INHALT / EDITORIAL Inhalt Editorial 04 MITTEILUNGEN des Österreichischen Hebammengremiums Liebe Hebammen! ÖHG-Tätigkeitsbericht 2011, Hauptversammlung 2012. 06 NACHRICHTEN aus den Bundesländern SCHWERPUNKTTHEMA „Dokumentation“ 13 Monika Selow gibt praktische Tipps zur Umsetzung der Dokumentation im Hebammenalltag. 17 Ein Dokumentationssystem für freiberufliche Hebammen hat Judith Taucher zusammen mit Studierenden der FH Joanneum erarbeitet. Judith Taucher erläutert auch die Dokumentationsvorlage des ÖHG. 25 Martina König ermuntert dazu, „Fälle für alle“ zu dokumentieren und zu analysieren. 28 Anita Pichler MLS informiert über die Dokumentation als Beweismittel. Viele Kolleginnen haben ein gespanntes Verhältnis zur Dokumentation, denn damit verbinden viele die in der Geburtshilfe allgegenwärtige „forensische Keule“. Die Unbeliebtheit der Dokumentationspflicht hat aber auch mit dem damit verbundenen steigenden Aufwand zu tun, der oft zulasten der knapp bemessenen Zeit für die Betreuung der Frauen und Familien geht. Dass die Dokumentation ein wesentliches berufspolititsches Instrument für uns Hebammen ist, wird oft vergessen. Dokumentation soll sichtbar machen, was eine Hebamme wann warum tut oder auch nicht tut, gemacht oder wahrgenommen hat. Judith Taucher und Team haben ein Dokumentationssystem für die freiberufliche Tätigkeit entwickelt, das einheitlich und flexibel, benutzerinnenfreundlich und detailliert ist und damit die Hebammearbeit entlastet. Sehr hilfreich sind auch die Basisinformationen vom Hebammengremium und von Monika Selow. In dieser Ausgabe finden Sie wieder viele Rezensionen. Wenn Sie ein Buch erwerben möchten, klicken Sie bitte auf unserer Website über den Link „Rezensionen“ auf die Titelzeile des Buches und nehmen auf diesem Weg bei Amazon die Bestellung vor. Dann hat auch das Hebammengremium etwas davon. 30 Ursula Gessner wünscht sich einen Entlassungsbrief für Hebammen in der Nachsorge, in dem wichtige Informationen über Mutter und Kind dokumentiert sind. 32 In Kuchl bei Salzburg hat sich Eva Egger mit ihrer Hebammenpraxis als Praxisfeld einen Herzenswunsch erfüllt. 33 In der Forschungsrubrik finden Sie überraschende Ergebnisse, die die Analyse der Dokumentationen einer Hausgeburts-Studie erbracht hat. 36 Als Studentinnen kommen dieses Mal Julia Reichl und Melanie Pfeiffer aus Salzburg zu Wort. 38 Bücher 40 Veranstaltungen 44 Impressum Titelspruch: Albert Einstein (1889-1955) ist allen bekannt. Weniger bekannt ist der wesentliche Anteil seiner ersten Frau Milena Maric an der Entwicklung der Relativitätstheorie. Sie war eine der ersten Frauen, die Mathematik und Physik studierten. Ihr erstes Kind, ein Mädchen, brachte sie unehelich in ihrer serbischen Heimat zur Welt, wo es vermutlich zur Adoption freigegeben wurde. Zwei weitere Söhne zog sie nach der Scheidung von Einstein allein in der Schweiz auf. Wie angekündigt gibt es ab nun ein Register, in dem Sie die Beiträge und AutorInnen des vergangenen Jahres leichter finden, wenn Sie etwas nachlesen wollen. Das gibt es nun immer in der ersten Ausgabe eines neuen Jahres in der Heftmitte. Neu ist auch das Papier, das wir ab nun verwenden. Und noch etwas gab es bisher noch nicht: das Thema der nächsten Ausgabe: Leitlinien und Empfehlungen. Wir wünschen einen weiterhin freudvollen und erfolgreichen Jahresbeginn! Mag.a Dorothea Rüb mit Karin Müller BSc, Claudia Oblasser MA und Lisa Rakos Redaktionsschluss für die nächste Zeitung ist der 5.3.2012. Hebammenzeitung 01/2012 3 HEBAMMEN INTERN Mitteilungen des Österreichischen Hebammengremiums Liebe Hebammen! Die erste Ausgabe der Hebammenzeitung 2012 möchten wir nutzen, um Ihnen einen Einblick in die Arbeit des neuen Präsidiums und Vorstandes zu präsentieren. ÖSTERREICHISCHES HEBAMMENGREMIUM ÖHG-TÄTIGKEITSBERICHT 2011 an das Bundesministerium für Gesundheit 1. ORGANISATION • Präsidium • Hauptversammlung und Kongress am 31.03. - 01.04.2011 in Amstetten • Vorstandssitzung am 31.03.2011 in Amstetten • Vorstandsklausuren: 3 dreitägige Klausuren vom 27.-29.01, 19.-22.05. und 26.-29.10.2011 • Einführung regelmäßiger „Skype“-Konferenzen des Geschäftsführenden Ausschusses; 14 Konferenzen von 2-3h Dauer • 2 „Skype“ Konferenzen mit dem Verhandlerinnenteam • Landesgeschäftsstellen • Quartalsmäßige Gremialauschusssitzungen • Fortbildungspasskontrollen • Vollversammlung in jedem Bundesland • Aktuelle Datenbank auf Landesebene • Organisationsstruktur/Zuständigkeiten • Im Zuge des 2010 neu gewählten Präsidiums wurde eine flachere Hierarchie und neue Aufgabenverteilung innerhalb des Vorstandes implementiert! 2. GREMIALSEKRETARIAT • Von Georg Gessner in Vollzeitanstellung geführt. • Büroadresse: Landstraßer Hauptstraße 71/2, 1030 Wien • EWR-Qualifikationsnachweise • Niederlassungen • Führung der nationalen Datenbank für Hebammen (Hebammenregister) • Budgeterstellung • Führung des offiziellen Schriftverkehrs 3. ÖFFENTLICHKEIT • Österreichische Hebammenzeitung, offizielles Organ des ÖHGs – 6 Ausgaben 4 • Analyse und Bewertung der für Hebammen relevanten Mitteilungen in Presse und TV • Regelmäßige Newsletter an die Hebammen • Treffen und Verhandlungen mit Sozialversicherungsund Krankenanstalten • Treffen und Besprechungen mit Rechtsanwälten, kooptierten Mitgliedern, Klinikvorständen und Ansprech partnern für Versicherungsangelegenheiten • Teilnahme an verschiedenen Veranstaltungen und geburtshilflichen Kongressen • Pflege der Zusammenarbeit mit den Fachhochschulen • Beisitz im Fachhochschulbeirat • Projekt zur Erstellung eines Dokumentationssystems für freiberufliche Hebammen • Projekt zur Erstellung einer Internet-Plattform zum Informationsaustausch von Hebammenstudentinnen; “AMISA“ • Hebammenbroschüre „Kinder kommen durch Frauenkraft“, Ausgabe 2011 / 11. Auflage, 80.000 Exemplare, Erstellung eines komplett neuen Layouts für die Ausgabe 2012 • Internetauftritt auf Bundes- und Landesebene • Die Homepage www.hebammen.at wurde aktualisiert und für das Jahr 2012 die Vorarbeiten zur Implementierung einer webbasierten Datenbank geleistet. • Mitgliedschaften international EMA / ICM / EFNNMA, Kongressteilnahme EMA in Florenz (23./24.9.2011), Kongressteilnahme EFNNMA in Kopenhagen (28.-30.09.2011), Lfd. Kommunikation mit ausländischen Hebammenorganisationen 4. CHRONOLOGIE • Besprechungstermine und Veranstaltungen im BMG am 25.01., 15.06., 23.08., 06.12. und am 16.12.2011 zu verschiedenen Themen. • 26.01.2011 Expertinnenbeirat „Schwangerschaft und Geburt“ in Wien Hebammenzeitung 01/2012 HEBAMMEN INTERN • 24.02.2011 TAM Beirat „Indikationsstellung Akupunktur“ • 28.02., 30.05., 17.10. und 14.12.2011 berufsübergreifende Arbeitstreffen in Wien • Konsensuskonferenz Gesundheit Österreich GmbH, Ergebnispapier Forschungsstrategien am 01.03.2011 in Wien • 24.03.2011 Hebammenregister, 12.04. und 16.06.2011 Sitzung Geburtenregister in Graz und Salzburg, 23.05.2011 außerklinisches Geburtenregister • 07.03.(8.), 31.05. (9.), 04.10.2011 (10.) Sitzung der Gesundheitsberufekonferenz • AK Sectio am 10.03.2011 in Wien • Erarbeitung eines Ergebnispapiers zum Kindergesundheitsdialog • 07.04., 30.06., 05.09., 21.10., 18.11. und 19.12.2011 AK – Nationale Gesundheitsziele aus Sicht der Gesundheitsberufe in Wien • 04.07.2011 Politdialog: „Rahmengesundheitsziele für Österreich – eine intersektorale Aufgabe“ • Pressekonferenz am 12.07.2011 im Sozialministerium zur Vorstellung der Begleitbroschüre Mutter-Kind-Pass • Besprechung am 23.08.2011 im BMWFJ m.d. Büroleitung Frau Dr. Nemec zum Thema Hebammen im Mu-Ki-Pass. • 01.09.2011 AK Heil- und Gesundheitsberufe in Wien • 09.06. und 24.11.2011 Treffen der Kinder Liga in Wien • 4 Sitzungen des Ethik Beirates in Wien, Erarbeitung von verschiedenen Positionspapieren • 2 konstituierende Sitzungen des ELGA Nutzerbeirates in Wien am 01.12.2010 und am 05.12.2011 • ARGE Leitlinie zur Erkennung und Versorgung von Dammrissen III/IV. Grades • Planung eines Reformpoolprojektes in OÖ • Ärztekammer • Gesundheitsplattform 5. HAUPTVERBAND DER SOZIALVERSICHERUNGSTRÄGER 7. VORHABEN • Versicherungsschutz aller Hebammen, spezialisierte Rechtsanwälte als Ansprechpartner in jedem Bundesland. • Änderung der SA/BO/GO • Umstrukturierung der Fortbildungsanerkennung FORDERUNGEN 1.) Bundesweite Gehaltsanpassung an die MTD-Berufsgruppen 2.) Honoraranpassung im Gesamtvertrag 3.) Anpassung des Kinderbetreuungsgeldgesetzes 4.) Hebammen in den Mutter-Kind-Pass HAUPTVERSAMMLUNG 2012 Die Hauptversammlung 2012 findet am Freitag, 13. April 2012, 09.00 Uhr in Salzburg statt. TAGESORDNUNG TOP 1 TOP 2 TOP 3 TOP 4 TOP 5 TOP 6 TOP 7 TOP 8 TOP 9 Begrüßung Feststellung der Beschlussfähigkeit Rechenschaftsbericht 2011 Rechnungsabschluss 2011 Bericht der Rechnungsprüferinnen und Entlastung der Kassierin Jahresvoranschlag 2012 Wahl der Rechnungsprüferinnen für 2012 Abstimmung über Änderungen der Geschäftsordnung, Satzung und Beitragsordnung Allfälliges • Gespräche über den IST Zustand 6. LAUFENDE GESETZESANPASSUNGEN UND NOVELLEN • Mutter-Kind-Pass • Kinderbetreuungsgeldgesetz • STVO • Neufassung HebG im Rahmen der Verwaltungsreform Wir würden uns freuen, viele von Ihnen beim Österreichischen Hebammenkongress und Hauptversammlung in Salzburg zu treffen. Bis dahin wünschen wir Ihnen eine schöne Zeit! Petra Welskop und Gerlinde Feichtlbauer, Präsidentin und Vizepräsidentin des ÖHG Hebammenzeitung 01/2012 5 NACHRICHTEN aus den Bundesländern BURGENLAND Ende der Vollversammlung um 12:15 LG: Ursula Gessner Neugasse 6, 7372 Draßmarkt Tel: 02617/2910, Fax 02617/21033 mail: [email protected] Liebe Hebamme! Am 17. November 2011 fand von 09:00-12:00 die Vollversammlung der Burgenländischen Hebammen im Stadthotel Hofer in Pinkafeld statt. Als Schriftführerin wurde Frau Petra Maria Schmidt gewählt. Auszug aus dem Protokoll: 1.) Begrüßung der anwesenden Hebammen durch Landesgeschäftsstellenleiterin Ursula Gessner 2.) Einstimmige Wahl zur Schriftführerin: Petra M. Schmidt 3.) Kassabericht durch Ursula Gessner: Guthaben derzeit ca. € 6.000, Kosten für Ankauf eines neuen Laptops für das Hebammengremium und Honorar für Kollegin Josy Kühberger für Ausarbeitung der neuen burgenländischen Homepage müssen noch abgezogen werden. Der Kassabericht wird den Anwesenden vorgelegt. 4.) Vorstellen der neuen Kolleginnen im burgenländischen Gremium: Frau Jana Duller und Frau Eva Schranz. 5.) Bericht von Kollegin Kühberger über die Homepage neu: Änderungen sind bis Ende des Jahres 2011 noch im Preis inbegriffen. Geburtenstationen sollten sich textlich besser selbst vorstellen. Fotos von den einzelnen Anstaltshebammen werden dringend erwünscht! Der Slogan: „Wofür stehen ich?“ wird nochmals in Erinnerung gerufen. 6.) Erinnerungen an die Verwendung der grünen Klebekarten (für Mu-Ki-Pass) zur Dokumentation der Ernährung des Neugeborenen. Die Hebammen, die diese Art der Dokumentation verwenden, berichten sehr positiv darüber (übersichtliche Verlaufsdokumentation für den Kinderarzt, Bestätigung für die Mutter!) 7.) Vorstellung der Wiegekarten vom Gremium Burgenland: Da der Nachdruck der Wiegekarten für die Eltern-KindBeratungsstellen seitens der burgenländischen Landesregierung eingestellt wurde, hat das Gremium den Druck finanziert. Es wurden 5.000 Wiegekarten mit dem Hebammenlogo auf der Rückseite neu gedruckt. Zielsetzung: Jedes burgenländische Baby soll seine eigene Wiegekarte bekommen. Wiegekarten werden an alle Frauen ausgeteilt (nach der Geburt dem Mu-Ki-Pass beigelegt). 8.) Bericht von Ursula Gessner über die Vorlage von Nachbetreuungs-Bögen. Diese werden zurzeit von der FH Johanneum Graz ausgearbeitet. 9.) Fortbildungskriterien neu: Von Ursula Gessner werden die neuen Fortbildungskriterien ab 1.1.2012 vorgestellt. Jede anwesende Hebamme bekommt ein Infoblatt mit den neuen Kriterien für die Anerkennung der Fortbildungen, die jetzt einem Punktesystem unterliegen. 10.) Diskussionsrunde über Protokollierungen, bekannte Schadensfälle und Gutachten… 11.) Bestätigungen der Fortbildungen 6 Auch diesmal gab es wieder eine kleine Tombola. Die Preise wurden dankenswerterweise von Johnson & Johnson und Germania Pharmazeutika zur Verfügung gestellt. Am Nachmittag fand die Fortbildung mit dem Themenschwerpunkt Frühgeburt statt. • Dr. Melanie Höller, Assistentin im Gynäkologisch-Geburtshilflichen Verbund der KRAGES, hat einen sehr informativen Beitrag zum Thema „Infektionen in der Schwangerschaft“ gebracht. • OA Dr. Moser Franz, FA für Gynäkologie im LKH Univ. Klinikum Graz, hat mit dem Vortrag zum Thema „Frühgeburtsbestrebungen – die geburtshilfliche Herausforderung“ die ZuhörerInnen gefesselt. • DKKS Sabine Malits von der Kinderklinik Wien beeindruckte mit dem Vortag „Frühgeborenenpflege“ auch durch die berührenden Fotos und Videos. • Ilse Retschitzegger, Physiotherapeutin, berichtete über „Möglichkeiten der Physiotherapie bei Frühgeburten“ und „Outcome – Datenlage der Nachsorgeambulanz“ der Kinderklinik Wien. Es war eine gelungene Veranstaltung, von der sich die vierzig TeilnehmerInnen reichlich Information und Input mit nach Hause nehmen konnten. Ich möchte mich auf diesem Weg bei den Firmen Procter & Gamble, Johnson & Johnson, Germania Pharmazeutika und Medizintechnik Behounek KG für die finanzielle Unterstützung der Veranstaltung bedanken! Die neue Homepage ist schon online! Ich bitte euch um eure Mithilfe, damit die Daten alle immer aktuell bleiben und eure Angebote unseren Kundinnen bekannt werden! Ich hoffe, dass ich viele von euch beim Hebammenkongress in Salzburg treffen werde und verbleibe mit lieben Grüßen Ursula Gessner Hebammenzeitung 01/2012 KÄRNTEN LG: Zancolo Edith Dollichgasse 48, 9170 Ferlach Tel. 0650 / 8090666 mail: [email protected] oder [email protected] Stellvertreterin: Petra Prihoda Gerichtstraße 6, 9300 St.Veit an der Glan Tel. 0664 / 4218507 mail: [email protected] NACHRICHTEN aus den Bundesländern Liebe Kolleginnen! Wieder beginnt ein neues Jahr, und wir beginnen es mit Schwung und Elan. Wir planen für das Jahr 2012, an den begonnenen Themen weiter zu arbeiten und diese mit Engagement und Hartnäckigkeit zu einem guten Ende zu bringen. Es gibt Folgendes zu berichten: • Am 7.11.11 hat sich der Kärntner Ausschuss getroffen. Obwohl leider nicht alle dabei sein konnten, wurden rege Diskussionen geführt. • Am 11.11.2011 fand die alljährliche Hebammenvollversammlung mit Fortbildung in Villach statt. 