Träger: DONUM VITAE in Bayern e. V. Luisenstr. 27 80333 München Tel.: (089) 51 55 67 70 Fax: (089) 51 55 67 77 Vorsitzende: Maria Eichhorn, Obertraubling Stellvertretende Vorsitzende: Daniela Ludwig, Rosenheim Stellvertretender Vorsitzender: Dr. Walter Bayerlein, Vaterstetten Beisitzer: Norbert Baumann, Schweinfurt Dr. Waltraud Deckelmann, Inzell Max Weinkamm, Augsburg Annette Nitsche, Haibach b. Aschaffenburg Ortsbevollmächtigte in Freising: Irmengard Ortmaier, Freising Ortsbevollmächtigter in Haar: Prof. Dr. Christoph Zenger, Haar Ortsbevollmächtigte in Poing: Franziska Langlechner, Poing (bis 29.02.2012) Ortsbevollmächtigte in Erding: Gabriele Baumgartner, Taufkirchen Tätigkeitsbericht 2012 (nach § 10 SchKG und Art. 16 Nr. 10 BaySchwBerG in Verbindung mit der Jahresstatistik 2012) Staatlich anerkannte Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen DONUM VITAE in Bayern e. V. Hauptstelle: FREISING Obere Hauptstr. 8, 85354 Freising Tel: (08161) 14 72 90 E-Mail: [email protected] Internet: freising.donum-vitae-bayern.de Öffnungszeiten: Montag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag 8.30 - 12 Uhr Montag, Dienstag, Donnerstag 13 - 17 Uhr und nach Vereinbarung Außensprechstunde: ERDING Landshuter Str. 15, 85435 Erding Außensprechstunde: Freitag 9 - 13 Uhr Nebenstelle: HAAR Bahnhofplatz 4a, 85540 Haar Tel: (089) 32 70 84 60 E-Mail: [email protected] Internet: haar.donum-vitae-bayern.de Öffnungszeiten: Montag, Mittwoch, Freitag 9 - 13 Uhr Dienstag, Donnerstag 13 - 17 Uhr und nach Vereinbarung Außensprechstunde: POING Bürgerstr. 1, 85586 Poing Außensprechstunde: Dienstag 9.30 - 13.30 Uhr 2 Inhalt 1. Ziele der Beratungstätigkeit 4 2. Zusammenfassung zur Beratungstätigkeit, Erfahrungen und Trends Zusammenfassung zu den angebotenen Hilfen und deren Wirksamkeit insb. in der allgemeinen Schwangerenberatung (z.B. Anliegen, Probleme und Defizite, Erwartungen der Hilfssuchenden, Konfliktlösungsmöglichkeiten, angewandte Methoden, Beispiele) 5 Schwangerschaftskonfliktberatung Auswertung der Beratungsprotokolle (Tendenzen) nach Alter (vor allem Minderjährige), Familienstand, vorangegangene Abbrüche, Partnerbeteiligung, Abbruchsgründe 25 Aktivitäten im Bereich der nachgehenden Betreuung (Folgeberatung) durch Einzelberatung und Gruppenarbeit (Inhalte, Erfahrungen, Wirksamkeit der Angebote, zukünftige Planungen) 30 Aktivitäten im Bereich der Kinderwunschberatung und Präimplantationsdiagnostik sowie im Bereich der Pränataldiagnostik und Beratung bei zu erwartender Behinderung des Kindes 33 Aktivitäten im Bereich der Prävention durch Einzelberatung und Gruppenarbeit (Inhalte, Erfahrungen bei der Umsetzung, Anregungen und Verbesserungen) 35 Öffentlichkeitsarbeit (z.B. Vorträge, Kontakte zu Ärzten, Medien) 38 8. Qualitätssicherung 40 9. Fortbildung und Supervision der MitarbeiterInnen 41 3. 4. 5. 6. 7. 10. Zusammenarbeit mit anderen Stellen Teilnahme an Arbeitskreisen (soweit nicht aus Liste 6 ersichtlich) 3 43 1. Ziele der Beratungstätigkeit Die gesetzlichen Grundlagen für die Beratungstätigkeit bilden: Schwangeren- und Familienhilfeänderungsgesetz vom 21. August 1995 Bayerisches Schwangerenberatungsgesetz vom 9. August 1996 Schwangerschaftskonfliktgesetz vom 9. August 1996 Weitere Arbeitsgrundlagen: Beratungskonzept von DONUM VITAE in Bayern e.V. Konzept zur Sexualpädagogik von donum vitae, Bundesverband Leitbild von DONUM VITAE in Bayern e.V. Die Beratungstätigkeit ruht auf fünf Säulen: Schwangerschaftskonfliktberatung Allgemeine Schwangerenberatung Beratung und Begleitung nach Geburt und in den Folgejahren Beratung vor, während und nach Pränataldiagnostik Sexualpädagogik Staatlich anerkannte Schwangerenberatung nach nach nach nach nach § 219 StGB und SFHÄndG §§ 5 und 6 § 2 Schwangeren- § 2 Schwangeren- § 2 Schwangerenund Familienhilfe- und Familienhilfe- und Familienhilfeänderungsänderungsänderungsgesetz gesetz gesetz Bayer SchwBerG Alle Beratungen sind kostenlos, unabhängig von Konfession und Herkunft, fachlich hochqualifiziert und absolut verschwiegen. Auf Wunsch ist eine anonyme Beratung möglich. Leitbild des Trägers DONUM VITAE in Bayern e.V.: DONUM VITAE – Geschenk des Lebens – steht für eine achtsame und mutige Annahme des Lebens in der Hoffnung, dass jedes Leben gelingt. DONUM VITAE ist ein junger, bürgerlich-rechtlicher Verein, der sich auf der Grundlage des christlichen Menschenbildes für den Schutz des ungeborenen Lebens und die Würde von Frau, Mann und Kind einsetzt. 4 In unseren Beratungsstellen informieren, beraten und begleiten wir in Fragen der Sexualität, Schwangerschaft, Elternzeit und im Schwangerschaftskonflikt. Diese Aufgaben erfüllen wir im gesetzlichen Auftrag. In Politik, Gesellschaft und Kirchen wirken wir aus christlicher Verantwortung als Anwälte für das Leben mit, ein kindgerechtes und familienfreundliches Umfeld zu gestalten. Finanzierung Als staatlich anerkannte Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen wird DONUM VITAE Freising/Haar zu 65 % von der Regierung von Oberbayern und zu 30 % von den Landkreisen Freising, Erding, München und Ebersberg finanziert. 5 % müssen aus Eigenmitteln erbracht werden. Dies wird über Spenden und Mitgliedsbeiträge erreicht. 2. Zusammenfassung zur Beratungstätigkeit, Erfahrungen und Trends 2.1. Beratungszahlen im gesamten Einzugsgebiet Das Einzugsgebiet umfasst die Landkreise Freising, Erding, München und Ebersberg mit insgesamt 4,5 Planstellen für Beratungsfachkräfte und 2,124 Planstellen für Verwaltungsfachkräfte. 7 SozialpädagogInnen und 5 Verwaltungsfachfrauen teilen sich diese Stellen Die Hauptstelle Freising mit Außensprechstunden in Erding umfasst 2,5 Planstellen für Beratungsfachkräfte und 1,624 Planstellen für Verwaltungsfachkräfte. Die Nebenstelle Haar mit Außensprechstunden in Poing umfasst 2,0 Planstellen für Beratungsfachkräfte und 0,5 Planstellen für Verwaltungsfachkräfte. Beratungsfälle Bei einem Beratungsfall handelt es sich entweder um eine Erstberatung, eine Folgeberatung, eine Übernahme aus dem Vorjahr, eine Telefon-, E-Mail- oder Online-Beratung. Im Jahr 2012 wurden insgesamt 2.383 Beratungsfälle verzeichnet. Dem gegenüber waren es im Jahr 2011 noch 2.312 Beratungsfälle. Die aufgewendete Zeit belief sich auf insgesamt 2.664 Stunden. 5 Beratungsfälle im gesamten Einzugsgebiet: 2382 2500 2000 1500 875 692 1000 313 500 502 0 Beratungsfälle in Prozent im gesamten Einzugsgebiet: 21% 29% Erstberatung Folgeberatung 13% Übernommen aus dem Vorjahr Telefon-/E-Mail-/OnlineBeratung 37% 2382 2664 Beratungsfälle und -stunden im gesamten Einzugsgebiet: 3000 500 110 124 1000 Beratungskontakte Beratungsstunden 83 130 1500 815 1102 2000 1374 1308 2500 0 6 Beratungsanlass Den Beratungsanlass unterteilt das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen wie folgt: Schwangerschaftskonfliktberatung nach § 219 StGB Allgemeine Schwangerenberatung Pränataldiagnostik Nachgehende Betreuung ab Geburt Nachgehende Betreuung nach einem Schwangerschaftsabbruch Bewusstseinsbildung, Prävention, Sexualaufklärung Kinderwunschberatung/Präimplantationsdiagnostik Sonstige Beratung Beratungsanlass bei Erstberatung im gesamten Einzugsgebiet: 995 1000 900 800 700 600 500 378 328 400 300 198 200 100 14 11 52 12 2 0 2% 5% 1% 0% § 219 20% Allg. Schwangerenberatung PND Nachgehende Beratung 33% nach Abbruch Bewusstseinsbildung Kinderwunsch/PID 38% 1% 7 sonstige Beratungsanlass bei Erstberatung mit mitberatenen Männern, alleinberatenen Männern und sonstigen mitberatenen Personen: Klientinnen insgesamt mitberatene Männer alleinberatene Männer sonstige mitberatene Personen 692 220 51 108 Beratungsanlass nach Beratungskontakten im gesamten Einzugsgebiet: 2382 2500 2000 1500 1101 821 1000 500 211 38 20 139 45 7 0 2.2. Hauptstelle Freising Allgemeines: Im Jahr 2012 fanden in der Beratungsstelle Freising insgesamt 1.375 Beratungskontakte mit insgesamt 1.308 Beratungsstunden statt. 8 Beratungsfälle in Freising: 1374 1400 1200 1000 800 600 540 355 244 235 400 200 0 Im Jahr 2011 wurden 1.302 Beratungsfälle registriert, was eine Steigerung um 73 Fälle bedeutet. Beratungsfälle in Freising in Prozent: 18% 26% Erstberatung 17% Folgeberatung Übernommen aus dem Vorjahr Telefon-/E-Mail-/OnlineBeratung 39% Der Erstkontakt zieht in der Regel ein bis mehrere Folgeberatungen nach sich, vor allem was die psycho-soziale Beratung im Zusammenhang mit Pränataldiagnostik, unerfüllter Kinderwunsch, Beratung nach Abbruch und Partnerberatung betrifft. Aber auch in der allgemeinen Schwangerenberatung und der Beratung nach Geburt werden die Beratungen vielschichtiger und komplexer. Nachfolgende Grafik macht den hohen Anteil der Beratungskontakte in der nachgehenden Beratung und Betreuung ab Geburt und in den Folgejahren noch einmal sehr deutlich und beweist die absolute Notwendigkeit dieses Beratungsangebotes an den Schwangerenberatungsstellen. 9 Beratungsanlass nach Beratungskontakten in Freising 1374 1400 1200 1000 749 800 600 383 400 200 95 2 26 85 32 2 0 Trotz der hohen zusätzlichen Belastung durch den Aufbau und der Konsolidierung der Nebenstelle Haar stiegen die Beratungszahlen an und der Trend geht weiter nach oben. Dieser Zulauf mit gleichzeitigem Fokus auf weitere Spezialgebiete wie Kinderwunschberatung kann letztlich nur mit einer Personalaufstockung gewährleistet werden. Im Jahr 2012 fand regelmäßig einmal in der Woche eine Teamsitzung statt. In diesen Dienstbesprechungen werden Termine abgestimmt, Organisatorisches und Inhaltliches (wie z.B. der neue Orientierungsrahmen der Landesstiftung) aufgegriffen und Fallbesprechungen durchgeführt. Somit ist der Informationsfluss und -austausch, die Qualitätssicherung der Beratungsarbeit und die Teamstärkung - gewährleistet, zu Mal alle MitarbeiterInnen in Teilzeit beschäftigt sind. Prävention Im Jahr 2012 fanden 28 Sexualpädagogische Projekte im Landkreis Freising statt. Überwiegend wurden diese an den Schulen durchgeführt. Zwei Großveranstaltung stellten der Mädchen- und Jungenberufetag 2012 in der Luitpoldhalle Freising dar. An Projekten an Schulen nahmen 583 Schüler und Schülerinnen teil: 131 Schüler und Schülerinnen der Berufsschule im Alter von15 bis 22 Jahren, 117 Schüler und Schülerinnen der Gymnasien im Alter von 16 bis 19 Jahren, 281 Schüler und Schülerinnen der Hauptschulen im Alter von 12 bis 15 Jahren und 54 Schüler und Schülerinnen der Sonderpädagogischen Förderschule im Alter von 10 bis 14 Jahren. 558 weitere Jugendliche der Haupt- und Realschulen des Landkreises wurden über den Mädchen- und Jungenberufetag erreicht. 10 Multiplikatoren erreichten wir im Jahr 2012 in Einzelgesprächen. Darin wurden sowohl konkrete Fragen geklärt, als auch eine breite Auswahl an Methoden übermittelt. DONUM VITAE ist aktives Mitglied im Arbeitskreis „Mädchenarbeit“. Eine große Aufgabe dieses Kreises ist die Organisation eines Berufsfindungstages für Mädchen der achten Jahrgangsstufe der Haupt- und Realschulen des Landkreises. Dem Zusammenhang von Berufs- und Lebensplanung mit der eigenen Sexualität, konnte auch 2012 durch unsere Mitarbeit im Arbeitskreis, Raum gegeben werden. DONUM VITAE stellte an dem Aktionstag eine Ansprechpartnerin vor Ort zur Verfügung und lud an einen Informations- und Mitmachstand ein. Hier konnten u.a. die verschiedenen Verhütungsmittel kennengelernt oder vorhandene Kenntnisse vertieft werden. Somit konnte an dieser Veranstaltung der verantwortungsvolle Umgang mit Sexualität und Verhütung thematisiert werden. Das gleiche Angebot hatten die Jungen der achten Jahrgangsstufen am ersten Jungenberufetag 2012. Öffentlichkeits- und Vernetzungsarbeit: Nähere Informationen zur Öffentlichkeitsarbeit in Freising finden Sie in Kapitel 7, Unterpunkt 1, zur Vernetzungsarbeit in Kapitel 10, Unterpunkt 1. 