FARMORUBICIN ® 50 mg HL

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Gebrauchsinformation: Information für den Anwender
FARMORUBICIN® 50 mg HL
Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung
Epirubicinhydrochlorid
Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses Arzneimittels
beginnen, denn Sie enthält wichtig Informationen.
– Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.
– Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
– Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es kann anderen
Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.
– Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für
Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.
GENERATED TOC HEADING
1. Was ist Farmorubicin 50 mg HL und wofür wird es angewendet?
2. Was sollten Sie vor der Anwendung von Farmorubicin 50 mg HL beachten?
3. Wie ist Farmorubicin 50 mg HL anzuwenden?
4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?
5. Wie ist Farmorubicin 50 mg HL aufzubewahren?
6. Inhalt der Packung und weitere Informationen
1. Was ist Farmorubicin 50 mg HL und
wofür wird es angewendet?
Farmorubicin 50 mg HL ist ein zytostatisch wirksames
Antibiotikum der Anthrazyklin-Gruppe.
Farmorubicin 50 mg HL wird angewendet bei:
Mammakarzinom
Fortgeschrittenem Ovarialkarzinom
Kleinzelligem Bronchialkarzinom
Fortgeschrittenem Magenkarzinom
Fortgeschrittenem Weichteilsarkom
Anwendung in der Harnblase: Vorbeugung des Wiederauftretens (adjuvante Therapie und Rezidivprophylaxe)
oberflächlicher Harnblasenkarzinome (Ta, T1) nach
operativer Entfernung des Tumors durch die Harnröhre
(transurethrale Resektion).
2. Was sollten Sie vor der Anwendung von
Farmorubicin 50 mg HL beachten?
Farmorubicin 50 mg HL darf nicht angewendet
werden,
– wenn Sie allergisch gegen Epirubicinhydrochlorid,
Methyl4hydroxybenzoat (Ph.Eur.) oder einen der in
Abschnitt 6 genannten sonstigen Bestandteile dieses
Arzneimittels oder anderen Anthrazyklinen oder Anthracendionen sind,
Stand: 04.05.2016
– wenn Sie an ausgeprägter Knochenmarkdepression
(z. B. nach erfolgter Vorbehandlung mit Chemo- und/
oder Strahlentherapie) leiden,
– wenn bei Ihnen ausgeprägte Entzündungen der
Schleimhäute im Mund- und/ oder Magen-DarmBereich vorliegen,
– wenn Sie an akuten systemischen Infektionen erkrankt
sind,
– wenn bei Ihnen eine ausgeprägte Beeinträchtigung der
Leberfunktion vorliegt,
– wenn bei Ihnen eine Herzmuskelschwäche (muskuläre
Herzinsuffizienz) Grad IV (Ruheinsuffizienz) festgestellt wurde,
– wenn Sie einen akuten Herzinfarkt haben oder einen
Herzinfarkt hatten, der zur Herzmuskelschwäche
(muskulären Herzinsuffizienz) Grad III und IV geführt
hat,
– wenn bei Ihnen Herzmuskelerkrankungen (Kardiomyopathie) bestehen,
– wenn bei Ihnen akute entzündliche Herzerkrankungen
vorliegen,
– wenn Sie eine instabile Angina pectoris haben,
– wenn bei Ihnen ausgeprägte Rhythmusstörungen mit
schwerwiegenden Auswirkungen auf Herz-KreislaufFunktionen (Hämodynamik), auch in der Vorgeschichte bestehen,
– wenn Sie in der vorausgegangenen Behandlung mit
Epirubicin, anderen Anthrazyklinen oder Anthracen-
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FARMORUBICIN® 50 mg HL
dionen bis zur maximalen Kumulativdosis behandelt
wurden,
– wenn Sie stillen.
Zur Instillation in die Harnblase darf Farmorubicin 50 mg
HL nicht angewendet werden, wenn bei Ihnen
– ein Harnwegsinfekt,
– eine Blasenentzündung,
– großes Restharnvolumen,
– eine Schrumpfblase,
– invasive Tumoren der Blasenwand,
– Probleme bei der Katheterisierung,
– Blut im Urin vorliegt.
Farmorubicin 50 mg HL darf nicht oral, subkutan, intramuskulär oder intrathekal verabreicht werden.
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen
Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bevor
Sie Farmorubicin 50 mg HL anwenden.
Während die Behandlung mit hohen Epirubicin-Dosen (z.
B. ≥ 90 mg/m2 alle 3 bis 4 Wochen) generell zu ähnlichen
Nebenwirkungen wie bei den Standarddosen (z. B.
< 90 mg/m2 alle 3 bis 4 Wochen) führt, können die
Ausprägungen einer Neutropenie und Stomatitis/ Mukositis hierbei verstärkt sein. Die Therapie mit hohen Dosen
von Epirubicin erfordert daher eine besondere Kontrolle
im Hinblick auf mögliche klinische Komplikationen einer
ausgeprägten Myelosuppression.
Herzfunktion
Kardiotoxizität stellt ein Risiko der Behandlung mit Anthrazyklinen dar. Diese kann sich in frühen (z. B. akuten)
oder späten (z. B. verzögerten) Ereignissen manifestieren.
Frühe Ereignisse (Soforttyp): Frühe kardiotoxische
Ereignisse von Epirubicin sind hauptsächlich Sinustachykardie und/ oder EKG-Veränderungen wie z. B.
unspezifische STStreckenVeränderungen. Weiterhin
wurden Tachyarrhythmien (einschließlich vorzeitige
ventrikuläre Kontraktionen, ventrikuläre Tachykardie und
Bradykardie) sowie atrioventrikulärer- und Schenkelblock
beobachtet. Diese Erscheinungen führen nicht notwendigerweise zur Entwicklung einer verzögerten Kardiotoxizität, sie sind selten klinisch relevant und üblicherweise
kein Grund, einen Abbruch der Epirubicin-Therapie zu
erwägen.
