Kapitel 1 Die Visual Basic .NET- Entwicklungsumgebung

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Kapitel 1
Die Visual Basic .NETEntwicklungsumgebung
Visual Basic .NET ist eine Programmiersprache. Die Programmierung in
Visual Basic .NET erfordert nicht zwingend die Verwendung einer speziellen Programmierumgebung. Es ist durchaus möglich, mit einem normalen
Text-Editor wie dem Notepad von Windows und dem Compiler der .NetUmgebung Programme zu erstellen.
Empfehlenswert ist diese Vorgehensweise allerdings höchstenfalls für sehr
kleine Konsolenanwendungen, also Programme ohne Oberfläche mit
beschränktem Funktionsumfang. Für alle anderen Programme bietet Microsoft mit der Visual Studio-Entwicklungsumgebung ein hochintegriertes
Werkzeug, um schnell und leicht Programme zu erstellen.
Sie erhalten Visual Basic .NET immer als Komplettpaket, bestehend aus der
Programmiersprache selbst, den notwendigen Werkzeugen, die Sie bei der
Erstellung eigener Programme unterstützen, und einer Anzahl von Zusatzprogrammen, die oft benötigte Aufgaben stark vereinfachen. All dies ist bei
Visual Basic in der Visual Studio-Entwicklungsumgebung zusammengefasst.
In diesem Kapitel wird die Entwicklungsumgebung in aller Kürze vorgestellt.
Die wichtigsten Oberflächenelemente und Werkzeuge werden benannt und
gezeigt. Zudem wird besprochen, was ein Visual Basic-Projekt ist.
Grundbegriffe der Programmierung
Bevor wir in die Erläuterung der Visual Basic-Entwicklungsumgebung einsteigen, werden im Folgenden erst einige Grundbegriffe erläutert.
Programmiersprache
Das Schreiben von Programmen erfordert eine Programmiersprache. Beispiele heute üblicher Programmiersprachen sind unter anderem Delphi/Pascal, C/C++ oder Java.
Grundbegriffe der Programmierung
Sie bestehen aus einer Anzahl von Schlüsselwörtern, die später entweder in
eine Maschinensprache übersetzt werden müssen oder durch ein anderes
Programm, den so genannten Interpreter, zeilenweise abgearbeitet werden
können.
Interpretieren
Die Programmiersprache, die von Visual Basic .NET verwendet wird, heißt
Basic. Bis zur Version 6 von Visual Basic wurde eine Anwendung, die innerhalb der Entwicklungsumgebung getestet wurde, interpretiert.
Debuggen
Ein Vorteil dieser Methodik ist die einfache Weise, in der Fehler in einem
Basic-Programm gesucht werden können. Der Interpreter lässt ein kontrolliertes zeilenweises Ablaufen des Programms zu. Dieser Vorgang wird als
Debuggen bezeichnet.
Man konnte das Programm (fast) jederzeit anhalten, Variablenwerte oder
sogar Programmzeilen ändern und mit der geänderten Zeile weitermachen,
und zwar ohne das Programm vorher zu übersetzen. Dies ist nur möglich,
wenn das Programm zeilenweise abgearbeitet wird.
Kompilieren
Leider wurde dieses Verhalten bei Visual Basic .NET geändert. Hier werden
jetzt auch innerhalb der Entwicklungsumgebung die Programme zuerst
übersetzt und dann erst ausgeführt. Der Vorgang des Übersetzens wird als
Kompilieren bezeichnet.
Diese neue Methodik der Entwicklungsumgebung hat zur Folge, dass Sie
Ihre Anwendung zwar nach wie vor zeilenweise ablaufen lassen können, im
Haltemodus aber weder Variablenwerte noch Programmzeilen geändert
werden können, da sich der Programm-Editor zu diesem Zeitpunkt in einem
»Nur-lese-Zustand« befindet.
Wie Sie sehen, genügt die Programmiersprache allein noch nicht, um eigene
Programme zu schreiben. Es muss zumindest ein Übersetzer (Compiler)
mitgeliefert werden.
Dieser generiert aus den Programmzeilen den Zwischencode, der auf einer
bestimmten Zielmaschine (Prozessor, Betriebssystem) ablauffähig ist.
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Kapitel 1: Die Visual Basic .NET-Entwicklungsumgebung
Programm-Editor
Mit dem Übersetzer ist ein kompletter Entwicklungszyklus bereits möglich,
jedoch müsste in diesem Fall für das Schreiben der Programmzeilen ein eigener Editor verwendet werden.
Bei allen professionellen Produkten zur Programmierung wird allerdings ein
zur Programmiersprache passender Programmeditor mitgeliefert. Dieser
hilft bei der Eingabe von Programmcode durch Funktionen wie:
왘
왘
왘
왘
왘
왘
Farben für Schlüsselwörter
Automatische Einrückungen
Automatische Syntaxprüfung
Eingabehilfen
Integrierte Hilfe
usw.
Fensterdesign
Programme werden heutzutage für Betriebssysteme geschrieben, die über
eine grafische Oberfläche bedient werden. Daher ist zumeist auch ein Werkzeug notwendig, welches den Programmierer bei der Erstellung einer Oberfläche unterstützt.
Ist die Programmierumgebung komfortabel, so ermöglicht dieses Werkzeug
ein Design der Oberfläche durch Zusammenbauen derselben aus vorgefertigten Oberflächenelementen (in Visual Basic 4 .NET »Steuerelemente«
genannt) wie Schaltflächen, Listen, TextBoxen usw.
Der Anwender »zeichnet« die Oberfläche, ohne eine Zeile Programmcode
zu schreiben. Die Umsetzung der gezeichneten Oberfläche in ein lauffähiges
Oberflächenprogramm bleibt dem Compiler überlassen.
Je umfangreicher die Programmiersprache, je mehr Funktionen mit der Programmiersprache abgebildet werden können, desto mehr Funktionen und
Werkzeuge kann ein Hersteller mit seiner Programmiersprache liefern.
IDE – Integrated Development Environment
All diese Werkzeuge, all diese Funktionen können als die Entwicklungsumgebung angesehen werden. Einen besonderen Vorteil hat der Entwickler,
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Bedienung und Oberfläche der Entwicklungsumgebung
wenn er eine Programmierumgebung verwendet, die über eine so genannte
IDE verfügt.
IDE steht für Integrated Development Environment und bedeutet frei übersetzt so viel wie »Integrierte Entwicklungsumgebung«.
Es handelt sich also hierbei um eine Entwicklungsumgebung, die innerhalb
eines Programms alle Werkzeuge vereint, die für einen kompletten Entwicklungsprozess notwendig sind. Im Fall von Visual Basic .NET heißt diese
Entwicklungsumgebung Visual Studio .NET.
Bedienung und Oberfläche der
Entwicklungsumgebung
Wenn Sie Visual Studio.NET zum ersten Mal starten, sehen Sie das Fenster
aus Bild 1.1.
Sie werden sofort feststellen, dass ein intuitives Arbeiten mit dieser Oberfläche nicht ohne weiteres möglich ist oder zumindest eine gewisse Einarbeitungszeit benötigt. Wir wollen uns zunächst noch einmal vor Augen führen,
wozu diese Oberfläche gedacht ist:
Die Entwicklungsumgebung soll Ihnen auf einfachste Weise die Entwicklung von Programmen erlauben.
Da die Programmierung im Zeitalter von Windows und Internet ein komplexes Thema ist, welches in der Entwicklungsumgebung seinen Niederschlag findet, sind zunächst einige Vorbemerkungen notwendig.
Wenn Sie ein Programm für das Betriebssystem Windows schreiben, werden
Sie meist nicht umhin kommen, eine Oberfläche, also ein Fenster, zu programmieren.
Nur in wenigen Fällen kann darauf verzichtet werden, z.B. wenn Ihre
Anwendung innerhalb eines Internetbrowsers ausgeführt werden soll.