10 Jahre DONUM VITAE Freising Am 15. Juni 2012 feierte DONUM VITAE Freising seinen zehnten Geburtstag. Geladen waren an die 100 Gäste in den Großen Sitzungssaal des Freisinger Rathauses. VertreterInnen aus Politik, Wirtschaft, Kirchen, sozialen Einrichtungen und Vereinen waren gekommen, um diesen besonderen Festakt gemeinsam zu begehen. Herr Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher als Hausherr übermittelte seine Grüße, ebenso Frau Brigitte Huber, stellvertretende Leiterin des Amtes für Jugend und Familie. Frau Christa Stewens, Landtagsabgeordnete und Vizepräsidentin des Bayerischen Landtags a. D. hielt eine gelungene Festrede und Herr Dr. Olaf Tyllack, stellvertretender Bundesvorsitzender, gab einen Rückblick über die Geschichte von DONUM VITAE. Professor Dr. Johannes Gründel hielt es nicht mehr auf seinem Platz und auch er hielt eine feurige Rede zu Gunsten des Vereins. Schließlich gestaltete das Team der Beratungsstellen Freising und Haar eine szenische Darstellung eines Schwangerschaftskonfliktes, der die Zuschauer in Atem hielt. Frau Doris Hofmann, Leiterin der Beratungsstelle, gab schließlich einen umfassenden Einblick in die vielfältigen Aufgabenbereiche der Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen. Abgerundet wurde der Festakt mit einem Gedicht von Frau Mathilde Gerstl und der musikalischen Umrahmung von der Harfinistin, Frau Nancy Thym. Szenische Dartstellung v. links: Prof. Dr. Hanspeter Heinz, Christa Stewens MdL, Prof. Dr. Johannes Gründel, Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher, Sachgebietsleiterin Brigitte Huber, Dr. Olaf Tyllack, Leiterin Doris Hofmann 11 10 Jahre DONUM VITAE Freising Programm 10.00 Uhr musikalische Eröffnung Begrüßung Nancy Thym Fr. Irmengard Ortmaier Bevollmächtigte Grußworte Herr Dieter Thalhammer/ Altoberbürgermeister Herr Tobias Eschenbacher Oberbürgermeister Frau Brigitte Huber stellvertr. Leiterin Amt f. Jugend u. Familie musikalischer Beitrag Festrede Nancy Thym Frau Christa Stewens MdL Staatsministerin a.D. Rückblick Herr Dr. Olaf Tyllack stellvertr. Bundesvorsitzender donum vitae Szenische Darstellung Konfliktsituation Team der Beratungsstelle Einblick Doris Hofmann Leiterin der Beratungsstelle musikalischer Abschluss Nancy Thym anschließend laden wir zu einem Imbiss ein Aktiver Förderkreis Der Förderkreis von DONUM VITAE Freising mit der Förderkreissprecherin Frau Elisabeth Reisch war im Berichtszeitraum mit verschieden Aktionen für den Verein tätig. So fand unter anderem wieder regelmäßig ein Kaffee- und Kuchenverkauf auf einem großen Flohmarkt statt, dessen Erlös der Beratungsstelle zufloss. 2.3. Außensprechstunden im Landkreis Erding Allgemeines Die Außensprechstunden in Erding fanden einmal wöchentlich jeweils freitags von 9 bis 13 Uhr in den Räumen der Hebammenpraxis, Landshuter Str. 15, statt. Anmeldung und Terminvergabe erfolgten über die Hauptstelle Freising. Durchschnittlich konnten in Erding drei bis vier Beratungsgespräche pro Außendienst durchgeführt werden. Die Sprechstunden am Freitag waren ausgelastet. Im Jahr 2012 fanden 110 Beratungskontakte mit 123,5 Stunden statt. 12 Prävention Die personelle Situation in Folge des Ausbaus der Nebenstelle Haar lässt nach wie vor den Ausbau sexualpädagogischer Veranstaltungen an Schulen und außerschulischen Einrichtungen leider nicht zu. Öffentlichkeits- und Vernetzungsarbeit Nähere Informationen zur Öffentlichkeitsarbeit in Erding finden Sie in Kapitel 7, Unterpunkt 2, zur Vernetzungsarbeit in Kapitel 10, Unterpunkt 2. Ausblick Möglicherweise wird der Untermietvertrag der Hebammenpraxis im kommenden Jahr aufgelöst, so dass sich räumliche Veränderungen ergeben könnten. Nach wie vor ist eine Planstellenaufstockung dringend erforderlich, Ziel ist die höhere Präsenz im Landkreis Erding, um das vielfältige Beratungsangebot der breiten Bevölkerung zugänglich machen zu können. Zudem wäre die Möglichkeit gegeben, in fachlich relevanten Arbeitskreisen mitzuwirken. 2.4. Nebenstelle Haar im Landkreis München Allgemeines Die Nebenstelle Haar ist so konzipiert, dass sie im fachlich-inhaltlichen Aufgabengebiet bereits wie eine eigenständige Beratungsstelle geführt wird. Zusammen mit der Leiterin fanden im Berichtszeitraum regelmäßig einmal in der Woche Teamsitzungen statt. Die BeraterInnen der Nebenstelle haben im Jahr 2012 die Zusatzqualifikation zur Schwangerschaftskonfliktberatung erfolgreich abgeschlossen. Schwerpunktaufgaben wie Qualitätssicherung, PND- und Kinderwunschberatung, Sexualpädagogik, Online-Beratung und Website-Betreuung wurden implementiert. Weiterhin ging es darum, die Beratungsstelle mit ihren vielfältigen Aufgabengebieten einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen und Strukturen im Netzwerk auszubauen und zu festigen. Im Berichtszeitraum 2012 fanden insgesamt 815 Beratungskontakte statt. 1.102 Stunden wurden dafür aufgewendet. 13 Beratungsfälle in Haar: 815 900 800 700 600 500 400 300 200 100 0 264 248 242 61 Beratungsfälle in Haar in Prozent: 30% 32% Erstberatung Folgeberatung 8% Übernommen aus dem Vorjahr Telefon-/E-Mail-/OnlineBeratung 30% Folgeberatungen entstanden hier vor allem durch die Begleitung vertraulicher Geburten, aber auch durch die vielschichtigen Probleme, die gerade nach der Geburt und in den Folgejahren entstehen. 14 Beratungsanlass nach Beratungskontakten in Haar: 900 800 700 600 500 400 300 200 100 0 815 355 281 108 14 11 37 4 5 Ca. 1/3 der Ratsuchenden kam direkt aus der Stadt München, vor allem aus dem östlichen Teil, was unter anderem auf die gute S-Bahn-Anbindung und eine schnelle Terminvergabe zurückzuführen ist. Prävention Im Jahr 2012 wurden 30 Veranstaltungen an Schulen durchgeführt und dabei 887 SchülerInnen erreicht. Im Einzelnen: 8. Klassen der Realschule Vaterstetten Gymnasium in Kirchheim 6. Klassen der Mittelschule Unterschleißheim (Kooperationsprojekt mit dem Gesundheitsamt des Landkreises München) 8. Klassen des Gymnasiums in Unterschleißheim 8. Klassen der Mittelschule in Hohenbrunn 8. Klassen der Mittelschule in Pullach Außerdem wurde das sexualpädagogische Angebot mit einer Konfirmandengruppe der evangelischen Jesuskirche in Haar durchgeführt. Hier wurden 17 Jugendliche erreicht. In München wurde in einer Truderinger Grundschule ein Elternabend mit 46 Teilnehmern durchgeführt. In einer Mutter-Kind-Einrichtung wurde eine Veranstaltung mit 7 Teilnehmerinnen durchgeführt. Öffentlichkeits- und Vernetzungsarbeit Nähere Informationen zur Öffentlichkeitsarbeit in Haar finden Sie in Kapitel 7, Unterpunkt 3, zur Vernetzungsarbeit in Kapitel 10, Unterpunkt 3. 15 Aktiver Förderkreis Der Förderkreis von DONUM VITAE Haar mit der Förderkreissprecherin Frau Gertrud Gebert war auch im Jahr 2012 aktiv, um Spendengelder für die Nebenstelle Haar einzuwerben. Darüber hinaus unterstützten die Förderkreismitglieder die MitarbeiterInnen der Beratungsstelle bei den Informationsständen auf den Straßenfesten in Haar und Vaterstetten. 2.5. Außensprechstunden im Landkreis Ebersberg Allgemeines Mit ca. 150 Geburten im Jahr hat Poing im Verhältnis zu seinen Einwohnern bundesweit besonders viele Kinder. Dementsprechend gut wird die Außensprechstunde im Poinger Bürgerhaus inzwischen angenommen. Hier steht ein großzügiger Raum mit der üblichen Büroausstattung zur Verfügung. Er wird von DONUM VITAE einen halben Tag in der Woche und in der übrigen Zeit auch von anderen Einrichtungen genutzt. Ein absperrbarer Schrank ermöglicht es, die Unterlagen und Materialien zu verschließen. Die Atmosphäre des Raums ist durch die klare Struktur und die zweckmäßige Ausstattung eher nüchtern, lässt aber andererseits auch die Möglichkeit offen, ihn individuell gemäß den Anforderungen zu gestalten. Die Sprechstunde wurde im Berichtszeitraum dienstags von 9:30 Uhr bis 13:30 Uhr angeboten. Dabei war eine gezielte Terminvergabe sinnvoll, wobei auch versucht wurde spontane Anfragen geeignet zu beraten. Anmeldung und Terminvergabe erfolgten über die Nebenstelle Haar. Nach wie vor ist der Aufbau von Kooperationen und eine gute Vernetzung bedeutend, damit wirklich allen Schwangeren und jungen Müttern das Angebot bekannt ist und es rechtzeitig in Anspruch genommen werden kann. Im Berichtszeitraum fanden insgesamt 83 Beratungskontakte mit 130 Beratungsstunden statt. Die hohe Anzahl an Geburten in Poing zeigt, dass es noch Potential bei den Beratungszahlen gibt. Beachtet werden muss, dass die Zahlen sich nur auf die Beratungen beziehen, die tatsächlich in Poing stattfanden. Personen aus dem Landkreis Ebersberg, die eine Beratung in den Räumen in Haar wahrnahmen, weil sie beispielsweise zu den angebotenen Sprechzeiten in Poing arbeiten mussten oder sehr kurzfristig einen Termin benötigten, werden hier nicht explizit erfasst. Prävention Im Landkreis Ebersberg wurden im Berichtszeitraum folgende Schulen erreicht: Im Einzelnen: 8. Klassen der Mittelschule Poing 8. Klassen des Gymnasiums Vaterstetten 8. Klassen der Realschule Vaterstetten 8. Klassen des Gymnasiums in Markt Schwaben (Kooperationsprojekt mit dem Gesundheitsamt Ebersberg) 16 Öffentlichkeits- und Vernetzungsarbeit Nähere Informationen zur Öffentlichkeitsarbeit in Poing und im Landkreis Ebersberg finden Sie in Kapitel 7, Unterpunkt 4, zur Vernetzungsarbeit in Kapitel 10, Unterpunkt 4. 2.6. Zusammenfassung zu den angebotenen Hilfen in der allgemeinen Schwangerenberatung Im Jahr 2012 wurden 821 Beratungskontakte mit 1.023 Beratungsstunden verzeichnet. Zur allgemeinen Schwangerenberatung zählen Frauen, die während der Schwangerschaft erstmals eine Beratungsstelle aufsuchen. Dabei orientieren sich die Beratungsinhalte an den gegebenen Umständen und der individuellen Lebenssituation der Klientin. Hier kristallisiert sich der „problemindizierte“ Personenkreis heraus: Alleinerziehende, minderjährige Frauen, kinderreiche Familien und ausländische MitbürgerInnen. In diesen Fällen kommt es häufig zu mehreren Beratungskontakten und in der Regel erfolgt eine Begleitung über die Geburt hinaus. Die Beratungsinhalte werden wie folgt zusammengefasst: Beratung rechtlicher und finanzieller Art z.B. o Mutterschutz, Mutterschaftsgeld o Elterngeld o Elternzeit o Landeserziehungsgeld o Kindergeld o Kinderzuschlag o Unterhalt, Unterhaltsvorschuss o Wohngeld o Arbeitslosengeld I/Arbeitslosengeld II o Arbeitsrechtliche Bestimmungen o Kindschaftsrecht o Ehe- und Familienrecht Finanzielle Hilfsangebote o Landesstiftung „Hilfe für Schwangere in Not“ und „Familie in Not“ o „Aktion für das Leben“ o Marianne-Strauß-Stiftung o Soforthilfe „Sternstunden“ o Soforthilfe aus zweckgebundenen Spenden (z.B. Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur) Weitere Hilfsangebote: o Betreuungsmöglichkeiten für Kinder o Herstellen und Vermitteln von Behördenkontakten o vereinzelt Begleitung bei Behördengängen o Hilfe beim Ausfüllen von Anträgen o vereinzelt Hausbesuche oder Besuch in Einrichtungen (z.B. Krankenhaus) o Vermittlung weiterer Hilfsangebote anderer Stellen (z.B. Mutter-Kind-Einrichtung, Adoptions- und Pflegekinderwesen, Schuldnerberatung, Erziehungsberatung, Suchtberatung) o Informationen über Kur- und Erholungsmaßnahmen o Begleitung bei vertraulicher/anonymer Geburt im Rahmen des Moses Projekts 17 Beratung in Zusammenhang mit Schwangerschaft und Geburt: o Vermittlung an Hebammen, Krankenhäuser, Geburtsvorbereitung, Kursangebote, etc. o Psychosoziale Beratung bei Fragestellungen wie Veränderung der eigenen Rolle durch die Geburt eines Kindes Veränderung der Partnerschaft und auftretende Krisen Elternschaft, Geschwisterkonstellation Entwicklung des neuen Lebensplans, Perspektiven Auseinandersetzung mit dem eigenen Lebenskonzept (Werte, Normen, Orientierung) Unterstützung durch soziales Netz (Familie, Freunde, Nachbarschaft und öffentliche Einrichtungen) eigene Ressourcen 2.7. Finanzielle Hilfen LANDESSTIFTUNG „Hilfe für Mutter und Kind“ Haar Freising Gesamt Erstanträge 59 104 163 Zusatzgesuche 13 66 79 35.868 € 129.976 € 165.844 € Haar Freising Gesamt 0 1 1 0€ 1.200 € 1.200 € Haar Freising Gesamt 10 84 94 2.547 € 30.100 € 32.647 € Haar Freising Gesamt 5 11 16 730 € 6.700 € 7.430 € Haar Freising Gesamt 0 9 9 0€ 2.680 € 2.680 € Gesamtvolumen Familie in Not Anträge Gesamtvolumen AKTION FÜR DAS LEBEN Anträge Gesamtvolumen Marianne Strauß Stiftung Klientinnen Gesamtvolumen Soforthilfe „Sternstunden“ Klientinnen Gesamtvolumen 18 Soforthilfe aus zweckgebundenen Spenden Klientinnen Gesamtvolumen Haar Freising Gesamt 7 77 84 510 € 5.680 € 6.190 € Anmerkung zur Landesstiftung „Hilfe für Mutter und Kind“: Die Mittel der Landesstiftung erreichten im Jahr 2012 deutlich mehr schwangere Frauen und Familien als im Vorjahr und bewährten sich als Unterstützung in finanzieller Not. Dies ist in erster Linie auf die Anhebung der Regelsätze zurückzuführen, wodurch mehr Familien unter die Einkommensgrenze der Landesstiftung fallen. Wie auch in den Jahren zuvor fasste ein großer Teil der Hilfesuchenden während der Antragstellung so großes Vertrauen, dass weitergehende Beratungsangebote auch über die Geburt hinaus in Anspruch genommen wurden. Seit der Überprüfung der Landesstiftung durch den Bundesrechnungshof ist der bürokratische Aufwand der Antragstellung sehr viel höher geworden. Der Druck, der offensichtlich auf der Landesstiftung liegt, wird durch ständig neue Verfahrensänderungen an die Beratungsstellen weiter gegeben. Im vergangenen Jahr gab es eine Vielzahl an Änderungen. Fragen, die sich dadurch in der Praxis ergaben, wurden durch verschiedene Nachbesserungen und Erklärungen per Mail weitergegeben. Diese zeitliche Verzögerung sorgt für große Verunsicherung. Da die Besitzstandregelung anscheinend aufgehoben wurde, müssen Klientinnen, die während