Späte Ereignisse (Spättyp): Verzögerte kardiotoxische
Ereignisse entwickeln sich üblicherweise später im Laufe
der Behandlung mit Epirubicin oder innerhalb von 2 bis 3
Monaten nach Beendigung der Therapie. Es wurden
jedoch auch schon spätere Ereignisse (mehrere Monate
bis Jahre nach Therapieende) berichtet. Eine verzögerte
Kardiomyopathie manifestiert sich in Form einer verminderten linksventrikulären Auswurffraktion (LVEF) und/
oder als Symptome einer dekompensierten Herzinsuffizienz wie beispielsweise Dyspnoe, Lungenödem, Ödeme
der Extremitäten, Kardiomegalie und Hepatomegalie,
Oligurie, Aszites, Pleuraerguss und Galopprhythmus.
Eine lebensbedrohliche dekompensierte Herzinsuffizienz
Stand: 04.05.2016
ist die schwerste Form einer durch Anthrazykline ausgelösten Kardiomyopathie und repräsentiert die dosislimitierende, kumulative Toxizität des Arzneimittels.
Das Risiko einer dekompensierten Herzinsuffizienz
nimmt mit einer kumulativen EpirubicinGesamtdosis über
900 mg/m2 rapide zu. Diese Gesamtdosis sollte nur unter
größter Vorsicht überschritten werden.
Die Herzfunktion muss vor Therapiebeginn, während und
nach Beendigung der Therapie überwacht werden (EKG,
Radionukleidangiographie oder Echokardiographie [zur
Bestimmung der LVEF]), um das Risiko schwerer kardialer Störungen zu verringern. Dies gilt besonders für
Patienten mit Risikofaktoren für eine erhöhte Toxizität
oder bei erhöhten kumulativen Anthrazyklin-Dosen.
Durch regelmäßige Kontrolle der LVEF und einen sofortigen Abbruch der Therapie mit Epirubicin beim Auftreten
erster Zeichen einer gestörten Organfunktion kann das
Risiko kardialer Störungen vermindert werden.
Im Hinblick auf das Risiko einer Kardiomyopathie sollte
eine kumulative Epirubicin-Gesamtdosis von 900 mg/m2
nur unter größter Vorsicht überschritten werden.
Aktive oder stumme Herz-Kreislauf-Erkrankungen,
geplante oder momentan laufende Bestrahlungen im
Bereich des Mediastinums oder Perikards, vorangegangene Therapien mit anderen Anthrazyklinen oder Anthracendionen, die gleichzeitige Behandlung mit Arzneimitteln, die die kardiale Kontraktibilität verringern können,
oder mit kardiotoxischen Substanzen (z. B. Trastuzumab)
stellen Risikofaktoren für eine Kardiotoxizität dar. Abhängig vom Vorhandensein dieser Risikofaktoren kann die
Kardiotoxizität von Epirubicin auch schon bei niedrigeren
kumulativen Gesamtdosen auftreten.
Bei Patienten, die Trastuzumab als Monotherapie oder in
Kombination mit Anthrazyklinen wie Epirubicin erhielten,
wurde eine Herzinsuffizienz (New York Heart Association
[NYHA]-Klassen II–IV) beobachtet. Der Schweregrad der
Herzinsuffizienz, die mit dem Versterben der Patienten
assoziiert wurde, reichte von mäßig bis schwer.
Trastuzumab und Anthrazykline wie Epirubicin dürfen
derzeit nur im Rahmen einer streng kontrollierten klinischen Studie mit kardiologischer Überwachung kombiniert gegeben werden. Wenn Sie zuvor Anthrazykline
erhielten, besteht bei einer Trastuzumab-Behandlung
ebenfalls das Risiko einer Kardiotoxizität, das jedoch
geringer ist als bei einer gleichzeitigen Gabe von Trastuzumab und Anthrazyklinen.
Die berichtete Halbwertzeit von Trastuzumab beträgt
etwa 28-38 Tage. Trastuzumab kann sich bis zu 27
Wochen nach dem Absetzen in Ihrem Blutkreislauf befinden. Wenn Sie nach dem Absetzen von Trastuzumab
Anthrazykline wie Epirubicin erhalten, besteht daher u. U.
ein erhöhtes Risiko einer Kardiotoxizität. Ärzte sollten
daher eine Anthrazyklin-basierte Behandlung bis zu 27
Wochen nach dem Absetzen von Trastuzumab vermeiden, sofern dies möglich ist. Während einer Behandlung
mit Anthrazyklinen wie Epirubicin muss Ihre Herzfunktion
streng überwacht werden.
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Wenn sich während einer Trastuzumab-Behandlung,
die sich an eine Epirubicin-Behandlung anschließt,
eine symptomatische Herzinsuffizienz entwickelt, so
sollte diese mit den Standardmedikamenten behandelt werden.
Die Toxizität von Epirubicin und anderen Anthrazyklinen
oder Anthracendionen ist wahrscheinlich additiv.
Hämatologische Toxizität
Wie andere zytotoxische Substanzen, so kann auch
Epirubicin zu einer Myelosuppression führen. Kontrollen
des Blutbilds (insbesondere Leukozyten, Thrombozyten,
Erythrozyten) sind vor und während jedes Behandlungszyklus erforderlich. Eine dosisabhängige, reversible
Leukopenie und/ oder Granulozytopenie (Neutropenie) ist
die überwiegende Manifestation der hämatologischen
Toxizität von Epirubicin und die häufigste akute dosislimitierende Toxizität dieses Arzneimittels. Leukopenie und
Neutropenie sind üblicherweise schwerer bei HochdosisSchemata und erreichen den Nadir in den meisten Fällen
zwischen dem 10. und 14. Tag nach Verabreichung des
Arzneimittels. Dies ist normalerweise vorübergehend,
wobei das weiße Blutbild/ die Neutrophilenzahl in den
meisten Fällen bis zum 21. Tag auf normale Werte
zurückgeht. Thrombopenie und Anämie können ebenfalls
auftreten. Klinische Folgen einer schweren Myelosuppression schließen Fieber, Infektionen, Sepsis/ Septikämie, septischen Schock, Hämorrhagie, Gewebehypoxie
oder Tod ein.
