THEMA: Dokumentation

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INHALT / EDITORIAL
Inhalt
Editorial
04 MITTEILUNGEN des Österreichischen Hebammengremiums
Liebe Hebammen!
ÖHG-Tätigkeitsbericht 2011, Hauptversammlung 2012.
06 NACHRICHTEN aus den Bundesländern
SCHWERPUNKTTHEMA „Dokumentation“
13 Monika Selow gibt praktische
Tipps zur Umsetzung der Dokumentation im Hebammenalltag.
17 Ein Dokumentationssystem
für freiberufliche Hebammen
hat Judith Taucher zusammen
mit Studierenden der FH Joanneum erarbeitet. Judith Taucher
erläutert auch die Dokumentationsvorlage des ÖHG.
25 Martina König ermuntert dazu,
„Fälle für alle“ zu dokumentieren und zu analysieren.
28 Anita Pichler MLS informiert
über die Dokumentation als
Beweismittel.
Viele Kolleginnen haben ein gespanntes
Verhältnis zur Dokumentation, denn damit verbinden viele die in der Geburtshilfe
allgegenwärtige „forensische Keule“. Die
Unbeliebtheit der Dokumentationspflicht
hat aber auch mit dem damit verbundenen steigenden Aufwand zu tun, der oft
zulasten der knapp bemessenen Zeit für
die Betreuung der Frauen und Familien
geht.
Dass die Dokumentation ein wesentliches
berufspolititsches Instrument für uns Hebammen ist, wird oft vergessen. Dokumentation soll sichtbar machen, was eine
Hebamme wann warum tut oder auch
nicht tut, gemacht oder wahrgenommen
hat. Judith Taucher und Team haben ein
Dokumentationssystem für die freiberufliche Tätigkeit entwickelt, das einheitlich
und flexibel, benutzerinnenfreundlich
und detailliert ist und damit die Hebammearbeit entlastet. Sehr hilfreich sind auch
die Basisinformationen vom Hebammengremium und von Monika Selow.
In dieser Ausgabe finden Sie wieder viele
Rezensionen. Wenn Sie ein Buch erwerben möchten, klicken Sie bitte auf unserer
Website über den Link „Rezensionen“ auf
die Titelzeile des Buches und nehmen auf
diesem Weg bei Amazon die Bestellung
vor. Dann hat auch das Hebammengremium etwas davon.
30 Ursula Gessner wünscht sich
einen Entlassungsbrief für Hebammen in der Nachsorge, in
dem wichtige Informationen
über Mutter und Kind dokumentiert sind.
32 In Kuchl bei Salzburg hat sich
Eva Egger mit ihrer Hebammenpraxis als Praxisfeld einen
Herzenswunsch erfüllt.
33 In der Forschungsrubrik finden Sie überraschende Ergebnisse,
die die Analyse der Dokumentationen einer Hausgeburts-Studie
erbracht hat.
36 Als Studentinnen kommen dieses Mal Julia Reichl und Melanie
Pfeiffer aus Salzburg zu Wort.
38 Bücher
40 Veranstaltungen
44 Impressum
Titelspruch: Albert Einstein (1889-1955)
ist allen bekannt. Weniger bekannt ist der
wesentliche Anteil seiner ersten Frau Milena
Maric an der Entwicklung der Relativitätstheorie. Sie war eine der ersten Frauen, die
Mathematik und Physik studierten.
Ihr erstes Kind, ein Mädchen, brachte sie
unehelich in ihrer serbischen Heimat zur
Welt, wo es vermutlich zur Adoption freigegeben wurde. Zwei weitere Söhne zog
sie nach der Scheidung von Einstein allein
in der Schweiz auf.
Wie angekündigt gibt es ab nun ein Register, in dem Sie die Beiträge und AutorInnen des vergangenen Jahres leichter finden, wenn Sie etwas nachlesen wollen.
Das gibt es nun immer in der ersten Ausgabe eines neuen Jahres in der Heftmitte.
Neu ist auch das Papier, das wir ab nun
verwenden. Und noch etwas gab es bisher noch nicht: das Thema der nächsten
Ausgabe: Leitlinien und Empfehlungen.
Wir wünschen einen weiterhin freudvollen
und erfolgreichen Jahresbeginn!
Mag.a Dorothea Rüb mit Karin Müller BSc,
Claudia Oblasser MA und Lisa Rakos
Redaktionsschluss für die
nächste Zeitung ist der 5.3.2012.
Hebammenzeitung 01/2012
3
HEBAMMEN INTERN
Mitteilungen
des Österreichischen
Hebammengremiums
Liebe Hebammen!
Die erste Ausgabe der Hebammenzeitung 2012 möchten
wir nutzen, um Ihnen einen Einblick in die Arbeit des neuen
Präsidiums und Vorstandes zu präsentieren.
ÖSTERREICHISCHES
HEBAMMENGREMIUM
ÖHG-TÄTIGKEITSBERICHT 2011
an das Bundesministerium für Gesundheit
1. ORGANISATION
• Präsidium
• Hauptversammlung und Kongress am 31.03. - 01.04.2011
in Amstetten
• Vorstandssitzung am 31.03.2011 in Amstetten
• Vorstandsklausuren: 3 dreitägige Klausuren vom
27.-29.01, 19.-22.05. und 26.-29.10.2011
• Einführung regelmäßiger „Skype“-Konferenzen des
Geschäftsführenden Ausschusses; 14 Konferenzen von
2-3h Dauer
• 2 „Skype“ Konferenzen mit dem Verhandlerinnenteam
• Landesgeschäftsstellen
• Quartalsmäßige Gremialauschusssitzungen
• Fortbildungspasskontrollen
• Vollversammlung in jedem Bundesland
• Aktuelle Datenbank auf Landesebene
• Organisationsstruktur/Zuständigkeiten
• Im Zuge des 2010 neu gewählten Präsidiums
wurde eine flachere Hierarchie und neue
Aufgabenverteilung innerhalb des Vorstandes
implementiert!
2. GREMIALSEKRETARIAT
• Von Georg Gessner in Vollzeitanstellung geführt.
• Büroadresse: Landstraßer Hauptstraße 71/2, 1030 Wien
• EWR-Qualifikationsnachweise
• Niederlassungen
• Führung der nationalen Datenbank für Hebammen
(Hebammenregister)
• Budgeterstellung
• Führung des offiziellen Schriftverkehrs
3. ÖFFENTLICHKEIT
• Österreichische Hebammenzeitung, offizielles Organ
des ÖHGs – 6 Ausgaben
4
• Analyse und Bewertung der für Hebammen relevanten
Mitteilungen in Presse und TV
• Regelmäßige Newsletter an die Hebammen
• Treffen und Verhandlungen mit Sozialversicherungsund Krankenanstalten
• Treffen und Besprechungen mit Rechtsanwälten,
kooptierten Mitgliedern, Klinikvorständen und Ansprech
partnern für Versicherungsangelegenheiten
• Teilnahme an verschiedenen Veranstaltungen und
geburtshilflichen Kongressen
• Pflege der Zusammenarbeit mit den Fachhochschulen
• Beisitz im Fachhochschulbeirat
• Projekt zur Erstellung eines Dokumentationssystems
für freiberufliche Hebammen
• Projekt zur Erstellung einer Internet-Plattform zum
Informationsaustausch von Hebammenstudentinnen;
“AMISA“
• Hebammenbroschüre „Kinder kommen durch Frauenkraft“, Ausgabe 2011 / 11. Auflage, 80.000 Exemplare,
Erstellung eines komplett neuen Layouts
für die Ausgabe 2012
• Internetauftritt auf Bundes- und Landesebene
• Die Homepage www.hebammen.at wurde aktualisiert
und für das Jahr 2012 die Vorarbeiten zur Implementierung einer webbasierten Datenbank geleistet.
• Mitgliedschaften international EMA / ICM / EFNNMA,
Kongressteilnahme EMA in Florenz (23./24.9.2011),
Kongressteilnahme EFNNMA in Kopenhagen
(28.-30.09.2011), Lfd. Kommunikation mit ausländischen
Hebammenorganisationen
4. CHRONOLOGIE
• Besprechungstermine und Veranstaltungen im BMG
am 25.01., 15.06., 23.08., 06.12. und am 16.12.2011
zu verschiedenen Themen.
• 26.01.2011 Expertinnenbeirat
„Schwangerschaft und Geburt“ in Wien
Hebammenzeitung 01/2012
HEBAMMEN INTERN
• 24.02.2011 TAM Beirat „Indikationsstellung Akupunktur“
• 28.02., 30.05., 17.10. und 14.12.2011 berufsübergreifende Arbeitstreffen in Wien
• Konsensuskonferenz Gesundheit Österreich GmbH, Ergebnispapier Forschungsstrategien am 01.03.2011 in Wien
• 24.03.2011 Hebammenregister, 12.04. und 16.06.2011
Sitzung Geburtenregister in Graz und Salzburg,
23.05.2011 außerklinisches Geburtenregister
• 07.03.(8.), 31.05. (9.), 04.10.2011 (10.) Sitzung der
Gesundheitsberufekonferenz
• AK Sectio am 10.03.2011 in Wien
• Erarbeitung eines Ergebnispapiers zum
Kindergesundheitsdialog
• 07.04., 30.06., 05.09., 21.10., 18.11. und 19.12.2011
AK – Nationale Gesundheitsziele aus Sicht der Gesundheitsberufe in Wien
• 04.07.2011 Politdialog: „Rahmengesundheitsziele
für Österreich – eine intersektorale Aufgabe“
• Pressekonferenz am 12.07.2011 im Sozialministerium
zur Vorstellung der Begleitbroschüre Mutter-Kind-Pass
• Besprechung am 23.08.2011 im BMWFJ m.d. Büroleitung
Frau Dr. Nemec zum Thema Hebammen im Mu-Ki-Pass.
• 01.09.2011 AK Heil- und Gesundheitsberufe in Wien
• 09.06. und 24.11.2011 Treffen der Kinder Liga in Wien
• 4 Sitzungen des Ethik Beirates in Wien, Erarbeitung
von verschiedenen Positionspapieren
• 2 konstituierende Sitzungen des ELGA Nutzerbeirates
in Wien am 01.12.2010 und am 05.12.2011
• ARGE Leitlinie zur Erkennung und Versorgung von
Dammrissen III/IV. Grades
• Planung eines Reformpoolprojektes in OÖ
• Ärztekammer
• Gesundheitsplattform
5. HAUPTVERBAND DER SOZIALVERSICHERUNGSTRÄGER
7. VORHABEN
• Versicherungsschutz aller Hebammen, spezialisierte Rechtsanwälte als Ansprechpartner in jedem Bundesland.
• Änderung der SA/BO/GO
• Umstrukturierung der Fortbildungsanerkennung
FORDERUNGEN
1.) Bundesweite Gehaltsanpassung an die MTD-Berufsgruppen
2.) Honoraranpassung im Gesamtvertrag
3.) Anpassung des Kinderbetreuungsgeldgesetzes
4.) Hebammen in den Mutter-Kind-Pass
HAUPTVERSAMMLUNG 2012
Die Hauptversammlung 2012 findet am Freitag,
13. April 2012, 09.00 Uhr in Salzburg statt.
TAGESORDNUNG
TOP 1
TOP 2
TOP 3
TOP 4
TOP 5
TOP 6
TOP 7
TOP 8
TOP 9
Begrüßung
Feststellung der Beschlussfähigkeit
Rechenschaftsbericht 2011
Rechnungsabschluss 2011
Bericht der Rechnungsprüferinnen und
Entlastung der Kassierin
Jahresvoranschlag 2012
Wahl der Rechnungsprüferinnen
für 2012
Abstimmung über Änderungen der
Geschäftsordnung, Satzung und
Beitragsordnung
Allfälliges
• Gespräche über den IST Zustand
6. LAUFENDE GESETZESANPASSUNGEN UND NOVELLEN
• Mutter-Kind-Pass
• Kinderbetreuungsgeldgesetz
• STVO
• Neufassung HebG im Rahmen der Verwaltungsreform
Wir würden uns freuen, viele von Ihnen beim Österreichischen
Hebammenkongress und Hauptversammlung in Salzburg zu
treffen.
Bis dahin wünschen wir Ihnen eine schöne Zeit!
Petra Welskop und Gerlinde Feichtlbauer,
Präsidentin und Vizepräsidentin des ÖHG
Hebammenzeitung 01/2012
5
NACHRICHTEN aus den Bundesländern
BURGENLAND
Ende der Vollversammlung um 12:15
LG: Ursula Gessner
Neugasse 6, 7372 Draßmarkt
Tel: 02617/2910, Fax 02617/21033
mail: [email protected]
Liebe Hebamme!
Am 17. November 2011 fand von 09:00-12:00 die Vollversammlung der Burgenländischen Hebammen im Stadthotel
Hofer in Pinkafeld statt. Als Schriftführerin wurde Frau Petra
Maria Schmidt gewählt. Auszug aus dem Protokoll:
1.) Begrüßung der anwesenden Hebammen durch Landesgeschäftsstellenleiterin Ursula Gessner
2.) Einstimmige Wahl zur Schriftführerin: Petra M. Schmidt
3.) Kassabericht durch Ursula Gessner: Guthaben derzeit ca.
€ 6.000, Kosten für Ankauf eines neuen Laptops für das Hebammengremium und Honorar für Kollegin Josy Kühberger
für Ausarbeitung der neuen burgenländischen Homepage
müssen noch abgezogen werden. Der Kassabericht wird den
Anwesenden vorgelegt.
4.) Vorstellen der neuen Kolleginnen im burgenländischen
Gremium: Frau Jana Duller und Frau Eva Schranz.
5.) Bericht von Kollegin Kühberger über die Homepage neu:
Änderungen sind bis Ende des Jahres 2011 noch im Preis inbegriffen. Geburtenstationen sollten sich textlich besser
selbst vorstellen. Fotos von den einzelnen Anstaltshebammen werden dringend erwünscht! Der Slogan: „Wofür stehen ich?“ wird nochmals in Erinnerung gerufen.
6.) Erinnerungen an die Verwendung der grünen Klebekarten (für Mu-Ki-Pass) zur Dokumentation der Ernährung des
Neugeborenen. Die Hebammen, die diese Art der Dokumentation verwenden, berichten sehr positiv darüber (übersichtliche Verlaufsdokumentation für den Kinderarzt,
Bestätigung für die Mutter!)
7.) Vorstellung der Wiegekarten vom Gremium Burgenland:
Da der Nachdruck der Wiegekarten für die Eltern-KindBeratungsstellen seitens der burgenländischen Landesregierung eingestellt wurde, hat das Gremium den Druck
finanziert. Es wurden 5.000 Wiegekarten mit dem Hebammenlogo auf der Rückseite neu gedruckt.
Zielsetzung: Jedes burgenländische Baby soll seine eigene
Wiegekarte bekommen. Wiegekarten werden an alle Frauen
ausgeteilt (nach der Geburt dem Mu-Ki-Pass beigelegt).
8.) Bericht von Ursula Gessner über die Vorlage von Nachbetreuungs-Bögen. Diese werden zurzeit von der FH Johanneum Graz ausgearbeitet.
9.) Fortbildungskriterien neu: Von Ursula Gessner werden
die neuen Fortbildungskriterien ab 1.1.2012 vorgestellt. Jede
anwesende Hebamme bekommt ein Infoblatt mit den neuen
Kriterien für die Anerkennung der Fortbildungen, die jetzt
einem Punktesystem unterliegen.
10.) Diskussionsrunde über Protokollierungen, bekannte
Schadensfälle und Gutachten…
11.) Bestätigungen der Fortbildungen
6
Auch diesmal gab es wieder eine kleine Tombola. Die Preise
wurden dankenswerterweise von Johnson & Johnson und
Germania Pharmazeutika zur Verfügung gestellt.
Am Nachmittag fand die Fortbildung mit dem Themenschwerpunkt Frühgeburt statt.
• Dr. Melanie Höller, Assistentin im Gynäkologisch-Geburtshilflichen Verbund der KRAGES, hat einen sehr informativen
Beitrag zum Thema „Infektionen in der Schwangerschaft“
gebracht.
• OA Dr. Moser Franz, FA für Gynäkologie im LKH Univ. Klinikum Graz, hat mit dem Vortrag zum Thema „Frühgeburtsbestrebungen – die geburtshilfliche Herausforderung“
die ZuhörerInnen gefesselt.
• DKKS Sabine Malits von der Kinderklinik Wien beeindruckte mit dem Vortag „Frühgeborenenpflege“ auch durch
die berührenden Fotos und Videos.
• Ilse Retschitzegger, Physiotherapeutin, berichtete über
„Möglichkeiten der Physiotherapie bei Frühgeburten“ und
„Outcome – Datenlage der Nachsorgeambulanz“ der Kinderklinik Wien.
Es war eine gelungene Veranstaltung, von der sich die vierzig TeilnehmerInnen reichlich Information und Input mit
nach Hause nehmen konnten. Ich möchte mich auf diesem
Weg bei den Firmen Procter & Gamble, Johnson & Johnson,
Germania Pharmazeutika und Medizintechnik Behounek KG
für die finanzielle Unterstützung der Veranstaltung bedanken!
Die neue Homepage ist schon online! Ich bitte euch um eure
Mithilfe, damit die Daten alle immer aktuell bleiben und
eure Angebote unseren Kundinnen bekannt werden!
Ich hoffe, dass ich viele von euch beim Hebammenkongress
in Salzburg treffen werde und verbleibe mit lieben Grüßen
Ursula Gessner
Hebammenzeitung 01/2012
KÄRNTEN
LG: Zancolo Edith
Dollichgasse 48, 9170 Ferlach
Tel. 0650 / 8090666
mail: [email protected]
oder [email protected]
Stellvertreterin:
Petra Prihoda
Gerichtstraße 6,
9300 St.Veit an der Glan
Tel. 0664 / 4218507
mail: [email protected]
NACHRICHTEN aus den Bundesländern
Liebe Kolleginnen!
Wieder beginnt ein neues Jahr, und wir beginnen es mit
Schwung und Elan. Wir planen für das Jahr 2012, an den begonnenen Themen weiter zu arbeiten und diese mit Engagement und Hartnäckigkeit zu einem guten Ende zu bringen.
Es gibt Folgendes zu berichten:
• Am 7.11.11 hat sich der Kärntner Ausschuss getroffen.
Obwohl leider nicht alle dabei sein konnten, wurden rege
Diskussionen geführt.
• Am 11.11.2011 fand die alljährliche Hebammenvollversammlung mit Fortbildung in Villach statt. 54 Hebammen
und alle Kärntner Hebammenstudentinnen nahmen daran
teil. Wir freuen uns über die zahlreiche Teilnahme, das große
Interesse und die bekundete Zufriedenheit der Hebammen
mit der Arbeit des Vorstandes, der Landesgeschäftsstelle und
des Ausschusses. Eure Zufriedenheit ist unsere Motivation
für 2012! Bei der Vollversammlung waren 44 stimmberechtigte Hebammen anwesend. Die Entlastung der Kassiererin
Fr. Manges wurde einstimmig angenommen. Dem Wunsch
nach einer Fortsetzung der Fortbildung von Mag.a. Dr. Frager-Kommetter zum Thema Hypnose & Geburt sind wir umgehend nachgekommen und haben die Referentin zu
unserem Workshop im Mai in St. Georgen eingeladen (siehe
Fortbildungsprogramm).
• Zum Projekt REVAN: Das nationale Projekt „Richtig essen
von Anfang an“ wurde von der Agentur für Gesundheit und
Ernährungssicherheit GmbH (AGES), dem Bundesministerium für Gesundheit und dem Hauptverband der Sozialversicherungsträger ins Leben gerufen. Das Angebot der
kostenlosen Workshops „Ernährung in der Schwangerschaft“
und „Ernährung von Stillenden & im 1. Lebensjahr des Kindes“ richtet sich an werdende Mütter und Väter sowie an
deren Angehörige.
Mit August 2011 startete in Kärnten das regionale Projekt
„Richtig essen von Anfang an - Kärnten“. Für die flächendeckende Umsetzung der Ernährungsworkshops in Kärnten
ab 2012, ist die Schaffung eines „MultiplikatorInnenpools“
das wichtigste „Werkzeug“ des Projektes.
MultiplikatorInnen sind Fachexperten, die nach einem absolvierten Einschulungsseminar auf Honorarbasis Ernährungsworkshops durchführen dürfen. Folgende Berufsgruppen
können als MP ausgebildet werden: Diätologen, Hebammen, ErnährungswissenschafterInnen und ÄrztInnen. Der
Bedarf an aktiven MPs richtet sich nach der Größe der Zielgruppe in Kärnten. Der erste Schulungstermin, mit ca. 35
TeilnehmerInnen fand am 19.1.2012 in Klagenfurt statt.
