LEONI AG Nürnberg Ordentliche Hauptversammlung der LEONI AG am Donnerstag, 11. Mai 2017, 10:00 Uhr, Frankenhalle der NürnbergMesse GmbH, Messezentrum, 90471 Nürnberg Gegenanträge und Wahlvorschläge von Aktionären Stand: 26. April 2017 Nachfolgend finden Sie alle zugänglich zu machenden Anträge von Aktionären (Gegenanträge und Wahlvorschläge von Aktionären i. S. d. §§ 126, 127 Aktiengesetz) zu den Punkten der Tagesordnung der Hauptversammlung der LEONI AG am 11. Mai 2017. Die Anträge und ihre Begründungen geben jeweils die uns mitgeteilten Ansichten der Verfasser wieder. Auch Tatsachenbehauptungen wurden unverändert und ohne Überprüfung durch uns in das Internet eingestellt, soweit sie zugänglich zu machen sind. Stimmabgabe bzw. Weisungen zu Anträgen von Aktionären Sofern Sie sich diesen Gegenanträgen anschließen möchten, können Sie dies tun, indem Sie in der Hauptversammlung bei den entsprechenden Tagesordnungspunkten mit »Nein«, d. h. gegen den Vorschlag der Verwaltung, stimmen. Wenn Sie die Stimmrechtsvertreter der LEONI AG oder eine andere Person (ein Kreditinstitut bzw. eine diesem gleichgestellte Aktionärsvereinigung, Person, Finanzdienstleistungsinstitut oder Unternehmen) zur Ausübung Ihres Stimmrechts bevollmächtigen, können Sie die Gegenanträge unterstützen, indem Sie entsprechende Weisungen erteilen bzw. bereits erteilte Weisungen entsprechend anpassen. *** Gegenantrag des Aktionärs Venture Holding AG zur Hauptversammlung der LEONI AG am 11. Mai 2017 Venture Holding AG Venture Holding AG • Söderblomstr. 19/1» 72762 Reutlingen LEONI AG Tel. Corporate In esto Relations Herr Jens on Seckendorff Mail Fax Marienstr. 7 D-90402 Nürnberg Reutlingen, den 25.04.2017 Auch per Fax +49 911 202310134 und E-Mail [email protected] Ordentliche Hauptversammlung am 11. Mai 2017 - Gegenanträge Sehr geehrte Damen und Herren, durch Veröffentlichung im Bundesanzeiger am 31. März 2017 haben Sie die ordentliche Hauptversammlung der Gesellschaft für den 11. Mai 2017 einberufen. TOP 3 der Tagesordnung sieht die Beschlussfassung über die Entlastung der Mitglieder des Vorstands für das Geschäftsjahr 2016 vor; TOP 4 sieht die Beschlussfassung über die Entlastung der Mitglieder des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2016 vor; TOP 5 sieht die Wahl des Abschlussprüfers und des Konzernabschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2017 sowie des Abschlussprüfers für die prüferische Durchsicht des verkürzten Abschlusses und des Zwischenlageberichts für das erste Halbjahr des Geschäftsjahrs 2017 vor; TOP 6 sieht die Neuwahl von sechs von der Hauptversammlung zu wählen¬ den Mitgliedern des aus zwölf Mitgliedern bestehenden Aufsichtsrats vor. Die Venture Holding AG ist Aktionär der LEONI AG. Zum Nachweis des Aktienbesitzes v rweise ich auf die Eintragung im Aktienregister und Aktionärsnummer enture Holding AG Söderblomstr. 19/1, 72762 Reutlingen Vorstand: Roland Pfaus HRB 354 037 (Registergericht Stuttgart) www.vh-ag.com . Seite 1 von 4 Venture Holding AG Gegenanträge: Zu Tagesordnungspunkt 3, Beschlussfassung über die Entlastung de Mitglieder des Vorstands für das Geschäftsjahr 2016 Den Mitgliedern des Vorstandes wird die Entlastung verweigert. Zu Tagesordnungspun t 4, Beschlussfassung über die Entlastung der Mitglieder des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2016 Den Mitgliedern des Aufsichtsrates wird die Entlastung ver eigert. Wahlvorschläge: Zu Tagesordnungspunkt 5, Wahl des Abschlussprüfers und des Konzernabschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2017 sowie des Abschlussprüfers für die prüferische Durchsicht des erkürzten Abschlusses und des Zwischenlage¬ berichts für das erste Halbjahr des Geschäftsjahrs 2017 Der Wahlvorschlag der Verwaltung, der Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Stuttgart, als Konzernabschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2017 sowie des Abschlussprüfers für die prüferische Durchsicht des verkürzten Abschlusses und des Zwischenlageberichts für das erste Halb¬ jahr des Geschäftsjahrs 2017, wird abgelehnt. Zu Tagesordnungspunkt 6, Wahlen zum Aufsichtsrat Der Wahlvorschlag des Aufsichtsrats, Her n Dr.