Sekundäre Leukämie
Bei Patienten, die mit Anthrazyklinen einschließlich
Epirubicin behandelt wurden, wurden sekundäre Leukämien mit oder ohne präleukämischer Phase berichtet. Zu
sekundären Leukämien kommt es häufiger, wenn diese
Substanzen zusammen mit DNA-schädigenden antineoplastischen Wirkstoffen oder mit einer Bestrahlung
eingesetzt werden, bei Patienten, die mit hohen Dosen
Zytostatika vorbehandelt sind oder wenn die Dosis des
Anthrazyklins erhöht wurde. Diese Leukämien haben eine
Latenzzeit von 1 bis 3 Jahren.
Gastrointestinaltrakt
Epirubicin führt zu Erbrechen. Mukositis/ Stomatitis treten
bald nach der Applikation auf und können sich, wenn sie
schwer verlaufen, innerhalb von wenigen Tagen zu
Schleimhautulzera entwickeln. Die meisten Patienten
erholen sich bis zur 3. Therapiewoche von dieser
Nebenwirkung.
Leberfunktion
Epirubicin wird größtenteils über das hepatobiliäre
System eliminiert. Vor und während der Behandlung mit
Epirubicin sollten Gesamtbilirubin und die AST-Spiegel
kontrolliert werden. Bei Patienten mit erhöhten Bilirubinoder AST-Werten kann die Clearance verzögert sein, mit
der Konsequenz einer erhöhten Gesamttoxizität. Bei
diesen Patienten werden niedrigere Dosierungen
Stand: 04.05.2016
empfohlen. Patienten mit stark eingeschränkter Leberfunktion sollten Epirubicin nicht erhalten.
Nierenfunktion
Vor und während der Behandlung mit Epirubicin sollte das
Serumkreatinin kontrolliert werden. Bei Patienten mit
einem Serumkreatinin > 5 mg/dl muss eine Dosisanpassung vorgenommen werden.
Auswirkungen an der Injektionsstelle
Zu einer Phlebosklerose (venösen Sklerose) kann es
durch eine Injektion in ein kleines Gefäß oder durch
wiederholte Injektionen in dieselbe Vene kommen. Durch
genaues Befolgen der empfohlenen Anwendungshinweise kann das Risiko einer Phlebitis/ Thrombophlebitis
an der Injektionsstelle vermindert werden.
Extravasation
Eine Extravasation von Epirubicin während der intravenösen Gabe kann zu lokalen Schmerzen, schweren
Gewebeschäden (Vesikation, schwere Cellulitis) und
Nekrosen führen. Sollten bei der intravenösen Gabe von
Epirubicin Symptome einer Extravasation auftreten, muss
die Infusion sofort abgebrochen werden. Die Nebenwirkung einer Extravasation von Anthrazyklinen kann durch
die umgehende Einleitung einer gezielten Behandlung mit
z. B. Dexrazoxan (Hinweise zum Gebrauch siehe
entsprechende Fachinformationen) vermieden oder
verringert werden. Die Schmerzen des Patienten können
durch Kühlung des betroffenen Hautareals mit Hyaluronsäure und DMSO vermindert werden. Anschließend sollte
der Patient noch engmaschig überwacht werden, da
Nekrosen auch noch nach mehreren Wochen auftreten
können.
Beim Auftreten einer Extravasation sollte wegen einer
möglichen Exzision ein plastischer Chirurg herangezogen
werden.
Sonstiges
Thrombophlebitis und thromboembolische Erscheinungen einschließlich Lungenembolie (in einigen Fällen mit
tödlichem Verlauf) wurden, wie auch bei anderen zytotoxischen Substanzen, unter der Therapie mit Epirubicin
berichtet.
Tumorlyse-Syndrom
Wegen des extensiven Purinkatabolismus bei schneller,
arzneimittelinduzierter Lyse neoplastischer Zellen
(Tumorlyse-Syndrom) kann es unter Epirubicin zu einer
Hyperurikämie kommen. Nach Beginn der Behandlung
sollten die Harnsäure-, Kalium-, Calciumphosphat- und
Kreatininwerte überprüft werden. Hydratation, Alkalisierung des Urins und prophylaktische Gabe von Allopurinol
zur Vermeidung einer Hyperurikämie können das Risiko
potenzieller Komplikationen des Tumorlyse-Syndroms
senken.
Immunsuppressive Effekte/ erhöhte Infektanfälligkeit
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FARMORUBICIN® 50 mg HL
Die Verabreichung von Lebendimpfstoff oder attenuiertem Lebendimpfstoff an Patienten, die durch Chemotherapeutika, einschließlich Epirubicin, immunsupprimiert
sind, kann zu schweren oder tödlich verlaufenden Infektionen führen. Eine Impfung mit Lebendimpfstoff sollte
während der Behandlung mit Epirubicin vermieden
werden. Totimpfstoffe oder inaktivierte Impfstoffe können
verwendet werden, jedoch kann die Immunantwort auf
solche Impfstoffe vermindert sein.
Geschlechtsorgane
Epirubicin kann genotoxisch sein. Männer und Frauen
sollten unter der Behandlung mit Epirubicin einen wirksamen Empfängnisschutz betreiben. Nach Beendigung
der Therapie sollte bei Patienten mit Kinderwunsch
gegebenenfalls und soweit verfügbar eine genetische
Beratung erfolgen.
Chemische Unverträglichkeiten (Inkompatibilitäten)
Wegen chemischer Unverträglichkeit sollte Farmorubicin
50 mg HL nicht mit Heparin gemischt werden. Wenn
Farmorubicin 50 mg HL in Kombination mit anderen
Zytostatika verabreicht wird, sollte keine direkte Mischung
erfolgen.
Ebenso sollte Farmorubicin 50 mg HL nicht mit einer
alkalischen Lösung zusammengebracht werden (Hydrolyse).
Anwendung von Farmorubicin 50 mg HL zusammen
mit anderen Arzneimitteln
Da Epirubicin meist als Teil einer Kombinationstherapie
mit anderen Zytostatika verwendet wird, kann sich die
Gesamttoxizität, insbesondere hinsichtlich der Knochenmarkschädigung und der Schädigung des Magen-DarmTrakts, verstärken.
