Deutsches Archiv für die Physiologie

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6
/l
Archiv
für
Anatomie und Physiologie.
Archiv
für
Anatomie und Physiologie.
In Verbindung mit mehreren Gelehrten
herauss'es'eben
Johann Friedrich
ßleckel.
Jahrgang 182 9.
Mit zehn Kupfertafeln.
Leipzig,
-
'
Verlag von Leopold Voss.
Inhalt.
Erstes und zweites Heft.
Seite
I.
in
II.
Vom
Ueber Varietäten der Venen.
Bonn
.
.
.
Professor Weber
1
'
.
Beobachtungen über die Infusion verschiedener Substanzen in Thiere.
Vom
Dr. J. F. Dieffenbach, prakt.
,9
Arzte in Berlin
III.
teber einige Eigenthümlichkeiten im Verlaufe
Schlagadern der Fischotter (Lutra vulgaris).
Vom
IJan» Carl Leopold liarhow, auss. Professor der
dicin
Dr.
Me-
und Prosector zu Breslau
IV. Fortgesetzte anatomische
30
Untersuchungen über den Bau
der Augen bei den Insekten und Crustaceen.
Johanne! Müller,
V.
der
Professor zu
Vom
Dr.
Bonn
38
Ueber die Wolffschen Kürper bei den Embryonen der
Frösche und Kröten.
Vom
Dr. Johanne» Müller, Prof.
zu Bonn
\l.
I'eber die
65
Nanendriiae der Schlangen.
hannti Müller, Prof. zu Bonn
Vom
Dr. Jo-
70
Inhalt..
VI
Seite
VII. Beschreibung
G. Schiipss
C.
72
,
Heber die Augen des Maikäfers.
VIII.
Von
der Flügelrauskeln der Vögel.
Nachtrag zur frü-
heren Abhandlung über die Insekten.
nes Müller,
Prof.
Vom
177
IX Ueber den sichtbaren Kreislauf des Blutes
ber der jungen Salamanderlarven.
Müller, Prof. zu
Dr. Johan-
zu Bonn
Vom
in der Le-
Dr. Johannes
Bonn
182
Drittes Heft.
I.
Ueber das Ei der Säugethiere vor der Befruchtung.
II.
Beschreibung eines durch Vereinigung der Augenhöh-
Vom
Dr. M.
W.
Plagge
,
.
.
193
Mangel der Nase, Verkürzung des Oberkiefers
len,
und Aufwärtskrünimung des Unterkiefers missgebilde.ten
Kopfs eines
Lammes und
einer Ziege.
Vom
Dr.
G. Jaeger
III.
Vom
IV.
bei
Murex
Dr. Johannes Müller, Professor zu
tritonis Linn.
Bonn
.
.
.
203
Bemerkungen über den Acholotl oder mexikanischen
Proteus.
V.
202
U?ber den Bau der Augen
Vom
Prof. Dr. Heinrich Baihke in Dorpat.
212
Nachträgliche Bemerkungen zu den frühern Beiträgen
zur Geschichte des Gefässsystems der Vögel.
Von
J.
F. Meckel
VI. Beitrag zur
J.
221
Ent» ickelungsgeschichte der Lungen. Von
F. Meckel
230
VII. Beitrag zu der Geschichte ungewöhnlicher Knochen.
Von
J. F. Meckel
233
Inhalt.
VII
Seite
\nn, Ueber den ausdehnbaren Anhang auf
Klappmützen -Seehundes (Phoca
dem Kopfe des
Von
cristata).
Wilk.
Rapp
IX. Frage
236
nach der Sphäre der Productionen
hier nach
der
sinnlich
,
zunächst
%vahrnehnibaren Vorrichtung
für Production der Säfte in höheren Organisationen
vom Gas an
giebt es
bis
zu den tropfbaren Flüssigkeiten. Oder:
Saftparenchyma
ein
Tom Nerven- und
als
einen
besonderen
Gefäss- Systeme sinnlich Nvahrnehm-
baren abgegrenzten Apparat, nebst Reflexionen über
organische Nomologie und Pathonomie.
Vom
Dr. G.
L. Ofterdinger
X.
•
241
Ueber den Mangel der linken Niere bei einem Schweine
und über das Vorkommen einer Wasserblase an deren Stelle.
XI. Ueber die
Von
G. Busch, Apotheker iu Bleckede
Wirkung des
.
264
Bisses der südamerikanischen
Giftschlangen, und die von mir dagegen angewandte
Vom
Heilmethode.
Dr. J. R. Rensrsrer
.....
271
Viertes Heft.
Anatomisch-physiologische Untersuchungen,
lich
über das Schlagader.system der Vögel.
Hant Barkow,
zu Breslau
auss. Prof. der
vorzüg-
Vom
Dr.
Medicin und Prosector
805
Archiv
für
Anatomie und Physiologie.
lieber Varietäten der Venen.
Vom
Professor
(
Weber
Hierzu Tafel
I.
in
Bonn.
)
Ifer um unsere Wissenschaft so sehr verdiente Fr.
Mechel spricht sich in dem deutschen Archive für Physiologie (Bd.
I.
Heft
2.
Seite 285) über den Verlauf der
Venen auf folgende Weise aus
„Das Gesetz, dass die Venen einen weit unbe-
Arterien und
ständigeren Verlauf haben, als die Arterien,
ist
so all-
gemein angenommen, dass man kaum einen Einspruch
dagegen erwarten und wagen kann dennoch glaube ich,
so alt es auch ist, und so sehr man sogar neuerlich
die Nothwendigkeit desselben aus höherer Potenzirung
;
u. s. w. der Arterien darthun zu können geglaubt hat,
gerade den entgegengesetzten Satz aufstellen und erweisen zu können. "
Die Hauptgründe für seine Meinung sind folgende:
1) Glebt
man
die
weitem zu beständig
Arteriensystemes.
Anordnung der Arterien
an.
Dieses
gilt für alle
als bei
Theile des
Halter will unter 400 Körpern nicht
einen einzigen gesehen haben, in welchem der Ursprung
des Stammes des Aortenbogens
yUcktlt Archir
f.
vom Normal
Anal. n. Pbyi. 1829.
1
abwich.
lieber Varietäten der Venen.
2
Die meisten Anatomen halten
bestehende
die höher als gewöhnlich
Theilung der Armpiilsader für eine grosse
Seltenheit.
Dagegen
spricht
indessen nicht nur meine
auf vielfache Untersuchung gegründete Erfahrung,
dern die Auctoritäten von Sömmernng, Monro,
und Barcley.
2) Hält
man
Venen für viel zu
ganz besonders, dass,
die Vertheilung der
Man
unregelmässig.
son-
Burm
vergisst hier
sowohl wegen der grösseren Zahl der Venen
,
als vor-
wegen ihrer grösseren Weite die Gelegenheit
zu Abweichungen bedeutend vermehrt und die vorkommenden Abweichungen weit deutlicher sind, dieses um
so mehr, weil die Venen meistens freier liegen, und
nach dem Tode mit Blut angefüllt sind
so dass desshalb im Leben und im Tode, auch ohne vorgängige
züglich
,
,
Injection,
ihr
Verlauf weit deutlicher,
der Schlagadern
des
ist.
Aortenbogens
„Mehrere
dieser
meisten habe
nen Anstand
ich
,
als der
Verlauf
— Neunzehn Varietäten der Gefasse
führt Bleckel an und sagt dabei;
Abveichungen sind sehr häufig, die
selbst gefunden,
und ich nehme kei-
zu behaupten
,
dass höchstens unter acht
Leichen eine von ihnen vorkonnnt. Aehnliche sind dagegen im Venensysteme sehr selten und namentlich zeigen in allen von mir gesehenen Fällen die Venen durchaus keine Spur einer Abweichung vom Normal, unge,
Gerade
mich auf die Vermuthung, dass
die gewöhnliche Meinung nicht ganz richtig sey.
So entscheidend nun auch diese Bestimumngen des
achtet ich
dieser
sie
Umstand
in
dieser Hinsicht untersuchte.
leitete
Hrn. Prof. Meckel scheinen mögen , so glaube ich doch
aus mehreren Gründen seinem Lehrsatze: „dass die
Arterien nämlich einen unbesliindigeren Verlauf' als die
Venen
hitben sollten",
nicht unbedingt beipflichten zu
dürfen, und zwar aus folgenden Gründen:
1)
Finde ich eine ^'ergleichung der Varietäten der
3
lieber Varietäten der Venen.
Venen und Arterien, wie
sie
Hr. Meckel angieht, nach
physiologischen Grundsätzen nicht ganz statthaft.
Die Aufgabe beider Gefasssysteme
schiedene und entgegengesetzte,
eine
ist
und darum auch
verihre
Entfaltung.
Das
arteriöse
Gefässsystem entwickelt
sich
vom
Herzen aus; die Stämme zerfallen in Aeste, die Aeste
in Zweige, die Zweige in Reiser u. s. w. , um das Blut
an alle Theile des Körpers zuleiten, und so alle Theile
zu bilden und zu ernähren. Das Streben -des arteriösen
Gefässsystenies geht von dem Centrum gegen die Peripherie des ganzen Körpers sowohl, als auch der einzelnen Organe.
nem Boden
Sobald das arteriöse Gefässsystem
sei-
und weder
noch an seinem Ende kann eine
entsprossen ist,
an seinem Anfange,
so zerfällt es,
Einheit Statt finden.
Das venöse Gefässsystem dagegen wurzelt an
der
Peripherie des Körpers und seiner Organe.
Die Reiser
vereinigen sich zu Zweigen, die Zweige zu Aesten und
um eben das Blut von allen
die Aeste zu Stänmien
;
Theileu des Körpers
Wenn
der
zum Herzen zurückzuführen.
wir daher auch häufig eine Vervielfältigung
Stämme
des arcus aortae wahrnehmen, so darf uns
dieses nicht befremden.
arteriöse
System
Man möchte
fast
erfülle in solchen Fällen
sagen,
das
nur zu emsig
Aber wenn wir öfters eine Vermehrung
am Herzen finden würden , so müssten wir uns darüber sehr wundern
die Aufgabe des
venösen Systemes würde zum Theil verfehlt und solche
Varietäten, wovon bis jetzt nur ein Paar exislircn, müssen als unvollkommene Entwickclungcn des Venensystemes angesehen werden. Selbst in der Pfortader und
der Lungenschlagader lässt sich derselbe Typus in der
Verlheilung und Vereinigung ihrer Zweige und Venen
seine Aufgabe.
der Venensiämnie
;
nachweiseo.
1'
4
Ueber Varietäten der Venen.
Darum
ist
es wohl nicht ganz
richtig
wenn man
,
die Varietäten des arcus aortae mit Varietäten der obe-
ren Hohlvene vergleichen
Denn wenn auch
will.
ein paarmal
Schlüsselbeinvenen sich
die
nicht vereinigten,
sondern gelrennt in den Vorhof einmündeten , so ist
diese Varietät ja kein Zerfallen der Gefässe, wie bei
den Arterien, sondern nur eine Nichtvereinigung oder
denn der
unvollkommene Vereinigung dieser Gefässe
Vorhof ist ja nichts anderes als ein erweiterter und letzter Venenstamm.
;
Wenn man
2)
mes,
will
,
in
so
über die Varietäten des Venensyste-
Beziehung auf arteriöse Varietäten,
muss man jenes
gen Verbreitung,
d.
i.
anatomischer und physiologi-
in
scher Hinsieht, richtig erkannt h^ben.
Dieser wichtige
Gegenstand ist aber ja nicht so aufgeklärt
wünschen wäre!
Nichts
ist
aber , glaube ich
theilung nachtheiliger,
urtheilen
selbst zuerst in seiner allseiti-
als
,
,
wie es zu
für eine solche
wenn man
Beur-
der allseitigen
Verbreitung des arteriösen Gefasssystenies die schroffste Scheidung des Venensystemes in Hautvenen und
Körpervenen entgegenstellt; wenn man ohne alle Beschränkung behauptet, dass es mehr Venen als Arterien
gebe; und wenn man Vereinzelung als Charakter der
Anordnung der Venen, und Concentration als den der
Der Uebergang einer Arterie in
Arterien bestimmt.
aber noch wissen
einff Vene ist zwar nachgewiesen ,
wir nicht, wenn sich das ganze Venensystem eines Organes aus dessen Arteriensysteme entfaltet.
Wenn sich die Venen nur aus dem Arteriensysteme
entwickeln, wie kann, man behaupten, dass es mehr
Venen
als Arterien
gebe?
kanntlich die Zahl der
die der
Arterien. —
Bei einigen Organen
Venen
Meine Ansicht darüber
ist
wirklich
folgende:
ist
be-
geringer
als
5
lieber Varietäten der Venen.
Die Venen entwickeln
sicli
aus den unendlich
fei-
nen arteriösen Gefassnetzen in geringerer Zahl, aber
von weit grösserem Umfange.
So bilden sich aus den Haargefässen der Arterien
der allgemeinen Bedeckungen die sogenannten llautvenen, die sich von den Hautarterien nur durch geringere
Zahl, grösseren Umfang, und darum auch durch freieren oder oberflächlicheren Verlauf auszeichnen.
—
Vergleichen wir als näheren Beleg dieser Behauptung nur die Anordnung des Gefässsystemes der Gefässbaut des Auges
Am
,
äusseren
Augen liegt.
Umfange der Choroidea, oder an de-
das so klar vor unseren
ren äusserem Blatte, welches der Bedeutung nach wohl
ganz unpassend mit dem inneren Umfange der
Haut oder dem Fetthautzellgewebe (Fetthaut) verglichen
weiden kann, verlaufen die so grosset> Wirbelvenen,
venae vorticosae; am inneren Umfange, oder am inneren Blatte der Choroidea, welches der eigentlichen Cunicht
tis
vergleichbar
ist
,
verlaufen die zartesten
,
feinsten
und unzähligsten Arterien, die unendliche Gefässnetze
bilden, aus denen die einfacheren, aber grösseren Venenreiser, Zweige, Aeste und Stämme sich entwickeln.
Sömmerriiig
(
über
das
feinste
GefUssnetz
der
Aderhaut im Augapfel Seite 13) sagt: die Stämmchen
der sogenannten kurzen Ciliararterien nämlich , welche,
der Aderhaut des menschlichen
nachdem
sie
den Aesten und Zweigen
die
in
Auges angeliörend,
sich,
schräg durch die derbe Haut und zwischen
der
Venen der Adcrliaut
in
Aderhaut selbst gelangt sind, unter spitzen Winkeln
Aeste und Zweige /crthcilen, endigen sich i)ald aU
fast gleich dicke, plaltcylindrischc Heiser.
Die
platte) lindrischen
(heils häutigst unter
sie
,
einander
arteriösen
Reiser
zusammen,
unmittelbar in gleichgeschalfcne
,
iniiiidcn
tlieils
gehen
plaltcylindrischo,
venöse Heiser oder Anfänge der \ encn über, aus
\\f[-
Ueber Varietäten der Venen.
6
chen Bonach, durch allmäliche Vereinigung zu Zweigen,
Aesten und Stämmen, die sogenannten vier Wirbel,
vasa vorticosa, entstehen.
Schon
gentlich
die ersten, grösseren Venenreiser bilden ei-
nur Inseln und keine Netze
bald sich grössere Zweige bilden,
mig
sich
vereinigen,
,
aus denen dann
die wieder inselför-
und Aeste und Stämme
aber eben darum vermehrt erscheinen.
Und
bilden,
so darf es
uns nicht befremden, wenn an manchen Stellen, und
namentlich an den Gliedmaassen , die Zahl der Venenäste nicht mit der der Arterienäste übereinstimmt, son-
und wenn wir unter der Haut ein
wahrzunehmen glauben.
Es herrscht somit bei den Venen nur eine scheinbare Vereinzelung oder Vermehrung in der That aber
dern vermehrt
ist,
eigenes Venensystem
;
ist
eben dadurch eine Verminderung oder höchstens eine
Gleichheit gegeben.
Diese Anordnung in der Vertheilung des Venensystemes entspricht auch genau ihrer Funktion. Doch
hiervon bei einer anderen Gelegenheit ausführlich.
Hierin liegt vielleicht die Ursache, warum wir von
den Arterien aus mit geringer Sorgfalt die Venen ausspritzen können nie aber, oder nur äusserst selten, die
Arterien (da nämlich , wo es wegen Klappenmangel über,
haupt anginge) durch die Venen zu injiciren vermögen.
Da aber einerseits die Astbildung der Venen schein-
bar vermehrt
ist,
indem ihnen,
wie aus dem vorhin
Gesagten erhellt, eigentlich nur die Dignität, d. i. die
Grösse von Arterienzweigen zukommt, und sie darum auch
meistens enger sind als die Arterienäste, denen sie sich
doppelt anlegen
,
andererseits
im Venensysterae das be-
ständige Streben zur Einheit sich ausspricht
,
so
ist klar,
dass der Zusammenlauf der Venen unzähligen Abweichungen unterworfen ist, ungeachtet die vorzüglichsten
Stämme
eine Richtung halten.
Leber Vaiictüteii der \'enen.
7
Doch man mag dieser meiner Ansicht von
tlei'
Ver-
vielmeiir von der Dignität der Venenund Arterieniiste Beifall schenken oder nicht,
breitung oder
zweige
so finden wir noch ausserdem
als Hr. Prof.
Venenstämme häuMechel glaubt, Abweichungen un-
Die
vielen Fälle, welche bisher von den
3) dass auch die vorzüglichsten
figer,
terworfen sind.
Anatomen älterer und neuerer Zeit beobachtet und aufgezeichnet w urden und welche E F. Gurll in der Abhand,
lung de venuriim dcformilatihiis
etc.
Vratislaviae 1819.
gut zusammenstellt, und selbst durch einen schönen Fall
(die Vereinigung der beiden Hohlvenen),
wieder für unsere Ansicht spricht,
der zugleich
vermehrt hat,
be-
den angefiihrten
l"äl-
weisen dieses.
Ich habe selbst mehrere von
und zwar sowohl l)ei Erwachsenen als auch bei Kindern und Missgeburten.
Xur drei Fälle will ich gegenwärtig den bisher bekannt gemachten Beobachtungen anreihen.
Und zwar:
\) Bei einem ungefähr 60jährigen Manne,
der am
len öfters beobachtet
,
Cancer oesophagi starb, fand ich einen eigenen starken
V'enenstamm , welcher sich aus den Lungenlappeu der
linken
Lunge entwickelte und
nislra einmündete.
den Stamm
Icii
in die
halte diesen
vena subclavia
abnorm
für die sehr entwickelte vena bronchialis si-
(.Man sehe die Abbildung.)
1) Larynx.
2) ArcuH aortae.
nistra.
3) Arteria pulmonalis.
4) Veotricuhii! dexter.
>)
•
>
II
si-
verlaufen-
.Viiricula ^cxtra.
i'j
.\uiicula et ventrtcHhis »iiiiHier.
•<)
i'ulmonuH.
a \ f nuo JugulareK
iirtvinHi'
8
Heber Varietäten der Venen.
Vena subclavia dextra.
h d Vena subclavia sinistra.
e Vena cava superior.
i
e
/'.
g.
'
h.
Truneus communis venae broncbialis
Ramus
Ramus
sinistrae.
inferior.
superior venae broncbialis sinistrae.
Bei einem Fetus mit einem Wasserkopfe beobachtete ich die Einmündung der vena azyga in die vena
II.
subclavia sinistra.
III.
Bei einem Fetus mit Hasenscharte und Wolfs-
rachen verlief die vena cava inferior wie die vena azyga,
und mündete somit
in die vena cava sup. ein.
Die venae hepaticae sammelten sich zu einem eigenen Stamme,
tvelcher durch das ostium venae cavae inferioris des
Zwerchfelles trat und in den rechten Vorhof einmündete,
wie sonst die vena cava
IV.
Dann kann
pflichten,
wenn
inferior.
ich aber
auch unmöglich Meckel bei-
er behauptet, dass höchstens unter acht
Leichen eine Varietät der Gefässe
vorkommt.
des
arcus
aoitae
Ich habe den Varietäten des arcus aortae seit zehn
Jahren eine besondere Aufmerksamkeit gewidmet; wie
dieses insbesondere die Herren Prof. Mayer und Münz
bezeugen könnten, die mich bei diesen Untersuchungen
So untersuche ich jähr80mal den arcus aortae, und finde oft nur
70
zwei- oder dreimal die gewöhnlichsten Fälle, namentlich den Ursprung der art. vertebralis sinistra aus dem
arcus aortae. Zweimal nur besitzt das anatomische Museum den Ursprung der art. subcl. dext. zur linken Seite, wo dann die Stämme hinter dem Oesophagus und der
freundschaftlichst unterstützten.
lich
—
Luftröhre zur rechten Extremität verlaufen
die Versetzung der arter. carotis
nistra;
sinistra
sin.
;
einmal nur
und subclavia
und einmal nur den Ursprung der
aus dem truneus anonymus.
si-
arter. carotii
Beobacht über d. Infusion verschied. Substanzen in Thiere.
Ich glaube daher,
Meckel seinen Satz
Prof.
auf
alle
seiner
in
9
man nur dann, wenn Hr.
dass
Beziehung auf die Arterien
wesentliche Varietäten ausgedehnt haben würde,
Behauptung unbedingt
beipflichten könnte.
Vielleicht wird Hr. Geh. Rath
Meckel , der unermii-
dete Forscher, durch diesen kleinen Aufsatz, veranlasst,
uns mit der Bekanntmachung seiner fortgesetzten Beobachtungen über den in Rede stehenden Gegenstand zu
erfreuen.
n.
Beobachtungen über die Infusion verschiedener
Substanzen in Thiere.
Vom
Dr.
J.
F.
Dieffenbach,
prakt. Arzte in Berlin.
Erster Versuch.
Infution von Narcotin in einen Hund.
Ciinera mittelmässig grosgen, dreivierteljährigen, sehr
munteren, männlichen Jagdhunde infundirte ich in die
Gran Narcotin , in sehr verdünnter
mit 2 Drachmen Wasser.
Das
auf, reckte Hals, Rumpf und hintere
linke Jugularvene 1
Essigsäure aufgelöst,
Thier schrie laut
Extremitäten , indess die VordcrHisse sich zitternd bewegten. Puls und Atheni waren sehr beschleunigt und
das schäumende Maul weit gcöfTnct.
Dann warf es sich
Die oberen Augenlieder bedeckten den
Bulbus grÖRStcntheils, hob man sie auf, so sah man
auf die Seite.
die Pupille sehr stark erweitert
,
die Conjuncliva war,
wie bei einer heftigen, rheumatischen AugeaentzUnduDg,
10
Beobaclit. über
d.
Infusion verschied. Substanzen in Thiere.
Abgang
eines
klaren, wasserigen ürines und fester Excreniente.
Eine
geröthet.
Nach 2^ Minuten
halbe Minute später
liess
erfolgte
der
starrkranipfähnliche Zu-
der
der ganze Rumpf, sanimt den Extremitäwurde aihnälich welker, und ein tiefer Schlaf überfiel das Thier.
Die Empfindung dauerte fort, denn auf
das Stechen mit der Nadel zuckte die Haut, auch war
stand nach;
ten,
Hund durch
der
Schütteln
zu erwecken,
doch schlief
Dieser Zustand hielt 3 Stunden
er sogleich wieder ein.
lang an; vor grosser Erschöpfung konnte das Thier nicht
Auch
auf den Beinen stehen.
in
den folgenden Tagen
dauerte diese Schwäche fort, und erst nach drei Tagen
war
er
vollkommen wieder
hergestellt.
Zweiter Versuch.
EiJisprifzung von Narcotin in einen Iliaid.
Einem
ich
dreimonatlichen Pinscher
kleinen,
injicirte
^ Gran aufgelöster Narcotine. Augenblickliches, hef-
tiges
Geheul
,
starrkrampfige
Zufälle
beschleunigtes
,
Athmen, starkes Schäumen des Maules, dann heftige
Zuckungen, und nach einer Minute Koth- und Urinabgang. Dann kehrten die Zuckungen wieder, und alles
deutete auf den
Ich
augenblicklichen
spritzung geschehen
und
ser
war
,
eine
,
des Thieres hin.
in
dem Thiere ein Gefäss mit
über den Kopf und Leib. Sogleich
,
die die Ein-
Unze Blut
stürzte
Tulsionen etwas nach
'
Tod
Hess jetzt aus der Jugularvene
abfliessen,
eiskaltem
die stark erweiterte Pupille
de etwas enger und es
trat die grösste
wur-
Schlafruhe ein.
Dieser Schlummer dauerte bis gegen Abend,
Thier sich wieder erholt hatte,
Was-
Hessen die Con-
wo
das
wiewohl es noch sehr
matt war, und auch noch nach einigen Tagen an grosser
Schwäche zu leiden
schien.
Beobacbt. über d. Infusion verschied. Substanzen in Thicrc.
1
Dritter Versuch.
Infusion vvn Sahsäure in einen Hund.
Um
beurlheilen zu können, wie viel von diesen Er-
scheinungen auf Rechnung der Säure zu schieben sey,
80 spritzte ich 2 Drachmen AA'asser mit 3 Tropfen Salzsäure in die
Vene
Thier
drückte
schwer
,
eines
anfangs
Das
dreimonatlichen Hundes,
einige
Unruhe
aus
,
aihmete
war aber nach einigen Stunden wieder
völlig
munter.
Vierter Versuch.
Infusion von Narcotin in eine Katze.
Einer jungen, 4
Narcotin in 1 Scrupel
säure in die
Wochen alten Katze wurden
Wasser und einigen Tropfen
v. j. infundirt.
f Gr.
Salz-
Sogleich erhob das Thier ein
Zuckungen mit sehr
Nach 5 Secunden
leises Gestöhn, allmäliche Verengerung der Pupille und
Bleichwerden der Schleimhaut des Mundes. Von der
löten Secunde an schnell auf einander folgende Zuckungen der hinteren Extremitäten, Starrheit der vorderen.
Nach 30 Secunden Schlaffwerden des Körpers, einzelne
Urinabgang, mehrmaliges Gestöhn,
leise Zuckungen,
fast vermehrte Empfindlichkeit bei äusseren Reizen, Abgang eines wässerigen Urins und Tod in der fünften
klägliches Geschrei
,
dann
traten
starker Erweiterung der Pupille ein.
Minute.
Section.
Das Thier wurde
sogleich geöffnet.
Oefifnen des Schädels floss etwas blutiges
Beim
Wasser
aus.
Sämmtliche Gefäs.se des Gehirnes waren mit dunkeleni
Blute angerüllt.
Das Adergeflecht war
sehr blutreich, die
Gehirnhöhlen enthielten keine Flüssigkeit. Auf der Oberfläche des Cerebcllum fand sich ein Blutcxtravasat
der Grösse eines Silbersechsers und
von
der Dicke eines
12
Beobacht. über d. Infusion verschied. Substanzen in Thier«.
starken Papieres , auf seinem Boden eine ziemliche
röthlichen Wassers.
Menge
Im Ganzen war das kleine Gehirn
bedeutend blutreicher als das grosse.
Der Herzbeutel enthielt etwas Wasser
,
dagegen
Das Herz war von bläulicher Farbe,
sehr welk. Die Höhlen der rechten Hälfte mit vielem
dunkelen, sehr flüssigen Blute und einigen, kleinen Gedie Pleuren nicht.
der linke Ventrikel dagegen völlig
Die Lungen sahen blassblau an den Randern
weisslich aus, und enthielten ungewöhnlich viel Luft,
Sämmtliche Gedärme hatten eine unnatürliche, bleichgelbe Farbe, und alle durch das Mesenterium gehende
Venen, so wie die Coeliaca, und selbst die Vena cava,
rinnseln angefüllt,
blutleer.
,
waren sehr
blutleer.
Fünfter Versuch.
Infusion von Narcotin in eine Katze.
Einen halben Gran Narcotin,
me
in einer halben
Drach-
Essigsäure und Wasser aufgelöst, spritzte ich
linke Jugularvene
einer 6 wöchentlichen
gleich fürchterliches Geschrei,
Katze.
'
in die
So-
Zuckungen des ganzen
Körpers, starke Erweiterung der Pupille in den ersten
6 Secunden. Etwas später abwechselnde Erweiterung
und Verengerung der Pupille. Nach einer Minute Bleichwerden der Lippen, leichte Zuckungen wie elektrische
Schläge der hinteren Gliedinaassen und Starrheit der vorderen, dann höchste ErsihlafFung des ganzen Körpers,
leises Gestöhn und Tod in der fünften Minute.
Secfion. Bei Oeft'nung der Schädelhöhle floss bluti-
ges Wasser aus.
stark mit
Sämmtliche Gefässe des Gehirnes waren
Blut angefüllt.
Auf dem
kleinen Gehirne fand
und seine
Masse noch mehr mit Blut überfüllt als die des grosDer Herzbeutel enthielt etwas Wasser das Herz
sen.
war blaugefärbt, welk und mürbe, die rechte Kammer'
sich ebenfalls ein blutig wässeriges Extravasat,
'
,
.
Beobacht. über
d.
Infusion verschied. Substanzen in Thiere.
13
mit geronnenem und flüssigem Blute angefüllt, die linke
vollkommen leer. Die Lungen sahen blassblau, an den
Rändern weiss aus, und waren von Luft sehr aufgeblaDie Unterleibsorgane erschienen natürlich, ausser
gen.
dass der Darmkanal stark mit Luft angefüllt war, und
eine sehr blasse Farbe hatte.
Sechster Versuch.
Infusion von Narcotin in ein Huhn.
Einem jungen Hahne wurde \ Gran Narcotin
in
1
Scrupel Flüssigkeit in die rechte Jugularvene eingespritzt.
Sogleich tiefes Einalhmen, Geschrei, nach 8 Secunden
Zuckungen der oberen und unteren Extremitäten, nach
12 Secunden immer stärkere Zuckungen, und Tod einige Augenblicke später unter allgemeiner Streckung des
Körpers.
Bei der Section, die nach 5 Minuten angestellt
wurde, schlug das Herz noch stark ISOmal in der Minute.
Deutlich bemerkte man, nach Wegnahme des
Brustbeines
und Unterbindung der Amigefässe,
den
fortdauernden Blutumlnuf, das Fortgetriebenwerden des
Blutes durch den linken Ventrikel und
zum
die
Rückkehr
Minuten ergötzte ich mich
an diesem Anblicke, dann wurden die Pulsationen des
Herzens immer schwächer und verwandelten sich in eia
leises Vibriren.
Nach 15 Minuten hatte das ganze
rechten.
Sechs
Schauspiel ein Ende.
bis acht
Die rechte Herzkammei; war stark
mit braunem, sehr flüssigem Blute angefüllt, die linke
dagegen
fast
leer.
Das Gehirn war gewöhnlich und
dagegen die Un-
nicht übermässig mit Blute angefüllt,
ierleibsorgane strotzend von
dunklem
Blute.
Siebenter Versuch.
Itijmion von Narcotin in ein Huhn.
Einem etwas
älteren
Hühnchen
spritzte ich
24 Trop-
Beobacht. über
14
d.
Infusionverschied. Substanzen in Xhiere.
fen der Xarcotinauflösiing (^ Gr. Narootin enthaltend)
Ruhe des Thieres in die rechte
bei anfänglich grosser
Jugularvene, doch erfolgte der Tod zwei Minuten nach
dem Anfange der Operation, unter beschleunigtem Athheftigem Schnappen nach Luft, Klagegeschrei,
Schlägen mit den Flügeln und stetem Verschlossenseyn
men,
der Augen.
nach einigen Stunden unternommen,
Die Seciion,
zeigte grosse Ueberfiillung des rechten Ventrikels
was Blut fand
hielt sich
im linken.
sich auch
;
et-
Alles Uebrige ver-
wie in dem vorigen Falle.
Achter Versuch.
Einspritzung von Narcotin in ein Huhn.
sehr munteren Huhne
Einem jungen
§ Gran iVarcotin in 4- Drachme Wasser in
spritzte ich
,
Jugularvene.
Während
dem Anfange
derselben,
die
rechte
der Injection, 7 Secunden nach
schnelles
Athmen
,
Geschrei,
Erweiterung und Verenge«
rung der Pupille abwechselnd, stärkeres, unterbrochesehr heftiges Herzklopfen
,
nes Geschrei, Verschüessen der Augen, Niedersenken
des Kopfes, heftige, krampfhafte Bewegungen der Füsse.
Nach 30 Secunden weites Aufsperren des Maules, Schla-
gen mit den Flügeln ; Hintenüberbiegen des Kopfes,
krampfhafte Zuckungen der oberen und unteren Extremitäten, nach 50 Secunden allgemeine, sehr heftige
An-
Tod,
un-
strengung, einmaliges, starkes Geschrei und
mittelbar nach Beendigung der Infusion,
welche 1 Mi-
nute und 2 Secunden gedauert hatte.
Nach 3 Minuten machte
ich die
SecHon. Das Heiz
pulsirte noch, die rechten Cavitäten enthielten flüssiges,
dunkeles, bläulichbraunes Blut.
Die linke
Kammer war
fast leer, die
Oberfläche hatte durchaus keinen bitteren
Geschmack.
Die Lungen waren stark geröthet,
und
'
Beobacht. über d, Infusion verschied. Substanzen inThiere.
15
das in ihnen enthaltene Blut sehr flüssig und von bläulicher Farbe, der Geschmack kaum etwas bitter.
Sorgfältig sammelte ich das Blut dieses Thieres zu
einem anderen Versuche, um zu ermitteln, ob das Narcolin, in dieser Verbindung mit dera Blute, noch eine
fortdauernde
Wirkung
auf ein anderes Thier äussere,
oder ob die darnach eintretenden Erscheinungen sich nur
auf die Heterogenität des Vogelblutes
zu den» Säuge-
thiere bezögen.
Neunter Versuch.
Eiitsprilzung des Blules eines durch Narcotin getödteten
Huhnes
in eine
Kalze.
Zweihundert und fünf Tropfen des durchgeseihten
Blutes des gedachten
binnen einer ^Minute,
Hühnchens
in
die
blutwarra,
spritzte ich
rechte Jugularrene einer
Wochen
alten Katze.
In der 5ten Seeunde WTirund Herzschlag beschleunigt. Nach 10 Secnnden, nachdem also 40 Tropfen übergeflossen waren,
fünf
de Athem
itiess
das Thier ein heftiges Geschrei aus,
die Pupille
erweiterte sich stark, verengerte sich aber abwechselnd
wieder, welches bis an das Ende der Einspritzung fortHeftiges Geschrei, unruhiges Wenden und
Drehen nach allen Seiten hin.
Nach Beendigung des Versuches lag die Katze in
hdchgler Ermailung und Betäubung da, dann rollte sie
gich rund zusammen, indem die Hinterfüsse eine Minute
lang zitterten. Die Emptlndung schien zwar abgestumpft,
aber nicht erloschen zu seyn, indem das Thier bei mechanischen Heizen, wie z. B. Kneipen mit der Pincette,
einigen Schmerz verrieth.
Nach \ Stunde hatte sich das Befinden so weit
dauerte.
.
gebessert, dass die Katze, wiewohl sehr ermattet,
her kriechen konnte.
Nach | Stunde sog
der an
Mattigkeit
der Mutter.
,
sie
um-
schon wie-
verminderte
Wärme,
16
Beobacht. über
d.
Infusion verschied, Substanzen in Thiere.
dauerten in den folgenden
Tagen
fort,
der Bauch war
trommeiförmig aufgetrieben, die Excremente gingen
sparsam ab und waren sehr hart. Am vierten Tage
trat der Tod nach vorangegangener Zunahme von Erschöpfung
ein.
Sänimtliche äussere und innere Muskeln
Seclion.
waren gelbbraun,
sie
und so mürbe
Aus der Bauchhöhle
niissfarben
macerirt worden.
verhältnissmässig grosse
Menge
als
,
wären
floss
eines weissen
,
eine
trüben
Der Magen war beinahe weiss von Farbe
der Darmkanal
das Rectum mit hartem
blassgelb und stark mit Luft
Kothe angefüllt. Die Gefässe des Mesenterium sehr
Die Nieren bräunlich missfarben. Die Mila
blutleer.
schien natürlich zu seyn, die Leber aber war sehr dunkelbraun. Der Herzbeutel sah schmuziggrau aus, und
Das Herz bräunlich und noch
enthielt kein Wasser.
längere Zeit nach dem Tode, bei der Berührung, irritabel. Sowohl die rechte als die linke Herzkammer war
mit coagulirtem und flüssigem Blute angefüllt, doch
Wassers.
und
voll
Luft und geronnener Milch,
,
hatte
das in
der ersteren enthaltene Blut eine braune,
mehr schwarzrothe Farbe. Die linke Lunge war schön roth und knisternd, die rechte von Pfirletzteres eine
Bei Oeffnung der Hirnschale
sichblüthenfarbe.
tiges
Wasser
aus,
man konnte
,
floss blu-
das auf der dura mater angehäuft war,
dasselbe schon durch die dünne Hirn-
schale , bereits vor der
Wegnahme derselben
,
erkennen.
Die oberflächlichen Gefässe des Gehirnes waren stark
mit Blute angefüllt
,
das Innere der Gehirnsubstanz da-
gegen weniger blutreich. In den Gehirnhöhlen fand sich
kein Wasser. Aus der Rückenmarkshühle floss trübes
Wasser, die medulla oblongata und spinalis waren
weich und blutleer.
Die Erscheinungen während und nach der Operation deuten auf eine gemischte Wirkung, nämlich der
Beobacht. über d. Infusion verschied. Substanzen in Thiere.
17
Jes Narcotins und des Vogelblutes auf die Katze,
hin.
Aus der Section des Rumpfes habe
ich nur auf die durch
Vogelblut in Säugelhieren hervorgebrachten,
schen Erscheinungen schliessen können;
pathologi-
die Verände-
rungen im Gehirne scheinen dagegen Folge des Narcotins gewesen zu seyn.
Zehnter Versuch.
Einspritzung von dem Blute des durch ^ Gran Narcoiin vergifteten Küchleins in eine Katze.
Durch das Ilalsabschneiden
infusion {\
mehr
als eine
Blutes,
eines durch Narcotin-
Gran) getödteten Küchleins
Drachme
flüssigen
,
zum
erhielt ich
welches durch Leinwand geseiht,
Abzügen
bis zu
-j
etwas
Theil geronnenen
nach
Drachme eingeschmolzen war.
allerlei
Dieses
Blut spritzte ich, gelind erwärmt, in die rechte Jugidar-
vene eines jungen Kätzchens,
einer Schwester der voDie Einspritzung geschah sehr langsam, sodass
ich erst mit der 60sten Secunde die feine Spritze völlig
entleerte.
Die ganze Quantität Blut betrug, nach genauer Prüfung, 205 Tropfen, also gelangten in jeder
Secunde nur 5 Tropfen Blut in die rechte Herzkammer.
Während der Operation (10 Secunden nach ihrem Anfange) schrie die Katze laut auf und drehte sich nach
rigen.
allen Seiten.
und verengert.
Die Pupille wurde abwechselnd erweitert
Das Thier schrie immer stärker, ward
aber nach 40 Secunden plötzlich
Rammen und bekam dann
still,
kauerte sich
zti-
ein leises Zittern der Ilinter-
Die Em|>findung für äussere Reize war ziemlich
Alliiiälich trat Besserung ein, das Kätzchen
kroch noch \ Stunde umher und sog nach
Stunde
schon wieder. Eine ungewöhnliche Mattigkeit und Schläfrigkeit blieb dem Thiere auch in den folgenden Tagen,
oft lag CS mehrere Stunden an der Zitze ,
ohne wirkfiisse.
natürlich.
J-
KicktU
Arcliiv
f.
Snai.
u.
Phy». 1829.
2
Beobacht. über d. Infusion verschied. Substanzen inThiere.
18
Es bekam einen geschwollenen Bauch
am vierten Tage nach der Injection.
lieh
zu saugen.
und
starb endlich
Sämratliche Muskeln des Körpers waren
die Unterleibsorgane
sämmtlich
mürbe,
Leber von widernatürlicher, dunkler Farbe,
SecHon.
bleich
und
bleich, die
Magen und Gedärme voll Luft, Sämnitliche Cavitäten des
Herzens waren zum Theil mit flüssigem Blute zum Theil
mit kleinen Gerinnseln angefüllt, doch war die Farbe
des Blutes im linken Ventrikel etwas heller als die des
,
rechten.
Die linke Lunge war schön roth
,
die rechte
pfirsichblüthenfarben.
Zwischen der Hirnschale und der dura mater hatten
Die Ober-
Blut- und Wasserergiessungen Stattgehabt.
fläche des Gehirnes schien blutreicher als
die
innere
Substanz desselben zu seyn. Auf der Basis des Schädels fand sich neben der meduUa oblongata ein kleines,
eoagulirtes Blutextravasat.
In diesem Falle schien ebenfalls
,
ausser der Wir-
Rumpfeingeweide, ein
bedeutender Einfluss des Narcotins auf das Gehirn Statt
kung des fremden Blutes auf
die
gefunden zu haben.
Elfter Versuch.
^
Wirkung des Narcotins,
in den
Magen gebracht
Kaninchen brachte ich 6 Gr.
mit Essig und Wasser
,
Uos angefeuchtet, in den Magen. Als das Thier nach
einer Stunde durchaus keine Veränderung zeigte, so
Einem 2 Monate
alten
reines, krystallisirtes Narcotin
es abermals 2 Gr. Mehrere Stunden wurde die
ohne dass sich auch nur die
Beobachtung fortgesetzt
geringste Spur von Wirkung des Mittels gezeigt hätte.
bekam
,
Obs Thier behielt
war unverändert,
und der Appetit
seine völlige Munterkeit
,
die Pupille
Respiration und Pulsschlag natürlich,
nicht
gestört.
Mit Befremden sah ich
Beobacht. über d. biAjslon verschied. Substanzen in Thiere.
19
das Kaninchen noch in der Nacht um 12 Uhr, 8 Stunden nach der Beibringung des Mittels, gesund.
Am
nächsten Morgen halte
deutend verändert
,
sich
der Zustand be-
die stärlisten Convulsionen auf der
ganzen linken Körperhälfte wechselten mit grösster
Kühe und Erschlaffung ab; die linke Seite, auf der das
Kaninchen im ruhigen Zustande lag, war vollkommen
Die Kranipfanfälle schienen in regelmässigen
Zwischenräumen von J- Stunde zur anderen wiederzukehren. Das Gemeingefühl schien eher erhöht als verringert zu sejn, hei Berührung, besonders des Schwanzes, schrie und zuckte das Thier durch die Wirbelsäule.
gelähmt.
—
Um
nun zu ermitteln,
ob das Narcotin in das Blut
dieses Thieres übergegangen sey,
so stellte ich folgen-
den Versuch an.
Ich setzte diesem Kaninchen 6 grosse Blutegel,
worauf es unter den heftigsten Convulsionen starb. Von
dem durch Ausstreifen dieser Thiere erhaltenen , gereinigten und erwärmten Blute spritzte ich einem anderen
Kaninchen, von demselben Alter, nach vorangegan-
Athmen und
ein.
und das Thier schloss
gener Blutentleerung, eine Drachme
Herzschlag wurden verändert,
Augen halb , streckte die Hinterfüsse lang von sich
and schien sehr ermattet zu seyn. Futter nahm es nicht,
regte sich auch den ganzen Tag nicht von der Stelle.
die
Am
folgenden
Tage
schien
es,
bis
auf eine geringe
Trägheit, wieder hergestellt zu seyn.
Aus diesen Versuchen
scheint zu folgen
kleiner Theil des Narcotins wirklich
gegangen
sey.
dieser Substanz
,
dass ein
das Blut über-
Aus den sämmtlichen Versuchen,
,
scheint aber hervorzugehen
selbe nicht bloss auf das grosse,
lich stark
in
,
mit
dass die-
sondern auch vorzüg-
auf das kleine Gehirn und
Rückenmark wirke,
und sich in dieser Beziehung mehr den auf diese Weise
wirkenden Mitteln als dem Opium nähere, wiewohl
2'
20
Beobacht. über d. Infusion verschied. Substanzen in Tliiere.
wieder
manche
Wirkangen mit dem
seiner
letzteren
übereinkommen.
Zwölfter Versuch.
Infusion von Opium in eine Katze.
Dm
Wirkungen des Opium mit denen des Narspritzte ich eine Mischung von
1^ Gr. Opiumpulver, welches mit Wasser gerieben und
dann durchgeseiht war, in die Vene einer vierwöchentlichen Katze von demselben Wurfe mit der vorigen,
und die Infudie Menge der Flüssigkeit betrug ^ Dr.
die
cotins zu vergleichen
,
,
sion geschah binnen 30 Secunden
men
Erscheinungen durch
der rechten
Es
Nach
keine gewaltsa-
plötzliche
Ueberfiillung
Herzkammer hervorzubringen.
keine anderen Zufalle,
traten darnach
schwertes
die
um
,
Athmen und
schneller
ein
als be-
Herzschlag
ein.
Minuten miaute das Thier und schnappte oft
nach Luft, dann wurde es matt und konnte kaum von
5
der Stelle kriechen,
die
Pupille
war sehr
erweitert.
von höchster Schwäche nahm immer
und am Abende, 5 Stunden nach der Einspriz-
Dieser Zustand
mehr zu ,
zung fand ich das Thier tocjt.
Bei der Section am nächsten Morgen fand sich etwas blutiges Serum in der Brusthöhle und im Herzbeutel.
Alle Cavitäten des Herzens enthielten dunkles,
zum Theil flüssiges, zum Theil geronnenes Blut.
In der Schädelhöhle war ebenfalls etwas wässerige
Flüssigkeit enthalten,
die
Gefässe
dunkelem Blute stark ausgedehnt,
bloss die des grossen
,
des Gehirnes von
die Gehirnmasse, nicht
sondern auch des kleinen Ge-
hirnes, durchgehends ungewöhnlich blutroth.
Dreizehnter Versuch.
l/ifusioH
von Narcotin in einen Vogel.
Einem 6 — Swöchentlichen Küchlein wurde
cotin mit 1 Scrupel Flüssigkeit
langsam in
-J-
Gr. Nar-
die Jugularvene
Beobacht.überd. Infusionverschied. Substanzen in Thiere.
31
Schon in den ersten Secunden während
der Operation wurden Athnien und Herzschlag sehr beeiDgespritzt.
Das Thier schrie fortwährend
verschluss
Augen und machte die heftigsten Bewegungen mit
den Füssen. Nach 30 Secunden sperrte es den Schnabog den Kopf hintenüber bis auf den
bel weit auf,
Rücken
bekam dann die heftigsten Convulsionen und
schleunigt.
,
die
,
starb unter einem lauten Schrei
endigung der Operation
cunden gedauert
,
,
unmittelbar nach Be-
welche 1 Minute und 2 Se-
hatte.
Nach 3 Minuten wurde das Thier geöffnet. Die
rechten Höhlen des Herzens enthielten sehr flüssiges,
ins Bläuliche spielendes Blut, im linken Ventrikel fanden sich kaum einige Tropfen, die von derselben Farbe
Das Blut im Herzen hatte durchaus keinen bitteren Narcotingeschmack; die Lungen waren etwas
waren.
mehr
als
gewöhnlich geröthet,
das flüssige Blut,
wel-
ches beim Einschneiden aus ihnen hervorquoll, schmeckte
nur sehr wenig
bitter.
Vierzehnter Versuch.
Jiifution
von Opium in eine Katze.
Anderthalb Gran reines Opium wurden mit I7 Dr.
Wasser gerieben, durchgeseihet und
die bräunliche Flüs-
Kalze in die rechte Jugularvene,
binnen 2 Minuten langsam eingespritzt, ohne dass ich
sigkeit
einer kleinen
dabei eine Cause machte.
Sogleich beschleunigte Respiration, Erweiterung der
Pupille,
Hin- und Herbewegen bis zur fünfdann schwächere Bewegungen, Unvermö-
unruliiges
ten Minute,
gen, von der Stelle zu kriechen, keine Krämpfe, dann
tiefer Schlummer imil später tiefer Schlaf
Bis spät
Abends, 8 Stunden nach der Operation, ging derselbe
ia einen lodesäliidichen Zustand .
verbunden mit Eiskalte, wobei kein anderes Lebenszeichen als ein leicli-
22
Beobacht. über d. Infiision verschied. Substanzen in 'fhiere
tes
Vibriren
Herzens zugegen war,
des
über.
Am
nächsten Morgen fand ich das Thier todt.
In der Brusthöhle fand sieh etwas bluti-
Section.
ges Serum.
Der Herzbeutel
bräunliche Flüssigkeit
der Pleura verschieden war.
enthielten
kleine,
einige
flüssiges Blut;
enthielt
die sehr
,
eine
reichliche,
von der Absonderung
Die rechten Herzcavitäten
dunkle
und etwas
Gerinnsel
der linke Ventrikel war fest zusammen-
gezogen und mit grumösem und flüssigem, rötherem
Die Organe des Unterleibes waren von
natürlicher Farbe.
Die Gefässe an der Oberfläche des
Gehirnes schienen mit einer dunkelbraunen Farbe injicirt zu seyn,
auch die Substanz, sowohl des grossen,
Blute angefüllt.
als des kleinen Gehirnes,
war sehr
blutreich.
Fünfzehnter Versuch.
Infmion von Brom in eine Katze.
Einer jungen Katze wurden binnen ^ Minute 12
Tropfen einer Bromauflösung in die Jugularvene infundirt.
Nach 6 Secunden Geschrei, heftige Bewegungen,
dann noch heftigeres Geschrei, und am Ende der Operation JVachlass aller Kraftäusserungen.
des Maules
nahm
Die Schleimhaut
eine bläuliche Färbung an, die Zunge'
wurde dagegen kreideweiss, der ganze Körper befanJ
sich in
Das Thier
höchster Erschlaffung.
stiess jetzt
bewegte den Kopf matt hin nnd
dann todt zu seyn. Alle 30 Secunden
einzelne Seufzer aus,
her und schien
noch ein Seufzer; ein Druck auf den Thorax
machte, dass sich das Athmen wieder hob, doch äusserten sich keine anderen Lebenszeichen. Fünfzehn Mi-«
nuten nach der Operation , als das Thier vollkommen
folgte
todt za seyn schien, liess ich einen Fingerhut voll Blut
aus der Jugularvene
dunkelviolette Farbe.
tion
abfliessen.
Hierauf
etwas wieder her,
Das
stellte
Blut hatte eine
sich die Respira^
die Schleimhäute
des Maules
Beobacht. über d. Infusion verschied. Substanzen in Thiere.
und der Zunge rötheten
45
in der
Minute,
wieder, und die Farbe des
Atherazüge hatte das Thier jetzt
Blutes wurde heller.
wenn
sich
Klagegeschrei stiess es nicht aus,
ich es nicht berührte,
gamraendriicken des Thorax.
wohl aber
bei leisem
Zu-
Allinälich erholte sich das
Kätzchen wieder und war nach einigen
wieder hergestellt.
23
—
Tagen
völlig
Sechzehnter Versuch.
Einspritzung von
Einer jungen
,
Brom
Tropfen Uroniauflösiing mit
Jugularvene
heftig
eingespritzt.
L'4
Katze.
Katze wurden 12
,
Tropfen Wasser in die
schrie das Thier
Sogleich
bekani Schluchzen,
auf,
in eine
14 Tage alten
liess
ILin,
holte tief
Atheni, zuckte heftig mit den Gliedern und sperrte das
Angst
Sccunden
und mtch eben so
erfolgte nun ein tiefes Inspiriren ,
Noch
langer Zeit ein eben so langsames Ausathmen.
Maul, dessen Schleimhaut sehr blass war,
weit auf.
Dann
trat
N'achlass
voll
Alle 5
ein.
länger als ~ Stunde lag das Thier da, indem keine anderen
Lebenszeichen als ein langsamer Herzschlag wahrnehm-
dann schien auch dieser allmälich zu erliiund der Tod eingetreten zu sejn.
Nach IfJ Minuten Wurde das Thier geöfthet, das
Herz pulsirte noch, Berührung brachte aber sehr heftige
Contractionen hervor. Üie Cavitäten entliiclten dunkle»
Blut. Die Lungen halten ein blaurolh marmorirtcs AusNeben.
Die linke hatte an ihren Kändern einen slröhbar waren,
Kcfaen
hahnbreiten, wcissgelben Streifen, bei der rechten Lun-
ge war der oberste Lappen \on gUidiuiässiger, dunkelroilier Fiirbe, der niiltlorc an den Spitzen jedoch natürlich gefärbt,
der unterste aber bni der
malca fcurbubg
an: deji
Bändern
am
am
meistert odr-
dunkeliitoii<'->-
24
Beobacht über d. Infusion verschied. Substanzen in Thiere.
Siebzehnter Versuch.
Brom in ein Kaninchen.
Einspritzung von
Einem 2 Monate
alten
Kaninchen wurden 6 Tro-
pfen der stärksten Bromauflösung mit 12 Tropfen .Wasser in die Jugularvene eingespritzt,
ohne dass sich
et-
was anderes als schneller werdende Respiration darnach
einstellte.
Nach 5 Minuten wurde eine eben so starke
Injection wiederholt.
Jetzt fing der Athem des Thieres
an, stark nach dem Mittel zu riechen, und dasselbe
einige angstvolle Bewegungen zu machen. An der Pupille war keine Veränderung zn bemerken. Nach abermals 5 Minuten spritzte ich wieder eine gleiche Quantität ein;
gleich darauf erfolgten einzelne Zuckungen
und convulsivische Bewegungen des ganzen Körpers,
unter denen das Thier plötzlich seinen Geist aufgab.
Bei der Section fand ich,
ausser einer lebhaften
Röthung der Lungen , und vielen kleinen
Flecken, nichts Auffallendes.
Das
,
rostfarbenen
Blut hatte eine dun-
kele Farbe.
Achtzehnter Versuch.
Einführung von Luft in die Venen.
Einem sehr grossen, zweijährigen, starken Bauerhahne, mit einem ungewöhnlich grossen, dicken Kamme, bliess ich mit einem starken Stosse so viel Luft,
als man mit einem Male im Munde halten kann, durch
die Jugularvene in das Herz.
Mit einem lauten Schrei
stürzte das Thier unter zweimaligen
starken Zuckun,
,
gen der Flügel und der Schenkel, todt hin. Der grosse
hochröthe Kamm nahm in derselben Secunde eine weissund blaugefleckte Farbe an. Der Herzschlag hörte unDie Pupille war
mittelbar mit dem Lufteinblasen auf.
sehr erweitert. Als ich jetzt einige Spitzchen von dem
Kamme
abschnitt
flächen eine
,
so quoll aus diesen kleinen
Menge schaumigen
Blutes
hervor,
Wundblieb
Beobacht. über d. Inrusion verschied. Substanzen in Thiere.
hier, sich
25
mehr und mehr aufblähend, hängen, so dass
mehrere der Luftbläschen durch die aus den Gefässen
nachströniende Luft die Grösse einer Linse erreichten.
Wurde
Schaum
entfernt
so quoll sogleich neuer
welche noch mehrere StunBei der am folgenden
den nach dem Tode anhielt.
dieser
Tage
—
angestellten Section fand ich die linken
len fast blutleer,
in
die grossen
Blut,
der rechten dunkles,
Venen mit
Arterien mit flüssigem Blute
ich nirgends, als hin
des
,
eine Erscheinung,
hervor,
coagulirteni,
angefüllt.
Herzhöh-
geronnenes
die grossen
Luft entdeckte
und wieder zwischen den Blättern
welches in Form kugeliger Blasen
Mesenterium,
Die ganze Cutis hatte beim Anfühlen
wahrscheinlich von der in ihren
aufgehoben war.
etwas Schwammiges,
feineren Gefiissen befindlichen Luft.
Neunzehnter Versuch.
Einblasung von Luft in die Venen eines Kalbes,
der Richtung nach dem Kopfe zu.
in
Einem grossen , fetten, zweimonatlichen, männlichen Kalbe ö&'nete ich die rechte Jugularvene in der
Mille des Halses, brachte einen Tubulus gegen den
Kopf zu
gatur.
ein
und befestigte die Röhre mit einer Li-
Sogleich stürzte das Blut in dickem Strome aus
die ich dann mit dem Finger verHierauf bliess ich, mit grösster Anstrengung,
Luft, wie man mit einem Stosse aus den Lun-
der Röhre hervor,
schloss.
80 viel
gen heraustreiben kann , in der Richtung nach dem
Kopfe zu in dag Gefäss.
Augenblicklich sank das Thier in die Kniee, als
wenn es sich in höchster Erschöpfung befände, und fiel
auf die entgegengesetzte Seite, die Pupillen waren stark
erweitert,
die
Augen verdreht,
binnen 2 Minuten
Extremitäten.
,
unter
und der Tod erfolgte
schwachen Bewegungen der
26
Beobacht. über
d.
Infusion verschied. Substanzen in Thiere.
Zwei Minuten später wurde dem Kalbe
die Luft-
röhre, samnit den grossen Blutgefässen und Nerven
am
Halse durchschnitten, der Kopf des Thieres vom Rumpfe getrennt und zu Hause von mir genau untersucht.
Nach abgenommener Hirnschale hatte die ganze Oberfläche
des Gehirnes ein
blaubräunliches Ansehen von
der starken Ueberfiillung und bräunlichen Färbung des
Hin und wieder sah man in
darin enthaltenen Blutes.
den grösseren Gefässen ein Luftbläschen. Beim Durchschneiden der Gehirnmasse fand ich überall die gewöhnliche Beschati'enheit derselben, weder Ueberfiillung
nirgends aber Luft.
Die Gehirnhöhlen
noch Leere
,
enthielten
kaum
einige
Tropfen Wasser.
An
der Basis
des Gehirnes, besonders an der medulla oblongata entlang, fand sich ein 2 Linien dickes Extravasat von coa-
gulirtem Blute.
Zwanzigster Versuch.
Infusion von selensaurem Nalrtm in ein Pferd.
Einem 9" Jahre alten Hengste, der im ruhigen Zustande 16 Atheinzüge und 40 bis 45 Pulse in einer Minute
walirhehmen Hess, wurden am löten Junius 1828, Abends
6 Uhr, 2^ Drachme selensaueres Natrun , aufgelöst in
desfiliirtem Wasser in diejugularvene derrechten
Seite injicitt, worauf sich in der ersten Stunde im Athitien und im Pulse nur wenig Veränderungen zeigten;
2Uhz*B
jedoch bemerkte
man
bald nach der Injectiort einen
'ei-
dem des Phosphör-WasUmgebung des Thieres, Welcher,
genlhünilichen Geruch (ähnlich
serstoff-GaseS)
irt
der
nachdem letzteres in seinen Standort zurückgeführt SVOrden war, iim so deutlicher hervortrat und sich im gafl*
zen Stalle verbreitete.
Nach
IJ-
Stunde fand Herr Stud. Dienemantt,-V(«V
eher die Beobachtung des Thieres übernomiiteft
hört*'.
Beobacht. über d. Infusion verschied. Substanzen in Thicre.
27
das Pferd mehr abgestumpft, starr vor sich hinblickend;
es achtete nicht auf den Zuruf und nahm das ihm vorgehaltene Futter nicht an, da es hingegen 1 Stunde früher noch das auf der Raufe liegende Futter verzehrte.
Man zählte jetzt 28 Athemziige und 56 Pulse in der
Minute, welche letztere voll und weich waren.
Das Pferd fing an zu schwitzen
stellte die Fiisse
weit aus einander, sah ängstlich umher, und trat, so
weit es die Halfter zuliess, von der Krippe zurück.
Diese Erscheinungen wurden fortwährend heftiger,
so dass es 2 Stunden nach dem Eingeben stark zu stöh,
nen anfing,
die
Stellung eines
am Tetanus
leidenden
Pferdes annahm, über den ganzen Körper heftig schlitzte
und
in
seinem Benehmen
viel
Schmerz und Angst
verrieth.
demselben ein anfangs dünner, durchschäumender, mit etwas Blut vermischter Schleim aus der Nase, so wie auch zu wie-
Dabei
sichtiger,
floss
später
derholten Malen ans
dem
After eine übelriechende, grün-
lichgefärbte Flüssigkeit abging.
sich
beim Anfühlen
—
Alle Muskeln zeigten
straffer als früher
;
man nahm
zu-
ckende Bewegungen an ihnen wahr, und das Maul schien
krampfhaft verschlossen zu seyn, da man dasselbe, bei
aller
Anstrengung,
Da
nicht öfinen konnte.
sich sehr in die Halfter legte,
das Pferd
die Füsse weit aus ein-
ander stellte und sich nicht mehr aufrecht erhalten zu
können schien, so band man dasselbe los, worauf es
die Füsse steif und ausgestreckt hielt und mit dem
Kücken langsam an der Scitenwand seines Standes hinab zur Erde glitt, so dass es schien, als wenn ihm die
Beugung der (iliednmassen unmöglich gewesen wlire.
Das Stöhnen des
2J- Stunde nach dtr Injeclion.
Thiere« wurde nun immer heftiger, der Ausfluss eine*~
schfiumenden Sehleimes aus der Nnse nahm zu , und
man
zählte jetzt
über 50 Athemziige
in
der Minute;
28
Beobacht. über
d.
Infusion verschied. Substanzen in Thiere.
und ausgedehnt, jedoch
wahrzunehmen; die Herzschläge
aber (deren man jetzt 80 in der Minute wahrnehmen
konnte), welche früher nur wenig fühlbar waren, tradie Arterien zeigten sich voll
war der Puls
ten
um
nicht
so deutlicher hervor.
2y Stunde nach der Injection geschahen die Athemzüge langsamer, schwächer und in ungleichen Zwischenräumen; die Herzschläge waren pochend und sehr vermehrt (c. 100 in einer Minute) und öfters aussetzend;
die Oberfläche des Körpers wurde kalt
es ging noch
einmal ein dünner Mist ab und das Thier starb. Dabei
beobachtete Herr Dienemann , dass das Thier schon
;
seit längerer Zeit nicht
sich aber
nehmen
geathmet hatte, die Herzschläge
dennoch einige Zeit hindurch deutlich wahr-
Hessen.
Bald nach dem Tode des Thieres wurde der Leib
desselben sehr aufgetrieben; es floss noch fortwährend
eine schäumende Flüssigkeit aus dem After und der
Nase;
blass
als
die
Schleimhaut der letzteren zeigte sich sehr
und mit einzelnen rothen Flecken besetzt.
Sectionslefund. A. In der Brusthöhle fanden
sich,
Exsudate,
die
Folge einer chronischen Pleuritis,
waren und eine theilweise
Verwachsung der Lungen mit den Rippenwandungen,
theils
dem
fest,
theils
flüssig
Zwerchfelle, Herzbeutel
Die Lungen
u.
s.
w. vermittelt hatten.
selbst hatten einen grösseren
mehr Consistenz, weniger
Elasticität,
als die
Umfang,
gesunder
auf ihrer Oberfläche waren sie mit kleinen
Knötchen, wie diese bei der Rotzkrankheit gewöhnlich
Pferde;
vorkommen,
besetzt.
Beim Einschneiden fanden wir
dieselben theilweise hepatisirt, so wie auch,
besonders
an den Rändei-n und den vorderen Lappen, einzelne
härtere Stellen (anfangende vomicae) Die Verzweigungen der Lungenarterie waren mit dem geronnenen Fa-
Beobacht.überd. Infusion verschied. Substanzen in Thiere.
serstoffe des Blutes angefüllt
;
die Luftröhre
,
29
so wie die
Bronchien enthielten vielen schäumenden Schleim.
Der Herzbeutel war von Flüssigkeit ausgedehnt
und an seiner äusseren Fläche mit den Umgebungen
durch Fäden von plastischer Lj'niphe verbunden.
Beide Kammern des Herzens waren mit dem Faserstofie des Blutes angefüllt, welcher sich auch als feste
Masse in die Lungenarterie und die Aorta fortsetzte.
An der Scheidewand, so wie an den warzenförmigen Muskeln der Seitenwand der linken Herzkammer,
zeigte sich extravasirtes Blut zwischen der serösen Haut
—
und der Muskelsubstanz.
In allen grossen Gefässea
der Brusthöhle zeigte sich das Blut zersetzt.
B. Bei der Eröffnung der Bauchhöhle
trat sogleich
der von Luft sehr ausgedehnte und entzündlich geröthete Leerdarm (intestinum jejunum) hervor. Der Blind-
darm
coecum) war ebenfalls von Luft sehr aus-
(intest,
gedehnt und zeigte auf der Schleimhaut sowohl ExtraDer Grimmdarm
vasate, als auch entzündete Stellen.
war mit Futler
angefüllt, an seiner inneren Fläche stel-
lenweise geröthet und mit dunkelrothen Punkten besetzt.
Der Mastdarm
Flüssigkeit;
die
eine
enthielt
schmuzige,
übelriechende
Schleimhaut desselben war sehr aufge-
lockert und mit einzelnen
,
dunkelrothen Flecken besetzt.
Der Magen war mit einem dünnen Futterbreie angeHillt
und zeigte
Krümmung,
eine
Schleimhaut,
in der
an der grossen
braunrothe Stelle von
2^-
Zoll
im
Durchmesser.
Die l'fortader, sowie
ten
ein
dunkelrothcs,
die Gefässe der Milz, enthiel-
zähflüssiges,
nicht
Die Leber zeigte sich etwas mürbe
Blut.
gänge
,
zersetztes
die Gallen-
angerülll.
An den Urinwerkzengen war
keine
Abnormität
wahrznchmcn.
C.
Etöllhung
der
Schädelhöhlo.
Die Seitenkara-
Heber einige Eigenthümliehkeiten im Verlaufe
30
luein des Gehirnes enthielten eine trübe, gelbliche Flüssigkeit; die Adergeflechte zeigten einige härtere Stellen
und Knötchen.
D. Die Scheidewand der Nasenhöhle an
ren Hälfte
ihrer obe-
so wie die Schleimhaut des Siebbeines und
,
der Nasenmuscheln, war mit Blutextravasaten besetzt;
an der unteren Hiilfte der Nasenscheidewand befanden
sich auf der linken Seite Geschwüre, welche man auch
schon beim lebenden Thiere sehen konnte.
Die Stirn - und Kieferhöhlen enthielten etwas eiterähnliche Flüssigkeit (Product der Rotzkrankheit), und
Extravasate in der Schleimhaut.
Den Schimmelhengst , der Herrn Dr. Eckard man-
chen Tag gezogen, gab dieser zu dem Versuche her,
das selensaure Natrun der Entdecker desselben, der
Herr Professor Mitscherlich und bei dem Experimente
unterstützten mich Herr Oberthierarzt Fischer und mehrere Studirende; die Beobachtung des Thieres stellte
,
Herr
Dienemann mit
der
grössten
Gewissenhaftig-
keit an.
III.
Ueber einige Eigenthümliehkeiten im Verlaufe
der Schlagadern der Fischotter (Lutra
vulgaiis ).
Von
Dr.
Hins Carl Leopold Barkow,
auss. Professor der
Medicin und Prosector zu Breslau,
(Hierzu Kupfertafel U.
JLch habe Gelegenheit gehabt
die erst vor
ren,
und
,
drei
junge Fischottern,
zu injici,
Kurzem geboren seyn konnten
theile
die Resultate
der Untersuchung,
die
der Schlagadern der Fischottern.
31
zwar nicht ganz vollständig war, mit, weil sie mir, in
mehr als einer Hinsicht , interessant zu seyn scheinen,
Aus dem Bogen der Aorta entspringt die arteria
anooyma, dann dicht neben dieser die arteria subclavia
sinistra. Die anonyma giebt mehrere nicht unbedeutende
arteriae thyniicae, dann die carotis sinistra, und theilt
sich zuletzt in die carotis und subclavia dextra.
Die
art. carotis communis giebt eine schwache thyreoidea
—
unweit der
inferior,
am
viel stärkeren,
gewöhnlichen
Orte entspringenden thyreoidea superior; nach letzterer
und
eine starke Arterie für die Unterkieferdrüse,
gender Ordnung die carotis interna
laris,
schen
niaxillaris
art.
stark,
ist
und
temporalis,
posterior,
dem Kopfe und Winkel
interna
fort.
lingualis
,
setzt sich
,
in fol-
auricu-
dann zwi-
des Unterkiefers in die
Die
carotis
art.
interna
erscheint aber doch nur als untergeordneter
Ast der carotis communis , giebt einen starken ramus
oecipitalis ,
der sich durch einen nicht unbedeutenden
Zweig mit der vertebralis verbindet, ehe diese durch
den Bogen des Atlas in den Kanal der Wirbelsäule
gelangt darauf durch den canalis caroticus in die
tritt,
Schädelhöhle,
wo
sie
zur Seite des Türkensattels einen
Verbindunggzweig aus der niaxillaris interna aufnimmt,
sodann die harte Hirnhaut durchbohrt und an die Grundflüche des Gehirnes gelangt.
Die art. auricularis posterior
ist
besonders
für
die
Nackenmuskeln
die temporalis spaltet sich bald in
poralis
und
in
die
die transversa faciei
und von denen
verfolgen liess.
Die
die beide ungefähr
,
gleich stark sind,
letztere bis
winkel sich
art.
profunda, eine ptcrjgoidea, eine
braÜN,
art.
die art. ophtiialmica,
infraurbiialis.
sie in ihren
Kanal
und
Die alveolaris
eintritt,
zum Mund-
niaxillaris interna
dann eine tempora-
giebt zuerst die alveolaris inferior,
lis
bestimmt;
eigentliche tem-
art.
meningo-cere-
setzt sich fort in die
inferior entsendet,
ehe
sum
un-
einen Zweig,
der
32
Ueber einige Eigenthümlichkeiten im Verlaufe
Rande des Unterkiefers herabsteigt und sich nm
diesen am vorderen Rande des Masseter, als schwache
Andeutung einer art. maxillaris externa, ans Gesicht
begiebt.
Der ranius meningo-cerebralis tritt durch die
teren
fissura orbitalis superior in die Schädelhöhle
giebt zu-
,
erst die nieningea anterior, läuft %'on vorne
nach hinten,
giebt die meningea media und senkt sich neben dem
Stamm der
Tiirkensattel in den
Aus jeder
subclavia
art.
carotis cerebralis.
entspringen zuerst gleich-
und mammaria interna, nur aa
einem von den drei Thieren, die ich untersuchte, entsprang die mammaria interna an der linken Seite früHierauf theilt sich die art. subclavia jeder Seite
her.
zeitig die art. vertebralis
in einen
Ast,
oberen,
schwächeren und miteren, stärkeren
der als Fortsetzung der subclavia in die axillaris
übergeht.
Der obere Ast der
art.
subclavia giebt zuerst
eine nicht bedeutende cervicalis adscendens,
Muskelzweige, geht
Rückenseite
dann
viele
als transversa colli et scapulae
zur
des Halses und vertheilt sich in die Rü-
ckenmuskeln und in die Haut. Die
sich an der Vereinigung
art. vertebralis theilt
des ersten und zweiten Hals-
wirbels in zwei Zweige,
von denen der eine zwischea
den beiden ersten Halswirbeln in den Kanal der Wirbelsäule tritt, der zweite erst durch den Rogen des ersten Halswirbels,
cipitalis
nachdem
er sich mit
axillaris giebt starke thoracicae
laris
dem ramus
der carotis interna verbunden hat.
die
am
oc-
arter.
externae , die subscapu-
mehrere kleinere Muskeläste,
in die art. brachialis,
Die
und
unteren
setzt sich fort
Ende des Ober-
armes eine starke collateralis radialis abgiebt, welche
Handwurzel an der Radialseite des Vorderarmes herabsteigt, und geht, nachdem noch einige Zwei-
fast bis zur
ge,
die sich ans Ellenbogengelenk vertheilen,
aus ihr
hervorgekommen sind, durchs foramen supracondyloideum an den Vorderarm, in dessen Mitte sie einea
der Schlagadern der Fischotter.
33
zum Handrücken
Hand hinabsteigt, wo
entsendet und
Starken ramus dorsalis
in die Fläche der
verlaufend,
Ulnarseite
Radialseite zur
oberflächlichen Gefässbogen bildet, aus
digitales volares in sehr variirender
men, doch so, dass
ten und radialis der
stärkste, und somit
der
lis
art.
sie,
von der
einen
starken,
dem
die arteriae
Ordnung hervorkom-
die in die digitalis ulnarls der drit-
Zehe
vierten
sich spaltende als die
Fortsetzung und das Ende
Aus der aorta abdominabrachialis erscheint.
als die
Ordnung
entspringen in folgender
die
art.
coeliaca,
mesenterica anterior, die suprarenales, die renales, oder
vor diesen die für die schiefen und queren
keln bestimmten
vorderen Arterien
,
,
ungefähr zwei Linien vor der renalis,
kamen
Seite aus der Aorta
dem
Bauchmus-
die in zwei Fällen,
auf der linken
auf der rechten Seite in
einen Falle gleichzeitig mit der renalis, in dem an-
deren aus der renalis selbst
und im
aus der Aorta,
,
,
gleich nach deren Ursprünge
dritten Falle auf beiden
Seiten
Nach den Nieren-Arterien entspringen
aus der renalis.
aus der Aorta die
art.
spermaticae internae,
dann die
mesenterica posterior, und kurz vor ihrem hinteren
Ende
aus jeder Seite die für die schiefen und queren Bauchmuskeln bestimmte, hintere Arterie; gleich nach dieser
worauf die Fortsetzung der
Sacra media und in die
beiden arteriae sacrae laterales spaltet. Die arteria coeliaca spaltet sich in den Dreifuss, die lienalis, ehe sie
die beiden arteriae iliacae,
Aorta sich sogleich
die Milz erreicht,
in die art.
in
einen oberen kleineren und einen
Uic Arteria mesenterica antezwei Fällen an der rechten Seite vier , an
unteren stärkeren Ast.
rior
gab
in
der linken Seite (das Ende der Arterie mitgerechnet)
zehn Aeste, im dritten Falle an der rechten Seile nur
drei, an der linken Seite elf Aeste.
üie hinteren, für
die schiefen und queren liauchmuskeln bestinmilen Arterien entsprangen
Mcckth Archir
f.
in
zwei Fällen nicht ganz sjinme-
Anat. u.
rii>'i<.
1329.
3
Ueber einige EigeDthümlichkeiten im Verlaufe
34
trisch,
die
linke nämlicli
diese mit einem kurzen
elwas höher als die rechte,
gleich
sich
Arterie und die iliaca spaltenden
in
genannte
die
Stanini.
Sie
gehen
über den Musculus psoas major nach aussen, gebea
zuerst einen starken, in den genannten Bauchmuskeln
nach vorn verlaufenden Ast, gehen dann zur Spina anterior ilei , und vertheilen sich bis zum Knie herabsteigend in die Muskeln des Oberschenkels und wahrDie art. iliaca setzt sich
scheinlich auch in die Haut.
in die cruralis fort,
giebt eine starke
art.
epigastrica,
eine vesicalis, die spermatica externa, und spaltet sich
ungefähr in der Mitte des Oberschenkels in die
art. arti-
genu interna superior, die sehr schwach ist, und
in die fast gleich starke tibialis posterior und popIitea.
Die arteria tibialis posterior geht oberflächlich an der
inneren Seite des Kniees nieder, giebt die art, articnlacularis
ris
genu interna
inferior
,
darauf ungefähr in der Mitte
des Unterschenkels oder etwas tiefer einen starken 'Ast,
der sich über die vordere Fläche der Tibia zum Rücken
der Fusswurzel schlägt, und gelangt hinter
Knöchel
Fusssohle,
in die
um
dem inneren
einen starken arcusplan«
zu bilden , aus dem die arteuae digitales plantares
Die arteria poplitea geht wie gewöhnlich
in die Kniekehle, setzt sich dann, das ligamentum interosseum an seinem oberen Ende durchbohrend, in die
tibialis anterior fort, die wie gewöhnlich an der vordetaris
entspringen.
ren Fläche
des
Unterschenkels verläuft.
Sacra lateralis giebt die glutaea,
interna,
und
Die arterid
umbilicalis,
pudendal
spaltet sich zuletzt in die ischiadica
oder
glutaea inferior, und die eigentliche sacra lateralis, die
schwach
ist,
allen Fällen
arteria
als art.
caudae
lateralis verläuft,
aber in
nur an ihrem Anfange gefüllt war.
Die
Sacra media verläuft in der Mittellinie bis zur
Schwanzspitze
,
giebt auf der Mitte der ersten sechs bis
sieben Wirbelkörper (des Kreuzbeines und des Schwan^
.
der Schlagadern der Fischottern.
zes)
85
Zweig,
nach jeder Seite hin einen
der sich so-
gleich wieder in drei kleinere spaltet, nämlich in einen
zurücklaufenden einen fortlaufenden und einen queren.
Die beiden ersten verlaufen dicht neben der sacra media, von dieser zum Theii bedeckt, nnd anastomosiren
mit den ihnen entgegenstrebenden Zweigen, die auf den
,
,
benachbarten Wirbeln auf gleiche Weise aus der sacra
media entspringen die querlaufenden geben weiter nach
;
ansscn nnd theilen sich an der Seite jedes Wirbels auch
in einen
zurücklaufenden und einen fortlaufenden Ast,
wie die früheren mit den ihnen enfgegenstrebenden,
von den benachbarten Wirbeln kommenden, anastomoAuf den folgenden
siren und so Gefässkränze bilden.
die
Wirbeln entspringt ans der oberen Flädhe der sacra
media ein kurzer, sich gleich in zwei Seitenäste theilender Stamm, die wie die Seitenäste, welche auf den
ersten Wirbeln des Kreuzbeines und des Schwanzes unmittelbar aus der sacra media entspringen, verlaufen.
Von den beschriebenen
Arterien sind besonders die in-
neren Kopfschlagadern und das hintere Ende der Aorta
merkwürdig.
Die inneren Kopfschlagadern verlaufen
als unter-
geordnete Zweige der Carotis communis durch den Ca-
und
nalis caroticus,
treten
neben dem Türkensatlel an
die Grundfläche des Gehirnes
Rieh hier nicht
kommt
die
ein
,
;
ein
Wundernetz
findet
aber als leiseste Andeutung desselben
Zweig aus der maxillaris interna, geht durch
obere Augenhöhlenspalte in die Schädelhöhle und
•enkt sich
an
derselben
rotis cerebralis,
nelze beim
Dag
in drei
wo
Hunde
den Stamm der CaStamm aus dem Wundcr-
Stelle in
sich der
in die carotis cerebralis
hintere F.nde der Aorta
Aeste,
den sacrac
niinilicii
gj)alliBt
in die sacra
einmündet.
sich eigentlich
media und die
bei-
laterales, aber die beiden iliacae entspringen
Ro kurz vor dieser Theilung und
kurz vor den beiden
3'
Heber einige Eigenthümlichkeiten im Verlaufe
36
zuletzt genannten Arterien die beiden
hinteren für die
und queren Bauchmuskeln bestimmten Arterien,
dass es fast das Ansehen hat, als ob das hintere Ende
schiefen
sieben Aeste spalte.
Die hintere,
Bauchmuskeln bestimmte Arterie entspricht ohne Zweifel der früher von mir ') beim Igel
und Hasen beschriebenen Arteria imisculo-cutanea , und
der in die Haut sich vertheilende Zweig ist in den von
mir untersuchten Fischottern wohl nur nicht mit der
Injectionsmasse gefüllt gewesen. Die auffallende Theilung am hinteren Ende der Aorta der Fischotter wird
der Aorta
sich
in
für die genannten
bedingt:
1) durch starke
durch
theilt Sich die
Entwickelung des Schwanzes; DaFortsetzung der Aorta in die Sacra
media und die sacrae
entspringen,
welche
laterales,
aus denen die Zweige
sonst
arteriae
die
hypogastricae
entsenden
Da2) durch die starke Entwickelung der Haut.
durch hat der Stamm, der den hinteren für die schiefen
und den queren Bauchmuskel bestimmten Zweig abgiebt, eine so bedeutende Stärke erreicht;
3) dadurch, dass die letztere Arterie nicht wie
beim Igel und Hasen aus der arteria iliaca, sondern
wie beim Hunde und der Katze (wo sie aber viel
schwächer ist und nur zu den Bauchmuskeln geht) aus
der Aorta selbst hervorkommt.
Erklärung der Abbildungen.
Fig. 1.
otter
in
Die innere Schädelbasis einer jungen Fisch-
natürlicher Grüsse.
An
der linken Seite
ist
die Fissura orbitalis superior aufgebrochen.
a) Die arteria maxillaris externa an der Stelle,
1) Disquisitiones circa
mammalium. Upsiae
originem
et
wo
decursum arterianim
1829. 4. p. 30 u. p. 52. Tab.
I.
Fig. 8.
37
der Schlagadern der Fischotteru.
den ramus nieningo-cerebralis abgiebt; hh die arteriae meningeae anteriores; cc die arteriae meningeae
sie
dd
mediae;
die arteriae carotldes cerebrales,
die
den
VcAindungszweig aufnehmen.
Fig. 2.
Der Hinterleib nebst einem Theile des
Schwanzes und den hinteren Extremitäten einer jungen
Fischotter in natürlicher Grösse.
a die
art.
cc
und schiefen Bauchmuskeln
coeliacn; J die art. mesenterica anterior;
die vorderen für die queren
bestironilen Arterien;
dd
die arteriae renales; eedieart.
Bpermaticae internae;
f
die art. mesenterica posterior;
gg
und schiefen Bauchmus-
die hinteren für die queren
keln bestimmten Arterien;
geschnittenen
art.
hh
cpigastricae
die art. iliacae; ii die ab;
die
II
articulares
art.
genu internae superiores; mm mm die art. tibiales posteriores; nn die zum Fussrücken gehenden Zweige der
o die Theilung des Aortenendes
tibiales posteriores;
in die sacra media und die beiden sacrae laterales; pp
Zweige der sacrae
laterales,
des Beckens gingen ;
die zu den Eingeweiden
q q Fortsetzungen der sacrae
la-
terales.
Die
art.
Sacra media und die Kränze,
queren Aeste bilden,
welche ihre
sind nicht besonders auf dieser
Abbildung durch Buchstaben bezeichnet. Die Kränze,
welche die zurücklaufenden und fortlaiifendcn Zweige
bilden, sieht
man
aber nicht, weil sie grösstentheils von
der Sacra media bedeckt liegen.
dia
Fig. 3. Die ersten Schwanzwirbel mit der sacra mevon der Seite dargestellt, nöbst den Kränzen, wel-
che die zurücklaufenden und fortlaufenden, so wie attch
die queren
Zweige
bilden.
'
'
:
'
.
i
38
Fortgesetzte anatomische Untersuchungeu über den
Bau
'
IV.
anatomische Untersuchungen über
den Bau der Augen bei den Insekten und
Fortgesetzte
Crustaceen.
Von
Johannes Mueller,
Dr.
Professor zu Boivn.
(
Mit Kupfertafel Ul\ Fig. 1
—
17.
S^eitdem ich meine Untersucliungen über den Bau der
einfachen und zusammengesetzten Augen bei den Crustaceen, Spinnen und Insekten in der Schrift:
zur ver-
gleichenden Physiologie des Gesichtssinnes.
Leipzig 1826. bekannt gemacht, habe ich nicht unterlassen , diese Beobachtungen nach Gelegenheit und
Müsse
Die Ergebnisse davon will ich nun,
fortzusetzen.
Rücksicht auf meine frühere Arbeit und die
Zeit auch von Anderen hin
seit
niit
dieser
und wieder gemachten Beobachi
tuqgen, mittheilen,
I.
Einfache Augen der Insecten.
In meiner frühern Arbeit habe ich bereits dep Bau.
Augen
bei den Arachqiden und Insecten
habe gezeigt, dass die Augen der Skorpionen und Solpugen unter einer convexen, nach inneo^
concaven Hornhaut nicht allein eine Linse, sondern
der einfachen
erläutert;
ich
auch in einer becherförmigen, von schwarzem Pigment
umgebenen Netzhaut einen Glaskörper besitzen.
Das
schwarze Pigment , welches die becherförmige Netzhaut
nmgiebt , bildet an der vorderen Fläche des Glaskörpers
zugleich noch einen gürtelförmigen Saum, in dessen
freie Mitte
gleichsam wie in eine Pupille die hintere
Convexität der Linse passt.
Siehe die Abbildung die-
ser Theile auf Taf. VII. Fig. 8.
Im Herbste 1828 hatte
der Augen bei den Insekten und Crustaceen.
lin
Gelegenheit
,
39
Versammlung der Naturforscher zu Ber-
ich zur Zeit der
diese bei den Slvorpionen sehr ansehn-
lichen ^Theile, an kleinen Präparaten von mir, die sich
im anatomischen Museum zu BerUn befinden, mehreren
Freunden zu zeigen. Ich hatte auch beobachtet, dass die
einfachen
Augen der Insekten einen äiinUchen Bau haben,
obgleich sie sehr viel kleiner sind; Linsen hatte ich in
denselben
immer gesehen
,
diese blieben nach
Wegnahme
der Cornea in der inneren Aushöhlung derselben liegen
glaXibte auch eine dritte Materie hinter der Linse
bemerkt zn haben, nach Untersuchung der einfachen
Augen des GrjUus hieroglyphicus und der Mantis reliHiernach schienen die einfachen Augen der Ingiosa.
sekten mit denen der Spinnen ganz übereinzukommen.
ich
Neuerlichst hat
schätzbaren
Cr.
Werke:
R. Treviranus in
seinem sehr
Beiträge zur Anatomie und Pliysio-
Sinneswerkzeuge des Menschen und der Thiere,
die einfachen Augen von mehreren In,
sekten , nämlich von Tettigonia Tympanum , von Vespa
Crabro, von Bombus terrestris und Libellula quadrimalogie der
Bremen 1828
calata
,
Linse,
beschrieben
;
er hat ebenfalls durchgängig eine
aber nicht mit Bestimmtheit eine dritte Materie
oder einen Glaskörper in der becherförmigen Netzhaut
bemerken können.
In neuerer Zeit habe ich die einfachen Augen bei
mehreren Insekten abermals untersucht
bei der Larve
Von IJytiscus marginalis kommt ausser der Linse aller;
dings eine dritte Materie oder ein Glaskörper vor,
den Skolopendern
liegt
bei
aber die becherförmige Netzhaut
HO nahe an der hintern Convexität der Linse, dass eine
Materie nur 5b sehr geringer Quantität vorhanden KPyn kann.
dritte
Dytiscn» marginalis.
Die Larve des Dytiscua marginalis hat bekanntlieh
jederseitfl sechs einfache Augen , die fast im Kreise «te-
40
Fortgesetzte anatomische Untersuchungen üher den
Bau
hen; die zyvel oberen dieses Kreises sind langgezogen,
elliptisch, die
übrigen sphärisch. Siehe Fig.
1.
Diese einfachen Augen haben sehr deutliche,
kry-
ganz kleine Linsen, welche hinter der entsprechend gewölbten Hornhaut liegen. Sie sind an den
sphärischen Augen fast ganz kugelig, an den elliptischen
stallhelle,
Augen
sind sie aber nicht elliptisch, sondern walzenför^
mig, an beiden Seilen der Achse abgerundet ; siehe Fig. 1.
und 2. An jede der Linsen schliesst sich eine grössere
schwarze Kugel an, die bei den elliptischen Augen seitlich plattgedrückt ist. Gegen die kleineren Linsen zu zeigen diese schwarzen Kugeln Grübchen wo das schwarze
Pigment fehlt, und die Linse ganz oberflächlich sich an,
fügt.
Da
die
Circumferenz der becherförmigen äusse-
ren Theile dieser Kugeln viel grösser als die Linsen
, und die Linsen nur ganz oberflächlich in kleinen
Grübchen dieser Kugeln liegen, so ist allerdings zu ver-
sind
muthen, wenn auch
nicht,
wegen der Kleinheit der
Theile,
zu entscheiden , dass hinter der Linse in der schwarzea
Kugel noch eine dritte Materie oder ein Glaskörper innerhalb der becherförmigen Netzhaut vorhanden ist.
Scolopendra niorsitaos.
Yon diesem Thiere habe ich neuerdings grosse
Exemplare untersucht und werde über die Anatomie,
der übrigen Theile an einem anderen Orte berichten.
Jederseits des Kopfes liegen vier einfache Augen, von
denen drei rund, und ein grösseres elliptisch ist. Die
,
Convexität dieser Augen ist sehr stark; nimmt man die
Hornhaut mit der äusseren hornarligen Bedeckung des
Kopfes weg, so bleiben die ansehnlichen Linsen in den
inneren Cavitäten der Hornhaut liegen. Diese Linsen
sind ganz hart, durchsichtig, bernsteinfarben und sehr
stark, auf beiden Seiten convex, fast rund , kurz so,
wie ich es bei den Spinnen und Skorpionen beschrie-
ben;
sie sind
so gross, dass
man
sie
mit blossen
Augen
der Augen bei den Insekten und Crustaceen.
41
Die Linse des elliptischen
Auges ist noch stärker als die übrigen und elliptisch.
Hinter den Linsen liegen schwarze, kaum grössere, der
Form der Linsen entsprechende, äusserlich schwarze,
an deren hinteren Theil
innerlich weisse Becherchen,
Diese Befür jedes Auge ein einfacher Sehnerve tritt.
erkennen kann.
deutlichst
Convexität der Linse,
schwarz und ganz schmal. Zwischen der Linse und der becherfürniigen Netzhaut ist
oder wenigstens ist die
kein deutlicher Glaskörper,
cherchen umfassen die hintere
ihr vorderer
dritte
den.
Saum
ist
Materie nur in sehr geringer Quantität vorhanAlle diese Theile sind sehr ansehnlich und
deutlich.
In Figur 3. sieht
man
morsitans,
Scolopendra
die Linsen
wie
sie
in
der
den
Augen von
Vertiefungen
der Hornhaut liegen, von dec inneren Seite vergrössert
abgebildet.
Figur
der
II.
4. stellt die
becherförmigen,
Augen mit ihren Sehnerven sehr
inneren Theils
vergrössert dar
')•
Aggregate der einfachen Augen bei den
Oniscoiden, Polypoden.
Dass mehrere der Polypoden scheinbar zusammenAugen durch Aggregalion der einfachen haben,
gesetzte
wugsle
man
schon längst, dass dieses auch bei den Onis-
coiden , die so viel Aehnliches mit den Tausendfiissen ha-
ben, der Fall
ist,
wissen wir zuerst durch Tremrunns
Kirby und Spence haben
ihrer Entomologie B.
in
'),
3.
von den oculi compositi
unterschieden, und schreiben erstcre dem Lepisma, den
ebenfalls die oculi conglomerati
Jaliden,
1)
einige«
2)
dem Lithobius
forficatus,
der Glonieiis zonata
Veber die Zahl und Lage ider einfachen Augen findet man
Neue in Kirby und Spence Entomologie B. S.
\'emu8chte Schril'tea U.
I.
S. ä4.
42
Fortgesetzte anatomische Untersuchungen über den
und dem Craspedosoma Leacli zu , wobei aber
coiden vergessen sind,
die
nach äusserer Untersuchung
derselben sänimtlich hierher gehören.
hat
aber
Niemand
bisher
Bau
die Onis-
eine
Ausser Cavolini
genauere anatomische
Beobachtung über den inneren Bau dieser Augen angestellt.
Aensscrlich unterscheiden sich diese Aggregate der
einfachen
Augen von den zusammengesetzten
,
dass eine
geringere Anzahl, 20 bis 40, bei einander stehen, dass
sie
sich
nicht
gegenseitig begrenzen,
dass sie keine
sondern wie gewöhnlich nur convexe Erhabenheiten bilden. Doch wird der Unterschied
nur bei vergrösserier Ansicht recht auftauend. In meisechseckige Facette,
ner früheren Arbeit über die Augen der Insecten habe
Augen S. 325 nur
Beobachtimgen darüber
Ich führte nur zur Bestätigung von Tremitzutheilen.
«eVawas"» Bemerkung die Erfahrung von CuvoUui an, dass
nämlich bei Oniscus oceanicusL. auf der inneren Fläche
der Hornhaut eine grosse Menge von festen, krystallartigen, kleinen Kugeln liege, wovon jede an einer kleinen Facette der Hornhaut befestigt ist. Nun werde ich
diese Augen nach meinen eigenen Untersuchungen an
einer Cymothoa und einem Julus beschreiben.
ich dieser Aggregate der einfachen
erwähnen können
,
ohne
selbst
Bei einer ansehnlichen Cymothoa fand ich die Zahl
der aggregiitenr, einfachen Augen gegen 40. Nach Wegnahme der Hornhaut , welche eben so a iele convexe Erhabenheiten bildet , bleiben in den inneren \'ertiefungeB
der Hornhaut ganz deutliche Linsen oder krystallartige
Diese waren hart, durchsichtig, bern-.
liegen.
Kogeln
Bteinfarben
und
fast
tund.
Hinter der Hornhaut und.
den Linsen lag eine oberflächlich grauliche, tiefer
schwarze Masse, welche eben so viele Grübchen zeigte,
so dass diese Grübchen
als Linsen vorhanden waren ,
den hintern Convexitäten der Linsen entsprachen. Diese
43
der Augen bei den Insekten und Crustaceen,
Grübclien
aber nicht sogleich zu dein becherför-
fiiliren
migen Netzhäutchen, wie bei den Skolopendern, sonziemlich hardern zu noch grösseren , durchsichtigen
ten, fast kngligen ebenfalls bernsteinfarbenen Körpern,
die vorn eine Grube oder Abplattung haben , wo sie der
Linse entsprechen, zu den Seiten und hinten aber von
,
,
Pigment bekleidet sind, und an ihrem hinteren Theile
jeder eine Faser des Sehnerven erhallen, die sich icakrder
scheinlich zwischen jedem Glaskörperchen und
Pigmentbekleidung becher*'örmig ausbreitet. Der gemeinschaftliciie Sehnerve geht unter dem Auge hin und giebt
die
Fasern für die einzelnen Augen schweiiförmig nach
einander ab.
Siehe Figur 5. Die gemeinschaftliche Hornhaut mit
den Linsen von der inneren Seite.
Figur 6. Seitenansicht des Auges, a die Glaskörperchen; h die Fasern des Sehnerven; c der
Sehnerven
;
d
die
Stamm
des
Grübchen der Oberfläche für dio Auf-
nahme der hinteren Fläche der Linsen.
Bei
einer
auf jeder Seite.
siditigen
grossen
ziemlich
gegen 40
ebenfallä
Auch
Julusart
zählte
ich
einfachea
Augen
hier blieben die harten,
durch-«
aggregirten
der
bernsteinfarbenen , fast runden Linsen in den
,
inneren Aushöhlungen
weggenommenen Hornhaut
der
und waren überaus
Die oberflächliche
Hornhaut und den Linseti
genauer habe ich
war gerade so wie bei Cyniothoa
liegen
deutlich.
AnBiulit der Theile hinter der
;
diene inneren Theile bei
Das Sehen
dieser
dem
Julus nicht untersucht.
Thiere
seyn und über die allernHchstc
Denn von
hinausreichen.
fernen Gegenständen müssen die verschieden-
Kien Slratilen alle einfachen
wodorcli
kann unmöglich scharf
Umgebung
alle Spccification
Augen
zugleich beleuchten,
des Uildes aufgehoben wird.
Nur Gegenstände, welche gaaz dicht vor den Augen
«ind,
könoea bei diesem liaue uniorschiedea werden.
44
Fortgesetzte anatomische Untersuchungen über den
Bau
indem jedes einzelne Auge dann mehr von bestimmten
entsprechenden Stellen des ganz nahen Objectes beleuchtet wird.
Daher dieser Bau der Augen auch nur
den Oniscoiden und Polypoden und einigen anderen:
Aptera Zukommt, Thiere, welche theils in der Erde,
theils unter Steinen
,
theils selbst als
Schmarotzet der
Fische leben.
-
.
Zusammengesetzte, facettirte Augen dei
geflügelten Insekten und vollkommenen
Krebse.
III.
Seit
Herausgabe meiner früheren Arbeit über den
Bau der Augen
bei den gegliederten Thieren sind die
zusammengesetzten Augen der Insekten von einigen Anatomen hin und wieder untersucht worden.
Hmchke
hat in seiner schätzbaren Schrift:
avium potestate anatomica
De
pectinis in oculo
et physiologica,
Jen. 1827,
und Abbildung
der Augen von Papilio cardui aus eigener Beobachtung
gegeben, die mit meinen Beobachtungen im Wesentlichen ganz übereinstimmt. Straus-DUrcAheim hat in seiner prachtvollen und classischen Anatomie des Maikä-^
p. 10. 20.
fers
Fig.
10.
eine Beschreibung
(Considerations generales sur l'anatomie des ani-
maux
auxquelles on a Joint l'anatomie de^
,
du melolontha vulgaris. Paris 1828) die Augeo
des Maikäfers genau untersucht und vortrefflich abgebildet und , ohne meine Arbeiten zu kennen , dieselbe,'
ganz übereinstimmende, Beobachtung gemacht. Ich hatt»
articules
scriptive
nämlich bei wiederholter Untersuchung der zusammen-
Augen der Krebse und Insekten immer gefunden , dass hinter den Facetten der Hornhaut , zwischen
dieser und den Fasern des Sehnerven durchsichtige,
gesetzten
kegelförmige Krystallkörperchen liegen,
Basen an den
die mit ihren
entsprechenden Fabelten der Hornhaut
anliegen, mit ihren Spitzen aber in die Tiefe dringend.
45
der Augen bei den Insekten und Crustaceen.
den Fasern des Sehnerven verbinden,
Seitenwände allein nüt Pigment bekleidet sind.
sich mit
deren
Trevi-
seinem angeführten neueren Werke Beobachtungen über die zusammengesetzten Augen von mehreren Insekten, nämlich von der Hornisse, von Papilio
rff«K» hat in
rhamni und Libellula quadrimaculata niitgetheilt, und
behauptet S. 86, dass der von mir beschriebene Bau
der zusammengesetzten Augen einigen , wie Blatta orienaher nicht allen, Insekten zukomnje. Dass eine
,
Bildung unter einer so ungeheueren iMenge von Thieren, welche die Klasse der Insekten enthält, allgemein
talis
sey,
wenn man
sie bei Individuen
verschiedener Ord-
war zwar wohl wahrAllgemeinheit nicht erwiesen und
nungen wiederholt gefunden hat
,
aber die
auch auf keine Art streng zu erweisen. In dieser
Hinsicht habe ich allerdings zu viel gesagt, wenn ich
behauptete , dass der von mir beschriebene Bau den zusammengesetzten Augen der Insekten und Krebse all-
scheinlich
;
ist
gemein zukomme. Indessen sind es gewiss nicht einige,
sondern die meisten der vollkommenen Krebse und Insekten, welche die beschriebenen Organe besitzen.
Verschiedenheiten,
Statt finden
,
die hierbei
hatte ich
Die
wie in anderen Dingen
von Krebsen sowohl
als Insekten,
80 weit meine damaligen Beobachtungen reichten,
an-
zugeben gesucht; auch die Varietätci; in der Gestalt der
Facetten, welche Treviranus neuerdings angiebt, S. 341
meiner Schrift,
zum
grösseren Theil bereits bemerkt.
Ich habe nunmehr neuerdings meine Untersuchungen an
den Insekten und Krebsen meiner Colleutiou in noch
grüsierem Umfange wiederholt, und wenn ich auch
einige Beobachtungen gemacht habe, welche sich an die
von Treviranus bcobaciitcten Ausnahmen nnschliesscn,
icii doch auch jetzt noch der Meinung, dass die
von mir beschriebene Bihlung, nämlich die in der Achse
•o bin
durcliticlitigen
KrijslallkiJrperchen hinter den
Facetten
46
Fortgesetzte anatomische Untersuchungen über den
der Hornhaut den
Bau
leaMiaß zusammengesetzten Angen
der geflügelten Insekten und vollkommenen Krebse mit
wenigen Ausnahmen zukommen.
Ich theile deswegen
Verzeichniss aller Insekten und Krebse mit, bei
denen die durchsichtigen, hegel_fvrmigen Krystallhürperchen zwischen der Hornhaut und den Fasern des Seh-s
nerven von mir und Anderen beobachtet worden sind.
Hierbei werde ich auch diejenigen meiner Beobachtungen anreihen welche einen abweichenden Bau der Auein
,
gen, wie ihn Treviranus bei mehreren Insekten neuerlich beschrieben hat, in einigen Fällen bestätigen.
die Insekten
und Krebse,
um
Btallkörperchen zu unterscheiden
die durchsichtigen
,
Dass
Kry-
lange Zeit in Wein-»
haben und dadurch erhärtet seyn müssen,
habe ich schon früher bemerkt.
geist gelegen
Krebse.
Beim Fhisskrebse sind die kegelförmigen
Krystallkörperchen schon von Leuwenhock und Cavo-
lini und von mir ebenfalls beobachtet. Fig. 14. Taf. VII.
meiner früheren Schrift.
Beim Pagurus Bernhardus sind die durchsichtigen
Kegel schon von Swammerdam beobachtet und
10.
Taf XI.
Fig.,
der Biblia naturae abgebildet.
Bei Palinurus hat Blainville ähnliche Organe beobdenn dass Blainville's Röhren zwischen der
Hornhaut und den Fasern des Sehnerven die von mir
beschriebenen durchsichtigen Kegel sind, erleidet
achtet;
wohl kaum einen Zweifel.
Bei Limulus Polyphemus sind die durchsichtigen
Kegel von Andre in den philosoph. transact. tora. 72.
pag. 484 vortrefflich beschrieben und abgebildet,
Bei Penaeus sulcatus (Palaemon sulcatus Oll.), dea
ich der Güte des Herrn Präsidenten Nees von Esenheck verdanke, habe ich die durschsichtigen Kegel
neuerdings beobachtet. Bei diesem Krebse sind die
Augen sehr gross; hinter der seht dünnen, viereckig
der Augen, bei den Insekten und Criutaceen.
47
Hornhaut liegt eine hautartige Schicht,
welche aus lauter ganz kurzen, parallel neben einanfacettirten
der gestellten Krystallkörpern besteht
deren gerade
,
SeitenwUnde mit einem weisslichen oder weissgrünlichen, undurchsichtigen Pigmente bekleidet sind. In
der Achse
sind
sichtig; das
diese Körperchen aber ganz durch-
Pigment
liegt
daher auch nicht zwischen
der Hornhaut und -diesen Körperchen, sondern reicht
den Seitenwänden der letzleren bis zu den
Hat man die Hornhaut weggenommen, so
sehen die Basen jener neben einander stehenden
Körperchen ganz frei und durchsichtig zwischen dem
nur an
Facetten.
netzförmig verbreiteten Pigmente hervor; eben so an
dem anderen Ende jener Körperchen, wo sie sich
mit den
thümlich
Fasern
ist,
des Sehnerven verbinden.
Eigen-
dass die Krystallkörpetchen bei diesem
Krebse sehr kurz sind und kaum mehr
so lang als breit scheinen,
als doppelt
dass sie ferner nach un-
zuspitzen, und dass sie
wie beim Fiusskrebse viereckig sind.
Die
Fasern des Sehnerven sind in ihrem ganzen Verlaufe
bis zu jenen Krystallkörperchen mit schwarzem Pigten sich nicht kegelförmig
endlich
mente bekleidet. Siehe Fig. 7.
Krabben habe ich nicht näher untersuchen können,
doch weiss ich, dass die Facetten sechseckig sind.
Viele krebsartige Thicre niederer Art haben keine
faceltirle,
sondern eine glatte Hornhaut.
Unter die-
ser liegen kegelförmige, durchsichtige Krystallkörper-
chen mit abgerundetem, äusserem Ende.
oculus
apus sind diese Theilo,
]{eim
schon von
Mon-
Sc/iiiffer
beobachtet, neuerdings bei demselben Tliiere von mir
\uedergeKtlien. Siehe weiter imtcn.
Dci
Gammarus pulcx
sind
die
Krystallkörperchen
onter der glatten Hornhaut Lirnförmig nach meiner
iieobachtuog;
eben so bei den Daphnien nach der
48
Fortgesetzte anatomische Untersuchungen über den
Bau
Beobachtung von Straus. Rleni. du nius. d'hist. nat.
Siehe weiter unten.
tora. 5. Fig. 6 et 7.
Käfer. Bei Dytiscus marginalis habe ich die durchsichtigen Krystailkegel
selbst
beobachtet.
Sie
sind
hier ausserordentlich deutlich, ganz kegelförmig, an
ihrem unteren Ende zugespitzt und vollkommen durch-
Ihre Seitenwände sind von einem dunklen
sichtig.
Pigmente bekleide?, das aber nicht bis zur Cornea
reicht, wodurch die vorderen Theile der KrystailkeDas dunkle Pigment reicht
gel frei hervorstehen.
nach abwärts nicht über die Enden der Krystailkegel,
die Fasern des Sehnerven, welche sich mit den Spitzen der letzteren verbinden, sind daher in ihrem
grössten und äusseren Theile ohne alle Pigmentbekleidung nur gegen den Bulbus des Sehnerven kommt
zwischen jenen Fasern wieder Pigment vor. Siehe
;
Fig. S.
Ritzt
man
die
Oberfläche der Theile unter
der ziemlich dünnen Hornhaut auf, so lösen sich die
Krystallkörperchen ab, und man kann sie frei von
Pigment einzeln unter dem Mikroskope betrachten.
Siehe Fig. 9.
Bei Melolontha vulgaris sind die Krystailkegel von
Slraus -Diirhheim in dem angeführten Prachtwerke
beschrieben und vortrefflich abgebildet.
Bei Lucanus Cervus Fig. 10. ist die Hornhaut (a)
ganz ausserordentlich dick, wodurch die Facetten sehr
Die durchlang gezogen und prismatisch werden.
sichtigen Kegel sind vorhanden (i), ihr oberer Theil
dicht unter der Hornhaut ist fast ohne Pigment, ihre
Spitzen stecken in einem violetten Pigmente (c). Darauf folgt eine fast pigmentlose Schicht im Auge, die
Fasern des Sehnerven (d).
Bei Calosoma Sycophanta ist die Hornhaut ebenwodurch die Facetten in der Dicke
falls sehr dick,
derselben lang gezogen werden.
Die durchsichtigen
>
49
der Augen bei <i«n Insekten und Crnstaceen.
KSrperchen sind vorhanden
,
scheinen aber sehr kurz
zu seyn.
Meloe majalis mit dicker Hornhaut und
Bei
Facetten
nig zahlreichen grossen
ihrer hinteren Fläche mit sehr
convexen
zu ersetzen
Hornhaut an
an
;
Jene hängen
scheinen.
avc-
an
fast para-
,
velche hier die Ke-
bolischen Erhabenheiten besetzt,
gel
Cornea
die
ist
fest
an der
scheinen die Fasern des Seh-
sie
welche durch ein schwarzbraunes
nerven zu treten,
Pigment verbunden sind. Siehe Fig. 11.
Bei Gryllus hicroglyphicus sind die
Orthoptera.
durchsichtigen Kegel schon früher von mir beobachtet, eben so bei Mantis religiosa, in Fig^ 6. Taf. VII.
abgebildet.
ineiner früheren Schrift
Bei Blatta orientalis hatte Treviramis schon früher
die durchsichtigen
Locusta
Bei
Kegel beschrieben.
viridissima
sind
die
kegelförmigen
Krystallkörper vorhanden; sie sind von einem gelben,
undurchsichtigen Pigmente an ihren Seitenwänden bekleidet.
Fläche
sie
Ihre vordere gegen die Hornhaut gerichtete
ist,
wie immer,
abgerundet
he Fig.
,
vom Pigmente
vorn sind
frei;
hinten laufen sie sehr spitz zu.
Sie-
12.
Bei einer sehr grossen ausländischen Heuschrecke,
LocuKta mjrtifolia
'.
sind
die kegelförmigen Krystall-
körper Inirz, und enden unten gegen die Fasern des
Sehnerven stumpf; ihre Wände sind mit einem weissgelben undurchsichtigen Pigmente bekleidet
in ihrer
,
vollkommen durchsichtig.
Wo die
Fasern des Sehnerven anfangen, beginnt ein dunkles
Achse sind
sie
Pigment. Siehe Fig. 13.
iici
Phasma Gigas
körper vorhanden,
wände von einem
sind die durchsichtigen Krystall-
hellfarbigen
(^enlc bekleidet, das
Vrrkth Archiv
f.
kurz,
sie sind
Annt.
u,
,
nicht über
Pli)».
1K29.
und ihre Scitcn-
undurchsichtigen
Pi-
die Krystallkörper
4
50
Fortgesetzte anatomisclie Untersuchungen über den
reicht; zwischen den Fasern des Sehnerven
Bau
liegt ein
dunkles Pigment.
Hemiptera.
einigemal
Bei einer sehr grossen Ranatra, die ich
nur auf unseren
Wassern und
stehenden
einmal von einem kleinen, festansil /.enden Parasiticum
gelbrother Farbe
(einem der Aehlysia
Dytisci
.4«-
douin ähnlichen Thiere) vielfach besetzt fand, war die
Hornhaut sehr dick
die
,
durchsichtigen Krystallkör-
waren kurz, bernsteinfarben
und oben etwas abgerundet, von einem gelbbraunen
Pigmente seitlich bekleidet, übrigens durchsichtig.
Hinten war ein dunkles Pigment.
perchen vorhanden;
Lepidoptera.
sie
Ich hatte schon früher die kegelförmi-
gen Krystallkörperchen bei mehreren Nachtschmetterlingen beobachtet, von einer Sphin.v aber S. 348 der
früheren Schrift ausführlich beschrieben und Fig. 2.,
3., 5.
dieselben
Taf. VII.
abgebildet.
Sie
sind
hier
ausserordentlich deutlich.
Bei
Papilio
cardui
sind
die
Kegel von Huschke
erwähnt.
Treviramis beobachtete bei Papilio rhamni hinler
der Hornhaut ein gelbes Pigment,
viele Abtheilungen als diese
Hymenoptera.
Haut
welches eben so
enthielt.
Bei der Biene sind die kegelförmigen
Krystallkörperchen schon von Stvammerdam beobachtet,
genau beschrieben und Tab.
XX.
der Biblia na-
turae abgebildet.
Bei Bonibus muscorum sind diese Theile von mir
Die Wände der durchsichti-
neuerdings beobachtet.
gen Kegel sind bis fast an ihr dickeres äusseres End^
mit dunklem Pigmente bekleidet, so dass die halbwie bei einigen Käfern,
durchsichtigen Körperchen
,
etwas über das Pigment hervorragen.
einer Nadel an der Oberfläche,
förmige
Krystallkörperchen
Zerrt
man
mit
so lösen sich kegel-
von dem
Pigmente
als
<ler
Augen
bei den Insekten
und Crustaceen.
öl
vollkommen durchsichtige, farblose Stiftchen ab, die,
im Wasser zerstreut liegend, sehr artig beobachtet
werden können. Die Körperchen sind fast wie bei
D}tiscus niarginalis, nämlich ganz spitzig, nur etwas
weniges kleiner als beim Wasserkäfer. Bei Vespa
Crabro kommen nach Treviranvs's Beobachtung und
Beschreibung unter der Hornhaut auch durchsichtige
aber keine Krystallkegel vor,
Theile,
durchsichtige Haut,
sehr dünne,
nämlich eine
mit eben so vielen,
nach aussen convexen Abtheilungen, als die Hornhaut
Facetten hatte.
Bei verschiedenen Fliegen (Musca domesti-
Diptera.
ich 7iiemah durchsichtige Kegel
) habe
Hornhaut gefunden, sondern hinter dieser
eine ganz dünne Schicht braunen Pigmentes,
welches eben so viele Abtheilungen enthielt, als die Horn-
ca
,
carnaria
hinter der
haut Facetten hatte, Abtheilungen des Pigments, wel-
che
in
der Mitte
sprechend,
,
den Facetten der Hornhaut ent-
auf «ine kurze Strecke durchsichtig,
an
den Rändern aber durch gehäuftes Pigment undurchNimmt man die Hornhaut vorsichtig
sichtig waren.
weg, so haben die unter der Hornhaut liegenden
Theile ein reticulirtes Ansehen, und zeigen ein netz-
förmig verbreitetes Pigment, dessen Maschen auf eine
sehr kurze Strecke pigmentlos und durchsichtig sind.
Die unmittelbar hier sich anschliessenden Fasern des
Sehnerven sind durch ein hellviolettes Pigment vereinigt.
Bei der
Nymphe
einer Stratiomys glaube ich
dagegen früher durchsichtige Kegel bemerkt zu haben.
Neuroptera.
Bei Libellida quadrimaculata fand sich
nach Treviranits's Beobachtung und Beschreibung unter
den Händern der Abtheilungen der Hornhaut ein
orangegelber Firniss.
Fast eben so fand ich es in der
That auch bei wiederholter Untersuchung der Aeschna
grandis
Hier
fand
ich
auch
niemals durchsichtige
4*
52
Fortgesetzte aiiatoniisclie fiitersucliuiigen über den
Bau
sondern die Fasern des Sehnerven reichten
wie bei den Fliegen fast bis zur hinteren Fläche der
Hornhaut. Doch lag ein ganz dünnes Häutchen da-
Kegel,
welches aus schmalen und dünnen,
zwischen
,
kommen
durchsichtigen Abtheilungen
,
voll-
den Facetten
der Hornhaut ctitspiechend bestand; diese durchsichtigen Theilchen waren an den Rändern durch ein
gelbes, undurchsichtiges Pigment netz- oder florförniig zu einer sehr dünnen Haut verbunden.
Die Hornhaut war massig dick, und ihre Facetten
daher in der Dicke derselben zu einer Rinde ganz
Siehe Fig. 14.
kleiner Prismen ausgezogen.
Dieses
ist die
Beobachtungen
schliesse,
,
Uebersicht aller bis jetzt angestellten
aus denen ich wohl mit einigem Rechte
dass
der von
mir früher beschriebene Bau
unter den geflügelten Insekten und vollkommenen Kreb-
dagegen die Ausund überhaupt nur bei
mehreren Insekten, nicht aber bei Krebsen vorzukommen scheinen. Sollen wir nun aus den mitgetheilten
sen ziemlich
nahmen davon
allgemein
ist,
dass
viel seltener sind,
Beobachtungen einen Schluss auf das Gemeinsame und
Verschiedene ziehen, so kann
man
sagen:
Hinter der Hornhaut der zusammengesetzten Au-
gen
liegt fast
durchgängig ein hautartiger Ueberzug, der
aus lauter dicht nebeneinander gestellten , in der Achse
durchsichtigen, länglichen, meist kegelförmigen oder
cylinderförmigen Krystallkörperchcn besteht, die das
Licht nur in der Richtung ihrer Achse aus den entsprechenden Facetten der Hornhaut aufnehmen , das schief
einfallende Licht
aber,
gmente überkleidet sind,
da ihre Seitenwände mit PiDiese Kryslall-
nicht einlassen.
körperchen sind verschieden lang; ich habe in meiner
früheren Schrift schon eine ^ ariafion des Längendurchmessers im Verhältnisse zum Breitendurchmesser von
5:1
bis
10:1 bemerkt:
sie sind
aber häufig noch kür-
I
und CrusUcecii.
der Augen bei den Insekten
kürzesten sind,
zer und wenn sie am
doppelt so lang als breit;
kaum mehr
!
als
meist sind sie aber liinger^
bald
bald kegelförmig oder stiftförm.g,
ihr vorderes Ende, welches
xvalzig, was seltener ist;
ist meist eben,
anliegt,
an der Facette der Hornhaut
Das Pigment, welzuweilen aber etwas abgerundet.
ist bald dunkel, wie
ches ihre Seitenwände bekleidet,
Blatta, bei der B.ene,
beiDytiscus, Calosoma TJombus,
weissgelbNachtschmetterlinge", bald heller,
Ihre Gestalt
ist
den
auch dann undurchsichHch, weissgrünlichu.s.w., aber
GrjlUis, Mantig
wie bei Penaeus, Locusta, Phasma,
Schrift schon
dieses in meiner früheren
tis 'etc. , wie ich
erläutert habe.
angeg-^ben und durch Abbildung
bei
In seltneren Fällen sind
die durchsichtigen Theile
LängenHornhaut so äusserst kurz, dass die
Neuere Beobachtundimension nicht meh. vorwaltet.
mich überzeugt,
ich miigetheilt habe, haben
hinter der
gen,
die
Insekten anwie Trevirauiis vorher von einigen
Kegel oder
gegeben hat , allerdings die durchsichtigen
selten, hinter der HornCylinder zuweilen, wenn auch
kommen auch durchsichtige Theilchen
dass
haut fehlen; hier
hinter der Hornhaut vor,
aber nur ganz kleine, faceteiner
durch Pigment gebildete Ablhcilungen
und
(huchsichtigen Haut, wie nach Trevlraims
lenartige,
dünnen,
Papilio rhammeinen Beobachtungen bei VespaCrabro,
Aeschna grandis, Musca.
ni' Libcllula .|uadrimaculata,
Falle, bei Meloe
Oder die Hornhaut ist, wie in einem
durchsichtigen,
an der hinteren Fläche mit
majalis.
besetzt,
convexen, fast parabolischen Krhabcnheitcn
gehr
Sehnerven anschhessen.
BD welche sich die Fasern des
selbst , ohne durchsichtige
I)a«8 die Facetten der Hornhaut
Pigmente bekleidet
Abtheilungen, schlechthin mit einem
hatte schon
Mjen, habe ich niemals beobachtet; dieses
obgleich er die
,le Herr,'» zu >vi(Ieilegen gesucht,
nicht knnnle.
durchMichligen Theile hinler der Hornhaut
Marr,/
54
Fortgesetzte anatomische Untersuchungen über den
Bau
Die Hornhaut ist bald dünn, und bildet dann biuonvexe Linsen, wie bei Sphinx, Musca u. s. w., bald äusebene Linsen, bald äüsserlich
Facetten, letzteres nach
serlich convexe, innerlich
convexe,
concave
innerlich
Treviratats's Beobachtung; oder sie ist
dick, und dann
verlängern sich die Facetten durch die Dicke der Horn-
haut zu neben einander gestellten Prismen
wie ich in
,
341 von Heuschrecken, Gryllus und Mantis schon angegeben,
indem ich das ^er-
meiner früheren Schrift
hältniss der
S.
Länge zur Breite der Facetten bei G. hie7:1 bestimmte, worüber auch Trevira-
roglyphicus wie
nus neuere Beobachtungen mittheilt.
Bei
den meisten Insekten und
bei
den Krebsen
überhaupt hat das Sehen gewiss in der Art Statt , wie
ich es in meiner früheren Schrift auf den Grund der
durchsichtigen Krystallkörperchen hinter der Hornhaut
ausführlich erklärt habe.
Bei denjenigen Insekten, wel-
che keinen durchsichtigen Kegel, sondern dünne durchsichtige Pigraenfabtheilungen,
stallkörper besitzen,
sind die
oder sehr verkürzte Kry-
Bedingungen
für
Sonde-
rung des verschiedenartigen Lichtes und Specißcation
des Bildes durch die Kürze der durchsichtigen Abtheilungen nur geringer. Die dunkelen Pigmente zwischen
den Fasern des Sehnerven bewirken übrigens auch , dass
jede Faser nur
am
einfallenden Lichte
stärksten von
,
und
dem
bilde bis auf eine gewisse Tiefe allicirt
IV.
in
ihren Radius
Gewerden kann.
als ein halb durchsichtiges
Zusammengesetzte, nicht facettirte Augen der Monoculiden u. s. w.
Herr Professor G. R. Trevirq,nus hat mich neuerin einer gütigen brieflichen Mittheilung auf den
Bau der Augen bei Monoculus apus
als eine Abweichung von dem gewöhnlichen Baue , aufmerksam gemacht,
lichst
,
der Augeu bei den Insekten uad Crustaceen.
hierbei bemerkt, dass sie aus
uod
dicht
an einander liegenden, regelmässig
fachen
Augen bestehen,
nicht
glatten,
55
einem Aggregate von
gestellten, ein-
die mit einer gemeinschaftlichen,
polyedrischen
Hornhaut bedeckt
sind,
tllücklicherweise hatte ich kurz vorher durch die freundliche
Güte des Herrn Dr. Berthold zu Göttingen eine
hinreichende Zahl von Exemplaren
dieses Thieres er-
wofür ich meinen herzlichsten Dank auszusprechen habe. Hierdurch war ich in den Stand gesetzt,
mich zu überzeugen, dass die Augen des Monoculus
halten,
apus allerdings in
Manchem von den zusammengesetzten
Augen der Insekten
besonders
durch
sich
das
unterscheiden,
Vorhandenseyn
in
Anderem,
durchsichtiger,
keilförmiger Krystallkörperchen , mit ihnen übereinkom-
men, dass sie aber von den Aggregaten der einfachen
Augen, wie ich sie schon beschrieben habe, eben so
sehr verschieden sind.
ten
Schon Schäffer hat den Bau der zusammengesetzAugen von Monoculus apus in seiner Naturgeschichte
des krebsartigen Kiefenfusses , Regensburg 1756. S. 68,
recht genau beschrieben;
Insekten
tiz
,
und
ich hatte bereits in mei-
über den Bau der Augen bei den
Spinnen imd Kreb.sen, S. 344, eine kurze No-
ner früheren
Schrift
hierüber aus Sr/iüjffers Schrift
niitgetlieilt.
Schäjfer
bemerkt ganz richtig, dass die Hornhaut, ein Theil des
allgemeinen Schildes, ohne Facetten sey, daher auch
bei der
inneren
Häutung abgeworfen werde. Er hat auch den
Bau vollkommen richtig beschrieben.
Das
Kchwarze etwas au.sgeschweifte Auge jeder Seile zeigt
nämlich, nach llinwegnahme der Hornhaut und eines
zarten, mit der allgemeinen, weichen Hautdecke zusam-
menhängenden,
durchsichtigen Häulchens, auf seiner
convcxen Oberfläche ein sehr zahirciche.s Aggregat sehr
kleiner halbkugclformigor Erhabenheiten, welche in die
Tiefe kegelförmig »pilzig «ich forlselzen und
mit
ihren
•JÖ
Fortgesetzte anatomische Untersuchungen iiber
den
Bau
Spitzen in das schwarze Pigment gesenkt
sind , um sich,
Wie Sehüffer wohl bemerkt, mit den
milchweissen Fasern des büschelförmig ausgebreiteten
Sehnerven
zu
verbinden.
Diese
durchsichtigen
Kegel oder Stiftchen sitzen
aber nur mit ihrem unteren,
spitzeren
Theile in
dem
violetten
schwarzen Pigmente; ihr oberer Theil
ragt
frei über das Pigment heraus;
und so besteht dann die
ganze Oberfläche des Auges aus einem
Aggregate dicht
an einander stehender, ganz kurzer,
durchsichtiger, cylindrischer Fortsätze mit
rundem, freiem Ende. Sieht
durch das Mikroskop auf die Oberfläche
des Auges,
so kann man nur die runden Oberflächen
der
man
Stiftchen
neben einander erkennen; betrachtet man
aber des Au^e
unter dem Mikroskope von der Seite,
so sieht man,
dass diese Organe keine Linsen,
sondern längliche,'
mit ihren Spitzen in das Pigment dicht
neben einander
eingepflanzte und frei darüber hervorragende
Stiftclien
sind, wie denn bereits Sehüffer Alles
dieses richtis
dar-
gestellt hat.
In Figur ib. sieht man ein Stückchen
des Auges
von Monoculus apus, so wie es unter
dem
Mikroskope
bei einer Seitenansicht aussieht,
abgebildet.
a.
Die freien,
runden Enden der durchsichtigen
Kegel, welche mit ihren Spitzen in das
schwarze Pigment
gesenkt sind.
h.
Die milchweisen Fasern des
büschelförmigen
Sehnerven, welche sich mit den Spitzen
der Ke^el
ver"
binden.
Die freien, runden Enden der
durchsichtigen Kegel
und also die Oberfläche des Auges
.sind von einer feinen,
durchsichtigen Haut, einer Fortsetzung
der allgemeinen
Bedeckungen ganz lose überkleidet; auf
letzterer liegt
die Hornhaut, welche eine
Fortsetzung des Körperschildes und ohne Spur der Facetten
ist,
und
mit
dem
der Augen bei den Insekten und Crustaceen.
Schilde von jener feineren
Haut
bei der
57
Häutung abge-
sondert und reproducirt wird.
Wahrscheinlich haben die Augen der übrigen Kieund die ganze Abiheilung der Monoculiden
fenfiisse
denselben
Bau der Augen.
So
scheint es nach den Be-
schreibungen und Abbildungen Schiiffers von Apus pisciformis (Branchipus stagnalis),
wo
ebenfalls eine ge-
meinschaftliche Hornhaut ohne Facetten vorhanden
ist,
und kugelförmige , durchsichtige Erhabenheiten über das
schwarze Pigment hervorragen.
Bei den Daphnien sind die vorn hügligen, hinten
im Ganzen birnförmigen Krystallkörper
und wenig zahlreich stecken mit dem spitzen
Ende in dem schwarzen Pigmente und ragen mit dem
convexen Ende darüber frei hervor. Die Hornhaut ist
ohne Facetten und gemeinschaftlich. Siehe Slmus memoire sur les Daphnia ia Mem. du mus. d'hist. nat. T. V.
keilförmigen,
sehr kurz
Fig.
6
,
et 7.
Bildung scheint ebenfalls der Gattung
Limnadia Brogniurt , Mem. du mus. d'hist. nat. T. VI.,
zuzukommen; nach Dalmans Abbildung der Oberfläche
der Augen von Trilobiten vielleicht auch den PalaeaDieselbe
die ohnehin dem Monoculus apus so sehr verwandt sind.
Unter den übrigen krebsartigen Thieren niederer
Art ist mir Jc;.'^ Bildung nur von Gammarus pulex und
Cyamus oeti bekannt. Beide habe ich selbst uniersucht.
I>ei Gammarus Pulex, welcher in einem siehenden
asser,
seitUich dci- Alice von Poppeisdorf,
an einer
ZuflusSKtelle antcr Steinen vorkommt und iui März sich
begaltet, -WM. das Auge ganz dieselbe Bildung wie bei
den U<jjhnien, mit dem Unterschiede, dass das Auge
den,
*<eweglich und zicndich plail
gemcinschaftllcbeti
,
ist.
Es bostchl aus einer
facellenlosen Uurnhaut und aus birn-
förmigen, kurzen Krystallkürperchen
,
welche mit ihren
58
FürtgeseUte anutouiuclie Untersuchungen über den Bau
Spitzen in schwarzes Pigment nebeneinander eingesenkt
sind, mit ihren Köpfen aber frei hervorragen , sich übri-
Siehe Fig. 16. das ganze Auge
gens sehr leicht ablösen.
von der Seite. Fig. 17. einzelne Krystallkörper.
Die Augen der Wallfischlaus, Cyamus ceti, scheinen auf den ersten Blick wegen ihrer ausserordentlichen
allein bei mikroskopischer
Kleinheit einfach zu seyn
;
Betrachtung sieht man ein Aggregat halbkugelförmiger,
durchsichtiger Krystallkörperchen
unter einer glatten
Hornhaut
über
schwarze
das
Pigment
hervorragen.
Diese Körperchen waren gar nicht zahlreich;
war das Auge zu
klein,
um
übrigens
es noch genauer zu un-
tersuchen.
Aus
dieser Darstellung ist
wohl ziemlich gewiss,
dass die beschriebenen, bald kegelförmigen, bald birn-
fSrmigen
Krystallkörperchen
dieselben
Organe
sind,
welche in den zusammengesetzten Augen der übrigen
Krebse und Insekten in der Regel vorkommen, mit dem
dass hier die Cornea nicht facettirt ist,
und das vordere Ende der durchsichtigen Körper immer
abgerundet ist
wovon bei den Insekten nur zuweilen
Eigenthümlich ist es fereine Annäherung vorkommt.
ner, dass die runden Köpfe dieser Krystallkörperchen
immer frei aus dem Pigmente hervorragen, wovon sich
aber doch bei mehreren Insekten Annäherungen zeigen,
wie aus dem Detail der mitgetheilten Beobachtungen
Unterschiede,
,
erhellt.
Andererseits nähern sich die mehr birnförraigen
Krystallkörperchen in den Augen der Daphnien und des
Gammarus pulex schon sehr den Linsen der einfachen
Augen und deuten eine Annäheru(jg dieser Augen an
die Aggregate der einfachen Augen an, wie sie beiden
Asseln und Tausendfüssen vorkommen; von denen sie
aber durch vieles Andere verschieden sind. Denn letztere besitzen immer über jeder Linse eine convexe Erhabenheit der Cornea
,
und ausser der runden Linse
der Augen bei den Insekten und Crustaceeu.
59
auch einen runden Glaskörper, niemals aber durchsichmeisten sind aber die
kegelförmige Körper.
tige,
Augen des Monoculus apus von jenen Aggregaten ent-
Am
denn
fernt;
sind
hier
kegelförmigen Körperchen
die
schon lang gezogen, schmäler und sehr zahlreich, was
Es
die Aggregate der einfachen Augen niemals sind.
ist
daher wohl
nicht facettirten
am
passendsten
,
die zusammengesetzten,
Augen der niederen
,
krebsartigen Thiere,
ihrer Eigenthümlichkeit, sowohl von den zusam-
wegen
mengesetzten, facettirten Augen der Insekten und Krebse,
^on den Aggregaten der einfachen Augen bei den
um so mehr,
Polypoden und Oniscoiden abzusondern
da diese eigenthiimliche Art der Augen ebenfalls sehr
als
,
ausgebreitet scheint.
und
in
diese Augen bald fest aufEbene mit der Oberfläche des
wie bei Monoculus apus, Gam-
auch
Uebrigens sind
sitzend,
einer
Thieres unbeweglich,
marusPuiex, Cjamus
ceti,
wenn
letzterer sicher hierher
gehört, oder sie sind, wie die zusammengesetzten Au-
gen der Krebse auf Stielen beweglich , wie bei Daphnia
und Branchipus.
Soll ich nun am Ende mit einer allgemeinen Uebersicht der Formen,
welche sich unter den Augen der
Giicderthiere vorfinden, schliessen,
Treviranus überein
so stimme ich sehr
es Abweichungen
von den Ilaupttypen gebe. Indessen werden sich nunmehr so ziemlich alle Krebse, Spinnen und Insekten
gern mit
einer der vier beschriebenen
Von
«en.
dass
Hauptformen anreihen
las-
diesen llauptfornien sind in meiner früheren
ausführlicher
und
facettirt
zusammengesetz-
beschrieben worden.
Die Aggregate
Schrift nur die einfachen
ten
,
der einfachen .\ugen bei den Oniscoiden imd Polypoden
konnte
icli
deuten,
hatte
ich
damals,
von
S.
dem Haue
aus
Schiiffer
388 jener Schrift, nur kurz ander Augen bei Monoculus apus
S.
344 nur eine
kurze Notiz
60
Fortgesetzte anatomische Uiitefsuchuiigen über den
Bau
die Annäherung der aggregirten,
niittheilen können;
einfachen an die wahrhaft zusammengesetzten deutete
ich S. 388 an.
Wiederholte Beobachtungen und Prüfung bestimmen
mich nunmehr, folgende Verschiedenheiten in dem
Baue der Sehewerkzeuge bei den Krebsen , Spinnen und
Insekten anzunehmen
Einjache Unseithafle Augen
I.
enthalten eine Linse mit becherförmiger Ausbreitung
der Retina,
kleidet
welche äusserlich
Linse bald rund,
ist.
von Pigment überbald elliptisch,
bald
walzig nach der Form des Auges.
a Linse und Glaskörper,
.
zwischen beiden.
Untersuchungen
mit
Hierher
bestimmt
einem
gehören
die
Pigmentgürfel
nach
meinen
und
Scorpioniden
Arachniden, unter den Insekten die einfachen Augen
der Larven von Dytiscus marginalis. Auch bei
Man-
und Gryllus hieroglyphicus glaubte ich
früher eine dritte Materie in dem Becher der Netzhaut bemerkt zu haben; das wäre wiederholt zu
tis
religiosa
untersuchen.
b Linse ohne deutlichen Glaskörper.
Nach Trevirauus scheinen hierher zu gehören:
die einfachen Augen von Tettigonia Tympanum, der
Hummel
der Hornisse und Libellula quadrimaculata.
Nach meiner Untersuchung die Scolopendren.
IJ.
,
Aggregate der einfachen, linseiihaflen Augen.
Die einfachen, linsenhaften Augen gewöhnlichen
Baues sind in der Zahl von 20 bis 40 zu einer Masse
vereinigt.
Jedem Auge
entspricht eine
Convexität
der Hornhaut, ohne w^ahre Facetten.
Hierher gehören unter den Polypoden die Juliden
und
die
sämmtlichcn
Oniscoiden.
Cymolhoa hat
der
Augen
bei den Insekten
und Crustaceen.
61
beide vollkommen deutlich
Linse und Glaskörper,
an jedem der aggregirten Stenimata.
Augen.
III. Zitsammeugegetzte facetlirle
Diese enthalten hinter dünnen oder prisnintisclien
Facetten durchsichtige Krystallkörperchen, an welche
und deren Seiten-
die Fasern des Sehnerven treten
wände mit
helleren
oder dunkleren,
immer
aber
Pigmenten bekleidet sind.
Vollkommene Krebse und Insekten.
Insekten
und Krebsen sind die
Bei den meisten
undurchsichtigen
Krystallkörperchen länger als breit und bilden in ihrer Achse durchsichtige Kegel oder Cj linder,
bald
kürzer
bald langer.