der Schwangerschaft eine Voranmeldung ausfüllten und erst später in eine Notlage gerieten, abgewiesen werden. Die BeraterInnen können somit keine längerfristigen Aussagen mehr treffen, worunter die Glaubwürdigkeit stark leidet. Immer häufiger müssen andere Stiftungen angefragt und Soforthilfen bedient werden. Da im Raum Freising und München die Wohnungsnot sehr groß ist, ergeben sich daraus neue Probleme, da keine der Stiftungen Maklerprovision und Kaution übernimmt. Besonders Frauen die sich von ihrem Partner trennen, geraten dadurch in eine verzweifelte Lage. Auch wenn die Verstärkung der Kontrollen und die geforderten Überprüfungen der Ansprüche nachvollziehbar sind, ist es für die Klientinnen oft schwierig, zeitnah alle geforderten Nachweise zu bringen. Insbesondere wenn es um das Subsidiaritätsprinzip geht – der Klärung, welche gesetzlichen Leistungen vorrangig sind (z.B. Arbeitslosengeld IIAnspruch). Es vergehen nicht selten mehrere Monate bis zu einem endgültigen Bescheid. Auch hier muss häufig mit Soforthilfen überbrückt werden. Der Verwaltungsaufwand an der Beratungsstelle ist mittlerweile kaum noch zu leisten. So sollen beispielsweise bereits ausgezahlte Beträge der Landesstiftung gewinnbringend angelegt werden, bis sie an die Klientinnen weitergegeben werden dürfen. Unter diesem Bürokratismus leidet die eigentliche Aufgabe, nämlich die Beratung von Menschen. Positiv zu erwähnen bleibt, dass die Mitarbeiterinnen der Landesstiftung immer ausgesprochen freundlich sind und, im Rahmen ihrer Möglichkeiten, um Lösungen im Sinne der Klientinnen bemüht sind. Zu erwähnen ist die seit Juni 2012 stillgelegte Seite "schwanger-in-bayern.de". Die fehlenden Fachinformationen bedingen an den Beratungsstellen einen erhöhten Zeitaufwand für eigene Recherchen. Anmerkung zur Zusammenarbeit mit dem Jobcenter im Einzugsgebiet: Die Zusammenarbeit mit dem Jobcenter hat sich deutlich verbessert. 19 Es fanden zwei Treffen mit der Teamleitung des Jobcenters und den sozialen Einrichtungen statt, um offene Fragen zu klären. Darüber hinaus stattete das Donum Vitae Team den MitarbeiterInnen des Jobcenters einen Besuch ab. Dieses persönliche Kennenlernen und der Austausch über die Herausforderungen der jeweiligen Arbeitsbereiche schaffte die Grundlage für einen wohlwollenden Kontakt zwischen den SachbearbeiterInnen im Jobcenter und den Beraterinnen. Dennoch bleibt die praktische Umsetzung schwierig. Für Frauen, die schon stark belastet sind, ist es kaum möglich die Anforderungen, die die Antragstellung mit sich bringt, zu erfüllen. Somit werden Leistungen häufig erst mit großer zeitlicher Verzögerung ausbezahlt und die Frauen wissen nicht, wie sie diesen Zeitraum überbrücken sollen. Dies bedeutet einen großen zusätzlichen Aufwand für die Beraterinnen und ist maßgeblich dafür verantwortlich, dass ein hoher Bedarf an Soforthilfen für die KlientInnen besteht. 2.8. Begleitete anonyme/vertrauliche Geburt - „Moses-Projekt“ Für einige Frauen kann die Situation schwanger zu sein und nicht zu wissen, ob sie das Kind bekommen können, wie es weiter gehen soll und ob sie in der Lage sind, das Kind selbst großzuziehen, so schwierig und belastend sein, dass sie keinen Ausweg mehr für sich und das ungeborene Leben sehen. Häufig fehlt ihnen ein vertrauter Mensch, mit dem sie über ihre Schwangerschaft sprechen können und ihre Umgebung ist ihnen mehr oder weniger ablehnend oder sogar feindlich gegenüber eingestellt. Diese Frauen sind völlig verzweifelt und es erscheint ihnen oftmals besser, die Schwangerschaft zu verheimlichen. Dies ist häufig dann der Fall, wenn die legale Frist für einen Schwangerschaftsabbruch (12. Schwangerschaftswoche) – aus welchen Gründen auch immer – nicht wahrgenommen wurde. Sie wissen nicht, wo sie entbinden sollen, ob sie ihr Kind behalten können und sie fühlen sich teilweise bedroht. Nicht selten liegt eine tatsächlich existenzielle Bedrohung von Leib und Leben vor. Die Schwangerschaft wird verdrängt, sogar verleugnet. Frauen, die ihre Schwangerschaft so erleben, sind in größter Not. Das Moses-Projekt will diese Frauen erreichen. Damit sollen auch Schwangere erreicht werden, die mit den bisherigen Hilfsangeboten nicht erfasst wurden. So soll verhindert werden, dass Frauen ihr Kind völlig allein zur Welt bringen, es sogar aussetzen oder gar töten. Das Moses-Projekt ist ein ganzheitliches Unterstützungsangebot, das sowohl die Frau, ihre besondere Situation und eine möglicherweise anonyme oder vertrauliche Geburt als auch die Identitätsrechte und das Wohl des Kindes einbezieht. Durch die Begleitung der Schwangeren kann neben der psycho-sozialen gleichermaßen auf ihre gesundheitliche Situation eingegangen werden und eine gezielte, überlegte, sowie gesicherte Geburt erfolgen. Somit kann eine optimale medizinische Versorgung der Frau und des Kindes gewährleistet werden. Es besteht die Chance, gemeinsam mit der Frau Perspektiven für ein Leben mit dem Kind zu eröffnen bzw. auf eine halb-offene oder offene Adoption hinzuwirken. Damit kann dem Kind eine Rückverfolgung seiner Wurzeln bzw. ein Kontaktaufbau zur leiblichen Mutter ermöglicht werden. Bislang gab es an den Beratungsstellen in Freising und Haar zehn „Moses-Fälle“ wovon zwei im Jahre 2012 waren. In München gibt es seit geraumer Zeit keine Klinik, in der eine anonyme bzw. vertrauliche Geburt möglich ist. Die nächstgelegenen Kliniken, die anonyme Geburten durchführen, befinden sich in Augsburg und Landshut. Die Frauen, die aus dem Umkreis München kamen, konnten sich nicht vorstellen zur Entbindung in eine Klinik nach Augsburg oder Landshut zu fahren und wollten in einer Klinik in München entbinden. Dabei spielte vor allem die Angst eine Rolle, bei einsetzenden Wehen nicht mehr rechtzeitig eine Klinik in so weiter Entfernung zu erreichen bzw. die fehlende Rechtfertigung und Begründung, weshalb ein Klinikaufenthalt in einer anderen Stadt vonnöten wäre. Im 20 städtischen Klinikum München GmbH ist es trotz Stadtratsbeschluss vom 11.02.2010 nicht mehr möglich, in Notfällen eine anonyme Geburt durchzuführen, was zu einem enormen Druck und großen Schwierigkeiten, nicht zuletzt für die sich in Not befindlichen Schwangeren führte. Vertrauliche Geburten erfordern ein höchstmögliches Maß an Sicherheits- und Schutzbedingungen sowie einen höchst professionellen Umgang des Personals in der Verwaltung und im Pflegebereich, damit eine Geheimhaltung der personenbezogenen Daten der Klientin sichergestellt ist. Die Zusammenarbeit mit der Adoptionsvermittlungsstelle des Stadtjugendamtes München bzw. dem Adoptionsdienst der Katholischen Jugendfürsorge, Landesverband Bayern, ist sehr gut. Leider ist eine gute Kooperation und Zusammenarbeit mit der Städtischen Klinikum München GmbH trotz größter Bemühungen noch nicht erreicht. Fazit Für schwangere Frauen in einer Notsituation, die für sie ausweglos erscheint sowie deren Leben bedroht, ist die Möglichkeit einer anonymen Geburt in einer Klinik dringend erforderlich. Im Jahr 2012 waren selbst vertrauliche Geburten äußerst schwierig durchzuführen, da die Zusammenarbeit mit dem ursprünglich dafür vereinbarten Klinikum nur rudimentär funktionierte. Es bedarf gemeinsamer Absprachen, insbesondere zwischen der Klinik und der Beratungsstelle, sowie fundierte Handlungsabläufe, die für die Sicherheit aller Beteiligten insbesondere bei der Geburt und darüber hinaus unerlässlich sind. Auch die gesundheitliche Situation der Schwangeren könnte mit einer größtmöglichen Vertraulichkeit besser aufgefangen werden, was dem Leben der Frau und dem des Kindes zu Gute käme und womit bereits im Vorfeld die betroffenen Frauen niedrigschwelliger erreicht werden könnten. Dies fördert eine vertrauensvolle Atmosphäre, Begleitung und Beziehung und kommt somit der Schwangeren und dem Kind zugute, die über die Gegenwart hinaus neue Wege für deren Leben ermöglicht. Für die BeraterInnen erfordert diese Begleitung hohe Professionalität, persönliche Belastbarkeit, großes Engagement und Flexibilität auf vielseitigen Ebenen. Dafür bedarf es valider Handlungsgrundlagen, zugeschnittener Supervision und angemessener Aufwandsentschädigung. 2.9. Männerberatung Seit August 2009 wurde das Team der Beratungsstelle Haar um einen Sozialpädagogen mit 32 Wochenstunden erweitert. Dieser stand im Jahr 2012 einmal wöchentlich auch für Beratungen an der Hauptstelle in Freising zur Verfügung. Herr Fierlbeck war schwerpunktmäßig zuständig für die Männerarbeit, die Online-Beratung und die Sexualpädagogik. Aber auch allgemeine Beratungen und Konfliktberatungen wurden von dem männlichen Berater durchgeführt. Die Teams wurden durch den männlichen Mitarbeiter bereichert und erfuhren so eine Perspektivenerweiterung. Sowohl von den männlichen wie weiblichen Ratsuchenden wurde der männliche Mitarbeiter sofort angenommen. Männerberatung in der Schwangerenberatungsstelle - wozu? Die Schwangerenberatungsstellen stellten bisher eine Frauendomäne dar, sofern man sich an Beratungszahlen, inhaltlichen Angeboten und der Zahl der männlichen Mitarbeiter 21 orientierte. Der gesellschaftliche Wandel, aufgrund dessen sich das traditionelle Rollenverständnis verändert, erfordert jedoch auch in der Beratung differenzierte Vorgehensweisen. Innerhalb von DONUM VITAE in Bayern e. V. hat sich aus diesem Grund vor ca. 3 ½ Jahren ein Arbeitskreis zur männerspezifischen Beratung gebildet, der von männlichen Mitarbeitern und Ehrenamtlichen geführt wird. Unter Punkt 10 wird der Arbeitskreis „Werdende Väter“ vorgestellt. Neben dem Ziel, in den Beratungsstellen vermehrt Themen, die Männer betreffen zu bearbeiten, gilt es auch Rahmenbedingungen zu schaffen, die Männer u.U. eher ansprechen, wie z.B. männliche Ansprechpartner in der Beratung oder modifizierte Beratungssettings. Außerdem ist es wichtig, die Akzeptanz und die Sensibilisierung für diese Thematik bei den überwiegend weiblichen Mitarbeiterinnen zu stärken. 2.10. Online-Beratung www.donumvitae-onlineberatung.de Die bundesweite donum vitae Online-Beratung hat sich weiter als ein erfolgreiches Beratungsinstrument neben der Face-to-Face Beratung in den Beratungsstellen vor Ort etabliert. Auch 2012 sind die Anfragen wieder gestiegen. Dies hängt möglicherweise auch mit dem Wechsel des Anbieters für die Onlineberatungsplattform zusammen. Beim überwiegenden Teil der Ratsuchenden handelt es sich um Frauen und Mädchen im Alter unter 30 Jahren. Die benannten Problembereiche sind vielfältig. Hier geht es um komplexe Problem- und Lebenssituationen, wobei ein Teil dieser KlientInnen unter extremer psychischer Belastung leidet, z.B. nach Trennung/Scheidung, Schwangerschaftskonflikt, Schulden, Totgeburt/Fehlgeburt, Sexualität oder ungewollter Kinderlosigkeit. Insgesamt zeigt sich, dass die Online-Beratung gerade bei Themen, die sehr schambesetzt sind, durch ihre Niedrigschwelligkeit ein wertvolles Beratungsinstrument und eine ideale Möglichkeit für den Erstkontakt bietet. Eine wesentliche Veränderung ist in dem Anfrageverhalten der KlientInnen festzustellen, so nehmen Folgeberatungen deutlich zu. Und KlientInnen fragen auch zu einem späteren Zeitpunkt erneut wieder an. Die Kontaktaufnahme erfolgt in den meisten Fällen durch die KlientIn selber, wobei sich durchaus auch Freunde oder Eltern an uns wenden. Zu den wichtigen Elementen unserer Online-Beratung gehört u.a. die Intervision der Beraterinnen untereinander. Sie hat sich als ein Handwerkszeug erwiesen, das die Qualität der Online-Beratung kontinuierlich steigert. Onlineberatungsworkshop Der Onlineberatungsworkshop ist ein Austauschgremium der bei DONUM VITAE bundesweit arbeitenden Onlineberaterinnen. Der stellvertretende Leiter der Nebenstelle Haar ist dort Mitarbeiter. Ziel dieser Treffen ist es, Onlineberatungsangebote zu verbessern. Jährlich finden zwei Treffen statt. In diesen Treffen wird auch über die jährlich stattfindende Fortbildung abgestimmt, welche auch wie bereits letztes Jahr im Fachforum Onlineberatung in Nürnberg stattfand. Das Fachforum berichtet über neueste Trends in den digitalen Medien, welche neue Zielgruppen erschließen soll. 22 2.11. Mitarbeiterinnen in der Verwaltung Das Aufgabengebiet der Verwaltungskräfte ist sehr vielschichtig und umfangreich und erweitert bzw. verändert sich von Jahr zu Jahr. Eine der wichtigen Aufgaben der Verwaltungskräfte ist der Erstkontakt mit Klienten/Klientinnen. Hier ist es wichtig, ihnen das Gefühl von „Hier bin ich richtig, hier wird mir geholfen!