SPAS 120 C Erdschlußrichtungsrelais

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SPAS 120 C
Erdschlußrichtungsrelais
Betriebsanleitung und Technische Beschreibungen
B
I
2
I n = 1A 5A ( I o )
U n = 100V 110V ( U o )
f n = 50Hz
Uo Io Iϕ
5
60Hz
IRF
SPAS 120 C
STEP
80...265V –
~
18...80V –
U aux
6.0
Iϕ>
[%]
In
STEP
1.0
10
SPCS 3C4
0.6
REGISTERS
0
0
0
SG1
t > [ s]
0
0.1
1
2
3
4
5
6
7
I ϕ /I n [ % ]
U o /U n [ %]
n (U o>)
n (I ϕ>)
n (I ϕ>>)
1
2
3
4
5
6
7
8
1.0
30
SGR
1
2
3
4
5
6
7
8
t / t >[ %]
t / t >> [ % ]
0
1
I ϕ >>
[%]
In
40
0
5
1
RESET
0.6
t >> [ s ]
0.1
1.0
RS 431
Ser.No.
1313
1045B
I ϕ > I ϕ >>
SPCS 3C4
1MRS 750052-MUM DE
Ausgabedatum 1995-03-29
Modifiziert 2002-11-07
Version B
Geprüft MK
Genehmigt OL
SPAS 120 C
Erdschlußrichtungsrelais
Technische Änderungen vorbehalten
Inhalt
Merkmale .................................................................................................................. 2
Anwendung ............................................................................................................... 2
Funktionsbeschreibung .............................................................................................. 3
Blockschaltbild und Anschlußschema ........................................................................ 4
Einstellung der Ausgangsrelais ................................................................................... 6
Betriebsanzeigen ........................................................................................................ 6
Kombinierte Stromversorgungs- und E/A-Baugruppe ............................................... 7
Technische Daten (Modifiziert 2002-11) ................................................................... 8
Anwendungsbeispiele ............................................................................................... 10
Gespeicherte Daten und Fehleranalyse .................................................................... 16
Sekundärprüfung durch Fremdeinspeisung ............................................................. 17
Wartung und Reparaturen ....................................................................................... 21
Ersatz- und Reserveteile ........................................................................................... 21
Abmessungen und Montage .................................................................................... 22
Zur Betriebsvorschrift für das Erdschlußrichtungsrelais SPAS120 C gehören außer diesem
allgemeinen Teil noch folgende Teilbetriebsvorschriften:
Erdschlußrichtungsrelais-Baugruppe SPCS 3C4
Allgemeine Merkmale der Relaisbaugruppen der Baureihe C
Merkmale
1MRS 750053-MUM DE
1MRS 750060-MUM DE
Zweistufiges Erdschlußrichtungsrelais für Verteilernetze
Einsetzbar in isolierten, kompensierten und niederohmig geerdeten Netzen
Gerichtete Stufe Iϕ> mit stromunabhängiger
Charakteristik
Anzeige von Einstellwerten, Betriebsmeßwerten
und gespeicherten Ereignisdaten
Gerichtete Stufe Iϕ>> mit stromunabhängiger
Charakteristik
Datenübertragung über serielle Schnittstelle
möglich
Richtungserkennung für die Iϕ>> Stufe wählbar für Vorwärts- oder Rückwärtsrichtung
Kontinuierliche Selbstüberwachung der Hardund Software einschließlich Selbstdiagnose
Konfigurierbare Ausgangsrelais für Auslösung
und Signalisierung
Umfangreiche Software zur Parametrierung und
Überwachung vorhanden
Wahl der Betriebsart I0sinϕ oder I0cosϕ mit
Umschaltmöglichkeit über binäres Eingangssignal
Anwendung
2
Das Erdschlußrichtungsrelais SPAS 120 C ist
für den selektiven Erdschlußschutz von Abzweigen in isolierten Netzen, kompensierten Netzen
oder in Netzen mit niederohmiger Sternpunkterdung bestimmt. Ein Einsatz bietet sich beson-
ders dort an, wo eine Fernsteuerung des Relais
notwendig ist.
Ebenso können Generatoren und Motoren mit
dem Relais gegen Erdschlüsse gesichert werden.
Funktionsbeschreibung
Das Erdschlußrichtungsrelais SPAS 120 C ist
ein Sekundärrelais auf Basis der kontinuierlichen Messung des Erdstromes und der Verlagerungsspannung des zu schützenden Abzweiges.
Die Erfassung der Verlagerungsspannung erfolgt normalerweise mit Hilfe einer offenen
Dreieckswicklung (en-Wicklung) eines dreiphasigen Spannungswandlers. Möglich ist auch
die direkte Messung der Sternpunkt-Erdspannung mittels einpoligem Spannungswandler. Die Meßmethode zur Erfassung des
Erdstromes ist abhängig von der Größe des zu
messenden Stromes sowie von der Sternpunktbehandlung des Netzes. Verwendung finden
hauptsächlich Kabelumbauwandler oder die
Summenstromschaltung (Holmgreen-Schaltung)
aus den drei Phasenstromwandlern.
Im Falle eines Erdschlusses liefert das Relais je
nach Anwendung und Einstellung ein Warnsignal, einen Auslösebefehl oder es startet ein
externes Kurzunterbrechungsrelais.
Sobald die Verlagerungsspannung den eingestellten Anregewert U0> überschreitet und der
Nullstrom sowie der Phasenwinkel zwischen
Spannung und Strom einen Wert annehmen,
daß I0sinϕ oder I0cosϕ den eingestellten Ansprechwert Iϕ> überschreitet, startet das Erdschlußschutzrelais. Nach der eingestellten Auslösezeit t> zieht das Relais an. Ebenso spricht die
Iϕ>>-Stufe an, wenn die Verlagerungsspannung
den eingestellten Anregewert U0> überschreitet
und der Nullstrom sowie der Phasenwinkel
zwischen Spannung und Strom einen Wert annehmen, daß I0sinϕ oder I0cosϕ den eingestellten Ansprechwert I>> überschreitet. Nach der
eingestellten Auslösezeit t>> zieht das Relais an.
Die Arbeitsrichtung der I>>-Stufe kann gleich
oder entgegengesetzt der Arbeitsrichtung der
I>-Stufe gewählt werden.
Das vom Erschlußrichtungsrelais abgegebene
Anregesignal steht als Ausgangskontakt zur Verfügung und kann z.B. zum Blockieren anderer
Schutzrelais benutzt werden.
Das Relais besitzt einen über Optokoppler potentialgetrennten Binäreingang für externe Steuersignale zum Blockieren von Schutzstufen oder
zur Umschaltung der Betriebsart durch Ferneinstellung.
TRIP 1
Io
Uo
GERICHTETE STUFE Iϕ> MIT
STROMUNABHÄNGIGER
CHARAKTERISTIK
GERICHTETE STUFE Iϕ>> MIT
STROMUNABHÄNGIGER
CHARAKTERISTIK
67N
SIGNAL 1
67N
BLOCKIERUNG EINER ODER BEIDER
STUFEN, WAHL DER BETRIEBSART
DURCH BINÄRES EINGANGSSIGNAL
BLOCKIERUNG
ODER
WAHL DER
BETRIEBSART
TRIP 2
START 1
START 2
IRF
SERIELLE SCHNITTSTELLE
SERIELLE I/O
Abb. 1. Schutzfunktionen des Erdschlußrichtungsrelais SPAS 120 C. Die mit einem Kreis
versehenen Zahlen beziehen sich auf die ANSI-Nummer der entsprechenden Schutzfunktion.
3
Blockschaltbild
und Anschlußschema
L1
L2
L3
A
0
-
N
dn
-
da
S1
I
I
P1
Rx
Tx
+
0
+ (~)
Uaux
- (~)
BS or
BACTRL
+
IRF
START2
START1 SIGNAL1
TRIP2
SPA-ZC_
P2
S_
TRIP1
+
28 29 30 25 26 27
11 12
61 62
70 71 72
73 74 75
80 81
68 69
65 66
1A
5A
110V
100V
~
E
U3
77 78
SERIAL
PORT
SGR/1
0
+ -
1
1
IRF
sinϕ
cosϕ
SGR
B
1
7
1
5
8
A
1
6
TS1
t>
SGB
U1
3 2 4
C
SS1
Iϕ>
4
5
D
F
U3
SS2
Iϕ>>
t >>
TS2
I/O
SPAS 120 C
U2
Abb. 2. Blockschaltbild des Erdschlußrichtungsrelais SPAS 120 C.
Uaux
A,B,C,D,E,F
IRF
BS
BACTRL
SS
TS
SGR
SGB
TRIP_
SIGNAL1
START_
U1
U2
U3
SERIAL PORT
SPA-ZC_
Rx/Tx
4
Hilfsspannung
Ausgangsrelais
Ausgang der Selbstüberwachung
Blockiersignal
Steuersignal zur Wahl der Betriebsart (I0sinϕ oder I0cosϕ)
Anregesignal
Auslösesignal
Schaltergruppe zur Konfigurierung der Anrege- und Meldesignale
Schaltergruppe zur Konfigurierung der Blockiersignale
Auslösekontakt
Auslösemeldung
Ansprech- oder Auslösemeldung
Erdschlußrichtungsrelais-Baugruppe SPCS 3C4
Stromversorgungs- und E/A-Baugruppe SPTU 240S1 oder SPTU 48S1
Buskoppler SPTE 2E13
Serielle Schnittstelle
Anschlußmodul für den seriellen Bus
Empfangsteil und Sendeteil des Lichtwellenleiter-Anschlußmoduls
Rx
61
26
62
27
65
28
66
29
68
30
69
73
80
74
81
75
77
70
78
71
11
72
12
TTL
B470499
Made in Finland
Tx
25
Abb. 3. Rückansicht des Erdschlußrichtungsrelais SPAS 120 C.
Ein- und Ausgangsklemmenbelegung
Kontakte
Funktion
25-26
25-27
28-29
28-30
11-12
Nennstrom I0 (5 A)
Nennstrom I0 (1 A)
Verlagerungsspannung U0 (100 V)
Verlagerungsspannung U0 (110 V)
Externes Blockiersignal (BS)
oder externes Steuersignal zur Wahl der Betriebsart I0sinϕ oder I0cosϕ (BACTRL)
61-62
Hilfsspannungsversorgung
Bei Gleichspannung wird der positive Pol an Klemme 61 angeschlossen
65-66
Auslösekontakt 1 für Stufen Iϕ> und Iϕ>> (TRIP 1)
68-69
Auslösekontakt 2 für Stufen Iϕ> und Iϕ>> (TRIP 2)
80-81
Auslösemeldekontakt der Stufen Iϕ> und Iϕ>> (SIGNAL 1)
77-78
Auslösemeldekontakt der Stufe Iϕ>>, Anregekontakt der Stufen Iϕ> und Iϕ>>
(START 1)
73-74-75 Anregekontakt der Stufe Iϕ> (START 2). Bei normalen Betriebsbedingungen ist
der Kontakt 73-75 geschlossen. Bei Anregung der Stufe Iϕ> schließt Kontakt 74-75
70-71-72 Meldeausgang (IRF) der Selbstüberwachung. Bei normalen Betriebsbedingungen
ist der Kontakt 70-72 geschlossen. Bei Ausfall der Hilfsspannung oder beim
Erkennen eines internen Fehlers schließt Kontakt 71-72.
Schutzerde
Das Erdschlußrichtungsrelais SPAS 120 C kann
über einen Buskoppler des Typs SPA-ZC 17
oder SPA-ZC 21 mit dem LWL-Bus verbunden
werden.
Der Buskoppler wird an den Sub-D-Stecker
angeschlossen, der sich auf der Rückseite des
Relais befindet und mit der Aufschrift SERIAL
PORT versehenen ist. Die LWL-Stecker werden mit den entsprechenden Buchsen Rx und
Tx des Buskopplers verbunden.
5
Einstellung der
Ausgangsrelais
Das Anregesignal der Iϕ>-Stufe ist mit Ausgangsrelais F, das Auslösesignal mit Ausgangsrelais A fest verschaltet. Das Auslösesignal der
Iϕ>>-Stufe ist mit Ausgangsrelais B fest verbunSchalter
Funktion
SGR/1
Umschaltung auf externes Blockiersignal (SGR/1 = 0)
oder auf Steuersignal für die Wahl der Betriebsart
I0sinϕ oder I0cosϕ (SGR/1 =1)
1
Schaltet das Anregesignal der Iϕ>>-Stufe auf
Ausgangsrelais D
1
Schaltet das Anregesignal der Iϕ>-Stufe auf
Ausgangsrelais D
1
Schaltet das Auslösesignal der Iϕ>>-Stufe auf
Ausgangsrelais D
1
Schaltet das Auslösesignal der Iϕ>>-Stufe auf
Ausgangsrelais C
1
Schaltet das Auslösesignal der Iϕ>>-Stufe auf
Ausgangsrelais A
1
Schaltet das Auslösesignal der Iϕ>-Stufe auf
Ausgangsrelais C
1
Schaltet das Auslösesignal der Iϕ>-Stufe auf
Ausgangsrelais B
1
SGR/2
SGR/3
SGR/4
SGR/5
SGR/6
SGR/7
SGR/8
Somit ist es möglich, zwei Leistungsschalter
gleichzeitig oder getrennt nach Iϕ> und Iϕ>>
6
den. Darüber hinaus können die Anrege- und
Auslösesignale mit den Schaltern der Schaltergruppe SGR auf der Frontplatte des Relais wie
folgt geschaltet werden:
WerksBenutzereinstellung einstellung
anzusprechen. Die Ausgangsrelais A und B können die Leistungsschalter direkt ansteuern.
Betriebsanzeigen
B
2. Die gelben LED-Anzeigen (U0, I0 und Iϕ)
im oberen Teil der Gerätefrontplatte zeigen
durch Aufleuchten an, daß der Wert der
jeweiligen Spannung oder des jeweiligen
Stroms gerade auf dem Display angezeigt
wird.
I
2
I n = 1A 5A ( I o )
U n = 100V 110V ( U o )
f n = 50Hz
Uo Io Iϕ
5
60Hz
IRF
SPAS 120 C
STEP
80...265V –
~
18...80V –
U aux
6.0
Iϕ>
[%]
In
STEP
1.0
10
SPCS 3C4
0.6
REGISTERS
0
0
0
SG1
t > [ s]
0
0.1
1
2
3
4
5
6
7
I ϕ /I n [ % ]
U o /U n [ %]
n (U o>)
n (I ϕ>)
n (I ϕ>>)
1
2
3
4
5
6
7
8
1.0
30
SGR
1
2
3
4
5
6
7
8
t / t >[ %]
t / t >> [ % ]
0
1
I ϕ >>
[%]
In
40
0
5
1
RESET
0.6
t >> [ s ]
0.1
1.0
Ser.No.
1313
1045B
I ϕ > I ϕ >>
RS 431
SPCS 3C4
1. Jede Erdschlußschutzstufe hat ihre eigene
Betriebsanzeige (Iϕ> und Iϕ>>), die sich in
der rechten unteren Ecke der Frontplatte der
Relaisbaugruppe befindet. Gelbes Licht zeigt
an, daß die entsprechende Stufe angeregt
wurde, und rotes Licht zeigt an, daß die Stufe
ausgelöst hat.
