechen. Es gibt ein
enges Netzwerk kompetenter Spezialisten
in der Behandlung angeborener Veränderungen, die im Marienhospital Bottrop vor
Ort oder in Zusammenarbeit mit weiteren
Kollegen bekannter Abteilungen für das
Wohlergehen des Kindes vor und nach
der Geburt sorgen können.
Eine Chance dafür erhalten die
Kinder durch die Mittel der pränatalen
Diagnostik. Die beschriebenen Vorgehensweisen bieten einen Überblick der
modernen Medizin, die möglich sind, wenn
es erforderlich ist. Die Entscheidung darüber bleibt jedoch zuallererst bei der
Schwangeren. Dr. med. Carsten Lehment
Oberarzt
Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe
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Medizin im Blick
Service für unsere Eltern
Zwei Präsente von uns für Ihre Erstausstattung
StorchenParkplatz
Direkt vor dem Haupteingang ist ein Parkplatz für unsere werdenden Eltern kostenfrei reserviert.
BABYwand
StadtSpiegel
ERSTE HILFE KUR
BABYMASSAGE
hnen Babys.
Sanfte Hände verwö
Körperkontakt
Durch intensiven
natslösen sich Dreimo
entspannen Babys,
wird
Schlafbereitschaft
koliken und die
Massage
ende
wohltu
gefördert. Diese
durch die
Baby
ihr
t,
kann, einmal erlern
ommen und
angen
sich
begleiten. Es fühlt
zu
ganze Kindheit
olle Beziehung
uen und die liebev
Väter
geliebt. Selbstvertra
Kurs sind auch
gestärkt. In diesem
den Eltern wird
gern gesehen.
für 6 Treffen
Euro
50,00
Kursgebühr:
Elke Rohde
– IBCLC).
Kursleitung: Frau
und Stillberaterin
(Krankenschwester
chule
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Medizin im Blick
Perinatalzentrum am MHB bietet
neuen Test zur Vorhersage
des Frühgeburtsrisikos an
Negativer Test sagt mit bis zu 99%iger Wahrscheinlichkeit voraus,
ob eine Schwangere in den nächsten 14 Tagen ihr Baby bekommen wird
Dr. med. Hans-Christian Kolberg
In der Klinik für Gynäkologie und
Geburtshilfe im Marienhospital
Bottrop ist ein neuer Test eingeführt worden, der über einen Abstrich den Geburtshelfern dabei hilft, die Schwangeren zu
identifizieren, die ein hohes Risiko für eine
Frühgeburt haben. Wissenschaftlich untersucht ist der Test für Frauen, die zwischen
der 22. und der 35. Schwangerschaftswoche sind. Ein negativer Test sagt voraus,
dass eine werdende Mutter mit bis zu
99 %iger Wahrscheinlichkeit in den nächsten 14 Tagen nicht entbinden wird und
hilft so, den notwendigen Krankenhausaufenthalt möglicherweise abzukürzen
und die Besorgnis der werdenden Eltern,
der Geburtshelfer und der Kinderärzte
zu mindern. Bei einem positiven Testergebnis kann das Team die erforderlichen
Therapiemaßnahmen einleiten, die eine
Frühgeburt verhindern sollen, um sich
gleichzeitig auf die Versorgung des neuen hilfebedürftigen Erdenbürgers besser
einstellen zu können.
„Eine Frühgeburt kann für das Baby
einen langen Aufenthalt auf unserer Intensivstation bedeuten und möglicherweise
lebenslange Konsequenzen mit sich bringen“, erklärt Dr. Hans-Christian Kolberg,
Chefarzt der Frauenklinik im MHB, der
sich mit Dr. Martin Günther, Chefarzt der
Kinderklinik einig ist, dass eine genauere
Vorhersage dieses Risikos eine entscheidende Verbesserung in der Betreuung
der Schwangeren mit Hinweisen für eine
drohende Frühgeburt darstellt. „Mit dem
so genannten Fibronektin-Test können wir
vielen werdenden Müttern die problematischen Langzeitbehandlungen mit we-
19
Medizin im Blick
henhemmenden Medikamenten ersparen
und ihnen schneller wieder erlauben, sich
körperlich zu belasten.“
Der Test funktioniert über die Messung eines speziellen Stoffes, des Fibronektins, in der Scheide einer Schwangeren.
Fibronektin wirkt stark verkürzt ausgedrückt wie ein Klebstoff, der das Baby im
Schoß der Mutter hält, bevor die richtige
Zeit für die Entbindung gekommen ist.
Eine erhöhte Konzentration von Fibronektin in der Scheide zwischen der 22. und
der 35. Schwangerschaftswoche ist ein
Hinweis auf ein stark erhöhtes Frühgeburtsrisiko, insbesondere bei gleichzeitig
bestehender Wehentätigkeit oder einer
Verkürzung des Gebärmutterhalses im Ultraschall, die der Ultraschallspezialist des
Perinatalzentrums, Oberarzt Dr. Carsten
Lehment, messen kann. Bei einem positiven Test wissen also die Geburtshelfer,
dass eine Schwangere ihrer besonderen
Aufmerksamkeit bedarf und können neben der Einleitung einer Therapie
mit wehenhemmenden Medikamenten,
Bettruhe und der Gabe von Kortison zur
Reifung der Lunge des Babys bereits im
Bauch der Mutter - gemeinsam mit den
Kinderärzten, die auf die Behandlung auch
kleinster „Frühchen“ spezialisiert sind, alle
Vorbereitungen für die Versorgung des
neuen Erdenbürgers bei seiner verfrühten
Landung im Leben treffen. Ein negativer
Test hingegen ermöglicht oft eine rasche
Rückkehr der Schwangeren nachhause
und die Weiterbetreuung der Schwangerschaft durch den eigenen Frauenarzt.