Dabei handelt es sich um Programme, die beim Aufruf ohne weitere Einstellungen oder Aktionen seitens des Anwenders eine Aufgabe komplett erfüllen und sich anschließend wieder beenden.
Für diesen Fall muss zumindest ein Editor vorhanden sein, der die Eingabe
von Programmzeilen erlaubt.
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Kapitel 1: Die Visual Basic .NET-Entwicklungsumgebung
Bild 1.1: Die Visual Basic .NET-Entwicklungsumgebung Visual Studio
Zur Programmierung einer Oberfläche gehört es, die Oberfläche eines Fensters zu entwerfen. Aus diesen Grundanforderungen einer Entwicklungsumgebung leiten sich alle weiteren Funktionen derselben ab.
Um Ihnen einen leichten Einstieg und einen kompletten Überblick zu verschaffen, sollen im Folgenden Kapitel zunächst die Elemente der Oberfläche
im Einzelnen benannt und erläutert werden. Sie werden die Menüs von
Visual Basic .NET, den Programm-Editor und zusätzliche Hilfsfenster kennen lernen.
Anschließend wird anhand eines kleinen Programmierbeispiels die Anlage
eines neuen Projekts, das Speichern desselben und das Öffnen eines bereits
vorhandenen Projekts gezeigt.
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Darstellung der Entwicklungsoberfläche
Darstellung der Entwicklungsoberfläche
Sie sollten für die Benutzung der Entwicklungsoberfläche einen entsprechend großen Monitor besitzen bzw. mit einer Auflösung von mindestens
800x600, besser noch 1024x768 arbeiten, sonst wird der Bereich, in welchem
die verschiedenen Fenster dargestellt werden, zu klein.
Verankerbare Fenster
Die Entwicklungsumgebung arbeitet mit sog. verankerbaren Fenstern. Verankerbar ist jedes in der Entwicklungsumgebung verfügbare Hilfsfenster.
Mit dieser Eigenschaft können Fenster miteinander verbunden und zu einem
neuen Fenster kombiniert werden.
Wenn Sie nun das Fenster mit der Maus verschieben, sehen Sie den Umriss
des Fensters. Haben Sie einen Punkt erreicht, wo Sie das Fenster verankern
können, so rastet der Umriss ein. Wenn Sie das Fenster dort loslassen, wird
es mit den angrenzenden Hilfsfenstern verbunden.
Hilfsfenster, die miteinander verbunden sind, können gemeinsam bewegt
werden. So können Sie Ihre Entwicklungsumgebung besser ordnen und
übersichtlich gestalten.
Mögliche Ankerpunkte sind die weiteren Fenster der Entwicklungsumgebung, die Menüleiste sowie die seitlichen und unteren Ränder des Hauptfensters der Entwicklungsumgebung.
Konfigurationsdialog
Sie können das Aussehen des Startbildschirms von Visual Studio.NET über
einen Konfigurationsdialog Ihren persönlichen Anforderungen und Vorlieben anpassen. Öffnen Sie den Konfigurationsdialog über das Menü EXTRAS>OPTIONEN (Bild 1.2).
ToolTip
Die Schaltflächen der Symbolleiste erhalten erst beim Kontakt mit dem
Mauszeiger einen Rahmen. Dies ist Ihnen vielleicht vom Microsoft Internet
Explorer her bekannt.
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Kapitel 1: Die Visual Basic .NET-Entwicklungsumgebung
Bild 1.2: Dialog Optionen
Zu jedem Befehlsknopf in den Symbolleisten ist ein kurzer Infotext verfügbar, ToolTip genannt. Er erscheint, nachdem der Mauszeiger eine kurze Zeit
über dem Symbol verweilt (Bild 1.3).
Der ToolTip gibt Auskunft darüber, welche Funktion bzw. welchen Menüpunkt er ausführt.
Bild 1.3: ToolTip
Die wichtigsten Menüs
Über die Menüs von Visual Basic .NET sind nahezu alle Funktionen der
Entwicklungsumgebung ausführbar. Viele dieser Funktionen können
zusätzlich zum Menü auch über Tastenkombinationen (Hotkeys) aufgerufen werden.
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Die wichtigsten Menüs
Die Verwendung der Tastenkombination ist immer schneller als der Aufruf
des entsprechenden Menübefehls. Sie sollten sich die Hotkeys der am häufigsten verwendeten Funktionen merken und diese benutzen.
Ist für einen Menübefehl ein Hotkey definiert, so erscheint dieser im Menü
rechts neben dem Menütext (Bild 1.4).
Im Folgenden werden die wichtigsten Menüs und deren Funktion beschrieben. Da es Visual Basic in verschiedenen Editionen gibt, die sich durch ihren
Leistungsumfang unterscheiden, können sich die Abbildungen dieses
Abschnitts von den tatsächlichen Menüs Ihrer installierten Visual Basic-Version unterscheiden.
Menü Datei
Das Menü DATEI (Bild 1.4) beinhaltet alle Funktionen, die benötigt werden,
um ein Projekt oder einzelne Dateien des Projekts zu erstellen, zu laden oder
zu speichern.
Sie können in diesem Menü Ausdrucke starten und Visual Studio beenden.
Darüber hinaus wird in diesem Menü eine Liste der zuletzt geöffneten Projekte geführt, die dazu verwendet werden kann, diese Projekte zu laden,
ohne dafür einen entsprechenden Dialog öffnen zu müssen.
Bild 1.4: Das Menü Datei
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Kapitel 1: Die Visual Basic .NET-Entwicklungsumgebung
Projekt anlegen
Um ein neues Projekt anzulegen, verwenden Sie das Menü DATEI->NEU->
PROJEKT. Dies öffnet einen Dialog, in welchem Sie den Zieltyp des neuen
Projekts auswählen können (Bild 1.5).
Bild 1.5: Dialog Neues Projekt
Wählen Sie nun z.B. den Projekttyp Windows-Anwendung, so erzeugt
Visual Studio das Grundgerüst für ein Windows-Programm. Dabei wird
bereits automatisch ein Formular hinzugefügt.
Projektmappe
Beim Anlegen eines neuen Projekts erstellt Visual Studio sowohl eine Projektdatei mit der Endung .vbproj als auch eine so genannte Projektmappe
mit der Dateiendung .sln.
Sie können jedes neue Projekt in einer eigenen Projektmappe speichern oder
mehrere Projekte in einer Projektmappe zusammenfassen. Letzteres ist z.B.
dann sinnvoll, wen Sie ein Steuerelement erstellen möchten.
Sie können dann das Projekt für das Steuerelement und ein Projekt für ein
Testprogramm in einer Projektmappe zusammenfassen und so die beiden
Projekte immer gemeinsam öffnen.
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Die wichtigsten Menüs
Gehen Sie dazu wie folgt vor: Erstellen Sie zunächst das Projekt für das
Steuerelement, indem Sie den Menüpunkt DATEI->NEU->PROJEKT anwählen und als Projekt den Typ Windows-Steuerelementbibliothek auswählen.
Falls Sie die vorgegebenen Namen beibehalten, wird von Visual Studio eine
Projektmappe namens »WindowsControlLibrary1« erstellt, in der sich das
Projekt WindowsControlLibrary1 befindet. Anschließend wählen Sie den
Menüpunkt DATEI->PROJEKT HINZUFÜGEN->NEUES PROJEKT... und als
Projekttyp Windows-Anwendung.
Visual Studio erzeugt daraufhin ein Projekt namens WindowsApplication1
und fügt es der bereits geöffneten Projektmappe hinzu. Bild 1.6 zeigt die
Ansicht der so erstellten Projektmappe im Projektmappen-Explorer.
Bild 1.6: Projektmappe im Projektmappen-Explorer
Im Kontextmenü des Projektmappen-Explorers können Sie nun eines der
Projekte zum Startprojekt machen. Dies ist dann das Projekt, welches ausgeführt wird, wenn Sie die Taste (F5) drücken, um ein Programm zu starten.
