Sylvia Börgens Optimistisch trotz Risikoschwangerschaft

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Sylvia Börgens
Optimistisch trotz Risikoschwangerschaft
Sylvia Börgens
Optimistisch
trotz Risikoschwangerschaft
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Kösel
Verlagsgruppe Random House FSC-DEU-0100
Das für dieses Buch verwendete FSC-zertifizierte Papier
München Super liefert Mochenwangen.
Copyright © 2007 Kösel-Verlag, München,
in der Verlagsgruppe Random House GmbH
Umschlag: Elisabeth Petersen, München
Umschlagmotiv: Digital Vision / Getty Images
Druck und Bindung: GGP Media GmbH, Pößneck
Printed in Germany
ISBN 978-3-466-34504-5
www.koesel.de
Inhalt
Vorwort (Prof. Dr. med. Frank Louwen). . . . . . . . . . .
7
Ein Wort vorab ... . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
8
1
»Schwangere« = »Patientin« (?) . . . . . . . . . . . . .
12
2
Das Menschenbild der modernen Medizin und ihr
Verständnis von »Risiko« . . . . . . . . . . . . . . . . . .
17
Schwangerschaft – die Schleuse in ein neues
Fahrwasser . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
25
4
»Hallo Baby – wir schaffen es gemeinsam!« . . .
32
5
Was ist was im Mutterpass? . . . . . . . . . . . . . . . .
46
6
»Wie können wir sicher sein, ob unser Kind
gesund sein wird?« . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
66
7
»Mein Kind will zu früh auf die Welt!« . . . . . . . . .
76
8
»Mein Kind wird nicht ausreichend versorgt« . . .
93
9
»Jetzt wird die Schwangerschaft echt beschwerlich«: Gestose . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
101
3
10
»Wir bekommen Mehrlinge!« . . . . . . . . . . . . . . .
108
11
Kaiserschnitt – pro und contra . . . . . . . . . . . . . .
118
12
Was ist, wenn ...? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
126
13
Vorsicht – psychologische Fliegenklatsche! . . .
139
14
Auftanken, nachdenken, Mut fassen! . . . . . . . . .
144
Ein Wort zum Schluss ... . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
167
Anhang . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
171
Dank . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
173
Literaturempfehlungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
175
Adressen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
181
Register . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
185
Vorwort
Ich bin guter Hoffnung – wie altmodisch, unzeitgemäß, unkritisch, ja lächerlich dieser Satz klingt, mag manche Leserin denken. Und wie viel Wahres steckt immer noch in diesem Satz.
Schwangerschaft wird von vielen Frauen und ihren Partnern als
eine nicht nur besondere, sondern besonders schöne Zeit wahrgenommen. Angst verhindert aber diese Wahrnehmung rasch.
Ich bin guter Hoffnung, wer will mir diese nehmen? Mittlerweile ranken sich viele Berufe um die Schwangerschaft, und
dieses, obwohl immer weniger Kinder geboren werden.
Screeningtests, Vorsorgeuntersuchungen, kurze oder ultimative Ratgeber, Sprechstunden, Elternschulen – was auch
immer noch angeboten wird – eine Schwangerschaft und erst
recht eine Geburt scheinen ohne kontinuierliche Hilfe vieler
Hände nicht mehr auszukommen.
Dieses Buch reiht sich ein, und doch, es ragt heraus – es
macht Spaß, es zu lesen. Auch wenn der Akademiker gleich
wieder versucht ist, den einen oder anderen Ansatz so nicht stehen lassen zu wollen: Das Buch dient tatsächlich sicherlich vielen Frauen in der Schwangerschaft, und es rückt auch manche
Übervorsichtigkeit, Risikobedenken und übertriebene Fürsorglichkeit zurecht. Sicher wird es zu manch kritischer Diskussion
anregen und selbst auch Kritik ertragen müssen.
Ich wünsche dem Buch die verdiente Verbreitung – bei
unseren schwangeren Frauen und ihren Partnern, bei Hebammen und Ärzten.
Prof. Dr. med. Frank Louwen
Leiter des Schwerpunktes Geburtshilfe und Pränatalmedizin
am Klinikum der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt a.M.
September 2006
Ein Wort vorab ...
Liebe werdende Mutter – und lieber, hoffentlich mitlesender,
werdender Vater!
»Sie sind tatsächlich schwanger – herzlichen Glückwunsch!«
Mit diesen oder ähnlichen Worten hat sich vermutlich Ihre
Frauenärztin/Ihr Frauenarzt an Sie gewandt. (Der besseren
Lesbarkeit wegen werde ich im Folgenden bei allen Berufsbezeichnungen immer nur ein Geschlecht erwähnen, das andere
ist selbstverständlich ebenso gemeint.)
