Vertrauen aufbauen – und dann auf gemeinsame Ziele konzentrieren

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Fünf Praxis-Strategien: Mit der „Doppelspitze“ Projekte zum Erfolg führen
Vertrauen aufbauen – und dann auf
gemeinsame Ziele konzentrieren
Zusammenfassung: Zunehmend setzen Unternehmen auf
„Doppelspitzen“ bei Projekten. Statt von einem „Solisten“
wird das Vorhaben von zwei Projektmanagern geführt. Mit
dieser Strategie wird das Fachwissen, die Erfahrungen und
auch die persönlichen Fähigkeiten der Projektleiter kombiniert. Doppelspitzen helfen besonders bei schwierigen,
fachlich breit aufgestellten Projekten. Mit fünf Praxisstrategien gelingt die nicht immer einfache Zusammenarbeit im
Führungsteam.
Über Monate dümpelte bei einem Großunternehmen das
wichtige, millionenschwere IT-Projekt vor sich hin. Der ITProjektleiter sollte mit seinem Spezialistenteam eine neue
Software für die Materialwirtschaft einführen. Doch der
Fachbereich Materialwirtschaft mauerte. Er verwarf die Vorschläge und Pläne, kritisierte „bedienerunfreundliche“ Anwendungen. Der Projektleiter, so der Vorwurf, verstehe zu
wenig von effizienter Materialwirtschaft. Nach fünf Monaten
machte die Geschäftsführung „Tabula rasa“ und setzte das
verlustreiche Projekt neu auf. Mit einer Doppelspitze. Dieses Mal entsandten auch die Materialwirtschaftler einen
Manager in die Projektspitze.
Bei der Führung von Projekten durchbrechen Unternehmen
immer häufiger das Einzelkämpfer-Prinzip und setzen stattdessen zwei Projektmanager ein. Solche ManagementTandems können Projekten Siebenmeilenstiefel verleihen.
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„Doppelspitzen lohnen sich vor allem für schwierige, fachlich breit aufgestellte Vorhaben, bei denen mehrere Bereiche eng zusammenarbeiten“, erklärt Projektprofi Gábor
Vozári, Berater bei „next level consulting“. Dort können
Doppelspitzen unterschiedliche Erwartungen und verschiedenes Fachwissen gut zusammenführen und gemeinsam
vertreten. Ebenfalls möglich: Die beiden Manager bringen
verschiedene Kompetenzen zusammen, etwa technische
und kaufmännische Erfahrung. Oder die analytische Fähigkeiten des einen und das Kommunikationstalent des anderen.
Gábor Vozári erläutert fünf Erfolgsstrategien, mit denen eine Doppelspitze die Klippen bei der Zusammenarbeit umsteuert:
Erstens: Zur richtigen inneren Haltung finden
Gute Doppelspitzen in Projekten zeichnen sich dadurch
aus, dass sie sich Respekt bei Kunden, Mitarbeitern und
anderen Interessengruppen erarbeiten. Sie wirken als Vorbild bei ihrem Team und sprechen „mit einer Stimme“ für
das Projekt. Deshalb ist es wichtig, dass sich die Projektmanager in der Doppelspitze respektieren und aufeinander
zählen können. Dies gilt besonders für Krisen. Treten die
beiden Projektmanager nach außen Schulter an Schulter
auf selbst dann, wenn sie verschiedener Meinung sind?
Muss in einer strittigen Frage beispielsweise die Geschäftsführung entscheiden - hält die Zusammenarbeit dies aus?
Was, wenn in bestimmten Projektphasen einer der beiden
mehr im Rampenlicht steht? „Für die Partnerschaft an der
Doppelspitze brauchen die Akteure soziale Kompetenz im
Umgang miteinander“, sagt Gábor Vozári, „die Projektmanager in der Doppelspitze müssen nicht große Freunde
werden, sollten aber auf die Stärken und Schwächen des
Kollegen passend reagieren können.“
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Zweitens: Auf gemeinsame Projektziele konzentrieren
Die beiden Projektmanager in der Doppelspitze müssen als
Partner agieren und gemeinsame Ziele verfolgen. „Dies
klingt trivial, doch häufig arbeiten die Projektmanager mehr
gegeneinander als miteinander“, erklärt Gábor Vozári. Beispielsweise bei Konflikten sollte die Doppelspitze das gemeinsame Vorhaben im Blick behalten – und sich nicht als
Anwälte der Ziele ihrer Bereiche auftreten. Erfolgreiche Projektmanager vertreten in der Doppelspitze nicht nur reine
Positionen; sie diskutieren Interessen. Ein Beispiel: Einer
der Projektmanager macht sich stark dafür, bei dem Vorhaben auf bekannte und erprobte Projektmethodik zu setzen.