“ zu vermitteln und ihre Sorgen und Ängste erst zu nehmen. Herauszufinden, mit welchem Anliegen die Frauen und Männer die Beratungsstelle aufsuchen, um sie dann gezielt an die Beratungskräfte weiterzuleiten, ist eine ständige Herausforderung. Oft kann der Frau schon am Telefon der größte Druck genommen werden, indem einfühlsam und behutsam auf ihre Situation eingegangen wird. Besonders bei Konfliktberatungen und Beratungen im Zusammenhang mit PND sind die Verwaltungskräfte um eine schnelle Terminvergabe bestrebt. Ein angemessener und sicherer Umgang mit den Klienten/Klientinnen, die sich meist in einer sehr schwierigen Lebenslage befinden, ist ausgesprochen wichtig. Von den Verwaltungskräften erfordert dies ein hohes Maß an Empathie und sehr viel Menschlichkeit. Das umfangreiche Aufgabenfeld der Verwaltungsmitarbeiterinnen stellt sich als ein notwendiger Teil des Gesamtkonzeptes von DONUM VITAE dar. Die Verwaltungsangestellten sind eingebunden bei der Vorbereitung und Durchführung von verschiedenen Veranstaltungen (wie z.B. regionale Öffentlichkeitsarbeit). Dazu gehören auch das Gestalten von Plakaten und Handzetteln, sowie das Verfassen von Pressetexten. Besonders die Organisation und Durchführung der 10-Jahresfeier erforderte umfangreiche Planung, Mithilfe und Engagement. Es ist hervorzuheben, dass eine der Verwaltungskräfte fachlich und kompetent alle Vorarbeiten für Haushaltsanträge und Verwendungsnachweis termingerecht erledigt. Ebenso ist eine der Verwaltungsfachkräfte Qualitätsbeauftragte für die Beratungsstelle Freising. 2012 fand zum siebten Mal das jährliche Treffen der Verwaltungsangestellten von DONUM VITAE in Bayern statt. Hier bietet sich die Möglichkeit zum fachlichen Austausch und Besprechen verschiedener Arbeitstechniken, mit dem Ziel einer stetigen Steigerung der Qualität unserer Arbeit. 2.12. Erfahrungen und Trends Der Trend geht weiter in Richtung "Armut". Hierfür gibt es in der Armutsforschung keine eindeutige Definition. Man kann jedoch unterscheiden zwischen absoluter und relativer Armut. Die absolute Armut herrscht in den Dritte- und Vierte-Welt-Ländern, wo Menschenmassen in Slums leben und um das Überleben kämpfen. Hier gibt es jedoch eine Solidarität unter den Armen - viele Menschen erleben die gleiche Situation und organisieren sich. Die relative Armut ist eine Unterschreitung des sozio-kulturellen Hintergrunds und misst sich an Konsumattributen. Sie wirkt vor allem auf die Psyche und wird in der Regel als deprimierend, bedrückend und beschämend erlebt. Dies führt häufig zu einem Rückzug aus dem gesellschaftlichen Leben und einem Verstecken vor der Öffentlichkeit. Besonders fatal wirkt sich dies auf die Kinder armer Eltern aus. Die Kinder erleben eine Einschränkung materieller Güter und die Teilhabe an Kultur, Bildung und Gesundheit ist nicht mehr 23 gewährleistet. Stadtteile und Straßenzüge zerfallen in reich und arm. Hier entsteht soziale Ungerechtigkeit. Dies führt unweigerlich zu Stigmatisierung, Scham und Ausgrenzung. Allzu schnell geraten die Kinder dadurch in eine "chancenlose" Lebenssituation und fallen durch das Raster. In einem sehr reichen Land wie Deutschland ist Armut ein Skandal. Betroffen von Armut sind verstärkt Arbeitslose, Alleinerziehende, Familien mit mehreren Kindern, Menschen mit Migrationshintergrund, Vollzeitarbeiter mit Niedriglohn und Menschen mit einem niedrigen Bildungsstand. Genau der Personenkreis, der am häufigsten die Beratungsstellen für Schwangerschaftsfragen aufsucht. „Hartz IV“ ist das große Schlagwort und bedeutet eigentlich "bekämpfte Armut". Dabei ist die Dunkelziffer der Personen, die keine Hilfe in Anspruch nehmen, gar nicht mit einbezogen. Mittlerweile bringen viele Männer und Frauen, die eine Beratung in Anspruch nehmen, ein ganzes Bündel an Problemen mit. Die häufig vorrangig finanzielle Not bedarf einer umfassenden Abklärung von Arbeitslosengeld II-Ansprüchen oder vorrangiger gesetzlicher Leistungen, was ein zunehmend komplexeres Wissen der BeraterInnen erfordert. Viele Menschen benötigen jedoch einen zuverlässigen beständigen Ansprechpartner, der ihnen durch den „Gesetzesdschungel“ hilft und konkrete Hilfestellung leistet. Häufig kommt eine Überschuldung dazu und nicht selten droht ein Verlust der Wohnung. Mittlerweile gehört diese Form der niederschwelligen Arbeit zum Beratungsalltag. Sie kann jedoch unmöglich auf Dauer von den BeraterInnen geleistet werden. Trotz einer guten Vernetzungsarbeit mit anderen sozialen Diensten bräuchten viele Menschen eine engmaschige Begleitung, die letztlich nur durch den Einsatz eines ehrenamtlichen Personenkreises (z.B. Ämterlotsendienst, Nachbarschaftshilfe) geleistet werden kann. Verstärkt ist die Anfrage nach Hilfe bei der Wohnungssuche. Im gesamten Einzugsgebiet ist ein erschwinglicher Wohnraum äußerst knapp und die Not - wenn es um Familienzuwachs geht - oft sehr groß. Hier sind die MitarbeiterInnen der Beratungsstelle vor massive Grenzen ihres Handlungsspektrums gestellt. Der Arbeitslohn gerade im Niedriglohnsektor steht in keiner Relation zu den Mietkosten. Dass viele Menschen oft mehr als die Hälfte ihres Gehaltes für Wohnraum ausgeben müssen, kann nur zu einem massiven Ungleichgewicht führen. Für kinderreiche Familien eine Katastrophe. Für eine 4-5 – Zimmer-Wohnung im sozial geförderten Wohnungsbau Freising gibt es mittlerweile Wartezeiten von bis zu 2 Jahren. Fazit Dass viele Frauen und Paare, die ein Kind erwarten, nicht in der glücklichen Lage sind, eine "intakte und gesicherte Existenz" vorzufinden und dennoch "Ja" zu einem Kind sagen, ist in der heutigen Zeit sehr mutig. Viele Paare sind auf Grund von Unsicherheit, Existenz- und Zukunftsangst weniger bereit, Kinder in die Welt zu setzen. Die Folgen einer kinderlosen Gesellschaft werden schon lange diskutiert. Wenn wir nicht bereit sind, uns für die schwächsten Glieder unserer Gesellschaft einzusetzen, wenn wir nicht wieder Mitverantwortung und Solidarität als Wert erkennen und leben, werden soziale Kälte, Ellbogenmentalität, Frustration in breiten Bevölkerungsschichten, Unruhen und Gewalt weiter zunehmen. Der Berufsstand der Sozialpädagogen ist heute mehr denn je gefragt. Sie sind die Seismographen einer Gesellschaft, zeigen Nöte und Missstände auf und versuchen in einer 24 großen Netzwerkarbeit den Menschen, die am Rande stehen und keine Lobby haben, zu unterstützen. Leider erfährt dieser so wichtige Berufsstand immer noch zu wenig Anerkennung, was sich vor allem im Gehalt widerspiegelt. So ist es mittlerweile schwierig, erfahrenes und hochqualifiziertes Personal in der Schwangerenberatung zu finden, weil die Bezahlung in keiner Relation zu der geleisteten Arbeit steht. 3. Schwangerschaftskonfliktberatung Die Beratung von Frauen und Männern in Not- und Konfliktsituationen ist einerseits dadurch geprägt, dass eine lebenswichtige Entscheidung unter Zeitdruck geklärt werden muss und andererseits tieferliegende Probleme Zeit zur Aufarbeitung brauchen. Oft sind die Ratsuchenden emotional sehr aufgewühlt, Gefühle der Angst, Panik und Hilflosigkeit überschatten eine Problembewältigung. Das Schaffen einer entspannten, positiven Atmosphäre, der Aufbau einer vertrauensvollen Beziehung, die die Erfahrung des Angenommen-Seins vermitteln sind Voraussetzung dafür, dass sich die Ratsuchenden auf einen Beratungsprozess einlassen. Der völlig geschützte Rahmen bietet den Ratsuchenden die Gelegenheit, Gefühle zuzulassen und die eigenen Konflikte zu betrachten. Die Beratung soll Hilfe sein, eine eigene, freie und persönlich verantwortliche Entscheidung zu treffen. Aus einem meist vielschichtigen Prozess werden im Beratungsverlauf hinderliche und schwächende Faktoren herausgearbeitet und dadurch Lösungswege und Perspektiven für ein Leben mit dem Kind entwickelt. Dabei ist es äußerst wichtig, die Eigenkräfte der Ratsuchenden zu stärken und ihnen Zugang und Zeiträume zu ihren Ressourcen aufzuzeigen. Je nach der individuellen Lebenssituation und dem Kontext der Ratsuchenden benötigen diese für die Entscheidungsfindung wichtige Informationen, Hilfestellung, Unterstützung und weitergehende Begleitung. Im Berichtszeitraum kamen 211 Frauen mit insgesamt 279 Beratungsstunden zu einer Schwangerschaftskonfliktberatung Statistische Auswertung der Protokolle zur Schwangerschaftskonfliktberatung (198 Klientinnen) Alter der Klientinnen: 1 7 1 9 33 62 43 42 25 unter 14 Jahre: 0 14-15 Jahre: 1 16-17 Jahre: 9 18-25 Jahre: 62 26-30 Jahre: 42 31-35 Jahre: 43 36-40 Jahre: 33 über 40 Jahre: 7 unbekannt: 1 Die Altersgruppe der 18 - 25 Jährigen ist mit 31 % nach wie vor am größten. Es ist die Lebensphase der Berufsausbildung oder des Studiums, des Aufbauens einer eigenen Existenzgrundlage und damit der endgültigen „Abnabelung“ vom Elternhaus. Es ist die Zeit der Selbstfindung und Identitätsbildung. Und es ist die Phase der Partnersuche und der festen Bindung. Eine konkrete Familienplanung und -gründung halten viele in diesem Alter für verfrüht. Ab dem 40. Lebensjahr ist für viele Frauen und Männer die Familienplanung abgeschlossen und in ihrem Lebenskonzept nicht mehr vorgesehen. Hier spielt auch die Angst vor einer Schädigung des Kindes eine gewichtige Rolle. Die Zahl der Minderjährigen gestaltet sich wie folgt: unter 14 Jahre 0 0% 14 - 15 Jahre 1 0,5 % 16 - 17 Jahre 9 4,6 % Die Zahl der minderjährigen Schwangeren nimmt mit ca. 5,1 % einen geringen Anteil der Schwangerschaftskonfliktberatung ein. Dennoch sind diese jungen Frauen in einem besonderen Maße von den Auswirkungen und Konsequenzen betroffen. Festgestellt werden kann, dass die Entscheidungsfindung eines minderjährigen Mädchens sehr oft von der Einstellung der Eltern des Mädchens beeinflusst ist. In der Regel leben die Mädchen noch zu Hause, sind in der Schule, in der Ausbildung oder arbeitslose Schulabgängerinnen. So sind sie zum einen ökonomisch von den Eltern abhängig und auf deren Unterstützung angewiesen. Zum anderen besteht auch noch eine große emotionale Abhängigkeit und die Jugendlichen brauchen den Schutz und die Fürsorge der erwachsenen Bezugspersonen. Stehen die Eltern zu der schwangeren Tochter und entwickeln gemeinsam Zukunftsperspektiven, die tragfähig sind, kann sich die Tochter eher für das Kind entscheiden. Zum Beispiel: die Garantie, mit dem Baby zu Hause wohnen bleiben zu können, die Mithilfe bei der Betreuung des Kindes, finanzielle Unterstützung und die Sicherheit „mit Rat und Tat zur Seite zu stehen“. Trifft dies nicht zu, weil die Eltern sich nicht in der Lage sehen, diese hohen Anforderungen zu erfüllen (eigene Berufstätigkeit, kleine Wohnung, wenig Geld) oder die Eltern ein anderes Lebenskonzept für ihr Kind haben (guter Schulabschluss, zuerst Ausbildung, Studium), kommt es sehr häufig zu einer Entscheidung gegen das Kind. Angebote wie „Betreutes Wohnen“ oder eine Mutter-Kind-Einrichtung bilden dann die Alternativen. In der Regel besteht in diesem Alter noch keine feste Partner-Beziehung, so dass eine Partnerschaft keinen stabilen Rahmen bietet. Bemerkenswert ist, dass die Bereitschaft der jungen Männer wächst, mit in die Beratung zu kommen und sie ihre Mitverantwortung erkennen. 26 Staatsangehörigkeit: deutsch (ohne Migrationshintergrund) 0% 23% deutsch (mit Migrationshintergrund) Ausland EU 12% 55% Ausland nicht EU keine Aussage (unbekannt) 10% Familienstand: geschieden 10% verwitwet 0% keine Angabe 0% ledig verheiratet geschieden verwitwet verheiratet 32% keine Angabe ledig 58% Vorangegangene Abbrüche: 6 1 0 1 41 0 1 2 3 4 und mehr keine Aussage (unbekannt) 149 27 Gründe für die Erwägung eines Abbruchs: 250 193 200 188 150 112 110 100 68 100 114 74 54 50 50 63 37 14 5 4 12 0 Die fünf meistgenannten Gründe für die Erwägung eines Abbruchs im Berichtszeitraum sind: psychische/physische Überforderung, Angst vor Verantwortung/Zukunftsangst, Schwierigkeiten in der Partnerbeziehung, berufliche Probleme/Ausbildung gefährdet, finanzielle Probleme/Schulden. An erster Stelle steht seit Jahren die psychische und physische Überforderung der Frau. Dabei führt die Bündelung mehrerer Probleme zu einer Belastungsprobe, der viele Frauen nicht standhalten können. Auch wenn gangbare Wege aufgezeigt werden, spielt die allgemeine Lebenssituation und damit die Verfassung eine wesentliche Rolle. „Ich habe nicht mehr die Kraft.“, „Ich traue mir das einfach nicht zu“, „Ich habe solche Angst, das alles nicht zu schaffen“ sind Aussagen, die einen sehr ernsten Charakter besitzen. An zweiter Stelle steht die Angst vor Verantwortung und Zukunftsangst. Es herrscht eine große Verunsicherung angesichts der sich zuspitzenden wirtschaftlichen Situation, dem Arbeitsmarktangebot, den erhöhten Anforderungen in Form von gesteigerter Leistungserwartung und dem entsprechenden Druck, der bereits schon auf SchülerInnen ausgeübt wird. Immer mehr Menschen leiden an psychischen Erkrankungen, Abhängigkeitsformen aller Art nehmen zu und viele fallen irgendwann aus dem „Ellenbogensystem“ heraus. „Hartz IV“ ist für nicht wenige bereits eine ernüchternde Realität und das Armutsrisiko mit Kindern eine feststehende Tatsache. Die Informationsflut der Nachrichten aus aller Welt über Kriege, Hungersnöte, Elend und Armut, Gefahren der Umweltverschmutzung und Zerstörung der Natur lässt bei immer mehr Menschen den Gedanken aufkeimen: „Können wir noch verantworten, ein Kind in diese Welt zu setzen?