»Herzlichen Glückwunsch« – diese Formel hat eigentlich
zwei Bedeutungen: Zum einen ist es die Gratulation, der Ausdruck des Mitfreuens, wenn jemand etwas Erfreuliches erlebt
hat. Zum anderen ist es im tieferen Sinne der von Herzen kommende Wunsch, dass das, was das Gegenüber in der nächsten
Zeit erfährt, ein gutes Ende haben möge. So will auch ich es
verstehen und Ihnen für die Schwangerschaft Glück wünschen!
Dabei sind die Chancen, am Ende der Schwangerschaft ein
gesundes Kind in den Armen zu halten, hier und heute so groß
wie nie zuvor. Der bessere Gesundheits- und Ernährungszustand der Frauen von heute hat dies bewirkt, ebenso das größere
Wissen um die gesunden Abläufe bei Schwangerschaft und
Geburt, das in die Ausbildung von Ärzten und Hebammen eingeflossen ist, und nicht zuletzt die Schwangerenvorsorge, die
hilft, Störungen des normalen Schwangerschaftsverlaufes
rechtzeitig zu erkennen und Abhilfe zu schaffen.
Auf der anderen Seite breitet sich zunehmend Verzagtheit
aus. Schwangerschaft, mit dem schönen, altmodischen Wort als
»Zeit guter Hoffnung« bezeichnet, ist zum »Risikoereignis«
geworden. Drei Viertel aller Schwangeren werden nach den
Ein Wort vorab ...
9
Mutterschaftsrichtlinien als »Risikoschwangere« bezeichnet,
das heißt, dass sie in dem 52 Punkte umfassenden Risiko-Katalog des Mutterpasses mindestens einen Treffer haben. Frauen
hangeln sich von einem Vorsorgetermin zum nächsten, um von
ihrem Arzt bestätigt zu bekommen, dass »alles in Ordnung« ist.
Eine Vielzahl von Untersuchungsmethoden ist in den letzten
zwei Jahrzehnten eingeführt worden mit dem Ziel, Fehlbildungen oder Krankheiten des ungeborenen Kindes rechtzeitig zu
erkennen. Der Nutzen und die Treffsicherheit dieser verschiedenen Methoden werden unter den Ärzten durchaus kontrovers
diskutiert, doch kommt davon bei der Schwangeren als der
»Endverbraucherin« wenig an. Sie erfährt nur, dass es diese
Methoden gibt, weil ihr Arzt sie ihr möglicherweise nahelegt.
In einem Ausmaß, das für frühere Generationen undenkbar gewesen wäre, sind Kinder heute Wunschkinder und in die
Lebensplanung eingepasst. Da wollen die werdenden Eltern
doch »nichts versäumen« oder »sich später Vorwürfe machen
müssen« und geraten dann oft in die Mühlen der vorgeburtlichen Diagnostik. Denn: Jede gefundene Normabweichung
zieht natürlich Kontrolluntersuchungen nach sich. Und: Je
mehr man untersucht, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass man zufällig irgendetwas Auffälliges findet. Wie
groß die Aussagekraft dieser Auffälligkeit ist, ist damit noch
lange nicht klar.
In meiner Beratungstätigkeit in einer großen Universitäts-Frauenklinik hatte ich immer wieder Gespräche mit verunsicherten Schwangeren, sogenannten »Risikoschwangeren«,
denen die Bedeutung irgendwelcher Untersuchungen nicht klar
war und bei denen nur der Eindruck hängen blieb: »Es stimmt
etwas nicht.« Oft konnte ich dann informieren, die Dinge
zurechtrücken und dadurch wieder Zuversicht vermitteln.
10
Ein Wort vorab ...
Und dies ist auch eine Triebfeder für dieses Buch. Schwangerschafts-Ratgeber gibt es etliche gute und lesenswerte, einige
empfehle ich im Literaturverzeichnis. In meinem Buch geht es
mir vor allem darum, werdende Eltern darüber aufzuklären, was
mit dem Begriff »Risiko« im Allgemeinen und seitens der
Geburtshelfer gemeint ist. Hier werden wir bald feststellen, dass
der Risiko-Katalog im Mutterpass nicht unterscheidet zwischen
Risiken, die man lediglich »im Hinterkopf behalten sollte« und
solchen, die Anlass zur Sorge geben und weitere Kontrollen
und/oder eine Behandlung nach sich ziehen müssen. Weiterhin
sollen einige der wichtigsten Schwangerschaftskomplikationen,
denen ich in meiner Arbeit immer wieder begegnet bin, verständlich erläutert werden: welche Ursachen sie vermutlich haben, wie
sie sich auf die werdende Mutter und das ungeborene Kind auswirken können, welche Abhilfen möglich sind, und zwar sowohl
aus schulmedizinischer als auch naturmedizinischer oder psychologischer Sicht.