,
Es giebt aber auch Ausnahmen, wo die durchsichtigen Abtheilungen hinler der Hornhaut äusserst
dünn und nicht länger als breit durch netzförmig
verbreitetes Pigment zu einer Haut verbunden sind;
80 scheint es nach Beobachtungen von Tieviranus
bei Vespa Crabro , Libellula quadrinmcuiata (Papilio
rhamni?), und nach neueren Beobachtungen von
mir bei Aeschna grandis und verschiedenen Fliegen.
IV. Zutanmeiigetelzfe
,
nicht ßicetfirfe Augen.
Hierher gehören die Augen der Monoculiden und
einiger anderer niederer Crustaceen.
IJiesc
enthalten
nicht facettirlen
unter
einer
gemeinschaftlichen,
Hornhaut durchsichtige, oben abge-
rundete, unten zugespitzte Krystallkörperchen,
che mit ihren Spitzen
gesenkt sind,
in ein
wel-
schwarzes Pigment ein-
Köpfen aber darüber herSpitzen verbinden sich mit den Fasern de» Sehnerven.
Diese Krystallkör|)erchen sind
vorragen;
mit ihren
ihre
bald Hlifirörmig imd
npuH,
länglich,
wie
oder kurz und birnrütiuiu.
bei
Munuculus
wie bei
l)a|duiiii
,
62
Fortgesetzte anatomische tintersuehungcn über den
und Ganimanis Pulex;
Zahl
ihre
apus sehr bedeutend, ähnlich wie
ist
in
Augen der Insekten, weniger
gesetzten
Bau
Monoculns
den zusammenbei
bei
i
Gamma-
rns, noch weniger bei den übrigen Monoculiden
und
der Wallfischlaus.
Schon
in
meiner früheren Arbeit habe ich dje ganz
Diesen kann ich nun noch
blinden Insekten aufgeführt.
ein
Crustaceuni
Das an den Kiemen von
beifügen.
Orthragoriscus Mola vorkommende parasitische Crusta-
ceum,
Gattung Dirheleslium verwandtes Thier,
hat keine Spur einfacher oder zusammengesetzter Augen; auch ist der einfache feine Nervenstrang ganz ohne alle Knoten.
ein der
das ich Rndolphis Güte verdanke,
Schliesslich benutze ich diese Gelegenheit,
um
ei-
nige sinnstörende Druckfehler der Abhandlung über die
Augen der
Gliederthiere in
dem grösseren Werke: zur
vergleichenden Physiologie des Gesichtssinnes, und in
der Abhandlung zur Anatomie des
Archive für Anat.
S.
lige
u.
1.
zu verbessern.
316 der früheren Schrift Z. 31
Linse
Augennerven
und Lungen.
S. 59 Z. 5
Weibchen
u.
statt:
1.
eine kug-
keine kugliche Linse.
statt:
Dieses Archiv für Anat.
I.
Scorpions in diesem
Phys. 1828. H.
und
u.
Phys. 1S28. S. 45 Z. 7
Augen
statt:
Lungennerven
6 I. den Männchen, so wie den
den Männchen, nie den Weibchen.
Erklärung der Abbildungen.
Fig.
i.
Einfache Augen der einen Seite von der Larve
des Dytiscus marginalis.
Fig.
Fig.
2.
Einzeln.
3.
Einfache Augen der einen Seite von Scolopen-
dra morsitans.
Die Hornhaut mit den ihr innerlich
angehefteten Linsen von der inneren Seite.
;
der Augen bei den Insekten und Crustaceen.
()3
Die becherförmigen, hinter der Hornhant und
Fig.
den Linsen liegenden Theile der drei runden Augen
von Scolopendra niorsitans.
Fig. 5. Hornhaut mit den ihr angehefteten Linsen von
einer C'yniolhoa von der inneren Seite angesehen.
Fig. 6. Die hinter der Hornhaut und den Linsen gelegenen Theile der aggregirten Augen der C'ymolhoa.
a Glaskörperchen.
b Fasern des Sehnerven,
4.
,
c Stamm des Sehnerven.
d Grübchen über den Glaskörperchen zur Aufnahme
der Linsen.
Fig.
7.
Durchschnitt von
dem zusammengesetzten Auge
des Penaeus sulcatus.
a Hornhaut.
b Durchsichtige Krystallkörperchen
undurchsichtigem Pigmente
,
mit weissem,
seitlich umkleidet,
c Fasern des Sehnerven und dunkles Pigment.
Fig.
8.
Durchschnitt des zusammengesetzten Auges von
Dyliscus marginalis.
a Hornhaut.
b Durchsichtige,
kegelförmige Krystallkörperchen,
mit dunklem Pigmente bekleidet,
c Fasern des Sehnerven fast pigmentlos.
d Neue Schicht von dunklem Pigmente zwischen
Fig.
9.
den Fasern des Sehnerven.
Einzelne vom Pigmente befreite durchsichtige
Krystallkörperchen aus
dem Auge von
Dytisciis mar-
ginalis.
Fig. 10.
Durchschnitt
des
-/usammengesetzten
von LucanuK Cer\us.
a Hornhaut.
b Durchsichtige Krystallk(ir[.erclieii.
c
Dunkles Pigment.
d Fasern des Sehnerven.
Auges
64
Fortgesetzte anaf om. Unters, über
d.
Bau
d.
Augen u. s. «
e Bulbus des Sehnerven.
11. Durchschnitt der
Fig.
Hornhaut von Meloe
inajalis.
a Hornhaut.
b
Convexe Erhabenheiten an der hinteren Fläche
der Hornhaut.
Fig.
12.
Durchsichtige Kegel aus
dem Auge
der Lo-
custa viridissiina.
Fig.
13.
Durchsichtige Krystallkürperchen und Fasern
des Sehnerven
\
on einer grossen Heuschrecke
,
Lo-
custa myrtifolia?
« Krystallkürperchen mit weissgelbem , undurchsiclitigem Pigmente bekleidpt.
b Fasern des Sehnerven mit dunklem Pigmente
bekleidet.
Fig. 14. Durchschnitt des Auges von Aeschna grandis.
rt Hornhaut.
b Durchsichtiger,
gelb
reticulirfer
Ueberzug der
Hornhaut,
c
Fasern des Sehnerven
,
mit
dunklem Pigmenti
bekleidet.
Fig. 15. Seitenansicht eines Stückchens aus dem Auge
von Monoculns apus.
a Durchsichtige Stiftchen.
b Fasern des Sehnerven.
Fig.
16. Seitenansicht des
Auges von Gammarus Pulex.
a Hornhaut.
birnförmige Körper, welche mit
den Spitzen im schwarzen Pigmente stecken,
b Durchsichtige,
c Pigment.
Fig.
17.
Durchsichtige,
Auge von Gammarus
birnförmige Körper aus
Pulex.
dem
Ueberd. Wolffschcii Körper
b. d.
Embryonen
d.
Frösche
etc.
65
Körper bei den Embryonen der Frösche und Kröten.
lieber die WolfFschen
Vom
Dr. Johannes
Mleller,
(Mit Kupfertafel
III.
Prof. zu Bonn.
Fig. 18 bis 21.)
AFurch C. Fr. Wolff haben wit zuerst zwei höchst
merkwürdige embryonische Gebilde bei dem Hühnchen
kennen gelernt, welche schon am vierten Tage der Bebrütung als hauptsächlichste Eingeweide des Rumpfes
Carina zu beiden Seiten der Aorta
innerhalb der
gen,
und
lie-
nicht bloss den zwölften Theil des Unterlei-
bes, sondern auch der Brust ausfüllen, welche sich
jedoch später mehr nach dem Unterleibe zurückziehen.
Diese Gebilde bestehen zuerst aus queren, blinddarm-
formigen,
parallelen
Röhren,
an deren äusseren und
Hein-
hinteren Seite ein ausführendes Gefäss heriibgeht.
rich Ruthke
')
hat das schöne
V'erdienst,
diese wich-
Organe zuerst sehr genau untersucht zu haben.
Fast alles, was wir bis jetzt über diese Organe wusstigen
ten,
verdanken wir diesem treuen Beobachter; er hat
iVolJfgchen Körper genannt und erwiesen, das«
sie die
womit sie verwechselt worcie nicht die Nieren sind,
den und so leicht verwechselt werden können; dass vielmehr die Nieren erst später an der Seite dieser Körper
entstehen, dass aber die
WoKfschen Körper im weiteren
Verlaufe des Embryolebens immer kleiner werden und
1) Ueber die Rntwickelung der Gesdilechtstheile bei den
Vögeln (in lialliket lleiträgen zur Gesrhiclite der Thierwelt
8. .\bth.,
Kclihflen der naturforschenden Gesellscliaft zu
IV. Ilefl, Xalle 1825. S. lO).
flndel
man
eine
l<robai:litun<;<Mi
rollatiliidige
In Uurdac/it l'jiyiiiologie
Zu/ianimenatellung
über die WolffHiben hiirper
MerktU Arrbi.
(.
Ana»,
ii
l'liv«.
1829.
{.
der
Danzig
11.
Kand
biüherigen
W9.
•'*
66
€eber
die Wolffschen
Körper bei den Embrj'onen
zur Zeit des Aiiskriechens bis auf geringe Spuren ver-
schwunden sind. Rat/ike hielt diese Organe für den
Boden, aus welchem die Nieren und Geschlechtslheile
hervorsprossen, was seine Beobachtungen für die Nieren wenigstens nicht erweisen und was für diese nach
meinen Beobachtungen, die anderwärts mitgefheilt werden, auch nicht der Fall ist. Raihhe beobachtete aber,
dass sie bei denr männlichen Geschlechte zum Nebenho,
den werden.
Bei den Sängthieren kommen dieselben Organe vor.
Ihre erste Kenntniss verdanken wir Dzundi ')und Okeii ').
Dzondi
hielt sie für
bewiesen,
Nieren, aber Raihke hat auch hier
dass sie von diesen verschieden sind,
dass
Nieren
sind.
sie früher grösser,
später kleiner
als die
Sie bestehen auch hier aus queren parallelen ßlinddärnichen, welche sich zu einem besondern Ausführungsgange
zu sammeln scheinen.
Raihke hat diese falschen Nieren
bei
den Batra-
chiern und Fischen nicht gefunden, wohl aber bei den
Embryonen der Eidechsen, Schlangen und Schildkröten '),
der Aehnlichkeit der äusseren und inneren Bildung der Wolffschen Körper mit den wahren Nieral^
der Batrachier und Fische hielt Raihke beide für analog, nämlich die Wolflfschen Körper für niedere Formen
Wegen
der Nieren,
und vermuthete ein ähnliches Verhältniss
der falschen Nieren zu den wahren, wie zwischen Kie-,
men und Lungen,
die bei einem
und demselben Thiere^
nach einander auftreten können. Raihke vermuthete auclr
eine gewisse Beziehung zwischen den falschen Nieren;
und der Allantois und ebenso auch dem Amnion, inso-
1)
Suppl. ad anat
et physiol. comparat. Lips. 130R.
Oken und Kiesers Beiträge zur vergleicheiulen
Anatomie und Physiologie. Bamberg und Wiirzburg,
2)
3) A. a. O. S. 136.
Zoologie,!
1806.
der Frösche und Kröten.
die falschen Nieren
fern
f)7
den Thieren ohne Allan-
bei
und Amnion zu fehlen schienen.
Indessen bin ich so glücklich gewesen, diese höchst
merkwürdigen Organe, die ich schon lange Zeit bei den
Embryonen der Vögel und Säugethiere in der Natur
studire, auch bei den Balrachiern, nämlich bei Embryodenen sie abgesprochen
nen der F^rösche und Kröten
worden, zu entdecken, und ich zweifle nicht, dass man
Sondersie bald auch von den Fischen kennen wird.
barer Weise liegen diese Organe bei den Batrachiern
sehr hoch im obersten Theile der Humpfhöhle, und
dieses ist wohl auch der Grund, warum sie übersehen
tois
,
worden.
Zur
Zeit,
wo
die
Embryonen der Frösche und KröKörper oder
ten das Ei verlassen, sind die Woljfschen
falschen Nieren sehr deutlich;
habe selbst an
ich
in
Weingeist aufljewahrten Embryonen ihre innere Bildung
erkennen können. Lässt man diese Embryonen nur dio
kürzeste Zeit in einem Gefasse mit Wasser oder in schwa-
chem
\^'eingeiste liegen, so
eine schleimige
ist
Masse ^on
fällt die
selbst
ab,
schwarze Haut als
und der Embryo
mit seinen inneren Theilen deutlichst erkennbar.
Darnikanal
Der
zu dieser Zeit bekanntlich noch ein einfacher sackförmiger Schlauch , über den sich_ das Rück-
gralh
ist
herüber
wölbt.
Unter
den
Schlauch beträchtlich eingeschnürt,
Kiemen
ist
dieser
von der Leber
ist
noch keine Spur zu sehen.
Zu den Seilen des Hückgrathes und des Darmschlauam obersten Theile desselben, unter den Kiemen
sieht man inmier eine ovale Erhal)enheit, von der man
ches,
schon mit blossen Augen einen Faden an den Seiten
de« Kückgraths nach abwärts verfolgen
kann.
Bei mi-
kroükopischer Untersuchung besteht jene Erhabenheit aus
einer geringen Zahl kurzer röhriger Blinddäriiichen, wel-
che nach allen Richtungen auseinanderfahren
,
nach ab-
68
lieber die Wolffschen
Körper bei den Embryonen
wärts aber sich zu einem kaum dickeren Ausführungsgange verbinden, welcher sehr deutlich in etwas wellen-
förmigem Verlaufe an dem Rückgrathe, herab, auf jeder
Am
Seite dis zur Aftergegend verläuft.
deutlichsten sieht
Organe, wenn man den ganzen Darmsack
von dem Rückgrathe vorsichtig ablöst, auch das frei liegende Herz entfernt, worauf dann die genannten Theile
ohne alle Verletzung mit dem Rückgrathe verbunden
man
diese
bleiben.
stellt einen Frosch -Fetus dieser Zeit von vorn,
Fig. 2 von der Seite dar.
a. Die falschen Nieren oder Wolffschen Körper.
b. Der Ausführungsgang derselben.
Fig. 3 ist eine Ansicht des Fetus von hinten, nachdem der Darmsack weggenommen worden. Die Be-
Fig. 1
zeichnung
Fig.
4.
ist dieselbe.
Derselbe Fetus von vorn.
Es war mir zunächst daran gelegen, dass Herr Dr.
Raihke (jetzt Prof der Physiol. und Pathol. zu Dorpat)
selbst diese Beobachtung wiederhole; ich schickte daher
einen jener Embryonen meinem hochverehrten Freunde,
der mir unterm 18. Febr. ern lederte, dass er die Wolffwie ich
schen Körper ganz deutlich und vollkommen
es beschrieben, an meinem Präparate erkannt habe.
,
Bei der weiteren Entwickelung des Fetus behalten
jene Körper und ihre Blinddärmchen ihre Gestalt und
Lage, während der Darmsack sich nur zu den ersten
Schlingen des Darmes ausbildet.
Zu
dieser Zeit
ist
der
Ausführungsgang noch sehr deutlich zu erkennen, später
werden die Ausführungsgänge undeutlicher, während die
Körperchen und ihre Blinddärmchen immer noch erkennbar sind , wenn die Leber sich schon ausgebildet hat.
Bei einer jungen Quappe mit vollkommenen Darmwindungen konnte ich noch Spuren jener Körperchen, aber
keine Au.sfnhrungsgänge mehr erkennen.
der Frösche und Kröten
Für
die
Deutung dieser
den Larven
bei
wenn
die
69
es von grosser
dass die eigentlichen Nieren
AMchtigkeit,
cliier
Tlieile ist
der Batra-
sehr spät ausbilden,
erst
sich
Thiere schon lange Zeit ausser
dem
Eie gelebt
Spur der Nieren sieht man bei den
Quappen der Frösche und Kröten an den Seiten des
Kückgraths als einen feinen Saum von Substanz, der
Die
haben.
erste
aas gestielten Bläschen besteht,
zu einer Zeit,
wo
der
Darmkanal seine vollkommenen Windungen bereits erlangt hat, wo sie durch eine seitliche Kiemenöffnung
Wasser athnien, und die erste Spur der Lunge jedereeits als ein ganz kleines längliches Luftbläschen erkennbar
ist.
Noch
viel
später entwickeln sich bekanntlich erst
die Genitalien der Batrachier.
Bedeutung dieser Organe behalte ich mir
inneren Bau der Drüsen,
nach umfassender Darstellung dieser Organe bei allen
Wirbellhicren, ausführlich zu handeln.
Die Existenz
dieser Organe bei den Batrachiern sciiliesst aber manche Hypothese, welche auf die Nichtexistenz derselben bei den Fröschen und Kröten gegründet war, vor
Ob nun die Wolffschen Körper bei
der Hand aus.
den Batrachiern ebenso wie nach Rulhkes Beobachtungen bei den Vögeln die keiniboreilenden Geschlechts-
Ueber
aus sich entwickeln
theile
entscheiden.
»ind
die
dem Werke über den
vor, in
die
,
kann
ich jetzt noch nicht
Ich bin geneigt es zu glauben.
gelappten Fettköiper,
Vielleicht
aus welchen sich nach
Hnllike die keindjcrcitcnden Geschlechlstheile entwickeln,
nur die letzten Itudiiiicnte die.ser embryonischen Organe
bei
den erwachsenen Fröschen und Kröten.
Die Woltfschcn Ki")r))er der übrigen An)phibien,
nämlii'h Her Schlangen, Kidrclisen, Crncodile
kröten
nicht,
hat schon
wie bei den
U.
Ilulliki;
beobachtet,
Batrachiern.
uiiil
wo
Schild-
sie
sich
sondern wie bei den
70
üeber die NasendrUse der Schlangen.
Vögeln verhalten. So fand ich es wenigstens bei Embryonen einer Hoa, die ich durch die ausserordentliche
Güte des Herrn Oberniedicinairaths von Froriep aus
dessen Samndiing zur Untersuchung erhalten habe.
Ueber die Existenz dieser Organe bei den Fischen
habe ich jetzt noch keine vollständigen Beobachtungen.
Bei sehr jungen Embryonen eines Zitterrochen, von etwa
3 Zoll Länge bis zum Schwanzende, die noch fadenförmige äussere Kiemen haben, und im anatom. Museum
zu Berlin aufbewahrt werden, sah ich an den Seiten
des Kiickgraths längliche platte Körperchen durch die
ganze Rumpfliöhle verlaufen , die aus lauter Blinddärmchen bestanden
;
auf
dem unteren Theile
dieser Körper
lag jederseits noch ein schmalerer Körper auf, der aus
noch
viel kleineren
und feinem ßlinddärmchen bestand.
VI.
Lieber die Nasendrüse der Schlangen.
Vom
Dr.
Johannes
Mue l
i,
n
Professor zu Bonn.
J^ach den
letzten
Untersuchungen über
(J'e
Kopfdrii-
sen der Schlangen von T. Fr. Meckel, im ersten Bande
konnnen am Kopfe der Schlangen 5
Paar Drüsen vor, die jedoch nicht bei jeder Gattung
und Art sich vereinigt finden
1) Die Zungendrüse, welche Cnvier bei den Amphisbaenen, Meckel aber allgemein gefunden hat.
2) Die untere Kiefer- oder Lippendriise, nach aussen
neben den Unterkieferästen liegend, mit zahlreichen
Ausführungsgängen, die sich nach aussen von den
dieses Archivs,
Unterkieferzähnen nebeneinander öffnen.
71
Ueber die NaEteiidrüse der Schlangen.
3) Die obere Kiefer- oder Lippendrüsc von ähnliviiui'
Lüge und Anordnung am Oberkiefer.
4)
Die Giftdrüse, welche nach den Untersuchungen von
und Meckel als ganz eigenthümlich an-
Builo/p/ii
erkannt werden muss.
.5)
Die Thr.inendriise, innerhalb der Augenhöhle.
kommen am Kopfe der SchlanPaar Drüsen vor, welche von allen Beobachtern übersehen worden sind: dieses sind die NasenAusser diesen Drüsen
gen
nocii ein
drüsen
,
welche den Nasendrüsen der Säugethiere und
Vögel analog
sind.
Diese Drüse
Haum
zwischen
füllt
bei
den Schlangen jederseits den
dem Oberkiefer und Thränenbeine und
der Seitenwand der Nasenhöhle oder der Schleimhaut
derselben aus, und grenzt oben an die Nasenbeine.
hal)e
diese
nocephalus
Drüse
bei Colitber
mutus, bei
capistratus,
bei
Ich
Trigo-
Vipera Redt und Naja Hiije,
Schlangen, die ich durch des Herrn Geheimenraths Rudolphi grosse Güte untersuchen konnte, gefunden;
bei
Vipera Redi war sie sehr klein, dagegen sie bei den
übrigen recht ansehnlich ist, und bei vorsichtiger Weg-
nahme der Hautdecken an der bezeichneten
Stelle nicht
werden kann. Bei anderen Schlangen, als den
genannten, habe ich die Drüse nicht untersucht. So viel
verfehlt
ist
aber gewiss, dass sie giftigen, wie giftlosen Schlan-
gen zukommt.
Der Ausführungsgang der Drüse führt {hei Coluber
nach abwärts und etwas nach rückwärts,
Irill'i mit dem Thränenkan.ile vor dem Thränenbeine zu-
capiffraliis)
sammen, und geht mit demselben gemeinschaftlich durch
eine ziemlich starke Ocffnung am Gaumen aus.
Ihrem
inneren Baue nach stimmt diese Drüse ganz mit den einlachen Speicheldrüsen der Schlangen uberein.
.Mehrere
Freunde haben
»ich
im Herbste 1828
in
72
Beschreibung der Fliigelmuskelu der Vögel.
Berlin an jenen Schlangen von der Existenz und Eigen-
thümlichkeit dieser Drüse überzeugt.
Es darf kaum erwähnt werden, dass
die Nasen-
drüse der Schlangen mit der ganz ähnlichen Drüse über-
einkomme, welche Jacobson ') bei den Säugethieren und
Vögeln zuerst beschrieben hat, und über deren Vorkommen bei den Vögeln wir von Nitzsch -) eine sehr genaue und vortieifliche Abhandlung besitzen.
VII.
Beschreibung der Fliigelmuskeln der Vögel.
Von
f
C. G. ScHOEPSS
Nebst Kupfertafel JV
u.
*).
V. Fig.
1 u.
2.)
JLfer Abschnitt aus der vergleichenden Anatomie, wel-
chen ich mir zu genauerer Untersuchung erwählt habe,
so wichtig und, in Vergleich mit den übrigen Abthei-
ist
lungen, so wenig bearbeitet, dass ich nicht sowohl desshalb, dass diese Untersuchung unnütz sey, sondern viel-
mehr wegen der Schwierigkeit der Ausführung meines
Vorsatzes mich entschuldigen zu müssen glaube.
1)
6.
an.
Nouv. Bull, des
p.
sc.
par la soc. philom. de Paris T. IH.
267.
Mecheh .\rchiv für Physiologie. B. 6. S. 234.
Der erste Theil dieser Beschreibung wurde vom VerfasDa der Druck der ganzen
2) In
3)
ser als Inauguraldissertation benutzt.
Abliandlung aber zu kostspielig war, so hatte der Hr. Gcheinierath
Meckel die Güte zu erlauben, dass dieselbe hier ungetheilt auf-
genommen werden
dürfe.
Die Zeichnungen hatte Hr. Cand. med.
Da in der frühem Reihe dieses
Vurmeiater die Güte zu liefern.
Journals die Beugeseite eines Raubvogels von Hrn. Prof.
ger abgebildet
ist,
Hemin-
so habe ich nur die Streckseite eines Vogeli
aus derselben Ordnung zeichnen lassen.
73
Beschreibung der Flügelmuskeln der Vögel.
Diese Entschuldigung gewährt mir der verherrlichte
Name jVec/;e/« , da dieser sowohl durch sein Werk über
vergleichende Anatomie, als auch durch Exemplare der
seltensten Vögel,
tigst erlaubte,
an denen er mir die Untersuchung gü-
einen grossen Theil der Schwierigkeiten
beseitigte.
Was nun noch den Plan betrifft, den ich bei der
Auswahl der zu untersuchenden Vögel befolgte, so habe
ich, da mein verehrter Lehrer Ni/zsch nach der ganzea
Körperbeschatl'enheit, also auch nach
dem verschiedenen
Vögel eintheilt, aus seinen Abtheilungen folgende Vögel zur Untersuchung ausgewählt:
I. Aus den Luftvögeln (Aves aereae), und zwar
A) den Raubvögeln (Accipilrinae):
Flugvermögen
die
den Adler (Falco Albicilla),
den Bussard (Falco Buteo),
den Thurmfalken (Falco Tinnunculus); aus
B) den Singvögeln (Passerinae):
den kleinen Raben (Corvus Corone),
den Holzschreier (Corvus glandarius)
den Klettervögeln (Picariae):
O
II.
,
',
;
aus
den grauen Papagei (Psittacus erithacus).
(Aves terrestres) , und zwar
A) den Taubenvögeln (C'olunibinae;
die Haustaube (Columba doinestica);
Aus den Erdvögeln
B) den Hühnervögeln (Gallinaceae):
das Haushuhn (Gallug doniesticus Teinni.
O
seil
Phasianus Gallus doniesticus L.)
den Laufvögeln (Curso.riae):
den zweizehigen Strauss (Struthio Camelus).
III.
Aus den Wasser vögeln
(Aves
afjuaticae),
zwar
A) den
die
die
IJfervögcln (Grallac):
gemeine Trappe (0(is Tarda) und
Hchwarze Ilurbel (l'ulica atra];
und
74
Beschreibung der Flügelmuskeln der Vogel.
B) den Schwimmvögeln (Anserinae):
den Pinguin (Aptenodytes deiuersus).
lauf,
Die Muskeln endlich, deren Ursprung, Lage, VerGestalt und Wirkung ich bei den einzelnen Vö-
geln zu beschreiben suchte, sind folgende:
A) Hautmuskeln
1)
(Musculi cuteni moventes).
Muskel der hinteren
Flügelfalte (Musculus plicae ala-
ris posterioris);
2) langer Muskel
der vorderen Fliigelfalte (M. plicae
alaris anterioris longus);
3) kurzer Muskel
der vorderen Fliigelfalte (M. plicae
alaris anterioris brevis);
4) Regierer der
Armschwingen (M.
rector reniigum se-
cundi ordinis);
5)
Kegierer der Handschwingen (M. rector
prinii or-
dinis remigum).
B) Schulterniuskeln (Musculi ossa, quae humeruni
thoraci annectunt, moventes).
a)
Muskeln, welche das Schulterblatt gegen die
Wirbelsäule ziehen
6)
der oberflächliche;
Kappenmuskel
(Cuculluris) 3Ie-
ckeh.
7) der tiefe:
b)
Rautenmuskel (Rhomboideus) Meck.
Miiskelii,
welche das Schulterblatt gegen das
Brustbein ziehen:
8) der hintere derselben: der grosse vordere
kel (Serratus anticus major)
Sägemus-
Meck.
9) der vordere: der kleine vordere Sägeinuskel (Serratus anticus minor) Meck.
c)
Vorwärlszieher des Schulterblatts;
10) die Schulterheber (Levatores scapulae) Meck.
d)
Muskel des hinteren oder Uackcnschlüsselbeins:
11) Schliisselbeinmuskel (Subclavius Auct
Beschreibung der Flügelmuskeln der Vögel.
75
C) Oberarmmuskeln (Musculi humerum moventes).
a)
Muskeln, welche den Oberarm gegen das Schulterblatt ziehen
12) der oberflächliche: der breite Rückenmuskel (Latissimus dorsi);
13) der hintere. tiefe: der Untergrätenmuskel (Infraspinatus), oder der grosse runde Muskel (Teres major)
14) der vordere tiefe: der Obergrätenmuskel (Supraspinatus), oder der kleine runde Muskel (Teres minor).
b) Muskeln, welche den
Oberarm gegen das Brust-
bein ziehen:
15) der oberflächliche: der grosse Brustmuskel (Pectoralis
16) der
major);
mittlere:
tertius),
der kleinste
brachialis inferior) ßleckelx
17) der tiefe:
;
der obere Hackenarmnmskel (Coracobra-
Meck.
chialis superior)
c)
Brustniuskel (Pectoralis
oder der untere Hackenarmniuskel (Coraco-
Oberarmheber:
18) der obere: der obere Deltamuskel (Deltoides superior);
19) der äussere
:
der mittlere Deltamuskel (Deltoides
nie-'
dius);
20) der untere:
der untere Deltanmskel (Deltoides in-
ferior);
21) der vordere: der zweite Brustniuskel (Pectoralis secundus).
d)
Der Muskel
den
,
Itiiiiipf
welcher den Oberarm gerade an
zieht
22) der Unlerschulierblatlmuskel (Subscapularis).
76
Beschreibung der F'liigclmuskela der Vögel.
Vorderarmmuskeln (M. antibrachium movenles).
]))
a)
Der Strecker:
Ursprung.
Anheftung.
X. Schulterblatt
u
hintern Flache
d.
d.
Vorderarmstrecker
I
l an dieElIen.
j/ 1
,
..i
der dreikopnge,! bogenrohre,
(Extensorantibrachii),
_
'
b)
23)
..
.
,
j
oder
'
Arniiiiuskel (Triceps);'
Die Beuger:
/
24) der lange Beuger des
und der
j
Vorderarms (Flexor
(
an Radius
untern Oberarm-
|
longus seu biceps)
j
Ulna.
beinleiste.
*
V.
Hackenschliis-
Beibein
;
„
V.
,
,
Innern (jelenk-
knorren
d.
1
|
,
äussern Ge-
,,
lenkknorren
V
d.
che
V.
/
«"
<
»
,,
,
..
Oberarms.
i
lon-j'
jjy^
gus)
„_.
,
„..
,
,
...
der Ruckwartswen^^
.
s
der (Sup.nator);
vordem Flä- 28) der kurze Beuger
d.
.
>^"g« Vorwarts-f a„ jg„ r^.
wender (Pronator
.127)
des
Oberarms.
,
^
bre-
vis);
<,,„^
l
vom
Wender (Pronator
Ober- ]-6)
arnis.
u.
'
/25) der kurze VorwärtsI
\
(Fl.
brevis)
äussern Knor- 29) der tiefe Beuger
d. Oberarms.
profundus);
(Fl.
ren
Beu!30) der innere tiefe
ger der Ilühnervc.gell
des Oberarms.
\
(Fl. prof. intcrior
'
lipacearum);
Gal
an die Ulna.
Beschreibung der Flügelmuskeln der Vögel.
E^ Muskeln der Handwurzel und
77
Mittelhand.
;31) der lange Speichen-\
T.
äussern Ober-
Strecker
d,
(Extcnsor
armknorren.
Mittelhand
,.
"^
,
,
radiaiis longus)
der Speiche
,
„
.
u.
f
;
I
,
•
I
V.
j
metacarpil
an den Spei/ .
) chenrand d.
ooN j
S
L
32) der kurze hpeichen-^ Miitelhand,.
streckerdMittelhandl,.^^^,^^^^
£llenbogenröhre.
(Extensor
metacarpil
radialis brevis).
,33) der Abzieher
d.
/
Mit
telhand (Abductorme'
tacarpi)
Ellenbogenstrecker d
Mittelhand
V.
äussern Ober-
(Extensor
armknocren.
Meckels\ and. äussere
Fläche der
metacarpi)
Mittelhand.
ulnaris);
Speichenbeuger
der
Tiedemanns
Mittelh.
(Flexor mctacarpi radialis).
,34) Anzieher der Mittel-
hand (Adductor
roela{
carpi)
Speichenbeuger
V.
der innernFlä-
I
Mittelhand
de
3Iecke/ii\ z. Speichen-
che der Ellenbo- /
(Flexor metacarpi ra^> randcd.Mit-
genröhre.
dialis);
I
I
Ellenbogenstrccker d.
Mittel!).
Tiri/cmannii
(Extensor
ulnaris).
niclacarpi
I
telhand.
78
Besclireibung der Flügelniuskelii der Vögel.
35) der lange Beuger der
Handwurzel (Flexor
Ellenbogenbeuger
aiiuknorren.
wurzelkno-
3fi)
genröbre.
ulnaris)
Kurzer Beuger der
Mittelhand
che der Ellenbo-
chen.
Ticdemaiins (Fle-
xor carpi
V. d. äu.ssern Flä-
(Fl.
z.
lllnarran-
de der Mit-
meta
carpi brevis).
F) Muskeln der
telhand.
Finger,
Lange Fingermuskeln
äussern Ober-
lange
der
i37)
T.
bogenhand-
d
Handwurzel ßleche/s
u.
a)
andenEllen-
carpi longus)
vom innernOljer
schaftl.
I
(Extensor
ariuknorren.
gemein-\ an den Dan-
Fingerstrecker/ «len und das
I
digilorunil ersteCiliedd.
communis longus);
lange
der
38)
)
Strecker des Zeigefin-|
von der Speiche.
Zeigefing.
eigne
an das zweite
gers (Extensor indicisl
Glied des'
Zeigefing.
proprius longus);
der oberflächliche an das erste
Fingerbeuger Mecheh\ oder zweite
(Fl. digit. saperficia-l Glied d. Zei-
39)
von
der
Fascia
des Vorderarms.
I
I
gefingers.
lis);
40) der tiefe Fingerbeu-i an
von
d.
innern Flä-
ger 3Ieckeh
(Fl.
d.
Glied
di-
zweite
d.
Zei-
che der Ulna.
git. prüf.).
)
gcfingers.
b) Kurze Fingermuskeln.
o)
Des Daumens:
41) Aeusserer Strecker des Daumens Wiedemanns (Extensor poUicIs externus).
42) Innerer Strecker
des
Daumens Wiedemanm (Ex-
tensor pollicis internus).
79
Beschreibung der Flügelmuskeln der Vügcf.
Daumens Wiedemanns (Adductor
43) Anzieher des
pol-
licis).
44) Beuger des
ß)
Des
Daumens (Flexor
pollicis).
Zeigefingers:
45) Anzieher des ersten Gliedes des Zeigefingers (Adductor phal. prim. indicis).
46) Abzieher des zweiten Gliedes des Zeigefingers (Abduclor phal. sec. indicis).
47) Beuger des Zeigefingers (Flexor
y)
indicis).
Des kleinen Fingers:
48) Beuger des kleinen Fingers (Flexor digiti miniini).
Flügelmuskeln der Vogel.
1)
A) Ilautmuskeln der Flügel.
Muskel der hinteren Fliigelfalte
').
Bei den Luftvögeln entspringt dieser Aluskel mit
nem oder mehreren Küpfen von den
ei-
mittleren Rippen,
und zwar von der Stelle, wo die Nebenrip|)en auf ihnen aufsitzen. Dann verläuft er parallel mit den Fasern
des grossen ßrustmuskels nach vorn und oben
kreuzt
sich mit den Fasern des breiten Hiickenmuskels, und
,
bleibt fleischig bis
zum oberen
Drittel des Oberarms.
Er
1) Vicq itAzyr , Premier Memoire pour servir ci l'anatomie
de» oiseaux; dans L'Ilisloire de r.icad^mic royale des sciences,
«nnee 177i, Seconde
Une
l'artie p. 632. nr. 5.
portion du graiid
dorial
Wiedemann, Archiv für Zoologie und Zootomi«. Zweiten BanBraunschueig IHOi. Von den Muskeln des
Der Spanner der hinteren Hugelhaut (Tensor
p. 85.
de* zweite« Stück.
KchwaiM
menibranae alae posteriori« ).
Titdemann Zoologie. Zw eiter Band
«.hiclile der Viignl
('
F
,
flrutiii/(er
p.
S16.
$
:
Anatomie und Naturge-
2fi7.
Zootomiarhe Analcklen
Arrhir für die l'h>r,iologie.
Kd
VII
in
WlerMt Deiitnrhem
Halle 1822.
p. 186.
nr. ÜO.
80
Beschreibung der Fliigelniiiskeln der Vögel.
Zellgewebe unter der Haut,
wurzeln.
Diese Haut
scheint von ihm angespannt zu werden.
Dieser Muskel ist bei Vögeln derselben Gattung ver-
verliert
in
sich
welchem
schieden.
im
dicliteren
die
Kschulterfedern
Bei Falco Albicilla entspringt er von der fünf-
ten und sechsten Rippe
und dem Anfange
rippen mit zwei Köpfen,
die
Nebenetwa einen
ihrer
sich aber nur
halben Zoll weit trennen lassen. Bei Falco Buteo hat
er vier getrennte Köpfe, die von der dritten bis sechsten
Rippe entspringen.
übrigen.
Der
letzte
Kopf
ist
stärker als die
Bei Falco Tinnunculus entspringt er mit drei
Köpfen, und zwar mit dem ersten von der vierten Ripmit dem zweiten von der fünften, mit dem dritten
pe,
Kopfe von der sechsten und zugleich von der siebenten
Rippe.
Beim kleinen Raben (Corvus Corone) entspringt
,
er
mit zwei Köpfen von der vierten und fünften Rippe; beim
Holzschreier (Corvus glandarius) nur mit Einem Kopfe
von der vierten Rippe.
Beim grauen Papagei (Psittacus erithacus) kommt
er von der sechsten Rippe und dem Anfange ihrer Nebenrippe.
Unter den Erdvögeln
ist
die
Anordnung dieses Mus-
kels bei der Haustaube dieselbe als bei den Luftvögeln,
drei Köpfen von den drei Rippen kommt, welche vor der letzten liegen.
Beim Huhne fand ich eine von der oben beschriebenen Anordnung bedeutende abweichende Bildung. Zu-
indem der Muskel mit
nächst entspringen von demjenigen Rückendorne,
cher zwischen
liegt,
dem
wel-
hinteren Endpunkte der Schulterblätter
zwei Muskeln. Der Obere derselben geht, mit
dem
neben
den Uückendornen zur Hautfalte auf dem Genicke und
Nacken, lässt sich aber nur etwa bis zur Mitte des Halses verfolgen. Der zweite untere Muskel geht über das
entsprechenden der anderen Seite parallel
,
dicht
81
Beschreibung der Flügelmuskelu der Vögel.
hintere Sechslei des Schulterblattes in schreger Richtung
zur Achselhöhle und verschmilzt hier mit dem gewöhnlichen Muskel <Icr hinteren Hautftille. Dieser kommt sehnig von der vorletzten, fleischig von der dritt- und viertletzten
Rippe und deren Leiden Nebenrippen, ist etwa
vom Hiickendorne entspringende
viermal siiirker als der
Theil,
mit wclciiem er sich unterhalb der Achselhöiile
Der gemeinschaftliche Muskelbauch bleibt nun
noch fleischig und geht so an die Haut, in welcher die
Schulterfedern wurzeln, und welche er nach hinten und
vereinigt.
gegen die V
Ausserdem findet
oben, also
scheint.
irbelsiiule
sich
hier
hin,
ein
anzuspannen
anderer Mus-
kel, dessen fleischiger dicker Theil auf der hinteren Flä-
.che des Elicnbogengclenkes liegt.
Er wird bald
sehnig.
Seine dünne glänzende Sehne geht an der hinteren Fläche des Oberarmes gerade nach der Achselhöhle, und setzt
sich hier theils
an den fleischigen Theil des infraspina-
tus(13J, theils an den des coracobrachialis superior (17).
Reim zweizehigen Sirausse ist nicht die geringste
Spur dieses Muskels zu finden.
Bei der gemeinen Trappe COtis tarda) ist dieser
Muskel im Verhältnisse zur Grösse des Vogels schwach,
Küpfe lassen
sich nicht trennen.
Er entspringt mit deut-
von der vierten und fünften Rippe und
von dem unteren Rande ihrer breiten Nebenrippen, weniger deutlich auch von der sechsten Rippe und von der
lichen Fasern
Die Sehne dieses Musüber, welcher von
der hinteren Fläche des Eilenbogengelenks fleischig ent-
Nebenrippe der dritten Rippe.
kels geht in die
spring;!
,
Sehne des
alluiälich
.Miisk(^ls
schmäler wird, das untere Dritttheil
des Oberarmes als pyramidenförmiger Muskel
bedeckt,
und dann sehnig an der hinteren Fläche des Oberarmes
zur Achselhöhle geht.
Rei Fulica aira entspringt der Muskel von der achten Rip|>e.
NtckeU
Der vom Ellenbogengelenke entgegen kom-
Arcliir
f.
Ana», u. Vhyt. IHÜ).
fi
82
Besclircibuiig der F'lügelmuskeln der Vögel.
niende Kopf
ist
sehr schwach. Bei beiden Vögeln scheint
er die hintere Fliigelfalte anzuspannen.
Beim Pinguin
fehlt der
Muskel.
Muskeln der vorderen Flu gel
Es
falte.
finden sich in dieser Falte zwei Muskeln, die einen
geineinschafllichen Ursprung, aber verschiedenen Verlauf
und Ansetzpunkfe haben. Jeder dieser Muskeln entspringt
bei den Luflvögeln mit zwei Köpfen, die, mit den langen Sehnen dieser Muskeln verglichen sehr kurz sind.
,
2)
Langer Muskel der vorderen
Fliigelfalle
').
Dieser innere und vordere Muskel der vorderen und
längsten Fliigelfalte entspringt bei Faico
einem Kopfe,
welcher mit dem
des folgenden Muskels (3)
Albicilla
mit
entsprechenden Kopfe
verbunden
ist
,
vom oberen
Rande des oberen Endes desGrätenschlüsselbeines
(der GaVorsprung des Ilackenschlüsselbeines hinweg, trennt sich aber, einen Zoll von
seinem Ursprünge entfernt, vom folgenden Muskel, bleibt
fleischig bis an den erhabensten Theil der oberen crista
bel), geht über den oberen inneren
—
hanieri.
1)
als Theil des gros-
Nie. Stenonii historia mtisculorum aquilae.
tholini acta
cap.
Der grössere Kopf, der
medica
CXXVII.
Ticq
-
p.
d' Aztjr
Thomae Bar-
et philusophica llafjiiensia anni 1673. Vol.
334.
11.
nr. 5.
second Memoire: L'Histoire de l'Acadeniie des
Sciences annee 1773. p 563. nr. 3 u. t.
Blaaius Merrem , Vermisciite Abhandlungen aus der Thiergeschichte
p.
lers,
ntit
Kupfern, 1781, Flügelniuskeln des weissköptigen Ad-
156. nr. 1.
Wicdrmamt, a
Der langarniige Muskel.
0. 11.2. S. 85. Der Spanner der vorderen
a.
(Tensor menibranae alae anteriorisj.
Tiedemann a. a. O. II. S. 317.
Fliigelhaut
,
Heusinger, in Meckel VII. S. 185. nr. 19.
J. F. Meckel,
Theil.
Halle 1828.
System der vergleichenden Anatomie.
S. 337.
§.
161.
Dritter
iSeschreibung der Kliigelmuskeln der Vogel.
83
sen Brustinuskels welter nach innen als der vorige
vom
vorderen Rande des Griitenschliisselbeines entspringt, verbindet sich sehnig mit dem unteren fleischigen Theile
des ersten Kopfes. Die ungleich lungere sehr elastische
Sehne des ganzen iMuskels
ser
grössten Fliigelfaile
wo
lenke,
sie sich theils
läuft
am
äusseren Rande die-
zum Handwurzelge*
an den vorderen Rand des unherab bis
leren Gelenkkopfes der Speiche, theils an das Sesambein,
das ganz von der Sehne
Hände
umgeben
ist
\ind
auf jenem
und endlich an den Vorsprung zu setzen
aufsitzt,
am oberen Ende des Speicheniuittelhand"
knochens nach vorn befindet, und von ßleckel (System
der vergleichenden Anatomie II. 2. S. 100) als Rudiment
scheint, der sich
Daumenmittelhandknochens betrachtet wird.
eines
Jenes Knöchelchen, das auf
Speiche aufsitzt,
ist
dem unteren Theile der
ßuteo weit grösser,
ebenso wie Hensiiiger (in
bei Falco Albicilla,
Archiv.
bei Faico
Bd. VII. S. 179.) es bei Strix Scops und flam-
Heusinger führt an derselben Stelle auch an,
niea fand.
dass schon Sc/iiieider (Coium. in
Tom.
als
Meckeh
II.
p.
45.)
ein
kleines
reliq.
libr.
Frider.
II.
dem
rundes Beinchen auf
Handgelenke des Adlers gefunden hat.
Bei Corvus Corone und Corvus glandarius verhält
»ich dieser .Muskel wie beim Adler.
Beim Papagei geht der eine Kopf gleich sehnig
vom
grossen
Brustmuskel
ab
und verbindet sich
unteren Kndo der oberen Oberarmbeinleisle mit
dem
deren Kopfe,
Er
»ich,
gelaufen
che,
der wie beim .Adler entspringt.
nachdem er im
ist,
llieils
theils
freien
Uande der
am
an-
setzt
Fliigelfaltc herab-
an den imtcrcn Ciclenktheil der Spei-
an den Speichenrand des Daumenmittelhaud-
knorhens.
Bei der
Taube
ist
die
Anordnung dieses Muskels
\on der eben beschriebenen bedeutend abweichend. Der
Muskel bat nämlich hier drei Köpfe, 'von denen zwei
»>•
Beschreibung der Flügelmuskelu der Vögel.
84
Vögeln der vorhergehenden Ordnung
bei den
sich wie
Der
vei'halten.
Kopf aber entspringt sehnig vom
dritte
langen Beuger des Vorder:;rmes (24), etwa in der Mitte
der ganzen Länge des Oberarmes. Dieser dritte Kopf
geht bald in einen kurzen aber breiten und dicken Miiskelbauch über, läuft dann in eine dünne und glänzende
Sehne aus
,
die
sich mit
der gemeinschaftlichen Sehne
der beiden ersten Köpfe kreuzt, so dass sie nach aussen von dieser liegt. Sie setzt sich an den Daumen-
vorsprung des Mittelhaiidknochens.
Beim Huhne entspringt zunächst der erste, diesem
und dem folgenden Muskel
vom
obersten
Ende des
(3)
gemeinschaftliche
vorderen Fläche des vorderen Vorsprunges
schlüsselbeine.
Kopf
GrätenschUisselbeines, und von der
am Hacken-
Dieser Kopf bildet einen breiten band-
förmigen Muskel, der bis zur Mitte des Oberarmes fleischig bleibt, hier aber tbeils die breite jedoch dünne und
kurze Sehne für den folgenden Muskel (3) abgiebt, tbeils
sich an die ebenfalls breite, aber zugleich starke und
lange Sehne ansetzt, welche am äusseren Rande der vor,
—
Der zweite Kopf kommt
deren Flügelfalte verläuft.
als dünne aber feste Sehne vom Oberarmtheile
des grossen Brustmuskels und hilft ebenfalls beide Seh-
gleich
nen, sowohl die dieses Muskels, als auch die des
Der dritte Kopf endlich entsteht
genden, bilden.
er bleibt
schig vom langen Kopfe des biceps (24)
—
,
folfleiflei-
schig, bis er die Sehnen der beiden ersten Köpfe erreicht,
Die Sehne dieses Muskels läuft
die er beide verstärkt.
an dem freien Rande der vorderen Fiügelfalte herab und
setzt sich theils an die Kapsel des Handgelenkes, theils
an den auch hier deutlich vorhandenen kleinen Knochen,
der auf
ganz
dem
in diese
freien
Rande
Sehne verwebt
Sehne noch, über
der
ist;
Speiche
aufsitzt
und
endlich setzt sich die
die nach unten gerichtete Spitze des
83
Beschreibung der Flugdmuskcln d«r Vügcl.
an den Speichenrand des
KDÖchelclipns hinweggehend,
Mittelhandiinochens.
Beim zweizehigen Strausse entspringt dieser Muskel
dem Theile des oberen Deltamuskels
an die äussere Fläche des Oberarmes dicht
unter dem Cielenkkopfe ansetzt. Der hier ganz einfagleich sehnig von
(18), der sich
am
che Muskel endet theils
am
theils
unteren Ende
Bei der Trappe
der bei der Taube ähnlich
entspringt
;
denn auch
hier
ab
entspringt
;
sehnig
gleich
Kopf
der erste
vom oberen Theile
die-
ist sie
bei Fulica atra
Kopf vom
Der zweite Kopf
dritter
langen Beuger des Vorderarmes (-4).
geht auch
Muskels
Bei Fulica atra
unansehnlicher
nicht
ein
,
die Bildung dieses
ist
bei den Krähenarten.
selbe als
kel (15)
der Speiche,
Daumenruittelhandknochen.
vom grossen Brustmusist
lang und
bandartig,
des vorderen Grätenschliis-
selbeinrandes, und lässt sich, so lange er fleischig bleibt,
nicht
theilen.
Die Sehne sowohl dieses,
als
auch die
wird von allen drei Köpfen ge-
des folgenden Muskels
Die lange Sehne dieses Muskels setzt sich uneinem Zipfel an den vorderen oder freien Rand
des unteren Gelenkiheils der Speiche und dieser Theil
bildet.
ten mit
,
Scheint
vom
vom grossen
der
vorzüglich
Brustuiuskel
und
zu seyn. Ein
der aber vor seinem Ansätze un-
Grätenschliisselbein
schwächerer Zipfel,
ent.springende
an den Daumenrorsprung des Mittelhandund dieser scheint besonders vom biceps zu
achwillt, geht
knochens,
konmicn.
Beim Pinguin
Fliigelfalle
ist
vorhanden.
obere Kopf entspringt
nur dieser Muskel in der vorderen
Er ist einfach, aber stark. Der
vom oberen Theilo des vorderen
GrätenschlÜHSelbcinrandcs und
muskels.
Tlieil
Der untere
des grossen
bei
ist
Bruslmuskels.
diebet Muikels geht
ein Theil des Delta-
weitem stärkere Kopf
ist
ein
Die einfache Sehne
an den Speichenrand des Mittel-
86
Beschreibung der Flügelmuskeln der Vögel.
Dieser Muskel scheint vermöge seiner
handknochens.
sehr elastischen Sehne das Zusainmenlegen des Fhigeis
und während der Ruhe den Flügel in
Nur während der Wirkung
zu unterstützen,
Lage zu
dieser
erhalten.
des Vorderarmstreckers
scheint
vordere Fliigel-
die
er
und dann zugleich die zu starke
Streckung des Vorderarmes zu verhindern.
anzuspannen,
falte
3) Kurzer Muskel der vorderen Fliigejfalte
Bei Faico Albicilla entspringt der erste
Muskels,
'),
Kopf
dem enlsprechendeo Kopfe des
der mit
dieses
vori-
gen Muskels (2) an seinem Ursprünge verbunden ist,
und den er um das Doppelle an Grösse übertriift, vom
oberen Rande des Grälenschliisselbeins. Er liegt nach
aussen und hinten vom entsprechenden Kopfe des vorigen Muskels.
—
Der zweite Kopf
ist
ebenfalls ein nicht
zu trennender Theil des grossen Bruslmuskels, liegt unter
dem entsprechenden zweiten Kopfe
des vorigen
Mus-
welchem er bei FaIco Albicilla eng verbunden
ist.
Seine Sehne verbindet sich mit der Sehne des ersten Kopfes unter einem sehr spitzen Winkel und geht,
nur wenig vom Oberarme entfernt, etwa an das zweite
kels, mit
Sechstheil
bevor
sie
vordere
der Speiche.
Hier spaltet sich die Sehne,
in zwei Zipfel. Der
zum Vorderarme gelangt
derselben
vereinigt
sich
unter
einem rechten
Winkel mit der Ursprungssehne des äusseren Kopfes
des langen oder ersten Speichenstreckers (31). Der hinan der äusseren Seite der Muskeln, die
den Vorderarm umgeben, herab und endigt sich in der
Gegend des äusseren Randes der ulna in der vagina cubiti.
Bei Falco Buteo liegt der zweite, vom grossen
tere Zipfel läuft
Brusimuskel
entspringende Kopf dieses Muskels
aussen und hinten
1)
Sltno,
a.
a.
vom
nach
entsprechenden Kopfe des vor»
O. S. 333.
iir.
2 und S. 33i.
nr, 4,
87
Benchreibung der Klugelmuskeln der Vogel.
liPigehenHen Muskels (2).
in
Zipfel,
ilrei
Die Sehne
spaltet sich unten
von denen der eine an der Uisprungsnr. 31 rückwärts zum Ellenbogender zweite verhält sich ganz wie der
des ^Muskels
si-hne
gelenke
liiiift;
zweite Zipfel bei Falco Albicilla;
die innere Fläche der Speiche
der dritte läuft über
weg und
verschmilzt auf
der inneren Fläche der uina mit der fascia cubili.
Bei Corvus Corone und C. glandarius läuft die
fache Sehne rückwärts
zum Ellenbogengelenke,
ein.,
auf ähn-
Weise wie der erste Zipfel bei Falco Buteo.
Beim Papagei ist dieser Muskel ebenfalls zweiköpfig, der eine Kopf wird von dem anderen ganz bedeckt.
liche
Dieser, der oberflächliche, hängt genau mit
Kopfe des vorhergehenden Muskels
sehr breit
Gabel,
entspringt nicht nur
,
sondern auch
dem
ersten
zusanmien,
ist
vom oberen Hände
der
(.!)
vom Anfange
des oberen Schul-
terblattrandes, er bedeckt die obere Fläche des Oberar-
mes,
bleibt bis über dessen Mitte
lauft
nun
mit
seiner
breiten
herab fleischig, und
bandartigen Sehne
zum
oberen Rande und zur äusseren Fläche des oberen Theils
des \ orderarmes.
—
Der zweite Kopf
ist
hier kein Theil
des grossen Urustmuskels, sondern entspringt sehnig
vom
oberen Bande des Grätenschlüsselbeines, wird bald
lle;-
acbig und
bleibt
es
bis fast zur Mitte des
Oberarmes.
Er wird von dem ersten, dicsi-:a und dem vorhergehenden Muskeln gemeinschaflliclion Kopfe ganz bedeckt.
Seine Sehne bildet den vorderen Hand der Sehne des
igt eng mit ihr verwebt und verstärkt sie.
Taube besteht dieser .Muskel aus zwei mehr
als bei den übrigen \ ögeln getrennten Köpfen, von denen der erste ungemein stark ist, ebenfalls vom oberen
Ende der Gabel entspringt und bis zum letzten Achttheil lies Oberarmes Ueiscbig bleibt.
F,r geht nun in
eine breite .Apoueurus« über, zu deren Bildung die Sehne
de« zweiten Kopfes mit eingeht.
Dieser zweite Kopf
ersten Kopfes,
Bei der
88
Beschreibung der Flügelmuskeln der Vögel.
vom grossen Brustmuskel ab und
an der inneren Seite des ersten Ko-
geht gleich als Sehne
verläuft als solche
Die gemeinschaftliche untere Sehne geht
pfes.
fheils in
die Ursprungssehne des Speichenniittelhandstreckers (31)
über, theils verliert
ses
sie sich in
der fascia cubiti.
Beim Huhne wird die breite aber dünne Sehne dieMuskels von den drei Köpfen gebildet die bei der
,
Beschreibung des vorigen Muskels
Vogels anUnten setzt sie sich theils an die Ursprungssehne des Muskels nr. 31 , theils lauft sie über
(2) dieses
gegeben sind.
den oberen Theil der äusseren Fläche des Vorderarmes
weg und
trägt zur Bildung
und Verstärkung der
fascia
cubiti bei.
Beim Strausse geht nur ein kleiner Theil der Sehnr. 2 zum Muskel nr. 31.
ne des Muskels
Bei Otis tarda weicht die Bildung dieses Muskels
von der bei Falco Albicilla nur darin ab, dass bei der
Trappe die Sehne sehr breit ist.
Bei t'ulica atra wird dieser Muskel von jenen drei
Köpfen gebildet, die bei der Beschreibung des Muskels
nr. 2 dieses Vogels angegeben sind.
Seine einfache
Sehne geht an die Ursprungssehne des äusseren Kopfes
des langen Speichenmittelhandstreckers (31).
Beim Pinguin fehlt dieser Muskel. Die
dieses Muskels
scheint
theils
Wirkung
zu bestehen,
darin
dass
während der Ruhe des Vogels den Vorderarm in seiner Lage erhält, theils scheint er durch das Anspannen
er
der Fascia cubiti die
Wirkung der
unter dieser gelege-
nen Muskel kräftiger zu machen.
4) llegierer der
Armschwingen
').
(Muse, reotor re-
niigum secundi ordinis).
Dieser Muskel wird durch eine doppelte, eine ober1)
Merrem, a a O.
Heuiingsr
in
Meckel,
S. 155. nr. 7.
Bd. VU.
p.
Regierer der Armfedern,
189. nr. Z6.
Beschreibung der Flügelmuskeln der Vogel.
89
und eine tiefere Schicht von IMuskelfitsern geDie oberflächliche Schicht enlsptingl vom hinbildet.
die das Elienbogengelenk nach
teren Theile der fascia
flächliche
,
hinten bedeckt,
nnd wird aus verworrenen,
docii deut-
zu unterscheidenden Muskelfasern gebildet. Diese
Fasern gehen in eine schwache Sehne über, welche die
lich
Kiele der Arnischwingen umfasst
so dass sie zwischen
,
Diese Sehne
zwei Kielen deutlicher zu sehen ist.
scheint sich erst an der Spitze des Zeigefingers zu en-
je
—
Die tiefere Lage ist ein Theil des langen
Beugers der Handwurzel (35); denn es geht ein starkes
Faserbündel, mit jenem Beuger verbunden, vom inneren
digen.
Oberariiiknorren aus, dessen Sehne die Kiele der
Arm-
schwingen näher an ihrer Wurzel als die Sehne der
oberflächlichen Schiebt umfasst.
Diese
tiefe
Schicht
Buteo und beim
bei Falco
ist
Sirausse besonders stark,
lässt sich
aber liberall leicht
auffinden; nur beim Pinguin fand ich sie nicht.
Er scheint die Armschwingen aufzurichten.
5) Regierer der
Handschwingen
(Rector remigum
')•
primi ordinis).
Dieser Muskel entspringt
vom
unteren Gelenktheile
der ulna, und zwar von der äusseren Fläche desselben,
bildet
besonders beim Sirausse ein starkes Faserbündel,
bedeckt den kurzen Reuger der Mitlclbund (3ß), nimmt
noch Fasern auf, die von der äusseren Leiste an der
hinteren
Fläche des Ulnarmiltelbandknochens entsprin-
Seine Sehne umfasst die Kiele
gen.
Nur beim Pinguin fand
die
ich
ilcr
Handschwingen.
Er scheint
ihn nicht.
Handschuingen aufzurichten, und so den Flügel aus-
zubreiten.
1)
VitqiAiyr,
Ktrrtm,
a. a.
a. a.
O. 1773. S. 577.
O. S. 157, nr. 6.
6.
Kegierer
<ler llaiidfedvrii.
90
Uesiliieibuiig der Klügeloiuskeln dar Viigel.
B) Muskeln der
Schulter.
Cuciillaris, Kappenriiuskel itAch ßfeckel
6)
(Der
').
oberflächliche Riickwarfszieher des Schulterblattes).
Bei Falco Albicilla entspringt dieser Muskel
vom
und den sieben ersten Riickendornen, zun»
letzten Hals-
Theil auch voi» oberen Theile des vorderen HiiflbeinAn seinem Ursprünge ist der Muskel ungetheilt,
randes.
es
setzt
aber
sich
ein
vom
übrigen
getrennter
Theil
oben an den inneren Kand des GrätenschUisselbeins, mit
einem zweiten zu trennenden Zipfel an den inneren und
oberen Forsatz des vorderen Endes des Schulterblattes.
Der übrige Theil des Muskels setzt sich an den oberen
Rand des Schulterblattes, doch so, dass er das Ende
Die Fasern dieses
dieses Randes nicht ganz erreicht.
Muskels laufen oben etwas nach vorn und aussen, in
der Mitte gerade nach aussen, unten stärker nach vorn
Die Theilung des Muskels vor seiner
lind aussen.
—
Anheftung
bei Falco
ist
Ruteo deutlicher,
bei F. Tin-
nunculus weniger deutlich.
Bei Corvus Corone entspringt derselbe Muskel von
den 8 ersten, bei Corvus glandarius nur von den 6 ersten Rückendornen und geht an den ganzen oberen
Schulterbiattrand.
Auch
hier lässt
sich
ein
sehr klei-
ner, vorderer Theil, der sich an das Crätenschlüsselbein
1)
Vfyssi» Aldrovandi philosophi ac mediui Bononiensis Or-
nithologiae h.
De
e,
de avibus historiae Toni. IV.
Fraiicofurti 1610.
aquilae iiiusculis alani luuventibus agitur in T'um.
1.
IIb. 11.,
musculus priniua scapulae p. 66.
Vicq-dAzyr, a. a. 0, 1772. II. p. 630. nr. 1. le Trapezoide.
Merretn, a. a. O.S. 154. nr. 9. Der Aulzieheide.s Schulterblattes.
Wiedemann,
a. a.
0.
11. 2.
S. 84.
Der Kappenniu.skel (Traj>eziiis),
G. Cuvier, Vorlesungen über vergleichende .\uatuniie. UeberErster Theil. Lpz. 180U. S. x;36.
setzt von Froriep u. Meckel.
Tkdemaiin,
Meckel, a.
a.
a.
a.
O. S. 302.
O. S, 306.
VI
Besclireibung der Klügelmuskeln der Vögel.
nur an seinem Ansetzpnnkte,
setzt,
nicht aber an sei«
nem Ursprünge, vom grösseren hinteren Theile des Muskels trennen.
Beim Papagei
entspringt er
vom
ersten bis sieben-
und vom Anfange des hinteren Randes der siebenten Rippe. Seine vorderen Fasern laufen
nach hinten und aussen, die hinteren nach vorn und
aussen zum Schulterbiatte, an dessen ganzen oberen
Vorn geht noch ein
Rand der Muskel sich ansetzt.
ten Rückendornen,
Ende der Gabel.
der Muskel von
kleiner Theil an das obere
der Taube
Bei
entspringt
allen
Riickendornen.
Beim Huhne von den
Halsdornen und
Die Theilung in eine
drei letzten
den vier ersten Riickendornen.
vordere und hintere Hülfte
er fast
ist
nicht deutlich.
Vorn geht
ganz quer von den Wirbeln zum oberen Rande
des Grälenschlüsselbeines mit getrennten Faserbündeln,
hinten steigt er
an
sich
setzt
mehr nach aussen und vorn herauf und
die
ersten
fünf Sechstheile des
oberen
Schulterblattrandes.
Beim zweizehigen Strausse entspringt
die
hintere
Portion von den zwei letzten Hals- und den beiden ersten Rückendornen.
Dieser Theil
geht mit leicht
zu
trennenden Faserbündeln an das erste Achltheil des oberen Schulterbiattiandes
und an die äussere Hälfte des
oberen Grälenschlüsselbeinrandes.
—
Die vordere Por-
tion setzt sich dicht nach innen
von der hinleren an den
oberen Rand des Grätenschliisselbeines und ist hier ganz
schmal
an der Seite des Halses « ird sie aber bedeu;
tend breit,
bildet einzelne,
getrennt von einander ver-
laufende Faserbündel, die, je
auch desto dünner werden
nicht
,
mehr
so das»
genau ausmittcln konnte:
sie sich ausbreiten,
icii
ihren Ursprung
sie sciiicnun sich in
der
Haut zu verlieren am Anfange des letzten Viertels des
Hulscs.
Dieser Theil
enisprichl
vielleicht
mehr dem
V-
Beschreibung der Fliigclniuskelu der
Intissimus
seu platysmamyodes
colli
Viigel.
dem Kappen-
als
muskel.
Bei der Trappe verhält sich dieser Muskel ganz
wie bei Corvus Corone.
Bei Fiilica atra enlspringt der Kappenmuskel vom
letzten
HhIs- und den fünf ersten Riickendornen, und
den oberen Rand des Grätenschiiisselbeines,
setzt sich an
und an die ersten fünf Sechstel des oberen Schullerbiattrandes ungetheilt.
Bein» I'inguin entspringt die hintere Portion von den
vier ersten Riickendornen sehnig,
und
wird
gleich fleischig
setzt sich
an die vordere Hälfte des oberen Schul-
terblattrandes.
Der vordere Theil hängt innig mit
zusammen, setzt sich an die ganze
dem
—
hinteren Theile
obere Hälfte des vorderen GrätenschUisselbeinrandes,
ist
dick und lässt sich bis an das Hinterhaupt verfolgen.
Dieser Theil
deutlich Hautnjuskel.
ist
Der Kappenmuskel
zieht das Schulterblatt
gegen die
Wirbelsäule.
Der Rantenmuskel (rhomboideus) ')
(Der
tiefe
Dieser Muskel entspringt bei Falco Albicilla
vom
7)
Riickwiirtszieher des Schulterblattes).
zweiten bis sechsten Riickendornen;
seine Fasern stei-
gen nach aussen und etwas nach hinten herab und
setzen sich an die letzten zwei Drittel des inneren oder
oberen Schulterblattrandes.
Bei Falco Buteo und Falco Tinnunculus entspringt
er mit
])
dem
vorigen Muskel (6) in gleicher Höhe.
AldroDandit a
Vicq-itAiyr,
a.
a.
a.
O.
O.
1.
Wiedematin,
Cuvür, a.
Tiedemann
O. S. 236.
Mtikel,
a.
a.
,
a.
a.
a.
a.
O.
Musculus secundus scaputae.
66.
1772.
a.
O. S. 82.
11.
p. 630. 2. le
O. S. 303. nr. 2 u.
S. 307. 2.
rhomboide.
Die Kautenmuskel.
3.
93
Besclireibung der Flügelniuskelu der Vögel.
Bei Corvus Corone entspringt
bicilla,
um
zwei Wirbel
Wirbel
drei
tiefer, bei
wie bei Falco Al-
Corvus glandarius
um
der oberflächliche Rückwärtszie-
als
liefer
er,
Sein hinteres Ende füllt bei Corvus Corone mit
(6).
dem des vorigen Muskels zusammen.
hcr
Bei Corvus glandarius entspringt er aber hinten
tie-
und zwar von allen, vom Hüftbeine nicht bedeckten Rückenwirbeln und vom oberen Theile des vorderen
fer,
Randes des Hüftbeines, so dass
vom
er hier
oberfläch-
lichen Rückwärtszieher des Schulterblattes nicht bedeckt
wird.
Beim Papagei
entspringt er
des ersten Rückenwirbels, und
ten
Rückendornen.
aussen herab
,
vom processus obliqnus
vom zweiten bis sieben-
Seine Fasern laufen nach hinten und
und setzen
sich
an die hintere und grös-
sere Hälfte des oberen Schullerblatlrandes.
Bei der Taube
ist
dieser
Muskel
zwei zerfallen,
in
von denen der vordere von den beiden ersten Rückendornen entspringt, den vorderen Rand des hinteren Muskels an seinem Ursprünge bedeckt und sich an das zweite
Zehntheil des oberen Schultcrblatlrandes
Muskel entspringt vom zweiten
ckendornen und setzt sich an das vierte
hinlere
tlteil
Der
ansetzt.
RüZehn-
bis sechsten
bis letzte
des oberen Schulterblattrandes.
Beim Huhne entspringt der Muskel von den letzten
zwei Halsdornen und den ersten vier Riickendornen.
Keine Fasern gehen nach hinten und aussen herab an die
hinleren zwei Hritlthcile des olieren Schullerbhillrandes.
Beim Sirausse entspringt er bloss vom breiten Dornen des dritten Rückenwirbels sehnig, wird
in
der Mitte
seines Verlaufes fleischig und setzt sich so an das vierte
Fünflheil des oberen Schultcrblatlrandes.
Bei
der Trappe geht er
BniHldornen
bis
zum
vom zweiten
bis sechsten
hinteren Fiide des Schullerblultes.
04
Beschreibung der Flügelniuskeln der Vögel.
Bei Fulica afra
vom zweiten
bis siebenten Riicken-
dornen zu den letzten drei Viertheilen des oberen Schul*
lerblattrandes.
Beim Pinguin vom
ersten bis sechsten Rilckendor-
nen an die hinleren vier
Fiinftheile des oberen Schul-
terblattrandes.
Dieser Muskel zieht das Schulterblatt etwas nach
vorn und gegen die Wirbelsäule.
8)
Der grosse vordere Sägemuskel
').
(Serratus an-
ticus major).
Er entspringt bei Falco Albicilla mit drei getrennten
Köpfen von der vierten, fünften und sechsten Rippe, und
von dem Anfange der stark entwickelten Nebenrippen
dieser drei Rippen. Seine Fasern steigen nach vorn und
oben herauf und setzen sich mittelst einer breiten Sehne
an die letzten beiden Fünftel des unteren Schulterblattrandes.
Bei Falco Tinnunculus
ter
Kopf von der
kommt noch
ein kleiner vier-
dritten Rippe.
Bei Falco Buteo findet sich die Abweichung von
der gewöhnlichen Bildung dieses Muskels, dass er mit
dem kleinen vorderen Sägemuskel (9) in Einen Muskel
verschmolzen ist. Dieser gemeinschaftliche vordere Sägenuiskel entspringt mit fünf gleich grossen Köpfen von
der zweiten bis sechsten Rippe und setzt sich an den
ganzen unteren Schulterblattrand.
1) Aldrovandi, a. a. O. I. 66.
Steno, a. a. O. II. S. 33?. nr. 6.
X'icq-d'Azyr, a. a. O. 1772.
lUerrem , a
a.
II.
p. 631.
nr. 4. b.
O. 154. nr. 10. Der Rückwärtsziehcr des Schul-
terblattes.
Wiedemann,
a. a.
Cupi'cr, a. a. O.
Tiedemann,
Meckel,
a. a.
a. a.
O.
O.
S. 87.
Der
S. S33.
O.
S. 301. nr. 5.
S. 308. nr. 6.
Säg€niu.skel.
Ueschreibung der Klügelniuskeln der Vugtl.
93
Bei Corvus C'orone und C. glandarius, beim Papagei, der Tauhe und dem Huhne entspringt er mit drei
Köpfen von den Nebenrippen Her vierten, fünften und
Bei Corvus C'orone C. glandarius und
sechsten Rippe.
,
dem Huhne setzt
dem Papagei und
tel
er sich nur an das letzte Fünftel, bei
der
Taube an
die beiden letzten Fünf-
des unleren Schulterblaltrandes.
Beim Strausse
Muskel mit drei Kövom vorderen Rande der erstea
wahren Rippe, mit dem zweiten Kopfe theils vom hintheils vom vorderen
teren Rande der ersten wahren
Rande der zweiten wahren Rippe. Der dritte Kopf bepfen
;
dem
mit
enlspringt der
ersten
,
steht aus
theils
theils
ses
weniger starken Fleischfasern.
Er entspringt
vom hinteren Rande der zweiten wahren Rippe,
vom vorderen der dritten. Die breite Sehne die-
Muskels
setzt
sich an die letzten fünf Sechstel des
unteren Schul lorblatlrandes.
Bei der Trappe entspringt der grosse vordere Sägemuskcl ebenfalls mit drei getrennten Köpfen besonders
vom oberen Rande der Nebenrippen der vierten bis sechsdoch der vordere Kopf auch von dem vorderen Hunde der vierten Hippe, und zwar oberhalb ih-
ten Rippe,
rer
M-rbindimg mit
ihrer iNebenrippe.
Er
setzt sich
an
die letzten zwei Fünftel des unteren Schulterblatlrandes.
Zu seinem
grösslen hinteren Thcile wird er
vom Span-
ner der hinleren Fliigolfalle (l) bedeckt.
Bei Fulica atra verhalt er sich ähnlich wie hei der
Trappe.
Beim-Pinguin entspringt er mit vier Köpfen von den
Rippen, die vor den letzten drei wahren liegen und
geht an die letzten zwei Fünftel des unteren Schultervier
blatlrandes.
Dieser Muskel zieht das Schulterblatt nach unten
gegen das IJrumbein hin. und zugleich etwas nach hinten.
96
Beschreibung der Flügelinuskeln der Vögel.
Der
9)
kleine vordere Sägeniuskel
(Serralus nn-
').
ticus minor).
Er entspringt
bei Falco AlhicÜla mit zwei getrenn-
vom unteren
ten Köpfen, von denen der eine
hinteren falschen Rippe,
unteren Theile der
ten Rippe)
Tlieile der
der andere und grössere
waiiren Rippe (d.
er.slen
h.
und vom Anfange der Xeiienrippe der
,
vom
der dritdrit-
Seine Sehne durchdringt der Unter-
ten Rippe ausgeht.
und
schulterblnltnuiskel (22)
setzt
sich an
den Anfang
des zweiten Fiinflels des unteren Schulterblattrandcs.
Bei Falco Tinnunculus kommt ein dritter schwacher
Kopf
dieses Muskels von der ersten, d.
i.
der vorderen
falschen Rippe, die hier fast ebenso lang als die zweite
Rippe,
Kopf
d.
ist
i.
die hintere falsche
der stärkste;
ganze Muskel
Rippe
ist;
der hinlere sehr
der miniere
Der
schwach.
nicht stark.
ist
Bei Falco Buteo ist dieser Muskel, wie schon erwähnt, mit dem vorigen (8) verschmolzen.
Bei CorvHS Corone, C. glandarius, dem Papagei und
der Taube ist die Bildung dieselbe als beim Adler, ausser dass beim Papagei der vordere Kopf viel stäiker
als der hintere
ist.
Beim Huhne hat der Muskel zwei
Kijpfe; jeder ent-
springt von einer der falschen Rippen, der hintere
Kopf
auch von der Nebenrippe der hinteren falschen Rippe.
Er setzt sich an das hintere Ende des ersten Fünftels
des unteren Schulterblattrandes.
1)
Aldrovandi,
Sieno,
a. a.
Wiedemann.
0.
S. 66.
334.
nr. 1.
a. a.
O.
Ticq-d'Azyr,
S
a. a.
a.
a.
a.
a.
0.1772.
O. S. 87.
II.
Muse, quartus scapulae.
p. 629.
muskel.
Cuvier,
a.
meckel,
S. 236.
a.
Tiedemann,
B. a.
O.
O. S. 304. nr.
S. SOS.
4
le costo
-
scapulaire.
Der untere Kippenschulterblatt-
nr. 7.
6.
97
ßeschreibung der FlügelmusUelii der Vögel.
Beim Sfrausse entspringt er nur von der hinteren
falschen Rippe, und zwar von der unteren Hiilfte der
äusseren Fläche derselben, und setzt sich an das erste
Schulterblattrandes,
Sechstheil des unteren
den Unterschulterblattrauskel (22) weg,
geht über
ohne ihn
zu
durchbohren.
Bei der Trappe und der Hurbel verhält er sich wie
beim
Adlei-.
Beim Pinguin entspringt der Muskel von der ganzen äusseren Fläche der hinteren falschen Rippe und
vom unteren Theile der ersten wahren Rippe und setzt
sich an das zweite
und
dritte Fünftel
des unteren Schul-
terblattrandes.
Er
nach hinten und zugleich
zieht das Schulterblatt
etwas nach unten.
10)
Die Schulterheber
')
(Levatores scapulae).
Namen werden drei einzelne Muskeln,
von denen immer einer hinter dem anderen liegt, zuUnter diesem
sammengefasst.
Bei Falco Albicilla entspringt der erste
zweiten Brustwirbels
des
fortsatze
und
vom Quer-
geht
midiere Fünftel des oberen Schullerblattrandes,
an das
zum Theil
auch an den entsprechenden Theil der inneren Schulterblatlfläche.
Der zweite Muskel kommt vom Quer-
—
forlsatze des dritten Rückenwirbels,
zum Theil auch vom
hinteren Rande und der oberen Fläche der dritten Rippe
nahe bei ihrer Verbindung mit dem gekannten Queri'ort1)
rkq-dAzi/r,
a. a.
0.
177:^.
II.
S. 632. nr. 6.
le
soua sca-
pulaire.
Mtrrem,
a.
O
a.
S.
154. nr. II.
Der
.\nzieher des Schulter-
blatte«.
Wiedemann,
a. a.
O. S. 87.
Der obere Kippenschulterblatt-
muskel.
Tudemann
Mtrktl,
MtckeU
a.
a. a.
,
a. ().
.\rcliiv
f.
O.
S. SOS. nr. 4.
S. S07.
Ariut. u.
nr. 3.
Phys. 1829.
7
98
Beschreibung der Flügelmuskela der Vögel.
Er
Satze.
setzt
sich
an den Anfang des vierten Fünf-
mehr nach dem obeMuskel kommt
bloss vom hinteren Hände der vierten Rippe, und zwar
vom oberen Viertel dieses Randes, und geht ebenfalls
bandförmig an den Anfang des letzten Fünftels der in-
tels
der inneren Schnllerblaltl^aclie,
ren Schullerblattrande zu,
—
Der
dritte
neren Schniterblattflache.
Bei Falco Biileo und F. Tinnunculus entspringen alle
drei
Muskeln um einen Wirbel höher.
kommt
bei Falco
Der
erste .Muskel
Huteo vorzüglich vom Querfortsatze den
ersten Rückenwirbels, sehr
wenig von der ersten Rippe;
bei Falco Tinnunculus dagegen besonders
vom
hinteren
wenig vom Querfortsatze
des entsprechenden Wirbels. Bei beiden Vögeln setzt er
sich nahe am oberen Rande an den Anfang des vierten
Rande der
ersten Rippe, sehr
Fünftels der inneren Schulterblattfläche.
kel entspringt
pe,
der dritte
Der
iiweite Mu.s-
Vögeln von der zweiten RipMuskel vom hinteren Rande der dritten
bei beiden
Rippe.
Bei Corvus C'orone und C. glandarius entspringt der
erste
Muskel vom Querfortsatze des
und setzt
des ersten Rückenwirbels,
letzten Hals-
und
sich an die Mitte
Der zweite kommt vom
Rande der zweiten Rippe, etwas nach unten von
ihrer Verbindung mit der Wirbelsäule.
Der dritte entspringt vom ersten Viertel des hinteren Randes der dritten Rippe und lässt sich leicht in zwei Bauche trennen.
Beim Papagei entspringen die drei Schulterheber wie
des oberen Schulterblattrandes.
hinteren
bei Falco Buteo, sie setzen sich alle an das vierte Fünftel
der
inneren Schulterblattfläche,
doch so,
dass der!
mehr dem oberen Rande, der letzte mehr dem unteren Rande des Schulterblattes sich nähert.
Bei der Taube kommt der erste Muskel von der
erste
zweiten, der zweite von der dritten, der dritte kleinere
von der vierten Rippe; sie setzen sich an das vierte
"
Beschreibung der Klugelmuakeln der Vögel.
Viertel der inneren Schulferblaltfläche,
99
der letzte mehr
nach dein unleren Rande zu an.
Beim Ilnhne sind ebenfalls drei Muskeln voriianden.
Sie entspringen
von den ersten drei Rippen
derste zugleich
vom
,
der vor-
des ersten Rücken-,
Qiierforlsalze
wirbeis, der zweite ausser von der zweiten Rippe selbst
auch noch von
Nebenrippen an
verhält
sich
dem Bande,
sie
das von der Spitze ihrer
dem zweiten
zurückläuft;
aach der
Sie
dritte.
setzen
sich
ähnlich
an das
hintere Drittel der inneren Schulterblaitiläche
Beim Strausse entspringt der erste mit zwei Köpfen.
Der grössere Kopf kommt fleischig vom oberen X'iertel
des hinteren Randes
Kopf
bildet
der zweiten Rippe
eine kleine Sehne,
die
den zweiten
;
vom
Querfortsatze
zum ersten Schulterheber geht.
Der zweite Muskel kommt vom zweiten Viertel des
hinteren Randes derselben zweiten Rippe. Diese beiden
des zweiten Brustwirbels
—
Schulterheber gehen an die Milte der inneren Schiilterblattfläche.
Der
erstere stärkere
setzt sich zugleich
an
den entsjirechenden Theil des oberen Schulterblattrandeg, der letztere heftet sich mehr gegen den unteren
—
Rand de« Schulterblattes an.
Der dritte Muskel entpringt «om minieren Fünftel des hinteren Randes <ler
dritten Rippe und setzt sich an den Anfang des letzten Fünftels der inneren Schulterblattfläche.
Bei der Trappe finden sich nur zwei Schullerheber.
Der vordere entspringt vom hinteren Bande der zweiten
Rippe unlerhalb ihrer A erbindung mit dem Querforlsatze
de» enlnprechenden
dritten
Vicricis
der
W irbels
inneren
Rande der
Schulterblaitiläche,
mehr
hintere entspringt
vom
drillen Rijipe dicht unter ihrer
Ver-
nach dem oberen Ramie zu.
hinteren
und geht an die Mille des
Der
bindung mit dein entsprechenden Wirbel und gehl im
den Anfang des letzten Viertels der inneren Scbultcrblattflache.
7'
100
Beschreibung der Flügelmuskeln der Vögel.
Bei Fulica atra finden sich wieder drei Schiilterheber.
ersten
Der erste entspringt von den Qiierfortsätzen des
und zweiten Rückenwirbels, und ein kleiner Theil
auch von der zweiten Rippe, der zweite und dritte vom
Anfange des hinteren Randes der drillen und vierten
Rippe. Sie setzen sich an den Anfang, die Mitte und
das Ende des dritten Viertels der unteren Schulterblaltfläche.
Beim Pinguin entspringt der erste Schulterheber von
den Querfortsätzen des ersten und zweiten Rückenwirbels und von der oberen Hälfte des hinteren Randes
Der zweite vom Querforlsatze des
Rückenwirbels und von der oberen Hälfte des
der zweiten Rippe.
dritten
Der
vom
obe-
ren Drittel des hinteren Randes der vierten Rippe.
Sie
hinteren Randes der dritten Rippe.
setzen
an Anfang,
sicli
drille
Mitte und Ende der hinteren
mehr am
Hälfte der inneren Scliulterblattfläche, alle drei
oberen Schulterhlatlrande an.
Die Wirkung dieser Muskeln ist, das Schulterblatt
nach vorn «zu ziehen; und zwar scheint der erste es
mehr nach vorn und oben, der zweite fast gerade nach
vorn, der dritte nach vorn und unten zu ziehen.
11)
Der Schlüsselbeinniuskel
'
)
(Subclavius)
entspringt beim Adler und Falco Buleo
zunächst vom
vorderen Rande und der unteren Fläche der vier ersten
Brustbeinrippen. Dieser Theil geht an den äusseren Rand
1) Steno, a. a. O.
S. S33.
Vicq - i'Aiyr
O. 1772.
,
a. a.
nr. 5.
II.
S. 639. nr. 3.
le
court clavi-
culaire.
Merrem
,
a. a.
O.
S. 153.
nr. 4.
Der Rückwärtszieher der
Schlüsselbeine.
Wiedemann,
Tifdemann,
Meckel,
a.
a. a.
a.
a.
a.
O. S. 38.
Der äussere
O. S. 305.
nr. 7.
O. S. 303. nr. 8,
Schlüsselbeinniuskel.
101
Beschreibung der Flügflinuskelii der Vögel.
des Ilackenschliisselbeines. Ein anderer Theil entspringt
aus einer Vertiefung längs dem vorderen Theile des
äusseren Brnslbeinrandes auf der unteren Brustbeinflache.
Dieser Thcil geht an die obere Fläche des Ilackenschliisselbeines, und zwar an den hinteren Theil dieser Fläche,
sowohl an den freien äusseren Forsatz, als auch an den
Dieser letzmit dem Brustbeine articulirenden Theil.
tere Theil wird
vom ligamentnm
coracosternale inferius
bedeckt.
Bei Faico Tinnunculus entspringt dieser Muskel von
den fünf ersten Brustbeinrippen. Die Ursprungsfläche am
vorderen äusseren Theile der unteren Brustbeinfläche ist
hier sehr breit.
Ausserdem entspringt
er noch
vom
üusseren Theile des vorderen Brustbeinrandes.
sich
Er
freien
setzt
wie beim Adler an.
Bei CorAus gliindarius ragt der äussere und vordere
Thoil des horizontalen Blattes des Brustbeines hacken-
und vorn vor dem hinteren Rande
Theils von der unleren Flache dieses Vorsprungs, theils von seinem vorderen Bande entspringt der Subclavius. Er setzt sich
fürniig nacli aussen
des Ilackenschliisselbeines hervor.
an das hintere Drittel der oberen Fläche des Ilackenschliisselbeines.
ses
Beim i'a|iagei entspringt ein getrennter Kopf dieMuskels von der ersten Brustbeinrippe, der gnisste
aber ebenfalls aus der Vertiefung an der unteren Fläche des Brustbeines längs des Anfangs des Seitenrandes
Er
setzt sich an die obere Fluche des äusseren
und hin-
teren ForNaizcs des Ilackenschliisselbeines.
Bei
der
Taube
entspringt der untere Theil dieses
Muskels von der unteren Brustbeinfläche aus dem AusKchnille längs der Ansatzpunkte der Brustbeinrip|>eii
lind M'l/.l sich an den äusseren freien Vorsprung des
unteren oiler hinteren Theils des Ilackenschliisselbeines.
Der obere Theil entspringt
in der
Bruslhühlenfläche
vom
102
Bescliieibung der Hügelniuskeln der Vogel.
vorderen Rande des Brustbeines
letzte Drittel des äusseren
und
setzt sich
an das
Randes und der oberen Flä-
che des Hackenschliisselbeines.
Beim Huhne
entspringt er
vom inneren Rande des
und äusseren Fortsatzes
des Brustbeines, und geht nach vorn und innen an die
weit hervorragenden vorderen
hintere Hälfie der oberen Hackenschlüsselheinfläche.
Beim
ziemlich
Slraiisse
breit.
ist
der Subclavins sehr kurz,
aber
Er entspringt vom inneren Rande des
äusseren und vorderen Vorsprnnijes des Brustbeine«, an
welchen sich die erste Brustbeinrippe ansetzt.
Der Muskel geht fast quer nach innen an den äusseren und hinteren Theil
der oberen Fläche
des dein
HackenschUissolbeine entsprechenden hinteren Theiles des
Schlüssolbeines.
Bei
der Trappe ent.springt er mit einem ganz ge-
trennten Theile von
dem vorderen Rande
der zweiten
und der äusseren Fläche der ersten Bruslbcinrippe. Dieser Theil setzt sich an den unteren äusseren Vorsprang
des hinteren Theiles des Hackenschliisselbeines. Ferner
entspringt von
der Rinne
länG;s
der unteren Fläche des Brustbeines ana
des Anfanges des äusseren Randes des-
selben ein zweiter Theil,
der sich an die obere Fläche
des hinteren Theiles des Hackenschliisselbeines setzt. Endlich entspringt der grössere Theil mit zwei anfangs zu
trennenden Köpfen vom vorderen Rande des Brustbeines;
dieser setzt sich an die äussere Hälfte des hinteren Drittels
der oberen Hackenschlüsselheinfläche.
Bei Fulica atra entspringt er ebenfalls hauptsäch-
vom vorderen und äusseren V orsprunge des Brustund geht zum hinteren äusseren Theile der oberen Fläche des Hackenschliisselbeines. Ausserdem kommt
von den drei ersten Brnstbeinrippen ein kleiner, vom
lich
beines
vorigen zu trennender Muskel, der sich an den äusseren
hinteren Vorsprung des Hackenschliisselbeines setzt.
103
Bi'silireibung der Flüi^rlmunkeln der Vögel.
Beim Pinguin
Muskel
der
ist
iihniich
beim
nie
Straussp.
Dieser Moskel zieht das HHckenschlUsselbein nach
aussen und etwas nach hinten.
Cj -Muskeln des Oherarmes.
12)
Der
breite Riickenmuskel ') (Latissimus dorsi).
Bei Falco Albicilla, F. Tinnunculus und F. Buteo
werden unter jenem Namen zwei Muskeln zusammeugefasst.
Der vordere von ihnen
zweiten,
entspringt fleischig
und von der vorderen Hälfte des
dritten
vom
vier-
Rückendornes.
Er geht unter einem fast rechten
Winkel von der Wirbelsäule ab nach dem oberen und
ten
inneren Oberarmheinrande, und setzt sich an das zweite
Fünftel der ganzen
Länge des Oberarmes.
—
Der
hin-
Muskel entsteht sehnig vom sechsten und siebenten
Rückendornen und vom oberen Theile des vorderen HüftLeinrandes.
Er wird bald fieisohig, bedeckt den hinteren Theil des Schultcrblaltes, läuft dann unter dem vorHeren Muskel hinweg und setzt sich etwas höher als
dieser mit seiner schiiialen Sehne an den oberen Theil
des oberen und inneren Oberarmbeinrandes, also mitlere
Aliroeandi, a. a 0. S. 66. Muse, quartus alam niuren».
t'u^-dJzgr, a. a O. 177
II.
S. 631. 4. c.
HUrrrm a. a O. S 153. nr. 7. Der hintere anziehende ArmmuBkel ([lar» anterior).
Merrem, a.a. O. nr. 8. Der HiickMurtszieher de» Armei (par»
1)
>.
,
potterior).
Wirdrmann,
(
pam
anterior
a. a.
O.
8. «4.
Der Rürkgrathioberarmmtuk«!
i.
Witäfiiiann, a
a.
O, S
8'j.
Der
breite
KücUenmuikel (pari
ponterinr).
favUr,
a.
O.
a.
Tieiltmann, a
Hruiin/^rr
MrrkrI. a
a.
a.
R. S^'J unten.
a
a.
O
O.
O.
S
308.
nr. 4.
in .HcrtW« Arehit B, VII.
S. Sl-t.
nr.
7.
S.
183.
»r. 4.
104
ten
Beschreibung der
Fliigelniuskelii der Vügel.
zwischen der oberen und unteren Oberarmbeinlei-
s(e an.
Beim Holzschreier verhalten sich beide Muskeln ganz
wie bei Falco Buteo.
Bei Corvus Corone erreicht der unlere oder hintere
Musltel an seinem Ursprünge nicht nur den oberen, sondern seine vorderen Fasern sind sogar von den hinteren des oberen Muskels etwas bedeckt.
Hier entspringen
beide Muskeln von sechs aufeinanderfolgenden KUckendornen.
Beim Papagei
entspringt der vordere
vom
zweiten
Rückendornen, der hintere sehnig vom siebenten Rückendorne, dein oberen Theile des vorderen
Hüftbeinrandes und vom Anfange des vorderen Randes
der siebenten Rippe. Der Verlauf und Ansatz ist wie
beim Adler.
bis vierten
Bei
der Taube entspringt der vordere Muskel nur
vom zweiten und
Beim Huhne
dritten Rückenwirbel.
Muskel vom erund zweiten Rückendornen, geht unter einem fast
rechten Winkel von der Wirbelsäule ab, verschmälert
entspringt der vordere
sten
sich
etwas und setzt sich an das zweite Sechstel des
oberen und hinteren Oberarnibeinrandes. Der hintere sehr
dünne Muskel entspringt vom vierten und fünften Rückendorne und dem vorderen Rande des Hüftbeines und geht,
von dem vorderen bedeckt, sehnig an denselben Rand.
Beim Strausse
ist
der Latissimus dorsi ebenfalls in
zwei ganz getrennte Muskeln zerfallen.
Der
obere, be-
deutend stärkere und wohl der stärkste des ganzen Flügels
entspringt
vom
dritten
bis
fünften
Rückendorne
sehnig, wird aber gleich fleischig und geht,
das Schul-
ganz bedeckend, an den inneren und oberen
Rand des Oberarmes, an dessen obere zwei Drittel er
terblatt fast
Der
hintere
entspringt ebenfalls
sich
ansetzt.
vom
sechsten bis achten Rückendorne, und
sehnig
vom oberen
105
Beschreibung Her Flügelmuskelii der Vögel.
Theile des vorderen Hiiftbeinrandes. Dieser hintere bleibt
bedeutend länger sehnig als der vordere; er wird erst
auf der vierten Rippe fleischig und geht dann in eine
runde Sehne über, die sich an den Anfang desselben
Oberarmbeinrandes
setzt.
ist nur der vordere Muskel vorhanEr entspringt vom zweiten bis vierten Rückendorne, verläuft und setzt sich an wie der vordere Mus-
Bei der Trappe
den.
kel des Adlers.
Bei Fulica atra finden sich wieder beide Muskeln.
Der vordere
dorne. Der
entspringt
hintere,
vom
zweiten bis vierten Rücken-
hier stärkere
kommt vom
sieben-
und achten Rückendorne und vom vorderen Hiiftbeinrande. Beide gehen an den oberen und inneren Rand
des Oberarmes, der vordere fleischig, der hintere mit einer kurzen Sehne sich ansetzend. Sie trennen den Schulterblattkopf des Triceps (23) von seinem Oberarmkopfe.
Beim Pinguin ist der Muskel an seinem Ursprünge
ungetheilt.
Er entspringt vom letzten Hals - und von
ten
den acht ßrustdornen und
vom oberen Theile des
vor-
deren Hüftbeinrandes; wird bald fleischig, und bildet in
der Achsclhiiliie zwei runde Sehnen, die beide durch die
von Merkel (a. a. O. S. 315) beschriebene Schlinge gehen
und sich an den Anfang des oberen Oberarnibeinrandes
getrennt ansetzen.
Dieser Muskel zieht den Oberarm gegen die Wirbelsäule.
13)
Untcrgrätenmuskel oder grosser runder Muskel
Bei Fairo Albicilla,
ist
dieser
.Muskel
u. a.
F.
Buteo und F. Tinniinculus
sehr stark.
1; AldTOtttndi, a. a.
Hirna,
l'icrj
')
IiifraKpinatus aut teres major).
(
O. S. 66.
Er entspringt von der
Muhc.
sext. ulani niov.
O. S. 333. nr. 7.
dAijfT, a a.Ü. 1775!.
II.
S. 631. nr.3. le su»
-
scapulair«.
106
Beschreibung der Flügelniuskeln der Vügel.
ganzon oberen Fläehe des grössfen
geht,
blattlheiles,
allriiälich
liinleren
Schulter-
Kchinäler \M'rdenrt, in eine
runde Sehne über, die sich im unteren Theile des Sinus
für die luftfiihrenden Zellen, also an die innere Fläche
der unteren Oberarinbeinleisle ansetzt.
Beim kleinen Raben, dem Holzschreier, dem Papaist der Mnskel ebenso gebildet als
und der Taube
gei
bei den Falkenarten.
Beim Huhne ist er noch stärker als beim Adler.
Er entspringt von den hinteren vier Fiinfibeilen der äu,sseren Fläche und des unteren Randes des Schulterblattes
und setzt sich im Kanal für die Luftzellen am unteren
Rande an.
Beim Slrausse entspringt er von den ersten drei
Vierteln des unteren Scbnlteiblatlrandes, zum Theil auch
von der äusseren Schiillerbladfläcbe
Er bedeckt den
Pectoralis minor (8) nnmillpl,bar, da dieser hier den Subsc.ipnlaris ('J.2) nicht durchbohrt, sondern über ihm liegt.
Er
setzt
an die untere Oberarniheinleiste,
sich
tiefer
als der Unterschulterblafimuskel, an.
Bei der Trappe
ist
die
Anordnung
dieses Maskeis
dieselbe als beim Adler.
.
Bei Fulica atra ist dieser Muskel ungemein stark.
Er entspringt non den hinteren neun Zehnteln der äusseren Fläche und des unteren Randes des Schullerblattes, und setzt sich an den unteren Rand des Kanals für
.
die luftfiibrenden Zellen an.
Mrrrem,
a.
WUdemnnn
(
a.
O.
S.
a. a.
,
Der Schulterblattmuskel.
Der überscliulterblattmuakel
154. nr. 13.
O.
S. 87.
Suprascapularia ).
Citvier,
a. a.
O.
S 250.
Tiedemann,
u.
a.
O.
ffeusinarr,
a.
a.
O. S. 184.
»lerki-l,
a
a.
S. 310.
O. S. S12. nr.
nr
8.
nr.
8.
5.
]07
Beschreibung der Flügelmuskeln der Vügcl.
Beim Pinguin
I'ilnftein
entspringt er von den hinteren drei
der hier bedeutend breiten oberen Sclmilerbiatt-
und setzt sich an die innere und untere Leiste
des Oberarmes. Zwischen seiner Sehne und der des
Latissimus dorsi liegt der obere Oherarnikopf des Slrefliiche
des Vorderarmes (23).
ciiers
Er
rollt
den Oberarm nach oben
zieht
und innen und
ihn zugleich etwas nach innen.
Obergrätenmuskel oder kleiner runder Muskel
(Snpraspinatus oder teres minor).
14)
Bei
vom
und F. Tinnnnculus
F. Buteo
Falr'o Albicilla,
entspringt
')
vordersten Theile des unteren Schulter-
blattrandes ein sehr kleiner länglicher Mu.skel, der sich
«n das erste Zehntel der hinteren Fläche des Oberarmes
dicht über dem Kanäle der Infi führenden Zellen ansetzt.
Bei Corvus Corone und C. glandarins
kel
beim Adler.
etwas stärker als
ist dieser MusEr entspringt vom
zweiten Fünftel der äu.sseren Schullerblatitläche und geht
all!
schwa her Muskel, vor dem
Lalissiiiins dorsi (12)
liegend, an den Kanal der Luftzellen, an dessen hinte-
ren Theil er sich ansetzt.
Beim Papagei
Beim Huhne
beim
ist
er
ist
er
wie beim Adler.
zwar sihwach.
doch absolut
Er entspringt von der Mitte
des ersten Fünftels des unteren Srhulterblattrandes und
geht nach dem Kanäle der Luflzcllen. an dessen obegrösser
ren
al.s
Band
cker«
1)
(2-3)
er
Ailler.
über
sich
dem Kopfe des
ansetzt, der aus diesem
Vicij-i Aiyr, a.
a.
A orderarmstrc-
Kanäle entspringt.
O. 1773. S. 569. or.
6.
L'huinero-ica-
|iulairp.
Wieilemttnn,
Titdrmann
,
Hrutin/ftr,
Mtcktt,
a. a.
a. a.
a. a.
.
a.
O.
S.
ffi.
O. p. 810.
Schultriarniiniiskcl
nr. 9.
Huniero
-
«capiilarin parnii.
O. S. IH4. nr. 9.
O. S. 812. or.
6.
Supranpinatui
xcii
teres miiiui'.
Beschicibiing der Flügelniuskeln der Vögel.
los
Beim
und der Trappe fand
Siraiisse
von diesem Muskel.
Bei Fulica atra
Er
vom
entspringt
der Muskel deutlich vorbanden.
ist
Anfang des oberen und
wo
neren Oberarmbeinrandes,
dicht über
in-
dem
dieser
ist
Muskel ungemein
stark.
Er
zweiten Fünftel der oberen Schulterblalt-
vom
entspringt
sich
er
ansetzt.
(112)
Beim Pinguin
Spur
ersten Zehntel des unteren Schulter-
blattrandes und geht an den
Latissimus dorsi
ich keine
des Uelenk-
setzt sich an die untere Fläche
iliiche
und
thcils
des Oberarmes und zwar an die hintere Leiste
der Rolle auf demselben.
Er hilft den Arm an den
15)
Rumpf
Der grosse Brustmuskel
stärkste
Dieser
')
Muskel des ganzen Körpers
springt bei Falco Albicilla zunächst
vom
Zolles
ziehen.
(Pectoralis major).
in
ent-
der Breite eines
vierten Fünftel der unteren Fläche des Brust-
etwa anderthalb Zoll vom hinteren Rande des
Brustbeines entfernt. So weit nach hinten als die Ursprungsfläche dieses Muskels erstreckt sich auch nur die
beines,
Ein grösserer Theil des Muskels entspringt
Crisla slerni.
vom
unteren Rande und der Seilenfläciie der Crista ster-
und zwar hinten von der ganzen Seitenfläche der
von der unteren Hälfte derselben. Ausgerdem entspringt der Muskel von dem äusseren Rande
ni
,
Crista, vorn nur
1)
Aldrovandi,
Steno,
a. a.
O.
a.
a.
Vicq- d'Axyr ,
O.
a. a.
O. 1772.
Merran, a. a. O. S.
Wieiemann, a. a. O.
Cuvier,
lleiisinger
Meckel,
,
,
a.
15?.
II.
nr.
S. 82.
O. S. 249.
a.
a.
Tieitmann
S. 65.
I.
nr. 1.
O. S. 305.
1.
a. a.
O.
nr.
S. 183.
O. S. S15.
S. 623.
nr.
1.
I.
Der grosse Brusliiiuskel
a. a.
a.
Muse, prinius alam moveiu.
S. 332. 1.
nr. 8.
1.
109
Beschreibung der Fliigelmuskeln der Vügcl.
einer dreieckigen starksehnig^en
Membran, deren
beide
Sehenkel etwa einen Zoll von der Mitte der Gabel zwischen sich haben, an dem vorderen Rande der Crista
Noch
sterni aber zusanniienslossen.
stärker
ist
endlich
der Thcil, der von der hinteren Flache des GrälenschliisDer Muskel bedeckt die vorderen
selbeines entspringt
vier Fünftel der unleren Brustbeinfliiche und das ganze
Hackenschliisselbein, geht, allmälich schmäler werdend,
an die äussere Fläche des Oberarmes, setzt sich hier
theils an die äussere Fläche der oberen Spina humeri,
theils an eine schiefe Linie an, die vom Anfange der
unteren Spina humeri nach
dem Ende der oberen Spina,
und vorn nach oben und hinten verläuft.
Bei Falco Buteo erreicht die Ursprungsfläthe dieses
Muskels zwar den hinteren Hand des Brustbeines, aber
nur nach aussen zu, während in der Mitte des hinteren
Theiles der unteren Brustbeinfläche ein von hinten nach
vorn sich verschraälernder dreieckiger Kaum von diesem
also von unten
Muskel unbedeckt bleibt, indem die Brustbeinleisic hier
nach hinten in zwei Schenkel ausläuft, von denen jeder
in
der Mitte des entsprechenden Seiteniheiles
<les
hinte-
Der fernere
Art des Ansetzens an den Oberarm
ren Brusibeinrandes nihuälioh sich verliert.
Ursprung und die
ganz wie beim Adler.
ist
Bei Falco Tinnunculiis entspringt er von der ganzen
hinteren
Hälfte der
unteren
Bruslbeiniläche,
von der
vom Bande zwischen dem vorderen Brustbeinrande und dem Grälenganzen Seitenfläche der Crista
sterni
,
und von letzterem selbst. Er setzt sich
ganz wie beim Adler an den Oberarm.
Bei Corvus glandarius entspringt er nur vom hinleren Drittel der unteren Brustbeinlläche, und zwar nahe
an der Crista sterni viel schmäler als gegen den äu.ssescbliisselbeine,
ren Hand des
BruKtbeines hin.
Ferner entspringt er
von der ganzen Seitenfläche der Crista sterni, der hin-
110
Beschreibung der FlügelnmsUeln der
Viigel.
zum Theil auch vorn Uand«
zwischen der Gabel und dem vorderen Brnstbeinrande
Er setzt sich hier nur an die tiussere Fläche der Leiste
teren Flache der Gabel, und
des oberen Oberarnibeinhöckers.
Bei Corvus Corone entspringt der Muskel von der
unteren Brustbeinfliicbe so
seren Brustbeinrandes ihm
,
dass zwei Drittel des äus-
zum Ursprünge
dienen
;
nach
innen zu verschmälert sich die Ursprungsfläche allmädass sie nahe an der Crista steriii kaum
den vierten Theil der unteren Brustbeinfläche beträgt.
Im Uebrigen verhält er sich ganz wie beim Holzschreier.
lich so sehr
,
Beim Papagei entspringt
er
nur
sehr
wenig von
der unleren Fläche des horizontalen Theiles des Brust-
und zwar längs des hinteren Bandes desselben;
beines
grösstentheils entspringt er von der Crista sterni und der
hinteren Fläche des Grätenschliisselbeines.
Er
setzt sich
nur an die äussere Fläche der oberen Oberarmbeinleiste.
Bei
der
Taube entspringt
er von
der Gabel,
der
Crista sterni, der äusseren Hälfte der unteren Biuslbeinfläche
und von der Haut, die beide Ausschnitte des Brust-
Er
beines ausfüllt.
setzt sich
an die äussere Fläche der
oberen Spina humeri
Beim Huhne
entspringt er ebenfalls von der hinte-
ren Fläche des ganzen Grätenschliisselbeines,
von der
Seitenfläche des Bandes zwischen Gabel und Bruslbein-
kamme, und von der
Seitenfläche der Crista sterni läng
ihres unteren Randes,
unteren
lief
und von der äusseren Hälfte der
ausserdem
durchbrochenen Brnstbeinfläche:
noch von der Membran, die den äusseren Bruslbeinaus^
schnitt ausfüllt und die hinteren Bruslbeinrippen bedeckt:
und endlich noch von einer Membran, die vor dem äusseren Brustbeinausschnitte liegt und die drd vorderen
Brustbeinrippen
bedeckt.
Mit dein Theile des zweiten
Brustmuskels, der den inneren Ausschnitt des Brustbeines bedeckt,
ist
er so verwachsen, dass bei seiner Tren-
Itesrlireibting der Kliigclmuskela
111
der Vugcl.
von jenem zwar die Fasern des zweiten Bnistiiiuskeis unverletzt bleiben, aber nicht die des grossen
niing
Er
Hrusiriiuskels.
sciieiut also
Er
mit zn entspringen.
vom zweiten
setzt
sich
ßrustiniiskel
wie bei der Taube
an den Oberarm.
Beim Strausse
ist
der grosse Brusinniskel sehr ver-
kiimm(>rl, er entspringt
nur
lirustbcineü überall sehnig.
der hintere Seitenfortsatz
liings
des Seitenrandes des
Hinten fangt er da an,
vom Bruslbeinkörper
wo
abgeht,
dann entspringt er von der unteren Brustbeiniiache längs
der vordere oder der
bis dahin,
wo
des Seileniandes
dem ürätenschlüsselbeine entsprechende Theil des Schlüsselbeines sieh mit dem Brustbeine verbindet. Er bedeckt
die Brustbeintheile
fünf Brustbeinrippen
aller
und den
dem Hackunschlüsselbeine entsprechenden hinteren Theil
des Schlüsselbeines. Die dem Brustbeine zugewandte
obere Fläche des Muskels bleibt im ganzen Verlaufe
die
sehnig;
untere oder äussere Fläche bildet nur eine
dünne Muskclschicht. So geht der Muskel, sieh schnell
verschmälernd, an die vordere Flache des Oberarmes
und
setzt sich
an die nur angedeutete obere Leiste des-
gelben.
Bei der Trappe entspringt der Muskel von der gan-
zen hinteren
gleich
auch
Ilälfie
der unteren Brustbeinfläche und zu-
\on den sehnigen Hauten,
hinteren Brusibcinausscbnille ausfüllen.
beinknnime entspringende
Tliuil
ist
die die beiden
Uer vom Brust-
hier aber schwächer,
seine Urxprungsfläche nur etwas über einen halben Zoll
da der zweite Brustmuskcl ('^'2) mehr als die obere
der Seitenfläche des Brustbeicikammes bedeckt.
Auch der von Jer Gabel entspringende Theil ist hier
breit,
Hälfte
weit geringer
ich
iler
aU beim
.VIuHkel
Adler.
.Am Oberarme befestigt
an der äusseren Fläche der hier stark
entwickelten Leiste des oberen Höckers.
112
Beschreibung
Bei Fulica atra
i]?r
KliigcIniusUeln der Vögel.
das horizontale Blatt des Brust-
ist
beines nur Schumi und
weh
Brustiiiuskel entspringt
hauptsächlich
nen,
dem äusseren und
also
Der grosse
vom durchbroche-
durchbrochen.
hinteren Theile der unte-
ren Brustbeinflächo; ausserdem
vom unteren Rande des
Brustbeinkammes und von der hinteren Fläche des GräEr setzt sich an die äussere Fläche
tenschlüsselbeines.
der oberen Anubeinleiste und auch an die äussere Fläche des Oberarmes selbst, zwischen seiner oberen und
Am
unteren Leiste.
einen breiten
,
Schultergelenke nimmt seine Sehne
aber nicht starken Muskel auf, der von
der Haut an der Seite der Brust entspringt.
Beim Pinguin ist der grosse Brustmuskel trotz der
ungeheueren Entwickelung des darunter liegenden zweiEr entspringt
ten Brustmuskels dennoch sehr stark.
von dem durchbrochenen hinteren Theile der unteren
Brustbeinfläche und von
dem
zwischen ihm und
einer sehnigen
Membran,
zweiten Brustmuskel (22)
die
liegt.
Ausserdem entspringt er vom ganzen unteren Hände der
Noch
Brustbeinleisle.
der ganzen
hinteren
stärker
Fläche
ist
der Theil
und der Membran zwischen diesem und
Brustbeinrande entsteht. Er giebt einen
Theil zum langen Spanner der vorderen
und setzt sich an die innere Fläche des
—
ten Oberarmes.
der
von
dem vorderen
beträchtlichen
Flughaut ab
plattgedrück-
Ein sehr breiter, längs der ganzen
Seite
der Brust von
setzt
sich
niuskels,
,
des Grätenschliisselbeines
der Haut entspringender Muskel
an die Sehne des grossen Brustda wo sie das Schultergelenk von vorn befleischig
deckt.
Der grosse Brustmuskel
somit den Flügel
zieht
den
Oberarm und
mit grösstet Kraft gegen das Brust-
bein.
-i
113
Beschreibung der Flügflmiiskeln der VögeL
16)
Der
dritte Bnistmiiskel oder der untere Hacken-
armmuskel Meckeh
'
(
)
Pectoralis terthis Auct.
C'oracobrachialis inferior
Meck.
).
Bei Faico Albicilla und F. Buteo entspringt dieser
Muskel vom äusseren Rande und der unteren Flache des
hinteren und äusseren Vorsprunges des Hackenscliliisselbeines, der nicht mit
dem
Brustbeine eingelenkt
zu-
ist,
gleich auch von einem Bande, das von diesem Fortsatze
über den Anfang der Vertiefung längs des äusseren Randes auf der unteren Brustbeinfläche, in welcher Vertiefung der Subclavius (11) entspringt, hingeht und Hackenbrustbeinband (ligamentum coraco-sternale) genannt
Der Muskel geht
werden kann.
fleischig
ren Gelenkfortsatz des Oberarmes,
um
an den hinte-
dessen unteren
Theil sich seine schmale Sehne herumschlägt, und setzt
sich
an den unteren Rand des Kanals für die Luftzellen.
Bei Falco Tinnnnculus entspringt er vorzüglich
vom
der unteren Hackcnschliisselbeinfläche;
hinteren Theile
nur ein sehr kleiner Theil kommt von dem Brustbeine,
und zwar vom äussersten Theile seines vorderen Randes.
Bei Corvus Corone und C. glandarius entspringt er
von der hinteren Hälfte der äusseren Hackenschliisselbeinfläche und nach aussen auch von der sehnigen Membran, die den Sublavius bedeckt
am
äusseren Theile des
vorderen Brustbeinrandes.
1)
Alirotanäi ,
Suno,
II.
Mtrrem, a. a. O. S,
Wiedemann, a. a. O.
Vutier,
a. a.
Titdemann
HetuitiKtr,
Kecktl,
a.
a. a.
UeckcU Archir
O.
O.
alam
nioveiis,
nr. 3.
S. 83.
Der
kleinste Bruatniiiskel.
nr. S.
S. 307.
S
tert.
4.
S. 6J5. 3.
15;!.
O. S. 2+9.
a
,
a. a.
nr
S. S33.
Vicq-t.izyr, 1772.
Muse.
O. S. 66.
a. a.
O.
a. a.
8.
183. 3.
O. 8. 319. nr. 12.
f.
Anal. u. Phys. 1829.
H
114
Beschreibung der Flilj^elmuskeln der VOgel.
Beim Papagei entspringt er von der hinteren Hälfte
des äusseren Randes , und von der unteren Fläche des
äusseren hinleren
nes:
zum
fläche,
Vorsprunges des Hackenschlüsselbei-
kleinen Theil auch von der unteren Bruslbein-
dicht na(h innen
vom Ursprünge
des Schlüssel-
beinmuskels (11).
Bei der Taube entspringt er
vom
grösseren hinteren
?Theile des äusseren HHckenschliisseli)einrandes und geht
an den Anfang des unleren Oberarmhöckers.
Beim Huhne entspringt er niolit nur von den hinteren drei Vierteln der äusseren Hackenschliisselheinfläclie, sondern auch von der unteren Brusibeinilüche und
zwar vom vorderen und äusseren Theiie derselben.
Einzelne Fleischfascrn dieses Muskels sind bei diesem
Vogel auf gleiche Weise wie einzelne Fasern des gros-
—
sen Brustiuuskels
bei
demselben Vogel mit denen des
zweiten Brusinmskels (21) verbunden, so dass sie nämlich sich
ohne Verletzung des zweiten Brustmuskels, nicht
aber ohne Verletzung dieses Muskels trennen lassen.
Der
vordere Theil des Muskels geht unter einem fast rechten
Winkel vom Hackenschliisselbeine ab und umfasst
gleichsam den oberen Hackenarmmuskel (17).
Er setzt
an den hinteren Rand des luftfiihrendea Kannl.s
am Oberarme.
Beim Strausse entspringt der Muskel von der Biustsich
beinhälfle des Hackenschlüsselbeines,
unteren oder hinteren Rande,
zum
zum Theil
vuiii
grössten Theiie aber
von der hinteren oder Brusthöhlenfläche des dem Hackenschlüsselbeine entsprechenden hinteren Theiles des
Schlüsselbeines. Er geht als kurzer, aber dicker Muskel
an den unteren Höcker des Oberarmes.
Bei der Trappe entspringt er von der hinleren Hälfte
der unteren Hackenschlüsselbeinfläche, die von der vor-
deren Hälfte hier durch eine schwache Leiste getrennt
gar nicht
vom Brustbeine. Er
setzt sich
ist,
wie beim Adler an.
Beschreibung der Flügelniuskeln der Vögel.
115
Bei Fulica atra entspringt er ebenfalls nur vom Hackensciiliisselbeine, und zwar von der hinteren Hälfte
Randes und vom äusseren und hinteren
seines äusseren
Theile seiner unteren Fläche.
Beim Pinguin
springt besonders
dieser
ist
vom
Muskel
ansehnlich.
zum
äusseren Rande,
Er
ent-
Theil auch
von der unteren Fläche des Hackenschliisselbeines, nur
sehr wenig vom vorderen Rande des Brustbeines an der
wo
Stelle,
es
mit
sich
dem Hackenschlüüselbeine
ver-
Er setzt sich an die innere und obere Leiste
des Oberarmes ganz hoch oben, höher als der Latissibindet.
mus
dorsi
Er
17)
an.
,
zieht den
Oberarm gegen
die Brust.
Der obere Hackenarramuskel
superior 3Ieck.
lis
'
(
)
Coracobrachia-
).
Bei Falco Tinnunculus entspringt ein schlanker dün-
vom unteren Theile des Bandes, das zwidem Grätenschlüsselbeine und dem vorderen Brust-
ner Muskel
schen
beinrande ausgespannt
ist
und den hinteren Theil der
Er geht nach
oberen Hackenschlüsselbeinfläche bedeckt.
dem Oberarme hin, bevor er ihn aber erreicht,
er mit dem Unterscbullerblattmuskel (22).
verschmilzt
Bei Falco Albicilla und F. Buteo fand ich den Muskel nicht.
Bei Corvus Corone und C. glandarius finden sich
Der
zwei obere Ilackenarmnmskeln.
lich
dick,
entspringt
vom
hinteren
hintere
Ilackenschliisselbeinlläche, wird nach unten
Bnistnmskcl
(Ifi)
ziem-
vom
dritten
Rand
Der vordere etwas
bedeckt und geht an den unteren
deg Gelenkkopfes des Oberarmes.
1)
ist
Xhe'le der oberen
Vicq-iAtyr, 1772.11. 8. 628.
MtTTtm, a. a.
Armmuakel.
MtcUl, a. a. 0.
S. 153.
8. 320.
nr. 1.
nr. 6.
nr. 13.
—
Le
souclavier interne.
Der vordere anziehende
116
Beschreibung der Füigelmuskeln der Vögel.
kürzere Muskel entspringt bei Corvus Corone vom vorderen Theile der oberen Hackenschliisselbeinfläche , da
wo
sich
das Grätenschliisselbeln ansetzt.
dariiis entspringt er deutlicii
vom
ren Endes des Grätenschliisselbeines.
vom
Bei C. glan-
unteren Rande des obeBei beiden
ist
er
Er schlägt sich
nach aussen um das Hackenschliisselbein herum und
setzt sich dicht vor dem hinteren dieser beiden Muskeln
an das untere Ende des Oberarmkopfes.
Beim Papagei ist wieder nur ein oberer Hackcnarmmuskel vorhanden. Er entspringt vom vorderen Theile
Unterschulterblatfmnskel getrennt.
der oberen Hackenschliisselbeinfläche und vom äusseren
Rande des Bandes, das vom äusseren Theile des vorderen Brustbeinrandes zur vorderen Fläche des oberen und
inneren Hackenschlüsselbeinhöckers heriibergeiit. Er hat
mit
dem
Unterschulterblattmuskel (22) eine, gemeinschaft-
die sich an die vordere Fläche des unteSehne
ren Oberarmbeinhöckers setzt.
Bei der Taube sind zwei Muskeln vorhanden. Der
hintere verhält sich ähnlich wie der Muskel bei Falco
Der vordere entspringt von der inneren
Tinnunculus.
Fläche des Grätenschlüsselbeines (der Gabel) und zwar
nahe an ihrer Verbindung mit dem Ilackenschliisselbeine.
liche
,
Er geht über
obere Flache des Hackenschlüsselbel-
die
nes, schlägt sich dann nach aussen herum und setzt
sich an den unteren Höcker des Oberarmes.
Beim Huhne findet sich nur ein Muskel. Dieser
Er entspringt hier nicht vom
ist aber ungemein stark.
Hackeoschlüsselbeine, sondern von dem vordersten Theile
der inneren Fläche des Brustbeines, bedeckt den hinteren und inneren Theil der oberen Flackenschlüsselbeinund vereinigt sich fleischig mit dem Subscapula-
fläche
ris (22).
.
:..
.
Beim Strausse
.
,
fehlt er gänzlich.
,,
,
,
•
.
;.
,i,;i:r,
Bei Fulica atra entspringt er wie bei Falco'Tin-
117
Uescliieibung der llugcliimskelii der Vügel.
vom Hackenschlüsselbeine,
nicht unmittelbar
niinciiliis,
sondern von der
,
obere Fläche desselben noch be-
die
Membran zwischen dem Grälenschlüsselbeine
innen und vorn) und dem Brustbeine und Hacken-
deckenden,
(nach
Er
schlüsselbeine (nach hinten und aussen).
dem
mit
Beim Pinguin
springt
zusammen
Siibscapularis
vom
Muskel sehr
dieser
ist
setzt sich
an.
stark, er ent-
der oberen Hackenschlüs-
hinteren Theile
besonders gegen den inneren Rand bin
und von dem beschriebenen Bande. Seine Sehne verbindet sich mit der des Subscapularis und der des Suselbeinflache,
(jraspinatus (14).
Dieser Muskel zieht den Oberarm gegen die Brust.
18)
Der obere Oberarmheber oder Deltamuskel
'
(Deltoides superior).
ist der Muskel stark und zweiDer eine Kopf entspringt von der oberen Flä-
Bei Falco Albicilla
köpfig.
che des vorderen inneren \ orsprunges des Schulterblattes,
des Schultergelenkes, einem
vom Gelenkbeine
der andere
kleinen pyramidenförmigen Knochen, dessen Grundflache
auf der Gelenkkapsel aufsitzt, dessen Körper und Spitze
aber
zum Ursprünge
dieses Deltamuskels dient.
Er
geht,
allmälich breiler werdenri, zur oberen Fläche des Ober-
armes, imd
1)
selzt
Aldrotandi,
Hleno, a.
Vicii
sich
a. a.
an die innere Flüche der
theils
O. S,
IMusr. (juinlus
C(i.
alam moveiia.
O. S. 334. nr. 10.
a.
dAzyr ,
1773. S. 5G8.
iir.
2.
Lc grand
releveur de l'hu-
iii^rus.
Ulerrtm,
a. a.
Witdemann,
Cuvier,
a.
TUdfmann,
Htuiin/frr,
MtftW,
a.
O. S. 154. nr. 14.
a. a.
a.
a.
O.
O.
0.
S. 308. 5.
S.
183. 5.
S. 310.
nr.
Ach.selheber.
Der auaaerc Oberarmslrecker.
0. S. 250.
a. a.
a,
a.
O. S. 86.
Der
1.
118
Beschreibung der Flügelmuskeln der Vögel.
oberen Spina,
mes,
mes
theils
an die obere Fläche des Oberarganzen Länge des Oberar-
fast bis zur Mitte der
herab.
Bei Falco Biiteo und F. Tinnunculus reicht er bis
über die Mitte des Oberarmes herab.
Der Ursprung
ist
derselbe als beim Adler.
ist dieser MusEr entspringt mit zwei Kö-
Bei Corvus Corone und C. glandariiis
kel ausserordentlich stark.
zum Anfange des letzten Viertels des Oberarmes getrennt sind. Der eine Kopf entspringt vom oberen und inneren Theile des Schultergelenkes, also vom
oberen Ende des Grälenschlüsselbeines , vom inneren Vorsprunge des Hackenschliisselbeines, und vom Anfange
der äusseren Fläche und des oberen Randes des Schulterblattes.
Dieser Theil setzt sich an den äusseren Knorren des unleren Gelenklheiles des Oberarmes. Der noch
stärkere zweite Kopf entsteht vom Gelenkbeine des Schultergelenkes und setzt sich an die ganze obere Fläche
unten geht noch ein kleides Oberarmes fleischig an
pfen, die bis
;
ner sehniger Theil, der sich auf
dem
letzten Viertel des
Oberarmes mit dem unteren Ende des ersten Kopfes
verbindet, an den äusseren Höcker des unteren Gelenktheiles des
Oberarmes.
Beim Papagei
ist
fehlt
das Gelenkbein.
Der Muskel
Er ent-
deshalb einfach und nicht stark entwickelt.
springt
hier
vom ersten Drittel des oberen Schulterzum Theil auch von dem Bande zwi-
blattrandes und
schen dem inneren Vorsprunge des Schulterblattes und
dem vorderen und oberen Vorsprunge des Hackenschliisselbeines.
Er
setzt sich
armes, von da an,
wo
an die obere Fläche des Ober-
die obere Oberarmbeinleiste auf-
hört, bis fast zur Mitte des Oberarmes herab.
Bei der Taube entspringt der Muskel wie beim Pasetzt sich an das ganze drille Viertel der
pagei und
oberen Oberarmbeinfläche.
119
Bejclireibung der Klu-flmuskelii der Vögel
Heim Huhne entspringt er hauptsächlich von dem
Bande zwischen dem inneren und vorderen Vorsprunge
des Hackenschliisselbeines und dem Anfange des oberen
Schuherblallrandes, zum Theil entspringt er auch von
diesen beiden eben genannten Knochen selbst. Er setzt
«ich an die vordere Hälfte der
oberen Fläche des Ober-
nrnies.
Dieser obere Deltaninske!
auch beim Straiisse
ist
dergrössie, obgleich das Gelenkbein
hauptsächlich von der festen
des Schullergelenkes
beines
zum
fehlt.
Membran,
vom vorderen
Er entspringt
die in der
Nähe
Theile des Schlüssel-
hinteren geht,, und unler welcher der zweite
Ausserdem entspringt
Brusimiiskel (21) verläuft.
vom
oben und aussen auch vom
nach unten und innen
Er
Bchliisselbeines.
er noch
Hackenschliis.selbeine,
ikisseren
setzt sich theüs
nach
Rande des Gräten-
an die äussere, theils
an die obere Oberarmbeinfläche, nnd zwar an die oberen
zwei Drittel der letzteren und an' das erste Viertel der
äusseren Fläche. Dieser Deltamuskel scheint beim Straus-
dem Spanner der grossen
se
Flügelfalte (2)
zum Ur-
«prunge zu dienen.
der Trappe
Bei
entspringt
der Muskel wie beim
Papagei und setzt sich an die vordere Hälfte der oberen Oberarmbeinfläcbe,
aira
Bei Fiilica
hier
ist
das Gelenkbein,
Muskels
er
sehr stark,
obgleich auch
und somit der zweite Kopf des
Er entspringt vom vorderen Sechstel der
fehlt
oberen Schullerblatiflächc nnd setzt sich an das zweite
^
ierlel
der «djcrcn Oberarndjcinfläcbe.
Beim
l'inguin
Dellnniuskel
ininiiKkr'l
ist
das eigenihiimlich, dass dieser obere
kaum halb
so gross
desselben Vogels
ri'u
Flache des
und
(elzl lieh
vorderslen
ist
als der untere
Del-
Er entspringt von der obeTheilen deg Schulierhiatles
über dem JjatisKimni dorii (12) nnd un-
120
ter
Beschreibung der Flügelmuskeln der Vögel.
dem zweiten Brustmuskel
(21)
an den Anfang des
Arm
nach oben und vorn,
hinteren Oberarnibeinrandes.
Dieser Muskel zieht den
entfernt ihn also von der Brust.
19)
Der
äussere Oberarmheber oder Deltamuskel
(Dehoides externus).
Dieser Deltamuskel
ist
')
von den beiden anderen ganz
getrennt und deshalb als eigener Muskel zu betrachten.
Er entspringt bei Faico Älbicilla und F. Buteo von dem
Bande, welche das obere Ende des Grätenschliisselbeines
und den äusseren und vorderen Höcker des Hackenschlüsselbeines mit dem inneren Gelenkfortsatze des Schulterblattes verbindet, und von der äusseren und vorderen
Fläche dieses Schulterblattfortsatzes selbst; also von der
inneren Fläche des kurzen Kanales, der durch den obenach vorn und
ren Fortsatz des Hackenschlüsselbeines
aussen, nach hinten durch das vordere
terblattes,
Ende des Schul-
nach innen durch das Grätenschliisselbein ge-
bildet wird.
Der Muskel
und könnte
leicht
für
ist
schmal, aber ziemlich lang,
einen Theil des zweiten Brust-
muskels (21) angesehen werden,
desselben bedeckt; er hängt aber
da er den Endtheil
That gar nicht
mit ihm zusammen, und geht weiter als dessen Sehne
herab, um sich an das erste Viertel der oberen Spina
humeri zu setzen.
Bei Falco Tinnunculus ist er sehr schmal, doch
in der
auch hier deutlich sowohl vom zweiten Brustmuskel,
von den beiden anderen Deltamuskeln getrennt.
als
Muse, octavus alam niovens.
petit releveur de l'humeru».
Wiedemann, a. a. O. S. 90. oben (zu .\iifange).
humeri.
Levator
Tiedemann, a. a. O. S. 309. 7.
1)
Aldrovandi,
a. a,
O. S. 66.
Vicq-d'Azyr, 1773. S. 567.
Heiuittger,
a.
a.
1.
Le
O. S. 183. 7.
131
Beschreibung der Flügelmuskeln der' Vugel.
Aciisserst schmal ist er bei
Corvus glandarius, wohl
achtmal stärker bei C. Corona.
Beim Papagei ist er wohl verhältnissmässig
am
stärk-
Er entspringt nicht nur von dem beschriebenen Bande, sondern auch von der ganzen oberen
Fläche des äusseren und vorderen Höckers des Hackenschlüsselbeines.
Er setzt sich an den vorderen Band
sten entwickelt.
der oberen Oberarmbeinleiste.
Bei der Taube
ist
sehr
er
stark
und
setzt
sich
ebenfalls an die obere Spina humeri.
Beim Huhne
findet
sich
Es
entspringt er wie beim Papagei.
aber bei diesem Vogel das Eigenthümliche,
dass der zweite Brastmuskel (21) in zwei Muskeln zer-
Dieser äussere Deltamuskel bedeckt nur die
ist.
Sehne des kleineren zweiten Brustmuskels, und setzt
sich vor der Sehne des grösseren zweiten Bnislmuskels
und höher als diese an den Anfang der oberen Ober-
fallen
arnibeinleiste.
Dieser Deltamuskel entspringt beim Strausse
äusseren Bande des
dem Hackenschlüsselbeine
vom
entspre-
chenden vorderen Theiles des Schlüsselbeines. Er bedeckt auch hier die Sehne des zweiten Brustmuskels
und geht etwas weiter herab als diese an die innere
An seinem Ur-
Fläche der äusseren Oberarmbeinleiste.
sprange
ist
er *durch
die lange
vom oberen Deltamuskel
getrennt
mit letzterem za verbinden
,
Sehne des Biceps (24)
;
lässt
unten scheint er sich
sich
aber doch ohne
Verletzung der Fasern von ihm trennen.
Bei der Trappe verhält er sich wie beim Adler.
Bei I-'ulica atra ist er bandfürmig und liegt , die
Sehne des zweiten BrugtmuNkeU nur zum Theil bedeckend, mehr am unteren Rande derselben, und setzt sich
an den vorderen Band der oberen Oberiirmbeinleiste.
Beim Pinguin entspringt er ebenfalls von dem Bande
zwischen dem oberen Höcker des Hackenschlüsselbeine«
Bcscliioibuiig der Fliigeliiiuskelu der Vügel.
l'J'J
und
vorderen Theile des SchulterblaUps.
dptii
Er
bedpitkt
nur den oberen Rand der Sehne des zweiten ßriistnius-
und setzt sich an den vorderen Rand des Ober-
kels
armes.
Er hebt den Oberarm ,
20)
entfernt ihn also voni
Rumpfe;
Der unlere Oberarmheber oder Dehamuskel
')
(Deltoides inferior).
Bei Falco Albicilla und F. Bnteo
ffohl achlinal
dieser
ist
Muskel
der äussere Deltamuskel (19)
Er entspringt vom vorderen Rande
grö.s.ser als
desselben Vogels.
des äusseren und vorderen Vorsprunges des Hackenschliisselbeines und geht ganz fleischig bei F. ßuteo bis zur
Mitte der äusseren Fla<;he der oberen Oberarmbeinleidie
ete,
stark entwickelt
liier
Er wird ganz vom
ist
;
grossen ßrustmuskel (15) bedeckt, setzt sich aber hölölie
Bei F. Albicilla setzt er sich an dii
her als dieser an
^
-1
vordere Fläche des Oberarmes zwischen der oberen und
nd
I
wo
unteren Oberaruibeinleiste, da
vorragen.
sie
am
stärksten her-
Seine Ansat/.fläche wird von den beiden An-
satzflächen- des grossen Brusimuskels eingeschlossen.
Slaik ist der Muskel auch bei Falco Tinnunculus
and verhält sich ganz wie bei F. Buleo.
Bei Corvus Corone und C. glandarius ist der Mus-
Er entspringt wie beim Adler und
kel schwach.
setzt
«ich etwas höher als der grosse Brustinu.skel an die äus-
sere Fläche der oberen Oberarmbeinleiste.
1)
Aldrovandi ,
Sieno, a
a.
a. a.
O
Wiedeinaiin
Tiedemauv
,
a. a.
a. a.
,
S. 568. nr, 5.
Der
O.
S. 88.
O
S. SOP. 6.
O. S.
Ffeuiingci;
a
a.
Mtckfl,
a.
O. S.
a.
Muse, noiius alam movens
S. 66.
(!).
O. S. 334. nr. 11.
rhq.ä'Asyr, n a. O. 1773.
repond au coraco- brachial.
18.S.
SU.
2.
6.
(?).
Le muscle
qui
kleine Oberarnutrecker.
123
Beschreibung der FlUgelmuskeln der Vogel.
Beim Papagel
ist
der Muskel stark, docli
halb
kHiiiii
«o gross als der sehr entwickelte obere Deltaiiiiiskel (18)
Er entspringt auch hier vom inneren
desselben ^'ogels
vorderen
sich
\
orsprunge des Ilackenschlüsselbeines und setzt
nn die äussere Fläche des Oberarmes bis zur Mitte
der oberen Leiste herab.
B^i der Taube
ist
der Muskel schwach
,
cher als der äussere Deltamuskel (19),
sogar schwä-
er
lauft
längs
der langen Sehne des Biceps an die äussere Fläche des
Oberarmes und
setzt sich
nahe an der oberen Oberarm-
an.
beinleiste
Beim Huhne
ist
er ebenfalls
wenig
schwach,
stär-
ker als der äussere Deltamuskel; er entspringt von der
vorderen Fläche des inneren und vorderen Hackenschlüs-
und
selbeinfortsalzcs
setzt
sich
höher
als
der grosse
Bruslnuiskel an die äussere Fläche des Oberarmes.
Beim Strausse entspringt dieser Deltamuskel vom
oder unteren Rande des Ilackenschlüsselbeines
und geht an das ganze erste Drittel der unteren Fläche
hinteren
des Oberarmes.
Bei der Trappe
wie beim Adler,
ist
der Muskel stark, er entspringt
sich zwischen der oberen und
unleren Oberarmlieinleisle an die äussere Fläche des Obergfht
armes,
aber nicht so weit als beim Adler herab.
setzt
Bei Fnlica atra ist dieser untere Deltamuskel sehr
Bchwach und beträgt kaum den achten Theil des oberen Deltamuskels (18) desselben Vogels.
Fr entspringt
vom vorderen und inneren Fortsat/.e des Hackenschliiselbeines, bedeckt das Ligamentum coracobrachiale superiuH I^Mirhi'l
lier
als
di-r
a. n.
O.
II.
2.
S.
92) und
grosse Bruslmuskel nn
setzt sich hö-
die äussere Fläche
des ObcrarmeK.