Wenn notwendig, kann der Test alle 14
Tage wiederholt werden und hat dann
wieder die gleiche Vorhersagekraft. Bisher wird der Test in Deutschland in etwa
20 Kliniken eingesetzt, überwiegend in
Universitätskliniken und Perinatalzentren
wie dem MHB.
„Unser wichtigstes Ziel als Team im
Perinatalzentrum ist natürlich die Vermeidung einer Frühgeburt. Auch wenn
wir wissen, dass extreme „Frühchen“
mit einem Gewicht von nur 500 bis 600
Gramm bei unseren Neonatologen in
den besten Händen sind, sind wir froh
über jeden Tag, den ein Baby länger im
Bauch der Mutter bleibt. Darüber dürfen
wir aber nicht vergessen, dass wir den
uns anvertrauten werdenden Müttern
zur Erreichung dieses Ziels oft belastende Therapien zumuten müssen. Der
Fibronektin-Test ermöglicht es uns, diese
Belastungen auf ein notwendiges Maß zu
reduzieren und vielen werdenden Eltern
ihre große Sorge vor einer Frühgeburt zu
nehmen. Die erste Schwangere, bei der
wir den Test eingesetzt haben, war eine
Kinderkrankenschwester aus unserem
eigenen Krankenhaus, die natürlich genau weiß, was eine Frühgeburt für ihr
Kind bedeutet. Aufgrund der Messungen
des Gebärmutterhalses waren wir alle
davon überzeugt, dass die Geburt unmittelbar bevorstand. Der Test war negativ
und 14 Tage später war sie immer noch
schwanger und das Baby in ihrem Bauch
quietschfidel!“, freut sich Dr. Kolberg über
die ersten Ergebnisse seit Einführung des
Tests.
Dr. med. Hans-Christian Kolberg
Chefarzt
Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe
20
Medizin im Blick
Das Team der Klinik für
Kinder- und Jugendmedizin
Dr. Martin Günther
Dr. Sven Plewa
Sezgin Ata
Dr. Oliver Hendricks
Carolin Desch
Thomas Herber
Albert Isa
Eirini Margari
Nora Matar
Sanja Moderjewsky
Elena Savvidou
Dr. Pervin Seleserpe
Anne Strohschein
Björn Willmann
21
Medizin im Blick
Perinatalzentrum Level 1
Im Mittelpunkt stehen Versorgung und Betreuung
Sezgin Ata
Die Versorgung zu früh geborener
Kinder, selbst extremer Frühgeborener mit 23 Schwangerschaftswochen,
ist unser Anliegen. Wir setzen alles daran,
die Situation für Eltern und Verwandte
so familiär und entspannt wie möglich zu
gestalten. Die psychologische Sondersituation „frühgeborener“ Eltern steht im
Mittelpunkt der Betreuung. Der gemeinsame Bundesausschuss GBA, das Entscheidungsgremium der gemeinsamen
Selbstverwaltung von Ärzten, Krankenkassen und Krankenhäusern, hat zur Sicherstellung einer hohen Qualität in der
Versorgung Früh- und Neugeborener einen Kriterienkatalog beschlossen. Dieser
legt verbindlich fest, welche Merkmale in
einem Krankenhaus erfüllt sein müssen,
damit Frühgeborene mit bestimmten Reifekriterien behandelt werden dürfen.
Das Marienhospital erfüllt die Anforderungen für die höchste Versorgungsstufe Perinatalzentrum Level 1. Unter der
Leitung von Chefarzt Dr. Martin Günther
und dem Oberarzt der Neonatologie, Herrn
Sezgin Ata, werden in der Klinik für Kinderund Jugendmedizin extreme Frühgeborene bis hin zum Jugendlichen versorgt.
Für unsere Kinderklinik sind Neonatologie und Intensivmedizin schon
lange Routine. Seit Jahren arbeiten erfahrene Kinderkrankenschwestern und
Kinderärzte (Neonatologen) im Schichtdienst im Perinatalzentrum. Es stehen
18 Intensivversorgungseinheiten mit
sechs Beatmungsplätzen zur Verfügung.
Selbstverständlich sind darüber hinaus
Einrichtungen für Intermediate Care, Spezialtransportbrutkasten für Notfälle und
ein Shuttlesystem für extreme Frühgeborene vorgehalten.
In der Klinik für Gynäkologie und
Geburtshilfe kümmern sich neben einem
großen Team von Mitarbeitern, Hebam-
22
men und Beleghebammen sowie 10 ÄrztInnen um die werdenden Mütter. Unter
Leitung des Chefarztes Dr. Hans Christian
Kolberg betreut das Team über 900 Geburten im Jahr. Der große Anteil von Risiko- und Hochrisikogeburten wird über die
spezielle Ultraschallambulanz von Oberarzt Dr. Carsten Lehment mit höchster
Fachkompetenz betreut. Insbesondere bei
Risikoschwangerschaften werden frühzeitig alle notwendigen Vorkehrungen rund
um das Geburtsgeschehen getroffen.
Als regionaler Versorger betreut
die Kinderklinik neben der Geburtshilfe
im eigenen Haus insgesamt über 2.200
Geburten pro Jahr. Technisch, apparativ
und personell sind beide Kliniken auf modernstem Stand. Am MHB sind sämtliche
Strukturen eines Perinatalzentrums Level 1
vorhanden. Die postpartale Ultraschallambulanz mit dem leitenden Oberarzt
Dr. Sven Plewa rundet das Angebot ab.
Die Kinderklinik ist Gründungsmitglied (1993) des Qualitätszirkels Neonatologie Westfalen Lippe Süd der Ärztekammer Westfalen Lippe und hält in diesem
Rahmen regelmäßig Sitzungen im Hause
ab.