Vor allem aber geht es mir darum, Ihren Optimismus zu
stärken. Schwangerschaften sind bewegende und bewegte Zeiten im Leben jeder Frau. Das Auf und Ab der Gefühle ist völlig
normal, ja es ist geradezu notwendig, um die werdende Mutter
auf das kleine Wesen einzustimmen, das zur Welt kommen und
in der ersten Zeit völlig auf sie angewiesen sein wird. Heutzutage
und hierzulande sind Schwangerschaften aber auch relativ seltene
Ereignisse. Doppelt schade ist es dann, wenn diese kostbare Zeit
durch Besorgnisse verleidet wird, die bei richtiger Information
und positiver Einstimmung zurechtgerückt worden wären.
Im Kapitel 4 »Hallo Baby – wir schaffen es gemeinsam!«
möchte ich Sie dazu anregen, sich auf die ganz besondere Beziehung zu Ihrem Kind zu besinnen, das da in Ihnen heranwächst.
Wir wissen heute mehr denn je über die erstaunlichen Fähigkeiten der Ungeborenen, mit ihrer Umwelt, in erster Linie ihrer
Mutter, in Kontakt zu treten. Nutzen Sie diese einmalige
Chance, die so erfüllend und beglückend sein kann!
Ein Wort vorab ...
11
Ein Gedanke noch: Eine Versicherung warb vor einigen
Jahren mit dem Slogan: »Glück braucht Sicherheit – wir geben
Sicherheit«. Dies ist auch so eine moderne Tendenz in unserer
Gesellschaft: alles absichern zu wollen. Und so geben wir uns
nur allzu leicht der Illusion hin, dass alles »planbar« und »machbar« sei. Findet deshalb auch die ausgefeilte Schwangerschaftsdiagnostik solch einen Widerhall bei uns, weil wir fast verlernt
haben, Gefahren und Unwägbarkeiten zu ertragen?
Eines ist sicher: Die Kinder, deren Eltern wir werden, verändern unser Leben von Grund auf. Sie machen uns verantwortungsvoller, reifer, oft auch glücklicher, aber sie machen uns
auch verletzlicher. Wir werden, so lange wir leben, in Sorge um
sie sein. Aber das geht uns letztlich in allen liebevollen Beziehungen so. Und ein Leben ohne liebevolle Beziehungen
erscheint uns nicht erstrebenswert.
So greife ich den »Glück-Wunsch« vom Beginn des Buches
noch einmal auf und wünsche Ihnen, dass diese Schwangerschaft, die Sie gerade erleben, der Beginn einer glücklichen
Beziehung zu einem einmaligen und unverwechselbaren
Menschen ist!
Gern möchte ich auch den werdenden Vater mit ins Boot
holen. Auch Sie werden ja durch den Kontakt mit Ihrem Kind
in Ihrem Leben bereichert werden und ganz neue Seiten an sich
entdecken. Und auch Sie werden möglicherweise durch medizinische Befunde verunsichert und wollen mehr Information
darüber. Wenn Sie, liebe werdende Mutter, aus welchen Gründen auch immer, dieses Kind nicht gemeinsam mit seinem
Vater zur Welt bringen können oder wollen, so hoffe ich doch
sehr, dass es Sie nicht verletzt, wenn ich gelegentlich auch den
Vater anspreche. Und ich hoffe, dass es einen anderen Menschen in Ihrem Leben gibt, dem Sie vertrauen und mit dem Sie
die Schwangerschaft und Geburt gemeinsam erleben können.
Kapitel 1
»Schwangere«
= »Patientin« (?)
Wie ist es dazu gekommen, dass Schwangerschaft und Geburt,
gesunde und normale Vorgänge, so stark unter den Einfluss der
Medizin, also der Wissenschaft von Krankheiten und ihrer Behandlung, gerieten? Bis in die frühe Neuzeit hinein war die
Betreuung von Schwangeren und Gebärenden ausschließlich
Sache der Hebammen. Die älteste
Hebammen waren jahrhundertefigürliche Darstellung einer Geburt,
lang heilkundige Frauen mit
eine kleine verwitterte Terracotumfangreichem Wissen.
ta-Skulptur aus Zypern, fast 3000
Jahre alt, zeigt eine Gebärende in aufrechter Haltung, die hinten von einer anderen Person – dem Vater des Kindes? – gehalten wird, während vor ihr die Hebamme, die »Wehenmutter«,
kauert, um das Kind in Empfang zu nehmen.