“ 28 Dieses Bündel an Belastungen führt häufig zu Schwierigkeiten in der Paarbeziehung. Dass jede dritte Ehe geschieden wird (in Großstädten sogar jede zweite Ehe), ist eine feststehende Tatsache. Hier werden der gesellschaftliche Wandel und die Werteverschiebung am deutlichsten sichtbar. Der Wunsch nach einer tragfähigen Beziehung, nach Sicherheit und Beständigkeit ist bei den meisten Frauen und Männern vorhanden. Ein Kind in die Welt zu setzen, in der oben genannte Voraussetzungen fehlen oder gefährdet sind, bringt das Modell einer glücklichen Familie ins Wanken. Nicht selten fehlt der Partner ganz, weil er sich nicht mit der Vaterrolle identifizieren kann bzw. große Angst vor dieser Verantwortung hat. Zunehmend verändern sich familiäre Strukturen, die traditionelle Familie mit ihren vorgegebenen Rollenzuweisungen von Frau und Mann verliert an Gewichtung. Dies erfordert ein Umdenken und fragt nach alternativen Handlungsmustern. Das Selbstbild der Frau ist heute zunehmend geprägt vom Wunsch nach Selbstständigkeit und wirtschaftlicher Unabhängigkeit. Die Geburt eines Kindes stellt für Paare eine große Herausforderung dar. Die neu dazu kommende Rolle als Mutter/Vater, die Verantwortungsübernahme und Sorge für ein Kind, die Frage der Existenzsicherung und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie erfordern eine Neudefinition als Paar und führen natürlicherweise auch zu Konflikten. An vierter Stelle stehen berufliche Probleme und Gefährdung der Ausbildung. In Zeiten der Wirtschaftskrise und Rezession ist die Angst vor einem Arbeitsplatzverlust groß. Kontinuierliche Leistungssteigerung und hundertprozentiger Arbeitseinsatz – wer kann sich noch erlauben, eine Krankheit auszukurieren? – werden standardmäßig erwartet. Möglichst schnell nach der Geburt eines Kindes wieder zu arbeiten, um den Anschluss nicht zu verlieren, wurde auch mit der Einführung des Elterngeldes für 1 Jahr standardisiert. Männer, die länger als 2 Monate Partnerzeit für ihr Kind nehmen wollen, werden von vielen Arbeitgebern in irgendeiner Form sanktioniert. Befristete Arbeitsverträge, die Zumutbarkeit einer einfachen Anfahrtszeit von zwei Stunden zum Arbeitsplatz (bei einer 20-StundenStelle), geringer Verdienst im Niedriglohnsektor, ein notwendiges Doppeleinkommen, die „Ausbeutung“ durch Zeitarbeitsfirmen usw. machen es Frauen und Männern schwer, sich für ein Kind zu entscheiden. Schulabgänger ohne Schulabschluss und junge Erwachsene ohne Ausbildung haben kaum positive Perspektiven. Finanzielle Probleme stehen an fünfter Stelle. Der Verdienst ist häufig so gering (gerade im Flughafenbereich oder bei Zeitarbeitsfirmen), dass dieser keine Familie trägt und oft genug zusätzlich ALG II beantragt werden muss, damit die Existenzgrundlage einer 4-köpfigen Familie gesichert ist. Alleinerziehende Frauen, die Elternzeit nehmen wollen, fallen oftmals unter Hartz IV wenn das Elterngeld nicht ausreicht. Für Mütter wird der baldige Wiedereinstieg ins Berufsleben auch noch erschwert durch einen Mangel an Betreuungseinrichtungen gerade für unter 3jährige Kinder. Woraus sich der sechsthäufigste Grund für die Erwägung eines Abbruchs ergibt: fehlende Kinderbetreuung. Hinzu kommt ein großes Dilemma für Frauen: Sie sind hin und her gerissen zwischen bleibender Berufstätigkeit, was ökonomische Unabhängigkeit und persönliche Bereicherung beinhaltet und dem Anspruch, möglichst lange zu Hause bei dem Kind sein zu wollen. Hier wird häufig folgendes Argument angeführt: „Wenn ich ein Kind in die Welt setze, dann will ich auch ganz für das Kind da sein“ oder: „Wenn ich mein Kind fremd unterbringen muss, brauche ich kein Kind in die Welt zu setzen.“ Einerseits zeigt sich dabei das Bild der „Karrierefrau im Berufsleben“ und andererseits das Bild der „perfekten Mutter“, die ihrem Anspruch absolut gerecht werden will. Beides zu vereinbaren fällt Frauen schwer, da es hierzu noch wenig Modelle und gesellschaftliche Akzeptanz gibt. Diese Frauen müssen sich 29 in unserer Gesellschaft sozusagen eine eigene Kultur schaffen und tatsächlich den Spagat schaffen zwischen Beruf und Muttersein. Das gleiche gilt übrigens für Männer, die vor der Entscheidung stehen, Elternzeit über die Partnermonate hinaus in Anspruch zu nehmen bzw. die Rolle als „Hausmann“ zu übernehmen. Dass nur 2% der Männer dieses Recht in Anspruch nehmen, spricht für ein mangelndes Bewusstsein bei Arbeitgebern und eine patriarchalisch geprägte Gesellschaftsstruktur. Selbstbewusstsein, Eigenverantwortung und Mut sind erforderlich, um alternative Wege zu beschreiten, obwohl uns eigentlich Länder wie Frankreich oder Schweden entsprechende Modelle aufzeigen. Fazit Die Entscheidung für oder gegen ein Kind erleben durchgehend alle Frauen als äußerst schwierig und krisenhaft. Gerade die jungen Frauen sind gezwungen, sich intensiv und realistisch mit ihren Vorstellungen und Wünschen und ihren unterschiedlichen Lebensentwürfen auseinanderzusetzen. Voll oder teilweise berufstätig sein, allein oder in einer Beziehung lebend, mit oder ohne Kinder, alleinerziehend oder als Ehefrau und Mutter. Angst vor Veränderungen, z.B. auch hinsichtlich des Freundeskreises, stellen sich ein. Die Interessen und Lebensumstände der Frauen, die sich für eine Partnerschaft und ein Kind entscheiden, gehen in eine andere Richtung als die Interessen und Lebensumstände von kinderlosen Frauen. Die Entscheidungsfindung wird oft als schwere Bürde empfunden und löst Ängste aus: „Treffe ich auch die richtige Wahl? Werde ich die Konsequenzen tragen können? Egal wie ich mich entscheide, habe ich das Gefühl, mich falsch zu entscheiden.“ Hier findet die Schwangerschaftskonfliktberatung mit ihrem staatlichen Auftrag „Perspektiven für ein Leben mit Kind zu eröffnen“ ihren Ansatz. Die Frauen erleben ein Beratungsgespräch in der Regel als entlastend, sie können sich Klarheit verschaffen und vielfältige Unterstützung erwarten. Dies gilt natürlich auch für eine weitere Begleitung nach einem Schwangerschaftsabbruch. 4. Aktivitäten im Bereich der nachgehenden Betreuung Einzelberatung Die nachgehende Beratung und Begleitung rückt auch hinsichtlich der „Frühen Hilfen“ und der Einrichtung von „Koordinierenden Kinderschutzstellen“ in allen Landkreisen immer mehr in den Mittelpunkt. Es sind vor allem die Schwangerenberatungsstellen, die am frühesten in Kontakt mit den Frauen kommen und durch die Schaffung einer vertrauensvollen Basis Frauen und Männer über die Geburt hinaus begleiten können. Im Berichtzeitraum wurden 997 Beratungskontakte verzeichnet. Dies ist eine deutliche Steigerung zum Vorjahr und unter anderem auf intensive Begleitungen nach vertraulichen Geburten zurückzuführen. DONUM VITAE in Bayern e.V. entwickelte ein eigenes spezielles Konzept zur „Beratung und Begleitung nach Geburt und in den Folgejahren“: 30 Zielgruppen: Die Beratung richtet sich an Frauen, Männer und Familien: Mütter bzw. Eltern mit Kindern bis zum 3. Lebensjahr Mütter/Väter in besonderen Lebenslagen nach der Geburt (z.B. Alleinerziehende) Eltern mit besonderer Fragestellung nach der Geburt (z.B. mit einem Kind mit Behinderungen) Spezielle Angebote in der Einzelberatung: DONUM VITAE geht davon aus, dass die Ratsuchenden Verantwortung übernehmen und in der Regel auch die Fähigkeit haben, ihren Alltag mit allen Anforderungen zu bewältigen. In besonderen Lebenssituationen, in denen zusätzlich Unterstützung und Hilfe nötig wird, steht DONUM VITAE auf Wunsch beratend und begleitend zur Seite. In der Beratung finden die Stärken, Möglichkeiten und Probleme der Ratsuchenden Raum: Angebot der weiteren Begleitung nach der Geburt bereits während der Beratungen in der Schwangerschaft Erstkontakt nach der Geburt als Gelegenheit zur Begrüßung und Wertschätzung des Kindes und der Mutter/Eltern Engmaschige Folgeberatungen in besonders krisenhaften Situationen Zuhören, Hinschauen, Sensibilisieren und Verweisen als präventive Maßnahmen Spezielles Vorgehen bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung Verabschiedende Beratung zum Ende des 3. Lebensjahres (Geschafftes würdigen, Neues andenken, weitere Hilfen vermitteln) Weitere Angebote und Möglichkeiten: Gruppenangebote (z.B. Mutter-Kind-Gruppen, SAVE, PEKiP) Vermittlung an Fachstellen im Netzwerk Informationsveranstaltungen Vorträge Ziele der Beratungsarbeit: Ziel der Beratung ist es, Frauen, Männer und Familien in schwierigen persönlichen, familären oder finanziellen Situationen zu unterstützen, zu stärken und zu begleiten. 31 Wertschätzung des Neugeborenen Unterstützung bei der neuen Elternrolle Hilfe bei Partnerschaftskonflikten und Kommunikationsproblemen Entwicklung und Stärkung des elterlichen Selbstvertrauens Unterstützung beim Zugang zu familienbezogenen Hilfen Kontaktaufbau zu hilfreichen Gruppen und Selbsthilfeorganisationen Vermittlung im professionellen Netzwerk Beratungsinhalte: Veränderung der Lebenssituation Bedürfnisse von Eltern und Kind Sichere Eltern-Kind-Bindung Übergang von der Partnerschaft zur Elternschaft Kommunikationsstrukturen Sexualität, Verhütung und Familienplanung Vereinbarkeit von Familie und Beruf Finanzielle Hilfe Kinderbetreuung Stillen, Versorgen und Ernähren Gesundheitsbewusstes Verhalten Entwicklung des Kindes Im Rahmen unserer Arbeit legen wir besonderen Wert auf Vermittlung und Zusammenarbeit im Netzwerk, um unsere Klientinnen umfassend und ganzheitlich zu unterstützen. Anzumerken ist, dass die Koordinierenden Kinderschutzstellen im Rahmen des Netzwerks "Frühe Hilfen" nunmehr die gleichen Leistungen anbieten und dies zum Teil zu erheblichen Überschneidungen in der Beratungs- und Öffentlichkeitsarbeit führt. Hierzu ist ein offizieller Austausch in der Landesarbeitsgemeinschaft und der Dienstbesprechung mit der Regierung bereits angeregt. Gruppenarbeit Familienentlastender Dienst (FED) Freising Seit dem Jahr 2003 wurde der FED angeboten. Einmal wöchentlich konnten Mütter und Väter ihre Kinder im Alter von 18 Monaten bis zum Kindergartenalter zwei Stunden zur Betreuung abgeben, um für sich eine „kinderfreie Zeit“ zu haben. Die Betreuung wird von einer ehrenamtlichen Mitarbeiterin übernommen und findet in einem Spielzimmer an der Beratungsstelle statt. Im Jahr 2012 gab es 20 Gruppentreffen mit durchschnittlich 5 Kindern. Die Beratungsstelle Freising verfügte über ein separates Spielzimmer, das auch gerne darüberhinaus von KlientInnen mit Kindern genutzt wird. Ab September stand die Mitarbeiterin nicht mehr zur Verfügung und der FED konnte nicht mehr weiter angeboten werden. Der Spiel- und Wartebereich wurde im Herbst 2012 aus Platzgründen zusammengelegt. Seither sind die räumlichen Gegebenheiten zur Weiterführung des FED nicht mehr gegeben. 32 5. Aktivitäten im Bereich der Kinderwunschbehandlung und Präimplantationsdiagnostik sowie im Bereich der Pränataldiagnostik und Beratung bei zu erwartender Behinderung des Kindes Das Thema Pränataldiagnostik (PND) ist in der Zwischenzeit an beiden Beratungsstellen in vielen Beratungskontakten zu finden. In der Schwangerschaftskonfliktberatung wird häufig die Angst vor Schädigungen des Kindes (z.B. bei Medikamenteneinnahme) benannt und in der Allgemeinen Schwangerenberatung der Frage nach Inanspruchnahme von vorgeburtlichen Untersuchungen (z.B. Nackenfaltentransparenzmessung) nachgegangen. Zudem berichten Klientinnen nicht selten von belastenden Erfahrungen aus früheren Schwangerschaften im Zusammenhang mit Pränataldiagnostik, einer Fehl- oder Totgeburt. Die Inhalte dieses speziellen Aufgabenbereichs sind deshalb oftmals in der Statistik des Staatsministeriums unter einem anderen Beratungsanlass, wie beispielsweise Allgemeine Schwangerenberatung, Nachgehende Beratung oder Beratung nach einem Schwangerschaftsabbruch erfasst. Eine Überarbeitung der PND-Evaluationsbögen im Rahmen der PND-Projektarbeit von DONUM VITAE, die zu einer Verbesserung der Datenerhebung beitragen soll, wurde 2011 überregional durchgeführt und als interner Erhebungsbogen fest implementiert. Den besonderen Anforderungen der aufwändigen Beratungstätigkeit vor, während und nach Pränataldiagnostik, auch unter Berücksichtigung der Aufbauarbeit der Nebenstelle Haar, wurde Rechnung getragen, indem zwei Mitarbeiterinnen je an einem PND-Fachtag teilnahmen. Insgesamt hat sich somit die Sensibilität und fachliche Qualifikation aller Beratungskräfte zu Fragen der Pränataldiagnostik erweitert. Zudem wurden die regelmäßigen Fachtage im Bereich der Pränataldiagnostik speziell für geschulte Beraterinnen für Weiterbildung durch Fachvorträge sowie die Möglichkeit der Vernetzung mit Fachzentren und –kliniken genutzt als auch zum intensiven Erfahrungsaustausch. Dabei nahm die Diskussion im Themenkomplex der Präimplantationsdiagnostik (PID) vor dem Hintergrund des Urteils des Bundesgerichtshofes im Juli 2011 und der damit verbundenen Debatte in Politik und Gesellschaft viel Zeit in Anspruch. Vor allem die ethische Auseinandersetzung sowie die Chancen der psychosozialen Beratung im Kontext mit PID beschäftigten die PND-Beauftragten. Die Aktivitäten erforderten zudem vermehrt Öffentlichkeits- und Vernetzungsarbeit im Zuge der Implementierung der Nebenstelle Haar. Gleichzeitig musste kontinuierlich auf die im Zusammenhang mit den aus dem Jahr 2010 geltenden Änderungen im Schwangerschaftskonfliktgesetz aufmerksam gemacht und dabei vor allem bei den umliegenden Gynäkologen auf das spezielle Beratungsangebot von DONUM VITAE vor Ort hingewiesen werden. Die Verweisung der Ärzte von Frauen zur psychosozialen Beratung im Kontext der Pränataldiagnostik war zwar noch immer gering, jedoch konnte auch im Jahr 2012 wieder ein Anstieg der Erst- und Folgeberatung von Frauen und Paaren, verzeichnet werden. Dennoch wurde weiterhin deutlich, dass der Aufbau eines Netzwerkes auch zukünftig viel Zeit, Engagement und Öffentlichkeitsarbeit bedarf, um zu informieren, sich auszutauschen und interprofessionell zu kooperieren. 