MentorInnen sind ebendiese Berufsgruppen, die innerhalb
ihrer Tätigkeit dieses Fachwissen weitergeben wollen. Schulungen finden am 9.3.2012 in Klagenfurt und am 1.6.2012
in Villach statt. Dauer ca. 2 Stunden. Genaue Daten folgen.
• Am 26.11.2012 waren wir bei der Begrüßung der neugeborenen Klagenfurter Erdenbürger auf Einladung des
Bürgermeisters Herrn Scheider im Wörthersee-Stadion mit
dabei. Der Stand der Kärntner Hebammen wurde von den
Familien sehr gerne gesehen und besucht. Das Feedback
über „unsere Hebammerei“ war sehr positiv und hat uns
riesig gefreut.
Wir bitten euch auch weiterhin um Unterstützung beim Suchen und Finden von hebammenrelevanten Vortragsthemen
und kompetenten Referentinnen! Wir sind für jede Info
dankbar.
Hallo! Ich bin Paula Eder und bin am 22.12.2011 im ELKI zur
Welt gekommen. Damit ihr alle wisst, wie ich aussehe, hier ein
Foto von mir. Liebe Dagmar, wir gratulieren dir ganz herzlich
und wünschen dir alles Gute mit deiner kleinen Familie!
Der Frühling ist die Zeit der Pläne, der Vorsätze.
Leo N. Tolstoi
In diesem Sinne, liebe Grüße
Edith Zancolo und Petra Prihoda
NIEDERÖSTERREICH
LG: Brigitte Theierling MSc.
Gartenweg 17, 3561 Zöbing
Tel: 0664 / 4434005
mail: [email protected]
Stellvertreterin: Christa Stix MSc.
Heuweg 309, 2732 Würflach, Tel: 0676 / 5296716
mail: [email protected]
Liebe Hebammen!
Informationsbroschüre
Wenn Sie diese Ausgabe der Hebammenzeitung in Händen
halten, sollten Sie die Hebammeninformationsbroschüre
2012 bereits erhalten haben. Das ÖHG hat auch heuer wieder ermöglicht, dass dieses Werbemedium, in dem man gezielt Hebammenleistungen suchen kann, zur Verfügung
steht. Für dieses Jahr hat es in NÖ besonders viele Änderungen gegeben.
Die Broschüre wird in allen Krankenhäusern und in den Ordinationen vieler GynäkologInnen aufgelegt. Es gibt kaum
schwangere Frauen, die die Informationsbroschüre nicht
Hebammenzeitung 01/2012
7
NACHRICHTEN aus den Bundesländern
OBERÖSTERREICH
kennen. Das bedeutet, dass sich Hebammen im Bereich
Schwangerenberatung, Geburt, Nachsorge und Säuglingsfürsorge bereits in den Köpfen der Menschen als Fachfrauen
etabliert haben. Für die einzelne Hebamme bedeutet es eine
Werbemaßnahme, die sehr viele Frauen erreicht, die Hebamme selbst aber nichts kostet!
„Richtig essen von Anfang an“ REVAN
Das von der NÖGKK initiierte Projekt „Richtig essen von Anfang an“ möchte in den nächsten zwei Jahren werdenden
Eltern qualitätsgesichertes Wissen zum Thema Ernährung
vermitteln. Es handelt sich hierbei um eine Maßnahme der
österreichweiten Vorsorgestrategie und wird aus den Mitteln
der Bundesgesundheitsagentur finanziert. Ernährungsworkshops an ca. 300 Standorten in ganz NÖ bieten umfassende
Gesundheitsinformationen für Schwangere an. Realisiert
wird das Projekt von der Arbeitsgemeinschaft Gesundheitsförderung. Qualitätsgesicherte Ergebnisse aus Studien werden in einem dreistündigen Workshop an die Schwangeren
weitergegeben. Individuelle Beratung ist aufgrund von Kleingruppen möglich. Das Projekt ist auf die Empfehlung von
Hebammen angewiesen, um möglichst viele Schwangere zu
erreichen. Gleichzeitig werden für Hebammen kostenfreie
Schulungen zu Ernährungsberatung angeboten, um auch
die Vertreterinnen dieser Berufsgruppe zu Workshopleiterinnen auszubilden.
In Kooperation mit dem NÖ Hebammengremium werden
im Laufe des Jahres vier Multiplikatorinnenschulungen für
Hebammen in NÖ angeboten (siehe Veranstaltungskalender). Die Schulungen werden als Fortbildung im Sinne des
§37 HebG anerkannt.
Bitte um rechtzeitige Anmeldung, da max. 15 Personen pro
Schulung teilnehmen können. Weitere Informationen unter
www.argef.at oder unter [email protected].
Krankenkassenverträge für Hebammen
Im März dieses Jahres werden von der NÖ Gebietskrankenkasse neue Kassenverträge vergeben und alte Verträge verlängert oder gekündigt. Christa Stix und ich werden im
Februar wieder gemeinsam über die Anzahl der Planstellen
mit der NÖ GKK verhandeln. Ich möchte alle Hebammen,
die diesbezüglich Wünsche, Anregungen oder Beschwerden
haben, bitten, sich mit mir in Verbindung zu setzen. Falls jemand von Ihnen einen Kassenvertrag haben möchte, ist ein
schriftlicher Antrag bei der NÖ Gebietskrankenkasse abzugeben. Freipraktizierende Hebammen ohne zusätzliche Anstellung in einem Krankenhaus werden bevorzugt behandelt.
Zum Abschluss möchte ich noch Ihnen und uns einen guten
Start ins neue Jahr mit viel Schwung und Elan wünschen!
Brigitte Theierling und ihr Ausschussteam
Veranstaltungskalender siehe Seite 40.
8
LG: Gerlinde Feichtlbauer
4974 Ort im Innkreis Nr. 35
Tel. privat: 07751 / 20430
Handy LG: 0676 / 6841844
[email protected]
Stellvertreterinnen:
Doris Gaisbauer
Bergerweg 3/6,
4941 Mehrnbach
Tel: 0676 / 4226878
[email protected]
Kathrin Koller
Linzerstraße 7,
4180 Zwettl/Rodl
Tel: 0650 / 2458832
[email protected]
Liebe Kolleginnen!
Zusammenarbeit OÖGKK
Das neue Jahr hat erst begonnen, und es gibt schon einige
erfreuliche Nachrichten:
Die OÖ Gebietskrankenkasse erstellt einen neuen Ratgeber
über Schwangerschaft „Von Anfang an!“, woran gebeten
wurde mitzuarbeiten. Ich habe noch Ende Dezember einen
Text verfasst und ihn gemeinsam mit der PR-Abteilung der
GKK überarbeitet. Bereits im Jänner ging der Ratgeber in
Druck. Den größten Erfolg sehe ich darin, dass der Ratgeber jeder Frau mit Überreichung des Mutter-Kind-Passes
übergeben wird. Somit müssen wir uns keine Sorgen mehr
über die Information aller Schwangeren machen, denn alle,
die Hebammenbetreuung in Anspruch nehmen möchten,
finden dort Aufklärung und Kontaktadressen.
Ebenso war ich im Dezember mit Kathrin zu einem Informationsgespräch bei der OÖGKK zum Thema „Gesund
essen von Anfang an“ eingeladen. Es werden in ganz Oberösterreich Vorträge angeboten, die richtige Ernährung anschaulich für Frauen beleuchten. Diese Vorträge werden von
verschiedenen Berufsgruppen angeboten. Auch wir Hebammen wurden dazu eingeladen. Sie können im Rahmen
von Geburtsvorbereitungskursen, Stillgruppen usw. angeboten werden. Es müssen jedoch die vorgefertigten Folien
und genau das vorgesehene Konzept von der GKK verwendet werden. Diese Vorträge sind immer in Kombination mit
MitarbeiterInnen der GKK abzuhalten, die auch Informationen über das Kinderbetreuungsgeld weitergeben. Die Bezahlung wird von der GKK übernommen. Ich habe im
Dezember eine Anfrage an euch ausgeschickt und einigen
Kolleginnen, die Interesse hatten, Genaueres dazu erklärt. Ich
stehe weiterhin gerne für weitere Auskünfte zur Verfügung.
Hebammenzeitung 01/2012
NACHRICHTEN aus den Bundesländern
Internationaler Hebammentag
Zur Terminplanung und wenn Interesse besteht: wir werden
heuer anlässlich des Internationalen Hebammentages am
5.5. einen Besuch im Hebammenmuseum in Windischgarsten planen. Nähere Informationen dazu in der nächsten Ausgabe der Hebammenzeitung.
Stornobedingungen
Aufgrund immer wiederkehrender Ungereimtheiten bei Fortbildungen, die vom OÖ Hebammengremium veranstaltet
werden, gelten ab März 2012 allgemeine Stornobedingungen, die ab sofort auf www.oberoesterreich.hebammen.at
nachzulesen sind.
Ich möchte euch noch auf den Stammtisch für freipraktizierende Hebammen aufmerksam machen. Es
soll Zeit sein für Neuigkeiten, Austausch und wichtige
Gespräche.
Dienstag 6.3.2012, 14 Uhr, Gasthaus Maxlhaid
Abschließend sende ich Christel Wimroither die allerbesten
Wünsche zur Geburt ihres Sohnes. David ist zu Hause in der
Badewanne geboren und mit seinen stolzen 4520g wohlauf.
schwangeren Frauen und können uns in der Schwangerschaft besser einbringen. Im Februar/März wird voraussichtlich der nächste Termin für eine Schulung sein (4h).
Näheres werde ich wieder per Email bekannt geben.
Das Thema Hebammen an Schulen ist fertig!
Alle, die Informationen wollen, bitte ich, sich bei Veronika
Spitaler ([email protected]) oder Silvia Schratl
([email protected]) zu melden.
Die Verhandlungen mit der GKK (Vertragshebammen)
gehen auch weiter und gestalten sich sehr zäh und mühevoll.
Seit Dezember hat der Kongress absoluten Vorrang für unsere Arbeit. Wir sechs Ausschussmitglieder plus Partner sind
viele Stunden mit der Organisation beschäftigt. Infos findet
ihr unter www.oehebammen2012.at.
Wir bemühen uns sehr, euch ein gutes, interessantes Programm (plus Abendprogramm) und nette Aussteller zu organisieren, sodass es viel Neues zu hören gibt und ihr nette
Gespräche mit Kolleginnen führen könnt.
Wir gratulieren Barbara Pichler sehr herzlich zur Hochzeit!
Ich wünsche euch eine schöne Zeit!
Angelika Sams
Euch allen eine schöne Zeit, bis bald!
Gerlinde
Bekanntgabe Fortbildungspunkte
für ÖHG Fortbildungen 2012
FFB-Punkte: Freie Fortbildungs-Punkte,
PFB-Punkte: Pflicht Fortbildungs-Punkte
SALZBURG
LG: Angelika Sams MSc
Neufahrn 3a, 5202 Neumarkt
Tel. 0664 / 2021805
[email protected]
oder [email protected]
Stellvertreterin:
Karin Pompernigg MSc
Rabensteinweg 214, 5440 Golling
Tel. 0664 / 3207602
[email protected]
Liebe Hebammen!
Ich möchte allen Hebammen auf diesem Weg ein gutes und
gesundes neues Jahr wünschen!
Im November und Dezember hat es zwei Ausbildungen der
GKK zum Thema: „Richtig essen von Anfang an“ (REVAN)
gegeben. An beiden Veranstaltungen waren glücklicherweise viele Hebammen anwesend. Wir bekommen hierbei
ein fertiges Konzept für einen mehrstündigen Workshop mit
(Früh)-Schwangeren zum Thema Ernährung in der SS. Ich
finde das Thema sehr gut, auch dass Hebammen als Multiplikatorinnen wirken. So kommen wir wieder mehr zu den
• Schwierige Geburten und Schulterdystokie für Hebammen und ÄrztInnen mit Christa Stix MSc, Hebamme: 30 PFB-Punkte – Termin: 15.02.2012
• Hebammenkongress Salzburg
„Hebamme – neu denken“, Termin: 12.-14.4.2011
52 PFB-Punkte (inkl. Hauptversammlung) und 10 FFBPunkte (gesamter Kongress). Information und Anmeldung zum Kongress auf www.oehebammen2012.at.
• Homöopathie-Ausbildung in 5 Modulen für Hebammen und ÄrztInnen mit Dr. Micha Bitschnau, MFHom, FÄ
für Gyn & Geburtshilfe: 75 FFB-Punkte bei abgeschlossener Ausbildung – Abschluss Mai 2012.
• Cranio Sacral Arbeit für Hebammen, Ausbildung in
13 Modulen mit Dr. Joelle Aimee Toulouse: 75 FFBPunkte bei abgeschlossener Ausbildung – Beginn Oktober
2012.
Weitere Information:
Veranstaltungskalender auf www.hebammen.at und S.
Es gelten die AGB- und Stornobedingungen LGS Salzburg (ÖHG) auf www.salzburg.hebammen.at
Hebammenzeitung 01/2012
9
NACHRICHTEN aus den Bundesländern
STEIERMARK
LG: Moenie van der Kleyn
Wagerberg 152
8271 Bad Waltersdorf
Tel: 0664 / 230 24 74
Fax: 03333 / 2504
mail: [email protected]
Stellvertreterin:
Barbara Fischer
Altneudörfl 179
8490 Bad Radkersburg
Tel. 0680 / 2118011
mail: [email protected]
TIROL
LG: Petra Welskop
Tel: 0512 / 260135-18
Mobil: 0650 / 633 475 1
An der Lan - Str. 43
6020 Innsbruck
mail: [email protected]
Stellvertreterin:
Michaela Draschl
Langkampfnerstraße 3
6330 Kufstein
Tel.: 0664 / 2538958
mail: [email protected]
Liebe Kolleginnen!
Das neue Jahr hat begonnen, und wir hoffen für alle, dass ihr
halbwegs geruhsame Feiertage hattet. Wir gehen nun mit
Schwung ins neue Jahr 2012 und arbeiten fest daran, unsere vorgenommen Ziele umzusetzen.
Zuerst aber gibt es einen kurzen Rückblick über unsere Hebammenvollversammlung, für all jene Kolleginnen, die verhindert waren und am 18. und 19. November 2011 nicht
dabei sein konnten. Die HV musste diesmal etwas gestrafft
werden, da sie mit einer mehrtägigen Fortbildung kombiniert war.
• An erster Stelle stand der Kassabericht mit Prüfung, Genehmigung und Wiederbestellung des altbewährten Teams.
Alle Unterlagen waren vollständig und konnten vor Ort eingesehen werden.
• Danach berichtete Petra von den verschiedensten Projekten, die im letzten Jahr erarbeitet wurden und bereits erfolgreich angelaufen sind.
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• Der Qualitätszirkel wurde im letzten Jahr sehr gut besucht.
Kathrin Reinecke freut sich aber natürlich, wenn in Zukunft
noch mehr Hebammen den QZ nützen.
• Im Jänner fand das erste Meeting der Leitenden Hebammen statt. Fast alle konnten daran teilnehmen.
• Die Punkteabrechnung von Kontakt und Co. bitte an Frau
Sandra Aufhammer von „Wir werden Eltern“ schicken.
• Die Infokarten der Tiroler Hebammen werden auch heuer
wieder dankenswerterweise von der Firma Anita in Druck gegeben und bezahlt.
• Der akademischen Grad BSc kann an der FhG Tirol nachgeholt werden.
• Der Masterkurs ist bereits im 3. Semester. Die Studentinnen gaben ein sehr gutes Feedback (Feedbackbögen), über
das sich Martina König und Petra Welskop sehr gefreut
haben.
• Leidiges Thema Gehaltsanpassung: laut Geschäftsführung
der TILAK, Herrn Mag. Deflorian – keinerlei Veränderung
notwendig! Eine Unterschriftenliste der Tiroler Hebammen
wird nun an Herrn Landesrat Tilg übermittelt.
• Die Nachfrist für den Fortbildungsnachweis der letzten fünf
Jahre endete mit 2011.
Erwähnenswert ist auch, dass wieder einige Tiroler Kolleginnen einen Kassenvertrag erhalten haben (Voraussetzung
dafür ist ein Klinikjahr).
• Martina Hörtnagl (Ibk. Land)
• Laura Jenewein – Telfs (Ibk. Land)
• Ingrid Mayr – Kirchbichl (Kufstein)
• Ingrid Raich – Itter (Kufstein)
Wir bedanken uns für die gute Zusammenarbeit mit der
TGKK Tirol.
Mit der ersten Zukunftswerkstatt wurden zwei sehr informative Fortbildungstage angeboten.
Die Vortragsreihe begann Herr Prof. Gernot Tews. Sein Vortrag „Gegen den Strom“ zur „vaginalen Wiedergeburt“ der
BEL wurde wohl von sehr vielen Hebammen begrüßt. Diese
Vorgehensweise kann in Zukunft hoffentlich in so mancher
geburtshilflichen Einrichtung kopiert werden. Des Weiteren
wurden fachspezifische Vorträge wie „Einführung in die Forschung in der Geburtshilfe und im Hebammenwesen“, zum
immer wieder viel diskutierten „Liegendtransport nach Blasensprung“ sowie zahlreiche weiterführende Vorträge gehalten, nach denen so manch interessante Podiumsdiskussion
entstand.
Die zwei äußerst ereignisreichen Tage ließen wir anschließend mit einem Besuch auf dem Christkindlmarkt in der
Innsbrucker Innenstadt und einem köstlichen Abendessen
mit gemütlichem Zusammensein ausklingen.
Hebammenfortbildungen werden zukünftig mit Punkten
bewertet
2011 wurde in einer Arbeitsgruppe unter der Leitung von
Christ Stix ein Fortbildungskatalog mit einem Punktesystem
erstellt. Alle hebammenrelevanten Fortbildungen müssen
zur Punktebewertung termingerecht eingereicht werden.
Dieses Punktesystem ist seit 01.01.2012 in Kraft. Somit wird
Hebammenzeitung 01/2012
NACHRICHTEN aus den Bundesländern
in Zukunft garantiert, dass alle FB gerecht (und alle gleich)
bewertet werden. In fünf Jahren müssen insgesamt 150 Punkte
erreicht werden. Somit kann ein Fortbildungstag höchstens
30 Punkte erreichen.
Mit den besten Wünschen für das Jahr 2012
verbleiben wir mit herzlichen Grüßen
Petra & Michaela
Danke für eure Lust und euer Interesse, an unseren Fortbildungen teilzunehmen!
Es freut uns wirklich enorm und vor allem macht es uns Mut,
weitere Fortbildungen für euch zu organisieren und Zeit und
Kosten zu investieren, damit wir ein möglichst breites Angebot für alle erstellen können.
Ihr seid herzlich eingeladen, weiterhin so zahlreich an unseren Fortbildungen teilzunehmen! Eure Fortbildungsvorschläge werden gerne angenommen und nach Möglichkeit
auch umgesetzt, sofern es unser knappes Budget zulässt.
Liebe Grüße
Helga Hartmann, Mirjam Schnedl, Simone, Petra F., Petra K.,
Caroline, Edith, Jutta
VORARLBERG
LG: Helga Hartmann
WIEN
Walterstr. 22, 6712 Thüringen
Tel: 0664 / 6450090
Email: [email protected]
LG: Doris Ruthensteiner
Am Mühlwasser 95, 1220 Wien
Tel: 01 / 2605251
mail: [email protected]
www.wien.hebammen.at
Liebe Kolleginnen!
Mit viel Freude und Elan sind wir ins Jahr 2012 gestartet. Unsere erste Ausschusssitzung hat am 19. Jänner in Dornbirn
stattgefunden. Themen waren unter anderem:
• Geplante Fortbildungen: zum Beispiel „Einstieg leicht gemacht. Hebammen in die Freiberuflichkeit“ – ev. im Mai
• Was könnten mittelfristige Ziele des ÖHG sein?
• Unsere Hebammenhauptversammlung 2013 – was gibt es
alles zu tun?
• Und sehr viele „kleine“ Themen und Aufgaben (BIFO,
MuKi-Folder, Arbeitsgruppe Babyinfo, Projekterarbeitung
Hebammenstützpunkte etc.)
Homepage
Ich werde in letzter Zeit recht häufig von Schwangeren und
Wöchnerinnen gefragt, wo und wann denn welche Kurse
angeboten werden oder welche Hebammen noch Nachbetreuung etc. anbieten. Ich denke, wir sollten unsere Homepage nutzen, um unsere Angebote für alle interessierten
Schwangeren/Wöchnerinnen klar ersichtlich zu machen.
Jede Hebamme hat die Möglichkeit, sich über unsere Homepage zu präsentieren. Sie kann dort ihre zusätzlichen Angebote und aktuellen Kurse für alle Interessierten hinterlegen
(Unkostenbeitrag € 50,- für ein Jahr). Änderungen sind auch
während des laufenden Jahres möglich.
Bei Interesse oder Fragen wendet euch bitte an Mirjam
Schnedl ([email protected]).