54 Hebammen und alle Kärntner Hebammenstudentinnen nahmen daran teil. Wir freuen uns über die zahlreiche Teilnahme, das große Interesse und die bekundete Zufriedenheit der Hebammen mit der Arbeit des Vorstandes, der Landesgeschäftsstelle und des Ausschusses. Eure Zufriedenheit ist unsere Motivation für 2012! Bei der Vollversammlung waren 44 stimmberechtigte Hebammen anwesend. Die Entlastung der Kassiererin Fr. Manges wurde einstimmig angenommen. Dem Wunsch nach einer Fortsetzung der Fortbildung von Mag.a. Dr. Frager-Kommetter zum Thema Hypnose & Geburt sind wir umgehend nachgekommen und haben die Referentin zu unserem Workshop im Mai in St. Georgen eingeladen (siehe Fortbildungsprogramm). • Zum Projekt REVAN: Das nationale Projekt „Richtig essen von Anfang an“ wurde von der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH (AGES), dem Bundesministerium für Gesundheit und dem Hauptverband der Sozialversicherungsträger ins Leben gerufen. Das Angebot der kostenlosen Workshops „Ernährung in der Schwangerschaft“ und „Ernährung von Stillenden & im 1. Lebensjahr des Kindes“ richtet sich an werdende Mütter und Väter sowie an deren Angehörige. Mit August 2011 startete in Kärnten das regionale Projekt „Richtig essen von Anfang an - Kärnten“. Für die flächendeckende Umsetzung der Ernährungsworkshops in Kärnten ab 2012, ist die Schaffung eines „MultiplikatorInnenpools“ das wichtigste „Werkzeug“ des Projektes. MultiplikatorInnen sind Fachexperten, die nach einem absolvierten Einschulungsseminar auf Honorarbasis Ernährungsworkshops durchführen dürfen. Folgende Berufsgruppen können als MP ausgebildet werden: Diätologen, Hebammen, ErnährungswissenschafterInnen und ÄrztInnen. Der Bedarf an aktiven MPs richtet sich nach der Größe der Zielgruppe in Kärnten. Der erste Schulungstermin, mit ca. 35 TeilnehmerInnen fand am 19.1.2012 in Klagenfurt statt. MentorInnen sind ebendiese Berufsgruppen, die innerhalb ihrer Tätigkeit dieses Fachwissen weitergeben wollen. Schulungen finden am 9.3.2012 in Klagenfurt und am 1.6.2012 in Villach statt. Dauer ca. 2 Stunden. Genaue Daten folgen. • Am 26.11.2012 waren wir bei der Begrüßung der neugeborenen Klagenfurter Erdenbürger auf Einladung des Bürgermeisters Herrn Scheider im Wörthersee-Stadion mit dabei. Der Stand der Kärntner Hebammen wurde von den Familien sehr gerne gesehen und besucht. Das Feedback über „unsere Hebammerei“ war sehr positiv und hat uns riesig gefreut. Wir bitten euch auch weiterhin um Unterstützung beim Suchen und Finden von hebammenrelevanten Vortragsthemen und kompetenten Referentinnen! Wir sind für jede Info dankbar. Hallo! Ich bin Paula Eder und bin am 22.12.2011 im ELKI zur Welt gekommen. Damit ihr alle wisst, wie ich aussehe, hier ein Foto von mir. Liebe Dagmar, wir gratulieren dir ganz herzlich und wünschen dir alles Gute mit deiner kleinen Familie! Der Frühling ist die Zeit der Pläne, der Vorsätze. Leo N. Tolstoi In diesem Sinne, liebe Grüße Edith Zancolo und Petra Prihoda NIEDERÖSTERREICH LG: Brigitte Theierling MSc. Gartenweg 17, 3561 Zöbing Tel: 0664 / 4434005 mail: [email protected] Stellvertreterin: Christa Stix MSc. Heuweg 309, 2732 Würflach, Tel: 0676 / 5296716 mail: [email protected] Liebe Hebammen! Informationsbroschüre Wenn Sie diese Ausgabe der Hebammenzeitung in Händen halten, sollten Sie die Hebammeninformationsbroschüre 2012 bereits erhalten haben. Das ÖHG hat auch heuer wieder ermöglicht, dass dieses Werbemedium, in dem man gezielt Hebammenleistungen suchen kann, zur Verfügung steht. Für dieses Jahr hat es in NÖ besonders viele Änderungen gegeben. Die Broschüre wird in allen Krankenhäusern und in den Ordinationen vieler GynäkologInnen aufgelegt. Es gibt kaum schwangere Frauen, die die Informationsbroschüre nicht Hebammenzeitung 01/2012 7 NACHRICHTEN aus den Bundesländern OBERÖSTERREICH kennen. Das bedeutet, dass sich Hebammen im Bereich Schwangerenberatung, Geburt, Nachsorge und Säuglingsfürsorge bereits in den Köpfen der Menschen als Fachfrauen etabliert haben. Für die einzelne Hebamme bedeutet es eine Werbemaßnahme, die sehr viele Frauen erreicht, die Hebamme selbst aber nichts kostet! „Richtig essen von Anfang an“ REVAN Das von der NÖGKK initiierte Projekt „Richtig essen von Anfang an“ möchte in den nächsten zwei Jahren werdenden Eltern qualitätsgesichertes Wissen zum Thema Ernährung vermitteln. Es handelt sich hierbei um eine Maßnahme der österreichweiten Vorsorgestrategie und wird aus den Mitteln der Bundesgesundheitsagentur finanziert. Ernährungsworkshops an ca. 300 Standorten in ganz NÖ bieten umfassende Gesundheitsinformationen für Schwangere an. Realisiert wird das Projekt von der Arbeitsgemeinschaft Gesundheitsförderung. Qualitätsgesicherte Ergebnisse aus Studien werden in einem dreistündigen Workshop an die Schwangeren weitergegeben. Individuelle Beratung ist aufgrund von Kleingruppen möglich. Das Projekt ist auf die Empfehlung von Hebammen angewiesen, um möglichst viele Schwangere zu erreichen. Gleichzeitig werden für Hebammen kostenfreie Schulungen zu Ernährungsberatung angeboten, um auch die Vertreterinnen dieser Berufsgruppe zu Workshopleiterinnen auszubilden. In Kooperation mit dem NÖ Hebammengremium werden im Laufe des Jahres vier Multiplikatorinnenschulungen für Hebammen in NÖ angeboten (siehe Veranstaltungskalender). Die Schulungen werden als Fortbildung im Sinne des §37 HebG anerkannt. Bitte um rechtzeitige Anmeldung, da max. 15 Personen pro Schulung teilnehmen können. Weitere Informationen unter www.argef.at oder unter [email protected]. Krankenkassenverträge für Hebammen Im März dieses Jahres werden von der NÖ Gebietskrankenkasse neue Kassenverträge vergeben und alte Verträge verlängert oder gekündigt. Christa Stix und ich werden im Februar wieder gemeinsam über die Anzahl der Planstellen mit der NÖ GKK verhandeln. Ich möchte alle Hebammen, die diesbezüglich Wünsche, Anregungen oder Beschwerden haben, bitten, sich mit mir in Verbindung zu setzen. Falls jemand von Ihnen einen Kassenvertrag haben möchte, ist ein schriftlicher Antrag bei der NÖ Gebietskrankenkasse abzugeben. Freipraktizierende Hebammen ohne zusätzliche Anstellung in einem Krankenhaus werden bevorzugt behandelt. Zum Abschluss möchte ich noch Ihnen und uns einen guten Start ins neue Jahr mit viel Schwung und Elan wünschen! Brigitte Theierling und ihr Ausschussteam Veranstaltungskalender siehe Seite 40. 8 LG: Gerlinde Feichtlbauer 4974 Ort im Innkreis Nr. 35 Tel. privat: 07751 / 20430 Handy LG: 0676 / 6841844 [email protected] Stellvertreterinnen: Doris Gaisbauer Bergerweg 3/6, 4941 Mehrnbach Tel: 0676 / 4226878 [email protected] Kathrin Koller Linzerstraße 7, 4180 Zwettl/Rodl Tel: 0650 / 2458832 [email protected] Liebe Kolleginnen! Zusammenarbeit OÖGKK Das neue Jahr hat erst begonnen, und es gibt schon einige erfreuliche Nachrichten: Die OÖ Gebietskrankenkasse erstellt einen neuen Ratgeber über Schwangerschaft „Von Anfang an!“, woran gebeten wurde mitzuarbeiten. Ich habe noch Ende Dezember einen Text verfasst und ihn gemeinsam mit der PR-Abteilung der GKK überarbeitet. Bereits im Jänner ging der Ratgeber in Druck. Den größten Erfolg sehe ich darin, dass der Ratgeber jeder Frau mit Überreichung des Mutter-Kind-Passes übergeben wird. Somit müssen wir uns keine Sorgen mehr über die Information aller Schwangeren machen, denn alle, die Hebammenbetreuung in Anspruch nehmen möchten, finden dort Aufklärung und Kontaktadressen. Ebenso war ich im Dezember mit Kathrin zu einem Informationsgespräch bei der OÖGKK zum Thema „Gesund essen von Anfang an“ eingeladen. Es werden in ganz Oberösterreich Vorträge angeboten, die richtige Ernährung anschaulich für Frauen beleuchten. Diese Vorträge werden von verschiedenen Berufsgruppen angeboten. Auch wir Hebammen wurden dazu eingeladen. Sie können im Rahmen von Geburtsvorbereitungskursen, Stillgruppen usw. angeboten werden. Es müssen jedoch die vorgefertigten Folien und genau das vorgesehene Konzept von der GKK verwendet werden. Diese Vorträge sind immer in Kombination mit MitarbeiterInnen der GKK abzuhalten, die auch Informationen über das Kinderbetreuungsgeld weitergeben. Die Bezahlung wird von der GKK übernommen. Ich habe im Dezember eine Anfrage an euch ausgeschickt und einigen Kolleginnen, die Interesse hatten, Genaueres dazu erklärt. Ich stehe weiterhin gerne für weitere Auskünfte zur Verfügung. Hebammenzeitung 01/2012 NACHRICHTEN aus den Bundesländern Internationaler Hebammentag Zur Terminplanung und wenn Interesse besteht: wir werden heuer anlässlich des Internationalen Hebammentages am 5.5. einen Besuch im Hebammenmuseum in Windischgarsten planen. Nähere Informationen dazu in der nächsten Ausgabe der Hebammenzeitung. Stornobedingungen Aufgrund immer wiederkehrender Ungereimtheiten bei Fortbildungen, die vom OÖ Hebammengremium veranstaltet werden, gelten ab März 2012 allgemeine Stornobedingungen, die ab sofort auf www.oberoesterreich.hebammen.at nachzulesen sind. Ich möchte euch noch auf den Stammtisch für freipraktizierende Hebammen aufmerksam machen. Es soll Zeit sein für Neuigkeiten, Austausch und wichtige Gespräche. Dienstag 6.3.2012, 14 Uhr, Gasthaus Maxlhaid Abschließend sende ich Christel Wimroither die allerbesten Wünsche zur Geburt ihres Sohnes. David ist zu Hause in der Badewanne geboren und mit seinen stolzen 4520g wohlauf. schwangeren Frauen und können uns in der Schwangerschaft besser einbringen. Im Februar/März wird voraussichtlich der nächste Termin für eine Schulung sein (4h). Näheres werde ich wieder per Email bekannt geben. Das Thema Hebammen an Schulen ist fertig! Alle, die Informationen wollen, bitte ich, sich bei Veronika Spitaler ([email protected]) oder Silvia Schratl ([email protected]) zu melden. Die Verhandlungen mit der GKK (Vertragshebammen) gehen auch weiter und gestalten sich sehr zäh und mühevoll. Seit Dezember hat der Kongress absoluten Vorrang für unsere Arbeit. Wir sechs Ausschussmitglieder plus Partner sind viele Stunden mit der Organisation beschäftigt. Infos findet ihr unter www.oehebammen2012.at. Wir bemühen uns sehr, euch ein gutes, interessantes Programm (plus Abendprogramm) und nette Aussteller zu organisieren, sodass es viel Neues zu hören gibt und ihr nette Gespräche mit Kolleginnen führen könnt. Wir gratulieren Barbara Pichler sehr herzlich zur Hochzeit! Ich wünsche euch eine schöne Zeit! Angelika Sams Euch allen eine schöne Zeit, bis bald! Gerlinde Bekanntgabe Fortbildungspunkte für ÖHG Fortbildungen 2012 FFB-Punkte: Freie Fortbildungs-Punkte, PFB-Punkte: Pflicht Fortbildungs-Punkte SALZBURG LG: Angelika Sams MSc Neufahrn 3a, 5202 Neumarkt Tel. 0664 / 2021805 [email protected] oder [email protected] Stellvertreterin: Karin Pompernigg MSc Rabensteinweg 214, 5440 Golling Tel. 0664 / 3207602 [email protected] Liebe Hebammen! Ich möchte allen Hebammen auf diesem Weg ein gutes und gesundes neues Jahr wünschen! Im November und Dezember hat es zwei Ausbildungen der GKK zum Thema: „Richtig essen von Anfang an“ (REVAN) gegeben. An beiden Veranstaltungen waren glücklicherweise viele Hebammen anwesend. Wir bekommen hierbei ein fertiges Konzept für einen mehrstündigen Workshop mit (Früh)-Schwangeren zum Thema Ernährung in der SS. Ich finde das Thema sehr gut, auch dass Hebammen als Multiplikatorinnen wirken. So kommen wir wieder mehr zu den • Schwierige Geburten und Schulterdystokie für Hebammen und ÄrztInnen mit Christa Stix MSc, Hebamme: 30 PFB-Punkte – Termin: 15.02.2012 • Hebammenkongress Salzburg „Hebamme – neu denken“, Termin: 12.-14.4.2011 52 PFB-Punkte (inkl. Hauptversammlung) und 10 FFBPunkte (gesamter Kongress). Information und Anmeldung zum Kongress auf www.oehebammen2012.at. • Homöopathie-Ausbildung in 5 Modulen für Hebammen und ÄrztInnen mit Dr. Micha Bitschnau, MFHom, FÄ für Gyn & Geburtshilfe: 75 FFB-Punkte bei abgeschlossener Ausbildung – Abschluss Mai 2012. • Cranio Sacral Arbeit für Hebammen, Ausbildung in 13 Modulen mit Dr. Joelle Aimee Toulouse: 75 FFBPunkte bei abgeschlossener Ausbildung – Beginn Oktober 2012. Weitere Information: Veranstaltungskalender auf www.hebammen.at und S. Es gelten die AGB- und Stornobedingungen LGS Salzburg (ÖHG) auf www.salzburg.hebammen.at Hebammenzeitung 01/2012 9 NACHRICHTEN aus den Bundesländern STEIERMARK LG: Moenie van der Kleyn Wagerberg 152 8271 Bad Waltersdorf Tel: 0664 / 230 24 74 Fax: 03333 / 2504 mail: [email protected] Stellvertreterin: Barbara Fischer Altneudörfl 179 8490 Bad Radkersburg Tel. 0680 / 2118011 mail: [email protected] TIROL LG: Petra Welskop Tel: 0512 / 260135-18 Mobil: 0650 / 633 475 1 An der Lan - Str. 43 6020 Innsbruck mail: [email protected] Stellvertreterin: Michaela Draschl Langkampfnerstraße 3 6330 Kufstein Tel.: 0664 / 2538958 mail: [email protected] Liebe Kolleginnen! Das neue Jahr hat begonnen, und wir hoffen für alle, dass ihr halbwegs geruhsame Feiertage hattet. Wir gehen nun mit Schwung ins neue Jahr 2012 und arbeiten fest daran, unsere vorgenommen Ziele umzusetzen. Zuerst aber gibt es einen kurzen Rückblick über unsere Hebammenvollversammlung, für all jene Kolleginnen, die verhindert waren und am 18. und 19. November 2011 nicht dabei sein konnten. Die HV musste diesmal etwas gestrafft werden, da sie mit einer mehrtägigen Fortbildung kombiniert war. • An erster Stelle stand der Kassabericht mit Prüfung, Genehmigung und Wiederbestellung des altbewährten Teams. Alle Unterlagen waren vollständig und konnten vor Ort eingesehen werden. • Danach berichtete Petra von den verschiedensten Projekten, die im letzten Jahr erarbeitet wurden und bereits erfolgreich angelaufen sind. 10 • Der Qualitätszirkel wurde im letzten Jahr sehr gut besucht. Kathrin Reinecke freut sich aber natürlich, wenn in Zukunft noch mehr Hebammen den QZ nützen. • Im Jänner fand das erste Meeting der Leitenden Hebammen statt. Fast alle konnten daran teilnehmen. • Die Punkteabrechnung von Kontakt und Co. bitte an Frau Sandra Aufhammer von „Wir werden Eltern“ schicken. • Die Infokarten der Tiroler Hebammen werden auch heuer wieder dankenswerterweise von der Firma Anita in Druck gegeben und bezahlt. • Der akademischen Grad BSc kann an der FhG Tirol nachgeholt werden. • Der Masterkurs ist bereits im 3. Semester. Die Studentinnen gaben ein sehr gutes Feedback (Feedbackbögen), über das sich Martina König und Petra Welskop sehr gefreut haben. • Leidiges Thema Gehaltsanpassung: laut Geschäftsführung der TILAK, Herrn Mag. Deflorian – keinerlei Veränderung notwendig! Eine Unterschriftenliste der Tiroler Hebammen wird nun an Herrn Landesrat Tilg übermittelt. • Die Nachfrist für den Fortbildungsnachweis der letzten fünf Jahre endete mit 2011. Erwähnenswert ist auch, dass wieder einige Tiroler Kolleginnen einen Kassenvertrag erhalten haben (Voraussetzung dafür ist ein Klinikjahr). • Martina Hörtnagl (Ibk. Land) • Laura Jenewein – Telfs (Ibk. Land) • Ingrid Mayr – Kirchbichl (Kufstein) • Ingrid Raich – Itter (Kufstein) Wir bedanken uns für die gute Zusammenarbeit mit der TGKK Tirol. Mit der ersten Zukunftswerkstatt wurden zwei sehr informative Fortbildungstage angeboten. Die Vortragsreihe begann Herr Prof. Gernot Tews. Sein Vortrag „Gegen den Strom“ zur „vaginalen Wiedergeburt“ der BEL wurde wohl von sehr vielen Hebammen begrüßt. Diese Vorgehensweise kann in Zukunft hoffentlich in so mancher geburtshilflichen Einrichtung kopiert werden. Des Weiteren wurden fachspezifische Vorträge wie „Einführung in die Forschung in der Geburtshilfe und im Hebammenwesen“, zum immer wieder viel diskutierten „Liegendtransport nach Blasensprung“ sowie zahlreiche weiterführende Vorträge gehalten, nach denen so manch interessante Podiumsdiskussion entstand. Die zwei äußerst ereignisreichen Tage ließen wir anschließend mit einem Besuch auf dem Christkindlmarkt in der Innsbrucker Innenstadt und einem köstlichen Abendessen mit gemütlichem Zusammensein ausklingen. Hebammenfortbildungen werden zukünftig mit Punkten bewertet 2011 wurde in einer Arbeitsgruppe unter der Leitung von Christ Stix ein Fortbildungskatalog mit einem Punktesystem erstellt. Alle hebammenrelevanten Fortbildungen müssen zur Punktebewertung termingerecht eingereicht werden. Dieses Punktesystem ist seit 01.01.2012 in Kraft. Somit wird Hebammenzeitung 01/2012 NACHRICHTEN aus den Bundesländern in Zukunft garantiert, dass alle FB gerecht (und alle gleich) bewertet werden. In fünf Jahren müssen insgesamt 150 Punkte erreicht werden. Somit kann ein Fortbildungstag höchstens 30 Punkte erreichen. Mit den besten Wünschen für das Jahr 2012 verbleiben wir mit herzlichen Grüßen Petra & Michaela Danke für eure Lust und euer Interesse, an unseren Fortbildungen teilzunehmen! Es freut uns wirklich enorm und vor allem macht es uns Mut, weitere Fortbildungen für euch zu organisieren und Zeit und Kosten zu investieren, damit wir ein möglichst breites Angebot für alle erstellen können. Ihr seid herzlich eingeladen, weiterhin so zahlreich an unseren Fortbildungen teilzunehmen! Eure Fortbildungsvorschläge werden gerne angenommen und nach Möglichkeit auch umgesetzt, sofern es unser knappes Budget zulässt. Liebe Grüße Helga Hartmann, Mirjam Schnedl, Simone, Petra F., Petra K., Caroline, Edith, Jutta VORARLBERG LG: Helga Hartmann WIEN Walterstr. 22, 6712 Thüringen Tel: 0664 / 6450090 Email: [email protected] LG: Doris Ruthensteiner Am Mühlwasser 95, 1220 Wien Tel: 01 / 2605251 mail: [email protected] www.wien.hebammen.at Liebe Kolleginnen! Mit viel Freude und Elan sind wir ins Jahr 2012 gestartet. Unsere erste Ausschusssitzung hat am 19. Jänner in Dornbirn stattgefunden. Themen waren unter anderem: • Geplante Fortbildungen: zum Beispiel „Einstieg leicht gemacht. Hebammen in die Freiberuflichkeit“ – ev. im Mai • Was könnten mittelfristige Ziele des ÖHG sein? • Unsere Hebammenhauptversammlung 2013 – was gibt es alles zu tun? • Und sehr viele „kleine“ Themen und Aufgaben (BIFO, MuKi-Folder, Arbeitsgruppe Babyinfo, Projekterarbeitung Hebammenstützpunkte etc.) Homepage Ich werde in letzter Zeit recht häufig von Schwangeren und Wöchnerinnen gefragt, wo und wann denn welche Kurse angeboten werden oder welche Hebammen noch Nachbetreuung etc. anbieten. Ich denke, wir sollten unsere Homepage nutzen, um unsere Angebote für alle interessierten Schwangeren/Wöchnerinnen klar ersichtlich zu machen. Jede Hebamme hat die Möglichkeit, sich über unsere Homepage zu präsentieren. Sie kann dort ihre zusätzlichen Angebote und aktuellen Kurse für alle Interessierten hinterlegen (Unkostenbeitrag € 50,- für ein Jahr). Änderungen sind auch während des laufenden Jahres möglich. Bei Interesse oder Fragen wendet euch bitte an Mirjam Schnedl ([email protected]). Fortbildungen Im Namen aller Ausschussmitglieder möchte ich mich bei euch bedanken, dass die Fortbildungen im Jahr 2011 und „Schmetterlingsmassage“ im Jänner 2012 durch eure rege Teilnahme erfolgreich zustande gekommen sind. Stellvertreterin: Johanna Sengschmid mail: [email protected] Tel: 01 / 5232318 Liebe Hebammen! Das Jahr 2011 war ein arbeitsreiches Jahr für uns Mitglieder der Landesgeschäftsstelle Wien. Im Oktober fand die dritte Klausur des ÖHG-Vorstandes in Salzburg statt, an der Doris Ruthensteiner, Johanna Sengschmid und Monika Stutzmann teilnahmen. Im Jänner waren ebenfalls drei von uns auf der ÖHG-Klausur in Salzburg anwesend. Auch die Landesgeschäftsstelle Wien tagte einen ganzen Tag lang im ÖHG-Sekretariat. Im Rahmen dieser Ausschusssitzung wurde beschlossen, von 4.