Eine solchermaßen erstellte Projektmappe öffnen Sie über den Menüpunkt
DATEI->PROJEKTMAPPE ÖFFNEN.
Menü Bearbeiten
Das Menü BEARBEITEN (Bild 1.7) bietet neben den zum Standard gewordenen Punkten wie RÜCKGÄNGIG, KOPIEREN, AUSSCHNEIDEN, EINFÜGEN,
SUCHEN UND ERSETZEN etc. einige neue und hilfreiche Funktionen.
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Kapitel 1: Die Visual Basic .NET-Entwicklungsumgebung
Diese betreffen vor allem den Editor und dienen der Fehlerminimierung bei
der Eingabe von Code. Eine nähere Beschreibung dieser Hilfsmittel finden
Sie im Abschnitt über den Editor.
Bild 1.7: Menü Bearbeiten
Menü Ansicht
Das Menü ANSICHT (Bild 1.8) enthält Menübefehle, welche die Darstellung
und Anzeige der Fenster der Entwicklungsumgebung regeln. Es stehen
Menübefehle zum Öffnen des Codefensters oder der Objektansicht sowie
zum Ein- und Ausblenden der verschiedenen Hilfsfenster zur Verfügung.
Projektmappen-Explorer
Eines dieser Hilfsfenster ist der Projektmappen-Explorer. Mit seiner Hilfe
können Sie sich die Struktur Ihres Projekts wie im Windows Explorer anzeigen lassen und mittels eines Kontextmenüs auch bearbeiten.
Symbolleisten anpassen
Schließlich befindet sich im Menüpunkt ANSICHT auch der Menübefehl
SYMBOLLEISTEN. Hierüber können Sie die einzelnen Symbolleisten einbzw. ausblenden. Sie sind auch in der Lage, über den Unterpunkt ANPASSEN
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Die wichtigsten Menüs
das Aussehen der Symbolleisten Ihrem persönlichen Geschmack anzupassen. Sehen Sie hierzu bitte die Beschreibung der Symbolleisten weiter hinten
im Text.
Bild 1.8: Menü Ansicht
Bild 1.9: Menü Projekt
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Kapitel 1: Die Visual Basic .NET-Entwicklungsumgebung
Menü Projekt
Das Menü PROJEKT (Bild 1.9) dient zur Manipulation der Projekte. Hier
können Sie neue oder bereits bestehende Komponenten wie Formulare,
Module, Klassen etc. den offenen Projekten hinzufügen oder daraus entfernen.
Bild 1.10: Neues Modul hinzufügen
Module hinzufügen
Wenn Sie beispielsweise ein neues Modul hinzufügen möchten, wählen Sie
den Menüpunkt PROJEKT->NEUES ELEMENT HINZUFÜGEN (Bild 1.10) und
anschließend die Vorlage für ein Modul aus.
Möchten Sie dagegen ein bereits vorhandenes Modul übernehmen, so gehen
Sie über den Menüpunkt PROJEKT->VORHANDENES ELEMENT HINZUFÜGEN und wählen im dann erscheinenden Dialog die Datei aus, die Sie dem
Projekt hinzufügen möchten (Bild 1.11).
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Die wichtigsten Menüs
Bild 1.11: Bestehendes Element hinzufügen
Verweise
Mit dem Menübefehl VERWEIS HINZUFÜGEN... (Bild 1.12) können Sie Bibliotheken und Projekte auswählen, deren Funktionen und Objekte Sie in
Ihrem Projekt verwenden wollen.
Bild 1.12: Verweis hinzufügen
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Kapitel 1: Die Visual Basic .NET-Entwicklungsumgebung
Es wird dann ein Verweis auf die Objektbibliothek dieser Anwendung angelegt. Nach Auswahl eines Eintrags aus dieser Liste stehen Ihnen alle Funktionen und Objekte der Bibliothek oder Anwendung in Ihrem aktuellen
Projekt zur Verfügung.
Menü Erstellen
Mit Hilfe des Menüs ERSTELLEN (Bild 1.13) können Sie ein einzelnes Projekt
oder alle Projekte einer Projektmappe erstellen, d.h. übersetzen lassen.
Bild 1.13: Menü Erstellen
Bild 1.14: Ausgaben beim Erstellen einer Projektmappe
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Die wichtigsten Menüs
Wählen Sie z.B. den Menüpunkt ERSTELLEN->PROJEKTMAPPE NEU
so werden alle Projekte der aktuellen Projektmappe komplett
neu übersetzt. Den Ablauf der Übersetzung können Sie dabei in einem sich
zusätzlich öffnenden Ausgabefenster verfolgen (Bild 1.14).
ERSTELLEN,
Außerdem können Sie die aktuelle Projektmappe in einem gewissen Umfang
konfigurieren (Bild 1.15).
Bild 1.15: Konfiguration einer Projektmappe
Menü Debuggen
Das Menü DEBUGGEN (Bild 1.16) dient dem Überwachen und Testen einer
Anwendung. Es beinhaltet verschiedene Menüpunkte zur Prozessablaufsteuerung, die in der Regel erst wirksam werden, wenn der Programmablauf unterbrochen wird.
Bild 1.16: Menü Debuggen
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Kapitel 1: Die Visual Basic .NET-Entwicklungsumgebung
Programmausführung anhalten
Dies geschieht automatisch bei einem Fehler, bei der Anweisung Stop im
Code, bei einem Haltepunkt (Bild 1.18) oder durch den Menübefehl
DEBUGGEN->UNTERBRECHEN.
Es ist dann möglich, jede Anweisung im Code einzeln auszuführen und das
Ergebnis zu analysieren. Sehr hilfreich sind hier die Fenster Auto, Lokal und
Überwachen (Bild 1.17).
Bild 1.17: Fenster Auto, Lokal und Überwachen
Das Fenster Lokal
Im Fenster Lokal werden unter anderem alle Variablen der aktuellen Prozedur mit ihren Werten angezeigt. Es wird nur dann aktualisiert, wenn der
Programmablauf unterbrochen wurde.
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Die wichtigsten Menüs
Das Fenster Überwachen
Gleiches gilt für das Fenster Überwachen. Im Gegensatz zum Fenster Lokal
werden hier allerdings nur die Variablen angezeigt, die explizit von Ihnen
zur Überwachung ausgewählt wurden.
Das Befehlsfenster
Das Befehlsfenster schließlich erlaubt Ihnen die Eingabe von Programmanweisungen und deren Ausführung durch Betätigen der Taste (ENTER).
Setzen eines Haltepunktes
Bei allen Debug-Aktivitäten muss der Programmablauf unterbrochen werden. Am einfachsten erreicht man dies, indem man einen Haltepunkt setzt.
Zu diesem Zweck wird im Codefenster die Einfügemarke auf die gewünschte Zeile gesetzt. Anschließend wird mit der Taste (F9) oder über das
Menü DEBUGGEN->NEUER HALTEPUNKT der Haltepunkt gesetzt.
Auch durch das Anklicken der Kennzeichenleiste, die sich als grauer Streifen
auf der linken Seite des Codefensters befindet, kann ein Haltepunkt aktiviert
bzw. deaktiviert werden.
Bild 1.18 zeigt einen Haltepunkt. Wie Sie sehen, wird er durch einen roten
Punkt auf der Kennzeichenleiste sichtbar gemacht.
Bild 1.18: Programmablauf wurde durch einen Haltepunkt gestoppt.
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Kapitel 1: Die Visual Basic .NET-Entwicklungsumgebung
Der Programmlauf lässt sich jederzeit über das Menü DEBUGGEN->WEITER
wieder aufnehmen.
Schnellüberwachung
Ist der Programmlauf unterbrochen, können die aktuellen Werte der Programmvariablen über das Lokalfenster ermittelt werden. Oder Sie können
sich, wie in Bild 1.19 gezeigt wird, eine Variable über das Menü DEBUGGEN>SCHNELLÜBERWACHUNG direkt anzeigen lassen. Diese Funktion kann
auch durch die Tastenkombination (ª)+(F9) ausgeführt werden.