Die gleichzeitige Anwendung von Epirubicin und anderen
kardiotoxischen Substanzen (z. B. 5Fluorouracil, Cyclophosphamid, Cisplatin, Taxane) oder einer Strahlentherapie des Mediastinums verstärken die Kardiotoxizität von
Epirubicin. Daher ist hier, sowie bei gleichzeitiger
Anwendung von anderen kardioaktiven Substanzen (z. B.
Calciumantagonisten), eine besonders sorgfältige Überwachung der Herzfunktion während der gesamten
Therapie erforderlich.
Auch Patienten, die erst nach Beendigung einer Therapie
mit anderen kardiotoxischen Substanzen, speziell
solchen mit einer langen Halbwertszeit (z. B. Trastuzumab), Anthrazykline erhalten, können einem erhöhten
Risiko für kardiotoxische Erscheinungen unterliegen. Die
Halbwertszeit von Trastuzumab beträgt etwa 28-38 Tage
und die Substanz kann bis zu 27 Wochen im Körper
verbleiben. Daher sollte eine Anthrazyklin-Therapie wenn
möglich bis zu 27 Wochen nach dem Absetzen von
Trastuzumab vermieden werden. Wenn Anthrazykline vor
diesem Zeitpunkt angewendet werden, wird eine engmaschige Kontrolle der Herzfunktion empfohlen.
Bei einer (Vor-)Behandlung mit Medikamenten, welche
die Knochenmarkfunktion beeinflussen (z. B. Zytostatika,
Stand: 04.05.2016
Sulfonamide, Chloramphenicol, Diphenylhydantoin,
Amidopyrin-Derivate, antiretrovirale Arzneimittel), ist die
Möglichkeit einer ausgeprägten Störung der Hämatopoese zu beachten. Die Dosierung von Epirubicin ist
gegebenenfalls zu modifizieren. Bei Kombination mit
anderen Zytostatika (z. B. Cytarabin, Cisplatin, Cyclophosphamid) können die toxischen Wirkungen der
Epirubicin-Therapie verstärkt sein.
Epirubicin wird hauptsächlich in der Leber metabolisiert;
jede Begleitmedikation, die die Leberfunktion beeinflusst,
kann auch die Verstoffwechselung oder die Pharmakokinetik von Epirubicin und infolgedessen Wirksamkeit und/
oder Toxizität beeinflussen. Die Kombination von Epirubicin mit potenziell hepatotoxischen Arzneimitteln kann
bei Beeinträchtigung des hepatischen Metabolismus und/
oder der biliären Ausscheidung von Epirubicin zu einer
Erhöhung der Toxizität der Substanz führen. Dies kann zu
einer Verstärkung der Nebenwirkungen führen.
Bei gleichzeitiger Anwendung anderer Zytostatika erhöht
sich das Risiko für das Auftreten gastrointestinaler
Nebenwirkungen.
Arzneimittel, die zu einer Verzögerung der Harnsäureausscheidung führen (z. B. Sulfonamide, bestimmte
Diuretika), können bei gleichzeitiger Anwendung von
Epirubicin zu einer verstärkten Hyperurikämie führen.
Epirubicin bindet an Heparin; es kann zu Ausfällungen
und Wirkungsverlust beider Wirkstoffe kommen.
Die gleichzeitige Anwendung von Verapamil vermindert
die systemische Verfügbarkeit von Epirubicin durch eine
Erhöhung der Clearance. Dadurch kommt es zu einer
erhöhten systemischen Verfügbarkeit der EpirubicinMetaboliten. Dexverapamil kann die Pharmakokinetik von
Epirubicin verändern und dessen knochenmarksuppressiven Effekt eventuell verstärken.
Cimetidin erhöht die AUC („Area under the curve“) von
Epirubicin um 50 %. Aus diesem Grund sollte eine
Behandlung mit Cimetidin bei Behandlung mit Epirubicinhydrochlorid unterbrochen werden.
Wird Paclitaxel vor der Gabe von Epirubicin verabreicht,
kann dies erhöhte Plasmakonzentrationen von unverändertem Epirubicin und dessen Metaboliten hervorrufen.
Die Metaboliten sind jedoch weder toxisch noch pharmakologisch aktiv. Die gleichzeitige Gabe von Paclitaxel oder
Docetaxel beeinflusste die Pharmakokinetik von Epirubicin nicht, wenn das Taxan nach dem Anthrazyklin verabreicht wurde.
Diese Kombination kann angewendet werden, wenn die
beiden Wirkstoffe zeitlich versetzt (mindestens
24 Stunden) verabreicht werden.
Patienten, die Epirubicin erhalten, sollten nicht mit einem
Lebendimpfstoff geimpft werden. Abgetötete oder inaktivierte Vakzine können verabreicht werden – der Impferfolg kann jedoch verringert sein.
Eine Studie zeigte, dass Docetaxel die Plasmakonzentrationen der Metaboliten von Epirubicin erhöhen kann,
wenn es unmittelbar nach Epirubicin verabreicht wird.
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Gebrauchsinformation: Information für den Anwender
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Chinin kann die initiale Verteilung des Epirubicin vom Blut
in das Körpergewebe beschleunigen und die Verteilung
von Epirubicin auf die roten Blutkörperchen beeinflussen.
Durch die gleichzeitige Gabe von Interferon-alpha-2b
kann es sowohl zu einer Verringerung der terminalen
Halbwertszeit als auch der Gesamtclearance von Epirubicin kommen.
Wenn Sie ein Anthrazyklin in Kombination mit Dexrazoxan erhalten, kann es häufiger zu einer Knochenmarkdepression kommen.
Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie
andere Arzneimittel einnehmen/ anwenden bzw. vor
Kurzem eingenommen/ angewendet haben, auch wenn
es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel
handelt.
Schwangerschaft, Stillzeit und Zeugungs-/
Gebärfähigkeit
Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie
vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen,
schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung
dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.