-6. Mai 2012 an der Babyexpo in der Wiener Stadthalle teilzunehmen. Dort werden wir unsere Hebammenarbeit repräsentieren können. Freundlicherweise wurde uns die Standfläche kostenlos zur Verfügung gestellt. Wir würden uns freuen, wenn sich einige Hebammen dazu bereit erklären, bei der Babyexpo für ein paar Stunden den Stand zu betreuen. Interessierte bitte Email an: [email protected]. Parallel zur Babyexpo findet wie jedes Jahr am 05. Mai der internationale Hebammentag statt. Das ÖHG plant derzeit eine gemeinschaftliche Aktion aller Bundesländer in Hebammenzeitung 01/2012 11 NACHRICHTEN aus den Bundesländern Wien. Genaueres wird noch bekannt gegeben. Wir bitten euch jetzt schon, wenn möglich diesen Tag freizuhalten, um mit uns die Aktion zu gestalten. Wiener Gebietskrankenkasse In einigen Bundesländern ist das Projekt „Richtig essen von Anfang an“ bereits angelaufen. Es geht darum, Schwangere und junge Mütter in Ernährungsworkshops, Geburtsvorbereitung etc. auf eine gesunde Ernährung aufmerksam zu machen. Die sensible Phase der Schwangerschaft wird als idealer Ausgangspunkt für mögliche Verhaltensänderungen bei der Ernährung angesehen. Es werden von den Gebietskrankenkassen Schulungen zu diesem Thema angeboten und Multiplikatorinnen aus unterschiedlichen Berufsgruppen dafür ausgebildet. Es ist uns ein großes Anliegen, dass die Wiener Gebietskrankenkasse uns Hebammen dafür als besonders geeignete Berufsgruppe einsetzt. Wir haben bereits diesbezüglich Kontakt mit der WGKK aufgenommen. Im Frühjahr werden in Wien die ersten Schulungen starten. Die Multiplikatorinnen werden von der WGKK bezahlt und schließen mit einer Zertifizierung durch AGES (Österr. Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit) ab. Interessierte Hebammen melden sich bitte bei Johanna Sengschmid unter: [email protected]. Kassenverträge Univ. Prof. Dr. Husslein und Univ. Prof. Dr. Kiss (stationsführender Oberarzt im AKH) sind Anfang Dezember 2011 mit einem Schreiben an die Landesgeschäftsstelle Wien herangetreten, in dem sie auf einen dringenden Mehrbedarf von Hebammen mit Kassenvertrag hinweisen und die positiven Aspekte der ambulanten Geburt bzw. vorzeitigen Entlassung betonen. Dieses Schreiben wird uns hoffentlich bei dem nächsten Termin mit der WGKK behilflich sein. Eine weitere Vorgehensweise wird außerdem bei der nächsten ÖHG Klausur besprochen. Die Hebammen mit Kassenvertrag bitten die in den Spitalsambulanzen tätigen Kolleginnen und die Hebammen, die Geburtsvorbereitung anbieten, rechtzeitig auf die Möglichkeit der vorzeitigen Entlassung hinzuweisen. Melden sich die Frauen erst nach der Geburt, ist es derzeit für die Hebammen teilweise schwierig, so kurzfristig alle Frauen zu Hause im Wochenbett zu betreuen. 12 Vollversammlung 2012 Wir haben bereits mit der Planung für die nächste Wiener Vollversammlung begonnen. Diese wird voraussichtlich Mitte Oktober aufgrund des positiven Feedbacks wieder im Albert-Schweitzer-Haus stattfinden. Genauere Daten werden noch bekannt gegeben. Allgemeine Infos Jährlich müssen wir eine Statistik der Wiener Hebammen abliefern. Damit diese Arbeit etwas einfacher für uns wird, bitten wir euch, uns sämtliche Adress- und Namensänderungen sowie Ort und Art der Berufsausübung zu melden. Jede Hebamme hat diese Meldepflicht und sollte bei jeder Änderung daran denken! Hebammenrabatt Des Weiteren möchten wir darauf hinweisen, dass die Universitätsbuchhandlung Maudrich, Facultas Verlag (Spitalgasse 21aD, 1090 Wien), für Hebammen ganzjährig ein besonderes Angebot hat. Alle Hebammen erhalten auf alle Bücher 5% Rabatt. Selbiges gilt für die Apotheke zur Kaiserkrone, Mariahilferstr. 110, 1070 Wien. Bus zur Hauptversammlung am 13.04.12 Wir organisieren für die Wiener Hebammen, die zur Hauptversammlung nach Salzburg fahren wollen, einen Bus für eine gemütliche Hin- und Rückfahrt am 13.04.12. Es stehen 49 Plätze zur Verfügung – wir bitten um rechtzeitige Anmeldung bis zum 05.04.12 per Email an [email protected]. Unkostenbeitrag: 5 € für die einfache Fahrt, 10 € für Hinund Rückfahrt. Der Bus wird um 5:00 Uhr in Wien Hütteldorf losfahren (Parken im park + ride, 3 € für 24 Stunden möglich) und am Abend ab ca. 22:15 Uhr nach dem gemeinsamen Abendessen und Kabarett zurückfahren. Das gesamte Programm vom 12. bis 14.04 2012 ist zu finden unter: www.oehebammen2012.at. Wir freuen uns, viele von euch auf der Hauptversammlung oder auf der Busfahrt dorthin zu treffen. Viele Grüße! Eure Doris Ruthensteiner, Johanna Sengschmid, Christa Hauser, Monika Stutzmann und das Ausschussteam Hebammenzeitung 01/2012 THEMA: Dokumentation Kriterien guter Dokumentation Was zeichnet eine gute Dokumentation aus? Das ist zum Beispiel Vollständigkeit, Nachvollziehbarkeit und Übersichtlichkeit, wie Monika Selow zeigt. ie Anforderungen an eine gute Dokumentation sind einem ständigen Wandel unterworfen. Sie werden beeinflusst durch rechtliche Vorgaben, Urteile aus Schadensprozessen, von denen Änderungen abgeleitet werden, sowie durch Strukturwandel im Gesundheitswesen. Die Qualität einer Dokumentation ist daher immer nur im Zusammenhang mit dem Zeitpunkt ihrer Entstehung zu beurteilen. Die Hebamme informiert sich über den aktuellen Stand der erwarteten Qualität der Dokumentation über Fachveröffentlichungen, Leitlinien der Fachgesellschaften und in Fortbildungen. D Ziele und Funktionen der Dokumentation sind: - Erfassung der Personalien - Nachvollziehbare Darstellung des Verlaufs und getroffener Entscheidungen - Erinnerungshilfe und Erleichterung der Informationsweitergabe bei der Zusammenarbeit mit anderen - Darstellung der Hebammentätigkeit - Qualitätssicherung - Erleichterung der Abrechnung von Leistungen - Haftungsrechtliche Absicherung In Organisationen (Gemeinschaftspraxis, Geburtshaus, Klinik) ist es sinnvoll, wenn sich alle Beteiligten auf gemeinsame Dokumentationsverfahren einigen. Die Verwendung einheitlicher Formulare erleichtert das Auffinden und die Weitergabe von Informationen. Wichtig ist hier, dass regelmäßige Überprüfungen stattfinden, bei denen sowohl Ergänzungs- als auch Vereinfachungsbedarf berücksichtigt wird. In der Klinik muss sich die Hebamme zwar an die Vorgaben der Klinik halten, sie sollte jedoch Verbesserungsbedarf rückmelden. Allgemein gehaltene Beschwerden wie: „Es ist zu viel zu dokumentieren“ sind dabei weniger erfolgversprechend als konkrete Vorschläge wie z.B.: „Wenn in Formular x die Angabe ...ergänzt würde, könnte Formular y ganz entfallen“. Für allgemein übliche Untersuchungen gibt es unterschiedliche Arten der Beschreibung. So unterscheiden sich z.B. die Art der Höhenstandsangaben des kindlichen Kopfes im Bekken (Abstand in cm zur Interspinalebene versus Beschreibung des Bezuges zum Becken) oder der Muttermundsweite (Querfinger versus Zentimeter). Ein gemeinsamer Sprachgebrauch in Organisationen erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die in der Betreuung wichtige Kommunikation gelingt und dass eine fertige Dokumentation widerspruchsarm von Hebammenzeitung 01/2012 13 THEMA: Dokumentation Bei länger dauernder Betreuung z.B. bei der Geburt wird der Aufnahmebefund vollständig erfasst. Anschließend werden Änderungen mit dem Zeitpunkt ihres Auftretens notiert. In regelmäßigen Abständen erfolgen vollständige Beurteilungen der Situation, sowie immer dann, wenn eine Konsequenz aus dem festgestellten Befund gezogen wird. Vaginale Untersuchung Bei der Aufnahme werden zur vaginalen Untersuchung mindestens folgende Parameter dokumentiert: • Länge, Lage und Konsistenz der Portio • Weite und Konsistenz des Muttermundes • Höhenstand und Einstellung des vorangehenden Teils • Status der Fruchtblase, falls gesprungen Farbe und Menge des Fruchtwassers Außenstehenden verstanden wird. Die Einarbeitung neuer Mitarbeiter/innen in das für sie ungewohnte System der Organisation wird durch vorhandene „Übersetzungen“ erleichtert. Eine gute Dokumentation zeichnet sich aus durch die Vollständigkeit des einzelnen Eintrages und der ganzen Akte sowie durch die Einhaltung formaler und inhaltlicher Kriterien. Bestandteile des Eintrags Aus dem einzelnen Eintrag sind alle Informationen ersichtlich, die für die Beurteilung der Situation notwendig sind. Der vollständige Eintrag zu einem Kontakt enthält Angaben zu: • Datum und Uhrzeit • namentliche Kennzeichnung (außer wenn die Betreuung ausschließlich durch eine außerklinisch alleine arbeitende Hebamme erfolgt) • Art des Kontaktes (telefonische Beratung, Aufnahme im Kreißsaal, Wochenbettbesuch, Schwangerenvorsorge usw.) • Gesundheitszustand der Frau/des Kindes • Befinden der Frau • Art der Beschwerden und Besonderheiten • Verlauf • erhobene Befunde • Darstellung der Ressourcen • Information und Aufklärung • Maßnahmen und Empfehlungen • Arzneimittel (1, modifiziert) 14 Bei diesen wird auch dokumentiert, wenn dazu keine Aussage getroffen werden kann. Weitere Befunde werden nur dokumentiert, wenn Auffälligkeiten vorliegen wie z.B. auffälliger Geruch des Fruchtwassers, Blutungen, einspringende Spinae und andere Besonderheiten der Anatomie. Beispiel: 15.12.2011, 17:15, VU Heb. S.A.: Portio 2 cm, zentriert, weich, MM 1 cm, Kopf fest in BE, PN quer, keine Fontanelle erreichbar, FB tastbar, kein FW-Abgang, 19:20, Pat. meldet sich mit Blasensprung. VU Heb. M.S.: status idem, Abgang von wenig klarem FW. Die zunehmende Komplexität der Dokumentation führt in der Praxis dazu, dass Angaben im einzelnen Eintrag vergessen werden können. Formulare, Aufkleber oder Stempel mit Vorgaben für die einzelnen zu dokumentierenden Parameter erleichtern hier die Vollständigkeit. Eine ausführliche Darstellung ist immer dann notwendig, wenn sehr viel in kurzer Zeit passiert und beschrieben werden muss oder wenn schwierige Entscheidungsprozesse dargestellt werden. Hierfür reicht der Platz in Formularen meist nicht aus bzw. verleitet zu einer unangemessen verkürzten Darstellung. Für Notfälle und komplexe Sachverhalte wird daher die Dokumentation im Fließtext empfohlen. Bei standardmäßiger Verwendung eines Formulars (z.B. Partogramm für die Geburt) kann ein Einlegeblatt für die Dokumentation im Fließtext benutzt werden. Jedes einzelne Blatt ist dabei so eindeutig zu kennzeichnen, dass eine korrekte Zuordnung zu der Akte möglich ist. Hebammenzeitung 01/2012 THEMA: Dokumentation Kriterien guter Dokumentation Bestandteile der Akte Unabhängig von der erbrachten Leistung hat jede Akte einer Frau Bestandteile, die immer enthalten sind. Diese sind: • Sozialdaten • Anamnese • Laborbefunde • Abrechnungsunterlagen - Rechnung (Kopie) - Versichertenbestätigung - Ggf. ärztliche Verordnung Zusätzlich sind leistungsbezogen folgende Dokumente enthalten: • Betreuung in der Schwangerschaft • Betreuung im Wochenbett (in der Klinik: Stationskurve von Mutter und Kind) • Dokumente über eine erfolgte Aufklärung • Einwilligungserklärung • CTG • Geburtsbericht - Darstellung des Geburtsverlaufs, ggf. Partogramm - Ggf. Verlegungsbericht Zusätzlich bei intensivmedizinischer Betreuung/OP: • Aufklärungsbogen/ Einwilligungserklärung für Eingriffe (Sectio, PDA, Narkose) • Anästhesieprotokoll (Narkose, PDA) • Überwachungsbogen (z.B. bei schwerer Blutung, Eklampsie). • OP-Bericht Ergänzend sind folgende Unterlagen möglich: • Behandlungsvertrag • Einverständnis zur Datenweitergabe • Entbindung von der Schweigepflicht • Statistische Daten für - Geburtenregister - Klinik und Behörden - Kostenträger • Dokumente aus dem Qualitätsmanagement • Korrespondenz mit anderen Leistungserbringern (1, modifiziert) Vorübergehend kann die Akte auch Teile enthalten, die später der Mutter ausgehändigt werden wie z.B. Geburtsbestätigung und Mutter-Kind-Pass. An hektischen Tagen in der Klinik, bei denen mehrere Frauen gleichzeitig zu betreuen sind, kann es passieren, dass Bestandteile einer Akte der falschen Frau zugeordnet werden. Nach Monaten bis Jahren lässt sich nicht mehr nachvollziehen, wo der Fehler passiert ist. Werden Teile einer Akte kurzfristig entnommen (zum Beispiel für eine Fallbesprechung oder zur Abrechnung), so sollte eine gut sichtbare Notiz mit Angaben zum Verbleib des Dokumentes eingelegt werden. Vor Verlegung oder Archivierung kann eine Checkliste auf das Fehlen von Teilen der Akte hinweisen. Die Bestandteile einer Checkliste zur Überprüfung der Aktenvollständigkeit richten sich individuell nach den Abläufen der Organisation und dem Zeitpunkt der Verwendung. Dokumentation der Herztöne des Kindes Erfolgt die Herztonkontrolle mittels CTG, so reicht der produzierte Streifen des CTG´s zur Dokumentation alleine nicht aus, da viele der verwendeten Papiersorten mit der Zeit verblassen und unleserlich werden. - Bei einem physiologischen CTG, das intermittierend geschrieben wird (z.B. alle 2 Stunden) wird jedes CTG befundet. - Ein suspektes CTG wird nach weiteren 30 Min. erneut beurteilt. - Ein pathologisches CTG wird alle 10 Min. beurteilt, während es weiter läuft. Hebammenzeitung 01/2012 15 THEMA: Dokumentation Folgende Parameter werden dabei von der Hebamme dokumentiert: - Basalfrequenz - Oszillation - Akzeleration - Dezeleration - Wehentätigkeit (2) sprechend unten stehender Grundsätze für die Auskultation zu dokumentieren. Dabei sollte auch der Grund für die ausbleibende CTG-Kontrolle dokumentiert werden. Der routinemäßige CTG-Einsatz erhöht die Anzahl operativer Geburtsbeendigungen ohne die Zahl der Zerebralparesen zu vermindern (3). Die Ergebnisse verschiedener Studien zum Vergleich des CTG-Einsatzes gegenüber der Auskultation werden jedoch unterschiedlich interpretiert und diskutiert. Eine verständliche Zusammenfassung der Studienlage findet sich in dem Buch „CTG – verstehen, bewerten, dokumentieren“ (4). Vor einer außerklinischen Geburt oder bei Vorgehensweisen zur Herztonkontrolle, die von den aktuellen Empfehlungen der Fachgesellschaften abweichen, muss die Frau vorab hierüber informiert und über die möglichen Konsequenzen aufgeklärt werden. Vorgehen bei der Auskultation: - Kontrollintervall in der Eröffnungsphase alle 15 min. und bei besonderen Ereignissen (z.B. Blasensprung, stark zunehmende Wehentätigkeit) in der Austreibungsphase alle 5 min. oder nach jeder Wehe. - Auskultation über mindestens 60 Sek. (4) Zur Dokumentation sollten mindestens die Dauer des Hörens und die Frequenz angegeben werden. Beispiel: „18.12.2011, 05:15, KHT über 60 Sek. zwischen 128 und 144.“ Da auch Akzelerationen, Dezelerationen und Wehentätigkeit festgestellt werden können, kann auch die Dokumentation der Auskultation in oben dargestellter Stempelform (ggf. modifiziert) erfolgen. Quellen: 1: Knobloch R, Selow M 2010..Dokumentation im Hebammenalltag, München: Elsevier/Urban & Fischer Verlag. 2: Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. 2010. Anwendung des CTG während Schwangerschaft und Geburt. Leitlinie DGGG. http://www.dggg.de/fileadmin/public_docs/Leitlinien/3-4-2-ctg-2010.pdf 3: Alfirez Z, Devane D, Gyte GML. 2006. Continuous cardiotocography (CTG) as Bei suspektem und pathologischem CTG werden von der Hebamme auch Arztinformation, Arztruf und telefonische Anordnungen dokumentiert. Bei persönlicher Anwesenheit des Arztes wegen eines pathologischen CTGs dokumentiert dieser selbst den Befund des CTGs und die sich daraus ergebenden Konsequenzen. Werden auf dem CTG-Streifen weitere Befunde notiert, so müssen auch diese später in die Akte übertragen werden. Die Kontrolle der Herztöne des Kindes mittels Auskultation (Doptone oder Pinard) wird regelhaft überwiegend in der außerklinischen Geburtshilfe angewandt. Voraussetzung für eine routinemäßige Herztonkontrolle mittels Auskultation ist die Möglichkeit der kontinuierlichen Anwesenheit der Hebamme bei 1:1- Betreuung der Frau. Diese ist in der Klinik leider häufig nicht gegeben. Doch auch in der Klinik kann es zu Situationen kommen, in denen kein CTG verfügbar ist. Hier gilt es lieber, akustisch zu hören als gar nicht und ent- 16 a form of elektronic fetal monitoring (EFM) for fetal assesment during labour (Cochrane Review). The Cochrane Library. Issue 3 4: Gruber P, Oehler K. Schwarz C. 2011. CTG – verstehen, bewerten, dokumentieren. Elwin-Staude-Verlag. Monika Selow 1983 – 2007 Hebamme in Klinik, Geburtshaus und Hausgeburtshilfe 2003 – 2011 Beirätin für den freiberuflichen Bereich im Präsidium des Deutschen Hebammenverbandes e.V. (DHV) und Vorstand der Gesellschaft für Qualität in der außerklinischen Geburtshilfe e.V. (Quag), Journalistin, Referentin und Autorin. Mail: [email protected] Hebammenzeitung 01/2012 THEMA: Dokumentation Dokumentation ist die Basis Professionalität und Sicherheit im Berufsalltag ist das Ziel Judith Taucher BSc hat gemeinsam mit Mag. Dr. Stefan Sabutsch, D.I. Dr. Peter Seifter und D.I. Doris Ulrich ein Dokumentationssystem für freiberufliche Hebammen an der FH JOANNEUM entwickelt. Warum dokumentieren wir? Derzeit dokumentiert der Großteil der freiberuflich tätigen Hebammen in Österreich auf Papier. Dagegen ist primär nichts einzuwenden. Hierfür werden aber unendlich viele und in sich verschiedene Formatversionen in nicht standardisierter Form verwendet. Dies macht eine inhaltliche Qualitätssicherung und Verwertung der dokumentierten Daten zu statistischen Zwecken nahezu unmöglich bzw. nur durch einen deutlichen Mehraufwand möglich. Die Dokumentation stellt per se keinen Selbstzweck dar. Sie ist unbrauchbar, wenn keine weitere Nutzung der erhobenen Daten erfolgt. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage: Warum dokumentieren wir? Viele Funktionen Die häufigste Antwort lautet: „Weil wir müssen.“ Hebammen haben eine gesetzliche Verpflichtung zur Dokumentation bei der Ausübung ihrer Tätigkeit. Jedoch gibt es noch andere, mindestens genauso relevante Gründe für die Dokumentation, die vielleicht auch den negativen Beigeschmack des „Müssens“ schmälern: die Dokumentation als Nachweis eines Behandlungsverlaufs und als wesentlicher Bestandteil des Behandlungsvertrags. Sie enthält alle relevanten Aufzeichnungen für Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett und dient der Kommunikationsunterstützung; z.B. bei Vertretung durch eine Kollegin, Überweisung an die Klinik oder ähnlichen Situationen. Damit ist sie das Werkzeug der Qualitätssicherung schlechthin. Ein weiterer Punkt: die Dokumentation stellt die Abrechnungsgrundlage dar. Dies ist meines Erachtens nach ein guter Grund, Maßnahmen und Tätigkeiten ausführlich zu dokumentieren und zu begründen. Darüber hinaus stellt die Dokumentation auch einen Schutz vor Beschwerden und eventuellen Klagen dar und dient somit dem Selbstschutz einer jeden Hebamme. Aus meiner Sicht ist jedoch der elementarste und langfristig bedeutsamste Grund dafür, getätigte Untersuchungen und Leistungen inklusive der notwendigen fachlichen Begründung schriftlich festzuhalten, die Möglichkeit, Hebammenarbeit sichtbar zu machen. Hebammenzeitung 01/2012 Dokumentation dient der Sammlung, Ordnung, Speicherung, Wiederzugänglichmachung und Auswertung von schriftlich fixiertem Wissen jeglicher Art. Dokumentation ist ein Werkzeug des Wissens- und Informationsmanagements! Dafür steht in Österreich derzeit keine EDV-Unterstützung für die freiberuflichen Hebammen zur Verfügung. Es sind nur individuell gestaltete Lösungen in Verwendung. Die erhobenen Daten sind somit nicht evaluierbar; des Weiteren ist eine (anonymisierte) Auswertung einzelner Parameter innerhalb der Berufsgruppe nicht möglich. Die häufig notwendige Mehrfacherfassung bzw. Übertragung von Daten auf unterschiedliche Formulare bedingt einerseits einen Mehraufwand für die einzelne Hebamme, andererseits stellt dies vor allem auch eine Fehlerquelle und damit verbunden eine Qualitätsminderung dar. Von der Idee zum Projekt Dieses Faktum und das persönliche Interesse an einer Erleichterung der Dokumentation in der Freiberuflichkeit führte zu einer Projektinitiative an der FH JOANNEUM, Graz. Die Idee, oder mehr der Wunsch nach einer Software zur Unterstützung bei der Datenerfassung fiel bei Kollegen und Kolleginnen aus den Studiengängen Health Care Engineering (HCE)/eHealth (Dr. Sabutsch und Dr. Seifter) und Informationsdesign (D.I. Ulrich) auf fruchtbaren Boden. 17 THEMA: Dokumentation Die Zielsetzung bei Projektbeginn war wie folgt definiert: Das System soll eine • Verringerung der Mehrfacherfassung und somit Zeitersparnis bringen, • Erhöhung der Datenqualität durch Fehlervermeidung (Reduzierung von Dokumentationsmängeln) und Verwendung einer einheitlichen Fachsprache, • Qualitätssicherung ermöglichen, • Archivierung erleichtern und langfristig gewährleisten, • Berichterstellung (Kliniken, Kinderärzte, etc.) erleichtern, • Nachnutzung der Daten in anderen Systemen anonym ermöglichen. Somit startete „unsere Vision“ im Sommer 2009 mit einer schriftlichen Aufarbeitung des Themas sowie einer Bedarfsanalyse durch Studierende des Studiengangs HCE. Über den Sommer wurden die enthaltenen Erkenntnisse von den Lehrenden evaluiert und anschließend durch die Studierenden des Masterstudiengangs eHealth und die Hebammenstudentinnen des Jahrgangs 2008 vertieft. Der Auftrag lautete: Erläutern Sie sich gegenseitig was Sie brauchen. Hebammen – was dokumentiert ihr? Health Care Engineers – wie können diese Anforderungen umgesetzt werden? Und: Übersetzt diese Anforderungen in eine Sprache, die Softwareentwickler verstehen können! Eine produktive Zusammenarbeit Es folgte eine intensive Zusammenarbeit der drei Studiengänge über das gesamte Semester. Diese gipfelte in der Entwicklung und Präsentation eines Prototyps für eine Software zur Unterstützung der Dokumentation in der freiberuflichen Hebammentätigkeit. Dieser wurde am 30.04.2010 bei einem Round Table den wesentlichen Vertretern des österreichischen Gesundheitssystems präsentiert und fand dort großen Anklang. Vertreten waren das Hebammengremium, Sozialversicherungsträger, Stm.GKK, TILAK, IBM, Gesundheitsplattform etc. Deutlich wurde in der Projektphase: Als Hauptargument für die Umstellung von der bisherigen Papierdokumentation auf ein elektronisches Dokumentationssystem kann nur eine Qualitätssteigerung 18 wesentliches berufspolititsches Instrument für jede einzelne Hebamme. Sichtbar zu machen, was eine Hebamme wann und warum tut oder auch nicht tut, dient einem realem und professionellem Berufsbild der Hebamme in der Gesellschaft. Dies soll der Fokus einer umfassenden und fachlich korrekten Dokumentation der geleisteten Arbeit sein. Wenn allein der Haftungsausschluss im Falle einer eventuellen Klage Motivation für die Dokumentation bringt, bleibt das Dokumentieren eine leidige, anstrengende und häufig negativ behaftete Hebammentätigkeit. Step by Step bzw. -sicherung und damit eine gesetzliche Absicherung für Schadensfälle sein. Die Minimierung der zeitintensiven Mehrfacherfassung von Daten trägt hierzu maßgeblich bei. Zahlreiche Gespräche mit den unterschiedlichen Fraktionen folgten. Aktuell sondieren die Projektpartner unterschiedliche Möglichkeiten einer konkreten und sinnvollen Umsetzung. Was bringt es? Die Vereinbarkeit von Dokumentation und Betreuungsarbeit ist ein häufig genanntes Argument für die Unbeliebtheit der Dokumentationspflicht bei Hebammen. Ein einheitliches Dokumentationssystem soll (durch eine unterstützende Struktur) die Arbeits- und Denkprozesse positiv beeinflussen und damit die Hebamme entlasten. Es bietet eine Gedächtnisstütze, Selbstschutz und Therapiesicherheit für die betreuten Familien. Der Grundgedanke bei der Umsetzung des Projekts ist, dass ein System nur dann von Hebammen positiv angenommen werden wird, wenn es die Flexibilität und Individualität der einzelnen Hebamme nicht beeinträchtigt. Die beschriebene Vorgehensweise bietet hohe Datensicherheit sowie Benutzerinnenfreundlichkeit. Hebammenarbeit sichtbar machen Dokumentation ist nicht die Hauptaufgabe einer Hebamme. Aber sie ist ein Hebammenzeitung 01/2012 Da sich die Umsetzung eines solchen Projektes bzw. die tatsächliche Programmierung der Software nur schrittweise und innerhalb zahlreicher Kooperationen verwirklichen lässt, wurde als Zwischenschritt die Entwicklung eines Papierformulars auf der Grundlage der bestehenden Erkenntnisse getätigt. Dieses wurde vom ÖHG in Auftrag gegeben und soll für alle Hebammen zur Verfügung stehen. Um dieses Formular qualitativ hochwertig und in hohem Maße rechtssicher zu gestalten, wurde bestehendes Wissen und Erfahrungen aus dem Projekt genutzt, um mit Expertinnen aus der Praxis ein aktuelles Anforderungsheft für ein Papierformular zu erstellen. Dadurch ist die Basis für eine einheitliche, fachlich korrekte und rechtssichere Dokumentation geschaffen. Judith M. Taucher, BSc, freiberufliche Hebamme, Gesundheits- und Pflegewissenschafterin, Lehrende an der FH JOANNEUM Graz, Studiengang Hebammen THEMA: Dokumentation Umfassend und übersichtlich Judith M. Taucher, BSc stellt ein Papierformular zur Dokumentation der freiberuflichen Hebammentätigkeit vor, das demnächst beim Österreichischen Hebammengremium zu beziehen ist. Die Dokumentation wird von freiberuflich tätigen Hebammen recht unterschiedlich durchgeführt. Die Erfahrung zeigt, dass die Qualität des Formulars Einfluss auf die Qualität der Dokumentationsinhalte selbst hat. Deshalb bemüht sich das Österreichische Hebammengremium derzeit um die Entwicklung eines Dokumentationsformulars, welches: die Hebamme in ihrer Arbeit unterstützt werden. Dies bedeutet, dass die vorgegebenen Felder alle Belange einer Untersuchung durch die Hebamme abdecken. Hierbei sollen bei einzelnen Bereichen Vorschläge für die Dokumentation gemacht werden. Zum Beispiel soll die vollständige Anamneseerhebung durch eine Art Checkliste unterstützt werden, die wesentlichen Bereiche, die wir als Hebammen er- und befragen, beinhaltet. Ebenso soll die Beurteilung des Zustandes von Mutter und Kind bei einer Wochenbettvisite durch die vorgegebenen Punkte erleichtert werden. Vorgesehene Beurteilungskriterien beim Neugeborenen wären z.B.: 1.) übersichtlich gestaltet ist, 2.) die freiberufliche Hebammenarbeit erfasst, 3.) Rechtssicherheit in Bezug auf zu erfassende Daten anstrebt. Auf Grund der fachlichen Vorarbeiten am Studiengang Hebammen, FH JOANNEUM Graz wurde dort eine Arbeitsgruppe einberufen, um die Anforderungen für ein solches Formular zu diskutieren. Freiberufliche Kolleginnen wurden eingeladen und gebeten, ihre Erfahrungen und Vorstellungen sowie Anforderungen an ein Dokumentationsformular aus ihrer Sicht kund zu tun. Weiters wurden ExpertInnen um ihre Stellungnahme angefragt und konnten ihre Anmerkungen schriftlich einbringen. Daraus entstand eine Auflistung aller Bereiche sowie sämtlicher Daten, die Hebammen in Zuge ihrer freiberuflichen Tätigkeit in der Schwangerschaft, von der Geburt und bei den Wochenbettvisiten erfassen. In weiterer Folge sind eine grafische Umsetzung dieser Erkenntnisse sowie eine juristische Begutachtung der Formularvorlage geplant. Nach Abschluss der Entwicklungsphase und Genehmigung durch den ÖHG-Ausschuss soll das entstandene Formular für alle Hebammen österreichweit vorgestellt werden und frei zur Verfügung stehen. Durch die Struktur eines Formulars soll Hebammenzeitung 01/2012 • die Aktivität des Kindes (ist es sehr aktiv, müde, reizempfindlich etc.), • der Hautzustand (Durchblutung, Farbe, Zustand, Besonderheiten), • der Nabel (Zustand, Interventionen, Maßnahmen), • das Trinkverhalten (Saugverhalten, Frequenz, Dauer, Stillverlauf und Interventionen) • Ikterus (Haut, Aktivitätsgrad, Ernährungsmenge und Ausscheidung und Skleren beurteilen!) • Ausscheidung (Harn, Stuhl, Frequenz) sowie • Temperatur und Gewichtsverlauf. Jedoch wird keine Hebamme dadurch Einschränkungen in ihrem Dokumentationsstil erfahren, sondern fachliche Hilfestellung bekommen. Das Format des Formulars wird so gewählt werden, dass eine übersichtliche Handhabung unterstützt wird, zusammengehörende Informationen zusammen erfasst werden und dennoch genügend Platz für Erläuterungen ist. Ein zusätzlicher Nutzen einer einheitlichen Dokumentationsvorlage besteht sicher in der Erleichterung der Vertretung von Kolleginnen oder bei der Übernahme von Klientinnen, da sich jede Hebamme sofort in der bereits erfassten Dokumentation zurechtfinden kann. 19 Werbung 20 Hebammenzeitung 01/2012 ÜBERSICHT 2011 / Themen Übersicht 2011: Themen Thema/Artikel AutorIn BONDING: ...dem Bonding Raum geben BONDING: Blockaden durch Beziehung lösen BONDING: Eine Brücke bauen BONDING: Einen sicheren Hafen schaffen BONDING: Forschung unter Beobachtung BONDING: Marienbilder als Symbol Lang, Christine Hildebrandt, Sven Kirkovics, Eva Maria Vavrik, Klaus Oblasser, Claudia Renggli, Franz 02/17-20 02/23-25 02/26-27 02/13-16 02/31 02/28-30 BRUST: Brustkrebs BRUST: Das Milchwunder BRUST: Mammografie Screening BRUST: ...mit stolzgeschwellter Brust Klein, Michaela Voigt, Sabine Rásky, Éva Groth, Sylvia 01/25-26 01/27-29 01/21-24 01/16-18 FORSCHUNG: Confidential Enquiries into Maternal Deaths FORSCHUNG: Internetnutzung durch Hebammen und schwangere Frauen FORSCHUNG: Laktation und Inzidenz von prämenopausalem Brustkrebs FORSCHUNG: Und die Hausgeburt ist doch sicher Oblasser, Claudia 04/30-31 Müller, Karin 06/33 Oblasser, Claudia Müller, Karin 01/30 05/25-26 FREIBERUFLICHKEIT: Das liebe Geld & andere Formalitäten ÖHG 05/16-17 Hebammenzeitung 01/2012 Ausgabe/Seite/n 21 ÜBERSICHT 2011 / Themen Thema/Artikel AutorIn FREIBERUFLICHKEIT: Die Qualität der freiberuflichen Hebamme sichtbar machen FREIBERUFLICHKEIT: Ein Gewinn für die Hebamme? FREIBERUFLICHKEIT: Eine andere Welt Van der Kleyn, Moenie Lurger, Markus Tschische, Iris/Rüb, Dorothea 05/13-14 05/18-19 05/20-21 Reichmann-Gitschthaler, Helga 04/19-21 Posch, Waltraud 04/17-18 GESUNDHEITSFÖRDERUNG: ein Überblick GESUNDHEITSFÖRDERUNG: Rauchen als Thema in der Hebammenpraxis GESUNDHEITSFÖRDERUNG: Salutogenese oder die Wurzeln der Gesundheit GESUNDHEITSFÖRDERUNG: Gesundheitsverhalten von Müttern im Wochenbett Schmid, Verena 04/23-29 Schücking, Beate/Grieshop, Melita 04/14-16 HEBAMMENQUALITÄTSZIRKEL Koller, Kathrin 05/15 PRAXISFELDER: Alkohol: im Mutterleib vergiftet PRAXISFELDER: Freiberufliche Hebammen i.d. Stillberatung PRAXISFELDER: Gesundheitsfördernde Begleitung PRAXISFELDER: Schwangerenbetreuung durch Hebammen Diernegger, Heide Wallner, Roswitha Achter, Heidi Verein freier Hebammen 04/33-34 05/28-30 01/32 03/33 STILLEN: Stillen nach Brustoperation STILLEN: Das Geschäft um jeden Preis Die unterschätzte Kraft der Werbung STILLEN: Laktationsprobleme homöopathisch gelöst STILLEN: Mastitis Puerperalis homöopathisch behandelt STILLEN: Natürliche Gesundheitsförderung STILLEN: Richtig essen von Anfang an Van der Kleyn, Moenie 01/33-34 Hemmelmayr, Andrea Bitschnau, Micha Hajek, Michael Koller, Kathrin Beikostempfehlung 2010 06/36-37 02/32-33 05/32-33 04/36-37 03/36-37 Binder, Regina/Gugerell, Angelika/ Haselsteiner, Lilo 04/35 Rothschädl, Annika/Winkler, Cathrin 05/31 Gaiswinkler, Marlies 02/34 Schulze, Kathrin 03/34-35 Göbel, Esther Müller, Karin DGGG 03/16-18 03/26-28 03/29-30 Oblasser, Claudia Rapberger, Lisa 03/31 03/22-25 STUDENTINNEN: 120 Wochen STUDENTINNEN: 3. Grazer Hebammentagung und die Klagenfurter Studentinnen STUDENTINNEN: Als Hebammenstudentin am FH Campus Wien STUDENTINNEN: Jede große Reise beginnt mit einem ersten Schritt WEHENMITTEL: Die Gebärhaltungen sind das Oxytocin der Hebamme WEHENMITTEL: Effizient, günstig, gefährlich? WEHENMITTEL: Leitlinie Prostaglandine WEHENMITTEL: Uterusruptur nach Wehenverstärkung durch Oxytocin und Kristellerhandgriff WEHENMITTEL: Wenn das Baby auf sich warten lässt 22 Ausgabe/Seite/n Hebammenzeitung 01/2012 ÜBERSICHT 2011 / AutorInnen Übersicht 2011: AutorInnen Name Schwerpunkttehma/Titel ACHTER, Heidi Beikostempfehlung 2010 BINDER, Regina/ Gugerell, Angelika/ Haselsteiner, Lilo BITSCHNAU, Micha BREYER, Tobias DGGG DIERNEGGER, Heide GAISWINKLER, Marlies Brust: Gesundheitsfördernde Begleitung Stillen: Richtig essen von Anfang an 01/32 03/36-37 Aus- und Weiterbildung: 120 Wochen Stillen: Laktationsprobleme homöopathisch gelöst Medien: Das Netz nutzen. Wehenmittel: Leitlinie Prostaglandine Praxisfelder: Alkohol: im Mutterleib vergiftet Aus- und Weiterbildung: Als Hebammenstudentin am FH Campus Wien Wehenmittel: Die Gebärhaltungen sind das Oxytocin der Hebamme Brust: ...mit stolzgeschwellter Brust Stillen: Mastitis Puerperalis homöopathisch behandelt Bonding: Blockaden durch Beziehung lösen Bonding: Eine Brücke bauen Brust: Brustkrebs Stillen: Natürliche Gesundheitsförderung Freiberuflichkeit: Hebammenqualitätszirkel Bonding: ...dem Bonding Raum geben Freiberuflichkeit: Ein Gewinn für die Hebamme? Wehenmittel: Effizient, günstig, gefährlich? Freiberuflichkeit: Und die Hausgeburt ist doch sicher 04/35 02/32-33 06/29-32 03/29-30 04/33-34 GÖBEL, Esther GROTH, Sylvia HAJEK, Michael HILDEBRANDT, Sven KIRKOVICS, Eva Maria KLEIN, Michaela KOLLER, Kathrin KOLLER, Kathrin LANG, Christine LURGER, Markus MÜLLER, Karin MÜLLER, Karin MÜLLER, Karin/ Rüb, Dorothea OBLASSER, Claudia OBLASSER, Claudia OBLASSER, Claudia OBLASSER, Claudia ÖHG POSCH, Waltraud RAPBERGER, Lisa RÁSKY, Éva REICHMANNGITSCHTHALER, Helga RENGGLI, Franz Ausgabe/Seite/n 02/34 03/16-18 01/16-18 05/32-33 02/23-25 02/26-27 01/25-26 04/36-37 05/15 02/17-20 05/18-19 03/26-28 05/25-26 Medien: Gut für die Mutter – riskant für das Kind? Wie gefährlich die Hausgeburt in den Medien dargestellt wird Wehenmittel: Uterusruptur nach Wehenverstärkung durch Oxytocin und Kristellerhandgriff Brust: Laktation und Inzidenz von prämenopausalem Brustkrebs Bonding: Forschung unter Beobachtung Forschung: Confidential Enquiries into Maternal Deaths Freiberuflichkeit: Das liebe Geld und andere Formalitäten Gesundheitsförderung: Rauchen als Thema in der Hebammenpraxis Wehenmittel: Wenn das Baby auf sich warten lässt Brust: Mammografie Screening 01/30 02/31 04/30-31 05/16-17 04/17-18 03/22-25 01/21-24 Gesundheitsförderung: ein Überblick Bonding: Marienbilder als Symbol 04/19-21 02/28-30 Hebammenzeitung 01/2012 06/22-23 03/31 23 ÜBERSICHT 2011 / AutorInnen Name ROTHSCHÄDL, Annika/ Winkler, Cathrin RÜB, Dorothea SCHILDBERGER, Barbara SCHLINTL, Elli SCHMID, Verena SCHÜCKING, Beate/ Grieshop, Melita SCHULZE, Kathrin Techniker Krankenkasse TSCHISCHE, Iris/ Rüb, Dorothea VAN DER KLEIN, Moenie VAN DER KLEIN, Moenie VAVRIK, Klaus Verein freier Hebammen VOIGT, Sabine WALLNER, Roswitha Schwerpunkttehma/Titel Ausgabe/Seite/n Aus- und Weiterbildung: 3. Grazer Hebammentagung und die Klagenfurter Studentinnen Medien: Präsent und kompetent. Die mediale Präsenz von Hebammen Soziale Strukturveränderungen in der Mediengesellschaft Medien: Berichterstattung über Hebammen Gesundheitsförderung: Salutogenese oder die Wurzeln der Gesundheit Gesundheitsförderung: Gesundheitsverhalten von Müttern im Wochenbett Aus- und Weiterbildung: Jede große Reise beginnt mit einem ersten Schritt Medien: Qualität von Gesundheitsinfos im Internet Freiberuflicheit: Eine andere Welt Brust: Stillen nach Brustoperation Freiberuflichkeit: Die Qualität der freiberuflichen Hebamme sichtbar machen Bonding: Einen sicheren Hafen schaffen Praxisfelder: Schwangerenbetreuung durch Hebammen Brust: Das Milchwunder Praxisfelder: Freiberufliche Hebammen in der Stillberatung 05/31 06/24-27 06/14-18 06/20-22 04/23-29 04/14-16 03/34-35 06/28 05/20-21 01/33-34 05/13-14 02/13-16 03/33 01/27-29 05/28-30 „Vielen Dank unseren Autorinnen und Autoren, die hier (nicht ganz vollständig) zu sehen sind.