Fortbildungen
Im Namen aller Ausschussmitglieder möchte ich mich bei
euch bedanken, dass die Fortbildungen im Jahr 2011 und
„Schmetterlingsmassage“ im Jänner 2012 durch eure rege
Teilnahme erfolgreich zustande gekommen sind.
Stellvertreterin:
Johanna Sengschmid
mail: [email protected]
Tel: 01 / 5232318
Liebe Hebammen!
Das Jahr 2011 war ein arbeitsreiches Jahr für uns Mitglieder
der Landesgeschäftsstelle Wien. Im Oktober fand die dritte
Klausur des ÖHG-Vorstandes in Salzburg statt, an der Doris
Ruthensteiner, Johanna Sengschmid und Monika Stutzmann
teilnahmen. Im Jänner waren ebenfalls drei von uns auf der
ÖHG-Klausur in Salzburg anwesend.
Auch die Landesgeschäftsstelle Wien tagte einen ganzen Tag
lang im ÖHG-Sekretariat. Im Rahmen dieser Ausschusssitzung wurde beschlossen, von 4.-6. Mai 2012 an der Babyexpo in der Wiener Stadthalle teilzunehmen. Dort werden
wir unsere Hebammenarbeit repräsentieren können. Freundlicherweise wurde uns die Standfläche kostenlos zur Verfügung gestellt. Wir würden uns freuen, wenn sich einige
Hebammen dazu bereit erklären, bei der Babyexpo für ein
paar Stunden den Stand zu betreuen. Interessierte bitte
Email an: [email protected].
Parallel zur Babyexpo findet wie jedes Jahr am 05. Mai der
internationale Hebammentag statt. Das ÖHG plant derzeit eine gemeinschaftliche Aktion aller Bundesländer in
Hebammenzeitung 01/2012
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NACHRICHTEN aus den Bundesländern
Wien. Genaueres wird noch bekannt gegeben. Wir bitten
euch jetzt schon, wenn möglich diesen Tag freizuhalten, um
mit uns die Aktion zu gestalten.
Wiener Gebietskrankenkasse
In einigen Bundesländern ist das Projekt „Richtig essen von
Anfang an“ bereits angelaufen. Es geht darum, Schwangere
und junge Mütter in Ernährungsworkshops, Geburtsvorbereitung etc. auf eine gesunde Ernährung aufmerksam zu machen. Die sensible Phase der Schwangerschaft wird als
idealer Ausgangspunkt für mögliche Verhaltensänderungen
bei der Ernährung angesehen. Es werden von den Gebietskrankenkassen Schulungen zu diesem Thema angeboten
und Multiplikatorinnen aus unterschiedlichen Berufsgruppen dafür ausgebildet. Es ist uns ein großes Anliegen, dass
die Wiener Gebietskrankenkasse uns Hebammen dafür als
besonders geeignete Berufsgruppe einsetzt. Wir haben bereits diesbezüglich Kontakt mit der WGKK aufgenommen.
Im Frühjahr werden in Wien die ersten Schulungen starten.
Die Multiplikatorinnen werden von der WGKK bezahlt und
schließen mit einer Zertifizierung durch AGES (Österr. Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit) ab. Interessierte Hebammen melden sich bitte bei Johanna Sengschmid
unter: [email protected].
Kassenverträge
Univ. Prof. Dr. Husslein und Univ. Prof. Dr. Kiss (stationsführender Oberarzt im AKH) sind Anfang Dezember 2011 mit
einem Schreiben an die Landesgeschäftsstelle Wien herangetreten, in dem sie auf einen dringenden Mehrbedarf von
Hebammen mit Kassenvertrag hinweisen und die positiven
Aspekte der ambulanten Geburt bzw. vorzeitigen Entlassung betonen. Dieses Schreiben wird uns hoffentlich bei
dem nächsten Termin mit der WGKK behilflich sein. Eine
weitere Vorgehensweise wird außerdem bei der nächsten
ÖHG Klausur besprochen.
Die Hebammen mit Kassenvertrag bitten die in den Spitalsambulanzen tätigen Kolleginnen und die Hebammen, die
Geburtsvorbereitung anbieten, rechtzeitig auf die Möglichkeit der vorzeitigen Entlassung hinzuweisen. Melden sich die
Frauen erst nach der Geburt, ist es derzeit für die Hebammen teilweise schwierig, so kurzfristig alle Frauen zu Hause
im Wochenbett zu betreuen.
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Vollversammlung 2012
Wir haben bereits mit der Planung für die nächste Wiener
Vollversammlung begonnen. Diese wird voraussichtlich
Mitte Oktober aufgrund des positiven Feedbacks wieder im
Albert-Schweitzer-Haus stattfinden. Genauere Daten werden
noch bekannt gegeben.
Allgemeine Infos
Jährlich müssen wir eine Statistik der Wiener Hebammen abliefern. Damit diese Arbeit etwas einfacher für uns wird,
bitten wir euch, uns sämtliche Adress- und Namensänderungen sowie Ort und Art der Berufsausübung zu melden.
Jede Hebamme hat diese Meldepflicht und sollte bei jeder
Änderung daran denken!
Hebammenrabatt
Des Weiteren möchten wir darauf hinweisen, dass die Universitätsbuchhandlung Maudrich, Facultas Verlag (Spitalgasse 21aD, 1090 Wien), für Hebammen ganzjährig ein
besonderes Angebot hat. Alle Hebammen erhalten auf alle
Bücher 5% Rabatt. Selbiges gilt für die Apotheke zur Kaiserkrone, Mariahilferstr. 110, 1070 Wien.
Bus zur Hauptversammlung am 13.04.12
Wir organisieren für die Wiener Hebammen, die zur Hauptversammlung nach Salzburg fahren wollen, einen Bus für
eine gemütliche Hin- und Rückfahrt am 13.04.12.
Es stehen 49 Plätze zur Verfügung – wir bitten um rechtzeitige Anmeldung bis zum 05.04.12 per Email an [email protected].
Unkostenbeitrag: 5 € für die einfache Fahrt, 10 € für Hinund Rückfahrt. Der Bus wird um 5:00 Uhr in Wien Hütteldorf
losfahren (Parken im park + ride, 3 € für 24 Stunden möglich) und am Abend ab ca. 22:15 Uhr nach dem gemeinsamen Abendessen und Kabarett zurückfahren. Das gesamte
Programm vom 12. bis 14.04 2012 ist zu finden unter:
www.oehebammen2012.at.
Wir freuen uns, viele von euch auf der Hauptversammlung
oder auf der Busfahrt dorthin zu treffen.
Viele Grüße!
Eure Doris Ruthensteiner, Johanna Sengschmid, Christa Hauser,
Monika Stutzmann und das Ausschussteam
Hebammenzeitung 01/2012
THEMA: Dokumentation
Kriterien
guter Dokumentation
Was zeichnet eine gute Dokumentation aus? Das ist zum Beispiel Vollständigkeit,
Nachvollziehbarkeit und Übersichtlichkeit, wie Monika Selow zeigt.
ie Anforderungen an eine gute Dokumentation sind
einem ständigen Wandel unterworfen. Sie werden beeinflusst durch rechtliche Vorgaben, Urteile aus Schadensprozessen, von denen Änderungen abgeleitet werden, sowie
durch Strukturwandel im Gesundheitswesen. Die Qualität
einer Dokumentation ist daher immer nur im Zusammenhang mit dem Zeitpunkt ihrer Entstehung zu beurteilen. Die
Hebamme informiert sich über den aktuellen Stand der erwarteten Qualität der Dokumentation über Fachveröffentlichungen, Leitlinien der Fachgesellschaften und in Fortbildungen.
D
Ziele und Funktionen der Dokumentation sind:
- Erfassung der Personalien
- Nachvollziehbare Darstellung des Verlaufs
und getroffener Entscheidungen
- Erinnerungshilfe und Erleichterung der Informationsweitergabe bei der Zusammenarbeit mit anderen
- Darstellung der Hebammentätigkeit
- Qualitätssicherung
- Erleichterung der Abrechnung von Leistungen
- Haftungsrechtliche Absicherung
In Organisationen (Gemeinschaftspraxis, Geburtshaus, Klinik) ist es sinnvoll, wenn sich alle Beteiligten auf gemeinsame Dokumentationsverfahren einigen. Die Verwendung
einheitlicher Formulare erleichtert das Auffinden und die
Weitergabe von Informationen. Wichtig ist hier, dass regelmäßige Überprüfungen stattfinden, bei denen sowohl Ergänzungs- als auch Vereinfachungsbedarf berücksichtigt
wird. In der Klinik muss sich die Hebamme zwar an die Vorgaben der Klinik halten, sie sollte jedoch Verbesserungsbedarf rückmelden. Allgemein gehaltene Beschwerden wie: „Es
ist zu viel zu dokumentieren“ sind dabei weniger erfolgversprechend als konkrete Vorschläge wie z.B.: „Wenn in Formular x die Angabe ...ergänzt würde, könnte Formular y
ganz entfallen“.
Für allgemein übliche Untersuchungen gibt es unterschiedliche Arten der Beschreibung. So unterscheiden sich z.B. die
Art der Höhenstandsangaben des kindlichen Kopfes im Bekken (Abstand in cm zur Interspinalebene versus Beschreibung des Bezuges zum Becken) oder der Muttermundsweite
(Querfinger versus Zentimeter). Ein gemeinsamer Sprachgebrauch in Organisationen erhöht die Wahrscheinlichkeit,
dass die in der Betreuung wichtige Kommunikation gelingt
und dass eine fertige Dokumentation widerspruchsarm von
Hebammenzeitung 01/2012
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THEMA: Dokumentation
Bei länger dauernder Betreuung z.B. bei der Geburt wird der
Aufnahmebefund vollständig erfasst. Anschließend werden
Änderungen mit dem Zeitpunkt ihres Auftretens notiert. In
regelmäßigen Abständen erfolgen vollständige Beurteilungen der Situation, sowie immer dann, wenn eine Konsequenz aus dem festgestellten Befund gezogen wird.
Vaginale Untersuchung
Bei der Aufnahme werden zur vaginalen Untersuchung
mindestens folgende Parameter dokumentiert:
• Länge, Lage und Konsistenz der Portio
• Weite und Konsistenz des Muttermundes
• Höhenstand und Einstellung des vorangehenden Teils
• Status der Fruchtblase, falls gesprungen Farbe und
Menge des Fruchtwassers
Außenstehenden verstanden wird. Die Einarbeitung neuer
Mitarbeiter/innen in das für sie ungewohnte System der Organisation wird durch vorhandene „Übersetzungen“ erleichtert. Eine gute Dokumentation zeichnet sich aus durch
die Vollständigkeit des einzelnen Eintrages und der ganzen
Akte sowie durch die Einhaltung formaler und inhaltlicher
Kriterien.
Bestandteile des Eintrags
Aus dem einzelnen Eintrag sind alle Informationen ersichtlich, die für die Beurteilung der Situation notwendig sind.
Der vollständige Eintrag zu einem Kontakt enthält Angaben
zu:
• Datum und Uhrzeit
• namentliche Kennzeichnung
(außer wenn die Betreuung ausschließlich durch eine
außerklinisch alleine arbeitende Hebamme erfolgt)
• Art des Kontaktes (telefonische Beratung, Aufnahme
im Kreißsaal, Wochenbettbesuch, Schwangerenvorsorge usw.)
• Gesundheitszustand der Frau/des Kindes
• Befinden der Frau
• Art der Beschwerden und Besonderheiten
• Verlauf
• erhobene Befunde
• Darstellung der Ressourcen
• Information und Aufklärung
• Maßnahmen und Empfehlungen
• Arzneimittel (1, modifiziert)
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Bei diesen wird auch dokumentiert, wenn dazu keine
Aussage getroffen werden kann. Weitere Befunde werden nur dokumentiert, wenn Auffälligkeiten vorliegen
wie z.B. auffälliger Geruch des Fruchtwassers, Blutungen, einspringende Spinae und andere Besonderheiten
der Anatomie.
Beispiel:
15.12.2011, 17:15, VU Heb. S.A.:
Portio 2 cm, zentriert, weich, MM 1 cm, Kopf fest in BE,
PN quer, keine Fontanelle erreichbar, FB tastbar, kein
FW-Abgang,
19:20, Pat. meldet sich mit Blasensprung. VU Heb.
M.S.: status idem, Abgang von wenig klarem FW.
Die zunehmende Komplexität der Dokumentation führt in
der Praxis dazu, dass Angaben im einzelnen Eintrag vergessen werden können. Formulare, Aufkleber oder Stempel mit
Vorgaben für die einzelnen zu dokumentierenden Parameter
erleichtern hier die Vollständigkeit.
Eine ausführliche Darstellung ist immer dann notwendig,
wenn sehr viel in kurzer Zeit passiert und beschrieben werden muss oder wenn schwierige Entscheidungsprozesse dargestellt werden. Hierfür reicht der Platz in Formularen meist
nicht aus bzw. verleitet zu einer unangemessen verkürzten
Darstellung. Für Notfälle und komplexe Sachverhalte wird
daher die Dokumentation im Fließtext empfohlen. Bei standardmäßiger Verwendung eines Formulars (z.B. Partogramm für die Geburt) kann ein Einlegeblatt für die
Dokumentation im Fließtext benutzt werden. Jedes einzelne
Blatt ist dabei so eindeutig zu kennzeichnen, dass eine korrekte Zuordnung zu der Akte möglich ist.
Hebammenzeitung 01/2012
THEMA: Dokumentation
Kriterien
guter Dokumentation
Bestandteile der Akte
Unabhängig von der erbrachten Leistung hat jede Akte einer
Frau Bestandteile, die immer enthalten sind. Diese sind:
• Sozialdaten
• Anamnese
• Laborbefunde
• Abrechnungsunterlagen
- Rechnung (Kopie)
- Versichertenbestätigung
- Ggf. ärztliche Verordnung
Zusätzlich sind leistungsbezogen folgende Dokumente
enthalten:
• Betreuung in der Schwangerschaft
• Betreuung im Wochenbett
(in der Klinik: Stationskurve von Mutter und Kind)
• Dokumente über eine erfolgte Aufklärung
• Einwilligungserklärung
• CTG
• Geburtsbericht
- Darstellung des Geburtsverlaufs,
ggf. Partogramm
- Ggf. Verlegungsbericht
Zusätzlich bei intensivmedizinischer Betreuung/OP:
• Aufklärungsbogen/ Einwilligungserklärung für Eingriffe
(Sectio, PDA, Narkose)
• Anästhesieprotokoll (Narkose, PDA)
• Überwachungsbogen
(z.B. bei schwerer Blutung, Eklampsie).
• OP-Bericht
Ergänzend sind folgende Unterlagen möglich:
• Behandlungsvertrag
• Einverständnis zur Datenweitergabe
• Entbindung von der Schweigepflicht
• Statistische Daten für
- Geburtenregister
- Klinik und Behörden
- Kostenträger
• Dokumente aus dem Qualitätsmanagement
• Korrespondenz mit anderen Leistungserbringern
(1, modifiziert)
Vorübergehend kann die Akte auch Teile enthalten, die später der Mutter ausgehändigt werden wie z.B. Geburtsbestätigung und Mutter-Kind-Pass.
An hektischen Tagen in der Klinik, bei denen mehrere Frauen
gleichzeitig zu betreuen sind, kann es passieren, dass Bestandteile einer Akte der falschen Frau zugeordnet werden.
Nach Monaten bis Jahren lässt sich nicht mehr nachvollziehen, wo der Fehler passiert ist. Werden Teile einer Akte kurzfristig entnommen (zum Beispiel für eine Fallbesprechung
oder zur Abrechnung), so sollte eine gut sichtbare Notiz mit
Angaben zum Verbleib des Dokumentes eingelegt werden.
Vor Verlegung oder Archivierung kann eine Checkliste auf
das Fehlen von Teilen der Akte hinweisen. Die Bestandteile
einer Checkliste zur Überprüfung der Aktenvollständigkeit
richten sich individuell nach den Abläufen der Organisation
und dem Zeitpunkt der Verwendung.
Dokumentation der Herztöne des Kindes
Erfolgt die Herztonkontrolle mittels CTG, so reicht der produzierte Streifen des CTG´s zur Dokumentation alleine nicht
aus, da viele der verwendeten Papiersorten mit der Zeit verblassen und unleserlich werden.
- Bei einem physiologischen CTG, das intermittierend
geschrieben wird (z.B. alle 2 Stunden) wird jedes CTG
befundet.
- Ein suspektes CTG wird nach weiteren 30 Min. erneut
beurteilt.
- Ein pathologisches CTG wird alle 10 Min. beurteilt,
während es weiter läuft.
Hebammenzeitung 01/2012
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THEMA: Dokumentation
Folgende Parameter werden dabei von der Hebamme dokumentiert:
- Basalfrequenz
- Oszillation
- Akzeleration
- Dezeleration
- Wehentätigkeit (2)
sprechend unten stehender Grundsätze für die Auskultation
zu dokumentieren. Dabei sollte auch der Grund für die ausbleibende CTG-Kontrolle dokumentiert werden.
Der routinemäßige CTG-Einsatz erhöht die Anzahl operativer
Geburtsbeendigungen ohne die Zahl der Zerebralparesen
zu vermindern (3). Die Ergebnisse verschiedener Studien
zum Vergleich des CTG-Einsatzes gegenüber der Auskultation werden jedoch unterschiedlich interpretiert und diskutiert. Eine verständliche Zusammenfassung der Studienlage
findet sich in dem Buch „CTG – verstehen, bewerten, dokumentieren“ (4). Vor einer außerklinischen Geburt oder bei
Vorgehensweisen zur Herztonkontrolle, die von den aktuellen Empfehlungen der Fachgesellschaften abweichen, muss
die Frau vorab hierüber informiert und über die möglichen
Konsequenzen aufgeklärt werden.
Vorgehen bei der Auskultation:
- Kontrollintervall in der Eröffnungsphase alle 15 min. und
bei besonderen Ereignissen (z.B. Blasensprung, stark zunehmende Wehentätigkeit) in der Austreibungsphase alle 5 min.
oder nach jeder Wehe.
- Auskultation über mindestens 60 Sek. (4)
Zur Dokumentation sollten mindestens die Dauer des Hörens
und die Frequenz angegeben werden. Beispiel:
„18.12.2011, 05:15, KHT über 60 Sek. zwischen 128 und
144.“ Da auch Akzelerationen, Dezelerationen und Wehentätigkeit festgestellt werden können, kann auch die Dokumentation der Auskultation in oben dargestellter Stempelform (ggf. modifiziert) erfolgen.
Quellen:
1: Knobloch R, Selow M 2010..Dokumentation im Hebammenalltag, München:
Elsevier/Urban & Fischer Verlag.
2: Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. 2010. Anwendung
des CTG während Schwangerschaft und Geburt. Leitlinie DGGG.
http://www.dggg.de/fileadmin/public_docs/Leitlinien/3-4-2-ctg-2010.pdf
3: Alfirez Z, Devane D, Gyte GML. 2006. Continuous cardiotocography (CTG) as
Bei suspektem und pathologischem CTG werden von der
Hebamme auch Arztinformation, Arztruf und telefonische
Anordnungen dokumentiert. Bei persönlicher Anwesenheit
des Arztes wegen eines pathologischen CTGs dokumentiert
dieser selbst den Befund des CTGs und die sich daraus ergebenden Konsequenzen.
Werden auf dem CTG-Streifen weitere Befunde notiert, so
müssen auch diese später in die Akte übertragen werden.
Die Kontrolle der Herztöne des Kindes mittels Auskultation
(Doptone oder Pinard) wird regelhaft überwiegend in der
außerklinischen Geburtshilfe angewandt. Voraussetzung für
eine routinemäßige Herztonkontrolle mittels Auskultation ist
die Möglichkeit der kontinuierlichen Anwesenheit der Hebamme bei 1:1- Betreuung der Frau. Diese ist in der Klinik leider häufig nicht gegeben. Doch auch in der Klinik kann es
zu Situationen kommen, in denen kein CTG verfügbar ist.
Hier gilt es lieber, akustisch zu hören als gar nicht und ent-
16
a form of elektronic fetal monitoring (EFM) for fetal assesment during labour
(Cochrane Review). The Cochrane Library. Issue 3
4: Gruber P, Oehler K. Schwarz C. 2011. CTG – verstehen, bewerten, dokumentieren. Elwin-Staude-Verlag.
Monika Selow
1983 – 2007 Hebamme in Klinik, Geburtshaus und Hausgeburtshilfe
2003 – 2011 Beirätin für den freiberuflichen Bereich im Präsidium des
Deutschen Hebammenverbandes e.V.
(DHV) und Vorstand der Gesellschaft
für Qualität in der außerklinischen
Geburtshilfe e.V. (Quag), Journalistin,
Referentin und Autorin.