Farmorubicin 50 mg HL kann Missbildungen beim Kind
verursachen, wenn es während der Schwangerschaft
angewendet wird. Es ist sehr wichtig, dass Sie Ihrem Arzt
mitteilen, wenn Sie schwanger sind oder während der
Behandlung schwanger werden. Sie dürfen Farmorubicin
50 mg HL während einer Schwangerschaft nicht anwenden, es sei denn, Ihr Arzt hat dies ausdrücklich angeordnet.
Wenn Sie oder Ihr Partner mit Farmorubicin 50 mg HL
behandelt werden, muss während der Behandlung und für
6 Monate nach deren Ende eine wirksame Verhütungsmethode angewendet werden. Tritt während der
Behandlung eine Schwangerschaft ein, wird eine genetische Beratung empfohlen.
Die Behandlung mit Farmorubicin 50 mg HL kann
Unfruchtbarkeit verursachen. Männliche Patienten sollten
daher vor der Behandlung mit Farmorubicin 50 mg HL
eine Konservierung von Sperma in Betracht ziehen.
Farmorubicin 50 mg HL kann einem gestillten Kind schaden, daher muss das Stillen vor Beginn einer Behandlung
mit Farmorubicin 50 mg HL beendet werden.
Bei Frauen vor den Wechseljahren kann Epirubicin
Amenorrhö und eine vorzeitige Menopause verursachen.
Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen
von Maschinen
Epirubicin kann Episoden von Übelkeit und Erbrechen
verursachen, die vorübergehend die Fähigkeit, Auto zu
fahren und Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen
können.
Wichtige Informationen über bestimmte sonstige
Bestandteile von Farmorubicin 50 mg HL
Aufgrund des Gehaltes an Methyl-4-hydroxybenzoat (Ph.
Eur.) kann bei Anwendung dieses Arzneimittels Urtikaria
(Nesselsucht) auftreten. Möglich sind auch Spätreaktio-
Stand: 04.05.2016
nen wie Kontaktdermatitis. Selten sind Sofortreaktionen
mit Urtikaria und Bronchospasmus (Bronchialkrampf).
3. Wie ist Farmorubicin 50 mg HL anzuwenden?
Wenden Sie dieses Arzneimittel immer genau nach
Absprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker an. Fragen Sie
bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht
sicher sind.
Die Behandlung sollte nur von Ärzten, die in der Tumorbehandlung erfahren sind, in einer Klinik oder in Zusammenarbeit mit einer Klinik erfolgen. Insbesondere die
dosisintensivierte Behandlung erfordert eine engmaschige Überwachung der Patienten wegen möglicher
Komplikationen aufgrund der starken Knochenmarkdepression. Die Anwendung ist streng nach Vorschrift
durchzuführen.
Es gelten folgende Empfehlungen:
1.Konventionelle Dosierung
Intervalltherapie mit 75 bis 90 mg Epirubicinhydrochlorid/
m² Körperoberfläche als Einzeldosis jede 3. Woche
2.Polychemotherapie
Wenn Farmorubicin 50 mg HL in Kombinationsschemata
mit anderen Zytostatika angewandt wird, sollte die Dosis
der Toxizität der anderen Zytostatika angepasst werden.
Eine Dosisreduktion (60 bis 75 mg/m² bzw. 105 bis
120 mg/m² bei dosisintensivierten Schemata) oder
längere Intervalle zwischen den Behandlungszyklen
können notwendig sein bei der Therapie von sehr alten
Patienten, bei Patienten mit neoplastischer Knochenmarkinfiltration sowie bei Patienten, deren Knochenmarkfunktion durch vorangegangene Chemo- oder
Strahlentherapie bereits geschädigt wurde.
Außerdem kann bei palliativem Behandlungskonzept zur
Verringerung der Nebenwirkungen oder bei Patienten, bei
denen Epirubicinhydrochlorid aus medizinischen Gründen nicht in der oben genannten Dosierung verabreicht
werden kann, folgende Dosierung angewendet werden:
– wöchentliche Verabreichung von 20 bis 30 mg/m²
Körperoberfläche
3.1 Dosisintensivierte Behandlung von fortgeschrittenen
kleinzelligen Bronchialkarzinomen
Intervalltherapie mit 120 mg Epirubicinhydrochlorid/
m² Körperoberfläche als Einzeldosis jede 3. Woche
Besonderer Hinweis
Bei Patienten, deren Knochenmarkfunktion bereits durch
vorhergehende Chemotherapie oder Bestrahlung bzw.
durch Infiltration von Tumorzellen geschädigt ist, wird eine
Dosisreduzierung auf 105 mg Epirubicinhydrochlorid/m²
Körperoberfläche empfohlen.
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Gebrauchsinformation: Information für den Anwender
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3.2 Dosisintensivierte Behandlung beim
Mammakarzinom (gilt nicht als Standardtherapie) zur
– Behandlung des fortgeschrittenen Mammakarzinoms:
135 mg Epirubicinhydrochlorid/m² Körperoberfläche in
der Monotherapie bzw. 120 mg/m² Körperoberfläche in
der Kombinationstherapie alle 3 bis 4 Wochen
– adjuvanten Therapie bei Patientinnen mit Mammakarzinom im Frühstadium und positivem Lymphknotenstatus:
100 bis 120 mg Epirubicinhydrochlorid/m² Körperoberfläche alle 3 bis 4 Wochen
Sowohl in der adjuvanten Therapie als auch in der
Therapie des metastasierten Mammakarzinoms sollten
bei der Patientin verstärkt die hämatologischen und
kardiologischen Parameter sowie auch die wichtigen
Organfunktionen überwacht werden.
Eine sorgfältige hämatologische Kontrolle ist notwendig,
da eine Knochenmarkdepression bei dosisintensivierter
Behandlung häufig auftritt. Eine schwere Neutropenie
(neutrophile Granulozyten unter 500/µl über maximal 7
Tage) wurde meist nur während 10 bis 14 Tagen nach
Beginn der Behandlung beobachtet und ist vorübergehend. Im Allgemeinen hat sich das Knochenmark bis zum
21. Tag wieder erholt. Aufgrund dieser kurzen Dauer
bedürfen üblicherweise nur wenige Patienten der
Aufnahme in eine Klinik oder besonderer Maßnahmen zur
Behandlung schwerer Infektionen.