“ 24 Hebammenzeitung 01/2012 THEMA: Dokumentation „Fälle für Alle“ Ein neues Fallberichts- und Lernsystem für Hebammen Martina König stellt ein Interaktives Modell für Qualitätsmanagement vor, mit dem anhand dokumentierter Fälle aus der beruflichen Praxis die Betreuungsqualität weiterentwickelt werden kann. Illustration: Heike Wiechmann Abb.: Ein konfliktreicher Umgang im Rahmen von kritischen Ereignissen fordert Hebammen und andere medizinische Disziplinen auf, die eigene Fehlerkultur und die der Organisationen zu analysieren (Hebammenforum 2009/11). Weltweit kommen Menschen durch „Fehler“, durch unerwünschte und potenziell vermeidbare Ereignisse im Rahmen der Gesundheitsvorsorge zu Schaden. Speziell in den Phasen Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett, die prinzipiell als physiologisch anzusehen sind, können Fehler schwerwiegende, langwierige und kostenintensive Folgen für Mutter und/oder Kind haben. (www.fälle-für-alle.org) nen – und sich darüber mit Kolleginnen austauschen, dann ist schon sehr viel gewonnen. Wer kennt aber nicht auch, dass Fehlern häufig mit Aussagen wie: „Mir wäre das nicht passiert“ begegnet wird. Schuldzuweisungen, Selbstvorwürfe und Zweifel, Sanktionen, forensische Fragen, Angst, Unsicherheit, Mobbing, Resignation bis hin zur Krankheit können Konsequenzen daraus sein (Kirchner 2007). Fehlerkulturen Kritische Ereignisse dokumentieren und reflektieren Fehler, wer kennt sie nicht? Wenn Hebammen über Fälle, die sie tagtäglich erleben, nachdenken – was gut gelaufen ist, was sie hätten anders machen kön- Hebammen im klinischen und außerklinischen Bereich sollten die Möglichkeit haben, kritische Ereignisse zu Hebammenzeitung 01/2012 dokumentieren, zu analysieren und zu reflektieren. Der Fokus ist auf das Ziel gerichtet, die Gesundheit der Frauen, Kinder und Familien sowie der Hebammen zu verbessern und zu stabilisieren. Die Frage stellt sich auch, inwieweit Hebammen in belastenden Erfahrungen Unterstützung erhalten, wenn sie das brauchen. Belastende Erfahrungen können das Denken und Handeln unbeweglich machen. Darauf weist Hildebrandt in seinem Buch Geburtshilfliche Notfälle (2008) hin. Das folgende Beispiel beschreibt ein belastendes Ereignis und die daraus resultierende Dynamik besonders eindrücklich: 25 THEMA: Dokumentation Der Neugeborenen-Transport ist mit dem intubierten Kind in Richtung Intensivstation abgefahren. Die Mutter liegt verzweifelt und weinend, aber gesundheitlich stabil in ihrem Wochenbett. Wir haben Stunden geredet, getröstet, erklärt, Hoffnung und Zuversicht gegeben. Wir selbst können uns vor Erschöpfung kaum noch auf den Beinen halten. Irgendwann ist es Zeit zu gehen. [...] Aber die Bilder der letzten Stunden lassen uns nicht los. Alle unsere Gedanken kreisen um das Geschehene. Wir finden weder Schlaf noch Ruhe. Der Zweifel, die Angst, die Sorge und der Selbstvorwurf sitzen wie böse Geister an unserem Bett und lassen sich einfach nicht vertreiben. Und dann kommt der neue Morgen, unsere Alltagspflichten erwarten uns – und irgendwann werden wir zur nächsten Geburt gerufen. Das Leben geht weiter (Hildebrandt 2008). 26 Hebammenzeitung 01/2012 „Fälle für Alle“ Wenn sich die Betroffenen nicht offen mit einem solchen Vorfall und den eigenen Reaktionen darauf auseinandersetzen, besteht die Gefahr, dass die Angst vor einer Wiederholung verdrängt wird. Bei der nächstmöglichen Gelegenheit werden sich dann jedoch die verdrängten Erinnerungsspuren handlungsweisend als Panik in die Betreuungsvorgänge einschleichen. Verantwortung und Verdrängung Nach diesen Ereignissen werden den Hebammen die eigene Verantwortung und die Begrenztheit der Möglichkeiten bewusst, die die Arbeit in der Geburtshilfe prägt. Fast zwangsläufig kommt es in einem solchen Fall zu einer tiefen persönlichen Krise, die umso stärker ausfällt, je mehr die ersehnte Absicherung durch ein personengebundenes Engagement angestrebt war. Die Nichtbearbeitung kann für die Hebamme negative Folgen haben. Häufig wälzen Hebammen oder GeburtshelferInnen die Verantwortung auf Dritte ab, z.B. auf KollegInnen, die betreuten Frauen oder die angewendeten Verfahren (König 2011). Die Betroffene wird jedoch trotz alledem in ihrem Handeln von der unterdrückten Angst gesteuert, die im Verborgenen weiterwirkt: „Nicht nur der Ausdruck unserer Mimik, auch die mit ihr verbundenen Gefühle können sich von einem Menschen auf den anderen übertragen.“ (Bauer 2006). In dieser Aussage liegt die Verantwortung im doppelten Sinne. Nicht nur für die Hebamme und das Team (Pohl 2010) selbst ist die Fallbearbeitung wichtig, sondern auch für die gebärende Frau und den werdenden Vater. Sie nehmen die Unsicherheit und die Angst der Hebamme und des Teams wahr. Notfälle sind Ereignisse, die aufgrund ihrer subjektiv erlebten Intensität physisch und/oder psychisch als so beeinträchtigend erlebt werden, dass sie zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen können (Lasogga 2008). Illustration: Heike Wiechmann THEMA: Dokumentation Abb.: Ich bin an meinen Fehlern gewachsen (Hebammenforum 2009/11) Ein “Critical Incident Reporting and Learning System“ Diese vielfältigen Überlegungen motivierten Hebammen aus Österreich, Deutschland, Schweiz und Südtirol im Jahr 2010, ein interaktives Modell für Qualitätsmanagement im Sinne eines Fallberichts- und Lernsystems für Hebammen aus der beruflichen Praxis zu entwickeln. Dieses besteht aus einem elektronischen Meldesystem für Erfahrungsfälle aus der geburtshilflichen Praxis und einer Datenbank zur Auswertung. Das System soll nach dem European Foundation for Quality Mangement (EFQM)-Modell (http://www.efqm.org /en/) auf konzeptioneller Grundlage eines Critical Incident Reporting and Learning Systems (CIRLS) (Rall 2001) ausgerichtet werden. Obwohl Krankenhäuser in der Regel ihre MitarbeiterInnen zur Qualitätssicherung verpflichten, bestehen im deutschsprachigen Raum noch Defizite im Bereich der Geburtshilfe und des Hebammenwesens, insbesondere auch im ambulanten Sektor. An dieser Stelle darf ich alle Hebammen nochmals herzlich dazu einladen, die Onlinebefragung, die Ihnen zugesandt wurde, durchzuführen, um die Bedürfnisse der Hebammen in der Entwicklung, Gestaltung, Vertiefung und Umsetzung der Plattform mit integrieren zu können. (http://befragungen.tilak.at/limesurvey/index.php?sid=98191&lang=de) chologie. Lehrbuch für die Praxis. 1. Aufl., Berlin, Heidelberg: Springer Medizin Verlag. Pohl, Michael; Witt, Jürgen (2010). Innovative Teamarbeit. Zwischen Konflikt und Kooperation. 2., überarb. und erw. Aufl. Hamburg: Windmühle. Rall, Marcus et al. (2001). Patient safety and errors in medicine: development, prevention and analyses of incidents. Anästhesiologische Intensivmedizin Notfallmedizin Schmerztherapie. (6),321-330. Rall, Marcus (2009). Fehler sind normal, aber es soll Internetseiten http://www.fälle-für-alle.org nichts passieren. Hebammenforum (11),882-886. Rall, Marcus (2010). Ursachen für Fehler suchen, nicht Schuldige! Um die Sicherheit von Mutter und Kind im Literatur Kreißsaal zu erhöhen, können moderne internetba- Bauer, Joachim (2006). Warum ich fühle, was du sierte Berichtssysteme für kritische Ereignisse nützlich fühlst. Intuitive Kommunikation und das Geheimnis sein. Deutsche Hebammenzeitschrift (9),33–37. der Spiegelneurone. 14. Aufl. München: Heyneverlag. Hildebrandt, Sven; Göbel, Esther (2008). Geburtshilfliche Notfälle. Vermeiden - erkennen – behandeln. Stuttgart: Hippokrates. Gruber, Patricia; Schwarz, Christiane (2010). Neues Martina König, MHPE, Fallberichtsportal: Fälle- für- Alle. Deutsche Hebammenzeitschrift (12),32. Kirchner, Simone (2007). Tod- und Trauererfahrungen eines Kreißsaalteams. Die Hebamme (20), 122–126. König, Martina (2011). Supervision im geburtshilflichen Kontext, Bedarfsanalyse von Supervision bei Hebammen aus Tirol und Vorarlberg. Masterthese Master of health professional education, Fachhoch- In diesem Sinne des gegenseitigen Lernens und der Projektentwicklung wurde der Verein Fälle-für-Alle (www.fälle-füralle.org) gegründet (Gruber 2010). Lasogga, Frank; Gasch, Bernd (2008). Notfallpsy- schule für Gesundheit Tirol. Kremer, Christoph (2009). In fast allen Fällen war die Kommunikation schlecht. Hebammenforum (11), ist Hebamme und Psychotherapeutin in freier Praxis sowie Studiengangsleitung FH Bachelor fhg Innsbruck und Master of science in advanced practice midwifery. 891-895. Hebammenzeitung 01/2012 27 THEMA: Dokumentation Dokumentation & Gerichtsverfahren Anita Pichler MLS informiert über die Dokumentation als Beweismittel und das Vorgehen nach einem Zwischenfall. Der Behandlungsvertrag Wenn eine Hebamme eine Frau vor, während und/oder nach der Geburt betreut, wird ein Behandlungsvertrag begründet. Die Hebamme ist verpflichtet, die Frau über Maßnahmen und Vorgehensweise aufzuklären. Eine Checkliste kann eine Hilfe sein, jedoch sollte sich die Hebamme in einem persönlichen Gespräch rückversichern, dass die Frau das Gesagte verstanden hat. Eine Hebamme, die die Aufklärung unterlässt, verstößt gegen ihre Vertragspflicht. Die so genannte Aufklärungshaftung kommt zum Tragen. Auch die Unterlassung einer medizinischen Handlung und die Begründung dafür ist der Frau mitzuteilen und dies zu dokumentieren. Die Dokumentation als Beweismittel Eine lückenlose Dokumentation ist für angestellte und freipraktizierende Hebammen unerlässlich. Eine fehlende oder lückenhafte Dokumentation zieht noch keine Schadensersatz- oder Haftpflichtansprüche nach sich. Bei einem Verfahren gilt jedoch jede Nichtdokumentation als eine Unterlassungsfahrlässigkeit der Hebamme. Bei fehlender Aufzeichnung gelten z.B. regelmäßige und sorgfältige HerztonKontrollen als nicht durchgeführt. Wenn die Hebamme mit einem ärztlichen Vorgehen oder einer Behandlung nicht einverstanden ist, hat sie ihn/sie auf ihre Bedenken aufmerksam zu machen und dies unbedingt zu dokumentieren. Anwesende, wie etwa weiteres Personal, die betroffene Frau oder ihre Begleitung erleichtern die Beweisführung. Häufige Fehler passieren bei der Dienstübergabe oder wenn sich das Personal im Krankenhaus nicht kennt. Ein Organisationsverschulden kann vorliegen, wenn die Hebamme nicht nachweislich dokumentiert hat, dass sie schadhafte Geräte wie CTG oder Reanimationstisch gemeldet hat, da sie für deren fehlerfreien Einsatz haftet. Gibt es Klinikstandards (wie bei der Schulterdystokie) und sollte ein Punkt in der Dokumentation fehlen, wird ein fehlerhaftes Vorgehen des medizinischen Personals angenommen. Bei gerichtlichen Verfahren fließt die Berufserfahrung in die Berechnung des Strafmaßes ein. 28 Nachvollziehbare Dokumentation Oberster Grundsatz für Dokumentation und Schadensmeldung ist: WER hat WAS bei WEM WARUM angeordnet, gemacht, durchgeführt? Zeichen auf dem CTG können helfen, Handlungen nach der Uhrzeit nachzudokumentieren. Wenn Kolleginnen alleine im Dienst sind, können sie den Vater oder die Begleitperson ersuchen, auf dem CTG Striche anzubringen. Die wesentlichen medizinischen Tätigkeiten sind kurz und präzise anzuführen. Oft lesen sich Geburtsprotokolle wie Hebammenzeitung 01/2012 THEMA: Dokumentation • Unmittelbare Meldung an den Vorgesetzen • Meldung an die Versicherung Freiberufliche oder Wahlhebammen melden sich unbedingt zuerst bei mir, Anita Pichler unter [email protected] oder bei Friedrich Ortner, [email protected], damit eine vorläufige Schadensmeldung einschließlich der Dokumentation als Anlage erfolgt und die Rechtsschutzversicherung in Anspruch genommen werden kann. Ist eine angestellte Hebamme betroffen, wird die Versicherung des Krankenhauses vom Arbeitgeber verständigt. Bei positiver Unterstützung durch den Arbeitgeber muss sie nicht unbedingt eine zusätzliche Meldung an mich oder Herrn Ortner abgeben. Beiziehung eines Rechtsanwalts Erlebnisberichte. Das kann bei Gutachtern den Eindruck erwecken, dass wesentliche Maßnahmen nicht gemacht wurden und dies durch die Schilderung von Nebentätigkeiten „vertuscht“ werden soll. In der Dokumentation haben persönliche Anmerkungen nichts verloren. Die Dokumentation nach einer Geburt ist unverzüglich und zeitnah im Anschluss an den Zwischenfall schriftlich auszuführen. Gedächtnisprotokoll Meist ist erst nach der ersten Aufregung eine klare, vollständige Dokumentation in Form eines Gedächtnisprotokolls möglich. Dies sollte unbedingt zeitnah zu den Ereignissen angefertigt werden und nicht erst Tage später. Eine spätere Änderung der Dokumentation kann als Dokumentenfälschung und damit als strafrechtliches Vergehen ausgelegt werden. Auch das Gedächtnisprotokoll ist ein Beweismittel. Ein gerichtliches Verfahren kann vom ersten Erkennen (innerhalb von 30 Jahren bei zivilrechtlichen Verfahren) eines Schadens bis zu einem tatsächlichen Verfahren drei Jahre dauern. Ohne genaue, nachvollziehbare Dokumentation kann man sich nach vielen Geburten und Jahren an seine Handlungen meist nicht erinnern. Sobald jedoch die Hebamme im Rahmen der Gruppenversicherung einen Rechtsanwalt kontaktiert, muss eine Schadensmeldung an die Versicherung erfolgen. Es besteht keine Schweigepflicht gegenüber der Versicherung! Laut Auskunft der Uniqa-Haftpflichtversicherung stellt eine „nicht oder zu spät erfolgte Schadensmeldung an den Versicherer […] grundsätzlich eine Obliegenheitsverletzung seitens des Versicherungsnehmers dar, die zur Leistungsfreiheit des Versicherers führen kann. Jedenfalls frei von einer Leistung ist der Versicherer betreffend jener Kosten, die nicht angefallen wären, hätte der Versicherungsnehmer den Schaden rechtzeitig gemeldet (z.B. mittlerweile bereits entstandene Rechtsanwaltskosten)“. Bei einem strafrechtlichen oder zivilrechtlichen Verfahren ist bei der polizeilichen Einvernahme die Beiziehung eines Rechtsanwalts ratsam. Ich habe Kontakte zu Rechtsanwälten, die sich im Hebammengesetz sehr gut auskennen. Unsere Hebammen-Rechtsschutzversicherung Arag hat eine Liste von Rechtsanwälten aus den Bundesländern erstellt, die ich bei Bedarf weitergebe. Quellen: Aufklärungshaftung aus dem Behandlungsvertrag, z.B. OGH 2007 5 Ob 148/07m, OGH 2006, 5 Ob 165/05h, OGH 1999, 1 Ob 91/99k Dokumentation: „Die Geburtshilfe“, 3.Auflage, Springer, Schneider, Husslein, Schneider, Kapitel 58 Forensik Univ. Prof. Dr. Wolfgang Mazal, Juli 2002, „Laut gedacht“, Wegweiser zur Umsetzung der Patientenrechte: Fachliche Weisungen bei medizinischen Heilbehandlungen Vorgehen nach einem Zwischenfall • Die Dokumentation sichern, das heißt eine Kopie der Geburtsgeschichte anfertigen und bei sich aufbewahren. Die Original-Krankengeschichte verbleibt im Krankenhaus. Falls Hebammen nicht mehr an der Abteilung tätig sind und von Patientenanwalt oder Polizei zur Zeugeneinvernahme bestellt sind, müssen sie sich an die Krankenhausverwaltung wenden, um Einsicht in die Geburtsgeschichte zu erhalten. Manchmal brauchen sie dazu die Hilfe eines Rechtsanwalts. Anita Pichler MLS, Hebamme seit 1979, Versicherungsbeauftragte des ÖHGs seit 1997, Kontakt: [email protected] Hebammenzeitung 01/2012 29 THEMA: Dokumentation Der Entlassungsbrief ... als sinnvolle Information an die nachbetreuende Hebamme? Ursula Gessner wollte wissen, welche Informationen über Mutter und Kind derzeit üblicherweise im Entlassungsbrief dokumentiert sind, und an wen sie sich richten. Die Angaben aus dem elektronischen Dokumentationssystem sollten ihrer Meinung nach für Hebammen in der Nachsorge ergänzt und erweitert werden. Empfehlungen sowie allfällige notwendige Anordnungen für die Angehörigen der Gesundheits- und Krankenpflegeberufe, Angehörige der gehobenen medizinisch-technischen Dienste oder Heilmasseure zur unerlässlich gebotenen Betreuungskontinuität zu enthalten hat. In diesem sind die Angaben und Empfehlungen bzw. Anordnungen übersichtlich und zusammengefasst darzustellen. Empfehlungen hinsichtlich der weiteren Medikation haben den vom Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger herausgegebenen Erstattungskodex und die Richtlinien über die ökonomische Verschreibweise von Heilmitteln und Heilbehelfen zu berücksichtigen. Ausnahmen sind ausschließlich aus medizinischer Notwendigkeit zulässig, erforderlichenfalls ist eine Bewilligung des chef- und kontrollärztlichen Dienstes der Krankenversicherungsträger einzuholen. Dieser Entlassungsbrief ist nach Entscheidung des Pfleglings diesem oder Im Jahr 2009 wurde das Bundesgesetz für Krankenanstalten und Kuranstalten (BGBl. I Nr. 124/2009) geändert. Mit der Änderung des Paragraphen 24 sollte erreicht werden, dass die aus der Krankenanstalt entlassene Person eine Zusammenfassung der Diagnosen, Beobachtungen und Behandlungen an die nachbetreuende Fachkraft übergeben könnte. Der alte „Arztbrief“ wurde in „Entlassungsbrief“ umbenannt. 