Mail: [email protected]
Hebammenzeitung 01/2012
THEMA: Dokumentation
Dokumentation
ist die Basis
Professionalität und Sicherheit im Berufsalltag ist das Ziel
Judith Taucher BSc hat gemeinsam mit Mag. Dr. Stefan Sabutsch,
D.I. Dr. Peter Seifter und D.I. Doris Ulrich ein Dokumentationssystem für
freiberufliche Hebammen an der FH JOANNEUM entwickelt.
Warum dokumentieren wir?
Derzeit dokumentiert der Großteil der
freiberuflich tätigen Hebammen in
Österreich auf Papier. Dagegen ist primär nichts einzuwenden. Hierfür werden aber unendlich viele und in sich
verschiedene Formatversionen in nicht
standardisierter Form verwendet. Dies
macht eine inhaltliche Qualitätssicherung und Verwertung der dokumentierten Daten zu statistischen Zwecken
nahezu unmöglich bzw. nur durch
einen deutlichen Mehraufwand möglich. Die Dokumentation stellt per se
keinen Selbstzweck dar. Sie ist unbrauchbar, wenn keine weitere Nutzung der erhobenen Daten erfolgt. Vor
diesem Hintergrund stellt sich die
Frage: Warum dokumentieren wir?
Viele Funktionen
Die häufigste Antwort lautet: „Weil wir
müssen.“ Hebammen haben eine gesetzliche Verpflichtung zur Dokumentation bei der Ausübung ihrer Tätigkeit.
Jedoch gibt es noch andere, mindestens genauso relevante Gründe für die
Dokumentation, die vielleicht auch den
negativen Beigeschmack des „Müssens“
schmälern: die Dokumentation als Nachweis eines Behandlungsverlaufs und als
wesentlicher Bestandteil des Behandlungsvertrags. Sie enthält alle relevanten Aufzeichnungen für Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett und
dient der Kommunikationsunterstützung; z.B. bei Vertretung durch eine
Kollegin, Überweisung an die Klinik
oder ähnlichen Situationen. Damit ist
sie das Werkzeug der Qualitätssicherung schlechthin.
Ein weiterer Punkt: die Dokumentation
stellt die Abrechnungsgrundlage dar.
Dies ist meines Erachtens nach ein guter
Grund, Maßnahmen und Tätigkeiten
ausführlich zu dokumentieren und zu
begründen. Darüber hinaus stellt die
Dokumentation auch einen Schutz vor
Beschwerden und eventuellen Klagen
dar und dient somit dem Selbstschutz
einer jeden Hebamme.
Aus meiner Sicht ist jedoch der elementarste und langfristig bedeutsamste
Grund dafür, getätigte Untersuchungen und Leistungen inklusive der notwendigen fachlichen Begründung
schriftlich festzuhalten, die Möglichkeit,
Hebammenarbeit sichtbar zu machen.
Hebammenzeitung 01/2012
Dokumentation dient der Sammlung,
Ordnung, Speicherung, Wiederzugänglichmachung und Auswertung
von schriftlich fixiertem Wissen jeglicher Art. Dokumentation ist ein Werkzeug des Wissens- und Informationsmanagements!
Dafür steht in Österreich derzeit keine
EDV-Unterstützung für die freiberuflichen Hebammen zur Verfügung. Es sind
nur individuell gestaltete Lösungen in
Verwendung. Die erhobenen Daten
sind somit nicht evaluierbar; des Weiteren ist eine (anonymisierte) Auswertung einzelner Parameter innerhalb der
Berufsgruppe nicht möglich. Die häufig notwendige Mehrfacherfassung
bzw. Übertragung von Daten auf unterschiedliche Formulare bedingt einerseits einen Mehraufwand für die
einzelne Hebamme, andererseits stellt
dies vor allem auch eine Fehlerquelle
und damit verbunden eine Qualitätsminderung dar.
Von der Idee zum Projekt
Dieses Faktum und das persönliche Interesse an einer Erleichterung der Dokumentation in der Freiberuflichkeit
führte zu einer Projektinitiative an der
FH JOANNEUM, Graz. Die Idee, oder
mehr der Wunsch nach einer Software
zur Unterstützung bei der Datenerfassung fiel bei Kollegen und Kolleginnen
aus den Studiengängen Health Care
Engineering (HCE)/eHealth (Dr. Sabutsch und Dr. Seifter) und Informationsdesign (D.I. Ulrich) auf fruchtbaren
Boden.
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THEMA: Dokumentation
Die Zielsetzung bei Projektbeginn war
wie folgt definiert:
Das System soll eine
• Verringerung der Mehrfacherfassung
und somit Zeitersparnis bringen,
• Erhöhung der Datenqualität durch
Fehlervermeidung (Reduzierung von
Dokumentationsmängeln) und Verwendung einer einheitlichen Fachsprache,
• Qualitätssicherung ermöglichen,
• Archivierung erleichtern und langfristig gewährleisten,
• Berichterstellung (Kliniken, Kinderärzte, etc.) erleichtern,
• Nachnutzung der Daten in anderen
Systemen anonym ermöglichen.
Somit startete „unsere Vision“ im Sommer 2009 mit einer schriftlichen Aufarbeitung des Themas sowie einer
Bedarfsanalyse durch Studierende des
Studiengangs HCE. Über den Sommer
wurden die enthaltenen Erkenntnisse
von den Lehrenden evaluiert und anschließend durch die Studierenden des
Masterstudiengangs eHealth und die
Hebammenstudentinnen des Jahrgangs 2008 vertieft.
Der Auftrag lautete: Erläutern Sie sich
gegenseitig was Sie brauchen. Hebammen – was dokumentiert ihr? Health
Care Engineers – wie können diese Anforderungen umgesetzt werden? Und:
Übersetzt diese Anforderungen in eine
Sprache, die Softwareentwickler verstehen können!
Eine produktive Zusammenarbeit
Es folgte eine intensive Zusammenarbeit der drei Studiengänge über das
gesamte Semester. Diese gipfelte in der
Entwicklung und Präsentation eines
Prototyps für eine Software zur Unterstützung der Dokumentation in der
freiberuflichen Hebammentätigkeit.
Dieser wurde am 30.04.2010 bei
einem Round Table den wesentlichen
Vertretern des österreichischen Gesundheitssystems präsentiert und fand
dort großen Anklang. Vertreten waren
das Hebammengremium, Sozialversicherungsträger, Stm.GKK, TILAK, IBM,
Gesundheitsplattform etc. Deutlich
wurde in der Projektphase: Als Hauptargument für die Umstellung von der
bisherigen Papierdokumentation auf
ein elektronisches Dokumentationssystem kann nur eine Qualitätssteigerung
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wesentliches berufspolititsches Instrument für jede einzelne Hebamme.
Sichtbar zu machen, was eine Hebamme wann und warum tut oder
auch nicht tut, dient einem realem
und professionellem Berufsbild der
Hebamme in der Gesellschaft.
Dies soll der Fokus einer umfassenden und fachlich korrekten Dokumentation der geleisteten Arbeit
sein. Wenn allein der Haftungsausschluss im Falle einer eventuellen
Klage Motivation für die Dokumentation bringt, bleibt das Dokumentieren eine leidige, anstrengende
und häufig negativ behaftete Hebammentätigkeit.
Step by Step
bzw. -sicherung und damit eine gesetzliche Absicherung für Schadensfälle
sein. Die Minimierung der zeitintensiven Mehrfacherfassung von Daten
trägt hierzu maßgeblich bei.
Zahlreiche Gespräche mit den unterschiedlichen Fraktionen folgten. Aktuell sondieren die Projektpartner unterschiedliche Möglichkeiten einer konkreten und sinnvollen Umsetzung.
Was bringt es?
Die Vereinbarkeit von Dokumentation und Betreuungsarbeit ist ein
häufig genanntes Argument für die
Unbeliebtheit der Dokumentationspflicht bei Hebammen. Ein einheitliches
Dokumentationssystem soll (durch
eine unterstützende Struktur) die Arbeits- und Denkprozesse positiv beeinflussen und damit die Hebamme entlasten. Es bietet eine Gedächtnisstütze,
Selbstschutz und Therapiesicherheit für
die betreuten Familien. Der Grundgedanke bei der Umsetzung des Projekts
ist, dass ein System nur dann von Hebammen positiv angenommen werden
wird, wenn es die Flexibilität und Individualität der einzelnen Hebamme nicht
beeinträchtigt. Die beschriebene Vorgehensweise bietet hohe Datensicherheit sowie Benutzerinnenfreundlichkeit.
Hebammenarbeit sichtbar machen
Dokumentation ist nicht die Hauptaufgabe einer Hebamme. Aber sie ist ein
Hebammenzeitung 01/2012
Da sich die Umsetzung eines solchen
Projektes bzw. die tatsächliche Programmierung der Software nur schrittweise und innerhalb zahlreicher Kooperationen verwirklichen lässt, wurde
als Zwischenschritt die Entwicklung
eines Papierformulars auf der Grundlage der bestehenden Erkenntnisse getätigt. Dieses wurde vom ÖHG in Auftrag gegeben und soll für alle Hebammen zur Verfügung stehen. Um dieses
Formular qualitativ hochwertig und in
hohem Maße rechtssicher zu gestalten,
wurde bestehendes Wissen und Erfahrungen aus dem Projekt genutzt, um
mit Expertinnen aus der Praxis ein aktuelles Anforderungsheft für ein Papierformular zu erstellen. Dadurch ist
die Basis für eine einheitliche, fachlich
korrekte und rechtssichere Dokumentation geschaffen.
Judith M. Taucher, BSc,
freiberufliche
Hebamme, Gesundheits- und
Pflegewissenschafterin,
Lehrende an der
FH JOANNEUM
Graz, Studiengang Hebammen
THEMA: Dokumentation
Umfassend und übersichtlich
Judith M. Taucher, BSc stellt ein Papierformular zur Dokumentation der freiberuflichen Hebammentätigkeit vor,
das demnächst beim Österreichischen
Hebammengremium zu beziehen ist.
Die Dokumentation wird von freiberuflich tätigen Hebammen recht unterschiedlich durchgeführt. Die Erfahrung
zeigt, dass die Qualität des Formulars
Einfluss auf die Qualität der Dokumentationsinhalte selbst hat. Deshalb bemüht sich das Österreichische Hebammengremium derzeit um die Entwicklung eines Dokumentationsformulars,
welches:
die Hebamme in ihrer Arbeit unterstützt werden. Dies bedeutet, dass die
vorgegebenen Felder alle Belange einer
Untersuchung durch die Hebamme abdecken. Hierbei sollen bei einzelnen
Bereichen Vorschläge für die Dokumentation gemacht werden.
Zum Beispiel soll die vollständige Anamneseerhebung durch eine Art
Checkliste unterstützt werden, die wesentlichen Bereiche, die wir als Hebammen er- und befragen, beinhaltet.
Ebenso soll die Beurteilung des Zustandes von Mutter und Kind bei einer
Wochenbettvisite durch die vorgegebenen Punkte erleichtert werden. Vorgesehene Beurteilungskriterien beim
Neugeborenen wären z.B.:
1.) übersichtlich gestaltet ist,
2.) die freiberufliche Hebammenarbeit erfasst,
3.) Rechtssicherheit in Bezug
auf zu erfassende Daten anstrebt.
Auf Grund der fachlichen Vorarbeiten
am Studiengang Hebammen, FH JOANNEUM Graz wurde dort eine Arbeitsgruppe einberufen, um die Anforderungen für ein solches Formular zu
diskutieren. Freiberufliche Kolleginnen
wurden eingeladen und gebeten, ihre
Erfahrungen und Vorstellungen sowie
Anforderungen an ein Dokumentationsformular aus ihrer Sicht kund zu
tun. Weiters wurden ExpertInnen um
ihre Stellungnahme angefragt und
konnten ihre Anmerkungen schriftlich
einbringen.
Daraus entstand eine Auflistung aller
Bereiche sowie sämtlicher Daten, die
Hebammen in Zuge ihrer freiberuflichen Tätigkeit in der Schwangerschaft,
von der Geburt und bei den Wochenbettvisiten erfassen. In weiterer Folge
sind eine grafische Umsetzung dieser
Erkenntnisse sowie eine juristische Begutachtung der Formularvorlage geplant. Nach Abschluss der Entwicklungsphase und Genehmigung durch den
ÖHG-Ausschuss soll das entstandene
Formular für alle Hebammen österreichweit vorgestellt werden und frei
zur Verfügung stehen.
Durch die Struktur eines Formulars soll
Hebammenzeitung 01/2012
• die Aktivität des Kindes (ist es sehr
aktiv, müde, reizempfindlich etc.),
• der Hautzustand (Durchblutung,
Farbe, Zustand, Besonderheiten),
• der Nabel (Zustand, Interventionen,
Maßnahmen),
• das Trinkverhalten (Saugverhalten,
Frequenz, Dauer, Stillverlauf und
Interventionen)
• Ikterus (Haut, Aktivitätsgrad,
Ernährungsmenge und Ausscheidung
und Skleren beurteilen!)
• Ausscheidung (Harn, Stuhl, Frequenz)
sowie
• Temperatur und Gewichtsverlauf.
Jedoch wird keine Hebamme dadurch
Einschränkungen in ihrem Dokumentationsstil erfahren, sondern fachliche
Hilfestellung bekommen. Das Format
des Formulars wird so gewählt werden,
dass eine übersichtliche Handhabung
unterstützt wird, zusammengehörende
Informationen zusammen erfasst werden und dennoch genügend Platz für
Erläuterungen ist.
Ein zusätzlicher Nutzen einer einheitlichen Dokumentationsvorlage besteht
sicher in der Erleichterung der Vertretung von Kolleginnen oder bei der
Übernahme von Klientinnen, da sich
jede Hebamme sofort in der bereits erfassten Dokumentation zurechtfinden
kann.
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Hebammenzeitung 01/2012
ÜBERSICHT 2011 / Themen
Übersicht 2011: Themen
Thema/Artikel
AutorIn
BONDING: ...dem Bonding Raum geben
BONDING: Blockaden durch Beziehung lösen
BONDING: Eine Brücke bauen
BONDING: Einen sicheren Hafen schaffen
BONDING: Forschung unter Beobachtung
BONDING: Marienbilder als Symbol
Lang, Christine
Hildebrandt, Sven
Kirkovics, Eva Maria
Vavrik, Klaus
Oblasser, Claudia
Renggli, Franz
02/17-20
02/23-25
02/26-27
02/13-16
02/31
02/28-30
BRUST: Brustkrebs
BRUST: Das Milchwunder
BRUST: Mammografie Screening
BRUST: ...mit stolzgeschwellter Brust
Klein, Michaela
Voigt, Sabine
Rásky, Éva
Groth, Sylvia
01/25-26
01/27-29
01/21-24
01/16-18
FORSCHUNG: Confidential Enquiries into Maternal Deaths
FORSCHUNG: Internetnutzung durch Hebammen
und schwangere Frauen
FORSCHUNG: Laktation und Inzidenz
von prämenopausalem Brustkrebs
FORSCHUNG: Und die Hausgeburt ist doch sicher
Oblasser, Claudia
04/30-31
Müller, Karin
06/33
Oblasser, Claudia
Müller, Karin
01/30
05/25-26
FREIBERUFLICHKEIT: Das liebe Geld & andere Formalitäten
ÖHG
05/16-17
Hebammenzeitung 01/2012
Ausgabe/Seite/n
21
ÜBERSICHT 2011 / Themen
Thema/Artikel
AutorIn
FREIBERUFLICHKEIT: Die Qualität der freiberuflichen
Hebamme sichtbar machen
FREIBERUFLICHKEIT: Ein Gewinn für die Hebamme?
FREIBERUFLICHKEIT: Eine andere Welt
Van der Kleyn, Moenie
Lurger, Markus
Tschische, Iris/Rüb, Dorothea
05/13-14
05/18-19
05/20-21
Reichmann-Gitschthaler, Helga
04/19-21
Posch, Waltraud
04/17-18
GESUNDHEITSFÖRDERUNG: ein Überblick
GESUNDHEITSFÖRDERUNG:
Rauchen als Thema in der Hebammenpraxis
GESUNDHEITSFÖRDERUNG:
Salutogenese oder die Wurzeln der Gesundheit
GESUNDHEITSFÖRDERUNG:
Gesundheitsverhalten von Müttern im Wochenbett
Schmid, Verena
04/23-29
Schücking, Beate/Grieshop, Melita
04/14-16
HEBAMMENQUALITÄTSZIRKEL
Koller, Kathrin
05/15
PRAXISFELDER: Alkohol: im Mutterleib vergiftet
PRAXISFELDER: Freiberufliche Hebammen i.d. Stillberatung
PRAXISFELDER: Gesundheitsfördernde Begleitung
PRAXISFELDER: Schwangerenbetreuung durch Hebammen
Diernegger, Heide
Wallner, Roswitha
Achter, Heidi
Verein freier Hebammen
04/33-34
05/28-30
01/32
03/33
STILLEN: Stillen nach Brustoperation
STILLEN: Das Geschäft um jeden Preis Die unterschätzte Kraft der Werbung
STILLEN: Laktationsprobleme homöopathisch gelöst
STILLEN: Mastitis Puerperalis homöopathisch behandelt
STILLEN: Natürliche Gesundheitsförderung
STILLEN: Richtig essen von Anfang an
Van der Kleyn, Moenie
01/33-34
Hemmelmayr, Andrea
Bitschnau, Micha
Hajek, Michael
Koller, Kathrin
Beikostempfehlung 2010
06/36-37
02/32-33
05/32-33
04/36-37
03/36-37
Binder, Regina/Gugerell, Angelika/
Haselsteiner, Lilo
04/35
Rothschädl, Annika/Winkler, Cathrin
05/31
Gaiswinkler, Marlies
02/34
Schulze, Kathrin
03/34-35
Göbel, Esther
Müller, Karin
DGGG
03/16-18
03/26-28
03/29-30
Oblasser, Claudia
Rapberger, Lisa
03/31
03/22-25
STUDENTINNEN: 120 Wochen
STUDENTINNEN: 3. Grazer Hebammentagung
und die Klagenfurter Studentinnen
STUDENTINNEN:
Als Hebammenstudentin am FH Campus Wien
STUDENTINNEN:
Jede große Reise beginnt mit einem ersten Schritt
WEHENMITTEL:
Die Gebärhaltungen sind das Oxytocin der Hebamme
WEHENMITTEL: Effizient, günstig, gefährlich?
WEHENMITTEL: Leitlinie Prostaglandine
WEHENMITTEL: Uterusruptur nach Wehenverstärkung
durch Oxytocin und Kristellerhandgriff
WEHENMITTEL: Wenn das Baby auf sich warten lässt
22
Ausgabe/Seite/n
Hebammenzeitung 01/2012
ÜBERSICHT 2011 / AutorInnen
Übersicht 2011: AutorInnen
Name
Schwerpunkttehma/Titel
ACHTER, Heidi
Beikostempfehlung 2010
BINDER, Regina/
Gugerell, Angelika/
Haselsteiner, Lilo
BITSCHNAU, Micha
BREYER, Tobias
DGGG
DIERNEGGER, Heide
GAISWINKLER, Marlies
Brust: Gesundheitsfördernde Begleitung
Stillen: Richtig essen von Anfang an
01/32
03/36-37
Aus- und Weiterbildung: 120 Wochen
Stillen: Laktationsprobleme homöopathisch gelöst
Medien: Das Netz nutzen.
Wehenmittel: Leitlinie Prostaglandine
Praxisfelder: Alkohol: im Mutterleib vergiftet
Aus- und Weiterbildung:
Als Hebammenstudentin am FH Campus Wien
Wehenmittel:
Die Gebärhaltungen sind das Oxytocin der Hebamme
Brust: ...mit stolzgeschwellter Brust
Stillen: Mastitis Puerperalis homöopathisch behandelt
Bonding: Blockaden durch Beziehung lösen
Bonding: Eine Brücke bauen
Brust: Brustkrebs
Stillen: Natürliche Gesundheitsförderung
Freiberuflichkeit: Hebammenqualitätszirkel
Bonding: ...dem Bonding Raum geben
Freiberuflichkeit: Ein Gewinn für die Hebamme?
Wehenmittel: Effizient, günstig, gefährlich?
Freiberuflichkeit: Und die Hausgeburt ist doch sicher
04/35
02/32-33
06/29-32
03/29-30
04/33-34
GÖBEL, Esther
GROTH, Sylvia
HAJEK, Michael
HILDEBRANDT, Sven
KIRKOVICS, Eva Maria
KLEIN, Michaela
KOLLER, Kathrin
KOLLER, Kathrin
LANG, Christine
LURGER, Markus
MÜLLER, Karin
MÜLLER, Karin
MÜLLER, Karin/
Rüb, Dorothea
OBLASSER, Claudia
OBLASSER, Claudia
OBLASSER, Claudia
OBLASSER, Claudia
ÖHG
POSCH, Waltraud
RAPBERGER, Lisa
RÁSKY, Éva
REICHMANNGITSCHTHALER, Helga
RENGGLI, Franz
Ausgabe/Seite/n
02/34
03/16-18
01/16-18
05/32-33
02/23-25
02/26-27
01/25-26
04/36-37
05/15
02/17-20
05/18-19
03/26-28
05/25-26
Medien: Gut für die Mutter – riskant für das Kind?