Eine Thrombozytopenie (Plättchenzahl unter 100.000/µl)
tritt nur bei wenigen Patienten auf und ist selten schwer.
4.Rezidivprophylaxe (adjuvante Therapie) des
oberflächlichen Harnblasenkarzinoms
Die Instillationstherapie sollte 7 bis 10 Tage nach operativer Entfernung des Tumors durch die Harnröhre (transurethrale Resektion) begonnen werden.
Dosierung: 50 mg Epirubicinhydrochlorid (entspr. 25 ml
rekonstituierter Lösung Farmorubicin HL). Der Katheter
wird mit 5 ml physiologischer Kochsalzlösung nachgespült. Wenn eine weitere Verdünnung erforderlich ist,
sollte die Epirubicin-Konzentration im Instillationsmedium
1,0 mg/ml nicht unterschreiten.
Folgendes Schema hat sich bewährt:
12 Instillationen in folgenden Abständen:
– 3 Instillationen im Abstand von 1 Woche
– 6 Instillationen im Abstand von 2 Wochen
– 3 Instillationen im Abstand von 4 Wochen.
Die Gesamtdauer der Therapie ist 28 Wochen.
Weitere Dosierungsschemata sind in der Literatur
beschrieben.
Beurteilung der Leberfunktion
Epirubicin wird vorwiegend über Galle und Leber ausgeschieden. Bei beeinträchtigter Leberfunktion oder
Gallenabflussstörungen kann eine verzögerte Ausscheidung des Arzneimittels auftreten, wobei sich die
Gesamttoxizität erhöht. Daher sollte die Leberfunktion
(Bilirubin, SGOT, SGPT, alkalische Phosphatase) vor der
Behandlung mit Epirubicin überprüft und bei Patienten mit
Stand: 04.05.2016
beeinträchtigter Leberfunktion die Dosis erniedrigt
werden. Empfehlungen für die Dosisverringerung bei
beeinträchtigter Leberfunktion richten sich nach den
Plasmabilirubinspiegeln:
Bilirubin
1,2 bis 3,0 mg/100 ml
3,1 bis 5,0 mg/100 ml
Dosisreduktion um
50 %
75 %
Beurteilung der Nierenfunktion
Aufgrund der nicht ausreichenden klinischen Datenlage
kann keine Dosierungsempfehlung für Patienten mit
eingeschränkter Nierenfunktion gegeben werden.
Im Falle einer sehr schweren Niereninsuffizienz (glomeruläre Filtrationsrate < 10 ml/min oder Serumkreatinin
> 5 mg/dl) kann im Einzelfall eine initiale Dosissenkung
auf 75 % erwogen werden.
Vor der Behandlung mit Epirubicin sollten Laborwerte
sowie die Herzfunktion sorgfältig untersucht werden;
während eines jeden Behandlungszyklus sind die
Patienten sorgfältig und regelmäßig zu kontrollieren.
Art der Anwendung
Vor der Anwendung ist die rekonstituierte Injektionslösung auf Partikelfreiheit zu überprüfen. Injektionslösungen, die Partikel aufweisen, dürfen nicht verwendet
werden und sind entsprechend den Entsorgungsvorschriften für Zytostatika zu entsorgen.
Hinweise zum Gebrauch und zur Handhabung
Zur Rekonstitution kann das Pulver zur Herstellung einer
Injektionslösung mit 25 ml isotonischer (0,9%iger) Kochsalzlösung gelöst werden. Die Lösung ist rot gefärbt. Bei
Rekonstitution unter aseptischen Bedingungen kann die
gebrauchsfertige Lösung vor direktem Licht geschützt
über einen Zeitraum von 24 Stunden bei Raumtemperatur (20 °C bis 25 °C) bzw. 48 Stunden bei Kühlschranktemperatur (2 °C bis 8 °C) aufbewahrt werden. Aus
mikrobiologischer Sicht sollte die gebrauchsfertige Zubereitung sofort verwendet werden. Wenn die gebrauchsfertige Zubereitung nicht sofort verwendet wird, ist der
Anwender für die Dauer und die Bedingungen der Aufbewahrung verantwortlich. Sofern die Herstellung der
gebrauchsfertigen Zubereitung nicht unter kontrollierten
und validierten aseptischen Bedingungen erfolgt, ist diese
nicht länger als 24 Stunden bei 2 °C bis 8 °C aufzubewahren.
Das Lösungsmittel wird der Durchstechflasche mit
Trockensubstanz hinzugefügt, wobei diese mit der roten
Lösung ständig geschwenkt wird.
Farmorubicin 50 mg HL Durchstechflaschen sind keine
Infusionsflaschen. Der gelöste Inhalt muss mit steriler
Spritze und Nadel entnommen werden.
Beim Umgang mit Farmorubicin 50 mg HL muss Schutzkleidung getragen werden. Wenn Farmorubicin 50 mg HL
mit der Haut oder Schleimhaut in Berührung kommt, ist
sorgfältiges Waschen mit Wasser und Seife zu empfehlen.
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Gebrauchsinformation: Information für den Anwender
FARMORUBICIN® 50 mg HL
Eine Handbürste sollte allerdings nicht verwendet
werden, um die Haut nicht zusätzlich mechanisch zu
schädigen.
Bei Kontakt mit Haut oder Augen sollte sofort sorgfältig mit
Wasser oder mit Wasser und Seife oder mit Natriumbicarbonat-Lösung gespült und ein Arzt aufgesucht werden.
Die Empfehlungen „Sichere Handhabung von Zytostatika“ des Merkblattes M 620 der Berufsgenossenschaft für
Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege sollten beachtet
werden.
Intravenöse Applikation
Farmorubicin 50 mg HL wird intravenös appliziert.
Eine versehentliche intraarterielle oder eine paravenöse
Applikation von Farmorubicin 50 mg HL muss bei der
systemischen Verabreichung unbedingt ausgeschlossen
werden.
Farmorubicin 50 mg HL darf nicht oral, subkutan, intramuskulär oder intrathekal verabreicht werden!