Beim
oberen
Lr
ihi
l'inguin entspringt er aufrallender
Drittel
stark,
Weise vom
des vorderen Grätensrhliisselbeinrandes.
gicbt einen Theil an den langen
Spannet
124
Kesclireibung der Flügelniuskeln der Vügei.
der vorderen Fliigelfalte (2) ab, und setzt sich dann an
die innere Fläche des vorderen Oherariiibeinrandes.
Er
21)
den Oberarm vom Hiimpfe.
entfernt
Der grösste Oberarmheber, der zweite Brustmuskel der Schriftsteller ') (Deltoides maximns. Pectoralis keciindus Auct.
'
).
Bei Faico Albicilla besteht der Muskel aus vier Thei-
wenn auch nur wenig, getrennt
Icn, die anfangs,
Der
äiisserste dieser
sind.
Theile entspringt nur von der vor-
deren Fläche des Hackenschlüsselbeines. Der zweite
kommt
von dem vorderen kleinsten Theile der unteren Brustbeinflache
und zum Theil auch von der oberen Hälfte
,
der Crista
ben,
und zwar vom zweiten Fünftel
sterni,
dersel-
welches in einem der beiden untersuchten Exem-
Loch vom ersten Fünftel des BrustbeinDer dritte Theil entspringt von
plare durch ein
kammes
getrennt war.
der oberen Hälfte des ersten Fünftels
des Brustbein-
kamnies und vom hinteren Theile des Bandes zwischen
dem Grätenschlüsselbeine und dem vorderen Rande des
Brustbeinkammes. Der vierte Theil entsteht vom hinteren oder oberen Theile des hier sehr breiten Bandes
zwischen dem GrätenschUisselbeine und dem vorderen
Rande des horizontalen
Theil
am
weitesten von den übrigen zu trennen
Mertem,
a.
Whdemann,
Cnvier, a.
Heu$inger,
Merkel,
O.
a. a.
a. a.
a. a.
Oberarnihebers.
O.
S. 15^.
a. a.
a.
Tiedemann,
O. 1772.
a. a.
a.
ist.
Der
Muse, secund. alam moveiis.
S. 333. nr. 3.
0.
a. a.
Vicq-d-Azyr,
Alle
doch so, dass der erste
1) Aldrovandi, a. a. O. S. 65.
Steno,
des Brustbeines.
Blattes
Theile vereinigen sich bald,
O
S.
O.
II.
S. 83.
20.
S. 624.
nr. 2.
Der
kleine Brustnluskel.
2.
S. 806.2.
O. S.
183. 2.
O. S. 317. nr. 11.
Ein getrennter Theil de»
125
Beschreibung der Flügelmuskeln der Vögel.
Muskel
läuft
nun
fleischig
sich allmälich verschmS-
Kanflle, der durch den obersten Theil
zum kurzen
lernd
und
des Griitenschliisselbeines, den vorderen Theil des Schultorblnltes und durch den vorderen nnd inneren Fortsatz
des Hackenschlüsselbeines gebildet wird. Durch diesen
Kanal geht er sehnig bis zu seinem Ansatzpunkte an
den Anfang der oberen Oberarmbeinleiste. Der Muskel
im Ganzen schwach.
Bei Faico Buteo ist er wie beim Adler, nur sind
die Theile, aus welchen er gebildet wird, noch weniger getrennt, als beim Adler,
Bei FaIco Tinnunculus besteht er nur au.s zwei TheiDer schmälere äussere entspringt zu einem gerinlen.
gen Theile von der unteren Fläche des Hackenschlüs-
ist
selbeines,
ferner von
Rrustbeinfläche,
dem vorderen Theile der unteren
und zum Theil auch von dem oberen
Theile des zweiten Fünftels der Crlsta sterni.
Der
in-
nere weit stärkere Theil entspringt theils von der obe«
ren
des
Hälfte
theils
Fünftels
ersten
vom Bande zwischen
des Brustheinkammes,
der Crista sterni und
der
Mitte der Gabel, theils von der grösseren oberen Hälfte
welches das Grätenschlüsselbein mit
desfftandes,
Hackenscblüsselbeine und dorn Brustbeine verbindet,
Theil auch
vom vorderen Hände
des Hacken.schlüssel-
Im Uebrigen verhält
FaIco Albicilla und F. Buteo.
beineg selbst.
bei
dem
zum
er sich
ganz wie
Bei Corvus Corono und C. glandarius entspringt dieMuskel nur vorn vom ersten Viertel der unteren
Hrustbeinfläche, sehr wenig vom oberen Theile der CriMa serni , und ausserdem vom inneren Rande des Ha-
ser
ckenKchliisselbeines.
Beim
bei
o
I'apagei
ist
er sehr stark.
Er entspringt vom
weitem grössten Theile der unteren Brustbcinlläche,
dasK er nahe an der Crista sterni den hinleren Rand
des Brustbeines erreicht.
Seine Lrsprungsfläche von der
i^
B««c1ireibung der Flügrlniuskelii der Vogel.
Crisln
stcrni
Briistiiiuskels.
dem oberen
ist
doppelt so
Seine Sehne
breit
liiiift
als
die
des grossen
am Oberarme
hinler
llande des Gelenkkopfes weg; und setzt sich
an den Anfang der oberen Fläche des Oberarmes.
Bei der Tanbe entspringt er von der oberen Hälfte
der ganzen Seitenfläche des Urtistbeinkanxnes,
wo
sie
und zugleich von
der inneren Hälfte der unteren Brustbeinfläche. Er verläuft wie beim Adler, setzt sich aber nicht an die obere
Oberarmbeinleisle, sondern an eine erhabene Linie, vvelin die untere Brustbeinfläche überfi;eht,
ciie
die
obere Fläche des Oberarmes von der hinteren
trennt.
Beim Huhne ist die Anordnung ganz eigenthiimlich.
Der Muskel ist in zwei zerfallen. Der grössere untere
entspringt zum Theil vom inneren Ausschnitte des Brustbeines, hauptsächlich vom Brustbeinkanuiie und von dem
Bande zwischen ihm und der Mitte des Grätenschliisselbeines.
Er verläuft, den kleineren Muskel bedeckend,
zwischen dem Hacken- und Grätenschliisselbeine, geht
durch den beschriebenen Kanal, dann unter dem oberen
Deltanmskel (ISj längs des Oberaruikopfes zum Anfange
der oberen Fläche des Oberarmes, wo er sich ansetll.
Der zweite kleinere Muskel entspringt blos vom Bande
zwischen dem Giäten- und Hackenschliisselbeine, läuft
durch den Kanal und unter dem äusseren Deltamuskel (19)
zum vorderen Rande der äusseren Oberarmbeinleiste.
Beim Strausse liegt der zweite Brustmuskel ganz
frei vor dem grossen (15) im Ausschnitte zwischen beiden Schlüsselbeinen. Er entspringt vom ganzen hinteren oder unteren Rande des Grätenschlüsselbeines und
vom Anfange des oberen Randes des Hackenschlüsselbeines.
Er geht unter der Membran weg, welche nahe
am Schultergelenke vom Grätenschlüsselbeine zum Ha-
—
herübergeht, und
Anfang der oberen Oberarmbeinleiste.
ck^nschlüsselbeine
setzt sich
an den
137
Beschreibung der Flügelmuskeln der Vögel.
Bei der Trappe entspringt er grösstenlheils von der
oberen Hälfte der Seitenilüche des ßrustbeinkainnies und
vom
B:inde zwischen dein
lieinkannnes und
zum
der Mitle
Theil auch von
vorderen Hände den Brust-
des Griitenschlüsselbeines;
der Mitle der unleren Brustbein-
flache der entsprechenden Seile,
vor einer schräg nach
aussen und vorn über die Mille der unteren Brustbein-
erhabenen Linie.
fläche verlaufenden
Ein
vom vorigen
von dem vorderen Hände
des Hackenschliisseibeines und zum Theil auch von dessen innerer Flache. Eine Trennung des von dem Brustgctiennler Theil
entspringt
beinkanime entspringenden Theiies von dem von der unteren Fläche des Brustbeines entstehenden war angedeutet.
Der Muskel
kurzen Kanal.
satzpunkte
vom
läuft
nun
sich verschmälernd durch
Von nun an wird
er bis zu seinem
den
An-
äusseren Deltaumskel (19) zum Theil
sich mit einer starken Sehne am
Er endigt
bedeckt.
Anfange der oberen Oberarmbeinleiste.
Bei Fulica atra
springt
ist
der Muskel sehr stark;
vom ganzen undurchbrochenen, jedoch
er ent-
hier kur-
zen und schmalen Theile der unteren Brustbeinfläehe,
ausserdem vom grösslen Theile der Seilenfläche des
Brustbeinkainmes und vom Bande zwischen dem Brustbeine und Grätenschliisselbeine.
Er setzt sich nicht an
die
obere Leiste,
sondern an den Anfang der oberen
Flache des Oberarmes.
Beim Pinguin
am
ist
er
unter allen untersuchten
Vö-
Er entspringt von der gnrizen imdurchbrorhenen unteren Brustbeinfläehe und aui-li von
der vorderen Hälfte des durchbrochenen Theiies, und
von der ganzen Seilenfläche und dem vorrleren Hände
geln
stärksten.
des Brustbeinkammes.
Ein bis an das Schultergelenke
ganz getrennter Kopf entspringt vom äusseren Theile
des Bandes zwischen dem Brustbeine und Grälenschllis•clbeine.
Er
geht, die untere Fläche des llackenschlüs-
128
Rescliieibung der Fliigelmuskeln der Vögel.
selbeines
bedeckend,
den kurzen Kanal über dem
dem äusseren Deltamuskel
in
Schultergelenke, dann unter
weg, und
an die äussere Fläche des platten
setzt sich
Oberarmbeines.
Dieser Muskel hebt den Oberarm mit aller Kraft.
22) Unterschulterblattmuskel
(Subscapularis).
')
und kegelförmig und
wird durch den vorderen kleinen Sägemuskel (9) in zwei
Theile getheilt. Der obere und kleinere Theil entspringt
Bei Falco Albicilla
vom
ist
er stark
zweiten Fünftel des äusseren Schulterblattrandes;
der untere grössere entspringt
vom
ersten
und zweiten
vom inneren
welcher vom inneren
Fünftel der unteren Schulterblattfläche und
Rande des Hackenschliisselbeines,
Höcker ausläuft. Die aus beiden gebildete Sehne
sich an das untere Ende des Oberarmkopfes.
setzt
Bei Falco Buteo entspringt der obere Theil vom
Randes und der oberen Flä-
ersten Drittel des äusseren
che des Schulterblattes, der untere von den ersten zwei
vom vorde-
Dritteln der unteren Schulterblaltfläche und
ren Theile der oberen Hackenschlüsselbeinfläche. Er spitzt
sich auch hier kegelförmig zu
und
setzt sich wie
beim
Adler an.
Bei Falco Tinnunculus entspringt der obere Theil
von der vorderen Hälfte des äusseren Schulterblattrandes und wird auch hier durch die Sehne des Serratus
anticus minor (9)
vom
unteren getrennt.
Dieser untere
entspringt zu seinem grösseren Theile von der unteren
1)
,
Aldrovandi,
Steno,
a.
a.
Vicq-d'Äzyr,
O.
a. a.
O.
S
S. 66.
Muse, decimus alam movens.
333. 8.
O. 1772.
a. a.
II.
p. 628.
2. (?).
externe.
WUdemann
.
Cttvier, a. a.
-
Meckel,
a. a.
a. a.
O
O.
S.
S. 89.
Subscapularis.
249, nach nr.
O. S. 321.
3.
Le
suuclavier
129
Beschreibung der Flügelmuskeln der Vögel.
Fläche des Schulterblattes bis über deren Mitte herab,
und von der oberen Fläche des vorderen Endes des Hackenschliisselbeines.
Bei Corvus C'orone und C. glandarius wird er eben-
durch den Muskel
falls
nr.
9
zwei Küpfe getheilt,
in
von denen der obere vom zweiten Fünftel des unteren
Schulterbiattrandes, zum geringen Theil auch von der
äusseren Sciiuherblattfläche
kommt von
entsteht.
Der untere Kopf
der vorderen Ilälfle der inneren ScbuJter-
und zum Theil auch vom vorderen Theile
blattfläche
der oberen Hackenschliisselbeiniläche.
Beim Papagei entspringt der obere Kopf von der
vorderen Hälfte des unteren Schulterblattrandes, der untere nur
von der vorderen Hälfte der inneren Scbulterindem hier der obere Hackenarmmuskel (17)
blattfläche,
auch
vom vorderen Theile
sich
der oberen Hackenschliissel-
Die Sehne beider Köpfe verbindet
mit der Sehne des oberen Hackenarnimuskels und
beinfläche
setzt sich
entsteht.
dann an die vordere Flache des unleren Ober-
armhöckers.
Bei der Taube
der Muskel wie beim kleinen
ist
Raben.
Beim Huhne entspringt der Subscapularis vom
sten Viertel der inneren Schulterblattflache
sten
Drittel
der oberen Hackenschlüsselbeinlläche.
setzt sich gemeinschaftlich mit nr.
die
und vom
er-
er-
Er
17 an die Leiste, die
und zwar gerade nach innen
Lufizellen umgiebt,
von ihnen an.
Beim Strausse
ist
der .Muskel ungolheilt.
pringt von der vorderen
Hiill'ie
und
vom
Llattiläche
merkwürdig
ist
ausserdem
der
Schlüsselbeine.
es, dass er nicht von
Er
ent-
inneren Schuller-
dem
Aber
hinteren Theile
dem Hackenschlüsselbeine entspricht, sondem vorderen oder dem Grätenschlüsselbeino
entspringt, der
dern von
und zwar von den äusseren drei Vierteln der BrusthöhMeckcli Artliiv
f.
Anat. u.
I'liy».
182a.
(J
130
Beschreibung der Flügelmuskeln der Vögel.
Er geht an den Anfang des
lenfläche desselben.
unte-
ren Höckers des Oberarmes.
Bei der Trappe verhalt er sich «ie beim Adier,
ausser dass er noch
herab
weiter
vom
inneren
Rande
des Hackenschliisselbeines und zwar von den ersten drei
Vierteln desselben entspringt.
Bei Fulica atra entspringt der obere, durch den Peminor (9) vom unjeren getiennle Kopf vom er-
ctoralis
sten Viertel des unteren Schulterblattrandes; der untere
vom
ersten Drittel der inneren Schullrrblatlfläche und
von der oberen Fläche des vorderen Geienk(heiles des
Hackenschliisselbeines. Er setzt sich an den gewölbten
Theil der unteren Oberarmbeinleiste.
Beim Pinguin entspringt er blos
vom ersten und
schmalen Fünftel der inneren Fläche und des unteren
Randes des Schullerblattes, ferner vom ersten Viertel der
Er wird von nr. 9
oberen Hackenschliisselbeinfläche.
nicht durchbohrt. Er vereinigt sich der Sehne des dritten Brustmuskels (Ifi) und des Obergrätenmuskels (14),
so dass er zwischen beiden
liegt,
und
setzt sich mit ih-
nen zusammen an.
Er zieht den Arm gegen den Rumpf.
D) Muskeln, welche den Vorderarm bewegen.
23)
Der Strecker des Vorderarmes
')
(M. extensor
antibrachii seu triceps).
ser
Bei Falco Albicilla und F. Tinnunculus besteht diedrei weit getrennten Theilen, von denen
Muskel aus
1)
Aldrovandi , a
Steno,
a. a.
O.
Vicq-iAtyr,
Merrem,
a.
a.
S.
0. S.66. Musculus primus ulnam movens.
334. 2 und
1773. 571.
a.
O. S. 155.
3.
Le grand
1.
1
und
2.
extenseur du coude.
131
Brsriirciliiing der I'lügi'Iniiiskelii der Vogel.
der ersto
liingste
iinH
SchiiUerblallrandes
ciiliis
ren
aber mehr
vom
ersten Zehntel des unteren
Faico Albicilla,
bei
bei
F. Tinniin-
vom entsprechenden Theilc
Scbultorblattfläche
der äusse-
Sehne
mit einer schmalen
ent-
dann bald fleischig wird, am Ende des ersten
Drittels des Oberarmes am breitesten und stärksten ist,
und erst am Ende des zweiten Drilleis des Oberarmes
in eine Sehne übergebt, die sich an den äusseren Gespringt,
lenkknorrcn der Ellenbogenröhre
setzt.
Der
zweite, noch
Stärkere Theil dieses Muskels entspringt von der hinte-
dem Kaund von der ganzen hinteren Oherarnibeinfläche (welche von der oberen duicii
den inneren und oberen Rand gelrennt ist), bis zur Mitte
Dieser Tlicil bleibt bis zum Ende
des Oberarmes herab.
des vierten Fünftels der ganzen Länge des Oberarmes
fleischig und setzt sich theils an das Olecranon (an den
ren Fläche der unteren Oberarmbeinlelsle, ans
näle der biftfiihrenden Zellen
inneren Gelenkknorren
der F.llenI)Ogenrölirp),
Der
die Kapsel des Eilenbogengelenkes.
theils
an
drille unterste
nnd kleinste Theil wird aus einzelnen Muskelfasern gewelche vom untersten Theile der hinleren Fläche
bildet,
des Oberarmes entstehen.
diese Fasern bedeckt
Es
ersteren Theile.
,
Die sehnige Haut,
welche
verbindet die Sehnen der beiden
set/.t
dieser kleinste Theil an
sich
die Kajisel des PMlenbogengelenkes.
Bei FaIco ßuleo
vom oberen und
kommt noch
eine schwache Sehne
hinteren Itande des Oberarmes, die an-
Witdemann
rnimkel
,
a. a. O. S. 36.
Der lange au.ssere lillenbogen,
und Seite 8U der lange innere Ellenbogenatrecker.
Cuvitr,
a.
Tudrmann,
und S. S15.
nr.
a.
O.
a. a.
Ileiiiinfffr, a. a.
Mrcktl,
a.
8. 266.
O. S. 314. nr.
9 (nirht
a.
O.
7,
und
S. S14. nr. S (nirht 61,
4).
O. S. 185. nr
16. 17 u. 18.
S. :>SI. 9.
!»*
1
132
Beschreibung der Flügelmuskeln der
fangs mit
dem
Viigel.
lieferen Theile des Latissiinus dorsi ver-
bunden ist, und tritt unter einem fast rechten Winkel
an den ersten oder Sciiulterblattlheil des Muskels, welcher ebenso wie der zweite Theil hier wie beim Adler
Der unterste Theil ist hier zu einem kleientspringt.
nen länglichen Muskel entwickelt, der nur die Gelenkkapsel anzuspannen scheint.
Bei Corvus Corone und C. glandnrius entspringt der
erste Theil dieses Muskels gleich fleischig vom ersten
Zehntel der äusseren Fläche und des unteren Randes
des Schulterblattes, und ist oben mit dem oberen Oberarmheber (18) verbunden. Am hinleren Rande dieses
Muskels läuft er herab zur hinteren Fläche des Oberarmes. Die Sehne dieses Theiles enthält auf dem Ellenbogengelenke einen kleinen Knochen und setzt sich
auch hier an den äusseren Vorsprung der Ellenbogen-
Der vom Oberarme entspringende Tbeil hat zwei
rühre.
Köpfe, die durch die Ansatzfläche des Obergrätenmu.sBeide entspringen fleischig von
kels (14) getrennt sind.
der hinteren Fläche des Oberarmes; der untere aus
dem
und von der unteren
Oberarmbeinleiste; der obere von dem Rande, welcher
die obere Fläche des Oberarmes von der hinteren oder
inneren trennt. Beide Köpfe vereinigen sich bald und
Kanäle der
hiftfiihrenden Zellen
gehen an das hier stark entwickelte Olecranon.
Vom
unteren Theile der hinteren OberarmbeinflUche entsj>rin-
gen auch hier Muskelfasern, durch welche theils die Getheils die Sehnen beider
Strecker verbunden werden.
Beim Papagei ist der Muskel im Uebrigen ganz wie
lenkkapsel angespannt wird,
beim Adler, nur sind die Muskelfasern des untereh Theiles sehr stark entwickelt.
Bei der Taube
ist
der Ursprung und Verlauf der
beiden langen Theile wie beim Adler, aber beide
ben
bis
an ihren unteren Ansatzpunkt
fleischig,
blei-
und die
133
Beschreibung der Flügelmuskeln der Vügel.
Muskelfasern
welche jene beiden Theile unten verbin-
,
sind hier weit stärker entwickelt.
den,
Beim Huhne entspringt der längste Kopf von der
Mitte des ersten Fünftels der äusseren Schulterblattflä-
Der Oberarmtheil
che.
entsteht mit zwei Köpfen,
mit
bald zusaininenfliessen,
dem
der inneren Oberarnibeinfläche,
drei Vierteln
die
einen von den ersten
mit
dem
anderen aus dem Kanal der Luftzelien und den ersten
Beide Ködrei Vierteln der unteren Oberarinbeinfläche.
pfe bilden eine runde Sehne, die sich an das Olecranon
setzt;
Sehne des langen oder Schulterblatt-
breite
die
kopfes setzt sich mehr an den äusseren Knorren
Der kurze, von dem
lenbogenröhre.
dei- El-
letzten Viertel der
hinteren Oberarmbeinfläche entstehende
Kopf
breitet sich
zwischen dem Olecranon
und dem äusseren Knorren an die Ellenbogenröhre.
Beim Sirausse besieht der Strecker des Vorderarmes ebenfalls aus drei Theilen, die sich erst ganz unHllmäiich
aus und
ten vereinigen.
setzt
sich
Der längste entspringt vom zweiten Zehn-
zum Theil auch von
dem entsprechenden Theile der äusseren SchulterblattEr wird schon am Ende des ersten Drittels des
fläche.
tel
des unteren Schulterblattrandes,
Oberarmes sehnig und setzt sich hier besonders an das
Der zweite Theil entspringt von der ganzen Länge der inneren Fläche des Oberarmes, ist voiu
Olecranon.
vorigen durch den Oberarmilioil des Latissimus dorsi (12)
getrennt und setzt sich ebenfalls an das Olecranon.
ten
bekommt
dieser Theil
ren Fläche des Oberarmes.
Un-
auch Fasern von der vorde-
—
Der
dritte kleinste Theil
de» Muskels besteht nur aus schwachen Fasern, die
vom
äuKsercn und unleren Theile der hinteren Oberarmbeinfläche entspringen
und die Gelenkkapsel anspannen.
Bei der Trappe
kommt vom
zweite l.'rKprungHsebne
Linie,
die
sich
auf
Schulterblatte noch eino
und zwar von einer erhabenen
dem
drillen Zehntel
der äusseren
134
ÜBschreibuug der Flügeliiiuakeln der Vögel,
Schiilterblaltfläche
Diese Sehne vereinigt sich
findet.
vom
bald mit der grosseren, die
ersten Zehnlei Jes un-
Sonst
teren Schnlterl)lnlfrandes entsteht.
ist
der Muskel
ganz wie beim Adler.
Bei Fulica atra entspringt der stärkste Kopf
vordersten Theile des unteren Schullerblaltrandes.
ersten Viertel
des Oberarmes
(ritt
llieils
vom
Am
eine schmale
Sehne von der oberen Fläche des Oberarmes an diesen
Kopf,
theils wird er hier dnrch die beiden Portionen des
Latissinms dorsi (12) cm folgenden oder von dem vom
Oberarme entspringenden Theile getrennt. Dieser Theil
v
kommt
mit zwei Köpfen von der unteren Flache des
Oberarmes, mit dem einen vom inneren llande des unteren Ilik'kcrs, mit dem anderen Kopfe aus dem Kanäle
der luflfiihrenden Zellen. Beide Köpfe vereinigen sich
schnell.
Ausserdem entspringt dieser Theil noch von
den oberen zwei Dritteln der inneren Oberarmbeinfliiche.
Dieser Theil setzt sich vorzüglich an das Olecranon, der
vom Schulterblatle entspringende an den äusseren Ge-
lenkknorren der ulna.
Vom
letzten Drittel der hinleren
Oberarmbeinfläche .enispringt der zu einem besonderen
Muskel
sich
deutlich entwickelte
Anconaeus quartus und
setzt
an die Sehne des Schulterblaltkopfes.
Beim finguin entspringt er zunächst mit dem stärkKopfe vom oberen Theile des vorderen Grätenschlüsselbeinrandes, mit einem zweiten vom Anfange des oberen Schulterblattrandes, mit einem dritten ebenfalls starken Kopfe aus der Höhle zwischen dem inneren oberen
sten
und inneren unteren Rande des Oberarmbeines.
letzlere setzt sich besonders an
gelenkknochen {Meckela..
a.
O.
Dieser
den inneren Ellenbogen-
II. 2.
S,
89), jene an den
Ausserdem entspringen von der ganzen unteren Hälfte des hinteren Oberarmbeinrandes getrennte
äusseren.
Muskelfasern, die sich bios an die Gelenkkapsel zu setzen scheinen.
135
Beschreibung der Flugclniuskeln der Vögel.
Die \^'irkung dieses Muskels
ist,
den Voiderarm
kräftig zu strecken.
Beuger des Vorderarmes.
•
24)
Der lange Beuger des Vorderarmes oder der zweiköpfige Armmuskel') (Flexor antibrachii longus
liiceps brachii).
s
Bei Falco Albiciila, F. Biiteo und
Kopf
der lange
entspringt
F.
Tinnunculus
dieses Muskels sehnig
vom
äusseren Rande des vorderen und inneren Vorsprunges
Er geht unter der Sehne des
des llackenschliisselbeines.
grossen Brustmuskels (15) weg, die an der äusseren
Fläche des Oberarmes vom Anfange der unteren Oberarmbeinleisle schief nach hinten und oben bis
zum Ende
Er geht noch sehnig in
Dieser zweite Kopf entspringt
der oberen Leiste sich ansetzt.
den zweiten Kopf über.
fleischig
^on der vorderen oder äusseren Flüche des un-
teren Oberariiibeinhöckers, geht an der äusseren Fläche
des Oberarmes herab nach der Ellenbuge.
Hier theilt
Sehne in zwei, die beide nach aussen vom
kurzen Beuger (28) zum Ende des ersten Zehntels der
seine
sich
\orderartiiknochen gehen.
Die eine
setzt sich hier
an
die LInarseite des Kadius, die andere an die Kadialseite
Der Muskel
des Oberarmes flei.schig.
der Lina.
1)
Aldrovandi,
a. a.
bleibt
zum
bis
O. S. 66.
letzten Viertel
jMuscuIus secundus et tertius
ulaam cubitumte moventes.
SUnu,
gel
,
O. S. 334.
a. a.
Virrj.d'Azyr,
1773.
ilerrrm
O.
und
,
a. a.
nr. 5
Hruiin/ftr,
a.
iir.
le biceps.
Der Zusammenleger der
3.
a. a.
O.
S. 88.
Der
Flü-
zueikoi)(ige Arinuiuskei.
0. S. 263.
a. a.
Tiedrmann,
Utcktl,
S. 570.
S. 155.
der .\nzielicr de« .\rnie8.
Wiedtmann,
Cueirr,
1.
a. a.
a.
a.
a.
O.
S. Sil.
O. S. l«4.
O. S.
Hi-i.
1.
1.
nr. 10.
136
Beschreibung der Flügelniuskeln der Vögel.
Bei Corviis Corone und C. glandarius entspringt der
lange Kopf sehnig von der unteren Fläche des oberen
inneren Hackenschliisselbeinhöckers,
falls
der kurze
eben-
sehnig von der vorderen Flache des unteren Ober-
arnibeinhöckers.
armtheile des
Nachdem
der iMiiskel unter
grossen Brustmuskels
dem Ober-
weggegangen
ist,
wird er fleischig und setzt sich mit seinen beiden Sehnen wie beim Adler an.
Beim Papagei
entspringt die Sehne von der äusse-
ren Fläche des inneren vorderen Hackenschliisselbein-
und
Oberarmes so
fortsatzes
breitet sich
zwischen beiden Höckern des
aus, dass sie die
beinfläche hier bedeckt.
Der
ganze vordere Oberarm-
untere Theil dieser grüss-
ten sehnigen Ausbreitung ist nun noch an den unteren
Oberarmbeinhöcker befestigt; dieser würde also den kurzen Kopf bilden. Nachdenl die Sehne unter dem Oberarmbeinlheile des grossen Brustmuskels weggegangen ist,
wird der Muskel fleischig und bleibt es bis zum Ellenbogengelenk. Er setzt sich auch hier an beide Knochen
des Vorderarmes.
Bei der Taube entspringt der lange Kopf wie beim
Adler; ausserdem entspringt der Muskel auch noch sehnig vom unteren Oberarmbeinhöcker. Dieser Theil ist
aber so innig mit der Sehne des langen Kopfes vei-
webt, dass es schwer hält, ihn für einen besonderen
Kopf anzusehen.
Beim Huhne
ist
der Muskel wie bei Corvus glan-
darius.
Beim Strausse
Er
entspringt
vom
ist
nur der lange Kopf vorhanden.
hinteren
Rande des vorderen und äus-
seren Theiles des Hackenschliisselbeines, läuft zwischen
dem äusseren
(19) und
dem unteren Oberarmheber
(20)
zur vorderen Fläche des Oberarmes, und setzt sich blos
an den Radius.
Bei der Trappe
ist
ebenfalls' nur
der lange
Kopf
Beschreibung der Flügclmuskeln der Vögel.
137
Er entspringt wie beim Adler, liiiift noch
sehnig unter dem Oberarnitheile des grossen Hrustmnskels (l^) weg, wird dann fleischig und bleibt es bis
zum Ellenbogengelenk. Er setzt sich wie beim Adler
vorhanden.
an beide Vorderarniknochen.
Bei Fulica atra
vom
springt
er stark.
Der lange Kopf entRande des vorderen inneren Hö-
ist
äusseren
ckers des Ilarkenschlüsselbeines, geht noch sehnig unter
dem Ansätze des grossen Brusimuskels weg.
Der
kurze Kopf entspringt fleischig von der äusseren Fläche
des unteren Höckers,
giebt
den Muskelbauch für die
Spanner der vorderen Flügelfalte (2 und 3) ab und verDer Muskel bleibt
einigt sich mit dem langen Kopfe.
bis zum Kllenbogengelenke fleischig und setzt sich an
Radius und Ulna.
Beim Pinguin fehlt der Muskel gänzlich. Dieser
Muskel beugt den Vorderarm gegen den Oberarm.
Der kurze Vorwärtswender
25)
')
(Pronator brevis).
Bei Faico Albicilla entspringt er mit einer schma-
Sehne von der inneren Fläche des inneren Gelenkknorrcns des Oberarmes, und zwar unter allen von hier
entstehenden Muskeln am meisten nach oben. Er wird
bald flei.schig und bleibt es bis zu seinem Ansatzpunkte
len
an das zweite Achtel des vorderen Speichenrandcs. Bei
FaIco Buteo und F. Tinnunculus geht er etwas weiter
1)
Sieno,
l'ic<i
O.
a. a.
dAzyr ,
S. 835. 9.
1773.
S. 572. 2.
Le miisde
qiii
licnt lie»
|irunat4'ur rund.
Wiedtmann,
Cutter,
a.
Mectel,
O.
a.
TUdemann,
Hetuingtr
a. a.
a. a.
0.
S. 89.
Der
S. 2ßS.
a. a.
a. a.
O.
O.
S. 312.
S.
O. S. 184. 12.
8. 326.
8.
kleine Speichenbeuger.
du
138
Beschreibung der Flügelniiiskeln der Vögel.
her:ib, bis
zum Ende des
ersten Drittels desselben Ran-
des der Speiche.
Bei Corvus Corone unci C. glandarius geht er bis
etwas über die Mitte der Speiche herab.
Beim Papagei ist er stark und setzt sich an das
zweite und dritte Fünftel des freien oder vorderen Spei-
chenrandes.
Bei der Taube setzt er sich an das zweite bis fünfte
Sechstel der Speiche.
Beim Huhne, wo
das zweite und
er ebenfalls stark
ist,
geht er an
dritte \ iertel der inneren Speichenfläche.
Beim Strausse
ist
dem langen
er mit
\
orwärtswen-
der (26) vereinigt.
Bei der Trappe und Fulica atra setzt er sich an
das zweite Viertel der Speiche.
Beim Pinguin
gedeutet,
ist
schwache Sehne an-
er durch eine
von der inneren Fläche des Oberaruilhei-
die
les, der mit der ulna articulirt,
schräg über das Ellenbogengelenk nach unten und vorn herabsteigt und sich
an den oberen Theil des Ulnarrandes der Speiche setzt.
Der kurze Vorwärtswender ist wegen der Anord-
nung des Ellenbogengelenkes und der Art der Verbindung beider Vorderarmknochen unter einander nur Beuger des Vorderarmes.
26)
Der lange Vorwärl*wender
')
(Pronator longus).
Er entspringt bei Faico Albicilla unterhalb des kurzen Vorwärtswenders von der vorderen Fläche des inne-
1)
Sleno,
Wiedeinatm
Ciivier,
Tiedemann,
Mecket,
a.
S. 572.
1773.
a.
,
a.
O.
a. a.
Ueu»inger,
O. S. 335. 10
a. a.
T'ici/-d'.4zijr,
a.
a.
a.
O. S. 92.
a. 'O.
a.
Le radial interne.
Der lange Speichenbeuger.
1.
S. 268.
vS.
312. i.
O. S. 135.
nr.
O. S..326. nr. 4.
13.
139
Beschreibung der Fliigelmuskeln der Vogel.
Oberarmes geht unter dem kurdiesem Vogel etwa um das Dreifache
ren Gelenkknorrens des
zen
,
den er bei
an Grösse
,
an die vordere Fläche der Speiche,
ganzen Länge herab, jedoch so, dass
iibertrift't,
bis zur Mitte ihrer
er sich unten
immer mehr dem inneren oder Ulnarran-
de der Speiche nähert.
Bei Falco Tinnunculus entspringt er mehr vom
neren Rande des inneren Oberarniknorrens.
sich
Er
in-
setzt
wie beim Adler an.
Bei Falco Buteo entspringt er wie beim Adler, geht
aber nicht ganz bis zur
JNIitte
der Speiche herab.
Bei Corvus Corone und C. glandarius ist der lange
Vorwärtswender auffallender Weise kürzer als der kurze
Vorwärtswender, indem er sich etwas höher als dieser
An
ansetzt, und kaum die Mitte der Speiche erreicht.
Grösse sind beide sich ziemlich gleich.
Beim Papagei entspringt er von der inneren Fläche
des inneren Oberarmknorrens,
setzt sich
Fläche der Speiche und reicht etwas weiter
an die innere
al.-; der kurze
herab, bis zu Anfange des letzten Viertels der Speiche.
Bei der Taube setzt er sich an die der Ulna zugekehrte Fläche der Speiche und erreicht ganz das untere
Ende der Speiche.
Beim Huhne entspringt er
«ich aber ebenfalls
tiefer als
an das zweite und
der kurze, setzt
dritte Viertel der
inneren Fluche der Speiche.
Beim
nator von
Sirau.sse entspringt der gemeinschaftliche Pro-
der vorderen
Fläche des inneren Oberarni-
knorrens und setzt sich an die unteren zwei Drittel der
inneren Fläche der Speiche.
Bei der Trappe geht er etw!\s weiter als zur ]Mitte der
Speiche herab, sonst verhält er sich ganz wie beim Adler.
Bei Fulica atra
aU
der kurze.
Fr
\ icrlel der Speiche.
ist
setzt
der lange Pronator viel stärker
sich
an das zueile und
drille
140
Beschi'eibung der Flügelniuskelii der Vögel.
Beim Pinguin
er verläuft
ist
dem
mit
auch dieser Pronator blos sehnig;
vorigen parallel,
nach unten von
ihm, und geht etwas tiefer als der kurze ebenfalls an
den Ulnarrand der Speiche.
Auch dieser Muskel trägt nur zur Beugung des
Vorderarmes bei.
27) Der Rückwärfswender') (Musculus supinator).
Bei Falco Albicilla, F. Buteo und F. TinnunciiUis
vom äusseren Rande des äusseren Oberarndinorrens, verbunden mit dem langen gemeinschaftlientspringt er
chen Fingerstrecker (37)
geht nach unten und etwas
nach innen herab an den äusseren oder freien Rand der
Speiche, an dessen oberem Drittel er sich ansetzt.
,
'
Bei Corvus Corona
ist
der Muskel sehr schwach,
besteht nur aus wenigen Fasern, die sich an das obere
Drittel
des
schwächer
deutet.
Er
freien
ist
Randes der Speiche setzen. Noch
Corvus glandarius, und nur ange-
er bei
setzt sich nur
Beim Papagei
an das erste Fünftel der Speiche.
stark und setzt sich an das
und zweite Drittel des freien Speichenrandes.
Auch bei der Taube geht er bis über die Mitte der
Speiche herab.
ist
er
erste
Beim Huhne
i; Aldrovandi ,
bitumve movens.
ist
a. a.
er wie
beim Papagei.
O. S. 66.
Vicq-dAzyr, 1773. S. 573.
Musculus quartus ulnani cu-
nr. 7.
Le muscie
qui repond au
court supinateur.
Merrem,
a. a.
O.
S. 155.
4
(?).
Der
.Anleger des
Vorder-
armes.
Wiedeinann,
a. a.
O. S. 90.
Der äussere Speichenbeuger.
Cuvkr, a. a. O. 267: „Bei den Vögeln fehlen die Rückwärtswender gänzlich." Aber
S. 263: „.luch findet sich
an der Stelle, wo der kurze Rückwärtswender liegt, ein kleiner
Muskel , der auch den Vorderarm zu beugen acheint."
141
Beschreibung der Fliigelmuskeln der Vögel.
<ias
Beim Slrausse ist er sehr stark und setzt sich an
erste und zweite Drittel der oberen oder vorderen
iSpeichenflache.
Bei der Trappe und Fulica atra verhalt er sich ganz
wie beim Adler.
Beim Pinguin findet sich ein Muskel, der diesem
entspricht. Er setzt sich fleischig an das dritte Sechstel
der äusseren Fläche der Speiche. Seinen Ursprung konnte
ich nicht ausniitteln, da sein unterer und hinterer sehniger Theil
dem untersuchten Exemplare auf beiden
hei
war.
Seiten schon abgeschnitten
Dieser Muskel
ist
ebenfalls
bei
den Vögeln nur
Vorderarmbeuger.
28) Der kurze Beuger des Vorderarmes ')
(Fle.tor
brevis antibrachii).
Bei Falco Albicilla,
entspringt
dieser iNIuskel
F.
am
Buteo und
F.
Tinnunculus
unteren Theile der vorde-
ren Oberamilieinfläche von einer schiefen Linie, die
vom
äusseren Hände des Oberarmes,
etwa einen Zoll über
dem äusseren Gelenkknorren nach innen und unten nach
dem unlcren Theile der vorderen Fläche des inneren G'elenkknorreii« herabgeht.
Der Muskel bedeckt bandartig
die Beugeseile des Ellcnbogengelenkes
und geht an den
Rand der Ellenbogenröhre, an
hinteren oder freien
des-
sen oberes A'iertel er sich anheftet.
1)
Aldrovandi , a
,
a. a O.
Sieno
liai-dAxijr,
Witdemann
,
335. 11.
1773.
S. 572] 3.
ü.
a. a.
Mu.sc. se.vtus cubitum niovens.
O. S. 66.
a.
.S.
S. 89.
Der Ellenbogcnbeugcr
paiTiu ulnae).
Cuvitr,
O. S
a, a.
Titdtmann,
a.
Heuiinger
a. a.
Necket,
,
a.
a.
a.
263.
O.
O.
K. 312. 2.
S. 18*.
O. S. 8ü5.
2.
Krachialis internus.
nr. 11.
(
Flexur
142
Beschreibung der Flügelniuskeln der Vogel.
Conus Corone und C
Bei
vom
untersten
Theile des
glandariiis entspringt er
inneren
Oberaruibein'andes
und geht vor dem inneren oder unteren Geleniiljnorren
des Oberarmes an das erste Zehntel des freien Randes
der Ulna.
Beim Papagei und der Tanbe
ist
er etwas schwä-
cher als beim Adler und geht nur an das obere Fünftel
der Ulna.
Beim Huhne entspringt
er von der schwachen Leivon der vorderen Fläche des Oberarmes zum
inneren Gelenkknorren geht, und setzt sich, das Ellenbogengelenk an der Beugeseite bedeckend an den Anfang der inneren Fläche und des hinteren oder freien
Randes der Ulna gleich unter der Gelenkkapsel des Eldie
ste,
,
lenbogengelenkes an.
Er
ist in
seinem ganzen Verlaufe
bandförmig.
Beim Strausse entspringt er wie beim Adler, setzt
den Anfang des Speichenrandes der Ellen-
sich aber an
bogenröhre.
Bei der Trappe
Bei Fulica atra
ist
ist
er wie
Taube.
und bandartig und
bei der
er sehr lang
geht an das zweite Sechstel des freien Randes der Ulna.
Beim Pinguin
entspringt er
vorderen Oberarmbeinrandes,
ist
vom
unteren Drittel des
stark fleischig und setzt
.sich an den oberen Rand der platt über das Ellenbogengelenk hervorragenden Speiche.
Er
hilft
den Vorderarm beugen.
29) Der tiefe Beuger des Vorderarmes
profundus Vicq-d'Azyr}.
')
(Flexor
Er entspringt beim Adler, mit dem Abzieher der
vom äusseren Rande de.s
Mittelhand (33) verbunden,
IJ
Sieno,
J'icg
a
dAzyr
Tavant - bras.
a.
,
O. S. 335.
8.
u. S.
1773. S. 573. nr. 8.
Lc
flechLsseiir
profond de
Beschreibung der Flügelmaskeln der
14.3
Viigel.
äusseren Oberamiknorrens sehnig, wird bald fleischig
und setzt sich so an die äussere oder vordere Fläche
der Ellenbogenröhre,
der ganzen
zur Mitte
bis
Länge
den Knochens herab.
Bei Falco Buteo und F. Tinnuncuhis ist der Musstark und geht noch über die Mitte der Ulna
kel sehr
herab.
Bei CorvHS Corone und C. glandarius erreicht er die
nicht.
Er entspringt unter
Mitte der Ellenbogenrühre
vom
allen
entstehenden Mus-
äusseren Oberarniknorren
keln ani meisten nach unten.
Beim Papagei
fange
er
ist
stark und
geht bis
zum An-
des letzten A iertels des vorderen und äusseren
Randes der Ülna.
Bei der Taube geht auch dieser Muslcel weiter als
zur Mitte der Ulna herab.
Beim Huhne
er
ist
ungemein stark, entspringt von
der äusseren Fläche des äusseren Oberamiknorrens,
am
und gehl an die ganze obere Fläzu ihrem unteren Ende herab.
meisten nach unten
che der Ulna bis
Beim Strausse entspringt er ebenfalls vom äusseren
Oberarniknorren,
nr.
ist
bis zur Mitte seines Verlaufes mit
33 verwachsen und
—
Fünftel der Ulna.
setzt
sich
Ausserdem
an die ersten zwei
beim Strausse der
bildet
Muskel nr. 33 gleichsam einen zweiten tiefen Beuger,
indem >on diesem starke Fleischfasern, die von der unteren Hälfte seiner Ursprungssehne kommen, dicht nach
innen vom eigentlichen tiefen Beuger an den Speichenrand der Ulna, und zwar an die unteren drei Aiertel
Mrrretn
Fig
,
Wiedemann,
Cuvitr, a
a.
Tirdrmann,
Ihininfftr,
Meiktl,
u.
S. v,
a. a.
O.
a.
a.
a. a.
a.
O. 8. 91.
Der kurze Ellenbogenstrecker.
S. 263.
O. 8. 31S.
S.
185.
O. 8. 329. nr.
6.
nr.
fi.
15.
144
Beschreibung der Flügelmuskeln der Vögel.
desselben,
Beugers
nr.
gehen.
lässt sich
Die Sehne des eigentlichen tiefen
von der Ursprungssehne des Muskels
33 trennen.
Bei Fulica atra
er sehr stark
ist
und
setzt sich
an
die oberen drei Viertel der vorderen Fläche der Ulna.
Beim Pinguin
er sehr
ist
schwach, entspringt vom
unteren Theile des vorderen Randes des plattgedrückten Oberarmes,
parallel
und
lauft
liegt
am
anfangs mit dem kurzen Beuger
Rande desselben, dann
hinteren
geht er über die Gelenkverbindung der Speiche mit dem
Oberarme an der inneren Seite des Ellenbogengelenkes
herab und setzt sich dicht unter der Gelenkkapsel an
den Speichenrand der ülna.
ebenfalls den Vorderarm.
Er beugt
30) Innerer tiefer Beuger der Hühnervögel
xor profundus interior gallinaceorum).
')
(Fle-
Dieser Muskel findet sich nach Meckels Untersuchun-
gen
(a. a.
O.) nur bei den Hühnervögeln.
niend damit fehlte er bei
Ucbereinstini-
von mir unlersuchlen
Hier entspringt er, ver-
allen
Vögeln, ausser beim Huhne.
bunden mit dem langen Pronator (26), von <ler Beugeseite des inneren Oberarmknorrens, bedeckt den unleren Theil des kurzen Beugers (28), und setzt sich an
das zweite und dritte Sechstel der inneren Fläche und
des hinteren oder freien Randes der Ulna.
Auffallend
ist,
dass ihn
Schwane gefunden haben
Er beugt
1)
Wiedemann
O.) beim
ebenfalls den Vorderarm.
Wiedemann,
a. a.
O. S. 93. Der kurze Beuger des Ellen-
bogenbeines.
Meckel, a.
(a. a.
will.
a.
O. S. 328. nr.
5.
146
Ilesclireibung der Flügelimiskelii der Vögel.
welche die Handwurzel
und Mittelhand bewegen.
E) Muskeln,
Der lange Speichenstrecker der Mittelhand
31)
')
(Extensor nietacarpi radialis longus).
lein
Bei Falco Albicilla und F. Buteo entspringt er alvon der vorderen Fläche des äusseren Gelenkknor-
rens des Oberarmes mit zwei Köpfen.
Der
Kopf
innere
und bleibt es bis zum Anfange des
Vom
zweiten Drittels der ganzen Länge der Speiche.
äusseren Kopfe glaubt Heusinger (a. a. O. nr. 21) , dass
entspringt fleischig
dem langen Rückwärts wender entspreche. Dieser äusKopf entspringt sehnig und bleibt es etwa zwei Zoll
Von der oberen Hälfte dieser seiner Ursprungslang.
sehne entspringt zugleich der innere Kopf mit. Die un-
er
sere
Ursprungssehne des äusseren Kopfes ist
ganz vom inneren Kopfe getrennt.
Ueber die Mitte dieser Ursprungssehne läuft die äussere Sehne des kurzen Spanners der vorderen Flügelfalte
tere Hälfte der
weg,
(nr. 3)
—
unter einem fast rechten Winkel mit
sich
ihr kreuzend, zur äusseren Fläche der Ulna.
Die innere
Sehne des kurzen Spanners der vorderen Plautfallc vereinigt sich mit der Ursprungssehne des äusseren Kopfes
des langen Speichenslreckers und nun wird dieser äussere Kopf bald fleischig und bleibt es bis zur Mitte der
,
1)
Aldrovandi,
inusf ulus
l ic</
d.4ii/r
Nrrrtm,
a
a.
0.
Muse, primus carpi
S. 66.
(?)
,
a
1773. S. 575. 6.
a
O.
15fi.
S.
(<).
Le
cubital externe.
Der hintere äusuere Hand-
2.
apaiiner.
Wifdemann
Cuvitr,
,
a. a.
TUdtmann,
a.
a
O. 8. 317.
O
O. 8.
f.
Der Mitteihandstrecker.
S. 90.
S. 287.
0.
Hruiin/ftr, a. a.
Meckel,
O.
a. a.
a. a.
»Urktit .KrcUtY
aut
ulnam movenA.
qiiintiifl
-
8. 1»7.
S'ii.
Anal.
u.
1.
nr. Sl u. 22.
nr
1.
Pl.>».
1829.
1()
146
Beschreibung der Flügelmuskeln der
Viigel.
ganzen Länge des Radius, an dessen äusserem Rande
der Muskel verläuft. Die Sehne des äusseren Muskelbauches unigiebt nun scheidenartig die des inneren Bauches bis zur Mitte des letzten Drittels der Speiche, an
welcher Stelle
sie
Die
beide zu verschmelzen scheinen.
gemeinschaftliche Sehne geht nun an der äusseren Flä-
che des unteren Geienkkopfes der Speiche in einer
genen Rinne herab und
ei-
den vorderen oder
setzt sich an
Speichenvorsprung des Mitielhandknochens, der den Dau-
men
trägt
knochens
und nach Meckel Rudiment eines Mittelhandden Daumen ist.
für
Bei Falco
Tinnunculus
Mitte des Radius fleischig.
ist
Dann
Muskel
dieser
bis
gemeinschaftliche Sehne, die sich nicht trennen
Bei Corvus C'orone und C. glandarius
kel ebenfalls
zweiköpfig.
zur
bilden beide Köpfe eine
lässt.
MusDer innere, zum grösseren
ist
der
Theile fleischige Kopf entspringt von der vorderen Fläche des Oberarmes. Der äussere kommt vom äusseren
Oberarmknorren und zwar unter allen von hier entstehenden Muskeln am meisten nach oben.
An diesem
läuft die Sehne des kürzeren der Muskeln in der vorderen Fliigeifalte
(nr. 3)
cker des Oberarmes.
zum
rückwärts
äusseren Hö-
Beide Köpfe vereinigen sich bald,
der gemeinschaftlii he Bauch
bleibt
zur Mitte des
bis
vorderen oder freien Randes der Speiche
Sei-
fleischig.
ne Sehne geht über die äussere Fläche des unteren Geienkkopfes der Speiche weg und setzt sich an den vorderen Vorsprung
am
Daumenfortsatze des Mittelhand-
knochens.
Beim Papagei entspringen beide Köpfe
einander und lassen sich nur mit
Muskel
Mühe
dicht
neben
trennen.
Der
bleibt bis unter die Mitte der Speiche fleischig,
verhält sich übrigens ganz wie bei Corvus C'orone.
Bei der Taube entspringt er
des äusseren Oberarrabeinrandes
vom
mit
fünften Sechstel
zwei
getrennten
,
Beschreibung der Flügelmuskeln der Vögel.
Köpfen.
Sie
vereinigen sich
erst
147
unter der Mitte des
Randes der Speiche, wo sie in eine gemeinschaftSehne übergehen die sich ebenfalls an das Rudiment de.s Mitlelhandknochens für den Daumen ansetzt.
freien
liche
,
Beim Huhne
ist
die
Trennung
in
seinem Ursprünge nur wenig angedeutet.
bei
zwei Köpfe an
Es
diesem Vogel aber das Eigenthiimliche,
findet sich
dass seine
untere Sehne sich untrennbar mit der des zweiten oder
kurzen Speichenstreckers (32) vereinigt.
Beim Strausse entspringt der lange oder
chenstrecker
vom
letzten
Sechstel
erste Spei-
des äusseren Ober-
armbeinrandes mit einem Kopfe, mit dem andern schwächerem vom äusseren Oberarmknorren. Beide haben eine
gemeinscliaftliche Sehne,
anfängt und sich
an der Mitte der Speiche
die
am Daumenmittelhandknochen
endigt.
Bei der Trappe
ist
der Muskel wie beim Adler.
Bei Fulica atra
ist
die
ähnlich.
Es
ist
Anordnung der beint Adler
Sehne des Muskels nr. 3
hier aber die
(des kurzen Spanners der vorderen Fliigelfalte) nur einfach;
diese setzt sich unter einem fast rechten
Winkel
an den sehnig entsprungenen äusseren Kopf des langen
Speichenstreckers. Dieser äussere
so wie
der gleich
fleischig
Kopf
bis zur Mitte der Speiche fleis big.
lassen sich noch
trennen,
am ganzen
dann vereinigen
bleibt hier, eben-
entsprungene innere Kopf,
Die Sehnen beider
dritten Viertel der Speiche
sie
sich
inniger und
setzen
an den vorderen oder Sj)eichenrand des Daumen-
sich
iniltelhandknochens.
Beim Pinguin entspringt er ebenfalls mit zwei Köpfen
,
vom unteren Theile de.s
kommen, nach aussen vom
die beide über einander
vorderen Oberarmbeinrandes
kurzen Beuger (28) herabgehen und dann gleich zu
ner gemcinHchafilicben Sehne ziisammenflieKsen.
gehl an der äusseren Flärlie
der Speiche dicht an
10
•
ei-
Diese
ih-
Beschreibung der Flügelmuskeln der Vögel.
148
rem vorderen Rande an den Anfang des Speichenrandes des Mittelhandknochens.
Dieser Muskel streckt die Mittelhand.
Der kurze oder zweite Speichenstrecker der Mit-
32)
telhand') (Extensor nietacarpi radialis brevis).
Bei Falco Albicilla, F. Buteo und F. Tinnunculus
entspringt er mit zwei ganz getrennten Köpfen mit dem
;
bedeutend grösseren und etwas
inneren oder hinteren,
längeren entspringt er von der Ulna, und zwar oben
von der vorderen Fläche des äusseren der beiden oberen Gelenktheile, welcher mit dem Radius zusammen den
äusseren Knorren des Oberarmes aufnimmt; ausserdem
Kopf noch vom
entspringt dieser erste
ersten Drittel des
vorderen oder inneren Randes der Ellenbogenröhre, geht
dann zum Ulnarrande des Radius herüber und vereinigt
dem zweiten Kopfe. Dieser zweite Kopf entvom Ulnarrande des Radius, erreicht jedoch nicht
den oberen Gelenkfortsatz, etwa vom zweiten bis viersich mit
springt
ten Zehntel der ganzen
Länge der Speiche, und
ver-
schmilzt etwa gegen die Mitte seiner Ursprungsfläche
dem ersten oder Ulnarkopfe. Die gemeinschaftliche
Sehne geht an der hinteren Fläche der Speiche herab,
erreicht etwa in der Mitte der ganzen Länge des Radius dessen äussere Fläche, verläuft dann an der äus-
mit
1)
Aldrovandi,
Steno,
a. a.
Merrem
,
a. a.
a. a.
O.
Muse,
O. S. 66,
O. S. 335. nr.
S. 157.
tertius carpi.
4.
nr.
4
(?).
Der vordere Handan-
leger.
Wiedemann,
a. a.
O.
Der Hülfsmuskel des
S. 92.
handstreckers.
Cuvier,
a. a.
Tiedemann,
Heutinger,
Meekel,
O.
a. a.
a. a.
a. a.
S. 287.
O.
0.
S. 318. 2.
S. 187.
O. S. 334. nr.
nr. 23.
2.
Mittel-
149
Beschreibung der Fliigelmuskeln der Vögel.
seren Fläche des unteren Gelenktheiles der Speiche in
einer eigenen Kinne, nach aussen von der des vorigen
Muskels (31), und setzt sich an denselben vorderen Vorgprung des .Mittelhandknochens.
Bei Corvus Corone und C glandarius ist dieser Mus-
verkümmert und nur schwach angedeutet. Der
Ursprung ist dem beim Adler ähnlich, bis an seinen
Ansatzpunkt konnte ich ihn nicht verfolgen. Heusinger
(a. a. O. AU. S. 184) spricht ihn dem Raben ganz ab.
kel sehr
Beim Papagei
entspringt er nur
vom
ersten Fünftel
des vorderen und inneren Bandes der Ulna,
zweiten und dritten Sechstel
Speiche.
Er
setzt sich
vom
aber
der äusseren Fläche der
nach aussen
vom
vorigen an den
Daunienvorsprung der Mittelhand.
Bei der Taube
ist er wie beim Adler.
Beim Huhne entspringt der eine Kopf vom ersten
Drittel
des Speichenrandes der Ulna,
der andere
vom
Seine
mittleren Drittel der äusseren Fläche der Speiche.
Sehne verschmilzt im Handgelenke innig mit der des
und setzt sich an den Dau-
ersten Speichenstreckers (31)
menniittelhandknochen.
Heim Sirausse
ist
er
wie beim Adler, ebenfalls
zueikijplig.
Bei der Trappe verhält er sich ganz wie beim Adler.
Bei Fulica atra entspringt der Ulnarkopf blos von
der
vorderen Fläche des Gelenktheiles und
dem
ersten
Sechstel des Speichenrandes der Ellenbogenröhre.
Speichenlheil entspringt
der Speiche.
vom zweiten
Der
bis vierten Sechstel
Beide vereinigen sich, werden
am
letzten
Sechstel des IJlnarrandes der Speiche sehnig und setzen
»ich
so
dicht
nach aussen
vom
vorigen an den vorde-
ren K.'ind des Daumeniiiittelhandknochens.
Beim l'ingiiin ist er im Vergleiche zu den übrigen
Muskeln de« Vorderarmes und der Mittelhand stark, ebenfalU
zweiköpfig.
Der unlere grössere Kopf
entspringt
150
Beschreibung der Flügelmuskeln der Vögel.
vom Anfange des Speichenrandes der ÜIna, dicht unter
dem Ende der Gelenkkapsel, geht zwischen UIna und
Radius herab und vereinigt sich unter der Mitte des
Ulnarrandes der Speiche mit dem anderen Kopfe. Die-
Kopf kommt vom zweiten Viertel des Ulnar-
ser zweite
Der Muskel wird nun sehnig,
Fläche.
ihrer äusseren
zum Theil auch von
randes der Speiche,
verläuft
am
un-
mehr nach dem
teren Viertel der äusseren Speichenfläche
unteren Rande hin, geht dann dicht unter
dem vorigen
Rinne auf der äusseren Fläche des unteren Gelenktheiles der Speiche zum Speichenrande des Mittelin einer
handknochens, an den er sich setzt.
Dieser Muskel bewirkt wie der vorige das Strecken
(eigentlich die Adduction) der Mittelhand.
33) Abzieher der Mittelhand
Ellenbogenstrecker der
')
(Abductor metacarpi).
Hand nach Mechel (Ex-
tensor metacarpi ulnaris Meckelü).
Speichenbeuger der Hand nach Tiedemann (Fle-
xor metacarpi
radialis
Tied.).
Bei Falco Albicilla, F. Tinnunculus und F. Buteo
entspringt dieser Muskel dicht nach aussen vom langen
gemeinschaftlichen Fingerstrecker (37)
vom äusseren Ran-
de des äusseren Gelenkknorrens des Oberarmes, verbun-
1)
Aldroeandi,
Sleno
O.
a. a.
S. 66.
O. S. 335. 2
a. a.
,
Vicq-tAzyr,
Musculus secundus
carpi.
(?).
O. 1773. S. 575. nr.
a. a.
5.
Le long
fleohis-
seur du metacarpe
Merrem, a
a.
Wiedemann
O. S 156. nr.
O.
a.
a.
,
3.
S. 91.
Der hintere innere Handspanner.
Der obere oder lange Mittel-
handbeuger.
Cuvier
,
a.
a
Tiedemann,
S.
a.
Heusinger, a
Meckel,
a.
a.
a.
a.
O.
287.
O.
S. 319. 4.
O. S. 188.
S. 335.
nr. 25.
nr. 3.
151
Beschreibung der Flügelmuskeln der Vögel.
den mit dem unteren kurzen Ellenbogenbeiiger (29); er
bleibt drei \ iertel der Länge der Ulna fleischig und ver-
An
an deren vorderen Fläche.
läuft
der äusseren Flä-
che des unteren Gelenkfortsatzes der Ulna verläuft er
in einer Kinne, nach aussen von der des gemeinschaftlichen langen Fingerstreckers (37), und setzt sich an den
Kand des giösseren Mittelhandknochens, der dem kleineren Mitteliiandknochen zugewandt ist.
Bei C'orvus Corone und C. glandarius entspringt er
sehnig dicht über
dem
tiefen
Ellenbogenbeuger (29), dicht
dem
langen gemeinschaftlichen Fingerstrecker (37),
dicht nach aussen vom Supinator (27) vom äusseren Ge-
unter
lenkknorren des Oberarmes.
bleibt es bis
zum Ende
An
des Vorderarmes.
Er wird bald
fleischig
und
Länge
des dritten Viertels der
der vorderen Fläche des unteren
Gelenkkopfes der Ulna verläuft er dicht nach aussen von
Er
nr. 37.
Theiles
sich an
setzt
di-s
Beim Papagei
fleischig
der IJIna
den äusseren Hand des oberen
kleineren oder Ulnarinittelhandknochens.
bleibt er
und
bis
fast
setzt
sich
zum
unteren
Ende
an den Anfang des
IJlnarrandes des iipeichenmittelhandknochens.
der
Bei
Taube
ist
ganz wie beim Adler,
er in
Ursprung und Anheftung
nur bleibt er bis
Knde der vorderen Fläche der Ulna
Beim
llidine
bleibt
er fast
bis
zum unteren
fleischig.
zum Handgelenke
und setzt sich an die äussere Fläche der Mittelhand, und zwar an den oberen hinteren \orsprung
fleischig
des Millclh;in(lknochens für den Zeigefinger.
Beim Strausse i.st er an seiner ganzen oberen Hälfte
dem
verwachsen, doch so, dass
Beugers von seiner UrsprungsHehne zu trennen ist. Er sciiickt an die unteren drei
Viertel des Speichenrandes der Ulna starke Fleischfa-
inil
die
tiefen BiMi;;cr (2'>)
Sehne des
tiefen
»ern, die von der unleren Hälfte seiner Urspriingssehne
kommen
(
vergl.
Muskel 29),
und
setzt
«ich
an den
152
Beschreibung der Flügelmuskeln der Vögel.
Anfang des Ausschnittes zwischen beiden Mittelhandknochen.
Bei Fulica atra ist die Sehne vom äusseren Oberarmknorren schwach; er entspringt hier aber zugleich
auch vom ersten Drittel des äusseren Randes der Uina,
bleibt an deren ganzen Länge fleischig und setzt sich
an den Anfang des Ulnarrandes des Speichenmittelhandknochens
Beim Pinguin
ist
er blos sehnig, entspringt gemein-
dem langen
schaftlich mit
vom
Fingerstrecker (37)
un-
teren Theile der äusseren Oberarriibeinfläche, geht diesen
Muskel zum Theil bedeckend zwischen Ulna und Radius
herab, und setzt sich mit zwei Zipfeln an die äussere
Fläche beider Mittelhandknochen.
Seine von Meckel (a. a. O.) zuerst richtig angegebene Wirkung ist: „Er hebt die Hand etwas, zieht sie
aber vorzüglich gegen den EUenbogonrand des Vorderarmes, beugt sie daher in diesem Sinne."
34)
Anzieher der Mittelhand
')
(Adductor inetacarpi).
Speichenbeuger der Mittelhand ßleckels (Flexor
nietacarpi radialis 3Ieck.).
Ellenbogenstrecker
der
Mittelhand
Tiedemanm
(Extensor metacarpi ulnaris Tied).
Bei den
untersuchten Falkenarten
drei
Muskel
entspringt
von der inneren Fläche der Ellenbogenröhre und zwar etwa vom dritten und vierten
Fünftel ihrer ganzen Länge; er ist nur am letzten Fünftel der Ulna sehnig.
Im Handgelenke schlägt sich die
dieser
1)
fleischig
Aldrorandi
Stcnu,
IViedemaim
Tiedemann,
S. 66.
nr. 2.
a,
a. a.
,
a.
Heusinger,
a.
Mfckel,
a.
a,
0.
S. 336.
a
,
O.
a. a.
a.
a,
O.
O.
S.
S. 319.
S.
nr. 3.
188. nr. 24.
.''37.
carpi.
Der kleine IMittelhandstrecker.
O. S. 93.
O.
Musculus quintus
nr.
7.
'
153
Beschreibung der Flügelniuskelu der Vügel.
Sehne von der inneren Fläche nach aussen
iligt
am oberen
sich
^'orsp^unge hinter
um und
en-
dem Eindrucke
des Mitlelhandkoochens, der das Rudiment des Daunien-
vom
niittelhandknochens
übrigen Theile des Mittelhand-
knochcns trennt.
Bei C'orvus Corone und C. glandarius
vom
entspringt
entwickelt,
ist
er stark
zweiten und dritten Fünftel
der inneren Fläche der UIna
und verläuft übrigens wie
beim Adler.
Deim Papagei entspringt er von der unteren Hälfte
der inneren Ellenbogenröhrenfläche; übrigens verhält er
ganz wie beim Adler.
sich
Bei der Taube entspringt der Muskel nur
vom
vier-
und fünften Fünftel der inneren Ellenbogenfläche. Seine starke Sehne setzt sich an den äusseren Vorsprung des
ten
oberen Gelenktheiles des grossen Miltelhandknochens.
Beim Huhne entspringt
er wie beim Adler; er setzt
den äusseren Rand des Zeigefingermittelhand-
sich an
dem Radius zunächst
knochcns, der
Beim
springt
Stratisse ist der
vom
lie'i
unteren Drittel der inneren Fläche der UIna.
der Trappe
Bei Fulica atra
er
liegt.
Muskel ansehnlich und ent-
entspringt
nur
Taube.
Muskel sehr verkümmert,
er wie bei der
ist
ist
dieser
vom
letzten Fünftel der inneren Flä-
che der Lina, schlägt sich im Handgelenke nach aussen
um
und
,
setzt
sich
an den vorderen äusseren Hucker
des Zeigefingermitlelhandknocbens an,
Einschnitte,
der diesen
also
hinter
dem
vom Daumenmittclhandknochen
trennt
Ik-iiii
Pinguin
ist
er blo» sehnig.
iinliren Theile der inneren
Er entspringt vom
Fläche der JJlna, dicht über
der (jelcnkkapsel des Handgelenkes, verläuft an der in-
neren l'läche des Speicheniuiltelhandknochens
hier aber nicht an diesen
,
setzt sich
Knochen, sondern an den obe-
ren und inneren 1'heil der ersten Zeigeiingergliedes.
154
Beschreibung der Fliigelniuskeln der Vögel.
Dieser Muskel streckt die Mittelhand , scheint sie
aber zugleich nach innen oder unten zu ziehen, und in
dieser Hinsicht Antagonist des vorigen zu seyn.
35) Langer Beuger der Handwurzel
')
(Flexor carpi
longus).
Innerer Ellenbogenmuskel, Ellenbogenbeuger (Fle-
xor carpi ulnaris Meck.
et
Tied).
Beim Adler, Falco Buleo und F. Tinnunculus entspringt er vom inneren Rande des inneren Gelenkknorrens des Oberarmes,
unter allen von hier entspringenden Muskeln am meisten nach unten. Er geht an der
inneren Fläche der UIna herab, bleibt seinem grössten
Theile
nach längs
der
oberen
drei
Viertel
der Ulna
den hinteren Theil des inneren Vorsprunges des HandvvurzelknoEtwa vom Anfange
chens, der mit der UIna articujirt
seines nnleren Drittels trennt sich von ihm eine schmale
fleischig.
setzt sich an
Seine starke Sehne
Sehne , die am unteren Rande der grö.sseren verläuft
und sich an dieselbe Stelle ansetzt. Ueber den Ulnarhandwurzelknochen setzt sich die Sehne noch fort bis
an den inneren Rand des kleinen oder UlnarmittelhandVon seinem fleischigen Theile trennt sie ein,
namentlich bei Falco Buteo starker, Muskelbauch, der
knochens.
den Regierer der Arnischwingen (4) bildet.
Bei C'orvus Corone und C. glandarius entspringt er
von der hinteren Fläche des inneren Gelenkknorrens des
1) Sieno,
O. S. 337. nr. 4
a. a.
Vkq-dAzyr, 1773
Merrein,
a.
a.
O.
S
,
Cuvier, a
Ticdemann
Heusinger,
Kleckel,
O.
a
,
a
573.
S. 155.
(nach der Zeichnung).
IViedcmann a. a O.
nr.
6
S. 92.
(?).
cubital interne.
Der Ausdehner des Armes
Der lange Ellenbogenbeuger.
S. 287.
a.
O.
S. 320. 5.
a. a.
O
S. 169.
nr
ö.
S. 336.
Le
6
nr.
Flexor carpi ulnaris.
26.
155
Beschreibung der Flügelmuskeln der Vögel.
Oberarmes sehnig, wird dann unter
dem Ellenbogenge-
lonke fleischig, und bleibt es bis unter die Mitte der Ulna.
Die kleine äussere Portion trennt sich schon da, wo der
Muskel anfängt fleischig zu werden. Seine Sehne theilt
sich im Handwurzelgelenke in zwei Zipfel, von denen
der äussere sich an den äusseren kleineren, der innere
sich an den äusseren Rand des grosseren inne-
Zipfel
ren Handwurzelknochens setzt.
Beim Papagei
bleibt
er fast bis
zum unteren Ende
der Lina fleischig.
Bei der Taube bleibt er bis zu seinem Ansatzpunkte
und es sondert
fleischig,
sich hier keine kleinere
Seh-
ne ab.
Auch beim Huhne
fleischig.
F.r
sohwingen
(4)
bleibt er bis zu
inneren freien Vorsprunges
des
seinem Ansätze
auch hier den Regierer der Armab und setzt sich an den vorderen Rand
giebt
des Ulnarhandwurzel-
knochens.
Beim
Stra\isse
setzt
er
sich
an den Handwurzel-
knochen, der vor der Ulna liegt.
Bei der Trappe ist der Muskel wie beim Adler.
Bei
Fulica
alra
ist
der Muskel
Es
schwach.
hier aber der ihn bedeckende Theil der Fascia des
derarmes,
Aon welcher der Muskel
nr,
.39
ist
Vor-
entspringt,
Es entspringt dieser verdickte
Theil der Fascia vom inneren Oberarniknorren und er
iheils
aelzt sich iheils an den Ulnarhandwurzelknochen
stark sehnenartig verdickt.
,
,
über
diesen
hinau.sgchend
an
den
Ulnarmittelhand-
knochen.
Beim Pinguin
nieish'n
ist
nach unten
er blos sehnig,
annPK, geht am hinleren
netzt
sich
am
Rande der Ulna herab und
an den oberen Rand des platten Ulnarhand-
»urzelkiiiichenN.
Kl
er entspringt
\on der inneren Fläche des Ober-
heii^'l
die
Hand.
156
Beschreibung der Flügelmuskeln der Vögel.
36 J Kurzer Beuger der Mittelliand
'
)
(Flexor meta-
carpi brevis).
Bei Faico Buleo und F. Tinnunculus entspringt er
von der äusseren Fläche des untersten Theiles der ülna,
ist innig mit dem Beuger des kleinen Fingers (48) verdass die Sehnen beider Muskeln von
doch so,
gebt,
Die Sehne unseres Muskels
einander gelrennt sind.
setzt
sich an die äussere Fläche des Ulnarniitlelhandknochens
fast
zum unteren Ende desselben
bis
Aehnlich
herab.
verhält er sich beim Adler.
Bei Corvus Corone und C. glandarius
ist der Musindem bei beiden Vögeln
vom äusseren kleineren Handwurzelknochen schwache
Muskelfasern zum inneren Vorsprunge am hinteren äus-
kel nur schwach angedeutet,
seren Rande des Ulnarniitlelhandknochens herübergehen.
Sehr deutlich
springt
vom
Psiltacus erilhacus,
bei
der
äusseren
ent-
Fläche der
über dem Beuger des kleinen Fingers (48),
hinten über das Handwurzelgelenk und
UIna
dicht
geht
schräg
setzt sich
er
ist
unleren Theile
an die hintere und innere Leiste
am
oberen
Ende des Ulnarniitlelhandknochens.
Bei der Taube
den ganzen
ist er ungemein stark und geht an
Rand des Ulnarniitlelhandknochens
freien
und zugleich an den Ulnarrand des kleinen Fingers.
Beim Huhne
er ebenfalls deutlich, er giebt
ist
den
Regierer der Handschwingen (5) ab und setzt sich be-
1)
Aldrovandi ,
Sieiio,
a.
a
a. a.
S. 577.
seur de los du nietacarpe.
Tiedemann,
Heusinger,
Meikei,
a. a.
a. a.
a. a.
O.
O.
O.
S. 320.
S. 190.
S. S35.
carpi.
nr. 1 (?).
0. 1773.
a. a.
Muse, postremus
O. S. 66.
O. S. 337.
Vicij-dAzyr,
nr. 6.
nr. 27.
nr. 4.
3
(?).
Le court
nechis-
157
Beschreibung der Flügelmuskeln der Viigel.
sonders an die äussere Leisle des hinteren oder freien
Kandes des Ulnarniittelhandi<nochens.
Beim Slrausse entspringt er ebenfalls von der äusseren Fläche des unteren üelenkcheiles der Ulna und
setzt sich fleischig theils an den Ulnarhandwurzelknochen, theils an die innere Leisle an der hinteren Fläche
Er schickt an seinem unSehnen zu den Handschwingen ab.
Bei der Trappe und Fulica atra entspringt der Mus-
des Ulnarmittelhandknochens.
teren Theile
von der äusseren Fläche des unteren Ge-
kel ebenfalls
lenktheiles der Ulna, geht an das erste Viertel des hin-
Randes des Ulnarmittelhandknochens.
Beim Pinguin entspringt ein verhältnissmässig sehr
starker Muskel sehnig von der äusseren Fläche des un-
teren oder freien
wird dann fleischig,
teren Gelenklheiies der Ulna,
deutend breit und setzt
sich so
be-
an den Ulnarrand des
Mittelhandknochens.
Er beugt die Uand
kräftig.
Fingermuskeln,
/*')
Lange Fingernmskeln.
o)
37) Der lange gemeinschaftliche Fingerstrecker') (Extensor digitoruin coniiiiunis longus).
Bei Faico Albicilla und F. Buteo entspringt er von
der äusseren Fläche des äusseren Gelenkknorrens des
Oberarmes; verbunden mit dem Supinalor (27) er wird
;
bald
ten Drittels der
Muikel gebt
1)
•'
in eine
licq.tAzyr,
— — —
nr. 4.
Wttrrem, a
b.
Wieätmatin,
beujer.
zum Anfange des zweignnzen Länge der Speiche. Der schlanke
und bleibt es
fleischig
dünne Sehne über, die anfangs zwi-
a. a.
Le
bis
O. 1773. S. 574. nr.
flechi.'jNeur
O. 8. 157. nr. 10.
a. a.
O. S. 91.
1.
Le hing
ladial
de lappendix.
IJer grosse Daunu-nanlcgcr.
Der zweiscliwänxige
Danniiii-
158
Beschreibung der Flügelniuskeln der Vögel.
sehen Speiche und Ellenbogenröhre verlauft, dann über
die äussere Fläche
des unteren Gelenktheiles der Ulna
Rinne, «ie die übrigen hier verlaufen-
in einer eigenen
den Muskeln von einer Scheide umgeben,
Am
des
ersten Fünftel
Mittelhandknochens giebt
vorn und innen ab,
Rand des
hinweggeht.
äusseren Randes des grösseren
eine
sie
dünne Sehne nach
die sich an den äusseren hinteren
ersten Daumengliedes setzt.
Der stärkere Theil
der Sehne verläuft längs des äusseren Randes des grösseren Mittelhandknochens, kreuzt sich auf der Mitte dieses
Randes mit der Sehne des langen Streckers des Zei-
gefingers
so
(38).
dass
unter dieser hinweggeht;
er
am
Fingergelenke schlägt er sich nach innen
und endigt sich am vorderen oder oberen Vorsprun-
endlich
um
ge des ersten Gliedes des Zeigefingers. Rei Faico Tinnunculus bleibt er bis unter die Mitte der Speiche fleisonst verhält er sich ganz wie beim Adler.
schig,
Bei C'orvus C'orone und C. glandarius entspringt er
dicht über
dem Supinator
von ihm.
Seine Sehne geht über die vordere Fläche
(27)
und etwas nach aussen
unteren Gelenkfortsatzes der Ulna,
des
ebenfalls an
Daumen und
Beim Papagei
und
setzt sich
Zeigefinger.
bleibt er bis unter die Mitte der Spei-
che fleischig, sonst bietet er keine Verschiedenheiten dar.
Bei der Taube
Beim Hahne
ist
der Muskel sehr klein und schwach.
bleibt
er
bis
zum
zweiten Drittels der Speiche fleischig
setzt
sich
Cuvier,
unteren Ende des
Seine kurze Sehne
an die hintere äussere Leiste des Daumens,
a.
O. S. 29^.
a.
Tiedemann,
a.
a.
Der gemeinschaftliche Abzieher.
nr. 6.
Fle.\ur communis poili-
O.
S. 323.
O.
S. 196.
cis et digiti secundi.
Heusinger,
Mecket,
strecker.
a.
a. a.
a.
O.
S. 343.
nr.
nr. 87.
1.
Daumen- und
Zeigelinger-
Beschreibung der Fliigelmuskeln der Vögel.
159
und weit stärkere mitten an den oberen Theil
des vorderen Randes des ersten Zeigefingergliedes.
Bei dem von mir untersuchten Exemplare des zweidie lange
zehigen Strausses fehlte die kurze Sehne für den Dau-
men
Es geht hier aber an den hinteren inDaumens eine Sehne vom langen
Fingerbeuger (40). Die starke Sehne des Muskels ging
blos an den Zeigefinger.
Bei der Trappe und Fulica atra ist er wie beim
gänzlich.
neren Vorsprung des
Adler.
Beim Pinguin entspringt der Muskel von der äusOberarmes, und zwar
vom unteren Tbeile desselben jedoch unter den von
diesem Theile entspringenden Muskeln am meisten nach
oben; er geht sehnig zwischen Radius und Ulna herab,
seren Fläche des Gelcnktheiles des
,
theilt
auf der Mitte der äusseren Fläche der Mit-
sich
in zwei Sehnen, von denen die untere
schon auf der Mittelhand mit der Sehne des folgenden
Muskels oder des eigenen langen Streckers des Zeigefin-
telhandknochen
die obere Sehne geht nach dem Speichenrande des ersten Zeigefingergliedes und setzt sich
gers verschmilzt
;
hier an.
Er
streckt den
Daumen und
Zeigefinger und zieht
ergleren zugleich gegen den letzteren.
Der eigene lange Strecker des Zeigefingers')
38)
(Extensor indicis proprius longus).
Bei
Faico Albicilla,
F.
vom zweiten
entupringt er
nurrandes der Speiche und
1; Sleno,
a a. O. S. S36.
Virii-dAiyr, 1773. S. 574.
Citeier,
l-'in^rr«
(?).
a
a.
O. S. 292.
Buteo und
bis
ist
nr.
F.
Tinnunculus
vierten Fünftel des Ul-
halb
gefiedert.
Seine
5.
nr. 2.
Le
radial grdle.
Der üusaere Anzieher des zweiten
Beschreibung der Fliigelmuskeln der Vögel.
ITiO
Sehne geht über
die vordere Fläche des unteren Gelenk-
theiles der Ulna,
dann auf der Mitte des äusseren Ran-
des des Speichenmittelhandknochens über die Sehne des
vorigen Muskels hinweg, nimmt hier die Sehne eines
kleinen Muskels auf,
vom
der
äusseren Rande des un-
teren Gelenktheiles der Speiche entspringt und von Heiisiitger (a. a.
O. S. 193.
nr.
36) „Hülfsmuskel des äusse-
ren Streckers des ersten und zweiten Gliedes des zweiten
Fingers" genannt wird. Im ersten Gelenke des Zeigegeht nun die Sehne schräg nach der iNIitte der
vorderen Fläche des ersten Zeigefingergliedes und an
dieser herab zum Anfange des zweiten Gliedes, an desfingers
sen vorderen Rand
enthält die
sie
sich
Bei Faico Buteo
ansetzt.
Sehne auf dem ersten Fingergelenke
ein klei-
nes Sesambein.
Bei Corvus Corone und C. glandarius ist Ursprung
nnd Ansatz wie beim Adler, nur findet sich der Hülfsmuskel nicht.
Beim Papagei ist er stark, entspringt zwar nicht
ganz so hoch oben als beim Adler, aber dagegen auch
zum
tiefer fast bis
unteren
Ende der Speiche
herab.
Bei der Taube verhält er sich wie beim Adler.
Beim Huhne entspringt
Fünftel des Ulnarrandes
vom
er
dritten
der Speiche;
und vierten
der Hülfsnmskel
von der äusseren Fläche des Anfanges des ZeigefingerEr setzt sich auch hier an das zweite
tiiittelhandknochens.
Glied des Zeigefingers.
Beim zweizehigen Strausse
entspringt
der
eigene
Strecker des Zeigefingers von den unteren zwei Dritteln
Tiedemnnn
a
,
a.
O. S. 322.
5.
Der Strecker des
fisteii
und
zweiten Gliedes des zweiten Fingers.
Heusinger, a. a. O. S 193. nr. 35. Der äussere oder hintere Strecker des ersten und zweiten Gliedes des zweiten Fingers
;
un
rf
lUeckcl,
nr. 36.
a.
a.
Der Hülfsmuskel des äusseren Streckers.
O.
S. 34*.
nr. 2.
161
Besclireibung der Fliigelmuskelii der Vögel.
des Ulnarrandes der Speiche, schlügt sich am Handgelenke nach aussen, ninunt hier Muskelfasern auf zunächst
von der äusseren Fläche des oberen Gelenk(heiles des
Speicheninitlelhandknochens, dann von dessen vorderem
Itande, tiefer unten noch
vom
mittleren Drittel der äus-
seren Fläche des Speichenmittelhandknochens.
sich
Er
setzt
auch hier an den vorderen Rand des zweiten Glie-
des des Zeijjefingers.
Bei der Trappe und Fulica atra
ist
der Muskel sonst
ganz wie beim Adler, nur konnte ich bei letzterer den
kleinen Hülfsmuskel nicht finden.
Beim
entspringt
l'inguin
setzen
aber gleich
.sich
vom
er fleischig
Viertel des Ulnarrandes der Speiche,
dritten
die Fleischfasern
an eine Sehne an,
an der
die
äusseren Fläiiie des Handgelenkes sich mit der des
kels nr.
indem
kreuzt,
.33
sie unter dieser
Mus-
hinweggeht.
Auf der Mitte der äusseren Fläche der Mittelhand nimmt
sie den unteren Zipfel der Sehne des vorigen Muskels
auf, geht an der äusseren Fläche des ersten Zeigefinger-
gliedes dicht unter seinem Speichenrande
chenrand des zweiten Gliedes, an das
an den Spei-
sie sich ansetzt.
Dieser Muskel streckt das zweite Glied des Zeigefingers.
39^ Der oberflächliche lange t'ingerbeuger Slecheh ')
Flexor digitornm superficialis Aleck.).
(
Bei Faico Alhiciila und F. Buteo entspringt er vom
mittleren Drittel der inneren Fläche einer Faserhaut,
welche
inneren Gelenkknorren des Oberarmes ent-
\oiii
1) .4ldroeau<li
Sieno,
a.
a.
tie ijui
Mtrrtm
O. S. 66.
Muse, secund. carpi
(?;.
S. 836. S (»).
1773.
S. 57i. 5.
L'extenseur grile de
li«u de duigt.
tifiil
iltckeh
a. a.
,
O.
l'icii-dAiyr,
,
a. a.
.\tc\\i\
f.
O.
S.
157. 8 (?!).
Der Fingerspanner.
Anat. u. l'hys. 1829.
H
la par-
Beschrei'bung der Fliigelniuskehi der Vogel.
162
springt,
längs der inneren Fläche der Ulna zur
Hand-
wurzel herabgeht, sich aber kurz vorher in zwei Zipfel
von denen der kürzeste sich an den oberen
spaltet,
Rand des Ulnnrbandwurzelknochens, nach innen von
ner Gelenkverbindung mit der Ulna,
ansetzt;
sei-
der län-
gere zweite aber über den Handwurzelknochen hinweg
unteren Rande des Ulnarmittelhandknochens geht,
zum
an dessen Mitte er sich anzusetzen scheint. Diese Faserhaut ist wohl am richtigsten für die hier verdickte
da sie unmittelbar in diese übergeht.
Bei F. Tinnunculus entspringt dieser Muskel von den
unteren zwei Dritteln der verdickten Fascia, welche den
Fascia zu halten,
Muskel ganz verdeckt. Bei allen drei Falkenarten geht
die Sehne des Muskels in einer eigenen Rinne über den
Vorsprung des Ulnarhandvvurzelknochens, dann geht sie
herüber zum oberen und inneren Rande des Mittelhandknochens für den Zeigefinger, schlägt sich dann im ersten Gelenke des Zeigefingers nach innen und vorn um
setzt sich mitten zwischen beiden oberen seitlichen
Gelenkvorsprüngen an die vordere Seite des ersten Gliedes des Zeigefingers. Bei F. Tinnunculus setzt er sich
an das untere Ende des inneren und vorderen Randes
und
des ersten Zeigefingergliedes.
Bei Corvus Corone und C. glandarius ist er wie
beim Adler und setzt sich an die stark entwickelte Leiste am Anfange der vorderen Fläche des ersten Zeigefingergliedes.
Beim Papagei und
bis
zum zweiten
Wiedemann,
der
Taube
setzt sich seine
Gliede des Zeigefingers
a. a.
O.
S. 91.
Sehne
fort.
Der obere oder lange
Mittel-
handbeuger.
Cuvier,
a. a.
O. S. 291.
Der
.Anzieher
de.s
ersten Fingergliedes
Heusinger, a. a. O. S. 191. nr. 32. Der vordere Strecker des
und zweiten Gliedes des zweiten Fingers.
ersten
Meckel,
a.
a.
0.
S. 346. 8.
163
Beschreibung der Fliigelmuskeln der Vögel.
Sehne unten wieder fleischig
mit der Sehne des kurzen Streckers
Beim Huhne wird
und vereinigt sich
die
des Zeigeiingers (46).
IJeim Siraiisse
handen
(vgl.
ist
nur ein langer Fingerbeuger vor-
nr. 40).
Bei der Trappe und Fulica atra entspringt der Muskel wie
heim Adler,
den Anfang,
erslerer setzt er sich aber an
bei
bei letzterer
dagegen an das untere Ende
des ersten Zeigcfingergliedes.
Beim Pinguin entspringt
des Oberarmes dicht über
mit
lauft
dem
(35),
diesem parallel dicht über ihm und ihn zum
an der inneren Fläche der Ulna, dicht
Theil bedeckend
über
er von der inneren Fläche
dem Handvvurzelbeuger
Rande derselben, geht dann über den
hinteren
Linarhan(l\Nurzelknochen an seiner inneren Fläche dicht
unter seinem vorderen
Rande, dann schräg vom oberen
Theile des Ulnarmittelhandknochens
Speichenmiltelhandknochens,
zum
kreuzt sich
unteren des
hier
mit der
Sehne des folgenden Muskels (40) unter ihr weggehend,
läuft dann in geringer Entfernung vom vorderen Rande
des ersten Zeigefingergliedes an dessen inneren Fläche
herab und setzt sich an den Anfang des zweiten Gliedes.
V,r beugt den Zeigefinger und zieht ihn zugleich
nach innen.
40)
Der tiefe lange Fingerbeuger') (Flexor
rum profundus Aleck. ).
digito-
Bei Faico Albicilla und F. Buteo entspringt er etwa
vom zweiten
l)
bis vierten Achtel
Aldrmandi,
Sieno,
a. a.
lir,i-dAz,jT,
H'i'demann,
O.
a.
a.
O. S. 66.
S. 836.
der inneren Fläche der
Musculus
rjuartu.s carpi.
1.
1778. S. 575!. 4 (?).
a.
a.
O.
S. 92.
I>er Strecker ile« jLueiten
Hrrgliedea.
11'
l'iii-
164
Beschreibung der Flügelmuskeln der Vogel.
Ulna und wird bald sehnig. An der inneren Fläche des
unteren Gelenkkopfes der Ulna liegt seine Sehne zwischen der des vorhergehenden Muskels (39) und der des
Anziehers der Mittelhand (nr. 34). Sie schläft sich dann
über den inneren Vorsprung des Mittelhandknochens weg,
verläuft am inneten und oberen Rande des grösseren
Mittelhandknochens und des ersten Gliedes des Zeigefingers und setzt sich innen und oben an das zweite
Glied des Zeigefingers.
Bei Falco Tinnunculus entspringt er wie beim Ad-
ausserdem aber auch noch vom ersten Viertel des
Hier wird der Muskel erst
ler,
unteren Randes der Ulna.
am Anfange
des letzten Viertels der Ulna sehnig.
Bei Corvus Corone und C. glandarius ist der Muskel stark, er entspringt mit zwei Köpfen, die durch die
Ansatzfläche des kurzen Beugers des Vorderarmes (28)
dem
getrennt sind, mit
einen Kopfe
vom
ersten Viertel
der inneren Fläche der Ulna, mit dem andern vom Anfange des hinteren oder freien Randes der Ulna. Beide
Köpfe vereinigen sich bald, der Muskel bleibt bis unter
die Mitte der Ulna fleischig und verhält sich in Verlauf und Ansatz der Sehne wie beim Adler.
Beim Papagei ist er ebenfalls slark und entspringt
wie bei Corvus Corone mit zwei Köpfen, die durch den
aber hier
kurzen Vorderarmbeuger (28) getrennt sind
von der ganzen oberen Hälfte der inneren Fläche der
,
Ulna.
Bei der Taube
Cuvier,
0.
a. a.
ist er
S. 292.
wie beim Adler.
Der innere Anzieher des zweiten
Fingers.
Tiedemann,
a. a.
O. S. 322. nr.
3.
Der Strecker des zwei-
ten und dritten Gliedes des zweiten Fingers.
Heusinger,
des
a.
a.
O. S. 192. nr. 33.
Daumens und zweiten
Mtckel,
a.
a.
O.
Der vordere Strecker
Gliedes des zweiten Fingers.
S. 347.
nr. 4.
165
Beschreibung der Flügelniuskeln der Vögel.
Beim Huhne entspringt er vom zweiten bis sechsten Achtel der inneren Fläche und des Speichenrandes
der Ülna. Die sehr dicke Sehne ist längs der inneren
Fläche des Zeigefingerniittelhandknochens
Er
verknöchert.
an den Anfang des zweiten Gliedes des Zeigefingers vorn und innen an.
setzt sich ebenfalls
Beim Sirausse entspringt der
alleinige
lange Fin-
gerbeuger von der ganzen inneren Fläche der Ulna,
halbgefiedert,
stark,
giebt an
der inneren Seite
ist
des
Handgelenkes eine Sehne an den hinteren inneren Vorsprung des Daumens ab (was um so interessanter ist,
da der gemeinschaftliche lange Fingerstrecker (37) beim
Strausse keine Sehne für den Daumen abgieht).
Die
stärkere Sehne geht an der inneren Fläche des Speichenmittelhandknochens und des ersten Zeigefingergliedes herab
und
setzt sich mit
dem
grösslen Theile sei-
ner Sehne an den inneren vorderen Vorsprung des zweiten Gliedes; ein
schwacher Theil derselben geht an das
oder Nagelglied.
drille
Bei der Trappe, wo sich der Muskel im Uebrigen wie
beim Adler verhält, enthält die Sehne längs dem grossen
Mittelhandknochen einen länglichen dünnen Knochen.
Bei Fulica atra
springt
ist
\om zweiten
der Muskel sehr stark, er enl-
bis
sechsten Achtel
Fläche der Lina; im Uebrigen
ist
der
inneren
er wie beim Adler.
Beim Pinguin entspringt er von den beiden einander zugekehrten Rändern der V'orderarinknochen sehnig,
doch Hchcinen unter der Sehne auch schwache MuskelfaHcrn an ihn zu treten.
de« Spciclie
lierah
und
,
Er geht an der inneren Fläche
iltelhandknochens in einer H.iclien Furche
ebenso über das erste und zweite Zeigefingerglied
an dem unleren Ende des letzteren an.
setzt «ich
Kr
zieht
das zweite Glied
«« etwa«; denn in bedeiilcndein
Kung der Finger
nicht
nach innen und beugl
Grade scheint die Beu
Stau zu linden.
166
Beschreibung der Flügelmuskeln der Vögel.
i)
Kurze Muskeln der Finger.
Des Daumens.
«)
41) Der äussere Daumenstrecker Wiedemanns') (Extensor pollicis externus Wied.).
Bei Faico Albicilla, F. Buteo und F. Tinnunculus
der äusseren Fläche des Fortsatzes
enispringt er von
für den
Daumen vom Mittelhandknochen.
Er geht sich
an den vorderen oder Speichenrand des Daumens und setzt sich au die daselbst beschnell verschniälernd
findliche Leiste.
Bei Corvus glandarius fand ich ihn nicht.
Beim Papagei, der Taube und dem Hulme
ist
er
sehr schön.
Beim Strausse entspringen zwei kurze Muskeln des
Daumens von
des
der äusseren Fläche, die beide dicht nean das zweite Glied
einander verlaufen und sich
ben
Daumens
setzen.
Der vordere
enispringt höher,
und
zwar vom Speichenhandwurzelknochen der hintere von
der äusseren Fläche des Daumenmitlelhandknochens.
Bei der Trappe und Fulica atra ist er wie beim
,
Adler.
Beim Pinguin
er
fehlt
natürlich,
da der
Daumen
fehlt.
Er
1)
Daumen und
streckt den
Vicq-dAzyr, 1773.
S. 576.
1
zieht ihn
(?).
nach aussen.
L'extenseur de
l'ap-
pendix.
Merrem,
O.
S. 157.
a,
a.
O. S. 93.
a.
a,
O.
a.
a.
nr. 9.
Der kleine Daumenaus-
strecker.
Wiedemann
,
Tiedemann,
S. 321.
Der äussere Daumenstrecker.
nr. 2.
Der kurze Daumen-
strecker.
Heminger,
MecM,
a.
a. a.
a.
O.
O. S. 190. nr. 29.
S. 348.
nr. 1.
167
Besclireibung der Flügetmuskeln der Vögel.
42) Der innere Danmenstrecker JFiedemanns
tensor pollicis internus
Bei Falro Albicilla,
entspringt
der Muskel
F.
')
(Ex-
IVied.).
Buleo und F. Tinnunculiis
von der Sehne des ersten Spei-
chenslreckers (31) etwa
halben Zoll über ihrem
einen
Ansalze an den Daumenvorsprung des iVIittelhandknochens.
Der Muskel ist doppelt. Der eine entspringt fleider Sehne an der angegebenen Stelle, der
schig von
andere sehnig gleich unter dem ersten.
Beide gehen an
der inneren Seile des Daumeniuittelhandknochens weg.
Der
fleischig entsprungene erste Muskel lauft unten in
Sehne aus, der zweite sehnig entsprungene bleibt
an seinen Ansalzpunkt fleischig und unigiebt die Seh-
eine
bis
Beide setzen sich an die innere Seile
ne des ersleren.
der Leiste
am
oberen oder Speichenrande des Daumens.
Bei Corpus glandarius
ist
nur ein einfacher Muskel
vorhanden, der fleischig von der Sehne des ersten Spei-
und sich an den inneren obe-
chenslreckers entspringt
Daumens setzt.
Beim Papagei und der Taube ist
ren A'orsprung des
er ganz wie
beim
Adler.
Beim Huhne
Adler, nur
ist
ist
die
Anordnung ähnlich wie beim
mehr langgestreckt, indem
der Muskel
er sich an die ganze innere Fläche des ersten
Daumen-
fleischig ansetzt und auch noch Sehnenfasern
zum NageigHede zu schicken scheint.
gliedes
Beim Strausse fehlt der Muskel.
Bei der Trappe geht der eine Muskel vom vorderen Rande des ersten Daumcngliedes noch bis zum zweiten Glicde.
1 )
U'iritrmann
.
a.
a.
O.
S. 93.
Tiedrmann, a.a O. S Sil.
Ilru$inf(er, a. a. O.
Merkel, a
a.
O.
S.
nr. 1.
190.
S. .S49.
nr.
Der innere Daumenstrerker.
Der lange DauniciislrerUer.
nr. 9«.
S
168
Flügelmuskeln der Vögel.
Besclii'eibuiig der
Bei Fulica alra
der Muskel einfach,
ist
bleibt
an die Mille des ersten Daiimengliedes fleischig und
sich an den Speichenrand des Nagelgliedes.
Er
bis
setzt
fehlt beitii Pinguin.
Daumen und
Dieser Muskel streckt den
zieht ihn
zugleich nach innen.
43) Der Anzieher des
ductor pollicis
Beim Adler
mit
dem
Daumens Wicdemanns') (Ad-
Wied.).
entspringt der
Muskel mit zwei Köpfen
einen von der inneren Fläche des Daumenvor-
dem andern von dem
sprunges, mit
des Mittelhandknochens.
Er
inneren Vorsprunge
setzt sich an
den inneren
und hinteren Vorsprung am oberen Gelenktheile des
Daumens.
Bei Falco Bufeo und F. TInnunculus ist der Muskel
nur einfach und entspringt von der inneren Fläche des
Miltelhandknochens zwischen dem inneren Vorsprunge
und dem Daumenvorsprunge.
Bei Corvus glandarius fand ich ihn
Beim Papagei
nicht.
vom
inneren Vorvon der Sehnenscheide des über diesen Vorsprung hinweggehenden langen tiefen Fingerbeugers (40), zum kleinen Theil auch
von der inneren Fläche des Daumenvorsprunges der Mittelhand , doch sind diese Ursprünge nicht so gesondert,
entspringt er theils
sprunge des Miltelhandknochens,
theils
dass sie als besondere Köpfe betrachtet werden könnten.
Er setzt sich auch hier an den inneren hinteren
Vorsprung des Daumens.
1)
Wiedemann ,
Tiedemann
,
«ärtszieher des
Heusinger,
Meckel,
a.
a. a.
a. a.
O.
0.
S. 94.
Der Anzieher des Daumens.
Der Anzieher oder Ein-
S. 325.
nr. 9.
S. 191.
nr. 31.
Daumens
a.
a.
a.
O.
O.
S 349.
nr. 4.
169
Beschreibung der Fliigelmuskeln der Vögel.
Bei der Taube und
dem Huhne
entspringt der
Mus-
Köpfe nicht getrennt.
Beim Sirausse entspringt der Anzieher des Daumens von der inneren Fläche des SpeichenhandwurzelEr setzt sich hier an den vorderen inneren
knochens.
kel wie beim Adler, nur sind die
Vorsprung des ersten Daumengliedes.
Bei der Trappe ist er wie bei der Taube.
Bei Fulica atra
nur der Theil fleischig, der von
ist
der inneren Fläche des Daunienmittelhandknochens kommt
an den inneren und vorderen Höcker
Ausserdem findet sich bei diesem Vogel
eine Seiine, die theils Fortsetzung des Ulnarhandwurzelbeugers ist, theils von dem Ulnarmittelhandknochen
kommt. Diese setzt sich an den inneren hinteren Höcker des ersten Daumengliedes und scheint die zu starke
dieser
des
sich
setzt
Daumens
Bewegung nach aussen zu beschränken.
Beim Pinguin fehlt er.
Er zieht den Daumen nach innen und
scheint ihn
etwas zu beugen.
44) Beuger des
Daumens') (Flexor
pollicis).
Bei Falco Albicilla und F. Buteo entspringt vom
vorderen Bande des .Mittelhandknochens für den Zeigefinger
ein
ziemlich
starker
Muskel,
vorn an den hinteren Band des
Tinnunculus ist er schwächer.
Auch
bei
C'orvus
der gerade
Daumens
geht.
nach
Bei F.
Corone und C. glandarius ist er
vom Anfange des vorderen Ban-
schwach, entspringt nur
1)
Vicq-rl
hyr,
1773. S. 577. nr. 2.
I.e court flechisseur
de
ld|i)»'iulix.
Mtrrem, a
H'Udemann,
Tiedemann
Iltutinifrr,
Alerid,
a.
a. a.
a. a.
,
a.
a
Der kleine Datinienanleger.
Der Daiimenbeuger.
0. S. 15R. nr. 11.
a.
O. S. 94.
O.
a.
O.
O.
S
S. 324.
S.
nr. H.
191. ^r. SO.
Si'J.
nr. 5.
170
Beschreibung der Flügelniuskeln der Vögel.
des des Zeigefingermittelhandknochens, steigt aber nach
vorn und unten weiter herab.
Beim Papagei ist er starli und setzt sich an die
ganze Länge des hinteren Daumenrandes.
Bei der Taube entspringt er, ähnlich wie bei Corvus Corone, höher als beim Adler vom vorderen Rande
des Mittelhandknochens für den Zeigefinger,
geht aber
weiter nach vorn und unten herab, so das er auch hier
das untere Ende des hinteren Daumenrandes erreicht.
Beim Huhne setzt er sich an den ganzen hinteren
Rand des ersten Daumengliedes fleischig an, und scheint
auch Sehnenfasern zum Nagelgliede abzugeben.
Beim Strausse entspringt der Beuger des Daumens
vom ersten Viertel des vorderen oder Speichenrandes
des Mittelbandknochens für den Zeigefinger und setzt
sich an die obere Hälfte des hinteren oder Ulnarrandes
des ersten Daumengliedes.
Bei der Trappe und Fulica atra
ist
er wie bei Falco
Tinnunculus.
Beim Pinguin fehlt er.
Er beugt den Daumen kräftig, das
ihn gegen den Mittelhandknochen.
heisst, er zieht
ß) Kurze Muskeln des Zeigefingers.
45) Der Anzieher des Zeigefingers
')
(Adductor pha-
langis primae indicis).
Bei Falco Albicilla, F. Buteo und F. Tinnunculus
vom inneren Vorsprunge des Mittelhandkno-
entspringt
1)
Sieno
,
O.
S
337. 3
a. a.
O.
S. 94,
a. a.
Wiedemann
,
(1).
Der Strecker des ersten Fin-
gergliedes.
Tiedemann ,
a. a.
O. S. 322. nr. 4.
des des zweiten Fingers.
Heminger,
a.
a.
Merkel,
a.
O.
a.
O. S. 193.
S. 350.
nr. 34.
nr. 8.
Strecker des ersten Glie-
171
Beschreibung der Klügelmuskeln der Vögel.
zum Ende des
chens bis
ersten Drittels der inneren Flä-
che des grösseren !\Iittelhandknochens ein Muskel, dessen Sehne
am
oheren und inneren Rande des grossen
oder des Mitlelhandknochens für den Zeigefinger ver-
und
lauft
sich
an
oberen Vorsprung des
den inneren
ersten Gliedes des Zeigefingers setzt.
Bei Corvus C'orone setzt er sieh an das zweite Glied
des Zeigefingers.
Beim Papagei entspringt
am oberen
er
vom inneren Vorsprunge
dem
Theile des iMittelhandknochens und von
ganzen inneren und vorderen Hände des Mitlelhandknochens für den Zeigefinger als ein halhgefiederter
Am
kel.
die
ersten Gelenke
Sehne nach aussen
Mus-
des Zeigefingers schlägt sich
um und
setzt
an den An-
sich
fang der hier schwach entwickelten Leiste auf der vorderen Fläche des ersten Zeigefingergliedes.
Hei der Taube entspringt er von den oberen drei
A
der inneren Fläche des Mitlelhandknochens für
ierteln
den Zeigefinger und bleibt fleischig bis zu seinem An-
an den inneren und hinteren Vorsprung des er-
.satze
sten Zeigelingergüedes.
Beim Huhne
er
ist
stark, entspringt
und
verläuft
ganz wie beim Adler.
Beim Sirausse entspringt der Anzieher des Zeigeebenfalls \on dem schwach angedeuteten Vor-
fingers
sprunge an der inneren Fläche des Mitlelhandknochens;
den vorderen
Kopf konunt etwa von der Mitte
Randes des Speichenmitlelhandknochens.
Kr
an den vorderen
ein
zweiler kleinerer
sr-lzl
oberen
ren
üich
(iclerikllieiles
Bei der Trap]ie
ist
Bei Fulica aira
entspringt
I
inneren \ orsprung des
des ersten Zeigefingergliedes.
er
ganz wie beim Adler.
er
ebenfalls
locker des Millelhandknochens
Banrie
deH Speichenmitlelhandknochens.
zu Keinem Ansalze lieischig:
er
vom
inne-
und vom vorderen
endigt
F,r
sich
bleibt
am
bis
ersten
172
Beschreibung der Flügelmuskeln der
Gliede des Zeigefingers und zwar
am
Viigel.
vorderen inneren
Höcker des oberen Gelenktheiles.
Beim Pinguin fehlt er.
Er zieht den Zeigefinger nach innen und
streckt
ihn zugleich etwas.
46)
Der Abzieher des
Zeigefingers
'
)
(Abductor pha-
langis secundae indicis).
Beim Adler und Faico Buteo
entspringt er an der
äusseren Fläche der Mittelhand von der oberen Hälfte
der einander zugekehrten Ränder der beiden Mittelhand-
knochen, jedoch weiter herab von dem des UlnarmittelSeine Sehne verläuft längs des unteren
handknochens.
Theiles des hinteren Randes des Speiclienmiltelhandkno-
chens und von da anfangs an der hinteren Fläche des
am äusseren Rande desselben , und setzt sich an den äusseren und oberen Rand des zweiten Gliedes des Zeigefingers.
ersten Zeigefingergliedes, weiter unten
Bei Falco Tinnunculus enthält seine Sehne unten
einen kleinen runden Knochen.
Bei Corvus Corone
Beim Papagei
ist
ist
er ganz wie beim Adler.
er ziemlich stark
entwickelt
und
entspringt von den oberen drei Vierteln der Mittelhand-
knochen.
Bei der Taube entspringt und verläuft er wie beim
Adler.
Beim Huhne
setzt
sich seine
den Anfang des zweiten Gliedes,
a. a. O. S. 337. 4
Vicq-d'Azyr, 1773. S. 577. 5
Tiedemann, a. a. O. S. 325.
1) Steno,
(?).
(?).
nr.
L'interosscux anterior.
10.
handmuskel.
Heuiinger,
a. a.
Meckel,
a.
a.
O.
O. S. 197. nr. 39.
S. 350.
Sehne zum Theil an
geht sie an sei-
theils
nr. 6.
Der äussere
Mittcl-
173
Beschreibung der Fliigelmuskeln der Vögel.
nem äasseren Rande
bis
zur Spitze desselben Gliedes
des Zeigefingers.
Beim Strausse entspringt
er
an der äusseren Flä-
che der iMIttelliand vorn oberen Drittel des Ulnarrandes
des Speichenmittelhandknociiens und von den oberen drei
Vierteln des Speichenrandes des Ulnarmitteliiandknochens.
Er
setzt
sich
an den vorderen Hand des dritten
hier
Gliedes des Zeigefingers.
Bei der Trappe und Fulica aira
ist
wie beim
er
Adler.
Beim Pinguin fand ich ihn nicht.
Er zieht das zweite Glied des Zeigefingers nach
aussen.
47)
Der Beuger des Zeigefingers') (Flexor
indicis).
Beim Adler und Falco Buteo entspringt von der
neren Fläche der Mittelhand oben,
knochen verwachsen sind,
wo
in-
beide Mittelhand-
weiter unten
vom vorderen
Rande des kleineren und von der inneren
Fl.nche
grö.ssercn Mittelhandknochens ein Muskel, dessen
des
dünne
anfangs am vorderen Rande des kleineren oder
Llnarmittelhandknochens herabläuft, dann sich nach ausI^ehne
sen wendet,
am
hinteren
Rande des
am
gliedes herabliiuft und sich
ersten Zeigefinger-
hinteren Vorsprunge des
oberen Gclenktheiles des zweiten Gliedes des Zeigefingers endigt.
tere
Bei Falco Tinnunculus geht die Sehne an das unEnde des hinteren Randes des zweiten Zeigefin-
gergliedes.
1;
Sieno,
a.
a.
0.
S. 338.
Titdemann, a.a.O.
nr. 5 (?).
S. 825. nr.
11.
niueki-l.
Ilrutin/^er, a. a.
Mtcktl,
a. a.
0.
O.
S. 197.
S. 350.
nr.
nr. 40.
7
Der innere
Mittclliuml-
174
Beschreibung der Flügelmuskeln der Vögel.
Auch
bei
Corvus C'orone geht die Sehne bis an die
äusserste Spitze des zweiten Fingergliedes und setzt sich
hier
am Ulnarrande
an.
Dasselbe findet beim Papagei
Statt.
Der Muskel
ihm stark und entspringt an der inneren Fläche der Mittelhand von der ganzen Länge der einander zugekehrten Ränder beider Mittelhandknochen.
ist
bei
er wie
beim Adler, beim Huhne
entspringt
der Benger des Zeigefin-
Bei der Taube
ist
wie beim Papagei.
Beim Strausse
gers von den oberen
der einander zuge-
drei Vierteln
kehrten Ränder der Mitfelhandknochen, an der inneren
Fläche der Mittelhand nnd geht zwischen beiden
be-
weglich mit einander verbundenen unteren Gelenktheilen der Mittelhandknochen durch, und
am
hinteren
Rande
des ersten Zeigefingergliedes herab zu demselben Rande
des zweiten Gliedes.
Bei der Trappe
ist
er wie
beim Adler.
Bei Fulica atra entspringt er von der ganzen
Län-
ge der einander zugekehrten Ränder der Mittelhandknochen, läuft anfangs am hinteren Rande, dann an der
äusseren Fläche des ersten Zeigefingergliedes herab und
setzt sich
an den Ulnarrand des zweiten Gliedes.
Beim Pinguin
entspringt
der Muskel an der inne-
ren Fläche der Mittelhand von den beiden einander zu-
gekehrten Rändern der Mittelhandknochen ^
geht schon
nach aussen, dann an der
äusseren Fläche zwischen Zeigefinger und kleinem Finger bis zur Spitze des zweiten Gliedes des Zeigefingers.
in der Mitte der Mittelhand
Er wird gleich am Ursprünge sehnig.
Er beugt den Zeigefinger, das
gegen den kleinen Finger.
heisst, er zieht ihn
Beschreibung der Flügelmuskeln der Vögel.
175
Kurzer Muskel des kleinen Fingers.
3')
48) Der Beuger des kleinen Fingers
' )
(
Flexor
di-
niinimi).
giti
Bei Falco Albicilla, F. Buteo und F. Tinnunciilus
er vom äusseren Rande des unteren Gelenk-
entspringt
UIna sehnig, trennt sich aber bald in zwei
Der äussere Bauch niniuit Muskelfasern von dem äusseren freien Rande des Ulnarniittelhandknochens auf, der innere bekommt Fasern von der
hinteren Fläche und dem hinteren Rande desselben Mittelhandknochens. Beide Bäuche vereinigen sich und gehen mit ihrer gemeinschaftlichen Sehne an den hinteren
und unteren Vorsprung des kleinen Fingers.
Bei Corvus C'orone und C. glandarius konnte ich
theiles der
fleischige
Bauche.
ihn nicht finden.
Beim Papagei
ist
er
sehr deutlich.
Er entspringt
von der äussere'n Fläche des unleren Gelenktheiles der
Lina, geht an die äussere und stärkere der hinteren
Leisten am oberen Theile des Ulnarniitlelhandknochens
und nirinnt von hier noch Fasern auf Er setzt sich an
den Anfang des Ulnarrandes des kleinen Fingers.
Bei der Taulie ist dieser Muskel innig mit dem
kurzen Beuger der .Mittelhand (36) verwebt.
—
Ausser
ihm findet sich ein zweiler kleinerer, der vom unteren
Rande des Ulnarmiltelhandknochens entspringt und sich
ebenfalls an den L'lnarrand des kleinen Fingers setzt.
1; Sieno,
a
0. S. 337.
a.
Vicii-dAiyr,
a. a.
2
nr.
(?).
O. 1773. S. 577. 4
(?).
Le
eourt tlechis-
«eur du doigt.
Mrrrem, a.
Titdemann,
a.
Der Anzieher des Finger».
nr. 7.
Der Heugeniuskel des
0. S. 157. nr. 7.
a. a.
O.
S. 324.
dritten Fingers.
Htutingtr,
Mtrkil,
a.
a. n.
a.
O.
O. S. 196.
S. 351.
nr. 88.
nr. 9.
176
Beschreibung der Fliigelniuskeln der Vögel.
Beim Huhne
entspringt er vorzüglich von der ganzen inneren Leiste des hinteren Randes des Ulnarmittelhandknochens, doch nimmt er auch Fleischfasern auf,
die von der äusseren Fläche des unteren Theiles der
Ulna kommen. Er setzt sich auch hier an den Ulnar-
rand des kleinen Fingers.
Beim Strausse
ist
er sehr stark.
vom ganzen Speichenrande
Er entspringt hier
des Ulnarmittelhandknochens
setzt sich an den Ulnarrand des kleinen Fingers.
Ausser diesem Muskel erhält beim Strausse der
kleine Finger noch einen besonderen Strecker oder An-
und
zieher (49).
Er entspringt sehnig von der inneren Fläche
des Ligamentum carpi volare und scheint auch
vom
Ul-
narhandwurzelknochen Sehnenfasern zu bekommen. Der
Muskel ist klein und schwach. Er setzt sich an den
vorderen und inneren Vorsprung des ersten Gliedes des
kleinen Fingers, den er nach innen und zugleich gegen
den Zeigefinger zu ziehen, also zu strecken scheint.
Bei der Trappe ist der Muskel wie beim Adler;
bei Fulica atra wie beim Papagei.
Beim Pinguin
entspringt von
der
inneren Fläche
des Ulnarmittelhandknochens, und zwar vom ersten Drittel derselben fleischig ein verhältnissmässig starker Musder zu
kel,
dem Anfange des Ulnarrandes
des kleinen
Er wird in der Mitte seines Verlaufes
Ausserdem
Die Sehne ist rund und stark.
sehnig.
geht beim Pinguin eine Sehne längs des hinteren Randes des Ulnarhandwurzelknochens zum Anfange des hinFingers geht.
teren
—
Randes des kleinen Fingers.
Dieser Muskel beugt den kleinen Finger, das
er entfernt ihn
vom
etwas nach aussen.
heisst,
Zeigefinger und zieht ihn zugleich
lieber die
177
Augen des Maikäfers.
\m.
Ueber die Augen des Maikäfers.
Nachtrag zur früheren Abhandlung über die Augen der Insekten.
Vom
Johannes
Dr.
Muelle r
,
Professor zu Bonn.
(Nebst Kupfertafel V.
Fig. 3.)
tStrau» Dürckkeim hat in seiner prachtvollen Anatomie
des Maikäfers
ar/ici/les,
l'analomie descriplive du
1828. 4.
)
generale)
Coiis iderat ions
(
comparee des animaiix
siir
Vanatomie
auxquelles on a Joint
Mehlontha
vulgaris.
auch einige anatomische Bemerkungen
den Bau der Augen
bei
Pari»
über
den Insekten mitgelheilt, wel-
che freilich sehr unvollständig
nauigkeit und Ausführlichkeit,
stände in diesem classischen
sind
womit
Werke
und mit der GeGegen-
die übrigen
behandelt werden,
Der Verfasser theilt zuerst seine
Beobachtungen über die Augen der Daphnien mit, die
er bereits in seiner Monographie dieser Gattung (Menicht übereinstimmen.
du nmsee d'histoire naturelle T. 5) bekannt gemacht hat. Das Auge besteht, wie nach meinen ßeobHchtungen an Monoculus opus, Gammariis pulex und
der Wallfischlaiis, aus einem Haufen von kegelförmigen
welche mit ihren Spitzen in dunkleg
Krystallkiirpern
nioires
,
Pigment eingesenkt sind, mit ihren runden Köpfen aber
neben einander frei hervorragen, und von einer geineintchafllichin nicht farettirlen
Von den
Hornhaut überwölbt
sind.
In.sekten gieht der Verfasser nur die Zer-
gliederung des .Auges
vom Maikäfer.
ähnliche Krjslallkiirper (Cristallins),
Er beschreibt hier
die aber in unge-
heurer Anzahl zu einer zusammenhängenden Schichte ver-
bunden «cjen;
weitere
er betrachtet diese
Kniwickniung und
Organe nur
\ ervielfachung
für eine
einer
einfa-
cheren Bildung, wie sie den Dajihnien zukommt.
Ilier-
Mtcttlt Archir
f.
Anat. u. l'hyH. 1829.
12
Heber die Augen des Maikäfers.
178
nach
man
sollte
die
beschriebenen
käfer
von Sfraiis Diirckheim beim MaiKrystallkörperchen
für
dieselben
welche ich früher und neulichst wieder
an den zusammengesetzten Augen der Krebse und Insekten beschrieben, durchsichtige Kegel, welche hinter
Theile halten,
den Facetten der Hornhaut
liegen, in ihrer
Achse ganz
durchsichtig,
aber an ihren
Wänden von Pigment
kleidet sind.
Dafür
auch nach Straus Diirck-
hielt sie
be-
heims Beschreibung F. van der Hoeven in seiner an
anatomischem Detail sehr reichen Zoologie: Haudboek
der Dierhmde of Grondheginseh der iiahiiirlijke geschie-
Te Rollerdum 1828. S. 187.
im Herbst 1828 zu Berdas eben erschienene Werk von Slraits, besonders
denis van het dierenrik.
Auch
lin
die
ich glaubte dieses, als ich
Kupfertafeln ansichtig wurde.
später
dieses
Darstellung
merkte ich
Werk
hier
am Ort
vom Auge näher
erst,
Nachdem
ich
aber
und
die
untersuchen konnte,
be-
verglichen
dass diese Darstellung sehr unbestimmt
ist,
dass Sfrai/s mit Unrecht die prismatischen Facet-
ten
der Hornhaut Krystallkörper nennt
slallkörpern der
scheinlich
perchen,
die
Daplmien
eigentlichen
vergleicht,
und den Kryund dass er wahr-
kegelförmigen
Krystallkör-
welche beim Maikäfer wie gewöhnlich hinter
den Facetten der Hornhaut liegen, nicht gekannt hat.
Er beschreibt seine Cristalliiis als sechsseitige Prismen
oder Abtheilungen der Cornea von 0,00003 m. Dicke
und 0,00007 m. Länge und convexer vorderer wie hinDieses sind in der That nichts anderes als
terer Fläche.
was man gewöhnlich Facetten der Hornhaut nennt. Dennoch könnte die folgende Stelle glauben machen, dass
Straus die durchsichtigen kegelförmigen Körperchen
hinter den Facetten der Hornhaut wenigstens als eine
Schichte der Hornhaut vorgekommen seyen, „LesCrislallins sollt formes d'une substance moins dure qiie le
-
reste des tegumens,
surtout vers l'interieur de f'orbite
179
Ueber die Augen des Maikäfers.
composes de plusieurs lames non fihreuses , paralleles aux l/ases; fen ai compte de cinq u six que
j'ai pu delacher; mais il serait possi&le , qu'il y en
ils »ottl
eilt
UH plus grand nombre.
tive des
auimaux
Si
siiperieurs ,
et
l'inslar
les
de la conjouc-
tegumens passeiit sur
cet cristalliiis, en se moulunt sur etix, la cotiche exte-
rieure doit elre regardee
comme appartenant propre-
ment au let.^^
Die Fasern des Sehnerven endigen sich nach Straus
hinter jenen Abtheilangen jede an einer birnförniigen
welche vorn so breit als die entspre-
Anschwellung,
chende Facette
an ihren
sind
Diese birnförniigen Anschwellungen
ist.
Wänden
mit Pigment bekleidet.
Siraus
näher untersucht zu haben, und es
bleibt daher zweifelhaft, ob er in ihnen die durchsichWie dem aber sey,
tigen Körperchen übersehen hat.
gesteht,
Straus
sie
ist
gangen;
nicht
das Wichtigste bei seiner Untersuchung ent-
in
der That hatte er mit einem Mikroskop von
nur acht Durchmesser Vcrgrösserung, die durchsichtigen
kegelförmigen Körperchen im Auge des Maikäfers entdecken können. Ich werde diese Theile nun beschreiben, wie ich sie ganz kürzlich wiederholt bei UnterHiichung des
Auges von Melolontha vulgaris gesehen
habe.
Nimmt man
bei
einem Maikäfer,
welcher
einige
Hornhaut vom Auge
weg, so bleibt an ihrer hinteren Fläche ein Ueberzug
welcher an den den Facetten entsprechenden
sitzen,
Zeit in \\ eingeist gelegen hat, die
Stellen durchKichlig,
len
in
aber undiircliüichtig
WaNKCr
sich
leicht
tnen
harten
orter
(ho wenig
den netzförmigen Zwisclionstelist.
Dieser Ueberzug lässt in
mit einer Nadel
hinleren
sitzt
von der \ullkoni-
Fläche der Hornhaut
er fest)
.MeKKerNpilze abwischen.
abkratzen,
mit der Hiickst-ile
einer
Das Abgewischte besteht aus
zerbröckelten Aggregaten der durchsichtigen Kegel, wel-
12*
180
Ueber die Augen des Maikäfers.
che als eine Schichte die hintere Fläche der Hornhaut
die um etwas dicker ist als die Hornhaut
denn ihre Dicke verhält sich zur Breite der Fa-
überziehen,
selbst;
cetten an
der hinteren Fläche der Hornhaut fast wie
Höhe
3:1,
die Dicke oder
in der
Dicke der Hornhaut verhält
der Facetten wie 7
:
man
Zerbröckelt
der prismatischen Facetten
sich aber zur Breite
3.
diese Aggregate in
dem Schälchen
oder Uhrglas des Mikroskops noch weiter,
Menge
sich eine
kann
so
lösen
der durchsichtigen Kegel ab, und
man
wie bei den übrigen Insekten, einzeln unSie sind vollkommen
ter dem Mikroskop betrachten.
durchsichtig , und daher unter dem Mikroskop nur
sie,
durch
ihre
Ränder oder Umrisse erkennbar;
vollkommen kegelförmig, an dem einen
an dem andern spitz, und fast dreimal so
scharfen
sie sind ferner
Ende
platt,
lang als an der vorderen Fläche oder Basis
ist
gerade so gross
Facetten.
Ob
ihre
als die Breite
breit.
Diese
der entsprechenden
Seitenwände wie
die
Wände
der
habe ich nicht
unterscheiden können. Das Mikroskop zeigt nichts von
Ecken. Bei ihrer Aggregation zu einem Ueberzug der
Cornea sind sie an ihren Seitenwänden von demselben
violettbraunen Pigment bekleidet, welches zwischen den
prismatischen Facetten sechseckig sind,
Die letzteren treten
an die Spitzen jener durchsichtigen Kegel ohne alle
Anschwellung. Also zwischen den prismatischen Facetten der Hornhaut und den Enden der Fasern des Sehnerven liegt eine Schichte vollkommen durchsichtiger
Fasern des Sehnerven herabsteigt.
kegelförmiger Krystallkörperchen. Ich habe diese Theil-
chen an einem Frauenhofer - Utschneiderschen Mikroskop,
welches das naturhistorische Seminar zu Bonn als ein
höchst kostbares Geschenk höheren Ortes erhalten hat,
mikrometrisch gemessen.
Das
Mittel mehrerer
Messungen ergab für die Breite
181
Heber die Augen des Maikäfers,
Her kegelförmigen Krystallkörperchen , an ihrer Büsis,
wo sie an der hinteren Fläche der prismatischen Hornhautabtheilungen ansitzen,
=
0,00095,
ihre
Länge
=
0,00273 eines Pariser Zolles.
Man sollte sich bei mikroskopischen Gegenständen
immer der mikrometrischen Messungen
sich
nicht
bei
bedienen
der höchst unzuverlässigen
und
Angabe der
Vergrösserungen durch das Mikroskop in den AbbildunDenn man musste sich doch überzeu-
gen begnügen.
gen, dass die Angaben von dem Vergrösserungsvermö-
gen der Linsen in den Mikroskopen auf keiner erfahrungsmässigen Basis beruhen und die übertriebensten
Bestimmungen enthalten. Es begegnet Einem bei den
dass Linsen,
vortrefflichsten Instrumenten,
welche der
Angabe des Optikers nach etwa 16mal im Durchmes-
dem Augenscheine nach in der
fier vergrössern sollen,
That kaum 5mal vergrössern.
In Fig. A habe ich die durchsichtigen Theile des
Anges vom Maikäfer mit Rücksicht auf ihre gegenseitigen Grössenverhältnisse abgebildet.
a. Prismatische Abtheilungen oder Facetten der Hornhaut.
b
Verhältniss der
hältniss der
Länge zur
durchmesser
Basis
c.
Länge zur Breite
=
7:3.
Durchsichtige kegelförmige Krystallkörperchen. Ver-
=
Breite
= 0,00273,
=
3:1.
Längen-
Breitendurchmesscr der
0,00095.
Fasern des Sehnerven.
Fig.
B
Man
sieht aus allem
einzelne durchsichtige Kegel.
des Maikäfers sich
Vorhergehenden, dass das Auge
durch nichts von
doiii allgemeinen
von mir beschriebenen Bau der zusammengesetzten fa-
cettirten
Augen der Insekten und Krebse
unterscheidet.
182
Ueber den sichtbaren Kreislauf des Blutes
in
IX.
Ueber den sichtbaren Kreislauf des Blutes in der
Leber der jungen Salamanderlarven.
Vom
Dr. Johannes
Mueller,
Prof. zu Bonn.
man noch fast niemals
den Kreislauf des Blutes beobachten liönnen; am ailerJ.n undurchsichtigen Theilen hat
venigsten
weide.
in
Wie
einem parenchymatösen drüsigen Eingehöchst wichtig könnte eine solche Beob-
achtung an der Leber werden, wo ausser einem System
von absondernden Kanälen oder ausser der eigentlichen
Drüsensubstanz noch eine dreifache Ordnung der Blutgefässe herrscht.
Diese Beobachtung habe ich für un-
möglich gehalten;
aber ein glücklicher Zufall hat mir
Gelegenheit gegeben, an einem Thiere in allen undurchsichtigen
Theilen mit einer zusammengesetzten Loupe
den Kreislauf so schön und deutlich beol)achlen zu können, wie es sonst mit dem zusammengesetzten Mikro-
skop an durchsichtigen Theilen immer müglich ist. Die
durchsichtigen Theile, welche bei Anwendung des zusammengesetzten Mikroskopes hierzu dienen konnten und
noch dienen können, sind die Schwimmhaut der Frösche, der Schwanz der Froschlarven, die
Lungen der
Frösche, Salamander und Eidechsen, die Fledermausflügel, das Mesenterium der Säugethiere, die Harnblase
des Frosches, das bebrütete Hühnchen, die ganz jungen
Fischchen, die Kiemen des Proteus, der Salamanderlar-
ven und der ganz jungen Krötenlarven
endlich einige
durchsichtige Wirbellose, wie Naidcn, Hirudo vulgaris,
,
Crustaceen und In.sekten.
Bei allen diesen Thieren lehrt
Beobachtung, dass es vielerlei Dinge, wovon die
Pathologen so lange Zeit einen hypothetischen Gebrauch
gemacht haben, nicht giebt, z. B. freie Endigungen der
die
Blutgefässe, aushauchende resorbirende
Enden und man-
183
der Leber der jungen Salamanderlarven.
cherlei andere Arten der Kapillargefässe
,
vasa lympha-
und
und ohne den
so wohlfeilen Augenschein des iMikroskopes meinen lässt.
dass
Die Beobachlung lehrt an allen jenen Theilen
tico-arteriosa, Ijinphatico-venosa, lymphatico- serosa
was
sich
sonst noch ohne Beobachtung
,
Ululgefässe niemals frei endigen, sondern dass alle
fei-
nen Zweige Her Arterien durch netzförmige Verbindun-
gen unmittelbar in feine ^'enen übergehen. Sieht man
nun diese Netze and keine freien Enden der Blutgefässe
zwischen den beiden Blättern des Mesenteriums
ner serösen Haut,
so
weiss
allerdings,
als ei-
dass der
und offene Gefässenden abge-
seröse Dunst ohne freie
sondert wird,
man
wenn man
nicht die Verkehrtheiten der
Meinungen der Erfahrung des Augenscheins vorzieht.
Aber damit jene wichtige Erfahrung allgemein geltend
würde, wäre nöthig, dass der Kreislauf auch auf undurchsichtigen Theilen, auf parenchymatö.sen Organen
beobachtet werden könnte.
Dieses ist bei den Larven
der Wassersalaiiiander S. e.vigiia Laur. et S. plulicaiida
Aub. vollkunmien möglich , und zwar bei den Thierwie sie im Monat Mai vorkommen, wo sie etwa
d.
chcn,
16 Linien Lange messen.
Man kann sich hier bei alOrganen überzeugen, dass es von den fünf Arten von
Endigungen einer Arterie, die Haller ') den Meinungen
Keiner Zeit gemäss annahm, keine einzige giebt, ausser
dem Lebergange einer Arterie in eine Vene, dass in
jedem Organe nur netzförmige Uebergänge der Arterien
in Venen beobachtet werden und zwar solche Verbinlen
dungen, welche wirklich Blutmolecule, deutlich sichtbare und einzeln unlerscheidbare Blulkügelchen führen.
Am
herrlichsten und wichtigsten ist aber «las Schauspiel,
welches der Lauf des Blutes in der Leber bei den jun-
1
1
Klenitnt.
(iliyiiial.
lilir.
II
<)
iä. cct
184
Ueber den sichtbaren Kreislauf des Blutes
in
Dieses will ich nun
gen Wassersalainandern gewährt.
beschreiben.
Im Mai
dieses Jahres,
als
ich
junge Salamander-
larven während des Lebens untersuchte, ward ich beim
OeiFnen der Unterleibshöhle sehr überrascht, da ich über
die ganz dünne und abgeplattete
Leber ein starkes Ge-
dem ich mit blossen Augen eine
wellenförmige Bewegung des Blutes bemerkte. Ich sah
diese Bewegung auch in den venösen Aesten
welche
fäss
hingehen sah,
in
,
dieses
Gefäss auf der Oberfläche der Leber aufnahm.
Wie ward
ich aber erst überrascht, als ich diese Theile
hei auffallendem Sonnenschein mit einer dreifachen
pe betrachtete;
in
Lou-
sah hier die Bewegung des Blutes
ich
den feinsten Gefässrinnen auf der Oberfläche der Le-
ber, in Hinnen, welche nur ein Blutkügelchen fassten,
ich sah alle einzelnen Blutkügelchen deutlich und geson-
kurzum
dert durch die feinsten Rinnen vorüberströmen;
der Kreislauf des Blutes war hier so deutlich, ja noch
Loupe
deutlicher mit einer dreifach zusammengesetzten
sichtbar, als er sonst bei ansehnlicher Vergrösserung in
durchsichtigen Theilen erkennbar
Das auf
ist.
der rechten Seile über die Oberfläche der
Leber verlaufende starke Gefäss ist die untere Hohlvene; von der Wirbelsäule wendet sie sich gegen einen
Zipfel der Leber, erreicht an diesem die Oberfläche der
Leber und
Später bei
mehr
ist
sie
ist
ist
es
nicht
beim erwachsenen Salamander
mehr auf der Oberfläche der Leber
rend des Verlaufs
die
eingegraben.
so; dann ist die Hohlvene von der Lebersubstanz
überwölbt, und
nicht
derselben ganz seicht
in
dem erwachsenen Salamander
in
sichtbar.
Wäh-
der Oberfläche der Leber nimmt
Hohlvene sichtbar das Blut der Lebervenen auf, welvon beiden Seiten in der
che unter spit/.en Winkeln
ganzen Länge des Gcfässes, so weit es
substanz liegt, einmünden.
in der
Leber-
der Leber der jungen Salamanderlarven.
An
ber
die untere Fläche der
tritt
ein
verzweigt
anderer Gefässstaiiim
sich
185
ganz platten dünnen Leaufsteigend,
dieser
entgegengesetzter Richtung vollstän-
in
dig an der unteren Fläche; er
ist
Auch
die Pfortader.
umgekehrte Bewegung
von den Släninten bis in die feinsten Kinnen sichtbar.
Die Substanz der Leber ist sehr zart und ganz
hellgelb, wie Doltersuhstanz, sie besteht aus langgezogenen cylinderförmigen und stuinpfgeendigten Theilchen
an der unteren Fläche
oder Acini,
derliegen;
welche
in vielfacher
sind
ragen nicht
aber
frei
mit den
befinden
Blinddärnichen
weniger deutlich
viel
ähnlichen
als
Hühn-
diese und
empor.
Die Bewegung des Blutes
halben
Richtung dnrcheinan-
der Leber des behrüteten
an
Elenientartheilen
chens,
die
diese langgezogenen Acini haben einige ent-
Aehnlichkeit
fernte
ist
ist
nun folgende.
Allent-
sich zwischen den lläutchen der läng-
lichen Acini feine
Strömchen,
in
denen einzelne Blul-
sammeln
sich
zu grösseren, diese wieder in stärkere, und endlich
tritt
roolecule voriiberrinnen;
diese Strönichen
das venöse Släminchen unter spitzem Winkel aufwärts
von der Seite in die Hohlvene. Solche Stämmchen der
Leber\enen ergiessen
ten in den mittleren
ihr Blut zahlreich
von beiden Sei-
über die Leber weggehenden Ve-
nenstainni.