30 Ein Auszug aus dem Gesetzestext § 24 Abs. 2 lautet: „(2) Bei der Entlassung eines Pfleglings ist neben dem Entlassungsschein unverzüglich ein Entlassungsbrief anzufertigen, der die für eine allfällige weitere ärztliche, psychologische, psychotherapeutische und pflegerische Betreuung oder Betreuung durch Hebammen notwendigen Angaben und Hebammenzeitung 01/2012 1. dem einweisenden oder weiterbehandelnden Arzt bzw. Zahnarzt und 2. bei Bedarf den für die weitere Betreuung in Aussicht genommenen Angehörigen eines Gesundheitsberufes und 3. bei Bedarf der für die weitere Pflege und Betreuung in Aussicht genommenen Einrichtung zu übermitteln.“ Es interessierte mich, inwieweit diese Änderung in den verschiedenen Krankenanstalten Österreichs gelebt wird, THEMA: Dokumentation durch Angabe des Gewichtsverlaufes beim Neugeborenen und der eventuell durchgeführten Maßnahmen, könnte diese kompetente Betreuung nach außen transparent gemacht werden! Vielleicht ist auch die Entwicklung eines eigenen Entlassungsbriefes für die Hebamme, der von der Hebamme und/ oder Wochenbettschwester verfasst wird, ein mögliches neues Projekt? Ursula Gessner wenn bekannt ist, dass die Wöchnerin von einer Hebammen zu Hause weiter betreut wird, und ob der Text des Entlassungsbriefes „hebammenrelevante“ Angaben und Dokumentationen enthält. Dazu habe ich von jedem Bundesland zwei Geburtenstationen unterschiedlich großer Krankenanstalten befragt. Entlassungsdokumentation für Hebammen oft unzureichend Dabei fiel mir auf, dass nur wenige MitarbeiterInnen der befragten Geburtenstationen über das Entlassungsmanagement in ihrem Haus genauer informiert waren und an die Stationsleitung verwiesen. Hebammen, die „nur“ im Kreißsaal arbeiten, sind mit dem Entlassungsmanagement kaum konfrontiert. Der Entlassungsbrief wird hauptsächlich von TurnusärztInnen verfasst. Die Angaben in dem Entlassungsbrief werden zum Großteil aus dem elektronischen Dokumentationssystem generiert und enthalten zum Hauptteil medizinische Angaben für den behandelnden Hausarzt bzw- die Hausärztin oder Facharzt/Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe. Vieles davon lässt sich aus den Eintragungen im MutterKind-Pass herauslesen. Angaben über den Entlassungsstatus von Mutter (Fundusstand, Menge und Aussehen von Wochenfluss, Nahtkontrollen und Beschreibung der Mammae und Mamillen) sowie Angaben über die Ernährung des Neugeborenen (Anzahl und Art der Zufütterung, beobachtete Still- mahlzeit), Gewichtsverlauf, Nabelpflege (Beschreibung des Nabelschnurrestes) usw. werden bei so genannten unauffälligem Wochenbettverlauf meistens nicht angeführt. Einen eigenen Entlassungsbrief für die nachbetreuende Hebammen gibt es in keiner der von mir befragten Abteilungen. Umgangssprachlich wird bevorzugt vom Arztbrief gesprochen, der auch (wie der Name schon sagt) nur an den Hausarzt und den betreuenden Gynäkologen geht. Viele der befragten Personen wussten von diesem Paragraphen im Bundesgesetz nichts. Die meisten waren aber sehr offen für diese „Idee“. Zusammenfassend kann ich sagen, dass derzeit in Österreich der Entlassungsbrief an die weiter betreuende Hebamme absolute Seltenheit ist. Die aus der Computerdokumentation generierten Daten für den Entlassungsbrief enthalten kaum genauere Angaben als im Mutter-Kind-Pass angeführt. ist seit 1989 Hebamme und hat vier Kinder. Sie ist Leiterin der OHG Landesgeschäftsstelle Burgenland und des Hebammenteams im KRAGES-Verbund. Wochenbettbetreuung und Stillbegleitung dokumentieren Ich möchte alle Kolleginnen, die in der freien Praxis tätig sind, dazu ermutigen, mit den Leitungen der Wochenbettstationen in Kontakt zu treten! Den Wochenbettschwestern und -hebammen ist die kontinuierliche Weiterführung der Wochenbettbetreuung und der guten Stillbegleitung ein großes Anliegen. Durch die Dokumentation dieser Arbeit im Entlassungsbrief, z.B. Hebammenzeitung 01/2012 31 PRAXISFELDER VON HEBAMMEN Das Entbindungsheim Kuchl Ein einzigartiges Praxisfeld Eva Egger betreut seit 27 Jahren das Entbindungsheim in Kuchl. Es wird seit Jahrzehnten von Frauen aus dem ganzen Land Salzburg genutzt und geschätzt. Der Start als frischgebackene Hebamme Meine Hebammenausbildung absolvierte ich in den Jahren 1982 bis 1984 an der Semmelweisfrauenklinik in Wien. Mit frischer Kraft, einer guten Grundlage und viel Mut ging es anschließend gleich ins Entbindungsheim nach Kuchl in Salzburg. Von November 1984 bis Ende 1985 arbeitete noch Rosi Teufl, eine liebe Kollegin aus der gemeinsamen Ausbildung, in der freien Praxis mit. Damals hatten wir noch ca. 70 Geburten im Jahr. 1987 war ich noch einmal mit Brigitte Mannhartsberger zu zweit im Entbindungsheim. Allerdings verschlug sie die Liebe bald wieder ins schöne Oberösterreich. Seit Ende 1987 arbeite ich alleine als Hebamme in Kuchl, mit einer kurzen Unterbrechung 1989, als meine Tochter Ruth (natürlich im Entbindungsheim) geboren wurde. Nach dem Mutterschutz setzte ich meine zur Berufung gewordene Arbeit fort, und die Geburtenzahl pendelte sich auf etwa 40 pro Jahr ein. Bis zum heutigen Tag durfte ich über 1200 Kinder auf ihrem Weg ins Leben begleiten. Mein Leitspruch: Ich respektiere das Gegebene. Daneben aber freilich auch das Werdende, denn eben dies Werdende wird über kurz oder lang abermals ein Gegebenes sein. Alles Alte, soweit es Anspruch darauf hat, sollen wir lieben, aber für das Neue sollen wir recht eigentlich leben. Und vor allem sollen wir den großen Zusammenhang der Dinge nie vergessen. Theodor Fontane, Der Stechlin Ein kurzer Rückblick über die Geschichte des Entbindungsheims Diese inzwischen in Salzburg einzigartige Einrichtung dieser Art wurde 1938 in Kuchl gegründet. Die ersten Räumlichkeiten der Praxis waren zwei Zimmer des Altersheimes. Bis zu meiner Vorgängerin Barbara Schnöll, die in den Jahren 1966 bis 1984 insgesamt 1930 Geburten betreute, hatten sich die Räumlichkeiten schon etwas vergrößert. Heute verfügt das Entbindungsheim über ein Kreißzimmer, drei Einzelzimmer, ein Badezimmer mit WC sowie einen kleinen Hebammenbereich. Geburt mit Rundumbetreuung Ins Entbindungsheim kommen Frauen aus dem ganzen Land Salzburg, denn es ist wohl eine Marktnische in der heutigen Zeit. Ich arbeite mit Kassenvertrag, weil es mir ganz wichtig ist, dass sich Frauen aller gesellschaftlichen Schichten eine Geburt mit Rundumbetreuung leisten können. Leider ist der Wochenbett-Tagsatz viel zu niedrig. Deswegen müssen Hebammen, die ein Entbindungsheim betreuen, Idealistinnen sein. Trotzdem möchte ich noch drei Jahre in meiner zur Heimat gewordenen Entbindungsstation arbeiten und wünsche mir von ganzem Herzen, dass diese Einrichtung noch lange bestehen bleibt. 32 Hebammenzeitung 01/2012 FORSCHUNG SICHERHEIT DER AUSSERKLINISCHEN GEBURTSHILFE: Selbstbestimmung und Respekt von Karin Müller BSc Noch einmal ist die Forschungsrubrik einer Studie gewidmet, die die Sicherheit der außerklinischen Geburtshilfe in Frage stellte. Eine Nachuntersuchung der Studie kam jedoch zu denkwürdigen Ergebnissen in Bezug auf Selbstbestimmungsrecht der Frauen und Respekt in der Begleitung schwangerer Frauen. Im British Medical Journal erschien 2009 eine retrospektive Kohortenstudie von Symon et al., University of Dundee. Sie sollte Geburtsverläufe und -komplikationen zwischen britischen Frauen, die von einer selbständig arbeitenden Hebamme betreut wurden (IMA – Independent Midwives` Association), und Frauen, die das nationale Gesundheitswesen (NHS - National Health Service) in Anspruch nahmen, vergleichen. Hintergrund der Studie war eine Diskussion über das Selbstbestimmungsrecht und die Wahlfreiheit der Frauen, vor allem wenn ihre Entscheidungen der Meinung medizinischer Autoritäten entgegengesetzt sind. 1462 Frauen, die in den Jahren 20022005 bei der Geburt von einer unabhängigen Hebamme betreut wurden, wurden mit 7214 vom nationalen Gesundheitsservice betreuten Frauen verglichen. Frauen, die sich von einer selbständigen Hebamme betreuen lassen, sind oft älter und sozioökonomisch besser gestellt als der Durchschnitt der Gesamtpopulation. Um Verfälschungen der Studienergebnisse aufgrund dieser Tatsache auszuschließen, wurde das sogenannte „Matching“ angewandt: Jeder IMA-Frau wurden fünf NHS-Frauen gegenübergestellt, die hinsichtlich dieser Eigenschaften vergleichbar waren. 66% der IMA-Frauen und 0,4% der NHS-Frauen hatten eine Hausgeburt. 32,4% der IMA-Frauen und 97,7% der NHS-Frauen gebaren ihr Kind in einem öffentlichen Spital, der Rest verteilte sich auf Privatspitäler, Hebammenpraxen und Praxen von Allgemeinmedizinern. Die Frauen der IMA-Gruppe wiesen häufiger vorbestehende medizinische (1,5% vs. 1%) und vorausgegangene geburtshilfliche (21% vs. 17,8%) Komplikationen auf. Auch war die Rate an Zwillingsgeburten höher (3,4% vs. 3,1%). Dennoch erlebten Frauen, die von einer selbständigen Hebamme betreut wurden, häufiger eine Spontangeburt ohne medizinische Eingriffe (77,9% vs. 54,3%) und einen spontanen Geburtsbeginn (96,6% vs. 74,5%). Die Frauen benötigten seltener pharmakologische Analgesie (40,2% vs. 60,6%), der Damm blieb häufiger intakt (52,9% vs. 47,6%). Bezüglich APGAR-Score gab es keine signifikanten Unterschiede. IMA-Mütter stillten häufiger voll (88% nach 6 Wochen vs. 64% der NHS-Frauen zum Zeitpunkt der Entlassung aus dem Spital). Die Studie kam jedoch auch zu dem Ergebnis, dass die perinatale Mortalität bei High-Risk-Geburten in der IMA-Kohorte rund dreimal höher war als in der NHS-Gruppe (1,7% vs. 0,6%). Wurden Hebammenzeitung 01/2012 nur die low-risk-Geburten verglichen, war der Unterschied nicht signifikant. Um diese Ergebnisse genauer zu beleuchten, führten Symon et al. eine 2010 im Journal „Birth“ veröffentlichte Folgestudie durch. Sie analysierten die Dokumentationen der IMA-Hebammen, die die Frauen, deren Kinder perinatal verstorben waren, betreut hatten und interviewten die Hebammen. Die absolute Zahl an verstorbenen Kindern betrug 25. 7 Kinder wurden in den SSW 25-32 geboren. Die restlichen 15 Todesfälle, 9 Totgeburten und 6 neonatale Todesfälle wurden analysiert. Bis auf zwei wiesen alle einen oder mehrere Risikofaktoren auf, darunter vier Zwillingsgeburten, drei vaginale Steißgeburten, drei Einlings-BEL-Geburten. Drei Frauen waren st.p. Sectio und fünf hatten verschiedene Vorerkrankungen. Trotzdem war in 12 der 15 Fälle eine Hausgeburt geplant. Die Analyse ergab, dass 7 der 15 Todesfälle auch bei anderer Betreuung während der Geburt nicht vermeidbar gewesen wären. In den anderen 8 Fällen hätte eine elektive Sectio eventuell das Leben der Kinder retten können. Die Frauen hatten sich in vollem Bewusstsein der möglichen Komplikationen dennoch für diese Form der Betreuung entschieden. Die 33 FORSCHUNG / PRESSE Gründe dafür machen sehr nachdenklich: In mindestens fünf Fällen waren die Frauen von den vorausgegangenen schwierigen Geburtserfahrungen im öffentlichen System so traumatisiert, dass sie in Kauf nahmen, im eventuellen Notfal verzögerte medizinisch-technische Hilfe zu bekommen, als sich noch einmal in die Hände des öffentlichen Systems zu begeben. Einige von ihnen hätten sich, wenn die selbständige Hebamme nicht bereit gewesen wäre, sie zu betreuen, eher für eine Geburt ohne jeglichen Beistand entschieden. Hebammen hatten sich für eine Betreuung der Frauen entschieden, auch wenn sie sich dabei teilweise schon außerhalb ihrer „comfort Zone“ befanden, da die Frauen sonst niemanden gehabt hätten, der noch an ihrer Seite gewesen wäre. Tatsächlich dürfte es sogar so sein, dass angesichts der vielen von einer IMA- Hebamme betreuten high-risk-Frauen noch mehr perinatale Todesfälle zu erwarten gewesen wären. Ziel unserer Arbeit besinnen: An Körper, Seele und Beziehungsfähigkeit gesunde und starke Menschen in ihren neuen Lebensabschnitt zu begleiten und sie auf dem Weg dahin zu stärken.“ Quellen: In der anschließenden Diskussion wurde noch einmal das Recht der Frauen hervorgehoben, bestimmte, auch potenziell lebensrettende Eingriffe abzulehnen. Christiane Schwarz (2011) schreibt: „Ebenfalls sollten aber die Maßstäbe thematisiert werden, nach denen wir ein Geburtsergebnis bewerten. (...) Was für uns ein gutes Geburtsergebnis ist (...), ist für die Frau vielleicht eine grauenhafte, traumatisierende Erfahrung. Wir müssen reflektieren und uns immer wieder auf das Schwarz C. Autoritätskinflikte und Selbstbestimmung im Widerstreit. Deutsche Hebammenzeitschrift 5/2011, S. 62-63. Symon A., Winter C., Donnan P.T. & Kirkham M. Examining autonomy`s boundaries: A follow-up review of perinatal mortality cases in UK independent midwifery. Birth 37/2010, S. 280-287. Symon A., Winter C., Inkster M. & Donnan P. Outcomes for birth booked under an independent midwife and births in NHS maternity units: matches comparison study. British Medical Journal 2009; 338: b2060. ... Presse kurz & bündig ... EPISIOTOMIE: Notwendig bei Schulterdystokie? Amy Paris und Team aus Boston stellten im American Journal of Obstetrics & Gynecology die Frage, ob bei einer Schulterdystokie noch eine Episiotomie notwendig ist. Ziel ihrer Studie war es, herauszufinden, ob ein Rückgang an Episiotomien mit einem vermehrten Auftreten einer Plexus brachialis Parese einhergeht. Alle Geburten am Brigham and Women’s Hospital Boston zwischen September 1998 und August 2009 wurden untersucht. Geburtsmodus, Schulterdystokien, Plexusparesen und Episiotomien mit und ohne Schulterdystokie wurden erhoben. Bei insgesamt 94 842 Geburten traten 953 Schulterdystokien auf. In 102 Fällen davon kam es zu einer Verletzung des Plexus brachialis. Während 1999 noch in 40% der Schulterdystokien eine Episiotomie durchgeführt worden war, sank diese Rate bis zum Jahr 2009 auf 4%, ohne dass sich dadurch die Rate an Plexusparesen verändert hätte. Die AutorInnen kommen zu dem Schluss, dass eine Episiotomie bei einer Schulterdystokie nicht weiter empfohlen werden muss, um Plexusparesen zu verhindern. Quelle: Paris AE, Greenberg JA, Ecker JL, et al. Is an episiotomy necessary with a shoulder dystocia? Am J Obstet Gynecol 2011;205:217.e1-3. doi:10.1016/j.ajog.2011.04.006 Nicht-invasive pränatale Bestimmung des KINDLICHEN RHESUSFAKTORS Mit der nicht-invasiven pränatale Diagnostik (NIPD) des kindlichen Rhesusfaktors (RhD) aus dem Blut Rhesusnegativer Schwangerer kann mit hoher diagnostischer Sicherheit ab der 12. Schwangerschaftswoche der fetale Rhesusfaktor aus mütterlichem Blut bestimmt werden. Bei ca 40% der Rhesus-negativen Schwangeren ist auch der Fetus Rhesus-negativ. Durch die 34 NIPD kann bei diesen Schwangerschaften die Anwendung der Rhesusprophylaxe, ein humanes Plasmapräparat, vermieden werden. Bei Antikörperträgerinnen, bei denen es bereits zur Alloimmunisierung gegen RhD gekommen ist, kann durch das Verfahren das Risiko für den Feten festgestellt werden, da bei Rhesus-negativen Feten kein MHN-Risiko und keine Indikation Hebammenzeitung 01/2012 für ein invasives Vorgehen besteht. Der Preis für die Untersuchung ist abhängig von der Anzahl der Zuweisungen (des Instituts bzw. Krankenanstaltenverbands) pro Jahr und liegt zwischen € 110,- und € 135,-. Informationen: Tel.: +43 (1) 58 900 -463, Fax: +43 (1) 58 900 -469, [email protected] FORSCHUNG / PRESSE Vorsicht vor VITAMINPRÄPARATEN Bisherige Forschungsergebnisse zeigten eine lebensverlängernde Wirkung von antioxidativen Nahrungsergänzungsmitteln. Bjelakovic et al. veröffentlichten jedoch einen systematischen Übersichtsartikel (systematic review), der dem widerspricht. Darin sind die Ergebnisse von 67 Forschungsarbeiten mit insgesamt 232 550 StudienteilnehmerInnen zusammengefasst. Untersucht wurde die Wirkung von BetaCarotin, Vitamin A, Vitamin C, Vitamin E und Selen im Vergleich zu Placebo oder zu keiner Intervention. In 21 Studien wurde die Wirkung von Vitaminpräparaten auf gesunde ProbandInnen (n=164 439) untersucht (Primärprävention). 