33 PND-Statistik - DONUM VITAE-intern insgesamt 35 66 101 9 121,5 Std. Erstberatung Folgeberatung Gesamtzahlen Paarberatung Beratungszeit Freising 19 57 76 5 100 Std. Haar 16 9 25 4 21,5 Std. Die Beratungsinhalte werden dabei in 8 Bereiche untergliedert und teilen sich wie folgt auf: 55 60 50 36 40 30 20 10 13 7 7 5 0 3 7 0 Fazit Allein die Beratungsinhalte zeigen, wie komplex die psychosoziale Beratung im Zusammenhang mit vorgeburtlichen Untersuchungen ist und welch hohe Professionalität sie von den BeraterInnen erfordert. Die Begleitung der KlientInnen in Entscheidungsprozessen, bei denen es um Leben und Tod eines Kindes geht und die damit verbundene Trauma- und Trauerarbeit verlangt von den BeraterInnen neben ihren Fachkompetenzen ein besonderes Maß an Belastbarkeit. Dazu benötigen sie vor allem kontinuierliche Fort- und Weiterbildungen und kollegialen sowie interdisziplinären Austausch, was vermehrt Zeit in Anspruch nimmt, die oft nicht zur Verfügung steht. Zudem ist spezielle Supervision notwendig, für diesbezügliche Schwerpunktfachkräfte jedoch nicht genug Geld vorhanden. Selbst nach der Änderung des Schwangerschaftskonfliktgesetzes Anfang des Jahres 2010, die die psychosoziale Beratung nach einem auffälligen Befund neu regelt (Dokumentationspflicht der FachärztInnen, dass sie die Patientin auf eine psycho-soziale Beratungsstelle hingewiesen haben), ist nur ein geringfügiger Anstieg bei der Zahl der Rat suchenden Frauen und Männer zu verzeichnen. Es muss nach wie vor sehr viel Zeit für Kontakt, Austausch, Kooperation und Vernetzung mit den Ärzten aufgewendet werden, was große Ausdauer und einen langen Atem erfordert. Ein wesentlicher Bestandteil der Aktivitäten zum Themenfeld der Pränataldiagnostik war zudem die Öffentlichkeitsarbeit, zum Beispiel im Rahmen von Informationsständen auf Straßenfesten, um auf dieses spezielle 34 Angebot der Beratungsstelle aufmerksam zu machen. In diese Bereiche muss auch in Zukunft weiter investiert werden. 6. Aktivitäten im Bereich der Prävention Im Arbeitskreis Mädchenarbeit finden sich vielerlei verschiedene soziale Einrichtungen, u.a. die kommunale Jugendpflege, Jugendzentren, Migrationsvereine, Jugendsozialarbeit an Schulen, der Arbeitsagentur sowie dem Frauen Notruf zusammen. Der Arbeitskreis trifft sich in regelmäßigen Abständen und initiiert verschiedenste Veranstaltungen, Projekte und Vorträge, an denen auch DONUM VITAE im Jahr 2012 auch wieder aktiv mitwirkte. Der Arbeitskreis startete zur Qualitätssicherung ins Jahr 2012 mit einem Klausurtag. Im Oktober 2012 fand der Mädchenberufetag und erstmals auch ein Jungenberufetag statt. DONUM VITAE war an beiden Informationstagen für die Schüler und Schülerinnen mit einem Verhütungsmittel-Infostand vertreten. In diesem Jahr konnten etwa 250 Schülerinnen und 310 Schüler der achten Jahrgangsstufe der Haupt- und Realschulen an diesem Angebot zur Berufsorientierung teilnehmen. Einzelberatung In Einzelgesprächen waren auch im Jahr 2012 Fragen zur Empfängnisregelung, Familienplanung und Sexualität das Hauptthema. Diese Thematik bildete aber auch Elemente in der allgemeinen Schwangerenberatung (z.B. Verhütung nach der Geburt) und Paarberatung. Gruppenarbeit Das Sexualpädagogische Team der Beratungsstelle Freising setzte sich im Jahr 2012 aus Frau Gisela Ederer, Dipl. Sozialpädagogin (FH) und Herrn Fritz Letsch, Sexualpädagogische Fachkraft, zusammen. Die Nebenstelle Haar war durch Frau Stephanie Klein, Dipl. Sozialpädagogin (FH) und Herrn Albert Fierlbeck, Dipl. Sozialpädagoge (FH) vertreten. Im Jahr 2012 wurden wieder unterschiedlichste Klassen und Schulen in den Landkreisen Freising, Erding, München Land sowie Ebersberg mit sexualpädagogischen Projekten bedient. Mit 58 Veranstaltungen konnten insgesamt 2028 Schülerinnen und Schüler erreicht werden. Für die Landkreise Freising und Erding war die Beratungsstelle Freising zuständig. Hier fanden im Jahr 2012 insgesamt 28 Projekte für 1.141 Schülerinnen und Schülern sowie auch ein Multiplikatorenangebot für 9 Lehrkräfte einer Mittelschule statt. Die Nebenstelle Haar deckte die Landkreise München und Ebersberg ab. Hier konnten 30 Projekte mit 887 Schülerinnen und Schülern durchgeführt werden. Des weiteren gab es auch für 53 Eltern Angebote. Zum Thema der Präventionsarbeit werden zwei Arbeitskreise genutzt. DONUM VITAE-intern besteht ein Netzwerk durch den Arbeitskreis "Sexualpädagogik". Hier finden zwei Treffen pro Jahr statt. Diese werden zur Weiterbildung und zum methodischen Austausch genutzt. Die Sexualpädagogischen Fachkräfte der Beratungsstellen aus dem gesamten Einzugsgebieten Freising, Erding, München Land und Ebersberg, finden sich halbjährlich zu 35 einem Arbeitskreis zusammen. Hierbei geht es vor allem um inhaltlichen Austausch, aber auch um die Koordination der Projekte, um langfristig eine flächendeckendere Projektarbeit in den Landkreisen, umzusetzen. Entsprechend dem Konzept von DONUM VITAE zur Sexualerziehung wird der Fokus auf die eigene Körperwahrnehmung und die Fähigkeit zu Selbstannahme und Selbstliebe gelegt. Dabei geht es nicht vorrangig nur um Wissensvermittlung, vielmehr auch um eine ganzheitliche Auseinandersetzung mit der Thematik durch körperliche und verbale Ausdrucksformen. Für eine gelingende Projektarbeit ist die Wahrnehmung und Akzeptanz der individuellen Wertevorstellungen der Projektteilnehmer Voraussetzung. Auch im Jahr 2012 umfasste das Methodenrepertoire verschiedenste Angebote. Von diskussionsbasierten Methoden bis hin zu mehrere Sinne mit einbeziehenden Körperarbeiten. Dadurch wird den Schülerinnen und Schülern eine Auseinandersetzung mit ihren eigenen Wertvorstellungen ermöglicht. Diese fördert eine wertschätzende Sprachfähigkeit bezüglich Sexualität und soll zu einem positiven Bild der eigenen Sexualität beitragen. In der Befähigung, über eigene Gefühle und Sexualität sprechen zu können, sehen wir einen großen Aufgabenbereich der Präventionsarbeit. Sexualpädagogisches Knetmodell Geschlechtsidentität und Reflektion der Geschlechterrollen werden, wie auch die oben genannten Themenbereiche, in allen Altersstufen mit ansprechenden altersspezifischen Methoden behandelt. Hauptziel unserer Präventionsarbeit ist die Vermeidung ungewollter Schwangerschaften durch einen verantwortlichen und selbst bestimmten Umgang mit Sexualität. Dazu gehört auch die Wissensvermittlung zur Schwangerschaftsentstehung und Verhütung, welche durch Anschauungsmaterial, Kleingruppen- und Plenumsarbeit mit Rollenspielcharakter ein tieferes und wiederum ganzheitliches Begreifen von Verhütung ermöglicht. Ebenso wird den Schülerinnen und Schülern Pro und Contra der unterschiedlichen Verhütungsmethoden deutlich. Das macht sie in ihrer etwaigen Wahl für einen Empfängnisschutz handlungsfähiger, vor allem aber selbstbestimmter. Innerhalb der Schule wird ein geschützter Raum geboten, der den Schülern und Schülerinnen jenseits der dort üblichen Leistungsorientierung neue Erfahrungsräume eröffnet. Die Arbeit setzt Schweigepflicht voraus, was auch für die Projektarbeit gilt. Die Tatsache, dass die Sexualpädagogen nur sporadisch und vorübergehend in der Schule erscheinen, ermöglicht eine gewisse Anonymität, die im Sinne der sexualpädagogischen Arbeit steht. Den Schülerinnen und Schülern wird unvoreingenommen und wertfrei gegenüber getreten. Statt Frontalunterricht wird oftmals im Stuhlkreis gearbeitet. Schülerinnen und Schüler werden als ExpertInnen ihres eigenen Lebens gesehen. Die SexualpädagogInnen sind Autoritätspersonen nicht aufgrund der Leistungsabfrage, sondern stellen durch die Persönlichkeit und Haltung eine mögliche Vorbildfunktion dar. Darüber hinaus bieten sich die SexualpädagogInnen als weibliche und männliche Identifikationsmöglichkeiten an. Die Jugendlichen haben damit eine weitere Gelegenheit, 36 ihre vorhandenen Modelle von Partnerschaft, Liebe und Sexualität zu überprüfen. Gerade aus diesen Gründen ist nur der gleichzeitige Einsatz von einer weiblichen und einer männlichen sexualpädagogischen Fachkraft im Präventionsbereich sinnvoll. Der unterschiedliche Umgang mit Sexualität zwischen Mädchen und Jungs weist ebenso auf die Sinnhaftigkeit der Projektarbeit mit Vertretern beider Geschlechter hin. Nach unseren Erfahrungen verhalten sich z.B. die männlichen Jugendlichen in der Sexualität tendenziell leistungsorientiert. Damit ist gemeint, dass sie sich ausschließlich selbstverantwortlich dafür fühlen, wenn etwas nicht so funktioniert wie es sein sollte. Sie sind der Meinung, sie müssten die aktive Rolle einnehmen. Auf die Idee, den Partner in die Problemlösung mit einzubeziehen kommen sie häufig nicht. Daher auch häufig die Fragen der Jungen wie man es in der Sexualität "richtig" macht! Die Fragen sind zudem stark durch die mediale Darstellung von Sexualität beeinflusst, bzw. wie diese im persönlichen Umfeld wie Familie bzw. im Freundeskreis wahrgenommen und kommuniziert wird. Die männlichen Jugendlichen wollen nichts falsch machen und wollen erfahren wirken. Etwas nicht zu wissen in der Sexualität ist für sie blamabel, daher werden eher Vermeidungsstrategien entwickelt. So wissen viele Jungen vielleicht theoretisch wie das Kondom genutzt wird, wenden es aber in der entsprechenden Situation dann nicht an. Mit verschiedenen Methoden erarbeiten wir daher mit den Jugendlichen gemeinsam Lösungen zu diesen oben angeführten Fragestellungen. Die Tatsache, dass auch in der Sexualität das Lernen mit Üben verbunden ist, wird vermittelt. Die Jugendlichen erhalten also nicht nur Informationen z.B. zur richtigen Anwendung des Kondoms, sondern sie setzen sich damit auseinander, unter welchen Bedingungen auf Verhütung verzichtet wird und wie dieses Verhalten zu minimieren ist. Ausblick Sieht man Prävention unter dem Motto der "Sexual Bildung", dann betrifft sie eine Zeitspanne die ein ganzes Leben andauert. Somit stellt die Präventionsarbeit ihren Kern zwar in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen dar, sie fließt aber eben auch immer wieder im Beratungsalltag mit ein bzw. wird dort konkret angefragt. Die Bedeutungszunahme der neuen Medien für Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene, erfordert nicht nur ein ständiges sich Weiterbilden für die Sexualpädagogischen Fachkräfte, sondern auch das verstärken von Ressourcen im Bereich Medienkompetenz. Eine gelingende Sexualpädagogik erscheint nur in einer Kombination möglich. Entsprechende Fortbildungen werden daher gerne wahrgenommen Fazit: Im Jahr 2012 übernahm wieder ein Honorarmitarbeiter den männlichen Part im sexualpädagogischen Team für Freising. Somit konnte die Projektplanung und Durchführung für die Stelle Freising und die Nebenstelle Haar völlig unabhängig voneinander ablaufen. Die Steigerung der Zahlen im Bereich der Präventionsarbeit lassen sich auch dadurch erklären! Da in der sexualpädagogische Arbeit viele Kompetenzen aus anderen Bereichen verlangt werden, geht einher, dass das sexualpädagogische Arbeiten sich ebenso einem ständigen Weiterentwickeln und Wandeln unterzieht wie auch die Sexualität an sich! Geforderte Kompetenzen sind zum Beispiel die Notwendigkeit in der Projektarbeit die individuellen Migrationshintergründe der Schülerinnen und Schüler zu beachten, Fähigkeiten im Bereich der Genderarbeit sind ebenso notwendig wie auch das Wissen um die aktuellen Jugendkulturen. Der Begriff der "Sexual Bildung" soll verdeutlichen, dass Sexualität ein Teilbereich des lebenslangen Lernen ist. Die Anforderung an die Projektarbeit 37 ist es daher, für die jeweiligen Altersgruppen und Lebensbereiche sinnvolle Angebote zu unterbreiten. Um dieser Anforderung gerecht zu werden bedarf es Zeit und qualifiziertes Personal. Daher ist und bleibt die Sexualpädagogik ein wichtiger Bestandteil unserer Aufgabenstellung und sollte in einem breiten Maß gewährleistet sein. 7. Öffentlichkeitsarbeit In Folge des großen Einzugsgebietes erfolgt eine Unterteilung der Aktivitäten im Jahr 2012 in die vier Landkreise. 