Kombinierte
Stromversorgungsund E/A-Baugruppe
3. Die rote IRF-Anzeige des Selbstüberwachungssystems zeigt durch Aufleuchten an,
daß ein bleibender Fehler festgestellt wurde.
Der angezeigte Fehlercode sollte notiert und
mitgeteilt werden, wenn eine Überprüfung
des Relais angefordert wird.
4. Die grüne LED Uaux auf der Frontplatte
leuchtet, wenn die Hilfsspannungsversorgung
störungsfrei arbeitet.
5. Die LED-Anzeigen unter den verschiedenen
Einstellknöpfen zeigen durch Aufleuchten
an, daß der dazugehörige Einstellwert auf
dem Display angezeigt wird.
6. Die LED der Schaltergruppe SG1 zeigt durch
Aufleuchten an, daß die Prüfsumme der Schaltergruppe auf dem Display angezeigt wird.
Mit Hilfe der Software-Schaltergruppe SG2
können die Anrege- und Auslöseanzeigen
mit einer Selbsthaltefunktion versehen werden, die bewirkt, daß die Anzeigen auch bei
Rückkehr zu normalem Betrieb gesetzt bleiben. Die Anzeigen werden dann mit dem
RESET-Taster zurückgesetzt. Die Funktion
des Relais wird durch eine nicht zurückgesetzte Anzeige nicht beeinträchtigt.
Die Anrege- und Ansprechanzeigen, die Funktion der Software-Schaltergruppe SG2 sowie
die Funktionen der LED-Anzeigen während
der Einstellung sind im Benutzerhandbuch,
Code-Nr. 1MRS 750053-MUM DE, für die
Erdschlußrichtungsrelais-Baugruppe SPCS 3C4
beschrieben.
Die kombinierte Stromversorgungs- und E/ABaugruppe (U2) befindet sich hinter der Gerätefrontplatte des Schutzrelais und läßt sich nach
Abnehmen dieser Platte herausziehen. Die Baugruppe besteht aus einer Stromversorgungseinheit, fünf Ausgangsrelais, den Steuerkreisen der
Ausgangsrelais sowie der elektronischen Schaltung des externen Steuereinganges.
einwandfrei arbeitet, leuchtet die grüne LED
Uaux auf der Gerätefrontseite.
Die Stromversorgungseinheit arbeitet als DC/
DC-Konverter mit galvanischer Trennung von
primär- und sekundärseitigen Spannungen. Die
Primärseite wird durch eine auf der Leiterplatte
der Baugruppe befindliche träge 1-A-Sicherung
(F1) geschützt. Solange die Spannungsquelle
Die Stromversorgungs- und E/A-Baugruppe ist
in zwei Ausführungen mit verschiedenen Eingangsspannungsbereichen lieferbar:
- SPTU 240 S1
- SPTU 48 S1
Uaux = 80...265 V AC/DC
Uaux = 18...80 V DC
Der Eingangsspannungsbereich der Stromversorgungs- und E/A-Baugruppe, der werksseitig
bei Auslieferung des Relais eingestellt ist, ist auf
der Gerätefrontplatte angegeben.
7
Technische
Daten
(Modifiziert 2002-11)
Meßeingänge I0
Klemmen
Nennstrom In
Thermische Strombelastbarkeit
- dauernd
- während 10 s
- während 1 s
Dynamische Strombelastbarkeit,
Halbwellen-Wert
Eingangsimpedanz
Meßeingänge U0
Klemmen
Nennspannung Un
Spannungsfestigkeit, dauernd
Bürde bei Nennspannung Un
Nennfrequenz fn, je nach Ausführung
Ausgangskontakte
Auslösekontakte:
Klemmen
Nennspannung
Dauerbelastbarkeit
Einschaltstrom während 0,5 s
Einschaltstrom während 3 s
Abschaltvermögen bei Gleichstrom und einer Zeitkonstante des Steuerkreises von L/R ≤ 40 ms bei
den Steuerspannungen
- 220 V DC
- 110 V DC
- 48 V DC
Meldekontakte:
Klemmen
Nennspannung
Dauerbelastbarkeit
Einschaltstrom während 0,5 s
Einschaltstrom während 3 s
Abschaltvermögen bei Gleichstrom und einer Zeitkonstante des Meldekreises von L/R ≤ 40 ms bei
den Steuerspannungen
- 220 V DC
- 110 V DC
- 48 V DC
Externer Steuereingang
Blockiereingang oder Steuereingang für Betriebsart
Klemmen
Steuerspannungsbereich
8
1A
25-27
1A
5A
25-26
5A
4A
25 A
100 A
20 A
100 A
500 A
250 A
<100mOhm
1250 A
<20mOhm
100 V
28-29
100 V
2 x Un
110 V
28-30
110 V
2 x Un
<0,5 VA
50 Hz od. 60 Hz
65-66, 68-69
250 V AC/DC
5A
30 A
15 A
1A
3A
5A
70-71-72, 73-74-75,
77-78, 80-81
250 V AC/DC
5A
10 A
8A
0,15 A
0,25 A
1A
Stromaufnahme bei angesteuertem Eingang
11-12
18...80 V DC oder
80...265 V AC/DC
2...20 mA
Hilfsspannungsversorgung
Stromversorgungs- und E/A-Baugruppen
- SPTU 240 S1
- SPTU 48 S1
Leistungsaufnahme im Ruhe-/Arbeitszustand
80...265 V AC/DC
18...80 V DC
ca. 4 W / ca. 6 W
Erdschlußrichtungsrelais-Baugruppe SPCS 3C4
Erdschlußschutzstufe Iϕ>:
Ansprechstrom der Stufe Iϕ>
Betriebsart
Auslösezeit t>
Erdschlußschutzstufe Iϕ>>:
Ansprechstrom der Stufe Iϕ>>
Betriebsart
Auslösezeit t>>
Verlagerungsspannung U0:
Ansprechspannung U0>, Festwerte
Datenübertragung
Übertragungsart
Datencode
Wählbare Datenübertragungsraten
LWL-Buskoppler mit Stromversorgung aus dem Schutzrelais
- für Kunststoffaserkabel
- für Glasfaserkabel
LWL-Buskoppler mit integrierter Stromversorgung
- für Kunststoffaserkabel
- für Glasfaserkabel
Isolationsprüfungen *)
Spannungsprüfung, IEC 60255-5
Stoßspannungsprüfung, IEC 60255-5
Messung des Isolationswiderstandes, IEC 60255-5
EMV-Prüfungen *)
Hochfrequenzprüfung, IEC 60255-22-1
- common mode
- differential mode
Entladung statischer Elektrizität,
IEC 60255-22-2 und IEC 61000-4-2
- für Kontaktentladung
- für Luftentladung
Schnelle transiente Störgrößen/Burst,
IEC 60255-22-4 und IEC 61000-4-4
- Stromversorgung
- E/A-Anschlüsse
Umgebungsbedingungen
Vorgeschriebener Umgebungstemperaturbereich
Langzeitfestigkeit gegen Feuchte Hitze nach IEC 60068-2-3
Relative Feuchte nach IEC 60068-2-30
Transport- und Lagertemperaturbereich
Schutzart des Gehäuses für Schalttafeleinbau
Masse des Gerätes einschl. Einbaugehäuse
1,0...10,0% x In
I0 sinϕ oder I0 cosϕ
0,1...10,0 s
1,0...40,0% x In und ∞
±I0 sinϕ oder ±I0 cosϕ
0,1...1,0 s
2%, 5%, 10% oder 20% x Un
LWL-Bus
ASCII
300, 1200, 2400, 4800 oder
9600 Bd
SPA-ZC 21 BB
SPA-ZC 21 MM
SPA-ZC 17 BB
SPA-ZC 17 MM
2 kV, 50 Hz, 1 min
5 kV, 1,2/50 µs, 0,5 J
>100 MΩ, 500 V DC
2,5 kV, 1 MHz
1,0 kV
6 kV
8 kV
4 kV
2 kV
-10...+55°C
<95%, +40°C, 56 Tage/J
93...95%, +55°C, 6 Zyklen
-40...+70°C
IP 54
3,0 kg
*) Die Isolations- und EMV-Prüfungen gelten nicht für die serielle Schnittstelle, die ausschließlich
für das Busanschlußgerät verwendet wird.
9
Anwendungsbeispiele
L1
L2
L3
Beispiel 1.
AbzweigErdschlußschutz
+
A
0
-
N
dn
da
S1
P1
S_
P2
I
Rx
I
SPA-ZC_
+
0
+ (~)
Uaux
- (~)
BACTRL
+
IRF
START2
START1 SIGNAL1
TRIP2
28 29 30 25 26 27
11 12
70 71 72
73 74 75
77 78
80 81
68 69
SERIAL
PORT
65 66
1A
5A
110V
100V
~
E
U3
TRIP1
+
61 62
Tx
SGR/1
0
+ -
1
1
IRF
sinϕ
cosϕ
SGR
3 2 4
C
B
1
7
1
5
8
A
1
6
SS1
Iϕ>
TS1
t>
SGB
4
5
D
F
U3
SS2
Iϕ>>
U1
SPAS 120 C
t >>
TS2
I/O
U2
Abb. 4. Abzweig-Erdschlußschutz mit Erdschlußrichtungsrelais SPAS 120 C. Die Einstellungen
der Schaltergruppen sind in der Tabelle auf der folgenden Seite beschrieben.
10
Erdschlußrichtungsrelais werden eingesetzt,
wenn aufgrund der Sternpunktbehandlung des
Netzes keine ungerichtete Erdschlußerfassung
möglich ist oder ein sehr empfindlicher Erdschlußschutz bei variabler Netzkonfiguration
verlangt wird. In Verteilnetzen können empfindliche Erdschlußrichtungsrelais Erdschlüsse
mit einem Widerstand von bis zu einigen tausend Ohm erfassen.
eingestellt werden. Auf diese Weise kann das
Relais automatisch an die jeweils eingesetzte
Sternpunktbehandlung angepaßt werden. Wenn
am Steuereingang BACTRL eine Steuerspannung anliegt, ist die Betriebsart I0cosϕ eingestellt; liegt an diesem Steuereingang keine Spannung an, ist die Betriebsart I0sinϕ eingestellt.
Die Umschaltung wird nur bei entsprechender
Konfiguration des Steuereinganges aktiviert.
In gelöschten oder niederohmig geerdeten Netzen wird die Betriebsart I0cosϕ gewählt, in
isolierten Netzen die Betriebsart I0sinϕ. Die
Betriebsart des Erdschlußrichtungsrelais kann
manuell oder von außen durch ein Binärsignal
Die Iϕ> Stufe des Erdschlußrichtungsrelais erfüllt die geltenden Vorschriften bezüglich der
Empfindlichkeit. Die geforderte Auslösezeit wird
hauptsächlich durch entsprechendes Einstellen
der Iϕ>> Stufe realisiert.
Die Arbeitsrichtung des Relais ist vorzugsweise
bei der Inbetriebnahme zu überprüfen.
hingegen die Iϕ>> Stufe sowohl zur Auslösung
als auch zur Meldung eingesetzt wird.
Im folgenden Beispiel ist der Erdschlußschutz
als zweistufiger Schutz realisiert. Die Iϕ> Stufe
wird nur zur Erdschlußmeldung benutzt, wo
Bei den Einstellschaltern des Erdschlußrichtungsrelais SPAS 120 C können folgende Einstellungen vorgenommen werden:
Schalter
SG1/SPCS 3C4
SGB/SPCS 3C4
SGR
1
0 Iϕ>> Vorwärtsrichtung
0 wird nicht verwendet
2
1
0 wird nicht verwendet
3
1
4
0 keine Selbsthaltung
5
1 t> = 1...10 s
6
0 Iϕ>> = 5...40% x In
0 keine Blockierung
von t>
0 keine Blockierung
von t>>
0 wird nicht verwendet
7
0
0 wird nicht verwendet
1 externe Steuerung der
Betriebsart (BACTRL)
1 Anregung der Iϕ>>-Stufe
an Ausgangsrelais D
0 keine Anregung der Iϕ>Stufe an Ausgangsrelais D
0 keine Auslösung der Iϕ>>Stufe an Ausgangsrelais D
1 Auslösung der Iϕ>>-Stufe
an Ausgangsrelais C
0 keine Auslösung der Iϕ>>Stufe an Ausgangsrelais A
0 keine Auslösung der Iϕ>Stufe an Ausgangsrelais C
0 keine Auslösung der Iϕ>Stufe an Ausgangsrelais B
Externe Steuerung der
Betriebsart. Icosϕ/Isinϕ
U0 = 10% x Un
8
1
∑
150
0 wird nicht verwendet
0 wird nicht verwendet
Bei Einstellung der Schalter entsprechend obiger Tabelle stehen an den Ausgangskontakten
des Erdschlußrichtungsrelais SPAS 120 C die
folgenden Signale an:
Kontakt
Funktion
65-66
68-69
80-81
77-78
73-74-75
70-71-72
Signal bei Auslösung, Stufe Iϕ>
Auslösung des Leistungsschalters, Stufe Iϕ>
Signal bei Auslösung, Stufe Iϕ>>
Anregesignal, Stufe Iϕ>>
Anregesignal, Stufe Iϕ>
Meldeausgang der Selbstüberwachung
11
Beispiel 2.
GeneratorständerErdschlußschutz
L1
L2
L3
S1
P1
S2
P2
N
da
A
dn
S2
P2
S1
P1
ABSCHALTEN
DER
ANTRIEBSMASCHINE
ABSCHALTEN DES
GENERATORS
UND DER
ERREGUNG
+ (~)
Uaux
- (~)
IRF
START2
START1
SIGNAL1
TRIP2
TRIP1
70 71 72
73 74 75
77 78
80 81
68 69
65 66
SERIAL
PORT
28 29 30 25 26 27
11 12
61 62
1A
5A
110V
100V
~
E
SGR/1
U3
+ -
1
0
1
IRF
sinϕ
cosϕ
D
F
U3
SGR
3 2 4
C
B
1
7
1
5
8
A
1
6
SS1
Iϕ>
TS1
t>
SGB
SS2
4
5
Iϕ>>
U1
SPAS 120 C
t >>
TS2
I/O
U2
Abb. 5. Generatorständer-Erdschlußschutz mit Erdschlußrichtungsrelais SPAS 120 C. Die Stellungen der Einstellschalter sind in der Tabelle auf der folgenden Seite beschrieben.
Der Ständer-Erdschlußschutz eines Generators
sollte mindestens 90 % der Wicklung erfassen.
Je näher der Erdschluß am Sternpunkt des Generators liegt, um so kleiner ist der Erdschlußstrom. Der Erdschlußstrom wurde mit Hilfe
eines zwischen Sternpunkt und Erde geschalteten Widerstandes erhöht. Ein selektiver Erdschlußschutz für mehrere parallel betriebene
Generatoren ist möglich, indem jeder Generator mit einem Erdschlußrichtungsrelais ausgestattet wird.