Medizin im Blick
Neonatologische Intensivstation
Wenn der Storch einen Umweg macht
Sezgin Ata
Die Station K2 der Kinderklinik ist
eine neonatologische Intensivstation zur Versorgung der kleinsten Patienten
des Marienhospitals Bottrop. Wir betreuen
Früh- und Neugeborene, deren Start ins
Leben mehr Probleme macht als gewöhnlich erwartet. Unser Team besteht aus
ärztlichen Neugeborenenspezialisten (drei
Neonatologen und 5 AssistenzärztInnen),
speziell geschulten Schwestern, einer Krankengymnastin und einer Ergotherapeutin.
Die technische Ausrüstung der Station entspricht modernsten Standards.
Für den Laien ist der technische Aufwand,
der für eine optimale Überwachung und
Behandlung unserer kleinen Patienten
erforderlich ist, meist nicht vorstellbar
(Bild 1). Inmitten dieser Geräte, Schläuche
und Leistungen wirken unsere Patienten
oftmals wie verloren und die Eltern sind
nicht selten zunächst verwirrt oder gar
verängstigt beim Anblick dieser Technik.
Allerdings ist gerade für unsere besonders
kleinen Patienten die möglichst keimfreie
Atmosphäre eines Brutkastens mit individuell angepasster Luftfeuchtigkeit und
Temperatur Voraussetzung für ein zufriedenstellendes Gedeihen.
BIld 1
BIld 3
BIld 2
Daher müssen auch nahezu alle Maßnahmen und Untersuchungen innerhalb dieses
engen Raumes durchgeführt werden, wenn
möglich, ohne die Ruhe unserer Patienten
zu stören (Bild 2). Dies erfordert natürlich
einiges Geschick und große Erfahrung.
Trotz dieser Notwendigkeiten versuchen wir, auf die Bedürfnisse der Kinder
maximal einzugehen und ihren Bedarf
nach Ruhe und Geborgenheit als einen
zentralen Punkt in unserer Betreuung zu
berücksichtigen (Bild 3). Die Prinzipien
einer sanften Pflege werden eingehalten.
Grelles Licht und laute Töne werden möglichst vermieden.
23
Medizin im Blick
BIld 4a
BIld 4b
Körperkontakt, Streicheln und stimmliche
Zuwendung sind erwünscht. Leise Musik
in den Brutkästen bereitet unseren kleinen Patienten offensichtlich Freude und
Entspannung. Interessant ist, dass man
auch hierbei gelegentlich schon früh individuelle Vorlieben erkennen kann.
Im Rahmen dieser so genannten
„sanften Pflege“ werden natürlich auch
Blutabnahmen auf ein Minimum beschränkt. Dank spezieller Entwicklungen
für die Neugeborenen ist es zunehmend
möglich, Informationen, die früher durch
Blutuntersuchungen erlangt werden mussten, mit speziellen Messsonden schmerzfrei durch die Haut zu erhalten, ohne diese
zu verletzen (Bild 4a, 4b, 4c).
Besonders wichtig und für die Heilung und das Gedeihen förderlich ist die
Anwesenheit der Eltern. Sie haben die Möglichkeit, auf unserer Station rund um die
Uhr bei ihren Kindern zu bleiben, Kontakt
mit ihnen aufzunehmen und auch schon
früh im Krankenhaus das Gefühl einer
„familiären Geborgenheit“ zu geben.
24
BIld 4C
Oft lässt sich erkennen, dass es den Winzlingen besser geht, wenn sie der Mutter
oder dem Vater auf die Brust gelegt werden. Dies ist auch durchaus mit intensivbehandelten oder gar beatmeten Frühgeborenen möglich. Erstaunlicherweise
lässt sich mitunter feststellen, dass sich
z. B. Sauerstoffbedarf und andere Beatmungsparameter bessern.
Abgeleitet vom Känguru, welches
das werdende Junge in seinem Beutel
aufzieht, nennt man diese Methode „Kangarooing“ (Bild 5).
Zusätzlich profitieren die Eltern
von der Möglichkeit, sich von erfahrenen
Schwestern für die Pflege und Betreuung
ihrer Kinder nützliche Tipps und Hinweise
geben zu lassen. Eine ausgebildete Stillberaterin steht Ihnen zur Seite. Ist Stillen
nicht möglich, erhält das Kind Ihre abgepumpte Muttermilch.
Wenn die Situation es erfordert, werden die erkrankten Kinder während des
stationären Aufenthaltes krankengymnastisch und/oder ergotherapeutisch von
erfahrenen Mitarbeiterinnen betreut. Die
Eltern werden in die entsprechenden Maßnahmen angeleitet, sodass sie Sicherheit
im Umgang mit ihrem Kind bekommen und
ggf. die Behandlung zuhause weiterführen
können.
Neben der Betreuung unserer eigenen geburtshilflichen Abteilung besteht
auch eine enge Zusammenarbeit mit weiteren geburtshilflichen Kliniken. Neben der
vorgeburtlichen Besprechung und Planung
geburtshilflicher Problemfälle werden dort
die Neugeborenen an den Werktagen täglich von einem Kinderarzt angesehen und
es werden regelmäßig Vorsorge- und Ultraschalluntersuchungen der Neugeborenen durch den Chefarzt oder den leitenden
Oberarzt der Kinderklinik durchgeführt.
Wir stehen den Geburtskliniken rund um
die Uhr zur Verfügung, sei es für eine ambulante Vorstellung oder eine unerwartet
komplizierte Entbindung. In enger Zusammenarbeit mit der Feuerwehr sind wir in
Notsituationen schnellstmöglich vor Ort.