Da paravasale Injektionen von Epirubicin schwerwiegende Gewebeschädigungen und auch Nekrosen verursachen können, wird empfohlen, das Arzneimittel bevorzugt in den Schlauch einer laufenden i.v.-Infusion mit
0,9%iger Natriumchlorid-Lösung zu geben. Zur Überprüfung der korrekten Lage der Infusionsnadel werden zuvor
einige ml einer Infusionslösung (z. B. 0,9%ige NaClLösung) verabreicht. Die Gesamtmenge von Farmorubicin 50 mg HL wird innerhalb von 10 bis 15 Minuten i.v.
verabreicht. Venensklerosierungen können durch Injektion in zu kleine Venen oder wiederholte Injektionen in
dieselbe Vene verursacht werden. Nach erfolgter Verabreichung wird die Vene mit dem Rest der Infusionslösung
gespült.
Instillation in die Blase
Das Instillat sollte für 1 bis 2 Stunden in der Blase
verbleiben, jedoch nicht weniger als 30 Minuten. Die
Patienten sollten einige Stunden vor der Instillation
möglichst wenig trinken, um eine Verdünnung des Instillats mit Urin zu vermeiden.
Dauer der Anwendung
Die Dauer der Anwendung richtet sich nach dem
Behandlungsprotokoll. Eine zeitliche Begrenzung der
Anwendung ist nicht vorgesehen.
Die Dauer der Behandlung wird durch Erreichen der
kumulativen Maximaldosis (900 mg/m2 KOF) limitiert.
Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn
Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung von Farmorubicin 50 mg HL zu stark oder zu schwach ist.
Wenn eine größere Menge Farmorubicin 50 mg HL
angewendet wurde als beabsichtigt
Anzeichen einer Überdosierung
Sehr hohe Einzeldosen von Farmorubicin 50 mg HL
können eine Herzmuskelschwäche (akute Myokarddegeneration) innerhalb von 24 Stunden und eine schwere
Stand: 04.05.2016
Knochenmarkdepression innerhalb von 10 bis 14 Tagen
verursachen.
Eine akute Überdosierung kann zu toxischen gastrointestinalen Erscheinungen (vor allem Mukositis) und
akuten Komplikationen des Herz-Kreislauf-Systems
führen.
Im Falle einer Überdosierung wurde späteres Herzversagen bis zu 6 Monate nach der Behandlung mit Anthrazyklinen beobachtet.
Behandlung einer Überdosierung
Beim Auftreten von Intoxikationserscheinungen sollte die
Applikation von Epirubicin sofort abgebrochen und eine
symptomatische Therapie eingeleitet werden.
Bei kardialer Beteiligung ist ein Kardiologe hinzuzuziehen.
Bei ausgeprägter Myelosuppression sollte die Substitution der fehlenden Blutbestandteile und die Verlegung des
Patienten in einen keimfreien Raum erwogen werden.
Epirubicin ist in vivo nicht effektiv dialysierbar.
Ein spezifisches Antidot ist nicht bekannt.
Paravasate
Eine paravenöse Fehlinjektion führt zu lokaler Nekrose
und Thrombophlebitis. Sollte im Bereich der Infusionsnadel ein brennendes Gefühl entstehen, deutet dies auf
eine paravenöse Applikation hin.
Therapie von Paravasaten
Bei erfolgten Paravasaten ist die Infusion oder Injektion
sofort zu stoppen; die Kanüle sollte zunächst belassen
werden, um sie nach einer kurzen Aspiration zu entfernen.
Es wird empfohlen, Dimethylsulfoxid (DMSO) 99 % über
ein Areal zweifach so groß wie das betroffene Areal lokal
zu applizieren (4 Tropfen auf 10 cm² Hautoberfläche) und
dies dreimal täglich über einen Zeitraum von mindestens
14 Tagen zu wiederholen. Gegebenenfalls sollte eine
Wundausschneidung (Débridement) in Erwägung gezogen werden. Wegen des gegensätzlichen Mechanismus
sollte eine Kühlung des Areals, z. B. zur Schmerzreduktion, sequenziell mit der DMSO-Applikation erfolgen
(Gefäßverengung vs. Gefäßerweiterung). Andere
Maßnahmen sind in der Literatur umstritten und von nicht
eindeutigem Wert.
Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder
Apotheker.
4. Welche Nebenwirkungen sind
möglich?
Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel
Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.
Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden
folgende Kategorien zugrunde gelegt:
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Gebrauchsinformation: Information für den Anwender
FARMORUBICIN® 50 mg HL
Sehr häufig:kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen
Häufig:kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen
Gelegentlich:kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen
Selten:kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen
Sehr selten:kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen
Nicht bekannt:Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten
nicht abschätzbar
Infektionen und parasitäre Erkrankungen
Sehr häufig:Infektionen
Unbekannt:Pneumonie, Sepsis, septischer Schock
Untersuchungen
Selten:Änderungen in den Transaminasenspiegeln
Unbekannt:asymptomatische Abnahme der linksventrikulären Auswurffraktion
Gefäßerkrankungen
Häufig:Hitzewallungen
Gelegentlich:Phlebitis, Thrombophlebitis
Unbekannt:Schock, thromboembolische Ereignisse
(einschließlich Lungenembolie [in Einzelfällen letaler
Verlauf])
Herzerkrankungen
Selten:dekompensierte Herzinsuffizienz (Dyspnoe,
Ödeme, Lebervergrößerung, Aszites, Lungenödeme,
Pleuraergüsse, Galopprhythmus), Kardiotoxizität (z. B.