Das .Merkwürdigste und Ueberraschendsle
ist,
dass
die Molecule oder Blutkügelchen, einzeln deutlich sichtbar,
ohne sichtbare Ciefässe zwischen den Häufchen der
lünglichen Acini und zwischen den Acini selbst hinströ-
men, indem
sie von
dem ]{ande der Leber und aus der
Tiefe von den l'forladerzweigen allenthalben hervorkom-
men, während die I'fortaderzweige in entgegengesetzter
Kichhing an der unteren Fläche der ganz dünnen und
platten Leber ihr Blut in gleiche Rinnen ergiessen. Jeder,
welcher dieües Hellene Schauspiel
in
einem
drüiii-
180
lieber den sichtbaren Kreislauf des Blutes in
gen Organe zuerst
sieht,
sollte
strömen ohine Gefüsswünde nnr
glauben,
in
die Molecule
Hinnen oder in den
Zwischenräumen der langgezogenen Acini. Doch ist dieses nicht meine Meinung, denn viele andere Untersuchungen, besonders an feinen Injectionspräparaten haben mich
gelehrt, dass die feinsten Strömchen des Blutes auch
in drüsigen Organen
wenn nicht eine häutige Wand,
doch verdichteten ßildungsstott' zur Grenze haben. So
werden in den INieren die stärkeren gewundenen Harnkanäle der Rindensubstanz von einem Netze der feinsten
Blutgefässchen allenthalben umsponnen.
Aber so viel
ist gewiss, und davon kann sich jeder an der Salamanderlarve überzeugen
die Blutkügelchen circuliren zwischen den Aci'iu und kommen überall aus ihren Zwischenräumen hervor.
Am interessantesten sind die Strömchen dicht am
Rande; denn hier sind sie am kleinsten und kommen
unmittelbar von der unteren Fläche aus den ähnlichen
Rinnen der Pfortader her. In den kleinsten Slrünichen
iliessen die Molecule einzeln hinter einander und zwar
Da es nun keine feiin Zwischenräumen, nicht dicht.
nere Blutgefässe giebt als solche, in welchen Blutkügelchen einzeln fliessen, wie die Beobachtung in allen an,
,
dern Theilen des Salamanders lehrt
die
,
so hat
man
hier
vollkommenste Anschauung von dem Kreislauf des
Blutes in der Leber.
Als interessante Punkte der Beobachtung hebe ich
noch folgende hervor:
1) Das Blut fliesst in der Hohlvene wie in allen Rinnen der Lebervenen stossweise und zwar isochronisch mit der C'oniraction des A entrikels.
2)
Die Hohlvene verändert bei der stossweisen Beihren Durchmesser so wenig
wegung des Blutes
als die Pfortader.
.3)
Ein Unterschied der Farbe des Blutes
in
der Hohl-
der Leber der jungen Salamanderlarven,
vene und
in
der Pfortader
weder im Stamm
187
nicht zu bemerken,
ist
den Aesten der Leber-
noeii in
venen und Pfortaderzweige.
Nachdem ich diese herrliche Erscheinung zum ersten
Mal gesehen wiederliolte ich die Beobachtung öfter in
Gegenwart von Zeugen. Herr Professor Kilian, Herr
ür. Kaufmann und mein Freund Herr Prof Piigge ha,
ben die Bewegung des Blutes in der Leber der jungen
Salamanderlarve so gesehen, wie ich es eben beschrieben habe.
Die Larven, welche
am
ich
geeignetsten fand, mas-
vom Kopf bi.s
zum Schw anzende 15 Lin. Rh. ich hatte sie in der Hälfte
des Mai eingefangen; sie dürfen eher noch etwas stär8en
vom Kopf
bis
zum
After 74 Lin.
,
,
Uebrigens sind nicht
ker als jünger und zarter seyn.
An
alle gleich geeignet.
jeder wird
Beobachtung belohnt finden
kräftige
gewährt die deutlichste Einsicht
Larven wird
frischen
Um
man
sich durch die
aber nur die recht lebens-
,
immer
sich
;
unter 4 bis 5
eine solche finden.
die Thierchen ruhig zu erhalten, schnitt ich
Schwanz
ond Beine mit der tScheere ab, wobei kein Blutverlust
Statt fand ; dennoch konnte ich einige Mal den Kreislauf sehr lange und einmal fast eine ganze Stunde lang
beobachten.
So wie
in
der Leber,
so
ist
bei den
jungen Sala-
zusammenLoupe der Kreislauf des Blutes zu beobach-
nianderhirven fast in allen Theiicn mit der
gesel/len
wie
ten,
des
B. auf
z.
L^nterleibs,
dem Üainikanalc,
vorzüglich
schön
welche imter der Leber hervorragt.
lieht
man
die Hlutkiigelchen
in allen
Theilen
auf der Gallenblase,
In
allen
Theilen
den feinsten Gefässcn,
welche bloH ein Kügelcben fassen, einzeln deutlich aus
den Arterien durch netzfiirniige Anastomosen unmittelbar
in
feine
in
Venen übergehen.
Die feinsten Striimchen
auf der Gallenblase »ind gerade so gross, wie die fein-
188
Heber den sichtbaren Kreislauf des Blutes in
Rinnen auf der Oberfläche der Leber. Durchgängig bewegte sich das Blut in den übrigen Theilen etwas rascher als in der Leber, auch in der Pfortader
um ein weniges rascher als in den Lebervenen, daher
sten
denn auch der Lauf des ßlutes
sten aufhört.
Am
der Leber
in
interessantesten
am
ehe-
die Vergleichung
ist
der Gallenblase mit der Leber selbst;
denn hier kann
Zweige der Gallenblase mit den zuführenden Zweigen der Pfortader vergleichen, wobei wenig Unterschied in der Blutbewegung bemerkbar ist.
Man sieht auch arteriöse Zweige gegen die Leber gehen, aber die meisten gehören eben nur der Gallen-
man
die arteriösen
blase an.
Zur Untersuchung bedient man
einer zusamwomit man die
Theile von der Sonne beleuchtet untersucht. Die zusammengesetzten Mikroskope gewöhnlicher Art, auch
sich
mengesetzten Loupe aus drei Linsen,
die besten, taugen hierzu nicht, weil sie keine hinrei-
chende Beleuchtung von oben zulassen. Nur für Untersuchung durchsichtiger Theile sind diese Instrumente
Ein dem naturhistorischen Seminar zu
recht geeignet.
Bonn gehöriges kostbares Mikroskop von Fraueiihofer,
das ich oft für andere Zwecke, besonders zu mikrometrischen
Messungen benutzt habe,
genwärtigen Zweck
kleine Mikroskope,
ander stehen,
die
fast
leistet für
gar nichts.
unsern ge-
Indessen giebt es
wobei die Linsen dicht hinter eineine massige Vergrösserung haben
und wobei gerade nur undurchsichtige Gegenstände vorauf der Oberfläche untersucht werden können.
Ausser einem zusammengesetzten grösseren Instrument
besitze ich ein kleines Mikroskop letzterer Art von Bautrefflich
mann
in Stuttgart,
das mir die vortrettlichsten Dienste
und das auch den Kreislauf des Blutes
beim Salamander herrlich beobachten lässt. Doch reicht,
wie gesagt, eine Loupe mit drei Linsen vollkonmien aus.
geleistet
hat
der Leber der jungen Salamanderlarven.
189
Nor müssen die Theile immer gehörig befeuciitet seyn
ich legte den verstümmelten Rumpf nach weggeschnittenen Bauchdecken in ein Uhrglas mit Wasser.
So
be-
der Salamanderlarve gar keiner durchsich-
darf es bei
tiger Theile,
soodern
man kann durch
blosse Beleuch-
oben in jedem Theile den Uebergang der
Arterien in A enen durch netzförmige Verbindungen so
deutlich sehen , dass sich jedes Blutkügelchen deutlich
tung
bis
von
in
die
Stämme
verfolgen
lässt.
Diess rührt gröss-
tentheils daher, neil die Blutkügelchen des
absolut
so ausseiordentlich
gross sind
,
Salamanders
indem man
sie
12mal grösser als die des Menschen schätzt; es rührt
aber auch daher, dass die Theile bei der jungen Salamanderlarve noch so äusserst zart und auf der Ober-
denn bei dem erwachsenen
weder in der Leber noch in einem andern undurchsichtigen Eingeweide etwas der Art
beobachten. Die Leber selbst ist daher nicht mehr hellgelb, sondern schuarzbräunlich gefärbt, and es ist keine Spur eines Strömchens mehr an ihr zu bemerken.
IJa die Leberlappen der Frösche und Kröten sehr platt
sind und einen dünnen Band haben, so hatte ich schon
früher sehr oft versucht, ob sich bei jüngeren und äl-
fläche durchscheioend sind
Salamander
lässt
;
sich
teren Fröschen und Kröten der Kreislauf des Blutes
Kande der Leber beobachten
lasse.
am
Ich habe diese Beob-
achtungen bei auffallendem und durchscheinendem Ta-
und Sonnenschein wiederholt, bin aber hierbei
gekommen, denn ich habe durchaus nichts Bestimmtes unterscheiden können. Ich kann
mich daher nicht genug über das glückliche Resultat,
geslicht
zu gar keinem Beguilat
uelrhpH (iruil/tuuf'/i ) aus einer ähnlichen inikroskopi«chen üniervuchüog erhalten haben will, und über seine
'
l)
S.
Beitrüg« xur I'hyuiognoai« und Kaulogniiiie
m.
München
1312.
190
Ueber den sichtbaren Kreislauf des Blutes
SO überaus deutliche Abbildung
wundern.
iii
Gruilhuisen
„ D^ ^^^
dass die Leberdrüschen
i<!h dann,
Träubchen sehr nett beisammen und so geformt und gelagert waren, um gänzlich im Pfortaderblute zu schwimmen, dass sich die C'apillargefässe, welche es den Dräschen zuführen, in den Driischen nicht
eigentlich vertheilen, sondern nur in die Zwischenräume
erzählt:
(Acini)
in
dieser Körperchen übergehen und so das Blut wie zwi-
Nur wenn das
schen einen Haufen Erbsen ergiessen.
Blut seinen Lauf zwischen diesen Drüsen vollbracht hat,
geht es in den Capillarvenen dieser Träubchen in die
zurückführenden Venen der Leber über, um zur Hohlvene zu gelangen. Immer sah ich hinter diesen Träubchen Streifen von lichten ins Gelbliche fallenden Säften,
welche ich ihrer Lage wegen sogleich für Gallengefässe
hielt, die ich auch zufolge sorgfältiger Prüfung für dieselben anerkennen musste, da ich sie in gemeinschaftliche
Stämmchen zusammenmünden sah. Dicht hinter den
Träubchen des Bandes lagen ihrer mehrere über und neben einander, wie es das Dickerwerden der Leber mit
sich bringt, weshalb es nichts Leichtes war, durch Beleuchtungsvortheile jene Capillargefässe des Blutes und
der Galle bestimmt zu sehen."
der Abbildung
In
von
Gruithuisen
scheint
mehr
das Resultat der Untersuchung als die Natur selbst dar-
Dieses kann ich durchaus nicht billigen; denn
gestellt.
,
dass der Naturforscher das , was er
auch ganz getreu so deutlich oder so undeutlich,
es ist unerlässlich
sieht,
'\
wie er es
Dennoch bezweiflele ich nicht,
dass Grnilhinsen mehr an dem Rande der Froschleber
als
ich
gesehen
1)
sieht, abbilde.
und, Äa//e7JÄr»/«wcr ') sehen konnien,
hat.
Denn
Experimenta circa statum sangiünis
Monachii 18S6. 4.
matione.
wirklich
seine Beobachtung ist unbefangen
et
vasorum
in inflam-
der Leber der jungen Salamanderlaneii.
191
ohne vorgefassle Meinung oder Zweck ganz isolirt
Aber man wird sie nicht wiederholen könniitgelheilt.
lind
nen, denn zu oft habe ich dasselbe mit verschiedenen
Instrumenten vergeblich versucht. Ich habe zwar wie
Kaltenbninner netzförmige Blutgefässe, niemals aber
auch nur die geringste Spur von Blutbewegnng oder von
Dass die ConmiuniBliilkiigelchen bemerken können.
calionen
sind,
der Blutgefässe in
der Froschleber sehr stark
geht daraus hervor, dass
man
die Lebersubstanz
ausserordentlich lacht durch die Pfortader aufblasen kann,
wobei die Luft
tritt,
ki
die
aber keine Luft
Ilohlvene und selbst
in die
ins
Herz
Gallengänge übergeht.
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7h S. TT
Archiv
f
ü r
Anatomie und Physiologie.
I.
Ueber das Ei der Säugethiere vor der
Befruchtung.
Vom
Dr. Med. M.
W. Plagge,
Leibarzte Sr. Durchlaucht des regierenden Fürsten zu Bentheiin
und Steinfurth und ISadearzte zu Bentheim,
(Hierzu Kupfertafel VI. Fig.
vrime mich auf
der verschiedenen
ich
1. u. 2.)
eine volistiindige historische Erörterung
Zeugungstheorien
einzulassen
,
darf
dennoch zur besseren Würdigung der nachherigen
Untersuchungen die Ilanptansichten nicht übergehen,
welche über den ursprünglichen Antheil des Säugethierweibcheng an der Zeugung eines neuen Individuum zu
den verschiedenen Zeiten von den Physiologen aufge-
worden sind.
Die ältesten Physiologen nahmen bekanntlich an:
dai tceihliche Hiiugethicr habe Samen , gleich dem
mannlichen , und das htiiugethicrei bilde sich erst nach
der Uefruchlung aus der Vermischung des miinnlichen
und uciblichcn Samens hervor '). Allein bereits F'alHtellt
lupia ') leugnete
mens
die Existenz
bei den iSäugcihieren
1) 8.
llallm
Eleni. [.hy«.
S) Oba. anatuni.
KecktU ArchiT
f.
eines
weiblichen
und dem Menschen.
Tom.
In uper. onin.
VIII. p. 2i. 25.
Tum.
Ana», u. I'hj». 1829.
I.
p.
lOG.
13
SaDoch
194
Ueber das Ei der Säugethiere ror der Befruchtung.
es der grosse Harvey, welcher zuerst mit Kühnund Erfolg den Ansichten der älteren Physiologen
widersprach und den Satz aufstellte: „oi/ine vivitm ex
war
heit
ovo".
Bei den Säugethieren jedoch
dass gich das
Eierstöcke
Ei
selbst
nahm
er
noch an,
erst tu der Gebär/nnller bilde;
hielt er
hlos für
die
Organe, deren Be-
stimmung sey, eine schlüpfrige Feuchtigkeit abzusondern und den Gefässen Befestigung zu geben.
Obgleich die Blüscheti in den Eierstöcken der Säugethiere und der Menschen schon dein Vesal und Jiallopia nicht unbekannt waren, so waren es doch vorzüglich die drei niederländischen Anatomen: Jan van
Hoorn, Regnier de G raaf und Jan Stenminerdam, M'elche fast gleichzeitig ihre Aufmerksamkeit auf diese
Bläschen richteten und ihre Bedeutung hinsichtlich des
Zeugungsgesthäfies näher zu entwickeln suchten. Vorllegnier de
züglich suchte
Grauf
durch
anatomische
und bei Schafen und Kaninchen angestellte Viviseclionen darzuthun , dass in den EierstSrken der Säugethiere eben soirohl als bei den Vögeln
Doch scheint nian ihn späterhin
Eier enihalten seien.
nicht recht verstanden zu haben, indem man behauptete, er habe die nachher sogenannten otv//« Graafiana
Untersuchungen
da er doch ausdrückKörper, aus welchen sich das
nicht immer in den Eierstöcken vorhan-
für die eigentlichen Eier gehalten,
lich sagt, dass diejenigen
Junge bildet,
den seien , sondern dass dieselben sich erst nach der
Befruchtung bilden und ihre Anzahl der Anzahl der
Jungen entspreche, die das Thier jedesmal gebärt, da
doch im Gegenthcile die sogenannten ovulu Graafiana
bereits lange vor der Begattung sichtbar und in weit
grösserer Anzahl vorhanden sind, als jedesmal Junge
Er sagt nämlich ') : „In der Subgeboren werden.
1)
Nach der yon
Patfijn
in
seinem Traiie des montlret mit-
L'eber das Ei der Säugethiere vor der Befruchtung.
stanz der weiblichen
wovon
195
finden sich mehrere Körper,
einige denselben natürlich, andere dagegen wider-
—
natürlich sind.
Diejenigen Körper, welche ihnen natür-
«eiche sich aber nur zuiceUoi
lich sind,
Hoden
Hoden
in
den weiblichen
finden, sind Kügelchen oder kleine Blasen, welche
nach Art der congloniprirten Drüsen zusammengesetzt sind
ans mehreren Theilchen, welche sich
nahe
vom Centrum
bei-
gerader Linie bis zur Peripherie erstrecken, und
in
welche
in eine
eigenthümüche Membran eingeschlossen
sind. Ich sage, dass sie nicht
immer
man
den vorhanden sind, weil
sie
in
den weiblichen Ho-
nämlich daselbst nur
nach der Bega//u»g findet, zu welcher Zeit man daselbst einen oder mehrere dergleichen Körpir findet,
jenachdem das Thier jedesmal ein oder mehrere Junge
Auch
wirft.
sind
sie
nicht
immer auf
gleiche
Weise
den Thieren derselben Gattung, denn
bei den Kühen sind sie ge/b, bei den Schafen roth,
und in den anderen aschjurbig.
Ferner enthalten sie
einige Tage nach der Begattung eine zarte Substanz,
welche in ihrer Mitte eine durchsich/ige, in eine feine
beschafl'en
Membran
bei
eingeschlossene , Feuchligheit enthält, welche
dann, zusammen mit der
ausgestossen wird.
umschliessenden Membran,
dieses geschehen,
bilden
nur eine leere Höhle, welche allmälich verschwin-
sie
det
sie
Nachdem
80
,
schaft
dass in den letzten Monaten der Schwanger-
sie
nur
aus
einer
soliden
Masse zu bestehen
scheinen, und unmittelbar nach der Geburt des Fetus
verkleinern
sich diose Bläschen oder Kügelchen
neue und verschuinden endlich ganz".
aub
Man sieht aiiK dieser Be.schreibung deutlich, dass
de (irauf hier nicht die gewöhnlichen Eierstockbläschen
Uebenrtzung au» Regnier dt Graaf äe mulier. organ.
du ich de« Urij;inala, bei meiner literarisch su sehr
beachrinkten Lage, nicht habhafl »erden konnte.
l^nlhciltrn
Ca|).
XII.,
13'
196
Ueber das Ei der Säugethiere vor der Befruchtung.
(nachher ovuIa
Graaßana genannt)
beschreibt, sondern
dass er von den sogenannten gelben
in
Körpern
Ei
feine Membran
deren Miite sich das wahre weibliche
ches er als eine
,
in eine
spricht,
bildet
,
wel-
eingeschlos-
sene, Feuchligkeit beschreibt, welche nach der Begattung ausgestossen wird, und in den» Eierstocke eine
Hohle zuriicklässt, welche sich alhuälich verkleinert und
Da die meisten Anatomen aber
annahmen dass de Grauf bei
seiner Beschreibung des wahren Säugclhiereies die Eierstockbläschen selbst im Auge gehabt habe so konnte
man leicht veranlasst werden, die ganze Entdeckung
de Graafs in Zweifel zu ziehen, und die sogenannten
ovu/a Graaßana für Hydatidcn ausgeben.
Zu diesem
Irrthume trug jedoch de Graaf selbst viel bei, indem
er das eigentliche, in dem gelben Körper enthaltene
endlich ganz schliesst.
späterhin irrigerweise
,
,
Ei übersah oder wenigstens nicht als solches deutlich
genug bezeichnete, nnd wahrscheinlich den ganzen gel-
ben Körper für das eigentliche Ei hielt, weshalb er
auch an einer anderen Stelle ') gesteht, dass die Eier
in den Eierstöcken wohl lOmal grösser seien als diejenigen , die man nachher in den Fallopischen Röhren
Dazu kam nun noch , dass etwas später Arivan Lecitwenhoek die Samenthierchen entdeckte,
und gestützt auf diese Entdeckung eine ganz neue Theorie der Zeugung aufstellte, nach welcher die Samenthierchen des männlichen Samens das Rudiment zur
antrcfte.
ton
Bildung des Embryo hergeben
sollten.
Die vorzüglichste Schwierigkeit, welche
die
Theo-
den Säugethieren darbot, war die feste
Verbindung, welche zwischen den, fälschlich für die
wahren Eier gehaltenen, Eierstockbläschen und dem
rie der Eier bei
Eierstocke Statt findet, so wie ihr zur Weite der Fal-
1)
A.
a.
O.
p.
315.
lieber das £i der Säugethiere vor der BefruclUung.
197
lüpischcn Rühre rerhältnissmässig zu grosser Umfang.
wenn man de Graaf
richtig verstanden und daBeobachtungen Malpighis '), Morgiiguis -)
und Anderer gehörig gewürdigt hätte, so würde man
bald alle diese Schwierigkeiten gehoben , und bereits^
damals die riclitige Ansicht erPasst haben, die uns erst
in der neuesten Zeit zu Theil geworden ist.
Denn
Haller sagt schon ^), „dass am Ende des 17ten Jabr-
Allein
die
bei
Meinung über das weibliche Ei
Wohnung des Menschen
sei ein Bläschen, dieses werde im gelben Körper ernährt und, wenn es vollkommen ausgebildet sei, durch
die Jluskelfasern des Eierstockes und durch die Kraft
der eigenen Anschwellung aus dem Eierstocke herausgedrückt, von der das Ovarium umfassenden Tuba aufliünderls die gangbarste
diese
gewesen
genommen
sei
von
,
:
wo
die erste
es dann weiter in die Gebärmutter
gelange".
Üa man
später in
dem Irrthume befangen war,
de Graaf, Malpighi
Italien
für dio
u.
als
A. die Eierstockbläschen
wahren Eier der Siiugelhiere und des Menschen
gehallen, so verlor sich die oben dargestellte richtigere
Ansicht wieder, zumal
d.i
der berühmte und zu seiner
Zeit 80 einflussreiche Hiiller in seiner Physiologie *)
den Salz aufstellte: „veiiculae ovarii non sunt ova,
Es ist allerdings
tieijne priinurdiu novi itnimiilis"
.
richtig,
duss
die Eierstockbläsclien
wenn
keine eigentlichen
nach meiner Entdeckung die
BildungKslältc derselben sind, allein daraus folgt noch
keinesweges, dass den SSäugelhieren überhaupt keine
Eier sind
I;
K.
,
siß gleich
Diuertatio cpistolica ad Sponium.
In opp.
p. iii'. »pq.
ii)
.\>)v.Tii.
3) Kit
analom. IV. Nr. 29.
m. Phyi. l'om. VIII.
4) Ekiii. I'by«.
Tom.
{
VIII. $.
p. 62.
XVIll.
XIX.
p. 42.
p. 45.
omn. cd
L
198
Ueber das El der Säugethiere vor der Befrachtung.
Eier
zukommen, welche Meinung
nämlich
seit
Hallers
Zeiten
späterhin allge-
sich
mein unter den Physiologen verbreitet
hat.
Man nahm
dass durch die Be-
an,
fruchtung ein Eierstockbläschen berste, die in demselben
enthaltene
Flüssigkeit
ausgeleert
,
die
in
Fallopische
Röhre aufgenommen, in den Uterus geführt und erst
da in ein Ei umgewandelt werde, während das geborstene
Eiersloekbläschen
einen
in
Körper umgewandelt werde.
gelben
sogenannten
Diese Ansicht hat sich
so lange unter allen Phj'siologen erhalten, bis Everard
Home
zufällig bei der Sektion einer wahrscheinlich erst
kurz zuvor geschwängerten Person ein Eichen in dem
Eierstocke fand ') und dadurch veranlasst wurde, den
wahren Eiern der Säugethiere nachzuspüren , und da-
bei mit
Bauer fand, dass
sich das
wahre
leeihliche
der Säugethiere bereits vor der Befruchtung
gellen
Körper
bilde
').
Den
gelben
in
Körper
Ei
dem
selbst
aber sahen sie als einen eigenen, nenen, von den Eierstockbläschen völlig verschiedenen Körper an.
Bald
darauf machte auch ich meine bereits früher, ehe jene
Beobachtungen Harnes und Bauers zu meiner Kenntniss
kamen, gemachte Enldechung des Eies in dem Eierstocke der Kühe im 7ten Bande des Meckelschen Archivs bekannt, da ich an der früheren Bekanntmachung
derselben durch die Veränderung meines früheren Wirkungskreises, Wohnorts und häuslichen Verhältnisses
gehindert worden war. Ich will hierdurch keinesweges
die Priorität der Entdeckung des Sängethiereies den
verdienten Physiologen Englands, Home und Bauer,
entreissen und mir zueignen
1)
Philos.
Transact. for 1817.
deutschem Archiv
2)
Philos.
Bd. V. Stück
,
f.
d.
p. 255.
Phys. Bd. IV. Stück
Transact. for 1819.
3.
sondern ich glaube dieses
S. 415.
p. 59.
TJebers.
3. S.
in Meckeli
277.
Uebers. ebendaselbst
Heber da» Ei der Säugethiere Tor der Befruchtung.
hier ganz der
199
Wahrheit gemäss mittheilen zu müssen,
um zu beweisen, dass ich die kleinen Säugethiereierchen nicht erst den Herren Home und Bauer nachgeKeben, sondern dieselben, ohne Auctoritätsglauben, aufgefunden habe.
Meine Beobachtungen stimmten nun zwar
hinsicht-
der Existenz der Eierchen in den Eierstöcken der
Säugethierw eibchen vor der Befruchtung ganz mit den
lich
Beobachtungen Homes und Bauers überein, allein, da
Glück hatte, der allniälichen Entstehung des Eichens in dem Eierstockbläschen auf die Spur zu komich das
men,
zeigte ich,
dass sich das Siiugethierei ursprüng-
einem Eierstockbläschen (oder sogenanntem ovulo Graußano) bilde, und nicht, wie Home und Bauer
gelehrt halten, in einem eigenen neuen, im Parenchynia des Eierstockes sich bildenden Körper, corpus luteum genannt, sondern dass dieses Eierstockbliischen
Reibst, ^^iihrend sich in demselben das Ei ausbildet, in
einen sogenannten gelben Körper verwandelt werde.
Ich verweise hier auf die damals von mir gegebene Entlich in
vvickelungsgeschiclite des Eies im Eierstocke
der
Kühe
und füge hier nur noch , zur besseren Verständigung der
damals milgclheillcn Beobachtung, die von mir verfertigten Zeichnungen des Kuheichens in seinem allerersten (Figur I.) und in seinem weileigeförderten, der Keife
genäherten Stadio (Figur II.) der Entwickelimg bei.
In dem Jahre 1827 bestätigte der Herr Prof. von
Baer die Anwesenheit der Säugethlereichen in den Eicrstockbläsclien ').
Er glaubt zwar dieselben zuerst
entdeckt /.u haben, allein von diesem Wahne vird er
gewiu zurückgekommen sein, nachdem er das Buch
1)
iiii|i.
Dp
%c.
nvi
mammalium
et
hominii geneti epistolani ad Acad.
IVtropolitanam dedit
C,
R.
a Baer
C.
tab
aenea.
200
Ueber das Ei der Säugethlere vor der Befruchtung.
und die Beobachtungen
de Graafs, Homes, Bauers und meine in diesem Archive mitgelheillen Wahrnehmungen wird näher in Erwägung gezogen haben.
Damit will ich aber durchaus nicht den hohen Werth seiner sorgfältigen und genauen Forschungen verkleinern, sondern bedauere nur,
dass meine gegenwärtige Lage es mir nicht erlaubt,
meine früheren Forschungen in diesem Gebiete fortsetzen
zu können, und mache hier vorzüglich auf einen Umstand aufmerksam, der noch einer näheren Bestätigung
bedarf.
Das ist nämlich die Behauptung von Baers,
dass das Eichen, wenigstens bei der Hündin, frei im
Eierstockbläschen ilottire, da meine früheren Beobachtungen mir das Eichen in den Eierstockbläschen der
Kühe, wenigstens in den ersteren Perioden der Bildung,
an der Wand des Eierstockbläschens befestigt, und aus
derselben gleichsam hervorgebildet , finden liessen. Bei
dem Schweine fand Hr. Prof. von Baer hingegen das
Eichen unbeweglich im Eierstockbläschen '), weshalb
ich diesen Punkt einer nochmaligen genauen Prüfimg
unterwerfen werde, sobald ich dazu im Stande sein
werde, indem es mir der Analogie nach wahrscheinlicher ist, dass sich das Eichen aus den Wänden des
der Geschichte aufgeschlagen
—
Eierstockbläsebens hervorbildet, als dass es sich aus der
eiweissähnlichen Flüssigkeit des Eierstockbläschens
hervorbilden
frei
sollte.
Wir haben nun noch die Aufgabe, das von de
Graaf schon gekannte, von Home, Bauer, mir und
von Baer wieder aufgefundene Säugethiereichen mit den
Ich
Eiern der niederen Thierklassen zu vergleichen.
will indessen hier blos eine Vergleichung mit dem Voge/eie anstellen , w oraus sich denn die Vergleichung mit
den übrigen
1) A. ».
leicht ergiebt..
0. S. 17.
Das
völlig ausgebildete
,
ge-
Heber das El der Säugethiere vor der Befrachtung.
Vogelei eitlspricht
legte
dem
Was
welches ein Eichen beherbergt.
Vogeleies
ist, ist die
gefössreiche
ist,
propria des Eierstockbläschens,
chen, und
sprechen
die feste
dem
Eiweisse
Dotterkugel nebst der Cicutricula des
die
Vogeleies stellt das eigentliche
So sehr
der Eier-
ist
vollkommen die Flüssigkeit der Eif-rstockblUs-
entspricht
also
,
die
Scii/gethiereichen dar.
einz.elnen Theile
verschieden
so
sind sie
Während
anderen Seite.
dem
die Schale des
Umgebung
slockbläschen, was die Eischaleilhaut
titnica
201
reifen oviilo Gra<rJiano,
einandeir auch ent-
aber
das Vogelei
a.TJch
sicili
auf der
gariz
von
Eierstocke ablöst, birst das reife Säugjethierei nach
Ei (der
der Befruchtung und lässt allein das inn-ere
Dotterkugel des Vogeleies entsprechend)
hervortreten;
während ferner das äussere oder umschliessende Ei des
Vogeleies das Junge bis zu seiner völligen Ausbildung
lielierbcrgt, wird das innere Säugethiereichen schon im
Eierstocke von dem äusseren Eie ausgestossen während
das äussere A'ogelei im Eierstocke wenig oder .gar keine
Flüssigkeit enthält, sondern dasselbe erst bei dem Durchgange durch den eierleitenden Kanal erhält, enthält das
;
äussere Säugelhierei anfänglich die grösste
eiweissäbnlichen Flüssigkeit,
welche
Menge
bereits
einer
im Eier-
stocke zur Ernährung des inneren Eichens zoim grössten Theile verwandt wird
während das
;
eine für die Ernährung des
inner'e Vogelei
Embryo hinreichende Nah-
rungsflüssigkeit enthält, erhält das Säugethierenchen diese
dem
erst,
nachdem
dem
Eierstocke getrennt hat; das innere oder eigentli-
che Vogelei
(
es sich von
Dotterkugel
)
nmschliessenilen Eie und
ernährt sich unm.ittelbar aas
der im äusseren Eie aufgeschlossenen Flüssigkeit, Ei weiss
genannt,
diiK
während
äuKserc Ei
das Säugethiereichen,
verlassen
hat, mit
nachdem es
einer neuen zellig-
mcmbranrisen Masse (mcmbrana decidua) umgeben wird,
aus deren lymphatisch - eiweissstoftigen Flüssigkeit sich
202
Beschreib, eines durch Vereinigiing der Augenhöhlen elc.
das Sätigcthierei und der in ihr sich entwickelnde
Em-
bryo ernährt; während die äussere Hülle des äusseren
oder uinschliessenden Eies nach vollendeter Briitung aber
und von dem
stirbt
jung:en Küchelchen
durchbrochen
wird, fährt die äussere Hülle des unischliessenden Säugethiereies
im Eierstocke
fort
zu vegetiren, nachdem
das innere oder eigentliche Eichen das umschliessende
Ei verlassen hat, und bildet denjenigen Körper im Eierstocke, welchen
man im Allgemeinen corpus luteum
ge-
nannt hat.
II.
Besclireiburtg
eines
durch Vereinigung der Au-
genhöhlen, Mangel der Nase, Verkürzung des
Oberkiefers und Aufwärtskrümniung des Unterkiefcirs
missgebildeten Kopfes eines
mes und
Vom
Dr.
Lam-
einer Ziege.
G.
JA EG E
R.
(•Hierzu Kupfertafel VI. Fig. 3.J
1)
Tage
J\.n dem ausgesicpften Exemplare eines einige
Lammes , das sich auf dem königl. Natura-
allen
lienkabiniit zu Stuttgart befindet, lassen
sich
folgende
Die äusseren Ohren scheinen
etwas «ie,hr nach vorn gerückt, sie sind nur ^ " von
dem Winkel der einfachen Augenhöhle entfernt. Zugleich schciint der Zwischenraum zwischen beiden klei-
Abweichungen erkennen.
indem die Wölbung des Schädels selbst schmäler
und dieser sich nach vorn mit einer nach allen
Seiten, jed.och gegen das Auge mehr abhängigen Wölbung endi^'{t. Die Gränze derselben bildet die Spalte
ner,
ist,
einer Ziege.
203
den einfachen nur etwas breiteren Augapfel.
Zu-
missgebildeten Kopfes eines
fiir
Lammes und
nächst anter dieser findet sich als Andeutung der Na-
senspahe eine boinahe nackte dunkler gefiirbte Linie,
in
deren Mitte eine kleine Oeftnung vorhanden zu
sein
Die Haare sind von dieser Linie an abwärts
gekehrt nach der etwa 9 '" tieferen und kaum 1 " breiten Mundspalte, über welche dann die gewölbte Spitze
scheint.
des aufwärts gebogenen Unterkiefers
hervorragt.
2) Fast dieselbe Bildung zeigt der
Kopf der Ziege,
Die Ohren sind jedoch etwas weiter von einander und
von dem Winkel der Augenliederspalte entfernt. Die
Wandung des Schädels ist aufwärts gerichtet und endigt
sich mit einer fast kugelförmig gewölbten Stirne. Diese
fällt beinahe senkrecht gegen die einfache Augenliederspalte ab, welche etwas über 1 " von einem Winkel
zum anderen
misst.
In sie sind 2 runde Augäpfel ein-
gesetzt, so dass wahrscheinlich die Iris der vereinigten
Augäpfel ziendich vollständig vorhanden war.
Unter
der Augenliederspalte ist die Haut nackter, aber keine
Nasenspalte zwischen ihr und der Mundspalte erkennbar.
Diese setzt sich zu beiden Seiten etwas rückwärts fort, ist
jedoch im Ganzen ziemlich kurz. Ueber sie ragt aber der
stark gewölbte Unterkiefer nach oben hervor. Von diesem
Kopfe fand
sich nur
noch der
•
ojikommen erhaltene SchäDenkt
del vor, dessen Heschreibung ich daher mittheile.
man
sich den Schädel ohne Unterkiefer, so stellt sein
Umris» im Ganzen ein beinahe gleich.seitigcs Dreieck
dar, dessen eine Seite als Grundlinie von der llintcrhnuptsöfl'nung bis
zu der Vereinigung der Oberkieferknochen, die eine Seitenlinie von da bis zur Vereinigung der Sfirnknochen und »lie 2te Seilenlinie von hier
an zu der HinterhauptsöH'nung gezogen werden könnte.
Die Abweichung von den normalen Verhältnissen bedass die Grundlinie des Dreieckes in Ver-
steht darin,
gleich mit
dem normal
gebildeten Schädel vcrkUr/.t, die
204
Rcsclireib. eines
durch Vereinigung der Augenhöhlen
etc.
von der Vereinigung der Oberkieferzur Vereinigung der Stirnknochen erhöht
eine
Seitenlinie
knochen bis
und die 2te Seitenlinie von da bis zur llinterhauptsöflnung bedeutend verlängert ist, so dass die Seitentheile
der Stirnknochen noch einen Vorsprung über die vordere Seitenlinie des Dreiecks bildeten.
Man könnte
auch die Basis der Schädelhöhle bis zur Mitte des Orbilallheiles der Stirnhöhle als 2te Seitenlinie annehmen,
dann die Schädeldecke sich wölbte und
zwar ohne sich nach vorn zu schliessen. Die Stirnknochen bildeten nämlich eine wehe ausgeschweifte
über welche
Oeffnung, welche blos durch die
Exemplare
sen
war.
in eine
in
dem
ausgestopften
runde Wulst erhobene Haut geschlos-
Das ganze grosse Gehirn
hatte
also ohne
Zweifel eine den Knochen entsprechende fast cylindrische Form, welche auch zum Theil das kleine Gehirn
angenommen haben niusste.
Letzterer war durch 2
Schädehvirbel bedeckt, von welchen der eine ans der
pars condyloidea und
silaris
dem
hinteren Theile der pars ba-
Der 2te Wirbel
Schuppe des Hinterhauptbeines, welche sich
des Hinterhauptbeines bestand.
bildete die
auf die Felsentheile der beiden Schläfenbeine als auf ih-
Die Sella turcica mit den grossen
Flügeln des Keilbeines und den Seitenwandbeinen stellen
ren Körper stützte.
den oten Wirbel dar. Der 4te bestände sodann aus dem
Körper und den Flügeln des vorderen Theiles des Keilbeines mit der einfachen Oeffnung für den gemeinschaftlichen Sehnerven, neben welcher zu jeder Seite eine
weite fissura sphenoidalis inferior und hinter dieser im
grossen Keilbeinflügel
Der Bogen
das eirunde Loch
sich
befand.
dieses Wirbels, nämlich das Stirnbein, zeigte
an seinem Orbitaltheile keine Spur einer Trennung, und
sogar die Schuppen des Stirnbeines waren an ihrem vorderen Bande völlig verschmolzen und nur rückwärts
waren
die
beiden Hälften des Stirnbeines noch durch
Kopfes eines
iHissgebildetcii
eine feine Spalte getrennt.
Lammeä
An
iiml einer Ziege.
205
der der grossen Fonta-
nelle entsprechenden Stelle fand sich ein kleines vierecki-
ges Zwickelbein.
lagen
in
der von
Die
beiden
dem
kleinen Flügel des Keilbeines,
verschmolzenen Augen
dem Orbitallheile des Stirnbeines, den Jochbeinen und
den Oberkieferknochen gebildeten Höhle.
Die Oberkieferknochen sind damit an ihrer inneren Seite miteinander zu einer flach gewölbten Fläche verbunden, welche den unteren Boden der Augenhöhle bildet, und sie
sind nur noch durch eine schmale Spalte von einander
An dem vorderen Ende
dem Kande der Augenhöhle, findet sich
geschieden.
dieser, zunächst
die ovale
Mün-
dung eines rückwärts gehenden etwa 2 '" tiefen stumpf
sich endigenden Kanales, der wohl als Ueberrest der
Oeffnnng der Nase angesehen werden muss, von welIn der
cher übrigens sonst keine Spur vorhanden ist.
Mitte des vorderen Randes der angeführten ovalen Oeffnung findet sich zwar eine kleine hervorragende Spitze,
welche aber an der vorderen Vereinigung der Oberkiefeiknochen nicht selten vorkommt, wnd die man schon
ihrer
Lage wegen
nicht
als
Rest der Nasenknochen,
eher etwa als eine Spur der Zwischenkieferknochen an-
sehen konnte, die ausserdem gän/.lich
fehlt.
Den
vor«
deren Rand der Augenhöhle bilden die in eine feine
Spitze sich endigenden Jochbeine. Der Körper des Jochbeines selbst
ist
höher und schmäler und damit dem auf-
steigenden Aste des Unterkiefers
Der
ähnlicher
eine freistehende Asi desselben
,
der
dem
geworden.
Slirnfort-
salze beim Meii.sclien entspricht, verbindet sich mit
gleichfalls
freistehenden
Thränenbeine,
dem
das eine Fort-
setzung dieses Forlsatzes des Jochbeines bildet und durch
eine etwas vorstehende Schuppe mit
—
dem
Stirnbeine ver-
schmolzen isl.
In jedem Oberkieferknochen sind 3
Kackzähnc, von welchen jedoch wahrscheinlich nur der
mittlere im frischen Zustande des Kopfes hervorragte,
206
Beschreib, eines durch Vereinigung der Augenhöhlen etc.
der Vordere noch ganz im Zahnfleische verborgen und
der hintere nur wenig sichtbar gewesen sein mochte,
dessen Wurzel durch einige zufällige Oeftnungen im
Boden der Orbita erkannt werden konnte.
Gaumenfläche war an der Stelle der Naht
Auf der
eine erha-
bene Kante, welche sich rückwärts in die Kante des
Gaumenbeines fortsetzte, das sich dann mit den flügelFortsätzen des Keilbeines verband.
förniigen
An dem
Unterkiefer waren zu jeder Seite 3 Backzähne, von wel-
chen nur der mittlere im frischen Zustande etwas
sicht-
bar gewesen sein mochte und 4 Schneidezähne vorhanden.
Der
innerste Schneidezahn jeder Kieferhälfte
schief gegen den der anderen
gekehrt,
war
die 3 äusseren
tiefer und waren etwas übereinander
Die Grösse des Unterkiefers entsprach wohl
im Ganzen der Grösse des Thieres, allein von seinen
Backzähnen kam nur der hinterste unter den mittleren
Backzahn des Oberkiefers zu stehen. Die Krümmung,
welche der ganze Unterkiefer angenommen hatte, führte
ihn nämlich in einem Bogen so weit aufwärts, dass die
Schneide der Sehneidezähne gegen den Oberkiefer gekehrt war, und dass die Spitze der innersten Schneidezähne in einer Ebene mit dem durch das Stirnbein
gebildeten oberen Bande der Augenhöhle lag.
Diese
standen allmälich
geschoben.
Krümmung des Unterkiefers erinnert zunächst an das
Fortwachsen der Schneidezähne von Nagethieren, wenn
der entgegengesetzte Schneidezahn des anderen Kiefers
fehlt und also das gegenseitige Abreiben wegfällt ').
1) An einigen Schädeln von Haasen sah ich die Schneidezähne des Oberkiefers nicht blos gegen den Gaumen, sondern
auch wieder etwas vorwärts gekrümmt an einem Schädel von
Mus decumanus bildete der obere Schneidezahn sogar beinahe
einen Kreis indem seine Spitze wieder die Wurzel berührte, und
er würde vielleicht bei weiterem Fortwachsen über diese hinweg
einen 2ten kleineren Kreis gebildet haben. Für die Kreis- oder
;
,
inissgebildetcn Kopfes eines
Wenn
gleich
Lammes und
der Gebrauch
einer Ziege.
207
des Unterkiefers vor der
Geburt noch sehr beschrankt sein möchte, so wird doch
der einmal entstandenen Verkürzung des Oberkie»
fers die Richtung des Unterkiefers durch jenen nicht
bei
mehr bestimmt, und das Wachsthum des
letzteren da-
Bei den
durch vielleicht selbst dynamisch befördert.
Ziegen erscheint nun schon normal der Oberkiefer verhältnissweise etwas höher als
bei
anderen Wiederkäu-
ern und verkürzt im Verhältnisse des Unterkiefers zu
sein; insbesondere ist dieses bei der aegyptisehen Ziege
An dem Schädel eines
(Capra mambrica) der Fall.
durch seine liammsnase besonders ausgezeichneten aegyptisehen Ziegenbockes ragt der vordere Rand des Oberkiefers
kaum über den
kiefers hinaus, und den
vordersten Backzahn des Unter-
Vorsprnng über diesen bildeten
Zwischenkieferknochen, welche an dem miggDenkt man sich an dem
gebildeten Schädel fehlten.
blos die
Schädel des Elepbanten die besonders stark entwickelten
Zwischenkieferknochen weg,
ihm nnd dem
so ergiebt sich zwischen
missgebildf^ten Schädel eine Aehnllchkeit,
welciie nur bei verwandten Missbildungen mit rüsselar-
Production an der Stirne auffallender
ist.
Letzan Fetus von Schweinen,
sodann bei Hunden, Katzen, llaasen, aber auch an einer Ente (in Blumenbaclis Kab.). Gewöhnlich war diese
tiger
tere sah ich besonders häufig
Missbildung mit mehr oder weniger vollständiger Verschmelzung beider Augen verbunden. Diese rüsselartige
Production fehlt, wie es scheint,
bei
einem im Pariser
Kabinet befindlichen Schädel eines menschlichen Fetus,
Spiralform,
welche diefe fortwachsenden Zähne annehmen,
ist
allerdings die erste Itichtun^ in der ftichtnng der
geben.
Ui«»«
Zahnhöhle geden gewunileoen lldinern der
weg; inzwischen sind die verschiedenen For-
fallt
dagegen
\>m
Widder u. s. w
men von llnrnern und Geweihen an und
für sich, so viel mir
bekannt, noch keiner Vergleichuiig unterworfen worden
208
Ueber den Bau der Augen bei Murex
aa welchem, wie
bei
dem
tiitonis Linn.
hier beschriebenen Schädel
der Ziege die gemeinschaftliche Orbita zunächst über
dem Rande des Oberkiefers steht, vor welchen dann
der,
wie es scheint, normal gebaute Unterlviefer merklich
gekrümmt zu sein.
Uebrigens gehört die Produetion eines rüsselartigen
hervorragt, ohne jedoch nach oben
Organes an der Stelle der Nase oder über den Augen
zu den auffallendsten Tbierähnlichkeiten, welche durch
Misshildung hervorgebracht werden. Es ist hierbei zu
bemerken, dass diese Missbildung am häufigsten bei
Schweinen beobachtet wird, dass sie dagegen verhältnissweise sehr selten bei Kälbern und vielleicht bei dea
Wiederkäuern überhaupt vorzukommen scheint, bei welchen dagegen andere Missbildungen viel häufiger vorkommen, z. B. die Vereinigung zweier mehr oder weniger vollständigen Individuen, welche dagegen bei Schweinen
Eine Vergleichung der verselten beobachtet wird.
schiedenen Missbildungen in Absicht auf die Häufigkeit
des Vorkommens bei den verschiedenen Thiergattungen
wäre noch zu wünschen, die wenigstens als eine auf
Thatsachen gegründete Vorarbeit oder Probe für die Ableitung
der Missbildungen aus den normalen Bildungen
dienen könnte.
in.
Ueber den Bau der Augen bei Murex
tritunis
Vom
Dr. Jon.
Linn.
Mueller,
Prof.
(Hierzu Kupfertafel VI. Fig.
zu Bonn.
4. bis 8.)
Unter einer Sendung von Thieren des mittelländischen
Meeres, die ich neulich aus Marseille erhielt, befanden
sich 2 sehr grosse Exemplare von Stachelschnecken,
lieber
den Bau der Augen bei Murex
nSmlich von
Murex
tritonis
Linn.,
tritonis Linn.
209
die mir die lange
erwünschte Gelegenheit boten, die immer noch rSthselAugen bei einem grösseren Thiere aus der Ord-
haften
nung der Gasteropoden anatomisch und mikroskopisch
Bekanntlich hat schon Swaminerdam ')
die Augen an der Spitze des einen Paars der Fühlhörner von Helix pomatia untersucht und durchsichtige
zu untersuchen.
Theile, nämlich eine wässerige, eine consistentere Flüssigkeit
und eine Linse beschrieben. In der neueren. Zeit
aufgenommen
hat nur S/ieliel diese Untersuchung wieder
und im fünften Bde.
v.
Meckeh Archiv
f.
Physiologie
Augen von Helix pomatia und Cyclestomum viviparum beschrieben, in denen er eine Chorioidea, eine
Manchem waren diese
Iris und eine Krvstalllinse fand.
Beobachtungen nocli zweifelhaft, und Riidolphi ^) erindie
diese Thiere fast gar nicht zu seDarhen oder wenigstens zu unterscheiden scheinen.
über konnte ich nun bei meinen grossen Seeschnecken
nert dagegen, dass
Gewissheit verschaffen.
Die Augen liegen bekanntlich bei den Stachelschnekken an der Seite der Fühlhörner gegen aussen, auf einem kleinen Absätze derselben, so dass ihre Achse fast
dieselbe Richtung wie die ausgestreckten Fühlhörner
Die Oberfläche des schwarzen Auges ist
selbst liat.
convex , diese C'onvexiiät wird aber von einem kleinen
aufgeworfenen Saume umgeben, der von der Substanz
der Fühlhörner gebildet wird. Es ist nicht sehr schwierig, mit einer schneidenden Nadel das Auge aus der
Substanz herauszuschneiden; man erhält dann eine kleine
graulich -Kchw'ärzliciic, vorn aber mit einem schwarzen
Hinge bezeichnete Kugel, deren Längendurciiuicsscr in
der Achse des Auges um etwas VVv,niges grösser ist
T. IV.
1)
IüIjI.
il
l'hyuioliiijii!
iial.
»Uckelä Arcliii
f.
T.
a.
Kiff.
\>.
Aiiut. u.
5
—
8.
:5G.
I'liy«.
182.9.
14
210
als
Ueber den Bau der Augen bei Murex
von dem
hörner giebt,
tritonis Linn.
Die Substanz der Fühl-
der Breitendurchmesser.
äusseren
ring;förniij;;en
Saume
aus, eine ganz dünne Lamelle über die Oberfläche der
man
kleinen Kugel her, die
Diese Hornhaut
kann.
ist
als
Hornhaut betrachten
deutlich von der Oberfläche
der dahinter liegenden kleinen Kugel getrennt, und
man
von der Seite herauslösen, ohne
Ich habe
die hornhautähnliche Lamelle zu verletzen.
mich überzeugt, dass zwischen dieser Hornhaut und
kann
letztere sehr leicht
dem übrigen Auge
ist,
ein kleiner
Zwischenraum befindlich
Auges sich aus-
der über das vordere Dritttheil des
Weiler nach hinten liegt das Auge dicht in der
Substanz des Fühlhornes. Ich vermulhe, dass im leben-
dehnt.
den Zustande
Das
äusserlich
diesem engen Zwischenräume eine Flüs-
in
befindet.
sigkeit sich
unter jenem Häutchen
liegende
Auge
besteht
aus einer graulich -schwärzlichen Haut, die
an der vorderen, der Hornhaut zugewendeten Fläche
in einen vollkommen schwarzen irisartigen Ring übergeht und in der Mitte durch eine sehr deutliche Pupille
durchbrochen
Jener schwarze Ring
ist.
liegt in einer
Membran des Auvorderer Saum um die
Continuität mit der übrigen äusseren
ges und
ist
nur ein dunklerer
daher auch das Auge von aussen schwärzlich
Die hornhautähnliche Oberhaut reicht eterscheint.
Pupille,
was weiter
als die äussere
Saumes.
Die Pupille
ist
Circumferenz des dunkleren
ganz rund und
entsteht
also da-
durch, dass die äussere Haut des Auges unter der Oberhaut ein vorn offenes Becherchen mit vorderem schwar-
zem Saume
cherchens
bildet.
tritt
An
die
hintere Fläche dieses Be-
der Sehnerve, welcher ein Ast der in
der Achse des Fühlhornes verlaufenden Nerven
Nachdem
ich
das becherförmige Auge
Mikroskope mit einer Nadel
ist.
uTiter
aufgeritzt hatte,
dem
sah ich.
Ueber den Bau der Augen bei Murex
tritonis Linn.
211
dass die innere Fläche der genannten äusseren Haut
fast vollkommen schwarz war, und dass das ausgehöhlle Becherchen einen harten runden Körper enthielt,
welcher das Becherchen fast vollkommen ausfüllte, so
dass ich mich überzeugen konnte, wie keine andere
Substanz im Inneren des Auges, ausser jenem runden
Körper, enthalten ist.
Der Kern des Auges war etwas unregelmässig
rund, vollkommen hart und von der Farbe des Bernsteins
auf seiner Oberfläche haftete hier und dort ein
;
Tveisslicher
Netzhaut,
dünner Ueberzug, wahrscheinlich Reste der
ich sonst im Inneren des Auges nicht
die
gesondert darstellen konnte.
Nachdem
der runde Kör-
per etwas gereinigt war, zeigte er sich noch halbdurch-
überhaupt vollkommen den harten bern-
sichtig, er glich
Linsen , wie ich sie aus den Augen der
Spinnen, welche in Weingeist gelegen hatten, früher
steinfarbigen
beschrieben
Oh man
habe.
ihn nun Linse oder Glas-
körper nenne, das will ich gern Jeilem überlassen.
Da
die
Augen, wie man
sieht, so ziemlich die
we-
sentlichen Theilc eines Sehorgans besitzen und an Grösse
mit denen
selbst
koMunen
,
so Hollte
des afrikanischen Skorpions überein-
man glauben,
dass das Sehen dieser
Thiere nicht so sehr unvollkommen scvn dürfte. Indessen gehen uns Beobachtungen über dag Gesiebt der
Stachelschnecken ab.
Kupfertafel
Fig.
Stellung des
4.
Auges an der
VI.
Seite des Fühlhornes
natürlicher Grösse.
in
a Der Küssel.
t>
r
Fig.
Der vordere tastende Theil des Fühlhornes.
Das Auge auf einem Absätze desselben.
.').
Ansicht von der
Lage des Auge»
in
der Sub-
stanz des Fühlhornes unter der feinen Oberhaut, vergrÖKHITl.
14*
212 Bemerk, über
d.
Acholotl oder ine:«ikanisclicn Proteus.
a Aufgeworfener Saum um die vordere Conre.vität
des Auges.
i, Oberhaut oder Hornhaut.
c Becherförmige äussere Haut des Auges, graulich-schwärzlich von aussen.
d Ihr vorderer
Fig.
man
irisförmiger schwarzer
Das Becherchen
6.
Saum.
des Auges aufgeritzt, so dass
die innere schwarze Fläche desselben sieht. Die
ist herausgenommen.
Die Ilrystallkugel allein.
Die Krystallkugel, in dem
Krystallkugel
Fig.
7.
Fig.
8.
ßecherchen
ent-
halten.
IV.
Bemerkungen über den Acholotl oder mexikanischen Proteus.
Vom
Prof.
Dr.
Heinrich Rathke
in Dorpat.
Jidverard Harne hat in den Philos. Transactions vom
Jahre 1824. Bd. I. eine anatomische Beschreibung vom
mexikanischen Proteus oder dem Acholoil gegeben, aber
auf eine Weise, durch welche die Wissbegierde der
die eine nähere Einsicht in den Bau
merkwürdigen Thieres wünschten , mehr gespannt,
Insbesondere sind die
als befriedigt werden musste.
Geschlechtswerkzeuge von ihm höchst unvollständig geund wenn man gleich aus den Abbilschildert worden
dungen, die er seiner Beschreibung zugesellt hat, ersehen kann, dass die von ihm untersuchten Individuen
nicht Larven, sondern schon völlig ausgebildete Thiere
waren, so erfährt man doch nicht, in wie weit sich der
Acholotl auch hinsichtlich der Geschlechts- und Harn-
Naturforscher,
dieses
,
Bemerk, über
d,
Acholotl oJer mexikanische» Proteus.
213
Werkzeuge den Guropüischen geschwänzten Batrachicrn
annähert.
Um
nun über diese Frnge, die mich wegen meiner
vor 11 Jahren an den Molciien und
dem Salamander
angesleUlen Unlersuchungen besonders interessirte ,
ei-
nen Aufschluss zu eriiahen, benutzte ich meine vorjahrige Anwesenheit in Berlitt und untersuchte hier einen
männlichen und einen weiblichen Acholotl, welche mit
die Herren
BudoJphi und Liehtensfein
gefälligst darbo-
Bonn nahm behufs
Drüsen, dem man mit gespann-
Jolitmnes Miillor aus
ten.
Prof.
«eines
Werkes über
die
Erwartung entgegensehen darf, an der Unlersui
chung Antheil. Was wir Beide über die Geschlechts,
und Harnwerkzeuge fanden, war ira Wesentlichsten
ter
Folgendes,
Die Nieren hatten eine ähnliche Lage, Verbindung
und Form, wie bei den inländischen Tritoncn und. dem
Salamander, waren aber Terhältnissmüssig sehr viel
kleiner und hatten auch überhaupt nur eine unbedeutende Grösse. Die goldgelben Körper, welche man beim
I.^nds.ilamander an der Niere bemerkt , wo sie in einer
Kcihe hinter einander als massig grosse und in die
Niere eingespregle Theile erscheinen, und welche, nach
meinem Dafürhalten eine noch nicht zur Selbstständigkeit gelangle und zerfallene Nebenniere bezeichnen^
fc4i1ten, wie es auch bei den Molchen, dem euEopiii>i
uchen Protens, and den jüngeren Larven des Landgala-'
Die Harngefässe
tnanders der Fall ist, gan» und gar.
waren ungemein zart, licsscn sich deutlich nur durch
Vergrö««erungsgläser wahrnehmen, waren stark geschlängelt imd hatten allenthalben bis an ihr stumpfes Endo
eine gleiche Weile,
üiie Enden lagen (heiLs am äu»-.
irren Itaiidc der Niere, tliuils in ilcr Nähe dieses Kanfte«, und von hier litffcn sie dann, stark gegchlüngcll,
nelien einamlor
zum
inneren Rande der Niere bin.
Den
214 Bemerk, über
d, Acholotl
oder mexikanischen Proteus.
Harnleiter konnten wir weder bei
bei
dem
lich, weil er äusserst zart,
und
in
dem männlichen, noch
weiblichen Individuum auffinden,
dem Zellgewebe,
wahrscheinvon vielen Venen umgeben
das die Niere an den Bücken
anheftete, lief verborgen war.
Die Harnblase war klein, ungetheilt, beinahe
birn-
förmig und demnach der des europäischen Proteus
am
ähnlichsten.
Die Hoden lagen und waren befestigt wie bei den
Molchen und dem Salamander, hatten eine strohgelbe
Farbe and liessen einen ähnlichen inneren Bau, wie
bei diesen Amphibien, wahrnehmen.
Ihre Gestalt aber
(Philos. Transacl. vom Jahre 1824. Band I. Taf. XXII.)
war anders. Ein jeder stellte nämlich einen einfachen,
verhältnissmässig
langen
belrächtlich
,
massig breiten
und etwas weniger dicken Körper dar, der vorn und
hinten
stumpf abgerundet erschien
lenthalben
fast
gieichinässig
breit
ungefähr von seiner Mitte aus
,
,
übrigens aber
al-
und dick war und
weil
.
er
eine grössere
Länge, als sein Haltungsband, erlangt hatte , sich nach
innen und hinten sehr stark ausgebogen hatte. Er un>
terschied sich demnach von dem Hoden des Salamanders und des Trilon -niger wesentlich dadurch, dass er
nirgends Einschnitte und eine Zerfällung in mehrere
Stücke wahrnehmen Hess , von dem einfachen Hoden
des Triton taeniatus und igneus aber dadurch
dass er
nicht eiförmig, sondern platt und langgestreckt war.
Auch hatte er vcrhällnissmsssig sehr viel mehr Masse
und Umfang, als ich an den Hoden aller jener Amphibien bemerkt habe. Dagegen aber hatte er, abgesehen
,
von der relativen Grösse und von der oben angegebenen Krümmung, die meiste Aehnlichkeit mit dem Ho-
den des europäischen Proteus.
•
•'.^n-:
Die Hamenleüer hatten eine ähnliche Lage, Verbindung und Form wie bei den übrigen bekannteren
Bemerk, über
d. Acliolotl
oder mexikanischen Proteus.
geschwänzten Betrachiern.
Am
meisten
kamen
215
sie je-
doch hinsichtlich der Fonii mit denen des Erdsalanian,
w ie bei diesem , dunkel-
ders überein und- waren auch
schwarz gefärbt.
Ein jeder bestand aus einer hinleren
und einer kleineren vorderen und, wie beim
Salamander, wahrscheinlich erst im späteren Alter verkümmerten Halfle. Jene war vielfach geschlängelt und
gewunden, beträchtlich dick ( verhältnissmässig weit
dicker, als ich sie selbst beim Salamander je gesehen
grösseren
habe), deutlich hohl und durch ein schmales
ten
Band
an den äusseren Hand der Xiere ihrer Seite,
aber an
das lliickgrath
hin-
vorn
Etwas vor dem
angeheftet.
zweiten Drittel von der Länge der Bauchhöhle verjüngte
sie sich
plötzlich
und ging
in
gerader Richtung in die
vordere Hälfte über, welche sich als ein gerade ausgestreckter,
haarförmig dünner,
anliegender und sich nach vorn
der Kiickenwand
in
dicht
einer massig gros-
sen Strecke von dem vorderen Grunde der Bauchhöhle
Aus dem \ orderen Ende
verlierender Faden darstellte.
oder des eigentlichen Samenleiund z\^ar nach innen, ein Gefiiss
hervor, das ziemlich dick anflng und nur als eine Uinder ersteren llalfte,
ters, ging seitwärts,
kiegung
des
Samenleiters
sich
darstellte,
sehr
bald
aber haarrürmig dünne ward, in diesem dünneren Theile
sclineeweiss gefärbt war, nach oben und innen aufstieg,
und deutlich
den Hoden
und zwar eine massige
dem vorderen Ende desselben, überging.
in
Strecke hinter
,
Urei oder vier andere Gefässe dieser Art gingen
Diger Entfernung hinter
in mä.ssigen
in ei-
dem beschriebenen, und auch
Enlferniingen hinler einander, ebenfalls aus
dem Samenleiter hervor und nahmen einen
älinlichen
Verlauf wie das vonU-rnle, licssen sich aber nicht ganz
deullicli
bin
zu
dem Hoden ver^lgon, hauptsächlich
Hoden und des
weil zwischen den ilaltungsbUndern des
Samenleiters
ein
Geflecht
von Blulgefässen lag,
das
216 Bemerk, über
oder mexikanischen Proteus.
d. Acliolott
Zweige vielfach sowohl nach jenen als nach diesem Organe aussendete.
Mit dem hinteren Ende eines jeden Samenleiters
verband sich , ähnlich wie bei den Molchen und dem
Salamander, ein Pack eigenthiinilicher, massig dicker
und ziemlich langer Gefässe (der Anhang des Samenseine
,
Reihe hinter einander aus der
leiters), die alle in einer
Niere hervorzukommen
schienen
und einen ähnlichen
bogenförmigen Verlauf, wie bei den oben genannten
Thieren, nahmen.
Ihre Zahl schien mir grösser zu
seyn, als ich sie selbst beim Salamander gefunden habe.
Sie
hatten
nur massig
stellweise ein
dichtes
dicke
Secret,
Wände und
welches
enthielten
das Aussehen
Ihre vorderen Enden
waren innigst mit den Harngefässen der Niere verwebt,
und es hielt schwer, diese Enden herauszupräpariren.
Deutlich aber zeigten sie sich dann stumpf abgerundet
und blind. Nach hinten flössen alle diese Gefässe unter
einander und mit des Samenleiters Ende zu einem kleinen Knoten zusammen.
Homes Abbildungen stellen
einer eingedickten Gallerte hatte.
—
diesen Theil so roh dar, dass sich der.eigenthiimliche
Bau desselben daraus
nicht einmal errathen lässt.
Beckendrüsen, die ich unter den Batrachicrn nur
bei den Molchen gefunden habe , fehlten auch dem
Acholotl.
Dagegen war
ungemein gross, insbeim Salamander je
bemerkt habe.
Ihre Form, ihre Verbindung und ihre
Muskel - und Haulbedeckung waren ganz so wie bei
diesem. Ich verweise deshalb auch den Leser, der die
Afterdrüse des Acholotl näher kennen lernen will, auf
die Beschreibung, welche ich im ersten Hefte meiner
Beiträge von der Afterdrüse des Salamanders gegeben
die Afterdrüse
besondere weit grösser, als ich
habe.
wie bei
Auch
ihr innerer
dem Salamander,
sie
Bau war ganz
so
beschaffen
aber sehr viel deutlicher, als
-
Bemerk, über
bei
d. Acliolotl
erkennbar,
diesem,
überflüssig seyn dürfte
ben.
—
Der
,
Bau der Afterdrüse des Acholotl
innere
welche
Die Scheibe nämlich,
zweifach.
217
oder mexikaniselien Proteus.
weshalb es denn wohl nicht
ihn hier noch näher zu beschreiden
ist
unteren
und die Afterspalfe umgebenden Theil der Drüse bildet,
besteht aus einer sehr beträchtlichen Anzahl ziemlich
grosser und keulenförmiger Röhrchen , die nach ihrer
Länge
bei
dicht
einander und gerade ausgestreckt
lie-
von der Afterspalte nach aussen
auslaufen und durch ein lockeres Zellgewebe, das nur
io geringem Maasse vorhanden ist, zusammengehalten
\verden.
Diejenigen von ihnen, welche dem After zugen,
strahlenförmig
vom
nächst stehen, sind nur kurz; je weiter sie aber
After entfernt sind, erscheinen sie
Wände
eines jeden dieser Röhrchen
dick und etwas durchscheinend;
nem
um
röthlichgelben
angefüllt.
—
,
sind nur massig
Höhle
die
Die
so länger.
ist
mit
ei-
schleimigen und dicklichen Secrete
Der übrige Theil der Drüse dagegen
cher Theil übrigens für die
Wände
wel-
,
der Kloake als Be-
bestellt aus einer Anhäufung von
und (das Thier auf dem Bauche liegend
gedacht) im Allgemeinen von unten nach oben aufsteigenden Röhrchen , deren Querdurchmesser sich allenthalben gleich bleiben , und die im Ganzen weit dünner
sind als die oben angegebenen keulenförmigen Röhr-
legungsmasse dient,
cylindrischcn
chen.
,
Dflgegen sind ihre
Wände
verhältnissniüssig zur
und überdies auch fester und ganz
nndnrchsichfig.
Ferner sind diese Röhren mehr oder
weniger geschlängelt, hier nnd da gabelförmig unter
Höhle
viel
dicker
einander verbunden und durch ein
zieinlicli
festes
,
je-
doch ebenfalls nur in geringer Quantität vorhandenes
Zellgewebe zusammengehalten.
Auf imd in der ganzen Drüse bclindct tsicli eine grosse Menge von zum
—
—
Schneidet man
den After nach vorn weiter anf und legt dadurch das
Theil recht sehr weiten Hlutgefiissen.
218 Bemerk, über
d.
Acholutl oder mexikanischen Proteus.
man
Innere der Kloake bloss, so bemerkt
ähnlich wie bei den Salamandern,
thischer
Bogen nach vorn
spitz
1)
in
dieser,
eine wie ein go-
zulaufende Erhöhung,
die eigentlich aus zwei Hälften besteht,
von denen je-
de einer der beiden Seitenwände der Kloake angehört,
und die beide in der Mittellinie des Körpers ineinander
Nach
übergehen.
breitesten
nach
vorn
beinahe
in natürlicher
stärksten
sie
bis
wo
bis
diese
Hervorragung
am
an das Ende der Kloake,
Mündungen der Sa-
zu den
beiden seitlichen oder vielmehr (Alles
Ihre
menleiter.
hinten,
reicht
ist,
Lage gedacht) unteren Händer ragen am
hervor,
und springen gegen die Oberfläche
des Leibes, wie etwa die
Nymphen
Men-
des weiblichen
schen, klappenartig, und zwar bis in die Afterspalte,
Die Oberflache des beschriebenen Theiles endlich
Menge sehr kleiner und durchlücherter Wärzchen wahrnehmen, und durch diese münden
die cylinderförmigen Röhrchen der Afterdrüse.
sich
(In den von Home niifgetheilten Abbildungen ist die beschriebene Hervorragung viel zu roh und zu unbestimmt
dargestellt Worden).
2) Der übrige und grössere Theil
von der inneren Fläche der Kloake lässt eine beträchtliche Anzahl kammförmiger Leisten wahrnehmen, die
alle von innen nach aussen divergirend verlaufen, und
vor.
lässt
eine grosse
von denen
sten,
dieser
die
die
hintersten jeder
mittleren
Kämme
aber
am
Seitenhälf(e
grössten sind.
am
klein-
Ein jeder
bildet eine aus Zellstoff bestehende
Her-
vorragung, deren Oberfläche mit einer ziemlich gvosseii
Anzahl uiässig langer, dünner und gegen ihr Ende spitz
auslaufender Zotten besetzt ist. Jede Zotte ist das hervorspringende Ende eines der oben beschriebenen keulenförmigen Itöhrchen, welche die Scheibe der After,
denn ich habe deutlich
an das Ende der Zotten verfolgen
Offene Mündungen jedoch Hessen sich aller
drüse zusammensetzen helfen
jene llöhrchen
können.
bis
Bemerk, über
d.
Acholotl oder mexikanischen Proteus
Bemühungen ungeachtet
aljer
wohl nur, weil
219
nicht auffinden, wahrscheinlich
sie
durch die lange Einwirkung
des Weingeistes zu sehr zusairuiieiigezogen worden waren. (Auch diese Hervorragungen sind in den von Home
gegebenen Abbildungen zu roh und überdies
ringer Zahl dargestellt worden).
in
zu ge-
Bei dem A\'eibchen waren die Eierstücke verhältnissmässig grösser als bei den Erdsalamandern
,
hatten
aber eine ähnliche Lage, Befestigung und Form.
sichtlich der letzteren (der
Form)
,
so
stellte
Hin-
ein jeder
einen einfachen Schlauch dar, in dessen im Ganzen nur
dünnen Wänden die Eidotter eingewurzelt waren und
nach innen in die Höhle des Eierstockes hineinragten.
Ob aber in dem vorderen Ende des Eierstockes für den
Durchgang der Eier eine besondere Oell'nung vorhanden war, habe ich zu untersuchen vernachlässigt. Die
Eidotter übrigens waren nicht durchweg, wie bei den
Erdsalamandern, gelb gefärbt, sondern, ähnlich wie bei
den Fröschen,
in
der einen
Hälfte gelb,
in
der
an-
deren, und zwar grösseren, schwarz.
Die Eierleiter waren ebenfalls so beschaffen
wie
den erwachsenen !Salauiandern> erschienen nämlich
als zwei lange, sehr gewundene, ejlinderförmig runde
und ziemlich dicke Höhren, deren jede zwischen dem
,
bei
Herzbeutel und der Leber mit einem hautartigen Trichter
begann ') und sich in den Anfang der Kloake ausmündete.
Der einzige Unterschied zwischen dem Cierlelier des
Acliolotls und dem des Salamanders war der, dass bei
dem erHteren Tliiere dieses Organ in seinem hintersten
Theile nicht uterusartig angeschwollen und auch nicht
dickwandiger
als tD
deinem übrigen Verlaufe war.
1) Beim europ. Protpii» bef^innen die Eierleitcr, ähnlich wie
den Schlangen
in einer ziemlichen Entrernung hinter dem
Merzen. Siehe meine Beiträge z. Gcnch. d. Thierw. Ilft. I. S. 63.
bpi
,
220 Bemerk, über
Von
lotl,
d.
Acholutl oder mexikanischen Proleus.
einer Afterdriise fehlte bei
dem weiblichen Acho-
wie bei den weiblichen Salamandern und Molchen,
eine jede
Spnr,
eben so auch von den kammartigen
Leisten im Inneren der Kloake und von den Anhängen
der ausführenden Geschlechtswerkzeuge.
Ein dünner, bandartig geformter und ziemlich langer Fettkörper war durch eine schmale Hautfalte an die
innere Seite eines jeden Eierstockbandes befestigt; ein
ähnlicher Körper auch und auf dieselbe
Weise an
die
innere Seite eines jeden Hodenbandes.
Noch bemerke
Home
ich,
dass die Abbildungen, welche
über die weiblichen Geschlechtstheile des Acho-
gegeben hat, im Ganzen sehr wohl gerathen erund dass nur die theils nach vorn, theils
nach hinten gehende Verlängerung der Hautfnite, an
welcher der Fettkörper hängt, zu unförmlich dargestellt
worden ist, so dass es fast scheint, als seyen jene Verlängerungen besondere von dem Fettkörper nach vorn
lotls
schienen,
und nach hinten auslaufende Kanäle.
Aus dem allen, was ich nunmehr über die GeBchlechtsvverkzeuge des Acholotl angegeben habe, ziehe
ich den Schluss
1) dass die von mir untersuchten Individuen vollreife und zeugungsfähige Thiere gewesen sind;
kommen
2)
dass der Achototl hinsichtlich des Haues seiner
Harn- und Geschlechtswerkzeuge weder mit dem Salamander, noch den Molchen noch auch dem europäischen'
,
Proteus
oder
Hjpochton
ganz
übereinstimmt,
wohl
aber das Vermittelungsglied zwischen diesen verschie-
denen Thieren
darstellt;
'
3) dass er schon dieser Rücksicht halber
'
Ay..i.
•ifif'Sj«''
sleme als ein besonderes Genus aus der Familie der
Balrachier aufgestellt werden darf.
-
Bemerkungen zu den frühern Beitragen
Xachträgl.
N'achträgliclie
etc.
221
Bemerkungen zu den frühem Beides Gefässsystems der
trägen zur Geschichte
Vögel.
Von
Vor
J.
F.
Meckel.
machte ich auf einige merkwürdige Abweichungen von der Regel aufmerksam, welche
das Gefässsjstem einiger Vögel, namentlich die Anordnung ihrer gemeinschaftlichen Kopfpulsader darbietet,
einigen Jahren
und bemerkte namentlich, 1) dass beim Nundu und Flamingo sich nur eine finde, die beim Nandu aus der
linken, beim Flamingo aus der rechten Schlü:ifcelpulsadcr entspringe'); 2) bei der Rohrdommel zwar auf
jeder Seite eine Karotis vorhanden sey,
die sich aber
bald zu einer vereinigen, welche den grössten Theil des
Halses durchläuft
^).
Zufüllig hatte ich das Vergnügen,
Herrn Professor
Schlemm aus Berlin bald nach dem Abdrucke der vorstehenden Beobachtungen hei mir zn sehen, und erfuhr
von ihm bei dieser Gelegenheit, dass auch er dieselbe
Bemerkung, vorzüglich aber bei kleineren Vögeln, gemacht und auch
Dissertation
,
einer mir
in
bekannt gemacht habe
Das
iKt,
bis
dahin
unbekannten
die er mir bald darauf gefälligst zusandte,
^).
specieilere Kesultat
von seinen Untersuchungen
dass Silta curopaea, Corvus cornix, l'icus glanda-
riuB, Oriolus galbula,
1)
Alauda arvensis, Turdus viscivo-
Beitrag zur Geschichte des Genisssystema
Diese» Archiv.
Itd.
'Ij
ZuHalz zu N.
S)
I'.
1.
1H26.
III.
u. 8.
S. 20.
w.
N
iler Viigel.
Ml.
Ebend. 157.
Hauer, Uia'juinitiones circa iiunnulliirum avium .systenia
arteriuauiii.
Berül. WiJS.
222
Nachträgl. Bemerkungen zu den frühem Beiträgen
Emberiza
und miliariR, Fringilla
Parus major,
Ilirundo urbica, Cypselus apus und Podiceps oristatus
nur eine, und immer die linke, Karotis haben.
rus, L(H^ia,
caelebs
und
linaria,
cifrinella
Motacilla ruticilla,
Hätte ich nicht, wegen der durchaus bestimmten
Angabe der bewährtesten Zootomen, die Anwesenlfeit
blos einer linken Karotis, welche ich beim dreizehigen
Strausse fand, für eine ausserordentliche Seltenheit geda sie doch fast so häufig als die Anwesenheit
von zwei ganz getrennten Karotiden ist, welche al% allein vorhandene Anordnung angegeben wird, so wäre ich
theils nicht in den Irrlhum verfallen, sie mit der Länge
des Halses in Verbindung zu setzen , theils hätte ich
unstreif'g mehrere hieländische Vögel in dieser Hinsicht untersucht, und an ihnen die erwähnte Anordnung
halten,
gefunden.
Bei weiterer Verfolgung des Gegenstandes fand ich
mehrere nicht unwichtige Beiträge zu dem schon früher
Bekannten, die ich hier, mit beständiger Berücksichti-
gung eines
vortrefflichen,
im Sommer dieses Jahres
er-
schienenen Progratnnis') unsers berühmten A(7:scÄ, desto
lieber jnitiheiie,
da Herrn Srh/emms und meine älteren^
sowoiil als neueren Beobachtungen durch seine Forschun-
gen auffallend bestätigt werden, ungeachtet wir alle völlig unabhängig von einander untersuchten.
Zu meiner grossen Freude bestätigte Herr Professor Nitzsch i) die Anwesenheit einer einzigen rechten
Kopfpulsader beim Flamingo, was ich in der That bis
dahin für eine individuelle Ausnahme
weil ich
nach meinen ersten Angaben,
gehalten
hatte,
wie sich nach-
her finden wird, mit Herrn Professor Schlemm überein-
stimmend, bei sehr vielen Vögeln immer die linke Kopfpulsader des
Nandu
1) Obserrationes
gefunden hatte.
de avium arteria carotideromiiiuni. Halae 1829.
\
zur Geschichte des Gefiisssystems der Vögel.
2)
Fand
er dreimal
die
225
von mir für die Rohrdom-
mel angegeljene Bildung, die ich auch nachher nocli
zweimal zu bestätigen Gelegenheit hatte.
Nach seinen und meinen frühern Untersuchungen
Rar die Anordnung der Kopfpulsader beim zweizeiligen
seitdem aber habe ich zwei schöne
Strausse ungewiss
Exemplare, ein männliches und ein weibliches, zu untersuchen Gelegenheit gehabt, und m beiden ganz gegen meine Erwartung eine doppelte, in ihrem ganzen
Verlaufe von der der andern Seite getrennte gemeinLeider haben Duschaftliche Kopfpulsader gefunden.
verney und Perrault weder beim Sfrausse, noch beim
,
diesen Gegenstand Rücksicht genommen ').
Bauers Untersuchungen konnte ich ferner durchaus
bestätigen, und mit Vergnügen benierke ich bei dieser
Kasuar auf
Gelegenheit, dass mein sehr flcissiger Assistent, Herr
ohne mit den Bauenchen Untersuchungen bekannt zn seyn , durch meine Bemerkungen aufmerksam
gemarht, beim Skeleliren eines Podiceps cristatus gleichAusserdem sähe er
falls blos die linke Karotis fand.
späterhin in meinem Auftrage mehrere der nachher zu
erwähnenden Vögel nach, und ich fand seine Befunde bei
wiederholter Untersuchung fast ohne Ausnahme bestätigt.
ßfiii/er,
viele
Eine eigenthümliche Anordnung zeigten mir ferner
Papageien. Statt dass nämlich bei den Vögeln
allgemein sich die einfache oder doppelte Karotis
selir
gegen die
schnell
Mittellinie
hin wendet
zwischen den vordem Halsmuskeln,
oft
und
hier tief
selbst in einer
längern oder kürzern Strecke in einer durch die vor-
dem
Dornforlsälze gebildeten Hinnc verläuft,
hier
in
mehrern Arten weit oberflächlicher.
liegt
sie
Schon die
rechte
tritt erst ungefiihr in der Mitte des Halses zwischen die MuHkcIn und ganz in die Mittellinie, bleibt
1)
Mem.
p. a.
ii
I
hiiit.
nat. den
animaux. 1676. Fol. 165. 18S.
224
Nachtrag!.
Bemerkungen zu den frühern Beiträgen
hier nur in einer kurzen Strecke
nach aussen und gegen
im obern
und wendet
sich bald
die Oberflache hin, so dass sie
Viertel des Halses ganz frei
liegt.
Noch
weit
die linke
vom gewöhnlichen Typus
ab, indem sie dicht unter der
Haut neben der Halsvene
auffallender weicht
ganz
frei
am ganzen
Plalse
Diese Anordnung fand
verläuft.
ich bei Psittacus
ochrocepha-
lus, leucocephalus, erithacus, mitratus, pulverulenfus, vi-
dem Hauen und rothen Ära, und
wegen unvollkommnen Gefieders nicht
rescens, rufirostris,
in zwei andern, J
wohl zu bestimmenden Arten.
Herr Prof Nüzsch sähe dieselbe Anordnung ausser
bei Ps. ochrocephalus, leucocephalus und erithacus, auch
bei Ps. canicularis und Macauanna.
Sehr auffallend war es mir daher, bei mehreren Arten ganz verschiedene Anordnungen zu finden.
Namentlich zeigten mir Psittacus passerinus, pullarins, scapulatus, grandis, barbatulus, und zwei, gleichfalls aus dem obigen Grunde nicht mit Sicherheit zu
bestimmende Arten, die gewöhnlichere Anordnung, wobei die zwei Karotiden sich stets zwischen die Halsmuskeln begeben und dicht neben einander bis zum
Kopfe heraufgehen.
Herr Prof Nitzsch fand diese zweite Anordnung
auch bei Ps. haematodus ').
Bei Psittacus galeritus fand ich dagegen nur eine,
namentlich die linke, die sich auf die gewöhnliche Weise
sehr früh zwischen die Halsmuskeln begiebt und erst
dicht unter dem Kopfe spaltet.
Eben so sähe diess bei derselben Art Herr Prof.
Nitzsch -).
Nicht uninteressant
1) A. a.
O. 21.
2) \
0. 26,
a.
ist
es
endlich,
zu bemerken.
226
zur Geschichte des Gefässsj'stems der Vögel.
dass Ps. sulphureus einen noch nicht bekannten üebergang von der gewöhnlichen zu dieser Bildung macht.
Hier näinhch fand
ich
zwar auch eine
.sehr
grosse linke
Karotis, die sich auch bald an die Wirbelsäule begab,
ausserdem aber eine sehr kleine rechte, die unten
am
Halse mit ihr zusammenfloss.
Hiernach finden sich also zwei Hauptarten des Verlaufes der Kopfpulsader bei den Vögeln.
Entweder näm-
zwei, eine rechte und eine linke, vorhanden,
lich sind
oder es findet sich nur eine.
Die erste Art zerfallt in zwei Unterabtheilungen,
indem die beiden Karotiden, bei der gewöhnlichen Anordnung, entweder dicht neben einander verlaufen, oder,
viel seltner, weit von einander getrennt und, besonders
die linke
sehr oberflächlich liegen.
,
wo
die
Sie zeigt zunächst wieder zwei
Ab-
Die zweite Art besteht aus den Bildungen
Karotis einfach
ist.
,
Entweder nämlich entspringt die Karotis
zwar auf beiden Seilen, beide aber vereinigen sich zu
thellungen.
oder es findet sich durchaus blos eine.
einer,
Beide Abtheilungen zerfallen wieder in zwei Unterarten.
Bisweilen nümlich sind beide Karoliden gleich gross,
und
Anordnung
die
i.st
daher symmetri.sch.
es sich bei der lioltrdommel;
So verhält
bisweilen dagegen
ist
die
namentlich die rechte, sehr klein und vereinigt
«ich stets mit der viel grossem linken.
Diese Anordeine,
nung
zeigt
Wo
I's.
sulphureus.
nur eine Kopfpnlsader findet, ist diess
entweder die linke oder die rechte. Die erste Bildung
sich
irit
die bei weitem häufigere, wenn man nur auf d.e
Arten Kücksiclit nimmt, fast so häufig als <lie Arwc-
kenheit
Non zwei gleich grossen;
und kommt,
nur beim Flamingo vor.
höcliNt
bellen
Mrckelt ^l.l,iv
I.
Aiiat.
die letztere
so weit bis jetzt
u. I'hy«. 1829.
(5
dagegen
bekannt,
226
Nachträgl.
Man
Bemerkungen üu den frühern Beiträgen
sieht leicht,
Bildungen verschie-
dass diese
dene Stufen darstellen.
Bei PslttacHS ochrocephalus u. s. w. sind beide Kaam weitesten von einander getrennt, und sie nä-
rotiden
hern
die
am
offenbar den Säugthieren
sich
Lage der
meisten
durch
Karotis.
Hieran schliesst sich zunächst die Bildung, wo beide
Karoliden dicht neben einander, aber getrennt, bis zum
Kopfe, verlaufen.
Auf
wo
diese folgt die x\nordnung von
Ardea
stellaris,
beide getrennt entspringen, aber verschmelzen.
Ihr zunächst steht die von Ps. suiphureus, und end-
lich folgt die,
Fände
wo
sich
sich blos eine Kopfpulsader findet.
1)
noch ein Beispiel von Anwesenheit
einer grossen, eigentlichen, rechten, und einer sehr kleinen , rudimentären, linken Kopfpulsader, und 2) einer
oberflächlichen rechten, tiefer liegenden linken, so würden, dem Anscheine nach, alle möglichen Varieläten, wel-
che sich, nach dem bisher Bekannten, aus dem Vogeltypus entwickeln können, gegeben seyn.
Das häufige Vorkommen blos einer linken Kopfauf den ersten Anblick mit dem sehr
gewöhnlichen Uebergewichle der rechten über die linke
indessen halte ich
Hälfte im Widerspruche zu stehen
Sehr deutlich
diesen Widerspruch nur für scheinbar.
spricht sich nämlich hierdurch das Vorherrschen des Ar>-
pulsader scheint
;
terieusystems auf der linken Seite aus,
hinlängliche
erwiesen
ist
das durch eine
Menge von Thatsachen eben
als
die vorzugsweise
so allgemeia
Neigung des Venen-
systems, sich auf der rechten Seite anzulagern
Ausser diesen allgemeineren Bedingungen füge ich
sowohl nach des Herrn Prof Nilzsc/i, als meinen eigenen
Beobachtungen folgende specielle Thatsachen bei, damit der Gegenstand hier, wo er zuerst zur Sprache gebracht wurde, auch möglichst vollständig verfolgt werde.
227
iur Geschichte des Geßsssystems der Vögel.
F.ine
bei
gewöhnliche doppehe Karotis fand
ich,
ausser
den früher und im Vorstehenden erwähnten Vögeln,
1) bei allen Tag- und Xachiraubvögeln, die ich
untersuchte; dasselbe Nitisch bei einer grossen Anzahl,
namentlich Faico albicilla, folvus, lagopus, buteo, palumbarius, nisus,
aeruginosus, pjgargus,
cinereus,
api-
vorus, haliaetos, peregrinus, subbuteo, aesalon, tinnunculus,
Slrix bubo,
ottis,
brachyotos, aluco, risoria, pas-
serina, flammea;
2)
bei einigen Sperlingsvögeln;
namentlich Capri-
niulgus europaeus, Alcedo ispida, Ampelis garrulus; dasselbe sah hier auch Aitzsch;
3) unter den Klellervügeln, ausser den angeführten
Papageien, bei Cuculus canorus und Musophaga persa;
dies bestätigt auch die Angabe von Nitzech für Cucu-
lus canorus;
4) bei allen Hühnervögeln , namentlich auch nach
Nilztch bei Columba, Tetrao tetrix, l'erdix cinerea, Gallus,
Phasianus colchicus, Meleagris gallopavo, Niimida
nieleagris, Crypturus variegatus;
wozu
ich
noch Tetrao
urogallus setzen kann.
5)
unter
ich bei der
den S/rauntarfigen fanden
Truppe,
ich,
Nilzsch und
wie srhon oben bemerkt, beim
ziceizehigen Ulruitits zwei Karotiden;
fi)
dasselbe
gilt fast für alle
mit der schon angeführten
Ufvtvögel, namentlich,
Ausnahme »on Ardea
stella-
Ardea cinerea, Grus comnuiiiis, Ciconia alba
und nigra, (jalliniila, Fulica, Crex, Kalliis, I'arra, Numcnius, Liniosu, Tringa, I'halaropus, Cliaradrius, Toris,
für
tanuH, Sculopax, Glareola
Nilzsr.h hat melirere Arten
dieser Gattungen angeführt, und ich
ich
auNHCrdem auch
bei l'latalea
bemerke
nur,
dass
leucorrodia und llae-
niatupus OHtr.'ik-guH dieselbe Uildung fand.
I).i
sich bei
Ardpa Klellaris eine bisher anderswo nirlii f/r-fundene
Anordnung zeigte, während Ardea cinerea ilir ;;c\\iilin-
229
N'achträgl.
liehe hat,
Bemerkungen zu den frühem Beiträgen
so wäre die Untersuchung anderer Arten inIch konnte
so wenig als Nilzsch Ardea miund Perrault's Angabe von zwei Karotiden bei Ardea virgo ist unvollständig, da er blos
von ihrem Ursprünge, nicht von ihrem fernem Verlaufe
teressant.
Duta erhalten,
redet
'),
7) Auch die meisten, wahrscheinlich alle, Schwimmvögel zeigen sie. Nitzsch und ich fanden sie wenig-
AnAnas, Mergus, Uria, Colymbus, Alca.
Zu diesen kann ich noch die von Nitzsch nicht
angegebenen Cygnus, Sula, Proceliaria und Aptenodytes,
setzen, so dass also den Schwimmvögeln ohne Ausnahstens bei Lesiris parasitica, Larus, Sterna, Carbo,
ser,
me
diese Bildung
zuzukommen
Die Anordnung, wo
linke, Kopfpulsader üadet,
kommt den
namentlich die
bei weitem mei-
besonders allen denen,
sten Sperlingsvögeln,
Nitzsch ächte sind,
scheint.
sich nur eine,
zu.
Er fand
sie
die
nach
namentlich bei
al-
von ihm untersuchten Arten der Galtungen Corvus,
Lanius, Bombycophora, Muscicapa, Turdus, Sylvia, Mofacilia, Accenlor, Spheniscus, Troglodotes, Kegulus, Palen,
rus, Certhia, Neclarinia, Coereba, Silta, Oriolus, Icterus,
Alauda, Emberiza, Fringilla, Pyrrhula, Ilirundo, Cypselus, Trochilus, Merops, Upupa, was sich für Upupa,
Merops, Trochilus, Cypselus, Hirundo, Fringilla, Alauda,
Oriolus, Sitta, Nectarinia, Cerlhia, Parus, Regulus,
tacilia, Sylvia,
Mo-
Turdus, Muscicapa, Lanius und Corvus,
ungeachtet es dessen
freilich
nicht bedarf,
auch durch
meine Untersuchungen bestätigt. Noch kann ich dazu
Pipra aureola und Tanagra violacea setzen.
Ausserdem fand er sie unter den Klettervögeln bei
Pleroglossus, Picus, Jynx, und, wie schon oben bemerkt,
bei Ps. galeritus, bei den drei letzten auch ich. In die-
1)
M^m.
p. 8.
a
l'hist.
des animaux.
1676. Fol. 161.
zur Geschichte des Gefässsystenis der Vögel.
ser
Ordnung fand
ich
es
229
ausserdem noch bei Bucco
leucops und Ramphastos.
Endlich sah JVilzsch dieselbe Anordnung auch, wie
schon Bauer, noch bei Podiceps cristatus,
ausserdem
noch bei P. rubricollis und minor.
Zum Schlüsse bemerke ich noch, dass ich, wie
auch schon von Nitzsch für seine Untersuchungen bemerkt wurde,
in derselben
ungeachtet ich
oft
10
bis
Art nie Abweichungen fand,
12 Exemplare untersuchte. Xa-
geschah diess, ausser den gewöhnlichen Vö-
mentlich
geln, schon sehr früh auch bei Psittacus erithacus, leu-
cocephalus und ochrocephalus, weil mir die Abweichung
von der gewöhnlichen Bildung, bei welcher die beiden
Karotiden dicht neben einander unter der Mittellinie verlaufen, desto mehr auffiel, da sie sich mit so hohen
von Cuvier und Tiedemann im geDass der letztere die
befand.
verschiednen, jetzt bekannten Bildungen nicht fand, ist
bei geiner Genauigkeit auffallend, da er zwar') „nur die
mit V\ achsmasse atisgespritzten Arterien eines MäuseAutoritäten als die
radesten Widerspruche
Huhns, eines Schieans und einer Gaits
und verfolgte," doch aber „die meisten
deutschen und mehrere ausländische Vögel zergliedert
Blumenbuch, Carus, Aller», Kühl haben
hatte"'),
habichta
,
eines
untersuchte
gleichfalls
entweder nichts oder nur das Gewöhnliche,
mit Cuvier» und Tiedemaiins Angaben übereinstimmend,
o
dass also, zumal da ich auch bei den altern Anatomen nichts darüber finde, die vorstehenden Entdeckungen allerdings der neuesten Zeit anzugehören scheinen.
iJass die so sehr häufige Anwesenheit einer einzigen linken Kopfpulsader erst so spät gefunden wurde,
ist
übrigens wohl
1)
Zuulogie.
2)
Ebend. Vorrede
II.
dem Umstände zuzuschreiben,
581.
\'l.
dass
2.30
Bettrag zur Entwickelungsgescliichte der Lungen.
Gänse - und Hühnervögel,
welche die im Allgemeinen beschiieljene Anordnung mei-
gewöhnlich nur RanhviJgel ,
dem
Btentheils haben,
Rnatoniischen Messer, als die grös-
sern oder häufigem, vorzugsweise unterworfen werden.
Tiedemann untersuchte auch nur Vögel aus diesen Ordnungen.
Man
sieht
aber auch hieraus,
dass
man
nicht zu
schnell allgemeine Regeln festsetzen darf.
Beitrag
» »
eit
zur
Entwickelungsgescliichte
der Lungen.
Von J. F. M E c K E L.
entfernt,
mir fremde Entdeckungen, W'e über-
haupt fremdes Eigenthum zueignen, oder auf Irrlhiimern
beharren,
oder begangene abläugnen zu wollen,
mich doch
halte
Beschuldigung %on
Irrthümern,
begangen habe, von mir abzuwehren. Herr Prof liaf/ike, den ich eben so sehr
ich
für
berechtigt,
die
die ich nicht
wegen
se ner Gelehrsamkeit, seiner Geschicklichkeit
seines Fleisses,
als
und
mehrerer Beweise von Wohlwollen
gegen mich achte und liebe, wird es mir daher nicht
verübeln, wenn ich mich gegen eine Aeusserung voa
ihm verwahre die unstreitig nur durch ein Versehe»
entstanden ist, und die er hei Gelegenheit wahrscheinlich
selbst zurückgenommen haben würde.
Ich finde mich
hierzu desto mehr veranlasst, da mancher wüTdige Mann,
auch wenn er besser unterrichtet wäre, sehr leicht durch
jene Stelle zu der Versuchung geführt werden könnte,
mir, wenn auch nicht vor dein gelehtlen Publicum, doch
,
vor aus Unwissenheit gläubigen Jüngern, iröhüch einen
231
Beitrag zur Entwickelungsgescliklite der Lungen.
Irrihnm aufzubürden.
Ich spreche hier aus
"
Erfahrung.
vielfölii^jer
"
'
'
Herr Prof. Rathke sagt in seiner tortreffliohen AbiJ
handlang „über die Entwickelung der Allieniwerkzeug«'
'''"
''
bei Vögeln und Siiuglhieren;" ')
„In den kurzen Angaben, welch» Jf. F. Meckel in
seinen Beitragen zur EntwickelungsgeSchichte des Her'
zens und der Lungen'der Saugthierö (Archiv
II.
4Ö2.
IV.)
über die Entstehung der Lungen mitgelheilt hat, scheint
derselbe bfhaiiplen lu itolleu, dass die Lungeln in
zum Vorschein kommen.
doppelter Zahl
iVIeine
Beob-
achtungen erlauben mir nicht, dem beizupflichten"
Ohne
nitt
für jetzt entscheiden zu wollen,
der Thatsacli« verhallt,
thiere sich wirklich nur aus einer
allniälich
der Länge nach
wie es
dass die Lungen der
theilt,
Sicfe
'Säiigi!
Masse bilden, die
sich
glaube ich die Aeusse-
rung; „tiass ich die Ursprüngliche üiiplici/ät derselben
behavplet Jiätte,"' berichtigen zu können und zu niüsisen
Ich habe niimlich
1)
weder an der vom Hrn.
Prof.
liathhe angeführten Stelle, noch überhatipt irgendwo br-
Lungen von Anfang an doppelt seyen,
habe diese Ansicht nicht einmal angedeutet, so
häufig sich auch in meinen AbhuudlungeH-, Beiträgen'^
hauptel. dass die
ja
i<jh
dem Handbuche der piil'i.ologischtn, 80 wie dem dcf
und dem Systeme der vergleichenden AliU->
meimciitirlieii
lumie die Gelegenheit gei\inden hätte
2)
aber hübe ich
tujnllig
;
gerade das Ge'gentheit
davon, namentlich in dem vom Herrn Prof. RalMie &^
''''
geführten Aufsaize bciliiiifig bemerkt.
Ich spreche
nur, namentlich bei der Beschreibung
eine« sieben Linien langen menschlichen Fötus, \on einar
Lunge' ), während
1)
ich
ausserdem von den Lungen rede.
Uiinner Abliandluiigt-n
t) Ar.hiv
II.
S. 407.
lti;;8.
\'l.
tOZ.
232
Beitrag zur EnlA\ickelungsgeschichte der Lungen.
Ferner gebe ich sowohl in der Darstellung der allgemeinen Resultate '), als bei |der Beschreibung eines
neun Linien langen menschlichen Embryo ausdrücklich
,
an^), dits^ die Lungen sehr dicht neben einander liegen; und endlich sage ich von den Lungen eines 7t
Linie langen Schafsenibryo , dass sie au ihrem obern
Ende
vereinigt scheinen
Da
habe,
ich
dass
^).
nun nirgends die Behauptung
die
aufgestellt
Lungen ursprünglich getrennt seyen,
vielmehr gerade das Gegentheil mehrmals angedeutet
habe, sehe ich in der That nicht wohl ein, wie Herr
Vioi.Rathke mich jianz unschuldigerweise eines Irrthums
geziehen hat. Schlimm genug, wenn man diesen wirklich begeht und später durch sich selbst oder den Kritikus darüber belehrt wird!
Die Thatsaohe übrigens
ist,,
wenn
sie
richtig
ist,:
in vielfacher Hinsicht interessant:
1) wegen der Uebereinkunft der Lungen, Vieren
und Nebennieren in ihrer Entwickejüng.
Noch naher
liegt wohl die mit der Thymus, dem durch Nachbarschaft und Function Jen Lungen nah verwandten Organ
,2) weil mehrere Thiere, namentlich unter den IVir-
bellhieren besonders die Opliidier, unter den Wirbellosen
viele
Gastetapoden das ganze Leben hindurch nur eine
Lunge
besitzen;
3)
in
pathologisch -anatomischer
Hinsicht,
indem
sich vielleicht aus dieser ursprünglichen Einfachheit der
Lungea
der ursprüngliche
Fällen erklären
1) S.
431.
2) S. 410.
3) S. 421.
lässt.
Mangel derselben
in
manchen
Beitrag zu der Geschichte ungewühnlicher Knochen.
233
Beitrag zu der Geschichte ungewöhnlicher
Knochen.
Von
J.
F.
M E C K E L.
JLm Sommer 1828 fand ich zufällig bei der Untersuchung der Verdauungswerkzeuge des gew'Ohiilicheii Igels
zwei ansehnliche Knochen im Zwerchfelle desselben.
Schon damals erschien diese Bitdung als regelmässig,
indem ich sie theils allein , theils mit Hülfe meines gelehrten Freundes, Herrn l'rof Eschericht zu Kopenhagen, in 6 bis S Exemplaren fand, und jetzt, wo ich bei
näherer Untersuchung des Gefiisssystems wieder auf diesen Gegenstand /.urückkaiii, sah ich dasselbe in 15 Exemplaren wieder,
so dass über die Bestiindigkcit der Bil-
dung wohl kein Zweifel Statt finden kann.
Diese Knochen liegen da, wo der von den Lendenwirbeln sehnig aufsteigende Theil des Zwerchfelles fleischig
wird
,
ungefähr der Mitte des zweiten Lendenwirbels
genau mit der Substanz des Zwerchdem Zwisrhenwirbelbande verSic sind platt, von oben nach unten, d. h. von
bunden.
dem Kücken zur liauchseite am längsten, ungefähr
3 Linien lang, von vorn nach hinten höchstens 1-j-"
hoch, von innen nach aussen sehr dünn. Ihre Spitze
gegenüber,
felles
sind
verwebt, locker mit
ruht auf diesen,
ihr
breiteres
vorderes
Ende
läuft
in
zwei kurze Zacken, eine obere und eine untere, aus.
Sie liegen gerade am obern Ende des Aortenschlitzeg
und Kchliessen
die Aorte ziemlich
eng
ein.
Sie finden
männlichen und weiblichen Thicren, noch nicht
aber beim reifen Fötus.
hieb bei
Mit dem, von tiefliichen Ueobachtern, namentlich
236
Heber den ausdehnbaren Anhang auf dem Kopfe
für den
vollkommenen Zustand. Bei jungen Thieren ist
der Knochen weit kleiner, selbst blos knorpelig. Ganz
vermisst habe ich ihn, ganz junge Thiere ausgenommen,
nur einmal bei einem erwachsenen, 11 Zoll langen weiblichen Igel.
Allerdings
scheint
also
individuelle
Ver-
wenn gleich selten, Statt zu finden. Sexuelle glaube ich kaum anzunehmen zu haben
da ich
den Knochen bei Männchen und Weibchen auf dieselbe
Weise varilrend, und das Maximum seiner Entwickelung
schiedenheit,
,
in beiden Geschlechtern gleich fand.
Eine individuelle Verschiedenheit bemerkte ich übriDie beiden Knochen waren in der Mit-
gens zweimal.
unterhalb der Aorta, zu
einem Halbringe zuübrigens nicht etwa
Alter- oder Geschlechtsverschiedenheit anzusehen, da
tellinie,
sammengeflossen.
als
Diese Bildung
ist
beide Thiere 1) jung, 2) von verschiedenem Geschlecht
waren.
Die Häufigkeit des
gend
Schfeeitiigels in der hiesigen
Ge-
meiner grossen Freude die genaue
Verfolgung meines Fundes, die mich von der grossen
verstallete mir zu
erwähnten Bildung überzeugte.
Allgeraeinheit der
Zu
wünschen wäre noch die Bestimmung der Lebensperiode,
in der sie gewöhnlich anfängt, diese aber war mir aus
Mangel an passenden Gegenständen nicht möglich.
Tin.
Ueber den ausdehnbaren Anhang auf dem Kopfe
des Klappmützen -Seehundes (Phoca cristata).
Von WiLH. Kapp,
Prof. der
Anatomie zu Tübingen.
(Mit Kupfertafel VU.)
Im
hohen Norden
findet sich ein durch die sonderbare
Gestalt seines Kopfes höchst ausgezeichnetes Thier aus
237
des Klappmützen - Seehundes.
Die Wallfischfänger bezeich-
der Familie der Robben.
nen es wegen eines besonderen, grossen, häutigen Anhanges auf dem Kopfe mit dem Namen Klappmütze ').
Da dieser Anhang seinem Baue und seiner Verrichtung
nach noch wenig bekannt ist, so will ich in Kürze angeben , was die anatomische Untersuchung mich über
dieses Organ gelehrt hat, und was ich über die Function
desselben denke.
Die äussere Nase dieses Seehundes hat eine ausserordentliche Entwickelung erreicht; aber nicht in Gestalt
eines Rüssels,
sondern dieser Theil erscheint als
Der Raum
membranös- muskulöse Blase.
eine grosse,
zwischen der äusseren Oeffnung der knöchernen Nasenhöhle und zwischen den Nasenlöchern erweitert sich zu
einem Beutel, der, wenn er von Luft ausgedehnt ist,
Raum genug hat, um den Kopf eines Menschen aufzunehmen. Dieser Sack erhebt sich unmittelbar vor dem
Auge und erstreckt sich bis zu dem vorderen Rande des
Zwiscbenkieferknochens.
Durch diese Eigenthümlicbkeit
der Organisation erhält das Thier ein fremdartiges Angehen, und die Gestalt des Kopfes unterscheidet sich
auffallend von der aller übrigen Säugethiere.
Durch eine senkrechte Scheidewand, eine Fortsetzung der Scheidewand der knöchernen Nasenhöhle wird
dieser Beutel in zwei seilliche Abtheilungen getheilt.
Auf der inneren Oberfläche
1)
findet sich eine weiche, glatte
Synonyma,
l'lioca cucullata
Hodd.
Phoca leonina Olli.
Phoca cristala Gm.
FI. p. 170.
I'aliric.
Olli,
Fauna Grocnland.
fabric. Scihrifien der naturforsclienden
UtBcllmliart vun Kopenhaj^en Ir
'l'heil.
/. E. Dekay, Annala
l.yeeum of Natural llistury üf New- York Vul. I. 1824.
Stenimatupus criitatu« Fr. Cucitr, Uict. des sciences naturelles.
of
tlie
Vol. »9.
p.
551.
Cyitopliora burealii Kilton, SkandinaTiik
Fauna
I.
S82.
238
Ueber den ausdehnbaren Anhang auf dem Kopfe
Schleimhaut, eine Fortsetzung der Schleimhaut der Nasenhöhle.
Zwischen dieser inneren Memhran und den
allgemeinen Bedeckungen ist eine Lage von Muskelfasern angebracht,
die von einer Seite zur andern sich
und manche Bündel befestigen sich an die
allgemeinen Bedeckungen der Blase. Auch in der Schei-
erstrecken,
dewand
dies
sind deutlich Muskelfasern zu erkennen
der Theil der Scheidewand,
ist
;
über-
welcher an die
knöcherne Nasenhöhle gränzt, mit einem senkrechten
Knorpel verstärkt. Andere Knorpel der Susseren Nase
Die allgemeinen Bedeckungen haben,
an Dicke abgenommen, sind aber sehr ausdehnbar, und die Haare sind
kürzer und weniger dicht stehend als auf der übrigen
Oberfläche der Haut. Die dicke Fettlage, welche aiii
übrigen Körper unter den allgemeinen Bedeckungen liegt,
fehlt an dem Beutel und wird durch eine Schicht von
sehr elastischem Zellgewebe vertreten.
Um die änsseren Nasenlöcher herum sind die Musund bilden einen ringförmigen
kelfasern angehäuft ,
Schliessmuskel. Es ist auch von den anderen Robbenarien bekannt, dass sie ihre Nasenlöcher vollkommen
finden sich nicht.
wo
sie
diesen Beutel überziehen,
verschliessen können.
Nachdem
inuskel
die äusseren Nasenlöcher ddrch den SchliesS"
verscldossen
sind,
kann von den Lungen ans
knöcherne Nasenhöhle der membranös-nmskulöse Sack, unter welcher Form die äussere Nase bei
diesem Thiere erscheint, fast kugelförmig sich aufblasen, wobei er dann beträchtlich über den Unterkiefer
Die Blutgefässe, besonders aber die Ner-:
hervorragt.
ven dieses Beutels zeichnen sich durch ihren gewundurch
die
denen Verlauf aus, damit sie nachgeben können, wenn
Wir finden auch
dieser Theil von Luft ausgedehnt wird.
sonst bei anderen Organen, welche einer beträchtlichen
Verlängerung oder Ausdehnung fähig sind, eine ahn-
239
des Klappmützen -Seehundes.
Anordnung der
liehe
Gefiisse,
so bei den Schlagadern
der Gebärnmtler, den Kranzschlagadern der Lippen, der
Durch die Ziisammenziehung der angegebenen Muskelhaut kann die Luft aus dieser Höhle
ausgestossen und dieselbe sehr betrachtlich verengert
Ziingenschlagader.
\verden.
Wenn
dem
dieser
Seehund auf den Klippen oder auf
Eise liegt und gereizt wird, so bläst er seine Nase
auf, so dass sein
Kopf dadurch auch vor den Streichen
der Wallfischränger geschützt
wird.
Bei
dem
riesen-
(Phoca proboscidea), der die
entgegengesetzte Halbkugel der Erde bewohnt, ist auch
eine ausserordentliche Ausbildung der äusseren Nase
beim männlichen Geschlechte eingetreten, sie erscheint
luässigen liüsselseehunde
aber unter der Gestalt eines Riissels.
Ohne Zweifel
Klappmützen-Seehunde dieeinen Vorrath von Luft
aufzunehmen, wodurch diese Thiere, die ihre Nahrung
unter dem Wasser zu suchen haben, fähig gemacht werser
dient beim
geriiimiige Behälter
dazu,
den, längere Zeit unter der Oberfläche des
verweili-M.
()(lut
Fubricius erzählt von
Wassers zu
dem Klappmü-
tzen-Seehunde, dass er sich dadurch auszeichne, dass
er im Stande sey, besonders lange unter dem Wasser
sich aufzuhaltco,
ohne zu athnien
').
Nach dem
allge-
meinen Gesetze, dass bei dem männlichen Geschlechte die
Athfuungswerkzeuge eine vollständigere Entwickelung er-
dem weiblichen, kommt bei dieser Klappmützen - Robbe der beschriebene Anhang der ItespirationHorgane nur dem männlichen Gcschlechte zu.
Bei
den weiblichen Thieren und bei den jungen männlichen
reichen als bei
ist
diese
membranöse Blase nur einem iiudimento nach
Olho Fahririui, auifulirliche BpBclirpiliuii);
Im «riit«n Bande der Schritten
«chenden liesellackiift zu Kupenhu;;en.
1)
•chen Keeliunde.
ilpr ypünlafidiiler
natuiliir-
240 Heber
vorhanden.
den ausdehnbaren Anhang auf dem Kopfe
etc.
In der Klasse der Reptilien bietet uns nach
den Beobachtungen von Geoffroy Haiiit-Hilaire ') das
grosse Gangeskrokodil, das in seiner Lebensart mit den
Phoken
in
mancher Hinsicht Aehnlichkeit hat, eine anawie die Klappmütze. Den er-
loge Erscheinung dar,
wachsenen männlichen Individuen dieses Krokodils ist
es eigenthiimlich, dass nicht nnr die äussere Nase zu
einer geräumigen hervorragenden Höhle ausgedehnt ist,
sondern auch der Knochen, welcher dem inneren Fliigelerscheint unter der
welche in die Nasenhöhle sich einDie Krokodile können auch, wie die Robben,
fortsatze des Keilbeines entspricht,
Form
einer Blase,
mündet.
willkiihrlich ihre
Nasenlöcher verschliessen.
Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass diese
Es
ist
mit
Räume dazu
bestimmt sind, einen Luftvorrath aufzunehmen, der diesen Reptilien beim langen Aufenthalte unter der Oberfläche des
Wassers
nützlich
ist.
Mit den Säcken, welche auf dem Kopfe der eigentlichen Cetaceen, zwischen der äusseren OetFnung der
knöchernen Nasenhöhle und dem einfachen oder doppelten Xasenloche (Spritzloche) angetroffen werden, scheint
der membranös-muskulöse Beutel des Klappmützen-Seehundes eine entfernte Aehnlichkeit zu besitzen. Bei den
Cetaceen dienen diese Säcke zum Ausspritzen des Wassers und scheinen, da sie von Zweigen des fünften
Nervenpaares mit Nerven versorgt werden, während das
erste Hirnnervenpaar fehlt,
und da
die eigentliche
Na-
senhöhle nur als ein enger, glatter Kanal ohne Neben-
höhlen und ohne Muscheln erscheint, vielleicht zugleich
An ein Ausstossen
als Geruchswerkzeuge zu dienen.
von Wasser durch die Nasenlöcher ist bei diesem See-
hunde wegen des Baues der Nasenhöhle
1)
Memoires du Museum
nicht zu denken.
d'histoire naturelle.
cherches sur l'or^anisation des Gavials.
Tom.
XII. Re-
w.
241
Von dem, diesem Seehunde verwandten, Wallross
(Tri-
Frage nach der Sphäre der Productionen
chechus rosiiiarns)
zwar
ist
u. e.
öfters behauptet
worden, es
Wasser aus durch die Nase;
ich habe aber den Ungrund dieser Angabe hinlänglich
dargethan in meiner Abhandlung über das Zahnsystem
stosse gleich den Cetaceen
des Wallrossea
').
K.
Frage nach der Sphäre der Productionen, zunächst
nacii
liier
Vorrichtung
Organisationen
der
wahrnehmbaren
sinnlicli
Production der Säfte in höheren
fiir
vom Gas
ren Flüssigkeiten.
an
bis
zu den tropfba-
Oder: Giebt es ein Saftparen-
einen besonderen vom Nerven- und
Systeme sinnlich wahrnehmbaren abge<
gränzten Apparat, nebst Reflexionen über organische Nomologie und Pathonomie.
chyma
Gcfäss
als
-
Vom
Dr.
G.
L.
Ofterdinger.
Augen springenden GegMisätze dec
organischen Thätigkeiten im kranken Zustande erweckten in mir gleichzeitig den Gedanken an Pathonomie,
JLlie stark
und
in
die
Frage, ob es eine besondere Vorrichtung für
gäbe.
Ich neigte mich bald auf die
Seite derjenigen, welche Zweifel erhoben gegen die Meinnng, als ob die Productionen durch das Nerven- und
die
die Productionen
Gefässsystem vollführt werden.
Ich wurde nicht wenig
beunruhigt durch diese Betrachtungen.
Denn was wäre
1) 8. Nalumiasenachaftliche Abhandlungen, herauagegeben
von einer UeaeUschafl in W urteoiberg. Zweiter ISand. S. 107.
Mtektli Arthiv
f.
Anat. u. l'hya. 1829.
16
242
frage nach der SpliUle der
die Lehre
Prii<Iiicliuneü u
f
w.
vom
Fieber, von der En(ziindiiiig, wie mangeliiaft die ganze Pathologie, wenn diese Vorrichtung
als ein Besonderes existirte? Eine richtige Schätzung d'et
vorhandenen Thatsachen könnte unuiöglich Statt haben,
ijnd jede wiederholte Prüfung derselben niiisste neue
Lücken und Widersprüche entdecken. In Betreff der
organischen Nomologie und der Pathonomie würde man
weit voranschreiten,
nicht
welche Weise man bei der
Bearbeitung auch wählen wollte.
Ohne zu
besorgen,' für einen Liebhaber der Dinge,
die nicht sind, für einen
warmen Verfechter des Unbe-
greiflichen, des Uebernatürlichen angesehen zu werden,
es bei der Wichtigkeit der Sache erlaubt, die Frage
noch einmal anfzuwerfen: Giebt es eine Sphäre, eine
sinnlich wahrnehmbare Vorrichtung für die Produclioist
nen,
was und wo
gen, und setzte
ist
sie
sie? Ich begann meine Forschunnach allen Richtungen fort, einge-
denk der Maxime, dass es fehlerhaft sey: irgend ein
Factum der Naturforschung isolirt zu betrachten, und.
dass der Werth jeder einzelnen Thatsache nur durch
Zusammenstellung mit aljen bekannten zu bestimmen
Ich schmeichle mir, dadurch ein Recht erwi>rben
sey.
zu haben,
über die Möglichkeit der Entdeckung der
l^phäre der Productionen zu Sprechen, und lege das Re-
meiner Untersuchungen vor.
"aucli in höheren Organisationen, so durchgängig verbreitete Capillarsystem musste meine Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Einige Bekanntschaft mit diesultat
Das,
sem Systeme
sultate
lehrt,
mit welcher Vorsicht
der Injeciionen ansehen müsse.
man
die
Re-
Alles Üehrigo
abgerechnet, so setzt der Umstand Hindernisse, dasä
man
die Injection
nicht
in
entleerte Partieen
itiachen,
und
nichts anderes injiciren kann, als Theile, die nicht
leer
an Contentum sind, im lebenden Zustande, wie im
todten , denn das Flüssige 'erstarrt im
Gewebe mit dem
Nomologie
nebst Reflexionen üb. orgao
Tode.
u.
Pathunomie.
243
Ich dachte daran, den zu untersuchenden Thei)
und dann der Betrachtung
Mit Uebergehnng der in dieser Abverschiedenen vergeblichen Versuche
seines Inhaltes zu berauben
zu unterwerfen.
sicht
gemachten
erzähle ich nur die gelungene Manier.
Höchst concentrirte wässerige Blausäure wollte ich
einem alten Kaninchen durch die aspera arteria in die
Lunge injiciren, als durch die Unmöglichkeit, das Thier
der gehörigen Lage zu halten, die Canuie in den
Oesophagus gerieth, und so die Blausäure in den MaUngeachtet ich meinen Zweck verfehlt glaubte,
gen.
öffnete ich das Thier noch warm, wie bei den früheren
Versuchen, und fand mich angenehm überrascht, meiner
Absicht näher gekommen zu seyn, als durch die früheren Injectionen in die Lunge, wo inmier die Lungen
hepatisirt angetroffen, und durch Maceriren und Auswain
Aus den GeVersuchen dünnes schwar-
schen keine Entleerung bewirkt worden.
fiigsstKiiimen
zes Blut.
floss
bei allen
Ich hatte jedesmal dieselbe zinnerne Spritze
angewendet, die genau eine Unze Wasser fasst, und
die ganze Ladung eingespritzt, wol.ei immer Blausäure
zurückgedrängt worden und ausgelaufen war, wenn die
Canuie in die aspera arteria gebracht worden. Durch
den Oesophagus eingespritzt, ging wenig Blausäure verDie Versuche wurden bei geöffneten Fenstern
loren
ond Thüren gemacht
nach
,
und
ich
geendifc'ter Kinsprilziing.
gelödteten Thieren
entfernte
mich alsbald
vom Magen aus so
man die Lungen von
Bei
aber erblickt
der Farbe des Zellstoffes, leer von Blut, und wenig Luft
enthaltend, auf sich selbst zurückgezogen, und zwar
man dieses Zurückziehen noch bei dem Oeffnen des Thorax. Die Arterien und Venen zwischen den
Langen und dem Herzen strotzen von' Blut. Solche Lungen laugen leicht tro|>fliRre Flüssigkeit in Kich, und man
beobachtet
maiw durch
alle Sorgfalt
dieselbe
von ihnen abhalten.
IG»
244
Frage nach der Sphäre der l'roductionen
u. s
w.
Aufgeblasen sind diese Lungen bei der Präparation von
durchgängig gleicher poröser Substanz; die ganze Masse
besteht, die Verästelungen der Bronchien, die ihnen parallel
laufenden Gefässverästelungen abgerechnet, aus lau-
ter Löctierchen,
culae, cellulae.
man
unterscheidet keine vascula, vesi-
Gefassstructur
stanz selbst nirgends entdecken.
hier seyen zu sehen:
konnte ich in der SubIch möchte nicht sagen,
„höchst kurze,
und mannigvon höchst
engem Durchmesser, Ilaargefässe." Ich konnte nichts sehen, als durch und durch Millionen der feinsten, dicht
faltig
anastomosirende,
viel
farblose Kanälchen
nebeneinander stehenden Löcherchen. Dem unbewaft'neten Auge ist es unmöglich, Wandungen zu unterscheiSolche parose Structur enthält die Bedingung der
den.
offensten Comnuinication
,
der feinsten Zertheilung und
der niultiplicirtesten Friction des Conlenlum, gleichgeeignet, als mächtigstes Resorptionswerkzeug, Saiigwerk,
wegen der
wie,
nicht unbeträchtlichen Elasticität,
als
kräftiges Expulsionsinstrument zu dienen, aber sie enthält auch die
Bedingung, dass darin die Flüssigkeit nach
sich bewegen könne.
Ich
mir einen Apparat verfertigen , wodurch solche Lun-
allen möglichen Richtungen
liess
gen (früher hatte ich sie vorsichtig aufgeblasen) so viel
als möglich von Luft ausgedehnt und verschlossen werden könnten, um dann getrocknet zu werden. Das LetzBei erforderlicher Geschickmir abgeht, wird dieser Versuch doch zu
tere gelang mir aber nicht.
lichkeit,
die
bewerkstelligen seyn. Die Lungen sind ein dem Capillarsystem angehöriges Organ, worin Umwandlung purpurrothen Blutes in hellrothes vorgeht, Arterienblutma-
chen, also Production.
Die Gefässwirkung ist an eine besondere eigenthümsinnlich wahrnehmbare und durch die Sinne zu
bestimmende Structur gebunden, vermittelst welcher sie
liche,
solche vollführt.
Sollte es
nun
nicht
erlaubt geyn,
zu
nebst ReOexionen üb. Organ (Comologie
sagen
:
wo
u.
245
Pathononile.
keine Gefässsfrucdir, da keine Gefässwh-kung.
kh bin weit entfernt, den Schluss von dem Baue der
Lungen auf andere Gebilde und Organe des CapillarsyBtenies
zu wagen.
Slruclnr der
Theil
Wo
es ungewiss ist,
ist
oder
,
wo
seine
von welcher
Structur
nicht
und nicht distinct den Sinnen nachgewiesen
werden kann, wo die Meinung: es bestehe ein Paren«hyma, und die Meinung: das ganze Capillarsjsteni sey
lauter Gefässverzweigung in sinnlich wahrnehmbaren, unbestreitbaren Merkmalen, durch eine der bisher gebräuchdeutlich
Uchen Präparationsmethoden noch nicht hat begründet
werden können, ist man genöthigt, sich nach neuen güliigen Bestimmungsgriinden umzusehen. Ein solcher sey
—
die Bewegung, ein sinnliches Merkmal und ein
von
unzertrennliches Merkmal.
jedem organischen Acte
Die mikroskopischen Untersuchungen haben die Bewegung des Flüssigen gezeigt, das im Capillarsystem
enthalten ist. Ueber die Art dieser Bewegung hat man
sich nicht vereinigen können, und sie wurde verschieden von Verschiedenen angegeben, Miisste ich ein Urlheil fiilien nach den verschieden hierüber gemachten
Angaben, nach dem, was ich gesehen, und wie ich es
—
nach den
oft
wiederholten Betrachtungen gefunden habe,
so würde ich sagen: die Bewegung der Blutkiigelchen
(ich bediene mich dieses Ausdruckes,
glaube,
dass es Kügelchen sind,
allgemeiner
dem
angenommene
Blut in den Geiiisscn)
ist,
ist
nicht
weil ich
sondern weil er der
und im Gcgensa(ze zu
und zu-
eine wäl/.cndc,
gleich verfolgen sie die Itichlung in der Bogenlinic, so,
dass sich dabei unzählige kleine Bügen schneiden. Nie-
Tuand «ird sie eine Gefäs.sbcncgung nennen, denn diese
ist
das
eine Propulsionsbewegung, wobei die Richtung durch
beslimmt ist.
Die Uliilkügelclicnbcwrgung im Ciipilhup;e\vebe, sey
(i'i'rüKH
ihre .\r(
die
ebengenanntc, oder eino der andern vcr-
246
Frage nach der Sphäre der Prodacttonen n.
schieden angegebenen,
die Geschwindigkeit dieser iibertrefi'ende.
vollfuhrt seine
tilcel
für
sich
;
sie
ist
«.
w.
eine eigenthiimliche, von der
Gefässbewegung ganz verschiedene,
oder
Pi'opiilsions -
ist
Bewegung aus
nicht geleitet
sich,
Jeder Bliitpar-
durch sich und
von einem Kanälchen,
noch von irgend woher milgetheilt.
Jedes Bluttheilchen
So lange diese Blutbewegung dauert, ist Blutumwandlung oder virtualischer Akt,
selbst ausserhalb des Körpers, und mit dem Aufliören
dieser Bewegung hören diese Acte auf.
Mit Stossbewegung und mit nicht geringer Gewalt geht das Blut
vom linken Ventrikel in die Arterienstänune, und aus
so
ist
dem
sein
eigener Rector.
äussersten Capillargefässe
,
das angeschnitten wor-
den, springt es in Sätzen heraus, wie bei Wurfbewegung. In der Vene ist gleichfalls Propulsionsbewegung.
Aus der angeschnittenen Vene fliesst das Blut im Stro-
me, aus dem angeschnittenen Gewebe
sickert
es aus.
Die Propulsionsbewegung des Gefasssyslemes geschieht
aber auch mit solcher Schnelligkeit, (lass im Gcfässe
keine andere Art der Bewegung, als die in gerader Linie mit gerader oder schiefer Richtung bestehen kann.
Der Abweichungen von der geraden
des Gefässsysfenies darbietet,
sie
nicht
wohl durch
die
siiid
Linie, die der
Bau
zu wenige, als dasa
Propulsionsbewegung. ausge-
glichen würden, wie leicht zugegeben wird.
Die Bliitkiigelchen'irewegung aber, eine andere Art
der Bewegung, sey sie angegeben, wie man sonst will,
kann nicht zugleich die Richtung in gerader Linie neh-
men,
also nicht in
einem Gefässe Statt finden, wegen
der allgemein ihr beigelegten eigentbiimlicben Art, wegen der Geschwindigkeit, womit beide verschiedene Arten von Bew£giingen vollführt
werden und wegen ihres
verschiedenen Grades von Geschwindigkeit.
snigestanden
angegebene
werden,
ist,
so
ist
Kann aber
dass Blulkügelchenbewegung die
sie
im Gefässe wieder nicht mög-
nebst RefluIoDeo üb. orgaii. Nimiulogie u
247
Palhoiioniie.
Ein Kürper kann sich wälzen, und zagleich die
lieh.
Bogeulinie verfolgen,
aber er kann nicht zu gleicher
Bewegung nach der
Zeil und an demselben Ort die
ge-
raden Linie machen, so kurz auch die Bogenlinic wäre.
Sobald es ausgemacht ist, dass ßlutkügelchenbewe-
gung und Propnlsionsbewegung
nicht
zu gleicher Zeit
an demselben Orte Statt finden könne, \venn erslere nur
in «inem Gewebe sich exseriren kann, das keine Gefäs.sstructur und keine Propulsionsbewegung hat, so ist
man berechtigt, die Art der Bewegung zum Bestiuimuiigsgrunde der Besonderheit der Theile zu erheben , und
zu sagen, wo Blulkiigelchenbewegung, da ist kein Geund wo Blutkiigelchenbewegung, da
füKS,
sonderes Gewebe,
ist
be-
eiu
ein besonderes Gebiet.
Bekanntlich dauert Blulkügelcheubewegung noch
nige Zeitmomente
fort,
nachdem mit dem Tode
ei-
die Pro-
pulsionsbewegung in dem Gefässsystcme aufgehört hat,
und sie wird gesehen in
vom Körper
getrennten
Theilen, wo also von niiiguheiller Bewegung keine Uede
—
mehr seyn kann.
erstere Arl der
Dies
ist
—
einer der Beweise dafür, das«
Bewegung aus
sich, für sich und durch
•ich, nicht mitgelheih ist
In dieser
ein Unterschied zwischen
dem
zwischen dem
Blut passive
—
in
-Activität.
vilät abs|irechen
noch Niemand.
liegt
auch
im Gefassc nniss sich das
lange die oiilgelheilte Pro-
im Gewebe,
verhallen,
so
pulsionsbewegung dauert;
ei
Thatsache
Bhit in den Gefässen und
Gewebe gekommen, tritt
dem Gewebe Aciizu wollen. Nachgewiesen aber hat se
Das Gewebe und da» Coijlenlum mains
Ks wäre
Unrc'cht
,
chen vereint nur eine besondere Vorrichtung aus: im
wie im Tode sind sie nicJu geschieden
A\«iJ
l^he.a
.du- .Vj:li\il^t leider
keilen sich
von den andern organischen Tiuitigr
unlerscheidcl
,
so
Kchlngp ich vor,
xiv mit
t\\
belegen,
— Begchanciiboilen (iudolcs) —
iokbesondwe aber die des Bluic» —
dem Namen
ViciUiiljirtl
—
zu
248
Frage nach der Sphäre der Productiänen
nennen.
Virtaalität
des Blutes
ist,
o. a. \i.
was man
sinnlich
bemerkt, und den Sinnen "wieder nachweisen kann. So
viel auch von der organischen Mischung seit dem genialen Reil gesproclien worden,
Was
Niemand nachgewiesen.
wandlung begriffen
so hat solche bisher
in unaufhaltsamer
ist, lägst sich
Um-
durch die chemischen
Processe nicht analysiren.
Die Säftmasse ist das farbige und farblose Blut im
Gefässsysteme und im Gewebe.
Die anderen flüssigen
Produkte alle hat man nicht in die Saftraasse begriffen
angenommen. Sie sind humores
contigui. Virtualität der
Saftmasse sey für jetzt Gerinnbarkeit, Scheidbarkeit des
So giebt es normale Virtualität, bei Entzündung die phlogistische, in
der reinen Synocha ist plus gerinnbare£ Blut ohne ScheiBlutes, beides in vielen Gradationen.
u, s. W.
Von der Mischung aber wissen wir in diesen Fällen nichts, so wenig als von der recipirlen verschiedenen Mischung des
den verschiedenen Organen
dung
—
—
zugeführten Blutes.
Eben so wenig wissen wir von
der Mischung des Blutes im heftigen Scharlach , in der
Wasserscheu vom Biss eines wuthkranken Thieres, in
der Pest, im gelben Fieber. Sehen wir aber das Blut
solcher Kranken an, wie abweichend ist nicht seine
Ich halte in diesen FälVirtualität von der normalen?
len allen die Virtualität des Blutes für ein höchst wich-
Moment, was
kelheit aufhellt,
vielleicht, genau untersucht, die Dunwelche über der Natur dieser Krank-
heiten schwebt.
Beobachtungen, dem kranken Zustande
tiges
«ntnommen, beweisen, dass das Blut in den Gefässen
und in dem Gewebe nicht Eine Continuität ausmache,
auf der sich immer dieselbe Virtualität zu gleicher Zeit
cxponire.
Die Virtualität des Venenblutes
ist
eine an-
dere, und die des Blutes durch Schröpfköpfe und Blut-
egel gewonnen, eine andere.
habe ich am Blute, auf
letztere
Phlpgistische Scheidung
Art gewonnen, noch, nie-
249
nebst Reflexionen üb. organ. N'omologie u. Patbonomie.
Irgendwo im Gewebe kann
mals beobachten können.
eine Stelle längere Zeit als
begränzte Giftstelle beste-
hen, ohne dass Krankheit besteht. Ueberhaupt zeigen
fiele pathologische Thatsachen, dass eine krankhaft virtualisirte Stelle
im Gewebe bestehen kann, und nur suc-
cessive und gradualiter das Gefässblut inficirt wird.
geheint es mir wahrscheinlich zu seyn,
Auch
dass öfters der
Entzündung Gerinnung an einer Stelle des Gewebes vorFälle von plötzlichem Befallenwerden von einem Allgemeinleiden oder von plötzlichem Tode sind
hergehe.
,
gewiss nicht, weil plötzlich die Blutvirlaalität auf beiden
Continuitäten und
haft verändert
Wenn
im Gewebe zu gleicher Zeit krank-
worden.
die Saftmasse
im Gewebe und in den Gekönnten diese Er-
rissen Eine Continuität ausmachte,
scheinungen nicht Statt finden.
die Vermuthung, dass
dem
Ich theile mit Andern
Blute Polarität inwohne, nnr
ist die Sache in sinnlich wahrnehmbaren Erscheinungen
noch eben so wenig klar dargethan, als wenig man auf
diese Vermuthung hin berechtigt ist, Eine Continuität
des Blutes in den Gefässen und im Gewebe anzuneh-
men.
Virtualität äussert sich durch Gerinnung,
dung
in
Körpers.
Schei-
im Gewebe und 'ausserhalb dea
Beispiele von erfolgter Gerinnung im Gewebe
den Gefässen,
sind: die Hepatisation, Carnification
berkulmaterie,
d.
i.
,
Granulation, Tu-
geronnene Lymphe, oder geronnener
Dunst, die falschen Membranen aus geronnenem Dunste
auf den serösen und niucosen Membranenflächen,
rothcn Punkte
die
auf den chronisch entzündet gewesenen
und wahrscheinlich dürfte noch hierher gezählt
werden jene tiefe Kölhe der Mucosa des Darmkanales,
welche Einige allein für Folge und Zeichen im lebendigen Zustande Statt gehabter Entzündung gehalten wisiSerosen,
en
wollen.
Beispiele
von erfolgter Scheidung ausserhalb
d,ei
250
Frage nach der Sphäre der Productionen
Körpers giebt das
gelassene Blut,
dung
Cruor, in Serum.
Crusta,
in
in
u.
.
w.
nämlich die ScheiIn
den Lungen
die matiere noire neben Tuberkel.
In den Gefässstämmen findet man geschiedenes Blut.
Scheidung und Gerinnung im Gefässsysteme ist immer
da, wo die Energie der Gefässwirkung in hohem Grade
vermindert
,
oder an Stellen annullirt worden.
ser Saft gerinnt, aber scheidet sich nicht.
ist
Farblo-
Wenigstens
mir von Scheidung nichts Deutliches bekannt.
Netzwerkbildung kommt von Blutvirtualität.
Fär-
bung, Entfärbung des Blutes geht im Gewebe vor, auch
ausserhalb des Körpers bei frischgelassenem Blute. Mit
Carbonisation und Decarbonisation sind unerwiesene Erklärungsarten gegeben. Erstere, inwiefern sie durch Ver-
Oxygen geschehen
lust des
soll, ist
durch kein einziges
Factum nachgewiesen worden, und warum wird abgestorbenes Blut, der atmosphärischen Luft ausgesetzt, nicht
bellroth, und warum nur virlualisches Blut?
Haben
die Ijiiiphiidschen Gefiisse, die
wurzeln, eine andere Wirkung da,
und was
für eine?
tionen durch einen
als
im Gewebe
Gefässwirkung,
Gelungene Injeclioncn oder Infiltralymphatischen Gefässstamm zeigen,
Man
dass alles aus lymphatischen Gefä.ssen besteht.
müsste daran glauben, wenn man auf eben die Art
nicht auch
ji^inmal
—
alles zur Arterie
und Vene machen könnte,
aus einem Gewebe, wie die Lungen sind,
k»nn man machen, was man
will,
—
vermittelst der
Injeclion.
Wenn
gründe
die bis hierher aufgeführten Thatsachen als
gelten
können
pillarsystem nicht gan?
für die
dem
Meinung, dass das Ca-
Gefässsystein angehöre, und
dass neben diesem ein besonderes Gebiet, eine eigenihüniliche Vorrichtung sey, wenn die Thatsache wahrhaftig ist,
dass
f>on hellrothera
in
dieser Vorrichtung Blutumwandliing
eu purpurrothem Blute, und umgekehrt,
nebst Reflexionen üb, or^a. Nomologie
önd Blutuniwandlong
sind
iliese
u.