Hierzu steht uns ein Transportinkubator
Medizin im Blick
Nach der Entlassung aus der Kinderklinik
stehen wir den Eltern bei allen Problemen weiterhin beratend und helfend zur
Seite.
Wir bieten u.a. folgende
Unterstützung an:
BIld 5
zur Verfügung, der alle neonatologischintensivmedizinischen Maßnahmen und einen sicheren Transport ermöglicht (Bild 6).
Selbst extrem unreife Frühgeborene
haben mittlerweile sehr gute Chancen,
nicht nur zu überleben, sondern gesunde
Kinder zu werden.
Die Qualität unserer Arbeit wird regelmäßig im Neonatologischen Qualitätszirkel der Ärztekammer Westfalen Lippe
dargestellt und überprüft. Hier sind wir
aktives Mitglied und haben diese Zusammenkunft der regional führenden neonatologischen Abteilungen auch mehrfach
in Bottrop ausgerichtet.
Sollte eine Verlegung auf unsere Station notwendig werden, wird alles getan,
um eine Eltern-Neugeborenenbindung zu
fördern und zu erhalten. Eine frühestmögliche Rückverlegung in die Geburtsklinik
wird angestrebt.
Auch nach der Entlassung stehen wir
für Probleme gerne beratend zur Seite.
Nicht selten besuchen uns unsere ehemaligen Frühchen mit ihren Eltern und zeigen
Frühgeborenennachsorge
Neurologische Untersuchung
Entwicklungsdiagnostik
Frühe Hilfe
Sozialmedizinische Nachsorge
Monitorsprechstunde
Reanimationsunterweisung
Ergotherapie
Krankengymnastik
Ultraschalluntersuchung
Schlafmedizin
uns ihre Fortschritte. Es gibt kaum etwas
Schöneres für die engagierten Mitarbeiter
unserer neonatologischen Intensivstation, als eines unserer ehemaligen Sorgenkinder auf dem Kinderfest der Klinik
oder bei dem monatlich statt findenden
Frühchen-Treff munter herumtollen zu
sehen. BIld 6
Sezgin Ata
Oberarzt Kinderklinik
25
Medizin im Blick
Wochenbettgymnastik
Wieder in Form nach dem Baby
Martina Pachollek
An unsere werdenden Mütter,
Fühlen Sie sich eingeladen,
auch wenn Ihr Baby in der ersten
Zeit nach der Geburt den größten
Teil Ihrer Zeit beansprucht, sollten Sie etwas für Ihren Körper tun.
Der weiche Beckenboden und die
Bauchdecke benötigen jetzt regelmäßige
gymnastische Übungen, um ihre ehemalige Festigkeit zurückzufinden, damit Spätfolgen (z. B. Urin- und Stuhlinkontinenz,
Gebärmuttersenkung) vermieden werden.
Während Ihres Klinikaufenthaltes
findet auf ärztliche Anordnung für Sie
nach der Entbindung die Wochenbettgymnastik statt.
Durch unsere speziell geschulten
Physiotherapeuten erhalten Sie fachgerechte Anleitung um die Rückbildung der
schwangerschaftsbedingten Veränderungen Ihres Körpers zu fördern.
Hier erfahren Sie viel über beckenbodenschonendes Verhalten, Wahrnehmung
und Aktivierung der Beckenboden- und
Bauchmuskulatur und bekommen erste
Anleitungen zum praktischen Üben.
immer montags bis freitags
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im Buffetraum der Station 5C.
Martina Pachollek
Ihr Physiotherapieteam im MHB
26
stellv. Leiterin der Physiotherapie
Medizin im Blick
Physiotherapie
Entwicklungsförderung von Anfang an
Karin Kneip
Atemtherapie
nach Vojta
Schon den kleinen frühgeborenen
Kindern können wir durch die Physiotherapie den Start ins Leben erleichtern.
Zum einen durch die Vojtatherapie,
zum anderen durch das entwicklungsfördernde Handling nach Bobath.
Als Atemtherapie hilft die Vojtatherapie auch den allerkleinsten Frühgeborenen, ihren Brustkorb zu entfalten und
gegen die Schwerkraft zu heben. Das
verbessert die Atemtiefe - und Frequenz,
kann den CO2 und Sauerstoffanteil im Körper regulieren, sowie den Stoffwechsel
(u. a. Verdauung und Blasenfunktion)
anregen.
Auch bei neurologischen Problemen
(z.B. Hirnblutungen) hilft die Reflexlokomotion in der Vojtatherapie eine normale
Bewegungsentwicklung anzubahnen.
Wir versuchen bereits früh die Eltern anzuleiten und in die Therapie mit
einzubeziehen, um so ihrem Kind zu helfen
und es zu fördern. Dies unterstützen wir
zusätzlich durch eine entwicklungsfördernde Handhabung nach Bobath beim
Hochziehen, An- und Ausziehen und Windelnwechseln.
Auch Gleichgewichtsschulungen auf dem
Schoß gehören dazu, denn der Gleichgewichtssinn ist in der 24. SSW bereits ausgebildet und wird danach nur noch durch
die Bewegungen der Mutter geschult.
Selbstverständlich wird jede Therapie
an die Versorgungszeiten (z.B. vor den
Mahlzeiten, zu den Wachphasen) und dem
aktuellen Gesundheitszustand des jeweiligen Frühgeborenen angepasst und mit
dem Pflegepersonal abgesprochen.
Wir bieten weitere Entwicklungskontrollen im Rahmen unserer Frühgeborenenund Risikosprechstunde mit unserem Neuropädiater und der Physiotherapeutin an.
Auch Kinder, die nach der Entlassung weitere krankengymnastische Versorgung
benötigen, können hier weiter betreut
werden.