7.1. Öffentlichkeitsarbeit im Landkreis Freising Zehn-jähriges Jubiläum der Beratungsstelle Freising siehe Seite 12 f Stand auf dem Freisinger Flohmarkt der Förderkreis Freising bietet regelmäßig einen Kaffee- und Kuchenverkauf auf dem Flohmarkt an und macht damit gleichzeitig Werbung für die Beratungsstelle Eintrag in Broschüren, Telefonbüchern und Websites Weiterhin gelang es in neu aufgelegten Broschüren und auf einigen Websites der Kommunen des Landkreises Informationen zu platzieren. Leider war es im Jahr 2012 wieder nicht möglich, verstärkt Öffentlichkeitsarbeit zu machen, damit die Schwangerenberatungsstelle von DONUM VITAE noch mehr der breiten Öffentlichkeit bekannt wird. Die mangelnden Kapazitäten ließen dies nicht zu. 7.2 Öffentlichkeitsarbeit im Landkreis Erding Eintrag in Broschüren, Telefonbüchern und Websites Sollte in Folge einer Planstellenaufstockung Erding ausgebaut werden, wird im Jahr 2013 eine intensive Öffentlichkeitsarbeit statt finden. 7.3. Öffentlichkeitsarbeit im Landkreis München Präsenz beim Straßenfest Haar Bei der Haarer Künstlermeile stellten die MitarbeiterInnen von DONUM VITAE ihre Angebote vor. Eintrag in Broschüren, Telefonbüchern und Websites Weiterhin gelang es in neu aufgelegten Broschüren und auf einigen Websites der Kommunen des Landkreises München Informationen zu platzieren. 38 Die Nebenstelle Haar im Landkreis München ist mittlerweile gut etabliert. Trotzdem ist es nach wie vor wichtig, sich in der Öffentlichkeit bekannt zu machen, um auf die unterschiedlichen Beratungsangebote hinzuweisen. 7.4. Öffentlichkeitsarbeit im Landkreis Ebersberg Neujahrsempfang Poing Jährlich findet in Poing ein großer Neujahrsempfang mit dem Bürgermeister sowie lokalen Vereinen und Institutionen statt, an dem auch DONUM VITAE vertreten war. Babyempfang in Vaterstetten Einmal im Jahr findet in der Gemeinde ein Babyempfang für frisch gebackene Eltern statt. DONUM VITAE war dort neben anderen Beratungsstellen und Betreuungseinrichtungen vertreten, um die Eltern über Hilfsangebote zu informieren. Straßenfest Vaterstetten Beim Straßenfest Vatersteten stellten die MitarbeiterInnen von DONUM VITAE in Haar ihre Arbeit vor. Straßenfest Poing Auch hier wurde die Arbeit von DONUM VITAE vorgestellt Eintrag in Broschüren und Websites Weiterhin gelang es in neu aufgelegten Broschüren und auf einigen Websites der Kommunen des Landkreises Ebersberg Informationen zu platzieren. 7.5. Neue Website/Internetpräsenz Der Umgang mit dem Internet gehört inzwischen zum Arbeitsalltag von Verwaltungskräften und BeraterInnen. Das Internet ist das Medium, um schnell Informationen abzurufen und Kontakte aufzunehmen. Viele Schwangere und Jugendliche informieren sich zu ihren Fragen schon vorab im Internet und suchen sich auf diesem Weg die für sie in Frage kommende Beratungsstelle. Es ist deshalb erforderlich, dass die Beratungsstelle eine Homepage hat und die Informationen auf dem aktuellen Stand gehalten werden. Um auf Landesebene ein einheitliches Erscheinungsbild zu gewährleisten, wurde eine gemeinsame Benutzeroberfläche zur Verfügung gestellt, die von den einzelnen Beratungsstellen mit den individuellen Inhalten gefüllt wurde. Im Laufe der Ausgestaltung wurde deutlich, dass eine gemeinsame Homepage für Freising und Haar aus Benutzersicht verwirrend wäre. Somit wurden die Inhalte noch einmal überarbeitet und konnten Ende des Jahres an den Medienpartner Comtex weitergeleitet werden. Eine Freischaltung der neuen Homepages erfolgte im Frühjahr 2012 www.freising.donum-vitae-bayern.de www.haar.donum-vitae-bayern.de 39 8. Qualitätssicherung Der Prozess des Qualitätsmanagements wird seit Januar 2011 durch die Firma „Vis a vis“ betreut, das entsprechende Qualitätssiegel heißt seitdem „Werte im Fokus“ (bis 2011 Firma „WQ Management“). Das Qualitätsversprechen ist im Landesverband einheitlich. Die Verfahrensanweisungen sind von den Beratungsstellen individuell entwickelt worden. Die beiden Qualitätsbeauftragten sind für Freising Thea Dill und für Haar Stephanie Klein. Sie nahmen auch an den Treffen der Qualitätsbeauftragten teil. Das interne Handbuch enthält mittlerweile folgende qualitätsgesicherte Angebote: Schwerpunkt Beratung Schwangerenkonfliktberatung §§ 218/219 Allgemeine Schwangerenberatung Pränataldiagnostik Nachgehende Beratung Telefonkontakt/Terminvergabe Schwerpunkt Sexualpädagogik Sexualpädagogisches Angebot für die Grundschule Sexualpädagogisches Angebot für die Hauptschule Sexualpädagogisches Angebot für die Berufsschule Neu: Multiplikatorenschulung für die Grundschule Die kontinuierliche Arbeit an dem Qualitätsmanagement wird von Seiten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als sehr bereichernd und sinnvoll angesehen. So wird die Reflexion des eigenen Handelns, die Unterstützung in der täglichen Arbeit wie auch die Sicherstellung der Qualität der Beratungsstelle gewährleistet. 40 9. Fortbildungen und Supervision der MitarbeiterInnen Fortbildungen/Fachtage: Doris Hofmann: 01.03.2012 23.04.2012 25.04.2012 27.09.2012 10.-11.11.2012 Gisela Ederer: 23.01.2012 19.05.2012 07.-08.05.2012 Marita Torkar: 16.-18.01.2012 07.-08.05.2012 Albert Fierlbeck: 04.02.2012 07.-08.05.2012 24.-25.09.2012 Michaela Hofrichter: 19.-23.11.2012 Stefanie Klein: 16.-18.01.2012 23.01.2012 29.02.2012 27.03.2012 07.-08.05.2012 10.-11.11.2012 Claudia Nasahl: 01.03.2012 23.04.2012 Fachtag PND/PID, DONUM VITAE in Bayern e.V., Nürnberg Moses-Fachtag, DONUM VITAE in Bayern e.V., Nürnberg Fachtag PND/PID, Regierung von Oberbayern, München Fachtag PND/PID, DONUM VITAE in Bayern e.V., Regensburg Studientage „Werte in der Schwangerenberatung“, DONUM VITAE in Bayern e.V., Kloster Banz, Bad Staffelstein Fachtag „Sexualität im Islam“, DONUM VITAE in Bayern e.V., Nürnberg Symposium HIV, München Zusatzqualifikation Schwangerschaftskonfliktberatung – Kolloquium, Mülheim a.d.Ruhr Zusatzqualifikation Schwangerschaftskonfliktberatung – Sachthemenblock, Würzburg Zusatzqualifikation Schwangerschaftskonfliktberatung – Kolloquium, Mülheim a.d.Ruhr Schulung neue Plattform Onlineberatung, Nürnberg Zusatzqualifikation Schwangerschaftskonfliktberatung – Kolloquium, Mülheim a.d.Ruhr Fachtag Online-Beratung, Nürnberg Zusatzqualifikation Schwangerschaftskonfliktberatung – Grundkurs Teil 4, Heilsbronn Zusatzqualifikation Schwangerschaftskonfliktberatung – Sachthemenblock, Würzburg Fachtag „Sexualität im Islam“, DONUM VITAE in Bayern e.V., Nürnberg Fachtag „Kinderwunsch, Schwangerschaft und Elternsein mit Handicap“, München Fachtag „Jugendsexualität und Behinderung“, Leipzig Zusatzqualifikation Schwangerschaftskonfliktberatung – Kolloquium, Mülheim a.d.Ruhr Studientage „Werte in der Schwangerenberatung“, DONUM VITAE in Bayern e.V., Kloster Banz, Bad Staffelstein Fachtag PND/PID, DONUM VITAE in Bayern e.V., Nürnberg Moses-Fachtag, DONUM VITAE in Bayern e.V., Nürnberg 41 25.04.2012 07.-08.05.2012 17.10.2012 10.-11.11.2012 Monika Artmann: 04.12.2012 Angelika Denkhaus: 27.03.2012 10.-11.11.2012 28.-30.11.2012 Thea Dill: 27.03.2012 10.-11.11.2012 04.12.2012 Angelika Seidler: 27.03.2012 10.-11.11.2012 28.-30.11.2012 Fachtag PND/PID, Regierung von Oberbayern, München Zusatzqualifikation Schwangerschaftskonfliktberatung – Kolloquium, Mülheim a.d.Ruhr Fachtag PND/PID – Kinderwunsch, Nürnberg Studientage „Werte in der Schwangerenberatung“, DONUM VITAE in Bayern e.V., Kloster Banz, Bad Staffelstein Verwaltungsfachtag Region Nord – DONUM VITAE in Bayern e.V., Würzburg Verwaltungsfachtag Region Süd– DONUM VITAE in Bayern e.V., Haar Studientage „Werte in der Schwangerenberatung“, DONUM VITAE in Bayern e.V., Kloster Banz, Bad Staffelstein Fortbildung „Kommunikation und Persönlichkeit“, Schmerlenbach Verwaltungsfachtag Region Süd– DONUM VITAE in Bayern e.V., Haar Studientage „Werte in der Schwangerenberatung“, DONUM VITAE in Bayern e.V., Kloster Banz, Bad Staffelstein Verwaltungsfachtag Region Nord – DONUM VITAE in Bayern e.V., Würzburg Verwaltungsfachtag Region Süd – DONUM VITAE in Bayern e.V., Haar Studientage „Werte in der Schwangerenberatung“, DONUM VITAE in Bayern e.V., Kloster Banz, Bad Staffelstein Fortbildung „Kommunikation und Persönlichkeit“, Schmerlenbach Supervision: Supervisor im Jahr 2012 war Herr Dietmar Miosga. Regelmäßige Supervision ist für die schwer belastende Arbeit gerade in der Schwangerschaftskonfliktberatung unerlässlich und notwendig zur Selbstreflexion und Psychohygiene. Termin 13.03.2012 21.03.2012 10.07.2012 18.07.2012 16.10.2011 24.10.2012 Team Freising Haar Freising Haar Freising Haar Freising 28.11.2012 und Haar Teilnehmende Beratungsfachkraft Frau Hofmann, Frau Torkar, Frau Ederer, Frau Ohland-Seifert Herr Fierlbeck, Frau Klein, Frau Nasahl Frau Torkar, Frau Ederer, Frau Ohland-Seifert Frau Hofmann, Herr Fierlbeck, Frau Nasahl Frau Hofmann, Frau Torkar, Frau Ederer, Frau Ohland-Seifert Frau Hofmann, Herr Fierlbeck, Frau Klein, Frau Nasahl Frau Hofmann, Herr Fierlbeck, Frau Torkar, Frau Ederer, Frau Ohland-Seifert, Frau Klein, Frau Nasahl 42 Zusätzliche Supervisionen Art Termin Ort Teilnehmende Beratungsfachkraft Zusatzqualifikation 09.02.2012 München Zusatzqualifikation 15.03.2012 München Online-Beratung 25./26.03.2012 Bonn Frau Torkar, Frau Ederer, Herr Fierlbeck, Frau Klein, Frau Nasahl Frau Torkar, Frau Ederer, Herr Fierlbeck, Frau Klein, Frau Nasahl Herr Fierlbeck 10. Zusammenarbeit mit anderen Stellen Um Frauen, Männern und Kindern umfassend und mit höchster Professionalität begegnen zu können, ist ein Optimum an Vernetzung zwischen der Beratungsstelle und den jeweiligen Einrichtungen im Einzugsgebiet notwendig. Eine effektive Unterstützung und Vermittlung von Hilfen ist nur durch eine intensive Zusammenarbeit mit anderen Stellen möglich. Auf Grund der immer wiederkehrenden Problematiken bei Wohnungssuchenden, ALG II-EmpfängerInnen (gerade bei Alleinerziehenden), ausländischen MitbürgerInnen und kinderreichen Familien ist eine gute Zusammenarbeit mit Job-Center, Sozialbürgerhaus, Wohngeldstelle und Wohnungsamt notwendig. Eine wichtige Zusammenarbeit, Austausch und Kooperation besteht in allen vier Landkreisen mit Gesundheitsämtern BRK, Kreisstelle Caritas (allgemeiner Sozialdienst, Schuldnerberatung, Erziehungsberatung) Diakonisches Werk Koordinierende Kinderschutzstellen Katholischer Jugendfürsorge (sozialpädagogische Familienhilfe, Erziehungsbeistandschaft, Pflegekinder- und Adoptionsvermittlung) Jugendamt Frauenhaus Ehe-, Partner- und Familienberatungsstelle Tageselternzentrum Zentrum der Familie Migrationsdienst Krankenhäusern Familienhebammen sowie den FrauenärztenInnen, AllgemeinärztenInnen und Hebammen. DONUM VITAE ist in verschiedenen Arbeitskreisen und Gremien vertreten: Fachteam der Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen Das Fachteam der Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen setzt sich zusammen aus einer Psychologin, einer Gynäkologin, einer Juristin, einer Eheberaterin, einer Hebamme, einem Seelsorger und einem Sozialpädagogen für Prävention, die auf Honorarbasis bei DONUM VITAE arbeiten. Im Zuge der Sparmaßnahmen wurden 43 von der Regierung neue Richtlinien erstellt. Themenbereiche, Zeitumfang und Budget wurden dabei genau festgelegt, so dass sich der Spielraum, eine Honorarkraft in Anspruch nehmen zu können, erheblich eingeschränkt hat. Dies wird von den BeraterInnen sehr bedauert. Das Fachteam trifft sich zweimal jährlich zu einem Informationsaustausch. Im Jahr 2012 wurde erstmals auch für die Nebenstelle Haar ein Fachteam zusammengestellt. Das Fachteam wird im Jahr 2013 seine Arbeit aufnehmen. Leiterinnentreffen von DONUM VITAE in Bayern e.V. Fünfmal jährlich treffen sich die 18 Leiterinnen, mit der Landesvorsitzenden und der Geschäftsleiterin, um Struktur, Organisation, Planung, Arbeitsaufträge, etc. zu besprechen und zu koordinieren. Landesarbeitsgemeinschaft der LeiterInnen der freien Träger in Bayern Alle Leiterinnen der freien Träger in Bayern treffen sich dreimal