Hinweis
Wie Sie in Bild 1.19 sehen, hat die Variable den Wert 0, obwohl der Debugger auf der Programmanweisung x = 5 steht.
Dies liegt darin begründet, dass ein Haltepunkt die Programmausführung stoppt, bevor er die aktuelle Zeile ausführt.
Bild 1.19: Wert einer Variablen an einem Haltepunkt
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Die wichtigsten Menüs
Menü Format
Mit dem Menü FORMAT (Bild 1.20) erreichen Sie eine ganze Reihe von
Befehlen, die es Ihnen erlauben, die Anordnung von Steuerelementen zu
verändern und sie auszurichten.
Dies bezieht sich vor allem auf Gruppen von Steuerelementen. Ein einzelnes
Steuerelement lässt sich mit den Menübefehlen lediglich am Raster ausrichten.
Bild 1.20: Menü Format
Zum Bilden einer formatierbaren Gruppe markieren Sie die zu formatierenden Steuerelemente. Ziehen Sie bei gedrückter linker Maustaste über diese
Elemente. Hierbei wird ein dünner Rahmen mitgezogen.
Alle Elemente, die diesen Rahmen berühren, werden beim Loslassen der
Taste zu einer Gruppe zusammengefasst und können dann gemeinsam formatiert werden.
Sie können einzelne Elemente durch (Strg) und Mausklick in eine Gruppierung aufnehmen oder daraus entfernen. Nun sind die Formatierbefehle aktiv
und Sie können die Steuerelemente ausrichten.
Gruppenschablone
Als Schablone für die anderen Elemente der Gruppe dient immer das zuletzt
mit (Strg) hinzugefügte Steuerelement oder, beim Ziehen mit der Maus, das
zuletzt dem Formular hinzugefügte Steuerelement.
Sie erkennen dieses Steuerelement am dunklen Markierungsrahmen (Bild
1.21). An dessen Werten für Size.Width, Size.Height, Location.Top, Location.Left orientiert sich dann eine Ausrichtung über den Menübefehl AUSRICHTEN.
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Kapitel 1: Die Visual Basic .NET-Entwicklungsumgebung
Bild 1.21: Ausrichten von Steuerelementen
Bild 1.22: Ausrichten von Steuerelementen über das Menü Format
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Die wichtigsten Menüs
Bild 1.22 zeigt die oben genannte Funktionsweise. Die Schaltfläche Button1
aus Bild 1.21 diente für die Ausrichtung über das Menü FORMAT->AUSRICHTEN->LINKS als Schablone.
Wie Sie sehen, wurde die Ausrichtung der Schaltflächen Button2 und
Button3 an diese angeglichen.
Menü Extras
Das Menü EXTRAS beinhaltet unter anderem den wichtigen Menüpunkt
OPTIONEN. Dieser Menübefehl öffnet den Dialog Optionen, über welchen
globale Einstellungen der Entwicklungsumgebung vorgenommen werden
können.
Menü Extras->Optionen
Mittels einer Baumstruktur im Stile des Windows Explorer stehen Ihnen die
Optionen nach Themen geordnet zur Verfügung. Im Folgenden sollen
Ihnen einige der einstellbaren Optionen für die Entwicklungsumgebung und
den Text-Editor vorgestellt werden.
Bild 1.23 zeigt die allgemeinen Optionen, mit denen Sie das Aussehen und
Verhalten der Entwicklungsumgebung beeinflussen können.
Bild 1.23: Allgemeine Umgebungsoptionen
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Kapitel 1: Die Visual Basic .NET-Entwicklungsumgebung
Über die Option Beim Start kann z.B. angegeben werden, ob die Entwicklungsumgebung beim Start die zuletzt bearbeitete Projektmappe lädt, eine
leere Umgebung anzeigt, die Startseite anzeigt oder ob eine der Dialogboxen
zum Öffnen eines Projekts oder zum Anlegen eines neuen Projekts angezeigt werden soll.
Über die Option Statusleiste anzeigen können Sie die Statusleiste am unteren
Rand der Entwicklungsumgebung darstellen. Die Statusleiste zeigt unter
anderem den Fortschritt laufender Vorgänge sowie die Zeilen- und Spaltennummern des Cursors in einem Editor-Fenster an.
Wenn Sie Umgebungstools animieren anwählen, so werden Fenster, die von
der Umgebung automatisch geladen werden, mit Übergangseffekten eingeblendet und nicht unmittelbar auf dem Bildschirm angezeigt.
Sehr hilfreich ist die Option Automatische Vervollständigung des Befehlsfensters aktivieren. Damit werden bei der Eingabe von Befehlen oder Dateipfaden Vorschläge zur Vervollständigung der laufenden Eingabe angezeigt.
Dabei wird mit jedem eingegebenen Zeichen die Liste auf die Befehle oder
Pfade beschränkt, die alle bereits eingegeben Zeichen enthalten. Sobald Sie
den gewünschten Befehl oder Pfad in der eingeblendeten Liste sehen, können Sie ihn mit der Maus oder den Pfeiltasten übernehmen. Dieses Verfahren
kann Ihnen also eine Menge Schreibarbeit abnehmen.
Im Eingabefeld Elemente im Fenstermenü anzeigen können Sie angeben, wie
viele der momentan geöffneten Fenster in der Fensterliste des Hauptmenüs
FENSTER angezeigt werden sollen. Dabei sind Werte zwischen 1 und 24
möglich, der Standardwert ist 10.
Ähnlich verhält es sich mit der Option Elemente in zuletzt geöffneter Liste.
Hier können Sie die Anzahl der zuletzt geöffneten Projekte und Dateien
angeben, die im Hauptmenü DATEI angezeigt werden sollen. Der Standardwert beträgt 4; möglich sind auch hier Werte zwischen 1 und 24.
Einige weitere wichtige Optionen betreffen die von Ihnen erzeugten Projekte und Projektmappen. Gehen Sie dazu im Optionen-Dialog unter
Umgebung auf das Thema Projekte und Projektmappen (Bild 1.24).
Zunächst sollten Sie dort den Speicherort Ihrer Projekte festlegen, damit Sie
sich nicht bei jedem Speichern durch die einzelnen Laufwerke und Verzeichnisse klicken müssen.
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Die wichtigsten Menüs
Bild 1.24: Umgebungsoptionen für Projekt und Projektmappen
Zusätzlich können Sie hier noch angeben, ob beim Beginn der Übersetzung
eines Projekts, dem so genannten Build, ein Ausgabefenster geöffnet werden
soll, in welchem Ihnen Informationen zum Ablauf der Erstellung angezeigt
werden. Sinnvollerweise ist diese Option standardmäßig aktiviert.
Ebenfalls standardmäßig aktiviert ist die Option Aufgabenlistenfenster bei
Buildfertigstellung mit Fehlern anzeigen. Dadurch öffnet sich für den Fall,
dass Ihr Projekt nicht fehlerfrei erzeugt werden konnte, ein weiteres Fenster,
in dem Sie die aufgetretenen Fehler aufgelistet sehen. Da die Behebung eines
Fehlers von Visual Studio als Aufgabe bezeichnet wird, nennt sich das Fenster Aufgabenlistenfenster.
Als Nächstes sollten Sie festlegen, wie sich die Entwicklungsumgebung verhalten soll, wenn Sie eine Änderung an einem Dokument bzw. an einem
Programmteil beim Starten der Übersetzung des Projekts noch nicht gespeichert haben.
Dabei stehen Ihnen drei Möglichkeiten zur Verfügung: Sie können die
Änderungen an geöffneten Dokumenten speichern lassen, Visual Studio kann
Sie zum Speichern von Änderungen an geöffneten Dokumenten auffordern
oder Sie können sich entscheiden, Änderungen an geöffneten Dokumenten
nicht zu speichern.