Karin Kneip
Physiotherapeutin
27
Medizin im Blick
Sozialmedizinische Nachsorge am MHB
Nachsorge ist die beste Vorsorge
Dorothea Nagel-Liebert, Christa Wetter-Wehnes
Sozialmedizinische Nachsorge richtet sich an früh- und risikogeborene Kinder sowie chronisch und schwer
erkrankte Kinder und Jugendliche. Sie
soll den Übergang der Krankenhausbehandlung in die häusliche Umgebung erleichtern. Dabei sind die Verkürzung von
stationären Aufenthalten und die Sicherstellung der ambulanten Weiterversorgung wichtige Ziele.
Seit dem 01.01.2009 ist die Sozialmedizinische Nachsorge eine Regelleistung
der gesetzlichen Krankenkassen, verankert im SGB V §43 Abs. 2.
28
Allgemeines zur sozialmedizinischen Nachsorge
Bei der Sozialmedizinischen Nachsorge
geht es primär um Unterstützung für
schwerkranke Kinder und ihre Familien.
Sie setzt am individuellen Bedarf des Patienten an und versucht, den erzielten
Behandlungserfolg zu stabilisieren und
sicherzustellen. Weitere Ziele und Aufgaben der pädiatrischen Nachsorge sind
die Verkürzung des stationären Aufenthaltes, die Sicherstellung der ambulanten
Weiterversorgung, die Umsetzung der
verordneten Therapien, die Anleitung
und Motivation der Betreuungspersonen
des Kindes sowie die Integration der
Krankheit in den Alltag zum Wohl des
Kindes und seiner Familie.
In den letzten Jahren gibt es durch
den medizinischen Fortschritt zunehmend einen Anstieg in der Überlebensrate sowohl bei Früh- und Risikogeborenen, als auch bei schwer und chronisch
erkrankten Kindern. Für die betroffenen
Familien stellt dies eine große Belastung
dar, die oftmals und insbesondere zu Beginn ohne Unterstützung gar nicht zu
bewältigen ist. Der Übergang in die häusliche Betreuung soll durch die Begleitung
erfahrener und den Eltern bereits bekannten Personen des Nachsorgeteams
besser gelingen. Den Eltern soll in dieser
besonders belastenden Zeit Unterstützung angeboten werden, um die Integration des Kindes in seinem Lebensraum
weitestgehend zu ermöglichen und die
Familien auf dem Weg zur selbstständigen Bewältigung ihrer Lebenssituation
zu begleiten.
Die Indikation zur sozialmedizinischen Nachsorge ergibt sich aus einer
Liste von ICD-10-Diagnosen und durch
vorhandene Schädigungen/Probleme, die
durch die ICF (internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit Behinderung
und Gesundheit) definiert werden. Die
Nachsorge kann nur im unmittelbaren
Anschluss an eine stationäre Krankenhausbehandlung oder einer stationären
Rehabilitation verordnet werden.
Die Notwendigkeit der Nachsorge
wird durch die Art, Schwere und Dauer
der Erkrankung des Kindes bestimmt.
Medizin im Blick
Situation der
sozialmedizinischen
Nachsorge in Bottrop
In Kooperation mit der Caritas Gladbeck
ist ein städteübergreifendes Hilfsangebot
entstanden, das den betroffenen Familien
die bislang fehlende Unterstützung beim
Übergang von der stationären zur ambulanten Behandlung bietet.
Unser Team besteht aus 5 Kinderkrankenschwestern mit Weiterbildungen
in der pädiatrischen Intensivmedizin,
Palliativmedizin, Schmerzmanagement
und Elternberatung, einem Facharzt für
Kinder- und Jugendmedizin/Neuropädiatrie, einer Sozialpädagogin als Case Managerin im Gesundheitsdienst und einem
Psychologen.
Der Einsatz der verschiedenen Mitarbeiter richtet sich nach dem fachlichen
Bedarf und dem Bedürfnis der Patientenfamilien. Neben der Beratung zur medizinisch und pflegerischen Versorgung, wird
pädagogische und psychologische Hilfe
angeboten.
Es sind Kontakte zu den verschiedenen Anbietern der Städte Bottrop, Gladbeck, Dorsten und Oberhausen geknüpft
worden (z. B. Sozialstationen, Pflegedienste, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, heilpädagogische Frühförderstellen, Gesundheitsämter, sozialpädagogische Familienhilfe, Familien unterstützende Dienste). In Einzelfällen werden
Gespräche mit verschiedenen Ämtern, wie
Jugend- und Sozialamt und Versorgungsund Wohnungsamt nach Absprache mit
den Eltern geführt.
Erfahrungen nach einem
Jahr sozialmedizinischer
Nachsorge bei Früh- und
Risikogeborenen Kinder
Von den betroffenen Familien wurde das
Projekt mit großem Interesse wahrgenommen. Vor allem die Unterstützung in Organisation, Koordination und menschlicher
Begleitung wurde im Rückblick als sehr
positiv bewertet. Die Zusammenarbeit mit
den Familien und dem Nachsorgeteam verlief in allen Fällen gut.
Diese Erfahrungen werden durch die
PRIMA–Studie des Klinikums Augsburg
und des Beta Instituts Augsburg (Prospektive randomisierte Implementierung des
Modellprojekts Augsburg) wissenschaftlich belegt.
Mit dieser Studie konnte belegt
werden, dass Mütter mit Nachsorge eine
verbesserte Mutter-Kind-Interaktion aufwiesen. Die Kinder zeigten eine bessere
emotionale Regulation als Kinder ohne
Nachsorge. Die Paarbeziehung zeigte sich
weniger belastet. Die Kinder mussten seltener wieder stationär aufgenommen werden und benötigten weniger ambulante
Untersuchungen in der Klinik.