-Ing. Klaus Probst in den Aufsichtsrat zu wählen, wird abgelehnt. Seite 2 von 4 Venture Holding AG Begründung: Unter der Ägide der damaligen Vorstandsmitglieder, Hr. Dr.- Ing. Probst, Herr Lamann und Herr Belle, beanspruchte die LEONI AG insbesondere ab 2000 einschlägige Erfindungen, die in den Jahres¬ berichten als strategische Technologien für die Zukunftssicherung LEONIs benannt wurden. Teilweise wurden diese Technologien mit Auszeichnungen Dritter dotiert. Erwähnt sei hier beispielhaft die FLAMECON-Technologie mit dem Innovationspreis des C A 2008 und deren Bewerbung in Investorenzeitschriften, um die Innovationskraft von LEONI darzustellen. LEONI bewarb diese Technologien und die Patente in Finanzpublikationen bis in das Jahr 2010 hin in, investierte in diese erhebliche Millionenbeträge, ließ diese immateriellen Güter aber ungenutzt. Es unterblieb die Vermarktung, obwohl Interessenten und Investoren vorsprachen, darüber hinaus wurden sie teilweise ohne den Versuch einer Monetarisierung fallen gelassen. Es fanden auch Forschungs- und Entwicklungskooperationen zu diesen Technologien mit wichtigen Kunden wie Daimler, BMW und AUDI statt, zudem eine mehrjährige Kooperation mit Bosch. Statt der ebenfalls in Jahresberichten angekündigten Vermarktung dieser Technologien zugunsten der Aktionäre sind sämtliche damaligen Bemühungen des benannten Vorstandsteams urplötzlich und ohne Angabe von Gründen eingestellt worden. Dies verwundert umso mehr, als der unmittelbare und mittelbare Wettbewerb (Dräxlmaier, Kromberg&Schubert, Osram) mit dieser Technologie hätte auf Abstand gehalten werden können. Dieser (schändliche) und freigiebige Umgang mit Aktionärskapital, ohne auch nur einen Ansatz einer Kapitalisierung der Technologie wahrzunehmen, besitzt bei LEONI wohl System. Zu guter letzt führen erst kürzlich Vertreter von LEONI schriftlich hierzu aus, dass betreffend der Rechtsbeständigkeit einzelner Schutzrechte erhebliche Zweifel bestünden, u.a. weil diesbezügliche Verfahren aus den Schutzrechtspositionen heraus nicht einmal schutzfähig gewesen sein sollen. Im Gegensatz hierzu hat der damalige Vo stand unter Hr. Dr.-Ing. Probst dennoch erhebliche Mittel in diese Flamecon-Technologie investiert und dies auch den Aktionären so kommuniziert. Es stellt sich die Frage, ob dies eine bewusste Täuschung des Vorstands gegenüber dem Kapitalmarkt war oder nur auf Unzulänglichkeiten der damaligen Patentanwälte zurückzuführen wäre (diese bis heute aber für LEONI tätig sind). Jedenfalls war der Vorstand bis zum Jahr 2010 von dieser Technologie überzeugt, ausgehend mit der Aufnahme in den Verkaufsprospekt im Jahr 2004 zur Kapitalerhöhung Mitte 2004. Nun soll Hr. Dr.-Ing. Probst (noch dazu mit einer zu geringen Abkühlphase) aus dem Vorstand in den Aufsichtsrat wechseln. Dass Herr Dr.-Ing. Probst sich nie wirklich aus dem Organbereich der LEONI AG verabschiedet hat, erkennen wir auch daran, dass er als Vorsitzender des Aufsichtsrat der Grammer AG ausweichlich deren Webseite bis heute als Vorstandsvorsitzender der LEONI AG gilt. Seite 3 von 4 Venture Holding AG Zukünftig wäre somit Hr. Dr.-Ing. Probst auch für die Prüfung der Geltendmachung von Ersatzan¬ sprüchen gegen den früheren Vorstand, in dem er selbst Mitglied war; damit wären Interessen¬ konflikten Tür und Tor geöffnet. Diese Personalie ist aber auch aus anderen Gesichtspunkten als kritisch anzusehen. Als AR-Chef der Grammer AG beauftragt und arbeitet er seit Jahren mit Ernst&Young zusammen. Ernst&Young ist gleichzeitig der Abschlussprüfer der LEONI AG (und zwar bereits seit dem Jahr 1987!) und soll nun wieder gewählt sowie beauftragt werden. Nicht nur deshalb sehen wir die wiederholte Wahl von Ernst&Young als kritisch an. Der Abschlussprüfer fällt zudem durch extrem angestiegene und völlig in¬ transparente Nebenleistungen auf. Es ist davon auszugehen, dass auch in ommenden Jahren nicht nur die Gebühren für die Abschlussprüfung in Rechnung gestellt werden, sondern auch übermäßig viele Beraterhonorare. Gemäß Verordnung (EU) Nr. 537/2014 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. April 2014 ist eine Rotation des Abschlussprüfers vorgeschrieben - es ist mithin eine Neuvergabe des Prüfungs¬ mandats unter Berücksichtigung einer Beschränkung des Anteils der Honorare für Nichtprüfungs¬ leistungen an den Gesamthonoraren des Abschlussprüfers erforderlich. Aber die Personalie Dr.