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Kapitel 1: Die Visual Basic .NET-Entwicklungsumgebung
Um Ihnen das Arbeiten mit der Entwicklungsumgebung so angenehm wie
möglich zu machen und Ihren Bedürfnissen oder Gewohnheiten anzupassen, sollten Sie sich auch das Thema Text-Editor im Optionen-Dialog
anschauen. Hauptsächlich sind dort die Unterthemen Allgemein und, für Sie
als Visual Basic-Programmierer, Basic von Interesse.
Bild 1.25: Allgemeine Optionen des Text-Editors
Bild 1.25 zeigt die allgemeinen Optionen, die für den Text-Editor eingestellt
werden können. Wenn Sie die Option Textbearbeitung mit Drag_Drop aktiviert haben, können Sie wie in einem Textverarbeitungsprogramm einen
markierten Block per Drag & Drop verschieben.
Normalerweise werden Befehle, durch die lediglich der Cursor innerhalb
des Textes verschoben wird, nicht in die Rückgängig-Liste aufgenommen.
Durch Anwählen der Option Bewegungen der Einfügemarke als Teil der
Rückgängig-Liste können Sie dieses Verhalten ändern. Die RückgängigListe finden Sie unter dem Hauptmenü BEARBEITEN.
Die Anzeige der Editor-Fenster können Sie mit vier weiteren Optionen
beeinflussen. Auswahlrand zeigt einen vertikalen Rand auf der linken Seite
des Textbereichs des Editor-Fensters an. Sie können dann auf diesen Rand
klicken, um eine gesamte Textzeile zu markieren.
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Die wichtigsten Menüs
Indikatorrand zeigt ebenfalls einen Rand auf der linken Seite des Text-Editors an, diesmal aber außerhalb des Textbereichs. Auf diesem Rand werden
unter anderem Verknüpfungen zu Haltepunkten und zur Aufgabenliste
angezeigt.
Durch Anklicken der Optionen Vertikale Bildlaufleiste und Horizontale
Bildlaufleiste können Sie Bildlaufleisten einblenden, durch die Sie sich Elemente außerhalb des Ansichtsbereichs des Editors anzeigen lassen können.
Sind die Bildlaufleisten nicht eingeblendet, so müssen Sie über die Pfeiltasten
oder (BILD½)- und (BILD¼)-Tasten einen Bildlauf ausführen.
Bild 1.26 zeigt Ihnen die allgemeinen Optionen des Text-Editors, wenn Sie
mit der Programmiersprache Visual Basic arbeiten.
Bild 1.26: Allgemeine Optionen des Text-Editors für Basic
Wenn Sie die Option Members automatisch auflisten angewählt haben, so
wird bei der Eingabe einer Codezeile an der entsprechenden Position eine
Liste der verfügbaren Members (Variable, Eigenschaften und Methoden)
eines Objekts oder einer Klasse angezeigt. Bild 1.27 zeigt dieses Verhalten
des Text-Editors an Hand des Debug-Objekts.
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Kapitel 1: Die Visual Basic .NET-Entwicklungsumgebung
Bild 1.27: Auswirkung der Option Members automatisch auflisten
Über die Option Erweiterte Members ausblenden können Sie bestimmte
Members, die intern als »erweitert« markiert sind, ausblenden und damit die
Liste eventuell übersichtlicher gestalten.
Wohl kein Entwickler kann sich alle Übergabeparameter der von ihm
geschriebenen Funktionen oder Prozeduren merken, geschweige denn die
der eingebauten Visual Basic-Funktionen.
Damit Sie beim Aufruf einer Funktion nicht erst nach den Parametern und
deren Typ suchen müssen, können Sie die Option Parameterinformationen
auswählen.
Dann werden gegebenenfalls verfügbare Informationen zu den Übergabeparametern automatisch angezeigt. Das folgende Bild verdeutlicht dies an
Hand der Methode Write des Debug-Objekts.
Wählen Sie die Option Virtuellen Bereich aktivieren aus, so kann der Cursor
über das physische Ende einer Textzeile hinaus bewegt werden. Wenn Sie
dann mit der Eingabe beginnen, wird der Bereich zwischen dem bisher letzten Wort der Zeile und der aktuellen Position automatisch mit Leerzeichen
gefüllt. Wenn die Option nicht aktiviert ist, so können Sie den Cursor nicht
über das Zeilenende hinaus bewegen.
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Die wichtigsten Menüs
Bild 1.28: Auswirkung der Option Parameterinformationen
Ein Aktivieren der Option Zeilenumbruch bewirkt, dass Zeilen, die über
den sichtbaren Bereich des Editors hinausgehen, automatisch in die nächste
Zeile umbrochen werden. Dies dient sicher nicht der Übersichtlichkeit, ist
aber natürlich reine Geschmackssache.
Bild 1.29: Optionen für Tabstopps
Bild 1.29 zeigt die verfügbaren Optionen für Tabstopps für die Programmiersprache Basic. Wenn Sie unter Einzug die Option Keiner aktivieren, so
wird der Cursor beim Drücken der Eingabetaste immer in die erste Spalte
der nächsten Zeile platziert.
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Kapitel 1: Die Visual Basic .NET-Entwicklungsumgebung
Wählen Sie Block aus, so wird die nächste Zeile automatisch bis zum selben
Tabstopp der vorherigen Zeile eingezogen. Intelligent sorgt dafür, dass neue
Textzeilen nach den Regeln formatiert werden, die für die Sprache Basic
festgelegt wurden. Geben Sie also z.B. eine For-Schleife ein, so wird die
nächste Zeile um einen Tabstopp eingerückt.
Im Textfeld Tabulatorgröße können Sie angeben, wie viele Leerzeichen
durch ein Tabulatorzeichen dargestellt werden. Dagegen gibt Einzugsgröße
an, wie viele Leerzeichen bei einem Einzugsvorgang durch die (ÿ__)-Taste
eingefügt werden.
Wenn Sie die Option Leerzeichen einfügen auswählen, werden bei Einzugsvorgängen Leerzeichen statt Tabulatorzeichen eingefügt. Im Gegensatz dazu
wird bei Anwahl von Tabulatoren beibehalten versucht, nach Möglichkeit
Tabulatorzeichen statt Leerzeichen zu verwenden.
Zu guter Letzt sollen noch einige VB-spezifische Optionen kurz erläutert
werden. Wählen Sie dazu das Thema Text-Editor->Basic->VB-Spezifisch an
(Bild 1.30).
Bild 1.30: VB-spezifische Optionen des Text-Editors
Um sich Schreibarbeit zu ersparen, wählen Sie die Option End-Konstruktionen automatisch einfügen an. Geben Sie im Text-Editor z.B. eine Proze-
67
Symbolleisten
durdeklaration ein, Sub TestProc, und drücken Sie die Eingabetaste, so wird
automatisch eine entsprechende End Sub-Anweisung generiert.
Ähnliches gilt für Schleifenkonstrukte wie eine For-Schleife, für die bei Betätigen der Eingabetaste eine Next-Anweisung eingefügt wird.
Der Übersichtlichkeit des Quellcodes dient die Option Dateien in Gliederungsansicht öffnen. Sie bietet die Möglichkeit, Programmteile zu verbergen,
indem Sie auf das Minuszeichen vor einer Prozedur-deklaration klicken.
Damit bleibt lediglich die Deklaration sichtbar, der eigentliche Code der
Prozedur wird dagegen ausgeblendet. Wie Sie in dem nächsten Bild erkennen, ist lediglich der Code der Prozedur Form1_Load sichtbar, der Code der
Button<x>_Click-Prozeduren dagegen nicht.
Bild 1.31: Dateien in Gliederungsansicht
Symbolleisten
Die Symbolleisten stellen ein Mittelding zwischen Menübefehlen und Tastaturkürzeln dar. Sie ermöglichen Ihnen, einen Menübefehl mit einem Mausklick auf ein Symbol auszuführen. Diese Symbole sind nach Themenbereichen
geordnet in sog. Leisten untergebracht und befinden sich unterhalb der Menüleiste.