Die Schlussfolgerung ist, dass eine
schon früh im stationären Aufenthalt beginnende Begleitung und Nachsorge die
Familienbelastung reduziert und die Gesamtentwicklung der Kinder fördert. Mit den Erfahrungen, die wir in diesem
Jahr gesammelt haben, gilt für uns:
NACHSORGE IST DIE BESTE VORSORGE.
Dorothea Nagel-Liebert (links)
Kinderkrankenschwester, Elternberaterin
Christa Wetter-Wehnes (rechts)
Diplompädagogin, Casemanagerin
29
Medizin im Blick
FrühchenTreff am MhB
Was ist aus unseren „Sorgenkindern“ geworden?
Dorothea Nagel-Liebert
30
Medizin im Blick
Seit Januar 2009 zählt das Treffen der Frühchen zu einem festen
Bestandteil im Marienhospital Bottrop.
An jedem 3. Mittwoch im Monat findet unser Treffen von 15.00 Uhr bis 17.30
Uhr statt. Für das erste Treffen haben wir
noch alle Eltern mit ihren Kindern angeschrieben.
Die Resonanz auf diese Einladung
war überwältigend. Der große Raum in der
Elternschule reichte kaum aus, um Eltern,
Kinder, Geschwister und auch Großeltern
unterzubringen. Die Eltern präsentierten
stolz ihre ehemaligen zu früh geborenen
Kinder und freuten sich darauf, alte Bekannte wiederzusehen. Es gab viel zu erzählen, zu lachen, Erinnerungen an den
Krankenhausaufenthalt wurden wieder
aufgefrischt und Erfahrungen nach der
Entlassung ausgetauscht.
Die Eltern waren so beschäftigt, dass
sie kaum eine Tasse Kaffee trinken oder
ein Stück Kuchen essen konnten. Zwischendurch machten die Kinder selbst
auf ihre Bedürfnisse wie Essen und Trinken aufmerksam. Um es kurzzufassen,
es herrschte ein fröhliches, buntes und
manchmal auch lautes „Durcheinander“.
In regelmäßigen Abständen bieten wir neben Spiel und Spaß auch Informationen für
die Eltern an. Den Anfang machte die Frühförderung Bottrop. Frau Kittner stellte ihre
Einrichtung den interessierten Eltern vor.
Dr. Günther informierte, wie wichtig
Impfungen nicht nur für die Kinder, sondern auch für die Eltern sind.
Besondere Freude hatten Eltern und
Kinder, als Frau Kneip, unsere Physiotherapeutin, den Eltern praktische und spielerische Tipps zur Bewegung und Förderung
der Muskulatur gab.
Einige Geschwisterkinder bekamen nicht
genug davon und wären am liebsten gar
nicht nachhause gegangen.
Immer wieder kommt es zu einem
intensiven Erfahrungsaustausch der Mütter über Kinderärzte, Erkrankungen der
Kinder, Fortschritte in der Entwicklung,
Ernährung, Kindergärten und Kitas und
vieles andere mehr.
Alle Kinder fühlen sich sehr wohl bei
unserem Treff. Für sie ist es schon Gewohnheit geworden, an jedem 3. Mittwoch
im Marienhospital zu sein. Geschwisterkinder sind ebenfalls herzlich willkommen.
Für uns als medizinisches Personal ist
es besonders schön zu beobachten, wie
schnell die Kinder wachsen und gedeihen.
Innerhalb von 4 Wochen beobachtet man
einen enormen Entwicklungsschub. Frühchen, die bei den ersten Treffen noch im
Maxi Cosi transportiert wurden, konnten
am Anfang dieses Jahres krabbeln, sich
hochziehen und fast schon laufen.
Für uns als Personal ist es wichtig zu
erleben, was aus unseren „Sorgenkindern“
geworden ist. Wir stehen immer wieder
gerne noch mit Rat und Tat den Eltern zur
Seite. 31
EinBlick
erfahrungsbericht
Ein viel zu früher Start ins Leben - 31.10.2006
Ich suchte meinen Frauenarzt auf,
da mir seit mehreren Tagen der viel
zu hohe Blutdruck Sorgen machte.
Nach einer Dopplersonografie stand
schnell fest, dass mein Sohn aufgrund
einer Plazentainsuffizienz durch mich
nicht mehr ausreichend versorgt wurde.
Ich musste umgehend ins Krankenhaus.
So nahm nun eine
monatelange ZerreiSSprobe
ihren Lauf...
Im Marienhospital Bottrop angekommen, musste diese Untersuchung erneut durchgeführt werden, damit sich
die Ärzte hier vor Ort ein eigenes Bild
machen konnten.
Unsicherheit machte sich in mir breit,
denn ich wusste noch gar nicht so genau,
was eigentlich geschieht. Ich selbst konnte
den Bildschirm nicht sehen.
Es wurde unangenehm still im Raum.
Minuten kamen mir wie Stunden vor. Ich
hielt die Hand meines Lebensgefährten
so fest wie ich konnte.
Diese Stille wurde unterbrochen, als
die Worte des Chefarztes fielen: „Rausholen, er überlebt sonst nicht“.
Panik füllte den Raum und ich konnte
meine Tränen nicht mehr aufhalten. Dies
sollten nun die letzten Minuten sein, in
denen ich schwanger sein darf.
Was passierte hier?
Kann mein Sohn leben?
Er ist doch noch gar nicht „fertig“.
Absolut professionelles Personal schaffte
es mit gezielten Handgriffen und jeder
wusste, was zu tun ist, sodass mein Sohn
nach nur wenigen Minuten auf die Welt
geholt werden konnte.
32
Er lebt - und das in der nur 25. SSW.
Padrig wurde am 31.10.2006 um 16.37
Uhr mit 460g und 29 cm geboren.