-Ing. Probst ist weiter problematisch vor dem Hintergrund der aktuellen Auseinandersetzungen bei der Grammer AG. Bei der Grammer AG bestehen bekanntlich erhebliche Unstimmigkeiten mit den größten Aktionären, was zur Folge haben könnte, das entweder diese Hauptaktionäre den Aufsichtsrat umkrempeln oder die Auseinandersetzungen LEONI treffen könnten. Ich bitte die A tionärinnen und Aktionäre mit uns gegen die Entlastungen des Vorstands und Aufsichtsrats, siehe oben, zu stimmen und die Wahl von Hr. Dr.-Ing. Probst zum Mitglied des Aufsichtsrats abzulehnen, ebenso abzulehnen ist die Wahl des Abschluss rüfers Ernst&Young. Der Gegenantrag erfolgt frist- und formgerecht. Die Begründung enthält weniger als 5.000 Zeichen (inkl. Leerzeichen) und ist nach § 126 AktG unverzüglich auf der Internetseite der Gesellschaft zugänglich zu machen. Venture Holding AG Seite 4 von 4 Stellungnahme der Verwaltung zum Gegenantrag des Aktionärs Venture Holding AG zur Hauptversammlung der LEONI AG am 11. Mai 2017 Vorstand und Aufsichtsrat halten an ihren Beschlussvorschlägen zu den Tagesordnungspunkten 3 und 4 fest. Ebenso hält der Aufsichtsrat an seinen Beschlussvorschlägen zu den Tagesordnungspunkten 5 und 6 fest. Die Verwaltung nimmt zu dem Gegenantrag wie folgt Stellung: Verwertung und Vermarktung von Technologien LEONI ist ständig bestrebt, ihre Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten in verwertbares und vermarktungsfähiges Know-how zu überführen. Schutzfähige Erfindungen werden von den zuständigen Abteilungen systematisch auf ihre technische und ökonomische Tragfähigkeit sowie wirtschaftliche Nutzbarkeit geprüft. Dem unternehmerischen Risiko entspricht es, dass nicht alle Erfindungen diese Voraussetzungen erfüllen, beispielsweise weil sie wirtschaftlich nicht umsetzbar oder technisch nicht überzeugend sind oder Kunden sich für andere Lösungswege entscheiden. In solchen Fällen entscheidet LEONI, begonnene Projekte nicht weiter zu betreiben, auch wenn ursprünglich die Aussicht bestand, diese ggfs. erfolgreich vermarkten zu können. Wahlvorschlag Dr.-Ing. Klaus Probst Die Cooling-Off Periode für Herrn Dr. Klaus Probst ist nach Auffassung des Aufsichtsrats nicht zu kurz. Herr Dr. Probst hat sein Mandat als Vorstandsvorsitzender der LEONI AG mit Ablauf der Hauptversammlung 2015 niedergelegt. Die Zweijahresfrist gemäß § 100 Abs. 2 Satz 1 Nr. 4 AktG ist zum Zeitpunkt der Hauptversammlung 2017 bereits abgelaufen. Eine sonstige Organstellung hatte Herr Dr. Probst seit 2015 bei der LEONI AG nicht inne. Rotation des Wirtschaftsprüfers Entgegen der Auffassung des Aktionärs ist eine Neuvergabe des Prüfungsmandats für die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Stuttgart („EY“) zum jetzigen Zeitpunkt nicht erforderlich. EY könnte nach der EU-Abschlussprüferverordnung (VO Nr. 537/2014) letztmalig sogar bis zum 16. Juni 2020 für die Abschlussprüfung zum 31.12.2020 gewählt werden. Erst für den Abschluss 2021 wäre EY als Prüfer ausgeschlossen. Wahrscheinlich wird es aber einen früheren Wechsel geben. Damit wird sich der Aufsichtsrat nach seiner Neuwahl befassen. Honorare des Wirtschaftsprüfers Seit Geltung der EU-Abschlussprüferverordnung (VO Nr. 537/2014) durchlaufen sämtliche durch LEONI beauftragten Nichtprüfungsleistungen den dort in Art. 5 Abs. 4 geforderten Genehmigungsprozess. Ab dem Jahr 2017 hat LEONI für Nichtprüfungsleistungen darüber hinaus einen Cap festgelegt, so dass sich entsprechende Kosten in den kommenden Jahren signifikant verringern werden. Weiterhin ist im Jahr 2016 ein Großteil der Honorare durch projektbezogene Aufträge entstanden, bei denen es sich um Einmalaufwendungen und nicht um wiederkehrende Leistungen handelt. Nürnberg, im April 2017 LEONI AG