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Kapitel 1: Die Visual Basic .NET-Entwicklungsumgebung
Symbolleisten als eigenständige Fenster
Jede Symbolleiste ist einzeln verschiebbar. Man bedient sich dabei eines in
der linken Seite einer jeden Symbolleiste angebrachten senkrechten Balkens,
der wiederum aus mehreren kleinen waagerechten Balken besteht.
Damit kann man die Leisten mit der Maus umpositionieren. Wenn Sie eine
Leiste außerhalb des Bereichs ziehen, in der sie liegen kann, wird sie zu
einem eigenständigen Fenster. So kann man die Leisten auch als Fenster
beliebig über den Bildschirm verteilen.
Menü Extras->Anpassen
Sie haben auch die Möglichkeit, den Inhalt der Symbolleisten anzupassen
oder gar eigene Symbolleisten zu entwerfen. Hierzu dient der Menübefehl
EXTRAS-> ANPASSEN...
Bild 1.32: Menü Extras->Anpassen
Er öffnet ein Fenster, wie in Bild 1.32 sichtbar, mit dessen Hilfe beliebig einzelne Schaltflächen entfernt, neue hinzugefügt oder vorhandene umgruppiert werden können.
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Symbolleisten
Symbol entfernen
Zum Entfernen eines Symbols aus einer Symbolleiste ziehen Sie es einfach
auf den geöffneten Dialog Anpassen oder klicken mit der rechten Maustaste
auf das Symbol. Daraufhin erreicht man ein Kontextmenü, das weitere
Manipulationsmöglichkeiten zu den Symbolen eröffnet.
Neben dem Löschen wird Ihnen hier eine Auswahl von Funktionen zum
Bearbeiten der Symbole angeboten. So können Sie sogar dem Symbol ein
neues Bild zuweisen oder das bestehende bearbeiten.
Symbol verschieben
Wenn Sie eine Symbolschaltfläche in eine andere Symbolleiste verschieben
möchten, so ziehen Sie diese einfach mit der Maus dorthin. Über einer für
das Einfügen geeigneten Stelle erscheint dann eine senkrechte Einfügemarke.
Hinweis
Bei Loslassen des Symbols wird es dort eingefügt und ist nun neuer Bestandteil dieser Symbolleiste. Es sind nicht alle verfügbaren Befehle in die vorhandenen Symbolleisten eingebaut, jedoch können Sie die fehlenden Befehle
selbst in einer Symbolleiste platzieren.
Beachten Sie bitte, dass all diese Funktionen nur ausgeführt
werden können, während der Dialog Anpassen aktiv ist.
Der Dialog Anpassen gibt Ihnen des Weiteren die Möglichkeit, neue Symbolleisten zu erzeugen. Die Registerkarte Symbolleisten bietet einen Überblick über die bereits vorhandene Leisten. Mit der Schaltfläche Neu können
Sie Ihre eigene Leiste erzeugen.
Zunächst wird ein leeres Fenster in der Entwicklungsoberfläche geöffnet.
Um es als Symbolleiste zu den anderen zu platzieren, ziehen Sie es mit der
Maus dorthin.
Nun können mit der Registerkarte Befehle (Bild 1.33) die gewünschten
Befehle in die neue Menüleiste gezogen werden. In dieser Registerkarte finden Sie alle verfügbaren Menübefehle von Visual Basic, und zwar nach Rubriken geordnet.
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Kapitel 1: Die Visual Basic .NET-Entwicklungsumgebung
Bild 1.33: Dialog Anpassen, Registerkarte Befehle
Aber auch ein Verschieben von Menübefehlen ist innerhalb des Dialogs
Anpassen möglich. Während der Dialog Anpassen geöffnet ist, kann man
zwar weiter auf Menübefehle zugreifen, jedoch führt eine Auswahl eines
Menübefehls nicht zu seiner Ausführung. Vielmehr kann der Menübefehl
mit der Maus an eine beliebige andere Stelle gezogen werden.
Menübefehle in Symbolleisten verschieben
Man kann den jeweiligen Befehl auch in die Symbolleisten ziehen. Hierbei
lassen sich sogar ganze Menügruppen wie etwa DATEI verschieben. Wenn
man das ganze schließlich mit gedrückter Taste (Strg) durchführt, wird der
Menübefehl oder die Menügruppe nicht verschoben, sondern kopiert.
Sie haben somit alle Möglichkeiten, sich Ihre eigene Entwicklungsumgebung
zu erstellen. Dies ist ein wichtiger Punkt, wenn man bereits mit einer anderen Entwicklungsumgebung gearbeitet hat und jetzt umsteigt. Sie können
dann nämlich die neue Entwicklungsumgebung an Ihre gewohnte anpassen.
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Add-Ins
Add-Ins
Add-In-Manager
Add-Ins sind ganz allgemein Werkzeuge, welche die Entwicklungsumgebung erweitern. Verwalten können Sie Add-Ins über den Add-In-Manager,
den Sie über das Menü EXTRAS->ADD-IN-MANAGER aufrufen.
Bild 1.34: Der Add-In-Manager
Es handelt sich bei Add-Ins um eigenständige Programme, die sich mittels
des so genannten Automatisierungsmodells in die IDE von Visual Basic einbauen lassen. Dabei ist es gleichgültig, ob das Add-In mit Visual Basic oder
etwa Visual C++ erstellt wurde.
Ein Add-In greift auf interne Routinen der Entwicklungsumgebung zu und
erlaubt so eine Anpassung oder Änderung der IDE. Es können aber auch
ganze Prozessabläufe automatisiert werden, die Sie sonst mühevoll manuell
durchführen müssten. Hiermit lässt sich viel Zeit sparen, gerade im Hinblick
auf eine spätere Fehlersuche im manuell erstellten Code.
Es gibt zwei Arten von Add-Ins:
왘
왘
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Add-Ins
Assistenten
Kapitel 1: Die Visual Basic .NET-Entwicklungsumgebung
Add-Ins
Ein Add-In ist die allgemeine Bezeichnung für ein Programm, das seine Aufgaben innerhalb der IDE hat. Dabei kann es sogar sein, dass Sie als Benutzer
gar nichts von der Aktivität eines Add-Ins erfahren, weil es im Hintergrund
agiert.
Assistenten
Assistenten hingegen sind eine spezielle Ausprägung von Add-Ins. Sie leiten
den Benutzer schrittweise durch einen Prozess, dessen Umfang oder Komplexität eine manuelle Bearbeitung verbietet. Sie können in Visual Basic
selbst Assistenten erstellen.
Das Eigenschaftenfenster
Im Eigenschaftenfenster (Bild 1.35) werden während der Programmentwicklung die Eigenschaften von Objekten (Formulare, Klassen, Steuerelemente)
angezeigt und können dort auch verändert werden. Das Eigenschaftenfenster zeigt immer die Eigenschaften der aktuell markierten Objekte an.
Bild 1.35: Die Eigenschaften der Schaltfläche Button1 im Eigenschaftenfenster
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Das Eigenschaftenfenster
Massenänderungen von Eigenschaften
Ist mehr als ein Objekt markiert, so werden die gemeinsamen Eigenschaften
der Objekte angezeigt. Auf diese Art können sog. Massenänderungen von
Eigenschaften mehrerer Objekte durchgeführt werden.
Wenn Sie z.B. allen Steuerelementen eine andere Schriftart zuweisen möchten, markieren Sie alle Steuerelemente und ändern dann die Eigenschaft Font
der Objekte im Eigenschaftenfenster.
Falls das Eigenschaftenfenster nicht sichtbar ist, kann es über das Menü
ANSICHT->EIGENSCHAFTENFENSTER, über die Taste (F4) oder über die
Symbolleiste aktiviert werden.
Das Eigenschaftenfenster besteht aus den Teilen Objekt-Listbox und der
Eigenschaften-Liste.
Objekt-Listbox
In der Objekt-Listbox, die sich direkt unterhalb des Fenstertitels befindet,
sind alle Objekte des aktuell aktiven Moduls eingetragen.