Da lag er nun in seinem Inkubator. Sein
zierlicher Körper zugedeckt mit einem
Waschlappen, der seinen ganzen Körper
komplett bedeckte, an unzähligen Kabeln
angeschlossen und da er nicht alleine atmen konnte, wurde er künstlich beatmet.
Sein Gesicht war noch extrem unreif,
die Augen standen weit hervor und durch
seine noch so durchsichtige Haut erinnerte er eher an einen Vogel, der aus dem
Nest gefallen war. Ja, das trifft es genau,
denn auch Padrig war völlig unverschuldet
viel zu früh aus seinem Nest gefallen.
Er wurde ab der 1. Sekunde seines
Lebens dazu verdonnert, einen schweren
Überlebenskampf auf sich zu nehmen.
Meine ersten Worte an ihn waren,
dass er keine Angst zu haben braucht,
denn er ist nicht allein. „Mama ist da, diesen Weg gehen wir zusammen und wir
schaffen das hier gemeinsam.“
Niemals, aber auch wirklich niemals
hätte ich gedacht, dass dieser Weg fast
5 Monate Intensivstation bedeutet. Aber
vielleicht war es auch gut so, denn wo hätte ich die ganze Kraft hernehmen sollen?
Und so begann unser langer Weg auf der
Neugeborenenintensivstation K2.
Ich lebte natürlich nun nur noch von
Stunde zu Stunde und schaute nicht so
weit in die Zukunft. Es waren hunderttausend kleine Schritte, die wir im Laufe
der Zeit zu bewältigen bzw. zu meistern
hatten und nur durch die kleinen Erfolge,
konnte ich Kraft für die nächsten Herausforderungen schöpfen. Paddy hatte nur
eine 30%ige Überlebenschance und somit
waren in den ersten Wochen natürlich jede
Stunde, die er kämpfte und überlebte, das
Wichtigste für mich.
Ich wollte aber nicht nur stumm neben seinem Inkubator sitzen und für jede
Stunde beten. Das hätte mich wahrscheinlich selbst umgebracht oder mich an den
Rand des Wahnsinns getrieben.
Also kaufte ich einige Kinderbücher
und begann vom 1. Tag an, ihm daraus
vorzulesen - denn meine Angst war, er
könnte meine Stimme vergessen, nachdem er nicht mehr in meinem Bauch war
und wir durch diesen Inkubator getrennt
sind. Somit machte ich es mir zu meiner
Aufgabe, von morgens bis abends für meinen Sohn da zu sein, mit ihm gemeinsam
die kleinen schwierigen Schritte auf dem
Weg nachhause zu gehen.
EinBlick
K2 wurde somit zu meinem zweiten Zuhause. Paddys Monitor und ich wurden
eins, die Schwestern wurden zu Vertrauten und Seelsorgerinnen.
In der Zeit wurden sie zu den wichtigsten Menschen für mich, denn wer
sonst könnte auch nur halbwegs nachempfinden, was die Mutter eines Extremfrühchens durchmacht. Wer könnte besser die
Ängste und Sorgen verstehen, wer findet
tröstende Worte, wenn man mal am Ende
seiner Kraft ist. Wer könnte überhaupt
verstehen, welchen Spagat man als Mama
hinlegt, wenn man auf der einen Seite zu
100% von morgens bis abends für sein
Baby da sein will, weil man an die Kraft seines Kindes glaubt und diese unterstützt,
die Diagnose des Arztes auf der anderen
Seite aber so aussieht, dass es innerhalb
der nächsten Stunden versterben könnte.
Nein, man kann auch von niemandem, der das nicht miterlebt hat, verlangen, das zu verstehen.
Mir hätte es sehr, sehr gut getan,
mich mit Gleichgesinnten unterhalten zu
können. Mit Eltern zu reden, die verstehen, was einen bewegt und die einem in
schwierigen oder gar lebensbedrohlichen
Situationen hätten aufzeigen können, wie
es weitergehen kann.
Ja,… das hat mir wahnsinnig gefehlt, einfach jemanden zu haben, der alles nachfühlen kann. Einfach sich mal alles von
der Seele reden zu können und zu wissen,
dein Gegenüber hört nicht nur zu, weil du
alles loswerden musst, sondern weiß ganz
genau, wovon du gerade sprichst, was du
durchlebst und fühlst.
Es wäre um einiges einfacher gewesen, wenn man diese Unterstützung von
irgendwo her gehabt hätte.
Heute, 3 Jahre und 5 Monate später, bin
ich so endlos glücklich darüber, dass mein
kleiner großer Held seinen schweren Start
ins Leben so unbeschadet überstanden hat.
Klar, er unterscheidet sich dahingehend von Gleichaltrigen, dass er ihnen
körperlich unterlegen ist, aber das Wichtigste ist - er ist gesund!
Sein unermüdlicher Überlebenskampf zeigt mir täglich, was für eine
starke kleine Persönlichkeit er ist. Für alle Eltern, die unser Schicksal
teilen, soll unsere Geschichte
Ermutigung und Unterstützung
sein, herzlichst
Paddy und Sylke
33
EinBlick
Persönliches aus dem MHB
Abschied
Man muss aufhören können
zu fragen,
im Täglichen
wie im Ewigen.
Wir trauern um unsere Kollegin
Christine Bidinger
Sie starb am 30.12.2009 im Alter von 53 Jahren nach
einer langen schweren Krankheit. Sie arbeitete 18 Jahre
als Kinderkrankenschwester in unserer Kinderklinik.
Wir haben mit ihr eine engagierte, liebenswerte Mitarbeiterin verloren, die wir immer in guter Erinnerung
behalten werden.
Ihre besondere Herzlichkeit vermissen wir sehr.
