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Nr. 20, 17. Mai 2017
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2 | Anna Göldi
glarner woche
Mittwoch, 17. Mai 2017
DEM TOD DER ANNA
GÖLDI SINN GEBEN
Am 20. August wird das neue Museum im
historischen Hänggiturm in Ennenda eröffnet
Von Beate Pfeifer
«Was denn, schon wieder Anna Göldi? Jetzt
auch noch ein Museum. Ach, lasst mich
doch damit in Ruhe!», so reagiert manch ein
Glarner oder eine Glarnerin, angesprochen
auf das neue Anna-Göldi-Museum in Ennenda. «Wer nichts mehr von der letzten
Hexe hören möchte, muss das auch nicht
und soll sich doch dem zuwenden, was ihn
interessiert», sagt Fridolin Elmer, Leiter des
neuen Museums, dazu. «Ich bin kein Missionar und will auch niemanden überzeugen.
Unser Ziel ist es, Menschen ins Glarnerland
zu holen, die sich von der Geschichte von
Anna Göldi berühren lassen wollen.» Und
dass es diese Menschen gibt, zeigen die bereits jetzt zahlreich eingegangenen Anmeldungen für Museumsführungen aus dem Inund Ausland. Im ersten Jahr rechnen die
Museumsverantwortlichen mit rund 4000
Besuchern.
Regional, national und international
Das neue Museum will sich sowohl regional,
national als auch international positionieren. So werden die erklärenden Texte teil-
Das frisch zusammengestellte Museums-Team:
(von links) Christine
Späth, Nadja Kundert,
Rita Grendelmeier,
Astrid Rhyner und Maggie
Wandfluh. Bild Hans Speck
weise auch auf Englisch zu lesen sein. Der
berührend und macht betroffen, wenn man
Fokus liegt aber klar auf einer nationalen
liest, was für ‘Geständnisse’ Anna nach den
Ausrichtung.
grausamen Folterungen dem Gerichtsschreiber zu Protokoll gibt», sagt Fridolin Elmer.
Bis Ende März 2015 war eine Anna-GöldiAusstellung im Ortsmuseum Mollis untergebracht. Damals habe man bereits Besucher
Aufbau der Ausstellung
aus der ganzen Schweiz begrüssen dürfen, so
Im Zentrum der Ausstellung steht der ProFridolin Elmer. Allerdings werden im neuen
zess gegen Anna Göldi. Er ist Ausdruck einer
Ausstellungsraum nur wenige Exponate aus
Justiz, die mit Folter Geständnisse erzwingt
Mollis zu sehen sein. «Die dortige Ausstellung
und willkürlich unter Missachtung von Verwar, trotz der begrenzen Mittel die dem Team
teidigungsrechten urteilt. Neben Anna Göldi
um Hansruedi Gallati zur Verfügung standen,
spielen viele andere Persönlichkeiten eine
sorgfältig und sehr liebewichtige Rolle. «Für
voll umgesetzt», erklärt «Anna Göldi gehört zu unserem mich ist Johann Melchior
der Leiter des neuen Mu- Kanton, genau wie die Schlacht Kubli die eigentliche
seums. «Aber wir werHauptfigur», sagt Elmer.
von Näfels» – Fridolin Elmer
den im historischen
Kubli war als junger ProHänggiturm ganz anders arbeiten, wir wertokollführer am damaligen Prozess beteiligt
den ein sehr modernes Museumskonzept
und hat die geheimen Akten des Göldi-Proumsetzen.» So können die Besucher beizesses dem deutschen Journalisten Ludwig
spielsweise an Hörstationen und TouchLehmann zugespielt. Heute nennt man solscreens in die Zeit um 1782 eintauchen. Zuche Personen «Whistleblower».
dem wird es Transkriptionen von ProzessakDie Ausstellung selbst wird kreisrund aufgeten geben, die es ermöglichen, die damalige
baut sein, und die Besucher werden von
Verhandlung ganz nah mitzuerleben. «Es ist
einer Themeninsel zur anderen geführt – von
glarner woche
Mittwoch, 17. Mai 2017
Anna Göldi | 3
Im Hänggiturm
wird ab August das
neue Museum
beheimatet sein.
Hexenwahn über das Netzwerk der Macht
zur Aufklärung bis hin zur Rehabilitierung.