12
Bei widerstandsgeerdetem Sternpunkt ist ein
Erdschlußschutz mit einem Erdschlußrichtungsrelais gem. Abb. 5 möglich. Die Verlagerungsspannung wird von einer offenen Dreieckwicklung des Spannungswandlers gemessen. Der
Erdstrom wird auf beiden Seiten des Generators
mit Summenstromwandlern gemessen. Alternativ können drei parallelgeschaltete dreiphasige Stromwandler auf der Netzseite des Generators und ein Summenstromwandler auf der Erdungsseite verwendet werden. Die Stromwandler auf beiden Seiten des Generators müssen das
gleiche Übersetzungsverhältnis haben.
Die Differentialstromschaltung stellt die Selektivität sicher. Falls der Erdschluß an einer anderen Stelle im Netz auftritt, ist der vom Relais
gemessene Differenzstrom Null, da die Richtung des Fehlerstroms in allen Wandlern die
gleiche ist. Bei einem Erdschluß im Generatorständer sind die Richtungen der Fehlerströme
jeweils entgegengesetzt.
Schalter
SG1/SPCS 3C4
Im gewählten Beispiel ist eine zweistufige Erdschlußschutzschaltung dargestellt. Die Iϕ>-Stufe
des Erdschlußrelais schaltet den Generator vom
Netz und die Erregung ab. Die Iϕ>>-Stufe tut
das gleiche und sorgt außerdem für die Abschaltung der Antriebsmaschine.
SGB/SPCS 3C4
1
0 Iϕ>> Vorwärtsrichtung 0 wird nicht verwendet
2
0
0 wird nicht verwendet
Icosϕ, manuelle Wahl
3
0
0 wird nicht verwendet
4
1 Selbsthaltung
5
1 t> = 1...10 s
6
0 Iϕ>> = 5...40% x In
0 keine Blockierung
von t>
0 keine Blockierung
von t>>
0 wird nicht verwendet
7
0
0 wird nicht verwendet
U0 = 10% x Un
8
1
∑
152
0 wird nicht verwendet
SGR
0 kein Blockiersignal
kein BACTRL-Signal
1 Anregung der Iϕ>>-Stufe
an Ausgangsrelais D
0 keine Anregung der Iϕ>Stufe an Ausgangsrelais D
0 keine Auslösung der Iϕ>>Stufe an Ausgangsrelais D
1 Auslösung der Iϕ>>-Stufe
an Ausgangsrelais C
1 Auslösung der Iϕ>>-Stufe
an Ausgangsrelais A
1 Auslösung der Iϕ>-Stufe
an Ausgangsrelais C
0 keine Auslösung der Iϕ>Stufe an Ausgangsrelais B
Bei Einstellung der Schalter entsprechend obiger Tabelle stehen an den Ausgangskontakten
des Erdschlußschutzrelais SPAS 120 C folgende
Signale an:
Kontakt
Funktion
65-66
68-69
80-81
77-78
73-74-75
70-71-72
Auslösung der Generator- und Feldschalter, Stufen Iϕ> und Iϕ>>
Abschaltung der Antriebsmaschine, Stufe Iϕ>>
Signal bei Auslösung, Stufen Iϕ> und Iϕ>>
Anregesignal, Stufe Iϕ>>
Anregesignal, Stufe Iϕ>
Meldeausgang der Selbstüberwachung
13
I
II
Beispiel 3.
Doppelsammelschienensystem.
Anschluß der
Verlagerungsspannung an das
Relais. Für die
Spannungsauswahl werden
Hilfskontakte der
Trenner verwendet.
+
da
N
N
A
da
A
dn
dn
U3
5A
1A
28 29 30 25 26 27
SPAS 120 C
100V
110V
+
BACTRL
1
11 12
SGR/1
0
61 62
~
+ -
cosϕ
SGB
sinϕ
4
5
U1
S1
S_
P1
P2
START2
+ (~)
Uaux
- (~)
IRF
SS1
TS1
SS2
TS2
73 74 75
E
IRF
t>
t >>
70 71 72
U3
Iϕ>
Iϕ>>
I/O
F
dn
da I
da II
VL I
VL II
80 81
4
B
I
C
1
5
1
7
START1 SIGNAL1
D
1
3 2
77 78
SGR
+
+
TRIP1
0
TRIP2
65 66
-
+
1
68 69
8
A
0
I
6
-
U2
Abb. 6. Schalten der Verlagerungsspannung auf das Erdschlußrichtungsrelais SPAS 120 C in einem
Doppelsammelschienensystem.
In einem Doppelsammelschienensystem können die Sammelschienen mit einem Leistungsschalter miteinander gekoppelt oder als getrennte
Systeme betrieben werden. Die Abzweige sind
über Trenner mit den Sammelschienen verbunden. Wenn die Sammelschienen getrennt betrieben werden, muß die Verlagerungsspannung
für die Relais von der Sammelschiene abgenommen werden, mit der der Abzweig verbunden
14
ist. In Abb. 6 dienen die Hilfskontakte der
Trenner zur Zuordnung der Verlagerungsspannung auf die Relais. Die Hilfskontakte der Trenner werden dafür verwendet, die Verlagerungsspannungen getrennt zu halten. Über die Hilfskontakte der Trenner des Sammelschienen-Kuppelschalters gelangt die Verlagerungsspannung
auch dann zum Relais, wenn einer der Meßschränke abgeschaltet ist.
110V
100V
+ -
≅_
61 62
SGB
U1
4
5
SGR/1
10 11
BS
Uo>>
Uo>
U3
IRF
70 71 72
IRF
t >>
t>
E
I/O
TS2
SS2
TS1
SS1
73 74 75
+
START2
+ (~)
Uaux
- (~)
SGR
F
+
D
7
1
80 81
+
5
C
SIGNAL1
3 2 4
1
77 78
START1
R
8
1
68 69
TRIP2
B
1
65 66
TRIP1
-
6
A
U2
da
110V
100V
SPAU 110 C
U3
28 29 30
dn
N
A
+ -
≅_
61 62
SGB
U1
4
5
SGR/1
10 11
BS
da
Uo>>
Uo>
U3
IRF
70 71 72
t >>
t>
E
(~)
Uaux
(~)
IRF
+
-
dn
N
A
I/O
TS2
SS2
TS1
SS1
73 74 75
START2
SGR
F
D
7
1
80 81
5
C
SIGNAL1
3 2 4
1
77 78
+
START1
8
1
68 69
TRIP2
B
-
1
65 66
TRIP1
-
6
A
U2
28 29 30 25 26 27
SPAS 120 C
U3
da I
da II
dn
110V
100V
SPAU 110 C
U3
28 29 30
I
II
SGR/1
0
11
1
12
BACTRL
U1
4
5
SGB
sinϕ
cosϕ
+ -
~
61 62
Iϕ>>
Iϕ>
U3
t >>
t>
E
IRF
70 71 72
IRF
Uaux
I/O
TS2
SS2
TS1
SS1
73 74 75
START2
P2
S2
+ (~)
- (~)
P1
S1
SGR
F
D
1
7
80 81
C
SIGNAL1
3 2 4
1
77 78
START1
I
5
B
+
8
1
68 69
TRIP2
0
+
1
65 66
+
TRIP1
-
6
A
I
0
U2
-
Beispiel 4.
Doppelsammelschienensystem.
Anschluß der
Verlagerungsspannung an das
Relais. Für die
Spannungsauswahl werden
Spannungsrelais
verwendet.
1A
5A
Abb. 7. Anschluß der Verlagerungsspannung an das Relais in einem Doppelsammelschienensystem.
15
Gespeicherte
Daten und
Fehleranalyse
Im Beispiel 4 werden zur Zuordnung der Verlagerungsspannung ein Spannungsrelais SPAU 110
C und ein bistabiles Hilfsrelais eingesetzt. Die
Verlagerungsspannung der Sammelschiene, an
die der fehlerbehaftete Abzweig angeschlossen
ist, wird automatisch an das Relais geschaltet.
Bei gekoppelten Sammelschienen wird die Verlagerungsspannung nur von einer Sammelschiene abgenommen. Bei getrennten Sammelschienen wird angenommen, daß in zwei verschiedenen Netzteilen zum gleichen Zeitpunkt keine
zwei Erdschlüsse vorliegen.
Der Anregekontakt des Spannungsrelais kann
dazu benutzt werden, einen Parallelwiderstand
zur Löschspule zuzuschalten.
Die in den Registern des Relais gespeicherten
Daten können sowohl zur Analyse eines Erdschlusses als auch zur Untersuchung des Verhaltens der Schutzeinrichtung herangezogen werden.
Die aufgenommenen Werte können dazu benutzt werden, den Widerstand des Erdschlusses
zu bestimmen. Auf diese Weise kann der Grund
des Fehlers oder der Fehlerort abgeschätzt werden.
Register 1 speichert den Maximalwert von I0sinϕ
oder I0cosϕ bei der letzten Anregung der
Verlagerungsspannungsstufe als Vielfaches des
Nennstromes des verwendeten Meßeinganges.
Wenn eine der Stufen auslöst, wird der zum
Zeitpunkt der Auslösung gemessene Strom gespeichert. Bei einer Überschreitung des eingestellten Ansprechwertes der Stufe wird der zuvor
gespeicherte Wert gelöscht und der neue Wert
gespeichert.
Die Anzahl der Anregungen der verschiedenen
Stufen, die in den Registern 3, 4 und 5 gespeichert werden, geben Aufschluß über die Fehlerhäufigkeit. Häufige Anregungen können auf
einen bevorstehenden Erdschluß hindeuten,
beispielsweise einen fehlerhaften Isolator oder
auf eine Störung, die einen Erdschluß auslösen
könnte, z.B. ein die Leitung berührender Ast
eines Baumes.
Register 2 speichert den Maximalwert der Verlagerungsspannung bei der letzten Anregung
der Verlagerungsspannungsstufe als Vielfaches
der Nennspannung des verwendeten Meßeinganges. Wenn eine der Stufen auslöst, wird die
zum Zeitpunkt der Auslösung gemessene Spannung gespeichert. Bei einer Überschreitung des
eingestellten Ansprechwertes der Stufe wird der
zuvor gespeicherte Wert gelöscht und der neue
Wert gespeichert.
Die Daten der Register 1 und 2 zeigen, wie nahe
die Einstellwerte des Relais bei den tatsächlichen Werten des Fehlerstroms und der Fehlerspannung liegen. Dementsprechend kann das
Verhältnis zwischen den eingestellten Anspechwerten und den Strom- und Spannungswerten
im normalen Betrieb am Display des Relais
abgelesen werden.
16
In den Abbildungen 3 und 4 können zur automatischen Umschaltung der Betriebsart I0sinϕ
oder I0cosϕ Hilfskontakte der Trenner und des
Schaltgerätes der Löschspule benutzt werden.
Die Register 6 und 7 zeigen die Dauer der letzten
Anregung der Stufen als Prozentwert der eingestellten Auslösezeit. Durch jede neue Anregung
wird der Zähler zurückgesetzt. Wenn die Stufe
auslöst, beträgt der Registerwert 100.
Die Register 6 und 7 geben Aufschluß über die
Dauer eines Erdschlusses oder im Falle einer
endgültigen Auslösung über die Sicherheitsreserve der Staffelzeiten des Selektivschutzes. Diese Information ist für die Kontrolle der Einstellwerte nützlich.
Die Register 1...7 werden entweder durch gleichzeitiges Drücken der Taster STEP und RESET
oder durch einen Befehl V102 über den SPABus zurückgesetzt.
Sekundärprüfung
durch
Fremdeinspeisung
Primär- und Sekundärprüfungen sollten stets
entsprechend den geltenden Vorschriften und
Anweisungen durchgeführt werden.
Das Schutzrelais enthält eine IRF-Funktion, die
die Funktionsbereitschaft des Relais kontinuierlich überwacht und beim Erkennen eines
Fehlers eine Warnmeldung ausgibt. Gemäß den
Herstellerempfehlungen sollte das Relais alle
fünf Jahre einer Sekundärprüfung unterzogen
werden. Diese Prüfung sollte die gesamte Schutzkette von den Meßwandlern bis zu den Leistungsschaltern umfassen.
Die in diesem Handbuch beschriebene Sekundärprüfung geht von den Einstellwerten des
Relais im normalen Betrieb aus. Im Bedarfsfall
kann die Sekundärprüfung auf den gesamten
Einstellbereich der Schutzstufen ausgedehnt
werden.
Weil die Schalterstellungen und Einstellwerte
während der Prüfung verändert werden müssen, ist sicherzustellen, daß nach Durchführung
der Prüfung alle Werte wieder entsprechend
den bei noralem Betrieb geltenden Einstellungen eingestellt werden. In die dem Relais beiliegende Referenzkarte können alle Einstellungen
eingetragen werden.
Für die Dauer der Sekundärprüfung ist das
Relais vom Schutzkreis entweder durch Öffnen
von trennbaren Reihenklemmen oder mit Hilfe
eines montierten Prüfanschlusses abzuklemmen.
VORSICHT!
Der Sekundärkreis eines Stromwandlers darf
während der Prüfung unter keinen Umständen
geöffnet werden, wenn die Primärseite unter
Spannung steht. Die im Sekundärkreis erzeugte
hohe Spannung könnte zu tödlichen Unfällen
sowie zu Schäden an Meßgeräten und Isolation
führen.
Wenn an das Schutzrelais eine Hilfsspannung
angelegt wird, führt das Relais ein Selbstprüfprogramm durch, das jedoch nicht die Eingangswandler und die Kontakte der Ausgangsrelais
mit einbezieht. Die Funktionstüchtigkeit der
Relais wird mit gewöhnlichen Prüfinstrumenten durchgeführt. Dabei werden auch die Anpassungswandler, die Ausgangsrelais und die
Genauigkeit der Funktionswerte getestet.
Benötigte Prüfausrüstung:
- einstellbare Wechselspannungsquelle 0...40 V
- einstellbare Wechselstromquelle 4 mA...5A
- Strommesser, Genauigkeit ± 0,5 %
- Spannungsmesser
- Stoppuhr oder Zähler für Zeitmessung
- Gleichspannungsquelle
- Schalter und Anzeigelampen
- Speise- und Steuerleitungen
- kalibriertes Vielfach-Meßgerät
Der Sekundärstrom des Stromwandlers ist nach
dem Nennstrom (1 A oder 5 A) des zu prüfenden Relais-Meßeinganges auszuwählen. Die
Meßeingänge sind unter "Technische Daten,
Meßeingänge" näher beschrieben.