jährlich zu einem Arbeitsgemeinschaftstreffen. Arbeitskreis Sexualpädagogik von DONUM VITAE in Bayern e.V. Dieser Arbeitskreis wird durch Vertreterinnen aller DONUM VITAE Beratungsstellen aus Bayern gebildet. Zweimal im Jahr stellt er eine Möglichkeit zum fachlichen Austausch dar. Im Jahr 2012 fand ein Fachtag zum Thema "Sexualität im Islam" statt. Arbeitskreis Prävention im Einzugsgebiet Der Arbeitskreis besteht aus den Sexualpädagogen und Sexualpädagoginnen der Einzugsgebiete Freising, Erding, München Land und Ebersberg. Die Treffen finden im Abstand von einem halben Jahr statt und sollen, neben einem inhaltlichen Austausch, auch dazu dienen, die Landkreise langfristig flächendeckend mit Sexualpädagogischen Projekten abzudecken. Arbeitskreis Qualitätsmanagement von DONUM VITAE in Bayern e.V. Einmal jährlich treffen sich die Qualitätsbeauftragten der Beratungsstellen zum Fachaustausch und zur Weiterentwicklung der Standards im QualitätsmanagementProzess. PND-Fachtage von DONUM VITAE in Bayern e.V. Aus allen Beratungsstellen sind ein bis zwei BeraterInnen benannt, die bereits im Rahmen des Projekts „Unter anderen Umständen schwanger“ zum Thema „psychosoziale Beratung vor, während und nach Pränataldiagnostik“ spezialisiert wurden. Für Freising ist dies Frau Doris Hofmann und für Haar Frau Claudia Nasahl. Arbeitskreis „Werdende Väter“ von DONUM VITAE in Bayern e.V. Viermal im Jahr fand auf Bayernebene von DONUM VITAE der Arbeitskreis „Werdende Väter“ statt. Ziel ist es, männerspezifische Beratung und hierzu förderliche Rahmenbedingungen in den Beratungsstellen von DONUM VITAE zu implementieren. Themen im Jahr 2012 waren: o Die Erstellung einer auf werdende Väter bezogene Website. Ziel ist es, diese mit väterspezifischen Themen regelmäßig zu aktualisieren. Inhaltlich ist sie erarbeitet. Da die Inhalte aber selbst eingegeben und aktualisiert werden sollen, wird derzeit an einer entsprechend technischen Umsetzung gearbeitet. 44 o o o o Die Planung und Durchführung einer gemeinsamen Veranstaltung mehrerer DONUM VITAE Beratungsstellen für Väter und Kinder im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit. Werbung für die Ausrichtung einer männerspezifischer Beratung unter den Mitarbeiterinnen von DONUM VITAE: Entwicklung, Durchführung und Auswertung eines Fragebogens mit dem Ziel, Ideen der Mitarbeiterinnen für die Beratungsarbeit aufzugreifen. Auswertungsergebnis war, dass die Mitarbeiterinnen ein starkes Interesse an einer väterspezifischen Beratung haben, wenngleich die Kolleginnen die Väter manchmal ambivalent im Beratungsprozess sehen. Die Beraterinnen wünschen sich vom AK „Werdende Väter“ Informationen, wie man Väter gut ansprechen kann, Vorschläge zur Erweiterung des Angebots für Väter, Literaturhinweise, Ergebnisse zur Männer- und Väterforschung, Erfahrungsberichte, Einbindung des Väterthemas in Broschüren und Flyer und einen Austausch zur Väterberatung. Aufnahme der Thematik männerspezifische Beratung in das Qualitätsverfahren Ziel ist es, männerspezifische Beratung in das Qualitätsmanagement aufzunehmen z.B. als Handlungsempfehlungen für BeraterInnen. Die inhaltliche Auseinandersetzung zu männerspezifischen Themen wie z.B. zum Thema Erziehungsverhalten der Väter, Gesundheitsverhalten von Männern usw. Regelmäßig wird im Arbeitskreis zu einem vorher festgelegten Thema referiert und sich darüber ausgetauscht. Ziel ist es, die Inhalte DONUM VITAE intern als auch extern z.B. über die Website besser bekannt zu machen. Der Arbeitskreis „Werdende Väter“, hatte sich im Laufe des Jahres 2012 vorgenommen, ein Pilotprojekt zum Thema „Rolle der Väter“ durchzuführen. Ziel dieser Aktion war es, als Veranstalter DONUM VITAE von Besuchern einer größeren Veranstaltung Rückmeldungen zum Thema zu erhalten und dabei mit diesen ins Gespräch zu kommen. Ausgesucht wurde das „Bunte Fest“, eine Veranstaltung für Familien, die am Sonntag, dem 24. Juni 2012 auf einer der Donauinseln der Stadt Regensburg stattgefunden hat. Dort präsentierten sich auf einer Bühne und an etwa 30 verschiedenen Ständen Vertreter vieler Nationen und Organisationen. Die Veranstaltung dauerte von 13 bis 18 Uhr. Veranstalter war die Stadt Regensburg, die Besucher waren überwiegend Familien mit Kindern. Der Arbeitskreis entschied sich für einige methodische Möglichkeiten, wie man „Laufkundschaft“ zum Anhalten, Ansprechen und Mitmachen animieren konnte. Dazu gehörten eine Bilderwand, die Möglichkeit, Satzanfänge zu ergänzen, ein Eltern-KindSpiel und ein Kicker. Mit den angewandten Methoden wurden gute Erfahrungen gemacht. Sie eigneten sich bestens, um Besucher ins Gespräch zu bringen und sie zum Mitmachen anzuregen. 45 Mitglieder des Arbeitskreises „Werdende Väter“ beim Bunten Fest in Regensburg Besucher des Standes des Bunten Festes in Regensburg beschreiben was Väter können Onlineberatungsworkshop Der Onlineberatungsworkshop ist ein Austauschgremium der bei DONUM VITAE bundesweit arbeitenden OnlineberaterInnen. Der stellvertretende Leiter von DONUM VITAE Haar ist dort Mitarbeiter. Ziel dieser Treffen ist es Onlineberatungsangebote zu verbessern. Jährlich finden zwei Treffen statt. In diesen Treffen wird auch über die jährlich stattfindende Fortbildung abgestimmt, welche heuer im Fachforum Onlineberatung in Nürnberg stattfand. Das Fachforum berichtet über neueste Trends in den digitalen Medien, welche neue Zielgruppen erschließen soll. 10.1. Vernetzungsarbeit im Landkreis Freising An folgenden fest installierten Arbeitskreisen nahmen die Beraterinnen teil: Runder Tisch - keine Gewalt gegen Frauen und Kinder Dieser Arbeitskreis, bestehend aus VertreterInnen von Frauenhaus, Frauennotruf, Gesundheitsamt, Jugendamt, DONUM VITAE, Ärzten, Staatsanwaltschaft, Polizei, Amtsgericht und Gleichstellungsstelle befasst sich eingehend mit dem Thema „häusliche Gewalt“. Dieses Gremium befasste sich im Jahr 2012 weiterhin mit der Erschaffung eines Angebotes zum Thema Täterarbeit. Runder Tisch / Netzwerk Frühe Kindheit – Freising Die Mitarbeiterinnen der Koordinierenden Kinderschutzstelle luden die Vertreter aus Jugendhilfe und Gesundheitswesen zu drei Treffen ein, um zum einen verschiedene Projekte vorzustellen ( u.a. wellcome, Familienpaten, Familienhebammen, MosesProjekt) und zum anderen einen Austausch und Fallbesprechungen anzuregen. Arbeitskreis Jobcenter und soziale Einrichtungen Die beiden Treffen der sozialen Einrichtungen mit der Leitung /Teamleitung des Jobcenters dient dazu, offene Fragen zu klären. Dabei werden in anonymisierter Form konkrete Fälle besprochen oder die Hintergründe von Entscheidungen dargelegt. Es hat eine wahrnehmbare Veränderung im Austausch stattgefunden, so dass mittlerweile gemeinsamt nach Lösungen gesucht wird. Auf expliziten Wunsch der Teamleitung des Jobcenters wird für den nächsten Arbeitskreis der Schwerpunkt auf den Umgang mit psychisch kranken Kunden gelegt. 46 AK-Mädchenarbeit Im Arbeitskreis Mädchenarbeit finden sich vielerlei verschiedene soziale Einrichtungen, u.a. die kommunale Jugendpflege, Jugendzentren, Migrationsvereine, Jugendsozialarbeit an Schulen, der Arbeitsagentur sowie dem Frauen Notruf zusammen. Der Arbeitskreis trifft sich in regelmäßigen Abständen und initiiert verschiedenste Veranstaltungen, Projekte und Vorträge, an denen auch DONUM VITAE im Jahr 2012 auch wieder aktiv mitwirkte. Der Arbeitskreis startete zur Qualitätssicherung ins Jahr 2012 mit einem Klausurtag. Im Oktober 2012 fand der Mädchenberufetag und erstmals auch ein Jungenberufetag statt. Donum Vitae war an beiden Informationstagen für die Schüler und Schülerinnen mit einem Verhütungsmittel-Infostand vertreten. In diesem Jahr konnten etwa 250 Schülerinnen und 310 Schüler der achten Jahrgangsstufe der Haupt- und Realschulen an diesem Angebot zur Berufsorientierung teilnehmen. 10.2. Vernetzungsarbeit im Landkreis Erding Einer Einladung zur Eröffnung des "Wellcome"-Standortes wurde gefolgt. Die Bedeutung der frühkindlichen Bindung ist bekannt und dank "Wellcome" gibt es eine wichtige Institution, die sich den Familien fördernd und unterstützend zur Seite stellt. Auf die Initiative von DONUM VITAE fand ein Vernetzungstreffen mit den KollegInnen der Caritas - Schuldnerberatung und des Allgemeinen Sozialen Dienstes statt. Als Ergebnis dieses Austausches wurde eine engere Kooperation geplant. Kooperationstreffen "Frühe Hilfen" Dieser Arbeitskreis findet zweimal jährlich statt. 10.3. Vernetzungsarbeit im Landkreis München Netzwerk für Eltern und Kinder – Landkreis München Die Erfahrungen aus der Praxis zeigen, dass die Kooperation der Schwangerschaftsberatungsstelle mit dem Netzwerk der Frühen Hilfen ein verlässliches Unterstützungsangebot darstellt, Familien möglichst früh und niedrigschwellig zu begegnen. Aufklärung und Beratung bereits in der Schwangerschaft sowie in der weitergehenden Begleitung der KlientInnen, auch im Rahmen der Schwangerschaftskonfliktberatung, ermöglicht den BeraterInnen, in einer vertrauensvollen Atmosphäre, Frauen und Familien tatsächlich zu erreichen und somit einen wesentlichen Beitrag zum Kinderschutz zu leisten. Die Zusammenarbeit mit den Frühen Hilfen bestand in diesem Jahr vor allem darin, gemeinsam mit einzelnen KlientInnen Möglichkeiten zu erarbeiten, wodurch die Frühen Hilfen eine tatsächliche Entlastung für deren Familien darstellen konnten. So wurden diese Familien beispielsweise rund um die Geburt eines weiteren Kindes durch eine Familienhebamme unterstützt und familienentlastende Dienste installiert. Die Zusammenarbeit ermöglichte darüber hinaus, dass mit AndErl vom Landkreis München weiterführende Kontakte mit den betroffenen Familien aufgebaut und gepflegt werden konnten. Als Kooperationspartner der Frühen Hilfen war die Beratungsstelle auch bei der Netzwerkkonferenz von AndErl im Landratsamt München vertreten, wodurch neue Wege 47 der Zusammenarbeiten mit anderen Einrichtungen erschlossen. Fazit: Die Öffentlichkeits- und Netzwerkarbeit sind wesentliche Bestandteile in der Weiterentwicklung der Frühen Hilfen. Dabei bewegt sich die Auseinandersetzung im Spannungsfeld zwischen präventiver und intervenierender Hilfen im Kinderschutz, die auch in der Praxis deutlich werden. In der Beratungsarbeit können Hilfsmittel zur Klärung des Unterstützungsbedarfs der KlientInnen und ihren Familien zur Verfügung gestellt werden, immer unter Berücksichtigung von Gefährdungseinschätzung und Hinwirken auf Hilfe. Die besonders vertrauensvolle Begleitung von Klienten an der Schwangerschaftsberatungsstelle ist ein wesentliches Angebot, um Familien niedrigschwellig und bedarfsorientiert zu erreichen, das zunehmend Anwendung findet und von Klienten in unterschiedlichsten Lebenslagen angenommen wird. Arbeitsgemeinschaft Soziale Dienste Haar Der Arbeitskreis Soziale Dienste in der Gemeinde Haar ist ein Vernetzungsinstrument auf lokaler Ebene. 2012 fanden drei Treffen statt. Schwerpunktthemen waren die Unterstützung bei Wohnungsnot, Hilfen bei Gewalt in der Familie und ein geplantes Vernetzungstreffen im Rahmen des koordinierenden Kinderschutzes (KoKi). Besuch von sozialen Einrichtungen Um Klienten gute Informationen über Hilfsangebote zu geben ist es wichtig mit anderen Einrichtungen vernetzt zu sein und deren Angebote genau zu kennen. Eingeladen wurden 2011 die neue Leiterin des Familienzentrums Haar und ein Vertreter der Schuldnerberatungsstelle Haar. 10.4. Vernetzungsarbeit im Landkreis Ebersberg Ebersberger Familientisch Der Ebersberger Familientisch ist ein Bündnisgremium und dient der Vernetzungsarbeit im Landkreis Ebersberg, um die Familienfreundlichkeit zu verbessern. 2012 lag der Schwerpunkt in der Verbesserung des Miteinanders von Betrieben und Familie. Ergebnisse einer Unternehmensbefragung wurden vorgestellt, sowie Ideen entwickelt wie auf Landkreisebene die Kinderbetreuung verbessert werden kann. Familienbeauftrage Landkreis Ebersberg Der Besuch der Familienbeauftragten führte zu weiteren Kooperationsmöglichkeiten z.B. in der Unterstützung von MigrantInnen. KoKi Ebersberg Die Zusammenarbeit mit der KoKi-Stelle vom Landkreis Ebersberg ergab die Pflege und den Aufbau von Kontakten mit den betroffenen Familien. 48 10.5. Ausblick Ein Antrag bei der Regierung von Oberbayern auf Eigenständigkeit der Nebenstelle Haar wurde gestellt. Falls diesem Antrag stattgegeben wird, könnte im Jahr 2013 die 19. Beratungsstelle von DONUM VITAE in Bayern e.V. in Start gehen. Das Einzugsgebiet bliebe natürlich unverändert. Des Weiteren wurde eine Planstellenaufstockung für die Beratungsstelle Freising beantragt, um in erster Linie den Landkreis Erding auszubauen. Für das Team der Beratungsstelle Doris Hofmann Dipl. Sozialpäd. (FH) Leiterin der Beratungsstelle Freising im April 2012 49