Prominente Unterstützer
Für die Realisierung und den Betrieb des
Anna-Göldi-Museums ist die Anna-GöldiStiftung verantwortlich. Dieser gehören
unter anderen regionale Persönlichkeiten
wie Walter Hauser (Präsident), Peter Bertschinger (Vizepräsident), Gabi Ferndriger
(Verlegerin) und Andrea Trümpy (alt Gemeindepräsidentin Glarus) an, aber auch nationale Persönlichkeiten wie Elisabeth Kopp
(alt Bundesrätin) oder Sandro Brotz (Redaktor SRF).
Prominente Unterstützung erhält das Museum auch von den Patronatsmitgliedern, beispielsweise Dr. Guisep Nay (alt Bundesgerichtspräsident), Prof. Dr. Daniel Jositsch
(Ständerat und Strafrechtsprofessor), Gilles
Tschudi (Schauspieler) oder Dr. Fritz Schiesser (ETH-Ratspräsident und alt Ständerat),
um nur einige zu nennen. «Ich unterstütze
das Museum, weil es für mich als Historiker
ein in der Schweiz für dieses Thema einzigartiges und vorbildliches Werk der Erinnerungskultur ist – auch von europäischer Geltung», sagt Dr. Otto Sigg, der an der Erarbeitung der historischen Stoffe mitgearbeitet hat.
Spendenaktion
Nach der Anschubfinanzierung durch den
Glarner Regierungsrat ist die Stiftung auf
private Geldquellen angewiesen. Aus diesem
Grund hat sie zwei Spendenaktionen lanciert, eine am Sechseläuten in Zürich und
eine am Landsgemeindesonntag in Glarus.
Es konnten zwar einige neue Gönner gewonnen werden, aber «wir sind froh, wenn
die Leute weiter spenden, weil der Betrieb ja
Noch ist von der geplanten Ausstellung nichts zu sehen, ein paar Kabel, ein paar Lampen – die Vorbereitungen und Aufbauarbeiten sind noch in vollem Gange.
Bilder Beate Pfeifer
4 | Anna Göldi
dem Bildungs- und Kulturveranstaltungen
stattfinden.
Eine Veranstaltungsreihe ist das sogenannte
Auditorium, in dessen Rahmen verschiedene Referenten über Menschenrechtsverletzungen und Willkür von Machthabenden berichten. Am 24. Juni referieren Walter Hauser und Nicole Lieberherr über Johann Melchior Kubli. Im Oktober wird die Ärztin und
Gründerin von Medica Mondiale, Monika
Anna Göldi auch heute noch aktuell
Hauser, über die unzähligen kriegstraumatiDie Museumsmacher wissen genau, was sie
sierten Frauen berichten, die im Bosnienmit der neuen Ausstellung im Hänggiturm erreichen wollen: Sie
krieg vergewaltigt
wollen dem Tod von
und in den darauf«Das Museum braucht es, weil der
Anna Göldi nachfolgenden FriedensJustizmord an Anna Göldi bis in
träglich einen Sinn
zeiten von der Gedie heutige Zeit ein Mahnmal dafür ist,
geben.
sellschaft verstossen
dass Menschenrechte keine
«Es geht um ein perwurden. Hauser hat
sönliches Schicksal. Selbstverständlichkeit sind und immer für ihren Einsatz
wieder von Neuem verteidigt werden
Ein Schicksal, das
den
Alternativen
viele Frauen erleiNobelpreis erhalten.
müssen.» Sandro Brotz
den mussten», sagt
Fridolin Elmer. Und weil der Fall Anna Göldi
Das neue Museumsteam
der wohl am besten dokumentierte HexenDie fünf Aufsichtspersonen, die den Besuprozess ist, ist er wohl der berührendste.
chern im neuen Museum Rede und Antwort
Der Prozess und die Hinrichtung der «letzstehen werden, sind mittlerweile gefunden.
ten Hexe» in Glarus sei offenbar auch heute
Es seien allesamt Personen, die eine grosse
Affinität zum gezeigten Stoff haben. Ein
noch ein emotionales Thema, dass kontroTeam, das motiviert ist und sich auf die neue
vers diskutiert wird. Warum das Thema so
Aufgabe freut. Die Museumsleitung hat am
emotionalisiert, kann der neue MuseumsleiEröffnungstag kein Fest für die Öffentlichter Fridolin Elmer nur vermuten: «Vielleicht
keit geplant. «Wir möchten nicht, dass alle
weil man die damals Herrschenden infrage
Besucher an einem Tag kommen», erklärt
stellt? Das sehen anscheinend viele Leute
Fridolin Elmer. Dafür seien die Räumlichkeinicht gerne. In Glarus wird das Thema Anna
ten auch nicht ausgelegt. «Für uns ist das
Göldi fast wie eine Glaubensfrage betrachtet. Viele meinen, es sei Nestbeschmutzung.»