Wie gefährlich die Hausgeburt in den Medien dargestellt wird
Wehenmittel: Uterusruptur nach Wehenverstärkung
durch Oxytocin und Kristellerhandgriff
Brust: Laktation und Inzidenz von
prämenopausalem Brustkrebs
Bonding: Forschung unter Beobachtung
Forschung: Confidential Enquiries into Maternal Deaths
Freiberuflichkeit: Das liebe Geld und andere Formalitäten
Gesundheitsförderung: Rauchen als Thema in der Hebammenpraxis
Wehenmittel: Wenn das Baby auf sich warten lässt
Brust: Mammografie Screening
01/30
02/31
04/30-31
05/16-17
04/17-18
03/22-25
01/21-24
Gesundheitsförderung: ein Überblick
Bonding: Marienbilder als Symbol
04/19-21
02/28-30
Hebammenzeitung 01/2012
06/22-23
03/31
23
ÜBERSICHT 2011 / AutorInnen
Name
ROTHSCHÄDL, Annika/
Winkler, Cathrin
RÜB, Dorothea
SCHILDBERGER, Barbara
SCHLINTL, Elli
SCHMID, Verena
SCHÜCKING, Beate/
Grieshop, Melita
SCHULZE, Kathrin
Techniker Krankenkasse
TSCHISCHE, Iris/
Rüb, Dorothea
VAN DER KLEIN, Moenie
VAN DER KLEIN, Moenie
VAVRIK, Klaus
Verein freier Hebammen
VOIGT, Sabine
WALLNER, Roswitha
Schwerpunkttehma/Titel
Ausgabe/Seite/n
Aus- und Weiterbildung: 3. Grazer Hebammentagung
und die Klagenfurter Studentinnen
Medien: Präsent und kompetent. Die mediale Präsenz von Hebammen
Soziale Strukturveränderungen in der Mediengesellschaft
Medien: Berichterstattung über Hebammen
Gesundheitsförderung: Salutogenese oder die Wurzeln der Gesundheit
Gesundheitsförderung:
Gesundheitsverhalten von Müttern im Wochenbett
Aus- und Weiterbildung:
Jede große Reise beginnt mit einem ersten Schritt
Medien: Qualität von Gesundheitsinfos im Internet
Freiberuflicheit: Eine andere Welt
Brust: Stillen nach Brustoperation
Freiberuflichkeit:
Die Qualität der freiberuflichen Hebamme sichtbar machen
Bonding: Einen sicheren Hafen schaffen
Praxisfelder: Schwangerenbetreuung durch Hebammen
Brust: Das Milchwunder
Praxisfelder: Freiberufliche Hebammen in der Stillberatung
05/31
06/24-27
06/14-18
06/20-22
04/23-29
04/14-16
03/34-35
06/28
05/20-21
01/33-34
05/13-14
02/13-16
03/33
01/27-29
05/28-30
„Vielen Dank unseren Autorinnen und Autoren, die hier (nicht ganz vollständig) zu sehen sind.“
24
Hebammenzeitung 01/2012
THEMA: Dokumentation
„Fälle für Alle“
Ein neues Fallberichts- und Lernsystem für Hebammen
Martina König stellt ein Interaktives Modell für Qualitätsmanagement vor,
mit dem anhand dokumentierter Fälle aus der beruflichen Praxis
die Betreuungsqualität weiterentwickelt werden kann.
Illustration: Heike Wiechmann
Abb.: Ein konfliktreicher Umgang im Rahmen von kritischen Ereignissen fordert Hebammen und andere medizinische Disziplinen
auf, die eigene Fehlerkultur und die der Organisationen zu analysieren (Hebammenforum 2009/11).
Weltweit kommen Menschen durch
„Fehler“, durch unerwünschte und potenziell vermeidbare Ereignisse im Rahmen der Gesundheitsvorsorge zu Schaden. Speziell in den Phasen Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett, die
prinzipiell als physiologisch anzusehen
sind, können Fehler schwerwiegende,
langwierige und kostenintensive Folgen für Mutter und/oder Kind haben.
(www.fälle-für-alle.org)
nen – und sich darüber mit Kolleginnen austauschen, dann ist schon sehr
viel gewonnen. Wer kennt aber nicht
auch, dass Fehlern häufig mit Aussagen
wie: „Mir wäre das nicht passiert“
begegnet wird. Schuldzuweisungen,
Selbstvorwürfe und Zweifel, Sanktionen, forensische Fragen, Angst, Unsicherheit, Mobbing, Resignation bis hin
zur Krankheit können Konsequenzen
daraus sein (Kirchner 2007).
Fehlerkulturen
Kritische Ereignisse
dokumentieren und reflektieren
Fehler, wer kennt sie nicht? Wenn Hebammen über Fälle, die sie tagtäglich erleben, nachdenken – was gut gelaufen
ist, was sie hätten anders machen kön-
Hebammen im klinischen und außerklinischen Bereich sollten die Möglichkeit haben, kritische Ereignisse zu
Hebammenzeitung 01/2012
dokumentieren, zu analysieren und zu
reflektieren. Der Fokus ist auf das Ziel
gerichtet, die Gesundheit der Frauen,
Kinder und Familien sowie der Hebammen zu verbessern und zu stabilisieren.
Die Frage stellt sich auch, inwieweit
Hebammen in belastenden Erfahrungen Unterstützung erhalten, wenn sie
das brauchen. Belastende Erfahrungen
können das Denken und Handeln unbeweglich machen.
Darauf weist Hildebrandt in seinem
Buch Geburtshilfliche Notfälle (2008)
hin. Das folgende Beispiel beschreibt
ein belastendes Ereignis und die daraus
resultierende Dynamik besonders eindrücklich:
25
THEMA: Dokumentation
Der Neugeborenen-Transport ist mit
dem intubierten Kind in Richtung
Intensivstation abgefahren. Die Mutter liegt verzweifelt und weinend,
aber gesundheitlich stabil in ihrem
Wochenbett. Wir haben Stunden
geredet, getröstet, erklärt, Hoffnung
und Zuversicht gegeben. Wir selbst
können uns vor Erschöpfung kaum
noch auf den Beinen halten. Irgendwann ist es Zeit zu gehen. [...] Aber
die Bilder der letzten Stunden lassen
uns nicht los. Alle unsere Gedanken
kreisen um das Geschehene. Wir finden weder Schlaf noch Ruhe. Der
Zweifel, die Angst, die Sorge und
der Selbstvorwurf sitzen wie böse
Geister an unserem Bett und lassen
sich einfach nicht vertreiben. Und
dann kommt der neue Morgen, unsere Alltagspflichten erwarten uns –
und irgendwann werden wir zur
nächsten Geburt gerufen.
Das Leben geht weiter (Hildebrandt 2008).
26
Hebammenzeitung 01/2012
„Fälle für Alle“
Wenn sich die Betroffenen nicht offen
mit einem solchen Vorfall und den eigenen Reaktionen darauf auseinandersetzen, besteht die Gefahr, dass die
Angst vor einer Wiederholung verdrängt wird. Bei der nächstmöglichen
Gelegenheit werden sich dann jedoch
die verdrängten Erinnerungsspuren
handlungsweisend als Panik in die Betreuungsvorgänge einschleichen.
Verantwortung und Verdrängung
Nach diesen Ereignissen werden den
Hebammen die eigene Verantwortung
und die Begrenztheit der Möglichkeiten bewusst, die die Arbeit in der Geburtshilfe prägt. Fast zwangsläufig
kommt es in einem solchen Fall zu
einer tiefen persönlichen Krise, die
umso stärker ausfällt, je mehr die
ersehnte Absicherung durch ein personengebundenes Engagement angestrebt war.
Die Nichtbearbeitung kann für die
Hebamme negative Folgen haben.
Häufig wälzen Hebammen oder GeburtshelferInnen die Verantwortung
auf Dritte ab, z.B. auf KollegInnen, die
betreuten Frauen oder die angewendeten Verfahren (König 2011). Die Betroffene wird jedoch trotz alledem in
ihrem Handeln von der unterdrückten
Angst gesteuert, die im Verborgenen
weiterwirkt: „Nicht nur der Ausdruck
unserer Mimik, auch die mit ihr verbundenen Gefühle können sich von
einem Menschen auf den anderen
übertragen.“ (Bauer 2006). In dieser
Aussage liegt die Verantwortung im
doppelten Sinne. Nicht nur für die
Hebamme und das Team (Pohl 2010)
selbst ist die Fallbearbeitung wichtig,
sondern auch für die gebärende Frau
und den werdenden Vater. Sie nehmen
die Unsicherheit und die Angst der
Hebamme und des Teams wahr.
Notfälle sind Ereignisse, die aufgrund
ihrer subjektiv erlebten Intensität physisch und/oder psychisch als so beeinträchtigend erlebt werden, dass sie zu
gesundheitlichen Beeinträchtigungen
führen können (Lasogga 2008).
Illustration: Heike Wiechmann
THEMA: Dokumentation
Abb.: Ich bin an meinen Fehlern gewachsen
(Hebammenforum 2009/11)
Ein “Critical Incident Reporting
and Learning System“
Diese vielfältigen Überlegungen motivierten Hebammen aus Österreich,
Deutschland, Schweiz und Südtirol im
Jahr 2010, ein interaktives Modell für
Qualitätsmanagement im Sinne eines
Fallberichts- und Lernsystems für Hebammen aus der beruflichen Praxis zu
entwickeln. Dieses besteht aus einem
elektronischen Meldesystem für Erfahrungsfälle aus der geburtshilflichen
Praxis und einer Datenbank zur Auswertung.
Das System soll nach dem European
Foundation for Quality Mangement
(EFQM)-Modell (http://www.efqm.org
/en/) auf konzeptioneller Grundlage
eines Critical Incident Reporting and
Learning Systems (CIRLS) (Rall 2001)
ausgerichtet werden. Obwohl Krankenhäuser in der Regel ihre MitarbeiterInnen zur Qualitätssicherung verpflichten, bestehen im deutschsprachigen
Raum noch Defizite im Bereich der Geburtshilfe und des Hebammenwesens,
insbesondere auch im ambulanten
Sektor.
An dieser Stelle darf ich alle Hebammen nochmals herzlich dazu einladen,
die Onlinebefragung, die Ihnen zugesandt wurde, durchzuführen, um die
Bedürfnisse der Hebammen in der Entwicklung, Gestaltung, Vertiefung und
Umsetzung der Plattform mit integrieren zu können.
(http://befragungen.tilak.at/limesurvey/index.php?sid=98191&lang=de)
chologie. Lehrbuch für die Praxis. 1. Aufl., Berlin, Heidelberg: Springer Medizin Verlag.
Pohl, Michael; Witt, Jürgen (2010). Innovative Teamarbeit. Zwischen Konflikt und Kooperation. 2., überarb. und erw. Aufl. Hamburg: Windmühle.
Rall, Marcus et al. (2001). Patient safety and errors in
medicine: development, prevention and analyses of
incidents. Anästhesiologische Intensivmedizin Notfallmedizin Schmerztherapie. (6),321-330.
Rall, Marcus (2009). Fehler sind normal, aber es soll
Internetseiten
http://www.fälle-für-alle.org
nichts passieren. Hebammenforum (11),882-886.
Rall, Marcus (2010). Ursachen für Fehler suchen, nicht
Schuldige! Um die Sicherheit von Mutter und Kind im
Literatur
Kreißsaal zu erhöhen, können moderne internetba-
Bauer, Joachim (2006). Warum ich fühle, was du
sierte Berichtssysteme für kritische Ereignisse nützlich
fühlst. Intuitive Kommunikation und das Geheimnis
sein. Deutsche Hebammenzeitschrift (9),33–37.
der Spiegelneurone. 14. Aufl. München: Heyneverlag.
Hildebrandt, Sven; Göbel, Esther (2008). Geburtshilfliche Notfälle. Vermeiden - erkennen – behandeln.
Stuttgart: Hippokrates.
Gruber, Patricia; Schwarz, Christiane (2010). Neues
Martina König, MHPE,
Fallberichtsportal: Fälle- für- Alle. Deutsche Hebammenzeitschrift (12),32.
Kirchner, Simone (2007). Tod- und Trauererfahrungen
eines Kreißsaalteams. Die Hebamme (20), 122–126.
König, Martina (2011). Supervision im geburtshilflichen Kontext, Bedarfsanalyse von Supervision bei
Hebammen aus Tirol und Vorarlberg. Masterthese
Master of health professional education, Fachhoch-
In diesem Sinne des gegenseitigen Lernens und der Projektentwicklung wurde
der Verein Fälle-für-Alle (www.fälle-füralle.org) gegründet (Gruber 2010).
Lasogga, Frank; Gasch, Bernd (2008). Notfallpsy-
schule für Gesundheit Tirol.
Kremer, Christoph (2009). In fast allen Fällen war die
Kommunikation schlecht. Hebammenforum (11),
ist Hebamme
und Psychotherapeutin in
freier Praxis
sowie Studiengangsleitung
FH Bachelor fhg
Innsbruck und
Master of science
in advanced practice midwifery.
891-895.
Hebammenzeitung 01/2012
27
THEMA: Dokumentation
Dokumentation
& Gerichtsverfahren
Anita Pichler MLS informiert über die Dokumentation
als Beweismittel und das Vorgehen nach einem Zwischenfall.
Der Behandlungsvertrag
Wenn eine Hebamme eine Frau vor, während und/oder nach
der Geburt betreut, wird ein Behandlungsvertrag begründet. Die Hebamme ist verpflichtet, die Frau über Maßnahmen und Vorgehensweise aufzuklären. Eine Checkliste kann
eine Hilfe sein, jedoch sollte sich die Hebamme in einem persönlichen Gespräch rückversichern, dass die Frau das Gesagte verstanden hat. Eine Hebamme, die die Aufklärung
unterlässt, verstößt gegen ihre Vertragspflicht. Die so genannte Aufklärungshaftung kommt zum Tragen. Auch die
Unterlassung einer medizinischen Handlung und die Begründung dafür ist der Frau mitzuteilen und dies zu dokumentieren.
Die Dokumentation als Beweismittel
Eine lückenlose Dokumentation ist für angestellte und freipraktizierende Hebammen unerlässlich. Eine fehlende oder
lückenhafte Dokumentation zieht noch keine Schadensersatz- oder Haftpflichtansprüche nach sich. Bei einem Verfahren gilt jedoch jede Nichtdokumentation als eine
Unterlassungsfahrlässigkeit der Hebamme. Bei fehlender Aufzeichnung gelten z.B. regelmäßige und sorgfältige HerztonKontrollen als nicht durchgeführt.
Wenn die Hebamme mit einem ärztlichen Vorgehen oder
einer Behandlung nicht einverstanden ist, hat sie ihn/sie auf
ihre Bedenken aufmerksam zu machen und dies unbedingt
zu dokumentieren. Anwesende, wie etwa weiteres Personal,
die betroffene Frau oder ihre Begleitung erleichtern die Beweisführung.
Häufige Fehler passieren bei der Dienstübergabe oder wenn
sich das Personal im Krankenhaus nicht kennt. Ein Organisationsverschulden kann vorliegen, wenn die Hebamme
nicht nachweislich dokumentiert hat, dass sie schadhafte Geräte wie CTG oder Reanimationstisch gemeldet hat, da sie
für deren fehlerfreien Einsatz haftet. Gibt es Klinikstandards
(wie bei der Schulterdystokie) und sollte ein Punkt in der Dokumentation fehlen, wird ein fehlerhaftes Vorgehen des medizinischen Personals angenommen.
Bei gerichtlichen Verfahren fließt die Berufserfahrung in die
Berechnung des Strafmaßes ein.
28
Nachvollziehbare Dokumentation
Oberster Grundsatz für Dokumentation und Schadensmeldung ist:
WER hat WAS bei WEM WARUM angeordnet,
gemacht, durchgeführt?
Zeichen auf dem CTG können helfen, Handlungen nach der
Uhrzeit nachzudokumentieren. Wenn Kolleginnen alleine im
Dienst sind, können sie den Vater oder die Begleitperson ersuchen, auf dem CTG Striche anzubringen.
Die wesentlichen medizinischen Tätigkeiten sind kurz und
präzise anzuführen. Oft lesen sich Geburtsprotokolle wie
Hebammenzeitung 01/2012
THEMA: Dokumentation
• Unmittelbare Meldung an den Vorgesetzen
• Meldung an die Versicherung
Freiberufliche oder Wahlhebammen melden sich unbedingt
zuerst bei mir, Anita Pichler unter [email protected] oder bei
Friedrich Ortner, [email protected], damit eine vorläufige Schadensmeldung einschließlich der Dokumentation
als Anlage erfolgt und die Rechtsschutzversicherung in Anspruch genommen werden kann.
Ist eine angestellte Hebamme betroffen, wird die Versicherung des Krankenhauses vom Arbeitgeber verständigt. Bei
positiver Unterstützung durch den Arbeitgeber muss sie
nicht unbedingt eine zusätzliche Meldung an mich oder
Herrn Ortner abgeben.
Beiziehung eines Rechtsanwalts
Erlebnisberichte. Das kann bei Gutachtern den Eindruck erwecken, dass wesentliche Maßnahmen nicht gemacht wurden und dies durch die Schilderung von Nebentätigkeiten
„vertuscht“ werden soll. In der Dokumentation haben persönliche Anmerkungen nichts verloren. Die Dokumentation
nach einer Geburt ist unverzüglich und zeitnah im Anschluss
an den Zwischenfall schriftlich auszuführen.
Gedächtnisprotokoll
Meist ist erst nach der ersten Aufregung eine klare, vollständige Dokumentation in Form eines Gedächtnisprotokolls
möglich. Dies sollte unbedingt zeitnah zu den Ereignissen
angefertigt werden und nicht erst Tage später. Eine spätere
Änderung der Dokumentation kann als Dokumentenfälschung und damit als strafrechtliches Vergehen ausgelegt
werden. Auch das Gedächtnisprotokoll ist ein Beweismittel.
Ein gerichtliches Verfahren kann vom ersten Erkennen (innerhalb von 30 Jahren bei zivilrechtlichen Verfahren) eines
Schadens bis zu einem tatsächlichen Verfahren drei Jahre
dauern. Ohne genaue, nachvollziehbare Dokumentation
kann man sich nach vielen Geburten und Jahren an seine
Handlungen meist nicht erinnern.
Sobald jedoch die Hebamme im Rahmen der Gruppenversicherung einen Rechtsanwalt kontaktiert, muss eine
Schadensmeldung an die Versicherung erfolgen. Es besteht
keine Schweigepflicht gegenüber der Versicherung!
Laut Auskunft der Uniqa-Haftpflichtversicherung stellt eine
„nicht oder zu spät erfolgte Schadensmeldung an den Versicherer […] grundsätzlich eine Obliegenheitsverletzung seitens des Versicherungsnehmers dar, die zur Leistungsfreiheit
des Versicherers führen kann. Jedenfalls frei von einer Leistung ist der Versicherer betreffend jener Kosten, die nicht
angefallen wären, hätte der Versicherungsnehmer den Schaden rechtzeitig gemeldet (z.B. mittlerweile bereits entstandene Rechtsanwaltskosten)“.
Bei einem strafrechtlichen oder zivilrechtlichen Verfahren ist
bei der polizeilichen Einvernahme die Beiziehung eines
Rechtsanwalts ratsam. Ich habe Kontakte zu Rechtsanwälten, die sich im Hebammengesetz sehr gut auskennen. Unsere Hebammen-Rechtsschutzversicherung Arag hat eine
Liste von Rechtsanwälten aus den Bundesländern erstellt, die
ich bei Bedarf weitergebe.
Quellen:
Aufklärungshaftung aus dem Behandlungsvertrag, z.B. OGH 2007 5 Ob 148/07m,
OGH 2006, 5 Ob 165/05h, OGH 1999, 1 Ob 91/99k
Dokumentation: „Die Geburtshilfe“, 3.Auflage, Springer, Schneider, Husslein,
Schneider, Kapitel 58 Forensik
Univ. Prof. Dr. Wolfgang Mazal, Juli 2002, „Laut gedacht“, Wegweiser zur Umsetzung der Patientenrechte: Fachliche Weisungen bei medizinischen Heilbehandlungen
Vorgehen nach einem Zwischenfall
• Die Dokumentation sichern, das heißt eine Kopie der Geburtsgeschichte anfertigen und bei sich aufbewahren.
Die Original-Krankengeschichte verbleibt im Krankenhaus.