Bild 1.36: Eigenschaften nach Kategorien
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Kapitel 1: Die Visual Basic .NET-Entwicklungsumgebung
Falls nur ein Objekt markiert ist, wird der Name des markierten Objekts in
der TextBox angezeigt. Mit der Drop-down-Liste kann, ohne das Eigenschaftenfenster zu verlassen, auf jedes andere Objekt des aktiven Moduls
gewechselt werden.
Eigenschaftenliste
Die Eigenschaftenliste ist eine Tabelle mit zwei Spalten. Die linke Spalte enthält die Eigenschaften des markierten Objekts, die rechte Spalte die aktuellen Werte dieser Eigenschaften.
Über die Registerkarten der Liste können die Eigenschaften alphabetisch
oder, wie in Bild 1.36 sichtbar, nach Kategorien geordnet angezeigt werden.
Vordefinierte Eigenschaftswerte
Hat eine Eigenschaft vordefinierte Werte, so erscheint in der rechten Spalte
dieser Eigenschaft ein Drop-down-Pfeil. Wird er gedrückt, kann ein Wert
aus der Liste möglicher Werte ausgewählt werden.
Ungültige Eigenschaftswerte?
Hinweis
Beim Wechsel in eine andere Zeile wird der eingegebene Wert einer Gültigkeitsprüfung unterzogen. Ungültige Werte werden nicht zugelassen. Für
jede Eigenschaft kann mit der Taste (F1) eine kontextsensitive Hilfe aufgerufen werden.
Das Setzen von Eigenschaften ist in Visual Basic der halbe
Weg zum fertigen Programm. Unterschätzen Sie nicht die Macht
der Eigenschaften. Viele Zeilen Code meiner Programme zeigten
sich im Nachhinein als überflüssig, nachdem ich die Eigenschaften
der Objekte besser definiert hatte.
Der Projektmappen-Explorer
Der Projektmappen-Explorer zeigt eine Liste aller im Projekt oder der Projektgruppe verwendeten Module. Bild 1.37 zeigt dabei nur eine kleine Auswahl der möglichen Projektdateien. Ob normale Formulare oder Module,
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Der Projektmappen-Explorer
Klassen oder Steuerelementdateien, im Projektmappen-Explorer sind alle
Projektdateien aufgelistet.
Auch bei kleineren Projekten mit wenigen Dateien sollten Sie die strukturierte Anzeige des Projektmappen-Explorers nutzen. Sie erleichtert es
Ihnen, eine dem Projekt zugehörige Datei schnell zu finden und zu öffnen.
Bild 1.37: Der Projektmappen-Explorer
Vom Projektmappen-Explorer aus kann das Formularfenster oder das Codefenster eines Moduls geöffnet werden. Es muss lediglich das entsprechende
Modul in der Liste markiert werden.
Jetzt wird entweder das Symbol Code anzeigen angewendet, um das zugehörige Codefenster zu öffnen, oder es wird das Symbol Designer anzeigen
angewendet, um das zugehörige Formularfenster zu öffnen.
Wird ein Modul im Projektfenster doppelt angeklickt, so wird für Formulare automatisch das Formualarfenster, für Module automatisch das Codefenster geöffnet.
Kontextmenüs des Projektmappen-Explorers
Wenn im Projektmappen-Explorer ein Projekt markiert ist und dann die
rechte Maustaste gedrückt wird, so öffnet sich das Kontextmenü aus Bild
1.38.
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Kapitel 1: Die Visual Basic .NET-Entwicklungsumgebung
Bild 1.38: Das Projekt-Kontextmenü des Projektmappen-Explorers
Alle in diesem Menü zu Verfügung stehenden Menüpunkte beziehen sich
auf das markierte Projekt. Sie können hier z.B. das Projekt erstellen oder
dem Projekt neue Module hinzufügen.
Als Startprojekt festlegen
In diesem Kontextmenü möchte ich Sie noch auf den Menüpunkt ALS
STARTPROJEKT FESTLEGEN aufmerksam machen. Visual Basic hat ein sog.
»Startprojekt«. Dabei handelt es sich um jenes Projekt, dessen Name im
Projektmappen-Explorer fett dargestellt wird.
Dieses Projekt wird beim Start des Interpreters über die Taste (F5) oder das
entsprechende Symbol der Symbolleiste von Visual Basic gestartet. Einstellen müssen Sie das Startprojekt nur, wenn Sie eine Projektgruppe bearbeiten,
die mehrere startbare Projekte enthält.
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Der Projektmappen-Explorer
Falls Sie beim Betätigen der rechten Maustaste nicht das Menü aus Bild 1.38
sehen, sondern ein anderes Kontextmenü, so befanden Sie sich wahrscheinlich mit dem Mauszeiger nicht über dem Eintrag Projekt des Projektmappen-Explorers.
In diesem Fall zeigt der Projektmappen-Explorer nämlich das Kontextmenü
des jeweiligen Moduls. Das Kontextmenü eines Formulars sehen Sie in Bild
1.39.
Bild 1.39: Das Kontextmenü eines Formulars
Alle Menüpunkte eines solchen Kontextmenüs beziehen sich ausschließlich
auf das entsprechende Modul, über dem Sie die rechte Maustaste betätigt
haben.
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Kapitel 1: Die Visual Basic .NET-Entwicklungsumgebung
Das Codefenster
Das Codefenster, auch Editor genannt, präsentiert sich mit einigen nützlichen Eigenschaften. Zuerst wird Ihnen wohl der senkrechte Strich am linken
Rand auffallen. Dies ist der so genannte Indikatorrand (Bild 1.40).
Bild 1.40: Das Codefenster mit Indikatorrand
Haltepunkte setzen
Hier kann direkt per Mausklick ein Haltepunkt gesetzt werden, indem man
einfach auf den Indikatorrand neben der entsprechenden Zeile klickt. Es
erscheint daraufhin ein roter Kreis (Bild 1.41) auf der Kennzeichenleiste, der
die Zeile als Haltepunkt markiert.
Indikatorrand
Ebenfalls auf dem Indikatorrand angezeigt werden Lesezeichen und die
aktuell bearbeitete Anweisung beim Einzelschrittbetrieb. Dieser Rand lässt
sich über die Optionen ausschalten. Lesezeichen bieten die Möglichkeit, eine
Stelle im Code zu markieren, um später bei Bedarf direkt dorthin springen
zu können.
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Das Codefenster
Lesezeichen setzen
Sie setzen ein Lesezeichen entweder über das Menü BEARBEITEN->TEXTMARKEN->LESEZEICHEN UMSCHALTEN oder über das entsprechende Symbol in der Symbolleiste
Bild 1.41: Lesezeichen und Haltepunkt auf dem Indikatorrand
Es erscheint daraufhin ein blaues Rechteck mit abgerundeten Ecken (Bild
1.41) vor der entsprechenden Zeile in der Kennzeichenleiste. Es können
beliebig viele Lesezeichen definiert werden.
Lesezeichen können über das Menü BEARBEITEN->TEXTMARKEN>NÄCHSTES LESEZEICHEN oder VORIGES LESEZEICHEN sequenziell angesprungen werden. Das Löschen von Lesezeichen erfolgt analog dem Setzen
derselben.
Einige weitere Leistungen von Visual Basic lassen sich nicht auf den ersten
Blick erkennen. Je nachdem welche Optionen im Optionsdialog aktiv sind,
verfügt der Editor z.B. über folgende Funktionen:
Drag & Drop
Drag&Drop: Wie bei Microsoft Word können Sie Textblöcke mit der Maus
verschieben oder kopieren.
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Kapitel 1: Die Visual Basic .NET-Entwicklungsumgebung
Zum Verschieben markieren Sie den gewünschten Code. Nun kann der
Block einfach an die neue Position gezogen werden. Der markierte Block
wird dort eingetragen und an der ursprünglichen Stelle entfernt. Wenn Sie
den Block kopieren wollen, müssen Sie zusätzlich die Taste (Strg) gedrückt
halten.