Pathonomie.
anderen Flüssigkeiten
die
in
Tlialsachen als Fäden
zu
251
alle
be-
vorgelie,
so
Irachten,
welche zu der Entdeckung des SaflparenchyEben aber, weil es nicht von dem Gefäss-
nia leiten.
Bysteme getrennt angebracht
rakteren
ist,
weil es mit den Cha-
der Besonderheit in das -Nerven- und Gefass-
gystem hinein versenkt
ist,
oder diese
in
jenes, findet
ein inniger reciproker Einfluss aller auf einander Statt.
Die Erscheinungen alle, die vielen merkwürdigen
dass die
Versuche und Experiiuente hierüber lehren
Wirkungen des Nerven - Gefässsystemes und des Saft,
parenchyma auf und zu einander keine andere physiound pathologische' Beziehung als die des Ein-
logische
flusses haben.
Der
Einfluss aber ändert nicht das
der andern Wirkungen, jede bleibt, wag sie
ist,
Weseo
Nervell-
wirkung, Gefässwirkung, Saflparenchymawirkung. Der
Einfluss ist ein directer, oder indirecter und nach Proportion.
Z. B. nach den bisher bekannten Versuchen
ist
der Einfluss der Nervenwirkung auf Secrction
eio
directer in der Proportion wie plus, und somit ein jnodilicirtes
Producl bedingend
bedingend.
,
oder <lessen Modification
Ohne den Nebenwirkungseinfluss
entsteht
aber doch ein Product, nur ein anderes, nicht als Se-
crelum modilicirtes.
Beginnt mit diesen Daten eine reelle Aussicht auf
Entdeckung des Saftzur Entdeckung
der Sphäre der I'rodiiclionen gethan, und die Basis gegeben, von der aus weiter vorangcschrillcn werden kann.
Ist es auch ausgemacht, dass eine Sphäre der ProduGtionen existirt, so sind immer noch die Fragen unbeantworlel gelassen: auf welche Art und Weise und durch
welche Bedingungen geschehen die Productioncn? Diese
Fragr-u gehen das Saflparenchjmn an, die Ernährung,
die Miigliclikeit der vollständigen
parencbyiiia,
so
ist
der erste Schritt
das W'aclislhum, die V crduuuug und Zeugung.
L'm eich
252
Frage nach der Sphäre der Produetionen
u.
i.
w.
der Erscheinung hier zn nähern, müssen ohne Zweifel
andere Wege eingeschlagen werden , als die bis jetzt
—
betretenen gewesen sind.
Eine andere Richtung,
diese Frage zu verfolgen,
kranke Zustand dar.
Bei allen Krankheiten , oder sehr deutlich durch den
ganzen Verlauf der Krankheit hindurch beim Fieber und
der Entzündung haben die Aerzte längst einen Gegen«
Satz (man erlaube mir für jetzt diesen Ausdruck) zwischen den Thätigkeiten des Nerven - und Gefässsystemes und zwischen jenen der parenchymatösen Organe
und solchen Ausbreitungen (Membranen) beobachtet. Einerseits der schwankende Begriff von Parenchyma und
die Unmöglichkeit dieses vom Gefässsystem zu unterscheiden, auf der andern Seite pathologische Theorieen,
geboren von dunklen Vorstellungen und einer aus sinnlich wahrnehmbaren Thatsachen fehlerhaft geübten Ab-'
straction, haben gewisse Aerzte abgelenkt von dem Wege
der calculirten Empirie, und sie bewogen, die VerfolMan hatte diese
gung dieser Thatsache aufzugeben.
Gegensätze, vom Parenchyma entnommen, in Gruppen
gefasst, und sie Status genannt. So hatte man den Status gastricus, Status biliosus, Status pituitosus und Stabietet der
tus
putridus (Putridität begründet
virtualität)
aufgestellt.
in
krankhafter Blut-
Diese Status machen
oft
findet
sich,
dass das
sie
das
und es
Charakteristische epidemischer Krankheiten aus ,
begleitende Fieber bald ein
symptomatisches, bald idiaetata
ist.
Durchliest
man
die
Berichte der Aerzte über weitverbreitete Epidemieen, oder
hat
man
selbst
mehrere Epidemieen behandelt, so entgeht
es nicht, dass in einer und derselben Epidemie da der
Status vorzugsweise von
febris
idiaetata
begleitet
ist,
dort von febris symptomatica, und die Krankheit sonst
dieselbe
ist.
So besieht Modificatio einer und derselben
ist nicht febris intercurrens. Es
KrankheitsEariUi und es
nedat KeSexionen üb. organ. Nomoingie
u,
253
Pathoaoniie.
und gab Zeiten und Gegenden, wo diese
Status selten oder gar nicht beobachtet werden, und wo
Fieber eine Reihe von Jahren hindurch herrschen, die
rein von diesen Status, und die nach allen Beziehungen
giebt aber,
als
bezeichnet sind;
idiaetata
febris
von Synocha, Synochus.
Wärme als etwas, was
so in der Foriu
Man
betrachtete mit Recht die
man
nicht zu den Producten
organischer Thätigkeit rechnen dürfe, ^ber
man
hatte
Aufmerksamkeit nicht
in dem Maasse zuzuwenden, um ausser Acht zu lassen,
dass solche Plus^^ä^meentbindung immer mit Plusgasdieser Erscheinung die
Unrecht,
entwickelung auf der Oberhaut und durch die Lungen
verbunden
lich
sey.
Gasentwickelung in Quantität geschieht ausschliessdurch parenchymatöse Organe und hier im Fieber
,
namentlich durch die Lungen und Oberhaut, und
ist
Pro-
duct so gut, als irgend eine tropfbare Flüssigkeit im Saft-
Daneben beobachtet man
parenchynia erzeugt.
in die-
sen reinen Fiebern eine Turgescenz der sichtbaren
branen (im ^'erlaufe des Synochus,
übergegangen
,
freilich
ist
wo
die Turgescenz
er in
Mem-
Typhus
der sichtba-
Membranen verschwunden), und eine eigenlhümliche Beschalfenhcit der Mucosa der oberen Zungenlläche
ren
und der Mundhohle,
Fiebern durch
alle
die aber so
wenig, als in anderen
Stadien der Krankheit durch die-
und in verschiedenen Stadien, bei höheniederem Krankheitsstande, eine verschiedene
Diese reine Synocha ist auf plusgerinnbare Blut-
selbe bleibt,
rem
Oller
wird.
virlualilät basirt,
der reine Synochus auf minusgerinn-
bare blutvirtuaUtüt,
beides sicher und leicht aus
dem
Die genannten Erscheinungen,
Plusuärmeentbindung, Plusgascntwickelung und Plusfüllc
der sichtbaren Membranen wären, in einen Status zuammengcfasst, mit dem Worte
Status turgor
zu
Pulse
zu
dignoKciren.
—
belegen.
—
Sie bildet in diesen Fiebern, als in einer Pur-
254
Frage nach der Sphäre der Productionen
u.
«.
w.
parenchymatöser Organe begründet, den Gegensatz
von dem modus febrilis, wie die andern genannten Sta-
tie
tus
in
andern Fiebern.
entweder
Krise,
in
d.
i.
Der
Status lurgot
endigt sich
Ausleerungen paren-.
Coliiquation durch solche.
in kritische
chymatoser Organe oder in
Die Gruppen der reinen Synocha oder des reinen Synochus wären: (nyog, modus febrilis, Status turgor, Coliiquation, oder nicht und Krise, und sind febres idiaetatae oder das fievre
essentielle
der Franzosen.
der andern Status oder Entzündung mit
idiaetata
febris
ist
Die
Cyclus
in
Diese alle hallen den
Die reine febris idiaetata durch-
complicata.
hippokratischen Cyclus.
läuft diesen
Eine
solcher febris
24 Stunden, in 7
febris complicata endigt in
— 14 — 21 Tage».
Genesung oder Tod
niemals vor dein I4ten Tage, wenn nicht Fehler oder
die Heftigkeit der Krankheit den Tod früher herbeigeBei einer Dauer über den 21sten Tag ist die
führt.
idiaetata
und complicata in symptomatisches Fieber ver-
wandelt worden.
Status turgor und
modus
febrilis in
den symptoma-
tischen Fiebern sind in keinen bestimmten Zeitraum eingeschlossen: man kann kaum ein ungefähres Minimum
oder
Maximum
der Zeit festsetzen, die sie dauern.
Sie
sind anomale Fieber, inwiefern sie den hippokratischen
Cyclus nicht halten, nicht einmal immer per nychtheme-
ohne regelmässige Remission und Exacerkönnen sogar bisweilen auf einen oder einige
Tage intermittiren, und erscheinen dann mit mehr oder
weniger Heftigkeit wieder. Die symptomatischen Fieber
rum,
sie sind
bation, sie
sind
basirt
auf irgend einen Status (den Status turgor
hier nur symptomatisch ist) oder auf-
ausgenommen, der
chronische Entzündung.
Die genannten Status alle, so sehr sie unter sich
und vom Status turgor differiren, haben das mit einander und mit letzterem gemein, dass ihr Sitz in paren-
255
nebst Keflexionen üb. orgaii. Nonicilogia u. Pathonomie.
chymatosen Ausbreitungen oder in solchen Organen ist,
und sie machen besondere Partieen derselben aus, di«
was ganz anderes sind,
als
wissen aber schon lange,
in einer
genannten Status, selbst
Die Aerzle
Entzündung.
dass in Verbindung mit
tridus eine entzündliche Atfection oder wirkliche
dung,
in
dem
Periode des Status pu-
Entzün-
dieser oder jener parenchymatösen Stelle zu-
gleich bestehen kann.
Man
hat einen Status nervosus aufgestellt, aber so
widersprechende Symptome in diese Gruppe
aufgenommen, dass der Begriff davon eben so unbestimmt
viele sich
wie von Malignität. Wie diese scharfbegränzten besonderen Status, so giebt es noch mehrere andere, und
ist,
überhaupt bestimmte mannichfaltige Gruppen und Krank-
Weiche Breite man der Gesundheit auch
ist sie in der Erscheinung immer ein
heitsformen.
geben mag,
so
verschieden modißcirter Zustand von vielen Graden, und
somit stellt sie sich in verschiedenen Formen im Individuum dar.
Die Xatur, die überall in unendlich mannichfaltigen
besonderen Formen sich wiederholt, ist in Betreff der
kranken Tonnen nicht erschöpft gebliehen. Die sinnTichen .Merkmale der aufgezählten Status
machen diese
zu mehreren besonderen-, als solche für jeden wahrnehm-
und wiederholen sich als besondere seit JahrtauSomit giebt es eine Pathologie,
eine Doctrin von niannichfaliigen besondern krankhaften Zustünden, und von noch mannichfaliigern Krankheiisformen nach Genus und Species.
Die besondern
bar,
senden unendliche .Male.
Formen erscheinen nur
endlichen Gradationen.
individuell modificirt
und
in
un-
Der Sinn und der Verstand aber
onterscheidet die besondere Fornt, die Modificalion und
Wtire e» nicht so, so wäre es ein ewiges Suchen in ciinmerischer Dunkelheit; es könnte keine Beobachtung, keine Erfahrung geben, keine Paiho-
die Gradation.
256
Frage nach der Sphäre der Productionen
u. g.
w.
und keine Pathonomie. Ist die complcte Kenntniss
des Organismus errungen, so fallen die Vorwürfe weg,
welche in Betreff der Abweichungen der Pathologieen,
Nosographieen und Therapieen und der 150 Fieherdefinitionen der Medicin, der Erfahrung und des Verstan»
des gemacht werden.
logie
Der
Begriff von Fieber konnte nicht aufgestellt wer-
man den modus febrilis nicht aufgestellt hat.
Durch ihn wird Fieber möglich, wirklich und nothwenEin organisches Wesen, was kein Nerven- und
dig.
kein Gefässsystem hat, kann niemals an Fieber leiden.
den, weil
Das Wesen des Fiebers drückt sich allein in den Erscheinungen, Symptomen aus, welche an dem Nerven- und
Gefässsystem beobachtet werden. Von ihnen allein entnimmt der Arzt Bestimmungen über das Daseyn des Fiebers. Nur von Erscheinungen , aus den beiden Systemen
zusammengefasst, ist das Daseyn von Fieber mit Sicherheit und Bestimmtheit nachzuweisen, und so niusstea
die Erscheinungen, die beide ein Fieber darbieten, in
Eben darum kann der
Eine Gruppe gefasst werden.
modus febrilis nur Faciesverschiedenheit haben, keine
Das
Grade.
quantitative
der Gefässthätigkeit
ein
ist
Verhältniss der Nerven- und
in fieberhaften
Krankheiten
oft
verschiedenes, und muss als solches für sich und
besonders beachtet und gemessen werden.
Die Facies
dem Pathologen, dem Nosographen,
dem Therapeuten und dem Pathonomen. Die Facies je«
selbst
ist
wichtig
der Fieberspecies ist eine gesetzlich verschiedene.
Ich habe diese Andeutungen zu machen mir erlaubt,
nicht im Wahne, damit ätwas Neues gesagt zu haben,
sondern
tigkeiten
um
die alte Thatsache des Gegensatzes der
Thä-
der parenchymatösen Organe und Gebiete zu
den Systemen
in
Erinnerung zu bringen, und um bei
wovon gleich Anfangs Erwäh-
folgender Sätzeaufstellung,
nung geschehen, nicht missveistanden zu weiden.
nebst Reflcnionen üb. organ, Nomologie u. Pathonomie.
Um
einen deullichen Begrift" von
zu hüben
,
257
der Entzündung
werden die Erscheinungen gesondert.
Man
auf welche, die ihr eigenthüiiilich sind, und auf
solche, die sie mit andern Kranliheiten gemein hat.
trifft
Nimmt man den Status turgor, den modus febrilig weg,
so bleibt, was der Entzündung eigcnthümlich ist, und
was ihre Basis ausmacht.
Maihefte
lui
vom
vorigen Jahre des Journales für
praktische Heilkunde p, 113 redet Harr Staatsrath Hii-
felund von dem Kerne der Entzündung, ohne den Be«
Aus diesem Qrunde
griff davon näher zu bestimmen.
halte ich es für unbescheiden, wenn ich mich dieses
Wortes bedienen wollte, und lasse es noch bei dem
—
Basis.
Worte
Inßummalio verai Diese Basis !st« was sie ist, ohne
Status turgor und ohne modus febrilis, auch giebt es
keinen modus inflammatorius. Die Basis ist aliein
durch und für sich selbst, so in niederen Organi-i
In
sationen.
der menschlichen Organisation
immer mit dem modus
.
wo
-uuin Fidlen,
^.ai
?•
:
fcbrili.s,
Tod
der eintretende
ist sie
oder ohne diesen nur
diesen, oder ihre
Erhebung zu Entzündung verhindert hat. Die Basi.<!
Aet Entzündung entsteht und kann nur dann entstehen, wenn das Parencbyma ausser Stand gesetzt ist,
(He offenste Comniunication,
und
die
niulliplicirtcste
diese Bedingung
ein
ist
die feinste Zertheilung
Ericlion
Mininmm lon Bewegung,
ctum halte
ich
zu
gobeti.
Durch
absolut gesetzt, Minusbewegung,
für verilicirt.
Stillstand.
Dieses Fa-
Ich bin aber durchaus
licht der Meinung, als ob die Lehre von der Entzündung durch mikrüsko|iisclie llnlcrsuchuiigen ^u
erf^rüodeil scy, und will blus bcincTklich machen, das»
die BaNi« der Entzündung im Parenchjina residirc.
An
der entziiii<llichen Basis wird ferner beohachlcl
ijrtlicbe
iMuKuäiMiecntbindung.
Meckcln AK-liiv
f.
A.iBl
u.
VUyH. 1829.
17
258
Frage nach der Sphäre der Productioncn
Zu den bekannten
Febri» idiaelata:
malen, die
am
hört im Qtyog
u. s.
«.
sinnlichen
Merk-
Parenchynia beobachtet werden, ge-
—
Nichtfiille, iVlinuswärmeenthinilung,
Minusgasentwickelung.
Im
statns tiirgor
—
Plusfiille^
Pluswärmeentbindung Phisgasentwickelung.
Inflammatio vera: Die entzündliche (phlogistische) Basis
macht eine Stelle aus. Da die Distinction zwischen
entzündlicher Basis, Entzündung und zwischen>jener
und den Folgen der Entzündung, blutiger, seröser,
lymphatischer Ueberschüttung bisher nicht gemacht
worden, so konnte dieser Satz auch nicht als be,
wiesen aufgestellt werden.
Pebris idiaelata: Der
^'(jof
und der Status turgor neh-
men immer mehrere parenchymatöse
Gebiete ein.
Inflammatio vera: Bald mit der Entwickelung der entzündlichen Basis wird entzündliche (phlogistische)
Virtualität auf der Venencontinuität exponirt.
Febris idiaelata: Fieber ist bei jeder Blutvirtualität.
Inflammatio vera: In der Entzündung ist das Product,
die
Menge des durch die Vorgänge gelieferten sey
immer condensirt oder mit conden-
gross oder klein,
sirtem gemischt.
Febri» idiaelata: Im Fieber ist die grösste Menge des
das
durch die Vorgänge gelieferten Productes
—
—
Gas.
Inflammatio vera:
Erhebung der phlogistlschen Basis
zu Entzündung geschieht durch
die
Wirkung
der
Systeme (der Nerven und Gefässe) (modus feljrills).
Febris idiaelata: Erhebung des Qiyog zum Fieber geachiehet durch die Wirkung der Systeme (modus febrilis).
Inftammatio vera:
Es giebt
drei
Arten der Erhebung
der phlogistlschen Basis zur Entzündung.
Febris idiaelata: Im Fieber ist nur eine Art der Er-
hebung.
nebst Reflexionen üb. organ. Nomologie
Inflammalio vera:
In
259
u. l'athunaniie.
der Eütziindung
ist
das
zuerst
GeHisss) stein influirt von der Farenchjmawirkung.
Febri» idiaeluta: Im Fieber ist zuerst das iXervensystera influirt von der Parenchymavvirkung.
Inflammalio vera: In der Entzündung ist der Einfluss
noch
der Parenchjniawirkung auf das Gefässsjslein
—
durch Blutvirtualität.
Febri» idiaetata:
Im Fieber
ist
der EinDuss der Partn-
chyniawirkung auf das Gefässsystem
—
durch
die
Quantität des Blutes.
iHflammaiio vera:
In
der chronischen Entzündung
ist
Plugwärmeentbindung an die phlogisticirte Stelle oder
an deren nahe Nachbarschaft gebunden.
Fehrit idiaelaia: Im Fieber ist erhöhte. Wärmeieinperaiar über Gebiete veibreilet.
Das Genug der Entzündung und das Genus des
P^ie-
bers sind anders bedingt.
Inflammalio vera: Der p/yof bei der Entzündung gehört
dem Fieber an , sey es idiaelata oder symptomatica.
Febri» idiaelaia: Der (tiyog ist deni Fieber eigenthün>lich.
ist nicht Krise, beide sind was von eipander
ganz Verschiedeneg.
Harmonie und Vollständigkeit in der Pathologie deti
Refolulio
Fiebers wird erst seyn,
wenn
Entdeckung des Saftgemacht ist, und ir»,der
Leiire von der Enl/.iindung erst, nachdem iiese .Entdeckung und die Bestimmung der Virtualität und der
damit zusammcnhängendca Beziehungen vollendet sind.
Dann ijit nmn im Stande, eine faclische Basis beider
Lehren aufzustellen, proportional den errungenen That-
^eMebeg und
die
seiner Thäiigkcil
gachen.
Nur wenige Ileflexionen über organische Nomologie
und über Pathonomic mögen den Schluss nmchen.
Der
als das
Gelungengte allgemein anerkannte Ver-
17'
260
Frage nach der Sphäre der Proiluctionen
such über organische Nomologie
V.
Kielmeyer geht nicht über die
fühlt
und
u. s.
w.
vom Hrn. ^taat.srath
Wirkung hinaus. Man
schon da, dass der Grössenninassstab nicht zureicht,
um nach mehreren Gesetzen in
sieht sich ängstlich
dem grossen
Gebiete der organischen Thätigkeiten, wo
der gesetzlichen Verhalten mehrere bestehen müssen als
im unorganischen Reiche, wegen der vervielfahigten be-
sonderen Zwecke, die
in der
organischen Natur erreicht
Zwecke von einem und
demselben allgemeinen oder dem obersten Gesetze umWenn man, was thunlich ist, bei
fasst seyn möchten.
den Nerven und Gefässen eben so, wie beim Saftparen-werden sollen
,
obgleich alle
chyma, die Wirkungen
in ihre Vorgänge auflöst, so entstehen weitere gesetzliche Verhalten, Gesetze der Vorgänge jeder einzelnen Wirkung unter sich, und daneben
Vorgänge der Wirkungen zn einander
erblickt
man
noch
mehreren Beziehungen
in
die
als vorher.
Die Gesetze der Function zu Function > diese zu
Da
aber Function
nichts anderes ist als Coaction mehrerer
Wiikungen zu
Wirkung konnten bestimmt werden.
einem besonderen Zwecke, so
fehlte die weitere Einsicht,
weil die Vorgänge keiner Wirkung geschieden sind, in
das Verhalten der Vorgänge der in der Function vval»
tenden Wirkungen.
Gesetze der Tendenzen bleiben immer undeutlich,
weil der materiale Apparat für die Produciionen als ein
Besonderes nicht existirte; es war Gefäss oder Nerve;
diese zerstörten sich selbst und anderes, und schati'ten
sich selbst
und anderes. Der schatTenden Tendenz war
alles Materiale geraubt.
Das
fässen eingeschlussen, der
Blut konnte wohl, in Gie-
immerwährenden
Proptilsions-
bewegung ausgesetzt seyn, der Carbonique, das Azot
•und das Oxygen, welches letztere noch dazu das AVort
—
Plasticität
—
entbehrlich machte, diese' glichen
lalle
Einwürfe aus, die davon her gemacht worden, dass das
nebst Reflexionen üb. organ. Xomologie
u.
261
Pathouoraie.
SO gebannte Blut, aus dem Alles im Körper und namentlich alle Flüssigkeiten entstehen, und Bestand neh-
men, dass überhaupt Blutnniwandlung in und zu allen
Formen, bei der eminentesten Passivität, die ihm mit
der Propulsionsbewegung des Gefasssystemes aufgedrun-
gen
nicht
ist,
—
eine „Quelle organischer Thätigkeil"
{Hiifeland) seyn, noch active Tendenz haben könne.
Die Beschaffenheiten als solche waren nicht da, und
namentlich war die Virtualität der Säftemasse aus ihren Rechten verdrängt durch die Nerven und Gefässe,
deren Dignität
man
alles aufgeladen.
Der Gesetze des reciproken
Einflusses konnten aus
den nämlichen Ursachen nur wenige seyn.
suche
zeigen.
ben,
es wird sich hier die Verwirrung
es,
Kaum
als es
am Ende
ist
nes mehr
glaubt
man
schon wieder
ist.
Man veram meisten
ein Gesetz erhascht zu ha-
luodificirt
werden muss, und
es so verclausulirt, dass es so gut als kei-
Daher der schwankende Zustand der
or-
ganologischen Docirinen überhaupt.
Als Momente für organische Nomologie bestünden
Dan die Tendenzen, die Beschaffenheiten, die Wirkungen, Vorgänge, Functionen, der reciproke Einfluss, an
welchen sich die Gesetze der Ausgleichungen anschliesgen lassen, und das Verhalten zur Aussenwelt.
:
Dieses ist bei der Entwerfung der Pathonomle das
Nämliche; aber es schien mir, dass, nach dem Stande
der Dinge, ein Unterschied für jetzt zt» machen sey,
zwischen der I'athonomie als der organischen Nomologie
im engern Sinne angehörend, und zwischen der prakti-.
gehen i'athonomie.
Die praktische Medicin,
von dem
Zufalle und der Empirie geboren, und in ihrer Entwicke-
lung
oft
gesondert von den naturwisKenscIiaftlichen Do-
clrinon einhcrxchrcilend, hat von ihrem Entstehen an ei-
nen eigenthümlichen Charakter bekommen, der
sie
andern TheiJen der Naturwisgensuhnft auszeichnet.
vor
For-
262
Frage nach der Sphäre der Productionen
men, von ihren
fortgeführt,
den
für
dürfen
niemals
vielleicht
wegen der Kunstübung
,
selbst.
praktische Pathonoraie
die
Momente gegeben,
verwischt wer-
Es sind deshalb
noch andere particulare
sehr zu
beherzigen sind.
Sie
das natürliche System (das Einzige, das
soll allerdings
es geben
die
w.
u. s.
und Jahrhunderte lang
Stiftern gesetzt,
kann
ebensowohl der pathischen Zustände
)
(Pathologie) als der Thatsachen der Therapie, mit
nem Worte,
seyn; aber es schien mir darauf anzukommen,
die kostbaren Arbeiten
1)
ei-
das System der medicinischen Erfahrungen
vorerst
derer zu benutzen, die
nns vorangegangen sind;
2) der praktischen Pathonomie eine solche Stellung
zu geben,
dass neben den errimgenen Schätzen jede
Entdeckung einer neuen Thatsache aufgenommen werden könne, ohne dass das eine das andere hindere,
oder ihm enlgcgenslehe, und
3) dass sie die factischen Grundlagen der medici
nischen Indicadonen enthalte.
Aus dem hier Ge.sagten erhellet, dass ich nicht der
Meinung seyn kann
als sey die palhonomia practica
nach Einfall und AVillkühr zu entwerfen. Aber ich halte
,
Ihre Schöpfung
nicht
sowohl und
arduuni, mulla scientiarum
et
für
allein
ein
opus
varia amplectens, als ih-
rer Natur nach geeignet, von Mehreren im Vereine bearbeitet
Anders
zu werden.
bleibt Alles
Fragment, was
Hierbei kann ich abermals eine Benicht unterdrücken
AVer eine Reihe von Jah-
es bisher gewesen.
merkung
ren
Arzt gehandelt hat,
als
räume
wem
es in solchem Zeit-
sich in der
darum zu thnn gewesen
Kunst, Krankheiten zu heilen, und die Kunst selbst zu
ernstlich
,
vervollkommnen, der überzeugt sich, dass, so sehr man
auch für die ganz neue Zeit eingenommen seyn mag,
ihre
in der Therapie weder so wichtig,
gewesen, dass die anderen Heilarten,
Entdeckungen
noch so
vielfältig
nebst Reflexionen üb. organ. Nnmologie u
Pathononiie.
263
werden könnten , und
doch geschieht dieses zum grossen Schaden der Kunst
und der Kranken. Das eben Gesagte gilt doppelt für
alle Heilmitlel darüber vergessen
diejenigen Therapieen
,
die
von einer theoretischen An-
oder von einem einzelnen generalisirten therapeu-
sicht,
Salze ausgegangen.
tischen
Der Schaden wird
nicht
gerade im Augenblicke immer so deutlich bemerkt, vie-
wegen, die hier anzuführen nicht am
Aber jeder beobachtende Arzt^erfährt welche
ler Zufälligkeiten
Ort
ist.
,
Unbilden das kranke Publicum ganze Generationen hindurch davon zu leiden hat;
nicht der Opfer zu erwähnen, welche solchen theoretischen Ansichten und jenen
generalisirten Sätzen bei weilgreifenden heftigen Epide-
mieen oder
in
weitläufigen
Hospitalanstalten
gebracht
werden. Diesem Uebelstande kann nach meiner Ansicht
Pathononiie abhelfen.
allein die
die viele Jahrhunderte
liier stehen die Facta,
hindurch immer dieselben gewe-
sen, unter allen möglichen
Umständen immer dieselben
geblieben sind, und trotz aller Theorieen und Hypothesen, und sie stehen hier in einem so imposanten Lichte,
dem neuen Guten und vor allen nur erTheorieen nicht übersehen werden können.
Denn die pathonomia practica enthält nur solche ThatSBchen, deren faclisclie Iteziehungen alle gekannt, die
dass
vor
sie
ginnlichen
zo allen Zeilen die gleichen sind , und welche als solche wieder nachgewiesen werden können.
An dieses
unvergängliche Werk lassen sich neue Thatsachen ansobald
sie zu demselben Grade von Zuverlüsvon historischer Gewissheit gelangt sind
und
nur auf diesem Wege werden der Menschheit bleibende
rrihen,
•igkeit
und
,
,
sen
Vortheile von den Aerzten gesichert, und da
reelle
keinerlei
ist,
neue
F'nidcckung, Verbesserung ausgeschlos-
«olchc Vortheile geschalion und vervielfältigt.
Die (Jeschichte der
Hasih.
als
die
in
.Vledicin
sinnlich
lilirl,
dass jede andere
wahrnehmburcn Thatsachen
264 Ueber
Mangel
d.
d.
linken Niere bei einem Schweine,
bestehende, keine Basis dci INIedicin
dem
es nun
ist.
Ich unterwerfe
Urlheile der gelehrtesten und einsichtsvoll-
sten Richter,
in
wieweit die vorgebrachten Thatsachen
hierzu brauchbar sind.
X.
Ueber den Mangel der linken Niere bei einem
Schweine, und über das Vorkommen einer A^asserblase an deren Stelle.
Von
G.
Busch,
Apotheker
in Bleckede.
Mitgetheilt durch den Medicinalrath Fitcher in Lüneburg.
MJas
Schvpein, wobei sich diese abnorme Bildung vor-
war zweijährig und
fand,
storben,
nicht natürlichen Todes- ge-
sondern gemästet geschlachtet worden.
Nach
der Angabe des Besitzers war es immer gesund gewesen
und
hatte niemals geferkelt.
einen Niere vertretende,
kleineren aneinander hängenden
wovon jede
setzt,
besass
,
Die,
die Stelle der
Blase fand sich aus mehreren
einzelne eine
Häuten zusammengenierenförmi;^e Gestalt
und nach Innen mit einer Oeß'nung versehen
war, so dass die darin befindliche Flüssigkeit mit einan-
der communioirte.
Dag
absolute
Gewicht der Flüssig-
6 Civilpfunde , sie besass eine schwach
weingelbe Farbe bei vollkommener Durchsichtigkeit, war
geruchlos und hatte einen milden alkalisch - salzigen
keit
betrug
Geschmack, indessen bekam
cher an einem
ein Theil derselben, wel-
warmen Orte aufbewahrt war,
bald ei-
nen hervorstechenden ammoniakulischen Geruch wie
lender Urin.
Ihre speciiische Schwere betrug 1,007.
fau-
u. üb. d.
Vorkominen einer Wasserblase an deren
Stelle.
~65
Verhallen der Flüssigkeit gegen Reagenden:
a)
Im frischen Zustande reagirte sie weder auf Lakmus noch Curcumäpapier, erlangte aber die Eigenschaft
das letzlere zu bräunen,
willige Zersetzung, als
kochen.
Da
sowohl durch
frei-
auch durch einmaliges Auf-
die aufgekochte Flüssigkeit keinen be-
merkbaren Animoniakgeruch entwickelte, und die
Farbe des dadurch gebräunten Curcuuiäpapieres durch
Erwärmen nicht wie^lerkehrte, so war hieraus die
Anwesenheit von Kali oder Natron ersichtlich, und
zwar niussten solche als neutrale kohlensaure Salaie
darin rorkomnien, da die Flüssigkeit erst im gekochten Zustande alkalisch reagirle; dass solches wirklich
der Fall war, bestätigte sich noch dadurch, indem
ein Theil der Flüssigkeit, in Verbindung mit einem
pneumalischen Rohre, welches man 'in Kalkwasser
tauchte, gesetzt, letzteres während des Kochens
schwach trübte. Uebrigens behielt dieselbe durch das
Kochen ihre natürliche Klarheit bei, und nur durch
fortgeselates Verdunsten
Menge
sonderte
sich
eine geringe
eines flockigen liudinicntes daraus ab. Die nar
einmal aufgekochte Flüssigkeit lieferte nach Verlauf
von mehreren Stunden kloine farbenlose Kristalle,
welche sich
als
phosphorsaure Ammoniak-Biltererde
(Dieselbe Verbindung sah ich
EU erkennen gaben.
oftmals aus frischem menschlichen
siren
b)
Harne
kr^stalli-
).
Säuren trübten dieselbe nur sehr unbedeutend, der
Zusatz der.'telben verursachte aber an den A\^änden
der Gläser,
worin der Versuch vorgenommen wurKohlensäure häufige Cas-
de, durch die entweichende
blaspn.
c)
Salznaurcr Flarjt erzeugte einen wcis.sen
rr:ici|)itat
darin, welcher grijsstentheils in Salpetersäure unauflöslich war.
2'66
Ueber
d.
Mangel
d) Salpelei'saures
eben so,
d. linken
Niere bei einem Schweine,
und essigsaures Bleioxyd verhielten sich
dem Unterschiede,
mit
dass
die
Nieder-
schläge in Salpetersäure gänzlich auflöslich waren.
e)
Salpetersaures Silberoxyd und salpetersaures Quecksilberoxydul bewirkten weisse, nur wenig in Satpetersäure lösliche Präcipitate.
J') Aetzsublimat brachte
bung darin hervor.
sehr
eine
unbedeutende Trü-
g) Durch schwefelsaures Kupferoxyd entstand ein hellgrüner Präcipitat.
h) Galläpfeltinctur trübte dieselbe.
»')
Weingeist verminderte die Klarheit derselben nicht.
kohlensaures Natron
Aetzammoniak und
k) Aetzkali
,
,
kohlensaures
Ammoniak
erregten permanente Trübun-
gen darin, die beiden ersteren unter Entwickelung
eines schwachen Ammoniakgeruches.
/)
Phosphorsaures
Ammoniak
reagirte
ähnlich,
aber
stärker.
Wirkung.
Diese angeführten Kcactionen erweisen in der Flüssigkeit, ausser thierischer extractiver Materie und etwas
m)
Kleesaiires Amiiioniak zeigte sich ohne
EiweissstofT, die
Gegenwart kohlensaurer, schwefelsau-
rer und salzsaurer Alkalien,
so wie auch einen Gehalt
an phosphorsaurer Ammoniak-Bittererde.
Um
zur näheren Kenntniss derselben zu gelangen,
-wurde ein Theil der Flüssigkeit bei massiger Wärme
Die so weit eingeengte
bis zur Sjrupsdicke verdunstet.
Flüssigkeit besass eine bräunliche Farbe; dnrch wiederholte Behandlung derselben mit Alkohol löste sich ein
bedeutender Theil davon unter Hinterlassung einer braun-
gefärbten Salzmasse auf, und die alkoholische Auflösung
lieferte vorsichtig verdunstet ein gelbbraunes Extracl,
das
sich
in
Wasser unter Absetzen
kleiner
warziger
Punkte auflöste, welche als eine harzige Materie erkannt wurden. Zur Erforschung eines muthmaasslicheii
u.
üb
d.
Vorkommen
einer Wasserblase an deren Stelle.
Ilarnstoffgehahes versetzte
Bi^lieit
ich
267
syriipförmige Fliis-
die
mit Salpetersäure, wotlurch sich sofort eine
Men-
ge kleiner Krystalle absonderten, welche, nachdem sie
mittelst Ausbreiten auf Druckpapier von anhängender
Feuchtigkeit befreit worden waren
durc
,
h Sättigung mit
kohlensaurem Natron und Exiraction mit Weingeist prismatische Krystalle durch freiwilliges Verdunsten lieferten,
sich durch ihren eigenthümlichein nussartigen Geschmack, indifferentes Verhalten gegen Lakmus und
Curcumäpapicr, vollkommene Zersetzung in Ammoniak
bei der Hitze, ohne Rückstand zu hinterlassen, als Uarn-
die
stolT charakterii^irlen.
Der vom Alkohol nicht aufgenommene Theil löste
im Wasser; die Auflösung war bräun-
sich grösstentheils
lich
gefärbt von einem
ctivstolt',
sie lieferte
Gehalle an thierischem Exfra-
durch Verdunsten theils hexaedri-
8che, theils kubische Krystalle, eine Mutterlauge, wel*
che nur schwierig krystallisirte und eine starke Neigung,
die atmosphärische Feuchtigkeit zu absorbiren, äusserte.
Die Krystalle wurden nun ferner durch Prüfen mit salzsaurem Baryt, salpetersaurem Silberoxyd, Weinsteinsäi^e und l'lalinsolution als schwefelsaures und salzsaures Kali erkannt, und der Gehalt der Mutlerlauge an
.
kohlensaurem Kali ebenfalls durch die beiden letzten
Kengenlien nachgewiesen. Der von der Behandlung mit
Wasser zurückgebliebene Theil obiger Salzmasse wurde
von
verdünnter
Salpetersäure
unter
eine« geringen flockigen Rückstandes,
Hinterlassung
welcher sich als
EiwcisKstoir verhielt, ohne Eftervesccnz aufgenommen.
Die Auflösung gab, nachdem
ihres SäureüberschusKP»
sie
durch
Ammoniak
beraubt worden war,
mit Sil-
Kalk und Rarylauflöiiung ein weisses in Salpetersilure vollkommen uuflösliches i'räcipilHt', Kali, Natron und Ammoniak sowohl
im kaustischen hIs kohlensauren /ustande zersetzten sie
berHoliilion einen cigellicn, mit Rlei,
268 Ueber
tinler
d.
Mangel
d.
linken Niere bei einem Schweine,
Absonderung weisser Niederschläge, nach Art der
phosphorsauren erdigen Salze; kleesaure Alkalien reagirten wie vorhin nicht darauf, woraus die gänzliche
Abwesenheit von phosphorsaurem Kalk hervorgeht, welches mir um so merkwürdiger scheint, indem ich früher ein Blasenconcrcment eines Schweines zu untersu-
chen Gelegenheit hatte, das ebenfalls nur aus phosphorsaurer
Ammoniak -Bitlererde zusammengesetzt
Es scheint
war.
dieses zu der sehr wahrscheinlichen
Ver—
niuthung zu berechtigen, dass der phosphorsaure Kalk
nicht zu den gewöhnlicheren ßestandtheilen des Harns
dieser Thiere gehöre.
Ciuant it at iv
e
Analyse.
1.
Sechzehn Unzen der Flüssigkeit hinterliessen durch
bis zur Syrupsdicke einen t24
Gran wiegenden Rückstand; derselbe verlor durch wiederholte Behandlung mit absolutem Alkohol 64 Gran am
Gewicht, und stellte nun eine braune krumliche Salzvorsichtiges Verdunsten
woraus zu schliessen ist, dass der Weinden darin befindlichen Wassergehalt hinweg ge-.
nomraen hatte. Die alkoholische Auflösung wurde bei
inasse dar,
geist
sehr gelinder
um
Wärme
bis
zur Syrupsfornx verdunstet,
so viel als möglich die Zersetzung des darin be-
und darauf mit Sal-Die hierdurch gebildete krystallinische Verbindung lieferte, nachdem die Salpetersäure
durch Sättigen mit kohlensaurem Natron davon getrennt,
und das salpetersaure Natron durch Krystallisation ge-
findlichen Harnstoffes zu verhüten,
petersäure versetzt.
schieden,
durch Ausziehen mit absolutem Alkohol 12,5
Gr. krystallisirten Harnstoö,
welcher noch Spuren der
und durch
Die
eine wasserhaltige, in Wein-
früher erwähnten harzigen IVJaterie enthielt,
nochmaliges Umkrystallisiren rein erhalten wurde.
fehlenden 51,5 Gr. sind als
u. üb. d.
Vorkommen
einer Wasserblase an deren Stelle.
geist auflösliche thierische Substanz
269
anzunehmen, wel-
che wegen ihrer starken Fallbarkeit durch GalläpfelausZDg und Zerfliessen an der Luft als eine osmazoinartige
Materie angesehen werden kann.
2.
Der
in
(1) hinterbliebene,
mit Alkohol erschBf)f(e
Rückstand wog (iO Gran. Er wurde mit Wasser übergössen und durch Filtration von dem gebildeten BodenDie aU
satze getrennt, dessen Gewicht 8,5 Gr. betrug.
kalische Auflösung neutralisirte ich genau mit einer Salpetersäure von bekannter Sättigungscapacität,
wodurch
ein Kaligehalt von 8,5 Gr. als basisch -kohlensaures Salz
angenommen gefunden wurde, welche
= 9,8991
Gr..
des
neutralen Salzes sind.
3.
Die neutralisirte Flüssigkeit vom vorigen Versuche
wurde zur Bestimmung des schwefelsauren und salzsau*en Kali iil zwei gleiche Theile gebracht, und in der
Absicht
eine llUlfte mit salzsaurem Barjt zerlegt.
die
Das Gewicht
des gebildeten schwefelsauren Baryts war
10,5 Gr., also für das ganze Pfund 21 Gr.
nun an,
Nimmt man
dass 100 Theile schwefelsaurer Baryt 74,831
Theile schwefelsaures Kalt anzeigen, so sind für die erhaltenen 21
Gr.
schwefelsauren Barytes 15,71-ijl Gr.
schwefelsaures Kall zu berechnen.
Die andere
bersolulion
Ilalfic gab durch Zersetzung mit Sil10 Gr. Chlorsilber, das l'fund demnach 20
=
Cr, welche, wenn 100 Theile Chlorsilber
51,9787
aalzsaurem Kali sind, 13,9574 Gr. dieses Salzes nachweisen.
4.
Die
in (2)
vom Wasser
nicht angegrifl'enen 8,5 Gr.
270 Veber den Mangel
wurden
der linken Niere bei eiaeni
von Salpetersäure
welche schon früherhin
bis
auf
2,5
als Eiweissstoff
o. a
Gr.
w.
aufgelöst,
bemerklich ge-
niacht sind, die Salpetersäure Auflösung lieferte, durch'
Präcipilation mit
Ammoniak,
6,5 Gr. phosphorsaure
Am-
moniak- Bitlererde.
Vergleicht
man
die Zahlenwerthe
von den Versu-
chen 2, 3 und 4, so crgiebt sich an den in Arbeit genommenen 60 Gr. ein Verlust von 12,42899 Gr., welche
als ein in
Wasser
betrachtet
werden müssen.
auflöslicher thierischer Extracdvstoff
Vorstehenden Resultaten zufolge sind in 16 Unzen
der untersuchten Flüssigkeit enthalten:
HarnstofT nebst Spuren von Harz
Osmazomartige Materie
Neutral, kohlensaures Kali
Schwefelsaures Kali
Salzsaures Kali
Phosphorsaure
Ammoniak -Bittererde
Eiweissstoff
Thierischer Extractivstoff
=
=
=
=
=
=r
=
=
12,50000
51,50000
9,89910
10,71451
13,95740
6,50000
1,50000
12,42899
124.00000 Gr.
Die
aufgefundenen
Bestandtheile
der
Flüssigkeit
im Allgemeinen für ihre Identität 'mit dem
thierischen Harne, und es scheint mir diese Missbildung
in mehrfacher Hinsiiht Interesse zu gewähren und der
sprechen
öffentlichen Mittheilung werth zu sejn.
L'eb. U.
Wirk.
«1.
Bisses
siidamer. Giftschlangen u.s. w.
d.
27.1
XI.
Ueber die Wirkung des Bisses der südamerikanisciien Giftschlangen, und die von mir dagegen
angewandte Heilmethode*).
"Von
J.
R.
R
E N G G E R, Dr.
das ösdiche SüdameWirkung, welche der
der Giftschlangen jenes Landes auf den Menschen
M} ast
alle
Reisebeschreiber,
die
rika besucht haben, erwähnen der
Biss
hervorbringt,
und führen
Ileilmiltel
an, die in einigen
Theilen desselben dagegen angewandt werden.
Ihre
An-
Für diejenigen meiner Leser, welche den Zahnbau der
ihre Giftdrüsen, und die Art, wie das Gift von
diesen in die Wunde übergelit, nicht kennen, miigen folgende
1)
Giftschlangen,
kurze .\ngaben dienfn.
Die amerikanischen Giftschlangen haben in jedem OberkicferUnochen ge»i>hnlich nur einen Zahn, hingegen linden sich bei
ihnen, wie bei den nicht giltigen Schlangen, eine Ueihe von
Zahnen auf jedem Gaumenbeine und eine auf jede«) Aste der
Unterkiiinlade vor. Alle diese Zahne sind kegelforniig, sehr spitz
zulaufend und in etwas rückuärls gebogen. Die Gaumen- und
Unterkieferzähne erreichen eine Länge von einer bis anderthalb,
diejenigen der Oberkiefer hingegen
Diese letzteren sitzen
hohl und
am
von vier bis sechs Linien.
vorderen Ende der Oberkinnlade, sind
aaf ihrer vorderen
Seite
an der Spitze und an der
Wurzel mit einer Spalte versehen, durch
die sich die ilühle nach
Sie nind die uigenannten Giftzahne.
den anderen Zahnen werden diese Giftzähne perioditch durch neue ersetzt.
Dieser Wechsel geht auf folgend« Art
von Statten. Am vorderen Knde des Oberkiefers linden sich neben
uuen
lifTnet
Gleich
einander zwei Krhabeiihejten, von denen aber gewiihnlich nur «ine
mit einem Zahne versehen
ist
Hat nun dieser ein gewissen Alter
vom Knochen abgestossen, und es setzt sich,
.\bstussung vor sich geht, ein neuer /ahn an die
erreicht, so wird er
«tthrend diese
daneben itehende Erhaben lieit. Ui«se neuen Zahne bdden sich in
einem kleinen Beutel aus, »elchcr nulie an> vorderen ülide ei-
272 Hebet
d.
Wirkung
d.
Bisses
d.
südamei". Giftschlangen,
gaben über diesen Gegenstand stimmen jedoch nur selten
mit einander überein; zuweilen stehen sie sogar im ofl'enbarsten Widerspruche. So ist, z. B., nach dem Einen
der Biss der südamerikanischen Klapperschlange für Menschen und Thiere absolut tödtlich , während er von Anderen blos als gefährlich, und wieder von Anderen beinahe
demnach auch
gegen diesen Biss in allen Fallen
für unzureichend. Andere haben zuweilen epne günstige
Wirkung von denselben gesehen und noch Andere gelben das unschuldigste Kraut als ein bewährtes Mitte)}
für unschädlich erklärt wird; Einige halten
die kräftigsten Ueiünittel
,
en an.
i'
,
Die Ursache dieser widersprechenden Meinangen
liegt
ne» jeden Olierkicferknochens unter dem Zahnfleische liegt. De^Wechsel muss sehr häufig Statt linden , ifideni der Beutel ininiea
vier bis sechs
Zähne
enthält,
von denen die einen mehr, die aa«
Zuweilen geschieht es, Hcnn
deren weniger au.sgebildet sind.
der junge Zahn sich schneller ansetzt, als der alte abgestosseJl
wird , dass die Schlangen an einem der Oberkieferknochen zwei
neben einander stehende Giftzähne haben, vun denen aber deif
Tagen abrällt
Im Ruhezustände sehen die Giftzähne mit
eine nach wenigen
hinten,
wenn
ihrer Spitze nach
sich aber die Schlange ihrer bedienen will, so rieh*
tet sie dieselben auf, so dass ihre Spitze nach unten sieht, iiib
Oberkieferknochen sind nämlich beweglich, und das Thicr kamt
sie nach Willkühr ein kleines Kreissegment von yOiu and oberi
nach hinten und unten beschreiben lassen.
Das Gift wird durch zwei Drüsen abgesondert, welche, bloa
Ihr .\us«
TOti der Haut bedeckt, gleich unter den .\ugen liegen.
fiihrungsgang endet sich unter dem Zahnfleische, welches dlH
Oberö Spalte des Giftzahnes bedekt. Wenn nun das Thier beis»
sen will, und die Giftzähne aufrichtet, so iiben die Muskeln, weit
che diese Bewegung hervorbringen, zu gleicher Zeit einen Druck
auf die Giftdriisen aus und treiben das Gift in den Ausführungsgang, von wo es durch die obere Spalte in den Giftzahn, und
von
da durch die untere Spalte
übergeht.
in
die
geschlagene
Wunde
und eine dagegen angewandte Heilmethode.
grüsstenlheils darin,
273
dass die Reisenden -während ihres
kurzen Aufenthaltes in einer und derselben Gegend nur
wenige Beoljachlungen über die Wirkung des Schlangengiftes auf den Menschen und der gegen dasselbe ange-
wandten Heilmittel machen konnten, dass sie daher blos
nach einzelnen Fallen urtheillen, und so, wie man weiter unten sehen wird, die Wirkung des Giftes und der
Heilmittel bald zu hoch , bald zu niedrig anschlagen
mussten. Hierzu kommt noch, dass sie, bei dem Mangel eigener Erfahrung, gewöhnlich den Erzählungen der
Landeseinwohner unbedingten Glauben beimaasson und
dieselben, wie dies z. B. Herr Spix that '), unter ihre
Die Siidnaturhistorischen Beobachtungen aufnahmen.
amerikaner aber, zu dem, dass sie oft eine besondere
Freude daran finden, dem leichtgläubigen Fremden die
unsinnigsten Mährchen aufzubürden, unterscheiden keineswegs die giftigen Schlangen ihres Landes genau von
den unschädlichen. Sie kennen gewöhnlich blos die grossen Galtungen beider Abtheilungen und von diesen nur
die ausgewachsenen Individuen, verwechseln aber täglich die kleineren Gattungen und die jungen Individuen
weswegen man auch ihren Angaben über
der grösseren,
die
Wirkung
des Bisses einer Schlange,
diejenige eines Heilmittels,
Mein sechsjähriger Aufenthalt
mir,
so wie über
niemals trauen kann.
in
Paraguay gestattete
Reihe von Beobachtungen
über die Folgen,
welche der Biss der Giftschlangen bei dem Menschen
nnd bei ver.icliiedeneu Thicren nach sich zieht, anzueine
und einige Versuche zu machen, diesen Folgen
Die Resultate meiner
sie zu heben.
Forschungen über die Behandlungsart dieser Vergiftung
stellen,
vorzubeugen, oder
ind jedoch noch
sehr geringfügig, können aber 8|iätorcn
Ueiscnden, welche Paraguay oder Brasilien besuchen, für
1) Ser|i«nluin braiiilienaiuni
ilcchttt .\rcliiv
f.
ipeciei novae
Anat. u. l'hy». 18«a.
,
p.
6i et neq.
1«
274
Ueber
d.
Wirkung
d.
Biates
d.
südamer. Giftssclilangeu
ihre Untersuchungen über das Schlangengift oder in ei-
nem durch
verursachten Unglücksfalle vielleicht
dieses
von einigem Nutzen seyu.
Paraguay beherbergt mehrere Gattungen Ton Gift?,
schlangen, welche zu den Geschlechtern Crotahis, Bothrops, Laehesis, Cophias, Elaps u.
einer jeden
Biss
dem Körper
von
s.
0er
kann in
w. gehören.
diesen Schlangenarten
des iVIenschen und der warmblütigen Thiere
eine Krankheit hervorbringen, die häutig mit
dem Tode
und die in ihrem Verlaufe immer die gleichen
Erscheinungen darbietet, ob sie nun durch das Gift der
einen oder der anderen Gattung der genannten GeschlechJedoch bat nicht jeder Biss, selbst
ter entstanden sey.
von der nämlichen Gattung und von dem nämlichen Individuum, immer die gleiche Wirksamkeit. Diese, hängt
vielmehr von. verschiedenen Umständen ab, die bis jetzt
endet,
Bestimmung der Gefährlichkeit einer Giftschlange
genug sind berücksichtigt worden.
Im Allgemeinen ist in Paraguay der Biss der gros-
bei der
nicht
sen und der ausgewachsenen Giftschlangen gefährlicher
als derjenige der kleinen und der unuusgevvachsenen. Der
Grund
dieser Erscheinung liegt aber keineswegs in ei-
ner verschiedenen Wirksamkeit des Giftes, sondern blos
darin, dass die ersteren mehr Gift absondern, und dass
ihre
Zähne
bei der
Verwundung
dies bei den letzteren der Fall
ist.
tiefer eindringen,
Wird das
als
Gift auch
des kleinsten Individuums in hinreichender Menge in
den Körper gebracht, so bringt es die nändichen Er-
So
scheinungen hervor, wie dasjenige des giüssten.
starb eine junge Katze, die ich von sechs etwa drei
Tage EÜten Klapperschlangen belssen liess, nach wenigen Stunden,
während zwei andere Katzen von einem
einzigen Bisse dieser kleinen Thiere keinen nachtheiligen Einfluss zu verspüren schienen.
Ferner hängt die Gefährlichkeit des Bisses von
dem
275
und eine dagegen angewandte lleihuethode.
Zustande ab, in welchem sich
blicke des Beissens
ist,
Sa ist dessen M'irkung
wenn das Thier vorher gereizt
sey es,
dass im Zorne die Ausscheidung
des Giftes überhand nimmt,
gewöhnlich
als
in
Schlange im Augen-
befindet.
schneller und heftiger,
worden
«lie
die
und
Wunde
sich
somit mehr Gift
ergiesst,
oder dass die
Schlange mit mehr Gewalt cinbeisst und eine tiefere
Wunde beibringt, wo sich dann das Gift weiter verbreitet,
als
es
bei
nicht
gereixteiu Znstande der
Fall
wäre. Daher werden Menschen, welche von einer Schlan-
ge verletzt werden, die sie zu tödteo versuchten, gewöhnlich heftiger angegritFen, als wenn sie nur zufälliger Weise einen Biss erhalten. Katzen, Hunde und
Hühner, die ich von gereizten Klapper.schlangen beissen
Hess,
dem
starben
Hat
oder
schneller,
als
wenn
diese letzteren vor
Bisse nicht aufgebracht waren.
eine Giftschlange so eben einen
lässt
man
sie
Fang gemacht,
wiederholt in einen weichen Gegen-
stand, wie in ein Stück Fleisch, beissen, so bringt gleich
ijachher ihr Biss nur selten eine heftige, zuweilen auch
gar keine
Wirkung hervor, indem das vorhandene
Gift
durch da« wiederholte Beissen grösstentheils oder ganz
ist
ausgeführt worden, und hiermit die
Wunden
nur we-
nig oder gar nicht vergiftet werden.
Bekanntlich bat die Temperatur einen bedcuten<ten
und
Paraguay das Thermometer nie bis auf Mull
füllt, «o äussern doch die Giftschlangen während der
kühlen Wintertage weit weniger Lebenskraft als im SomEinfluss
auf die Lehcnsthäligkeit der Schlangen,
wiewohl
in
mer.
Sie sind alsdann halb erstarrt, bewegen »ich nur
leiten
und «ehr langsam
,
fressen gar nicht
,
oder doch
nur wenig und haben
Mühe zu verdauen. Auch die
GifiabNondcriuig scheint dann in geringerem Grade Statt
zu finden als bei wurmer Witterung; wenigstens ist der
IS'
276 Ueber
Wirkung
«1.
d.
Bisse»
li.
südamcr. Giftschlangen
Biss der Giftschiangea während der kalten Jahreszeit
Sommer, wozu iihrigens auch
mag, dass ihnen im Winter die
nicht so gefährlich wie im
der Umsland beilragen
Kraft
fehlt, liefe
Wunden
zu versetzen.
Liegen
sie je-
doch mehrere Wochen oder Monate hindurch in Erstarrung, so sammelt sich am Ende das Gift an, und ihr
erster Biss nach dem Erwachen hat eine schnell zer-
Ehen so
störende AMrkung.
dem
ihre
sie
Haut
furchtbar ist derselbe, nach-
abgestreift
haben.
Die Schlangen
wechseln nämlich, wie bekannt, mit ihrer Haut auch
die Verbindungshaut des Auges, die Conjunctiva: während diese abstirbt und sich von der neuen unter ihr
sind sie des Gesichtes
befindlichen Conjunctiva trennt,
Nahrung
nachgehen und
einem Schlupfwinkel
Unterdessen geht aber die Absonderung des Gifliegen.
so dass beim ersten Bi.ssc
tes fortwährend vor sich
können
beraubt,
bleiben gewöhnlich
ihrer
still
nicht
in irgend
,
nach
dem
Abstreifen der
selben sich in die
Für
ist
die
Haut
Wunde
eine grosse
Menge
des-
ergiesst.
Wirksamkeit des Bisses einer Giftschlange
welcher Theil des Körpers
Verwundungen' gefässreicher Theile,, oder
auch nicht gleichgültig,
verletzt sey.
solcher,
wo
die GefUsse oberflächlich liegen,
gefährlicher als Verletzungen
sind weit
von Theilen, die nur we-
nige oder nur tief liegende Gefässe darbieten. Aeusserst
ist ein Biss, wenn er in ein grösseres Blutge-
bösartig
Hingegen wirkt das Gift nur sehr langwie ich dieses an iiichreren Säugethieren
versucht habe, auf einen blossgel^eglen Nerven oder auf
eine Sehne gebracht wird; und wahrscheinlich würde es;
fäss eindringt.
sam, wenn
es,
wenn es nicht all;,
o-ar keine Wirkung hervorbringen,
mälig durch das hinzutretende Blut , das aus den Rän-^
dem der Wunde dringt, an Theile gespült würde , wo.
äch
verletzte Blutgefässe finden.
In Theilen endlich, woj
gar k^ine Gefasse- vorhanden sind
,
wie in den hornar-
und eine dagegeu angewaiidle
ligen Schwielen der
Gift gar keine krankhaften
277
Heiliuclliude.
Hände und der
Fiisse,
Erscheinungen
bringt das
liervor.
Endlich hängt der Grad der Wirksamkeit des Schlangengiftes auch von der Constitution
und dem Temperadem Zustande
inenic der gebissenen Person, so wie von
ab,
in
welciiem sich dieselbe in
sie gebissen
Personen werden von
liche
fen
wird, befindet.
dem
gesunde und starke;
als
dem Augenblicke, wo
Kachektische und schwäcliGifte heftiger angegrif-
phlegmatische oder niu-
Menschen ertragen dasselbe besser
thigc
als sanguini-
nach starker Bewegung und bei
sche oder furchtsame;
beschleunigtem Kreislaufe des Blutes wirkt es schneller
ruhigem l'ulsschlage.
Die Behauptung einiger Heisenden, dass das Schlangengift bei den liidianern weniger Wirkung hervorbringe
als bei den Weissen, bei den weissen Creolen weniger
als bei den Europäern u. s. w. ist ganz irrig.
Indianetr,
Neger, Europäer, Creolen, Mulatten und Metis werden
alle, wenn die Umstände, welche deurBiss begleiten^
die nändichen sind , gleich heftig und auf die gleiche
Weise von dem Gifte angegrill'en , und ich sah den
als bei
wildlebenden Indianer eben so schnell demselben unlcr*
als den Spanier und deh Engländer.
,
liegen
Die Erscheinangen welche der. Bi.ss d«r Giflg«hlangen in dem Körpeir des Menschen und einiger Galtungen von Thierea hervorbringt, sind folgende:
,
Wird
ein
d«n von einer
Mensch unter den Ungunst igirien UmslänGiftschlange' gebissen,
so kanti Aan Gilt
in fwcnigon
Minuten seinon Leben leini Jklnde. machen.
Diesen l'all sah ieii jedoch nur zweimal, und dies bei
'" ' rn. Das eine der.selben. eine
Indianerin, etwa zwei
.lU
'
ilttd
"T
voh /st'ipm KBrppfltnnc^i'
der nulle
i'-n
Ilis^
erhielt,''
seiner Aeltoi'i» 'Im Grase
indem
Wrum-
von einer grossen Klappcrschtange
^^'angc gIcicK unlcr dem, A*IK<'
Nach 10
278
lieber d.
Wirkung
d.
Bisses
d.
ciidamer. Giftschlangen
Minuten fand ich das Kind srhon in den letzten Zügen, wiewohl unlerdessen die Mutter unaufhörlich gesucht halte, das Gift durch Saugen mit dein
Wunde
der
Munde
aus
Mit todtblassem Gesichte,
gebrochenen und halb geschlossenen Augen und halb
herauszuziehen.
Munde
Kind unbeweglich auf dem
und ohne Empfindung, aber nicht sieif, sondern ganz schlaff und blieben in der Lage, welche man ihnen gab, liegen. Der
Herzschlag war kaum mehr fühlbar, unregelmässig, zitternd. Das Alheniholen ging nur sehr langsam und hiit
Anstrengung von Statten. Im Munde zeigte sich etwas
Schaum. Das Auge und das Ohr schienen keine Empfänglichkeit mehr für äussere Eindrücke zu besitzen. Ein
kalter und ziemlich reichlicher Schweiss war über den
ganzen Körper verbreitet. Nach drei bis vier Minuten
erschienen einige, kautn bemerkijare Zuckungen im Gesichte; das Kind athmete noch drei bis vier Mal mit tiefem Röcheln und verschied. Die Stelle der Verwtindung
zeigte bei meiner Ankunft etwas Höthe und eine üdegeötfnetcm
lag das
Bette; seine Extremitäten waren kalt
nintnse Anschwellung, welche beide aber wahrscheinlich
Saugen der Mntter waren herDie Wunde selbst bestand aus zwei
kleinen Oeftnungen , wie durch den Stich einer groben
Nähnadel gemacht, aus denen etwas blutiges Serum hervordrang. Einige Stunden nach dem Tode des Kindes
schritt ich zur Seclion ').
Bei Untersuchung der gebis-
btos durch das
heftige
vorgebracht worden.
senen Stelle bemerkte
in
ich,
dass einer der Giflzähne bis
das foramen infraorbitale eingedrungen war;
ob «r
1) Da in einem so warmen Lande, wie Paraguay, die Leicbpn schnell in I'äulniss übergehen, A\e."!\vegen aie auch gewohnStunden begraben werden, so niuss der Arzt
li'h innerhalb
halft
H
nach dem Tode zur Section schreiten,
»elben einige Belehrung ziehen will.
wenn
er atts
det'-
und eine dagegpii angewandte
279
lleilnictliode.
da einen Nerven oder ein Gefäss verletzt hatte,
aliej'
konnte ich nicht HUsniilteln.
venösen
die
Kchienen
siniis
In
der Schüdelhöhle ei-
der dura
inater
mehr
als
hingegen
ziemlich
war etna«
glark mit Blute angefüllt, auch die pia niater
gewöhnlich eingespritzt; in detn Gehirne selbst
konnte ich keine Verändernng Wahrnehmen.
Weder zwischen den Hirnhäuten noch
in
den Ventri-
keln fand sich eine ausgeschwitzte Flüssigkeit.
Die Lun-
gen waren mit Blute angefüllt, ehen so die beiden Hohiadern, das rechte Herzohr, die rechte Herzkammer und
die arleria pulmonalis;
was Schaum, welcher
in
der Luftröhre zeigte sich
et-
den kleineren Verzweigungen
derselben durch Beimischung von Blut röthlich gefärbt
war. Die Eingeweide des Bauches waren in ihrem naDas Kückenmark konnte ich nicht
türlichen Zustande.
untersuchen.
Noch
in
Das Blut
soll
ich
hier
zeigte keine Zersetzung.
bemerken, dass
Kinde, nach der Aussage seines A'nters,
sich bei
dem
vor meiner
Ankunft einige conviilsivisrhe Bewegungen, wie ein Zilund ein ilückwärtsbiegen des Itnin-
lern der Extremitäten
pfes, ge/.eigt hatten.
Das zweite Kind, der Sohn eines weissen Creolen,
war ungefähr drei Jahre alt und von gesundem KörAls ich eine halbe Stunde, nachdem es von
perbaue
Lachesis rhond)eatn, in den linken
Vorderarm war gehissen worden, zu ihm kam, fand ich
Von den Umstehenden erfuhr ich, der
es schon todt.
Krank« habe bald nach dem Bisse grosse Mattigkeit,
einer Giftschlange,
gezeigt und sich auch zwei oder drei
dann seyen Zuckungen Her Extreiuitüten eitiffctrcten , woranf er nngefäbr unter den näiiilicliMi J-.rM(4ieiniing<-ri, wie Hie oben Kind iH'Mchriebnn wor-4<eri. ilen Gerat soll aufgegeben balmn.
Di» troRlInsen
Aellcrn erlanblen mir nicht ihr einziges Kind zu «11AjigHt lind
J>iirst
.Male erbrochen;
neh,
ao das« ich nitr'4lie
Wnnde
nntersuchen könnt«.
280 Ueber
d.
An
nahm
Wirkung
d. Bisses d.
BÜdamer. Giftschlangen
da man kein anderes Mittel als
das Auflegen gekauter Tabaksblättcr angewandt hatte,
ausser einer kaum merklichen Anschwellung keine Verdieser
ich
,
änderung wahr, und nur zwei kleine blutige Punkte
zeigten an, dass zwei Zähne der Schlange in den Arm
eingedrungen waren. Nach sorgfältiger Aufhebung der
Haut fand
ich,
dass beide Zähne die vena cephalica
oder vena radialis externa ungefähr in der Mitte des
Vorderarmes
hatten;
getroft'en
Säugethieren und Vögeln bringt das
zuweilen noch schneller eine tüdtlich«
Hei einigen
Schlangengift
Wirkung
So sah
ich Jagdhunde, welche beim
von einer Giftschlange in die
Schnautze gebissen wurden, nach ^ier bis fünf Minuten
sterben.
Eine Katze, die ich durch eine gereizte Klap-
hervor.
Aufspüren
des Wildes
perschlange inden Hals beissen liess, war nach neun
Minuten todt;eirii junger Cebtis' Azarae, der einen Biss
von der nämlichen Schlange ins Gesicht erhielt, starb
nach vier Minuten eben so schnell gingen einige Hühner und Enten zu Grunde, die ich dem Bisse von Lachcsis rhombeata und Cophias jamraea aussetzte.
Bei
;
.allen
diesen Tbicren gingen dein
Tode keine anderen
Lähmung der
Extiemitäten, der Sinnorgane und endlich der Lungen,
Erscheinungeit voran als Zuckungen und
^iei tranken nämlich kurz nach den^ Bisse zusammen,
suchten'
sich
zu Hod^n;
wieder zu erheben und fielen von neuem
machten convulsivische Bewegungen mit
sie
den Extremitäten und dem Rückgrathe, schienen das G»uftd das Gesicht zu verlieren und athmeten mit' im-
hör
mer zunehmender Schwierigkeife
An
den, sah
wo
derrStelle,
<.:
•
.
.:>'
n
:v
i
,
waren iTenrUndeb wor-
man weder Geschwulst noch Entzündung,
dern nur weniges^
«in
zum Zeichen, dass
letzt,
die Thiehe
waren.
son-
das Zellgewebe ausgetretenes Blut,
ein
oder mehrere Blutgefässe ver-
Bei der Section fawliich
die.
inneren Or-
231
und eine dagegen angewandte Heilmethode.
gnnc immer in ihrem natürlichen Zustande, ausser dass
die Lungen, das rechte llerzohr und die rechte Herzkammer, die Hohladern und die arteria pulnionalis
stark mit Blut, aber dies ohne Zersetzung, angefüllt
erschienen.
Gewöhnlich aber wirkt das Schlangengift nicht so
wie in den angeführten Fällen, sondern es zeigt sich eine Reaction, ein Bestreben des Organismus, um theils den fremdartigen Stoft'aus dem Körschnell zerstörend
per auszustossen, oder ihn zu assirailircn, theils die hervorgebrachten Störungen zu heben, welches Bestreben
jedoch für sich allein nur selten im Stande ist , das Le-
Im
ben zu erhalten.
man
Falle des Unterliegens beobachtet
folgende Erscheinungen:
Bald nach dem Bisse ergreift den Verwundeten grosse Mattigkeit in den (jliedern;
gen und
Das
ängstlich.
rolh, bald blass; der
krampfhaft;
Wunde
Umfang
abwechselnd bald
Herzschlag wird unregeluiä^sig und
zugleich
Bchwiilt an,
er wird niedergeschla-
€^egicht ist
tritt
ohne
Uebelkeit
einige
ein.
Die
sich eigentlich zu entzünden)
Farbe j die mir votl
durchgcschmtztem Cruor herzurühren
Einige Personen beklagen sich: über heftigö
schien.
Schmerzen in der Wunde, andere hingegen nicht. Der
Vnisijclilag wird beschleunigt, wobei er voll,. aber weich
Es stellen sich Schwindel, Kopfschmerzen, Erbre'IM.
und
ihr
erhält eine blaue
aufgelöstem und
«hen, zuweilen auch Durchfall' ein. Durch das Erbrechen wird gewöhnlich viel Galle ausgeworfen; auch die
Stuhlgänge Bind gallicht. Der Harn, welcher anfangs
iaiit
nimmt nnn eine trübe, bräunlich
Es kommen, bald nur örtliche, bald
wasserhell war,
geibc Farbe an.
.aÜKeiueine,
immer
Jtultc Schweiüiie
abei'
sehr reichliche utid meistenthetU
zum VocKcheine.
Die Angst nimmt imüber brennenden
iiUT mi-lir iiberiiuDil, der Kilankoi klagt
Hnn.1 uuil aoigt gros.ses Verlali/^eii nach frischehi
Wa*-
282 Ueber
d.
Wirkung
d.
Bisses d, siidamer. Giftschlangen
ser und frischer Luft.
eittert,
wenn
sie
Die Zunge belegt sich gelb und
der Kranke zum Munde herausstrecken
Unterdessen schwillt das gebissene Glied allmälich
an, und der blaue Ring um die Wunde dehnt sich aus;
das Gesicht erhält eine erdfahle Farbe, der Blick wird,
will.
matt und gebrochen, es
stellt sich
tremitäten ein, welches zuweilen in
ein Zittern der ExZuckungen übergeht,
und das Bewnsstseyn fängt an zu schwinden. Nun sinken die Kräfte gänzlich zusammen, der immer schnelle
Puls wird kaum mehr gefühlt, die Zunge wird schwarz,
und es zeigen sich Symptome von Zersetzung der Säfte;
zuweilen erscheinen blos einzelne Petechien, zuweilen
quillt venöses Blut aus der geschwollenen und ber-
aber
Wunde, aus der Nase, auch wohl aus den Augen und den Ohren hervor, oder geht mit dem Stuhlgange und dem Harne ab. Das Bewusstseyn ist nun
ganz verschwunden, der Körper macht keine Bewegungen mehr, der Puls ist nicht mehr fiihlbar, das Athemholen wird immer schwächer, zuweilen röchelnd, und
stenden
das Leben erlöscht.
Nicht selten schwillt bei anfangen-
der Zersetzung der Blulmasse der ganze Körper,
be-
sonders der Bauch, stark auf; und in zwei Fällen sah
ich die Hautvenen des gebissenen und stark angeschwollenen Gliedes an mehreren Stellen bersten.
Die Daner dieser Krankheit ist sehr verschieden.
kann schon in 12 Stunden dem Leben ein Ende
machen, und wieder sich i'iher 14 Tage verlängern. Im
ersleren Falle folgen die angegebenen Erscheinungen
rasch airf einander, im letzteren hingegen hält jede Periode einige Zeit lang an. Besonders langsam aber geht
die Zersetzung der Säfte vor sich, so dass der Kranke
mehrere Tage mit nur halbem Bewusstseyn da iiegl,
bevor einige SympConie derselben erscheinen, nnd dann
noch einif^e Tage ganz ohne Bewusstseyn zubringen
kann, big durch die vollständige Zerseslzung der Säfte
Sie
und eine dagegen angewandte Heilmethode.
ein Leben
283
Bei zwei Individuen, welche inner-
erlöscht.
halb 24 Stunden, nachdem sie von einer Giftschlange waren gebissen worden, den Geist aufgaben, bemerkte ich,
während sie noch lebten, keine Zeichen von Auflösung
des Blutes
;
gleich nach ihrem
Tode
aber, als
man den
Körper umkleiden wollte, iloss das Blut reichlich aus
Mund und Nase.
Bei Katzen, Hunden, Pferden und Ochsen bringt
der Biss giftiger Schlangen ungefähr die nämlichen Er-
gcheinungen hervor, wie beim Menschen; nur sind bei
ihnen die Symptome von Zersetzung des Blutes, wenigstens vor
dem Tode
Gewöhnlich zeigt
tung aus der
,
nicht so auffallend als hei diesem.
sich
Wunde
bei
denselben blos einige Blu-
und aus der Nase. Die Geschwulst,
nicht nur des gebissenen Theiles, sondern des ganzen
Körpers, erhält hingegen bei Ochsen und bei Pferden
nieistentheils einen sehr beträchtlichen Umfang.
Die
Krankheit ist auch bei diesen Tbieren von verschiede-
ner Dauer.
Hühner und Enten,
sen
licss,
die ich von Giftschlangen beis-
starben alle schon durch die erste Einwirkung
des Giftes, so dass ich bei ihnen keine Heaction wahr-
nehmen konnip.
Frösche und Kröten hing'egen, welchen mein College, Dr. Par/et, ziemlich vier Gift von
Lachesis rhonibeata unter die Maut brachte, endeten ihr
Leben erst nach vier bis fünf Tagen. Älcrkwiirdig end-
Beobachtung, dass die Giftschlangen selbst
von dein Gifte der anderen Gattungen oder
der Individuen der nämiichenr. Gattung, sondern sogar
Ton ihrem eigenen sterben. Ich riss «inem Crolahis
rnKcabella
den ich mit zwei starken Zangen hallen
lie«», die Gifl/ähne ans und steckte dieselben in eino
l<li-lni' Wunde,
welche ich' ihm in der Mitte des Körpers nahe aon Itiickgratite gemacht halle. Nadi drei bis
lich
ist
die
nicht allein
,
vier Slund«-D
zeigte die Schlange starke convulsivischc
284
lieber d.
Wirkung
d.
Bisses
d.
südamer. Giftschlangen
Bewegungen, und am anderen Morgen fand
ich sie todt
ihrem Käfich.
Weder die Ausreissnng der Zähne
noch die Wunde konnten ihr den Tod zugezogen haben , indem bekanntlicli Schlangen mit weit grösseren
in
oft noch mehrere Wochen fortleben.
Bei der Section der Menschen und der grösseren
Sängethiere, welche erst einige Zeit nach der Verwundung gestoi'ben waren, fand ich immer das Rückenmark
Verletzungen
und stellen\veise auch die Hirnsabstanz ganz weich, ich
möchte sagen, breiartig auf<jelöst. In der Schädel-, dec
Brust- und der Bauchhöhle war eine Menge wässerig-«
blutiger Flüssigkeit vorhanden. Die blaue, von ausgetretenem Blute strotzende Lunge, so wie die angeschwollene, dunkelbraune Leber zeigten einzelne brandartige
Stellen.
Aehnliche Flecken fanden sich an dem Magen
welche beide beinahe durchge,
nnd dem Darmkanale
hends eine schwärzlichblaue Farbe hatten.
geschwollenen Umgehungen der
In den stark
Wunde war
gewebe brandig abgestorben, und
bei
das Zell-
jedem Einschnitte
drang aus denselben aufgelöstes Blut, zuweilen auch eine
jauchige Flüssigkeit hervor.
Begleiten hingegen günstige Umstände den Blss ei-
ner Giftschlange, oder wird, auch ohne diese, zweck-
mässige Hülfe
mus, das
geleistet, so gelingt es oft
dem Organis-
Gift entweder aüszustossen oder^zu a'ssimili-
rbn, und dessen störende Einwirkung zu heben.
In den
im Allgemeinen
die oben angegebenen Erscheinungen mit mehr oder i\e-t
schwereren' Fällen
dieser Art
niger Heftigkeit. Statt,
tief,
finden
nur sinken die Kräfte^
liicht
so
das Fieber vermag sich auf einem gewissen Grade
von Sthanie zu erhalten, es zeigen sich hur schwacheSymptome von Auflösung des Blutes,- und' die Wunde,
statt blos ödematos anzuschwellen, ent^.ündet sich rothlanfartig, bricht auf und fängt: an eine blotige Jauclie
abzusondern, Hiermit scheint die Krankheit mehr eine
>
283
und eine dagegen angewandte Heilmethode.
örtliche zu werden, Die Bangigkeit, der Schwinde], das
Erbrechen, der Durchfall, das Zittern der Glieder n. s.
w. Verschwinden allinälich,
ab,
und es erscheinen nach
das Fieber nimmt in etwas
Tagen
drei bis sieben
allge-
meine, sehr wohlthätige Schweisse, zuweilen auch einige
Ausleerungen durch den Stuhlgang und dem
Unter sol-
gallichte
Ziegelstaub ähnliche Niederschläge im Harne.
chen Lysen verliert sich nach drei bis acht
Wochen
die
allgemeine Krankheit; jedoch bleibt der Kranke
immer
noch einige Zeit lang sehr schwach, behält ein
fahles,
kachektisches Aussehen
und
nicht
verliert
Haare, die aber später, wenigstens
zum
selten
die
Thelle, wieder
nachwachsen. Zuweilen erholt er sich gar nicht melir
von diesem Zustande von Schwäche, führt noch einige
Jahre hindurch ein sieches Leben und stirbt endlich an
einer
Was
schnell
verlaufenden,
Wunde
die
betrifft,
allgemeinen
Wassersucht.
so geht diese nur sehr lang-
sam zur Resserung über. Die Haut und besonders das
Zellgewebe sterben ziemlich weit in ihrem Umkreise ab;,
blutet
sie
auf die leiseste Berührung und sondert blos
eine wässerige Jauche ab, die mit zersetztem Blute ge-
mischt
in
ist.
Ihre Ränder sind dunkelblau gefärbt.
dem Schwinden
mit
etwas die örtliche Entzündung,
Theile werden ansgestossen, und es
Eiterung
ein.
Erst
der allgemeinen Krankheit hebt sich
Der abgesonderte
abgestorbenen
die
tritt
Eiter
allmälich einige
ist
aber fortwäh-
und die Wunde behält ein
Kchwiimniiges Aussehen, indem die Entzündung immer
unvollkommen bleibt und sich nie zu dem Grade erhebt, welcher zur Erzeugung eines dicken Eiters und
einer gesunden Granulation nothwendig ist.
Hat die
rend
'/.ieiiilich
wässerig,
\erwundung an einem l'usse oder an einer Hand Statt
gefunden, so werden nicht seilen die Knochen von ihrem I'erioslcum entblösst, verfallen in .\ckrosc und eitern heraus. Die Vtrnarbuug der Wunde endlich dauert
286 Ueber
Wirkung
d.
immer Monate,
d.
Bisses
d.
südamer. Giftschlangen
selbst Jahre lang; die
Narbe
dünn-
bleibt
häutig, in etwas aufgeschwollen und von blauer Farbe,
entzündet sich bei der geringsten, sowohl äusseren als
innefen, Veranlassung von
neuem und
bricht wieder auf.
In ganz leichten Fällen von Vergiftung zeigen sich
blos einige unbedeutende Affectionen des Nervensystems,
wie etwas Missbehagen, Schwere der Glieder, geringe
Kopfschmerzen, etwas Uebelkeit; dann aber tritt ein
ziemlich starkes Fieber ein, und der
de entzündet sich schmerzhaft.
Umfang
Von da an
der
Wun-
findet in
der Heilung der nämliche Gang Statt, wie in den vorhergehenden Fällen, nur dass die Fortschritte in etwas
rascher sind.
Bei grossen Säugethieren, wie bei Pferden und Ochsen, sollen sich nach Dr. Parlet,
tig
genug
ist,
der
Wirkung des
wenn
die
Natur kräf-
Giftes zu widerstehen,
ähnliche Erscheinungen darbieten wie bei dem Menschen.
Nach vorangegangener Niedergeschlagenheit und Mattigkeit,
die zuweilen
gleitet
von einigen leichten Zuckungen be-
entsteht ein heftiges,
sind,
allgemeines Fieber,
die gebissene Stelle schwillt an, entzündet sich
nach einigen Tagen bricht
schmerzhaft;
blutige Jauche
aus ihr hervor;
quillt
die
und wird
nnd
Haut und das
sie
auf,
herum ab. Nun vermindert
Entzündung der Wunde hingegen
nimmt zu; die abgestorbene Haut und das todte Zellgewebe werden ausgestossen , und es tritt eine starke,
Zellgewebe
weit
sterben
sich das Fieber,
die
jedoch etwas wässerige Eiterung ein, welche nach sechs
bis acht
Wochen
die
Wunde
zur Vernarbung führt.
Auf
der Narbe selbst sollen keine Haare mehr wachsen.
Aus Allem, was
Wirkung des
Menergeben sich zum
ich bis jetzt über die
Bisses der südamerikanischen Giftschlangen auf den
schen und einige Thiere gesagt habe,
Theile die nämlichen allgemeinen Resultate, welche der
den Wissenschaften
zu früh
entrissene Prof.
Emmert
287
und eine dagegen angenandte Heilmethode.
Wirkungsart mehrerer anderer
in Tübingen über
Gifte, wie der beiden Upas und des Ticuna aufgedie
stellt
hat.
Das Schlangengift miiss nämlich in einer gewissen
Menge in den Kürper gebracht und direet in den Kreislauf aufgenommen werden, wenn es eine schädliche Wirkung hervorbringen soll. Seinen ersten Einfluss übt es
über weder auf die Blutmasse, noch auf das Gefässsyslem aus, sondern es ergreift das Nervensystem, und
von diesem, wie es scheint, vorzüglich das Rückenmark.
Diese erste Wirkung kann so heftig seyn, dass sie
schon für sich allein dem Leben in kurzer Zeit ein
Ende macht.
der Fall,
Ist dies nicht
Reaction, welche sich
so entsteht eine
im Blutgefässsysteme und
in des-
sen Fortsetzung, den Secretionsorganen, äussert.
Diese
hat einen doppelten Ausgang.
wenn
die Lebenskraft
schwächt
ist,
Sie endet entweder,
durch den Eindruck des Giftes so ge-
dass sie den
chemischen Kräften
niciit
mehr zu widerstehen vermag, mit gänzlicher Zersetzung
des ßlutes, welche dann ihrerseits wieder lähmend auf
das .Nervensystem wirkt und den Tod nach sich zieht,
oder aber
sie
ist
im Stande eine
örtliche Krankheit,
nämlich eine Entzündung an der Stelle,
in
den Kürper eingedrungen
ist,
wo
das Gift
hervorzubringen, worauf
da« allgemein« Leiden allniälich verschwindet, indem entweder das Gift an der entzündeten Stelle wieder ausgestossen wird, oder die örtliche Krankheit eine Ablei-
tung bewirkt.
nun dem Arzte als
Behandlung des giftigen Schlangenbiises dienen.
Ihnen zu Folge muss er vor Allem
den Uebergang des Giftes in den Kreislauf zu verhindern suchen, dann das Nervensystem unterstützen, damit es den Eindruck des dennoch aufgenommenen Giftes
zu ertragen vermöge, di« Reaction beschleunigen und.
Diese Erfahrungssälze sollen
Leitfaden für
die
288
wenn
Ccber
ä.
Wirkung
d.
Bisses d. südanier. Giftschlangen
sie eingetreten ist,
der Zersetzung der Säfte vor-
beugen, zugleich auch das Entstehen der örtlichen Krankheit, die Entzündung der Wunde, befördern. Diese Be-
handlung des giftigen Schlangenbisses, wiewohl sie hier
aus meinen eigenen Beobachtungen hergeleitet erscheint,
ist dennoch keineswegs neu; mein vortrettlicher Lehrer,
Prof. v. Auletirielh, stellte dieselbe schon vor 14
Jahren in seinen therapeutischen Vorlesungen auf.
Bei der Anwendung fand ich sie, wenigstens in
Herr
den Fällen, wo die Hülfe schneir genug konnte geleistet werden, durch ziemlich günstige Resultate bewährt.
Die Aufnahme des Giftes in die Blutmasse kann auf
zweierlei Weise gehindert werden, entweder durch Entfernung oder Zerstörung desselben,
Unterbrechung des Kreislaufes.
immer der
oder aber durch
Der
erslere
hen konnte, die verwundete
wenn
Stelle
Weg
ist
wo
es gesche-
heraus,
oder löste
Ich schnitt daher,
sicherste.
Zehe
war, vom Körper ab. In zwei Fällen brannte ich die
Wunde mit glühendem Holze aus; gewöhnlich aber
wurde sie blos scarificirt, worauf ich entweder eine etdas verletzte Glied,
es ein Finger oder eine
was verdünnte Mineralsäure oder Ammonium, oder eine
starke Auflösung von Kali in dieselbe goss.
War
kei-
nes von diesen Mitteln bei der Hand, so liess ich die
scarificirte Wunde aussaugen, oder mit Wasser, Citronensäure, Lauge, Branntwein einige Zeit lang auswaschen und bestreute sie nachher, um so schnell wie
möglich eine hitzige Entzündung zu erhalten, mit irgend
einer reizenden Substanz, wie mit spanischem Pfeffer,
Salz, Schiesspulver, oder mit einer Art von Kanthariden, die man fast überall in Paraguay vorfindet. Ist
der Arzt beim Bisse gegenwärtig, oder wenigstens gleich
nachher bei der Iland, und ist eines der angegebenen
Ilülfsmittel anwendbar, so zeigen sich nachher keine
.
A'ergiftungssjniptoaie,
und er hat nun blos eine einfache
289
und ein« dagegen angewandte Heilmethode.
Wunde
zu besorgen
er jedoch
die
,
immer noch
einige
Zeit lang in Eiterung erhalten muss, auf den Fall hin,
dass etwas Gift zuiiicl^geblieben wäre.
Was die Unterbrechung des Kreislaufes betriftf, so
nur bei Verwundungen der Extremitäten anwend-
ist sie
man durch
bar, indem
dem
über
eine,
Bisse angelegte
und ziemlich stark angezogene, Binde den
Venenblutes
Da
verhindert.
Riickfluss des
aber der Kreislauf sich
nicht lange unterbrechen lässt, ohne dass das unterbun-
dene Glied
nicht
in
Brand
verfällt, so ist dieses Mittel,
gleicher Zeit das Gift in der
7,u
Wunde
wenn
zerstört
wird, von geringer Wirkung und nur palliativ. Jedoch
es immer rathsam dasselbe anzuwenden, bis man
ist
die
Wunde
sicher,
ausgeschnitten, oder gebrannt, oder scarili-
ausgewaschen
cirt lind
Man
hat.
wenn man auch noch
ist
nämlich nie ganz
so schnell das Gift hin-
wegzuschati'en sucht, dass nicht ein Theil davon in das
und dann hat es der Arzt
Blut übergehe,
in
seiner
Gewall, den Kreislauf nur ganz langsam wieder herzuso dass das Gift, welches sich etwa mit dem
könnte gemischt «haben, keinen plötzlichen und
hiermit keinen so heftigen Eindruck auf das Nervensy-
stellen,
Blute
stem hervorzubringen vermag.
War
schon einiges Gift in
nommen worden, und
fection des
zeigten
Nervensystems
,
die
Blutmagse aufge-
Symptome von Afwände ich sogleich ein
sich
so
kräftiges Brechmittel von Ipecacuanha mit etwas Brech-
weinslein an.
Ich hatte nämlich einige Male bemerkt
nnd aus vielen Berichten geschlossen , dass die Personen, welche durch irgend ein, in solchen Fällen im
Lande
({ebräuchliches, Mittel, wie durch starke Gaben
von Citronensäure oder von Aufgüssen einer Art von
Ipecacuanha u. s. w., gleich nach dem Bisse waren zum
Brechen gebracht worden, weit weniger vom Gifte an-
gegriffen
wurden
Meckcli Aixlüy
f.
als diejenigen, bei
Auat. u.
I'liy«.
1829.
denen sich
l9
da.s
Er-
290
Ueber
d.
Wirkung
d. Bisses d.
brechen später und von selbst
südamer. Giftschlangen
einstellte.
Sey es, dass
hier das Brechmittel ableitend wirkt, oder die Etupiindlichkeit
des Xervensyslems vermindert oder umstiiniiit«
oder dass es durch Entleerung des Pfortadersystems der
folgenden AlTection desselben vorbeugt, oder sie wenigstens vermindert, so viel ist gewiss,
sten Fällen das erste Stadium,
dass in den mei-
so wie der
Anfang des
zweiten, durch dasselbe sehr gemildert wird.
Gleich
darauf ging ich zu flüchtigen Reizmitteln über,
um
ei-
gegen den Eindruck des Gifzu unterstützen, und andererseits die Reaction des Ge-
nerseits das Nervensystem
tes
fäsSsystemes zu beschleunigen.
Ich verordnete flüchtiges
Laugensalz, alle 5 bis 15 Minuten 10 bis 20 Tropfen
Jedoch luuss diein etwas lauem Wasser zu nehmen.
ses Mittel bei kachektischen Personen nur mit grosser
und in allen Fällen nie anhaltend gebraucht
werden, indem es sonst die so sehr zu befürchtende
Zersetzung des Rlules begünstigen k(>nnte. So wie daher auf seinen Gebrauch einige warme Schweisse erscheinen, die hier immer ein Zeichen sind, dass die
Lähmung des Neivensystemes nicht vorwärts schreite,
ging ich zu starken Gaben von Serpentaria , Senega,
C'ampher mit Aufgüssen von Pflanzen, welche ätherische
jOele entiialten, über und wandle diese Mittel abwechVorsicht,
selnd an, bis sich nach eingetretener Reaction des
fässsystemes eine Ehtzündung in der
Wunde
Ge-
gebildet
worauf ich allniälich die Dosen derselben verrinWenn auch schon der Puisschlag schnell und
voll wird, so muss man sich dadurch ja nicht abhalten
fassen, mit den Reizmitteln so lange fortzufahren, bis
die Wunde sich entzündet, indem sonst nervöse Zufälle
hatte,
gerte.
lind
in
ihrem Gefolge Zersetzung der Säfte eintreten.
Zeigten sich einige Symptome von dieser letzleren, oder
befürchtete ich solche wegen der Constitution des Kran-
ken, so setzte
ich
den Reizmitteln China, Essig- oder
i
291
und eine dagegen angewandte Heilmethode.
Vitriolnaphtha
acidus)
bei.
ich auf das
oJer Yitriolelixir (Spiritus
Neben
sulphurico-
dieser innerlichen Behandlung legte
Rückgrath einen Streifen Blasenpflaster, und
liess die scarificirte
Wunde
mit warmen, reizenden
Ka-
taplasmen bähen.
Nahm
günstige
die
Krankheit bei dieser Behandlung eine
so zeigten sich die oben angege-
Wendung,
benen Lysen, welche in gelinden Vergiftungsfällen von
gelbst,
jedoch nie so schnell und so wirksam als bei
Anwendung von Arzneimitteln, erscheinen. In einigen
Fällen war die allgemeine Krankheit schon nach drei,
in anderen erst nach 10 bis 15 Tagen vorüber. Endete
sie
hingegen trotz der angewandten Hülfe dennoch mit
dem Tode,
so folgte dieser gleichfalls unter den oben
angeführten Erscheinungen, jedoch immer mehrere Tage,
selbst
Wochen,
wenn keine Heilmittel waren
So behandelte ich einen Indianer,
später, als
gebraucht worden.
der von einer Klapperschlange zwei tiefe
linke
Bein erhalten hatte, während
2.3
Wunden
in
das
Tage, worauf
er an einer durch die Zersetzung des Blutes entstandenen Lähmung starb.
Nach dem Verschwinden der allgemeinen Krankheit
muss die Wunde fortwährend mit gelind reizenden und
indem die Entzündung immer etwas Kothlaufartiges hat, gern sich verliert und, besonders beim Zellgewebe, in Brand überantiseptischen Mitteln behandelt werden,
geht.
Entstehen endlich Granulationen, so sind
sie ge-
wöhnlich sehr schwammig und müssen daher mit kauBtiüchen Mitteln im
verabsäumt, so
Zaume
heilt die
det Hich nur eine
gehalten werden
M'imde zu
schnell,
;
wird dies
und es
dünne Narbe, die dann später
geringsten Vcranlasshng von
neuem
bil-
bei der
aufbricht.
Als .Vachkrankiieit der Vergiftung durch den SchlangenbisM zeigt sich zuweilen ein Ausschlag, welcher mit
der Krätze grosse Aehnlichkeit hat.
Auf gelind schweiss19"
202
Uebcr
d.
Wiikung
d.
lüsses
d.
südamer. Giftschlangen
und aromatische Bäder pflegt dieser
nacli drei bis vier AVochen zu verschwinden. Kachekiigches Aussehen, grosse Schwäche und iVeigung zu ödeinatusen Geschwülsten, zu Drüsenanschwellungen an dem.
gebi.ssenen Theile und zu allgemeiner AVassersucht ertreibende Mittel
scheinen gleichfalls nicht selten als spätere Folgen des
wandte ich gelind schweissund harntreibende, so wie tonische Mittel an. Dr. Parlet sah einen Fall, wo Blödsinn, verbunden mit einiger
Lähmung der unteren Extremitäten und der Harnblase,
als Nachkrankheit dieser Vergiftung zurUckblieb.
Unser Vorrath an Arzneimitteln , den wir wegen
Unterbrechung des Handels mit Buenos -Ayres nur seilen erneuern konnten, gestattete mir nicht, die Heilkraft der angegebenen innerlichen Mittel auch an Thieren zu versuchen. Hingegen bot die angeführte Behandlung der Wunde, wenn sie gleich nach dem Bisse angewandt wurde, immer ein günstiges Resultat dar. Als
Nachkrankheit kommt zuweilen bei Hunden und Stuten,
giftigen Schlangenbisses. Hier
welche die durch das Schlangengift hervorgebrachte
Krankheit überstanden haben, ebenfalls ein krätzartiger
Ausschlag vor, der den ganzen Körper einnimmt und
iheilvveise das Ausfallen der Haare zur Folge hat.
Das Verfahren der Einwohner von Paraguay bei
Vergiftung durch den Schlangenbiss reicht nur selten
gegen die traurigen Folgen derselben zu schü-
hin, sie
tzen,
was zum Theil daher
rührt,
dass sie, wie ich
und die unschädlichen
Schlangen nicht von einander zu unterscheiden wissen,
und bei Verwundungen durch die ersteren die nämlichen
schon bemerkte,
die
giftigen
Mittel anwenden, welche sie bei Bissen durch die letzteren, natürlich mit Erfolg, gebraucht haben,
Heilkräfte sie demnach als bewährt ansehen.
und deren
Nur
bei
den in Afrika geborenen Negern findet man Beispiele,
dass sie den verwundeten Theil ab- oder ausschneiden;
393
und eine dag;egen angenrandte lieilmefhode.
das Brennen und die Scarißcation der Wunde hingegen, so wie das Waschen derselben mit ätzenden oder
anderen Mitteln, welche das Gift zerstören oder entfernen,
licli
ist
den Einwohnern von Paraguay unbekannt. Ziemvorzüglich unter den In-
allgemein aber fand ich,
dianern, das Aussaugen der
Falle,
MO
Wunde
verbreitet,
was, im
die Giftzähne kein grösseres Gefäss getroü'en
haben, oder nicht tief in das Fleisch eingedrungen sind,
immer einigen Nutzen gewährt. Ferner legen sie zu-
Wunde. Diese
Knochen, bald aus
Kreide, bald aus gebrannter Thonerde und ziehen die
Feuchtigkeit an sich; wiewohl man ihnen W^indercnren
zuschreibt, so können sie doch unmöglich das Gift aus
der Tiefe der Wunde an sich saugen und helfen daher nur in den Fällen, wo diese mit dem Messer erweilen sogenannte Schlangensteine auf die
bestehen
bald aus
halbcalcinirten
weitert wird.
Fin anderes, häufig angewandtes Mittel,
das, )venn nur
wenig Gift
in
den Körper eingedrungen,
oder dasselbe durch Saugen zum Theil ist weggescLalVl
worden , auf die oben angeführte Weise einige Dienste
ieistct,
besteht in
dem Unterbinden
Hat
des verletzten GJic-
über ,der Wunde.
die Verletzung an
einem Finger oder an einer Zehe Statt gefunden, und
lagst man die stark angezogene Binde liegen, bis der
de*
gleich
Tbeil brandig wini und abstirbt, so hilft dieses Mittel,
wie ich in drei Fällen gesehen habe, vollkommen gegen die Vergiftung. Am öftersten aber bedeckt man die
gebissene Stelle blos mit gekauten Tabaksblättern, oder
auch mit gekochten oder gebratenen lilättern , Wurzeln
nnd Uinden verschiedener wild wachsender Pflanzen,
welche aber
alle,
nicht die geringste
wie ich es nur zu
Wirkung auf das
Unter diesen Mitteln
ist
oft
gesehen habe,
Gift hervorbringen.
besonderH der palu de ia
\i-
*ora (Schlaiigenholz) berühmt, ein Strauch, der nördlich
von \'illa-Kcal wachsen
soll,
wu
ich
il.-n
aber nie
294 Ueber
d.
Wirkung
d.
Bisses
zu Gesicht bekommen konnte.
d.
südamer. Giftschlangen
Seiner Rinde , welche zu-
weilen gesammelt und durch das
schreibt
man
Land
verschickt wird,
allgemein nicht nur gifttilgende,
gondern
auch, gleich der Chinarinde, tonische, antiseptische und
fieherwidrige Kräfte bei, von denen sie aber weder die
einen noeh die anderen besitzt.
Endlich werden noch
gegen den Schlangenbiss einige andere eben so unwirksame Mittel, wie nasser Sand, Menschenkolh n. s. w.,
äusserlich angewandt, von dem Weihwasser, dem lignum
crucis, den Heiligenbildern u. s. w. nicht zu sprechen.
Innerlich
gebraucht
man gegen
das Schlangengift
grosse Gaben von Aufgüssen des palo de la vivora, oder
einer der «eleu Pflanzen,
gewandt werden
,
deren Blütter äusserlich an-
ferner auch starke
nensaft oder Branntwein.
Gaben von
Citro-
Diese Aufgüsse, so wie der
Citronensaft, haben nur insofern eine günstige
Wirkung,
Brechen erleichtern, oder den Schweiss befördern; der Branntwein hingegen unterstützt doch noch
als sie das
einigermaassen
das
Nervensystem
und begünstigt die
Reaction.
Die unfehlbaren Mittel, welche, nach einer in ganz
Südamerika verbreiteten Sage, die wild lebenden Indianer gegen das Schlangengift besitzen sollen, bestehen
blos in den Köpfen leichtgläubiger Menschen.
Die Indianer der wilden Stämme, die in und um Paraguay
wohnen, eri<ranken und sterben, wie ich dies öfters
gesehen habe, vom Bisse der Giftschlangen gleich den
weissen Einwohnern dieses Landes, was wohl nicht
der Fall wäre,
wenn
sie
ein
so sicheres Heiltnittel in
den Händen hätten.' Bestünde ein solches Geheimniss,
so würde es gewiss nicht den spanischen und portugiesischen Missionärs, welche ihr Leben unter den wilden
Indianern zubrachten, entgangen seyn, und die Weissen
hätten dasselbe schon
liiiiji;st
für einige Flaschen Brannt-
wein von den Eingeborenen erkaufen können.
Hr. S;»«*'
uml einp dage^rn ongewandtc
29'')
lleilnicOiode.
nach der Aussage eines Aug-etizeugen, dass sich ein Indianer, nach kurzen Zwischenrüumen, zwei bis drei Mal und jedesmal für ein Gla«
Branntwein von einer Klapperschlange habe bcisscn laserzüblt unter andern
'
)
sen, und dass er nach jedem Bisse sich auf einige Augenblicke entfernt habe, um ein geheimes Gegengift
anzuwenden, worauf er dann, ohne die geringste Wirkung vom Gifte zö verspüren, wieder zur Gesellschaft
Als er sich aber zum dritten oder vierten
Male, und diesmal in die Zunge, beissen iiess, so sey
Diese Thatsache, wenn es
er bald darauf gestorben.
anders eine ist, statt, wie Hr. Spix zu glauben scheint,
getreten sey.
für die
Meinung zu sprechen, dass
die Indianer ein un^
gegen den giftigen Scblangenbiss besitzen, zeugt ja eher vom Gegentheile, indem sonst der
Indianer eben so wenig vom letzten als vom erstes
trügliches Mittel
Bisse
umgekommen wäre. Wahrscheinlich hatte hier
vom Bsanntwein, wodurch das Ner-
der starke Genuss
vensystem heftig aufgeregt wurde, desseti Empfänglichkeit für den schädlichen Eindruck des Giftes für den
Augenblick vermindert, so wie in der Wasserscheu, dem
Starrkrämpfe, der Manie, überhaupt bei einem sehr gereizten Znstande des Nervensystems, Opium, Brechwein-
und ähnliche
Hlein
in
giftartig
grossen Gaben, ohne
es schwer
Wunde
und
hallen,
ein
wirkende Substanzen
Wirkung
Gegengift in
,
Auch
den Grund
bleiben.
.selbst
dürfte
einer
zu bringen, die einem Nadelstiche ähnlich
ziiweileft eine
Wenn
ein
ist,
Tiefe von einem halben Zolle erreicht.
Engländer, General Collol, der sich
ei-
nige Zeit in Nordamerika aufhielt, behauptet, dass die
Krankheit,
welciu;
erfolgt, nicht
I)
Sichp
di<>
auf
den Bisa
Wirkung
die
ohen «njefiihrte
hraniliachm Krhlangi^n
ilei-
Klapperschlange
eines Giftes,
Stelle «eine»
sondern blos
Werke»
iil)cr
dir
296
lieber d.
Wirkung
der Furcht sey,
d. Bisses d.
sUdamer, Giftschlangen
so scheint dies
keiner Widerlegung
werth.
Ucbrigens widerlegt sich der Heisende selbst,
indem er bei dem von ihm erzählten Falle den Umstand
anführt,
Wunde
dass
Beruhigung des Verwundeten die
zur
ausgesogen und mit Scheidewasser
sey begossen worden.
scariiicirt,
Noch
soll
ich
zum
Schlüsse einiger unrichtigen An-
gaben erwähnen, die man so häufig in Reisebeschreibungen über die südamerikanischen Giftschlangen findet.
Jedermann kennt die alte, schon oft bestrittene
und inmier wieder erneuerte Sage, dass mehrere Arten
besonders aber die Klapperschlangen,
von Schlangen
,
durch ihren Blick oder durch ihren
welches
gestalt
sie
Athem
zu bezaubern wissen
,
der-
sondern sich seinem
Verfolger selbst in den Rachen werfe.
übrigens
,
dass dieses ihnen nicht
nur nicht zu entfliehen vermöge,
steht
das Thier,
zu ihrem Raube ausgewählt haben
nicht nur in Europa,
Diese Sage besondern auch in
dem Vaterlande der Giftschlangen, wiewohl sie nach
dem Zeugnisse Aller, welche sich die Mühe gaben, diese
Thiere im freien Zustande selbst zu beobachten, ganz
ungegründet ist. Ich habe hundertmal sowohl giftigen
als unschädlichen
Schlangen zugesehen, wie
rer Beule bemächtigten,
sie sich ih-
und immer bem,erkt, dass
sie
und unversehens überfielen. Erblickt
das verfolgte Thier, sey es nun ein Säugethier, oder ein
Vogel, oder ein Amphibium, seinen Feind, so sucht es
zu entfliehen und ergiebt sich keinesweg# demselben,
ohne einen Versuch zu seiner Rettung zu machen. Veranlassung zu diesen Sagen mögen jedoch folgende Erscheinungen, die man nicht selten beobachtet, gegeben haben.
Man sieht zuweilen einen kleinen Vogel um eine Schlandieselbe beschlichen
ge, die zu den Gattungen gehört, welche Bliurne bestei-
gen, mit Geschrei herumflattern, und sich derselben im-
mer mehr nähern,
bis er endlich
von
ihr gefangen wird.
i
297
und eine da|^egen angewandte Heilmethode.
man aber die Ursache dieses Betragens des
findet man immer, dass er sein Nest in der
Untersncht
Yogels, so
Nähe
hatte
und nur zur Verlheidigung desselben seinem
Feinde sich so sehr näherte Andere Vögel kommen nicht
So
seilen den Schlangen aus blosser Neugierde nahe.
iah ich Hühner und Enten schreiend und schnatternd um
eine Cophias herumstehen, die eben ein junges Huhn verschlang.
Zuweilen geschiehtes auch, dass kleinere Thie-
wenn sie ganz unvermuthet eine Schlange in ihrer
Nähe erblicken, so von Schrecken befallen werden, dass
sie stehen bleiben, oder gar unwillkiihrliche Bewegungen
re,
machen, die eher geeignet sind, sie ihrem Feinde zu überliefern, als demselben zu entfliehen. Eine eigene Anziehungskraft oder ein Zauber
Spiele, als
wenn
ist
aber hier eben so wenig im
ein Pferd oder ein Maulthier
beim un-
erwarteten Anblicke eines- Jaguars niedersinkt und sich
diesem ohne Gegenwehr überlässt, eine Thatsache, deren
ich in meiner Naturgeschichte der Siiugethiere von Paraguay erwähnt habe. Dass aber seihst Menschen beim
Anblicke einer Klapperschlange vor Schrecken ihre Besinnung verlieren und sich hiermit selbst ihrem Feinde
überliefern, wie Hr.
seines
Werkes über
Üpix an der oben angeführten Stelle
die bra.silischen Schlangen angiebt,
davon habe ich kein Beispiel gesehen , noch erzählen
hören.
So furchtsam ist man wenigstens in Paraguay
nicht: Jedermann, im Gegentheile, macht es sich in die-
sem Lande zur
Pflicht, jede
Schlange, die er sieht, an-
zugreifen und zu tödten.
alii
Üic Giftschlangen sind aber lange nicht so bösartig,
allgemein glaubt. Ungereizt greifen sie den Men-
man
schen und die Thicre, welche ihnen nicht zur Nahrung
dienen,
ihnen;
niemals
selbst
an
sind vor ihnen sicher,
hürt
und fliehen sogar gewöhnlich vor
von denen sie sich nähren,
die Thiere,
umn zuweilen
wenn es
sie nicht hungert.
Wohl
erzählen, dass einige Schlangenarten,
298 Ucb
d.
Wirk.
d.
Bisses d. Eudamer. Giftschlangen
u. s.
w.
wie Cophias jararaca und Lachesis rhombcata, auch ohne
gereizt zu werden, auf Menschen und Thiere losgehen
und selbst nach dem Fusse der Reiter springen; allein
nie habe ich ein Beispiel hiervon gesehen. Hingegen
sah ich Giftschlangen über schlafende Menschen wegkriechen, fand sie auf Reisen des Morgens unter dem Gepäcke und den Sätteln, die als Kopfkissen dienten, versteckt und traf sie fast täglich mitten unter den weidenden Viehheerden an, ohne dass eine Beschädigung
von ihnen erfolgt wäre.
Die meisten Unglücksfälle, web he in Paraguay
durch den Biss giftiger Schlangen Statt finden, mü.ssen
der Unvorsichtigkeit der Einwohner selbst zugeschrieben
werden. Diese gehen nämlich täglich barfuss und mit
nackten Beinen durch das hohe Gras und das dichteste
Gesträuch, wo sie nicht einmal vor sich hin auf den
Boden sehen können , und nehmen sich beim Einernten
der Feld fruchte, namentlich des Zuckerrohres,
der
Mäuse wegen immer
im geringsten
sie
mit
in
dem Rrennholze Schlangen
in ihre
obgleich ihnen sehr wohl bekannt ist,
Thiere, besonders im Winter, oder
sel
wo
sich
Schlangen aufhalten, nicht
Acht; nicht selten führen oder tragen
viele
der Haut begriffen sind, gern
m
Wohnung,
dass sich diese
wenn
sie
im Wech-
einen hohlen B()nni-
Eben so gut wissen sie, dass die
Südwinde einen Ort aufsuchen, der ihnen Schutz gegen die Kälte gewährt, und
stanim verkriechen.
Schlangen
bei eintretendem
dass sie alsdann häufig sich in die
Wohnungen begeben,
wogegen aber Niemand Vorsichtsraassregeln
ergreift.
Druck- Berichtigung.
Z. 19. 20 lies:
S. 61.
rhemni»)
tcn Theil
S. 68.
Libelluia quadriinaciilata, (Papili.i
-rhamiii
S. 65
Z. 10 li.s den grii.ssUn^prlpihes, statt: den zvrrtifteii Theil u. ».
.ilatt:
de.s
Z. 27 lies:
:
w
nun
statt
nur.
—
LITERARISCHE ANZEIGEN.
J.
B.
Bailliere, rue
de'l' Ecole-de-Medecine
,
n" 13
his.
ANATOMIE
PATHOLOGIQUE
DU CORPS HUMAIN,
DESCRIPTIOXS AVEC FIGURES LITHOGRAPHIEES
BT CULORI^KS
UF.S DIVERSES AI.TKRATIONS MOHHIDE'S DONT LE
CORVS HUMAIN' EST SUSCEPTIBI.E
PAR
J.
CRUVEILHIER,
PR0FES9ELR D'aNATOMIE \ LA FACL'l'.T^: DE MtfUECINK I>E PARIS,
MKUECIN DE LA HAISON ROYALE DE SaNTK,
PiU^:gIDENT PERPETUEL DE LA SOCIETä ANATOMIQUE, etC.
Les livraisons
1
ä 5 sont en vente.
CONDITIONS DE LA SOÜSCRIPTION.
Cet ourrage »era puhlie en 40 livraisotie ; c/ianune cnntiendra »ix planrhea , dont pluiieurs cutorieea nvec le plun
ffiand tuin, et au mnin» ^ J'euillea de texte in-fol. grandLeu Ucraisoiu
raitin velin, caractere neuf de F. Didot.
»e »uivrunt rei^alurement de six semainen en six semaines.
Le prix de chiujiie livraison est de 11 fr.
L'imptiHgiliiliti de rendre en nnir un Strand nornhre d'alteratinna nous fiirce d'aviiir recours aux cimleurs pour la
plu» grande partie de» planches gui ciimposernnt cet ouvrage.
A la /in de l'ouvriige un puMiera la Hute des suuacripleuri.
Le« deasins et la lithographie {aont confiia a MM.
Chazal
A
et ./. (i. Martin, exercea depuia Inni^-tempa «
peindre l'anatomie, et rjui, aoua ce ruppurt, nnt deja rendu
tant de aervicea a la acience.
—
—
l'erHonne ne peut rfvoqiier en dniite
d'anatomie pathuliigiqiic. Ici l'accaxion «Dt
c« i|irilH
iiuveiit fuit'qu'entrerüir.
btieiit
aini'iiK-nt
n'oiit
fii«
vii
(|ii
uii«
l'iitilitci
ilc»
l'ii;(itivr,
It-n
loin,
(ilanrlifs
yrux
ce qn'ila
siiuiil« (le!trji|itiiiii,
uii-
n'oiit
quelijue bieii
faite qu'on la suppose, ae trafne
p^niblement de details en d^tails,
pour nous retracer une image toujours incompltte, quelquefois
obscure, ininteUigible, et souvent deliguree par l'idce dominante
de I'observateur. La conservation des pieces d'anatomie pathologique les altere, les denature, et ne peut d'ailleurs profiter qua
un petit nombre; la pratique la plus etendue ne fournit que de
loin a loin les cas analogues
les cas qui peuvent s'eclairer mutuellement. Place dans les circonstances les plus favorables pour
r^tude des organes sains et malades, M. Cruveilhier n'a pu se voir
,
environne de tant de richesses pathologiques, sans se sentir presse
du vif desir de faire participer ses confr^rcs au bienfait dune
mine d'autant plus abondante qu'elle sera plus exploitee. Une
coUection de planches anatomiques,exactes et lideles, representant
des faits choisis, positifs, concluans, serait une sorte de musf^um
d'anatomie pathologique , un traite de niedecine clinique, indispensable aux medecins qui n'ont pas occasion de faire des ouvertures cadaveriques, et qui ne sera pas sans quelque utilitc
pour ceux qui en fönt.
Mais, avant de s'engager dans une teile entreprise, M. Cruveilhier a du s'assurer de tous les mojens d'exocution, il a pour
auxiliaires le plus grand nombre de ses eollegnes, les medecins
et chirurgiens des höpitaux de Paris, qui lui out dcjä donne des
preuves d'une Cooperation active. 11 compte egalement sur le
concours des membres de la Society anatomique
composee de
des eleves de la Kaculte de Paris. L'hOpital auquel il est
attache en qualite de medecin les collections de la Faculte les
xnille Sujets que l'administration des häpitaux livre chaque annt'e
aux dissections des pavillons de l'Ecole pratique, voilk les sourccs
toujours renaissantes dans lesquelies M. Cruveilhier pulse les materiaux dont il a besoin.
,
l'elite
,
,
Biots Naturlelire.
Vollständig
Biot,
ist
J. B.,
nun
in allen
Buchhandlungen zu haben:
Lehrbuch der Experimental-Plnjtih, oder Erfah-
rungs-Halurlehre. Zweite Autlage der deutschen Bearbeitung,
Ilinzufügung der neueren und einheimischen Entdeckungen Ton Gust Th. Fechner. 5 Bände (i5-t'. Bugen griisstcs
Octav- Format aus compresser Petit -Schrift, i'3 Kupfertafeln
in gross 4'. und Folio, viele Holzschnitte und Biot» Portrait, gestochen von Wagner in Paris.) Subscriptionspreis:
jiiit
8 Kthlr. 18 Gr. Preuss. Crt.
Preis von 8 Rllilrn. IS Gr. wird Hos bis Ende Mai' 1830
bestehen, und dann unfehlbar ein Preii von 11 Rlhlrn. eintreten.
Der
Leipzig, den
10.
Octobcr 1829.
Leopold Voss.
Bei
Leopold Voss
Leipzig
in
erschien so eben;
Deliciae Musei zoologici Vratislaviensis.
Auch unter dem besondern Titel:
UepliUa Musei zoologici Vratislaviensit
lecensita et descripta
auctore
L.
/.
G r av en
C.
Fasciculus
h
rs
t,
I.
continens
Chelonios et Bairachia.
Accedunt
tabb. aenn.
XVII.
Folio, cartonnh-e. (24 Rtlilr.)
Da die Kpptiliensaniniluns; des zoologischen Museums der
Universität IJreslau mehrere Seltenheiten und neue Arten besitzt,
selbst iiber viele der schon bekannten noch manches Kerichund Ergänzende zu sagen ist, so glaubt der Verfasser,
den Keptiliolügen einen nicht unwillkommenen Dienst zu erweisen, wenn er sie mit den Gegenständen des Museums näher bekannt macht. In diesem ersten Hefte sind die Chclonier und Batrachier vorgenommen.
Ganz bekannte .Arten sind nur kurz berührt; ausfuhrlich sind aber die neuen oder bisher nur oberllächlicli beschriebenen behandelt worden.
Besonders hat es sich der
Verf. angelegen seyn lassen, die Synonymie, die hier zum Theil
so schwierig zu entMirren ist, kritisch zu beleuchten. Auch müchte
uohl der L'mstand Einiges zur Aufnahme dieser Helle mit beitragen, dass die ehemalige berühmte Lampesche Reptiliensamm-
und
tijfende
lung, aus welcher der verstorbene Schneider in seiner Uisteria
Amphibiorum mehrere .Arten beschrieben hat, jetzt einen Theil
des Ureslauer Museums ausmacht, und also diese Hefte als Commentar zu jenem Schiieiderschen Buche betrachtet werden können. Die J7 Kupfertafeln, von denen die zwülf ersten sich auf
die beschriebenen .Arten beziehen , die fünf letzten aber die inoern Theile der Salamander, besonders die Geschlechtstheile, dar•tellen, sind ganz vorzüglich schün und aufs Genauste nach der
Natur gestochen und illuminirt, so dass sie mit vollem Rechts
aÜM das Gelungenste der Art aufgestellt werden können.
Ichnenmonologia europaea
auctore
J.
L. C.
Gravenhorst.
l'artes tres.
V'rati
glaviae
Der
Sumtibus auctoria.
Leoi>olduta Voss. i[) Thir.
18i;9.
Iii|iiiae, proatat apud
X'erfasser, dessen frühere entomulogische Schriften
von
dem naturhistorischen Pnblirum mit Beifall aiifg;enommen wurerke die Früchte einer fünfundzuanzigden , liefert in diesem
jiihrigcn Lieblingsarbeit, in welcher er durch die dazu gelieferten sehr zahlreichen Beiträge vieler Entomologen aus allen Län-
W
dern Euroiias- aufs Thiitigste unterstützt und dadurch in den
Stand gesetzt worden ist, eine sehr reichhaltige Ichneumonologia
eurupaea zu liefern. Ueber zwei Drittel der hier aufgestellten
ISOO europäischen Arten sind ganz neu. Die Familien und Gat-
tungen sind aufs Sorgfältigste charakterisirt, die Beschreibungen
ausführlich, ohne über die Maassen gedehnt zu se3'n. Besonders
hat es sich der Verf angelegen «eyn lassen, die Unterschiede
zwischen n.ihe verwandten .\iten anzugeben. Bei jeder .^rt ist
ihre Naturgeschichte, so weit dieselbe bekannt war, hinzugefügt,
und die Synonyme vollständig und kritisch beleuchtet. Kurz, ia
dem Werke ist .\Iles geleistet, was man von einer Monographie,
die ihren Gegenstand vollständig erschöpfen soll, mit Kecht fordern kann , und jedent Entomologen , der sich mit deu Hymenopteren beschäftigen will, ist es unentbehrlich.
Supplemente
Th6aards Lehrbuch
der Chemie von Dr. G. Th.
F e c h n e r.
Unterzeichnete Buchhandlung macht das Publicum hiermit
aufmerksam, daas bis Ostern k. J. das erste Supplement der deutschen Bearbeitung des Thenardsihen Lehrbuchs der Chemie, in
zwei dem unorganischen und organischen 'l'heile derselben entsprechenden Abtheilungen , erscheinen wird.
Da der Herr Verfasser dieses Supplements die grösste
Vollständigkeit und Ausführlichkeit in Zusammenstellung der neuen Thatsachen, womit die Wissenschaft
der Chemie in deo-letzten Jahren bereichert worden ist, bezweckt
hat, so glauben wir dasselbe allen denen, welche sich mit dem
ganzen Umfange ihrer Fortschritte bekannt machen wollen, empfehlen zu kimnen, auch wenn sie nicht im Besitze des gi-üssern
Werkes, dem es sich anschliesst, seyn sollten. Eine Fortsetzung
dieses Supplementes, wird alle zwei Jahre geliefert werden.
Leipzig, den 30. October 1829.
Leopold Voss.
Für Medicin nnd Naturwissenschaften.
Leopold Voss
Bei
Leipzig
in
erschienen so
eben:
Prüf. C. A., Icones algarum europaearum. Keurcsentatio» d'algues europi-ennes , suivie de Celle des especes
exutiquea les plus reinarquables recemment decouvertes. Livr.
(3 Thir. 8 gr.)
2e. et $me. I'lanches Nu, 11 a 20.) gr. in 8.
Andral, Prof. Dr. G., Grundriss der pathologischen
Anatomie. Lebersetzt and mit einer Kinleitiing, Hemerkungen und Zusätzen herausgegeben von Dr. F. W. Becker.
ä Thie gr 8. (5 Thlr. Iti gr
Barliow, Prof. Dr J. C. L., Disquisitiones circa origi-
Agardh,
i
nem
et
aenn pictae
tabb.
— —
sem
IV.
maj.
*.
Acced.
(3 Thlr.)
cart.
Monstraanimaliumdupliciaperanatouienin-
dagata.
4.
decnrsum arteriarum mammalium
Hubito respectu ad physiulogium niedicinam forenTonius L Acced. tabb. aenn. XV.
et artcni obstetriciani.
cart.
(5 Thlr.)
maj.
Der ite Band wird baldigst erscheinen.
besonders in Bezug auf die
schlesische Fauna; verl'asst von Mit|;;liedern der schles. GesellIs Heft, mit 14 Kupfertaf. 8.
schaft für Vaterland, l ultur.
(iJruckpap. 2 Thlr., Schreibpap. 2 Thlr. 8 gr.)
Cerutti, Prof Dr. L., Pharniacopoea ad pauperes cnrandos acconimodata. In usum scholae policlinicae Lipsieiisis.
8. maj.
(9 gr.)
Beiträge zur Entomologie,
Chuulant, Prof.
der Medicin.
Eggert, Dr. F. F
Dr. L.,
gr. 8.
schen.
Anleitung zu dem Studium
(21
gr)
Die organische Natur des Men-
G.,
Für Aerzte.
2r und letzter Band.
gr. 8.
(2 Thlr.
8 gr.)
Eichhorn, Dr. Heinrich, Neue Entdeckungen über
die praktische Verhütung der M enschen bla 1 1 ern
bei Xaccinirten, und in der empirischen Pathophysiolo^ie der Pocken; riebst .Andeutungen über das Wesen und die Behandlung der übrigen lieberhaften Exanthente.
gr. 8.
(5 Thlr. 16 gr.)
Kesultate der bis jetzt unterFechner, Dr. ti. Th
nebst ausführlich cheiiomnicNfn Pflanz en ana l\'se n
,
,
phyuikalischer Beschreibung des Holzes, der Kohle, der
Pflanzensafte und einiger anderen wichtigen PAanzenkiirper.
gr. 8.
(1 Thlr. 16 ^r.)
Martini et llorack, D. D., Observationes rarioris
degen eratiü uis cutis in cruribus elephantiasi n
siniulantis. Acced.tabb.aenn.pict.il 4. maj. cart. t^l Thlr.
niisch
!<
-
fc"-
Orhs, Iranc, .^rtis niedicae principe* de cnranda
.(ebre typhode coin|iarati. l'raeinissa quaesliune de aurloribua ifraed» circa
tibua.
8.
maj
nutionein aflectus typhudis
(3 Thlr.)
diasentien-
Fharmacopoea
borussica.
Editio quinta. Die Preus-
sische l'h aimacüpoe. Fünfte Auflage, lleberseizt und
erläutert von Dr. Vr. Ph. Dulk. Zweite, durchgehends verbesserte Auflage. 2 Bände, gr. S.
(7 Thir 18 gr.)
Der ate Band wird baldigst nachgeliefert.
Radius, Prüf. Dr. J. , Dissertatio de pyrola etchimopliila. Spec. lluni (medicuni). gr. 4. geh. (12 gr.)
Uathke, l'rof Dr. H. Untersuchungen über die Bildung und EntWickelung des b'lusskrebses. Mit 5
,
Fol.
Kupfertafcln.
cait.
{12 Thlr.)
Keider, Dr. J. A. von, Untersuchungen über die epidemischen Sumpffieber, dieGesetze ihrer Entstehung, ihrer Verbreitung, die Mittel zu ihrer Verhütung etc mit Rücksicht auf das gelbe Fieber und die da,
gegen bisher angewandten unzweckmässigen Quarantainelizei- und Sanitäts-Gesetze,
gr 8. (2 Thlr. 8 gr.)
,
Po-
Sachs, L. W, Uanribuch des natürlichen Systems der
praktischen Medicin. Ersten Theiles zweite .Ihtheilung,
,
iS Thlr.)
gr. 8.
.
Scriptorum clas&icorum de praxi medica nonnullorum operatollecta. Vol. VUium, IXuni et Xlllum.
Etiam sub
tit.
Morgagni, J. B., De sedibus et causis morborum per
anatumen indagatis libri V. Editionen! reliquis emendatiureni et vita auctoris auctam curavit
cart.
8.
(3 Thlr. 8 gr.)
et VI.
Just. Radius. Tom,
V
Ein ausfuhrlicher, aber zum zweckmässigen Gebrauche vereinfachter Index zeichnet auch in dieser Hinsicht diese nun vollendete Ausgabe vortheilhaft aus.
Huxhani, F., Opera medica. Editionem reliquis emendatiocart.
8.
reni et vita auctoris auctam curavit A. F. Haenel.
(i Thlr.
In
lü gr.)
Druckfehler -Berichtigung.
Dr. Heiiir. RaMe:
dem Werke des Hrn. Hofraths
Untersuchungen über den Flusskrebs,
ist
der Scliluss der Vorrede (S.
VI) so zu
lesen:
„Bei der Bearbeitung des refleklirenden Theiles dazu
gegen bin ich weniger darauf bedacht gewesen
verhüten dass die Wahrheit die Hand der üichtung
vor mir annahm. 'i
,
,
2^.
fis^.
Ä
-^iiT
-^"'
•>
^jr.^u>i^A- -,.
^jr.
I/k/t/j^ -Ar-<^. „,f.
yhs.
/;sr.
'{f/^iA^J^tZ^
^'^i^^^/^j' '^J^^SO^Z
.„fSTJÄ*«-»..
.
Archiv
für
Anatomie und Physiologie.
Anatomisch - physiologische Untersiicliungen, vorzüglich über das Sclilagadersystem der Vögel.
Von
Dr.
Hans Barkow,
ausserordentlichem Professor der Medicin und Prosector zu
Breslau.
(Nebst Kupfertafelii 8, 9 und 10.;
Vor er inner ung.
Jjie Untersuchungen, die
ich
dem
öiTentllchen Urtheile
übergebe, zeifallen in die anatomischen und physiologischen.
Erstere, die den grösseren Tbeil ausmachen, beziehen sich (mit Ausnahme der Beschreibungen des Brütorganes und der Kloake mancher Vögel , so wie der
Blutadern der unteren Extreniiläten und des Unterleibes
des Huushahnes) fast nur auf die Schlagadern der Vögel.
Ich habe in ihrer Darstellung denselben
der meiner Untersuchungen über die
Gang wie
bei
Schlagadern der
anatomischen Beschreibungen
Siiugcibiere befolgt ,
von allen Bemerkungen streng geschieden, und in diedie
sen die allgemeinen Hesullate
leicht
mag
zusammengestellt.
es scheinen, als ob es zwcckmüssiger
Viel-
gewe-
sen wäre, gleich eine s}slemati.sohe Darstellung zu geben und ihr die einzelnen Beobachtungen unterzuordnen.
SltcMt Archiv f. Aiiat. u. I'h>». 1829.
20
306
Anatomisch - physiologische Untersuchungen,
Was
an Kürze und an Leichtigkeit hiersie aber an Genauigkeit,
nothwendig verloren haben. Nur als Andeutung eines
Systems mögen die anatomischen Bemerkungen angesehen werden; ein vollständiges habe ich niciit zu geben
vermocht, und nicht zu geben beabsichtigt.
die Darstellung
durch gewonnen hätte, würde
Eine möglichst vollständige systematische Darstellung der Schlagadern der Thiere,
tenlehre, von der
fasst,
man noch
welche die Varietä-
mit umkann nur aus genauen Beschreibungen der Schlagfast nichts weiss,
adern einzelner Thiere hervorgehen. Ich habe deshalb
meine Beobachtungen auch da niitgetheilt, wo sie mir
kein allgemeineres Resultat gewährten, in der Ueberzeugung, dass manche durch Hin/.ukommen späterer
Beobachtungen eine Lücke ausfüllen werden.
Die Beschreibung der Schlagadern einzelner Thiere
habe ich, so viel ich es gekonnt, vollständig gegeben,
aber Wiederholungen möglidist zu vermeiden gesucht.
Deshalb ist die erste Beschreibung ausführlicher als die
.späteren ausgefallen. Ganz habe ich aber Wiederholungen nicht vermeiden können, da das zu häufige Zurückweisen auf frühere Beschreibungen den Uebcrblick über
die Vertheilung der Schlagadern
des einzelnen Thieres
unmöglich gemacht hätte. Manche Beschreibungen sind
unvollständig; über manche Schlagadern einzelner Thiere
habe ich nichts sagen können, weil das Thier entweder an solchen Stellen zerschossen, oder sQnst Extravasat entstanden, oder die Injectionsmasse nicht tief
genug
eingedrungen war.
Wer
nen angestellt
wird es wissen, dass auch bei allen
hat,
selbst häufiger feinere Injeclio-
genommenen Vorsichtsmaassregeln
die Injection oft nicht
im Lichte des Gefässes,
ein unbedeutender zufälliger Druck kann die Injectionsmasse einzudringen hindern. Oft werden feinere Nebenzweige gefüllt, während grössere Aeste leer bleiben
gelingt; etwas Blut, etwas Luft
307
vorzüglich über das Schlagadersystem der Vögel.
ohne vorhergegangene Injection die Untersuchang feinerer Arterien kleinerer Thiere unmöglich, da
sie zusammenfallen und sich dem Auge zu leicht ent-
Doch
ist
ziehen.
Beschreibungen von Schlaggdem seltener Thiere
den sich
diesen Untersuchungen nicht.
in
Nur
fin-
einhei-
mische standen mir zu Gebote, die ich dem Herrn Mediclnalrath
Otto,
Herrn Professor Seerig und Herrn
Studiosus medicinae Rohnstock, vorzüglich aber Herrn
Stud. med. Sianuitts, Hrn. Conservator
Rolermund und
Hrn. Constantin Gloger verdanke, deren letzterer mit
Aufopferung von Zeit und Mühe mir mehrere Vögel
Bchoss, an denen mir besonders gelegen war. Mögen
sie meinen aufrichtigen Dank für ihre Güte freundlich
aufnehmen.
—
Es giebt wohl keinen Zweig der vergleichenden
Anatomie, der für die Physiologie von grösserer und
allgemeinerer Wichtigkeit wäre als die vergleichende
Schlagaderlehre,
da die Schlagadern die Stoffe führen,
Organe wirken,
Erneuerung und Ernährung bestimmt sind.
Wohl hat man dies erkannt und Versuche an den Schlagadern der Thiere angestellt. Allein vollkommene Sicherheit konnte doch der Anatom den aus den Unterbindungen der Schlagadern der Thiere gezogenen Resultaten
nicht zugestehen, da die Experimentatoren wohl die Adern
unterbanden und die Erscheinungen, welche das Thier,
die als beständige innere Reize auf die
die zu ihrer
dem
expcrimentirt wurde, im Leben und Tode darangaben, aber um die Vertheilung der Stämme,
Aeste, Zweige, ihre Stärke und ihre verschiedenen Verbindungen im natürlichen Zustande sich wenig kümmerten, in der Voraussetzung, dass sich jenseit der Liga-
an
bot,
tur
den
die
alles
80
tVillii
verhalte
wie beim Menschen.
Der Weg,
durch seine genanen Untersuchungen über
Schlagadern dev Gehirne« der Thiere bezeiclinete,
20»
308
W'urtle
Anatomiscli- physiologische Untersuchungen,
nicht befolgt
,
und
,
als
man
ihn wieder betrat,
Andenken durch ungerechten Tadel entweiht. Erst
wenn man eine genaue Kenntniss von den Vertheilungen der Schlagadern der Thiere hat, können die physiologischen Versuche im weiteren Umfange und nach
sein
allen Richtungen hin angestellt werden.
Greift die vergleichende Schlagaderlehre schon aus
den genannten Gründen von allen Seiten in die Physiologie der Organe ein, so ist sie noch von besonderer Wichtigkeit, weil kein organisches
Veränderungen
erleidet
als
System so
das Blutgefüsssystem
viele
wäh-
rend der verschiedenen Entwickelungsperioden, welche
die einzelnen Thiere durchlaufen , und während der periodischen Entwickelungen, denen einzelne
Organe aus-
gesetzt sind. Die physiologischen Bemerkungen, Resultate
zum Theil der beschriebenen physiologischen Beobachtungen und Versuche, zum Theil meiner anatomischen
Untersuchungen über die Schlagadern der Säugethlere
sich nicht auf ein einzelnes Organ, nicht auf ein einzelnes Thier, und nicht auf eine
einzelne Lebensperiode. Man wird es mir wegen der vie-
und Vögel, beschränken
len Untersuchungen, die
ich über eins der_ wichtigsten
Systeme der beiden höheren Thierclassen angestellt habe,
vielleicht verzeihen, wenn ich es gewagt habe, eine oder
die andere bisher unerörtert gebliebene Frage zu berühren, über viel besprochene Gegenstände eine Meinung
abzugeben, und der Auctorität berühmter Männer zu widersprechen ; aber man wird den physiologischen Bemer-
kungen, weil
sie nicht
erschöpfend sind, die iVachsicht
nehmen und vielleicht
Anspruch nehmen dürfen, da sie den ersten allgemeineren Versuch gewähren, der vergleichenden Schlagaderlehre den Platz zu gewinnen, den sie in der Bearbeitung
der Physiologie einzunehmen berechtigt ist.
nicht versagen
in
,
die sie in Anspruch
vurzuglich über das Schlagadersystein Jer Vogel.
309
Erster Abschnilt.
Anatomische BeavhreiOungen
der meisten Schlagadern des graukehligen Steissfusses. (l'udiceps subcristatus.
ISeschre ibung
Die Aorta
in
theilt
sich bald
nach ihrem Ursprünge
einen rechten und einen linken Stamm.
Stamm
theilt
sich
Der rechte
und iii
in die rechte Art. subclavia
die Aorta descendens.
Die Aorta descendens bildet einen Bogen nach rechts
und hinten , geht über dem rechten Luftröhrenasle zur
rechten Seite der Wirbelsäule, steigt dann unter (vor)
dieser nach hinten nieder, giebt
die Art. intercostales,
mesenzu den
vorderen Nierenlappen, die auch an die Hoden Zweige
geben, sodann die beiden Art. crurales, und spaltet sich
zuletzt in die beiden Art. ischiudicae und in die Art.
dann die
Art. coeliaca,
gleich hinter dieser die
lerica anterior, darauf die Art. renales anteriores
Sacra media.
rotis
Der linke Stamm der Aorta
communis primaria, und in
theilt sich in die
Ca-
die Art. subclavia si-
nistra.
Die Carotis communis primaria geht von der linken Seile etwas gekrümmt zur vorderen Flache de» unleren Endes des Halses, tritt zwischen die IVluskeln und
geht durch den Kanal der vorderen DornfurtKätze der
Halswirbel,
den 4
bis
der aber vüllkonunen gesoblns.s<:n nur bei
6 untersten Halswirbeln erscheint, indem die
Seilenbiilflen der vorderen Dornfortsatze der oberen Hals-
wirbel sich nicht berühren.