EKG-Veränderungen, Arrhythmien, Kardiomyopathie),
ventrikuläre Tachykardie, Bradykardie, AV-Block, Schenkelblöcke
Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
Sehr häufig:Myelosuppression (Leukopenie, Granulozytopenie und Neutropenie, Anämie, febrile Neutropenie)
Gelegentlich:Thrombozytopenie
Unbekannt:Hämorrhagien und Gewebehypoxie als Folge
einer Myelosuppression
Erkrankungen des Nervensystems
Selten:Schwindel
Augenerkrankungen
Unbekannt:Konjunktivitis, Keratitis
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
Häufig:Mukositis, Ösophagitis und Stomatitis, die sich
durch Schmerzen, brennendes Gefühl, Erosionen, Ulzerationen und Blutungen äußern können; Bauchschmerzen, Erbrechen, Diarrhö, Übelkeit
Unbekannt:Hyperpigmentierung der Mundschleimhaut
Erkrankungen der Nieren und Harnwege
Sehr häufig:Rotfärbung des Urins für 1 bis 2 Tage nach der
Verabreichung
Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
Sehr häufig:Alopezie
Selten:Urtikaria
Unbekannt:lokale Reaktionen, Rötungen, Juckreiz,
Hautveränderungen, Erytheme, Flush, Hyperpigmentierung der Haut und Nägel, Lichtempfindlichkeit, Überempfindlichkeit bei Bestrahlung (Recall-Phänomen)
Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
Häufig:Appetitlosigkeit, Dehydratation
Selten:Hyperurikämie (infolge schneller Lyse neoplastischer Zellen [Tumorlyse-Syndrom])
Stand: 04.05.2016
Gutartige, bösartige und unspezifische Neubildungen
(einschl. Zysten und Polypen)
Selten:akute lymphatische Leukämie, akute myeloische
Leukämie
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am
Verabreichungsort
Häufig:Rötungen entlang der Infusionsvene
Selten:Unwohlsein, Schwäche, Fieber, Schüttelfrost
Unbekannt:Phlebosklerose, Kopfschmerzen, lokale
Schmerzen, schwere Cellulitis und Gewebsnekrosen
nach akzidentieller paravenöser Injektion
Erkrankungen des Immunsystems
Selten:anaphylaktische/ anaphylaktoide Reaktionen
(einschließlich Hautausschlag, Juckreiz, Fieber, Schüttelfrost)
Unbekannt:anaphylaktischer Schock
Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der
Brustdrüse
Selten:Amenorrhö, Azoospermie
Unbekannt:vorzeitiger Eintritt der Menopause bei prämenopausalen Frauen
Nebenwirkungen bei Instillation in die Blase
Nach Instillation in die Blase sind schwere systemische
Nebenwirkungen oder allergische Reaktionen selten zu
beobachten, da Epirubicin kaum resorbiert wird. Zu
systemischen Nebenwirkungen kann es in Einzelfällen
besonders bei frühem Instillationsbeginn (innerhalb
24 Stunden nach operativer Entfernung des Tumors
durch die Harnröhre), ausgedehntem Tumorbefall der
Blase oder bei Blasenentzündung kommen. Lokale
Nebenwirkungen können bei Bedarf durch Verminderung
der Konzentration des Instillates (bis 1 mg/ml) innerhalb
der angegebenen Dosierungsempfehlungen bzw.
Verlängerung des Behandlungsintervalls verringert
werden.
Lokale Nebenwirkungen bei Instillation in die Blase
Häufig: brennendes Gefühl, Pollakisurie, Blasenentzündung bedingt durch den Wirkstoff (ca. 20 %) in Verbindung
mit Störungen bei der Harnentleerung (Dysurie),
Schmerzen und gelegentlich mit Blut im Urin (Hämaturie).
Bakterielle Blasenentzündung (ca. 17 %) kann anwendungsbedingt, z. B. durch unsterile Katheter, entstehen.
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Gebrauchsinformation: Information für den Anwender
FARMORUBICIN® 50 mg HL
Selten:allergische Reaktionen
Meldung von Nebenwirkungen
Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich
an Ihren Arzt, Apotheker oder das medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in
dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können
Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für
Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn,
Website: www.bfarm.de anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr
Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur
Verfügung gestellt werden.
5. Wie ist Farmorubicin 50 mg HL aufzubewahren?
Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.
Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem
Umkarton und auf dem Etikett nach „Verwendbar bis“
angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das
Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.
Aufbewahrungsbedingungen
Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.
Der Wirkstoff ist: Epirubicinhydrochlorid
1 Durchstechflasche Farmorubicin 50 mg HL mit 310 mg
Pulver enthält 50 mg Epirubicinhydrochlorid.
Die sonstigen Bestandteile sind:
Methyl-4-hydroxybenzoat (Ph.Eur.) (als Lösungsvermittler), Lactose-Monohydrat
Wie Farmorubicin 50 mg HL aussieht und Inhalt der
Packung
Farmorubicin 50 mg HL ist ein rotes, gefriergetrocknetes
Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung in Durchstechflaschen aus farblosem Glas.
Originalpackung mit 1 Durchstechflasche mit 310 mg
Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung
Pharmazeutischer Unternehmer
PFIZER PHARMA PFE GmbH
Linkstr. 10
10785 Berlin
Tel.: 0800 8535555
Fax: 0800 8545555
Hersteller
ACTAVIS ITALY S.p.A.
Viale Pasteur 10
20014 Nerviano (Milan)
Italien
Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt
überarbeitet im Juni 2016.
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PatientenInfo-Service /
Hinweis auf Haltbarkeit nach Anbruch oder
Zubereitung
Bei Rekonstitution unter aseptischen Bedingungen kann
die gebrauchsfertige Lösung vor direktem Licht geschützt
über einen Zeitraum von 24 Stunden bei Raumtemperatur (20 °C bis 25 °C) bzw. 48 Stunden bei Kühlschranktemperatur (2 °C bis 8 °C) aufbewahrt werden. Aus
mikrobiologischer Sicht sollte die gebrauchsfertige Zubereitung sofort verwendet werden. Wenn die gebrauchsfertige Zubereitung nicht sofort verwendet wird, ist der
Anwender für die Dauer und die Bedingungen der Aufbewahrung verantwortlich. Sofern die Herstellung der
gebrauchsfertigen Zubereitung nicht unter kontrollierten
und validierten aseptischen Bedingungen erfolgt, ist diese
nicht länger als 24 Stunden bei 2 °C bis 8 °C aufzubewahren.
entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder
Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das
Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr
verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.
6. Inhalt der Packung und weitere
Informationen
Was Farmorubicin 50 mg HL enthält
Stand: 04.05.2016
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