17
L1 N
S1
TIMER START
A
+ (~)
L1
S3
L2
L4
L3
- (~)
S2
V
TIMER STOP
BS or
BACTRL
START2
IRF
SIGNAL1 TRIP2
START1
TRIP1
+
28 29 30 25 26 27
11 12
61 62
80 81
68 69
65 66
1A
5A
110V
100V
~
E
SGR/1
U3
77 78
73 74 75
70 71 72
1
+ -
F
B
C
D
A
U3
1
1
1
1
0
IRF
sinϕ
cosϕ
SGR 3 2 4
Iϕ>
8
6
SS2
Iϕ>>
U1
5
TS1
t>
SGB
4
5
SPAS 120 C
7
SS1
t >>
TS2
I/O
U2
Abb. 8. Schaltung zur Sekundärprüfung des Erdschlußrichtungsrelais SPAS 120 C durch Fremdeinspeisung
Nach Fertigstellung der Prüfschaltung und richtiger Einstellung der Einstellschalter wird die
Hilfsspannung an das Relais gelegt.
18
Die Funktion der Prüfschaltung kann mit einem Vielfach-Meßgerät überprüft werden.
Prüfung der Zwischenwandler
Prüfung der Ansprechspannung U0
Nach dem Anlegen von Spannung und Strom
an die Meßeingänge kann der auf dem Display
des Relais angezeigte Stromwert mit dem von
den Meßgeräten angezeigten Wert verglichen
werden. Die Messungen brauchen nur für die
im Anwendungsfall benutzten Meßeingänge
durchgeführt werden.
Es ist ein Prüfstrom etwa in Höhe des zweifachen eingestellten Anregewertes für Iϕ> anzulegen. Nach Schließen des Schalters S2 wird die
Prüfspannung langsam erhöht bis das Relais
anspricht und die Anzeige L2 aufleuchtet. Der
Spannungswert ist im Augenblick des Ansprechens auf dem Spannungsmesser abzulesen.
Prüfung der Überstromstufe Iϕ>
Prüfung der Auslösezeit
Vor Prüfbeginn sind die Schalter der Schaltergruppe SGR entsprechend der folgenden Tabelle einzustellen:
Der Prüfstrom ist auf etwa den zweifachen
eingestellten Anregewert der Iϕ>-Stufe und die
Prüfspannung auf den zweifachen eingestellten
Anregewertes von U0 einzustellen. Die Verlagerungsspannung wird durch Schließen des
Schalters S2 an das Relais gelegt. Der Zähler
startet durch Schließen des Schalters S1 und
stoppt beim Anziehen des Ausgangsrelais A
(Klemmen 65-66).
Schalter
Stellung
1
2
3
4
5
6
7
8
1
0
0
0
0
0
1
0
Man erhält damit folgende Relaisfunktionen:
Ausgangsrelais
(Klemmen)
Das Ansprechen von Ausgangsrelais C wird
durch L4 angezeigt.
Wenn das Relais startet, leuchtet die LED der
Iϕ>-Stufe in der rechten unteren Ecke der Gerätefrontplatte gelb auf. Beim Ansprechen des
Relais schlägt die LED-Anzeige in rot um.
Funktion
A (65-66)
B (68-69)
Auslösesignal der Stufe Iϕ>
(Auslösesignal der Stufe
Iϕ>>)
C (80-81)
Signal bei Auslösung der
Stufe Iϕ>
D (77-78)
wird nicht verwendet
E (70-71-72) Selbstüberwachungssignal
F (73-74-75) Anregesignal der Stufe Iϕ>
Prüfung des Ansprechstromes Iϕ>
Es ist eine Prüfspannung etwa in Höhe des
zweifachen eingestellten Ansprechwertes U0
anzulegen; die Stellung der Schalter SG1/7 und
SG1/8 ist zu überprüfen. Nach Schließen des
Schaltersrs S1 wird der Prüfstrom langsam erhöht bis das Relais anspricht und die Anzeige L2
aufleuchtet. Der Stromwert ist im Augenblick
des Ansprechens auf dem Strommesser abzulesen.
Prüfung der Arbeitsrichtung
Die Arbeitsrichtung des Relais kann kontrolliert werden, indem die Polarität der Prüfstromleiter an der Prüfvorrichtung vertauscht wird.
Bei einem Wechsel der Arbeitsrichtung des Relais darf das Relais nicht auslösen.
Blockierung
Die Schalter 4 und 5 der Schaltergruppe SGB
sowie Schalter SGR/1 sind in Stellung 1 (EIN)
zu bringen.
Durch Schließen des Schalters S3 wird eine
Steuerspannung in Höhe der Hilfsspannung an
den externen Steuereingang des Relais gelegt.
Die Verlagerungsspannung ist auf den zweifachen Wert der U0-Einstellung einzustellen. Der
Prüfstrom wird erhöht, bis die Überstromstufe
Iϕ> startet. Das Relais darf dabei nicht ansprechen.
19
Prüfung der Hochstromstufe Iϕ>>
Vor Beginn der Prüfung der Hochstromstufe
sind die Schalter der Schaltergruppe SGR auf
der Gerätefrontplatte wie folgt einzustellen:
Vor Prüfbeginn sind die Schalter der Schaltergruppe SGR entsprechend der folgenden Tabelle einzustellen:
Schalter
Stellung
1
2
3
4
5
6
7
8
1
1
0
0
1
0
0
0
Man erhält damit folgende Relaisfunktionen:
Ausgangsrelais
(Klemmen)
A (65-66)
B (68-69)
C (80-81)
Funktion
(Auslösesignal der Stufe Iϕ>)
Auslösesignal der Stufe Iϕ>>
Signal bei Auslösung der
Stufe Iϕ>>
D (77-78)
Anregesignal der Stufe Iϕ>
E (70-71-72) Selbstüberwachungssignal
F (73-74-75) (Anregesignal der Stufe Iϕ>)
20
Die Prüfung wird in der gleichen Weise durchgeführt wie bei der Iϕ>-Stufe. Bei der Messung
der Auslösezeit wird der Zeitgeber mit Kontakt
68-69, Ausgangsrelais B, gestoppt.
Prüfung des Selbstüberwachungs-Ausgangsrelais (IRF)
Das Selbstüberwachungssystem sowie die Funktion der IRF-LED und des Ausgangsrelais E
können in der Betriebsart "Auslöseprüfung"
geprüft werden. Diese Prüfung ist in der Teilbetriebsvorschrift "Allgemeine Merkmale der Relaisbaugruppen der Baureihe C" beschrieben.
Das Ansprechen des Ausgangsrelais E wird durch
L1 angezeigt.
Wartung und
Reparaturen
Bei Einsatz unter den in Abschnitt "Technische
Daten" angegebenen Bedingungen ist das Relais praktisch wartungsfrei. Es enthält keine
Teile oder Komponenten, die bei normalen
Betriebsbedingungen abnormalem mechanischen oder elektrischen Verschleiß unterliegen.
Falls die Umgebungsbedingungen am Einsatzort von den angegebenen bezüglich Temperatur
und Feuchtigkeit abweichen oder wenn das
Relais einer Atmosphäre ausgesetzt ist, die chemisch aktive Gase oder Staub enthält, sollte das
Gerät während einer Sekundärprüfung auch
einer Sichtprüfung unterzogen werden. Bei dieser Sichtprüfung ist auf folgende Punkte zu
achten:
- Anzeichen von mechanischer Beschädigung
des Relaisgehäuses und der Klemmen
- Ansammlung von Staub im Innern des Relaisgehäuses; mit Druckluft oder weichem Pinsel
sorgfältig entfernen
- Anzeichen von Korrosion an den Klemmen,
am Gehäuse oder an Bauteilen im Relais
Falls das Relais während des Betriebes ausfällt
oder die Betriebswerte beträchtlich von den
angegebenen Daten abweichen, sollte das Relais
fachgerecht überprüft werden. Einfache Maßnahmen, wie z. B. das Auswechseln eines defekten Moduls, können vom Kunden selbst vorgenommen werden. Größere Reparaturen, besonders Eingriffe in die Elektronik, sollten nur vom
Hersteller ausgeführt werden.
Hinweis!
Die Geräte der SPACOM-Baureihe enthalten
elektronische Schaltkreise, die gegen Schäden
durch elektrostatische Entladungen empfindlich sind. Entsprechende Arbeitsvorschriften im
Umgang mit solchen Geräten sind einzuhalten.
Die Relais sind Meßgeräte und sollten mit Sorgfalt behandelt werden. Besonders bei Transport
und Lagerung ist auf ausreichenden Schutz gegen mechanische Einwirkungen und Feuchtigkeit zu achten.
Ersatz- und
Reserveteile
Erdschlußrichtungsrelais-Baugruppe
Kombinierte Stromversorgungs- und E/A-Baugruppe
- Uaux = 80...265 V AC/DC
- Uaux = 18...80 V DC
Gehäuse (einschl. E/A-Baugruppe)
E/A-Baugruppe
Buskoppler
Bestellnummern
Erdschlußrichtungsrelais ohne Prüfadapter
SPAS 120 C
SPCS 3C4
SPTU 240S1
SPTU 48S1
SPTK 2E13
SPTE 2E13
SPA-ZC 17_ oder SPA-ZC 21_
RS 431 010 -AA, CA, DA, FA
Erdschlußrichtungsrelais mit Prüfadapter RTXP 18
SPAS 120 C
RS 431 210 -AA, CA, DA, FA
Die letzten zwei Buchstaben der Bestellnummer bezeichnen die Nennfrequenz fn
sowie den Hilfsspannungsbereich:
AA:
CA:
DA:
FA:
fn = 50 Hz und UH = 80...265 V AC/DC
fn = 50 Hz und UH = 18...80 V DC
fn = 60 Hz und UH = 80...265 V AC/DC
fn = 60 Hz und UH = 18...80 V DC
21
Abmessungen
und Montage
Das Relaisgehäuse ist hauptsächlich für den
Einbau vorgesehen. Die Einbautiefe hinter der
Montagetafel kann durch Verwendung eines
Aufbaurahmens wie folgt verringert werden:
um 40 mm mit Typ SPA-ZX 111, um 80 mm
mit Typ SPA-ZX 112 und um 120 mm mit Typ
SPA-ZX 113. Ein Aufbaugehäuse ist ebenfalls
erhältlich (Typ SPA-ZX 117).
250
216
186
142
162
129 ±1
139 ±1
34
136
30
a
b
SCHALTTAFELAUSSCHNITT
a
b
176
136
96
74
114
154
ZUSATZRAHMEN
SPA-ZX 111
SPA-ZX 112
SPA-ZX 113
Abb. 9. Montagemaße des Erdschlußrichtungsrelais SPAS 120 C.
Das Gehäuse des Relais ist aus grau-eloxiertem
Aluminiumprofil gefertigt. Mit der Gummidichtung an der Gehäuseschulter wird die
Schutzklasse IP54 zwischen Gehäuse und Einbaufläche erreicht.
Der scharniergelagerte Gehäusedeckel ist aus
klarem, UV-stabilisiertm Polykarbonatpolymer
gefertigt und mit einer plombierbaren Schließschraube versehen. Der Deckel hat eine Gum-
22
midichtung, mit der auch zwischen Deckel und
Gehäuse die Schutzklasse IP54 erreicht wird.
Für die Ein- und Ausgangsanschlüsse sind an
der Rückwand Schraubklemmen vorgesehen,
die jede einen Leiter mit max. 6 mm2 oder zwei
Leiter mit max. 2,5 mm2 Querschnitt aufnehmen können. Der neunpolige Sub-D-Stecker
ist für den Anschluß an den seriellen Bus vorgesehen.
SPCS 3C4
Erdstromrichtungsrelais-Baugruppe
Betriebsanleitung und Technische Beschreibungen
B
I
Uo Io Iϕ
STEP
IRF
6.0
Iϕ>
[%]
In
STEP
1.0
10
0.6
SG1
t > [ s]
0.1
1
2
3
4
5
6
7
8
1.0
30
I ϕ >>
[%]
In
40
0
5
1
RESET
0.6
t >> [ s ]
0.1
1.0
1313
I ϕ > I ϕ >>
SPCS 3C4
1MRS 750053-MUM DE
Ausgabedatum 95-04-24
Version A (ersetzt 34 SPCS 1 DE1)
Geprüft VR
Genehmigt EP
SPCS 3C4
Erdstromrichtungsrelais-Baugruppe
Technische Änderungen vorbehalten
Inhalt
Merkmale .................................................................................................................. 2
Funktionsbeschreibung .............................................................................................. 3
Blockschaltbild .......................................................................................................... 4
Frontplatte ................................................................................................................. 5
Betriebsanzeigen ........................................................................................................ 5
Einstellungen ............................................................................................................. 6
Einstellschalter ........................................................................................................... 6
Meßwerte .................................................................................................................. 8
Gespeicherte Informationen ...................................................................................... 8
Hauptmenüs und Untermenüs ................................................................................ 10
Technische Daten .................................................................................................... 11
Ereigniscodes ........................................................................................................... 12
Daten für die Fernübertragung ................................................................................ 13
Merkmale
Erdstromrichtungsrelais-Baugruppe mit stromunabhängiger Auslösecharakteristik.
Zwei Stufen, eine Niedrigstromstufe Iϕ> und
eine Hochstromstufe Iϕ>>.
Die Arbeitsrichtung der Hochstromstufe Iϕ>>
kann gleich oder entgegengesetzt wie die der
Niedrigstromstufe gewählt werden. Außerdem
kann die Funktion der Hochstromstufe völlig
außer Betrieb gesetzt werden.
Mit den Einstellschaltern können vier verschiedene Anregewerte für die Verlagerungsspannung
gewählt werden.
2
Die gewünschte Betriebsart, I0sinϕ oder I0cosϕ,
kann von Hand oder automatisch gewählt werden.
Digitale Anzeige der gemessenen und eingestellten Werte sowie der zum Zeitpunkt des Erdschlusses aufgezeichneten Daten.
Kontinuierliche Selbstüberwachung von Hardware und Software. Bei einem permanent anstehenden Fehler wird ein Signal an das Melderelais der Selbstüberwachung abgegeben, und
gleichzeitig erfolgt eine Blockierung der anderen Ausgänge.
Funktionsbeschreibung
Die Erdstromrichtungsrelais-Baugruppe der
Type SPCS 3C4 mißt die Verlagerungsspannung
U0 sowie die Wirkkomponente I0cosϕ oder die
Blindkomponente I0sinϕ des Erdstromes I0.
Der Winkel ϕ stellt die Phasenverschiebung
zwischen der gemessenen Spannung und dem
Strom dar.
Die Relais-Baugruppe gibt die Anregesignale
SS1 oder SS2 ab, falls I0cosϕ bzw. I0sinϕ den
eingestellten Ansprechwert Iϕ>/In oder Iϕ>>/In
überschreiten und die Verlagerungsspannung
gleichzeitig den gewählten Anregewert überschreitet. Die Anzeige der Anregung leuchtet
dann gelb auf. Falls dieser Zustand länger als die
eingestellte Verzögerungszeit ansteht, löst die
angeregte Stufe mit dem Auslösesignal TS1
oder TS2 aus. Gleichzeitig wechselt die bisher
gelb leuchtende Anzeige der betreffenden Stufe
auf rot und leuchtet bei Rückfallen der Stufe
weiter. Die Anzeige wird durch Drücken des
Tasters RESET zurückgesetzt.