Falls Hebammen nicht mehr an der Abteilung tätig sind und
von Patientenanwalt oder Polizei zur Zeugeneinvernahme
bestellt sind, müssen sie sich an die Krankenhausverwaltung
wenden, um Einsicht in die Geburtsgeschichte zu erhalten.
Manchmal brauchen sie dazu die Hilfe eines Rechtsanwalts.
Anita Pichler MLS,
Hebamme seit 1979,
Versicherungsbeauftragte
des ÖHGs seit 1997,
Kontakt: [email protected]
Hebammenzeitung 01/2012
29
THEMA: Dokumentation
Der Entlassungsbrief
... als sinnvolle Information an die nachbetreuende Hebamme?
Ursula Gessner wollte wissen, welche Informationen über Mutter und Kind derzeit üblicherweise im
Entlassungsbrief dokumentiert sind, und an wen sie sich richten. Die Angaben aus dem elektronischen
Dokumentationssystem sollten ihrer Meinung nach für Hebammen in der Nachsorge ergänzt und erweitert werden.
Empfehlungen sowie allfällige notwendige Anordnungen für die Angehörigen der Gesundheits- und Krankenpflegeberufe, Angehörige der gehobenen medizinisch-technischen Dienste
oder Heilmasseure zur unerlässlich gebotenen Betreuungskontinuität zu enthalten hat. In diesem sind die Angaben
und Empfehlungen bzw. Anordnungen
übersichtlich und zusammengefasst
darzustellen. Empfehlungen hinsichtlich der weiteren Medikation haben
den vom Hauptverband der österreichischen
Sozialversicherungsträger
herausgegebenen Erstattungskodex
und die Richtlinien über die ökonomische Verschreibweise von Heilmitteln
und Heilbehelfen zu berücksichtigen.
Ausnahmen sind ausschließlich aus
medizinischer Notwendigkeit zulässig,
erforderlichenfalls ist eine Bewilligung
des chef- und kontrollärztlichen Dienstes der Krankenversicherungsträger einzuholen.
Dieser Entlassungsbrief ist nach Entscheidung des Pfleglings diesem oder
Im Jahr 2009 wurde das Bundesgesetz
für Krankenanstalten und Kuranstalten
(BGBl. I Nr. 124/2009) geändert. Mit
der Änderung des Paragraphen 24
sollte erreicht werden, dass die aus der
Krankenanstalt entlassene Person eine
Zusammenfassung der Diagnosen, Beobachtungen und Behandlungen an
die nachbetreuende Fachkraft übergeben könnte. Der alte „Arztbrief“ wurde
in „Entlassungsbrief“ umbenannt.
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Ein Auszug aus dem Gesetzestext
§ 24 Abs. 2 lautet:
„(2) Bei der Entlassung eines Pfleglings
ist neben dem Entlassungsschein unverzüglich ein Entlassungsbrief anzufertigen, der die für eine allfällige
weitere ärztliche, psychologische, psychotherapeutische und pflegerische
Betreuung oder Betreuung durch Hebammen notwendigen Angaben und
Hebammenzeitung 01/2012
1. dem einweisenden oder weiterbehandelnden Arzt bzw. Zahnarzt
und
2. bei Bedarf den für die weitere Betreuung in Aussicht genommenen Angehörigen eines Gesundheitsberufes
und
3. bei Bedarf der für die weitere Pflege
und Betreuung in Aussicht genommenen Einrichtung
zu übermitteln.“
Es interessierte mich, inwieweit diese
Änderung in den verschiedenen Krankenanstalten Österreichs gelebt wird,
THEMA: Dokumentation
durch Angabe des Gewichtsverlaufes
beim Neugeborenen und der eventuell
durchgeführten Maßnahmen, könnte
diese kompetente Betreuung nach
außen transparent gemacht werden!
Vielleicht ist auch die Entwicklung eines
eigenen Entlassungsbriefes für die Hebamme, der von der Hebamme und/
oder Wochenbettschwester verfasst
wird, ein mögliches neues Projekt?
Ursula Gessner
wenn bekannt ist, dass die Wöchnerin
von einer Hebammen zu Hause weiter
betreut wird, und ob der Text des Entlassungsbriefes „hebammenrelevante“
Angaben und Dokumentationen enthält. Dazu habe ich von jedem Bundesland zwei Geburtenstationen unterschiedlich großer Krankenanstalten befragt.
Entlassungsdokumentation
für Hebammen oft unzureichend
Dabei fiel mir auf, dass nur wenige MitarbeiterInnen der befragten Geburtenstationen über das Entlassungsmanagement in ihrem Haus genauer informiert waren und an die Stationsleitung
verwiesen. Hebammen, die „nur“ im
Kreißsaal arbeiten, sind mit dem Entlassungsmanagement kaum konfrontiert.
Der Entlassungsbrief wird hauptsächlich von TurnusärztInnen verfasst. Die
Angaben in dem Entlassungsbrief werden zum Großteil aus dem elektronischen Dokumentationssystem generiert und enthalten zum Hauptteil medizinische Angaben für den behandelnden Hausarzt bzw- die Hausärztin
oder Facharzt/Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe. Vieles davon lässt
sich aus den Eintragungen im MutterKind-Pass herauslesen. Angaben über
den Entlassungsstatus von Mutter
(Fundusstand, Menge und Aussehen
von Wochenfluss, Nahtkontrollen und
Beschreibung der Mammae und Mamillen) sowie Angaben über die Ernährung des Neugeborenen (Anzahl und
Art der Zufütterung, beobachtete Still-
mahlzeit), Gewichtsverlauf, Nabelpflege (Beschreibung des Nabelschnurrestes) usw. werden bei so genannten
unauffälligem Wochenbettverlauf meistens nicht angeführt.
Einen eigenen Entlassungsbrief für die
nachbetreuende Hebammen gibt es in
keiner der von mir befragten Abteilungen. Umgangssprachlich wird bevorzugt vom Arztbrief gesprochen, der
auch (wie der Name schon sagt) nur
an den Hausarzt und den betreuenden
Gynäkologen geht. Viele der befragten
Personen wussten von diesem Paragraphen im Bundesgesetz nichts. Die meisten waren aber sehr offen für diese
„Idee“.
Zusammenfassend kann ich sagen,
dass derzeit in Österreich der Entlassungsbrief an die weiter betreuende
Hebamme absolute Seltenheit ist. Die
aus der Computerdokumentation generierten Daten für den Entlassungsbrief enthalten kaum genauere Angaben als im Mutter-Kind-Pass angeführt.
ist seit 1989
Hebamme und
hat vier Kinder.
Sie ist Leiterin
der OHG Landesgeschäftsstelle Burgenland und des
Hebammenteams
im KRAGES-Verbund.
Wochenbettbetreuung und
Stillbegleitung dokumentieren
Ich möchte alle Kolleginnen, die in der
freien Praxis tätig sind, dazu ermutigen, mit den Leitungen der Wochenbettstationen in Kontakt zu treten! Den
Wochenbettschwestern und -hebammen ist die kontinuierliche Weiterführung der Wochenbettbetreuung und
der guten Stillbegleitung ein großes
Anliegen. Durch die Dokumentation
dieser Arbeit im Entlassungsbrief, z.B.
Hebammenzeitung 01/2012
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PRAXISFELDER VON HEBAMMEN
Das Entbindungsheim Kuchl
Ein einzigartiges Praxisfeld
Eva Egger betreut seit 27 Jahren das Entbindungsheim
in Kuchl. Es wird seit Jahrzehnten von Frauen aus dem
ganzen Land Salzburg genutzt und geschätzt.
Der Start als frischgebackene Hebamme
Meine Hebammenausbildung absolvierte ich in den Jahren
1982 bis 1984 an der Semmelweisfrauenklinik in Wien. Mit
frischer Kraft, einer guten Grundlage und viel Mut ging es
anschließend gleich ins Entbindungsheim nach Kuchl in
Salzburg.
Von November 1984 bis Ende 1985 arbeitete noch Rosi
Teufl, eine liebe Kollegin aus der gemeinsamen Ausbildung,
in der freien Praxis mit. Damals hatten wir noch ca. 70 Geburten im Jahr. 1987 war ich noch einmal mit Brigitte Mannhartsberger zu zweit im Entbindungsheim. Allerdings verschlug sie die Liebe bald wieder ins schöne Oberösterreich.
Seit Ende 1987 arbeite ich alleine als Hebamme in Kuchl,
mit einer kurzen Unterbrechung 1989, als meine Tochter
Ruth (natürlich im Entbindungsheim) geboren wurde. Nach
dem Mutterschutz setzte ich meine zur Berufung gewordene
Arbeit fort, und die Geburtenzahl pendelte sich auf etwa 40
pro Jahr ein. Bis zum heutigen Tag durfte ich über 1200 Kinder auf ihrem Weg ins Leben begleiten.
Mein Leitspruch:
Ich respektiere das Gegebene.
Daneben aber freilich auch das Werdende,
denn eben dies Werdende wird über kurz
oder lang abermals ein Gegebenes sein.
Alles Alte, soweit es Anspruch darauf hat,
sollen wir lieben, aber für das Neue sollen
wir recht eigentlich leben.
Und vor allem sollen wir den großen
Zusammenhang der Dinge nie vergessen.
Theodor Fontane, Der Stechlin
Ein kurzer Rückblick über die Geschichte
des Entbindungsheims
Diese inzwischen in Salzburg einzigartige Einrichtung dieser
Art wurde 1938 in Kuchl gegründet. Die ersten Räumlichkeiten der Praxis waren zwei Zimmer des Altersheimes. Bis zu
meiner Vorgängerin Barbara Schnöll, die in den Jahren 1966
bis 1984 insgesamt 1930 Geburten betreute, hatten sich die
Räumlichkeiten schon etwas vergrößert. Heute verfügt das
Entbindungsheim über ein Kreißzimmer, drei Einzelzimmer,
ein Badezimmer mit WC sowie einen kleinen Hebammenbereich.
Geburt mit Rundumbetreuung
Ins Entbindungsheim kommen Frauen aus dem ganzen Land
Salzburg, denn es ist wohl eine Marktnische in der heutigen
Zeit. Ich arbeite mit Kassenvertrag, weil es mir ganz wichtig
ist, dass sich Frauen aller gesellschaftlichen Schichten eine
Geburt mit Rundumbetreuung leisten können. Leider ist der
Wochenbett-Tagsatz viel zu niedrig. Deswegen müssen Hebammen, die ein Entbindungsheim betreuen, Idealistinnen
sein.
Trotzdem möchte ich noch drei Jahre in meiner zur Heimat
gewordenen Entbindungsstation arbeiten und wünsche mir
von ganzem Herzen, dass diese Einrichtung noch lange bestehen bleibt.
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Hebammenzeitung 01/2012
FORSCHUNG
SICHERHEIT DER
AUSSERKLINISCHEN GEBURTSHILFE:
Selbstbestimmung und Respekt
von Karin Müller BSc
Noch einmal ist die Forschungsrubrik einer Studie gewidmet, die
die Sicherheit der außerklinischen
Geburtshilfe in Frage stellte. Eine
Nachuntersuchung der Studie kam
jedoch zu denkwürdigen Ergebnissen in Bezug auf Selbstbestimmungsrecht der Frauen und Respekt in der Begleitung schwangerer Frauen.
Im British Medical Journal erschien
2009 eine retrospektive Kohortenstudie von Symon et al., University of
Dundee. Sie sollte Geburtsverläufe und
-komplikationen zwischen britischen
Frauen, die von einer selbständig arbeitenden Hebamme betreut wurden
(IMA – Independent Midwives` Association), und Frauen, die das nationale
Gesundheitswesen (NHS - National Health Service) in Anspruch nahmen, vergleichen. Hintergrund der Studie war
eine Diskussion über das Selbstbestimmungsrecht und die Wahlfreiheit der
Frauen, vor allem wenn ihre Entscheidungen der Meinung medizinischer
Autoritäten entgegengesetzt sind.
1462 Frauen, die in den Jahren 20022005 bei der Geburt von einer unabhängigen Hebamme betreut wurden,
wurden mit 7214 vom nationalen Gesundheitsservice betreuten Frauen verglichen. Frauen, die sich von einer selbständigen Hebamme betreuen lassen,
sind oft älter und sozioökonomisch
besser gestellt als der Durchschnitt der
Gesamtpopulation. Um Verfälschungen der Studienergebnisse aufgrund
dieser Tatsache auszuschließen, wurde
das sogenannte „Matching“ angewandt: Jeder IMA-Frau wurden fünf
NHS-Frauen gegenübergestellt, die
hinsichtlich dieser Eigenschaften vergleichbar waren. 66% der IMA-Frauen
und 0,4% der NHS-Frauen hatten eine
Hausgeburt. 32,4% der IMA-Frauen
und 97,7% der NHS-Frauen gebaren
ihr Kind in einem öffentlichen Spital,
der Rest verteilte sich auf Privatspitäler,
Hebammenpraxen und Praxen von Allgemeinmedizinern.
Die Frauen der IMA-Gruppe wiesen
häufiger vorbestehende medizinische
(1,5% vs. 1%) und vorausgegangene
geburtshilfliche (21% vs. 17,8%) Komplikationen auf. Auch war die Rate an
Zwillingsgeburten höher (3,4% vs.
3,1%). Dennoch erlebten Frauen, die
von einer selbständigen Hebamme betreut wurden, häufiger eine Spontangeburt ohne medizinische Eingriffe
(77,9% vs. 54,3%) und einen spontanen Geburtsbeginn (96,6% vs. 74,5%).
Die Frauen benötigten seltener pharmakologische Analgesie (40,2% vs.
60,6%), der Damm blieb häufiger intakt (52,9% vs. 47,6%). Bezüglich
APGAR-Score gab es keine signifikanten Unterschiede. IMA-Mütter stillten
häufiger voll (88% nach 6 Wochen vs.
64% der NHS-Frauen zum Zeitpunkt
der Entlassung aus dem Spital).
Die Studie kam jedoch auch zu dem Ergebnis, dass die perinatale Mortalität
bei High-Risk-Geburten in der IMA-Kohorte rund dreimal höher war als in der
NHS-Gruppe (1,7% vs. 0,6%). Wurden
Hebammenzeitung 01/2012
nur die low-risk-Geburten verglichen,
war der Unterschied nicht signifikant.
Um diese Ergebnisse genauer zu beleuchten, führten Symon et al. eine
2010 im Journal „Birth“ veröffentlichte
Folgestudie durch. Sie analysierten die
Dokumentationen der IMA-Hebammen,
die die Frauen, deren Kinder perinatal
verstorben waren, betreut hatten und
interviewten die Hebammen. Die absolute Zahl an verstorbenen Kindern
betrug 25. 7 Kinder wurden in den
SSW 25-32 geboren. Die restlichen 15
Todesfälle, 9 Totgeburten und 6 neonatale Todesfälle wurden analysiert. Bis
auf zwei wiesen alle einen oder mehrere Risikofaktoren auf, darunter vier
Zwillingsgeburten, drei vaginale Steißgeburten, drei Einlings-BEL-Geburten.
Drei Frauen waren st.p. Sectio und fünf
hatten verschiedene Vorerkrankungen.
Trotzdem war in 12 der 15 Fälle eine
Hausgeburt geplant. Die Analyse ergab, dass 7 der 15 Todesfälle auch bei
anderer Betreuung während der Geburt nicht vermeidbar gewesen wären.
In den anderen 8 Fällen hätte eine elektive Sectio eventuell das Leben der Kinder retten können. Die Frauen hatten
sich in vollem Bewusstsein der möglichen Komplikationen dennoch für diese
Form der Betreuung entschieden. Die
33
FORSCHUNG / PRESSE
Gründe dafür machen sehr nachdenklich: In mindestens fünf Fällen waren
die Frauen von den vorausgegangenen
schwierigen Geburtserfahrungen im
öffentlichen System so traumatisiert,
dass sie in Kauf nahmen, im eventuellen Notfal verzögerte medizinisch-technische Hilfe zu bekommen, als sich
noch einmal in die Hände des öffentlichen Systems zu begeben. Einige von
ihnen hätten sich, wenn die selbständige Hebamme nicht bereit gewesen
wäre, sie zu betreuen, eher für eine Geburt ohne jeglichen Beistand entschieden. Hebammen hatten sich für eine
Betreuung der Frauen entschieden,
auch wenn sie sich dabei teilweise
schon außerhalb ihrer „comfort Zone“
befanden, da die Frauen sonst niemanden gehabt hätten, der noch an ihrer
Seite gewesen wäre. Tatsächlich dürfte
es sogar so sein, dass angesichts der
vielen von einer IMA- Hebamme betreuten high-risk-Frauen noch mehr
perinatale Todesfälle zu erwarten gewesen wären.
Ziel unserer Arbeit besinnen: An Körper, Seele und Beziehungsfähigkeit gesunde und starke Menschen in ihren
neuen Lebensabschnitt zu begleiten
und sie auf dem Weg dahin zu stärken.“
Quellen:
In der anschließenden Diskussion wurde
noch einmal das Recht der Frauen hervorgehoben, bestimmte, auch potenziell lebensrettende Eingriffe abzulehnen. Christiane Schwarz (2011)
schreibt: „Ebenfalls sollten aber die
Maßstäbe thematisiert werden, nach
denen wir ein Geburtsergebnis bewerten. (...) Was für uns ein gutes Geburtsergebnis ist (...), ist für die Frau
vielleicht eine grauenhafte, traumatisierende Erfahrung. Wir müssen reflektieren und uns immer wieder auf das
Schwarz C. Autoritätskinflikte und Selbstbestimmung im Widerstreit. Deutsche Hebammenzeitschrift 5/2011, S. 62-63.
Symon A., Winter C., Donnan P.T. &
Kirkham M. Examining autonomy`s boundaries: A follow-up review of perinatal mortality cases in UK independent midwifery.
Birth 37/2010, S. 280-287.
Symon A., Winter C., Inkster M. & Donnan
P. Outcomes for birth booked under an independent midwife and births in NHS maternity units: matches comparison study.
British Medical Journal 2009; 338: b2060.
... Presse kurz & bündig ...
EPISIOTOMIE: Notwendig bei Schulterdystokie?
Amy Paris und Team aus Boston stellten im American Journal of Obstetrics
& Gynecology die Frage, ob bei einer
Schulterdystokie noch eine Episiotomie
notwendig ist. Ziel ihrer Studie war es,
herauszufinden, ob ein Rückgang an
Episiotomien mit einem vermehrten
Auftreten einer Plexus brachialis Parese
einhergeht. Alle Geburten am Brigham
and Women’s Hospital Boston zwischen September 1998 und August
2009 wurden untersucht. Geburtsmodus, Schulterdystokien, Plexusparesen
und Episiotomien mit und ohne Schulterdystokie wurden erhoben. Bei insgesamt 94 842 Geburten traten 953
Schulterdystokien auf. In 102 Fällen davon kam es zu einer Verletzung des Plexus brachialis. Während 1999 noch in
40% der Schulterdystokien eine Episiotomie durchgeführt worden war, sank
diese Rate bis zum Jahr 2009 auf 4%,
ohne dass sich dadurch die Rate an Plexusparesen verändert hätte. Die AutorInnen kommen zu dem Schluss, dass
eine Episiotomie bei einer Schulterdystokie nicht weiter empfohlen werden
muss, um Plexusparesen zu verhindern.
Quelle: Paris AE, Greenberg JA, Ecker JL, et
al. Is an episiotomy necessary with a shoulder dystocia? Am J Obstet Gynecol 2011;205:217.e1-3. doi:10.1016/j.ajog.2011.04.006
Nicht-invasive pränatale Bestimmung des
KINDLICHEN RHESUSFAKTORS
Mit der nicht-invasiven pränatale Diagnostik (NIPD) des kindlichen Rhesusfaktors (RhD) aus dem Blut Rhesusnegativer Schwangerer kann mit hoher
diagnostischer Sicherheit ab der 12.
Schwangerschaftswoche der fetale
Rhesusfaktor aus mütterlichem Blut bestimmt werden. Bei ca 40% der Rhesus-negativen Schwangeren ist auch
der Fetus Rhesus-negativ. Durch die
34
NIPD kann bei diesen Schwangerschaften die Anwendung der Rhesusprophylaxe, ein humanes Plasmapräparat, vermieden werden. Bei Antikörperträgerinnen, bei denen es bereits
zur Alloimmunisierung gegen RhD gekommen ist, kann durch das Verfahren
das Risiko für den Feten festgestellt
werden, da bei Rhesus-negativen Feten
kein MHN-Risiko und keine Indikation
Hebammenzeitung 01/2012
für ein invasives Vorgehen besteht. Der
Preis für die Untersuchung ist abhängig von der Anzahl der Zuweisungen
(des Instituts bzw. Krankenanstaltenverbands) pro Jahr und liegt zwischen
€ 110,- und € 135,-.