Uegen das obere Ende dei
310
Anatomisch -physiologische Untersuchungen,
Halses, 3 Zoll entfernt von der Vereinigung beider
terkieferhälften
Uncommnnis
Carotis communis dextra und sinistra.
spaltet sich
primaria in die
Sie giebt auf diesem
Wege
die
Art.
carotis
sehr viele Arterien ab.
Die Carotis communis entsendet bald nach ihrem
Ursprünge zwei starke Arterien, die eine aus ihrem vorderen, die andere aus ihrem hinteren Umfange. Die
vordere
theilt
und
sich bald wieder in die cutanea colli an-
oesophaged-trachealis oder oesophagea adscendens anterior.
Die Art. cutanea colli anterior giebt zuerst mehrere
kleinere Zweige in die Halsmuskeln der linken Seite,
terior
in die
'
neigt sich nun etwas nach der rechten Seite hinüber
und geht durch Zellgewebe an die linke Seite der Luftröhre geheftet, nach der rechten sowohl als der linkea
Seite viele Hautzweige abgebend, bis zum oberen Dritttheile des Halses in die Höhe, wendet sich dann etwas
mehr nach der linken Seite und mündet zuletzt zusammen mit einem Zweige aus der Art, occipitalis. Am
oberen Drilttheile des Halses giebt sie 5 bis 6 Zweige (deren Zahl nicht in allen Individuen gleich ist), von denen sich jeder wieder in zwei Zweige theilt, einen hinteren und einen vorderen, durch deren Vereinigung underen unterster
ter der Haut Kogen gebildet werden
durch Vereinigung mit der Art cutanea colli lateralis,
deren oberster durch Vereinigung mit einem Zweige der
,
Art. thyreoidea superior vollständig wird.
Die Art. oesophagea anterior oder oesophageo - trachealis geht von links etwas nach der rechten Seite hin,
gelangt ungefähr
i-
Zoll oberhalb
des unteren Kehlko-
pfes zwischen Luftröhre und Speiseröhre, geht bis
oberen Ende der Luftröhre
mosirt dort mit einem Zweige
Auf diesem Wege
zur rechten
die
in
Höhe und
zum
anasto-
aus der Carotis sinistra.
giebt sie sehr viele Zweige, sowohl
als zur linken Seite
der Luft- und Speise-
An
röhre.
den Seiten der Luftröhre theilen sich diese
sehr feinen Zweige wieder,
ler
311
über das Schlagadersystcin der Vögel.
Toi'züglicli
vereinigen sich wieder jw-
einander, wodurch Bogen gebildet werden, die, da
sie alle zusammenhängen, das Ansehen haben, als ob
an der rechten und linken Seite der Luftröhre ein feiner forllaufender Arterienbogen läge. Die Zweige, welche an die Speiseröhre gehen, theilen sich ebenfalls und
bilden
Bogen, anastomosiren aber ausserdem mit
Z.Wiej^-
gen aus der Art. oesophagea posterior.
,
,
Der aus dem hinleren Umfange der Carotis communis primaria kommende Ast giebt zuerst einen bedeutenden Zweig, der sich in mehrere kleinere Arterien
theilt , nämlich in eine Art. oesophagea descendens sinistra, in mehrere Zweige zum unteren Kehlkopf und
dessen Muskeln, und einen Zweig zu den unteren
Hierauf
muskeln.
sich
theilt
lials-,
der genannte Ast in die
linke Art. vertebralls, die in den Wirbelloehkanal ihrer
colli und Art. tr. scaDie Art. transversa colli giebt zuerst mehrere
Zweige in die Muskeln des Halses und der Schulter,
steigt dann über der Schullerhöhe nach aussen und oben,
Seite tritt, in die Art. transversa
pulae.
um
um
rantibus
/.u
Haut zu
zerlheilen.
Ein Zweig geht nach
den vorderen ramis thoracicis perfoverbinden , andere gehen in die Haut mehr
sich in die
hinten,
sich mit
nach oben zur UiJckenseite, ein bedeutender Zweig geht
alt)
cutanea
dorsalis
colli
setzung endet
zuletzt auf die
aU
Art.
sinisira
cutanea
sinistrii,
hinti-rcii
ei-
Art. cutanea colli anterior bildenrj.
Die Art. transversa scapulae geht
am
und die Fort-
lateralis
angegebene VVeise einen Bogen mit
nem Zweige aus der
giebl
fort,
colli
n:<i;h
Knde des vorderen
lerblatles die Art. dorKalis
hinlen
und oben,
Driltlheils des Schul-
scapulae,
die
zwirtchen
<)er
des Mu.sciiIun KCrratus anticus major und dcks
W. rhnmboiileuK neben dem Ilande des SchnlterblaltPK
InHeiiion
bis
zu tlcHsen hinterem Ende verlauft, und sich
in dip
312
Anatomisch -physiologische Untersuchungen,
beiden genannten Muskeln
vertheilt.
Hierauf durchbohrt
die Art. transversa scapulae den Musculus rhomboideus
dem Schulterblatte, gelangt unter
Haut des Rückens, giebt einen schwächeren vorderen Zweig, der mit einem Zweige der Art. transversa
colli anasiomosirt, und geht unter der Haut des Rückens
in seiner Mitte neben
die
als Art. cutanea trunci dorsalis
nach hinten, indem
bis unter
die
sie
neben dem Schulterblatte
auch einzelne feine Zweiglein
Haut des Oberarmes
schickt.
Kurz vor-
ehe die Art. carotis communis primaria zwischen
her,
tritt, um von ihnen bedeckt zu werden und in ihren Knochenkanal zu gelangen, giebt sie
noch einen starken Zweig, der sich wieder in zwei Arterien spaltet, von denen der eine in die Halsmuskeln
die Halsmuskeln
•
der rechten,
der andere in die der linken Seite geht.
Kurz vorher, ehe
tersten
starken Ast,
geht,
die Carotis in die Oeffnung des un-
vorderen Dornfortsatzes
und
tritt,
sich unter
dem nächsten
nen rechten und linken Muskelast
Carotis
ten
giebt
sie
einen
der vor ihr durch die genannte Oeffnung
communis primaria durch
Doinfortsatzes gelangt
ist,
Dornfortsatze in
ei-
Nachdem
die
spaltet.
die Oetl'nung des zwei-
giebt sie zwei
starke
Muskelarterien, einen nach der rechten und einen nach
der linken Seile, so auch, nachdem sie durch die Oeff-
nungen des
dritten, vierten
wirbeldornfortsatzes getreten
und fünften vorderen Halsist.
Diese Arterien, die im-
mer zwischen zwei Dornfortsätzen entspringen, sind den
oberen immer naher als den unteren. Weiter nach oben
entspringen unterhalb der Theilung in die Carotis com-
munis dextra und sinistra aus der Carotisi communis
primaria noch fünf einfache Aeste, einer vor jedem Wirbel (und zwar aus der vorderen Fläche des Hauptstammes). Jeder von diesen Aesten spaltet sich bald wieder
in einen rechten und linken Zweig.
Aus der Carotis communis
sinistra entsprang in ei-
vorzüglich über das Schlagadersystem der Viigel.
313
der von mir untersuchten Thiere gleich nach der
Theilung der Carotis communis primaria ein kurzer star-
nem
ker Muskelzweig, der nach der rechten und linkefi Seite
Die Carotis communis dextra und
sich hin vertbeilt.
sinistra theilen sich jede in einer
Entfernung von etwas
i Zoll von ihrem Ursprünge
and innere Carotis.
mehr
als
Die Carotis externa
in
die äussere
übertrifft die interna
etwas an
Stärke, entsendet zuerst die Art. occipilalis, dann die
thyreoidea superior, hierauf einen Muskelzweig und spal-
sodann in die Art. palatina und facialis.
Die Art. occipitalis ist stark, nimmt das obere Ende
der Art. cutanea colli anterior auf, dringt sodann in die
Tiefe, nimmt das Ende der Art. yertebralis , nachdem
dieses durch die Oeflnung des ersten Halswirbels gekommen ist, auf, und vertheilt sich in die Nackentet sich
muskeln.
Die Art. thyreoidea superior (die ich nnr so nenne,
weil
sie
in
IJeziehung auf die Stelle ihres Ursprunges
einigermaassen derselben Arterie der Säugcthiere ent-
ohne eigentlich den Namen zu verdienen) ist
bedeutenden Hautast und theilt
darauf in die Art. oesophagea descehdenS, in die
spricht,
stark, giebt zuerst einen
sich
Art. lingualis,
Hautast
und
theilt sich
ren Zweig,
in die Art.
wieder
in
pharyngo- palatina.
von denen der vordere mit einem Zweige
BUS der Art. submentalis anastomosirt,
dem
der hintere mit
vordersten bogenförmigen Zweige der vorderen Hals-
hautarterie sich verbindet.
dens
Der
einen vorderen und hinte-
anastomosirt
an
der
Die Art. oesophagea descenlinken
Seile
mit der Art.
oe80[>hagea anterior, an der rechten Seite mit der Art.
oesophagea po.stcrior. Die Art. lingualis geht bedeckt
vom /ungenbeinhorne nach vorn, giebt eine starke Art.
HubiiionlaliK,
die mit
einem Zweige aus der Art. thyreoi-
dea superior anastomosirt und
am Hände
des Unterkie-
314
Anatomisch -physiologische Unterrochungen,
hierauf giebt die Art. lingualis einen schwachen eigentlichen ranius lingualis und verläuft unter der
fers verläuft
;
Haut zwischen der Zunge und dem Unterkiefer
subungualis nach vorn,
linie mit
lichen
verbindet sich
in
als Art.
der Mittel-
der der anderen Seile zu einem gemeinschaft-
Stamme, der nach vorn zur Vereinigung
beider
Unterkieferhälften gelangt und hier in die Substanz des
Knochens
tritt.
Die Art. pharyngo
-
laryngea
ist
fast
stärker als die anderen beiden, vertheilt sich in den obe-
ren Kehlkopf,
den Schlundkopf und die Muskeln des
Zungenbeines.
Der Mu^elzweig
,
der aus der Carotis externa nach
der thyreoidea superior entspringt, ist stark, geht zur
Vereinigung des Unterkiefers mit dem os conimunicans,
giebt
hier
einen Zweig,
der hinter
dem
os communi-
cans in die Tiefe zu den Muskeln geht, verläuft das os
conimunicans von unten bedeckend, sich in die Muskeln
und das Unterkiefergelenk vertheilend, und entsendet
noch einen bedeutenden Zweig, der vor dem os conimunicans in die Tiefe dringt und sich mit einem Zweige
des aus der Carotis interna an die äussere Schädelbasis zurückkehrenden Astes zu einer einfachen starken
Arterie verbindet, die nach vorn verläuft und sich ein-
senkt in das durch die Art. palatina hinler
dem Unter-
und Jochbogen gebildete Wundernetz.
Die Art. palatina ist stark , geht an der inneren
Fläche des Musculus pterygoideus nach vorn, giebt einen zurücklaufenden Zweig, viele Zweige in den Mus-
kiefer
culus pterygoideus, viele Zweiglein, welche als ein
nes Gefässnetz den
Stamm
fei-
der Art. palatina umgeben,
und verschmilzt vor der Gaumenspalte mit der gleichnamigen Arterie der anderen Seite zu einem gemeinschaftlichen
Mittellinie
Stamme, der unter der Gaumenhaut
nach
vorn
Zweige entsendet, und
verläuft,
zu
in
beiden Seilen
zuletzt mit seinen
der
hin
Zweigen durch
Torzüglich über das Schlagadersystem der Vögel.
das Foramen incisivnm in die Nasenhöhle gelangt.
315
Am
\ orderen Rande des Musculus pter3'goldeus kommen noch
mehrere starke Zweige, die eine Art Wundernetz biU
den , welches hinter dem Unterkiefer und dem Jochbogen aufwärts steigt und unter den Bulbus oculi gelangt,
wo
es die schon beschriebene Arterie aufnimmt.
Die Arteria facialis geht zwischen dem os qnadratum und dem Unterkiefergelenke hinter dem Jochbogen
nach oben und gelangt am oberen Rande des Jochbogens
an das Gesicht, wo sie ein starkes Wundernetz bildet.
Ehe sie an das Gesicht gelangt, giebt sie einen Zweig,
der am unteren Rande des Jochbogens ans Gesicht gelangt und sich mit einem aus dem genannten Wundernetze
kommenden, über der Wurzel des Jochbogens
nieder-
steigenden, zu einer gemeinschaftlichen Arterie, der Arteria
subcutanea maxillae inferioris verbindet, die unter
der Haut des Unterkiefers nach vorn geht, und sich in
Haut vertheilt. Ein anderer aus dem Wundernelze
konmiendcr Zweig gehl hinter dem Jochbogen parallel
mit diesem nach vorn und gelangt in den hinteren Theil
der Nasenhöhle, nachdem er noch vorher einen Zweig
abgegeben hat, der bis zum vorderen Ende des Jochbogens verläuft. Die Fortsetzung der Art. facialis geht
schief von aussen und unten nach innciT und oben zum
die
inneren Augenwinkel, giebt hier einen Zweig, der sich
verbindet mit der Art.
marginalis
endet
in
vertheilend
sich
oculi
der Haut
superior, und
der Wurzel
des
Schnabels.
Das erwBhnte Wundernetz ist nicht unbedeutend,
Wurzel des Jochbogens bis zum
äutssercn Augenwinkel und senkt sich hier in die Art.
erstreckt sich von der
ophthalmica.
Die Arieria carotis interna verläuft ctwns ober sechs
Linien \on lilnu-n nach vorn, ohne Zweige abzugeben,
Itjtt
dann
in ihren
Kanal, spaltet sich hier aber sogleich
316
Anatomisch -physiologische Untersuchungen,
und einen inneren Ast. Der äussere
von einem dünnen Knocljenplättchen (durch welches die mit rothem Wachse gefüllte
Arterie durchschimmert) bedeckten Gange nahe am äusseren Rande der Fenestra ovalis der Paukenhöhle von
hinten nach vorn, und gelangt in den hinteren und äusin einen äusseren
verläuft in einem eigenen,
seren Theil der Augenhöhle, giebt aber, ehe er hierher
gelangt, eine nicht unbedeutende Arterie, die in einem
eigenen Knochenkanale nach hinten und oben geht,
am
Hinterkopfe unter die Haut gelangt und sich hier ver-
Nachdem der äussere Zweig, den man nun wohl
theilt.
nennen kann,
Art. ophthalmica
langt
dernetz
Augenhöhle ge-
in die
giebt er mehrere Zweige, die ein kleines
ist,
aus
bilden,
Wun-
dem Zweige zu den Kaumuskeln
und zu den Augenmuskeln gehen. Die Art. ophthalmica nimmt am äusseren Augenwinkel das Wundernetz,
welches am Gesichte liegt, auf, giebt eine Arteria palpebralis externa inferior, die Art. ethmoidalis und geht
dann zur Mitte der hinteren Fläche des Bulbus
ocuii,
gelangt an die äussere Seite des Nervus opticus,
giebt
Zweige, die ein •wahres Wundernetz
verläuft unter dem Nervus opticus weiter nach
bilden
innen, dann von hinten nach vorn viele Zweige zu den
Augenmuskeln abgebend, und zuletzt sich in mehrere
kleine geschlängelt neben einander auf der Sclerotica
hier viele kleine
,
liegende Gefässe thcilend, welche die Sclerotica in
niger Entfernung
kommt
vom Knochenringe
durchbohren.
ei-
Es
der Arteria ophthalmica an der äusseren
Sehnerven ein schwacher Zweig, der über
dem Sehnerven nach innen geht tind einen Zweig ans
der Arteria olfactoria aufnimmt, so dass der Sehnerve
aus
Seite des
an der Stelle,
wo
Arterien umgeben
er in den Augapfel
tritt,
Das Wundernetz an der äusseren
nerven
ist
als
ganz von
ist.
der wahre Anfang des
Seite des Seh-
Kammes im Vo-
317
vorzüglich über tias Scblagadcrsystem der Vögel.
gelauge, als seine äussere Hälfte, anzusehen; es durch-
bohrt den
äusseren Abschnitt
der Sehnervenspalte in
den Kamm.
Die Arteria ethmoidalis, deren Anfang man auch
Art. marginalis oculi superior nennen kann, geht nebea
,dem oberen Augenhöhlenrande und der hier gelegenen
Drüse nach innen, senkt sich dann zur Mitte der inneren Wand der Augenhöhle hinab, und mündet in die
der Sclerotica und
Arteria olfacloria
vertlieilt sich in
ein.
Der innere Ast der Carotis
inneren Rande der Fenestra ovalis
interna geht nahe ant
in
einem eigenen knö-
chernen Kanäle nach vorn (so dass die Fenestra ovalis
mit
Ausnahme
ihres
vordersten Endes von den Aesten
der Carotis interna begrenzt
wird),
nach innen und vorn und schickt,
beugt sich dann
noch ehe
sie in die
•Schädelhühle gelangt, unweit der Mittellinie
einen be-
deutenden Zweig ab,
der
durch eine eigene Oeli'nung
an die äussere Schädelgrundtläche geht.
Dieser Zweig
neben der
an der äusseren Schädelgrundfläche gelegenes
Wundernetz und giebt einen Zweig, dessen schon erwähnt ist, der sich mit einem anderen aus der Carotis
externa verbindet und sich in das durch die Arteria
vertheilt sich grösstentheiU in ein kleineres,
Carina
palatina gebildete
Wundemetz
einsenkt.
Beide Carotiden gehen in ihrem Kanäle weiter
ziu;
und nach oben bis hinter den Clivus, wo
beide Kanäle in einen einzigen gemeinschaftlichen verschmelzen.
Die Kanäle der Carotiden sieht man, so
lange sie noch getrennt sind, von der Schädelhöhlc aus
wulstig erhüben liegen.
sie sich in der Mittellinie
Mittellinie
Wo
hinler
dem
Clivus vereinigen, fehlt nach oben die
Kno-
chenwand, so dass die Carotiden hier nur von der harten Ilirnliaiit bedeckt sind, dann weiter nach vorn aber
unter den (Jlivus geben, und neben dem Türkensallel an
der (irundiläche des (jehirpes hervortreten. Von der Steile
3lS
an,
zum
Anatomisrh -physiologische Untersuchungen,
wo
die
Kanäle der Carotiden sich vereinigen, bis
vorderen Ende des Clivns liegen die Hirnschlag-
adern nicht nar neben einander, sondern verbinden sich
entweder durch einen queren Ast, oder durch meiirere
Stämme umgebenden und aus ihnen entspringenden Reiserchen.
Die Hirnschlagadern geben an der Hirngrnndfläche
die Arteriae communicantes, die nach hinten gehen, und
feine die
sich zur Grundbeinarterie
vereinigen,
die Arteriae fos-
sarum Sylvii, die Arteriae callosae schn-ache Zweiglein,
und gehen so na^ch vorn gelrennt von einander als Arteriae olfacto»iae durch zwei kleine Löcher, welche zwischen der Siebplatte und den Sehnervenlöchern liegen
in die Augenhöhle zu deren inneren Wand, wo sie die
Arteriae ethnioidales aufnehmen, sodann nach vorn in
die Nasenhöhle gelangen, um sich in die Schleimhaut
der Nasenhöhle zu vertheilen.
Die Arteria subclavia vertheilt sich an beiden Seiten gleich, nur an der rechten giebt sie zuerst eine Arterie, die stark ist, und einigermaassen dem Stamme
der Carotiden entspricht, zuerst die Art. oesophag^a posterior entsendet, und sich dann in die Art. transversa
colli, transversa scapulae und vertebralis theilt.
Die
Art. oesophagea posterior geht hinter dem Oesophagus
in die Höhe und verbindet sich mit der Art. oesophaSie giebt in ihrem Verlaufe
gea descendens dextra.
viele Zweige zu den beiden Seiten des Oesophagus, die
mit Zweigen aus der Art. oesophagea anterior anastomosiren.
Die Art. transversa
zum
untersten
colli
Zweige
dann die
giebt zuerst mehrere
Theile des Halshautmnskels,
Art. cutanea colli posterior, und endet wie auf der linken Seite, indem sie hier die Art. cutanea colli lateraDie Art. cutanea colli posterior ist stark,
lis
bildet.
geht unter der Haut des Halses nach hinten und oben.
319
Torzüglich über das Schlagadersystem der Vögel
Zweige ab, gelangt aber am oberen Theile
des Halses wieder mehr zur Seile, bildet hier ähnliche
Bogen wie die Art. cutanea anterior, und endet auf dieSodann entsendet jede Art. subclavia eiselbe Weise.
nen nicht unbedeutenden Zweig, der zu den zwischen
der Clavicula und der Furcula gelegenen Muskeln geht,
giebt viele
diesem einen anderen, der unter dem
geht, und hier von aussen
gleichzeitig mit
Schlüsselbeine nach aussen
zwischen der Furcula und Clavicula gelegenen
Muskeln dringt, sodann zwei kleine Zweigiein zu den
in die
so nach oben
ersten Zwischenrippenmuskeln,
die Art.
nach unten die Art. mammaria interna, dann
axillaris,
nach dieser zwei kleinere
und spaltet sich zuletzt in die Art.
die Art. thoracica superior,
Rami
peetorales,
thoracica inferior und die Art. cutanea abdorninis.
Die Arteria
geht
axillaris
in
und diese spaltet sich, nachdem
um
entsendet hat,
unteren
die brachialis
über,
die Art. profunda
sie
Ende des Oberarmes
in die
Art. radialis und in die Art. ulnaris.
Art. radialis theilt sich bald in die eigentliche
liiti
Arieria radialis, und in die Arieria interossea, welche,
als die stärkere,
radialis
anzusehen
spultet
sich
bald
auch als die Fortsetzung der Arteria
ist.
Die eigentliche Arteria radialis
in
Dteigenden Zweig.
rena
radialis
nach oben
derarmes.
keln
des
;
einen aufsteigenden und einen ab-
Der aufsteigende
anzusehen
und
ist als
verläuft
Art. recur-
unter der
Flaut
der absteigende endet in der Mitte des Vor-
Die
Ai'teria interossea
oberen Endes
schon einen starken
geht unter die Mus-
des Vorderarmes,
Hanms
giebt
hier*
perforans, und im weiteren
Verlaufe noch mehrere kleinere Zweige
welche zwi,
schen den Knochen des Vorderarmes zu dessen Hiickcnleite geben, sich theilen und unter der ilaiil sich vei'bin-
dcnd liogen bilden, aus denen Zweiglein kommen, von
denen eins immer zwischen zwei Fedorwurzeln gelangt.
320
Anatomisch - physiologische Untersuchungen,
Au8 dem
ersten oder grösseren
Ramus
perforans
kommt
Zweig, der Art. recurrens interossea genannt vverden kann, und mit der Arteria recurrens ulnaris am Elein
'
lenbogengelenke annstomosirt.
Die Arteria ulnaris giebt zuerst einen Hamus
re-
Haut rückwärts bis zum Ellsnbogenhöcker verläuft, und viele kleine Arterien abgiebt,
deren eine imn^er in den Zwischenraum zwischen zwei
Schwungfedern gelangt. Die Arteria ulnaris geht neben
currens, der unter der
der Ellenbogenröhre bis
zum Handgelenke über dessen
Ramus radia-
Volarfläche fort und theilt sich in einen
lis
und einen Ramus interosseus mefacarpi.
Der Ramus radialis giebt zuerst eine feine Arterie
zum Rudiment des Daumen und verläuft dann unter
der Haut sehr fein bis
zijr
äussersten Phalanx.
Der Ramus interosseus geht bedeckt von Muskeln
zwischen den Knochen der Mittelhand bis zu deren vorderem Ende, geht nun zwischen den Knochen durch
zur Dorsalseite, und verläuft hier bis zur Spitze der
In seinem Verlaufe zwischen den Knoletzten Phalanx.
chen der Mittelhand giebt der Ramus interosseus viele
durchbohrende Zweiglein, welche sich theilen und unter
einander Bogen bilden, woraus so viele kleine Arterien
kommen,
zeln
dass
eine
immer zwischen zwei Federwur-
tritt.
Die Art. mammaria interna theilt sich in zwei Zweivon denen der eine am äusseren Rande des Brust•beines, der andere an der Grenze zwischen dem vordege.,
ren Rippentheile (der den Rippenknorpeln der Säugethiere
entspricbt)
und den Hippen
selbst niedersteigt.
Die Arteria thoracica anterior und posterior, die
sehr stark sind, verlheilen sich grösstentheils in die
Pectoralrauskeln, die anterior in den vorderen Theil derAusserdem treten
selben, die posterior in den hinteren.
*
321
Torzüglich über das Sthlagadcrsj-stem der Vögel.
aber noch einige Zweige aus
dem Stamme des Gewisses
zwischen 'der Art. thoracica nnteiior und posterior herden mittleren Theil der Pectorainiuskeln
vor, welche in
Die Art. thoracica posterior
dringen.
dem
sie
tlieilt
sich,
nach-
schon viele Zweige in der Substanz der Pecto-
ralmiiskeln abgegeben hat
in drei
,
Zweige
,
einen vor-
deren, der noch zu den Fasern der Pectoralmnskcln geht,
und zwei hintere, welche die Substanz des Aluskels unweit seines hinteren Endes durchbohren und unter die
Haut gelangen.
\ on den Arteriis thorncicis durchboli-
ren eine grosse Anzahl Zweige (Hami perforantes) die
Substanz der Muskeln und gelangen npter die tiaiit,
sie sich in ausserordentlich viele Zweige und llei-
wo
Haut die feinsten Netze
und alle unter einander in Verbindung steitcii.
An dem Exemplar, wo die Injection am besten gelungen war, konnte ich drei Reihen (eine obere, eine Initiiere und eine untere) von solchen durchbohrenden Ilautäiiten unterscheiilen, wo die Zweige von vorn nach hin-
serclien iheilen, welche unter der
bilden
,
ten an (inander gereiht sind.
Die unterste Reihe bestand
aus acht Zweigen (die beiden hintersten Zweige der Art.
deren schon Erwühnung geschehen
Der vorderste von diesen durchbobremlen Zweigen verbindet sich mit dem schon genannten Zweige aus der Arleriu transversa colli.
.
thoracica posterior,
i.st,
mitgerechnet).
.
,
Die
cutanea abdoininis wird bei der Beschrei-
.VrtRrlii
bung des Rriitorganes ausführlicher erörtert werden.
Die Art. coeliaca giebt zuerst einen sehr starken
Am, der sich in einen aufsteigenden und einen absteigenden Zweig spaltet. Der aufsteigende geht an der
hinteren Fläche
des Driisenniagens
vcriheilt sieb mit starken
Zweigen
in
in
die
Illilie
und
dessen Substanz,
der absteigende giebt noch 3 bis 4 bedeutende Zweige
an die Siibslanz des Driisenniagens und steigt dann
am
linken
Mcrkcli
Rande de« .Magens aber nur
.\rcliiv
f.
Anal.
ii.
IMi^h.
I82y.
bis
zum
21
unle-
322
Anatomisch -physiologische Untersuchungen,
Ende des oberen
ren
Dritttheiles desselben nieder,
Magens
er in die Substanz des
Nachdem
wo
dringt.
dieser erste Ast abgegeben ist,
spaltet
den vorderen und den etwas
Der vordere geht an der Grenze
die Art. coeliaca in
sich
stärkeren hinteren Ast.
Magens und Vormagens, und zwar an deren rechnach vorn, giebt zuerst einen starken Ramus
des
ter Seite
hepaticus dexter,
dann einen Zweig, der sich
zweiten Leberast, und einen Ast
in einen
zum oberen Ende des
rechten Magenrandes theilt, und spaltet sich hierauf in
die untere Arterie des Vormagens, und in die untere
des Magens, welche beide gleich stark
von denen erstere an der unteren Fläche des Vor-
Fliichenarterie
sind,
magens
Höhe steigt und sich in dessen Substanz
Die untere Flächenarterie des Magens giebt
in die
verzweigt.
zuerst noch einen starken Ilamus hepaticus sinister und
spaltet
sich
dann
am
vorderen Ende der unteren
Ma-
gensehne in zwei gleich starke Zweige, deren einer
neben dem linken, der andere neben dem rechten Rande
der Sehne niedergeht, und die beide
am
hinteren
Ende
Sehne durch Zweige wieder ineinander mündend
einen Bogen bilden, aus dessen ganzem Umfange viele
Zweiglein kommen, die gegen den rechten und linken
Magenrand hinlaufen und hier mit ähnlichen der hin-
-der
teren Flächenarterie anastomosiren.
Der
hintere Ast der Arteria coeliaca giebt zuerst
zwei neben einander entspringende Milzarterien, die zu
der 5 Linien langen, 4V Linien breiten, eine rundlich
dreieckige Gestalt,
eine
vordere und eine hintere Flä-
indem sie aus einander
weichen, und die eine an den oberen, die andere an
den unteren Rand der Milz treten. Hierauf entsendet
che darbietenden Milz gehen,
der hintere Ast eine Arterie,
am linken Rande der
und sodann einen fei-
die
oberen Magensehne niedergeht,
nen Zweig, der über den Pylorus niedeisteigt , diesem
323
vorzüglich über das vSchlagadersyslem der Vögel.
Zweige giebt nnd mit den Zweigen, welche unter dem
Pjlorus iiervortrefen, anastomosirt. Der liintere Ast geht
hierauf bis zum Anfange des Zwölffingerdarmes, entsendet hier einen starken Zweig, und setzt sich fort an
Der starke Zweig
die Arteria pancreatico-duodenalis.
gibbt mehrere Zweiglein zum Anfange des Duodenum,
andere, welche unter dem Pylorus hervorkommen, und
geht so am rechten Rande der hinteren Magensehne gegen das hintere Ende des Maj>ens, diesem, dem hinteren Ende des rechten und linken Randes viele Zweiglein
erthcilend.
Die Arteria jiancrealico-duodenalis giebt bald nach
ihrem Anfange einen Zweig zu dem freien Ende
einen Rlinddarmes, einen Zweig, der
um
Leerdarmes geht,
des
zum Anfange des
mit einem Zweige aus der Art.
Bogen zu bilden, geht hierauf,
Zweige ertiieilend, zum
und ihcilt sich noch in zwei Zwei-
raesenterica anterior einen
den»
Duodenum und
Ende des
letzteren
l'ancreas
ge^ von denen der eine noch
zum Duodenum,
der an-
dere zu einer \V indung des Dünndarmes geht und mit
einem Zweige der mesenterica anterior sich verbindet.
Die Arteria mesenterica anterior giebt zuerst einen
«starken Zweig zilm oberen Ende des Jejunum, von dem
ein Zweigicin mit
dem angegebenen Zweige aus der
|iancreati('ü-ilnodeiialis anastomosirt, hierauf einen
Art.
bedeu-
tenden Zweig zu demselben lilinibiarme, zu welchem der
Zweig aus der Art. pancreatico-duodenalis gelangt, ana-
lomosiit mit diesem, schickt Zweige, die am lilinddarme
herabgehen. Zweige zum Ende des lleum und gehl an
der Verbindung beider lilinddarme mit dem Diirnie bogenförmig von dem einen Hlinddarm zum amleren In die
Ilühc, an dcHsen Spitze er mit einem anderen Zweige
der mesenterica anterior anastomosirt;
Zweige zum Mastdärme hinab,
mit ähidiclicn
utis
der
.Art.
auch schickt er
die »ehr fein sind
uiescnterica posterior
21-
und
una-
324
Anatomisch -physiologische Untersuchungen,
Der Stamm der Art mesenterica anterior
geht hierauf zehn Linien fort, ohne Zweige abzugeben,
und theilt sich darauf in kurzen Zwischenräumen in fünf
stomosiren.
intestinales zum Dünndärme. Alle zum Darmkanale
gehende Zweige theilen sich anfangs zwischen den Platten des Gekröses nicht, sondern erst, nachdem sie bis
Rami
zum Darme gekommen
sind, bilden hier aber, unter ein-
ander sich verbindend, starke Bogen, aus welchen viele
Zweiglein kommen, die zu beiden Fläciien des Darmkanales gehen und sowohl
Darmes)
als
am
freien
seitlich (an
den Flachen des
Umfange des Darmes
fach wieder verbinden.
sich viel-
'
Die vorderen ]\'ierenarterien geben einen Zweig, der
Substanz der Nieren nach hinten geht und mit
einem nach vorn laufenden Zweige der mittleren Nierenin der
arterie anaslomosirt.
Die Art. cruralis jeder Seite giebt keinen Nierenab und spaltet sich bald in die eigentliche Art. cruralis und die Art. epigastrica, welche beide gleich stark
ast
sind.
Die
Art.
epigastrica giebt
der nach vorn und unten
zuerst einen Zweig,
geht und in den Zwischen-
raum zw ischen die beiden letzten Rippen gelangt um
den Muskeln Zweige zu erlheilen. Die Art. epigastrica
verläuft hierauf neben dem Schaambeine, den Bauchmus,
nach hinten und spaltet sich
von denen der eine sich in den
hintersten Theil der Bauchmuskeln verzweigt, der ankeln Zweige ertheilend,
zuletzt in zwei Zweige,
dere aber, der stärkere, sich etwas erweitert, zur Seite
der Kloake gelangt, und sich in mehrere gekrümmt neben einander liegende und durch feine Zweiglein zum
Theil verbundene Zweige theilt und so ein Gefässnetz
bildet, welches als Zellkörper betrachtet werden kann.
kel
Die eigentliche Arteria cruralis geht zum Oberschenund vcrtheilt sich bis zum Knie verlaufend in diu
325
vorzüglich über das Schlagadersystem der Vögel.
Muskeln der vorderen und
innerert
Seite
des Ober-
schenkels.
Die
Sacra media,
Art.
Art. ischiadicae, giebt
schwächer
als
die beiden
etwas hinter ihrer Mitte nach je-
der Seile hin einen starken Kainus niuscuiaris, Ivurz vor
ihrem hinteren Ende einen starken Ast,, der sich in die
Art renalis posterior dextra und mesenterica posterior
und
spaltet,
lis
theilt
sich gleich darauf in dte Art. rena-
posterior sinistra, die beiden Art. hypogastricae
die Art. coccygea communis.
So endete
und
die Art. sacra
media in dem einen von mir untersuchten Tiiiere; in
einem zweiten, ebenfalls männlichen, gab sie nach dem
Ursprünge der beiden Muskeläste und kurz vor ihrem
hinteren Ende zwei Aeste ab, von denen der eine einen Zweig zum Mastdarme entsendete und darauf zum
hinteren
Lappen der rechten Nere,
der
andere
da-
gegen sogleich zum hinteren Lappen der linken Niere ging.
Die Art. coccTgea communis
die beiden
gea media.
.\rt.
spaltet
sich
bald in
coccjgeae laterales und die Art. coccy-
Erslere gehen zwischen den Querfortsiilzen
deg ersten und zweiten Steissbeinwirbels zur Iliickenseite des Steisses,
einen bedeutenden
Art. eocnygea
wo
sie sich verlheilen,
Zweig zur Stelssdrüse
media verläuft
bis
indem jede
Die
entsendet.
zur Spitze des Steis-
8C8 an der unteren Fläche der Steissbeinwirbel.
Die Art. hypogastrica
«inen
Zweig zum
zur Kloake
sinisli-a
hintersten
A
giebt in zwei Fällen
Ende des Mastdarmes und
einen .Muskelzwcig und geht dann
in
die
pudenda interna über; die Art. hypogastrica dextra
giebt einen .Muskel/:weig und setzt sich dann auch in
die Art. pudenda interna fort
Die Art. pudendu interna
/Je^t neben dem Vas deferens nach hinten, ilurchbobrt
Art.
und gelangt neben dem
Ende der Bauchhuut;
die ll.iucliMiiiNkeln
ter
das
hiutcriilu
Stcis«e un-
326
Anatomisch-pliysiologische Unteisucliuiigen,
Die Arteriae ischiadicae, die ausserordentlich stark
sind und als die Fortsetzungen der Aorta angesehen
Verden können, geben jede gleich nach ihrem Ursprünge eine Arteria renalis media. Diese ist stark, giebt
einen nach vorn laufenden, mit der renalis anterior
nen Bogen bildenden Zweig und
Substanz der Niere nach hinten,
renalis posterior einen
Bogen zu
verliiuft
um
dann
ei-
in der
auch mit der Art,
bilden.
Hierauf geht
die Art. ischiadica durch die Incisura ischiadica aus der
Beckenhöhlc an den Oberschenkel,
um dem
grösscrea
Theile der hinteren Extrtjniität sein Blut zuzuführen.
Die
Art. ischiadica giebt,
schenkel gelangt
glutaeus
ist,
nachdem
sie
an den Ober-
eine Arterie, welche den Masculus
maximus durchbohrt und unter den hinteren
kommt, dann die starke Arteria
Theil der Kückenhaut
suralis posterior, die
vom
l\I.
glulacus ma.ximus bedeckt
(diesem viele Zweige erlheilend) niedergeht,
die Art.
peronaea entsendet, zur hinteren Fläche der Wade kommt,
niederstjeigt und feine Zweiglein bis zur Ferse hinab
schickt,
selbst
aber
am
unteren Drittlhoile des Unter-
schenkels und an der inneren Seite desselben nach vorn
und unten geht, um hinter dem hinteren Rande des
Bauchhaulmuskels unter den hinleren und unteren Theil
der Bauchhaut zu gelangen. Hierauf entspringt aus der
Art. ischiadica ein bedeutender Zweig, der für die Muskeln bestimmt ist und neben dem M. ]dantaris hinabgeht, und dann die starke Art. suralis interna, die an
der inneren Seite des Unterschenkels niedergeht und
sich in die Muskeln desselben vertheilt. Die Art. ischiadica setzt sich, kleinere Muskclzweige abgebend, i;i die
Alt. Poplitea fort, und diese geht durch eine Lücke
zwischen Tibia und Fibula am oberen Ende des Unterschenkels
an.
dessen vordere
Fliiclie,
geht hier
44-
Li-
nien herab und kehrt durch das unlere Ende derselben
Ltücke wieder an
die,
hintere Fläche des Unterschenkels
327
vorzüglich über das Schlagadersyatem der Vügel.
um
zurück,
Die
die Art. tibialis poslerior darzuslellen.
Act. Poplitea entsendet,
wo
sie
am
sich
oberen Ende
der vorderen Fläcbefles Unterschenkels befindet, mehrere Zweige: der eine von diesen geht an der äusseren
Höbe;
Seite des Processus patellaris in die
ein zweiter
stärkerer vertheilt sich in die jMuskeln der vorderen
inneren Seite
dritter
am
und
oberen Ende des Unterschenkels; ein
etwas schwächerer auch in die JMuskeln, aber
gegen die äussere Seite hin, giebt jedoch zugleich einen
Zweig, der zum Wundernetze hinabgeht; und ein vierter, der schwächste lon allen, geht auf der vorderen
Fläche der Tibia nieder zum Wundernetze.
Die Art. tibialis posterior gebt an der hinteren Fläche des Unterschenkels bis zu dessen Mitte nieder, und
kommt
che,
hier durch eine Oeffnung an seine vordere Flä-
um
die Art. tibialis anterior darzustellen.
Die Art.
tibialis anterior
geht an der vorderen Flä-
che des Unterschenkels nieder zwischen den Cond^lis
des unteren Endes der Tibia,
hinter
dem Ligamentum
transversum zur vorderen Fläche des Tarsus, und hier
zum
bis
unteren Ende desselben als Art. tarsea
fort.
Die Art. tibialis anterior wird in ihrem ganzen Verlaufe
von einem A\'undernctze begleitet, welches aus parallel
neben einander liegenden arteriellen Zweigen besteht
und zum Theil durch die genannten Zweige der Art.
Poplitea, zum Theil durch Zweige der Art. tibialis anterior selbst (die beim llervorkoniraen der tibialis an
zum
die vordere Fläche des Unterschenkels entspringen),
Theil durch die Art. peronaea gebildet wird.
peronaea, ein Zweig der Art.
«ich,
nachdem
sie
dere Fläche,
poslerior, schlägt
mehrere Muskelzwcige abgegeben
oberhalb der Mille
die
siiralis
Die Art.
indem
des Unlersehenkels
sie
sich
in
einige
zum Wundernetze hinabgehen.
hat,
an dessen vor-
Zweige
spaltet,
Das Wunderneiz,
welches aus 5 Lia 6 Zweigen zusammengesetzt
wii-d,
328
Anatomisch • physiologische Uutersucliungen,
die von Zeit zu Zeit unter einander
me
der Art.
tibialis anterior
und mit dem Stam-
durch schwache Zweigleio
begleitet nicht allein diese Arterie,
zusammenniünden
indem es sie von vorn und besonders von aussen umfasst, sondern es ist auch durch Zellstotl" eng verbunden
die vom Xervus peromit den beiden Nervenzweigen
naeus kommend sich am oberen Ende des Unterschenkels an dessen vordere Fläche uuibeugen und als Nervi
tibiales anteriores niedersteigen. Der innere von diesen
Nerven geht mit der Art. tibialis hinler dem Ligamentum transversum, der äussere etwas stärkere vor diesem Bande zum Tarsus. Das Wundernelz endet grösstentheils am unteren Ende der Tibia.
Hier entsendet
,
,
nämlich die Art.
tibialis
anterior
eine Art. nialleolaris
externa, und eine Art, mall, interna.
Erslere nimmt den
grosseren Theil des Netzes auf, letztere einen nicht un-
bedeutenden Zweig.
Aber es gehen ausserdem noch
zwei Zweiglein, die Art. tarsca begleitend als schwache
Andeutung einer Fortsetzung des Netzes bis zum unteren Ende des Tarsus weiler und anaslomosiren von
Zeit zu Zeit mit kurzen und dünnen aus der Art. tar-
kommenden Zweigen. In der Gegend des Fussgekommen aus dem Wundernelze viele feine GeAus dem oberen Ende der Art. tarsea entlenkarterien.
sea
Icnkes
springt ein
Zweig, der durch einen besonderen Knochen-
kanal des oberen Endes des Os
Fläche geht und sich
larsi
in eine innere
an dessen hintere
und äussere Arte-
Die innere geht ant inneren Rande des Os
und anastomosirt an dessen unterem Ende mit einem
ihr entgegen kommenden Zweige der Artcria plaulari.s,
woraus ein Raums digitalis zur accessorischen Zehe entspringt.
Die äussere geht am äusseren Rande des Os
tarsi nieder, giebt Muskclzweige und vertheilt sich nach
unten in ein Netz, welches an der Verbindung des Os
tarsi mit den Phalangen der Zehen liegt.
Am unteren
rie theilt.
tarsi
vorzüglich über das Schlagadersyslem der Vögel.
Ende der vorderen Fläche des Os
tarsea mehrere Zweiglein, die
tarsi
329
giebt die Art.
am Gelenke
ein Nelz bil-
und geht durch eine besondere Oeflhung des unteren Endes des Os tarsi als Art. plantaris zur hinteren
Fläche des unferslen Endes des Os tarsi , giebt Zweige,
die ein Xetz bilden, mit denen die schon beschriebenen
an der hinteren Fläche des Os tarsi neben dessen Rändern
herabsteigenden Arterien anastomosiren, und spaltet sich
in zwei Aeste, von denen sich der eine in die Art. digilalis externa der inneren, und in die Art. digitalis interna der mittleren Zehe, der andere in die Art. digitalis interna der äusseren Zehe und die Art. digitalis
externa der mittleren Zehe iheilt. Eine Art. digitalis
externa der äusseren Zehe findet sich in keinem der
den,
von mir untersuchten Thiere, vielleicht ist sie sehr fein
und nicht mit der Injectionsmasse gefüllt; die innere
Zehe bekommt eine schwache Art. digitalis interna aus
dem
Arleriennelze, welches durch die Art. plantaris ge-
bildet wird.
Diu innere und mittlere Zehe erhalten also
Jede zwei Art. digitales, von denen die eine stark, die
andere fein ist, und von denen die ersfere an der Seite
wo sich die schwächeren Lappen der
ScUwiMimhaut finden, während die schwächere an der
mit den stärkeren Lappen der i^chwinuuhaut versehenen
ISei der äusseren Zehe liegt die starke
Seite fortgeht.
Arlcria digitalis an der inneren mit den stärkeren Lappen besetzten .Seile. Die schwächeren Arteriae digitales
erhalten aber Verstärkungszweige von den stärkeren, die
neben jedem (jelenke unter den Phalangen in querer
Hichlung verlaufen und in die schwächeren Arterien einmünden. Es verlaufen die Arteriae digitales unter den
der Zehe verläuft,
LiingHrinnen der Ciiirotlieca,
und
in
jeder Querrinne
Jede« einzelnen Luppenii verläuft wieder ein schwaches
liweigicin.
330
Anatomisch - physiologische Untersuchungen,
f.
2.
Beschreibung der Kloake des männlichen grankehligen Steissfusses.
Der Mastdarm geht schnell sich erweiternd in
Kloake über, welche vom Ende des Mastdarmes bis
die
zur
ist.
]Man kann an ihr
und wenn man die Afteröffnung mitrechnet, vier
Afterspalte 1 Zoll 8 Linien l^ng
drei,
Räume
unterscheiden. Der erste, welcher den Mastdarm
aufnimmt, wird von dem zweiten, in welchen sich die
Harnleiter und Samengänge öffnen, durch eine schwache quere Hautfalte, der zweite von dem dritten, in
welchen die Bursa Fabricii mündet, durch eine 1^ Linien
44- Linien lange transverselle, die Ocffnung der
breite,
Bursa von unten bedeckende, durch Schleimhaut der
Kloake gebildete Klappe geschieden. Der dritte Raum
wird endlich noch von der Afleröffnung durch eine dicke
wulstige Vorragung der Schleimhaut, welche besonders
nnten stark ist und hier vollkommen das Ansehen einer Klappe hat, geschieden.
Auch zwischen
dieser wul-
Hervorragung und der elgent'Ichen Afterspalte
bleibt noch ein kleiner Raum. Die Entfernung der Falte,
welche den ersten vom zweiten Räume trennt, bis zur
Afterspalte beträgt 6 Linien; die der Klappe, welche
den zweiten vom dritten Räume trennt, bis zur Afterspalte 24- Linien.
Im zweiten Räume liegen 2 Linien
von der Mittellinie die OelTnungen der Harnleiter und
gleich neben ihnen nach aussen die Papillen, auf welchen die Oeffnungen der Samengänge sich finden, und
hinter welchen die früher beschriebenen Corpora cavefnosa liegen.
stigen
Die Bursa Fabricii mündet mit einer weiten OefFnnng in den dritten Raum , ist ein enger dünnhäutiger,
8 Linien langer hohler Kanal, der nach oben noch ia
ein dünnes fadenförmiges Ende ausläuft, innen schleim-
vorzüglich über das Sclilagadersjstem der Vogel.
Läutig
ist
und
viele feine Zweiglein aus
331
den Arteiiis pu-
dendis internis erhält.
§.3.
Beschreibung des Brütorganes des graukehligen
Steissfusses.
Das Brütorgan äes graukehligen
erstreckt
zum
vom vorderen Ende
sich
Steisse.
Sfeissfusses liegt
und dem Bauche und
in der Mittellinie unter der Brust
des Brustbeines big
Seine Länge (die ich an einem Thiere ge-
messen habe) beträgt 4 Zoll 9 Linien, seine grösste
Breite 1 Zoll 11 Linien. Nach vorn und hinten wird
es alhnälich schmäler.
Man
hat beim Brüforgane die Haut mit den zu ihr
gehörigen Theilen, als Fett und Zeilgewebe, die Muskeln, die Gefä.sse und Nerven zu betrachten.
Die Haut ist während der Briitezeit entweder ganz
von Federn entblösst, oder zeigt doch nur hin und wieder deren einzelne an der ganzen äusseren Fläche des
Brülorganes, wälircnd im ganzen Umfange bis zur Grenze des Brütorgancs die Federn sehr dicht neben einander stehen. Von innen betrachtet, bietet die Haut eine
gleichförmige, mit wenig rauhem Zellgewebe bedeckte
Fläche dar; nur wenig oder gar kein Fett liegt zwischen ihr und »Jen Unterleibs- und Brustmuskeln.
Ein
eigener Panniculus adiposus,
innig mit der
Haut ver-
bunden, wie an den übrigen befiederten Stellen de^ Körpers, in welchen die Federn wurzeln, findet sich hier
nicht.
Eine scharfe Grenzlinie sondert den dem Brüt-
organe angehiirif^en
ten,
mit
dem
Tlieil
I'aniiiculus
der Haut von
dem
befieder-
adiposua versehenen Theile
derselben.
.Miiükeln
Seile.
ii'lir
Ks
unterscheidet
sinrl
man zwei,
die Baiichhauluiuskeln;
einen an jeder
sie
cnispringen
schmal von der Spitze dc8 Schambeines, gehen flach
332
Anatomisch - physiologische Untersuchungen,
und allniälich breiter werdend unter dem Bauche nach
vorn und enden mit ihren Fasern an den Wurzeln der
Federn unweit des Randes des ßriilorganes. Sie erstrecken sich nach vorn ungefähr so weit, als die letztp
Rippe nach hinten vorspringt.
Arterien gehen zum Briilorgane an jeder Seite vier.
,
Die Art. thoracica posterior giebt ihre beiden
Zweige dahin.
2) Die Art. cutanea abdominis ist vorzugsweise für
1)
letzten
das Briitorgan bestimmt.
3)
4)
Das Ende der
das Ende der
^
und
pudenda interna geht zum
Art. suratis posterior,
Art.
hintersten Theile des Brütorganes.
Die Arteria cutanea abdominis, die man bei diesem
Thiere wohl die Art. incubatoria nennen kann, gelangt
hinter dem binleren Ende der PecCoralnmskeln unter die
Haut des Unterleibes und verläuft hier an der vorderen und inneren Seile des Unterschenkels bis zu dessen hinterem Drilttheile. Sie giebt viele kleinere Zweige
zu den Bauchmuskeln und zu dem befiederten Theile
der Haut, und ausserdem 7 bis 8 grössere Arterien, die
lang sind und geschlängelt unter dem Panniculus adiposus viele feine Zweiglein abgebend verlaufen, bis sie
den Rand des Brütorganes erreichen, über diesen bis
zur Mittellinie fortgehen und sich hier auf eine eigenDie feinen Zweige und
thümliche Weise verbreiten.
Zweiglfein, die zu der befiederten, mit dem Panniculus
adiposus versehenen Haut gehen
,
verfheilen sich in die
zartesten Ileiserchen, und diese bilden unter der ganzen
befiederten
Haut des Rumpfes mit denen der benach-
barten Arterien ein ununterbrochenes schönes Netz.
Die
grösseren Zweige der Art. cutanea abdominis verlheilen
sich
,
indem
sie
die unbefiederte
über die Zweige des Brütorganes unter
Haut gelangen,
in
viele
aber nicht in feine Beiserchen übergehen,
Zweige,
die
sondern er-
Torzüglich über das Schlagadersystem der Vügel
338
weherle, vielfach gekrümmte, geschlängelt verlaufende,
unter einander und mit denen der entgegengesetzten
Seite in der Mittellinie anastoniosirende Schläuche dar-
starkes Arteriennetz
stellen lind so ein eigenthüinliches
tinter
dem
Haut bilden, an
Zweige der Art. tho-
unbefiederten Theile der
dem nach vorn
die beiden letzten
racica posterior, nach
hinten die Art. suralis posterior
und pudenda interna Theil nehmen.
Die \ enen begleiten die Arterien, übertreffen diese
noch an Stärke, gehen unmittelbar aus ilinen hervor
und nehmen unter dem unbefiederten Theile der Haut
den von den Arterien übrig gelassenen Raum fast ganz
ein, so dass bei diesem Thiere ein Convolut von Arterien und \ enennetzen das Wesentlichste des Brütorganes ausmacht. Die ^ enen gehen in so viele grössere
Zweige über
als sich grössere Arterienzweige finden,
wenigstens finde ich es bei der sutalis posterior und
,
dem Stamme der cutanea abdominis. Ich habe die
Venen nicht mit Wachsmasse, sondern mit Quecksilber
(nach vorgängiger Injection der Arterien mit Wachsmasbei
se)
welches, ohne den geringsten Widerstand
gefüllt,
zu finden,
and sich
bis
in
die
feinsten
Verzweigungen drang
Wachsmasse
der Arterien durch Druck forttreiben
bis
in
die mit
Enden
Es lässt
gefüllten
liess.
sich hieraus vielleicht schliessen, dass diese
Venen
kei-
ne Klappen besitzen.
Die Intercostalnerven und die Lumbarnerven durchbohren die Jntercoslal - und die Bauchmuskeln und verthcilen
sich
mit
starken Zweigen
in
den befiederten
Theil der Haut, indem sie hier sich vielfach unter einander verbinden und Geflechte bilden. Nur einzelne und
feine 'IVeri enfiiden gehen über die Grenze des Hrütorganes zu diesem und verschwinden auch hier bald.
334
Anatomisch - physiologische Untersuchungen,
§.4.
Von den Schlagadern
des HaubentSteissfusses.
(l'odiceps ci'istatus.
Ein männliches Thier dieser Art, welches im Moich injicirt und zergliedert.
Die Arterien kommen grösstentheils mit denen
nat
März geschossen war, hahe
des graukehligen Steissfusses üherein
sondere Beschreibung überflüssig
ist.
daher eine be-
,
Es
gilt
dies na-
mentlich von den Carotiden, der gemein.schaftlichen so-
wohl
als ihren Aesten,
den äusseren und inneren Kopf-
schlagadern, von den Arterien der oberen und der unteren Extremitäten.
Ob
aber hier ein Wundernetz unter
der Haut des Gesichts sich findet,
ob die Ilautschlag-
adern des Halses und des Rumpfes sich gerade wie beim
graukehligen Steissfusse verhalten, kann ich mit Henicht angeben, da mir ihre Injection nicht
stiumitheit
gelungen ist; nur einige die Pectoraliiuiskeln durchbohund den Stamm der
rende Hautzvveige waren gefüllt
Art. cutanea abdominis konnte ich soweit wie im grau,
kehligen Steissfusse nach hinten verfolgen.
Eine besondere Beachtung verdienen noch folgende
Arterien.
Aus dem rechten Zweige der kurzen Muskelarterie,
dem untersten Processus spinosus anterior der
die unter
Halswirbel entspringt (und sich gleich in den rechten
und linken Zweig
theilt),
entspringt eine
lange dünne
unpaar vor dem unteren Theile der Halswirbel hinter der Speiseröhre niedersteigt und mit ei-
Arterie,
die
nem
entgegenkommenden aus der Aorta thoracica
ihr
descendens entspringenden Zweige zusaiuincngeht.
Die Art. coeliaca zeigt in sofern eine kleine Abweichung von der des graukehligen Tauchers, als die
linke Magenrandarterie tiefer (fast bis
des Magens) niedergeht,
zum
hinleren
Ende
und der Stamm der unteren
335
vorzüglich über das Schlagadersystem der Vügel.
Magenarterie über der Mitte der unteren Magensehne
selbst verläuft.
Die Milz, die wenig grösser als beim graukehligen
Taucher ist , erhält nur eine Arterie,
Die Artcria mesenterica anterior giebt zuerst einen
Zweig, der sich in einen Ramus duodenalis und einen
Ramus jejunalis spaltet, von denen der erstere auch einen Ramus cysticus zur Gallenblase schickt. Ungefähr
Ij-
Linien später entsendet die Art. mesenterica anterior
einen Zweig für beide Blinddärme und den Anfang des
Mastdarmes, geht hierauf I4 Zoll fort, ohne Zweige abzugeben, und spaltet sich nun plötzlich in 4 Rami intestinales für den Dünndarm.
Die Art. renalis aus der Art. ischiadica ist schwach,
aber es entspringt aus der Art. sacra media 3i Linien
nach ihrem Ursprünge ein starker Ast, der zwischen
der rechten und linken Niere in der Mittellinie nach
hinten eine Strecke verläuft und sich sodann in einen
rechten und einen linken
Zweig
spaltet, die in die
8tanz der \ieren ihrer Seite eindringen.
rem
hinteren
Ende entsendet
die Art. sacra
einen kurzen aber starken Ast,
Sab-
Kurz vor
ih-
media noch
der sich gleich in
ei-
nen starken rechten und linken Zweig theilt, die für
die hintersten Enden der Nieren bestimmt sind.
Die .\rt sacra media spultet sich zuletzt in die Art.
mesenterica posterior, die
.Vrt.
coccygea communis, und
in die beiden Art. hjpogastricae.
Die
C'or])Ora
cavernosa habe ich hier nicht gesehen,
dass sie nur nicht gefüllt waren,
,
doch vermuthc ich
denn den Zweig der .Art. epigastrica konnte ich deutlich
Kloake verfolgen.
bis zur
5.
5.
Von den Schlagadern, von der Kloake und vom Rrüturgarie den Uhrennteiasfuiises. (fudicepa auritus.
Ein junges, im September geiichossencii Thier die-
336
Anatomisch -physiologische Untersuchungen,
ser Art habe ich zu untersuchen Gelegenheit gehabt.
Ich
bemerlie über die Arterien, deren Injection ziemlich gut
gelang, Folgendes.
Die Arteria cutanea
colli anterior,
ein
Zwpig der
Art. carotis primaria (welche hier wie bei Pod. cristatus
und
subcristatus
fein
Ast des linken,
ursprunge kojnnienden Stammes
ken
ist),
Seite der Speiseröhre etwas
aus
dem Aortcn-
verläuft an der lin-
weiter nach links als
und geht nach oben zusammen mit
einem niedersteigenden Zweige der Art. thyreoidea suDie Art. oesophagea adscendens sinistra geht
perior.
neben dem Nervus vagus auch an der linken Seite der
bei P. subcristatus
Speiseröhre (doch weiter nach hinten als die Art. cuta-
nea
colli anterior)
Ende des Halses
in
die
Höhe und
vier Arterien ab,
gicbt
um
am
ahnliche
oberen
Bogen
zu bilden wie bei P. subcristatus die Art. cutanea colli,
anterior; die unterste von diesen Arterien strebt der Art.
cutanea
iii
colli
lateralis
entgegen;
die oberste senkt sich
die Art. occipitalis sinistra ein.
colli posterior
der Wirbelsäule geheftet nahe
Höhe,
bildet
—
Die Art. cutanea
geht an die rechte Seile des Hal.stheiles
am Nervus vagus
in die
an ihrem oberen Ende ähnliche Bogen wie
die Art. oesophagea adscendens sinistra, giebt aber schon
früher in denselben Entfernungen
,
in
denen die oberen
Bogenarterien entspringen, Arterien ab, die, obgleich
oberen, doch mit diesen viele AehnDie Art. fransvcrsae colli vertheilen sich
wie bei P. subcristatus. Die Art. oesophagea adscendens dextra verläuft an der rechten Seite der Speiseröhre aufwärts und bildet mit der Art. oesophagea des»
schwächer
als die
lichkeit haben.
cendens dextra einen Bogen.
Ein Wundernetz unter der Haut des Gesichtes finde
ich hier nicht, sondern es geht nur ein einfacher Zweig
von der Art. facialis zum äusseren Augenwinkel. An
den Arterien der unteren Extremitäten
zeigt sich nichts
vorzüglich über das Schlagadersystem der Vögel.
337
von dem Verlaufe der Arterien, bei Pod. cristatus und
snbcristatas Verschiedenes. Die Art. poplitea geht durch
die Lücke an die vordere Fläche des Unterschenkels
nnd geht durch
dieselbe
kommt
Lücke wieder zurück.
Die
in der Mitte des
Unterschenkels an
seine vordere Flache, wird auf dieselbe Art vom W^ndernetze begleitet, welches auf dieselbe Art wie bei P.
Art. tibialis
und cristatus zusammeingesetzt wird.
Die Art. coeliaca zeigt einige Eigenthümlichkeiten.
subcristatus
Sie giebt zuerst die linke Magenrandarlerie, welche ei-
nen Zweig abgiebt, der am linken Rande des Vormagens in die Höhe steigt. Die Arterie des linken Magenrandes geht bis zu seiner Mitte nieder.
Hierauf
entsendet die Art. coeliaca die untere Magenarterie, wel-
che einen Zweig abgiebt, der ani rechten Rande des
Vormagens aufsteigt, dann einen Zweig, der am rechten Rande des Magens bis zum Pjlorus niedergeht.
Uebrigens verlaufen die Arterien an den Flächen des
bei Podiceps 8ubcris(atus.
Magens wie
Die Kloake zeigt auch hier die verschiedenen Rän-
me; eine Falte begrenzt den ersten vom zweiten; eine
Klappe den zweiten vom dritten. Die Bursa Fabricii
hat eine geräoinige faltige Höhle
i«t U Linien lang,
und zeigt eine drüsige Textur.
Das Brütorgan sieht man auch hier schon angeDie Haut des iiauches und des Thorax ist zwar
denlet.
in der Mittellinie mit Flaum bedeckt, so weit wie beim
ausgewachsenen Thiere während der Brülczeit sich der
Brütefleck erstreckt.
Betrachtet
man
aber die innere Flä^
che der Haut, so sieht man,
das» soweit künftig sich
der [{rüleflfck erstreckt, die Haut uuüh jetzt srhoii olma
den eigentlichen I'atiniculus adi'posus ist, und die l'e'Imn hier nur locker in deiu unter der Haut liegnndeii
Murzelu.
F.ine scharfe Grenze trennt hier schon
'jiälCT fcdernlose Hautstellc von der beiiedert blci':
Mtrliels Ari.liiv
f.
,\uat. u. l'Uya. l&üi),
Xi
Anatomisch physiologische Untersuchungen,
338
Dieser Unterschied der inneren Hautfläche
schwindet sieht, wenn man auch alle Federn auszieht.
Auch hier durchbohren viele Arterien die Pectoralmuskeln, um in die Haut zu gehen; die Art. cutanea
abdominis ist stark, verläuft so weit nach hinten wie
benden.
b«i den beiden anderen beschriebenen Arten von Steissfuss
und
verlheilt
sich
mit
ihren grösseren und klei-
neren Zweigen in die Haut, ohne dass sich schon eine
Spur jener eigenthümlichen Vertheilung während der
Die Art.
Brütezeit zeigt.
suralis posterior
kommt auch
hier unter die Bauchhaut,
§.6.
Beschreibung der meisten Schlagadern des schwarzen Wasserhuhnes. (Fulica atra.) ')
theilt sich nach ihrem Ursprünge wie
Die Aorta thoracica descendens verläuft
auch wie bei Podiceps nach hinten und entsendet dieselben Arterien wie dort; doch sind in Hinsicht der
Die Aorta
bei Podiceps.
Entfernung, in welcher diese Arterien entspringen,
nige Eigenthünilichkeiten zu merken.
Die Art. coeliaca entspringt 7 Linien hinter
Bogen der Aorta,
ei-
dem
die Art. mesenterica anterior 114- Li-
nien hinter der Art. coeliaca, die Art. crurales 1 Zoll
5 Linien hinter der Art. mesenterica anterior, und die
Art. ischiadicae 6 Linien hinter
den Cruralarterien
^).
1) Ich habe Tier Thiere dieser Art injicirt und untersucht;
Männchen, ein Weibchen, welches ein Ei im Uterus hatte;
ein Weibchen, welche» während der Brütezeit vom Neste, und
ein junges Weibchen , welches im September geschossen war,
2) Ich habe diese Entfernungen nur an einem Exemplar ge-
ein
messen; doch zeigten sich an den übrigen von mir untersuchten
Bei Podiceps habe ich die
keine wesentlichen Verschiedenheiten.
Entfernungen nicht genau angegeben, doch ersieht man
der Abbildung Fig.
I,
sie
aus
'
339
vorzuglich über das Schlagadersysteni der Vügel.
Der linke,
Slnmm und die
aus
dem Aortenursprunge kommende
rechte Art. subclavia sind gleicli stark;
beide sind als gleiche Arterien anzusehen und entsen-
den gleiche Aeste und Zweige.
Zuerst entspringt aus
jeder die Art. carotis comnmnis ihrer Seite.
Die Carotis communis dextra giebt zuerst einen
Zweig zum unteren Kehlkopfe, zu dessen Muskeln und
zur Speiseröhre,
dann einen starken Ast,
die Art. oesophagca posterior,
und
die
Art.
der sich in
die Art. transversa colli
transversa scapulae spaltet,
und hierauf
erst für sich allein die Art. vertebralis, die aber in ei-
nem
anderen von mir zergliederten Thiere vor
dem
star-
ken Aste aus der Carotis hervorkam. Die Art. oesophagea posterior s. Art. oesophagca adscendens dextra
geht an der rechten , und zwar hinteren Seite der Speiserühre in die Höhe der Art. oesophagea descendens
dextra entgegen. Die Art. transversa colli geht nach
aussen und oben über die Schulterhöhe und spaltet sich
hier in einen hinteren schwächeren und einen vorderen
stärkeren Zweig. Der hintere verläuft unter der Haut
nach hinten , um mit dem vordersten Ramus pectoralis
perforans zu anastomosiren;
cutanea
vorn.
colli lateralis
unter
der vordere geht als Art.
der Haut des Halses nach
Die Art. transversa scapulae theilt sich in die eiNamens und in die Art. cutanea
dor.salis dextra, die starke Zweige abgiebl und an
gentliche Arterie dieses
colli
der rechten Seite im l'anniculus adiposus unter der Haut
den Halsrückens in die
Höhe
steigt.
An
der linken
Seite entspringen aus der Carotis communis dieselben
Arterien und verlaufen auf dieselbe Weise, nur mit
dem
Unterschiede, dass die Art. oesophagea adscendens
si-
nistra nicht wie die dextra hinter der S|)eiscr(ihre, son-
dern vor dieser zwischen ihr und der Luftröhre aufMeigt.
Beide Artcriae carotides commuDes gehen nun von
340
Untersuchungen,
Aiiatoir.isch-plij'siologisclio
unten nach oben verlaufend, an die vordere Fläche der
Halswirbelkörper, von den Vorderen Halsmuskeln be-
und zwischen den vorderen Dornforlsätzen liegend, die aber nirgends einen vollkommen geschlossenen Kanal bilden. Zwischen den untersten Dornfortdeckt
sätzen liegt die linke Carotis vor der rechten:
weiter
am
oberen
oben liegen beide
nach
neben einander;
Theile des Halses entfernen sich beide wieder von einander, und jede spaltet sich nun in die Art. carotis externa und interna.
Die Art. carotis externa entsendet zuerst die Art,
dann die Art. thjreoidea superior, hierauf
occipitalis,
die
subungualis
Art.
Art. palatina
^
und
und
spaltet
sich
sodann
iji
die
in die Art. facialis.
Die Art. occipitalis ist stark, giebt Zweige an die
Muskeln des Unterkiefers, an die Haut, nimmt das Ende
der Arteria vertebralis, die aus ihrem Kanäle hervorkommt, auf und vertheilt sich in die Nackenmuskeln.
Die Art. thyreoidea superior giebt eine Art. cutanea
colli lateralis
descendens,
welche der
lateralis
ad-
scendens entgegenstrebt, Zweige an die Zungenbcinmus-
an den oberen Kehlkopf,
keln,
und
setzt
dens,
sich
fort
an den Sehhindkopf,
in der Arteria oesophagea descen-
die mit der Art. oesophagea adscendens anasto-
mosirt.
Oh
die Art. sablingualis sich mit der der entgegen-
gesetzten Seite zu einer Arterie vereint,
kann ich mit
Bestimmtheit nicht angeben, da sie in keinem der von
mir untersuchten Thiere ganz mit Masse gefüllt war.
Die
Art. palatina giebt bald
nach ihrem Ursprünge
einen starken Ast, der sich in zwei Zweige theilt, die
Os communicans zwischen sich lassen, vor diesem
den Zweig der Art. carotis interna, der aus dem Cadas
nalis caroticns
wieder an die äussere Schädelbasis zu-
rückkehrt, aufnehmen, mit ihm einen einzigen iStamut
Turzü^^lich über das Schlagadersyslem der Vögel.
341
Lüden, der einen anderen Zweig aus der Art. p;ilatina
uufniiiiint und sich zuletzt in den hinteren Theil der
ISchleinihaut der Nasenhöhle verbreitet. Die Arieria palatina geht hierauf
an der inneren Flache des Musculus
pterygoideus nach vorn, giebt an dessen vorderem Ran-
de mehrere Zweige zur Oberkieferdrüse
,
einen Zweig,
dem Unterkiefer und dem vorderen Ende des
Jochbogens in die Höhe steigt, mit einem Zweige huü
der hinter
der Art. facialis sich verbindet und dann in die eben
zum hinteren Theile der Schleimhaut der
Nasenhöhle gehende Arterie einmündet. Hierauf geht
die Art. palaliua weiter nach vorn und innen zur Mittellinie, verbindet sich vor der Gaumenspalte mit der
der entgegengesetzten Seite zu einem gemeinschaftlichen
beschriebene,
Stamme, der unter der Gaumenhaut, dieser Zweige gebend , bis zur Schnabelspitze vcrliiuft und auch no«h
durch das Foranjen incisivum Zweiglein in die Nasenhöhle entsendet.
Die Art.
die ilühe,
facialis
dem 0.s f|iiadratiun in
Humus maxillaris internus,
geht hrntej"
giebt hier einen
der an die Muskeln des Unterkiefers Zweiglein erthcik
und sich dann mit dem genannten Zweige der Art. palatina
verbindet.
Unterkiefer
in
,
»latke Arterie unter der
ren Augenwinkel,
»ich vielfaih
wo
Hier giebt
sie
dem
und
Ranmü
einen
und
luid sich hier in die Art.
verliiufl
Haut des
nun noch
als eine
(icsichlcs ziun inne-
sie Art. palpebrales abgiebt
verzweigend,
ein
starkes .\clz
Hornhaulplatte bildet, «eiche auf der Wurzel
LeU
fort
Zweig, der /.um äusseren Au-
Höhe geht
die
ophlhalmica einmündet
weiter
oberen Randes des Joch-
de.>!
bogens zum Vorscheine.
niaxiflaris inferior, einen
genwinkel
gebt zwischen
J)ie Art. facialis
Oh quadratimi unij dem
kommt am hinteren Knde
und,
unter der
d<^s
Sclina-
liegt.
Der UamuK
niaxillatiji
inferior
giebt zuerst einen
342
Anatomisch - physiologische Untersuchungen,
Zweig, der hinter dem Jochbeine nach vorn verläuft,
tritt dann von aussen in die Substanz des hinteren Endes des Unterkiefers, verläuft durch den Knochen durch-
schimmernd etwas nach vorn, tritt aber bald wieder
aus dem Knocheh hervor und verläuft auf diesem unter der Haut nach vorn.
Die Art. carotis interna geht, ohne Zweige abzugeben, zu ihrem Kanal und spaltet sich hier sogleich
einen äusseren und inneren Ast. Der äussere geht
nach aussen von der Fenestra ovalis nach vorn und
in
vertheilt sich so,
gekommen
ist,
wie
in
bile ophthalniicum),
kommen
sie
ans
ein grosses
aus
dem
dem
Schlafbeine hervor-
Wundernetz
(rete niira-
folgende Arterien hervor-
:
Ein Zweig, der sich mit dem an die äussere
Schädelbasis zurückkehrenden Zweige der Carotis in1)
terna verbindet.
?)
3)
4)
•
Eine Art. palpebralis externa
Die Art. ethmoidalis, und
der
Stamm
inferior.
Die beiden
der Art. ophthalmica.
letzleren verlaufen wie bei Podiceps subcristatus.
Hier werde ich eine Eigenthümlichkeit der Sehnervenspalle der Scierotica, die ich bei beiden
Augen des
einen der von mir untersuchten schwarzen Wasserhüh-
ner fand,
die
zur Grundlage
mit
dem Fächer im Auge und dem ihm
dienenden Wundernetze
in
Beziehung
steht, einschalten.
Die von unten und innen nach oben und aussen
ist von einem
blutrolhen Ringe umgeben, der nach Art einer 8 In eine
obere kleinere und eine untere grössere Abtbeilung geDie obere kleinere Abtheilung ist vorzüglich
theilt ist.
für das Wundernetz des Fächers bestimmt, indem diegerichtete Sehnervenspalte der Scierotica
ses durch jene Abtheilung durchgeht; die untere innere
Abtheilung dagegen
lässt
den Sehnerven duicb.
Am
TOrzüglich über das Schlagadersysiem der Vögel.
343
kommen zwei Venen
den Wänden der Scierotica
oberen äusseren Ende der Spalte
zusammen,
die zwischen
eine Strecke verlaufen und durch eine gemeinschaftliche
Oeffnung nach aussen gehen. Nach innen vom Sehnerven bemerkt man zwei ähnliche Venen, die auch unter
einem spitzen Winkel zusammengehen und durch dieselbe Oeffnung der Scierotica nach aussen gehen, durch
welche die Art.
bus
ciliaris
postica
interna
in
den Bul-
tritt.
Die blutrotben die Sehspalte umgebenden Ringe wanachdem das Auge eine Stunde in
ren verschwunden,
Wasser gelegen
Auch bei Podiceps subcristatus
von einem ähnlichen rothen Ringe
umgeben gesehen, der jedoch nicht in zwei AbtheUungen gesondert war.
habe ich
hatte.
die Spalte
Der Ramus
internus der Art. carotis interna geht
einem besonderen Knochenkanale nach innen, giebt
einen Zweig, der durch eine besondere Oeffnung mi die
in
äussere Schädelgrundfläche ziuückkommt, vereinigt sich
in der AUttellinie durch einen kurzen queren
Zweig mit
der der anderen Seite und geht sodann zur Basis Encephali.
Die Art. subclavia entsendet nach der Ai't Carotis
communis einen starken Zweig, der in die zwischen
der F'urcula und Clavicula gelegenen Muskeln dringt;
darauf einen -/.weiten aber schwächeren Zweig ebenfalls
zu den genannten Muskeln, sodann die Art. mammaria
interna, die Art. axillari.s, eine Arterie, die von aussen
in die Muskeln, welche zwischen der Furcula und der
./\rteric, die am äusseren
oder oberen Rande des grossen Urusimuskcis unter die
Haut gelangt und sich in diese, am Seitenthoile des
Clavicula liegen, dringt; eine
lUimpfes verlaufend, verzweigt, und vcrtheilt sich zuletzt
in drei
Zweige, einen hinteren, einen mittleren und
nen vorderen.
ei-
Anatomisch - physiologische Untersuchungen,
3'14
Die Art. mammar|a interna geht an der Vereinigung
der vorderen Rippenenden mit den den liippenknorpeln
der Säugethlere
entspreclienden vorderen knöchernen
Rippenstücken bis zur vierten Rippe nieder und spaltet
sich hier in zwei Zweige, von denen der eine fortfahrt
an den vorderen Enden der Rippen niederzugehen, der
andere dagegen weiter nach aussen gelangt, sich mit
der vierten und fünften Piippe selbst kreuzt,
den Zwi-
schenrippenmnskeln. Zweige ertheilt und bis zur sechsten Rippe niedersteigt.
Der Verlauf der Arterien der oberen Extremitäten
zeigt nichts
Abweichendes vom Verlaufe dieser Arterien
bei Podiceps, nur scheint der bei Podiceps beschriebene
Ramus
radialis
fehlen;
der Arteria ulnaris
wenigstens
und unsichtbar
Der
in
hinterste
Art. subclavia
ist
ist
am Mctacarpus
er nicht mit der
Masse
zu
gefüllt,
den von mir injicirten Thicren.
von den drei letzten Zweigen der
der schwächste von ihnen, verlauft
an der inneren Fläche der Pectoralmuskeln bis zu deren hinterem Ende; der mittlere und der vordere sind
gleich stark.
Der mittlere giebt Zweige an die Pectoralmuskeln, durchbohrt aber noch als eine starke Arterie die grossen Brustmuskeln nicht weit von ihrem
hinteren Ende und ihrem äusseren Rande und gelangt
80 als Art. cutanea abdominis unter die Haut.
Der vor-
dere der drei letzten Zweige vertheilt sich grösstentheils
in die Pectoralmuskeln, giebt aber einen starken
pectoralis
perforans,
Ramus
der unter die Haut gelangt und
und einen nach hinten laufenden Zweig theilt. Der vordere anastomosirt mit dem
hinteren Zweige der Art. transversa colli.
In einem Exemplare entspringt die am äusseren
Bande der Pectoralmuskeln unter die Haut gehende Arterie, und der dritte der beschriebenen drei letzten Zweisich in einen nach vorn
ge der Art. subclavia aus dem zweiten der beschriebe-
vozüglich über das Sclilagadcrsysteiii der Vogel.
345
nen Zweige, ehe dieser in die Substanz der Pectoralniuskeln gelangt.
Die Art. coeliaca giebt zuerst eine nicht starke Aran der oberen Fläche des Vormagens niedergeht, dann nach einem Verlaufe von ungefähr 9 Linien
die Arterie des linken Magentandes, die zuerst einen
Zweig entsendet,, der an der oberen Fläche des Vormagens in die Höhe geht und mit der schon genannten absteigenden sich verbindet. Die Arterie des linken
terie, die
Älagenrandes geht an diesem bis zum hinteren Einschnitte
des Magens nieder und anastomosirt hier mit den bei-
Uald nach der linken Magenrand4 Linien hin-
den Flächenarterien.
artcrie entspringt die untere IMagenarterie,
ter
dieser eine einfache Mil/.arterie,
gleich darauf die
Hierauf geht der Stamm der Art.
coeliaca zum vorderen Rande des mittleren Theiles der
Art. hepAtica dextra.
oberen Magensehne, erweitert sich aljmälich bedeutend,
giebt 2 bis
.3
nicht
unbedeutende Zweige,
die in die
Magens eindringen, und theilt sich am
oberen Ende des Duodenum in die Arterie der oberen
ijubstanz
des
Mageniläche und
in die Art. pancreatico-duodenalis.
Die vordere oder untere Magenarterie giebt zuerst
die aufsteigende vordere Arterie des Vormagens, mehrere kleinere Zweige zum vorderen Einschnitte des Magens und zur Cardia, sodann die starke Arterie des
rechten
Miigenrandes
schnitte
des
Magens
;
geht hierauf im vorderen Einzur Mitte des vorderen Ran-
bis
des der unteren Magenschne,
giebt
hier einen starken
nach links gi'henden Ast, der, die Sehne durchbohrend,
in die Substanz, des Magens dringt, und gciit über der
Mitte dieser Sehne bis zu iiirem hinteren Rande, wu
ie
sich in den rechten
und linken Ast
spaltet.
Die Arterie des rechten Magenrandes giebt zuerst
eine Art. hcpaticu sinistru, geht
dann um Magenrundc
346
Anatomisch -physioleg'ische Untersuchungen,
nieder und mündet unten
zusammen mit dem rechten
Aste der unteren Flächenarterie.
Der
rechte Ast der unteren Magenarterie giebt zumehrere Zweige, die durch Spalten der Magensehne
in die Substanz des Magens dringen, und gelangt dann
zum hinteren Ende des rechten Magenrandes, um hier
auf die angegebene Weise mit der Randarterie sich zu
verbinden. Der linke Ast geht zum hinteren Einschnitte
des Magens und anastomosirt hier mit der linken liandarterie und mit der hinteren Flächenarterie.
erst
Die Art.
lienalis ist in
einem Thiere (einem männ-
lichen) 1 Zoll, in einem anderen (einem weiblichen)
Linien lang, und
Theil der Milz ein
tritt
in
94-
den vorderen oder dünneren
•)•
Die Arterie der oberen Magenfläche geht über der
Mitte der Sehne fort, giebt nach beiden Seiten hin starke
Zweige, welche die Sehne durchbohren und in die Substanz des Magens dringen, und geht mit einem schwächeren Zweige bis zum hinteren Einschnitte des Magens,
wo sie mit der Arterie der unteren Fläche und des linken Randes anastomosirt.
Die Art. pancreatico-duodenalis giebt gleich anfangs
zum Anfange des Jejununi, zur Spitze
des einen Blinddarmes, zum Pancreas und Duodenum.
Ungefähr gegen die Mitte des Pancreas theilt sie sich
in einen schwächeren und einen stärkeren Ast. Der
bedeutende Zweige
schwächere geht
als Art. pancreatico -
Ende des Pancreas
fort,
der stärkere
duodcnalis bis
theilt sich
zum
in nieh-
1) Die Milz ist in dem niäunlichea Thiere 1 Zoll 2 Linien,
im weiblichen 11 Linien lang. Die grösste Breite am hinteren
Ende beträgt bei dem männlichen Thiere 4, bei dem weiblichen
Das vordere dünnere Ende, welches wie ein Anhang
5'r Linien.
erscheint und die Milzaiterie aufnimmt, ist im mäunlichen Thiere
6t
I
im weiblichen
3',
Linien lang.
vorzüglich über das ScMagadersystem der Vögel.
rerc Aeste
zum
hinleren
347
Ende des Dünndarmes und zum
Ende des anderen Blinddarmes. Die Art. mesenanterior giebt zuerst einen Zweig zum oberen
Ende des Jejunum der mit einem Zweige aus der Art.
pancreatico-duodenalis einen Bogen bildet, und theilt
freien
terica
,
dann
sich
in
zwei gleich starke Aeste, von denen der
Rami mesaraici theilt, die zum mittDünndarmes gehen , so dass auch der
Theil, an welchem das Dlverticulum ist, von der Art.
mesenterica seine Zweige erhält,' der andere zum hintersten Ende des Ueum geht und sich in drei Zweige
Der eine bildet eine aufsteigende Arterie des
spaltet.
eine sich in 4 bis 5
leren Theile des
einen, der andere des anderen Blinddarmes; der dritte
zum Mastdarme hinab. Die beiden ersten bilden
Bogen mit den Zweigen aus der Art. pancreatico-duo-
geht
denalis, der dritte mit der Art. mesenterica posterior.
Die Arteriae crurales entpringen;in dem einen Thiere
indem die rechte etwas früher
nicht ganz gleichzeitig,
als die linke entsteht.
Jede Art, cruralis entsendet zu-
erst die Art. epigastrica, geht
dann unter dem Poupart-
schen Bande zum Oberschenkel und
theilt sich hier in
einen vorderen und einen inneren Ast, die bis
zum Knie
hinabgehen und in die Muskeln der vorderen und inneren Seite des Oberschenkels sich vertheilen. Der vordere Ast giebt aber einen Zweig, der zwischen den
Muskeln an
äussere Seite des Oberschenkels ver-
die
unter die Haut gelangt und sich in eine vordere
läuft,
und eine
hintere
Arterie
theilt.
unter der Haut nach hinten und
sich mit
men
dem
Ilaiitzwcige,
sacralo posterius
1)
lliircli
kommen
die
Die vordere vcrliiuft
oben und verbindet
der durch das letzte I'ora-
hervorkommt
'),
der hintere ver-
l'urainina sacraiia poKteriora oder su|i<'rinru
Arterien liervur, die für den hinteren Xheii der llüeken-
haut beatiiumt aind.
348
Anatomisch -liliyslologische Untersuchungen,
bindet sich mit
suralis posterior
dem vorderen Zweige
hervorkommenden
Die Arteria epigasfrica
verläuft
mir finde ich ihren Uebergang
im männlichen Thiere
nicht.
der aus der Art.
Ilantaiterie.
wie bei Podicepg,
Corpora cavernosa
in
Die linke Art. epigastrica
giebt bald nach ihrem Ursprünge beim weiblichen Thiete, welches im Uterus ein
mit der Schale be-
bereits
kleidetes Ei trägt, eine starke Art. mesometrii.
Jede Art. ischiadica giebt, ehe
sie zur
Bockenhöble
hinausgeht, eine Art. renalis media, und die linke Art.
renalis media im weiblichen Thiere, welches das Ei im
Uterus trägt, gleich nach ihrem Ursprünge eine zweite
Arieria mesometrii.
Die
Art. sacra
media
spaltet
sich
an ihrem hinte-
ren Ende in die Art. mesenterica posterior, in die Arl.
coccygea communis und in die beiden Arteriae hjpogastricae.
Die Art. mesenteriea posterior geht zum Mastdarme.
Die Art. coccygea communis theilt sich in die Art.
coccygea media, die bis zur Spitze des Stcisses- verund die beiden Art. coccygeae laterales, die zwi-
läuft,
schen den Querfortsätzen der beiden ersten Steissbeinvvirbel nach oben gehen, einen Zweig zur äusseren Seite
der Sleissdriise geben,
von vorn nach hinten verlaufen
und, nachdem sie noch einen Zweig
zum vorderen Ende
der Drüse abgegeben haben, an deren innere Seite gelangen, von hier sich über ihre llückenseite ausbreiten,
mit der Seifenailerie anastomosiren und
Theile,
die
um
wo
zum
mittleren
beide Drüsen verschmelzen. Zweige schicken,
die gemeinschaftliche
Warze
einen Gefässkranz
bilden.
Die Beschreibung der beiden genannten Arterien
des Mesometrium, so wie der beiden hypogastrischen
Arterien, werde ich nach der Bcschreil>ung der Kloake
und der in sie einmündenden Theile folgen lassen.
vorzüglich über das ScKIagadersystom der Vögel.
349
Die Art. ischiadica geht durch die Incisura ischia~
dica zur Beckenhöhle hinaus, giebt ausser mehreren
Mnskelzwcigen einen Hautzweig, der sich in eine vordere und eine hintere Arterie spaltet:
tnosirt
mit
letzterer geht unter der
crnralis,
ersterer anasto-
dem schon genannten Ilautzweige der
4rt.
Haut des Unterschen-
kels nieder und anastomosirt etwas oberhalb der Ferse
mit Zweigen, die aus der Art.
fibialis anterior
und aus
der Art. suralis posterior hervorkommen.
Die Art.
i.schiadica
geht in die Art. poplitea, diese
in die Art. tibialis posterior über.
Die Art. Poplitea giebt zuerst die Art. suralis pos. peronaea, die, sich an die Muskeln vertheilend,
fast bis zur Ferse hinabgeht; dann die Art. suralis interna , die sich in die Muskeln der inneren Seite des
Unterschenkels verzweigt, und Zweige, die am oberen
Ende des Unterschenkels zwischen Tibia und Fibula an
die vordere Fläche des Unterschenkels gelangen und
zum Theil an die Muskeln sich vertheilen. Zwei ZweigIcin gehen aber herab und in das Wundernetz über.
sterior
Die Art.
iheile des
tibialis posterior
oberen
F.iides
geht
am
unteren Dritt-
des Unterschenkels zwischen
Tibia und Fibula an die vordere Flache des Unterschenkels «ach vorn und in die Art. tibialis anterior über,
indem sie einige Zweige giebt, die das Wundernetz bilden helfen. Die Art. tibialis anterior geht wie hei Podiceps, von den beiden Nervis tibiaiibus anterioribus begleitet,
PodicepH
nieder in
die Art.
tarsea,
in die Art. plantaris über.
und diese
Das
Avie
bei
die Art. tibia-
anterior begleitende A\'undernetz
besteht nur aus 3
neben einander verlaufenden Zweigen, die
oberhalb des Fussgclcnkea in den Stamm der Art. tibialis
bii
lis
4
parallel
einniiinden.
Die Art. plantaris giebt zuerst eine Art.
digitalis
zur hinteren Zehe, welche auch eine »ehr feine Art. di-
350
Anatomisch physiologische Untersuchungen,
gitalis
interna der inneren Zehe entsendet;
schwache Art.
digitalis
externa der äusseren Zehe, und
sich hierauf in einen äusseren
spaltet
ren Ast, die beide gleich stark sind.
sich in eine starke Art.
und eine schwache
der äussere
in
'
dann eine
digitalis
und einen
Der innere
externa der inneren
Art. digitalis interna
eine starke Art.
innetheilt.
der mittleren,
digitalis
externa der
mittleren und in eine ebenfalls starke Art. digitalis in-
Es verlaufen
terna der äusseren Zehe.
also auch hier
die schwächeren Art. digitales an der Seite der Zehen,
wo
Lappen der Schwimmhaut, und die
wo die schwächeren Lappen
Neben jedem Gelenke erhält die schwächere Ar-
die grösseren
stärkeren an der Seite,
sind.
einen Verbindungszweig von der stärkeren,
quer von der einen Seite zur anderen verläuft.
terie
§
der
7.
Beschreibung der Kloake und der mit ihr in Verbindung stehenden Xheile beim schwarzen Wasserhuhne.
Räume
der Kloake sind hier stärker als
bei Podiceps von einander geschieden, indem eine breite
Die
drei
transverselle
me
Klappe den ersten von dem zweiten Räu-
trennt.
In dem ersten Räume,
darm einmündet, welcher der
in welchen sich der
sind besondere Theile nicht zu bemerken;
Räume
unterscheidet
man an
Mast-
grösste von den dreien
ist,
im zweiten
der Rückenseite die OelT-
nungen der beiden Harnleiter, und nach aussen von ihnen beim männlichen Thiere die beiden Papillen, an
denen sich die Säulengänge öfi'nen. Die Klappe, welche den ersten vom zweiten Räume scheidet, ist an
der Rückenseite breiter,
an der Rauchseite sclimäler,
Die Klappe, welche
aber doch vollständig kreisförmig.
den zweiten vom
drillen
Räume
scheidet,
ist
an der
rorzüglicli über das Scldagadersystera der Vögel.
breit,
Ri'ickenseite
seite bin allniälich, so dass sie
nur noch
als eine
351
nach der Bauchhier im männlichen Thiere
TerschinUlert
sich
schwache IlautfaUe sich zeigt, bei dem
Weibchen aber ganz verschwindet. Der dritte Raum
geht ohne weitere Abgrenzung in die Afteröflnung über.
den zweiten vom
ist beim männlichen Tiiiere ein dünnhäutiger, nicht weiter, im ganzen
10 Linien langer Kanal, der nach vorn blind endet, in
Die Bursa Fabricii
dritten
öftnet sich unter der
Räume trennenden
ein fadenförmiges
Ende
Klappe.
Sie
auslaufend.
Die Kloake des Weibchens, welches das Ei im Uterus hat, unterscheidet sich Ton den übrigen durch bedeutende Dicke ihrer Wände. Im zweiten Räume sieht
man nach rechts und links von den Oeffnungen der Ureteren an den Stellen, wo im männlichen Thiere die Papillen sind, eine Oeffnung (die Mündungen der Eileiter),
von denen die linke die rechte an Umfang bei weitem
Die Oeffnung des rechten Oviducls steht
überlrillt ').
weit offen, ist nicht zusammengefallen und springt mit
einem etwas erhabenen Rande vor. Dieser Oviduct selbst,
von seiner Oeffnung bis zu seinem freien und blinden
Ende
1 Zoll
9 Linien lang, besitzt dicke
Wände,
eine
geräumige Höhle! und zeigt im Innern bedeutende Längsfalten; 9\ Linien von seinem blinden Ende eine starke
Qucrfaltp,
und
^v%itcr
gegen seine Spitze hin noch meh-
rere aber schwächere.
Die Oeffnung des linken
mehr als das Doppelte grösser
Eileiters
ist
nicht allein
als die des rechten, son-
dern auch mit einem stärkeren wulstigen Rande umge-
ben, der besonders gegen die äussere Seite bedeutend
ist, gegen die innere dagegen mehr verstrichen erscheint.
Diese Oeffnung führt in die Scheide, die ausserordentlich starke
Wände
hat, 2 Zoll lang
1) Vergl. die Abbildung Fig. 16 b
und
ist
c.
und nach vorn
352
Anatomisch -physiologische Untersuchungen,
mit einer blinden Tasche endet, die ungefähr 6 Linien
von den 2 Zollen einnimmt. In diese blinde Tasche mündet von der rechten Seite der Uterus mit einem starken
Vorsprunge (einer wahren portio vaginalis) ein, deren
OefFnung durch Zusammenziehung eng verschlossen ist,
so dass ich nur mit Mühe die Sonde durch den Ivanal
der Vaginalportion in die Höhle der Scheide führen kann.-
Der Uterus ist 2 Zoll 5 Linien lang, vom Anfange der
Tuba durch starkes Vorspringen der Falten getrennt.
Die Tuba selbst ist von ihrem Anfange (am Uterus) bis
zu ihrem freien Ende 7 Zoll lang. In der Entfernung
von 3 Zoll vom Anfange der Tuba sieht man eine Stelle,
wo die Wände der Tuba dünner sind, so dass die Falten der inneren Fläche fast ganz verschwinden und so
Linie breiten Querstrich unterdurch einen schmalen,
brochen erscheinen.
Bei der brütenden Fulica haben die Wände der
-J-
Kloake ihre Dicke verloren,
Oeffnung der Scheide
ist
sind dünnhäutiger.
Die
nicht mit einem vorspringen-
den Rande umgeben; die Scheide selbst 1 Zoll 6 Linien
an der Grenze zwischen der Scheide und dem
Uterus nur eine schwache Falte als Andeutung einer
Trennung; zwischen Uterus und Tuba gar keine Grenze.
Die Oeftnung des rechten Oviducts ist so eng, dass
lang,
der Kopf einer feinen Sonde eingeführt werden
kann; der rechte Oviduct selbst 5 Linien lang, dünnhäutig, eng. Die Bursa Fabricii ist 1 Zoll 9 Linien lang;
die letzten 6 Linien sind aber nicht mehr hohl, sondern
stellen einen dünnen rundlichen, nach vorn in ein fa-
kaum
denförmiges Ende auslaufenden Strang dar.
Nach
hin-
und ist hier 24 Linien breit.
Bei dem jungen Weibchen sind die Klappen, welche die drei Räume scheiden, deutlich. An den Stellen,
,wo sich beim ausgewachsenen Thiere die Oeffnungen
der Eileiter finden, zeigen sich schwache Vertiefungen
ten erweitert sich die Bursa
35-3
lorziiglich über das Sililagadersystcm der Viigel.
Vom
als AnHentnnnjen derselben.
finde
Die
Spur.
ich keine
reclilen Eileiter selbst
den
in
linlven Eileiter
ein-
geführte Sonde kann ich nicht bis in die Kloake durchführen , und es scheint die Oeftnung ganz verschlossen
zu seyn, wenigstens bin ich zweifelhaft, ob nicht die
von mir eingeführte Borste, mit der ich freilich bis in
die Kloake gedrungen bin, sich einen künstlichen Weggebahnt
hat.
aber
Hiirsa Fabricii ist 1 Zoll 3 Linien lang,
Die
die
nicht Lreit:
und
gen Bau,
Wände
sind dick,
der Höhle
in
zeigen einen drüsi-
man
erkennt
viele
feine
Oellnungen.
Die Art. mesomctrü anterior, die aus der Art,
gastrica sinislra entspringt,
für das rechte
theilt
und einen Zweig
nere Mesometriuin
nachdem
,
sich
einen
in
epi-
Zweig
für das linke oder klei-
zwischen die Platten
sie
des rechten .Mesonietriuni gelangt und 1 Zoll 2 Linien
verlaufen
ter
Die Art. luesometrii
ist.
Tuba quer von
der
Mesomclrium und
der rechten
theilt sich
an diese
zum
ihre
freien
Zweige
läuft auf ähnliche .\rt
sie
linken
hier in einen vorderen
Entfernutig dreier Linien von der
bis
geht hin-
zum
Seite
Der vordere geht
einen hinteren Ast
BOmctrium
sinistri
Tuba im
Ende der Tuba
vcrtheilt;
und
ungefiihr in der
linken
,
indem
Mcsie
der hintere Zweig \er-
nach hinten bis zum Uterus, \no
mit der Artcria uterina anastomosirt.
Ehe
alicr die
Art. mesoinetrii sinistri das linke Mesonietriutu erieiclit,
gieht sie noch zwei
Zweige zum rechten Mesonietriuni,
von denen der eine vordere mit der Art. mesometrii
de.vtri iintrrlor, der andere mit der Art. mesometrii dextri [lostcrior
Der
für
einen
Bogen
bildet.
das rechte iMesometrium bestimmte Zweig
der Art. inesometrii anterior,
dexiri
anterior iibertrilVt
Ktckett Aiclii»
f.
Aiiut.
u.
oder rlie Art. mesometrii
den linken Zweig an Stärke
l'liyg. 182y.
23
354
Anatomisch - physiologische Untersuchungen,
und
nach vorn, wie der vordere Zweig der
verläuft
Art. mesonietrii
sinisiri
der
Tuba
Blut zuführend.
Die Art. mesometrii posterior, ein Zweig der Art.
renalis media sinistra, geht weiter nach hinten zum Mesometrium dextrum, giebt einen vorderen Zweig, der
mit dem noch im rechten Mesometrium nach hinten verlaufenden Zweige der Art. mesometrii sinistri einen Bogen bildet, und verzweigt sich an das hintere Ende der
Tuba mit den Zweigen der Art. uterina anterior vielfach anastomosirend und dem Uterus selbst Zweige^ ertheilend.
Die
Art.
hypogastrica dextra
gi^bt
einen
Ramus
pudenda inte/na dextra und setzt
sich mit ihrem Stannue fort in die Art, uterina anterior.
Die Art. uterina anterior geht zum vorderen Ende
des Uterus und vertheilt sich hier an dessen beide Flächen nach vorn mit dem hinteren Zweige der Art. mesometrii sinistri und mit der Art. mesometrii dexfri pomuscularis,
die Art.
nach hinten mit der Art. uterina posterior ana-
sterior,
stomosirend.
Ausserdem giebt
sie einen starken,
weiter
nach hinten gehenden, in ein besonderes Netz übergehenden Zweig.
Die
Art. hypogastrica sinistra giebt ebenfalls einen
Ramus
muscularis, die Art pudenda interna, und setzt sich
fort in die Art. uterina posterior. Diese geht nach hin-
ten zwischen die Platten des hinteren Endes des
Mesome-
trium und vertheilt sich mit zahlreichen Zweigen nach
beiden Seiten hin an die Flächen des hinteren Theiles
des Uterus.
Diese Zweige vertheilen sich und verbinden
und an der unteren Fläche des Uterus
sich an den Seiten
unter einander und mit den Zweigen der Art. uterina
anterior, und bilden so zahlreiche Netze.
Ein starker
Zweig geht neben der Vagina nach hirrten fort und ge-
Raumes der Kloake,
nach unten bedeckt voa der Schleimhaut der
langt zur Rückenseite des hinteren
wo
sie
355
Torzüglith über das Sclilagadersystem der Vogel.
Kloake
sich in ein starkes Gefüssnetz vertheiU, in wel-
ches auch der erwahnle starke
Zweig aus der
Art. ute-
Die beiden Zweige, welgeiien nach hinten und aussen
rina anterior sich verzweigt.
che dieses \etz bilden
noch in eine Arterie fort, die an jeder Seite sich mit
der neben dein Ureter herabsteigenden Art. pudenda in,
einem gemeinschaftlichen Stamme verbindet,
terna zu
der nach Abgabe eines das liintere Ende der Bauchmus-
durchbohrenden Zweiges nach unten
keln
kommen
beide
Stamme
in der Mittellinie
gciit.
Hier
zusammen und
Lüden so einen starken Gefässkranz um das hinterste
Ende der Kloake.
Die erwähnten Zweige, welche die Bauchmuskeln
durchbohren, gelangen unter die Haut neben der Afteröffnung, gehen hier auch nach unten in der Mittellinie
zusammen und anastomosiren.
§•
8-
Beschreibung des Briitorganes des schwarzen
W'ass erb uh
Die Haut
n es
hier wie bei Podiceps beschaffen;
ist
an
vom Panniculus adiposus entblüsst,
bestimmte Grenze vom befiederten Theile der
ihrer inneren Flache
durch eine
Haut geschieden.
Der Bauchhautmuskel entspringt auf dieselbe Weise
wie bei Podiceps,
und oben
ist
aber langer, erstreckt sich nach vorn
fast bis zu gleicher
Höhe
mit
dem
Knice.
Sei-
ner ganzen Länge nach entspringt von meinem inneren
eine dünne Membran, die neben der Spitze des
Schambeines ein sehniges Ansehen hat, weiter nach vorn
Rande
aber nur als eine aus verdichleleni Zellstoffe gebildete
Membran
ansetzt,
erscheint und sich an die Seite des Kiimpfcs
indem
sie
locker auf der inneren Seile dos Un-
terscbenkfls aufliegt.
Die Art. cutanea abdominis verläuft, nachüent
2.{
'
isie
356
Anatomisch -physiologische Untersuchungen,
die Pectoralmuskeln durchbohrt hat
gekommen
am
ist,
und unter
die
Haut
unteren Rande des Bauchhautmuskels
vom Rande des Brütorganes bis
zu dessen hinlerem Ende. Sie ist stark, doch ist es
,niir nicht gelungen, ihre Verzweigungen unter der unin geringer Entfernung
beliederlen
Haut gnt mit Masse zu
füllen,
wo man
aber
die zusammengefallenen Gefässe deutlich erkennt.
Die Intercostal - und Lumbarnerven kommen hier
wie bei Podiceps unter die Haut, sind aber weniger
stark, fest mit der Membran verbunden, die sich an
den inneren Rand des Bauihhautmuskels ansetzt, dem
Ihre Verzweigungen in dem
sie auch Zweige erlheilen.
befiederten Theile der Haut sind weniger stark als bei
Podiceps, und ich kann ihre Zweige nicht deutlich über
den Ran<l der befiederten Haut bis unter die unbefiedeite verfolgen.
§.
9.
Beschreibung der meisten Schlagadern des weissen Storches.
Der Aortenursprung
(Ciconia alba.)
')
wie bei Fulica; auch
hier sind die Carotides conimunes die ersten Aeste der
theilt sich
Schliisselbeinschlagadern.
Die Art carotis communis
starke Arterie
ab,
sinistra giebt zuerst eine
aus der in folgender Ordnung
fol-
gende Zweige entspringen:
1) Die Art. oesophagea adscendens ginisfra.
2) Eine Arterie, die in der Richtung zur Vereinigung des Schullerblattes mit dem Oberarme verläuft
und wahrscheinlich die Art. transversa scapulae ist, deren Verlauf ich aber nicht weiter angeben kann.
3) Eine Art. cervicalis adscendens.
4) Die Art. transversa colli.
1)
Von diesem Thiere habe
ich nur ein
Exemplar untersucht.
vorzüglich über das ßchlagadersystpm der Vögel
357
Die Art. oesophagea ndscendens ist stark, geht an
der linken Seite des Oesophagus in die Höhe und bildet
mit der Art. oesophagea descendens einen starken Bogen. Es kommen ans ihr viele bedeutende Zweige, besonders zur vorderen Flüche des Oesophagus.
Die Art. cervicalis adscendens ist nicht stark, geht
ebenfalls an der linken Seite des Oesophagus, aber weiter
nach hinten
oesophagea sinistra, neben
als die Art.
dem Nervus vagus
in
die
Höhe.
Ich
kann
sie
nicht
weit nach oben verfolgen.
Die Art. transversa
colli
geht nach au.ssen und obrn
nnler die Haut, giebt einen nach hinten laufenden Haut-
zweig und geht dann in die Art. cutanea
adscendens über.
Auf
colli lateralis
der rechten Seite entspringen und verlaufen die
auf dieselbe Weise, nur liegt die Art. oesophagea adscendens dexlra weiter nach hinten und versorgt vorzüglich die hinlere Fläche des Oesophagus mit
Zweigen. Die Art. oesophagea anterior liegt aber nicht
so weit nach vorn, und die posterior nicht so weit nach
Arterien
hinten als hei Fulica.
Die Arteriae vertebralea entspringen tiir sich aus
den gemeinschaftlichen C'aroliden nach der ersten starken Arterie und treten in ihren Kanal ein.
lieide
gemoinschafilichc Carotidcii
auf wie bei Fulica atra an
Wirbelsäule.
Auch
teriores keinen
liegt
am
unteren
der
verlaufen
vorderen Flache
hier-
der
hier bilden die Processus spinosi an-
ganz geschlossenen Kanal
Fnde des Halses, wo
;
auch
hier
die Carotiden an
Wirbel gelangen, die linke vor
die Höhe gehen, geben sie
MuHkclzweige, weichen nach oben unterhalb des oberen
Kehlkopfes auseinander und iheilen sich (jede) in die
Art. carotig externa und interna.
Die Alt. carotiü externa dextra giobt zuerst eine
die vordere Flache der
der rechten.
Indem
sie in
3o8
Anatomisch - physiulugische ^üntersucliungen,
Starke
Arterie,
vorderen Ast
die
sich
Schlundivopfe,
in
Der
spaltet.
einen liinleren und einen
rüntere
zur Luflröiire,
eine
gitbt
Zweige zum
niclit
unbedeutende
Art. cutanea colli lateralis descendens,
die der adscen-
dens enigegenstrebt, und setzt sich dann in die starke
Art. oesophagea descendens fort.
Der vordere ist stär-
Zweig zum oberen Kehlkopfe und spaltet sich dann in die Art. subungualis und
ker, piebt einen bedeutenden
in die Art. subnicntalis.
Die Art. subungualis vereinigt
zu einem ge-
sich mit der der entgegengesetzten Seite
Jneinschafilichen, in der Mittellinie zur Unterkiefertuitte
verlaufenden ISiamnic. Die Art. subnientalis verzweigt sich
in die
zwischen den Unterkieferhälften gelegene Haut.
An
dieselbe
der linken Seile
Weise
;
verlaufen
diese Arterien
auf
nur entspringt die Art. oesophagea des-
cendens für sich ans der Art. carotis externa.
Art.
Beide Arleriae carotides externae gehen hierauf als
])alatinae an der inneren Seile der Musculi ple-
rygoidei nach vorn,
gebend und
ani
Zweige an die Aluskeln abEnde der hinten und vorn ge-
viele
hinteren
schlossenen Cauiiionspalle einander berührend, aber nicht
verscbniclzcnd,
dann wieder divergirend zum äusseren
Hier giebt jede 3 bis 4 starke
Kande der Ciaumenspallc.
Zweige, welche das Hete niirabile niaxillare bilden, aus
dem nach oben ein einfacher Stamm hervorgeht, der
zwischen der äusseren Fläche des Musculus pterygoideus
iind der Miindhaut in die Regio nmxillaris interna gelangt und
hier
auf eine
bald
näher zu beschreibende
AN'eise endet.
Die Arleriae palalinae gehen hierauf wieder weiter
und innen, geben eine Arterie ab, die am
äus.seien Rande des Oberkiefers nach ^orn geht, und
nach \oru
\
erschmelzen vor dem vorderen Ende der Gaumenspal-
zu einem gemeinschaftlichen uach vorn verlaufenden
Stamme.
te
i
vorzüglich über das Schlagadersystem der Vögel.
Die
und
Art.
carotis interna
spaltet sich,
ist
tingefiihr
1 Zoll
ohne vorher Zweige ahziigeben,
359
lang
in drei
gleich starke Arterien, in die Art.occipitalis, in die Art.
und in die eigentliche Art. carotis interna.
Die Art. occi|>italis nimmt die starke Art. verlebralis beim Hervortreten aus ihrem Kanäle auf und vertheilt sich in die Xackenmuskeln.
Die Art. facialis geht vor dem Os quadratum wie
facialis
gewöhnlich
in die
Höhe,
giebt eine Art. maxillaris in-
Substanz des Unterkiefers tritt, einen
Zweig, der nach innen geht, um mit dem aus dem Rete
mirabile niaxillare kommenden Zweige sich zu verbinferior, die in die
den, gelangt
zum oberen Hände des
hinleren Endes des
Jochbogens, gicbt hier einen Ilautzweig
der Ohröfl'nung und verläuft nun
am
in die
Gegend
oberen Rande des
Jochbogens von hinten nach vorn.
Die eigentliche .\rt. carotis interna iheilt sich, so
wie sie in das Schlafbein gelangt, in den äusseren und
inneren Ast.
Der äussere geht am äusseren Rande der Fenestra
Paukenhöhle von hinten nach vorn, ohne
aber in einem besonderen Knochenkanale eingeschlossen
za seyn, und zertheilt sich, so wie sie nach vorn aus
ovalis in der
dem
Schlafbeine hervorkommt, in ein grosses Rete mira-
bile ophlhalniicum,
an dessen äusserer und unlerer Seite
der Nervus maxillaris inferior
Aus diesem Rete kommt
rior, die Art.
Die
liegt.
die Art. palpebriilis infe-
eihmoidalis und die Art. ophthalmica hervor.
Art. eihmoidalis verläuft
wie bei Podicops und
bei Fulica.
Die Art. ophthalmica geht ebenfalls wie bei jenen
Thicren an die äussere Seile des Sehnerven, bildet hier
ein sehr grosiieH Hcle mirabile als Grundlage
genfächers,
des Au-
welches das gleiche Netz bei Podiccp.s bei
weitem an Slärke iibcrlrifl'l, geht hierauf unter dem Seh-
360
Anatomisch - physlologisclie-Untersuchungen,
nerven nach innen, indem sie auch noch Zweige entsendet, die unter dem Sehnerven zum Fächer dringen,
geht dann den Musculus pyramidalis bcdeckei^d und vom
Musculus obliquus
inferior
bedeckt weiter nach vorn au
der inneren Seite des Bulbus." Hier entsendet sie viele
Zweige, die sich vielfach vertheilen und zwischen dem
Musculus pyramidalis und dem Musculus oliliquus superior an der äusseren Fläche der Sclerolica ein starkes
und dichtes Wundernetz bilden, dessen Zweige da, wo
sonst die Zweige der Art. ciliaris interna in den Bulbus
Nachdem die Zweige zu diesem Wundernelze abgegeben sind, geht die
Art. ophthalmica zwischen dem Musculus rectns oculi
internus und dem- M. obliquus oculi superior zur inneren Wand der Augenhöhle und mündet in die Art. oldringen, die Sclerotica durchbohren.
factoria ein.
Der Musculus pyramidalis wird an der inneren
Seite
des Sehnerven von der Art. ophthalmica bedeckt; seine
Sehne aber,
die
über dem Sehnerven (hier von
dem
viereckigen Muskel
umschlungen und gehalten ) nach
aussen geht, bedeckt, indem sie sich von aussen nach
innen und unten wieder umschlägt, um die Nickhaut
zu erreichen,
das Wundernetz an der äusseren Seite
des Sehnerven.
kels
zu
angegeben,
lich gut
Ich habe das \erbältniss dieses
dem Wundernetze
weil,
bei
Mus-
diesem Thlere genauer
mir gerade hier die Injectlon vorzügIch bemerke nur, dass das Ver-
gelungen war.
hältniss der
Lage
dieser Theile zu eiuander iil den frü-
her beschriebenen nnd
Thleren sich gleich
ist,
in
den noch zu beschreibenden
mit
dem
einzigen Unterschie-
de, dass ich die Sehne bei allen übrigen Thleren das
Wundernetz mehr noch bedeckend und genauer an die
äussere Seite des Sehnerven anschliessend fand als hier
beim Storche.
Der ßamus internus der
Art. carotis interna geht
361
vorzüglich über das Schlagadersystem der Vögel.
nach innen, von der Fenestra ovalis anfangs so wenig
wie der Ranius exlernus von einem eigenen Knochenkanale eingeschlossen,
aber von einer festen Ifaut be-
deckt in der Paukenhöhle nach vorn, giebt zuerst einen
Zweig
,
der an der inneren Seite des Musculus ptery-
goideus an die äussere Schädelbasis gelangt und sich
in
mündet, ehe diese den Zweig
die Art. facialis
ent-
dem aus dem Bete maxillare konmienden Zweige zusammenmiindet. Noch weiter nach vorn
entspringt aus dem Ramus internus ein bedeutender
sendet, der mit
Zweig, der auch an die äussere Schädelbasis gelangt,
sich an den aus der Arteria facialis kommenden Zweig
legt, neben diesem eine Strecke verläuft, sich dann mit
ihm verbindet zu einer gemeinschaftlichen Arterie, die
mit der Arterie aus dem Kete palatinum zusammengeht.
Hierauf geht der
Ramus
internus
als
eigentliche
Art. carotis cerebralis in einem starken knöchernen
nal weiter nach vorn und innen, verschmilzt unter
Kadem
Clivus mit der der entgegengesetzten Seite in einen gemeinschaftlichen, kurzen,
sich gleich wieder, in die bei-
den llirnschlagudern spaltenden Stamm, die auseinander weichen und an das Gehirn ihre Zweige vortheilen.
Die beiden Hirnschlagadern verlaufen, nachdem sie
dem Ciehirne ihre Zweige .erlheilt haben, nach vorn neben einander, gehen an der inneren Seite der Sehnerven jede durch eine
die innere
Wand
Incisiir
des Foramen opticum an
der Augenhöhle, geben kleine Zweige
an die Augenmuskeln, ncbmen die Art. ethmoidalis, das
Ende der
Art. oplitlialmica auf und treten als Art. ul~
von oben und hinten in die Nasenhöhle.
Die Art. subclavia entsendet nach der Carotis die
Art. axillaris und spidtet sich darauf in die Art. tho-
facloriae
racica anterior und posterior.
Die Art.
a.villaris
diene entsendet
am
geht in die
unteren
.Art.
brachialis über;
Ende des Oberarmes
die Art.
362
Anatomisch- physiologische Untersuchungen,
ulnar's,
dann die Art.
radialis
und
setzt
sich
so fort
in die Art. interossea.
Die Art. ulnsris verläuft an der Uinarseife des Vorden
derarmes ungefähr bis zu dessen unlerem Ende
,
Muskeln Zweige ertheilend.
Die Art. radialis ist schwächer
als
die Art. idna-
geht nur ungefähf bis zur Mitte des Vorderarmes
ris,
nieder.
Die Art. interossea, die Fortsetzung der Art. brageht zwischen beiden Knochen des Vorderarmes nieder, giebt viele und starke Rami perforantes,
geht über die Volärfiäche des Carpus zwischen den Knochen der Mittelhand fort bis zu deren vorderem Ende,
wo sie zwischen dem Knochen durchgeht zur Rückenchialis,
und hier
seite
bis zur äussersten Spitze der oberen
Ex-
tremität verläuft.
Die
Art. thoracica
theils in die
anterior vertheilt sich grössten-
Pectoralmuskeln und geht mit einigen durch-
bohrenden Zweigen
in
die
Haut.
Die Art. thoracica
posterior giebt zuerst einen Zweig, der an der inneren
Fläche der Pectoralmuskeln bis zu deren hinterem Ende
verzweigt sich zum Theil in die Pectoralmuskeln, durchbohrt diese nahe vor ihrem hinteren Ende
verläuft,
und
verläuft so
als
Art.
cutanea abdominis unter der
Sie durchbohrt die Pectoral'Bauchhaut nach hinten.
muskeln weiter nach hinten als dieselbe Arterie bei
Fulica, ist aber nicht so stark als bei diesem Thiere').
Aus der Aorta descendens entspringen in folgender
Ordnung die Art. coeliaca, 3 Linien hinter dieser die
anterior; bald nach dieser an j«der
schwache Art. suprarenalis zu der Neben-
mesenterica
Art.
Seite
1)
eine
Der Storch, an dem
»eibliches Thier und
hatte.
ich die .Arterien beschreibe, ist ein
vom Neste
geschossen, während es Junge
vorzüglich über das Schlagadersystem der Vögel
363
so die Art. renales anteriores zu den vorderen
niere,
Nierenlappen; die Art. cnirales, in der Milte zwischen
diesen und den Arteriis ischiadicis nach jeder Seite hin
eine starke Art. sacralis lateralis, »ind dann spaltet sich
die Aorta in die beiden starken Arteriae ischiadicae
in die
und
schwächere Art. sacra media.
Die Art. coeliaca ist ausserordentlich stark, giebt
nach ihrem Ursprünge eine starke Arterie ab,
die zum Tiieil für den Vormagen , zum Theil für den
Magen bestimmt ist. Es entspringt aus ihr zuerst ein
nicht unbedeutender Zweig, der am rechten Rande des
gleich
Vormagens
am
Ast, der
magens
in die
und
niedersteigt
gen.s verzweigt,
ten
Höhe
geht; hierauf ein sehr starker
vorderen Theile der unteren Fläche des, Vorsich in die
Kande des Vormagens
sich die starke Arterie
Der
eine
Substanz des Vorma-
auch einen Zweig abgiebt, der
in
niedersteigt.
am
Hierauf
rech(heilt
zwei Aesle.
geht schief von oben
vorn nach hinten und von
rcciits
nach unten, von
nach links über den
\orderen Theil der oberen Fläche des Vormagens bis
zu dessen linkem Hände, andern er anfangs noch et-
was nach hinten geht,
.sich aber bald mit seinen Zweigen in die Substanz des Vormagens einsenkt.
Der andere stärkere von den beiden Aesten verläuft über dem hinteren Theile der oberen Fläche des
Vormagens
schief von vorn nach hinten und rechts nach
gegen den linken Hand des Magens. Sie giebt
uuf diesem Wege viele Zweige in die Substanz des Vormagens, von denen ein besonders starker sich gleich in
nie einsenkl, und geht dann am linken Magenrande fort
links
big
zum
hinleren
Kndc des Magens, wo sie mit der
Magens anasloniosirt. Sie giebt
rechten Kandarterie de»
in
ihrem Verlaufe nach beiden Seilen hin viele Zweige,
die durch feine Heiserchcn mit den Arlerien beider Flä-
chen aiiastomusircn.
364
Anatomisch -physiologische CntersuchuDgen,
Die Art. coeliaca, die am rechten Rande des Vormagens nach hinten geht, entsendet hierauf zwei Rami
lienales,
gleichzeitig
einen starken
und
Ramus
mit
dem
hinleren
intestinalis,
die
Ranms
Art.
Renalis
gastrica in-
schwachen Ranius hepaticus dexter.
ist kurz aber stark.
Die Milz
Gelbst 9 Linien lang und 6 Linien breit.
ferior
Die
einen
hintere Älilzarterie
Der Ramus intestinalis verzweigt sich an einen grossen Theil des Dünndarmes und bildet, mit einem anderen Ramus intestinalis der Art. coeliaca anastomosirend,
einen starken Gefassbogen nach vorn, und mit einem
Zweige der Art. mesenterica anterior einen Rogen nach
hinten.
Die Art. gastrica
inferior (die unlere Magenarterie)
zum vorderen Ende
der oberen Fläche des Magens geht und hier ungefähr
in der Mille zwischen der linken Magenrandarlerie und
giebt zuerst eine starke Arterie, die
der Arterie, die über der Mille der oberen Sehne fort-
gebt, nach hinten verläuft,
die Substanz des
Magens
indem
sie viele
Zweige an
vertheilt.
Zunächst giebt die Art. gastrica inferior einen
star-
ken Ramus hepaticus dexter und theilt sich dann, nachdem sie noch ^ Zoll ungespallen verlaufen , in zwei
gleich starke Aeste.
Der
eine,
die grössere Arterie der unteren Fläche
des M;igens, geht über der Mitte der Sehne der unteren Fläche des Magens nach hinten fort. Sie giebt einige, aber nur kleine Zweige, welche, die Sehne durchbohrend, in die Substanz des Magens dringen; die meisten gehen über der Sehne fort gegen den rechten Rand
und das hintere Ende des Magens, dringen in die Substanz des Magens ein und anastoinosiren vielfach mit
dem grossen Randbogen. Nach links anastomosiren die
Zweige auch mit der kleineren oder linken
beschreibenden Arterie der unteren Flächev
gleich
zu
365
Torziiglich über das Schlagadersystem der Vtigel.
Aeste der Arteria
gastrica inferior ist nur ungefähr | Linie lang und spaltet sicli in die untere Arterie des hinteren Endes des
Der zweite der beiden
Vormagens und
letzten
die linke oder kleinere Arterie der
in
Magens.
unteren Flache des
Erstere
ist
fast
1
Zoll
lang und senkt sich noch fast ungetheilt in die Substanz des Vormagens; letztere verläuft an dem linken
Rande der unleren Mngensehne nach hinten, giebt Zweige nach beiden Seiten und anastoinosirt mit der linken
Randarterie und der grösseren unteren Fläohenarterio
des Magens.
Nachdem
die Art. gastrica inferior abgegeben
ist,
geht die Art. coeliaca weiter nach hinten, entsendet ne-
ben dem Pjlonis
genfläche und
zeitig
die
liieilt
die .Vrteiie
in
mittlere Arterie
der oberen
Ma-
sich gleich darauf oder fast gleich-
des rechten Magenrandes und in
die starke Artcriu intestinalis.
Die mildere Arterie der oberen Fläche
cher als die Art. inteslinalls
und die
Art.
ist
schwä-
marginaliä
geht über der Mille der oberen Sehne nach
dcxtra,
hinten und anastomosirt mit der weiter nach links ver-
laufenden
sclion
beschriebenen .Vrtcrie der oberen Flä-
che, mit der rechten und linken Randarterie des Magens.
Die Arterie des rechten Magenrandes
(Art. margi-
nalis dexira) entsendet zuerst die starke Art. pancroati-
eo-duo(lenalis, dann eine starke Arterie, die hinter
am
dem
Magenrande nach hinten geht, das
hintere Ende des Magens aber nicht erreicht, hierauf
mehrere Zweige zur oberen Fläche, verläuft am rechnen Rande der oberen Magenschne, erreicht das hintere
Ende des rechten jMagenrandes, giebt viele Zweige nach
beiden Seiten hin und bildet am hinteren Endo des Magens einen Rogen mit der linken Randarlerie.
Die Art. intestinalis verläuft nach hinten und iheilt^
sich in
Rumi mcsaraici, die zwischen den Platten des
-Pylorus
rechten
366
Anatomisch -physiologische Untersuchungen,
zum Dünndärme kommen und hier theils
thcils mit dem schon genannten Ramus in-
Bauchfelles
unter sich,
testinalis der Art. coeliaca und theils mit den Aesten
der Art. mesenterica anterior Bogen bilden. Diese Arteria intestinalis aus der Art. coeliaca übertriflft die Art.
mesenterica anterior fast an Stärke und
dem
grössten Theile des
führen,
Ende.
hintersten
dem ganzen
ist
bestimmt,
sein Blut
zuzu-
äem
Zweig nämlich geht zum
Ende des Dünndarmes und zu den Blind-
nämlich
hintersten
Dünndarmes
obersten Theile und
Ihr erster
därmen.
Die Art. mesenterica anterior
ist
2 Zoll lang, im
Vergleiche zu der Art. coeliaca nur ein schwacher Stamm,
theilt sich in 6 ßami mesaraici, die in kurzen Zwischenräumen entspringen, sich an den Theil des Dünndarmes
verzweigen, der das Diverticulum trägt, und unter einander und mit den Zweigen aus der Art. coeliaca Bogen
bilden.
Die Art. cruralis entsendet die starke Art. epigadann zum Oberschenkel, theilt sich in den
vorderen und inneren Ast, die sich bis zum Knie hinab
in die Muskeln verzweigen.
Die Art. epigastrica giebt einen Zweig, der in der
Richtung gegen die letzte Rippe hingeht, und verläuft,
den Bauchmuskeln Zweige gebend, bis zum hinteren
gtrica, geht
Ende des Schambeines.
Die Art. Sacra media theilt sich, ohne vorher besondere Zweige abzugeben an ihrem hinteren Ende in
,
die Art. coccygea
rior
und die beiden
Letztere geben
und gehen dann
pudenda interna über, die neben dem Ure-
jede zuerst einen
in die Art.
ter
communis, die Art. mesenterica poste-
nach hinten
Art. hypogastricae.
Ramus
muscularis
verläuft.
Jede Art. ischiadica giebt, ehe
sie
durch die Inci-
sura ischiadica zur Beckenhöhle hinausgeht, eine starke
vorzüglich über das Schlagadernystem der VügeL
Art. renalis,
schickt
und
die in
in
den
initiieren
3G7
Xierenlappen Zweige
der Substanz des hinteren Lappens bis
zu dessen hinterem Ende geht.
Die .\rt. ischiadica geht in Begleitung des Nervus
ischiadicus
zur Beckenhohle hinaus,
nieder, in
die Art. poplitea,
in einer
diese
posterior,
an>
Oberschenkel
diese in die Art. tibialis
Entfernung von
2^-
oberen Ende des Unterschenkels in die Art.
Stamme
dieser Stelle entspringen aus
Bis zu
terior über.
Zoll
tibialis
der Arterie 3Iuskelz\veige; ein Zweig, der
oberen Ende
des
Unterschenkels
vom
an-
dem
am
zwischen, Tibia und
Fibula nach vorn zu den Muskeln geht; Zweiglein, wel-
che die als Nervi libiales anteriores an die vordere Fläche des Unterschenkels gehenden Aeste des Nervus peronaeus hegleiten.
Die starke Art.
tibialis anterior
geht an der vor-
deren Fläche des Unterschenkels nieder, hinter
dem
Li-
gamentum transversum fort, in die Art. tarsea über, die
am nnteren Ende des Tarsus sich in den Ramus dorDer Ramus dorsalis
salis und Kamus plantaris spaltet.
geht zwisclien dem Condylus externus und medius des
unteren Endes des Os tarsi nieder und spaltet sich in
eine Art. digitalis interna der äusseren und externa der
midieren Zehe.
Der Kanms
plantaris gebt durch eine
an die hintere Fläche desselben,
giebt einen Zweig zur hinteren Zehe und spaltet sich
OctI'nung des
in
eine Art.
Os
tarsi
digitalis
interna digiti
jiiedii
und externa
digiti interni.
§.
10.
Von einigen Schlagadern de» achwarzen Storches.
(Cicunia nigra.)
Nur
Rumpfes eines Thieres dieser
Art habe ich zu untersuchen Gelegenheit gehabt; ich
die .\rterien des
theile ihre
Beschreibung mit, weil die
Injcciioii einiger
368
Anatomisch -physiologische Untersuchungen,
Arterien
hier
Storche;
weil
gelungen
besser
ist als beim weissen
Theil zur Bestätigung dessen
dient, was von den Arterien des weissen Storches gesagt ist, zum Theil einige Abweichungen darbietet.
sie
zum
Die erste (starke) Arterie der Carotis communis
Zweig, der als Art. oesophagea descendens
niedergeht, dann an der linken Seite die Art. oesophagiebt einen
gea adscendens sinistra, die weiter nach oben zur Art.
oesophagea anterior wird und viele Zweige zur vorderen Fläche der kropfartigen Erweiterung des Oesopha-
gus entsendet.
Hierauf entspringt aus der Carotis communis eine
starke Arterie, die sich in einen nach oben und einen
nach unten tind hinten gehenden Ast spaltet. Ersterer
ist die Art. verlebralis, letzlerer (der Art. inlercostalis
prima des iNIenschen analog) ist die Art. intercostalis
communis. Sie geht zwischen den beiden Wurzeln (Capitulnm und Tuberculum) der hinteren Hippenenden nieder und zur Seite der unleren Fläche der RückenwirJede dieser Arterien giebt neben jedem
Rückenwirbel einen Zweig, der gegen den Rückenwirbel nach hinten.
bel geht,
sich in ein vorderes
und ein hinteres Zweig-
lein spaltet, die sich mit den gleichen Arterien der ent-
gegengesetzten Seite in der Mitte der unteren Fläche
jedes Rückenwirbels wieder zu einer einfachen Arterie
verbinden, die nach vorn und nach hinten mit den ihnen vom nächsten Rückenwirbel kommenden Arterien
zusammenmünden.
So
der Rückenwirbel
ein
entsteht
an der unteren Fläche
fortlaufendes
arterielles
Gefäss,
welches unter jedem Wirbel durch eine Insel unterbro-
chen wird.
Der Stamm der
nach hintßn, giebt
nahme der
Art.
alle
intercostalis
communis geht
Arteriae intercostales (mit Aus-
letzten aus der Art. epigastrica entspringen-
den) ab, die sonst aus der Aorta entspringen, und mündet
•
Torziiglich
über das Schlagadersystem der Vligel.
369
nach hinton zusammen mit einem Zweige der Arteria
iiinibaris.
Dcis
anterior
Storche.
Verhältniss
der Stärke der Art.
zu der der Art. coeliaca
ist
mesenterica
wie beim weissen
Die Art. suprarenales linde icli nicht als beDie Arteriae renales ante-
sondere Zweige der Aorta.
und die Arteriae crurales entspringen gleichzeitig;
mehr aus der unteren, letzlere mehr aus der
Seitenfläche der Aorta. Die starken Arteriae sacrales laterales entspringen auch hier wie beim weissen Storche
in der Glitte zwi.schen den Arteriis cruralibus und Art.
ischiadicis
sie beugen sich nach hinten um und schicken durch die Foramina sacralia inferiora Hami spinales in den Canalis sacralis.
Die Arteriae ischiadicae
geben auch hier eine starke Vrleria renalis, die einen
Zweig in den mittleren Nicrenlappen giebt und deren
Portsetziing dann im hinteren Lappen verläuft. Die Art.
Sacra media giebt einige Linien vor ihrem hinteren Ende
die Art. mesenterica posterior, und spaltet sich dann in
die Art. hypogastricae und die Art. coccj'gea comniuDis, die sich wieder in die Art. coccygea media und in
riores
erstere
;
,
die beiden Art. coccygeae laterales
spaltet.
Eine ausführliche Besclireihung der Art. coeliaca
gebe ich nicht, da sie in ihrem Verlaufe und ihrer Vertheilung mit der beim weissen Storche übereinstimmt.
ist nur zu bemerken, dass die Arwelche über der Mitte der oberen IMagensehne
beim weissen Storche verläuft, hier viel schwächer als
Als Verschiedenheit
teric,
und die Mitfe der Sehne kaum erreicht, dass
welche am linken Hände der oberen Mhgensehne verläuft, dagegen hier viel stärker als beim
weissen Storche ist und sich xreiler nach hinten erdort ist,
die Arterie,
dass ferner die beiden Arterien der unteren
Fläche gleich stark sind, und die eine um linken, die
andere am ri-chlen Haude der Sehne nach hinten verMcckcU iVrtLiv f. Aiiut. u. l'li^a. Ibi'y.
2-1
«Ireckt;
Anatomisch- physiologische Untersuchungen,
370
Endlich geht die rechte Randarterie des Magens
früher als beim weissen Storche an den Rand , ohne
vorher wie bei diesem noch eine andere bedeutende Ar-
läuft.
ihm zuzusenden.
terie
§.
'
11.
Beschreibun^g der meisten Schlagadern des grauen
Keihers. (Ardea cinerea.)')
Der Aortenursprung
theilt
sich wie in
den früher
beschriebenen Thieren.
Truncus oder die Art. subclavia sinistra
14- Zoll und theilt sich dann in die
Art. carotis sinistra, die Art. axillaris, einen Zweig, der
zu den zwischen der Furcula und Clavicula gelegenen
Der
linke
verläuft ungefiihr
Muskeln geht, und die Fortsetzung der Art. subclavia.
Die Carotis sinistra entsendet zuerst einen kurzen
Ast, der zu der kleinen, am unteren Ende des Halses
gelegenen Drüse geht, und in ihr sich mit vielen feinen Zweigen ausbreitet; dann mehrere Zweige zum unteren Kehlkopfe und dessen Muskeln, so wie zur Spei-
seröhre, und darauf eine sehr starke Arterie, die zuerst
noch einen kleinen Zweig zu der bezeichneten Drüse
gleichzeitig einen anderen zu den zwischen der
giebt,
Furcida und Clavicula gelegenen Muskeln, die Art. oesophagea adscendcns sinistra, und sich fortsetzt in die
die einen Zweig giebt, der zue
,
Schultcrhöhe nach aussen geht, um sich mit einem Ramus pectoralis perforans zu verbinden, und sich in die
Art. transversa colli
cutanea
Art.
colli
lateralis
Carotis
sinistra fortsetzt.
sinistra
Hierauf
die Art. vertebralis
und
entsendet
die
Steigt zur
vorderen Fläche der Halswirbel in die Höhe.
Die Art.
1)
carotis
communis dextra entsendet
Ich habe zwei junge
ser Art injicirt
diesel-
, im September getödtete Thiere
und untersucht.
die-
371
Torzüglich über das Schlagadersj-stem der Vögel.
Len Zweige wie die Art. Carotis sinisira, nur spaltet
sich die starke erwähnte Arterie später als in der linken Seite in die Art. oesophagea adscendens und in die
Art. transversa colli.
gegeben
ist,
Nachdem
die Art. vertcbrulis ab-
geht auch die rechte Carotis an die vor-
dere Fläche der Wirbel in die Ilühe.
Beide Carotides
coniMUines gehen neben einander durch den Kanal der
vorderen Dornfortsätze der Halswirbel,
Löchern besteht,
in
die
von der
wieder, jede nach der Seite,
sie
ausgegangen
Unterhalb des untersten
hinstrebend, auseinander.
ist,
der aus sieben
Höhe und weichen nach oben
vorderen Dornfortsatzes (die
vorn doppelte glätte
alle
Flächen darstellen, auf welchen die Sehnen der lange;n
Halsbeuger gleiten) liegt die linke Carotis vor der rechten, indem sie diese in dem einen Falle ganz, in deui
andern nur zum Theil bedeckt.
Jede Art. carotis communis spaltet sich nach oben
in die Art. thjreoidea superior,
nen Ast
,
cialis spaltet,
Die Art.
nimmt
und
in die Art.
occipitalis
ist
carotis interna.
schwächer
als die übrigen,
nachdem sie ans ihrem Kaauf und verlheilt sich in die
die Art. vcrtebralis,
hervorgetreten
nal
die Art. occipitalis, ei-
der sich in die Art. palatina und die Art. fa-
ist,
Nackenmuskcln und in die Haut.
Die Art. thyreoidea superior iheilt sich in die Art.
sablingualis und in die Art. oesophagea dcscendens.