Die Auslösung der Stufe Iϕ> kann durch Anlegen des Blockiersignals BTS1 an die Stufe blokkiert werden. Auf die gleiche Weise wird die
Anregung der Stufe Iϕ>> durch das Blockiersignal BTS2 blockiert. Die externen Blockierungen werden mit der Schaltergruppe SGB auf
der Leiterplatte des Schutzgeräts eingestellt.
Falls das Schutzgerät mit einer Baugruppe für
die automatische Wiedereinschaltung ausgerüstet ist, wie z. B. die Abzweigschutzrelais, dient
die Schaltergruppe SGB zusätzlich zur Wahl der
Anregesignale für die automatische Wiedereinschaltung. Die Anleitung zur Einstellung der
Schaltergruppe SGB befindet sich in der allgemeinen Beschreibung des Schutzes, zusammen
mit dem Funktionsplan, aus welchen der Signalaustausch zwischen den Baugruppen ersichtlich
ist.
Die Arbeitsrichtung der Stufen wird mit dem
Schalter SG1/1 gewählt. Die Stufe Iϕ> kann
nur in der Vorwärtsrichtung verwendet werden,
die Stufe Iϕ>> jedoch sowohl in der Vorwärtsals auch in der Rückwärtsrichtung, siehe Abb.␣ 3).
Der Anregewert für die Verlagerungsspannung
wird mit den Schaltern SG1/7 und SG1/8 gewählt. Es stehen wahlweise vier Werte zur Verfügung.
Die verschiedenen Betriebsarten der Baugruppe
sind in Abb. 3 dargestellt. Falls das zu schützende System mit Erdschlußlöschspule geerdet ist
oder falls das System starr oder niederohmig
geerdet ist, muß als Betriebsart I0cosϕ gewählt
werden. Beim Schutz eines Netzes mit isoliertem Sternpunkt ist jedoch I0sinϕ zu wählen.
Die Betriebsart I0sinϕ oder I0cosϕ kann mit
dem Schalter SG1/3 von Hand auf der Frontplatte der Baugruppe eingestellt werden, wenn
SG1/2 = 0 ist. Falls SG1/2 = 1 ist, kann die
Betriebsart nur durch Fernsteuerung eingestellt
werden, unabhängig von der Stellung des Schalters SG1/3. Durch Setzen des Steuerungssignals
BACTRL auf den Zustand 0 wird die Betriebsart I0sinϕ eingestellt. Wenn sich das Steuerungssignal BACTRL im Zustand 1 befindet, so ist
die Betriebsart I0cosϕ. Falls die Betriebsart automatisch gesteuert ist, wird die Kennlinie von
I0sinϕ auf I0cosϕ oder umgekehrt durch einen
Hilfskontakt auf dem Trenner der Erdschlußlöschspule umgeschaltet.
Der Einstellbereich der Auslösezeit t> der Stufe
Iϕ> wird mit dem Schalter SG1/5 gewählt. Es
stehen zwei Einstellbereiche zur Verfügung.
Der Stromeinstellbereich der Hochstromstufe
Iϕ>>, entweder 5...40 % x In oder 1...8 % x In,
wird mit dem Schalter SG1/6 gewählt. Außerdem kann die Auslösung der Hochstromstufe
durch Wahl der Einstellung ∞, unendlich, außer Betrieb gesetzt werden.
Der Ausgang der beiden Stufen kann auf Selbsthaltung geschaltet werden, Schalter SG1/4.
Dadurch bleibt das Ausgangsrelais angesteuert,
obwohl das die Auslösung verursachende Signal
nicht mehr vorhanden ist. Die Stufen werden
durch gleichzeitiges Drücken der Taster STEP
und RESET zurückgesetzt.
3
Blockschaltbild
Abb. 1. Blockschaltbild der Erdstromrichtungsrelais-Baugruppe vom Typ SPCS 3C4
U0
I0
BS1,BS2,BS3
BTS1
BTS2
BACTRL
SG1
SGB
SS1
TS1
SS2
TS2
AR1, AR2
Y
R
Verlagerungsspannung
Erdstrom
Externe Blockiersignale
Blockierung der Auslösung der Stufe Iϕ>
Blockierung der Auslösung der Stufe Iϕ>>
Externes Steuerungssignal für den Wechsel der Betriebsart I0sinϕ oder I0cosϕ
Schaltergruppe auf der Frontplatte
Schaltergruppe auf der Leiterplatte zur Einstellung der anstehenden Blockiersignale und abgehenden Anregesignale für die automatische Wiedereinschaltung
Anregesignal der Stufe Iϕ>
Auslösesignal der Stufe Iϕ>
Anregesignal der Stufe Iϕ>>
Auslösesignal der Stufe Iϕ>>
Anregesignale für die automatische Wiedereinschaltung
Gelbe Anregeanzeige
Rote Auslöseanzeige
HINWEIS!
Es sind nicht zwangsläufig sämtliche Eingangsund Ausgangssignale auf die Klemmen jedes
Schutzgeräts geführt, in welchem diese Baugruppe eingesetzt ist. Die auf die Klemmen
4
geführten Signale sind im Schaltbild ersichtlich,
welches den Signalaustausch zwischen den Baugruppen der Schutzeinrichtung darstellt.
Frontplatte
B
I
Anzeigen für die gemessenen
Parameter U0, I0 und Iϕ, d. h.
I0sinϕ oder I0cosϕ
Uo Io Iϕ
Vereinfachtes Relaissymbol
IRF
Selbstüberwachungs-Anzeige
(IRF)
Anzeige der Einstell- und
Meßwerte
STEP
Anzeige und Einstellknopf für den
Ansprechstrom der Stufe Iϕ>
6.0
Iϕ>
[%]
In
STEP
1.0
10
Anzeige-Schrittaster
0.6
Einstellknopf und Anzeige für die
Auslösezeit der Stufe Iϕ>
SG1
t > [ s]
0.1
1
2
3
4
5
6
7
8
1.0
30
Anzeige und Einstellknopf für den
Ansprechstrom der Stufe Iϕ>>
I ϕ >>
[%]
In
40
0
5
1
Einstellschaltergruppe SG1
Anzeige für die Schaltergruppe SG1
RESET
Einstellknopf und Anzeige für die
Auslösezeit der Stufe Iϕ>>
0.6
Quittiertaster
t >> [ s ]
0.1
1.0
1313
I ϕ > I ϕ >>
SPCS 3C4
Ansprech- und AuslöseAnzeigen für die Stufen
Iϕ> und Iϕ>>
Typenbezeichnung der
Relaisbaugruppe
Abb. 2. Frontplatte der Erdstromrichtungsrelais-Baugruppe vom Typ SPCS 3C4
Betriebsanzeigen
Jede Schutzstufe verfügt über eine eigene gelbe
bzw. rote Anzeige. Gelbes Aufleuchten bedeutet
die Anregung der entsprechenden Stufe, und
rotes Aufleuchten zeigt an, daß die Stufe ein
Auslösesignal abgegeben hat.
Die rote Anzeige leuchtet nach Rückfallen der
Überstromstufe weiter, wodurch erkannt werden kann, welche Schutzstufe ausgelöst hat. Die
Anzeige wird mit dem Taster RESET zurückgesetzt. Die Funktion der Baugruppe wird durch
eine nicht zurückgesetzte Auslöseanzeige nicht
beeinträchtigt.
Die Selbstüberwachungs-Anzeige (IRF) zeigt
an, daß das interne Selbstüberwachungssystem
einen permanenten Fehler erkannt hat. Die
Anzeige leuchtet kurz nach Erkennung des Fehlers rot auf. Gleichzeitig gibt die SchutzrelaisBaugruppe ein Signal an das Ausgaberelais der
Selbstüberwachung des Schutzgeräts ab. In den
meisten Fällen erscheint zusätzlich noch ein
Fehlercode auf dem Display der Baugruppe,
welcher die Art des Fehlers anzeigt. Der Fehlercode besteht aus einer roten Adressenziffer und
einer dreistelligen grünen Codenummer. Wenn
ein Fehler auftritt, sollte der Fehlercode notiert
werden, damit er bei der Bestellung einer Reparatur angegeben werden kann.
5
Einstellungen
Die Einstellwerte werden mit den drei grünen
Ziffern ganz rechts angezeigt. Die Anzeige unter
dem Einstellknopf zeigt durch Aufleuchten an,
welcher Einstellwert auf dem Display gerade
angezeigt wird.
Iϕ>/In
Der eingestellte Ansprechwert der Stufe Iϕ> als Prozentwert des Nennstromes des
verwendeten Eingangs. Einstellbereich 1...10 % x In.
t> [s]
Die Auslösezeit der Stufe Iϕ> in Sekunden. Der Einstellbereich bei Stellung 0 von
Schalter SG1/1 ist 0,1...1,0 Sekunden, und bei Stellung 1 liegt der Bereich bei
1,0...10,0 Sekunden.
Iϕ>>/In Der Ansprechwert der Stufe Iϕ>> als Prozentwert des Nennstromes des verwendeten
Eingangs. Der Einstellbereich ist 5...40 % x In, wenn SG1/6 = 0 ist, und 1...8 % x In,
wenn SG1/6 = 1 ist. Zusätzlich kann die Einstellung ∞, unendlich, (angezeigt
mit - - -) gewählt werden, wodurch die Stufe Iϕ>> außer Funktion gesetzt wird. Falls
die Stufe Iϕ>> in der entgegengesetzten Richtung verwendet wird (SG1/1 = 1), ist der
Einstellwert negativ, und die Ziffer ganz links muß ein rotes Minuszeichen anzeigen.
t>> [s]
Einstellschalter
Die eingestellte Auslösezeit der Stufe Iϕ>> in Sekunden. Der Einstellbereich ist
0,1...1,0 Sekunden.
Außerdem wird die Prüfsumme der Einstellschaltergruppe SG1angezeigt, wenn die Anzeige unter der Schaltergruppe auf dem Display
aufleuchtet. Auf diese Weise kann geprüft und
sichergestellt werden, daß die Schalter richtig
eingestellt wurden und auch richtig funktionieren. Ein Beispiel zur manuellen Berechnung der
Prüfsumme ist in der Beschreibung "Allgemeine Eigenschaften der Relaisbaugruppen vom
Typ C" zu finden.
Zusätzliche, bei einzelnen Anwendungen erforderliche Funktionen werden mit den Einstellschaltern der Schaltergruppe SG1 gewählt, welche sich auf der Frontplatte befindet. Die Nume-
rierung der Schalter, 1 bis 8, sowie die Schalterstellungen, 0 und 1, sind auf der Frontplatte
bezeichnet.
Schalter
Funktion
SG1/1
Wahl der Arbeitsrichtung der Stufe Iϕ>>.
Der Schalter SG1/1 = 0 entspricht der Vorwärtsrichtung.
Der Schalter SG1/1 = 1 entspricht der Rückwärtsrichtung,
siehe auch Abb. 3 auf Seite 7.
SG1/2
SG1/3
6
Wahl des Einstellungsprinzips für die Betriebsart I0sinϕ oder I0cosϕ sowie
Handeinstellung der Betriebsart.
SG1/2
SG1/3
0
0
1
1
0
1
0
1
Einstellungsprinzip
für die Betriebsart
Eingestellte Betriebsart
Handeinstellung
Handeinstellung
Durch externe Steuerung
Durch externe Steuerung
I0cosϕ
I0sinϕ
durch BACTRL bestimmt
durch BACTRL bestimmt
Schalter
Funktion
SG1/4
Wahl der Selbsthaltefunktion für die Auslösesignale TS1 und TS2.
Wenn SG1/4 = 0 ist, fallen die Auslösesignale in ihren ursprünglichen Zustand
zurück, d.h. das Ausgaberelais fällt ab, sobald das Meßsignal wieder unter den
Anregewert fällt.
Wenn SG1/4 = 1 ist, so bleiben die Auslösesignale auf Ein, d.h. das Ausgaberelais ist
angeregt, obwohl das Meßsignal unter den Anregewert fällt. Dann müssen die
Auslösesignale durch gleichzeitiges Drücken der Taster STEP und RESET zurückgesetzt werden, um das Ausgaberelais in den Ruhezustand zurückkehren zu lassen.
SG1/5
Wahl des Einstellbereiches für die Auslösezeit t> der Stufe Iϕ>.
Wenn SG1/5 = 0, so beträgt der Einstellbereich der Auslösezeit t> 0,1...1,0 Sekunden.
Wenn SG1/5 = 1, so beträgt der Einstellbereich der Auslösezeit t> 1...10 Sekunden.
SG1/6
Wahl des Einstellbereiches des Ansprechstroms der Stufe Iϕ>>.
Wenn SG1/6 = 0 ist, so ist der Einstellbereich der Stufe Iϕ>> 5...40 % x In oder ∞,
unendlich.
Wenn SG1/6 = 1 ist, so ist der Einstellbereich der Stufe Iϕ>> 1...8 % x In oder ∞,
unendlich.
SG1/7
SG1/8
Wahl des Anregewertes für die Verlagerungsspannung als Prozentwert der
Nennspannung des verwendeten Spannungseingangs.
SG1/7
SG1/8
0
1
0
1
0
0
1
1
Einstellung des Anregewertes für U0
2%
5%
10 %
20 %
Abb. 3 zeigt, wie die Betriebsart der Baugruppe
durch die Einstellschalter SG1 auf der Front-
platte und durch das externe Steuerungssignal
BACTRL beeinflußt wird.
Abb. 3. Betriebsart des Erdstromrichtungsrelais-Baugruppe SPCS 3C4. a) I0sinϕ, b) I0cosϕ
Auf der Leiterplatte des Schutzrelaisbaugruppe
befindet sich eine Schaltergruppe SGB, bestehend aus den Schaltern 1...8. Die Schalter 1...3
dienen zur Einstellung der Anregesignale für die
Baugruppe für die automatische Wiedereinschaltung, und die Schalter 4...8 werden zur
Einstellung der Blockiersignale für die Überstromrelais-Baugruppe in den verschiedenen
Schutzgeräten verwendet. Weitere Einzelheiten
sind den allgemeinen Beschreibungen der verschiedenen Schutzgeräte zu entnehmen.
7
Meßwerte
Die gemessenen Werte werden mit den drei
grünen Ziffern ganz rechts auf dem Display
dargestellt. Die gemessenen physikalischen GröAnzeige
Gemessene Größe
U0
Die gemessene Verlagerungsspannung als Prozentwert der Nennspannung Un des
verwendeten Meßeingangs. Falls der gemessene Wert 25 % der Nennspannung
überschreitet, erscheint auf dem Display die Anzeige - - -.
I0
Der gemessene Erdstrom als Prozentwert des Nennstroms In des verwendeten
Meßeingangs.
Iϕ
Der gemessene Wert I0sinϕ oder I0cosϕ als Prozentwert des Nennstroms des
verwendeten Meßeingangs. Falls der Wert Iϕ negativ ist, zeigt die Ziffer ganz links
auf dem Display ein rotes Minuszeichen. Falls der gemessene Wert 100 % des
Nennstroms des Meßeingangs überschreitet, erscheint auf dem Display die Anzeige
- - - oder - - - -, je nach dem Vorzeichen von Iϕ.
HINWEIS!