Informationen: Tel.: +43 (1) 58 900 -463,
Fax: +43 (1) 58 900 -469,
[email protected]
FORSCHUNG / PRESSE
Vorsicht vor VITAMINPRÄPARATEN
Bisherige Forschungsergebnisse zeigten eine lebensverlängernde Wirkung
von antioxidativen Nahrungsergänzungsmitteln. Bjelakovic et al. veröffentlichten jedoch einen systematischen Übersichtsartikel (systematic review),
der dem widerspricht. Darin sind die
Ergebnisse von 67 Forschungsarbeiten
mit insgesamt 232 550 StudienteilnehmerInnen zusammengefasst. Untersucht wurde die Wirkung von BetaCarotin, Vitamin A, Vitamin C, Vitamin
E und Selen im Vergleich zu Placebo
oder zu keiner Intervention. In 21 Studien wurde die Wirkung von Vitaminpräparaten auf gesunde ProbandInnen
(n=164 439) untersucht (Primärprävention). 64 Studien betrachteten Men-
schen mit bestehenden Vorerkrankungen (n= 68 111, Sekundärprävention).
Das Gesamtergebnis zeigt, dass die
Einnahme antioxidativer Vitaminpräparate zu einem signifikanten Anstieg
der Mortalität führte (RR 1.04, 95% CI
1.02 - 1.06). Wurden die Vitaminpräparate einzeln untersucht, fand sich
dieser Effekt bei Vitamin A, Beta-Carotin und Vitamin E. Vitamin C und Selen
führten zwar zu keinem Mortalitätsanstieg, aber auch zu keiner Reduktion.
Die Autoren schließen, dass es keine
Evidenzen für die Einnahme von Antioxidantion in der Primär- oder Sekundärprävention gibt. Mögliche Erklärungsansätze dafür könnten sein, dass freie
Radikale im Körper durchaus auch
wichtige Funktionen erfüllen, etwa bei
der Abwehr von Bakterien und Viren
sowie beim Zelltod. Weiters werden die
natürlichen Vitamine in Obst und Gemüse dem Körper in verschiedenen
Vorstufen und in Kombination mit
zahlreichen Begleitsubstanzen zugeführt, wodurch sie für den Organismus
erst gut verwertbar werden. Schließlich
ist zu bedenken, dass eine Vitamin-AÜberdosierung bei Schwangeren, etwa
durch ACE-Fruchtsäfte, sogar zu einer
Fruchtschädigung führen kann.
Quelle: Bjelakovic G et al: Antioxidant supplements for prevention of mortality in healthy participants and patients with various
diseases. Cochrane Database Syst Rev. 2008
Apr 16;(2):CD007176.
ELEKTIVE GEBURTSEINLEITUNG:
Mütterliche und kindliche Morbidität erhöht
Vardo et al., Rochester, untersuchten
die Rate an mütterlichen und kindlichen Komplikationen bei erstgebärenden Frauen, bei denen eine elektive
Geburtseinleitung durchgeführt wurde,
gegenüber denen mit spontanem Geburtsbeginn. In die retrospektive Studie wurden 485 Frauen mit Einlingsschwangerschaft eingeschlossen, die
im Jahr 2007 eine Termingeburt hatten
(definiert als 37+0 bis 41+0). Ergebnisse: Bei 19,8% der Frauen mit spon-
tanem Geburtsbeginn wurde eine Sectio notwendig, bei Frauen mit elektiv
eingeleiteter Geburt waren es 33,6%
(p = 0.002). Die Länge des stationären
Aufenthalts war auch nach Herausrechnen der Sectio signifikant mit der
Geburtseinleitung assoziiert (p <
0.001). Weiters kam es in der Einleitungsgruppe häufiger zu Epiduralanästhesien, postpartalen Blutungen und
neonatalem Sauerstoffbedarf, und es
musste häufiger ein Pädiater (auch
ohne Sectio) zur Geburt hinzugezogen
werden (jeweils p < 0.05). Eine elektive
Geburtseinleitung ist also mit höheren
maternalen und neonatalen Komplikationsraten behaftet, ohne das neonatale Outcome zu verbessern. Sie sollte
deshalb möglichst vermieden werden.
Quelle: Vardo JH, Thornburg LL, Glantz JC.
Maternal and neonatal morbidity among
nulliparous women undergoing elective induction of labor. J Reprod Med. 2011 JanFeb;56(1-2):25-30.
WENN EIN BABY KOMMT!
Wichtige Tipps zu Schwangerschaft & Geburt
Das Wiener Programm für Frauengesundheit hat in Zusammenarbeit mit
zahlreichen ExpertInnen im vergangenen Herbst eine Informationsbroschüre
herausgegeben, die kurz und prägnant
viele wichtige Informationen rund um
Schwangerschaft, Geburt, Stillzeit und
die erste Zeit mit dem Neugeborenen
beinhaltet. Die Broschüre behandelt in
15 Kapiteln physiologische Vorgänge,
arbeitsrechtliche Regelungen, finanzielle Ansprüche, notwendige Untersu-
chungen und Behördenwege sowie
gesundheitsförderliches bzw. -schädigendes Verhalten. In erster Linie wurde
die Broschüre für schwangere Frauen
in schwierigen sozialen Situationen
und Migrantinnen, die in Österreich
noch nicht Fuß gefasst haben, konzipiert. Daher wurde sie auch in Deutsch
und Türkisch herausgegeben und beinhaltet einen umfassenden Adressteil.
Sie liegt kostenlos in Spitalsambulanzen, gynäkologischen Ordinationen und
Hebammenzeitung 01/2012
Beratungseinrichtungen in einkommensschwachen Bezirken Wiens auf.
Weiters kann sie unter
http://www.frauengesundheit-wien.at/
downloads/broschueren/Schwangerschafts
brosch-deutsch-Web.pdf heruntergeladen
oder unter
[email protected] oder
01/4000 – 87162 kostenlos bestellt werden.
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HEBAMMENAUS- & WEITERBILDUNG
„Gut Heb“
...der Leitspruch der Salzburger
Hebammenstudentinnen
Julia Reichl und Melanie Pfeiffer
studieren im 5. Semester an der
Fachhochschule Salzburg Urstein
und freuen sich schon auf ihren
Abschluss.
Seit 2006 gibt es an der Fachhochschule Salzburg Urstein den Bachelorstudiengang Hebammen. Alle drei Jahre
starten 24 junge Frauen in die Ausbildung zu einem der ältesten Berufe der
Welt, der heute vor vielen Herausforderungen steht. Es gilt, wissenschaftliche Erkenntnisse und methodische
Neuerungen mit überlieferter Tradition
zu verknüpfen und Frauen auf dieser
Basis umfassend während der physiologisch verlaufenden Schwangerschaft,
Geburt sowie in Wochenbett und Stillzeit zu begleiten.
Um alle diese Bereiche bestmöglich abdecken zu können, bedarf es also einer
forschungsbasierten
theoretischen
Grundlage und des Erwerbs von soliden praktischen Hebammentätigkeiten. Die Aufgabe, dieses Praxiswissen
zu vermitteln, obliegt kooperierenden
Ausbildungskliniken, die sich nicht nur
in Salzburg, sondern auch in den anderen österreichischen Bundesländern,
sowie in Deutschland und der Schweiz
befinden. Im Rahmen eines ErasmusStipendiums steht einem zudem ganz
Europa offen.
Der Salzburger Weg
zum Hebammenberuf
Das Aufnahmeverfahren besteht aus
einem Reihungstest am PC, einem persönlichem Gespräch mit den lehrenden Hebammen und einem GruppenAssessment inklusive Interview durch
eine interdisziplinäre Kommission. Die
Studienanfängerinnen werden von drei
erfahrenen Lehrhebammen sowie externen Lehrbeauftragten – Hebammen,
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ÄrztInnen, PsychologInnen, PhysiotherapeutInnen sowie Angehörige anderen relevanten Berufsgruppen – auf
ihrer Reise in die Geburtshilfe unterstützt.
Praktika
Am Ende jedes Semesters steht ein
Praktikum. Insgesamt sind 1125 Praxisstunden im Kreißsaal, auf Prä- und
Postpartalstationen, in Gyn-OP, Ambulanzen und auf der Neonatologie zu absolvieren. Fester Bestandteil sind Hospitationen im außerklinischen Bereich
(Hebammenpraxen, Geburtshäusern,
Vor- und Nachsorge, Stillberatung u.ä.),
da der Schwerpunkt der Hebammenausbildung in Salzburg auf extramuralen Disziplinen liegt.
Mit dem Hineinwachsen in den Hebammenalltag ergeben sich viele Fragestellungen, die oftmals auf einem
Theorie-Praxiskonflikt fußen und das
eigene Kohärenzgefühl bisweilen gehörig ins Wanken bringen. Aus diesem
Grund bedarf es einer gesunden
Selbstreflexion und im Idealfall einer
Hebammenzeitung 01/2012
professionellen Supervision, um gestärkt an aktuelle und zukünftige Aufgaben herangehen zu können.
Gleichzeitig manifestiert sich durch positive Erlebnisse mit den Frauen mehr
und mehr das Gefühl, im Traumberuf
angekommen zu sein.
Bachelorarbeiten
Im Laufe des Studiums sind zwei Bachelorarbeiten (4. bzw. 6. Semester) zu
verfassen. In der ersten, einer Literaturarbeit von ca. 6000 Wörtern, beschäftigte sich unser Jahrgang mit folgenden Themen:
• Anale Inkontinenz im Zusammenhang mit Dammrissen III. und IV. Grades • Warum Frauen bewusst alleine
gebären • Mütterliche und neonatale
Ergebnisse zwei Wochen bei primären
Kaiserschnitten in der 38./39. SSW •
Psychoprophylaxe im Kreißsaal • Geburtsschmerz und antenatale Akupunktur • Hebammenbetreuung in
Folgeschwangerschaft nach Abort •
optimale Betreuung von Frauen mit
PDA • Kristeller-Handgriff • Intuitive
HEBAMMENAUS- & WEITERBILDUNG
waren. Dabei knüpften wir auch Kontakte zum österreichischen Hebammenstudentinnennetzwerk
AMiSA.
Anfang 2011 gestalteten wir im Rahmen von Hebammen an Schulen Lehrveranstaltungseinheiten und Vorträge
an Kindergärten, Schulen und in der
Erwachsenenbildung zum Thema „Hebammen heute“. Unsere Beiträge wurden
überaus positiv angenommen, und vielfach entstand der Wunsch nach einer
Fortsetzung. Zu Beginn des Wintersemesters 2011 hatten wir die Gelegenheit, drei Tage lang Yoga-Erfahrung zu
sammeln, unser Gemeinschaftsgefühl
zu stärken und Energie für das letzte
Ausbildungsjahr aufzutanken. Außerdem wirkten fünf angehende Hebammen an der Gestaltung einer Andacht
zum Tag des Lebens mit. In Kürze steht
wieder ein Kongress zum Thema „Kommunikation im Kreißsaal“ in Braunau
an, den einige von uns besuchen werden. Natürlich ergeben sich auch
immer wieder spontane Stammtische,
an denen wir uns austauschen.
intrapartale Bewegung • Intrapartaler
Einsatz von Oxytocin • Die Hebamme
in der kontemporären Literatur • Das
Schwangerschaftserleben werdender
Väter heute • Umfassende Betreuung
von Frauen mit genitaler Beschneidung
• Konstruktiver Umgang mit Schwangerschaftsängsten • Wortschatz im Bereich Schwangerschaft, Geburt und
Wochenbett • Bindungsförderung bei
Frühgeborenen • Verdrängte Schwangerschaft.
Projekte
Mittlerweile befinden wir uns im 5. Semester. Wir haben während der letzten
zwei Jahre bereits spannende Projekte in
die Tat umgesetzt. Zweimal präsentierten wir unseren Studiengang beim Tag
der offenen Tür an der FH. Eine Delegation nahm von 7. - 9. 10. 2010 am
Kongress „Birth-days“ im Eltern-KindZentrum in Graz teil, zu dem u.a. Ina
May Gaskin, Elisabeth Davis, Naoli Vinaver und Terence Dowling geladen
Hebammenzeitung 01/2012
Zukunftsvisionen
Im Juli 2012 machen wir unseren Abschluss und steigen ins Berufsleben ein.
Eine Fülle von Betätigungsfeldern in
einer Klinik oder im Abenteuer Freiberuflichkeit wartet auf uns. Seit 2011
gibt es in Salzburg zudem einen Postgraduate-Studiengang Angewandte
Physiologie für Hebammen. Öffentlichkeitsarbeit, Hebammen an Schulen, Aktionen zum Internationalen Hebammentag am 5. Mai, Veröffentlichung
von Bachelorarbeiten etc. können dazu
beitragen, die Wichtigkeit unseres Berufes im Sinne einer salutogenetischen
und präventiven Gesundheitsarbeit
transparent zu machen. Weitere elementare Ziele sind die Anerkennung
von Schwangerenvorsorge durch Hebammen im Mutter-Kind-Pass und adäquate Entlohnung für Hebammenleistungen (angefangen bei den Pflichtpraktika während der Ausbildung). Das
größte Anliegen ist nach wie vor, in
den Frauen das Vertrauen in den eigenen Körper, die weiblichen Ressourcen
und ihre ureigenen Kräfte zu stärken,
damit sie eine autonome Schwangerschaft und Geburt – ganz ihren individuellen Bedürfnissen entsprechend –
erleben können.
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BÜCHER
DOKUMENTATION
IM HEBAMMENALLTAG
SCHWANGERSCHAFTSVORSORGE
DURCH HEBAMMEN
Grundlagen und praktische Tipps
zur Umsetzung
Regine Knobloch, Monika Selow, Elsevier
(Urban und Fischer) München 2010, 139 S.,
18 s/w Illustrationen,
ISBN 978-3-437-28150-1, ca. € 27,-
Deutscher Hebammenverband (BDH) (Hrsg.),
Georg Thieme Verlag Stuttgart 2010,
2. überarb. und erw. Aufl. 364 S., 65 Abb.,
15 Tabellen, geb., ISBN 9783830454304,
€ 46,30
Nach einer schwierigen Situation im Arbeitsalltag kann für
Hebammen ein mulmiges Gefühl bleiben:
Habe ich alles hiebund stichfest dokumentiert? Kann meine
Dokumentation im
Falle einer Anzeige standhalten?
Mit dem Buch „Dokumentation im Hebammenalltag“ ist den Autorinnen Regine
Knobloch und Monika Selow, Hebammen
und Vertreterinnen der Gutachterinnenkommission des Deutschen Hebammenverbands, ein gutes Basiswerk zur schriftlichen
Dokumentation gelungen. Es informiert
über Ziele, rechtliche Grundlagen, Kriterien
guter Dokumentation, die Dokumentation
in den verschiedenen Tätigkeitsfeldern und
über erste Hilfe bei Haftpflicht- und strafrechtlichen Ansprüchen. Dabei wird sowohl
die klinische als auch die freiberufliche Praxis berücksichtigt.
Anhand von Fallbeispielen lässt sich Theoretisches leicht verstehen. Ausgefüllte Formulare und Dokumentationsbeispiele
machen das Verständnis einfach und das
Lesen kurzweilig. Da das Buch gut strukturiert ist, kann man es leicht in einem Stück
durchlesen und genauso gut als Nachschlagewerk benutzen.
Als besonders hilfreich habe ich das Kapitel
„Notfallsituationen“ empfunden. Es hilft
nicht nur bei der Dokumentation, sondern
gibt auch Tipps zum besonnenen Vorgehen
in diesen Situationen. Dieses Buch ist für
jede Hebamme sehr empfehlenswert. Es informiert objektiv und angstfrei und hilft
professionell zu dokumentieren. Ein persönlicher Zugangscode in jedem Buch ermöglicht den Zugriff auf weiterführende
Lektüre im Internet. Dort finden sich etwa
Beispielformulare, Links, Gesetzestexte, Formulierungshilfen, Bezugsadressen, Arbeitsanleitungen und Checklisten.
Kaufen, lesen und nicht weit weg legen!
Luzie König
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So mühselig die Etablierung der Hebammen in der Schwangerenvorsorge ist, so
wichtig ist das Erscheinen dieses Buches.
Die Hoffnung der Herausgeberinnen liegt
darin, dass dieses essenzielle Thema der Hebammenarbeit einen
Schub bekommt und an Wichtigkeit gewinnt.
Die Themen sind vielfältig: Bedürfnisse und
Wünsche der Schwangeren, Grundsätze der
Schwangerenvorsorge durch Hebammen,
Anamneseerhebung, Routineuntersuchungen, zusätzliche Untersuchungen, Betreuungsplan, pränatale Diagnostik, Betreuung
von Risikoschwangeren, Beratung der
Schwangeren, Hilfe bei Schwangerschaftsbeschwerden, Förderung der Kontaktaufnahme zwischen Mutter und Kind, Modelle
der Schwangerenvorsorge durch Hebammen sowie Ausstattung, Dokumentation
und Abrechnung. Dabei werden sowohl
evidenzbasierte Erkenntnisse der Medizin
mit dem Erfahrungsschatz der Hebammen
verbunden als auch die psychosoziale Situation der Schwangeren berücksichtigt.
Das letzte Kapitel widmet sich den gesetzlichen Regelungen, umfasst Themen wie
Schweige- und Meldepflicht, Mutterschutz-,
Bundessozialhilfe- und Embryonenschutzgesetz sowie Schwangerschaftsabbruch nach
Pränataldiagnostik, ist aber eher für in
Deutschland praktizierende Hebammen interessant. Überaus praktisch sind die speziellen Kopiervorlagen zu allen wichtigen
Themen, welche die gezielte Schwangerenberatung unterstützen. Darüber hinaus enthält das Buch Informationen und Empfehlungen zu Mutterschaftsuntersuchungen,
vorgeburtliche Diagnostik, Gestationsdiabetes, Bluthochdruck, Mehrlingsschwangerschaft und Überschreiten des Geburtstermins. Zusammenfassend lässt sich sagen,
dass dieses Praxisbuch ein konkretes und
umfangreiches Konzept für die Schwangerenvorsorge durch Hebammen präsentiert.
Samira Pospisil
Hebammenzeitung 01/2012
ATLAS DER GEBÄRHALTUNGEN
Hanna Fischer, Hippokrates Verlag
Stuttgart, 2. aktualisierte Auflage 2007
99 Seiten, 39 Abb., gebunden,
ISBN: 9783830453949, € 30,80
Der „Atlas der Gebärhaltungen“ entstand
durch Zusammenarbeit von Hebammen
und Physiotherapeutinnen. Hanna Fischer
ließ dabei ihre langjährige Erfahrung in
der Begleitung von
Geburten einfließen. Die Notwendigkeit
dieses Buches in einer Zeit, in der die meisten Frauen immer noch liegend im Kreißbett entbinden, wird durch Studien untermauert. So reduzieren aufrechte Gebärpositionen die Geburtsdauer, den Einsatz von
Schmerzmitteln, Saugglocke und Zange.
Viele Frauen haben ihre Intuition für die
„richtige“ Position in den verschiedenen
Phasen der Geburt verloren und sind daher
auf Hilfestellung der Hebamme angewiesen.
Dargestellt werden zahlreiche geeignete
Gebärhaltungen für die frühe Eröffnungsperiode bis hin zur Austreibungsphase, viele
auch unter Einbeziehung des Partners. Geordnet nach den Geburtsphasen wird jede
Haltung ausführlich beschrieben, erklärt
und auf großen Farbfotos vorgezeigt.
Die Ursachen verschiedener Phänomene
wie beispielsweise „Greifzwang“ der Frauen
unter der Geburt oder Wehenschwäche
werden beschrieben und können durch die
Anwendung adäquater Geburtspositionen
verbessert werden. Voraussetzung ist dabei
immer ein gründliches Verständnis der Geburtsmechanik. Die Gebärhaltungen werden dabei nicht nur gut beschrieben,
sondern auch deren Wirkung auf das mütterliche Becken/die Geburtsmechanik nachvollziehbar erklärt.
Für mich stellt dieses Buch eine sehr gute
Ergänzung zu den Vorlesungen dar. Ich
denke, der Atlas der Gebärhaltungen ist sicher auch eine schöne Anregung für Hebammen, die ihren Beruf schon lange ausüben. Da die positiven Auswirkungen der
aufrechten Gebärpositionen erwiesen sind,
sollte jede (angehende) Hebamme versuchen, diese in ihre Arbeitsweise zu integrieren, selbstverständlich unter der Berücksichtigung der Individualität jeder einzelnen
Frau.
Tanja Sepinski
BÜCHER
WIR KOMMEN NACKT INS LICHT,
WIR HABEN KEINE WAHL.
Das Gebären erzählen, das Geborenwerden. 150 Szenen aus der Schönen Literatur zwischen 1760 und 2011.