Automatische Anweisungsergänzung
Automatische Anweisungsergänzung: Wenn Sie im Code auf ein Objekt mit
einer Methode oder Eigenschaft Bezug nehmen, so wird Ihnen nach Eingabe
des Punktes eine Drop-down-Liste angezeigt, die alle Methoden und Eigenschaften des Objekts enthält (Bild 1.42).
Bild 1.42: Automatische Anweisungsergänzung im Codefenster
Mit den Pfeiltasten oder mit der Maus wählen Sie Ihr gewünschtes Element.
Wenn Sie dann die Leertaste oder die Tabulatortaste drücken, wird das
gewählte Element automatisch rechts hinter dem Punkt eingetragen.
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Das Codefenster
Dies erleichtert Ihnen die Suche nach den verfügbaren Elementen des
Objekts und verhindert darüber hinaus Schreibfehler. Die Automatische
Anweisungsergänzung kann im Dialog Optionen unter Text-Editor->Basic>Allgemein->Members automatisch auflisten aktiviert werden.
Parameterinformationen
Parameterinformationen: Dies ist ein weiteres Hilfsmittel, um Fehleingaben
zu verhindern. Wenn im Dialog Optionen in Text-Editor ->Basic->Allgemein->Parameterinformationen aktiviert wurde, werden Sie beim Eingeben
eines Funktionsaufrufs automatisch von den zugehörigen Parametern in
Kenntnis gesetzt (Bild 1.43).
Bild 1.43: Automatische Parameterinformationen zeigt die Parameter der
Methode MsgBox
Es wird ein Infofenster unter Ihrer aktuellen Zeile aufgeblendet, welches die
Funktionssyntax anzeigt. Das erste Argument wird fett dargestellt. Wenn zu
diesem ein Wert eingegeben wurde, wechselt die Markierung auf das zweite
Argument, und so weiter.
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Kapitel 1: Die Visual Basic .NET-Entwicklungsumgebung
Es kann Ihnen somit nicht mehr passieren, dass Sie zu wenig Argumente
oder einen falschen Typ an eine Funktion übergeben.
All diese Hilfsmittel erreichen Sie auch über das Kontextmenü des Codefensters. Hiermit lässt sich die Bearbeitung über Menübefehle abkürzen.
Die Werkzeugsammlung und das Formularfenster
Zwei weitere, nicht wegzudenkende Elemente der Visual Basic-Entwicklungsoberfläche sind die Werkzeugsammlung, auch Toolbox genannt, und
das Formularfenster.
Mit diesen zwei Werkzeugen wird im Wesentlichen die Oberfläche eines Programms erstellt. Ich habe dabei bewusst das Wort »programmiert« nicht verwendet, denn die Erstellung einer Oberfläche ist in Visual Basic nichts anderes
als das Zusammenstellen von mehreren Objekten ins Formularfenster.
Ein Formularfenster kann für jedes Programm-Objekt mit grafischer Oberfläche (z.B. eine Form) geöffnet werden.
Beispielsweise könnte sich in Ihrem Projekt ein Modul namens Form1 befinden. Form1 ist ein Objekt vom Typ Form. Wird Form1 im ProjektmappenExplorer doppelt angeklickt, so wird das Objekt Form1 ins Formularfenster
angezeigt (Bild 1.44).
Bild 1.44: Das Objekt Form1 im Objektfenster
Form1 kann jetzt wiederum weitere Objekte, beispielsweise ein Objekt vom
Typ Button, also eine Schaltfläche, beinhalten.
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Die Werkzeugsammlung und das Formularfenster
Objekte hinzufügen
Die Werkzeugsammlung ist das einzige Intrument, mit dem man neue
Objekte in ein Formularfenster aufnimmt. Dabei können Sie Objekte
anhand ihrer grafischen Darstellung und ihres Namens in der Werkzeugsammlung identifizieren (Bild 1.45).
Bild 1.45: Die Toolbox
Hinweis
Um eine Schaltfläche auf der Form zu platzieren, wird diese, wie in Bild 1.45
angedeutet, in der Werkzeugsammlung doppelt angeklickt. Daraufhin wird
das neue Objekt, in diesem Fall eine Schaltfläche, auf dem Formular (Objekt
Form1) platziert.
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Es ist möglich, mehrere Formularfenster gleichzeitig geöffnet zu halten. Wird in der Werkzeugsammlung ein Objekt doppelt
angeklickt, so wird es jeweils dem gerade aktiven Formularfenster
hinzugefügt. Informationen zu allen weiteren Fähigkeiten der
Werkzeugsammlung sowie deren Konfiguration finden Sie in
einem späteren Seminar.
Kapitel 1: Die Visual Basic .NET-Entwicklungsumgebung
Auch wenn sich in einem Formularfenster mehrere Objekte befinden, ist
immer nur eines aktiv. Eine Ausnahme dieser Regel gibt es nur bei Mehrfachselektionen, die für Massenänderungen von Eigenschaften verwendet
werden.
Das aktive Objekt in einem Objektfenster wird durch einen Markierungsrahmen bestehend aus weißen ausgefüllten Quadraten gekennzeichnet (Bild
1.46).
Bild 1.46: Größe von Objekten im Objektfenster ändern
Objektgrößen mit der Maus ändern
Wenn Sie die Maus über eines dieser Quadrate bewegen, so verändert sich
der Mauszeiger zu einem Pfeil (Bild 1.46). Jetzt kann die Größe des Objektes verändert werden, indem die Maus bei gedrückter linker Taste bewegt
wird.
Nach dieser Aktion haben sich die zugehörigen Objekteigenschaften
(Size.Heigth, Size.Width) im Eigenschaftenfenster automatisch verändert.
Position eines Objekts verändern
Um die Position eines Objekts zu verändern, muss das Objekt ins Formularfenster im Bereich innerhalb des Markierungsrahmens angeklickt werden. Es
kann dann bei gedrückter linker Maustaste verschoben werden.
Auch in diesem Fall werden Sie feststellen, dass sich die zugehörigen Eigenschaften (Location.Y, Location.X) im Eigenschaftenfenster automatisch verändert haben.
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Die Werkzeugsammlung und das Formularfenster
Änderung von Eigenschaften im Eigenschaftenfenster
Eigenschaften bestimmen das Aussehen und das Verhalten von Steuerelementen. Neben deren Größe können Sie beispielsweise auch deren Farbe
oder die Inhalte von Bildfeldern festlegen.
Nur die Eigenschaften Größe und Position eines Objekts sind, wie oben
beschrieben, schnell und leicht mit der Maus zu ändern. Alle anderen Eigenschaften eines Objekts müssen über das Eigenschaftenfenster verändert werden.
Um dies zu bewerkstelligen, muss das Objekt, dessen Eigenschaften verändert werden sollen, ins Formularfenster aktiviert werden. Das Eigenschaftenfenster wechselt dann automatisch auf das aktivierte Objekt.
Plausibilisierung von Eigenschaften
Jetzt kann in der Liste der Eigenschaften eine gewählt und verändert werden. Sobald das Eingabefeld verlassen wird, wird die Eingabe einer Plausibilitätsprüfung unterzogen. Ist die Eingabe gültig, wird die Eigenschaft
übernommen.
Bild 1.47: Eine Eigenschaft im Eigenschaftenfenster ändern
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Hinweis
Kapitel 1: Die Visual Basic .NET-Entwicklungsumgebung
Am Beispiel der Schaltfläche kann dies auf einfache Weise
demonstriert werden. Aktivieren Sie zunächst die Schaltfläche ins
Formularfenster und anschließend die Eigenschaft Text im Eigenschaftenfenster (Bild 1.47).
Jetzt kann der Wert der Eigenschaft Caption geändert werden, indem in der
rechten Spalte ein neuer Text eingegeben wird. Nach Bestätigung der Eingabe durch die Taste (Enter) bzw. nach dem Verlassen des Feldes wird der
neue Wert der Eigenschaft im Objektfenster sofort übernommen.
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