Der Nennstrom In der Relaisbaugruppe ist in
Wirklichkeit der Nennstrom der gespeisten EinGespeicherte
Informationen
ßen werden durch Aufleuchten einer Anzeige
auf der Frontplatte angezeigt.
gänge, welche in einer entsprechenden Anwendung in Betrieb genommen wird.
Die rote Ziffer ganz links auf dem Display zeigt
die Registeradresse an, und die anderen drei
Ziffern sind die gespeicherte Information.
Register/
STEP
1
Gespeicherte Informationen
Maximaler gemessener Wert I0sinϕ oder I0cosϕ als Prozentwert des Nennstromes
des gebrauchten Meßeingangs, aufgezeichnet nach der letzten Überschreitung des
Einstellwertes.
Falls irgendeine der Relaisstufen ausgelöst hat, wird der Stromwert zum Zeitpunkt
der Auslösung im Speicher abgelegt. Falls Iϕ ein negatives Vorzeichen aufweist,
erscheint ein rotes Minuszeichen anstelle der Registeradressen-Nummer. Falls der
gemessene Stromwert 100 % des Nennstromes des gebrauchten Meßeingangs
überschreitet, wird der gespeicherte Wert als 1- - - oder - - - - dargestellt. Bei
Überschreitung des Einstellwertes der Verlagerungsspannung wird ein zuvor gespeicherter Maximalwert gelöscht, und in das Register wird der neue Wert gespeichert.
2
Maximalwert der gemessenen Verlagerungsspannung als Prozentwert der Nennspannung Un des gebrauchten Meßeingangs, aufgezeichnet nach der letzten
Überschreitung des Einstellwertes.
Falls irgendeine der Relaisstufen ausgelöst hat, wird der Spannungswert zum
Zeitpunkt der Auslösung im Speicher abgelegt. Falls der gemessene Spannungswert
25 % der Nennspannung überschreitet, wird der gespeicherte Wert als 2 --- oder --- dargestellt. Durch eine Überschreitung des Einstellwertes der Verlagerungsspannung wird ein zuvor gespeicherter Maximalwert gelöscht, und in das Register
wird der neue Wert gespeichert.
8
3
Anzahl der Überschreitungen des Anregewertes der Verlagerungsspannung,
n (U0) = 0...255.
4
Anzahl der Anregungen der Stufe Iϕ>, n(Iϕ>) = 0...255.
5
Anzahl der Anregungen der Stufe Iϕ>> , n(Iϕ>>) = 0...255.
Register/
STEP
6
Gespeicherte Informationen
Dauer der letzten Anregung der Stufe Iϕ> als Prozentwert der eingestellten Auslösezeit t>.
Durch eine neue Anregung wird der Zähler zurückgesetzt, welcher dann wieder von
Null zu zählen beginnt. Wenn die entsprechende Stufe auslöst, beträgt der Zählerstand 100.
7
Dauer der letzten Anregung der Stufe Iϕ>> als Prozentwert der eingestellten
Auslösezeit t>>.
Durch eine neue Anregung wird der Zähler zurückgesetzt, welcher dann wieder von
Null zu zählen beginnt. Wenn die entsprechende Stufe auslöst, beträgt der Zählerstand 100.
0
Statusanzeige des Steuerungseingangs BACTRL für die Betriebsart I0sinϕ/I0cosϕ
und von externen Blockiersignalen. Die Registeradressen-Ziffer ganz rechts gibt den
Zustand der Blockiersignale BTS1 und BTS2 an. Es werden folgende Zustände
angezeigt:
0 = Keine anstehenden Blockierungen
1 = Auslösung der Stufe Iϕ> blockiert
2 = Auslösung der Stufe Iϕ>> blockiert
3 = Auslösung beider Stufen blockiert
Der Zustand des Steuerungssignals BACTRL für die Betriebsart wird durch die
mittlere Ziffer des grünen Displays angezeigt. Die möglichen Zustände sind:
0 = BACTRL im Zustand 0, d.h. Betriebsart I0sinϕ, falls die externe Steuerung für
die Betriebsart gewählt wurde.
1 = BACTRL im Zustand 1, d.h. Betriebsart I0cosϕ, falls die externe Steuerung für
die Betriebsart gewählt wurde.
Die grüne Ziffer ganz links zeigt den Status eines Fernrückstellungs-Eingangs an,
falls vorhanden. Es können folgende Zustände angezeigt werden:
0 = Fernrückstellungs-Eingang nicht angesteuert
1 = Fernrückstellungs-Eingang angesteuert
Von diesem Register aus besteht die Möglichkeit zum Wechsel in den TESTModus, wo die Anrege- und Auslösesignale der Baugruppe nacheinander angesteuert werden können. Weitere Einzelheiten sind aus der Beschreibung "Allgemeine Merkmale der Relaisbaugruppen der Baureihe C" ersichtlich.
A
Der Adressen-Code der Meßrelais-Baugruppe, welcher beim seriellen Datenübertragungssystem erforderlich ist. Der Adressen-Code wird auf Null gesetzt, falls das
serielle Datenübertragungssystem nicht verwendet wird. Subroutinen dieses Registers enthalten die Wahl der Datenübertragungsrate der seriellen Schnittstelle, einen
Busverkehrs-Monitor zur Anzeige des Betriebszustandes des seriellen Datenübertragungssystems sowie ein für die Fernparametrierung der Einstellungen erforderliches Paßwort.
Falls die Baugruppe mit einem Busverwalter des SPACOM-Systems verbunden ist
und die Datenübertragung in Betrieb ist, wird der Zählerstand des BusverkehrsMonitors Null betragen. Andernfalls laufen die Nummern 0...255 kontinuierlich
am Zähler durch.
Die Register 1...7 werden durch gleichzeitiges
Drücken der Taster STEP und RESET auf Null
gesetzt. Die Register werden ebenfalls gelöscht,
falls die Hilfsspannungsversorgung zur Baugruppe unterbrochen wird. Der Adressen-Code
der Baugruppe, die Datenübertragungsrate der
seriellen Schnittstelle sowie das Paßwort werden
durch einen Spannungsausfall nicht gelöscht.
Angaben zur Einstellung der Adresse und der
Datenübertragungsrate sind aus der Beschreibung "Allgemeine Merkmale der Relaisbaugruppen der Baureihe C" ersichtlich.
9
Hauptmenüs und
Untermenüs
Das untenstehende Diagramm zeigt die verfügbaren Hauptmenüs und Untermenüs der
Erdstromrichtungsrelais-Baugruppe.
Im Kapitel "Allgemeine Merkmale der Relaisbaugruppen der Baureihe C" des Datenblattes
1MRS 750060-MUM DE ist beschrieben, wie
man in Untermenüs und in den Einstellmodus
10
gelangt, wie man diese wieder verläßt und wie
man die Einstellungen vornimmt. Außerdem
ist hier beschrieben, wie man den TRIP-TESTModus anwendet.
Technische
Daten
Erdstromstufe Iϕ>
Ansprechstrom der Stufe Iϕ>
Ansprechverzögerung
Auslösezeit, zwei Bereiche
Rückfallzeit
Rückfallverhältnis
Genauigkeit der Auslösezeit
Ansprechgenauigkeit
Erdstromstufe Iϕ>>
Ansprechstrom der Stufe Iϕ>>
Ansprechverzögerungszeit
Auslösezeit
Rückfallzeit
Rückfallverhältnis
Genauigkeit der Auslösezeit
1...10 % x In
60...150 ms
0,1...1,0 s und 1,0...10,0 s,
<120 ms
>0,90
±2 % des eingestellten Wertes, oder ±50 ms
±3 % des maximalen Einstellwertes der
Stufe Iϕ> + Ungenauigkeiten verursacht
durch ±1° Phasenverschiebung
5...40 % x In ∞ , unendlich,
oder 1...8 % x In und ∞, unendlich
60...150 ms
0,1...1,0 s
<120 ms
>0,90
±2 % des maximalen Einstellwertes der
Stufe Iϕ>> + Ungenauigkeiten verursacht
durch ±1° Phasenverschiebung
11
Ereigniscodes
Mit dem Datenkommunikationsgerät auf Stationsebene können über den seriellen SPA-Bus
die von der Erdstromrichtungsrelais-Baugruppe
SPCS 3C4 abgegebenen Ereignisdaten, z.B.
Information betreffend Anregungen und Auslösungen, ausgelesen werden. Bei Abruf überträgt die Baugruppe ihre Daten in folgendem
Format: Zeit (ss.sss) und Ereigniscode. Die Ereigniscodes der Baugruppe sind E1...E8 sowie E50
und E51. Außerdem kann das Datenkommunikationsgerät auf Stationsebene Ereigniscodes
betreffend z.B. die Datenübertragung bilden.
Die Codes E1...E8 sowie die dadurch dargestellten Ereignisse können in die Ereignisprotokollierung eingeschlossen oder davon ausgeschlossen werden, indem man eine Ereignismaske
(V155) über den SPA-Bus in die Baugruppe
eingibt. Die Ereignismaske ist eine Binärzahl,
welche auf eine Dezimalzahl codiert ist. Die
12
Die Ereignismaske kann einen Wert im Bereich
von 0...255 aufweisen. Die Standardeinstellung
für die Erdstromrichtungsrelais-Baugruppe beträgt 85, was bedeutet, daß alle Anregungen und
Auslösungen im Protokoll enthalten sind, aber
nicht deren Rückfall. Die Codes E50...E54 sowie die dadurch dargestellten Ereignisse können
nicht aus dem Protokoll ausgeschlossen werden.
Die Ereigniscodes für die Erdstromrichtungsrelais-Baugruppe SPCS 3C4 sind:
Code
Ereignis
E1
E2
E3
E4
E5
E6
E7
E8
E50
E51
E52
E53
Anregung der Stufe Iϕ>
Rückfall der Anregung der Stufe Iϕ>
Auslösung der Stufe Iϕ>
Rückfall der Auslösung der Stufe Iϕ>
Anregung der Stufe Iϕ>>
Rückfall der Anregung der Stufe Iϕ>>
Auslösung der Stufe Iϕ>>
Rückfall der Auslösung der Stufe Iϕ>>
Neustart
Überlauf des Ereignisregisters
Vorübergehende Störung der Datenübertragung
Keine Antwort von der Baugruppe über die
Datenübertragung
Die Baugruppe antwortet wieder über die
Datenübertragung
E54
0
1
*
-
Ereigniscodes E1...E8 werden durch die Zahlen
1, 2, 4...128 dargestellt. Die Ereignismaske wird
durch Multiplikation der obigen Zahlen entweder mit 0, d.h. Ereignis nicht im Protokoll
inbegriffen, oder 1, d.h. Ereignis im Protokoll
inbegriffen, und durch anschließende Addition
der erhaltenen Zahlen (Siehe Prüfsummen-Berechnung) gebildet.
nicht im Ereignisprotokoll inbegriffen
im Ereignisprotokoll inbegriffen
keine Codenummer
nicht programmierbar
Gewichtsfaktor
des Ereignisses
VorgabeEinstellung
1
2
4
8
16
32
64
128
*
*
*
1
0
1
0
1
0
1
0
-
*
-
*
-
HINWEIS!
Im SPACOM-System werden die Codes E52...
E54 durch das Datenkommunikationsgerät auf
der Stationsebene gebildet.
Daten für die
Fernübertragung
Außer den Ereigniscodes kann das Datenkommunikationsgerät auf Stationsebene über
den SPA-Bus alle Eingangsdaten (I-Daten), Einstellwerte (S-Werte), im Speicher aufgezeichnete Daten (V-Daten) und gewisse andere Daten
der Schutzrelais-Baugruppe lesen. Außerdem
kann ein Teil der Daten mittels über den SPABus gegebenen Befehlen geändert werden. Sämtliche Daten sind über Kanal 0 erhältlich.