Ina Praetorius, Rainer Stöckli (Hg),
Appenzeller Verlag Herisau 2011,
ISBN 978-3-85882-568-1, ca. € 40,Diese Buch ist nicht
nur äußerlich schwer
gewichtig. Es stellt
AutorInnen vor, von
Elias Canetti und Ingeborg Drewitz, von
Carl Zuckmayer und
Friedrich Dürrenmatt
zu Peter Handke und
Ulla Berkéwicz, viele Texte aus der Schweiz
– eine unglaubliche Fülle! Fast auf jeder
Seite werden wir ZeugInnen eines Dramas,
aus dem eine neue Schöpfung hervorbricht,
sei es aus der Perspektive des Kindes, auch
des Ungeborenen, der Gebärerin, der Hebamme, des Vaters oder der Umstehenden.
Wir blicken in eine ungeordnete, überbordende, erschreckende Unklarheit über das,
was ich Geburtskultur nennen möchte. Rainer Stöckli, auf dessen Sammlung das Buch
zurückgeht, führt in das literatisierte Gebären ein, das „absonderlichste Endschwangerschafts- und Geburts-Verläufe“ ausheckte (S.14). Ina Praetorius ist eine zuverlässige Herausgeberin, eine Philosophin, die
das Menschsein bedenkt. Sie verweist auch
hier wieder auf die Geburtsvergessenheit:
„Die Leistungen der Mütter fürs Fortbestehen der Menschheit ... schloss sie aus der
Geschichte, dem öffentlichen Leben aus.“
(S.208) Sie kommt mit vielen Philosophen
und mit Lucy Irigaray und Luisa Muraro ins
Gespräch. Mit dieser Sammlung von Erzählungen vom Gebären wird die Gender-Debatte um dieses Wesentliche bereichert, das
im Feminismus oft zu kurz kam: die Schöpfungskraft der Frau.
Das Buch weist darauf hin, dass wir Frauen
uns zweierlei nicht entgehen lassen sollten:
die Gestaltung der Geburtskultur und den
Erkenntnisgewinn über das Menschsein
und über den Glauben, den die Zeit von
Empfängnis, Schwangerschaft, Geburt bis
zur Stillzeit eröffnet. Damit führen wir, so
das Interesse der Herausgebenden, den von
Hannah Arendt eingeleiteten Perspektivenwechsel von der Mortalität zur Natalität
weiter.
Hanna Strack
PRAKTISCHE GEBURTSHILFE
GEBURT GEGEN WIDERSTAND
Mit Geburtshilflichen Operationen
Joachim Dudenhausen (Hg.), Berlin 2011,
De Gruyter, 474 Seiten, ISBN 3110228688,
€ 102,80
Ein inspirierender Dokumentarfilm über
eine schwangere Frau im Kampf um eine
natürliche Geburt trotz aller Widerstände
im medizinischen System.
Ein Film von Karin Ecker, Australien, Polyfilm
2010, 43 min, ISBN: 9783300157018, in
Deutsch & Englisch, € 35,-
Letztes Jahr ging die
Auflage der „Praktischen Geburtshilfe“ in
die 21. Runde. Bereits
1947 vom Gynäkologen Willibald Pschyrembel verfasst, gilt
dieses Lehrbuch zu
Recht als Klassiker der
geburtshilflichen Literatur. Seit seinem ersten
Erscheinen wurde es kontinuierlich überarbeitet und liegt nun in der aktuellen Fassung von Joachim Dudenhausen vor.
Für Hebammen auffällig: Dudenhausen thematisiert bereits im Vorwort mehrfach, dass
sich das Buch an Geburtsmediziner richtet
und Hilfe für die praktische Tätigkeit in der
Geburtsmedizin leisten will. So verwundert
es nicht, dass das Buch mancherorts als zu
pathologielastig kritisiert wird. Dass sich der
Kauf dennoch für Hebammen lohnt, liegt
vor allem daran, dass das Buch als umfassendes geburtsmedizinisches Nachschlagewerk eine sinnvolle Ergänzung für die
Hebammen-Bibliothek darstellt. Didaktisch
gut aufbreitet und reich bebildert spannt es
einen weiten Bogen von der Nidation bis
zum Neugeborenen und liefert zuverlässiges medizinisches Hintergrundwissen und
praktische Handreichungen.
Zum Inhalt: Ausgehend von der Physiologie
des Körpers widmet sich die „Praktische Geburtshilfe“ in den darauf aufbauenden Kapiteln der Schwangerschaftsdiagnose, -betreuung und -pathologien. Anschließend
werden sowohl die normale als auch die pathologische Geburt thematisiert, geburtshilfliche Operationen sowie Blutungen
während Schwangerschaft und Geburt erläutert und dem normalen wie pathologischen Wochenbett und dem Kind nach der
Geburt Platz eingeräumt.
Letztlich bleibt zu diskutieren, ob unter den
aktuellen Bedingungen einem Kapitel über
zerstückelnde Operationen am lebenden
Kind beinahe dreimal so viel Platz eingeräumt werden muss, wie der drängenden
Herausforderung der Beratung Schwangerer zu den vielfältigen Möglichkeiten der
Pränataldiagnostik.
Dennoch: Leseempfehlung!
Mag. Beatrix Habusta
Hebammenzeitung 01/2012
Mit dem Dokumentarfilm „Geburt gegen
Widerstand“ erzählt
die in Österreich geborene Regisseurin
Karin Ecker ihre eigene Geschichte. Im
sechsten Monat ihrer
Schwangerschaft nach
Australien ausgewandert, muss sich die 38jährige Erstgebärende im letzten Trimenon
plötzlich an ein fremdes Gesundheitssystem
anpassen. Als sie im letzten Monat ihrer
Schwangerschaft damit konfrontiert wird,
dass sich ihr Baby in Beckenendlage befindet, rät man ihr dringend zur Sectio. Doch
sie wünscht sich eine spontane und natürliche Geburt.
Die Einstellung gegenüber Steißlagengeburten in Australien scheint der in Österreich sehr zu ähneln und die Situation mit
der einer österreichischen Gebärenden vergleichbar.
Der Film dokumentiert auf mitreißende und
zugleich sehr einfühlsame Weise Karin Ekkers Odyssee bis zur tatsächlichen Spontangeburt. Dabei erhält man bewegende
Einblicke in ihre Gedanken und Empfindungen während der Schwangerschaft. Auch
verschiedene Bezugs- und Fachpersonen
kommen zu Wort – beispielsweise ihr Partner, Freundinnen, Hebammen und einige
Ärzte, mit denen sie zu tun hat.
Sehr positiv ist, dass das Thema von verschiedenen Seiten beleuchtet wird. Es wird
klar, wie sich eine Frau fühlen muss, in dieser heiklen Situation mit all den Informationen, die sie erhält und all den Risiken, mit
denen sie konfrontiert wird – nicht wissend,
welche Entscheidung sie treffen soll.
Karin Eckers Interesse an sozialen Streitfragen hat ihr bereits internationales Ansehen
für ihre Filme eingebracht. Ich denke, diese
Dokumentation ist eine große Bereicherung
sowohl für Hebammen und GeburtshelferInnen als auch für betroffene Schwangere
und deren Bezugspersonen – wirklich sehr
empfehlenswert!
Miriam Ertl
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VERANSTALTUNGSKALENDER
KÄRNTEN
Diätetische und pharmakologische Grundlagen
zur TCM Therapie
Fortbildungstag des ÖHG Kärnten
Termin: 11.5.2012
Inhalt: 9.00 - 10.30: Schulterdystokie, Prim. Dr. Mörtl MBA.
10.50 - 12.00: Endometriose – Die verkannte Frauenkrankheit und ihre Relevanz für die Hebammenarbeit, Prim. Univ.
Prof. Dr. Keckstein (je 5 PFB). 13:30 - 17:00: Workshops zur
Auswahl (je 9 FFB): Englisch für Hebammen, Heb. Mag.ª
Zala Pusnik; Hypnose, Mag.ª Dr. Karin Frager-Kometter;
Kräuterkunde für Hebammen, Dr.in Romana Seunig, MSc.
Kosten: € 50,- bei Überweisung bis spätestens 29.04.2012,
danach € 60,- inklusive Verpflegung
Ort: St. Georgen am Längsee
Info: Edith Zancolo, [email protected]
Anmeldung: Durch Einzahlung des oben genannten Betrages mit Bekanntgabe des gewünschten Workshops an Zancolo Edith, LG Kärnten, Posojilnica Bank Ferlach, BLZ 39102,
KtoNr: 20-2003457.
ÖHG Fortbildung nach §37 HebG. Es werden 10 PFBPunkte für Katgorie 1 und 9 FFP-Punkte für restliche Kategorien anerkannt.
NIEDERÖSTERREICH
Multiplikatorinnenschulung für Hebammen:
„Richtig essen von Anfang an“ REVAN
Termine: (max. 15 Personen pro Termin)
17. April 13.00-17.00 Uhr / 11. Mai 13.00-17.00 Uhr
05. Juni 09.30-13.30 Uhr / 10. September 9.30-13.30 Uhr
Ort: Haus der Gesundheit, ARGEF 4. Stock, Grazer Straße 71,
2700 Wr. Neustadt
Kosten: keine
Vortragende: Mag. Bernadette Bürger, Dr. Birgit Dieminger
Anmeldung: [email protected], Tel. 02622/65518-222
ÖHG Fortbildung nach §37 HebG, Kategorie 1,
15 Punkte werden anerkannt.
Teilnahmebedingungen:
abgeschlossene Akupunkturausbildung für Hebammen
Termin: 27.04.2012 bis 28.04.2012, jeweils 9 - 17 Uhr
Ort: Landesakademie St. Pölten, Seminarraum 3
Kosten: € 200,Vortragende: Brigitte Theierling MSc.
Anmeldung: Katharina Wallner, Tel. 0676/72 000 21
mail: [email protected]
ÖHG Fortbildung nach §37 HebG.
15 Punkte pro WE werden anerkannt.
OBERÖSTERREICH
HypnoBirthing® – Die Mongan Methode
Selbsthypnose und Tiefenentspannung als natürlicher Weg
für eine angstfreie und somit schmerzfreiere Geburt.
Referentin: Sydney Sobotka-Brooks, www.hypnobirth.ch
Termin: 21. - 24. Juni 2012; jew. bis 17 Uhr mit Mittagspause
Ort: SPES Seminarhotel Schlierbach,
Zimmerreservierung: [email protected]
Kosten: € 808,- (4 Tage Seminar + umfangreiche Unterlagen
zur Kursleitung, Pausenverpflegung; Mittagessen je nach
Wunsch zum Selberzahlen)
TeilnehmerInnenzahl: mind. 15, max. 20
Wichtig: Das HynoBirthing Institute in den USA verlangt als
Qualitätssicherung von jeder ausgebildeten, aktiven Hypnobirth-Kursleiterin eine Unterschrift für einen ethischen Kodex
(siehe Link auf OÖ Homepage) und eine jährliche Mitgliedschaft von 75 Dollar.
Anmeldung: Kathrin Koller, Tel. 0650/2458832
oder [email protected]
Die Anmeldung ist gültig mit Einzahlung der Teilnahmegebühr auf das Konto des ÖHG OÖ: Volksbank Ried, BLZ: 43830,
KtoNr: 50874990000. Es gelten die allgemeinen Stornobedingungen des OÖ Hebammengremiums (siehe Link auf der
OÖ Homepage). Anmeldeschluss: 14.5.2012
54 Fortbildungspunkte vom ÖHG anerkannt.
ÖHG Fortbildung.
Refresher Workshop Ohrakupunktur
Teilnahmebedingungen:
abgeschlossene Akupunkturausbildung für Hebammen
Termin: 02.03.2012 bis 03.03.2012, jeweils 9 Uhr -17 Uhr
Ort: Landesakademie St. Pölten,
Neue Herrengasse 17a, Seminarraum 3
Kosten: € 200,Vortragender: Hannes Naehr
Anmeldung: Katharina Wallner, Tel. 0676/72 000 21
mail: [email protected]
ÖHG Fortbildung nach §37 HebG.
15 Punkte pro WE werden anerkannt.
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SALZBURG
„Hebamme – neu denken“
ÖHG-Kongress 2012 mit Hauptversammlung
Themen: Physiologische Geburt, Hebammen an Schulen,
Familienhebammen, Impfen, Väter rund um die Geburt, Moderne Perinatalmedizin, „Stille Geburt“, Psychische Krisen
u.v.m., Vortragende u.a.: Barbara Kosfeld, Wolf Lütje, Christof Plothe, Micha Bitschnau, Barbara Maier, Sven Hildebrandt
Hebammenzeitung 01/2012
VERANSTALTUNGSKALENDER
Termin: Do, 12.04., 13.00 Uhr bis Sa 14.4.2012, 13.30 Uhr
Ort: Salzburg, Sankt Virgil
Infos und Anmeldung: www.oehebammen2012.at
52 PFB-Punkte (inkl. Hauptversammlung) und
10 FFB-Punkte (gesamter Kongress), ÖHG Fortbildung
Homöopathie beim Neugeborenen für Hebammen und ÄrztInnen
Inhalt: akute Therapie beim Neugeborenen unmittelbar
nach der Geburt, akute und konstitutionelle Behandlung
beim Neugeborenen und Frühgeborenen, Begleitung in den
ersten Wochen, ev. Einführung in die Bönninghausen-Methode.
Referentin: Frau Dr. Bettina Baltacis, Neonatologin,
KA Rudolfsstiftung
Termin: 19.-20.10.2012
Fr. 15-16:30, Kaffeepause, 17-18:30, 18:45-20; Sa. 9-10:30,
Kaffeepause, 11-12:30, Mittagspause, 14-16 Uhr.
Ort: Grünauerhof Wals/Salzburg
Kosten: 210,- Euro (bei ausgebuchter FB, sonst max. 250,-)
Unterlagen: Script wird in digitaler Form bereitgestellt
Anmeldung: Karin Pompernigg, [email protected]
Weitere Informationen:
Veranstaltungskalender auf www.hebammen.at
Es gelten die AGB- und Stornobedingungen LGS Salzburg
(ÖHG) auf www.salzburg.hebammen.at
27 FFB-Punkte, ÖHG Fortbildung
STEIERMARK
Umfangreiche Yoga Ausbildung für Hebammen
„Yoga in der Schwangerschaft“
Termine: 30.-31. März, 20.-21. April, 11.-12. Mai, 1.-2. Juni,
6.-7. Juli 2012 in Eisenstadt.
Info: Schule für Yoga Tel. 0650/7115838,
mail: [email protected]
Kinderyoga Grundausbildung in Neusiedl/See
Termine: 10.-11. März, 14.-15. April, 5.-6. Mai, 16.-17. Juni,
14.-15. Juli 2012
Info: Schule für Yoga, Info: Tel. 0650/7115838,
mail: [email protected], Broschüre auf Anfrage
Ausbildung im Einklang mit den 4 Elementen
Arbeiten mit den 4 Elementen, Entspannung, Körperarbeit auf
allen Ebenen, Stressbewältigung, Heilmethoden,...
Termine: 8.-9. April, 27.-28. Mai, 23.-24. Juni 2012,
Info: Tel. 0650/7115838, mail: [email protected]
Fortbildung für Babymassagekurse
Referentin: Heidi Posch, DGKKS
Termin: 06.05.2012 9-18 Uhr + 16.06.2012 9-13 Uhr
oder 15.09.2012 9-18 Uhr + 10.11.2012 9-13 Uhr
Ort: Eltern Kind Zentrum, 8010 Graz
Kosten: € 140,Anmeldung: Eltern-Kind-Zentrum, Tel. 0316/378140-55
mail: [email protected]
TIROL
Gebärhaltungen
und der Einsatz bei protrahierten Geburten
Inhalte: Theorie der Geburtsmechanik und der Dystokie,
Grundlagen der Gebärpositionen, ausführliche Erläuterung
zur Wirkungsweise verschiedener Gebärhaltungen, gezielter
Einsatz von Gebärpositionen und anderer einfacher Hilfsmittel bei protrahierten Geburten und Dystokien
Referentin: Tara Franke, Hebamme, Sexualpädagogin, Autorin, Geschäftsführerin von „Herztöne“ und „Hebammenhandwerk“
Termin: Fr, 21.9.12, 13:00 - 20:30 Uhr
Ort: Innsbruck, An der Lan Str. 43, Mutter-Eltern-Beratung
Kosten: € 90,- inkl. Skript, Bankverbindung: ÖHG Konto/LG
Tirol, KN 220 043 914, BLZ 57000
Anmeldung: Agnes Müller, [email protected],
Tel: 0664/4013392
Anmeldeschluss: 01.09.2012
30 FB-Punkte anerkannt, ÖHG Fortbildung
Aufbauende Rückbildungsgymnastik (2. Teil)
Inhalte: Vertiefte Anatomie des Beckenbodens (BB) und Pathologien, BB in den weiblichen Lebenszyklen, BB und Hormone, BB schwächendes und stärkendes Verhalten im Alltag,
Bedeutung der gesunden Fußmuskulatur, Aufbauendes
Muskeltraining, Sphinkter-Training, Beckenbodentraining
mit Hilfsmitteln und nach den Prinzipien des Biofeedbacks,
Sitzgymnastik für ältere Frauen, Chancen für sexuell traumatisierte Frauen, Lust und Freude am BB
Referentin: Tara Franke (siehe FB Gebärhaltungen)
Termin: Sa. 22.9.12, 13:00 - 18:30 Uhr,
So. 23.9.12, 09:00 - 16:00 Uhr
Ort: Innsbruck, An der Lan Str. 43,
Mutter-Eltern-Beratung
Kosten: € 150,- inkl. Skript,
Bankverbindung: siehe FB Gebärhaltungen
Anmeldung: Agnes Müller, mail: [email protected]
Tel: 0664/4013392,
Anmeldeschluss: 01.09.2012
55 FB-Punkte anerkannt, ÖHG-Fortbildung
Hebammenzeitung 01/2012
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VERANSTALTUNGSKALENDER
WIEN
Hebammen an Schulen
Ziel der Fortbildung ist es, Hebammen zu befähigen, Workshops durchzuführen, einen spannenden Zugang zu Themen von der Entstehung des Lebens bis nach der Geburt
herzustellen und SchülerInnen auf emotionaler, kognitiver
und sinnlicher Ebene anzusprechen.
MODUL 1: Workshop an Volksschulen 17.-19.2.2012
Fr 14.00-19.00, Sa 10.00-18.00, So 9.00-15.00 Uhr
MODUL 2: Workshop für Jugendliche 15.-17.6.2012
Ort: Wien, genauer Kursort wird noch bekannt gegeben
Kursleiterin: Klaudia Awad-Logar, Hebamme
Referentinnen: Mag.a Elfriede Maria Rauchenwald (Psychologin, Sexualpädagogin, Klinische Sexologin), Klaudia
Awad-Logar (Hebamme) und Mag.a Silvia Mayer (Kunsttherapeutin). Kosten: € 230,- pro Modul
Anmeldung: Klaudia Awad-Logar, 0676/3809517 (abends);
[email protected]
Beide Module: 51 Fortbildungspunkte, ÖHG Fortbildung
Väter und Geburt – Workshop für Fachpersonal
Ziele: Theoretische und v.a. persönliche Auseinandersetzung
mit dem Thema „Väter in der Geburtsvorbereitung“, Bewusstwerden des eigenen Zugang zu dieser Thematik; durch
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stärkeres Mitdenken der Väter sollen die Angebote an Geburtsvorbereitung für Väter nachhaltig verankert werden.
Termin: Fr. 23.3.2012, 14.00-17.30 Uhr
Ort: Informationsstelle für Männer, Senefeldergasse 11/8,
1100 Wien (U1 Keplerplatz)
Referenten: Helmut Fleck-Tesarek, Therapeut, Berater für
Väter und Paare, Mag. Hubert Steger, Klinischer und Gesundheitspsychologe, Väterberater, Gruppenleiter Geburtsvorbereitung für Väter, Mag. Hannes Wagner, Diplompsychologe, Mediator, Gruppenleiter Geburtsvorbereitung für Väter
Kostenbeitrag: € 30,-. Anmeldung: online unter www.maenner.at/vaeterarbeit oder unter [email protected]
6 Fortbildungspunkte anerkannt, ÖHG Fortbildung
„Homöopathie in der Geburtshilfe für Anfänger“
Kursleitung: Dr. Micha Bitschnau
Termine:
Fr 01.06. - Sa 02.06.2012, Fr 05.10. - Sa 06.10.2012,
Fr 23.11. - Sa 24.11.2012, Fr 18.01. - Sa 19.01.2013,
Fr 22.02. - Sa 23.02.2013, Fr 15.03. - Sa 16.03.2013,
Fr 24.05. - Sa 25.05.2013 (Prüfungswochenende)
Ort: Rudolfinerhaus Privatklinik, 1190 Wien
Kosten: 7 Wochenenden zu je € 264,-/WE oder
Blockangebot für alle 7 Wochenenden zu € 1440,Info & Anmeldung: [email protected]
Vom ÖHG lt. § 37
mit 75 FFB-Punkten anerkannt.
Hebammenzeitung 01/2012
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