Die Art. palatina verbindet sich nach vorn in der
.MiltcUinic unter der Gaunienhaut mit der der entgegen-
gesetzten Seite zu einem gemeinKcliaftlichcn Stamme.
Die Art. carotis interna spaltet
sich,
indem
sie
das
.Schlafbcin erreicht, in einen äusseren und inneren Ast.
JDer äussere geht am äusseren Kande der Fencslra ova,|i«
nach vorn und verzweigt
itb^in
verlasKCU hat,
ia
sich,
sobald er das Schlaf-
ein langes
uod statkes
dernelz.
24
Wun-
372
Anatomisch
-pliysiologisclie
Untersuchungen,
Der innere Ast verschmilzt unter dem Clivus mit
dem
der entgegengesetzten Seite zu einem gemeinscliaft-
liclien
Stamme, der
sich
gleich wieder in
auseinander weichenden Hirnschlagadern
dem Gehirne
die
spaltet.
beiden
Diese
Zweige ertheilt
haben, an der inneren Seite der Sehnerven durch die
Foranlina optica zur inneren Augenhöhlenwand und sogehen, nachden»
dann
in die
sie
seine
Nasenhöhle.
Die Arterien der oberen Extremität verlaufen wie
bei Podiceps, nicht wie beim weissen Storche.
Die Fortsetzung der Art. subclavia giebt ziferst an
jeder Seite zwei nahe aneinander entspringende Arleriae mammariae internae, und iheilt sich dann in die
Art. thoracica anterior, media und posterior.
Die eine der beiden Arteriae mammariae verläuft
dem Sternum unweit der Mittellinie nach hinten,
die andere an der Grenze des vorderen Endes der Rippen und der den Rippenknorpeln der Säugethiere entsprechenden Knochenstücke, welche die Rippen mit dem
hinter
Brustbeine verbinden.
Die Art. thoracica anterior giebt atisser den vielen
Zweigen zu den Brustmuskeln einige, das vordere Ende
der Brustmuskeln durchbohrende, Hautzweige, die schwach
und nur an einem Thiere an einer Seite gefüllt sind,
einen Ast, der die Brustmuskeln ungefähr in ihrer Mille
durchbohrt und sich unter der Haut in einen vorderen
und hinteren Zweig
spaltet.
Der vordere verbindet
sich
mit der Art. transversa colli, der hintere mit einem Zweige der Art. cutanea abdominis.
Die Art. thoracica posterior giebt zuerst einen Zweig,
der bis
zum
hinteren
Ende der Pectoralmuskeln an ihund durchbohrt die Pecto-
rer inneren Fläche verläuft,
ralmuskeln kurz vor ihrem hintersten Ende, giebt einen
nach vorn laufenden Zweig und endet nach hinten
Art. cutanea abdominis.
als
373
TorzUglich über das Schlagadefsystem der Vögel.
Die Aorta descendens bildet wie bei den übrigen
Vögeln, über den rechten Bronchus fortgehend, einen
starken und weiten Bogen.
Die Aorta verengt sich aber
plötzlich
so wie sie zur Seite der Wirbel-
auffallend,
säule gelangt, und entsendet dann, nach hinten fortge-
hend,
folgi
nde Arterien: Die Arteriae intercostales, die
Arteria coeliaca, niesenterica anterior,
nales anteriores,
die
sich
nicht nur
die Arteriae re-
an die vorderen
Nierenlappcn, sondern auch an die Nebennieren vertheilen, die Arteriae crurales, mehrere schwache
crales,
und
dann
spaltet sich
in die
Kami
Arteria sacra
sa-
me-
dia und die beiden starken Arteriae ischiadicae.
Die Arteriae intercostales entspringen aus dem obeUmfange der Aorta, so dass ein gemeinschaftlicher
Ast sich immer in zwei Zweige spaltet, von denen der
ren
eine als Art. intercoslalis zur einen, der andere zur an-
deren Seite zwischen zwei Kippen verlauft.
Die Arieria coeliaca entsendet zuerst einen Ast, der
gleich in Jwei an die Flächen des unteren erweiterten Endes des Oesophagus vertheilende Zweige spalsich
tet,
hierauf die sehr starke Arterie der oberen
flache,
Magen-
eine .\rterie zur vorderen Fläche des untersten
eingeschnürten Theiles des Oesophagus,
wo
verläuft
dann
kurze Rami lienales
zu der sehr dicken ii Zoll langen Milz abgiebt, entsendet etwas oberhalb des hinteren Endes der Milz eine
im
lienalis,
llilus
sie
sieben
starke Arteria hepatica, und spaltet
Art. gastrica inferior
und
sich
dann
in
die
in die Art, pancreatico-duo-
dcnalis.
Der
Arterie der oberen IVIagenfläche
snperior)
ist
tersten cingesciiniirlen
ich duim
in die linke
eigentliriiu .Arterie der
(Art. gastrica
Zweige zum unEnde der Speiseröhre, und theilt
Itandurterie des Magens und die
sehr stark,
giebt zurrst
oberen Mugenfläche, welche beide
ungefähr gleich stark sind und sehr gekrümmt nach hin-
374
Anatomisch -physiologische Untersucliuiigen,
Die linke Randarterie erstreckt sich nur
über die Mitte des linken Randes nach hinten;
die Flächenarterie geht über der Mitte der oberen Flä-
len verlaufen.
etwas
che
fort, gelangt,
Zweige abgebend, an das
Ende
hintere
des linken Randes und verläuft an diesem weiter.
Die Arteria bepatica giebt zuerst einen schwachen
und gleich darauf einen starken Ramus intestinalis zum
Ende des Duodenum und Anfange des Jejunum und
dringt hierauf in die Substanz der Leber ein.
Die Art gaslrica
weiterten \'orniagen
inferior
fort,
geht über den stark er-
giebt einen nach vorn verlau-
fenden
in die Substanz des Vormagens sich verzweigenden Ast und verläuft, viele Zweige abgebend und
sehr gekrümmt, über die Mitte der unteren Fläche des
,
Magens
bis zu seinem hinleren Ende.
Die Art. pancreatico-duodenalis giebt zuerst einen
starken Raiuus intestinalis, der erst noch einen Zweig
zum hintersten Ende der Milz entsendet und dann zum
Ende des Dünndarmes geht, verläuft eine Strecke nach
hinten und spaltet sieb in eine Arteria pjlorica, einen
Ramus intestinalis und in die eigentliche Art. pancreaticoduodenalis, welche stärker als die beiden vorigen ist.
Die Art. pjlorica gebt nahe am Pylorus am hinteren Ende der oberen Fläche nach hinten und zu dem
hinter
dem
l'jlorus
genrandes, an dem
gens
gelegenen Theile des rechten
sie bis
zum
hinteren
Ma-
Ende des Ma-
verläuft.
sten
Der Ramus intestinalis geht zu
Windungen des Dünndarmes.
des
Die Art. pancreatico-duodenalis geht bis zum Ende
Pancreas, diesem und dein Duodenum viele und
einer der hinter-
bedeutende Zweige ertbeilend.
Die Arteria luesenterica anterior, nur
schwächer
grössten
als die Art. coeliaca,
Tbeil de@ Dünndaiues.
um
weniges
verzweigt sich an den
Sie giebt 20
Kmui
vorzüglich über das Schlagadersystera der
mesaraici
,
der letzte mit
der Art. hepatica,
ren Magenarterie einen Bogen
saraici
dem
bildet.
aus der vorde-
Diese Ranii me-
enizpringen so nahe an einander,
Ansehen
375
VögeL
von denen der erste mit dem Zweige aus
dass es das
hat, als ob die Art. mesenterica sich in einen
Quirl vertheile.
Sie verlaufen zwischen den Platten des
Mesenteriums, theilen sich bald
in
Zweige, die sich wie-
der verbinden und Bogen bilden, dann weiter fortgehen,
nahe am Darme sich zum zweiten Male theilen und
zum zweiten Male wieder verbinden und Bogen bilden.
Ich habe zuerst die Vertheilung der Art. coeliaqa
und mesenterica anterior, wie ich sie an dem einen
Thiere fand, beschrieben. An dem zweiten findet die
Vertheilung auf dieselbe Weise Statt mit wenigen in
Folgendem bestehenden Abweichungen.
Die erste aus der Arteria coeliaca kommende, sich
gleich in zwei Zweige spaltende Arterie entspringt nicht
mit einem geuieinschafdichen Stamme, sondern beide
Zweige entspringen neben einander. Die Art. coeliaca
entsendet noch vor der oberen Magenfliiche einen Zweig
zur vorderen Fläche des untersten Endes der Speiseröhre.
Es entspringen aus der Art. coeliaca nur 5 Kanii
lienales.
Sonst erhält die Milz keinen Zweig weiter.
Die Art. hepatica entsendet nicht zwei, sondern nur einen Ramus intestinalis.
Die Arleriae crurales geben an jeder Seite einen
in ihrem
Zweig zu den vorderen Nierenlappen, zeigen
Verlaufe sonst nichts Eigenihiimliches.
Aus der
Seite
media entspringen nach jeder
die durch die Foramina
den Canalis sacralis -treten
von
Art, sacra
hin viele feine Zweige,
sacralia
inferiora
in
,
denen einige nach hinten in die Muskeln des Slcisses
gehen, imd von denen zwei stärkere an der rechten
Seile sich in die Substanz des hinteren rcohten iN'icicnens verzweigen.
Zwei Linien vor ihrem hinteren
376
Anatomisch
Ende entsendet
-(ihybitilflglsche
die Art. saqra
UntersuchtiDgen,
media die
Art. niesente-
und theilt siclr darauf in die Art. coccygea communis und einen kurzen Stamm, der sicii gleich
rica posterior
beiden Arteriae iiypogastricae spaltet.
in die
Die Art. coccj'gea communis theilt sich wieder
die Art. c. media und die beiden Art. c. laterales.
Die Arteria iscbiadica giebt an der linken
ehe
sie
zum
iu
Seite,
znr Beckenhijhle hinausgeht, einen starken Ast
der an der rechten Seite
hinteren Nierenlaiipen,
nachdem sie zur Beckenhöiile hinausgegangen ist, Muskelzweige und gebt in die Art. poplitea, diese in die Art. tibialis posterior, und diese 2 Zoll
unterhalb des oberen Endes des Unterschenkels in die
fehlt '), giebt,
Art. tibialis anterior über.
Die Art. poplilea entsendet am unteren Ende des
Oberschenkels einen starken Ast, der, von den Muskeln
l)edeckt, an der äusseren Seite des oberen Endes des
Unterschenkels zu
seiner
vorderen Flache niedersteigt
anderen Z«eig der Art. poplilea
einmündet, der am obersten Ende des Unterschenkels
zwischen seinen beiden Knochen nach vorn kommt und
und
sich hier in einen
sich in die
Muskeln verzweigt.
Noch
weiter nach un-
ten entsendet die Art. poplilea einen anderen Ast,
der
und einen äusseren Zweig theilt.
Der innere geht unter der Haut des Unterschenkels an
sich in einen inneren
dessen hinteren Seife nieder
Eweige,
schlägt
schenkels und
in einen
sich
um
mündet
Ast der Art.
;
die
der äus.sere giebt Muskel-
äussere Seile des Unter-
an dessen vorderen Fläche
tibialis, indem diese an die vorsich
dere Fläche des Unterschenkels gelangt.
lich der Art. tibialis,
Der Ast nämindem
der aus dieser entspringt,
1) E8 ist diese Bildung, so wie der schon angegebene Ursprung der rechten liinteren Nierenarterien aus der Art. Sacra
media
in beiden
von mir untersuchten Thieren
gleich.
vorzüglich über das Schlagadersystem der Vogel.
377
sie nach vorn kommt, theilt sich in einen äusseren und
inneren Zweig, welche neben der Art. llbialis anterior
Andeutung eines Wundernetzes niedersteigen.
als
Der
Uussere mündet in einen starken Zweig, der 1 Zoll ober-
halb der Condyli des unteren Endes der Tibia aus der
Art. tibialis entsjiringt
und hier noch
ein kleines
Netz
der innere geht tiefer nieder und mündet in einen Zweig, der zwischen beiden Condjlis des unterbildet
sten
\
;
Endes der Tibia aus dem Stamme der Arterie her-
orkommt.
§.
12.
Beschreibung der Kloake des jungen grauen
Reihers.
Beide von mir untersuchten Exemplare sind weibDie Kloake ist vom Ende des Mastdarmes durch
lich.
Eine schwache Falle
eine schwache Falle geschieden.
deutet eine Trennung zwischen dem ersten und zweiten
I'aume an; eine Klappe, die breit und dünnhäutig ist,
scheidet den zweiten Raum vom drillen und bedeckt
unten die Oeflnung der Bursa Fabricii,
an dem hinteren Ende der Kloake liegt.
\'on
J)as hintere
öUiiung,
die
Linien tief
Ende der Kloake wird von der
vom Ende
ist,
die
nahe
After-
der Kloake bis nach aus.sen 3
durch eine sowohl oben als unten
14-
Linien breite Klappe geschieden.
Vom
rechten Eileiter finde ich keine Spur, der linke
doch bin ich unsicher, ob die Oetlimng, durch welche ich mit der Borste in die Kluiike
dringe, künstlich gemacht oder natürlich ist.
Ohne die
ist
ziemlich weil;
Borste einzuführen,
sehe ich die OelVming nicht.
Die Bursa Fabricii
ist 10 Linien lang
li
Linien
geräumige Höhle, drüsige, aus wirk-
bicit,
zeigt eine
licfacu
Acinis bestehende
,
Wände, und
in
ihrem Innc-
378
Anatomisch -physiologische Untersuchungen,
ren zahlreiche, äusserst feine aber deutliche Oeffnungen,
aus denen eine gelbliche Flüssigkeit hervorquillt.
Von dem
mittleren
unleren
Theilc
der
vorderen
Fläche der Klappe, die die Kloake nach hinten von der
AfteröfTnung scheidet, gehen zwei nahe an einander
lie-
gende, nur durch eine schwache Rinne gesonderte Säul-
chen oder Falten der inneren Haut ab, die nach aus-
Wand der Kloake sich umbeugen und vor den Oeffnungen der Harnleiter in der
Mittellinie sich vereinigen , um die schwache Falte zu
sen und oben zur oberen
Andeutung einer Grenze zwischen
und zweiten Baume anzusehen ist.
bilden, \velche als die
dem
eisten
13.
§•
Beschreibung der meisten Schlagadern einer jungen Rohrdommel. (Ardea stellaris.
Der Aortenursprung zeigt nichts Eigenthümliches.
Die rechte Arteria subclavia entsendet zuerst die Art.
Diese giebt zuerst einen kleicarotis communis dextra.
nen Ast, der sich gleich in einen aufsteigenden und einen absteigenden Zweig spaltet. Der absteigende geht
an der rechten Seite des Oesophagus in die Brusthöhle,
der aufsteigende an der rechten Seite der Luftröhre in
die Höhe, ist äusserst fein,
nimmt
in
diesem Laufe viele
Zweiglein aus der Art. oesophagea anterior auf und verbindet sich mit einem feinen Zweiglein der Art. oeso-
phagea descendens dextra, das an der Seite der
Luft-«
Hierauf entspringt aus der hinteren
Fläche der Carotis die Art. vertebralis und gleich darauf
röhre hinabsteigt.
aus der äusseren Fläche der Carotis eine starke Arterie,
die
dem
untersten
Zweige
ertheilt,
hierauf,
an die
Ende des
Halslheiles des Oesophagus
dann eine Art. transversa colli, giebt,
hintere Fläche des Oesophagus geheftet,
aufwärts steigt und sich
am
oberen Ende des unteren
Dtitltheiles des Halses in die eigentliche Art. oesopha-
rorzüglich über das ßchlagadersystem der
VögeU
gea posterior adscendens und die Ait. cutanea
teralis adscendens spaltet.
379
colli la-
Die Art. transversa colli ist ein schwacher Ast, geht
oben zur Schiilterhöhe und spaltet
sich hier unter der Haut in ein nach vorn und ein nach
hinten gehendes Zweiglein.
nach aussen und
Die Art. cutanea
colli
lateralis
kommt
unter das
linke Fettpolster der starken Halsfedern und theilt sich
in
einen
nach hinten und unten zurücklaufenden, und
einen stärkeren
<in
der rechten Seite des Halses auf-
wärts steigenden Zweig.
Die Art. oesophagea posterior adscendens ist stark,
Lüdet nach oben einen IJogen mit der Art. oesophagea
descendens dextra und entsendet viele Zweige, die mit
colli lateralis dextra, und andere, die
an den Flächen der Speiseröhre mit Zweigen aus der
Art. oesophagea anterior anastomosiren.i
der Art. cutanea
An
der linken Seite entspringen die ersten Zweige
aus der Art. carotis communis auf dieselbe Weise wie
an der rechten Seite, nur mit dem Unterschiede, dass
die starke Arterie viel früher als an der rechten Seite
(i Linie nach ihrem Ursprünge) in die Art. oesophagea
adscendens und in die Art. cutanea colli lateralis sinistra spaltet.
Die Art. oesophagea adscendens ist hier die Art.
indem sie zwischen der Luftröhre
und der Speiseröhre nach oben geht.
oes. adsc. anteiior,
Beide Arteriae carotides communes gehen zur vorderen Fläche der Halswirbel in die Höhe, und durch
den Kanal ihrer vorderen Dornfortsälzc in die Ilöbe ne-
ben einander liegend und am oberen Ende des HuLses
wieder aus einander weichend.
,
Unterhalb des untersten Dornfortsalzes
Carolia vor der rechlcUj
liegt die linke
und obcrhulb des obersten
legt
380
Anatomisch - physiologische Untersuchungen,
sie sich
zum
zweiten Male auf eine kurze Strecke vor
dieselbe.
Jede Carotis communis
theilt sich
am
oberen Ende
des Halses in die Art. carotis externa und interna.
Die
Art. carotis externa
entsendet zuerst die Art.
Haut und Muskeläste abgiebt, daa
Ende der Art. vertebralis, wo sie am oberen Ende ihres Kanales hervorkommt, aufnimmt und einen schwachen Ramus spinalis zwischen dem Hinterhauptsbeine und
dem Adas in den Kückgrathskanal schickt.
occipitalis,
\velche
Hierauf spaltet sich die Art. carotis externa in
ei-
nen vorderen und einen hinteren Ast. Der vordere spaltet sich in die Art. palatina und die Art. facialis
der
hintere verläuft ungefähr 3 Linien weit nach hinten,
;
entsendet die starke Art. subungualis,
eine starke Ar-
zum oberen Kehlkopfe, zu den Zungenbeinmuskeln und zum Schlundkopfe Zweige schickt, ein feiterie,
die
nes Zweiglein, welches mit der an der Seile der Luftröhre aufsteigenden feinen Arterie sich verbindet, und
spaltet sich zuletzt in die Art. aitanca colli lateralis
descendens und
in die Art. oesophagea descendens.
Die Art sublingualis giebt Zweige an die Zungenbeinmuskeln und die Haut und verläuft nach vorn, ohne
sich, Avie es mir scheint, mit der der anderen Seite zu
einem Stamme zu verbinden; wenigstens geschieht dies
nicht bis in geringer Entfernung von der Vereinigung
beider Unterkieferhälften, so weit die Arterien mit der
Injectionsmasse gefüllt sind.
Die Art. cutanea
colli lateralis
descendens
ist
cher als die Art. oesophagea descendens, die sich
schwäai)
de»
linken Seite mit der Art. oesophagea adscendens anterior,
an der rechten Seite mit der posterior verbindet.
Die Art. palatina giebt am vorderen Hände des Mus-
dem UnHöhe gehen und hier
culus plerygoideus kleine Zweiglein, die hinter
terkiefer
zum Mundwinkel
in die
381
vorzüglich über das Schlagadersjsfem der Vögel.
sehr schwaches Netz bilden, welches einen Zweig
der Art. facialis aufnimmt und ein Zweiglein nach oben
abschickt, welches bis zum inneren Augenwinkel geht,
ein
aber die Haut an der Schnabelwurzel nicht erreicht.
Die Art. facialis verläuft anfangs wie gewöhnlich,
giebt aber an das Gesicht nur einen feinen Zweig, der
neben dem Jochbogen zu dem feinen Netze geht, welches am Mundwinkel Kegt.
Die Art. carotis interna spaltet sich schon, ehe sie
das Schlaf bein erreicht, in den äusseren und inneren
Ast. Der äussere geht am äusseren Rande der Fenestra ovalis in einem noch nicht ganz verknöcherten Ka-
näle nach vorn, giebt, ehe er das Schlafbein verlässt, ei-
nen Zweig, der durch die Knochensubstanz nach hinten
und oben geht, am Hinterkopfe unter die Haut gelangt
und sich in diese und in die Muskeln verzweigt. Sobald der äussere Ast nach
hervorgekommen
dernetz, welches bis
einen
Ramus
vorn aus
ist, vertheilt
dem
Schlafbeine
er sich in ein langes AVun-
zum äusseren Augenwinkel
inferior, einen Ramus
palpebralis
reicht,
palpe-
bralis superior, eine Arteria frontalis, die Art. ophlhal-
mica und einen feinen Ramus maxillaris, der den Nervus maxillaris inferior begleitet, entsendet.
Die Art. frontalis geht erst am oberen Augenhöhlenrande nach innen, dann quer über der Stirne züt
Wurzel des Schnabels, verzweigt sich hier in die Haut
und
bildet mit der
der entgegengesetzten Seite ein ge-
meinschaftliches Netz.
•des
Die Art. ophthalmica bildet an der äusseren Seife
Sehnerven das Wundernetz für den Fächer, flnd
auch an der inneren Seile des Bulbus ein Netz,
die
.'\rt.
Der
ciliares intcrnac
aiis
dem
durch die Sclerotica dringen.
innere Ast der Carotis interna geht in einem
bereits ganz knöchernen Kanäle nach
verBchuiilzt unter
dem
vorn nnd innen,
Clivus mit der der anderen Seite
382
Anatomisch -physiologische Untersuchungen,
zw einem einfachen, sich gleich wieder theilenden Stamme.
Die Hirnschlagadeln gehen, nachdem sie die Hirnzweige
abgegeben haben, an der inneren Seite der Sehnerven
zur inneren
Wand
der Augenhöhlen und dringen dann
in die Nasenhöhlen.
Nach
der Art. carotis communis entsendet die Art.
subclavia die Art. axillaris,
nen
in die zwischen
nen Muskeln
dringt,
racica anterior,
interna^
einen Zweig, der von in-
der Furcula und Clavicula gelege-
und
posterior
spaltet
sich in die Art. tho-
und in die Art. raammaria
:
Die Art. mammarla interna spaltet sich in einen
Susseren und einen inneren Zweig. Der innere verläuft
hinter dem Brustbeine, der äussere an der Grenze zwischen den Rippen und den sie mit dem Brustbeine verbindenden Knochenstücken.
Die Arteria axillaris und die Arteria thoracica anund posterior verlaufen wie bei Ardea cinerea.
Die Aorta posterior entsendet die Art. 'coeliaca, die
terior
Art.
mesenterica anterior, die Art.
renales anteriores,
die Art. crurales (die rechte etwas früher als die linke)
und
und
spaltet sich dann, in die beiden Arteriae ischiadicae
in die Art. Sacra media.
Von
der Arteria coeliaca und der Art. mesenterica
anterior weiss ich
wenig anzugeben.
ist stärker als die Art.
chenarterien des
Die Art. coeliaca
mesenterica anterior.
Magens
sind stark
;
Beide FiU-
die Arterie des lin-
ken Magenrandes fehlt und ist nur durch einen schwachen Zweig angedeutet,, der aus der oberen FlächenarDie Arterie der oberen Fläche geht
terie entspringt.
schief über der oberen Fläche bis zum hinteren Ende
des vorderen Drittlheiles des Magens, giebt Zweige, die
zum
Ende des Magens verlaufen, und schlägt
dem linken Magenrande an die untere
Fläche des Magens um.
bis
hinteren
sich selbst über
vorzüglich über das Schlagadersj'stem der Vögel.
Die
Art. ischiadica
383
durch die Incisura ischia-
gelit
dica zur Beci<enhöhle hinaus, in die Art. poplitea, diese
und diese am unteren Ende
in die Art- tibialis posterior,
des oberen Dritttheiles des Unterschenkels in die Art.
tibialis anterior über.
Die
Art. Poplitea giebt einen
ren Ende des Unterschenkels
Knochen durchgeht,
theilt,
Zweig, der am obeseinen beiden
zwischen
einige Arterien an die
dann aber zum Wundernetze
Muskeln erAus-
niedersteigt.
serdem entsendet die Art. poplitea noch einen anderen
Zweig, der den Muskeln und der Haut Zweiglein erthcilt, sich an die vordere Flache des Unterschenkels
begiebt und in einen Zweig der Art. tibialis einmündet, wo diese an die vordere Fläche des Unterschenkels
gelangt.
Die Art.
tibialis thcilt sich,
indem
Fläche des Unterschenkels kommt,
sie
zur vorderen
ganz in das,
starke \\'undernetz, so dass der Stamm nur etwas stärbleibt
als
die
ker
übrigen parallel neben einander herabsteigenden Zweige des Netzes, welches an der vorderen
fast
Fläche der Tibia niedersteigt und sich etwas oberhalb
des Knöchelgelcnkes in eine äussere und innere Abtheilung spaltet.
äussere,
bia mit
Die innere Abtheilung
ist
stärker als die
aber etwas unterhalb der Verbindung der Ti-
dem Tarsus
gciit ein
lung in die äussere über,
Theil der inneren Abthei-
dass diese nun ak die
Die innere Ahtheilung geht nach innen von der Sehne des Extensor communis digitorum
so
stärkere erscheint.
nieder, giebt in der .Mitte des Tarsus einen Zweig, der
sich an dessen hintere Fläche schlägt.
Hierauf geht die
Forlsetzung der inneren Abtheilung, nur noch aus einem
einzigen Zweige bcsicliend, nieder bis zwischen den Con-
djlus internus und mcdius des unteren l''ndes des Taru«, und geht hier über in den inneren Ast der iuissc-
tcn Abtheilung.
Der an
die Lintexe Fläche
abgegaugcne
384
Anatomisch- physiologische Untersuchungen,
Zweig geht
am
hier
Ramus
inneren Rande des Tarsus nieder
Zehe, der als die
und einen schwächeren Zweig
ahsendet, der zur Rückenseite der ersten Phalanx der
inneren Zehe gelangt und zwischen der inneren und
midieren Zehe in eine Arterie mündet, die durch die
in einen
digitalis zur hinteren
Fortsetzung anzusehen
ist
Vereinigung des inneren Astes der äusseren Abiheilung
und des untersten Endes der inneren Abtheilung gebil»
Die äussere Abtheilung geht an der äusseren
det wird.
Seite der Sehne des Musculus extensor digitorum nieder
und spaltet sich am unteren Ende des Tarsus in drei
Aesle.
Der eine
ichlägt sich über
dylus an die hintere Fläche,
dem
mittleren
sehen
dem
dem
äusseren C'on-
der zweite geht zwischen
und äusseren Condjlus, der
dritte
zwi^
mittleren und inneren C'ondjius nieder.
Sie
Verbindung des Tarsus mit den Phalangen und bilden auf der Riickenseite des hinteren EnJes der ersten Phalangen ein iS'etz, aus dem die Artexiae digitales ihren Ursprung nehmen.
theilen sich an der
14.
§
Beschreibung der meisten Schlagadern des Wespenfalken.
Der Aortenursprung
Der
(Falco apivorus.)
zeigt nichts Eigenthüinliches.
linke Truncus oder die Art. subclavia sinistra giebt
die Art. carotis communis ihrer Seite, spaltet
dann in einen Zweig, det zu den Muskeln geht,
die zwischen der Furcula und Clavicula liegen, in die
Art. axillaris und in die Forlsetzung des Stammes.
zuerst
sich
Die Carotis communis
sinistra
entsendet znerst
ei-
nen Zweig, der nach vorn geht, sich an den unteren
Kehlkopf und dessen Muskeln, an die vordere Fläche
der Luftröhre und den Oesophagus vertheilt. Die rechte
Carotis coramunia giebt zuerst einen ähnlichen Zweig,
vorzüglich über das Schlagadersystem der Vögel.
385
dessen Forlsetzung an die hintere Flache der Luftröhre
gelaugt, hier aber nui eine kurze Strecke gefüllt ist.
Die Carotis conimunis
Arterie,
starke
die
sinistra entsendet hierauf eine
einen Kanius glandularis,
die Art.
oesophagea anterior, die Art transversa scapulae entsendet und sich zuletzt in die Art. transversa colli fortsetzt.
Der Ranius glandularis ist kurz aber stark und
verzweigt sich
in die kleine,
am
unleren Ende des Hal-
ses gelegene Drüse.
Die Art. oesophagea anterior adscendens
verläuft
an
der linken und vorderen Seite des Oesophagus aufwärts.
Die Art. transversa
colli
entsendet einen Zweig,
sen,
geht nach oben und ausder
unter der Haut über
der Schulterliöhe nach hinten geht, und verläuft sodann
colli lateralis adscendens nach oben.
nach oben gelangt, desto mehr nähert sie
cutanea
als Art.
Je weiter
sie
der der anderen Seite, vcrschruilzt aber nicht mit
fiirh
ihr zu einer einzigen Arterie, verbindet sich jedoch mit
einem Zweige, der aus der
Art. thyreoidea superior nie-
Hierauf entspringt die Art. verlebralis aus der
dersteigt.
Art. carotis coMiinunis sinistra, die sodann zur vorderen
Fluche der Halswirbel in die
Höhe
geht.
Die starke Arterie, die an der rechten Seite aus
der
.\rt.
carotis conimunis entspringt,
giebl zuerst ei-
nen Zweig zur vorderen Fläche des Kropfes, dann einen
Zweig zur
rechten Seite des Kropfes, die Art. transversa
Kcapulae, die Art. oesophagea adscendens dextra, die
nicht
stark
transversa
igt
colli,
und
setzt
sieh
hierauf fort in die Art.
die vorzüglich in die Art. cutanea colli
dextra übergeht, die wie die linke Arieria cu-
lateralis
die Höhe gelit und nach oben von dieiscr nur
durch den dichten l'ederslrich der Itückenseite des llal-
tanea
M»
in
getrennt wird.
.Nachdem
lebralis
die rechte (Karotis
abgegeben
ShiicU
hat, gebt
auch
communis
Bio zur
Ai'lii» C .^um. u. l'hyt. 18sa.
die Art. ver-
vorderen Flächo
J^
386
Anatomisch - physiologische Untersuchungen,
Höhe, und beide Carotides communcs verlaufen durch den nach vorn nicht ganz ge-
der Halswirbel in die
schlossenen Kanal der vorderen Dornfortsiitze, trennen
nach
sich
oben wieder und spalten sich (jede) in die
äussere und innere Carotis.
Indem beide gemeinschaftKanal der vorderen
lichen Caroliden von unten in den
Dornfortsälze treten, legt sich die linke vor die rechte.
AVeiter nach oben liegen beide neben einander.
Der Slanua der
Art. carotis externa
ist
2 Linien
dann
lang, entsendet zuerst eine Art. thyreoidea superior,
die Art. lingualis
palatina
und
und spaltet sich hierauf in die Art.
in die Art. facialis.
Die Art. thyreoidea superior giebt zuerst einen
Zweig, der zu den Muskeln geht, die an der äusseren
Basis cranii liegen, und spaltet sich hierauf in einen
Der hintere giebt
hinteren und einen vorderen Zweig.
einen Zweig, der an der vorderen Flache der Luftröhre
unter der Haut niedersteigt, viele Zweige zum Pharynx,
zum oberen Theile der Luftröhre und steigt an der Seite
der Luftröhre nieder. Der vordere giebt Zweige zu den
Zungenbeinmuskeln, zum oberen Kehlkopfe und einen
Zweig, der neben dem Zungenbeinhorne bis zu dessen
Vereinigung mit dem Zungenbeinkörper geht, hier sich
mit der ihr entsprechenden Arterie der entgegengesetzten Seite verbindet und dann zum Arteriennetze verläuft,
welches unter der Zunge liegt und durch die Art.
lingualis gebildet wird.
Die Art.
lingualis
verläuft
am
unteren Rande des
Unterkiefers bis zu dessen Mitte und spähet sich hier
in die eigentliche Arteria lingualis
und
die Art.
subun-
gualis.
Die Art. lingualis geht unter der Zunge zur Seite
des vorderen Theiles des Zungenbeinkörpers und bildet
hier besonders unter dem Seitentheile der Zunge ein starkes \etz, welches auch den schon bezeichneten Zweig
'
387
vorzüglich über das Schlagaderaystem der Vögel.
der Art.
tIi3'reoidea superior
aufniinmt,
dem Netze
mit
der anderen Seite durch schwache Zweiglein anastoino<irt und sich bis zur gespaltenen Zungenspitze erstreckt.
Auch
hinter der Zungenspitze stehen beide Netze durch
Reiscrchen
in
Verbindung, gehen aber sonst nicht
in
einander über.
Die Art. subungualis verläuft unter der Haut, welche den Unterkiefer mit der Zunge verbindet, an der
inneren Flache des Unterkiefers der Haut Zweige ertheilend,
bis zur
unter einander.
mittleren Theil
Vereinigung beider Unterkieferhälflen
Beide Arterien treten getrennt
vereinigen
des Unterkiefers,
zu einem gemeinschaftlichen Stamme, der
in
sich
den
hier
in der Diploe
bis zur Spitze des Unterkiefers verliiuft.
Die Art. palatina verläuft wie gewöhnlich, vereinigt
Gaumenspalte mit der der entgegengesetzten Seite zu einem gemeinschaflliciien Stamme, der bis
sich vor der
zur Sclinabelspilze nach vorn unter der Gaumenhaut verund seiner ganzen Länge nach viele feine Zweig-
läuft
lein abgiebt, die sich unter einander verbinden
und wie
den Stamm umgeben.
Am vorderen
Rande des Musculus pterj'goideus bildet die 'Art. palaein
feines
Xelz
schwaches Xeiz, welches einen hinter dem JochLogen niedersleigeniicn Zweig aufnimmt; auch giebt sie
tina ein
unter
dem
hinteren
Ende der Gaumenhaut
die ein Netz bilden,
aus
dem
feine
eine Arterie
Zweige,
kommt,
die
utlweit des Oberkieferrandes unter der Gaumenliaut fast
bis
zuc Sclinabelspilze verläuft,
feine
Zweige
erlheilt,
der Gaumenhaut viele
durch diese mit Zweigen der mitt-
leren Gaumenarterie anastoiiiosirt,
Stellen durch grössere
Der
hintere von
mit der sie an zwei
Zweige Verbindungsbogcn
bildet.
diesen liogen liegt 7 Linien entfernt
von der Schnabelspilze unter einer starken Falte der
Gaumenliaut, der vordere nur 3 Linien hinter der SchnabeUpiize.
25
•
388
Anatomisch - physiologische Untersuchungen,
Die Art. palatina giebt, nachdem das letzte Netz
ist, einen Zweig, der durch eine Spalte des
harten Gaumens in die Nasenhöhle gelangt, einen un-
gebildet
teren,
einen
oberen Zweig abgiebt und
Schleimhaut der Nase verzweigt.
nach hinten,
aus
dem
sich
in
die
Der untere Zweig geht
und anaslotuosirt mit Zweigeit
iheilt sich
welches an der äusseren SchäDer obere Zweig geht unter den
Arteriennetze,
delgrundfläche
liegt.
Bulbus oculi zur Grenze zwischen der Scierotica und
dem Knochenringe und verbindet sich hier mit einem
Zweige aus dem Rete niirabile ophlhalmicum.
Die Art. facialis giebt gleich nach ihrem Ursprünge
starken Zweig,
einen
der
in
die
Tiefe an die Basis
cranii externa
gelangt und sich hier in ein Gefassnetz
verzweigt, zu
dem auch
thyreoidea superior geht.
der erste Zweig aus der Art.
Aus diesem Wundernetze
ent-
springen viele Muskelzwcige; die Muskelbündel werden
Zweige des Netzes zum Theile selbst umEs nimmt dieses Netz den schon bezeich-i
aus der Nasenhöhle zurücklaufenden Zweig der
neten
Art. paialina auf und giebt einen Zweig ab, der sich
durch
die
schlungen.
,
niit
dem
*aus
der Carotis interna an die äussere Schä-
delgrundfläche zurückkehrenden Zweige zu einer Arterie
verbindet,
die
sich in das
am
vorderen Rande des
Musculus pterygoideus von der Art. palatina gebildete
Netz einsenkt. Nach Abgabe dieses ersten Zweiges verläuft die Art, facialis wie in den früher beschriebenen
Fällen zur hinleren Fläche des hinteren Endes des Jochbogens. Sie giebt hier einen Zweig, der hinter dem
Jochbogen nach vorn geht, unter die Haut des Unterund unter dieser nach vorn verläuft, einen Zweig, der am hinteren Rande des Masseter in die
kiefers gelangt
Höhe
steigt,
und verläuft dann
selbst
am
oberen Rande
des Jochbogens nach vorn, giebt Zweige unter die Haut
des Oberkiefers und zum Mundwinkel, einen starken
389
vorzüglich über das Schlagadersystcm der VögeL
der auch zur Nickhaut ein
Ranius palpebralis inferior,
Kamus
Zweiglein giebt, einen
palpebralis internus su-
perior und verzweigt sich zuletzt in der
Haut der Schna-
belwurzel und der Stirne.
Aus der
zuerst die
Art. carotis interna entspringt
die sich bald in einen
Behr starke Art. occipitalis,
und profundus
nius superficialis
Der ßamus
Ra-
thelU.
superficialis entsendet zuerst einen
Zweig,
der sich an die Muskeln des hinteren Endes des Unter-
an die Haut des Gehörganges vertheilt,
und einen vorderen Zweig, die beide sich iI^ die Haut vertheilen, indem der vordere zum oberen Augenböhlenrande , der hinkiefers, so wie
tind spaltet sich dann- in einen hinteren
tere
zum Hinlerhaupte
Art.
Der Ranius profundus nimmt das obere Errde der
verlebralis auf, nachdem diese ihren Kanal verlas-
verliiuft.
sen und einen Ranius spinalis abgegeben hat, der zwi-
schen dem Hinterhauptsbeine und Atlas
der ^^'irbelsäule dringt.
sich hierauf in die
Die
in
den Kanal
Der Ranius profundus
vertheilt
Muskeln.
Art. caroiis interna
ihren Kanal getreten ist,
theilt
sich
,
so wie
sie in
den äusseren und inneren
in
Zweig.
Der äussere
verläuft am äusseren Rande der Fenenach vorn und verzweigt sich, so wie er
das Schlafbein vcrta.sscn hat, in ein starkes Rete mira-
Btra ov.alis
Lile
ophthalmicum, aus desgen
hinten und oben geht und unter die
gelangt,
deren
wo
der
itaiiiiis
Ende ein Zweig
Knochenkanal nach
Haut an der Stelle
hiittersleni
entspringt,, der durch einen starken
su|)crricialig
und hininrcn Zweig
theilt,
sich
]Jieser
in
den vor-
Zweig des
Rete mirabilc oplilhalmiciim spaltet sich ebenfalls in einen hinteren, zu licn Muskeln den Hinterhauptes, und
einen vorderen,
zum
äusseren Augenwinkel und oberen
390
Anatomisch -pliysiologische Untersuchungen,
Angenliede verlaufenden Zweig.
dem Rete
1)
Ausserdem kommen aus
mirabile ophthalmicum folgende Arterien:
Die
Art. ethmoidalis.
2) Die Art. palpebralis inferior externa.
3) Eine Arterie, die an der Grenze des vorderen
Randes der Sclerotica und des Knochenringes unter dem
Bulbus nach vorn geht und hier mit dem Nasenhöhlenjsweige der Art. palatina sich verbindet.
4) Die Art. ophtbalmica.
Die Art. ethmoidalis verläuft wie
schriebenen Thieren anfangs
am
in
den früher be-
oberen Rande der Au-
nach innen, giebt Zweige an den äusseren
Theil des oberen Augenliedes, senkt sich an die innere
Rertliöhle
Wand
der Augenhöhle nieder,
Zweig,
der
am
entsendet
hier
einen
inneren Augenwinkel unter die
Haut
gelangt und sich in diese an der Schnabelwurzel ver-
Hierauf geht die Art. ethmoidalis in die Nasenund verzweigt sich in die Schleimhaut, indem sie
mit dem Zweige der Art. palalina anastomosirt.
Die Art. opblhahnica verläuft wie gewöhnlich, viele
Muskelzweige abgebend , zur äusseren Seite des Sehzweigt.
)iühle
nerven, giebt einige feine Arteriae ciliares externae,
bil-
det ein starkes Rete mirabile als Grundlage für den Fä-
cher, gebt unter
dem Sehnerven
fort,
auch hier noch
ZweigTein abgebend, welche durch die Sehnervenspalte
zum Fächer gehen, nimmt an
ne.rven
und
Zweige aus der
rotica
die
Art. ciliaris posterior interna
in ein starkes
dar-
Netz, dessen Zweige die Scle-
Die Zweige, welche dieses Netz
wie die Zweige des Netzes, welches dem Fä-
durchbohren.
bilden, so
cher
sich,
iheilt
dfellend,
der inneren Seite des Seh-
Art, ophtbalmica cerebralis auf
ztir
Grundlage dient
,
liegen nicht ganz nahe an
einander.
Die
Injeetion der Arterien, die in den Fächer selbst
übergehen,
ist
mir an diesem Thiere besser gelungen
vorzüglicK über das Schlagadersystem der Viigel.
als
an irgend einem anderen.
nachdem
sicli,
sie
in
391
Alle Zweige vereinigen
das Innere
sind, in einen gemeinschaftlichen
des Bulbus gelangt
Stamm,
\velcher der
ganzen Länge des Fächers nach an seiner Basis verläuft, und a'\i8 dem eine grosse Anzahl von Zweigen hervorkommt, die sich an die einzelnen Blätter des Fächers
verzweigen. Jedes Blatt des Fächers erhält einen grösseren Zweig, der nach der Länge dieses Blattes verläuft
und zur Seite hin die feinsten Keiserchen entsendet, die
sich zum Theil unter einander, zum Theil mit denen
der angrenzenden Blätter verbinden und so die feinsten
Netze darstellen.
Der Ratuüs internus der Carotis interna verläuft
wie gewöhnlich, glebt einen Zweig, der an die äussere
Sehädelgrundfläche zurückkehrt und auf die schon an-
gegebene Weise endet, gelangt zur Mittellinie, verbindem der anderen Seite durch einen kurzen
queren Ast, liegt dann unter dem C'livus nahe an dem
det sich mit
der anderen Seite,
kensattel
von dem er sich neben dem Türum an die Grundfläche des
wieder entfernt,
Gehirnes zu gelangen.
Nachdem
die
Zweige an das Gehirn abgegeben
gehen' die Fortsetzungen
sind,
der Hirnschlagadern als Art.
ophthalmicae internae an der inneren Seite der Sehner-
ven
keln
in
die
Augenhöhlen
,
verzweigen sich
in
die
Mus-
der inneren und oberen Seite des Augapfels und
entsenden Zweige, die sich in die Art. ophthalmica exeinmünden. Einen Uebergang dieses Endes der
Art. ophthalnüca interna in die Art. cthmoidalis finde
terna
ich nicht.
Die Art. tmilhris geht in die braohiKli« über, nnd
nachdem sie die starke Art. profunda huuieri abgegeben hat, nebst ihren Zweigen wie Ivi Podiceps.
Die Fortuclziing der Art. subclavia efitsendet
ilieso verläuft,
xuersi die Art.
mammaria
interna und spaltet sich dünn
392
Anatomisch -physiolngisdie Tjiilersuctiungen,
in drei Aesle, die Art. thoracica anterior,
racica media und einen
die Art. tho-
Zweig, der an der inneren Flä-
che der Pectoralmuskeln bis zu deren hinterem Ende
verläuft.
Die Art. mammaria interna gieht Zweige an den
Musculus triangulaiis sterni und geht an der Verbindung der vorderen Rippenenden, mit den Knochenslücken,
durch welche sie mit dem Brustbeine sich vereinigen.
Zweige zu den Intercoslalmusiteln abgebend, bis zur
hintersten Rippe.
Ein Zweig der Art. thoracica media durchbohrt die
IVcloralniuskeln und
nis unter
dem
verläuft
als
Art. cutanea
dichten Federstriche bis
abdomi-
zum Knie nach
hinten.
Die Aorla dcsrendens verengt sich , nachdem sie
dem rechten Bronchus fortgegangen ist den Bogen gebildet hat und zur Seile der Wirbelsäule gokoni-
iiber
luen
,
ist,
um
die Hälfte ihres Unifanges,
Art. coeliaca, die Art
nales anteriores, die Art. crurales und
dann
in
entsendet die
mesenterica anterior, die Art. re-
die beiden Art. ischiadicae
spaltet sich so-
und die Art. sacra
media.
Die Art. coeliaca giebt zuerst einen ziemlich bedeutenden Ast, der an der Grenze zwischen der Speiseröhre und
tieni
so
stark
ist
Vormagen an dessen
hintere Fläche
darauf eine Arterie, die ungefähr halb
verläuft, gleich
als
die Fortsetzung
des Stammes.
Diese
dem
dem vorderen Theiie
Arterie giebt zuerst einen Ast, der bedeutend ist,
rechten Rande des Voruiagens und
der
unteren
Fläche
des
A ormagens
Zweige
crtheilt,
darauf an der hinteren Fläche des Vormagens niederüleigt
und sich
Der
in
kleinere
zwei Aeste
spaltet.
oder die Arterie des linken Magen-
randes giebt Zweige an den
liintei-en
Fläche des Vormagens und geht dann
Theil
am
der oberen
linken
Kande
393
TorzUglich über das Schlagadersystem der Vögel
des Magens fort,
dessen hinteres Ende
er
nicht
er-
reicht.
Der grossere giebt Zweige an die obere Fläche des
Vormagens, schlagt sich dann um dessen linken Rand
an dessen untere Fläche und verlheilt sich hier noch
mit bedeutenden Zweigen.
Die
Art. coeliaca
nalis anterior,
entsendet zunächst eine Art.
sodann die Art gastrica
inferior
lie-
und
ei-
nen Ramus hepaticus dexter, eine Art. lienalis posterior,
deren Ursprung 44- Linien vom Ursprünge der Art. lienalis anterior
Ramus
entfernt ist;
intestinalis,
hierauf einen. nicht starken
einen schwachen
Zweig zur oberen
Flache des Magens, die eigentliche Art. gastrica superior, noch einen Zweig zur oberen Fläche des Magens
und zwar in der Richtung gegen den rechten Rand hin,
den er jedoch nicht erreicht, einen Ramus duodenalis
zum Anfange des Duodenum, einen starken Ramus meRaraicus und setzt sich hierauf fort in die Alt. pancreatico- duodenalis.
Die Art. gastrica inferior entsendet zuerst noch einen Ramus hepaticus dexter, einen Zweig, der am unteren Ende des rechten Randes des Vormagens in die
I^Iöhe
steigt,
eine Arterie,
des Vormagens nach vorn
die
in
an der unteren Fläche
die
Höhe
geht,
und
theilt
indem sie zum Magen selbst geht, in einen schwächeren und einen stärkeren Ast. Der schwächere geht
am rerhien Rande di r Sehne der unteren Mageoiläche
nach hinten; der stärkere geht über die Sehne selbst
fort.
Der scliwäcbore entsendet seine Zweige besonders
in der HicIiliMig gegen den rechten Magenrand, der stärkere in der Kicbliing gegen den linken Hand und gegen
sich,
das hinlere Ende dos Maf;ens.
Einige von diesen Zwei-
gen durciil)ohrcn tue Sehne selbst,
die MuskelKiibstanz,
lausen haben.
nachdem
sie
andere dringen
in
schon die Sehne ver-
394
Anatomisch -physiologische Untersuchungen,
Die Art. gastrlca snperior geht über der Mitte der
oberen Sehne fort bis zum hinteren Magenende, beugt
sich hier gegen den linken Kand um, der linken Randarterie
entgegenslrebend
,
Wege
die
sie
aber nicht erreicht.
Zweige, die zum Theil
die Sehne durchbohren, zum Theil über der Sehne fortSie giebt auf diesem
laufen
und sich dann
viele
erst in die
Substanz des Magens
einsenken.
Der Ramus mesaraicus geht zu der Schlinge des
Dünndarmes, welche in das hinterste Ende dieses Darmes übergeht.
Die Art. pancreatico-duodenalis giebt einen starken Zweig zum Anfange des Jejunum, der hier mit ei^
nem Zweige der Art. mesenterica anterior einen Bogen
bildet, und verlauft hierauf bis zum Ende des Pancrens.
Die Art. roesenterica anterior entsendet im Ganzen
10 Rami mesaraici, die nach beiden Sehen hin aus ilir
hervorkommen. Acht von diesen Zweigen verlheilen sich
an den vorderen und mittleren Theil des Dünndarmes
und zwar an den Theil, der zwischen dem Ramus jejunalis der Art. pancreatico-duodenalis und dem Raums
mesaraicus aus dem Stamme der Art. coeliaca liegt. Die
beiden anderen Zweige gehen zum hintersten Ende des
Dünndarmes und anastomosiren mit der Art. mesenterica posterior.
Es bilden diese Rami mesaraici unter
einander oder mit den Zweigen der Art. coeliaca in
einiger Entfernung vom Darme, oder nahe an diesem,
swischen
den Platten des Mesenteriums Verbindungs-
bogen.
Jede Art. cruralis entsendet, nachdem
Art. epigastrica abgegeben
ris
profunda und
theiit sich hierauf in
inneren Zweig, die bis
sie die starke
hat, eine starke Art. femo-
den vorderen und
zum Kniee hinabgehen.
Die Art. sacra media giebt kurz vor ihrem hinteren
Ende
die Art. mesenterica posterior und thellt sich hierauf
•
vorzüglich über das Sclilagadcrsystem der Vögel.
in die Art.
395
coccygea communis und die beiden Art. hy-
pogastricRe.
Die Arteriae hypogastricae entsenden einige Rami
und gehen in die Artcrine pudendae internae über, die neben der Kloake sich in ein schwaches
Gefässnetz enden, welches die Corpora cavernosa darstellt, aber kaum so stark ist wie bei Podiceps.
Die Art. coccygea coniiiiunis entsendet noch einea
gehwachen Rannis Intestinalis zum Mastdärme und theilt
rauscnlares
dann in die beiden starken Arteriae coccygeae laund die Art. coccygea media. Erstere gehen vorzüglich zur Steissdrüse, letztere verläuft, an den Mus-
sich
terales
keln sich verzweigend, bis zur Spitze des Steissbeines.
Die Art. ischiadica giebt zuerst einen Zweig zum
und einen zum hinteren N'ierenlappen , geht
dann mit dem Nervus ischiadicus zur Beckenhöhle hinaus, giebt Muskelzweige und geht in die Art. poplitea
mittleren
Die Art. poplitea giebt einen starken Zweig an
Muskeln der hinteren Fläche des Unterschenkels, einen bedeutenden Zweig, der zwischen Tibia und Fibula
über.
die
an die vordere Fläche des Unterschenkels gelangt, einen Verbindungszweig zur Art. tibialis anterior niederschickt und sich in die Muskeln der vorderen Fläche des
Die Art. poplitea geht in die
Unterschenkels verlheilt
Art. libialis posterior, diese in die Art. tibialis anterior
am
unteren F^nde des oberen Dritttheiles der Tibia über.
wie gewöhnlich in die Art.
und diese spaltet sich am unleren Ende
des Tarsus in einen Itamus internus, einen Kamus externns imd «inen Itanius jilantaris.
Drei Zweige beglei-
Die
Art. tibialis anterior gehl
targea
über,
ten die .An.
libiiilis
anterior als .Vndeiitiing eines
Wun-
Zweige
Zwei von diesen Zweigen gein den Stamm münden.
hen noch an den Tarxus fort, indem die eine nach aussen, die andere nach innen von der Art. tarsea liegt.
dernelzes, die von Zeil zu Zeit durch feine kur/.e
396
Anatomisch -physiologische Untersuchungen,
Der Rnmus
der Art, tarsea iheilt sich in
internus
eine Arteria digitalis externa der inneren
und
interna
der mittleren Zelie.
Der Ramus exlernus der
Art. tarsea
theilt sich in
eine Art. digitalis externa der mittleren und interna der.
äusseren Zehe.
Der Ramus
plantaris
geht zwischen
dem
mittleren
und äusseren Condjlus des unteren Endes des Tarsus
in die Planta, verläuft hier von aussen nach innen, gleich-
sam
einen Arcus plantaris bildend, und spaltet sich in
eine Arteria digitalis der hinteren und eine Art, digitalis
interna der inneren Zehe.
§
15.
Von den Schlagadern des Mäuse-Bussard.
buteo,
)
Der Aortehursprung zeigt nichts
Merkwürdig ist, dass aus der linken
munis
in geringer
(Falco
')
Eigenlhiimliches.
Art. carotis
com-
Entfernung von einander zwei Arte-
riae vcrtebrales der linken Seite entspringen.
Die Art.
vertebralis dextra
ein
Zweiglein abschickt,
und
sinistra
entsenden
an der linken Seile
das sich in den Stamm der
die Art. transversa scapulae,
die
zweiten Art. vertebralis sinistra einsenkt.
Die Art. versowohl als die sinistra schlägt sich von
unten nach oben um den Hals der ersten Rippe auftebralis dextra
Die
rem Canalis
wärts.
Art. vertebralis dextra steigt hierauf in ihvertebralis weiter nach oben fort
vertebralis sinistra geht,
ste Wirbelioch
nnchdcui
durchgegangen
ist,
;
die Art.
sie
durch das unter-
in
den Stamm der
1) Ich habe zwei junge Thiere dieser Art injicirt; indessen
gelang die Injectinn nur an dem einen, und auch hier nur unvoll.itindig.
Da aber die Aiteritn hier einige Besonderheiten
darbieten, so
tlieilc
ich die Beschreibung derselben mit.
,
397
vorzüglich über das Schlagadersystem der Vögel.
Diese zweite Wir-
zweiten linken Wirbelpulsader über.
belpulsader
der
linken Seite entspringt später
die
als
aus der Carotis communis, geht an die vordere
Flache des untersten Halswirbels etwas in die Ilijhe,
erste
gelangt dann wieder nach aussen (nachdem sie noch den
Zweig aus der
Art. transversa
scapulae
zwischen die Querfortsätze
hat)
aufgenoniiiien
beiden
der
unleislen
Halswirbel, nimmt hier die erste Wirbelarterie auf und
verlauft
nun mit dieser nach oben, zu einem Slauime
vereint, durch ihren Kanal wie gewöhnlich.
Die linke Carotis comnmnis bedeckt von vorn die
so lange sie an
rechte fast in ihrem ganzen Verlaufe,
Am
der vorderen Fläche der Wirbel liegen.
oberen Endo
des Halses entsendet die Carotis communis sinisira eine
:
zum oberen Larynx,
zum Schlundkopfe, zu den Zungenbeinmuskela Zweige
starke Art. thyreoidea superior, die
erlheilt
gert.
in
und sich dann
in die Art. subungualis verlun-
Hierauf spaltet sich die Carotis communis
die Art. occipilalis,
in
.sinistra
die Art. palatina und in die
welche als die stärkste der drei ArteFortsetzung des Stammes angesehen wer-
Carotis interna,
rien,
als die
den kann.
communis
theilt
An
der rechten Seite theilt sich die Caroli»
in die Art. carotis
sich die Art. carotis
externa und interna.
externa,
thyreoidea superior abgegeben
li«
und
in die Art. palatina.
ist,
nachdem
Hier
die .\rt.
in die Art. sublingua-
Die Art.
occipilalis ist
der rechten Seite ein Ast. der Art. carotis interna;
an
sie
ninmit das Knde der Art. vertebralis, nachdem diese aus
dem oberen Knde ihres Kanales hervorgekommen ist, auf.
Die Art. palatina entsendet bald nach ihrem Ursprünge die Art. facialis, die sich in einen Hamas profundus und einen Hamus superficialis spaltet. Der Ualuus jjrofundus geht hinter dem Os communioans, verbindet sich mit ilcm an die äussere Schädelbasis zurück-
kehrenden Zweige der Art. carotis interna
ea
einem
398
Anatomisch -physiologische Untersuchungen,
gemeinschaftlichen
tina
am
Stamme, der
sich
in die Art. pala-
vorderen Rande des Musculus pterygoideus ein-
Der Raums superficialis verläuft zwischen dem
Os quadratum und dem Unterkiefer nach oben, giebt
senkt.
den Unterkieferinuskeln Zweige und geht dann nach vorn
und unten hinter dem Jochbogen nieder, um als Art.
Subcutanea des Unterkiefers nach vorn zu verlaufen.
det,
Die Art. palalina, die wie gewöhnlich verläuft, bilnachdem sie den beschriebenen Zweig der Art. facia-
aufgenommen hat, in der Gegend der Oberkieferdriise
Wundernetz, aus dem nach oben eine Arterie hervorgeht, die hinter dem Unterkiefer und dem Jochbogen
aufwärts steigt und sich in die Haut der Schnabelvvuczel und der Stirne verzweigt.
Der Verlauf der Art. carotis interna zeigt nichts
Eigenthümliches. Der äussere Ast geht, nachdem er das
Schlafbein verlassen, in ein starkes Wundernetz über,
aus dem der erste Zweig wie bei Falco apivorus entDie Art. ethmoidalis verbindet sich hier mit
springt.
dem einen Zweige der durch das Foramen opticum in
die Augenhöhle gelangten Hirnschlagader zu einem gemeinschaftlichen Stamme, der in die Nasenhöhle geht.
Der andere Zweig, der auch stark ist, verzweigt sich
Ein kurzer Ast geht aus dem
in die Augenmuskeln.
lis
ein
Bete mirabiie ophthalmicum zur Thränendriise. Die Art.
ophthalmica bildet wie gewöhnlich das Wundernetz für
den Fächer, aus welchem ein schwacher Zweig kommt,
der unter der das Wundernetz bedeckenden Sehne des
Nickhautmuskels nach aussen geht, die Sclerotica durchbohrt und als Art. ciliaris externa longa angesehen werden kann. An der inneren Seite des Sehnerven theilt
sich die Art.
ophthalmica in mehrere
sehr
gekrümmt
verlaufende Arterien, die als ciliares internae die Sclerotica durchbohren.
Die inneren Aesle der inneren Carotiden verbinden
vorzüglich über das Schlagadersystem der Vögel.
sich, ehe sie
zam Gehirne gehen, durch
399
einen kqrzen
(juerast.
Die Art. cutanea abdominis, ein Zweig der Act.
thoracica posterior, koiniut aiu äusseren
Rande der gros-
sen Brustmuskeln unweit ihres hinteren Endes unter die
Haat und verläuft hier bis zum Kniee nach hinten.
Vor den Schenkelschlagadern entspringen an jeder
Seile zwei Art. renales anteriores zu den vorderen Xie-
renlappen.
Die Arterie, die zum hinleren Rande der letzten
Rippe hingeht, kommt nicht aus der Arteria epigastrica,
sondern aus der Art. cruralis, nachdem die Art. epigaabgegeben ist
Die Art. tibialis anterior kommt in der Mitte des
strica
Unterschenkels an dessen vordere Fläche.
§.
16.
Von einigen Schlagadern des kurzöhrigen Ohrkaazes
(Strix
und des rauhfüssigen Kauzes.
brachyutus)
(Strix dasypus.
1)
Bei Strix hruchyolui zeigte
der grösseren und kleineren
sich
im Ursprünge
aus der Aorla hervorkoin-
roenden Zweige nichts Eigenthiimliches, ausser dass die
Arleriae crurales für einen so kleinen Vogel ungewöhnlich
44^
w^it hinter den vorderen Nierenarterien (nämlich
Linien
)
entspringen.
Drei Linien hinter den CrutaU
arterien theill sich die Aorta in die beiden Arleriae ischia-
dicae und die Art. sacra media, die 4f Linien hinter
ihrem Ursprünge die Arteriae hypogasiricae als unter-
geordnete Zweige abschickt, während ihre stärkere Fort^
coccygea communis ühergcht, die
geizung
in
sich
die Art. cocc.
in
die
laterales spaltet.
deckt an
carotis
Art.
media und die beiden Art.
Die Art. carotis communis
cocc.
sinisira be-
der vorderen Fläche der Halswirbel die Art.
communis dextra von
vorn.
Jede Carotis com-
400
-
Anatomisch -pliysiülogischo Untersuchungen,
inunis spaltet sich
Art. carotis externa
am
oberen Ende des Halses
und
interna.
!n die
Gleichzeitig mit der
Art. carotis connnunis entspringt die Art. axillaris,
die
Die Forlsetzung der Art.' subclavia giebt zuerst die Art. mamniaria interna, die sich
in zwei Zweige spaltet, von denen der eine hinter dem
Brustbeine, der andere am vorderen Rande der Kippen
nach hinten geht. Sodann spaltet sich die Art. subclavia in die Art. thoracica anterior und posterior. Die
Art. thoracica posterior giebt einen Zweig, der an der
wie
bei Podiceps verläuft.
inneren Fläche der Pectoruhnuskeln bis zu deren hinte-
rem Ende
verläuft.
Uebrigens vertheilen sich die Arte-
riae thoracicae in die Brustmuskeln
und geben Zweige,
welche die Brustmuskeln durchbohren und unter die Haut
gelangen.
Ich
sehe solcher
Kami
perforantes
vier in
einer Reihe von vorn
nach hinten durch die Substanz
der Brustnmskeln durchtreten, von denen der hinterste als Art. cutanea abdominis bis zum Kniee nach hinten geht.
Die Art. ischiadica giebt, ehe
sie zur
Beckenhöhle
hinausgeht, einen bedeutenden Ast, der sich in eine Art.
media und posterior spaltet.
Die Art. tibialis anterior gelangt etwas oberhalb der
Mitte des Unterschenkels an dessen vordere Fläche.
2) Bei Sfri.v dasi/pus liegt die linke Art. carotis
renalis
communis auch vor der rechten. Am oberen Ende des
Halses spaltet sich jede Art. carotis comnmnis in die
Art. carotis externa und interna.
Die Art. carotis externa geht nach aussen und oben,
•eine bedeutende Strecke sich allmälich ausdehnend fort
und
Spaltet sich unweit des oberen Endes des Zungenbeinhornes wieder bedeutend verengert in drei Aesle.
Der erste von diesen beugt sich von hinten nach
vorn um, verläuft, sich allmälich erweiternd, neben dem
Zungenbeine nach vorn, giebt, sich wieder bedeutend
vorzüglich über das Schlagadersystem der. Vögel.
401
verengend, eine Art. thyreoidea siiperior und setzt sich
Die Art. tliyreoidea snperior
fort in die Art. lingualis.
giebt zuerst einen feinen
Zweig, der zwischen dem Zun-
genbeine und der Haut nach vorn geht, über dein Unterkiefer an das Gesicht gelangt und sich hier in die
Haut verzweigt, geht dann abwärts, an den Schlundkopf
und die Speiseröhre sich verzweigend. Die Art. linguaspaltet sich in die Art. submenlalis
lis
und die Art. sub-
ungualis.
Der zweite
ist
ein Ilaufast
und geht
in die
Haut
der Ohrgcgend.
Der drUle
verläuft
hinler
dem Zungenbeine nach
vorn, erweitert sich wieder bedeutend, verengt sich wie-
der und
sich
theilt
in
die
Art.
palatina
und die Art.
facialis.
Die Carotis interna giebt, ehe
Kanal erim Schlafbeine in
sie ihren
reicht, die .Vrt. occipilalis, theilt sich
den äusseren und inneren Ast. Der innere giebt einen
Zweig, der an ilie äussere Schädelgrundfläche zurückkehrt, geht weiter nach vorn und innen und verbindet
Sich
mit
dem der anderen
einem einzigen,
Seite
in
sich gleich wieder in
der Mittellinie zu
zwei Aesle spal-
tenden StaiuMic, die dann sich an das Gehirn verzweigen.
Die angegebenen Erweiterungen der Atlerien sind
an beiden Seiten ganz gleich.
§.
17.
Beaclireibung der meisten Schlagadern der Nebelkrähe. (Conus coinix.)
Der Aorlenursprung
ist hier wie in den früher beDie Art. subclavia sinisira, oder
schriebenen Tbieren.
der linke 'Pruncus entsendet gleichzeitig die Art
tis
coiuiutinis -primaria,
einen Zweig, der 7M den
caro-
Mus-
keln geht, diu zwischen der l'urcula und der Clavicula
liegen, und spaltet sich biciauf in die Artcria axillaris,
iUcktli Archiv
f.
AuaL
u. l'li)».
iSii).
20
402
Anatomisch -phj'siologische Cnteisuehungen,
in die Art.
terior
und
An
mammaria
interna, in die Art. thoracica an-
posterior.
der rechten Seite entspringt an der Stelle,
an der linken Seite die Art
steht, eine
car.
wo
conim. primaria ent-
bedeutende Arterie, die aber ungleich schwä-
cher als der
Stamm
der Carotis
Sonst
ist.
theilt sich
die Art. subclavia dextra wie die Art. subcl. sinistra.
Die Art. carotis primaria entsendet zuerst einen sehr
starken. Ast, der zuerst eine Arteiie entsendet, die sich
an den unteren Kehlkopf und dessen Muskeln und die
Speiseröhre verzweigt, sodann eine kurze, aber starke
Arterie, die einen
terdn
Ende des
Zweig an
die kleinen
und
tialses giebt,
sich
Drüsen
dann
transversa scapulae und in die Art. transversa
Hierauf setzt sich der starke Ast
tet.
am
un-
in die Art.
colli spal-
fort in die Art.
vertebralis.
Die Art. carotis primaria geht von unten und links
an die vordere Flache der Halswirbel, steigt hier von
den Muskeln bedeckt in die Höhe, kommt am oberen
Theile des Halses wieder unter den Muskeln hervor,
spaltet sich in die Art. carotis communis dextra und sinistra, von denen sich jede wieder in die Art. carotis
externa und interna spaltet
Die Art. transversa
cutanea
colli
colli verläuft
nach oben
als Art.
lateralis.
Die starke, aus der rechten Art. subclavia,
statt
der
Carotis hervorkommende Arterie entsendet zuerst einen
Ast, der
zum
unteren Kehlkopfe und dessen Muskeln,
zur Speiseröhre und zur kleinen Drüse Zweige giebt,
hierauf eine Strecke an der rechten Seite der Speise-
röhre in die
versa
colli
Höhe
steigt
und sich
in
die Art. trans-
dextra und Art. oesophagea anterior spaltet.
'Hierauf spaltet sich die starke Arterie in drei Aeste, in
die Att. tiansveisa scapulae
,
in
die Art. cutanea colli
403
vorzüglich über das Schlagadersyatcm der Vögel.
posterior
iinil
in die Arl. verlebralis,
anderen nn Stärke
welche letztere die
iiberlrill't.
Die Art. transversa
colli
geht auch an der rechtca
Seite in die Art. cutanea colli lateralis adscendens über.
üie
Art.
oesopbagea anterior
ist
sehr stark, geht
zwischen der Luftröhre und der S|ieispröhre in die Höhe,
gelangt am oberen Theile des Halses an die linke Seite
der Speiseröhre und anastoniosirl hier vielleicht mit
ner Art. oesophagea descendens sinistra.
Die Art. cutanea
colli
ei-
posterior adscendens entsen-
det zuerst einen starken Ast zur Mitte des unteren Endes der Kiickenseite des Halses, der von oben nach
unten niedersteigl, sodann einen schwächeren Zweig als
Andeutung einer Art. oesophagea posterior adscendens
und geht hierauf als eigentliche Art. cutanea colli posterior
adscendens zur Mittellinie der Kiickenseite des
Halses,
wo
sie
stark unter
dem
von unten nach oben in die Höhe
In einem zweiten Exemplare
dichten Federstriche
steigt.
iheilt
sich die starke
Arterie der Art. subclavia dexlra gleichzeitig
in die Art.
oesophagea anterior, vertebralis und Art. cutanea
colli
posterior.
Die Art.
carotis externa
entsendet zuerst die Art.
thyreoidea siiperior und spaltet sich hierauf in die Art.
palatina und in die Art. facialis.
Die Art. thjreoidea superior entsendet Zweige zum
oberen Kehlkopfe, zum Schlundkopfe,
und
zur Speiseröhre
setzt sich fort in die Art. subliiigualis, die sich mit
der der entgegengesetzten Seite nicht zu einem
vereinigt.
Die Art.
Stamme
,
facialis verläuft
zwischen dem Unterkiefer
und Os tjuadratuui nach oben hinter den Juchbogcn und
dann schräge aufwiirls zum inneren .\ugeuwiidvel und
zur ^^llrzcl des Schnabels, wo sie bich in dio Haut
verzweigt.
26*
404
Anatomisch - physiologische Untersuchungen,
Die Art. palatina verläuft wie gewöhnlich, nimmt
beide Zweige auf, die aus der Carotis interna wieder
an die äussere Schiidelgrundfläche ziiriiclikehren.
Ob
sich beide Arteriae palatinae zu einem Stamme vereinigen, kann ich mit Bestimmtheit nicht angeben, da mir
ihre Injection nicht vollständig gelungen ist. Doch scheint
die Vereinigung nicht Statt zu finden, wenigstens nicht
Raumes zsvischen dem vorderen Ende
bis zur Mitte des
der Gaumenspalte und der Schnabelspitze. Sie laufen
neben einander, nur durch schwache Zweige von Zeit
zu Zeit verbunden, unter der Gaumenhaut nach vorn.
Die Art. carotis interna giebt zuerst die Art. occipitalis
ab und spaltet sich, so wie sie in das Schlafbein
ist, in den äusseren und inneren Ast.
Der äus-
gelangt
am äusseren Hände der Fenestra ovalis, giebt gleich nach zeinem Ursprünge einen
Zweig ab, der bedeckt von der Paukenhaut zum untesere verläuft wie gewöhnlich
ren Ende des Mealus audilorius externus gelangt und
an der inneren Fläche der hinleren Wand des JVIeatus,
von dessen Haut bedeckt, nach oben geht, an seinem
oberen Ende an
langt und
theilt.
die
Hache des Schädels ge-
Haut und die Muskeln ver-
So wie der äussere Ast nach vorn aus dem
beine hervorgekommen
ses
äussere
sich hier in die
ist,
verzweigt er sich
Schlaf-
in ein gros-
welches aus den feinsten Heiserchen
Wundernetz,
besteht und die Art. palpebralis inferior, die Art. ethmoidalis, die Art. lacrymalis zur kleinen
Thrunendrüse und
die Art. ophthalmica hervorgehen lässt.
Die Art. ophthalmica
verläuft wie gewöhnlich
bilFächer, geht unter dem Sehnernimmt den einen Zweig des in die Augenhöhle
detfdas Netz für
ven
fort,
kommenden Endes
die
Art.
ciliaris
,
deti
der Hirnschlagader auf und geht in
posterior interna
über.
Viele Zweige
dringen an der unteren Fläche des Sehnerven in den
Bulbus; auch geht ein Zweig über dem Sehnerven fort
vorzüglich über das Schlagadersystem der Viigel.
nach innen
,
405
von diesem wieder mit einem Zweige der
Art. ophtiialinica anastomosirend, so dass der Sehnerve
wie von einem Kranze umgeben wird. Zwei feine Zweidie neben dem Wundernelze des Fächers an der
äusseren Seite des Sehnerven entspringen, sind als Arteriae ciliares posteriores anzusehen sie gehen über der
ge,
;
Sehne des Nici^hautmuskels (nicht von dieser bedeckt)
nach aussen und durchbohren erst, nachdem sie übet
der Sehne fortgegangen sind , die Sclerotica.
Der innere Ast der Art. carotis interna verläuft wie
gewöhnlich, giebt zwei Zweige, den einen früher, den
anderen später, die durch besondere Oeftnungen an die
äussere Schädelgrundfläche zurückkehren, verbindet sich
durch einen kurzen Querast
in
der Mittellinie mit
dem
der entgegengesetzten Seite und geht hierauf an das
Gehirn.
Der
an die äussere Schädelzurückkehrenden Zweige geht hinter dem
Musculus pterygoideus, diesem Zweige erlheilend, nieder und senkt sich in die Art. palatina. Der zweite
der genannten Zweige mündet vor dem Musculus pteerste der genannten,
grundfläche
rygoideus
in die Art.
palatina ein.
üeide Hirnschlagadern gehen, nachdem sie dem Gehirne seine Zweige gegeben haben , nach vorn durch
besondere Oeflnungen der harten Hirnhaut, aber nicht
de» Schädels an der inneren Seite des Sehnerven zur
inneren Wand der Augenhöhle, theilen sich in zwei
Zweige, von denen der eine sich an die Augenmuskeln
verzweigt und in die Art. Ophthalmie» einmündet, der
andere sich mit der Art. ethmoidalis verbindet und als
Art. olfadoria in die .Nasenhöhle niedersteigt.
Die Arterien der oberen Extremitäten verlaufen w!«
bei l'o<licepg.
Die Arleriae thoracicae verlheilcn sieh in die BrugtAusserdem iat an ihnen Folgendes bu mcr-
muikcln.
Anatomisch-
40r»
pliysii>Ioginclie
Untersuchungen,
Ein Zweig der Ar(. thoracica posterior verläuft nn
der inneren Fläche der Urustuiuskeln bis zu deren hinken.
terem Ende; ein anderer
kommt am 'j'oideren
Dritttheile
des hinicren Endes des äusseren Uandes der Brustmusunter die Haut, verläuft am äusseRande der Brustmuskeln und des Brustbeines bis
zu deren hinterem Ende, giebt aber ausserdem einen
Zweig, der sich an die äussere Fläche des Brustmnskels
nach innen umschlägt und sich an die Haut des Thorax und Abdomen unter die diclilen Federn verzweigt.
Zwei Zweige durchbohren die Brustmuskeln, der eine
kel
zum Vorschein
ren
vor
ihrer Mille,
Jeder
thcilt
sich
der andere vor ilirem hinteren Ende.
vorderen und einen hinteren
in einen
Zweig.
Die Aorta descendens entsendet die Art.
die Art. mesenterica anterior,
teriores,
die Art. cnirales
die Art. sncra
media und
die
coeliaca,
Arteriae renales an-
und spaltet sich hierauf in
beiden stärkeren Arte-
in die
riae ischiadicae.
Die Art. coeliaca, deren Stamm
am
Hilus lienalls
niedergeht, giebt zu der 2 Zoll langen sehr dicken Milz
10 llami lienales.
Die Art. Sacra media
Ende
in die
spaltet sich an
ihrem hinteren
beiden Arteriae hypogastricae
,
in die Art.
mesenterica posterior und in die Art. coccygea communis.
Die
Art. luesenlerica posterior
zum vorderen Ende der Bursa
giobt zwei
Fabricii, die sich
Zweige
an die-
ser verzweigen.
Die Arteriae hypogastricae gehen in die Art. pudendae internae über, die auch einen Zweig an das hinlere Ende der Bursa abgeben.
Die Arteria coccygea
Arund von denen die rechte ein schwaches Zweiglein als Andeutung
einer Art. coccygea media entsendet.
c.
iheilt sich in die beidei»
teriae coccygeae laterales, die stark sind,
vorzüglich über das Schlagadersystem der Vögel.
Jede Art. ischiadica entsendet, ehe
sie
407
zur Beckeh-
höhle hinausgeht, eine Art. renalis media und eine Art.
geht, nachdem sie
posterior,
renalis
die
Beckenhöhle
verlassen hat, in die Art. popIitea, diese in die Art.
bialis posterior, diese
am
unteren
theiles des Unterschenkels
und
letztere
in
Ende
li-
des oberen Dritt-
die Art. tibialis anterior,
in die Ait. tarsea über.
Die Art, popIitea
am
oberen Ende des Unterschenkels zwischen Tibia und Fibula nach vorn gelangt.
entsendet einen Zweig, der
Die Art tarsea giebt an ihrem unteren Ei\de einen
dem Condjius extenius und
medius des unteren Endes des Tarsus nach vorn geht,
starken Ast, der zwischen
und
spaltet
sich
hierauf in
zwei noch eben so starke
Aeste, von denen der eine zwischen dem Condjlns internus und medius nach vorn, der andere zwischen dem
Condjius internus und der hinteren Zehe niedergeht.
Diese drei Aeste spalten sich in die Arteriae digitales.
§.
18.
Von einigen Schlagadern der Dohle.
(Corvus
nionedula.)
Die Art. subclavia sinistra entsendet die Art. carocommunis primaria. Diese giebt zuerst eine Arterie,
die sich an den unteren Kehlkopf, die Speiseröhre und
die kleine Urüse am unteren Ende des Halses verzweigt,
tis
dann eine
Art.
oesophagea adscendens
sinistra,
hierauf
einen starken Ast, der sich theilt in die Arteria verte-
und einen Zweig, der sich in die Art. transversa
uud scapulae spaltet.
Die Art. subclavia dextra entsendet zuerst eine starke
bralis
colli
.Xrterie,
io
die
die zuerst einen Ast nbgicbt, der siih spaltet
Art.
oesophagea adscendens dextra und in die
dann die Art. vertebralis entsen-
Art. transversa colli
det,
,
die Art. transversa scapulae,
die Art. cutanea colli dorsalis.
und
sich fortsetzt in
408
Auatomisch- physiologische Untersucliungeu,
Die Art.
carotis communis primaria theilt sich nacn
oben in die Art. carotis communis dextra und sinistra,
und jede von diesen in die Art. carotis externa und
interna.
Die Art.
occipitalis
entspringt aus der Art. carotis
interna.
Die Arteriae thoracicae verzweigen sich wie bei
Corvus cornix.
Die Art. coeliaca entsendet zuerst eine Arterie, die
Stark
ist,
an der oberen Flache des Vormagens nieder-
und das vordere Ende des linken Magenrandes
erreicht, aber nur eine kurze Strecke an ihm nach hin-
steigt
Hierauf entsendet die Art. coeliaca 3 Rami
zu der sehr langen, aber schmalen Milz, die
Starke Art. gastrica inferior, sodann noch 4 Rami lienales, und gleichzeitig mit dem letzten einen Ramus intestinalis zum hinteren Ende des Dünndarmes, die Arterie der oberen Magenfläche und verlheilt sich sodann
ten geht.
lienales
,
an das Pancreas und einen Theil des Dünndarmes.
Die Art. gastrica
^
inferior entsendet zuerst eine star-
ke Arterie, die einen starken Ramus hepaticus dexter
entsendet und dann am rechten Magenrande nach hinten geht, auch einen Zweig abgiebt, der unter dem Pyloras nach hinten geht. Es entspringt hierauf aus der
Art. gastrica inferior ein starker Zweig, der am rechten Rande des Vormagens in die Hohe geht und sich
in zwei Arterien
spaltet,
von denen die eine an die
Vormagens
Nachdem die Art. gastrica inferior nun noch einen Ramus hepaticus sinister entsendet hat, geht sie
untere, die andere an die obere Fläche des
geht.
zur unteren Fläche des Miigens selbst, giebt einen Zweig,
Ende des rechten Magenrandes geht,
in zwei Zweige , von denen der
eine über der Mitte der unteren Fläche des Magens bis
der
zum
und
iheilt sich zuletzt
hinleren
vorzüglich über das Schlagadersystem der Vogel.
409
zu dessen hinterem Ende, der andere zum hinteren Ende
des linken Älagenrandes verlauft.
Die Arterie der oberen Magenfläche spaltet sich in
drei Aeste.
Der
die eigentliche Art. pancrea-
eine verläuft als
Der andere über der Sehne der obe-
ticO'duodenalis.
doch nicht gerade über ihrer Mitte,
sondern etwas rechts zum hinteren Ende des Alagens.
Der dritte geht neben dein iinlven Rande der oberen Maren Magenfläche,
gensehne zum hinteren Ende des linken Magenrandes.
Die Art. sacra media entsendet an ihrem hinteren
schwachen Arteriae hypogastricae und
communis, die gleichzeitig eine Art. mesenterica posterior und zwei schwache Zweiglein entsendet, die zwischen dem hinteren
Ende des Kreuzbeines und den Querfortsätzen der erSodann entsensten Steissbcinwirbel nach oben gehen.
Ende
die beiden
setzt sich fort in die xVrt. coccygea
coccjgea communis eine zweite Art. me-
det die Art.
und gleich darauf zwei Zweige, die
zwischen den Querfortsätzen des ersten und zweiten
Sieissheinwirbels nach oben gehen.
Die Arterie der
senterica posterior
rechten Seite
ist
so stark wie die Fortsetzung der Art.
coccygea und als die Art. coccygea lateralis dextra anzusehen.
An
der tirenze zwischen
dem
dritten
und
vier-
ten Steissbcinwirbel iheilt sich die Fortsetzung der Art.
coccygea
in
drei Arterien
geht zwischen
dem
;
die
rechte
ist
schwach und
Querfortsatze des dritten und vier-
<ler rechten Seile nach oben; die
schwach und verläuft als Andeutung
der Art. coccygea media bis zur Spitze des Stcissbei-
ten Steissbeinwirbels
anlere
nei;
ist
ebenfalls
die linke
ist
stark,
die Fortsetzung des
und geht zwischen dem Querforlsatzc des
Stammes
dritten
und
vierten Siei.ssbeinwirbcU als Art. coccygea lateralis sinistra
nach
oben.
410
Anatomisch -physiologische Untersuchungen,
§.
19.
Von einigen Schlagadern
ckuck.
des europäischen Ku-
(Cuculus canorus.)
Weder der Ursprung der Aorta, noch der aus ihr
berrorkommenden Stamme zeigt etwas Eigenthiindiches.
Die Arteriae subclaviae geben zuerst die gemeinab, dann an jeder Seite einen
Zweig zu den Muskeln zwischen der Furcula und der
schaftlichen Caroiiden
'
Clavicula, die Art. axillaris, die Art. manmiaria interna,
und spalten sich hierauf in die
nnd posterior.
Die Art. carotis communis
Art. thoracica anterior
sinistra
entsendet eine
Arterie, welche zuerst die Art. oesophagea adscendens
anterior,
dann die
Art. vertebralis abgiebt, hierauf sich
welche sich in einen
schwächeren Ramus posterior und in die Art. cutanea colli
lateralis adscendens spaltet. Diese verläuft bis zum obein die Art. transversa colli fortsetzt
,
ren Ende des Halses, jener geht über der Schulterhöhe
nach hinten nnd strebt dem vorderen Zweige der Art.
thoracica perforans entgegen.
Die Art.
carotis
communis dextra entsendet zuerst
einen Ast, der sich in die Art. oesophagea posterior ad•
scendens und in die Art. transversa colli theilt, die wie
an der linken Seite verläuft; darauf giebt die Art. car.
comm. dextra einen starken Ast, der sich in die Art.
und in die Art. cutanea colli dorsalis spal-
vertebralis
tet.
Beide Carolides comniuncs gehen hierauf an
vordere Fläche der Halswirbel,
die
so dass die linke die
rechte von vorn deckt, hinter den Muskeln der vorde-
ren Fläche des Halses, aber nicht von einem Knochen-
kanale eingeschlossen, in die Höhe, weichen nach oben
wieder aus einander und spalten sich jede in die Axt.
carotis externa
Der
Ast
ist
erste
und
interna.
aus der Art. carotis externa
die Art. occipitalis, welche das obere
kommende
Ende der
,
411
vorzüglich über das Sclilagadersystem der Vögel.
Art. vertebralis
aufnimmt;
der zweite
ist
die Art. thy-
welche die Art. oesophagea descendens entsendet, dem oberen Kehlkopfe, der Luftröhre,
reoidea
soperior,
dem Schlundkopfe Zweige
erlheilt "und sich in die Art.
Die Carotis externa spaltet sich
zuletzt in die Art. palatina und die Art. facialis, die
wie gewöhnlich \ erläuft bis zur Wurzel des Schnabels
und sich hier in die Haut verzweigt.
snijlingualis fortsetzt.
Die Carotis interna
theilt sich in
ihren inneren und
Der äussere verzweigt
aus dem Schlaf beine hervorgekommen
mirabile, aus dem die Art. palpebrales,
äusseren Ast.
sich,
nachdem
ist,
in
er
Rete
ein
die Art. ophthal-
mica und die Art. ethmoidalis hervorkommen. Letztere
ist so stark wie die Art. ophthalniica, verbindet sich
an der inneren Wand der Augenhöhle mit der in die
Augenhöhle gekommenen Hirnscldagader zu einer ArDas Wundernetz
terie, die in die Nasenhöhle dringt.
rir
den Fächer scheint nur schwach zu seyn,
Art. ophthalmica an der Stelle,
internae in das
Die Art.
so
und die
die Arteriae ciliares
Auge dringen, kein Netz zu
bilden.
wie jede Art. thodie Art. brachialis über, welche an ih-
axillaris ist
racica, geht in
wo
rem unteren Ende
stark
die Art. collateralis ulnaris abgiebt
und dann sich wie bei l'odiceps weiter verzweigt.
Ein Zweig der Art. ihoracica posterior du/chbohrt
dag hintere Ende des grossen Brustmuskels unweit seine» äusseren Itanties und spaltet sich in einen nach
vorn und einen nach hinten unter der Haat laufenden
Zweig.
Die Art. coeliaca entsendet zuerst eine starke Arterie, die
an der oberen I'lächc des Vormagens zum
ken .Magenrande und an diesem
^es .Mngen.s geht.
bis
zum
Diese Arterie giebt
hinteren
<)ic
lin-
Ende
obere ^ or-
nach vorn geht, sich um
den linken Iland des Vormagens schlägt und mit mch-
magenarterie ab,
die
eivva.s
412
Anatomisch - phjBioIogisclie Untersuchungen,
reren Zweigen an die untere Fläche des
Am
theilt.
hinteren
Ende des Magens
Vormagens
ver-
spaltet sich die
Randarterie in einen oberen und einen unteren
linke
Zweig,
die mit den hinteren
Enden der beiden Flächen-
arterien anastomosiren.
Die
Art.
coeliaca entsendet zunächst
strica inferior, darauf einen
Milz, einen starken
Ramus
Ramus
die Art. ga-
lienalis zur kleinen
hepaticus,
der auch einen
Zweig zum Dünndarme entsendet, die Arterie der oberen Magenfläche, und geht hierauf fort zum Pancreas
und Duodenum.
Die Art. gastrica inferior entsendet zuerst die untere Vormagenarterie, darauf einige Zweige an die obere
Magenfläche, die Arterie des rechten Magenrandes, die
bis zur Mitte dieses Randes nach hinten geht, viele
Zweige nach der rechten und linken Seite der unteren
Fläche, und geht über der unteren Magensehne bis zum
hinteren Magenrande.
Die untere Vormagenarterie geht am rechten Rande
des Vormagens nach vorn und vertheilt sich mit vielen
Zweigen an die untere Fläche des Vormagens.
Die Art. sacra media theilt sich an ihrem hinteren
Ende
in die beiden Art. bypogastricae,
in die Art. nie-
senlerica posterior und die Art. coccjgea,
und
die Fortsetzung der Art. sacra media,
die slärkste
die
bis znr
Spi(ze der Steissbeinwirbel fortgeht und zwischen zwei
Sieisswirbeln an jeder Seite immer einen Zweig nach
oben schickt, von denen die stärksten zwischen dem
zweiten und dritten Steissbeinwirbel liegen und als Art.
coccygeae laterales zu den Steissdrüsen gehen.
Jede Art. ischiadica entsendet, ehe
höhle hinausgeht, eine
.4.tt.
renalis
sie
zur Becken-
media und
posterior.
413
TorzügUch über das Scliiagadersystem der Vögel.
20.
§
Beschreibung der meisten Schlagadern der Feldtaube.
(Coluniba
Der Aortemirsprung
livia.
zeigt keine Eigenthünilichkeit.
Jede Art. subclavia entsendet zuerst die xVrt. carotis conijiiunis ihrer Seite, darauf die Art. axillaris, die Art.
jiiainmaria interna, die Art. thoracica anterior, die Art.
cutanea trunci lateralis, mehrere schwächere
ctorales
und
theilt
sich
Rami
pe-
hierauf in die Art. thoracica
media und posterior.
Die Art. carotis communis sinistra entsendet zuerst
einen Zweig, der sich an den unteren Kehlkopf und
dessen ^luskeln , an das untere Ende des Halstheiles,
der Speiseröhre und die kleine Drüse am unteren Ende
des Halses vertheiit, hierauf eine starke Arterie, die
zuerst die
tebralis,
/Vrt.
und
ingluviei sinistra
.sich
dann
ahgiebt,
die Art. ver-
in die Art. transversa scapulae
und Art. cutanea colli anterior spaltet.
Die Art. ingluviei sinistra steigt hinter der Luftröhre aufwärts und vertheiit sich mit vielen Zweigen
an den Kropf.
Die Art. cutanea
•
colli
gluviei sinistra supcrior,
anterior giebt eine Art. in-
einen schwachen Ast als An-
deutung der Art. transversa
colli, die
zur Schulterhöhe
unter die Haut gelangt und sich hier verzweigt.
oben verbindet
Nach
sich die Art. cutanea colli anterior
der Art. cutanea
colli
deseendens
mit
sinistra.
Die Art. carotis communis dexlra entsendet ihre
Zweige auf dieselbe Weise wie die sinistra, nur
ersten
mit
dem
rior
ist
Unterschiede, dass die Art. cutanea hier poste-
und
in
ckens aufwärts
der Mitte unter der Haut des Halsrüsteigt.
Indem beide gemeinschaftliche Carotiden an
die vor-
dere Fläche der Halswirbel gelangen, legt sich die linke
vor die rechte. In ihrem weiteren Verlaufe nach oben
414
Anatomisch -physiologische Untersuchungen,
liegen aber beide neben einander.
(von vieren, die ich
die
sich
Ende
rechte
injiciit
und
Nur
in
einem Tbieio
untersuclit habe) leglo
gemeinschaftliche Carotis
am
unteren
des Halses vor die linke.
Am oberen Ende des Halses spaltet sich jede Art.
carotis communis in die Art. car. externa und interna.
Kurz vorher, ehe sich jede Carotis communis spaltet,
fängt sie an sich bedeutend zu erweitern.
Die Art. carotis externa entsendet zuerst die Art.
occipitalis, die das
nimmt, und
Der
obere Ende der Art. vertebralis auf-
dann in zwei Aeste.
Zweige an den oberen Kehlkopf,
theilt sich
eine giebt
die Speiseröhre, entsendet die Art. cutanea
dens
sinistra, die
mit der Art. cutanea
colli
colli
descen-
anterior ad-
Bcendens anaslomosirt, und setzt sich fort in die Art.
die sich mit der der anderen Seite zu ei-
sublingnalis,
nem
gemeinschaftlichen nach vorn verlaufenden
Stamme
vereinigt.
Der andere der beiden Aeste
ist
die Art. palatina.
Sie giebt zuerst einen Zweig an die Muskeln der äusseren Schädelgrnndfläche, hierauf* einen Zweig als An-
deutung der Art. facialis, verlauft an der inneren Fläche des Musculus pterjgoideus, giebt an dessen vorderpm Rande einen Zweig ab, geht hierauf weiter nach
vorn und innen f entsendet, noch ehe
sie sich
vor der
Gaumenspalte mit der Arteria palatina der entgegengesetzten Seite zur Art. palat. media vereint, einen Zweig,
der unweit des Randes des Oberkiefers unter der Gaumenhaut nach vorn verläuft.
Die Art. facialis ist schwach, vertheilt sich grösstentheils in die Muskeln des Unterkiefers, geht mit einem Zweige nach vorn und innen, der sich mit dem
aus der Art. carotis interna an die äussere Scbädelgiundfläche
det,
zurückkehrenden Zweige zu einem Aste verbindem aus der Art. palatina am vorderen
der mit
vorzüglich über das Schlagadersystem der
Vögel
415
Rande des Musculus pterygoideus entspringenden Zweige
eine einfache Arterie bildet, die hinter
dem
Unterkiefer
zwei Zweige spaltet.
Der hintere geht an der Grenze des vorderen Randes der Sclerotica und des Knochenringes unter dem
und Jochbogen
aufsteigt
und
sieb in
Bulbus nach aussen und oben und vereint sich mit einem absteigenden Zweige aus dem Rete mirabile ophthal-
micum.
Der vordere geht zum inneren Augenwinkel
aufwärts und vertheilt sich in die Haut der Stirn und
der Schnabehvurzel.
Bis an das Gesicht gelangen die
Zweige der Art, facialis nicht.
Die Carotis externa erweitert sich in ihrem weite,
ren \ erlaufe noch mehr und verengt sich an ihrer Theilungssfelle wieder. Es erstreckt sich diese Erweiterung
auch noch auf die aus der Carotis externa kommenden
Aeste.
•
Die Carotis interna spaltet sich, bevor sie in ihren
Kanal tritt, in den äusseren und inneren Ast. Der äussere verläuft wie gewöhnlich, verzweigt sich, so wie er
das Schlafljein verlassen hat, in ein starkes Rete mirabile
ophthalmicum, ans dem die Art. ethmoidalis, die
Art. ophtlialmica, die Art. palpcbralis inferior entspringt,
und der schon bezeichnete,
palatina
kommenden
Arterie
sich mit der aus der Art.
verbindende Zweig.
Der
innere Ast verläuft wie gewöhnlich, schickt einen Zweig
durch eine Oefl'nung an die äussere Schädelgrundfläche,
vereinigt sich hinter
dem
Clivus mit
dem
der entgegen-
gesetzten Seite zu einem gemeinschaftlichen Stamme, der
sich unter
dem
Clivus wieder in die beiden Ilirnschlag-
Nachdem
die Hirnschlagadern die Zweige
an das (iehirn abgcgelien haben, gehen die Forlsetzungen beider vor den Sehnerven durch besondere OeUnungen des Schädels an die innere Wand der Augenhöhlen.
adcrn
spaltet.
Da, wo beide Aeste zu einem gemeinschaftlichen Stamme in der Mittellinie \ crsclimolzcD sind, werden sie von
416
Anatomisch - physiologische Untersuchungen,
oben nicht durch Knochensubstanz sondern nur durch
Dieses, so wie die vorher
die harte Hirnhaut bedeckt.
erwähnten Erweiterungen der Carotiden, habe ich wenigstens bei zweien der von mir untersuchten Thiere,
an denen die Injection gut gelungen war, gefunden. An
den übrigen, wo die Arterien weniger von der Injectionsniasse gefüllt waren, konnte ich die Erweiterungen nicht
wahrnehmen.
Die Arterien der oberen Extremitäten Tertheilen sich
,
wie bei Podiceps.
Die Art. cutanea trunci lateralis wird anfangs bedeckt von den Pectoralmuskeln, gelangt ungefähr in der
Mitte des äusseren Randes derselben
und
theilt sich hier in
unter
die
Haut
einen nach vorn und einen nach
hinten laufenden Zweig, der als Art. cutanea abdouiiixis
endet.
Aus der Aorta descendens
entspringen die Arterien
auf die gewöhnliche Weise.
Die Art. coeliaca entsendet Zuerst zwei bedeutende
Zweige zum vorderen Ende der oberen Fläche des Vormagens; dann gleichzeitig den ersten Ranius lienalis,
die Arterie des linken Randes des Magens, geht hierauf
fim Hilus der fast 1 Zoll langen sehr schmalen Milz
nach hinten, giebt dieser noch zwei bedeutende Zweige,
so wie ihrem hintersten Ende zwei feine Reiser, gleichzeilig mit
dem zweiten Ramus
lienalis die Art. 'gastrica
den feinen Reisern eine »tarke
Arteria hepatico- intestinalis, sodann ein Zweiglcin zum
inferior, gleichzeitig mit
Pylorus, neben
dem Pjlorus
selbst die Arterie der obe-
ren Magenfläche, und setzt sich hierauf fort in die Art.
pancreatico-duodenalis.
Die Arterie des linken Magenrandes giebt zuerst
die stark ist und zur Mitte der oberen
Fläche des Vormagens geht, einige kleine Zweige zum
eine 'Arterie,
hinteren
Ende der oberen Fläche desselben
,
erreicht den
^
417
vorzüglich über das Sclilagadersj-stcra der Vügel.
linken
Rand des Magens, geht
hinten und verbindet sich mit
bis zu dessen Mitte
nach
dem nach vorn gehenden
Zweige der Arterie der oberen Fläche des Magens.
Die Art. gastrica inferior giebt zuerst eine starke
Arterie, die an der unteren Fläche des Vormagens nach
vorn geht, hierauf einen
bedeutende Arterie
bis
,
die
Ramus hepaticus sinisler, eine
am rechten Rande des Magens
zu dessen Mitte nacii hinten geht, und noch
ein
Zweiglein zum linken Leberlappen entsendet.
Die Art.
geht hierauf zur Mitte des
vorderen
gastrica
inferior
Randes der unleren Magenschne, giebt hier zuerst einen
Zweig, der bedeutend ist, über der Sehne fort, doch
etwas nach rechts und nach hinten verläuft, und spaltet sich in einen mittleren und einen linken Ast. Reide
verlaufen über der Sehne, doch in einiger Entfernung
von einander, nach hinten. Die meisten Zweige, die sie
abgeben, durchbolnen über schon die Sehne und dringen so in die Substanz des Magens ein.
Die Art. hepalico- intestinalis zertheilt sich vorzüglich
in
den rechten Leberla])peti, giebt aber einen Ast,
llieilt, von denen der eine zum
der sich in zwei Zweige
Anfange des Jejununi, der andere zutu Ende des Duo-
denum
erst
geht.
Die Arterie der oberen Mugenfläche entsendet zueinen Zweig, der am linken Rande der oberen Ma-
genschne verläuft und
teren Ast spaltet.
Ende der
.sich
in einen
Der vordere
vorderen und hin-
vereinigt sich mit
dem
dem
vor-
linken Randarleric, der hintere mit
deren Zweige der minieren Arterie der oberen Fläche.
Nachdem
dieser erste
Zweig abgegeben
sich die obere Fiächenarterio in
ist,
den rechten und
spaltet
in
den
mittleren Ast.
Der miltbre, stärkere geht über der Mitte der Sehne
hinteren Ende des Magens, giebt auf der Milte der
.Sehne einen bedeutenden Zweig, der nach link» und
aieckeU Arcliiv
Aiiut. u. l'li^k 1829.
27
zum
f.
418
Anatomisch -physiologische Untersuchungen,
hinten geht, gelangt dann
zum
Einschnitte des hinteren
Magenendes, giebt einen schwächeren Zweig, der zum
rechten Rande geht und setzt sich fort in einen am linken Rande nach vorn zurücklaufenden, der mit dem hinteren Aste des rechten Zweiges einen Bogen bildet.
Der rechte Ast verläuft in der Richtung gegen den
Pj'lorus hin; seine Zweige durchbohren aber schon die
Sehne und dringen so in die Substanz des Magens.
Die Art. pancreatico-duodenalis geht bis zum Ende
des Pancreas, entsendet aber bald nach ihrem Ursprünge
einen starken Ast, der zur letzten Windung des Dünndarmes geht, aber das Ende desselben nicht erreicht.
Die Art. mesenterica anterior giebt zuerst zwei Zweige, von denen der eine zum hintersten Ende des Dünndarmes, der andere zum Anfange des Jejunum geht. Ersterer verbindet sich mit der Art. mesenterica posterior,
bildet
einen
Bogen mit dem Zweige der Art. pancreaZweige der Art. he-
tico-duodenalis, letzterer mit einem
patico- intestinalis.
Bogen
Hierauf entsendet die Art. mesente-
20 Rami mcsaraici, die
rica anterior
sicli
spalten
und
bilden.
Bei einer Taube, die ich während der Zeit des Eiei)legens injicirte,
einen Ast
giebt
die
zum Ovarium,
s(ra, die starke Art.
Art.
renalis
anterior dextra
die Art. renalis anterior sini-
mesom.
anterior.
Jede Art. ischla-
dica entsendet, ehe sie zur Beckenhöble hinausgeht, eine
Art. renalis
media und
posterior.
Die Art. renalis po-
sterior sinistra entsendet die Art. mesometrii posterior.
Die Art. Sacra media giebt kurz vor ihrem hintedie Art. mesenterica posterior und spaltet sich
die beiden Arteriae hypogastricae und in die
Art. coccygea communis.
Die Art. coccygea communis giebt Immer zwischen
zwei Steissbeinwirbeln einen schwachen Zweig, der zwischen den Querfortsätzen der Wirbel nach oben geht.
Ende
dann in
ren
vorzüglich über das ScKIagadersystera der Vögfl.
verläuft aber selbst als
bis
zum Ende
419
des Sleiss-
In oinem zweiten Thiere entspringen 6 Linien
beincs.
hinler
Stamm
dem Ursprünge
der Art. coccygea communis zwei
Arteriae coccygeae laterales, welche die übrigen Seiten-
zweige an Starke
iibertreflen.
Die vordere Arteria mesometrii giebt zum kleinen
Mesometrium einen nach vorn und einen nach hinten
laufenden Zweig und
theilt
s
ch
grossen
an»
Mesome-
trium aucli in einen vorderen und einen hinteren Zweig.
Die vorderen Zweige verlaufen bis zum freien Ende der
Tuba. Der iiintere Zweig des grossen Mesometrium geht
nach hinten bis zum Uterus; der hintere Zweig, der für
das kleine Mesometrium bestimmt ist, verbindet sich mit
dem
vorderen Zweige der hinteren Art. mesometrii.
Die-
Mesometrium bestimmt, 'spaltet sich
in einen vorderen und einen hinteren Zweig, deren letzterer mit Zweigen der Arteria uterina anastomosirt.
Die Arteria hjpogastrica gicbl einige Muskelzweige
and geht dann fort in die Art. pudenda interna, die in
der cierlegenden Taube die Art. uterina abgiebt.
Die Art. ischindica poplitea und tibialis posterior
se, für das kleine
verlaufen
wie
kommt am
Die Art.
gewöhnlich.
unteren Ende
tibialis
Unterschenkels an dessen vordere Flache.
plitea
anterior
des oberen Drittlheiics des
Kchickt einen Zweig,
der
am
Die
Art. po-
oberen Ende des
Unterschenkels zwischen Tibiu und Fibula nach
vorn
gelangt.
Die Art.
tibialis
anterior
wird
von zwei feinen
Zweiglein nach unten begleitet.
Die Art. larsea spaltet sich am oberen Ende des
Tarsus in drei ^este, einen äusseren, einen inneren
nnd einen
hinleren.
Der äussere geht am äusseren Itande der Sehne
des KxtenKor digilorum nieder und spaltet sicli zwischen
II CondyhiM exlerniis und mediuH des unteren Endes
420
Anatomisch -physiologische Untersuchungen,
des Tarsus in eine Art. digitalis externa digiti medii
und interna
digiti exteriii.
am inneren Rande der Sehne des
Extensor digilonim nieder und spaltet sich zwischen
dem Condylus internus und medius des unteren Endes
des Tarsus in eine Art. digitalis externa der inneren
und interna der mittleren Zehe. Der hintere Ast geht
hinter dem inneren Rande des Tarsus nieder und giebt
Der
innere geht
hier die Art. digitalis der hinteren
§.
Zehe
ab.
21.
Beschreibung der meisten Schlagadern des 1erchengrauen Dickfusses (Oedicnemus crepitans. ).
Der Aorlenursprung
erst
ist
wie bei den übrigen Vögeln.
Die Arteria subclavia entsendet an jeder Seite zudie Art. carotis communis; nach dieser einen Zweig
zu den .zwischen der Furcula und Clavicula gelegenen
Muskeln,
die starke Arteria axillaris, einen
Zweig, der
zur hinleren Fläche des Brustbeines geht, die Art. nianiinaria interna,
tacica" anterior
Die Art.
und
und
carotis
spaltet sich zuletzt in die Art. thoposterior.
communis dextra giebt zuerst einen
kurzen Ast, der sich in viele Zweiglcin spaltet, die an
die Speiseröhre, den unteren Kehlkopf und dessen Muskeln gehen, von denen eines in die Brusthöhle, den Bronchus dexter als Art. bronchialis begleitend
,
hinabsteigt.
Zunächst entspringt aus der Art. carotis communis dextra ein starker Ast, der feine Zweige an das untere
Ende des
Halsthciles der Speiseröhre und zur kleinen
Drüse am unteren Ende des Halses entsendet und sich
in die Art. oesophagea adscendens dextra und in die
Art. transversa colli dextra spaltet. Die Art. transversa
colli giebt einen unter der Haut nach hinten laufenden
Zweig und setzt sich fort in die Art. cutanea colli biteralis
adscendens dextra.
Der Stamm der
Carotis ent-
vorzüglich über Jas Schlagadersystem der
VögeL
421
sendet nuD noch eine starke Arteric und geht hierauf
an
die
vordere Fläche
starke Arterie
der Halswirbel.
Diese letzte
des unteren Endes der Carods comlim-
dextra theilt sich in die Art. vertebralis und einen Ast, der sich gleich wieder in die Art. transversa
scapulae und einen Zweig spaltet, der anfangs an der
nis
hinteren Flache der Sptiserölire eine Strecke in die
steigt
nen
und
sich
dann
die eine fortfälirt
seröhre aufzusteigen,
Ualsriickens
andere unter der Haut des
die
an der rechten Seile des dichten Feder-
striches des Halsrückens nach
Der
Höhe
zwei Arterien spaltet, von dean der hinteren Fläche der Spei-
in
erste
oben
verläuft.
Zweig der Carotis communis
wie der aus der
C'ar.
c.
dextra.
sinisira ist
Hierauf entspringen
aus der Art. carotis communis sinistra gleichzeitig zwei
von denen die eine die Art. oesophagea ad-
Arterien,
scendens sinisira
ist,
die andere zur
iNIilte
der Furcula
geht und sich hier in zwei feine Zweige spaltet,
^nen'der
eine neben der Furcula
andere unter die Haut geht.
von
zum Brustbeine, der
Die Art. carotis communis
sinisira entsendet eine starke Arterie, die einen feinen,
das Armnervengefleclit begleitenden Zweig abgiebt und
zugleich in (Ue Art. vertebralis. sinisira und einen
Ast spaltet, der sich wieder in die Art. transversa scapulae und die Art. transv. colli thcilt. Letztere geht nach
sich
aussen zur Schullerhühe und spaltet sich in die Art. cuta-
nea
colli lateralis sinistra, uiTd in die Art. cut. c. dorsalin
die unter der Haut des Halsriickens an ilem linken Kunde des dichten Federstriches aufwärts steigt.
Rini.slra,
Ueide gemeinschaftlichen Caroliden liegen anfangs
an der vorderen Fläche der Halswirbel neben eiiianiler,
etwas unterhalb der Mille des Halses, aber wo sie von
den Muükcln bedeckt werden, legt sich die linke Arterie vor die rechte, weiter nach oben jedoch liegen »io
U'ieilcr
neben einander.
Jede (die rcchio elwaa früher
•
422
AnatüDiisch - physiologische Untersuchungen,
als die linke)
spaltet sich,
sich entfernen,
ehe sie beide von einander
externa und interna.
in die Carotis
Die Art. carotis externa giebt zuerst eine Art. thyreoidea snperior, geht eine kurze Strecke noch nach vorn
und
und die Art. facialis.
Die Art. thyreoidea superior giebt die Art. oesophagea descendens, Zweige zum oberen Kehlkopfe, zum
spaltet sich in die Art. palatina
Schlundkopfe und setzt sich
fort in die Art. subungualis.
Die Art. palatina giebt am vorderen Rande des Musculus pterygoideus mehrere feine Zweige, die sich mit
ähnlichen des aus der Carotis interna an
Schädelgrundfläche
zurückkehrenden Astes
weiter nach vorn einen Zweig,
der
falte
die
äussere
verbinden,
der unler einer Längs-
Gaumenhaut von hinten nach vorn
verläuft,
und vereinigt sich in der Mittellinie am vorderen Ende
der Gaumenspalte mit der der entgegengesetzten Seite
zur Art. palatina media, die nach vorn verläuft.
Die Art. facialis verläuft wie gewöhnlich und mit
ihrer Fortsetzung zum inneren Augenwinkel und zuf Wurzel des Schnabels, wo sie sich in die Haut verzweigt.
Die Art. carotis interna entsendet, ehe sie ihren
'Kanal erreicht, die Art. occipitalis, welche die Art. cutanea
colli
lateralis
Art. verlebralis,
wo
descendens abgiebt, das Ende der
sie aus dem oberen Ende ihres Ka-
nales hervorkommt, aufnimmt und sich in die Muskeln
Die Art. vertebralis schickt noch einen feinen Zweig zwischen dem Hinterhauptsbeine und dem
ersten Halswirbel zum HUckenmarke.
verzweigt.
Sobald die Art. carotis interna das Schlafbein erreicht
Hamus externus und internus.
So wie der Ramus externus aus dem Schlafbeine
hervorgekommen ist, giebt er einen Zweig, der durch
einen besonderen Knocbenkanal nach oben geht und sich
auf dem Hinterhaupte in die Haut und in die Muskeln
vertheilt, und verzweigt sich hierauf in das starke Itete
hat, spaltet sie sich in einen
vorzüglich über das Schlagadersystem der Vögel.
mirabile ophthalmicum, welches nach aussen
culus masseter bedeckt liegt, und aus
pebralis inferior, eine Art. lacrynialis
dem
423
vom Mus-
eine Art. pal-
und die
Art. ophthal-
mica hervorkommen.
Die Art. ethmoidalis vereinigt
Wand
mit
dem Ende
sich
an der inneren
der Hiinschlagader zur Art. ol-
factoria.
Die Art. ophthahnica spaltet sich unter dem Sehnachdem sie das Wundernetz für den Fächer
gebildet hat, in zwei Zweige.
Der eine von diesen geht
nerven,
zur inneren
Wand
der Augenhöhle und senkt sich in
ehe sie in die Nasenhöhle dringt, der andere geht als Arteria ciliaris postedie Art. olfactoria, kurz vorher,
rior interna fort-,
nimmt einen Zweig des vorderen En-
des der Hirnschlagader auf, theilt sich in einige feine
Zweige, die gekrümmt an der inneren Seite des Bulbus
auf der Sclerotica verlaufen und als Arteriae ciliares internae die Sclerotica durchbohren.
Der Rainns
internus
der Art. carotis interna giebt
einen Zweig an die äussere Schädelgrundfläche, verei-
dem Clivns mit der der anderen Seile
so einem gemeinschaftlichen, sich gleich wieder in- die
beiden Hirnschlagadern spaltenden Stamme. Die beiden
Hirnschlagadern gehen, nachdem sie dem Gehirne seine
nigt sieh unter
Zweige
ertheilt,
durch besondere Oeft'nungen der harten
Hirnhaut, aber nicht des Schädels an der inneren Seite
der Sehnerven in die Augenhöhle,
wo
sich jede in zwei
Zweige spaltet, von denen der eine den Augenmuskeln
Zweige giebt nnd sich dann an der inneren Seite des
Sehnerven in den einen Zweig der .Art. ophlhalniica einmündet, der andere die Art. cthmoidales, dann den zweiten
Zweig der
Art. ophlhalniica
aufnimmt und nun
in
die Nasenhöhle hinahsleigt.
Die
.Arterien der
beV'Podiceps.
oberen Extremitäten verlaufen wie
424
Anatomisch -physiologische Untenuchungen,
Die Art. thoracica posterior giebt , che sie in die
Substanz des Muskels dringt, eine schwache Arterie,
wtelche am äusseren Rande des grossen Brustniusiiels
unter die Haut geht, und eine andere stärkere, die an
der inneren Flache der Pectoralmuskeln bis zu deren
hinterem Ende geht.
Die Pectoralmuskeln werden von drei Zweigen, eivorderen, einem mittleren und einem hinteren, durchbohrt
die sich in die Haut verästeln.
Aus der Aorta descendens entspringen in folgender
nem
,
Ordnung
die Are. coeliaca, die mesenterica anterior, zwei
feine Nebennierenarterien, eine
an jeder Seite, zwei Arzwei crurales und an jeder
Seite drei feine sacrales, worauf sicli die Aorta in die
teriae
Art.
renales anteriores,
Sacra media
und
beiden Arteriae ischiadicae
die
spaltet.
Die Art. coeliaca giebt zuerst eine starke Arierin
Magenrand, dann 3 Rami lienales zu der
3 Linien langen Milz, gleichzeitig mit dem zweiten von
diesen Zweigen die Art. gastrica inferior, nach dem dritfür den linken
ten
Uaiiiiis
lienalis
einen
Raums
hepaticus de^rter,
so
neben dem Pylorus eine Arterie, die auf der oberen
Fläche des Magen» am linken Rande der Sehne verläuft, dann einen Raniiis intestinalis, eine Arterie, die
auf der oberen Magenfläche neben dem rechten Rande
der Sehne verläuft, und setzt sich hierauf fort in die
Art. pancrealico-duodenalis.
Die Arterie des linken Magenrandes geht an der
lies Vormagens, wo sie ausserordentlich
viele gekrümmt verlaufende Zweige abgiebt, zum linken
Magenrande nach hinten. Die Arterie, die am linken
Rande der oberen Magensehne nach hinten verläuft, eroberen Fläche
reicht den linken
Rand
Mitte und spaltet sich
Magens ungefähr
des
in
in seiner
einen nach vorn tmd einen
nach hinten laufenden Zweig.
Die Arterie,
die
am
recht-
425
Torziiglich über das ScIJagadersystem der Vögel.
Bande der oberen Magensehne verläuft, gelangt zum
Ende des Magens und verläuft mit einem Zweige am linken JMagenrande nach vorn. Der linke Maten
hinteren
genrand erhält also drei Arterien, die sich
alle unter
einander verbinden.
Die Art.
ke Arterie,
gastrica inferior entsendet zuerst eine star-
an der unteren Fläche des Vormagens
nach vorn verläuft, sodann eine Arterie zum
hinteren Ende der unteren Fläche des Vormagens, eidie
%'on hinten
nen bedeutenden Ranms hepaticus sinister, eine Andeutung einer Arterie des rechten Magenrandes, erreicht
hierauf das vordere Ende der unleren Magensehne, entsendet einen starken Zweig,
Sehne
in
verläuft
der
am
linicen
Rande der
und spaltet sich auf der Mitte der Sehne
einen Zweig, der
über der Mitte bis zur hinleren
Magens verläuft, und einen, der etwas weizum vorspringenden Theile des hinteren Ma-
Incisur des
ter rechts
genende.s geht.
Die Art. Sacra media entsendet zur Seite
viele feine
Zweiglein und spaltet sich an ihrem hinteren Ende in
die .\rt. mesenterica posterior, in die beiden Arteriao
hypogaslricae und in die Art. coccygea communis.
tere
Letz-
entsendet zwischen zwei Wirbeln stets eine feine
Von
Arterie, die zur .Hückcnseite des Steisses gelangt.
diesen sind die zwischen
dem
dritten
imd vierten
Steiss-
beinwirhel entspringenden stärker als die anderen, und
nicht so stark als die Fortsetzung des Stammes, doch als die Art. coccygeae Iaterale.s anzusehen.
Die Artcriae crurales sind fast so stark als die Ar-
obgleich
ieriao ischiadicae.
Die Artcriae ischiadicae geben jede, ehe
sie
zur
Incisura iscbiadica hinausgehen, eine Artcria renalis
me-
dia und
posterior;
nachdem
sie
die lieckenhnhlc ver-
lassen haben, einen Zweig, der durch das hintere
Ende
des Foramen uhtiiratorium iu die lieckenhühle hinein-
426
Anatomisch -physiologische Untersuchungen,
geht und ungerähr auf der Mitte der inneren Fläche dea
Musculus obturator internus mit einem niedersteigendea
Zweige der Art. epigastrica sich verbindet.
Die Art. poplitea entsendet am oberen Ende des Unterschenkels einen Zweig, der hier zwischen der Tibia
nnd der Fibula an die vordere Fläche des Unterschenkels gelangt.
Die Art. tibialis posterior geht am unteren Ende
des oberen Dritttheiles dea Unterschenkels in die Art.
(ibialis anterior über.
§.
22.
Von einigen Schlagadern
huhnes
Die
Art. carotis
des grünfüssigen Kohr-
(Gallinula chloropus. ).
communis
sinistra entsendet zuerst
einen bedeutenden Ast, der zur Mitte der Furcnla in die
Höhe geht und
sich
in einen
schwachen vorderen und
einen stärkeren hinteren Ilautast spaltet.
Letzterer ver-
nach hinten zur Haut des Thorax.
Hierauf giebt
läuft
die Art. car.
c.
sinistra gleichzeitig die Art. vertebralis,
die Art. oesophagea
terie,
und
nal
re,
in
die
sich
adscendens anterior und eine Ar-
spaltet
in
die
Art. transversa scapulae
die Art. cutanea colli lateralis sinistra.
Die Arteria vertebralis giebt, ehe sie in ihren KaZweige zum unteren Kehlkopfe, zur Speiseröh-
tritt.
zum Bronchus.
Die Art. oesoph. anterior
steigt
zwi-
schen der Luftröhre und Speiseröhre in die Höhe.
Die Art. carotis communis dextra entsendet zuerst
einen Ast, der sich spaltet in den Zweig, der zur Mitte
der Furcula geht, und die Art. oesophagea adscendens
posterior; hierauf einen Zweig, der zum unteren Kehl-
kopfe geht und zur Speiseröhre;
die Art.
transversa scapulae
colli lateralis
adscendens dextra
Art. vertebralis.
eiften
und
in
Ast, der sich in
die Art.
spaltet,
und
cutanea
zuletzt die
427
Torzüglich über das Scblagadecsystem der Vögel
Beide gemeinschaftliche Carotiden
steigen
an der
vorderen Fläche der Halswirbel in die Höhe von den
Muskeln bedeckt, aber nicht durch einen ganz geschlossenen Kanal der vorderen Halswirbelfoitsätze. Am unteren
Ende des Halse^ bedeckt
die
linke Arterie
die
oben liegen beide neben einander;
die linke spaltet sich
nachdem sie sich von der anderen entfernt hat, in die Art. car. externa und interna;
rechte, weiter nach
,
die rechte spaltet sich in die Art. car. externa, interna
und
die Art. occipitalis.
Jede Art. carotis externa giebt zuerst die Art. thyreoidea superior, dann die Art. subungualis und spaltet
und in die Art. palatina.
Die Art. facialis verläuft bis zum inneren Augenwinkel.
Die Art. thyreoidea superior spaltet sich in die Art.
oesophagea descendens und einen Zweig, der zum oberen Kehlkopfe, zur Luftröhre und zum Schlundkopfe geht.
Aus der Aorta descendens entspringen an jeder Seile
eich hierauf in die Art. facialis
8 Arteiiae iatercostales.
§.
23.
Von einigen Schlagadern der schwarzen Seeschwalbe
(Sterna nigra;
Die
Art. carotis
Sterna iissipes Naum,).
communis
sinisira giebt zuerst eine
kurze Arterie, die sich an die kleine Drüse des unteren Halsendes, zum unteren Kehlkopfe und dessen Muskeln und zur Speiseröhre verzweigt
dann die starke
Art. oesophagea anterior adscendens, die zwischen der
Luft- und S|)eiHeröhre in die Höhe geht und einen Ast,
;
der sich
lae
in
und die
die Art. transversa colli,
transversa scapu-
Art. vertcbralig spaltet.
Aus der rechten
Art. carotis
communis entspringt
zuerst dieselbe Arterie, die zuerst aus der Art. car.
kommt; dann
die Art. vericbralis;
c. s.
hierauf die Arterie,
welche die Art. transverva acupulae abgiebt und si^h in
•
423
Anatomisch -physiologische Untersuchungen,
die Art.
transversa
colli
und
die Art. oesophagea po-
sterior spaltet.
Beide Arteriae carotides communes verlaufen an der
vorderen Flache der Halswirbel neben einander, von der
Mitlc des Halses an aber erst von den Muskeln bedeckt.
Die Art.
communis
carotis
Art. carotis externa
Die Art.
sinistra liegt eine
und
interna.
carotis externa giebt zuerst (nahe
Tbeilungsslelle der Art. carotis conununis)
cipitalis,
kurze
Jede spaltet sich oben in die
Strecke vor der dextra.
an der
die Art. oc-
dann die Art. th^reoidea supeiior nnd spaltet
und die Art. facialis.
sich hierauf in die Art. palatina
Die Art. tbyreoidea superior giebt die Art. oesophagea descendens, einen Zweig, der sich an den oberen Kehlkopf und Scblundkopf verzweigt, und setzt sich
fort in die Arteria sublingualis.
Die Art. cutanea abdominis durchbohrt die Pecloralmuskeln unweit ihres hinteren Endes.
Aus
liaca,
der Aorta descendens entspringen die Art. coe-,
mesenterica anterior, zwei kleine Arterien zu den
Nebennieren, die beiden vorderen Nicrenarterien, die
beiden Arteriae crurales, dann nach jeder Seite hin eine
schwache Art.
sacralis.
Hierauf spähet sich die Aorta in
die beiden Arteriae ischiadicae und die Art. Sacra media.
Erstere sind nur
um Weniges
sch-wächer als letztere.
Die Art. coeliaca giebt zuerst eine starke Arterie,
die über die hintere Flache des untersten Endes der Speiseröhre und der oberen Fläche des Vormagens zum lin-
ken Hände des Magens verläuft, aber schon etwas vor
dessen Mitte aufhört, dann die Art. gastrica inferior, die
starke Art. hepatica dexlra und spaliet sich am Pjlorus in die Arterie der oberen Magenfiäche und die Arteria pancreatico-duodenalis.
Die Arieria gastrica
der
am
recjiten
inferior giebt zuerst einen Ast,
Rande des Vormagens nach vorn geht;
Torziiglich über das Schlagadersystem der
einen zweiten
VögeL
429
zum vorderen Ende der oberen Fläche des
Magens; eine starke Arteria hepatica sinistra, die sich
fortsetzt in die Arterie des rechten Magenrandes, welche aber schon oberhalb des Pyloriis endet, und spaltet
sich als Arterie der unteren
Magenfläche
in
zwei Aeste,
von denen der eine am linken Rande der unteren Magensehne nach hinten geht und den hinteren Theil des
linken Randes erreicht, der andere über der Mitte der
unteren Sehne nach hinten fortgeht.
Die Arterie der oberen Magenfläche spaltet sich in
einen rechten und einen linken Ast. Der linke verläuft
in der Richtung gegen den linken Magenrand, den et
aber nicht erreicht. Der rechte verläuft am recliten Rande der oberen Magensehne, giebt starke Zweige znni
hinteren Theile des rechten Magenrandes, erreicht das
hintere Ende des INlagens, geht mit einem Zweige am
linken Magenrande nnc^ vorn zurück und anastomosirt
mit der Arterie des linken Älagenrandes.
Die Arteria ischiadica entsendet, ehe sie zur Beckenhöhle hinausgeht, eine Arteria renalis media und
eine Art. renalis posterior.
Die Arteria sacra media entsendet in dem einen der
von mir untersuchten Thiere noch einen besonderen Zweig
zum
hinteren Nierenlappen der linken Seite, der aber
zweiten Tiiiere
Ende
in die Art.
fehlt,
im
und spaltet sich an ihrem hinteren
mcsenterica posterior, in die beiden Ar-
teriae hjpogastricae
und
coccygea communis,
media und die beidea
in die Art.
die sich wieder in die Art. cocc.
Art. cocc. laterales spaltet.
§.
24.
Von einigen Schlagadern
der Ilansente
(.\nas
buschas dumestica.).
Die Arterien der llausente sind von Bauer so genau untersucht und beschrieben
,
dass eine besondere Be-
430
Anatomisch - phy8ioIog;ische Untersuchungen,
Schreibung jetzt überflüssig
ist.
Da
terien dieser Thiere verschiedene
ich indessen die
Male
tersucht, einige Arterien weiter verfolgt
Ar-
und unhabe als Bauer,
injicirt
wnd einige Verzweigungen anders fand als er, so erlaube ich mir den Untersuchungen Bauers einige kurze
Zusätze hinzuzufügen.
Die durch
die Vereinigung beider Arteriae sublin-
guales entstandene Arterie gelaugt,
wenn
sie die .Ver-
einigung beider Unterkieferhiilften erreicht hat, unter die
Haut des Unterkiefers und spaltet sich in einen rechten
und einen linken Zweig.
Jeder von diesen giebt eine
feine Ai.erie, die in die Substanz des Unterkiefers ein-
und mit der Art. maxillaris inferior anastomosirt,
ausserdem aber eine obere und eine untere feine Arterie, von denen erstere am oberen, letztere am unteren
tritt
Rande des Unterkiefers nach hinten
laufen
und mit
ih-
ren entgegenkommenden Zweigen anaslomosiren.
Die Art. palatina entsendet, so wie
Ende des Gaumen
sie das hintere
Zweige, die wie
Dieses Netz giebt ver-
erreicht, viele feine
ein Netz die Arterie umgeben.
schiedene Zweige für die Haut des Unterkiefers, einen
Zweig, der am Rande des Oberkiefers nach vorn verläuft,
und
setzt sich
nach vorn, die Arteria palatina behört auch hier nicht
gleitend, bis zur Mittellinie fort,
indem aus der durch die Vei-einigung beider Armedia ebenfalla
viele feine Zweige kommen, welche den Stamm der Arterie umgeben und so das erwähnte Netz fortsetzen.
auf,
teriae palatinae gebildeten Art. palatina
Die
Art. palatina
vorderen Ende
media spaltet sich kurz vor ihrem
Zweige. Der eine verläuft wei-
in drei
nach vorn bis zur Schnabelspitze, die anderen beiden beugen sich zu den Seitenrändern des Oberkiefers
um und verlaufen an diesen, wahrscheinlich um sich
ter
mit den an diesen Rändern nach vorn laufenden zu
vei-r
vorzüglich über das Schlagadersystem der Vögel.
binden.
Diese Verbindung
ist
indessen mit der
431
Wachs-
masse nicht gefüllt.
lieber den Verlauf des äusseren Astes der Art. carotis interna, den Bauer den hinteren oder die Art.
ophthahnica externa nennt, drückt sich Bauer nicht ganz
bestimmt aus, indem er sagt'): Arteria ophthalmii;a externa canali infra meatiiin auditorium externum i.mmittilur inter laniinas osseas cranii, adscendit paululuiri, tum
orbitam versus flectitur, ante hanc rete vasculosuiii efticit et usque ad angulum oculi posticum serpit, ubi juxta
nervum maxiiiarem superiorem et inferiorem orbitam ingreditur, qua in plures discedit ranios.
Es
verläuft diese
Arterie wie in den übrigen von mir beschriebemen
geln
am
Vö-
äusseren Rande der Fenestra ovalis uiud ver-
theilt sich, nachdem sie das Schlafbein verlassen hat,
ganz in das Rete mirabile, aus dem dann erst f<]lgende
Zweige hervorkommen: 1) Ranii articulares; 2) Art. al-
Teolaris inferior; 3) Art. ethmoidalis; 4) Art. psilpebra-
5) üie eigentlich für den Bulbus bestimmte
lis inferior.
Arterie, Art. ophthalmica,
die wie in den frä'her voa
mir beschriebenen Thieren verläuft, an der äusseren Seite
des Sehnerven das Rete mirabile pectinis bildet, welches
nur klein
dem Sehnerven durchgeht, an die
durch einen Zweig mit
Schädelhöhle in die Augenhöhle gekomme-
ist,
unter
innere Seite desselben gelangt,
dem
aus der
nen Ende der Ilirnschlagadern zusammenhängt, mehrere
Zweige an der inneren Seite des Bulbus auf der äusseren Fläche der Scierotica abgiebt
bilden, aus
welchem
,
Netz
hervorkommen,
die ein kleines
die Arteriae ciliares
und zuletzt in die llardcrsche Drüse sich verzweigt.
Das Wundernelz, woraus die Arterien zu dem Auge
und Bcioen Umgebungen kommen, liegt nach aussen vom
Nervus niaxillarig superior und inferior an der Stelle,
1) A. a.
O, p. 12.
432
Anatomisch -physiologische Untersuchungen,
WO
der Schädelhöhle hervorkommen; auch
Zweige des Nelzes zwischen den beiden
diese aus
liegen
einige
Nerven.
Die inneren Aeste der inneren Hirnschlagader liegen unter dem Clivus in einem gemeinschaftlichen Knochenkanale und trennen sich, indem sie an die Basis
encephali treten, von einander. Sie verschmelzen, nachdem ihre Knochenkanäle sich vereinigt haben nicht zu
einem gemeinschaftlichen Stamme, sondern verbinden
sich nur durch schwache Reiserchen, die aus den Arterien entspringen, gewunden um diese verlaufen, von einer Seite zur andern gehen und so die schwache Andeutung eines Netzes bilden, welches die Hirnschiag,
,
adern umgiebt.
\on der Art. coeliaca bemerke ich, dass der erste
Ast zum linken Magenrande nach hinten verläuft, dass
die Arterien der Flächen des
ren
als
der unteren
,
Magens
,
sowohl der obe-
sich zuletzt in zwei
Zweige
spal-
welche an den Rändern der Sehne verlaufen, diese
also zwischen sich lassen und so gegen die liänder und
gegen das hintere Ende des Magens hin sich zeräs'teln.
ten,
Die Art. niesenterica anterior giebt zum Dünndär-
me
18 Rami mesaraici, die bei ihrem Ursprünge so nahe
liegen, dass sie fast das
Ansehen haben,
als
ob
sie ein
Gefässnelz bildeten.
Die Arteria sacra media
teren
Ende
spaltet sich
an ihrem hin-
in die Art. mesenterica posterior, in die bei-
den Arteriae hypogastricae und in die Art. coccygea comDie Art. hypogastrica geht in die Art. pudenda
munis.
im weiblichen Thiere die uterina abim männlichen in die Corpora
cavernosa sich zerästelt. Die Art. coccygea communis
interna über,
die
giebt und die vaginalis,
spaltet sich in die Art. coccygea media.
Indem
die Arteria tibialis posterior in der Mitte des
Unteiscbeakels in die Art.
tibialis
anterior
übergeht,
433
vorzüglich über das Schlagadersystcm der Vögel.
entsendet sie mehrere feine Zweige, die ein' schwaches
M'undernetz bilden , welches die Art. tibialis anterior be-
und am unteren Ende des Unterschenkels aufhört.
Uie Art. tarsea geht am unteren Ende des Tarsus
zwischen dem äusseren und mittleren Condjlus des Os
tarsi an die hintere Fläche dieses Knochens, entsendet
hier zuerst einen Zweig zur hinteren Zehe und spaltet
Der äussich dann in einen äusseren und inneren Ast.
gleitet
sere theilt sich in die Art. digitalis externa der mittle-
ren und interna der äusseren Zehe.
Der
innere geht in
die Art. digitalis interna der mittleren Zehe über.
§.
25.
Von einigen Schlagadern der Hausgans.
(Anser
ciiiereus domesticus.)
Die Art. subclavia giebt an jeder Seite zuerst die
communis, dann eine Arterie zu den Mus-'
kein , welche zwischen der Furcula und der Clavicula
Art. carotis
liegen, die Arleiia axillaris, die Arteria m.ampiaria in-'
terna und spaltet sich in die Arteriae thoracicae.
communis entsendet zuerst eine Arkleine Drüse am unteren Ende
des Halses, an den unteren Kehlkopf und dessen Muskeln und das untere Ende des Halstheiles des OesophaDie
terie,
-Vrt.
carotis
die sich an
gus verzweigt
die mit
der
;
die
sodann die Art. oesophagea adscendeps,
oesophagea descendens einen Bogen
.Art.
bildet; darauf eine starke Arterie, die zuerst einen
nins iritercostalis prinius abgiebt
und sich dann
Ka-
in die
colli und die stärkere Arteria verteDie Arteria transversa colli giebt Zweige
an die Schullermuskeln und Haut, setzt sich fort in die
Art. cu(an(!» colli_ adscendens und anaslomosirt mit der
Arieria transversa
bralis spaltet.
Art. cutanea colli
Beide
.Art
descendens.
carotides comninnes verlaufen an der vor-
deren Fläche der ilalKwirbel nach oben, neben einander
Mecke/i Artliiv
f.
.Ajiat.
u. l'hys. 182Ü.
2«
434
Anatomisch -pjiysiologische Untersucliungen,
Doch
Uegend.
.wird
am
unteren Entle des Halses die
Nachdem beide
oberen Ende des Halses sich von einander
etwas von der linken bedeckt.
rechte
am
Arterien
entfernt haben, entsendet jede zuerst einen starken Ast.
der Muskelzwcige abgiebt und sich in die Art. cutanea
descendens
fortsetzt, die sich mit der Art. cutanea
adscendens vcrliindet und einen Zweig nach oben
colli
colli
abgiebt, der ur^ter der
terkiefers
in
Art. carotis
Höhe
die
communis
gleich bedeutend,
Haut
bis
zum Winkel des Un-
Zunächst entsendet die
steigt.
die Art, carotis interna,
doch
kaum
Fortsetzung des Stammes
,
halb so stark
dann
ist
die, ob-
als die
die Art. thyreoidea su-
und spaltet sich in die Art. lingualis, palatina,
und einen Raums musciilaris.
Die Art. thjreoidea superior entsendet Zweige an
die Muskeln des Zungenbeines, an den Kehlkopf, an
den Schlundkopf und verlängert sich in die Art. oesophagea descendens, die sich mit der Art. oes. adscenperior
facialis
dens verbindet.
Die Art.
lingualis giebt nach innen zuerst zwei
Zwei-
zum oberen Kehlkopfe gehen, und von denen
ge, die
jeder sich in einen vorderen und einen hinteren Zweig
Diese Zweige bilden \erbiadungsbogen, woraus
spaltet.