Daten
Code
Daten- Werte
richtung
Gemessene Verlagerungsspannung
I1
R
Gemessener Erdstrom als Prozentwert des Nennstroms
Gemessener Wert I0cosϕ oder
I0sinϕ (Vorzeichen +/-)
Blockierung der Niedrigstromstufe Iϕ>
I2
R
I3
R
I4
R
Blockierung der Hochstromstufe Iϕ>>
I5
R
Fernsteuerung der Betriebsart
I6
R
Anregung der Niedrigstromstufe Iϕ>
O1
R
Auslösung der Niedrigstromstufe Iϕ>
O2
R
Anregung der Hochstromstufe Iϕ>>
O3
R
Auslösung der Hochstromstufe Iϕ>>
O4
R
0 = Stufe Iϕ>> hat nicht ausgelöst
1 = Stufe Iϕ>> hat ausgelöst
Gegenwärtiger Anregewert der
Niedrigstromstufe
Gegenwärtige Auslösezeit der
Niedrigstromstufe
Gegenwärtiger Einstellwert der
Hochstromstufe (Vorzeichen +/-)
Gegenwärtige Auslösezeit der
Hochstromstufe
Gegenwärtige Prüfsumme der
Schaltergruppe SG1
S1
R
1...10 % x In
S2
R
0.1...10 s
S3
R
S4
R
+/- 1...40 % x In
+/- 999 = ∞
0.1...1 s
S5
R
0...255
Anregewert der Stufe Iϕ>,
mit dem Einstellknopf eingestellt
Auslösezeit der Stufe Iϕ>,
mit dem Einstellknopf eingestellt
Anregewert der Stufe Iϕ>>, mit dem
Einstellknopf eingestellt (Vorzeichen +/-)
Auslösezeit der Stufe Iϕ>>, mit
dem Einstellknopf eingestellt
Prüfsumme der Schaltergruppe SG1
(mit den Schaltern eingestellt)
S11
R
1...10 % x In
S12
R
0.1...10 s
S13
R
S14
R
+/- 1...40 % x In
+/- 999 = ∞
0.1...1 s
S15
R
0...255
0...25 % x Un
999, falls U0 >25 % x Un
0...100 % x In
999, falls I0 >100 % x In
+/- 0...100 % x In
+/- 999, falls Iϕ> 100 % x In
0 = keine Blockierung
1 = Auslösung der Stufe Iϕ>
blockiert
0 = keine Blockierung
1 = Auslösung der Stufe Iϕ>>
blockiert
0 = sinϕ
1 = cosϕ
0 = Stufe Iϕ> hat nicht angeregt
1 = Stufe Iϕ> hat angeregt
0 = Stufe Iϕ> hat nicht ausgelöst
1 = Stufe Iϕ> hat ausgelöst
0 = Stufe Iϕ>> hat nicht angeregt
1 = Stufe Iϕ>> hat angeregt
13
Daten
Code Daten- Werte
richtung
Ferneingestellter Prozentwert der
Einstellung der Stufe Iϕ>
Ferneingestellter Prozentwert der
Auslösezeit der Stufe Iϕ>
Ferneingestellter Prozentwert der
Einstellung der Stufe Iϕ>>
Ferneingestellter Prozentwert der
Auslösezeit der Stufe Iϕ>>
Ferneingestellte Prüfsumme der
Schaltergruppe SG1
S21
R, W
0...999 %
S22
R, W
0...999 %
S23
R, W
0...999 %
S24
R, W
0...999 %
S25
R, W
0...255
Ferneingestellter Einstellwert
der Stufe Iϕ>
Ferneingestellter Wert für die
Verzögerung der Stufe Iϕ>
Ferneingestellter Einstellwert
der Stufe Iϕ>>
Ferneingestellter Wert für die
Verzögerung der Stufe Iϕ>>
Ferneingestellte Prüfsumme der
Schaltergruppe SG1
S31
R
1...10 % x In
S32
R
0.1...10 s
S33
R
S34
R
+/- 1...40 x In
+/- 999 = ∞
0.1...1 s
S35
R
0...255
V1
R
V2
R
V3
V4
V5
V6
R
R
R
R
+/- 0...100 % x In
+/- 999, falls Iϕ>100 % x In
0...25 % x Un
999, falls U0> 25 % x Un
0...255
0...255
0...255
0...100 %
V7
R
0...100 %
Maximaler aufgezeichneter Meßwert Iϕ
(Vorzeichen +/-)
Maximale aufgezeichnete
Verlagerungsspannung
Anzahl der Anregungen U0
Anzahl der Anregungen der Stufe Iϕ>
Anzahl der Anregungen der Stufe Iϕ>>
Dauer der letzten Anregung
der Stufe Iϕ>
Dauer der letzten Anregung
der Stufe Iϕ>>
14
Rücksetzung der Ausgaberelais
V101 W
1 = Ausgaberelais sind
zurückgesetzt
1 = Ausgaberelais und
Register V1...V7
sind zurückgesetzt
Rücksetzung der Ausgaberelais
und der aufgezeichneten Daten
V102 W
Fernparametrierung der Einstellungen
V150 R, W
0 = Einstellung mit Knöpfen,
S11...S15 aktiviert
1 = Fernparametrierung,
S31...S35 aktiviert
Ereignismaske
V155 R, W
0...255, siehe Abschnitt
"Ereigniscodes"
Eröffnen des Paßwortes
für Fernparametrierungen
Wechseln oder Schließen des
Paßwortes für Fernparametrierungen
V160 W
1...999
V161 W
0...999
Daten
Code
Daten- Werte
richtung
Aktivierung der Selbstüberwachung
V165 W
1 = Selbstüberwachungs-Ausgang
ist aktiviert,und die IRFAnzeige schaltet sich nach etwa
5 Sekunden ein. Danach geht
die Selbstüberwachung zurück
und die IRF Anzeige erlischt
Adresse der Baugruppe für das
Kommunikationssystem
V200 R, W
1...254
Bezeichnung der Programmversion
V205 R
z.B. 012 D
Typenbezeichnung der Baugruppe
Ereignisregister-Ablesung
F
L
R
R
Wiederholtes Lesen des Ereignisregisters
B
R
Lesen der Statusdaten der Baugruppe
C
R
Rücksetzen der Statusdaten der
Baugruppe
Zeiteinstellung und -ablesung
C
W
SPCS 3C4
Zeit, Kanalnummer und
Ereigniscode
Zeit, Kanalnummer und
Ereigniscode
0 = Normalbetrieb
1 = Baugruppe wurde automatisch
zurückgesetzt
2 = Überlauf des Ereignisregisters
3 = Ereignisse 1 und 2 zusammen
0 = Rücksetzen
T
R, W
00.000...59.999 s
R = Daten können aus der Schutzrelais-Baugruppe ausgelesen werden
W = Daten können in die Schutzrelais-Baugruppe geschrieben werden
Die Datenübertragungsbefehle L, B, C und T
wurden für die Ereignisdaten-Übertragung zwischen der Baugruppe und dem Busverwalter auf
Stationsebene reserviert.
Das Ereignisregister kann durch den L-Befehl
nur einmal ausgelesen werden. Sollte z.B. in der
Datenübertragung ein Fehler auftreten, kann
unter Verwendung des B-Befehls der Inhalt des
Ereignisregisters nochmals ausgelesen werden.
Im Bedarfsfall kann der B-Befehl wiederholt
werden.
Die Einstellwerte S1...S5 werden von den Schutzprogrammen benützt. Diese Werte werden entweder mit den Einstellknöpfen oder mit den
Schaltern gewählt. Die Werte S11...S15 sind
Werte, die mit den Einstellknöpfen oder mit
den Schaltern eingestellt werden. S21...S25 sind
Prozentfaktoren für die mit den Einstellknöpfen
durchgeführten Einstellungen. Die Einstellun-
gen S21...S25 können ausgelesen oder geschrieben werden. Voraussetzung für die Werteeingabe ist, daß das erforderliche Paßwort eröffnet
wurde. Die Variablen S31...S35 enthalten die
zur Zeit geltenden fernparametrierten Werte.
Bei Umstellung der fernparametrierten Prozentwerte S21...S24 können diese Variablen als
prozentueller Faktor im Bereich 0...999 eingegeben werden. Dann besteht auch die Möglichkeit zur Änderung der Einstellwerte über die in
den technischen Daten der Baugruppe spezifizierten Grenzen hinaus. Die Gültigkeit der Einstellwerte ist jedoch nur innerhalb der in den
technischen Daten der Baugruppe spezifizierten
Grenzen garantiert.
Die Aktivierung des Selbstüberwachungs-Einganges (V165) verhindert eine Auslösung der
Schutzeinrichtung während dieser Zeit, und die
Anzeige IRF leuchtet auf.
15
Allgemeine Merkmale der Relaisbaugruppen der Baureihe C
Betriebsanleitung und Technische Beschreibungen
B
I >
I >>
I
Meßwertanzeigen
L1
I
L2 I L3
IRF
Selbstüberwachungs-Anzeige
(InternerRelaisFehler)
Anzeigefeld, 1+3 Stellen
STEP
Einstellknopf 1 mit
LED
I>
In
1.5
STEP
0.5
2.5
Schrittaster (STEP)
Stufe 1
0.5
Einstellknopf 2 mit
LED
t > [ s]
SG1
k
0.05
1
2
3
4
5
6
7
8
1.0
13
Einstellknopf 3 mit
LED
I >>
In
20
0
2.5
Stufe 2
1
Einstellschalter SG1
Schaltergruppenanzeige
RESET
0.5
Rückstelltaster (RESET)
t >> [ s ]
0.04
1.0
I>
I >>
Anzeigen Anregung/Auslösung
1309
Einstellknopf 4 mit
LED
SPCJ 3C3
Allgemeine Merkmale
der Relaisbaugruppen
der Baureihe C
1MRS 750060-MUM DE
Ausgabedatum 95-04-21
Version A (ersetzt 34 SPC 2 DE1)
Geprüft VR
Genehmigt EP
Technische Änderungen vorbehalten
Inhalt
Drucktaster ..................................................................................................................... 2
Einstellschalter SG1 ........................................................................................................ 2
Einstellknöpfe ................................................................................................................. 3
Ziffernanzeige ................................................................................................................. 3
Hauptmenü ............................................................................................................... 3
Untermenüs .............................................................................................................. 4
Einstellmodus ............................................................................................................ 4
Beispiel 1: Eingabe im Einstellmodus ........................................................................ 5
Gespeicherte Information .......................................................................................... 6
Trip-Test-Modus....................................................................................................... 7
Beispiel 2: Trip-Test-Modus ..................................................................................... 8
Betriebszustandsanzeigen ................................................................................................ 9
Fehlercodes ..................................................................................................................... 9
Drucktaster
Auf der Frontplatte der Relaisbaugruppe sind
zwei Drucktaster angeordnet. Der Schrittaster
STEP dient zur Vorwärts- bzw. Rückwärtsbewegung der Anzeige, und mit dem Taster
RESET werden die LED-Anzeigen zurückgesetzt. Zusätzlich dienen die Drucktaster zur
Durchführung gewisser Einstellungen, z.B. zur
Einstellung der Adresse der Relaisbaugruppe
und der Datenübertragungsrate bei der seriellen
Datenübertragung, falls die Baugruppe in
Schutzeinrichtungen verwendet wird, welche
über die serielle Schnittstelle Daten austauschen.
(Siehe Abschnitt "Ziffernanzeige").
Einstellschalter
SG1
Ein Teil der Einstellungen und die Wahl der
Funktionen der Baugruppen in unterschiedlichen Anwendungen werden mit den Einstellschaltern SG1 auf der Frontplatte ausgeführt.
Die LED-Anzeige der Schaltergruppe leuchtet,
wenn die Prüfsumme dieser Schaltergruppe auf
dem Anzeigefeld erscheint. Die Prüfsumme kann
zur Kontrolle der richtigen Einstellung der Schalter verwendet werden. Abb. 1 zeigt ein Beispiel
zur Ermittlung der Prüfsumme.
Schalterstellungen
Prüfsumme
Abb. 1. Beispiel für die Ermittlung der Prüfsumme der Schaltergruppe SG1
Wenn die entsprechend dem Beispiel ermittelte
Prüfsumme mit der im Anzeigefeld der Schutzrelaisbaugruppe angezeigten Prüfsumme übereinstimmt, sind die Schalter richtig eingestellt.
2
Die Funktion der Einstellschalter der einzelnen
Schutzrelaisbaugruppen ist in der Beschreibung
der entsprechenden Baugruppe spezifiziert.
Einstellknöpfe
Der überwiegende Anteil der Einstellwerte und
der Auslösezeiten wird mit den auf der Frontplatte der Schutzrelais-Baugruppe angeordneten
Einstellknöpfen durchgeführt. Jeder der Einstellknöpfe ist mit einer eigenen LED-Anzeige
ausgestattet, welche aufleuchtet, wenn der entsprechende Einstellwert im Anzeigefeld erscheint.
Falls ein Einstellknopf verstellt wird, während
das Anzeigefeld gerade einen anderen gemessenen oder eingestellten Wert zeigt, so erscheint automatisch der soeben in Einstellung
begriffene Wert im Anzeigefeld. Gleichzeitig
leuchtet auch die LED-Anzeige der entsprechenden Einstellung auf.
Außer den mit den Einstellknöpfen durchzuführenden Einstellungen ist bei den Relaisbaugruppen eine Fernparametrierung möglich. Das
bedeutet, daß die mit den Einstellknöpfen der
Baugruppe durchgeführten Einstellungen sowie die Prüfsumme der Einstellschaltergruppe
über die serielle Schnittstelle geändert werden
können. Eine Fernparametrierung ist nur dann
möglich, wenn das Paßwort im Register 0 bekannt ist.
Ziffernanzeige
Die gemessenen und die eingestellten Werte
sowie die gespeicherten Daten werden in der
vierstelligen Ziffernanzeige der Schutzrelaisbaugruppe angezeigt. Die drei grünen Ziffern auf
der rechten Seite stellen den gemessenen, eingestellten bzw. gespeicherten Wert dar, und die
rote Ziffer ganz links hat die Funktion einer
Anzeige der Registernummer. Der gemessene
oder eingestellte Wert im Anzeigefeld wird durch
eine gelbe LED-Anzeige signalisiert. Die Registernummer leuchtet nur dann auf, wenn ein
gespeicherter Wert angezeigt wird.
Wenn die Hilfsspannung an eine SchutzrelaisBaugruppe angeschlossen wird, läuft ein Selbsttest der optischen Anzeigen ab, indem die
Ziffern 1 bis 9 während etwa 15 Sekunden
schrittweise durchschaltet werden (EinschaltPrüffunktion). Nach dieser Überprüfung wird
das Anzeigefeld wieder dunkel. Der Test kann
durch Drücken des Tasters STEP unterbrochen
werden. Die Schutzfunktionen der Baugruppe
sind während der ganzen Testphase aktiv.
Hauptmenü
Alle während des Normalbetriebes erforderlichen Daten sind über das Hauptmenü zugänglich, welches die aktuellen Meßwerte ebenso
wie die normalen Einstellknopf-Stellungen und
die wichtigsten gespeicherten Netzfehlerwerte
anzeigt.
Von einem dunklen Anzeigefeld aus ist nur eine
Weiterschaltung nach vorwärts möglich. Bei
anhaltendem Drücken des Tasters STEP wird
die Anzeige dauernd in Vorwärtsrichtung weitergeschaltet, wobei sie in der Leerstellung (dunkles Anzeigefeld) eine gewisse Zeit stillsteht.
Die im Hauptmenü anzuzeigenden Daten werden in einer gewissen Reihenfolge mittels des
Tasters STEP aufgerufen. Beim Drücken des
Tasters STEP während der Zeitdauer von etwa
einer Sekunde wird die Anzeige um einen Schritt
nach vorne weitergeschaltet. Wenn der Taster
für etwa 0,5 Sekunden gedrückt wird, geht die
Anzeige in der Anzeigesequenz um einen Schritt
zurück.
Falls man die Anzeige nicht durch Einstellen des
dunklen Anzeigefeldes abschaltet, bleibt sie bis
etwa 5 Minuten nach der letzten Betätigung des
Tasters STEP aktiviert und wird dann abgeschaltet.
3
Untermenüs
Werte von geringerer Wichtigkeit und solche,
welche nicht oft einzustellen sind, werden in
Untermenüs angezeigt. Die Anzahl der Untermenüs ist bei den verschiedenen Typen von
Relaisbaugruppen unterschiedlich. Die Untermenüs werden in der Beschreibung der entsprechenden Relaisbaugruppe vorgestellt.
Hauptmenü zu verfahren; die Anzeige wird
durch Drücken des Tasters STEP für etwa eine
Sekunde vorwärtsgeschaltet, und rückwärts,
wenn der Taster für etwa 0,5 Sekunden gedrückt wird. Wenn die rote Ziffer (STEP) abgeschaltet ist, befindet man sich wieder im Hauptmenü.
In ein Untermenü gelangt man vom Hauptmenü, indem man den Taster RESET etwa eine
Sekunde lang drückt. Nach Freigeben des Tasters beginnt die rote Ziffer (STEP) zu blinken
und zeigt dadurch an, daß man sich in einem
Untermenü befindet. Um von einem Untermenü in ein anderes zu wechseln oder um in das
Hauptmenü zurückzukehren, ist genauso wie
beim Wechseln vom Hauptmenü in ein anderes
Beim Wechsel in ein Untermenü von einem
gemessenen oder eingestellten Wert aus, welcher durch eine rote LED angezeigt wird, leuchtet die LED-Anzeige weiter, und die Adressenziffer (STEP) des Anzeigefeldes beginnt zu blinken. Eine blinkende Adressenziffer bei nicht
leuchtender LED-Anzeige bedeutet, daß man
sich im Untermenü eines Hauptmenüs befindet.