64 Studien betrachteten Men- schen mit bestehenden Vorerkrankungen (n= 68 111, Sekundärprävention). Das Gesamtergebnis zeigt, dass die Einnahme antioxidativer Vitaminpräparate zu einem signifikanten Anstieg der Mortalität führte (RR 1.04, 95% CI 1.02 - 1.06). Wurden die Vitaminpräparate einzeln untersucht, fand sich dieser Effekt bei Vitamin A, Beta-Carotin und Vitamin E. Vitamin C und Selen führten zwar zu keinem Mortalitätsanstieg, aber auch zu keiner Reduktion. Die Autoren schließen, dass es keine Evidenzen für die Einnahme von Antioxidantion in der Primär- oder Sekundärprävention gibt. Mögliche Erklärungsansätze dafür könnten sein, dass freie Radikale im Körper durchaus auch wichtige Funktionen erfüllen, etwa bei der Abwehr von Bakterien und Viren sowie beim Zelltod. Weiters werden die natürlichen Vitamine in Obst und Gemüse dem Körper in verschiedenen Vorstufen und in Kombination mit zahlreichen Begleitsubstanzen zugeführt, wodurch sie für den Organismus erst gut verwertbar werden. Schließlich ist zu bedenken, dass eine Vitamin-AÜberdosierung bei Schwangeren, etwa durch ACE-Fruchtsäfte, sogar zu einer Fruchtschädigung führen kann. Quelle: Bjelakovic G et al: Antioxidant supplements for prevention of mortality in healthy participants and patients with various diseases. Cochrane Database Syst Rev. 2008 Apr 16;(2):CD007176. ELEKTIVE GEBURTSEINLEITUNG: Mütterliche und kindliche Morbidität erhöht Vardo et al., Rochester, untersuchten die Rate an mütterlichen und kindlichen Komplikationen bei erstgebärenden Frauen, bei denen eine elektive Geburtseinleitung durchgeführt wurde, gegenüber denen mit spontanem Geburtsbeginn. In die retrospektive Studie wurden 485 Frauen mit Einlingsschwangerschaft eingeschlossen, die im Jahr 2007 eine Termingeburt hatten (definiert als 37+0 bis 41+0). Ergebnisse: Bei 19,8% der Frauen mit spon- tanem Geburtsbeginn wurde eine Sectio notwendig, bei Frauen mit elektiv eingeleiteter Geburt waren es 33,6% (p = 0.002). Die Länge des stationären Aufenthalts war auch nach Herausrechnen der Sectio signifikant mit der Geburtseinleitung assoziiert (p < 0.001). Weiters kam es in der Einleitungsgruppe häufiger zu Epiduralanästhesien, postpartalen Blutungen und neonatalem Sauerstoffbedarf, und es musste häufiger ein Pädiater (auch ohne Sectio) zur Geburt hinzugezogen werden (jeweils p < 0.05). Eine elektive Geburtseinleitung ist also mit höheren maternalen und neonatalen Komplikationsraten behaftet, ohne das neonatale Outcome zu verbessern. Sie sollte deshalb möglichst vermieden werden. Quelle: Vardo JH, Thornburg LL, Glantz JC. Maternal and neonatal morbidity among nulliparous women undergoing elective induction of labor. J Reprod Med. 2011 JanFeb;56(1-2):25-30. WENN EIN BABY KOMMT! Wichtige Tipps zu Schwangerschaft & Geburt Das Wiener Programm für Frauengesundheit hat in Zusammenarbeit mit zahlreichen ExpertInnen im vergangenen Herbst eine Informationsbroschüre herausgegeben, die kurz und prägnant viele wichtige Informationen rund um Schwangerschaft, Geburt, Stillzeit und die erste Zeit mit dem Neugeborenen beinhaltet. Die Broschüre behandelt in 15 Kapiteln physiologische Vorgänge, arbeitsrechtliche Regelungen, finanzielle Ansprüche, notwendige Untersu- chungen und Behördenwege sowie gesundheitsförderliches bzw. -schädigendes Verhalten. In erster Linie wurde die Broschüre für schwangere Frauen in schwierigen sozialen Situationen und Migrantinnen, die in Österreich noch nicht Fuß gefasst haben, konzipiert. Daher wurde sie auch in Deutsch und Türkisch herausgegeben und beinhaltet einen umfassenden Adressteil. Sie liegt kostenlos in Spitalsambulanzen, gynäkologischen Ordinationen und Hebammenzeitung 01/2012 Beratungseinrichtungen in einkommensschwachen Bezirken Wiens auf. Weiters kann sie unter http://www.frauengesundheit-wien.at/ downloads/broschueren/Schwangerschafts brosch-deutsch-Web.pdf heruntergeladen oder unter [email protected] oder 01/4000 – 87162 kostenlos bestellt werden. 35 HEBAMMENAUS- & WEITERBILDUNG „Gut Heb“ ...der Leitspruch der Salzburger Hebammenstudentinnen Julia Reichl und Melanie Pfeiffer studieren im 5. Semester an der Fachhochschule Salzburg Urstein und freuen sich schon auf ihren Abschluss. Seit 2006 gibt es an der Fachhochschule Salzburg Urstein den Bachelorstudiengang Hebammen. Alle drei Jahre starten 24 junge Frauen in die Ausbildung zu einem der ältesten Berufe der Welt, der heute vor vielen Herausforderungen steht. Es gilt, wissenschaftliche Erkenntnisse und methodische Neuerungen mit überlieferter Tradition zu verknüpfen und Frauen auf dieser Basis umfassend während der physiologisch verlaufenden Schwangerschaft, Geburt sowie in Wochenbett und Stillzeit zu begleiten. Um alle diese Bereiche bestmöglich abdecken zu können, bedarf es also einer forschungsbasierten theoretischen Grundlage und des Erwerbs von soliden praktischen Hebammentätigkeiten. Die Aufgabe, dieses Praxiswissen zu vermitteln, obliegt kooperierenden Ausbildungskliniken, die sich nicht nur in Salzburg, sondern auch in den anderen österreichischen Bundesländern, sowie in Deutschland und der Schweiz befinden. Im Rahmen eines ErasmusStipendiums steht einem zudem ganz Europa offen. Der Salzburger Weg zum Hebammenberuf Das Aufnahmeverfahren besteht aus einem Reihungstest am PC, einem persönlichem Gespräch mit den lehrenden Hebammen und einem GruppenAssessment inklusive Interview durch eine interdisziplinäre Kommission. Die Studienanfängerinnen werden von drei erfahrenen Lehrhebammen sowie externen Lehrbeauftragten – Hebammen, 36 ÄrztInnen, PsychologInnen, PhysiotherapeutInnen sowie Angehörige anderen relevanten Berufsgruppen – auf ihrer Reise in die Geburtshilfe unterstützt. Praktika Am Ende jedes Semesters steht ein Praktikum. Insgesamt sind 1125 Praxisstunden im Kreißsaal, auf Prä- und Postpartalstationen, in Gyn-OP, Ambulanzen und auf der Neonatologie zu absolvieren. Fester Bestandteil sind Hospitationen im außerklinischen Bereich (Hebammenpraxen, Geburtshäusern, Vor- und Nachsorge, Stillberatung u.ä.), da der Schwerpunkt der Hebammenausbildung in Salzburg auf extramuralen Disziplinen liegt. Mit dem Hineinwachsen in den Hebammenalltag ergeben sich viele Fragestellungen, die oftmals auf einem Theorie-Praxiskonflikt fußen und das eigene Kohärenzgefühl bisweilen gehörig ins Wanken bringen. Aus diesem Grund bedarf es einer gesunden Selbstreflexion und im Idealfall einer Hebammenzeitung 01/2012 professionellen Supervision, um gestärkt an aktuelle und zukünftige Aufgaben herangehen zu können. Gleichzeitig manifestiert sich durch positive Erlebnisse mit den Frauen mehr und mehr das Gefühl, im Traumberuf angekommen zu sein. Bachelorarbeiten Im Laufe des Studiums sind zwei Bachelorarbeiten (4. bzw. 6. Semester) zu verfassen. In der ersten, einer Literaturarbeit von ca. 6000 Wörtern, beschäftigte sich unser Jahrgang mit folgenden Themen: • Anale Inkontinenz im Zusammenhang mit Dammrissen III. und IV. Grades • Warum Frauen bewusst alleine gebären • Mütterliche und neonatale Ergebnisse zwei Wochen bei primären Kaiserschnitten in der 38./39. SSW • Psychoprophylaxe im Kreißsaal • Geburtsschmerz und antenatale Akupunktur • Hebammenbetreuung in Folgeschwangerschaft nach Abort • optimale Betreuung von Frauen mit PDA • Kristeller-Handgriff • Intuitive HEBAMMENAUS- & WEITERBILDUNG waren. Dabei knüpften wir auch Kontakte zum österreichischen Hebammenstudentinnennetzwerk AMiSA. Anfang 2011 gestalteten wir im Rahmen von Hebammen an Schulen Lehrveranstaltungseinheiten und Vorträge an Kindergärten, Schulen und in der Erwachsenenbildung zum Thema „Hebammen heute“. Unsere Beiträge wurden überaus positiv angenommen, und vielfach entstand der Wunsch nach einer Fortsetzung. Zu Beginn des Wintersemesters 2011 hatten wir die Gelegenheit, drei Tage lang Yoga-Erfahrung zu sammeln, unser Gemeinschaftsgefühl zu stärken und Energie für das letzte Ausbildungsjahr aufzutanken. Außerdem wirkten fünf angehende Hebammen an der Gestaltung einer Andacht zum Tag des Lebens mit. In Kürze steht wieder ein Kongress zum Thema „Kommunikation im Kreißsaal“ in Braunau an, den einige von uns besuchen werden. Natürlich ergeben sich auch immer wieder spontane Stammtische, an denen wir uns austauschen. intrapartale Bewegung • Intrapartaler Einsatz von Oxytocin • Die Hebamme in der kontemporären Literatur • Das Schwangerschaftserleben werdender Väter heute • Umfassende Betreuung von Frauen mit genitaler Beschneidung • Konstruktiver Umgang mit Schwangerschaftsängsten • Wortschatz im Bereich Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett • Bindungsförderung bei Frühgeborenen • Verdrängte Schwangerschaft. Projekte Mittlerweile befinden wir uns im 5. Semester. Wir haben während der letzten zwei Jahre bereits spannende Projekte in die Tat umgesetzt. Zweimal präsentierten wir unseren Studiengang beim Tag der offenen Tür an der FH. Eine Delegation nahm von 7. - 9. 10. 2010 am Kongress „Birth-days“ im Eltern-KindZentrum in Graz teil, zu dem u.a. Ina May Gaskin, Elisabeth Davis, Naoli Vinaver und Terence Dowling geladen Hebammenzeitung 01/2012 Zukunftsvisionen Im Juli 2012 machen wir unseren Abschluss und steigen ins Berufsleben ein. Eine Fülle von Betätigungsfeldern in einer Klinik oder im Abenteuer Freiberuflichkeit wartet auf uns. Seit 2011 gibt es in Salzburg zudem einen Postgraduate-Studiengang Angewandte Physiologie für Hebammen. Öffentlichkeitsarbeit, Hebammen an Schulen, Aktionen zum Internationalen Hebammentag am 5. Mai, Veröffentlichung von Bachelorarbeiten etc. können dazu beitragen, die Wichtigkeit unseres Berufes im Sinne einer salutogenetischen und präventiven Gesundheitsarbeit transparent zu machen. Weitere elementare Ziele sind die Anerkennung von Schwangerenvorsorge durch Hebammen im Mutter-Kind-Pass und adäquate Entlohnung für Hebammenleistungen (angefangen bei den Pflichtpraktika während der Ausbildung). Das größte Anliegen ist nach wie vor, in den Frauen das Vertrauen in den eigenen Körper, die weiblichen Ressourcen und ihre ureigenen Kräfte zu stärken, damit sie eine autonome Schwangerschaft und Geburt – ganz ihren individuellen Bedürfnissen entsprechend – erleben können. 37 BÜCHER DOKUMENTATION IM HEBAMMENALLTAG SCHWANGERSCHAFTSVORSORGE DURCH HEBAMMEN Grundlagen und praktische Tipps zur Umsetzung Regine Knobloch, Monika Selow, Elsevier (Urban und Fischer) München 2010, 139 S., 18 s/w Illustrationen, ISBN 978-3-437-28150-1, ca. € 27,- Deutscher Hebammenverband (BDH) (Hrsg.), Georg Thieme Verlag Stuttgart 2010, 2. überarb. und erw. Aufl. 364 S., 65 Abb., 15 Tabellen, geb., ISBN 9783830454304, € 46,30 Nach einer schwierigen Situation im Arbeitsalltag kann für Hebammen ein mulmiges Gefühl bleiben: Habe ich alles hiebund stichfest dokumentiert? Kann meine Dokumentation im Falle einer Anzeige standhalten? Mit dem Buch „Dokumentation im Hebammenalltag“ ist den Autorinnen Regine Knobloch und Monika Selow, Hebammen und Vertreterinnen der Gutachterinnenkommission des Deutschen Hebammenverbands, ein gutes Basiswerk zur schriftlichen Dokumentation gelungen. Es informiert über Ziele, rechtliche Grundlagen, Kriterien guter Dokumentation, die Dokumentation in den verschiedenen Tätigkeitsfeldern und über erste Hilfe bei Haftpflicht- und strafrechtlichen Ansprüchen. Dabei wird sowohl die klinische als auch die freiberufliche Praxis berücksichtigt. Anhand von Fallbeispielen lässt sich Theoretisches leicht verstehen. Ausgefüllte Formulare und Dokumentationsbeispiele machen das Verständnis einfach und das Lesen kurzweilig. Da das Buch gut strukturiert ist, kann man es leicht in einem Stück durchlesen und genauso gut als Nachschlagewerk benutzen. Als besonders hilfreich habe ich das Kapitel „Notfallsituationen“ empfunden. Es hilft nicht nur bei der Dokumentation, sondern gibt auch Tipps zum besonnenen Vorgehen in diesen Situationen. Dieses Buch ist für jede Hebamme sehr empfehlenswert. Es informiert objektiv und angstfrei und hilft professionell zu dokumentieren. Ein persönlicher Zugangscode in jedem Buch ermöglicht den Zugriff auf weiterführende Lektüre im Internet. Dort finden sich etwa Beispielformulare, Links, Gesetzestexte, Formulierungshilfen, Bezugsadressen, Arbeitsanleitungen und Checklisten. Kaufen, lesen und nicht weit weg legen! Luzie König 38 So mühselig die Etablierung der Hebammen in der Schwangerenvorsorge ist, so wichtig ist das Erscheinen dieses Buches. Die Hoffnung der Herausgeberinnen liegt darin, dass dieses essenzielle Thema der Hebammenarbeit einen Schub bekommt und an Wichtigkeit gewinnt. Die Themen sind vielfältig: Bedürfnisse und Wünsche der Schwangeren, Grundsätze der Schwangerenvorsorge durch Hebammen, Anamneseerhebung, Routineuntersuchungen, zusätzliche Untersuchungen, Betreuungsplan, pränatale Diagnostik, Betreuung von Risikoschwangeren, Beratung der Schwangeren, Hilfe bei Schwangerschaftsbeschwerden, Förderung der Kontaktaufnahme zwischen Mutter und Kind, Modelle der Schwangerenvorsorge durch Hebammen sowie Ausstattung, Dokumentation und Abrechnung. Dabei werden sowohl evidenzbasierte Erkenntnisse der Medizin mit dem Erfahrungsschatz der Hebammen verbunden als auch die psychosoziale Situation der Schwangeren berücksichtigt. Das letzte Kapitel widmet sich den gesetzlichen Regelungen, umfasst Themen wie Schweige- und Meldepflicht, Mutterschutz-, Bundessozialhilfe- und Embryonenschutzgesetz sowie Schwangerschaftsabbruch nach Pränataldiagnostik, ist aber eher für in Deutschland praktizierende Hebammen interessant. Überaus praktisch sind die speziellen Kopiervorlagen zu allen wichtigen Themen, welche die gezielte Schwangerenberatung unterstützen. Darüber hinaus enthält das Buch Informationen und Empfehlungen zu Mutterschaftsuntersuchungen, vorgeburtliche Diagnostik, Gestationsdiabetes, Bluthochdruck, Mehrlingsschwangerschaft und Überschreiten des Geburtstermins. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass dieses Praxisbuch ein konkretes und umfangreiches Konzept für die Schwangerenvorsorge durch Hebammen präsentiert. Samira Pospisil Hebammenzeitung 01/2012 ATLAS DER GEBÄRHALTUNGEN Hanna Fischer, Hippokrates Verlag Stuttgart, 2. aktualisierte Auflage 2007 99 Seiten, 39 Abb., gebunden, ISBN: 9783830453949, € 30,80 Der „Atlas der Gebärhaltungen“ entstand durch Zusammenarbeit von Hebammen und Physiotherapeutinnen. Hanna Fischer ließ dabei ihre langjährige Erfahrung in der Begleitung von Geburten einfließen. Die Notwendigkeit dieses Buches in einer Zeit, in der die meisten Frauen immer noch liegend im Kreißbett entbinden, wird durch Studien untermauert. So reduzieren aufrechte Gebärpositionen die Geburtsdauer, den Einsatz von Schmerzmitteln, Saugglocke und Zange. Viele Frauen haben ihre Intuition für die „richtige“ Position in den verschiedenen Phasen der Geburt verloren und sind daher auf Hilfestellung der Hebamme angewiesen. Dargestellt werden zahlreiche geeignete Gebärhaltungen für die frühe Eröffnungsperiode bis hin zur Austreibungsphase, viele auch unter Einbeziehung des Partners. Geordnet nach den Geburtsphasen wird jede Haltung ausführlich beschrieben, erklärt und auf großen Farbfotos vorgezeigt. Die Ursachen verschiedener Phänomene wie beispielsweise „Greifzwang“ der Frauen unter der Geburt oder Wehenschwäche werden beschrieben und können durch die Anwendung adäquater Geburtspositionen verbessert werden. Voraussetzung ist dabei immer ein gründliches Verständnis der Geburtsmechanik. Die Gebärhaltungen werden dabei nicht nur gut beschrieben, sondern auch deren Wirkung auf das mütterliche Becken/die Geburtsmechanik nachvollziehbar erklärt. Für mich stellt dieses Buch eine sehr gute Ergänzung zu den Vorlesungen dar. Ich denke, der Atlas der Gebärhaltungen ist sicher auch eine schöne Anregung für Hebammen, die ihren Beruf schon lange ausüben. Da die positiven Auswirkungen der aufrechten Gebärpositionen erwiesen sind, sollte jede (angehende) Hebamme versuchen, diese in ihre Arbeitsweise zu integrieren, selbstverständlich unter der Berücksichtigung der Individualität jeder einzelnen Frau. Tanja Sepinski BÜCHER WIR KOMMEN NACKT INS LICHT, WIR HABEN KEINE WAHL. Das Gebären erzählen, das Geborenwerden. 