Arterien für den Kehlkopf, die Zungenbeinmuskeln und
den Schlundkopf entspringen ein Zweig geht nach hinverbindet sich an der Seite der Luftrühre ntit
;
ten und
einem Zweige aus der Art. oesoph. descendens. Hierauf
entsendet die Art. lingualis einen Zweig, der sich in
zwei Arterien spaltet, von denen die eine in die Substanz des Unterkiefers tritt, die andere als Art. subnientalis
neben dein Unterkiefer nach vorn geht und sich
in die
Haut
gualis
in
verliert.
die Art.
Zuletzt spaltet sich diß Art. lin-
subungualis,
anderen Seile verbindet, und
guae.
Letztere
tritt
in
die
die
sich
in die Art.
mit
der der
profunda
lin-
Substanz der Zunge und
vorzüglich über Oas Schlagadersystcm der Vögel.
verläuft in dieser
435
neben dem Körper des Zungenbeines
nach vorn.
Der envUhnte Ranias mascularis, der gleichzeitig
mit der Art. lingnalis entspringt, geht in die Tiefe an
die Basis cranii zu
der Stelle,
wo
der Zweig aus der
Art. carotis interna wieder an die äussere Schädelgrnndjläche zuriickiiehrt, bildet hier ein kleines Netz, aus
dem
Die Art. palatrna giebt zuerst
einen llanius subnientalis , dann einen Ranius pterygoiIn dieser Gegend
deus, einen Ast zur Oberkieferdrüse.
ent.springen viele feine Zweige aus der Art. palatina, die
ein Netz bilden, weiches Zweige hinter dem Unterkiefer und Jociibeine nach oben schickt und den Stamm
der Art. palatina jeder Seite, so wie auch die durch
Vereinigung beider Arteriae palatinae gebildete Arteria
Muskelzweige koninien.
palatina media umgiebt.
Die Arieria
facialis giebt zuerst einen starken
Radann einen Zweig, der zn dem Muskel geht, der sich an den Winkel des Uhterkiefers setzt,
einen Zweig, der unter die Haut des Unterkiefers gelangt, und spaltet sich in den Ramas facialis lind in den
nius pterjgoideus,
Ranius maxillaris internus.
Der Ramus facialis geht zwischen dem Unterkiefer
und dem Os cjuadratum nach oben und spaltet sich in
/.«ei Arterien, von dtnon die eine hinter dem Jochbeine
niedergeht und unter der Haut des Unterkiefers zum
Mundwinkel \ erläuft, der andere schräg zum inneren
Augenwinkel und zur Stirn in die Höhe geht, um sich
hier in die Haut der Sclinabclwurzel zn zerästeln.
Der Ranius
niaxiljaris internus
giebt einige bedeti-
tende Zweige zu den Muskeln des Unterkiefers und geht
dann zum Itete niirabile inaxillare.
Die Art. carotis inlernu giebt zuerst einen starken
Zweig, der nairli liinlen in die Xackeniiiiiskeln gehl und
iiHcli
eine Artcrio entsendet,
die mit
dem nach vorn
:»8
436
Anatomisch- physiologische Untersuchungen,
laufenden Zweige der Art. cutanea
colli
d«scendens sich
verbindet, dann die Art. occipitali.s, erreicht iiierauf ih-
ren Kanal und
theilt sich sogleich in
den Kamus exter-
nus und internus.
Der Ranuis extemus verläuft wie bei den übrigen
Vögeln, erweitert sich so wie er das Schlafbein verlassen hat, und
\
erzweigt sich sogleich in das Rete inira-
aus dem zuerst die auch schon an
Thieren beschriebene Arterie kommt, welche
durch einen eigenen Knochenkanal zum Ilinterhaupte un-
bilc ophthalmicuni,
anderen
ter die
Haut geht, dann
die Art. palpeljralis inferior, die
die Art. eihmoidalis und die Art. oph-
Art. lacrjnialis,
thulmica, die wie bei der Ente verlaufen.
Der Ramus
internus giebt cinert Zweig, der durch
eine besondere Oefl'nung an
fläche
zum Rete
niirabile
die äussere Schädelgiund-
ma^illare geht, und verläuft
wie bei der Ente, nur mit dem Unterschiede, dass beide
Hirnschlagadern, ehe sie das Gehirn erreichen, nicht
nur durch die schwachen netzartig verbundenen Zweige
wie bei der Ente, sondern auch noch unter dem Clivus
durch einen kurzen Querast verbunden sind. Beide Hirnschlagadern gehen, nachdem
hirn gegeben haben,
nahe
ol)erhalb>
sie ihre
Zweige an das Ge-
durch besondere Oefi'nungen, die
der Foramina optica liegen, zur Schädel-
höhle hinaus und enden wie bei der Ente.
Das Rete
niirabile
maxillare wird gebildet durch
dem Gefässnetze der Art. palakommen, durch den Ramus maxillaris internus der
die Zweige, welche aus
t'ina
Arteria facialis und durch den an die äussere Schädel-
Zweig der Art. carotis inNähe des zweiten Astes vom fünften
grunilfläche zurückkehrenden
terna, liegt in der
j\or\enpaare, giebt viele Muskelzweige ab und Zweige,
die in die Schleimhaut des hinleren Theiles der Nasen-
höhle dringen.
Die Atteria coeliaca entsendet zuerst eine starke
»oraüglich über das Schlagaderej-steiii der V ügel.
Arlerie, die auf der oberen Fläche des
Hando des Magens geht und
linken
in die Arteria gastrica inferior
und
437
Vormagens zum
spaltet sich hierauf
siiperior,
indem an
der Theiiungsstelle noch ein starker Kanius lienalis entspringt.
Die Arteria gastriea superior entsendet unweit ihUrsprunges einen zweiten Ramus fienalis zu der zwar
kurzen, aber dick>n und besonders breiten Milz, einen
res
starken
Kamus
hepalicus dexter, steigt hierauf
zum Py-
Zweig zum unteren Ende
des niitllercn Dritttheiles der Blinddärme und dem neben
ihm gelegenen Theile des Dünndarmes abschickt, und
Der eine von diesen
spaltet sich darauf in vier Zweige.
gebt zum Anfange des Duodenum und zum Pylorns; der
zweite dringt am vorderen Hände der oberen Sehne in
die Substanz des Magens; der dritte ist stark und geht
als Art. pancreatico-duodenalis bis zum Ende des Panereas, und der vierte gebt über der oberen Magensehne
zum hinteren Einschnitie des Mngens, giebt hier einen
Zweig, der am linken Magenrande nach vorn läuft, vorlorus
nieder,
wo
sie
einen
her aber schon auf der Mitte der Selino zwei Zweige,
von den^ der eine die Sehne durchbohrt und in die
Substanz des Magens dringt, der andere gegen den
rechten ^lagenrand hinstrebt.
Die Art. gastrica inferior entsendet zuerst noch einen bedeutenden Kanius hepaticus dcxter, dann eine
starke, an der unteren Fläche des Vormagens nach vorn
laufende Arterie, so<lann eine starke Arterie, die einen
Kanius hepaticus sinister abgiebt
,
den rechten M.igcnrand erreicht und noch einen Zweig an die obere Fläche des Magens zum l'ylorus schickt. Zuletzt s|»nltet
sich die Art. gastrica inferior in
varläuft in der Kivbhing
erreicht ihn aber nicht,
keren Zweigen
am
zwei Zweige
Der eine
gegen den linken Mag^enrand,
sondern dringt mit seinen stär-
vorderen Kumlc der Sehne in die
438
Anatomisch • physiologische Untersuchungen,!
Substanz des Magens; der andere geht über die Sehne
zum hinteren Ende des Magens.
fort
Die
Ende in
Art. Sacra
media
theilt sich
an ihrem hinteren
Ar-
die Art. coccygea communis, in die beiden
und in die Art. mesenterica posteDie Art. hypogastrica giebt MuskelzWeige, setzt
sich aber dann fort in die Art. pudenda interna, die in
die Corpora cavernosa übergeht. Die Art. mesenterica
posterior theilt sich in einen vorderen und einen hinteteriae hypogastricae
rior.
ren Zweig.
Die Art. ischiadica entsendet, ehe
sie
zur Becken-
höhle hinausgeht, eine Art. renalis media und eine Art.
renalis posterior.
Das Wundernetz an
der vorderen Fläche der Tibia
sehr stark,
umgiebt die Art. tibialis von allen Seiten und erstreckt sich nach unten bis unterhalb der Verbindung der Tibia mit dem Os larsi. Wie es scheint,
ist
trägt
die Arteria peronaea zur Bildung dieses Netzes
nichts bei.
§.
26.
Von einigen Schlagadern des HaushahneA
(Gallus
gallinaceus.
IJa ich die Schlagadern dieser Thiere an 9 Individuen injicirt und untersucht habe, so bin ich auch hier
im Stande, den genauen Untersuchungen Bauers einige
Zusätze hinzuzufügen.
Ans
der linken Arteria
carotis
communis kommt
eine schwache Arterie hervor, die mir nur einmal (an
einer Legehenne) zu füllen gelungen ist, die in der Mitte
der voideren Flache des Halses unter der Haut als Art,
cutanea
colli
anterior in die
Höhe
Die Arteriae transversac
colli
geht.
verliingern sich
in
die Art. culnneae colli laterales adscendenles (cervicales
adscendenies Baueri).
In mehreren der von mir injicir-
vorzüglich über das Schlagader9)stem äer Vogel.
439
Thieie, in denen auch die feineren Zweige gefiilll
sind, ersciiienen diese Arterien aber nicht stark, errei
teil
kaum
chen
die Mitte des Halses; ihre feinsten obersten
Verzweigungen anastoniosiren mit Zweigen der
tanea
colli posterior.
Art. cu-
Diese starke Arterie, ein Ast der
Art. vertebralis dextra,
gelangt an
die hintere Fläche
des Halses unter die Haut, giebt zuerst einen unter der
Haut des Halsrückens herabsteigenden Zweig und geht
bis
zum oberen Ende des Halses
dens dextra und
um
in die Hi5be,
mit den Zweigen der Art. cutanea
colli lateralis
hier
desccn-
zu anastoniosiren.
sinistra
In einer. Henne giebt diese Arteria cutanea colli poKlerior aiu oberen
grill'e
Ende des Kropfes, indem sie im BeHaut nach hinten zu treten, einen
uiKer die
i.st,
starken Ast, der <|uer hinter der Speiseröhre zu dessen
linken Seite fortgeht und sich hier in einen aufsteigen-
den und
tet.
in einen
Der
schwächeren absteigenden Zweig spal-
abstei;;'ende
verbindet sich mit einem Zweige
der linken Kiopfarterie; der aufsteig«nde geht als Arteria oesopiiageu adscendens sinistra in die Höhe und
verbindet
sicli
mit der Art. oesoph. descendc-ns sinistra.
Die Carotis communis sinistra liegt, indem sie an
der vorderen Hache des Halses in die Höhe geht, in
einer Strecke von fast 3 Zoll vor der Art. carotis communis dextra.
IJie
Artcriae .sublinguales treten getrennt von einan-
der in din vorderen Tlieil der Unterkieferhiiiften.
Hie
\rteriae pulaiinae
spalte, nicht, wie
Hauer
sondern vereinigen sich
verlaufen vor der
Hni^ivUl ')
,
Gaumen-
getrennt nach vorn,
zu einer Art. palatina meditf
und werden von einem ähnlichen feinen Arleriennetze
uiugeben, wie bei ili-r Ente und der Gans.
Der äussere Ast der Ail. carotis interna verlheilt
1) A. a.
O.
p. 11.
'
440
Anatomisch -physiologische Untersuchungen,
nachdem
sich,
er das Schlafbein verlassen hat, auch in
das starke Rete mirabile ophthalmicum.
Der Nervus maseinem Hervortreten aus der
Schädelhöhle nach aussen von dem Netze, so dass er
nur von einigen Zweigen desselben umfasst wird. Der
xillaris
inferior
liegt
bei
Nervus maxillaris supciior theilt sich bei seinem Hervortreten in mehrere Zweige, die das Netz durchbohren, oder vielmehr von den Zweigen des Netzes umwerden.
fasst
Die aus dem Netze konimenden Zweige vertheilen
sich wie bei der Ente, nur mit dem Unterschiede, dass
das Ende der Art. ophthalmica nicht in die bei der Ente
unter
dem Bulbus
liegende Hardersche Drüse sich fort-
setzt.
Die Hirnschlagadern verbinden sich unter
vus durch einen kurzen aber starken Querast.
Den Verlauf
der Arteria radialis und
dem
Cli-
der Arteria
wie bei der Ente an. Da die
Injection dieser Arterien bei der Ente mir nicht gut gelungen ist, so kann ich über sie nichts sagen; den Ver-
tdnaiis
giebt
Bauer
')
lauf dieser Arterien aber des
Injeclion gut gelungen
Nachdem
ist,
Huhnes,
bei
die Art. axillaris
abgegeben
die Fortsetzung der Arteria subclavia
sich
dem mir
die
finde ich wie bei Podiceps.
sterior giebt, ehe sie in die
Die
Muskeln
cutanea trunci lateralis ab.
Diese
thoracica anterior und posterior.
ist,
in
spaltet
die Art.
Art. thoracica potritt,
die Arteria
kommt am
äusseren
Rande der Pcctoralmuskeln unter die Haut, giebt zuerst
einen Ramus cutaneus dorsalis und verläuft dann an der
Der Ramus dorsalis
Seite des Rumpfes nach hinten.
geht unter die Haut des Rückens und verbindet sich mit
dem vorderen Zweige einer durch das Foramen sacrale
superius anterius unter die Haut gelangenden Arterie.
1)
A. a. O.
p.
16.
vorzüglich über das Schlagadersystem der Vögel.
Der
441
Zweig dieser Arterie vertheilt sich ebenfalls
iiaut und verbindet sich mit anderen Ilautzwei-
hintere
ia die
gen, die
in der
Steissgegend sich ausbreiten.
kommt durch
Eine starke Arteria perforans
die Mitte
der Pectoralmuskeln unter die Haut und verläuft als Art.
cutanea abdoniinis, oder Art. cut. trunci inferior nach
hinten bis
zum Kniee, wo
sie
mit einem Zweige aus
der Art. poplitea sich verbindet.
Die Art. renalis anterior giebt, wie es auch Bauer
angegeben hat, die erste Arterie des Eileiters, Art. mesoroetrii anterior.
Aus der Aorta entspringen zwischen den
cruralibus
und den
Arteriis
ischiadicis
Arteriis
an jeder Seite
drei Arteriae sacrales.
Jede Arteria ischiadica giebt, ehe
sie zur
Becken-
höhle hinausgeht, die Art. renalis media und posterior,
die nahe aneinander entspringen.
Die
Art. renalis po-
sterior sinistra entsendet die Art. niesometrii posterior.
Die Arteria sacra media spaltet sich, nachdem sie,
^ie Dauer angegeben hat, vorher die Art. mcsenterica
posterior entsendet, in die beiden Arteriae hypogasiricac
und
in
tet sich
die Arteria coccygea
communis.
Letztere spal-
wieder in die Art. coccygea media und die
den Art. coccygeae
laterales.
bei-
Die Arteriae hypogaslricae
Hetzen sich fort in die Arteriae pudendao inlernae, die
im männliciien Thierc in die Corpora cavernosa besonim weiblichen vorzüglich dem Uterus
nnd der Scheide Hbit zuführen. Genauer werde ich ihren Verlauf bei der lieschreibung der Kloake ang(tben.
Die Art. tibialis auierior wird von der schwachen
Andeutung eines W'undernetzes begleilet, welches ich
bei einem Hahne aus vier parallel mit der Art. tibialis
anterior verlaufenden Zweigen, bei mehreren llcnneii nur
HUN zwei Zweigen besleiiiMid l'tndc.
liei einem Kajiaunc
linde ich feine parallele Zwciglein auch neben dem 8iain
ders übergeben,
442
Anatomisch - physiologische UiitersuchungeD,
nie der Arteria tarsea, die
am
unteren Ende dieses Kno-
chens einen starken Ast abgiebt, der sich in die Art.
digitalis externa der mittleren und interna der äusseren
spaltet.
Das Ende der Art. tar.sea geht z^vi.schen
dem Condylus externus und mediiis des unteren Endes
des Os tarsi in die Planta giebt hier eine Arterie für
Zehe
,
die hintere
gitalis
Zehe und verlängert
sich in die Arteria di-
externa der inneren Zehe.
Feine Zweiglein- ver-
den Phalangen nach der Seite der Zehen,
wo die genannten Arterien nicht verlaufen, theilen sich
laufen unter
hier in feine Zvveiglein, die sich theilen, unter einander
.sich
verbinden und so auch an diesen Seiten Andeutun-
gen von Digitalarterien
bilden.
§.
27.
Von den Blutadern der unteren Extreniitätcu und
des Unterleibes beim Haushahne.
Die V^enen der Zehen vereinigen
sich in einen ge-
Stamm, der über dem Sporn an die
innere Seite des Tarsus gelangt, hier in die Höhe steigt
zum Fersengelenke, die hier befindlichen Venen anfmeinschaftlichen
nimmt, an die innere Seite des untersten Endes der Arteria tiblalis gelangt, sodann zwischen dem Tendo Achillis
und der Tibia
in die
Höhe
geht zwischen den Mus-
keln der hinteren Fläche des Unterschenkels und sich
in die
Vena
poplitea ergiesst.
ben der Arteria ischiadica
bis
Oberschenkels in die Hohe,
nen und oben und gelangt
ria
cruralis,
nimmt
die
Diese geht anfangs ne-
zum oberen
Dritttheile des
beugt
dann nach
in die
sioli
Venen, welche
Arteria cruralis begleitet haben,
in-
Regleitung der Arteauf,
die Aeste der
geht neben der
nimmt die Vena
Vena renalis media vom mittleren Nierenlappen, mehrere Venae renales anteriores auf
und vereinigt sich unter der Aorta mit der der anderen
Arteria cruralis in die Beckenhöhle,
cpigastrica, die starke
443
vorzüglich über das Schlagadcrsystem der Viigel.
Vena cava inferior, welche die
Venae renales anteriores, die Venae lesticulorum aufnimmt und durch die Fossa hepatis zum Herzen geht.
Die ^'enae renales posteriores gehen aus dem hinteren Ende des hinteren Nierenlappens hervor, verbinSeite zu einer Btarken
den
den Venis coccygeis, hypogastricis und der
sich mit
Vena mesenterica posterior zu einem gemeinschaftlichen
sehr starken Stamme, der neben dem Dickdarme nach
vorn geht, sich mit der Vena mesenterica anterior zur
Vena portae dextra verbindet, die sich in die Leber
verzweigt
').
Die Vena gastrica
unteren Flache des
wo
inferior
Magens
nimmt
die
auf, geht bis
die Arteria hepatica sinistra zur
Venen der
zu der
Stelle,
Leber geht, nimmt
Venen von der unteren Fläche des Vormagens
kurzen Truncus Venae portae sinistrae,
der in der Porta hepatis durch einen Zweig mit dem
Hamus sinistcr der Vena portae dextrae in Verbindung
hier die
auf, bildet einen
steht
und
An
in
Ifluft
vcrtheilt sich in
den linken Leberlappen.
der inneren Fläche der unteren Bauchvvand vcrder Mittellinie eine Vene,
die zwischen
den
Leberlappen von vorn nach hinten bis in die Nabelgegend geht. Vorn mündet sie in die Vena cava, wo diese
aus der Fossa hepatis kommt,
nach hinten beugt sie
dem Nabel gegen den rechten Magenrand
nm, doch ohne diesen zu erreichen; wenigstens kann
ich über ihr weiteres Ende nichts angeben.
sich kurz vor
§.
28.
Von der Kloake verschiedener Vüget.
1)
det
Beim Haushahne (Gallus
man
1)
drei Abiheilungen.
Wegeu
Die
gallinaceus) unterscheierste
nimmt den Mast-
der genaueren Verbindungen und Verzweigungen
der .Niererivenen verweist ich auf Micolai;
ÜiMjuisitiones circa
444
Anatomiscli - physiologische Untersuchungen,
darm; die zweite die Oeflnungen der Harnleiter und die
Oeffnungen der Säulengänge, die an den nach aussen
Waizen
gelegenen
beßaden; die
sich
dritte die
Bursa
Fabricii auf.
Die
erste Abtheilung
ist von der zweiten in der
durch eine schwache Andeutung einer Falte getrennt, die nach aussen stärker wird,
Mitte der oberen
Wand
so dass die Papillen von einem klappenartigen Vorsprun-
ge
Die zweite und
unifasst erscheinen.
lung sind durch eine breite Klappe,
der oberen
Wand
stark
ist,
drille
Abthei-
die besonders an
geschieden.
Die
dritte
Ab-
am
vorderen Ende der oberen Wand die
Oeifnung der Bursa, ist dickhäutig und besonders an der
oberen Wand wulstig. Die Bursa ist ungefähr 3 Linien
theilung zeigt
weit hohl, erstreckt sich aber ausserdem noch 5 bis 6
Linien weit nach vorn, aber als ein dünnhäutiger, nur
aus verdichtetem Zellgewebe bestehender undurchbohrter
Körper.
die
nur
2) Beim Kapaune sind die Theile gerade so
Warzen in der zweiten Abtlieilung schwächer.
3) Bei der Henne (Gallina gallinacea) zeigen dA
;
Raum
erste
und der
ten.
Im zweiten llaume
die OefFnung
dritte
auch keine Verschiedenhei-
erscheint an der linken Seite
der Scheide.
Bei einer Henne
,
die
mit der Schale schon bekleidetes Ei im Uterus hat,
die erste Abtheilung der
falls
ein
ist
Kloake von der zweiten eben-
nur durch' eine Falte gesondert, die aber nach der
linken Seite sehr stark wird und sich nach unten und
rechts
ebenfalls erstreckt.
breit, 54- Linien, hoch,
Die Ocll'nung
ist
6f Linien
mit einem wulstigen vorspringen-
den Bande umgeben, der nach hinten in die Klappe
übergeht, welche die zweite und dritte Abtheilung der
quoruiidam animalium venas abdominales, praecipue renales. Berolini 182S.
8.
vorzüglich über das Schlagadersystcm der Vögel.
443
Die Scheide ist 1 Zoll 6 Linien lang,
mit vielen aber schwachen Längsfalten versehen. Der
Ulerus ragt oben mit einem 3 Linien breiten klappenDer Uterus
artigen ^ Ursprünge in die Scheide hinein.
Kloake scheiden.
3 Zoll 9 Linien lang, hat stärkere Falten als die
ist durch keinen ^'orsprung von der Tuba geschieden.
Die Tuba ist 11 Zoll 8 Linien lang. Die Falist
Scheide,
des Ulerus
ten der
Tuba
mehr
Tuba zeigt sich 3 Zoll 8 Linien
vom vorderen Ende des Uterus eine schmale
entfernt
Stelle,
ten
wo
sind fast
In
schief.
die
longitudinell,
die
der
Wände
dünnhäutig sind, so dass die Fal-
durch einen kreisförmigen Strich unterbrochen er-
scheinen.
Die Art. niesomctrii anterior giebt zuerst einen bedeutenden Z«eig für den vorderen Theil des rechten
Mcsometriuni, verläuft hierauf bis sie die Tuba fast erreicht, giebt noch einige schwächere Zweige zum rechten Mesometriura, die auch mit der Art. niesomctrii pound geht 4 Zoll vom freien
an der hinleren Fläche derselben von rechts nach links und theilt sich hier in die
sterior dextra anastoniosiren,
Ende
der
Tuba
entfernt
Art. mesometrii sinistra anterior
verläuft nach vorn bis
tere bis
Ktra
zum
zum Uterus, wo
und posterior. Erstere
Ende der Tuba, letz-
freien
mit der Art. uterina sini'
sie
anastoniosirt.
Die Art. mesometrii
posterior, ein
nalis posterior sinistra, giebt
nach vorn
als Art.
der linken
Seite
mesometrii posterior dextra verläuft,
wo
bis zu der Stelle,
Ast der Art. reZweig, der
zuerst einen
die Art. mesometrii sinistra
hinübergeht,
entsendet
nach
hierauf noch
Zweige an das hintere- Ende des Mesomelrium dextrum, erreicht den Ulerus etwas hinter seinem vorderen
viele
Ende und
anzusehen.
ist
nun
als
Art.
uterina
anterior
communis
Sie entsendet hier gleich eine starke Art.
uterina anterior sinistra, welche eine Art. uterina supe-
446
Anatomisch • phj'siologische Untersuchungen,
rior,
die nach hinten geht, abgiebt, dann weiter nach
vorn verlauft,
abschickt,
Zweige an die
die mit
linlie Seite des Uterus
der Art. uterina posterior sinistra
anastomosiren, und zuletzt in einen Zweig sich verliert,
der mit
dem
hinteren Aste der Art. mesometrii posterior
sich verbindet.
Die Art. uterina anterior dextra, ein Ast der Art.
pudenda dextra, theilt sich in viele Zweige, die sich
besonders an der rechten Seite des vorderen Endes des
Uterus ausbreiten, mit den Zweigen der Art. uterina
anterior sinistra und posterior dextra anastomosiren. Die
Art. pudenda sinistra entsendet zuerst eine Art. uterina
superior, die auf der oberen Fläche des Uterus
von hin-
ten nach vorn geht, dann einen Muskelast, hierauf die
die vom hinteren Theile
des Uterus sehr stark nach rechts und vorn hinläuft,
Art. uterina posterior dextra,
sodann einen Zweig zum hintersten Ende der Vagina,
darauf eine Art. vaginalis superior, die an der linken
Seite der Vagina nach vorn geht bis zur VaginalporJede Art. pution des Uterus und sich hier verzweigt.
denda interna giebt weiter nach hinten einen Zweig, der
neben dem Ureter nach hinten geht und sich vertheilt
unter der Haut der oberen AVand der driden Abtheilung
der Kloake, verläuft hierauf nach unten und hinten zur
Seile der Kloake, theilt sich nach unten in zwei Aeste,
die nahe an einander liegen,
hintersten Endes
an der unteren Fläche des
der Kloake mit denen der entgegen-
gesetzten Seite anastomosiren und als Andeutung der
Corpora cavernosa anzusehen
Beim Hahne geht das
sind.
hinterste
Ende der
Art. 'pu-
Corpora cavernosa über,
die zur Seite der mittleren Abtheilung der Kloake über
den Samenbläschen und den Papillen liegen, aus den
feinsten Verzweigungen des hintersten Endes der Art.
denda interna
in
die
stari\en
pudenda bestehen und noch kleine Zweige zum hin-
vurzüglich über das Schlagadersystem der Vogel.
tersten
Ende der Kloake .wieder aus
447
sich hervorgehen
lassen.
Beim Kapaune
gegen, aber
viel
sind die Corpora cavernosa auch zu-
schwächer
Bei einem Hahne,
als
den ich
beim Hahne.
in der Mitte des
Som-
mers zerg;lipderte, wie die Testikel den höchsten Grad
der Ausbildung erreicht hatten, fand ich folgende Abweichung. Die Barsa Fabricii war ganz geschlossen, so
dass das hinterste Ende, welches in die hintere Abtheilung der Kloake sonst einmündet, dasselbe zellhäutige
Ansehen wie der vordere Theil hat. An ihrem äussersten hinteren Ende geht aber die geschlossene Bursa in
einen fast
i-
l^J-
Linien langen, an seiner Basis ungefähr
Linien breiten, gegen die Spitze etwas schmäler wer-
denden, in der Mitte seiner unteren Fläche eine schwache Rinne zeigenden , frei in die dritte Abtheilung der
Kloake vorragenden, von der Klappe, die die mittlere
und hintere Abtheihing scheidet, bedeckftn Zipfel über.
Drei Linien von ihrem hinteren Ende besitzt die geschlossene Bursa in ihrer Substanz einen compacten lin.<ienfürmigen Körper, der beim Durchschnitte aus Gefässzweigen zu bestehen scheint.
dieser Stelle der Bursa
kann
Bis
zum
Seitenrande
ich einen starken Artcrien-
pudenda interna verfolgen, der sich wahrjenen linsenförmigen Körper verzweigt.
Dieser Arterienast findet sich auch sonst, sowohl beim
männlichen als weiblichen ausgewachsenen Tbiere, ist
ast der Art.
scheinlich
in
aber schwache!-; auch
habe ich ihn sonst nie bis zur
Bursa selbst verfolgen können, sondern nur an die Kloake «ich verzweigen sehen.
Bei einem vier Wochen alten Hahne ist die Bursa
Fabricii
.0
Linien lang
einen drüsigen Bau.
n^h
gM
hohl;
als
in
die
Mündungen
.3
Wände
zeigen
der ganzen
Länge
Linien breit; die
Die Bursa
fallige
ist
Höhle führen
der Driisenwände.
feine Oeltnun-
Corpora caver-
448
Anatomisch -physiologische Untersuchungen,
nosa sehe ich noch nicht, obgleich die Arterien des
übrigen Körpers sonst gut gefüllt mit der Wachsmasse,
und
die Testikel deutlich
die
zu erkennen
Bei der Nebelkrähe
4)
Warzen
sind.
finde ich im alten
Männchen
der OefFnungen der Samengänge deutlich.
Die Bursa Fabricii
ist
geschlossen, hat ein zusammen-
gefallenes, zellhäutiges Ansehen, keine Höhle, ist 6 Li-
nien lang,
endet nach vorn spitz.
beträgt 2 Linien.
Beim jungen,
Ihre grösste Breite
einige
Monate
alten
Thiere ist sie 1 Zoll lang, hat ungefähr die Gestalt eines menschlichen Uterus, ist an ihrem vorderen Ende
94 Linien, an ihrem hinteren 2 Linien breit. Die Wände
sind etwas über 1 Linie dick; sie bestehen aus lauter
Acinis, die leicht von aussen, sowohl wie von innen zu
Im Inneren der weiten Höhle erkennt
Vorsprünge der inneren Haut, welche bald
grössere, bald kleinere Taschen bilden, in welche die
Drüsenöft'nungefc der Wände einmünden. Die erste und
zweite Abtheilung der Kloake sind wie die zweite und
dritte durch eine deutliche Klappe geschieden.
5) Bei der jungen Dohle ist die erste und die zweite
Die Klappe
Abtheilung der Kloake wenig geschieden.
erkennen
man
sind.
viele
zwischen der zweiten und dritten Abtheilung
Die Bursa
ist
eine weite,
mit drüsigen
ist breit.
Wänden
verse-
hene, 11 Linien lange Höhle.
Beim männlichen alten Thiere
Warzen, an denen sich die Samengänge öffnen, sehr deutlich. Bei einer weiblichen Taube fand
6)
Bei der Taube.
sind die
ich einen rechten Oviduct, der 4 Linien lang, hohl, mit
einen Ende frei und blind aufhörte;^ mit dem anderen durch eine Oeft'nung von der Grösse eines Steck-
dem
nadelkopfes in die rechte Seite der zweiten .Vbllieilung
der Kloake einmündete. Spur einer Bursa finde ich beint
männlichen alten Thiere und bei zwei allen weiblichen,
ausser einer fast haarfeinen schwachen,
gleich
blind
449
vorzüglich über das Schlagadersystem der Vögel.
geschlossenen Vertiefung hinter der Klappe, welche die
zweite von der dritten Ahtheilong der Kloake scheidet,
nicht.
7) Bei der jungen Rohrdommel ist die Bursa 7 Linien lang, die Höhle geräumig, mit einer engeren Oeff-
nung versehen Wände drüsig.
8) Bei einem allen weiblichen, im August getSdteten kurzohrigen Ohrkauze, «o der linke Oviduct noch
;
ziemlich weit, das Ovariuni ziemlich stark erscheint,
ist
auch der rechte Oviduct zugegen, aber so unbedeutend,
dass ich eine Borste kaum 2 Linien tief einführen kann.
Die
und zweite Abtheilung der Scheide
erste
ist
durch
eine Klappe nicht geschieden, wohl aber die zweite und
dritte.
Die
dritte
Abtheilung
ist
weit, zeigt aber die
Ocft'nung der Bursa nicht.
9) Beim jungen Mäusebussard ist die Bursa in einem Thiere lOy Linien, im anderen 1 Zoll 2 Linien lang,
eine weite geräumige drüsige Höhle,
gere Oeffnung
die durch eine en-
Abtheilung der Kloake führt.
Bei einem weiblichen Thiere,
in die hintere
Bei der Hausente.
welche noch vor kurzem ein Ei gelegt hat, ist die Klappe zwischen der vorderen und mittleren Ablheilung der
Kloake
breit
wulstig und turgescirend.
,
In der mittle-
ren Abtheilung erscheinen
nach aussen von den Oetinungen der Ureteren die Oeflhungen der Eileiter. Die
des rechten von der Grösse einer Linse führt in einen
6} Linien langen, vorn blind und
Kanal.
frei endenden hohlen
Die Oeffnung der Scheide oder des hinteren
Endes de« linken
\erläuft
1
Zoll
fast rechtwinklige
läuft 1 Zoll
.'t
Eileiters
ist
weit;
5 Linien nach vorn,
Krümmung nach
die Scheide selbst
macht dann eine
der linken Seite, ver-
Linien lang, ehe sie den Uterus erreicht.
Die Länge des Uterus beträgt 2 Zoll. Drei Zoll ß Linien
entfernt vom \ordcren Ende des Uleiii.s bemerkt niaa
eine dünnhäutigere, 1^ l^inien breite Stelle,
UtcktU
Arcliir
f.
Auat. u.
i'\>y».
lS2il.
wo
Wi
die Fal-
450
Anatomisch - physiologische Untersuchungen,
ten der inneren
Haut der Tuba
Die Tuba
sind.
noch 7
Zoll.
iiiisst
In
von hier
kreisförmig unterbrochen
bis
zu ihrem freien Ende
der hinteren Abtheilung der Kloake
bemerkt man an jeder Seile drei kleine blinde Taschen.
Die Bursa Fabricii ist 1 Zoll lang; doch kana ich die
Borste nur 6 Linien tief einführen.
Beim männlichen Thiere sind die Corpora cavernosa
stark, liegen von einander getrennt hinter den Papillen
Der Penis geht
der mittleren Ahtheilung der Kloake.
mit seiner Basis nach links und oben zur oberen
Wand
der hinteren Abtheilung der Kloake, indem seine Basis
hier
zum
Theil die Klappe, welche die mittlere und hin-
tere Abtheihing scheidet, zurückdrängt, so dass sie fast
verstrichen erscheint,
Wand
zum Theil
die
Wulst der oberen
Die Bursa
der hinleren Abtheilung mit einninniit.
Fabricii ist 9 Linien lang, ihre Oeffnung, sehr fein, en-
det bald blind, so dass eine Borste nur
dringt.
i-
Linie
tief ein-
In der Mitte besitzt sie aber wieder eine
l-f
Linien lange, nach vorn und nach hinten geschlossene
Von der Spitze der Bursa geht ein fadenförmiHöhle.
ger Zipfel ab, der nichts als eine feine Arterie ist, die
aus der Art. pudenda sinistra kommt, und deren Anfang
ich injicirt habe.
Die
pact, fast knorpelartig.
Kloake zeigen
sich
Wände
der Bursa sind sehr com-
In der hinteren Abtheilung der
an jeder Seite auch die kleinen drei
blinden Taschen.
Erklärung der Abbildungen.
Männlicher Podiceps subcristatus. Die Briisthohle und die Bauchhöhle sind geöffnet, die Eingeweide
Fig.
1.
herausgenommen. Die Arterien sind injicirt.
A.A. Die Flügel. B. Der Steiss. CC. Die Füsse.
D. Der Mastdarm. E. Der grosse Brustmuskel der rechten Seite.
F. Der grosse Biustmuskel der linken Seite,
vom
Torzäglich über das Schlagadersyetem der Vügel
451
Brustbeine gelöst und zurück gelegt, so dass
man
den Verlauf der Fortsetzung der Arteria thoracica sieht.
G. Muskelpartie die auf dem aufgehobenen Schlüssel,
beine der linken Seite
liegt.
H. Der untere
Tiieil des
Halses; die Muskeln der vorderen Fläche sind entfernt,
so dass die Processus spinosi anteriores erscheinen, durch
deren Kanal die Art. carotis primaria geht. /. Der obere
Theil des Halses von vorn noch von Muskeln bedeckt.
K.K.K. Die Luftröhre. L.L. Die Speiseröhre.
b. Der rechte Truncus, der
a. Der Aortenursprung,
und die den Bogen
Der linke Truncus
der Aorla, oder die Art. subclavia sinistra. fj^. Die Aorta
descendens. gg. Die Arteriae ischiadicae. h Die Art
coeliaca. t. Die Art. niesenterica anterior, kk. Die Hom.m.m.m. Die Arteriae
den. II. Die Arteriae crurales.
o.o. Muskel:is(e
epigasiricae.
n. Die Art. sacra media,
aus der .\rt. Sacra media, p. Die Art. mesenlerica posterior,
q q. Die Arteriae hypogastricae. r. Die Art.
coccygea communis, die sich gleich in drei Aeste spalt.
Die Art. carotis primaria an ihrem Ursprünge
tet,
aus dem linken Truncus. t. Der gemeinschaftliche Stamm,
der sich in die Art. cutanea colli anterior v.v.v., und in
die Art. oesophagea anterior u spaltet,
wto. Arteric,
welche die Art. vertebralis, transversa colli und cutanea
sich in die rechte Art. subclavia c,
d
bildende Aorta posterior
colli lateralis
theilt.
e.
der linken Seite abgiebt.
x. Arterienstamm,
der aus der Art. subclavia dextra entspringt, an der Stel-
wo an der linken Seite die .'\rt. carotis primaria hervorkommt, y. Arteria oesophagea adscendeng posterior.
X. Die Art. transversa colli dextra.
Die Stelle, wo die Art. transversa colli in den
1.
le,
hinteren
Zweig und
2.2. Die
»ich spaltet.
in
die
Art.
cutanea
colli
lateralis
Art. cutaneae colli laterales.
3.3.3.
Die Arterienbogen am oberen Halsende. 4. Bogen, gebildet durch Vereinigung des oberen Endes des Stammes
29
\
•
•
452
Anatomisch - physiologische Untersuchungen,
colli anterior mit der Art. occipilalis.
Vereinigung des letzten Bogens der Art. cutanea colli
anterior mit einem Zweige aus der Art. thyreoidea su-
der Art. cnlanea
5.
6. Die Art, carotis externa, %vo sie hinter dem
Zungenbeine 7 aus der Tiefe hervorkommt. 8. Die Art.
Die Art. subungualis dextra.
snblingualis sinisfra.
perior.
10.
Der durch beide Subüngualarterien
11.
die sich in die
1.3.
gebildete einfa-
Die Art. submcntalis der Unken Seite,
zurückgeschlagene Haut verzweigt. 12 und
che Stamm.
Haupläste aus der Arl. thyreoidea superior.
14.14.
Durchbohrende Aeste der Art. thofacica anterior, die in
15.15. Durchbohrende Aeste aus det
die Haut gehen.
Art. thoracica posterior,
Briitorganes gehen.
die
16 16
zum
16.
vorderen Tiieile des
Die Art cutanea abdouii-
17. Der Zweig aus der Art. suralis posterior, der
zum Brütorgane geht. 18. Der Zweig aus der Art. pudenda interna, der zum hintersten Ende des Briitorganes geht. 19.19. Die Vena cutanea abdominis der linnis.
ken Seite mit ihren Verzweigungen.
31.
sinisira.
laris
20.
Die Art. axil-
Art. thoracica anterior sinistra.
Art. thoracica posterior sinistra.
2.3.
Art cutanea abdo-
Die Processus spinosi anteriotes der
23. Die unter dem untersten Processus spi-
24.24.24.24.
uiinis.
Halswirbel.
nosus anterior entspringende Arterie, die mit der Carotis hinter diesem Processus aufsteigt, und erst bei 26 unterhalb
des zweiten Processus sich in zwei Seilenäsle
spaltet.
27 27. Arterien, die gleich doppelt aus der Caunter dem dritten und vierten Processus
rotis primaria
spinosus anterior entspringen.
Fig.
crislatus
so dass
sieht.
2.
in
man
Kecble Seite des Kopfes von Podiceps subnatürlicher Grösse.
Die Haut
Die Cornea und der Knochenring mit den Feuclr
Auges sind ebenfalls forlgenommen, daher
tigkeiten des
man
ist entfernt,
die oberfliichlichen ausgearbeiteten Arterien
in das Innere des
Bulbus
blickt.
Torzüglich über dds .Schlagadersysteoi der Vugel.
453
b. Der Fächer im
a. Das Rete luirabile faciale.
Auge nach der äusseren Seite zurückgelegt, c.c. Die
Arteiia
facialis,
d.
Art. subcutanea maxillae inferioris.
Zweig, der zum äusseren Gehörgange geht. f. Zweig,
der zur Haut an die Wurzel des Schnabels geht.
Fig. 3. Die hintere Fläche des rechteo Augapfel«
vun Podiceps subcristatus.
a. Die Art. ophthalraica an der äusseren Seite deii
Sehnerven ctrfa.s in die Höhe gehoben, damit das Wune.
dernetz b des Fächers sichtbar wird.
d.
Die
.Vrteria ophthalmica,
nervm
sich in
c.
Der Sehnerv.
an der inneren Seile des Seh-
mehrere Zweige iheilend,
die als Arte-
riae ciliares internae die Scierolica durchbohren.
Fig.
4.
Die hinlere
Flä4:he des linken
Auges von
Fulica atra.
a.a. Diu OeBnung der Sclerotica, durch welche die
Venen aus dem Bulbus hervorkommen, b. Die Sehnerveospalte der Sclerotica. c. Der obere, d. der untere
Abschnitt der Sehnervenspalle, vom blulroiben Ringe um-
geben.
Fig. 5. Die hintere Abtheilung des Bauches eines
männlichen l'odiceps subcristatus, die Muskeln, die innere Fläche der Haut und vorzüglich die Nerven darKtellend.
Die Haut des Rauches
hin zurückgeschlagen.
ist
nach beiden Seiten
Nur an der reuhtea
Seile sind
die Thelle ausgeführt.
ua. Die Rauchrnuskeln.
dem
b b.b b.
Die die Kippen mit
Brustbeine verbindenden Knochenslücke,
und Lumbarnerven.
Intercoslal-
c.c.c.c.e.c.
d d d. Unterschenkel.
Der dem Brülorgane zunächst liegende Theil d«r
Haut, an diNsen iniit-rfn Fläche man die starken Federwurz>:lu uii^den Paiiuiculus adiposus erkennt ). JJ.
Bducbliiuiiiuu.tkel.
isggi!,. Die innere Fläciie der von
e e.e.e.
'
1;
Mau
\
ergleiche die rechte Seite.
454
Anatomisch -physiologische Untcrsuchungeo,
Federn entblössten, zum Brütorgane gehörenden Haut.
h.hk.h. Vorragende Federn,
i. Der Steiss.
Fig.
status, der
Ein Theil des Schädels von Podiceps criden Verlauf der Art. carotis interna enthält.
6.
Die Knochenkanäle sind aufgebrochen.
o. Die Stelle, wo die Art. carotis interna in ihren
Kanal tritt, b. Der äussere Ast der Art, carotis interna,
der am äusseren Rande der Fenestra ovalis verläuft, c.
Die Art. ophthalmica; d. besonderer Ast, der durch einen eigenen Kanal zum Hinterhaupte geht. e. Zweig
des inneren Astes, der wieder an die äussere Grundfläche des Schädels zurückkehrt.
Fig. 7. Die innere Schädelgrundfläche der Taube.
Die zu einem Stamme verschmolzenen Hirnschlagadern in ihrer natürlichen Lage hinter dem Clivus. Die
harte Hirnhaut, die sie von oben bedeckt, ist entfernt.
c.c. Die beiden vor dem Clivus getrennt
b. Der Clivus.
hervortretenden Hirnschlagadern, d.d. Die Hirnschlagadern, wie sie durch besondere OefFnungen vor den Sehnerven aus der Schädelhöhle in die Augenhöhlen gehen,
nachdem sie dem Gehirne seine Zweige abgegeben haben.
Fig. 8. Aeussere Schädelgrundfläche von Strix dasypiis.
Man sieht hier besonders die Erweiterungen und
Zusamnienziehungen der Carotiden.
u.a. Art. carotides communes.
b.b. Die Stellen, wo
a.
sich
die Art. car.
spalten,
c
c.
comm.
in
die
äusseren und inneren
Art. carotides internae.
d d.
Art. linguales.
Hautzweige zur Ohrgegend, ff. Art. palatinae.
Fig. 9. Ein Theil der äusseren Schädelgrundfläche
von Strix dasypus, um den weiteren Verlauf der Art.
e.e.
carotis interna zu zeigen,
a.a.
Die
Eintrittsstelle der in-
b. Der äussere Ast
Der innere Ast an derselben
neren Carotiden in die Schlafbeine,
an der rechten Seite,
c.
dd. Die an die äussere Schädelgrundfläche zurückkommenden Zweige, e.e. Der weitere Verlauf der
Seite,
455
Turzüglicli übev «las Selüagadei'jyjteni der Vogtl.
inneren Aeste, indem sie der Mittellinie entgegenstreben,
durch die
aufgebrochenen Knochenkanäle durchschim-
mernd,
Der
f.
für
beide verschmolzenen Arterien be-
stimmte einfache Knochenkanal, der an die innere Schädelgrundfläche führt.
Der Kanal
für
den äusseren Ast der rechten Seite,
so wie für den Anfang des inneren Astes derselben Seile
ist
aufgebrochen.
An
der Unken Seite
ist
dies nicht ge-
schehen.
Fig. 10.
Die Hirnschlagadern von Sfrix dasypus,
wie sie sich nähern , vereinigen und wieder trennen.
a.a. Die noch getrennten Aeste, indem sie der Verei-
entgegengehen,
nigung
b.
Ae.ste,
indem
Fig. 11.
sie
c.c.
zum Gehirn
Die wieder getrennten
in die
Höhe
gehen.
Die linke Hälfte des Briitorganes von Fu-
licu atra.
a
a.a.
Die innere Fläche der von Federn und vom
Panniculus adiposus entblössten Brust- nnd Bauchhaut,
mit der das Thier brütet, h.h.h. Die innere Fläche der
dem Brütorgane zunächst gelegenen Haut, an der man
die
Wurzeln der Federn erkennt,
muskel.
c.
c
Der BauchbautRand
c.
dd.d.d. Die Zellhaut, welche den oberen
des Bauchhautmuskels an den Seitentheil des Rumpfes
e.e.e. Aponeurotischer Theil der Bauchmuskeln.
heftet,
Die Spitze des Schamheines, gg. Schiefer Bauchmusi.i. Bauchhaut oder Brütarterie, welche
Ä, After,
den grossen Brustmuskel /./. durchbohrt, k.k.k.k.k. Inter-
J'.
kel.
costal-
und Lumbarnerveo.
Fig. 12.
Die aufgeschnittene Kloako einer weihli-
chen Fulica atra während
Mastdarm.
/>
iheilung der Kloake,
d.d.d.
li-u
iles
Brütens.
«.
Oetfnung des Mastdaruies
r.
Dickdarm oder
Ab-
in die crstt-
Erste Abtheiluiig
di-r
Kluppe, welche die erste Ablbeilung von
Ablbeilung der Kloake scheidet,
grosKcn oder linken Eileiters.
J'J",
e.
Kloako.
iler
zwei-
Oell'nun;;
des
Oeffnungeu der iiaru-
456
Anatomisch-physiologische Untersuchungen,
OefFnung des rechten oder kleinen Eileiters.
Klappe , welche die mittlere von der hinteren Ab-
leiter.
h
h.
g.
theilung scheidet.
Fig 13. Die mittlere und hintere Abtheilung der
Kloake von demselben Thiere.
aa. Die Klappe, welche die vordere Von der mittleren Abtheilung der
des rechten,
c.
Kloake
scheidet,
b
Die Oeffnung
die Oefiniing des linken Eileiters,
d.dd.
Die hintere Abtheilung der Kloake, e e.e. Die Klappe,
welche die mittlere von der hinteren Abiheilung scheidet,
y! Oeifnung der Bursa Fabricii. g. Gefässkranz im Umfange der Oeffnung der Bursa durch die Haut der dritten Abtheilung durchschimmernd.
Fig. 14.
Ansicht der unteren Flüche der Kloake
einer weiblichen Fulica alra, welche ein mit der Kalk-
schale bekleidetes Ei im Uterus hatte.
a.
Die Kloake, c. Der rechte
D'e linke Scheide nach vorn
Gefässkranz im Umfange des hinteren
Der Mastdarm,
oder kleine
Eileiter,
abgeschnitten,
e.
b.
d.
Endes der Kloake.
Fig. 15.
Die Kloake der weiblichen brütenden Fu-
von oben dargestellt.
ff. Der Mastdarm,
b. Die Scheide oder das hintere
Ende des linken Oviducts. c.c. Die Bursa Fabricii. d.d.d.d.
lica atru
Die lliirnleiter. e. Der rechte oder kleine
Die Afteröfthung.
Fig. 16.
Eileiter.
J".
Die mittlere und hintere Abtheilung der
weiblichen Fulica atra, die im Uterus ein mit der Kalkschale bekleidetes Ei halte.
aa. Die Klappe, welche die mittlere und hintere
Abiheilung der Kloake scheidet, b. Die Oeffnung der
Scheide oder des hinleren Endes des linken Eileiters.
c.
Die Oeffnung des rechten Eileiters. Zwischen beiden
man die Oeffnnngen der Harnleiter.
sieht
457
vorzüglich über das Sclilagadersystem der Vögel.
F
i
Die zweite und
g. 17.
dritte
Abtheilung der Kloa-
ke einer männlichen Fulica atra.
a a. Die Papillen. Zwischen ihnen sieht man die
Oefl'nungen der Harnleiter, b. Die hintere Abtheilung
der Kloake.
Fig. 18. Das Gefässnetz aus Zweigen der Art. pudendae gebildet, welches in dem Wulste der oberen
Wand der hinteren Abiheilung von Fulica atra liegt.
aa. Die Zweige aus den Art. pudendis, die das
Netz bilden, b.b. Die Zweige, die weiter gehen, um
sich mit den Fortsetzungen der Art. pudendae wieder
i
zu verbinden, welche den Kranz im Umfange des hinteren Endes der Kloake bilden, c.c. Die Fortsetzungen
der Art. pudendae, die sich mit den Zweigen b.b. verbinden und den Kranz
d.d. (vergl. Fig.
Die Bursa Fabricii
14. e.)
bilden.
Grösse
von der männlichen Fulica atra.
Fig. 20. Die Beckenartcrien des Haushahnes, a.
Die Aorta, bb. Die Art. crurales; c c. deren FortsetzunFig. 19.
in natürlicher
ddd.d. Die Art. epigastricae und ihre Zweige.
gen,
e.e.e.
Rarai sacrales.
nales posteriores,
BBCralis media,
cygea communis,
culares.
o
o.
f.f. Art. ischiadicae.
h.h. Art.
k.
gg. Art.
renales anteriores,
Art. mesenterica posterior.
m
/.
i.i.
re-
Art.
Art. coc-
m. Art. hypogastricae. n n. Ilami mus-
Corpora cavernosa.
p. Kloake,
q.
After-
ötfnung.
Die Kloake vom Kapaune.
Die Art. pudendae internae. b b. Die Corpora
cavernosa.
c. Die Kloake,
d. Die Aflerspake.
Fig. 2'.?. Die Kloake eines Haushahncs geöffnet,
an der die oben beschriebene Abweichung dargestellt ist.
a.aa. Die miniere Ablhcilung. b. Die vordere Abtheilung.
c.c. Diu Kl,i|)pen, hinter denen die Papillen
dd. mit den OcnViuiigeii der Samengiingc liegen, c.e.
Die Klappe zwischen der mittleren und hinteren AblhciFig. 21.
u.a.
258
Anatomisch -physiologische Untersuchuagen,
lung nach vorn zurückgelegt, f. Die hintere Abtheilung
der Kloake, g. Der vorragende Zipfel der Bursa Fabricii.
Fig.
23.
Die Bursa Fabricii desselben Thieres
ih''
Länge nach dargestellt.
u.a. Die Arterien, die zu den Seitenrändern gehen.
Der vorragende Zipfel, c. Der linsenförmige com-
rer ganzen
b.
pacte Körper.
F
i
g. 24.
Der
frei
vorragende Zipfel der Bursa, der
die verschlossene Oeflnung der Bursa bedeckt,
zuriiok-
Die hintere schwach gerinnte Fläche des Zipfels,
h. Die Vertiefung hinter dem Zipfel.
Fig. 25. Die Kloake einer weiblichen Henne, welgelegt.
a.
che ein mit der Eischale bekleidetes Ei im Uterus hatte,
unaufgeschnitten von unten dargestellt.
u.a.
in
Die Art. pudendae internae. h.h Die Zweige,
sie übergehen, die den als Andeutung der
welche
Zellkörper zu betrachtenden Gefässkranz
tere
Ende der Klonke
bilden,
d.
um
Die untere
das hin-
Wand
der
Die Afterötfnung.
Fig. 26. Die Kloake, der Uterus und die Scheide
einer Henne, welche am 19ten Tage des Brütens getödtet wurde, von oben dargestellt.
h. Die Kloake,
c. Der Ulerus.
o. Der Mastdarm,
e. Der gerade
d. Der gekrümmte Theil der Scheide,
g-. Die AfterThoil derselben, f. Die Bursa Fabricii.
öffnung, h. Die Art. mesenterica posterior, ii. Die Art.
pudendae internae. k Art. uterina posterior. /. Art. vaginalis, mm. Starke Zweige der Art. pudendae, die zur
Kloake gehen (die beim jüngeren Thiere sich besonders
an die Bursa Fübricii verzweigen), n.n. Die Harnleiter,
o o. Zweige der Art. pudendae internae, die sich in die
Wulst der oberen Wand der hinteren Abtheiluiig der
Kloake verzweigen.
Fig. 27. Die Kloake eines männlichen Poditfeps
Kloake,
c.
459
vorzüglich über das Schlagadersystem der Vögel.
von nuten dargestellt, a.
Der Mastdarm, b. Die Kloake, c. Die Afteröflnung.
d. Die Klappe der unteren Wand, welche die hintere
Abtheilung der Kloake von der AfterötFnung trennt, die
durch die äussere Oeffnung sichtbar wird. e.e. Die Enden der Art. epigastricae. ff. Die Corpora cavernosa.
Fig. 28. Die untere Fläche des Vormagens und
sabcristatas nnaufgeschnitten
Magens von Fulica atra.
o. Der '\'ormagen. b.b. Die untere Magensehne,
Die
Art. gastrica inferior,
arterie,
f.
g. Starker
e.e.e.
Die Fortsetzung der Art. gastrica inferior.
Zweig, der die Sehne durchbohrt und in die
Substanz des Magens dringt,
teren
c.
Die rechte Magenrand-
Endes der Art.
h.
Rechter Zweig des hin-
gastrica inferior, der sich mit der
rechten Magenrandarterie verbindet,
i.
Linker Zweig des
hinteren Endes der Art. gastrica inferior,
der linken Magenrandarterie verbindet,
der sich mit
k.k.k.
Die linke
Magenrandarterie.
Fig. 29. Die obere Fläche des Vormagens und
gens von Fulica atra.
C.
A.A. Der Vormagen.
Dag Duodenum.
a.
terien,
Die Art. coeliaca.
deren eine aus
Ma-
B.B. Die obere Magensehne.
b.b.
Die oberen Vormagenar-
dem Stamme der
Art. coeliaca,
Magenrandes entspringt, die beide sicii unter einander verbinden,
c.c. Die
Arterie des rechten Magenrandes, d. Die abgeschnittene
Art. lienali.s.
e. Die abgeschnittene Art. hepatica dextia,
f. Die Erweiterung der Art. coeliaca, indem sie sich in
die Art. pancrealico-duodenalis g. und die Arterie der
die andere aus der Artertc des linken
oberen Magenfläche
hin
\
erläuft
und
Fig. 30.
h. spaltet,
t.t.
Zweig, der hinter dem
dem Duodenum nach
Pylorus und unter
der rechten Seite
den .Magen dringt.
Der Unterschenkel und der Tarsus von
in
Podicepa cristatus.
460
Anatomisch -physiologische Untersuchungen,
a.
Der
Tarsus,
d.
Kniescheibenfortsatz,
Die
Art. popIitea,
wo
h.
sie
Die Tibia.
c.
Der
durch die Oefl'nung
zwischen der Tibia und Fibula nach vorn kommt und
gleich wieder an die hintere Fläche des Unterschenkels
zurückkehrt,
e.
Der Zweig, der an der äusseren Seite
des Kntescheibenfortsatzes in die Höl^e
steigt,
f. Star-
Verbindungszweig
zum Wundernetze, h. Die Art. peronaea, indem sie an
die vordere Fläche des Unterschenkels gelangt,
i. Die
Art. tibialis anterior, indem sie an die vordere Fläche
/; k.
«lus Unterschenkels gelangt.
Das Wundernetz. /./.
Die Art. tarsea. m. Die Stelle, wo die Art. tarsea durch
die Oeffnung des unteren Endes des Tarsus nach hinker abgeschnittener Muskelzweig,
g.
ten geht.
Fig. 31.
Die hintere Fläche des Augapfels vom
weissen Storche.
Die Art. ophthalmica an der äusseren Seite des
h. Die Stelle, wo sie zwischen dem Musculus
rectus oculi internus und M. obliquus superior zur inneren Wand der Augenhöhle geht. c. Das Rete niiiabile
d.
des Fächern an der äusseren Seile des Sehnerven
a.
Sehnerven,
Das Hete niirabilc an der inneren Seite des Bulbus, aus
dem die Art. ciliares posteriores internae kommen, e.
Der Nervus opticus, f. Der pyratuidenförmige, g. der
\iereckige Muskel zur Bewegung der Nickhaut. h. Die
Sehne des pyramidenförmigen Muskels, t. Der untere
gerade Muskel des Auges, k. der äussere, /. der obere,
m. Der obere, o.
N. der innere gerade Augenmuskel,
der untere schiefe Augenmuskel.
Fig. 32. Der Fächer aus dem Auge von Falco apivorus mit der starken Arterie, die an der Grundfläche
des Fächers verläuft und den vielen aus ihr entspringenden , zu den einzeluen Falten gehenden Zweigen.
46t
vorzüglich über das Schlagadersyatem der Vögel.
Anatotnische Bemerkungen.
§•
1.
Ueber die Schlagadern des Halses und Kopfes
der Vögel.
SIeckeP)
stellt
folgende Reihe von Bildungen der
Carotiden in
gemeinschaftlichen
Ursprung und Verlauf
Zwei
1)
Beziehung
auf
ihren
fest:
genieinschafiliche Carotiden entspringen ge-
trennt und verlaufen getrennt.
Zwei getrennt entspringende gemeinschaftliche
2)
Carotiden vereinigen sich zu einem gemeinschaftlichen
oben wieder
sich nach
Stamme, der
in die beiden
Ar-
terien spaltet.
Es entspringt nur eine gemeinschaftliche Caro-
3)
tis,
oben sich
die nach
zwei gemeinschaftliche Caro-
in
tiden spaltet.
Die Hanptbildungen, welche A'jV^cA
dem Unterschiede,
dieselben, nur mit
zwei getheilt
Es
a)
ist,
') angiebt, sind
dass die dritte in
nämlich:
entspringt die gemeinschaftliche Carotis auf der
rechten Seite und fehlt an der linken
sie entspringt
b)
an der linken und
fehlt
an der rech-
ten Seite.
Die zweite Bildung
ist
von Stecket entdeckt und
von Nitteh bestätigt bei der Rohrdommel. Aus der gegebenen Beschreibung der Schlagadern dieses Thieres
erhellt, dass ich den Verlauf der gemeinschaftlichen Carotiden anders als Meckel und Nilach fand.
Ich habe
V)
Archiv für Anatomie und Phyuiolo-pc. 1826. S. 158.
de avium arteria carotide communi. Halae
%) UbsiTvatiunes
18:19.
4.
1>.
».
462
Anatomisch • physiologische Untersuchangeii,
zwei junge Thiere dieser Art nntersuclit das eine, welches im August geschossen war, nach vorangegangener
;
im September. An letzterem, welhabe ich nur die grösseren Stämme verfolgt; nach er^terem ist die gegebene Beschreibung
der Schlagadern. Ich habe in beiden Exemplaren die
gemeinschaftlichen Carotiden auf die angegebene Weise
verlaufend gefunden; und wollte man auch annehmen,
dass ich mich bei dem nicht injicirten getäuscht, dass
Injeclion; das zweite
ches ich nicht
injicirte,
ich künstlich den gemeinschaftlichen,
in der Mittellinie
Stamm von
Wurzeln aus der
verlaufenden
seinen beiden
ganzen Länge nach bis zu seinem oberen Ende getrennt
habe (was ich , wie ich glaube doch gemerkt haben
würde), so lässt doch das zweite Präparat, welches
noch auf der Breslauer Anatomie aufbewahrt wird, keinen Zweifel an der Richtigkeit meiner Angabe. Ich habe
den Kanal der vorderen Dornfortsätze der Halswiri)el
seiner ganzen Länge nach aufgebrochen, und beide, Carotiden der ganzen Länge nach von einander getrennt.
,
Sie lagen aber in beiden Fällen durch kurzes Zellge-
webe
so nahe unter einander verbunden, dass ich beim
ersten Anblicke auch glaubte einen einfachen
mir zu haben.
trennt,
Stamm vor
Aber beide Carotiden sind durchaus ge-
nicht einmal durch einen kurzen Querast, oder
durch feine Keiserchen unter einander verbunden.
Ich
bin indessen weit entfernt, die Beobachtung solcher
Män-
Meckel und JSitsch, in Zweifel ziehen zu wolda ersterer die seinige zweimal, letzterer dreimal
machte , und ich will meine Beobachtung gern als die
abweichende ansehen allein es wird doch die Behauptung von Niltch, dass Varietäten in Beziehung auf den
ner, wie
len,
;
Verlauf dieser Arterien nicht vorkommen, wenigstens
Ardea stellaris geschwächt, wenn die abweichenden
bei
Bildungen nicht Altersverschiedenheiten sind] Merkwürist überhaupt die Erscheinung, dass bei so vielen
dig
vorzüglich über das Schlagadersystem der Vögel.
463
Vögeln die gemeinschaftlichen Carotiden so nahe an
einander eine so bedeutende Strecke verlaufen, ohne
sich zu verbinden oder zu verschmelzen, während iiire
Zweige,
B. die Art. sublinguales, palatinae, cerebra-
z.
so wie sie an einander in die Mittellinie
les,
kommen,
sich auch gewöhnlich gleich vereinigen.
wo
Die Bildung,
Carotis in
nur die rechte gemeinschaftliche
der Mittellinie an der vorderen Fläche der
Halswirbel aufwärts steigt, während die linke weit von
ihr
entfernt
unter der
hat Ai'/jrcA
läuft,
')
Haut zur
Seite des Halses ver-
entdeckt bei Psittacus macavuanna,
ochrocephalus, erithacus, leucocephalus, canicularis und
zuerst beschrieben.
Ich selbst fand sie, ohne die
Un-
tersuchungen von iVjVscA zu kennen, bei Psittacus auri-
und leucocephalus, die ich durch die Güte meides Herrn Conservator Rotermund au£
capillus
nes Freundes
dem Breslauer zoologischen Museum zu untersuchen Gelegenheit hatte.
Bei Ps. leucocephalus fand ich die linke
gemeinschaftliche Carotis weniger weit von der Mittellinie entfernt als bei Ps. auricapillus ^).
Es
ist
diese Bildung insofern interessant, als sie
den Uebergang von der Säugethierbildung, wo
beide Carotiden an der Seite des Halses aufsteigen, zu
der "V'ögelbildung, wo sie an der vorderen Fläche der
Halswirbel aufsteigen, macht;
1)
2)
weil "es gerade die rechte gemeinschaftliche Ca-
rotis ist,
die linke
wenn
welche zuerst die Mittellinie erreicht, während
noch an der Seite bleibt, indem man auch,
die linke die Mittellinie erreicht hat,
doch an der
O. p. 10.
ich dag Manuscnpt bereits ausgearbeitet, hatte
Ich Gelegenheit, auf dem zuulugischen Museum zum zweiten Male
1) A. a.
S)
Nachdem
einen Psittacus leucocephalus zu untersuchen,
wie beim ersteren
tiuid.
wo
ich
dasselbe
464
Anatomisch -physiologische Untersuchungen,
Lage
die
beider Arterien erkennt, dass die rec}ite früher an
vordere Fläche der Halswirbel gelangt
indem
ist,
kürzere oder längere Strecke die
rechte von vorn bedeckt, mit x\nsnahme der einzigen
die
linke
stets eine
angegebenen Varietät bei der Taube,
der linken lag.
Vielleicht
flndet
wo
sich
die rechte vor
noch bei einem
oder dem anderen Thiere als Norm, dass die rechte geCarotis zur Seite bleibt, während die
meinschaftliche
linke die Mittellinie erreicht.
Die bei der Taube erwähnte Varietät deutet, wenn auch nur entfernt, darauf
hin.
Ich möchte glauben, dass die von Meckel und
Misch angegebenen Bildungen in folgenden Abstufungen bei den Vögeln vorkommen:
1) Beide gemeinschaftliche Carotiden an den Sei-
ten des Halses aufsteigend.
(
Bisher nicht gefunden.
2) Die eine in der Mittellinie, die andere zur Seite
aufsteigend
a) die linke zur Seite des Halses,
b)
die rechte zur Seite des Halses aufsteigend.
(
Letz-
tere bisher nicht gefunden.)
3)
Beide gemeinschaftliche Carotiden an der vor-
deren Fläche der Halswirbel aufsteigend.
a) Die linke die rechte von vorn etwas bedeckend.
Ä)
(Gewöhnliche Bildung.)
Die rechte vor der linken liegend.
(Bisher nur
als Varietät gefunden.
4) Beide zur Mittellinie gehend, zu einem nsch oben
wieder in zwei gemeinschaftliche Carotiden sich spaltenden Stamme verschmolzen.
«)
Beide Arterien
stark.
b)
(Noch
vor
Die linke schwächer
laris ').
1) JBeckel a. a. O.
ihrer
Verschmelzung gleich
nicht gefunden.)
als die rechte bei
Ardea
stel-
465
vorzüglich über das Schlagadersystem der Vögel.
Die rechte schwächer
c)
als die linke.
(Bisher noch
nicht gefunden.)
5) Eine einzige Art. carotis communis, die ich Art.
car.
comm. primaria genannt habe, asymmetrisch an
ei-
ner Seite entspringend, und dann an der vorderen Fläche der Halswirbel verlaufend.
,
ff)
Aus der rechten
b)
Aus der
Art^ subclavia
entspringend bei
Phoenicopterus, von Mechel entdeckt.
linken Art. subclavia
entspringend,
ßrt«er und iT/ecÄe^ entdeckt , und von
£auer
von
zuerst
beschrieben.
Die Bildung
4. d.
ist
insofern
interessant,
als sie
den Uebergang maciit. Die Bildung
4. c. würde den Uebergang zur Bildung 5. h. machen.
Die llautschiagadern des II:iIses der Vögel sind
iheils wegen der Federn, die ihn bedecken, und theils
vegen iles bedeutenden Halshautinuskels stark entwik-
zur Bildung
5. a.
So weit
kelt.
die
Untersuchungen bis jetzt reichen, kann
man zwei Hauptbildungen
1)
unterscheiden.
Es sind nur zwei aufsteigende Halshautarterien
von Bedeutung zugegen (Art. cutaneae
a)
colli
adscenden-
Diese verlaufen:
les).
Als Art. cutaneae
Ardea
stcUaris,
colli laterales bei
cinerea,
Ciconia alba,
Faico apivorus, Corvus
cornix, Gallinula chloropuf.
J)
Die eine
verliiuft
als
Art. cutanea
colli
anterior
von der linken
die andere als Art. cutanea colli
posterior, von der rechten Seite au.s der Carotis
;
communis kommend,
2)
Es sind
vorhanden,
•
fl)
vier
bei C'olutiiba livia.
aufsteigende Ilalshautschlagadern
Sie verlaufen auch auf doppelte Weise.
Sie verlaufen alle vier an den Seiten des Halses,
zwei aber weiter nach vorn, zwi-i weiter narh hinten bei Fnlica atra,
MecUeU
.Archiv
f.
.\iiut.
Oedicneiuua cicpilanB, Anas
u. I'b>». 1823.
30
466
Anatomiscli- physiologische Untersuchangen,
Es
bosclias.
giebt hier zwei Art. ") cataneae colli
laterales anteriores
Zwei verlaufen
i)
und zwei
posteriores,
als Art. cutaneae colli laterales ad-
scendentes an den Seilen des Halses in die Höhe,'
eine an der vorderen Fläche des Halses als
die
Art. cnfanea colli anterior, die andere an der hin-i
tercn als Art. out. colli posterior beim
Hahne, bei
Podiceps subcristalus und P. auritns.
Interessant
ist
es,
dass auch bei diesen längeren untergeord-
neten Zweigen die Arterie der linken Seite weiter
nach vorn, die der rechten weiter nach hinten
wie bei den Stämmen der Carotiden.
liegt,
Aufsteigende Speiseröhrschlagadern (Art. oesopha-
geae adscendentes
gen bis
)
giebt es,
so weit die Untersuchung
jetzt reichen, zwei, höchstens die
ner dritten
wie bei Oedicnemus.
,
Andeutung
1) an den Seiten der Speiseröhre in die
bei Podiceps auritus,
ei-
Sie verlaufen
Höhe, wie
Ardea cinerea;
2) die eine geht vor die andere hinter der Speise-
röhre in die Höhe.
In ersterem Falle habe ich sie Art. oes. adsc. late.rales,
in
letzterem Art. oes. adsc. anterior und poste-
rior genannt.
Findet sich eine Art. oes. anterior und posterior,
so giebt es wieder zwei Verschiedenheiten.
kommt von der linken Seile,
von der rechten.
a) Die Art. oes. anter.
die posterior
Die
b)
Interessant
men
kommt von der rechten Seile,
von der linken.
Art. oes. anter.
die posterior
ist es,
dass auch hier wie bei den Stäm-
der Carotiden und den Ilalshautschlagadern die von
der rechten Seite
kommende Schlagader
zahl der Fälle nach hinten,
1)
Bauer
a. a.
O. S.
7.
die
in
der Mehr-
von der linken Seite
467
vorzüglich über das Schlagadersystein der Viigel.
geht, wie
kommende nach vorn
z.
B. bei Podiceps sub-
crislatus,
Fulica atra, Ardea stellaris, Falco apivoriis,
Galliniila
chioropas, Cuculus canorus,
Nur
Sterna fissipes.
Corvus cornix hat sich bisher die andere Bildung gefunden. Interessant ist auch die beschriebene
bei
Varietät bei der
Henne, wo
die Art. oes. adsc. sinistra
von der rechten Seite kam, und hinter dem Oesophagus
zu dessen linken Seite in die Höhe stieg.
Die Art. oesoph. descend. scheinen
immer aus
fast
dem der Art. thjreoidea superior entsprechenden Aste
zu kommen, wenigstens war es so bei Podiceps, Fulica
Ardea cinerea, stellaris, Cuculus canorus, Sterna
Anser cincreus, und nur bei Ciconia alba kam
an der linken Seite aus dem Stamme der Art. ca-
atra,
fissipes,
sie
rotis externa.
Die Art. cutaneae
colli
descendentes (Art. cervica-
les descendentes /^awer.), die
den adscendentibus entge-
gengehen, entspringen:
dem Stamme
aus
1)
den
am
der gemeinschaftlichen Caroti-
oberen Halsende bei Anas boschas
'),
Anser
cinereus;
2) ans der Art. thjreoidea superior bei Fulica atra,
Ciconia alba, Ardea stel!ari.s, Colnmba livia;
3) aus der Art. occipilalis bei Oedicnemus.
4)
tanea
Es finden
colli
sich
an jeder Seite zwei der Art. cu-
de.scendens entsprechende Arterien, die eine
ans der Art. thyreoidea superior, die andere ans der Art.
occipilalis, welche die Enden der .Art. cut. colli anterior
und posterior aufnehmen und
die
letzten
Bubcristalus beschriebenen IJogen bilden.
len Bogen
in der
dung
1)
am Ende
That nierkwürdi;^.
a.
a.
arteriel-
des oberen Endes des Ila'ses sind
zeigte, nannte sie die
Baufr
bei l'odiceps
Diese
O. S.
l'iirlUnje,
dem
Kiemenbogen.
ich die Abbil-
Spiitere
9.
30*
Un-
46S
Anatomisch - physiologische Untersuchungen,
tcrsuclmngen über die Entwickelung dieser Gefiisse in
diesem Tliiere werden Aufsciiluss darüber geben, ob sie
von ibnen anzusebpn sind: für jetzt
nocb gerade nidit dafür balten, da die
Art. cutanea colli posterior iiirpr ganzen Länge nadi in
nls Uebcrlileibsel
iHÜclite ich sie
gleichen Zwischenräumen ähnliche,
wenn auch schwä-
chere und Iceine Verbindungsbogen bildende Zweige ent-
sendet')) u"*! '^Bk der ganzen Länge des Rumpfes nach
an diesem Thiere vielfältige Verbindungen der llautarteiien Statt finden.
Die Art. carotis communis jeder Seite endet am obeEnde des Halses auf verschiedene Weise.
ren,
J) Ihr
Stamm
ohne Bifurcation in eine Casich nur in untergeordnete
verläuft
externa und interna,
rotis
Aesle theilend. Tiedemunn^) entdeckte sie bei der Gans,
Es zeigt diese
hielt sie aber mit Unrecht für allgemein.
13ildung wieder Verschiedenheiten.
Die Theilung der Carotis communis gesdiieht, nach-
ff)
dem
die Art. cutanea colli descendens, carotis in-
terna und thyreoidea superior abgegeben
Art. facialis, lingnalis,
palatina
ist,
in die
und einen Hamus
muscularis bei Anscr cinereus;
in die Art. ihjreoidea superior, occipitalis,
Ä)
carotis
externa und interna bei xVrdca cinerea;
in die Art. carotis externa, interna
c)
occipitalis^) bei
2)
Die Art.
1)
<carolis
und
carotis externa
Corvus
communis
interna.
uad ia die Art.
pica.
theilt sich in die Art.
Diese Bildung scheint bei
Die Verbindung der angegebenen Bogen
ist
mir zwar mit
der Inji'Clionsnmsse zu füllen nicht gelungen; indessen habe ich
sie, da ich sie an frischen Thiercn untersuchte, und da die
Masse
bis unSveit der Verbindungsstelle
lich auspräpa^irt.
S) Zoologie.
3)
Bauer a
Bd.
a.
2.
O. S.
S. 583.
9.
eingedrungen war, deut-
,
TOrziiglich über das Sclilagadersystem der Vögel.
Weitem
zu seyn.
diö' hiiufigere
Bei Podiceps
469
siibcris>(a-
tus,
Fulica atra, Strix dasypus, Cuculus canorus, Cico-
ni;j
alba, Ardea stcllaris, Slerna fissipes, Qedicnemtis,
Corvus
und Monedula, Anas boschas'), Faico
coriiiK
apivonis und milvus-)
sie bishei' beobachtet.
ist
Aus den Beschreibungen
der Schlagadern von Faica
bateo und Callinula chloropus erhellt übrigens, dass aa
beiden Seilen verschiedene Bildungen Statt finden köii-
Doch
nen.
bleibt die
Entscheidung, was in dieser HinUntersuchungen aufbewahrt.
sicht Varietät ist, späteren
Die Art. thyreoidea superiqr, entweder ein Ast der
Art. carotis coninuinis, oder der Art. car. externa zeigt
zwei llaiiptverschiedenheiten
1) Sie entspringt aus einem gemeinschaftlichen Slaniuie mit der Art. lingualis wie bei Podiceps subcristalus,
x\rdea stellaris, C'iconia alba, Slryx dasypus, Corvus
cornix, Cuculus canorus, Coluraba livia, Ocdicnemus crepilans.
2)
Die Art.
tiiyreoidea
Art.
lingualis
superior
Die Art.
Fulica atra,
entspringt:
occipitaliti
cation Statt findet, bei
aira,
aus der Art.
Ardea
bosclias,
').
1) aus der Art. carotis communis,
U)
von der
Falco apivo-
Anser cinereus, Anas
rus, Gallinula chloropus,
(jallus galliuaceus
entspringt getrennt
bei
siellaris,
wo
keine Bifur-
Ardea cinerea, Corvus
pica;
externa bei Podiceps, Fulica
Cuculus canorus, Columba livia,
car.
Sterna fissipes;
'
3) aus der Art. car. interna bei Ciconiaalba, r.ilco
apivorus, Strix dasypus, Corvus cornix und Moiicdiil.i,
Oedicneiuus, Anser cinereus, Anas boschas.
Bauer
Bauer
j) Bauet
O.
\\
a.
2)
a. a. (>.
a.
a. a.
S, y.
U. ü. 11.
470
Anatomisch physiologische Untersuchungen,
Bauer
^}
hat die merkwürdige Entdeckung gemacht,
dass die Art. occipilalis das Ende der Art. vertebralis
aufnimmt bei der Ente, der Henne und der Elster. Ich
habe bei allen Vögeln, bei denen die Injeclion gelungen
war, diese Bildung bestätigt gefunden; höchstens ging
ein schwacher Ramus spinaüs zwischen dem Hinterhauptsheine und dem ersten Halswirbel zum Riickenmarke. Mit
Recht hat daher Bauer die Angabe Tiedemanns ') berichtigt, der das Ende der Wirbelschlagadern der Vögel wie beim Menschen verlaufend beschreibt.
Die Art llngualis zeigt nach der Verschiedenheit
der Ausbildupg der Zunge eine grössere oder geringere
Stärke.
Die Art. subling. verlaufen auf verschiedene Weise.
1) Sie vereinigen sich in der Mittellinie zwischen
den Unterkieferästen unter der Haut zu einem gemeinBchafllichcn nach vorn verlaufenden Stamme ^).
Dies
scheint die gewöhnlichere Bildung zu seyn.
2) Sie verlaufen getrennt nach vorn und treten getrennt
in
den mittleren Theil des Unterkiefers,
z.
B.
bei Falco apivorus, Galius gallinaceus
Die Arterie, welche ich in den Beschreibungen Art.
genannt habe, belegt Bauer mit dem Namen Art.
facialis
maxillaris interna
Arterie
').
Bauer
anfangs stets in
hat insofern Recht, als die
der Regio maxillaris interna
Zweige ertheilt,
und auch im geringsten Grade ihrer Ausbildung noch
ein Ramu^ maxillaris internus von ihr übrig bleibt. Alverläuft, an die hier gelegenen Theile
1) A. a.
O. S.
2) A. a. O.
8.
S. 582.
3) Ticdemann a. a. ü. S. 584.
4) Tiedemann belegt dies« .\iteiie mit denisflben Nuiiien «kBauer, allein wie es scheint, hat Tiedenian» die Arterien des
Vogclkoj)f«s nicht im Zusammenliange ausgearbeitet.
474
rorziigUch über das Sclilagadersysteui der Vögel
lein sie entspricht deshalb nicht der Art. maxillaris
iii't
terna der Säugethiere, da aus der Art. palatina und aus
inneren Aste der Carotis infernH Zweige zur Re-
dem
gio maxillaris interna gehen, die eben sa conslant sind
als
die aus der genannten Arterie,
üeberdies erhalten
des Kopfes weniger nach der Gegend, in
die Arterien
welcher der Hauptstaium
(obgleich dies auch
liegt
uohl
zuweilen geschieht) als nach den Theilen, zu welchen
sie sich
verzweigen, ihre Benennung; und endlich ver-
dienen sie ihre Henennung nicht nach
dem
geringsten,
sondern nach dem höchsten Grade ihrer Ausbildung.
höchsten Grade der Ausbildung
lis
ist
im ausgedehntesten Sinne, indem
Im
aber Art. facia-
sie
bei Podiceps
sie
subcristatus eine Arterie entsendet, die unter der
Haut
des LnlEikiefers, eine, die neben dem Jochbogen nach
vorn verläuft, das Rete mirabile fuciale bildet, welches
zum äusseren Augenwinkel und dann selbst schief über
das Gesicht zum inneren .Vugenwinkel und ziu- Stirn in
die
Höhe
geht.
E.s
entspringt die Art. facialis:
1) aus der Art. car. connnunis bei
Ardea cinerea;
2) aus der Art. car. externa;
3) aus der Art. car. interna.
weise
ist
die allgemeinere;
die
Die zweite Ursprungszeigte
dritte
sich
bei
(.'iconia alba.
Die verschiedenen Grade ihrer Ausbildung sind:
1) Sie vertheilt sich nach allen Hichlungeu hin über
das Gesicht, bildet das Kele mirabile l'iiciale, endet in
Jcr Haut der Naseirwurzel und der Stirn bei l'odiceps
subcristatus.
2)
Sie gehl bis zur Stirn
,
giebt
Zweig zum üusseren Augenwinkel
aticii
Kcte mirab. laciale bei (iaihis galliuaceus
i)
Sie gebt zur Stirn, giebt aber
'
I;
Bauer
u. d.
U.
S.
U.
noch einen
AndeuUmg des
als
),
Fidica alra
keinen Zweig
472
Anatomisch - physiologische Untersuchungen,
zum
melir
äusseren Augenwinkel,
aber eine Art. cut.
bei Falco apivorus
inaxillae inferioris
superficialis
sicht
und profundus.
und endet
5)
Ardea
cornix,
in einen
Ramus
geht an das Ge-
Art. subcutanea inaxillae inferioris.
al.s
Es geht nur noch
der neben
Gesicht,
Ersterer
Conus
,
Cuculus canorus, Oedicnemus, Anser.
4) Die Arterie spaltet sich vorher
ein schwacher
Zweig an das
dem Jochbeine nach
vorn geht bei
stellaris.
6)
Die Arterie
ist
nur mehr eine Andeutung der
mehr an das Gesicht,
Taube nicht
ersetzenden Zweige mit der Injections-
Gesichtsarterie und geht
selbst bei
gelungen
C'olumba
ist,
die
livia.
masse darzustellen, so
nicht
Da
es mir bei der
lasse ich diese Bildung einstwei-
len als zweifelhaft stehen.
Wo
die Art. facialis
die
Haut der
Stirn
und der
Schnabel Wurzel nicht erreicht, wird sie durch andere
Zweige ersetzt, die von verschiedenen Richtungen kom-
men können:
1) von oben aus der Art. frontalis, einem Aste des
Rete mirabile ophlhalinicum bei Ardea stellaris;
2) von unten durch einen Zweig des Rete raaxil,
larc bei Falco buleo.
Die Art. palatinae scheinen immer stark zu seyn,
sie vereinigen sich in der Älehrzahl
der Fälle zu einer
nach vorn laufenden Art. palatina media,
z.
B. bei
Anas
boschas. Anser, l'odiceps, Fulica, Falco apivorus, buteo,
C'olumba
livia,
Oedicnemus. Dass die Behauptung Bauers,
dass bei Gailus gallinaceus beide Art. palatinae vor den
Choanen getrennt verlaufen, nicht richtig ist, habe
Die Angabe Bauers niuss daher
bereits erwähnt.
A'arietät
angesehen werden.
ich
als
Späteren Untersuchungen
muss es überlassen bleiben , was von der bei Corvus
cornix von mir angegebenen Bildung zu ballen ist. Interessant ist die bei Ciconia alba beschriebene Annähe-
473
vorzüglich über das Schlagadersystem der Vügtl.
rung beider Art. palatinae am hinteren Ende der Gauohne erfolgte Verschmelzung, und das feine
Gefässnetz, welches die Art. palatinae vor und nach ih-
nienspalle
rer Verschmelzung iimgiebt bei Podiceps, Faico apivo-
Anas boschas, Anser
rus,
cinereus, welches Rete pala-
genannt werden könnte.
tinura
ehe sie das Schlaf-
carotis interna zeigt,
Die Art
bein erreicht, folgende Verschiedenheiten:
Sie
1)
in ihre
lis
verläuft
ohne Zweige vor ihrer Theilung
,
beiden Ilauptäste abzugeben.
2)
Sie giebt vorher die Art. occipitalis ab.
3)
Sie giebt die Art. occipitalis und die Art. facia-
ab beim Storche.
Die Theilung der Art.
seren und inneren Ast
ist
carotis interna in einen äus-
sehr constant; in Beziehung
auf die Theilungsslelie finden keine wesentlichen Verschiedenheiten Statt. Entweder nämlich spaltet sie sich
kurz vor ihrem Eintritte in das Schlafbein, oder, indem
sie
das Schlafbein erreicht, oder gleich, nachdem
das Schlafbein eingetreten
Der äussere Ast
sie in
ist.
verläuft
sehr conslant nahe
am
äusseren Hände der Fenestra ovalis und vertheilt sich,
nachdem
ganz
das Schlafbein verlassen hat,
er
in ein starkes,
von liaiter')
netz (Rete miriibile ojihlhalmicum).
fiui)cristatus
bililet
er
ein
gewöhnlich
ent(leckte_s AN'under-
Nur
schwaches
darin zu verthcilon, nimmt aber dafür
bei Podiceps
IVelz,
am
ohne sich
äusseren Au-
};cnwinkel das Uele niirabilc faciale auf, welches an die
Stelle des Kote opiithalmicuni getreten
ist,
so dass die-
se« von innen nach au.ssen versetzt erscheint.
Der
interna
ll A.
aus <lem äusseren Aste der Art. carotis
erste
kommende Zweig
•.
O.
S. li.
ist
der an \ersciiiedcnen
Vo-
474
Anatomisch (ihysiologische
l^eln
Uiitersuchiiiigeu,
Er entspringt an
beschriebene Rainus occipitatis.
versdiiedenen Stellen:
1) gleich nach der Theilung der Art. carotis inter-
na in ihre beiden Hauptäste noch hinler der Fenestra
evalis bei Corvus cornix;
2) weiter nach vorn , doch noch bevor der äussere
Ast das Schlafbein verlässt bei Pod. und Ard. stellaris;
3)
gleich
nachdem der Ast das Schlafbein
verlas-
sen hat, noch bevor er sich in das llete opiilhalniicuin
spaltet bei Oedicneiuus crepitans;
4) aus
dem
Ende des Kete ophthaliuicuni
und Anser cinereus.
hinteren
bei Falco apivorus
Die bedeutenderen Aeste, welche durcbgehends aus
dem Kete ophlhalmicum kommen,
bralis inferior,
ethmoidalis
der Art. ophthulmica
ren noch andere,
z.
;
,
Sehr
B.
St'.imui
die Art. maxillaris inferior
gleichniiissig
ophthalmlca unter
die Art. palpe-
und der
ausserdem bei verschiedenen Thie-
Anas boschas, eine besondere
stellaris.
sind
lacrynialis
Art. frontalis bei
ist
bei
Ardea
der Verlauf der Art.
dem Sehnerven nach
innen, und eben
so conslant das Netz, welches die Grundlage des Fiichers (Rete mirabilc pec(inis) bildet').
Das Ende der
Art. ophlhaliuica zeigt mehrere Verschiedenheiten:
1)
Die Art.
ophtlialiuica geht,
innere Seite des Sehnerven
ciliares internae
nachdem
gekommen
über, nur Zweige aus
ist,
dem
sie
an die
in die Art.in die
Au-
genhöhle gekommenen vorderen Ende der liirnschlagadern aufnehmend bei Podiceps, Fulica, Corvus cornix,
Cuculus canorus, Falco apivorus.
2) Sie tbeilt sich unter
dem Sehnerven
in
zwei un-
gefähr gleich starke Zweige, Von denen der eine in die
Art. ciliares internae sich
otfacloria einmündet bei
1) JMelueres hierüber iu
tlieili,
der andere in die Art.
Oedicnemus
den
crepitans.
^ih^ siulogischeii
Bemerkungen.
475
TorzugUch über das Schlagadcrsystem der Vögel.
Die eigentliche Fortsetzung geht in die Hardersche Drüse über, während ein ttwas schwächerer Zweig
3)
sich in eine Arterie spaltet,
welche die Art.
ciliares in-
ternae giebt, nnd eine andere, welche in die Art. olfa-
einmündet bei Anas boschas und Anser cinereus.
ctoria
4) Die Art. ophthalniica giebt, nachdem
sie
an die
innere Seite des Sehnerven an den Bulbus gelangt
viele
Zweige ab,
ein starkes
die
Netz für die
ist,
Art. ci-
und mündet dann bedeutend schwä-
liares internae bilden,
cher in die Art. olfactoria ein hei Ciconia alba.
Die Art.
externae schwach, da der äussere
ciliares
Abschnitt der Chorioidea so klein
mal
deutlich gesehen.
1) bedeckt
ist,
habe
ich
nur zwei-
Sie verlaufen entweder
von der Sehne des Nickhautniuskels hei
Falco buleo, oder
die Sehne bedeckend bei Corvus cornix.
Die Art. ciliares internae sind immer stark. Sie
verhalten sich auf verschiedene Weise:
1) Mehrere Zweige verlaufen gekrümmt neben einander, so dass sie fast ein Netz zu bilden scheinen. Es
2)
ist
dies die gewöhnlichere Bildung.
gekrümmt und
und Ciconia
Bei erstereni verdienen sie die Benennung eines
alba.
Netzes noch weniger als hei letzlerem, da bei jenem die
Zweige noch weiter von einander entfernt liegen.
2)
Sie sind vielfach gptheilt, sehr
bilden ein Netz,
z.
B. bei Falco apivorus
Sehr gleichmiissig verläuft der innere Ast der Art.
nach innen und vorn, giebt sehr gleich-
carolis interna
massig einen
,
oder wie bei Ciconia alba und Corvus
cornix zwei Zweige an die äussere Schädelbasis,
langt hierauf nach
gentliche
Art.
lorn zur Mitlellinie,
carotis
Weise mit der der
cerebralis
sich
eiilgi-;.'cnj^esetzliMi
wo
iiuf
ge-
er als ei-
verschiedene
Seite \erhiMdel.
1) Beide Carulidrs cciehrales verlaufen
neben einan-
der, nur durch feine sie uuillcchtende Iteiserchen \erbun-
476
Anatomisch
um
-tiliysiologische Uiitersucliungen,
dann wieder von einander zu entfernen, indem sie zur Grundfläche des Gehirnes in die Höhe gehen, wie bei Podiceps und Anas boschas.
ilcn,
2)
sich
Sie verbinden sich durch feine lleiserchen und
einen kurzen Querast wie bei Anser cinereus.
ast
3) Sie verbinden sich nur durch einen kurzen Qucrwie bei Fulica alra, Gallus gallinaceus, Faico api-
vorus und bufeo und C'orvus cornix.
4) Beide verschmelzen zu einem kurzen, gleich wieder in zwei Art.
Stamm wie
alba,
carotides
cerebrales
bei Strix dasjpus,
sich
Columba
spaltenden
livia,
Ciconia
Ardea cinerea, Cuculus canorus, Ocdicnenuis
cre-
pitans.
Die Ilirnschlagadern gehen , nachdem sie dem GeZweige ertiieilt haben, sehr constanl in die
Augenhöhlen
1) an der inneren Seite der Sehnerven bei Ardea
cinerea, stellaris, Falco apivorus, Oedicnemus crepitans,
hirne seine
'
Ciconia alba;
2) weiter nach vorn durch besondere Oeffnungen
des Schädels bei Anas boschas'), Anser, Podiceps, Co-
lumba.
Die Incisur an der inneren
Si ilo
des Foranien
oplicura bei Ciconia alba, durch welche die Arterie geht,
zeigt den
Uebergang von der ersten zur zweiten Bildung.
Das aus der Schädelhöhle in die Augenhöhle kommende Ende der Art. carotis cerebralis verläuft auf verschiedene Weise.
1)
Es
vertheilt sich
an die Augenmuskeln und geht
in die Art. ophthalmica über bei Falco apivorus,
wäh-
rend die Art. ethmoidalis allein zur Nasenhölile geht.
2) Es nimmt die Art. ethmoidalis auf und geht zur
Nasenhöhle bei Podiceps, Fulica, Corvus cornix, Cuculus canorus.
1)
Bauer
a. a.
O.
S. 14.
^Torziiglicli über das
3)
Es nimmt
erst
477
Schlagadersystem der Vogel.
die Art, elhmoidalis auf;
dann
entweder einen bedeutenden Ast der Art. ophtiialmica
wie bei Anas boscbas, Anser, Oedicnemus, oder das Ende
der Art. ophthalmica selbst wie bei Ciconia alba.
Bauer nennt das Ende der Art. carotis ceiebralis,
welches in die Angenhöble kommt, Art. ophthalmica interna, ich möchte sie lieber Art. olfactoria nennen, weil
sie
vielmehr für das Riechorgan als für die in der Au-
genhöhle gelegenen Theile bestimmt
nung
die Arterie nicht
ist,
und
die
Benen-
dann gebrauchen, wo
Art. ophthalmica interna nur
zum Riechorgane
geht.
Eine Art. niaxiliaris interna wie bei den Säugethieren giebt es bei den \ ogeln nicht, indem von drei ver-
schiedenen Arterien die Zweige
zur Regio maxillaris
interna gelangen
1)
aus der Art. carotis externa selbst wie Lei Po-
diceps, oder aus der Art. palatina
2) aus der Art. facialis,
3) aus
dem inneren Aste
und
der Art. carotis interna.
Diese Zweige vertheilen sich entweder, um sich zu
einem üefUssnetze Rete niaxillare wieder zu vereinigen,
welches Bauer entdeckt und Plexus maxillaris genannt
hat, wie bei der Ente und der Gans,
oder siu verbinden sich nur einfach anastoinosirend und bilden nur eine
Andeutung
eines
cornix, Coluiuba
Zu bemerken
\elzes wie
bei
Fulica alra,
Coivus
liiia.
ist
noch das Arteriennetz an der äus-
seren Scbädelgrundfliiche,
welches für die Muskeln bcwelches in einigen \'ögeln ganz zu fehlen
scheint, oder nur durch einzelne Zweige angedeutet wird,
gtimmt
in
ist,
einigen,
Zweig der
z.
[{.
bei l'odiceps,
besonders durch einen
in anderen, z. R. bei
Anser, durch einen Zweig der Art. carotis cuinmunis ge-
bildet wird.
Art. carotis interna,
•
478
Anatomisch -physiologische Untcrsucliungen,
Die Nasenhöhle erhält ihre Zweige von
drei ver-
schiedenen Richtungen her:
1)
von der Augenhöhle durch die Art.
olfactoria,
Ende dei; Art. ophthalmica;
durch dasRete maxillare oder dessen Andeutung;
ethmoidalis und das
2)
3) durch die Art. palatina media,
z.
B.
bei Falco
apivorus.
Spätere Untersuchungen müssen über das genauere
Verhalten dieser Arterien in den verschiedenen Thieren
entscheiden.
2.
§.
lieber die Schlagadern des
Rumpfes der Vögel.
Die Ilautarterien des Rumpfes sind
bei den Vögeln
wie die des Halses stark entwickelt; sie kommen sehr
gleichmässig, vorzüglich aus der Fortsetzung der Art.
subclavia, verbinden sich
unter einander und mit den
Hautschlagadern des Halses.
So weit
bis jetzt die
Untersuchungen reichen,
las-
sen sich folgende wichtigste Hauptverschiedenheiten an-
nehmen:
1) Der letzte starke Ast der Art. thoracica verläuft
an der inneren Fläche der Brustmuskeln als Art. cutanea
abdominis nach hinten, schwächere Zweige durchbohren
die grossen Brustmuskeln, noch andere kommen aus der
Achselhöhle unter die Haut wie bei Podiceps cristatus,
und auritus.
Die Arterie, welche bei Podiceps zur Art. cutanea abdominis wird, erreicht die Haut nicht, ist nur
eine schwache Andeutung, die an der inneren Fläche
der Brustmuskeln bis zu deren hinterem Ende verläuft;
sie wird durch durchbohrende Zweige und durch Zweige, welche aus der Achselhöhle konunen, ersetzt. Auch
subcristatus
2)
hier zeigen die Arterien
noch mancherlei Verschieden-
heiten naeh der verschiedenen Stärke und Stellung der
vorzüglich über das Schlagadersystem der VöRel.
dichteren Federn,
nach der Lage und
dem
470
verschiede-
nen Entwickelungszustande des Brütorganes.
Später an mehreren Vögeln und in verschiedenen
anzustellende Untersuchungen
werden auch hierüber noch Mehreres liefern ').
Die Art. intercostales zeigen folgende Bildungen:
J) Sie kommen vorzugsweise aus der Aorta descenEs scheint dies die allgemeinere Bildung zu seyn;
dens.
doch gestehe ich, dass es mir nicht gelungen ist, die
Entwickeliingszusländen
vordersten Intercostalarlerien mit der
2) Sie
Masse zu
kommen vorzugsweise aus
füllen.
der Art. interco-
prima-) bei Anas boschas, nämlich die ersten fi
7 ans der Art. intercost. prima, dann 3 bis 4 durch
bogenförmige Verbindung von Zweigen aus der Art. intercost. prima und der Aorta zwischen der Art. coeliaca
und der mesenierica anterior, und die letzten allein aus
stalis
bis
der Aorta.
3)
Sic
Zweige der
stalis
kommen
mit
Ausnahme der
Art. epigastrica,
alle
letzten
,
einem
aus der Art. interco-
prima, bei Ciconia nigra.
Die Arterien des Vormagens verhalten sich auf folgende Weise:
1) Es gehen die Arterien der oberen und unteren
Magenfläche über den stark erweiterten Vormagen in
die Flächenarlerien
des Magens über
,
in
diesem Ver-
verschiedene Zweige an die Fläche des
laufe
Vorma-
gens abgebend bei .\rdca cinerea.
2)
Es kommen mehr oder weniger starke, beson-
ders für den \ ormagen bestimmte Zweige aus der Art.
coeliaca
alra
selbst,
aus der Art. marginalis ventriculi sini-
und der Art. gastrica
inferior.
Sie verlaufen in sehr
verschiedenen Itichtungen und an verschiedenen Stellen;
1)
Weitere« über diese Arterien noch
2) liautr
a. a.
O. S.
8.
in
den
pliys.
Remerk
480
Anatomisch -physiologische Untersucbuiigfn,
a) zum Thcil an den Seitenländern, zum Theil an
den Fachen, sich auch von der einen FiUciie zur anderen umschlagend bei Ciconia alba und nigra, Faico
apivorus, Cuculus canorus.
h) an den
Rändern aufsteigend bei Podiceps auritus;
an den Flächen verlaufend bei Podi-
c) vorzüglich
ceps subcristatus, cristatus, Fulicaatra, Coluniba
livia,
Oedicnemus.
Die Arterien der unteren Vormagenfläche scheinen
zu verlaufen als die der oberen, indem bei Podiceps cristatus und subcristatus, Fulica, Oedicnemus, Columba, Anser unter den von mir untersuchten Tbieren ein einfacher nach vorn verlaufender Stamm
viel gleichniässiger
die
Zweige abgab.
Am
Muskelmagen müssen die Arund der Ränder unterschieden werden.
eigentlichen oder
terien der Flächen
Im Allgemeinen
sind die Arterien der Flächen stärker
Ränder, die vielmehr zurücktreten.
Folgende Hauptverschiedenheiten lassen sich bis jetzt
als die der
unterscheiden
1) fast gleichförmig starke Entwickelung der Arterien der Flüchen
und der Ränder bei Fulica atra;
2) ungleichförmige Ausbildung dieser Arterien.
Hier
treten vorzüglich in verschiedenen Abstufungen die Arterien der
«)
Ränder zurück.
Am
vorderen Theile des rechten Magenrandes
verläuft kein bedeutender Arterienast,
während der hin-
tere Theil desselben noch einen erhält, der mit der lin-
ken Randarterie (Art. marginalis
nen Bogen bildet, bei Ciconia.
b)
Dem
hinteren
ventriculi sinistra)
Ende des rechten Randes
ei-
fehlt eine
bedeutendere Arterie; zum vorderen Ende geht eine bis
zum Pjlorus bei Podiceps auritus, bis zur Mitte des
Randes
bei Cuculus
und Columba, endet schon vor dem
ist nur eine schwache An-
P^Iorus hei Slerna fissipes,
481
vorzüglich über das Schlagadersystem der Vögel.
deutung bei Oedicnemiis, Podiceps cristatus und siibcristatiis, wo sie durch feine von den Fliichenarlerien kom-
mende, unter einander anastoniosirende Keiserchen
er-
setzt werden.
Die Art. marginalis
che Verschiedenheiten
ventriciili sinistra
zeigt
ähnli-
marg. ventr. dextra,
als die Art.
aber bei anderen Thicren
a)
vom vorderen
sich
sie erstreckt
bis
zum
hinte-
ren Ende des Randes bei Ciconia;
b)
sie
am linken Rande nur eine kurze
kommt aus der oberen Flächenarterie
zum hinteren Ende des Randes geht
verläuft
Strecke, und es
ein Ast,
der bis
Lei C'orvus nionedula,
oder
.sie
geht bis fast zur Mitte
des Randes,
und ein Ast aus der Art. gasirica inferior
geht zu seinem hinteren Ende bei Sterna lissipes;
c) sie verlauft bis zur Alittc des Randes; ein Zweig
aus der Art. gastrica superior geht weiter nach hinten
an den Rand, und ein Zweig beugt sich vom hinteren
Ende nach vorn um bei Columba und Oedicnenius;
d) sie erreicht das hinlere
beugt sich
rechten Randarlerie
linken Randes
um
Ende
zum
nicht; ein Ast der
hinteren
EnJe des
bei Falco apivorus;
e) sie ist nur eine
schwache Andeutung;
um
Flächenarlcrie schlägt sich
an die untere Fläche um
bei
den
Ardca
linken
die obere
Magenrand
stcllaris.
In den eben angcfiihrlcn Abstufungen, bei welchen
die eigentliche Art. marginalis sinistra zurücktritt, wird
sie
dies
durch andere besondere Aesle ersetzt;
geschieht nicht immer,
indem
nur feine, aus beiden Flächenarterien
chcn ihre Stelle vertreten,
wo
»ie da.s hintere
auritus,
and
wo
sie
Ende
bis
z.
nicht
in
alle n auch
anderen Fällen
kommende
mehr
erreicht,
bei Pod. subcristatus,
f.
bei Pod.
zur Mitte de» linken Randes geht
wo
sie
schon vor der Mitte
endet.
tStckelt Arcliir
Reiscr-
B. bei Podiceps cristatus,
.Ana», u. I'liys.
182U,
31
482
Anatomisch -physiologische Untersuchungen,
Die Flächenarterien des jMagens sind immer bedeutend, weichen nie so sehr zurück; sie zeigen folgende
Verschiedenlieilen
1)
Die S(Stiime der Fiiichenarlerien verlaufen über
der Mitte der Magenschnen
Zweige abgebend
nach hinten,
nur kleinere
an der
bei Fulica atra, Arilea cinerea,
unteren Fläche des Magens bei Podiceps cristalus, an
der oberen bei Falco apivorns.
2) Es spalten sich die Stämme der Flächenarterien
in zwei Aeste, die entweder an den Rändern der Ma,
oder von denen die eine über der
Sehne, die andere am Rande der Sehne, oder die alle
beide über der Sehne fortgehen, wie z. B. an der unle-
gensehne verlaufen
ren Fläche des Magens bei Falco apivorus, an beiden
Flächen bei Stcrna fissipes, Corvus monedula, Columba,
an der unteren Fläche des Magens bei Ciconia.
3) Es verlaufen drei Arterien an der oberen Magenfiäche, a) die linke, b) die mittlere,
uelche
in
die rechte Randarterie
c) die rechte,
übergeht bei Ciconia,'
Oedicnemus.
Die Arterien des Dünndarmes kommen bei den Vögeln sehr
iiaca.
allgemein grossen Theils
Sie zeigen
aus der Art. coe-
verschiedene Grade der Ausbildung
und gehen vorzüglich zu folgenden Stellen:
1) zum Pancreas und Duodenum die Art.
pancrea-;
beö-duodenalis;
2)
3)
zum hinteren Ende des Dünndarmes;
zum Anfange des Jcjunum und Ende des Dno-
denuin.
Die Art. pancreatico-dnodenalis erscheint
1) gewöhnlich,
wie
z.
B. bei Podiceps, Fulica, Co*
lumba, Falco apivorus als Fortsetzung des Stammes der
Art. coeliaca;
2) sie erscheint nur als untergeordneter
Art. marginalis ^entriculi dextra bei Ciconia.
Zweig der
vorzüglich über dag Schlagadersystem der Vögel.
483
Die zum hinteren Ende des Dünndarmes gehenden,
sehr conslanl aus der Art. coeliaca kommenden Zweige
entspringen an verschiedenen Steilen
1) aus der Art. pancreatico-duodenalis bei Podiceps,
Fulica, Ardea cinerea,
2) aus
Coluniba
dem Stamme der Art.
livia;
coeliaca selbst bei Falco
Bpivorus, C'iconia alba.
Die aus der Art coeliaca zum vorderen Theile des
Dünndarmes (mit .Ausschluss des Duodenum) kommenden Zweige sind entweder nur sehr untergeordnet, oder
kommen
bedeutend und
aus der Art. pancreatico-duodenalis bei Falco
1)
apivorus;
2) aus
livia,
der Art. hepatico- intestinalis bei Columba
Ardea cinerea;
dem Stamme der Art. coeliaca und zwar
aU eine Fortsetzung von dieser erscheint
3) aus
dass sie
so,
bei
Ciconia.
Die Art. mesenterica anterior zeigt sehr verschiedene Grade der Ausbildung. Sehr allgemein geht sie
zum
mittleren Theile des
Dünndarmes, zu dem
der das Diverliculum trägt;
zieiidich
niuulich,
doch weniger
all-
gemein zum hintersten Ende des Dünndarmes, so dass
die zu diesem Theile gehenden Zweige der mesenterica
von dem anderen Theile der mesenterica durch den erwähnten zum hinleren Ende des Dünndarmes aus der
,
Art. coeliaca gehenden .Ast getrennt wird.
Der zum
hintersten
Ende des Dünndarmes gehende
Ast der Art. mesenterica anterior
«) stark,
sich in zwei
iheilt
ist
entweder
oder drei Zweige wie
bei Falco upivorus und Fulica alra, oder er ist
b)
schwach, wie
tersuchten Tliicre,
c) er fehlt
Der
in
der Mehrzahl der von mir un-
oder
ganz wie bei
C'iconia.
zuiu mittleren Theile de«
Dünndarmes, der das
31
*
484
Anatomisch -physiologisclie Untersuchungen,
Diverticulnm trägt, sich verzweigende Tiieil der Art.
liieseriterica anterior veriiält sich sehr verschieden.
So
theilt er sich z. B.
in
4
bis 5
Rami
niesaraici hei Podi-
ceps und Fulica, in 6 bei Ciconia, in 10 bei Faico apivoriis, in
bei
16
Anser
Zum
bis
18 bei Anas boschas,
in
20 und darüber
Coluinba, Ardea cinerea.
'),
Theil hängt die Stärke der Art. mesenterica
anterior ab von der
Länge des Diinndannes, zum Thei!
von der Stärke der aus der Art. coeliaca zum Dünn-
därme gellenden Zweige.
wari^m
sie bei
Lelzlere.s
die
ist
Ursache,
Ciconia so sehr zurücktritt.
Aus den oben gegebenen Beschreibungen
erhellt,
Behauptung, dass die Arterien des
Darmkanales der Vögel keine Bogen wie bei den Säugethieren bilden, ungegründet und wahrscheinlich nur
durch unvollständiges Gelingen der li)jectionen veranlasst ist. Ich fand die Bogenbildung überall, wo die Inäass Tiedemanns
•)
jection gelungen war,
1)
Die Kami
und zwar auf verschiedene Weise.
•
verbanden sich kurz vorher,
den Darnikanal erreichten, und bildeten einfache
niesaraici
ehe sie
Bogen. Diese einfache Bogenbihlung findet auch bei manchen Säugethieren, namentlich unter den Nagern Statt.
2) Sie verbanden sich durch doppelte Bogenbildung
wie bei Ardea cinerea.
Die Arterien der Leber scheinen sehr allgemein ver'
einzelt zu entspringen, so dass
zwei oder drei zugegen
den linken und rechten Lappen von
einander getrennt ihren Ursprung nehmen.
Es ist entweder nur eine Art. hepatica dextra zusind, und
gegen, und
liaca,
die
für
sie entspringt
nachdem
aus
dem Stamme der
die Art. gastrica inferior
Art. coe-
abgegeben
ist
wie bti Columba, Oedicnemus, Sierna, Fulica, oder es
1)
Tiedemann
äj A. a.
O.
a. a.
O. S. 592.
485
vorzüglich über das Schlagadersystem der Vügtl.
sind zwei Art. hepaticae dextrae, und es entspringt die
eine ans der Art. coeliaca, die andere aus der Art. ga-
oder superior wie bei Anser, Falco api-
strica inferior
vorus, Ciconia, oder es entspringt eine Art. hepatica
dextra aus der Art. gastrica inferior selbst wie bei Podiceps subcristatus,
oder aus der Art. niarginalis ven-
einem untergeordneten Zweige der Art.
gastrica inferior wie bei Corvus monedula.
triculi
dextra,
Die
oder Art. hep. sinistrae,
Alt. hepatica sinistra
wenn deren mehrere
sind,
scheinen sehr constant aus
kommen, wenigstens war
denen mir die Injeclion gelang wie bei Corvus monedula
Columba, Oedicnemus,
Sterna, Anser, Podiceps, Fuli^a.
der Art. gastrica inferior zu
es in
allen Füllen so
,
in
,
Die Zahl der Milzarterien
ist
in
den verschiedenen
A'ügeln sehr verschieden.
Eine Milzarterie bei Fulica arra, Podiceps
crista-
tas, Cuculus canorus.
Zwei
.Milzaricrien bei Podiceps subcristatus, Anser,
Ciconia, Falco npivorus.
Drei Mil/.arlerien bei Oedicnemus,
Galius gallimi-
ceus '), Columba.
Vier Milzarterlen bei Anas boschas^).
Fünf
bis acht Milzarierisn bei
Ardca
cinerea.
Sieben Milzarlerien bei Corvus monedula.
Zehn
.Milzarterien bei Corvu.s cornix.
Die Milzarlerien sind immer kurze Stämme, mit
Ausnahme
dieser Arterie
bei Fulica alra,
wo man
sie
eiiiigcfmaassen lang nennen kann.
Sie entspringen ent-
weder aus iltm
diese an iluem
oder aus einem der
1)
Haiirr
a.
a.
Slaiiinie der Art. cüi-liaca selbst,
llilus vorbei geht,
<).
2) ISauer a. a. O.
S. 17.
indem
486
Anatomisch -physiologische Untersuchungen,
grösseren Aeste der Art. coeliaca bald nach deren UrBi)runge aus der Art. coeliaca selbst.
Die Nebennierenarlerien entspringen gewöhnlich ans
den vorderen Nierenarterien, nur bei Oedicnemus, Ciconia, Sterna fissipes waren sie besondere
Zweige der
Aorta.
Die Arterien fiir die vorderen Nierenlappen entspringen sehr conslant aus der Aorta, die fiir die mittleren
aus den Art. ischiadicis, die fiir die hinteren Nierenlappen
1) aus den Art. ischiadicis, welches die gewöhnlichere Bildung ist;
2) aus der Art. sacra media oder deren Zweigen.
Bei dieser letzteren Bildung zeigen sich wieder Verschiedenheiten.
fl)
lis
Es kommt
posterior de.vtra
ein einfacher, sich in die Art. rena-
und
sinistra spaltender
Stamm
aas
der Art. sacra media.
Die Art. renalis posterior kommt an der einen
media selbst, an der anderen
aus der Art. niesenterica posterior wie bei Podiceps subb)
Seite aus der Art. sacra
Da mir die Injcction dieser Arterien nur an
einem Thiere gelungen ist, so lasse ich es dahin gestellt, ob dieser asymmetrische A erlauf normal ist.
In der Mitte zwischen der Bildung 1 und 2 steht
cristalus
cinigerniaassen die bei Ard. cinerea,
lis
wo
die Art. rena-
posterior dextra aus der Art. sacra media selbst, die
sinistra aus der Art. ischiadica entspringt.
Menigslens die Asymmetrie
in beiden
Norm
liier scheint
da
von mir untersuchten Thieren fand.
zu sejn,
sie sich
Aus diesen Zusammenstellungen geht hervor, dass
Vereinzelung der allgemeine Charakter der Arterien der
drüsigen und parenchymatösen Organe der Unterleibshöhle bei den Vögeln
ist,
die bedingt wird
1) durch grössere Theilung des
Nieren
Organs wie bei den
487
Torzüglich über das Schlagadersyatem der Vögel.
2) durch' grössere Theiluiig und Zurücktreten des
Organs überhaupt wie
bei der Leber;
An-
3) durch Zurücktreten des Organs und grössere
luilierung an
den Stainui der Arterie, durch den es das
Blut erhält wie bei der Milz
Die
Art. crurales sind sehr constant nur untergeord-
nete Aeste, geben sehr gleichniiissig die starken Art, epi-
zum Knie hinab.
Die Art. sacrae laterales sind gewöhnlich schwache
Zweige, die zwischen den Art. cruralibus und ischiadi-
gastricae ah und verzweigen sich bis
'
cis aus der ^Vorta entspringen,
oder
als feine Haini spi-
nales aus der Art. sacra media hervorkommen.
Biswei-
macht hiervon nur die bei C'iconia beschriebene Bildung, wo ein starker Stamm an jeder Seite aus der
Aorta zwischen den Art. cruralibus und ischiadicis hervorkommt, eine Ausnahme.
Sehr wichtig ist das hintere Ende der Aorta, wellen
ches sich in die beiden Art. ischiadicue
chere
.'Vrt.
sacra media spaltet.
')
und die schwä-
Erstere, für den grösse-
ren Theil der unteren Extremitäten bestimmt, erscheinen
als die Fortsetzungen der .Vorla;
doch
i.'^l
das
\ei!i;'.ll-
media verscliieden nach der stärkeren oder schwächeren Entwickehing
niss ihrer Stärke zu der der Art. sacra
der unteren Extremitäten.
na
(issipes
nur
Daher erscheinen
um Weniges
sie bei Stcr-
stärker als die Art. sacra
media.
Die Art. Sacra media giebt entweder nur schwache
Kamuli spinales ab, oder noch zwei stärkere Jlanil miisculares wie bei Podiceps subcristatus, oder noch die
iiin-
tcren .Nierenarterien wie in den eben bezeiohne(en Fäl-
und
len,
1)
enilet
Ciirlfr,
Vorlesungen
»etzt vuii Merkel.
Titdtmaiin
nach hinten auf verschiedene Weise.
a.
|!il
a.
IV.
ii!<cr
leiglcicln
S. 118.
ü. H. 593.
iiili;
.\niilumie
,
iilier-
488
Anatomisch- physiologische Untersuchungen,
1) Sie giebt die Art. mcsenterica posterior
und die
und
Art. coccygea communis bei Cor-
hypogastricae als untergeordnete Zweige ab
Art.
setzt
sich
fort in die
vus monedula und Cuculus canorus.
2) Sie giebt kurz vor ihrem hinteren Ende die Art.
mesenterica posterior ab und spaltet sich dann auf verschiedene Weise:
a) in die beiden Art. hypogastricae und in die Art.
coccygea communis bei Gallus gallinaceus, Columba
via, Falco apivorus;
li-
einen gemeinschaftlichen kurzen,
sich gleich
in die beiden Art. hypogastricae spaltenden
Stamm und
b)
in
in die Art. cocc.
comm.
bei
Ardea
cinerea.
3) Sie spaltet sich in die Art. mesenterica posterior,
die beiden Art. hypogastricae und die Art. cocc. coniin.
bei Ciconia alba, Sterna fissipes,
Anser cinereus, Cor-
vus cornix, Podiceps.
Die Arterien, welche
ich
die hypogastrischen ge-
nannt habe, vergleicht Tiedemunn
niorrhoidalibus.
')
mit den Art. hae-
Allein auch nach der Ueschreibung von
Tiedemunn verdienen sie den Namen, den ich ihnen gegeben habe. Ihre Fortsetzung ist vorzüglich Art. pudenda interna.
Die Art. coccygea endet auf folgende Weise
1) Sie setzt sich in die Art. coccygea media fort
bis zur Steissbeinspitze, nur schwächere Arterien zu den
Seiten hin abgebend bei Columba livia und Cuculus c.inorus.
Doch
2)
um
die zwischen
,
etwas an Stärke.
Sie theilt sich in
Art. coccygea media
les
zwei von diesen seitlichen Ar-
übertrefl'en
terien die anderen
und
den
drei gleich starke Aeste,
die
beiden
Art.
Querfortsätzen des ersten
zweiten Steissbeinwirbels nach oben verlaufen.
1)
\. a. O,
S. 594.
die
cocc. latera-
und
Dies
i.st
Torzüglich über das Bchlagadersystem der Vögel.
die gewöhnlichere Bildung,
489
und von Tiedemann genau
beschrieben.
3) Sie
theilt sich
in die beiden Art. coecygeae la-
von einer Art. coccygea media bleibt nur eine
schwache Andeutung bei Corvus cornix. Hierzu macht
die Bildung bei Corvus monedula gleichsam schon den
terales;
Uebergang.
§.3.
IJeber die Schlagadern der Extremitäten der Vögel.
Die Arterien der oberen Extremitäten zeigen,
so-
weit bis jetzt die Untersuchungen reichen, wenig Verschiedenheilen in ihrem Verlaufe.
1)
dialis
Die Art. brachialis spaltet sich in die Art. raund ulnaiis. Erstere setzt sich fort in die Art.
so dass die eigentliche
interos.sea,
radialis nur als ein
untergeordneter Zweig erscheint.
vorzüglich für die
Die Art. interossea ist
JMuskeln und die Schwungfedern des
A orderarmes, die Art. ulnaris vorzüglich für die Muskeln und die Schwungfedern des Handtheiles bestimmt.
2) Die Art. brachialis setzt sich in die Art. interossea fort, so dass die Art. radialis und ulnaris beide
als untergeordnete
Zweige erscheinen, und
die Art. in-
terossea vorzüglich sowohl für die Muskeln und
Schwung-
federn des Vorderarmes als auch des Handtheiles be-
stimmt sind.
Bildung
Erstere
ist
bei
weitem
die
allgemeinere,
letztere bishfr nur bei Ciconia alba gefunden.
Die unteren Extremitäten erliulten ihre Arterien aus
den Art. cruralibus und ischiadicis. Erstere sind, wie
C'uvier') bemerkt, soweit sie zum Oberschenkel gehen,
nur den Art. profundis der SUugelhinre zu vergleichen.
Die Art. ischiudica (Tiedemann) geht sehr gleich1)
A.
a.
O.
Anatomisch -plij'sioUigische Untersuchungen,
490
massig in die Art. popIitea über; diese verläuft, bevor
sie in die Art. tibiaiis posterior übergeht, auf verschie-
dene Weise;
1) sie geht zwischen dem oberen Ende der Unterschenkelknochen an dessen vordere Fläche und kehrt
durch dieselbe Lücke wieder nach hinten zurück wie
den drei Arien von Podiceps;
2) sie geht nicht erst nach vorn, sondern bleibt an
der hinteren Fläche des Unterschenkels und geht in die
in
Art. tibiaiis posterior über.
Diese Bildung
tem die allgemeinere.
Die Art. tibiaiis posterior geht
in
ist
bei wei-
die Art. tibiaiis
anterior über:
1) ungefähr
am
unleren Ende des oberen Drittthei-
les des Unterschenkels;
2) in der Miife des Unterschenkels wie bei Podiceps und Anas boschas.
Die erste Bildung ist die allgemeinere.
Die Art. tibiaiis anterior verläuft sehr gleichmUssig
an der vorderen Fläche des Unterschenkels, geht
in die
Art. tarsea über, die an der vorderen Fläche des^ Tar-
sus niedersteigt.
Die
Art. tibiaiis ant. zeigt verschiedene Bildungen:
1) Sie verläuft einfach, nur schwächere Muskelzwei-
ge abgebend.
'
2) Sie wird von feinen, parallel mit ihrem
Stamme
verlaufenden Rciscrchen begleitet, die als erste Andeu-
tung eines Wundernetzes anzusehen sind wie bei CoIn der Mehrzahl der von
livia, Ardea cinerea.
lumba
mir untersuchten Vögel fand ich, wie aus den Beschreibungen hervorgeht, diese Andeutungen von Wundernetz
daher ich die erste Bildung für jetzt aufstelle.
aber diese Andeutung von Wundernetz aus sehr feinen Arterien besieht, die nur schwer gefüllt mit der
Masse werden und sonst nicht sichtbar sind, so werden
nicht,
Da
491
vorzüglich über das Sclilagadersystem der Vögel
wiederholt angestellte Injectionen sie vielleicht noch aa
anderen \'ögeln, bei denen ich
sie bis jetzt nicht fand,
nachweisen.
Es
3)
ein wirkliches, ungefähr aus vier
ist
bestehendes \elz da, welches den
umgiebt und begleitet wie bei
Stamm
Galliis gallinaceus,
boschas, Fulica alra, Meleagris gallopavo
wenn
Zweigen
der Arterie
Es
').
Anas
scheint,
nicht Verschiedenheit des Gelingens der Injection
meinen Untersuchungen die Schuld
stärlier zu sejn als bei der Henne.
in
trägt,
beim Hahne
Es umgiebt ein starkes Wundernetz den Stamm
libialis anterior bei Podiceps, Anser ^).
Die Art. libialis anterior zerfallt fast ganz in
4)
der Art.
5)
Stamm nur
anderen Zweige erscheint
die das Netz bildenden Zweige, so dass ihr
um
weniges stärker
wie bei Ardea
als
die
stellaris.
Alle diese eben angeführten Bildungen sind nur
Grade nach verschieden.
Cuvier
^)
dem
hat das Arteriennetz
an der vorderen Fläche der Tibia mancher Vögel (Rete
dem Arteriennetze an den
Extremitäten mancher Säugethiere verglichen, und es ist
mirabile tibiale) mit Recht mit
nicht einzusehen,
lel
will.
dem Stamme
mit
Stamm
Anas
warum VroUh
zugeben
als passend
Es
') diesen
verlaufende Zweige,
melir oder weniger zerfällt,
clor
Vergleich nicht
sind hier wie dort paral-
denen
in
die der
Vrolik bei
dieselbe Function wie bei den Säugethieren,
Dämlich Erliühung der .Muskeltliätigkeit zuschreibt,
die
mit den gewöhnlichen Gefässnetzcn an den Gelenken,
1)
exlreniitatum
Amstelodanii
2)
UisquisUio
J'rolik
arteriaruin
J'rolik
lKx;6.
4.
1'.
A
a.
in
-
iiunnulÜ!)
physiülugica de peculiari
aiiiuiaUbus
dispusitioiie.
behauptet zwar, e» sey bei der <;an» schwach,
lein ich fand es stark.
8)
anatomico
10. 11.
O. S. 120.
4) A. «. O.
al-
492
Anatomisch -physiologische Untersuchungen,
mit denen sie Vrolik vergleicht, keine entfernte Aehnliclikeit haben.
Auch bei den Säiigethieren finden sich
nach den Untersuchungen von Carlisle und Vrolik verschiedene Grade der Ausbildung dieser Netze, und als
erste Andeutung kommen sie an der Art. tibialis posterior der Fischotter als feine den Stamm begleitende Reißerchen vor, die ich übersah, als ich meinen Aufsatz
über die Ai'terien der Fischotter schrieb, weil sie erst,
wie ich das Präparat trocknete, deutlicher hervortraten.
Es wird das Hete mirabile
folgende
Weise
1) durch
tibiale
der Vögel auf
gebildet;
den aus der Art. poplitea kommenden,
am
oberen Ende des Unterschenkels nach vorn gehenden
Zweig, und durch Zweige der Art. tibialis selbst;
2) durch diese und die Art. peronaea bei Podiceps.
Die Art. tarsea spaltet sich in die für die Zehen
bestimmten Zweige:
1)
livia
am
oberen Ende des Tarsus wie bei Colaraba
am
unteren Ende des Tarsus wie bei den mei-
;
2)
sten Vögeln.
Bei der letzteren Bildung
kommen
wie-
der Verschiedenheiten vor:
a)
sie
thcilt
sich
Endes des Tarsus
an der Riickenseite des unteren
wie bei Corvus
in die Art. digitales
cornix;
i) sie theilt sich in einen
taris;
der
Ramus
plantaris
besondere Oeflnung des
wie
bei Ciconia alba,
Os
Ramus
dorsalis
und plan-
geht entweder durch eine
tarsi
in
die
Planta pedis
oder durch die Spalte zwischen
dem Condjlus externus und medius
des
Os
tarsi
wie
und Gallus gaüinaceus
c) sie geht ganz durch eine besondere OelTnung des
Os tarsi in die Planta pedis über wie bei Podiceps und
bei Falco apivorus
Fulica atra.
Torzüglich über das Schlagailersystcm der Vögel.
493
§4.
Vergleichung der Schlagadern der Vögel und
der Säuge thie'r e.
Aus den bisherigen Darstellungen geht hervor, dass
die Arterien der ^"ögel mancherlei 'Wrschiedenheilen in
Beziehung .iiif ihren Ursprung und Verlauf in den ver-
schiedenen Thieren zeigen, dass indessen doch viel mehr
Gleichförmigkeit herrscht als in der Klasse der Säugethiere.
Ciivier'') hat als wesentlichste
Verschiedenheiten in
Beziehung auf den Verlauf und die Vertheilung der Arterien der Siiugelhiere und der Vögel festgestellt:
1) die Theilung der Aorta fast gleich nach ihrem
Ursprünge
in
drei Aesle;
2) die Theilung der Aorta an ihrem hinteren Ende,
wo
sie nicht eigentlich
äussere und innere Hiiftarterien
erzeugt
3) den Ursprung und den Verlauf der
und ischiadicae;
Art. crorales
4) die Vertheilung der Arterien der vier Extremitäten, die nicht
ehe
wie bei den Säugethieren Bogen bilden,
sie sich in die Art. digitales .spalten.
Der zweite und der vierte dürfte als allgemcinet
und wesentlicher Unterschied wohl wegfallen , da die
Theilung der hinteren Aorta in äussere und innere Hiiftarterien nicht allgemeine Bildung ist-), und die Art.
plantaris bei manchen Vögeln in der That einen Bogen
bildet. Dagegen könnte ipan in Beziehung auf den Verlauf der -Vorta hinzufügen, dass sie bei den Säugethiei
bei den Vögeln über den rechten
,
Bronchus nach hinten geht. Die Arterien der Säuge-
ren über den linken
1)
A. a. O.
Üi
Vgl. Ilarkow
8. 120.
I)i«fnii.sitione»
arteriarum mamtnaliuiu.
circa
bipi, liSS. 4.
originem et dccursuni
p. !)5 aeq.
494
.anatomisch -physiologische Untersuchungen,
thiere
und
Vögel zeigen aussetdem folgende
der-
inter-
essante Vergleicliungspunkte:
1)
Es kommen
in einer Klasse Bildungen als allzu denen sich Annäherungen als weni-
gemeinere vor,
ger allgemeine Bildungen in der anderen Klasse zeigen.
Der Uebergang
der Art. vertebralis in die Art. occipi-
talis scheint z. B.
ganz allgemein zu seyn, und eben so
die Bildung der Art. basilaris durch die Vereinigung der
beiden Art. conimunicantes der Carotides cerebrales. Als
Annäherung hieran kann man die Wiederkäuerbildung
ansehen, bei denen die Art. vertebralis, wenn auch nicht
geradezu und ganz in die Art. occipitalis übergeht, doch
mit deren Zweigen sich verbindet und die Art. basilaris nicht niitbildet ').
2) Es kommen Bildungen als weniger allgemein in
einer Klasse vor, zu denen sich Annäherungen als all-
gemeiner vorkommende Bildungen in der anderen Klasse
Hierher gehört z. B. die Bildung, wo die Art.
zeigen.
carotis interna sich in die Carotis cerebralis
und maxil-
wie bei Sciurus , Arctonijs, Dipus,
Mus, Erinaceus ') u. s. w. Als Annäherung hierzu ist die
bei den Vögeln ganz aligemein vorkommende Theilung
Jaris interna spaltet
der Carotis interna in den inneren und äusseren Ast
Es gehört ferner hierher die Bildung, wel-
anzusehen.
che die Art. coeliaca und mesenterica anterior bei den
bei Cavia cobaya darbieten. Bei dieser, wo
Vögeln und
die Art. mesenterica anterior als eigener
bei jenen,
wo
sich die Arterien dieser
1) Rapp über
Barkow a. a.
2) Ollo
Tasis
et
p. 59. 66.
a.
Bildung nähern,
85.
aure interna.
Caes. Leup. Car. Nat. Cur.
Barkow a.
3) Barkow
fehlt ^),
das Wundernetz.
O.
de animalium quorundam per
cephalicis
Stamm
O.
Nov.
T. Xlll.
hyemem dormientium
.\ct.
Phys. Med. .\cad.
P. 1.
p. 25. 32. 79.
Oisquisitiones nonuullae angiologicae.
p. il.
.
vorzüglich über das Sclilagadersystem der Vögel.
495
indem sehr allgemein die Art. cociiaca bedeutende Zweige
zum Dünndärme
Die höchste Annäherung dazu
giebt.
schwarzen und weissen Storche, wo die
Art. coeliaca fast den grösseren Theil des Dünndarmes
mit Zweigen versorgt. Diese Anordnung beim Storche
ist auch noch deshalb interessant, weil die niesenterica
die
ist
beim
wo sie im Begriffe ist als eigenes Gefüss
ganz aufzuhören, doch noch zu dem Theile des Darmkanales gebt, der das Diverticulum trägt, und die Art,
lue.senterica anterior bei ihrem ersten Entstehen ihrer
anterior hier,
Hedciitung nach wahrscheinlich Art. omphalo-mesaraica
ist ').
§.
5.
Deber das Verhalten der Schlagadern, in Beziehung
auf ihre Lage zu den Blutadern und Nerven.
Im Allgemeinen
gilt
es als Gesetz,
dass die grös-
den ihnen entsprechenden Venen
begleitet werden, und gewöhnlich verlaufen in ihrer Be*
gleitung auch die grösseren Nervenstämme.
Genauere
Untersuchungen werden, wenn ich nicht irre, in dieser
seren Arterien von
Uinsicht noch interessante Thatsachen liefern, wenig»
stens scheinen einige Betrachtungen dazu zu berechti-
Beim Menschen
gen.
verläuft z. B. der
Stamm
der Ca-
rotiden neben der A ena jugidaris interna, und zwischen
beiden der Nervus vagus. Bei den Vögeln sind dagegen die Art. carotides von den Venis jugularibus grossteniheils getrennt ').
In Iliiisiclit des Verlaufs der Jugularvenen der Vögel habe ich folgende Verschiedenheiten beobachtet:
1)
de sind
An
jeder Seile findet sich eine Jugularvene.
gleicii stark.
1)
Ilarkuw
2)
Tifdemann
UiB'iui.iiliune« circa origiiieni etc.
a. a.
0.
S. 6Q0.
p.
103.
Bei-
Anatümisch -physiologische Untersuchungen,
496.
2)
An
jeder Seite
einen Seite
3)
An
ist
ist
Nur an
Die der
einer Seite findet sich eine Jugularvene.
der anderen Seite fehlt
Da
eine Jugiilarvene.
stärker als die der anderen.
ich mir die
sie.
Vögel nicht
nolirt
ich diese Verschiedenheiten fand, so
habe, bei denen
kann ich
für jetzt
mit Sicherheit sie nicht angeben.
Bei Tetrao urogalliis
Jngularvene,
in
ist an jeder Seite eine starke
welche zahlreiche von der Luftröhre
und Speiserühre kommende Zweige münden, welche um
jene Theile bedeutende iVetze bilden.
E'nige andere Fälle, wo untergeordnete Venen nicht
in der Begleitung der Arterien bleiben, habe ich an anderen Stellen angeführt').
Interessant ist das Verhalten der Gefiiss- und IVerTenstämme der unteren Extremitäten.
Bei den Säugethieren geht der Hauptnerve (Nervus
ischiadicus) ohne Begleitung der Stämme, der Venen
und Arterien, nur von untergeordneten Zweigen begleitet, zur Beckenhöhle hinaus.
Der Stamm der Arterien
und der Venen nur in Begleitung eines, wenn auch an
und für sich starken, doch in Vergleich zum N. ischiadicus untergeordneten Nerven, dem N. cruralis.
Bei den Vögeln geht dagegen der Hauplnerve und
die Hauptarterie zusanmien aus der Beckenhöhle hinaus,
während die Hauptvene neben der untergeordneten Art.
cruralis^) Hegt; was um so merkwürdiger erscheint, da
in der Kniekehle noch alle drei Theile neben einander
liegen.
1) Ueber den Verlauf der Schlagadern am Kopfe des Schafes.
Not. Act. Phjs. Med. Acad. Caes. Leoii. Car. Nat. Cur. T. Xlll.
P.
1.
p. 403.
Disquisitiones circa originem. p. 95,
2) Tiedtmann a. a. O. S. 598.
•
^ir. 2?
^./?.
»
Jyy/. /8.
^7-
iL
V.
'^<Ss!
M
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