Im Namen der Marienhospital Bottrop gGmbH
Dr. med. Ulrike Ellebrecht
Geschäftsführerin
34
Beate Schönhaus
Leitung Pflege
EinBlick
Herzlichen Glückwunsch zum dienstjubiläum
40 Jahre MHB
20 Jahre MHB
10 Jahre MHB
Sigrid Senftleben (Küche)
Hans Dieter Oberhag (OP)
Gabriela Zychma (2. Ebene)
Mariele Rüffer (5. Ebene)
Monika Linzner (Schreibbüro)
Frank Hoppe (Technik)
Dr. med. Tamim Lutfi (Colo Proktologie)
Gudrun Ceranna
(Proktologische Ambulanz)
Eva Maria Dommermuth
(Kinderintensivstation)
Heike Müller (5. Ebene)
Anja Rüenholl (Kinderintensivstation)
Anja Antonin (Orthopädische Ambulanz)
Gisela Darmas (5. Ebene)
Stephanie Tavornik (Labor)
Anja Luther (Kinderklinik Ambulanz)
Ramona Jungmichel (Kreissaal)
Jörg Eichermüller (2. Ebene)
Andrea Volkenandt (Kinderklinik)
Mareike Reiß (Herzkatheterlabor)
Ralf Ulbrich (Radiologie)
Andrea Koßmann (DRG Büro)
Ulrike Schäfer (Gynäkologie/Geburtshilfe)
Anja Rüdel (EDV)
Barbara Enxing (Labor)
Eva Maria Hoppe-Busch (5.Ebene)
Ina Ueberbach (Kinderintensivstation)
Erika Mühlhoff (4. Ebene)
Anja Bokelmann (4. Ebene)
Isabela Switalla (5. Ebene)
Silvia Jenderko (Zentrale Aufnahme)
Andrea Höffler (Kinderklinik)
Teresa Horzela (OP)
Yvonne Schneider (Kinderintensivstation)
Gabi Teikhoff (Kinderintensivstation)
Emmanuel Etoung (Colo Proktologie)
35 Jahre MHB
Ursula Weber (Radiologie)
Maria Stanjek (Kinderklinik)
Johannes Schwanewilm (Küche)
30 Jahre MHB
Ludger Gorniak (Zentrale Aufnahme)
Renate Darge (Labor)
Petra Indreczek (Sekretariat Kinderklinik)
25 Jahre MHB
Barbara Pogorzalek (4. Ebene)
Ulrike Breitgraf (Zentralsterilisation)
Frank Krüger (4. Ebene)
Martina Seyer (4. Ebene)
Gabriele Heinrich (Anästhesie Ambulanz)
Beate Melzner (Intensivstation)
Rainer Skudlarek (OP)
Gratulation zur
Veranstaltungskalender
Qualifizierung
2010 im MHB
Herr Emmanuel Etoung hat die Anerkennung zum Führen der Zusatzbezeichnung
„Proktologie“ erhalten.
Herr Shahram Mardani hat die Anerkennung zum Führen der Facharztbezeichnung „Orthopädie und Unfallchirurgie“
erhalten.
20.04.2010
Vernissage im Mediparc
22.04.2010
Darmkrebsvorsorge
27.04.2010
Neue Rechtslage zur
Patientenverfügung
11.06.2010
Gesundheitstag
für Mitarbeiter
29.08.2010
Kinderfest
in der Kinderklinik
23.09.2010
Geburtshilfe
sanft und sicher
35
EinBlick
Unser Frühjahrsrezept
Gefüllte „Frühlingspfannkuchen“ mit Radieschen (4 Pers.)
Für den Teig:
100 g Mehl
5 Eiern
200 ml Milch
Salz
1 Bund Schnittlauch
mit
und
zu einem glatten Teig rühren
mit
abschmecken
klein schneiden
und unter den Teig rühren
Für die Füllung:
Aus dem Teig 8 dünne Pfannkuchen backen. Jeden Pfannkuchen mit saurer Sahne oder Creme fraiche bestreichen.
In die Mitte ein Salatblatt legen. Auf den Salat die geschnittenen
Radieschen verteilen. Darauf je eine Scheibe Schinken legen.
Den Pfannkuchen aufrollen und mit frischem Kräuterpesto
servieren!
36
2-3 Bund Radieschen
waschen und in dünne
Scheiben schneiden
mit
Salz und
Pfeffer
würzen
8 Blätter Blattsalat
waschen
150 g Creme fraiche oder
150 g saure Sahne
mit
Salz und
Pfeffer
abschmecken
8 Scheiben kräftiger roher Schinken
EinBlick
Rätselecke
Die Regeln
Sudoku
Die Sudoku-Regeln sind denkbar einfach: In jeder waagerechten Zeile, in jeder
senkrechten Spalte und in jedem der neuen Zahlenblöcke dürfen die Ziffern
1 - 9 nur einmal vorkommen. Hierbei dürfen die bereits vorgegebenen Zahlen nicht
verändert werden. Viel Spaß beim Rätseln.
Leicht
Mittel
1 9 3
4
9
7
2
6
7
3 8 7
6 4
1
9 3 5
4
1
6
3
8
4
2
9
7
7 3
1
8
9
8 7
3
2 6
3
3
1
3 7
4 5 6
8
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Wir prämieren die ersten 10 Einsendungen mit
einem Babyschlafsack vom MHB (siehe Seite 16). Die
Gewinner werden im nächsten Blickpunkt veröffentlicht.
Wir freuen uns auf Ihre Einsendungen,
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Impressum
Herausgeber
Marienhospital Bottrop gGmbH
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Redaktionsteam
Beate Schönhaus
Kerstin Vogel
Yvonne Wisniewski
PD Dr. med. Ludger J. Ulbricht
Grafik, Layout, Cover
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Fotos
Bildarchiv Marienhospital Bottrop,
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