150 Szenen aus der Schönen Literatur zwischen 1760 und 2011. Ina Praetorius, Rainer Stöckli (Hg), Appenzeller Verlag Herisau 2011, ISBN 978-3-85882-568-1, ca. € 40,Diese Buch ist nicht nur äußerlich schwer gewichtig. Es stellt AutorInnen vor, von Elias Canetti und Ingeborg Drewitz, von Carl Zuckmayer und Friedrich Dürrenmatt zu Peter Handke und Ulla Berkéwicz, viele Texte aus der Schweiz – eine unglaubliche Fülle! Fast auf jeder Seite werden wir ZeugInnen eines Dramas, aus dem eine neue Schöpfung hervorbricht, sei es aus der Perspektive des Kindes, auch des Ungeborenen, der Gebärerin, der Hebamme, des Vaters oder der Umstehenden. Wir blicken in eine ungeordnete, überbordende, erschreckende Unklarheit über das, was ich Geburtskultur nennen möchte. Rainer Stöckli, auf dessen Sammlung das Buch zurückgeht, führt in das literatisierte Gebären ein, das „absonderlichste Endschwangerschafts- und Geburts-Verläufe“ ausheckte (S.14). Ina Praetorius ist eine zuverlässige Herausgeberin, eine Philosophin, die das Menschsein bedenkt. Sie verweist auch hier wieder auf die Geburtsvergessenheit: „Die Leistungen der Mütter fürs Fortbestehen der Menschheit ... schloss sie aus der Geschichte, dem öffentlichen Leben aus.“ (S.208) Sie kommt mit vielen Philosophen und mit Lucy Irigaray und Luisa Muraro ins Gespräch. Mit dieser Sammlung von Erzählungen vom Gebären wird die Gender-Debatte um dieses Wesentliche bereichert, das im Feminismus oft zu kurz kam: die Schöpfungskraft der Frau. Das Buch weist darauf hin, dass wir Frauen uns zweierlei nicht entgehen lassen sollten: die Gestaltung der Geburtskultur und den Erkenntnisgewinn über das Menschsein und über den Glauben, den die Zeit von Empfängnis, Schwangerschaft, Geburt bis zur Stillzeit eröffnet. Damit führen wir, so das Interesse der Herausgebenden, den von Hannah Arendt eingeleiteten Perspektivenwechsel von der Mortalität zur Natalität weiter. Hanna Strack PRAKTISCHE GEBURTSHILFE GEBURT GEGEN WIDERSTAND Mit Geburtshilflichen Operationen Joachim Dudenhausen (Hg.), Berlin 2011, De Gruyter, 474 Seiten, ISBN 3110228688, € 102,80 Ein inspirierender Dokumentarfilm über eine schwangere Frau im Kampf um eine natürliche Geburt trotz aller Widerstände im medizinischen System. Ein Film von Karin Ecker, Australien, Polyfilm 2010, 43 min, ISBN: 9783300157018, in Deutsch & Englisch, € 35,- Letztes Jahr ging die Auflage der „Praktischen Geburtshilfe“ in die 21. Runde. Bereits 1947 vom Gynäkologen Willibald Pschyrembel verfasst, gilt dieses Lehrbuch zu Recht als Klassiker der geburtshilflichen Literatur. Seit seinem ersten Erscheinen wurde es kontinuierlich überarbeitet und liegt nun in der aktuellen Fassung von Joachim Dudenhausen vor. Für Hebammen auffällig: Dudenhausen thematisiert bereits im Vorwort mehrfach, dass sich das Buch an Geburtsmediziner richtet und Hilfe für die praktische Tätigkeit in der Geburtsmedizin leisten will. So verwundert es nicht, dass das Buch mancherorts als zu pathologielastig kritisiert wird. Dass sich der Kauf dennoch für Hebammen lohnt, liegt vor allem daran, dass das Buch als umfassendes geburtsmedizinisches Nachschlagewerk eine sinnvolle Ergänzung für die Hebammen-Bibliothek darstellt. Didaktisch gut aufbreitet und reich bebildert spannt es einen weiten Bogen von der Nidation bis zum Neugeborenen und liefert zuverlässiges medizinisches Hintergrundwissen und praktische Handreichungen. Zum Inhalt: Ausgehend von der Physiologie des Körpers widmet sich die „Praktische Geburtshilfe“ in den darauf aufbauenden Kapiteln der Schwangerschaftsdiagnose, -betreuung und -pathologien. Anschließend werden sowohl die normale als auch die pathologische Geburt thematisiert, geburtshilfliche Operationen sowie Blutungen während Schwangerschaft und Geburt erläutert und dem normalen wie pathologischen Wochenbett und dem Kind nach der Geburt Platz eingeräumt. Letztlich bleibt zu diskutieren, ob unter den aktuellen Bedingungen einem Kapitel über zerstückelnde Operationen am lebenden Kind beinahe dreimal so viel Platz eingeräumt werden muss, wie der drängenden Herausforderung der Beratung Schwangerer zu den vielfältigen Möglichkeiten der Pränataldiagnostik. Dennoch: Leseempfehlung! Mag. Beatrix Habusta Hebammenzeitung 01/2012 Mit dem Dokumentarfilm „Geburt gegen Widerstand“ erzählt die in Österreich geborene Regisseurin Karin Ecker ihre eigene Geschichte. Im sechsten Monat ihrer Schwangerschaft nach Australien ausgewandert, muss sich die 38jährige Erstgebärende im letzten Trimenon plötzlich an ein fremdes Gesundheitssystem anpassen. Als sie im letzten Monat ihrer Schwangerschaft damit konfrontiert wird, dass sich ihr Baby in Beckenendlage befindet, rät man ihr dringend zur Sectio. Doch sie wünscht sich eine spontane und natürliche Geburt. Die Einstellung gegenüber Steißlagengeburten in Australien scheint der in Österreich sehr zu ähneln und die Situation mit der einer österreichischen Gebärenden vergleichbar. Der Film dokumentiert auf mitreißende und zugleich sehr einfühlsame Weise Karin Ekkers Odyssee bis zur tatsächlichen Spontangeburt. Dabei erhält man bewegende Einblicke in ihre Gedanken und Empfindungen während der Schwangerschaft. Auch verschiedene Bezugs- und Fachpersonen kommen zu Wort – beispielsweise ihr Partner, Freundinnen, Hebammen und einige Ärzte, mit denen sie zu tun hat. Sehr positiv ist, dass das Thema von verschiedenen Seiten beleuchtet wird. Es wird klar, wie sich eine Frau fühlen muss, in dieser heiklen Situation mit all den Informationen, die sie erhält und all den Risiken, mit denen sie konfrontiert wird – nicht wissend, welche Entscheidung sie treffen soll. Karin Eckers Interesse an sozialen Streitfragen hat ihr bereits internationales Ansehen für ihre Filme eingebracht. Ich denke, diese Dokumentation ist eine große Bereicherung sowohl für Hebammen und GeburtshelferInnen als auch für betroffene Schwangere und deren Bezugspersonen – wirklich sehr empfehlenswert! Miriam Ertl 39 VERANSTALTUNGSKALENDER KÄRNTEN Diätetische und pharmakologische Grundlagen zur TCM Therapie Fortbildungstag des ÖHG Kärnten Termin: 11.5.2012 Inhalt: 9.00 - 10.30: Schulterdystokie, Prim. Dr. Mörtl MBA. 10.50 - 12.00: Endometriose – Die verkannte Frauenkrankheit und ihre Relevanz für die Hebammenarbeit, Prim. Univ. Prof. Dr. Keckstein (je 5 PFB). 13:30 - 17:00: Workshops zur Auswahl (je 9 FFB): Englisch für Hebammen, Heb. Mag.ª Zala Pusnik; Hypnose, Mag.ª Dr. Karin Frager-Kometter; Kräuterkunde für Hebammen, Dr.in Romana Seunig, MSc. Kosten: € 50,- bei Überweisung bis spätestens 29.04.2012, danach € 60,- inklusive Verpflegung Ort: St. Georgen am Längsee Info: Edith Zancolo, [email protected] Anmeldung: Durch Einzahlung des oben genannten Betrages mit Bekanntgabe des gewünschten Workshops an Zancolo Edith, LG Kärnten, Posojilnica Bank Ferlach, BLZ 39102, KtoNr: 20-2003457. ÖHG Fortbildung nach §37 HebG. Es werden 10 PFBPunkte für Katgorie 1 und 9 FFP-Punkte für restliche Kategorien anerkannt. NIEDERÖSTERREICH Multiplikatorinnenschulung für Hebammen: „Richtig essen von Anfang an“ REVAN Termine: (max. 15 Personen pro Termin) 17. April 13.00-17.00 Uhr / 11. Mai 13.00-17.00 Uhr 05. Juni 09.30-13.30 Uhr / 10. September 9.30-13.30 Uhr Ort: Haus der Gesundheit, ARGEF 4. Stock, Grazer Straße 71, 2700 Wr. Neustadt Kosten: keine Vortragende: Mag. Bernadette Bürger, Dr. Birgit Dieminger Anmeldung: [email protected], Tel. 02622/65518-222 ÖHG Fortbildung nach §37 HebG, Kategorie 1, 15 Punkte werden anerkannt. Teilnahmebedingungen: abgeschlossene Akupunkturausbildung für Hebammen Termin: 27.04.2012 bis 28.04.2012, jeweils 9 - 17 Uhr Ort: Landesakademie St. Pölten, Seminarraum 3 Kosten: € 200,Vortragende: Brigitte Theierling MSc. Anmeldung: Katharina Wallner, Tel. 0676/72 000 21 mail: [email protected] ÖHG Fortbildung nach §37 HebG. 15 Punkte pro WE werden anerkannt. OBERÖSTERREICH HypnoBirthing® – Die Mongan Methode Selbsthypnose und Tiefenentspannung als natürlicher Weg für eine angstfreie und somit schmerzfreiere Geburt. Referentin: Sydney Sobotka-Brooks, www.hypnobirth.ch Termin: 21. - 24. Juni 2012; jew. bis 17 Uhr mit Mittagspause Ort: SPES Seminarhotel Schlierbach, Zimmerreservierung: [email protected] Kosten: € 808,- (4 Tage Seminar + umfangreiche Unterlagen zur Kursleitung, Pausenverpflegung; Mittagessen je nach Wunsch zum Selberzahlen) TeilnehmerInnenzahl: mind. 15, max. 20 Wichtig: Das HynoBirthing Institute in den USA verlangt als Qualitätssicherung von jeder ausgebildeten, aktiven Hypnobirth-Kursleiterin eine Unterschrift für einen ethischen Kodex (siehe Link auf OÖ Homepage) und eine jährliche Mitgliedschaft von 75 Dollar. Anmeldung: Kathrin Koller, Tel. 0650/2458832 oder [email protected] Die Anmeldung ist gültig mit Einzahlung der Teilnahmegebühr auf das Konto des ÖHG OÖ: Volksbank Ried, BLZ: 43830, KtoNr: 50874990000. Es gelten die allgemeinen Stornobedingungen des OÖ Hebammengremiums (siehe Link auf der OÖ Homepage). Anmeldeschluss: 14.5.2012 54 Fortbildungspunkte vom ÖHG anerkannt. ÖHG Fortbildung. Refresher Workshop Ohrakupunktur Teilnahmebedingungen: abgeschlossene Akupunkturausbildung für Hebammen Termin: 02.03.2012 bis 03.03.2012, jeweils 9 Uhr -17 Uhr Ort: Landesakademie St. Pölten, Neue Herrengasse 17a, Seminarraum 3 Kosten: € 200,Vortragender: Hannes Naehr Anmeldung: Katharina Wallner, Tel. 0676/72 000 21 mail: [email protected] ÖHG Fortbildung nach §37 HebG. 15 Punkte pro WE werden anerkannt. 40 SALZBURG „Hebamme – neu denken“ ÖHG-Kongress 2012 mit Hauptversammlung Themen: Physiologische Geburt, Hebammen an Schulen, Familienhebammen, Impfen, Väter rund um die Geburt, Moderne Perinatalmedizin, „Stille Geburt“, Psychische Krisen u.v.m., Vortragende u.a.: Barbara Kosfeld, Wolf Lütje, Christof Plothe, Micha Bitschnau, Barbara Maier, Sven Hildebrandt Hebammenzeitung 01/2012 VERANSTALTUNGSKALENDER Termin: Do, 12.04., 13.00 Uhr bis Sa 14.4.2012, 13.30 Uhr Ort: Salzburg, Sankt Virgil Infos und Anmeldung: www.oehebammen2012.at 52 PFB-Punkte (inkl. Hauptversammlung) und 10 FFB-Punkte (gesamter Kongress), ÖHG Fortbildung Homöopathie beim Neugeborenen für Hebammen und ÄrztInnen Inhalt: akute Therapie beim Neugeborenen unmittelbar nach der Geburt, akute und konstitutionelle Behandlung beim Neugeborenen und Frühgeborenen, Begleitung in den ersten Wochen, ev. Einführung in die Bönninghausen-Methode. Referentin: Frau Dr. Bettina Baltacis, Neonatologin, KA Rudolfsstiftung Termin: 19.-20.10.2012 Fr. 15-16:30, Kaffeepause, 17-18:30, 18:45-20; Sa. 9-10:30, Kaffeepause, 11-12:30, Mittagspause, 14-16 Uhr. Ort: Grünauerhof Wals/Salzburg Kosten: 210,- Euro (bei ausgebuchter FB, sonst max. 250,-) Unterlagen: Script wird in digitaler Form bereitgestellt Anmeldung: Karin Pompernigg, [email protected] Weitere Informationen: Veranstaltungskalender auf www.hebammen.at Es gelten die AGB- und Stornobedingungen LGS Salzburg (ÖHG) auf www.salzburg.hebammen.at 27 FFB-Punkte, ÖHG Fortbildung STEIERMARK Umfangreiche Yoga Ausbildung für Hebammen „Yoga in der Schwangerschaft“ Termine: 30.-31. März, 20.-21. April, 11.-12. Mai, 1.-2. Juni, 6.-7. Juli 2012 in Eisenstadt. Info: Schule für Yoga Tel. 0650/7115838, mail: [email protected] Kinderyoga Grundausbildung in Neusiedl/See Termine: 10.-11. März, 14.-15. April, 5.-6. Mai, 16.-17. Juni, 14.-15. Juli 2012 Info: Schule für Yoga, Info: Tel. 0650/7115838, mail: [email protected], Broschüre auf Anfrage Ausbildung im Einklang mit den 4 Elementen Arbeiten mit den 4 Elementen, Entspannung, Körperarbeit auf allen Ebenen, Stressbewältigung, Heilmethoden,... Termine: 8.-9. April, 27.-28. Mai, 23.-24. Juni 2012, Info: Tel. 0650/7115838, mail: [email protected] Fortbildung für Babymassagekurse Referentin: Heidi Posch, DGKKS Termin: 06.05.2012 9-18 Uhr + 16.06.2012 9-13 Uhr oder 15.09.2012 9-18 Uhr + 10.11.2012 9-13 Uhr Ort: Eltern Kind Zentrum, 8010 Graz Kosten: € 140,Anmeldung: Eltern-Kind-Zentrum, Tel. 0316/378140-55 mail: [email protected] TIROL Gebärhaltungen und der Einsatz bei protrahierten Geburten Inhalte: Theorie der Geburtsmechanik und der Dystokie, Grundlagen der Gebärpositionen, ausführliche Erläuterung zur Wirkungsweise verschiedener Gebärhaltungen, gezielter Einsatz von Gebärpositionen und anderer einfacher Hilfsmittel bei protrahierten Geburten und Dystokien Referentin: Tara Franke, Hebamme, Sexualpädagogin, Autorin, Geschäftsführerin von „Herztöne“ und „Hebammenhandwerk“ Termin: Fr, 21.9.12, 13:00 - 20:30 Uhr Ort: Innsbruck, An der Lan Str. 43, Mutter-Eltern-Beratung Kosten: € 90,- inkl. Skript, Bankverbindung: ÖHG Konto/LG Tirol, KN 220 043 914, BLZ 57000 Anmeldung: Agnes Müller, [email protected], Tel: 0664/4013392 Anmeldeschluss: 01.09.2012 30 FB-Punkte anerkannt, ÖHG Fortbildung Aufbauende Rückbildungsgymnastik (2. Teil) Inhalte: Vertiefte Anatomie des Beckenbodens (BB) und Pathologien, BB in den weiblichen Lebenszyklen, BB und Hormone, BB schwächendes und stärkendes Verhalten im Alltag, Bedeutung der gesunden Fußmuskulatur, Aufbauendes Muskeltraining, Sphinkter-Training, Beckenbodentraining mit Hilfsmitteln und nach den Prinzipien des Biofeedbacks, Sitzgymnastik für ältere Frauen, Chancen für sexuell traumatisierte Frauen, Lust und Freude am BB Referentin: Tara Franke (siehe FB Gebärhaltungen) Termin: Sa. 22.9.12, 13:00 - 18:30 Uhr, So. 23.9.12, 09:00 - 16:00 Uhr Ort: Innsbruck, An der Lan Str. 43, Mutter-Eltern-Beratung Kosten: € 150,- inkl. Skript, Bankverbindung: siehe FB Gebärhaltungen Anmeldung: Agnes Müller, mail: [email protected] Tel: 0664/4013392, Anmeldeschluss: 01.09.2012 55 FB-Punkte anerkannt, ÖHG-Fortbildung Hebammenzeitung 01/2012 41 VERANSTALTUNGSKALENDER WIEN Hebammen an Schulen Ziel der Fortbildung ist es, Hebammen zu befähigen, Workshops durchzuführen, einen spannenden Zugang zu Themen von der Entstehung des Lebens bis nach der Geburt herzustellen und SchülerInnen auf emotionaler, kognitiver und sinnlicher Ebene anzusprechen. MODUL 1: Workshop an Volksschulen 17.-19.2.2012 Fr 14.00-19.00, Sa 10.00-18.00, So 9.00-15.00 Uhr MODUL 2: Workshop für Jugendliche 15.-17.6.2012 Ort: Wien, genauer Kursort wird noch bekannt gegeben Kursleiterin: Klaudia Awad-Logar, Hebamme Referentinnen: Mag.a Elfriede Maria Rauchenwald (Psychologin, Sexualpädagogin, Klinische Sexologin), Klaudia Awad-Logar (Hebamme) und Mag.a Silvia Mayer (Kunsttherapeutin). Kosten: € 230,- pro Modul Anmeldung: Klaudia Awad-Logar, 0676/3809517 (abends); [email protected] Beide Module: 51 Fortbildungspunkte, ÖHG Fortbildung Väter und Geburt – Workshop für Fachpersonal Ziele: Theoretische und v.a. persönliche Auseinandersetzung mit dem Thema „Väter in der Geburtsvorbereitung“, Bewusstwerden des eigenen Zugang zu dieser Thematik; durch 42 stärkeres Mitdenken der Väter sollen die Angebote an Geburtsvorbereitung für Väter nachhaltig verankert werden. Termin: Fr. 23.3.2012, 14.00-17.30 Uhr Ort: Informationsstelle für Männer, Senefeldergasse 11/8, 1100 Wien (U1 Keplerplatz) Referenten: Helmut Fleck-Tesarek, Therapeut, Berater für Väter und Paare, Mag. Hubert Steger, Klinischer und Gesundheitspsychologe, Väterberater, Gruppenleiter Geburtsvorbereitung für Väter, Mag. Hannes Wagner, Diplompsychologe, Mediator, Gruppenleiter Geburtsvorbereitung für Väter Kostenbeitrag: € 30,-. Anmeldung: online unter www.maenner.at/vaeterarbeit oder unter [email protected] 6 Fortbildungspunkte anerkannt, ÖHG Fortbildung „Homöopathie in der Geburtshilfe für Anfänger“ Kursleitung: Dr. Micha Bitschnau Termine: Fr 01.06. - Sa 02.06.2012, Fr 05.10. - Sa 06.10.2012, Fr 23.11. - Sa 24.11.2012, Fr 18.01. - Sa 19.01.2013, Fr 22.02. - Sa 23.02.2013, Fr 15.03. - Sa 16.03.2013, Fr 24.05. - Sa 25.05.2013 (Prüfungswochenende) Ort: Rudolfinerhaus Privatklinik, 1190 Wien Kosten: 7 Wochenenden zu je € 264,-/WE oder Blockangebot für alle 7 Wochenenden zu € 1440,Info & Anmeldung: [email protected] Vom ÖHG lt. § 37 mit 75 FFB-Punkten anerkannt. Hebammenzeitung 01/2012