Die Position „Das haben wir schon immer so gemacht“ führt
selten weiter. Besser ist es zu erläutern, aus welchen Gründen bestimmte Abläufe im Projekt beibehalten werden sollten. Ebenfalls hilfreich ist der Perspektivenwechsel: Welche
Ziele sind aus Sicht des Kunden oder des Unternehmens
sinnvoll - statt rein aus der eigenen Perspektive?
Drittens: Verantwortlichkeiten festlegen
Die Zuständigkeiten in der Doppelspitze sind klar abzugrenzen. Beispielsweise bei Software-Projekten sollten die Projektmanager festlegen, welche Planungen, Arbeitsabläufe
und Entscheidungen ins „Ressort“ des IT-Projektmanagers
fallen und welche in die Zuständigkeit des Kollegen aus
dem Fachbereich. Indes, in der Praxis ist diese Trennung
nicht immer einfach. Projekt-Profis orientieren sich anhand
eines zurückliegenden Projekts über die Struktur des eigenen Vorhabens, über seine Phasen, Aufgaben und Vorgehensmodelle. Mit diesem ersten Schritt gewinnt die Doppelspitze Übersicht. Anschließend ermitteln die Projektmanager, welche Aufgaben vor ihnen liegen und verteilen diese
unter sich je nach Zuständigkeit und Rolle. Doch bei aller
Planung sollten die Projektmanager keine zu starren Regeln
vereinbaren. Gábor Vozári empfiehlt, eine gewisse Flexibilität beizubehalten. „Erfolgreiche Doppelspitzen gestatten
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einander auch Freiheiten und lassen dadurch die Zusammenarbeit gewissermaßen atmen“, hat er beobachtet.
Viertens: Verständnis für die „andere Seite“
Ein Merkmal erfolgreicher Doppelspitzen: Die Projektleiter
kennen nicht nur ihren eigenen Bereich, sondern verstehen
auch die Themen der anderen Seite. Beispielsweise sollte
ein Projektmanager ein Gespür dafür haben, welche Projektdetails seines Ressorts auch für seinen Kollegen von
Belang sind. Zudem muss die Abstimmung zwischen den
beiden Projektmanagern reibungslos funktionieren, anderenfalls versinkt das Projekt im Chaos. Die Doppelspitze
sollte die Kommunikationsabläufe genau planen. Welche
Fragen und Themen sind abzustimmen? Welche Informationen werden ausgetauscht? Wie häufig findet die Abstimmung statt? Welche Kanäle - etwa E-Mails oder Videokonferenzen sollen genutzt werden? Indes, diese Kommunikationspläne dürfen nicht zum Korsett werden. „Die Projektmanager sollten offen sein und sich immer wieder fragen,
ob der gewählte Modus Vivendi sinnvoll ist“, sagt Gábor
Vozári.
Fünftens: Die Zusammenarbeit „üben“
Partner in der Führungsspitze brauchen Zeit, um sich kennenlernen. Erst dann können sie den anderen besser einschätzen und Verständnis für sein Handeln entwickeln. Das
Problem: Projekte starten schnell. In der Praxis bleibt
manchmal nur wenig Zeit, das Fundament für das Vertrauen zu legen. Um des Friedens willen scheuen die Projektmanager dann offene Gespräche über Differenzen. Ein
Fehler, wie Fachleute meinen. Besonders in der konstruktiven Diskussion über Probleme oder verschiedene Interessen wächst das Vertrauen. Nur sollten die Projektmanager
möglichst anfangs nicht gleich die „großen Fässer“ aufmachen und schwierige Konfliktfelder betreten. Gábor Vozári
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empfiehlt, zunächst bei kleineren Fachfragen Übereinkunft
zu erzielen etwa zu Fragen mancher Arbeitsprozesse. Anschließend können die Projektmanager beispielsweise bei
technischen Streitfragen Übereinkunft suchen und dabei
lernen, Seite an Seite Probleme lösen. „Auf diese Weise
entsteht ein wirklich gutes Tandem“, weiß Gábor Vozári.
Über next level consulting:
next level consulting bietet Beratungsdienstleistungen für Projekt- und Prozessmanagement, Change Management sowie für die Entwicklung von projekt- und prozessorientierten Organisationen. Mit über einhundert Experten ist next level consulting für Unternehmen verschiedener Branchen tätig, vorwiegend aus IT
und Telekommunikation, Maschinen- und Anlagenbau, Industrie sowie Pharma, Mobility und Logistik, Banken und Versicherungen. Darüber hinaus führt das im Jahr 2000 in Wien gegründete Unternehmen Beratungsprojekte auf dem Gesundheitssektor, in der öffentlichen Verwaltung sowie bei NGOs durch. Die Unternehmensberatung unterhält Büros in Österreich, Deutschland, Schweiz, Kroatien, Slowakei, Südafrika und
USA.
Weitere Informationen zu next level im Internet unter www.nextlevelconsulting.eu
Rückfragen für Redaktionen:
Raphaela Bel, Tel.: +49 228/ 289260, [email protected]
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