Hauptmenü
STEP 0,5 s
Untermenü
RESET 1s
STEP 0,5 s
STEP 1s
Anregewert der Stufe
I>
Fernparametrierter
Prozentwert p1
Fernparametrierter
Wert I>x p1
Auslösezeit t>
der Stufe I>
Fernparametrierter
Prozentwert p2
Fernparametrierter
Wert t>x p2
Anregewert der Stufe
I>>
Fernparametrierter
Prozentwert p3
Fernparametrierter
Wert I>>x p3
Auslösezeit t>>
der Stufe I>>
Fernparametrierter
Prozentwert p4
Fernparametrierter
Wert t>>x p4
Prüfsumme der
Schaltergruppe SG1
Ferneingestellte
Prüfsumme
Ferneingestellte
Prüfsumme
STEP 1s
STEP 0,5 s
Abb. 2. Beispiel für die Haupt- und Untermenüs mit den Einstellungen der ÜberstromrelaisBaugruppe SPCJ 3C3. Die mit den Einstellknöpfen vorgenommenen Einstellungen befinden sich
im Hauptmenü; ihre Anzeige erfolgt durch Drücken des Tasters STEP. Außer den EinstellknopfEinstellungen enthält das Hauptmenü die gemessenen Stromwerte und die Register 1...5 sowie
Register 0 und A. Der fernparametrierte Prozentwert sowie der fernparametrierte Wert befinden
sich in den Untermenüs für die Einstellungen. Sie werden durch Drücken des Tasters RESET im
Anzeigefeld aktiviert.
Einstellmodus
4
Die Register des Hauptmenüs und der Untermenüs enthalten auch einzustellende Parameter. Ihre Einstellung wird im sogenannten
Einstellmodus vorgenommen. Dieser ist vom
Hauptmenü oder von einem Untermenü aus
mit dem Taster RESET zugänglich, welcher für
etwa 10 Sekunden gedrückt wird, bis die Ziffer
ganz rechts zu blinken beginnt. Die blinkende
Zahlenstelle wird mit dem Taster STEP eingestellt. Durch Drücken des Tasters RESET wechselt das Blinken von einer Zahlenstelle zur nächsten.
Ein derartig eingestellter Wert wird durch gleichzeitiges Drücken der Taster STEP und RESET
im Speicher abgelegt. Eine Rückkehr aus dem
Einstellmodus in das Hauptmenü oder in ein
Untermenü ist durch Betätigung des Tasters
RESET, der solange (ca. 10 s) gedrückt wird, bis
die grünen Ziffern des Anzeigefeldes nicht mehr
blinken.
Die im Einstellmodus einzustellenden Werte
sind z.B. der Adressen-Code der SchutzrelaisBaugruppe und die Datenübertragungsrate für
die serielle Schnittstelle.
Beispiel 1:
Eingabe im Einstellmodus. Manuelle Einstellung
des Adressen-Codes einer Schutzrelais-Baugruppe sowie der Datenübertragungsrate für die
serielle Datenübertragung. Der ursprüngliche
Wert für den Adressen-Code betrage 146.
g)
Stellen Sie auch diese Ziffer mittels des Tasters
STEP ein.
a)
Drücken Sie den Taster STEP, bis die RegisterAdresse A in dem Anzeigefeld erscheint.
h)
Speichern Sie die eingestellte Adresse durch
gleichzeitiges Drücken der Taster RESET und
STEP. Zum Zeitpunkt des Abspeicherns blinken drei grüne Querstriche im Anzeigefeld, d.h.
A - - -.
b)
Drücken Sie den Taster RESET für etwa 10
Sekunden, bis die Ziffer ganz rechts zu blinken
beginnt.
i)
Verlassen Sie den Einstellmodus durch Drükken des Tasters RESET für etwa 10 Sekunden,
bis das Anzeigefeld nicht mehr blinkt.
c)
Drücken Sie wiederholt den Taster STEP, um
die Zahlenstelle auf den gewünschten Wert
einzustellen.
d)
Drücken Sie den Taster RESET, damit die
mittlere der grünen Ziffern zu blinken beginnt.
j)
Dann geben Sie durch Drücken des Tasters
RESET für etwa eine Sekunde das Untermenü
1 von Register A ein. Die Registeradresse A wird
daraufhin durch eine blinkende 1 ersetzt. Dieses
Untermenü dient zur Einstellung der Datenübertragungsrate der seriellen Datenübertragung.
e)
Stellen Sie die mittlere Ziffer mittels des Tasters
STEP ein.
k)
Die Datenübertragungsrate für die serielle Datenübertragung wird auf die gleiche Weise wie die
Adresse eingestellt und gespeichert (siehe Absätze b...i), mit der Ausnahme, daß die kontinuierlich leuchtende Registeradresse durch eine blinkende 1 ersetzt wurde.
f)
Drücken Sie den Taster RESET, damit die
grüne Ziffer ganz links zu blinken beginnt.
l)
Nach Speicherung der Datenübertragungsrate
für die serielle Datenübertragung können Sie
durch Drücken des Tasters STEP für etwa 0,5
Sekunden in das Hauptmenü von Register A
zurückkehren.
5
Gespeicherte
Information
Die im Augenblick des Auftretens eines Fehlers
gemessenen Fehlerwerte werden in den Registern aufgezeichnet, in gewissen Relaisbaugruppen sind auch noch die Einstellwerte darin
enthalten. Die aufgezeichneten Daten, mit Ausnahme gewisser Einstellparameter, werden durch
gleichzeitiges Drücken der Taster STEP und
RESET auf Null zurückgesetzt. Die Daten in
den normalen Registern werden bei Unterbrechung der Hilfsspannungsversorgung zum Relais gelöscht. Nur die Einstellwerte und gewisse
andere Parameter bleiben bei einem Spannungsausfall in den Registern erhalten.
Die Anzahl der Register ist bei verschiedenen
Baugruppentypen unterschiedlich. Die Funktion der Register wird in den Beschreibungen
der einzelnen Relaisbaugruppen erläutert. Außerdem steht auf der Gerätefrontplatte eine
vereinfachte Liste der durch die verschiedenen
Relaisbaugruppen in der Schutzeinrichtung aufgezeichneten Daten zur Verfügung.
Alle Relaisbaugruppen der Baureihe C sind mit
zwei sogenannten allgemeinen Registern ausgestattet: Register 0 und Register A.
Das Register 0 enthält z.B. die Information über
externe Blockiersignale und die Schaltzustandsanzeige für den Leistungsschalter in codierter
Form. Die Codes sind in den Beschreibungen
der einzelnen Schutzrelais-Baugruppen erläutert.
6
Das Register A enthält den für die serielle Schnittstelle erforderlichen Adressen-Code der Relaisbaugruppe. Beispiel 1 auf Seite 5 zeigt wie man
den Adressen-Code ändern kann. Das Untermenü 1 von Register A enthält den Wert der
Datenübertragungsrate (in Kilobaud) für die
serielle Datenübertragung.
Das Untermenü 2 von Register A enthält einen
Busverkehrs-Monitor für das SPACOM-System.
Falls das Schutzrelais, in welchem die Baugruppe eingebaut ist, mit einem Leittechniksystem verbunden ist und das System in Betrieb
ist, so beträgt die Zähleranzeige des Monitors
Null. Andernfalls laufen die Zahlen 1...255
kontinuierlich auf dem Monitor durch.
Das Untermenü 3 von Register A enthält das
erforderliche Paßwort zur Änderung der Fernparametrierungen. Der Adressen-Code, die
Datenübertragungsrate für die serielle Datenübertragung und das Paßwort können von Hand
oder über die serielle Schnittstelle eingestellt
werden. (Manuelle Einstellung siehe Beispiel 1)
Die Werkseinstellung für den Adressen-Code
und das Paßwort beträgt 001, und diejenige für
die Datenübertragungsrate ist 9,6 kBd.
Trip-Test -Modus
Das Register 0 ermöglicht ebenfalls den Zugang
zum sogenannten Trip-Test -Modus (Auslösungsüberprüfung), bei dem die Ausgangssignale
der Schutzrelaisbaugruppe nacheinander angesteuert werden können. Falls die Hilfsrelaisbaugruppe der Schutzeinrichtung eingeschoben
ist, werden die Hilfsrelais ebenfalls in die Überprüfung mit einbezogen.
Durch Drücken des Tasters RESET für etwa 10
Sekunden beginnen die drei grünen Ziffern
rechts zu blinken, wodurch angezeigt wird, daß
sich die Schutzrelais-Baugruppe im Prüfzustand
befindet. Die LED-Anzeigen der Einstellknöpfe
geben durch Blinken an, welches Ausgangssignal aktiviert werden kann. Die gewünschte
Ausgabefunktion wird durch erneutes Drücken
des Tasters RESET für etwa 1 Sekunde angewählt.
Die Anzeigen bei den Einstellknöpfen beziehen
sich auf folgende Ausgangssignale:
Einstellknopf 1 SS1 Anregung der Stufe 1
Einstellknopf 2 TS1 Auslösung der Stufe 1
Einstellknopf 3 SS2 Anregung der Stufe 2
Einstellknopf 4 TS2 Auslösung der Stufe 2
Keine Anzeige IRF Selbstüberwachung
Die gewählte Anregung oder Auslösung wird
durch gleichzeitiges Drücken der Taster STEP
und RESET aktiviert. Das Signal bleibt so lange
angesteuert, wie die beiden Taster gedrückt
bleiben.
Der Selbstüberwachungs-Ausgang wird durch
einmaliges Drücken des Tasters STEP aktiviert,
während keine der Einstellknopf-Anzeigen
blinkt. Der IRF-Ausgang wird etwa 10 Sekunden nach Betätigung des Tasters STEP aktiviert
und nach etwa 30 Sekunden zurückgestellt.
Gleichzeitig kehrt das Anzeigefeld zum Hauptmenü zurück und führt die Einschalt-Prüffunktion durch, erkennbar am mehrmaligen
Durchlaufen der Zahlen 0...9 im Anzeigefeld.
Die Signale werden in der in Abb. 3 gezeigten
Reihenfolge ausgewählt.
Register 0
RESET
10s
STEP +
RESET
RESET
1s
RESET
1s
STEP +
RESET
RESET
1s
STEP +
RESET
RESET
1s
STEP +
RESET
RESET
1s
STEP
Abb. 3. Reihenfolge für die Auswahl der Ausgabesignale in der Betriebsart Trip-Test-Modus
Wenn z.B. die LED beim Einstellknopf 2 (zweiter von oben) blinkt und die Taster STEP sowie
RESET gedrückt werden, ist das Signal TS1
(Auslösung von Stufe 1) angesteuert. Rückkehr
zum Hauptmenü ist in jeder Stufe des Trip-
Test-Modus durch Drücken des Tasters RESET
für etwa 10 Sekunden möglich. Falls die Baugruppe in der Betriebsart Trip-Test-Modus gelassen wird, geschieht nach etwa 5 Minuten eine
automatische Rücksetzung.
7
Beispiel 2:
Trip-Test-Modus. Eine kontrollierte Aktivierung der Ausgänge wird wie folgt erreicht:
a)
Schreiten Sie vorwärts im Anzeigefeld in das
Register 0
b)
Den Taster RESET für etwa 10 Sekunden drükken, bis die drei grünen Ziffern rechts und die
LED-Anzeige des obersten Einstellknopfes zu
blinken beginnen.
c)
Drücken Sie nun die Taster RESET und STEP
gleichzeitig. Dadurch ist die Anregung von Stufe 1 aktiviert (z.B. die Stufe I> der Überstromrelais-Baugruppe SPCJ 3C3), und gleichzeitig
leuchtet die Anzeige dieser Stufe gelb auf.
d)
Drücken Sie den Taster RESET für etwa eine
Sekunde, bis die Anzeige des zweiten Einstellknopfes zu blinken beginnt.
e)
Drücken Sie wiederum die Taster RESET und
STEP gleichzeitig zur Aktivierung der Auslösung
von Stufe 1 (z.B. der Stufe l> der Überstromrelais-Baugruppe SPCJ 3C3). Daraufhin leuchtet die Anzeige der entsprechenden Stufe rot
auf.
f)
Die Anregung und Auslösung der zweiten Stufe
werden auf gleiche Weise aktiviert wie bei Stufe
1. Die Anzeige der dritten oder vierten Einstellung beginnt zu blinken, wodurch angezeigt
wird, daß die entsprechende Stufe angesteuert
wurde.
g)
Zur Aktivierung des Ausgangsrelais der Selbstüberwachung wird auf denjenigen Prüfpunkt
gewechselt, in dem keine Anzeige blinkt. Drükken Sie den Taster STEP einmal. Nach etwa 10
Sekunden leuchtet die rote IRF-Anzeige auf,
und der IRF-Ausgang ist aktiviert. Diese Anzeige verlöscht wieder, und auch der Ausgang wird
nach etwa 30 Sekunden automatisch zurückgesetzt, wobei die Baugruppe gleichzeitig die Prüfstellung wieder verläßt.
h)
Man kann den Trip-Test-Modus in jeder Stufe
des Überprüfungsvorganges durch Drücken des
Tasters RESET für etwa 10 Sekunden verlassen,
wobei dann die drei Ziffern auf der rechten Seite
aufhören zu blinken.
8
Betriebszustandsanzeigen
Die Schutzrelaisbaugruppen sind mit je zwei
unabhängigen Schutzstufen ausgestattet, von
denen jede über eine eigene gelbe bzw. rote
LED-Anzeige im unteren Teil der Frontplatte
der Relaisbaugruppe verfügt.
Die Anzeige leuchtet gelb bei der Anregung der
Stufe auf, und rot, wenn eine (verzögerte) Auslösung stattfindet. Die rote LED-Anzeige leuchtet weiter, auch wenn die Stufe zurückgefallen
ist. Bei Rückkehr der Schutzstufe erlischt die
Fehlercodes
Außer den Schutzfunktionen sind die Relaisbaugruppen mit einem Selbstüberwachungssystem ausgestattet, welches kontinuierlich die
Funktion des Mikroprozessors, dessen Programmausführung und die Elektronik überwacht.
Wenn das Selbstüberwachungssystem einen
permanenten Fehler in der Schutzrelais-Baugruppe erkannt hat, leuchtet die rote IRF-Anzeige kurz nach Erkennen des Fehlers auf. Gleichzeitig gibt die Baugruppe ein Signal an den
Selbstüberwachungskontakt der Schutzeinrichtung ab.
gelbe LED-Anregeanzeige normalerweise automatisch. Die rote Auslöseanzeige wird mit dem
Taster RESET auf der Frontplatte zurückgesetzt. Durch eine nicht zurückgesetzte Auslöseanzeige wird die Funktion der Relaisbaugruppe
nicht beeinträchtigt.
In gewissen Fällen weicht die Funktion der
Auslöseanzeige vom oben aufgeführten Prinzip
ab. Näheres ist in der detaillierten Beschreibung
der einzelnen Baugruppen enthalten.
In den meisten Fehlerfällen erscheint im Anzeigefeld der Baugruppe ein Fehlercode, welcher die Art des Fehlers anzeigt. Der Fehlercode,
bestehend aus einer roten Ziffer (1) und einer
dreistelligen grünen Codenummer, kann nicht
vom Anzeigefeld durch Rücksetzung gelöscht
werden. Wenn ein Fehler auftritt, sollte der
Fehlercode notiert werden, damit er bei der
Bestellung einer Reparatur angegeben werden
kann.
9
1MRS 750052-MUM DE
ABB Oy
Distribution Automation
Postfach 699
FI-65101 Vaasa
FINNLAND
Tel. +358 (0)10 22 11
Fax.+358 (0)10 22 41094
www.abb.com/substationautomation
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