Fest, wenn die Leute zu uns kommen, egal
Dabei gehe oft vergessen, dass der Kanton
an welchem Tag. Wir freuen uns über jeden,
Glarus auch die erste demokratische Hexender kommt und sich von der Geschichte berehabilitierung im Jahre 2008 durchgesetzt
rühren lassen will.»
hat. Ein Akt, der weltweit positive mediale
Beachtung gefunden hat.
«Ein Museum wie das Anna-Göldi-Museum
ist wichtig, weil es aufzeigt, wie Unrecht dazumal funktioniert hat, und aufzeigt, wie
Unrecht auch heute noch funktioniert», ist
der Museumsleiter überzeugt. «Unser Museum will einen nüchternen, kritischen und
realistischen Blick werfen. Es soll aufzeigen,
wie sich Gerichtsbarkeit und Gesellschaft
entwickelt haben.»
glarner woche
Mittwoch, 17. Mai 2017
auch nach der Öffnung laufen muss», sagt
Stiftungsratsmitglied Fridolin Elmer. Wie
viele Franken genau bisher zusammengekommen seien, könne er zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht genau sagen, aber man sei
grundsätzlich zufrieden und bedanke sich
an dieser Stelle herzlich für die bisherige
Unterstützung.
Forum für Veranstaltungen
Darum hat die Stiftung auch den Menschenrechtspreis initiiert. Denn, wie damals das
Unrecht an Anna Göldi verübt wurde, finden auch heute immer wieder Amtsmissbrauch, Justizwillkür und Gewaltherrschaft
statt. Diesen heutigen Menschenrechtsverletzungen will sich die Stiftung entgegenstellen und sich für die Einhaltung der
Grundrechte einsetzen. Ab Oktober werden
auch Wechselausstellungen über Menschen
zu sehen sein, die heute für ihre Rechte
kämpfen müssen. Insofern ist das neue Museum viel mehr als nur ein Ort der Geschichte. Es ist auch ein Ort der Gegenwart,
ein Ort, an dem Politik gemacht wird und an
Der neue Museumsleiter Fridolin Elmer
freut sich auf die
Ausstellung und auf
interessierte Besucher.
glarner woche
Umfrage | 5
Mittwoch, 17. Mai 2017
Anton Largo: Was man häufig mitbekommt,
sind die unglaublich hohen Löhne derer,
die weit oben in einem Unternehmen sitzen. Gleichzeitig verdienen immer mehr
Menschen zu wenig Geld oder finden gar
keinen Job. Das finde ich am schlimmsten.
Silvia Zeller: Ich finde es ungerecht, das
Rentenalter für Frauen zu erhöhen. Denn
viele Frauen bewältigen den Haushalt alleine. Und solange das so bleibt, sehe ich
keinen Grund, warum die Pensionierung
für Frauen hinausgeschoben werden soll.
Anna Streiff: Dass Menschen auf der ganzen Welt so unterschiedliche Grundbedingungen haben, stört mich. Leider haben
Organisationen wie die UNO oder WTO zu
wenig Einfluss auf diejenigen, die die Entscheidungen treffen, um etwas zu ändern.
DIE WELT IST NICHT GERECHT
Managerlöhne, Kriege, Verbrechen oder politische
Entscheide: Ungerechtigkeiten gibt es überall.
Welche Missstände stören die Glarner?
Von Marcel Ott
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Adrian April: Die ungleiche Ressourcenverteilung. Und damit die ungleiche Verteilung
von Vermögen. Man müsste eigentlich das
Wirtschaftskonzept umstellen, von einer
geldbasierten zurück zu einer ressourcenbasierten Wirtschaft.
Elmije Memeti: Ich finde, Streit ist etwas
sehr Ungerechtes. Anstatt jeweils laut zu
werden, müsste man besprechen, was der
Grund für den Streit ist. Ausserdem ist es
sehr ungerecht, dass überall auf der Welt
Menschen umgebracht werden.
macht schön …
… und schnell!
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Näfels
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