Hebammen waren nicht nur jahrhundertelang Geburtshelferinnen, sondern auch heilkundige Frauen (französisch »sagefemme« = »weise Frau«), die viel über Naturmedizin wussten,
Kräuter und Pflanzenbestandteile sammelten und daraus Medikamente zubereiteten. Dies, vor allem ihr Wissen um empfängnisverhütende und abtreibende Substanzen und Methoden,
brachte sie in das Visier der Strafverfolgungsbehörden, und im
Zeitalter der Hexenverfolgung (zirka 16. bis 18. Jahrhundert)
erlitten viele von ihnen einen grausamen Tod. Damit ging auch
viel von ihrem Wissen verloren, das immer nur mündlich und
durch praktische Anleitung weitergegeben wurde – an Töchter
oder andere Nachfolgerinnen. Erst im 17. Jahrhundert hatten
einige besonders fähige Hebammen (in Deutschland z.B. Justi-
»Schwangere« = »Patientin« (?)
13
ne Siegmundin) begonnen, ihre Kenntnisse auch schriftlich
mitzuteilen.
Da zu dieser Zeit keinerlei Ausbildungs- und Prüfungsvorschriften existierten, gab es auch »schwarze Schafe« unter den
Hebammen. So ereiferte sich der Arzt Bernhard Christoph Faust
1784: »Die Hebammen sind wahrlich eine der größten Ursachen
der Zerstörung der Gesundheit und Stärke, also des Elends und
des Verfalls der Menschheit.« Diese
Polemik mag auch damit zusam- Kompetenzgerangel in der
Geburtshilfe: Ab dem 19. Jh.
menhängen, dass um jene Zeit die übernahmen Ärzte die Führung.
Mediziner mit Macht in das Gebiet
der Frauenheilkunde und Geburtshilfe drängten. Es entstand die
Aufgabenteilung, die im Prinzip bis heute noch besteht: Die
Hebamme betreut die gesunde Schwangere und leitet die
unkomplizierte Geburt, der Arzt wird hinzugezogen, wenn
Schwierigkeiten auftreten. Damals entstanden an allen akademischen Ausbildungsstätten Entbindungsanstalten, in denen Hebammen und Ärzte parallel ausgebildet wurden.
Die Medizin, die im Altertum und Mittelalter ohne rechten Durchblick vor sich hingedümpelt war, erlebte nun in der
Neuzeit einen gewaltigen Aufschwung. Man begann, den
Aufbau des menschlichen Körpers durch Untersuchung von
Verstorbenen zu ergründen. Einige wichtige Meilensteine:
William Harvey beschrieb 1628 zutreffend die Funktion des
Herzens und Blutkreislaufs. W.T. Green Morton gelang 1847
das erste Zahnziehen unter Narkose, die Geburtsstunde der
Anästhesie. Und so konnte der englische Arzt John Snow
1853 seiner Königin Victoria zur schmerzarmen Geburt ihres
Sohnes Leopold durch Äthernarkose verhelfen.
Ein Rückschlag in der Entwicklung der Entbindungsanstalten war dann das Kindbettfieber. Dabei handelte es sich um eine
Infektion, die nach der Geburt an der Gebärmutterwunde entstand und zu Bauchfellentzündung und zum Tode führen
konnte. Der österreichisch-ungarische Arzt Ignaz Semmelweis,
14
»Schwangere« = »Patientin« (?)
Leiter einer Geburtsabteilung in Wien, erkannte 1848 die
Ursache dafür: Seine Mediziner untersuchten die Wöchnerinnen, nachdem sie zuvor Leichen seziert hatten, ohne sich auch
nur die Hände zu waschen. Durch ausreichende Desinfektion
ließ sich die Müttersterblichkeit jedoch drastisch senken: von
13 Prozent auf anderthalb Prozent.
Leider wurde Semmelweis für seine Erkenntnisse nur angefeindet, und es dauerte noch eine ganze Generation, bis sie in der
Ärzteschaft allgemein anerkannt wurden. Der Durchbruch kam
eher von Seiten der Chirurgie, als der schottische Arzt Joseph
Lister 1867 die Desinfektion im Operationssaal einführte. Dass
Krankheiten durch Infektion mit mikroskopisch kleinen Organismen entstehen können, war damals noch nicht allgemeiner
Wissensstand. Die großen Ärzte des 19. Jahrhunderts, Jenner,
Pasteur, Koch, Ehrlich, Virchow, Behring, leisteten hier bahnbrechende Forschungs- und Aufklärungsarbeit. Schutzimpfungen gegen die schlimmsten Infektionskrankheiten und verbesserte Hygiene, vor allem die Einführung der Kanalisation in den
Städten, steigerten die durchschnittliche Lebenserwartung in
Deutschland von 1871 bis 1934 von 37 auf 58 Jahre. Dies
geschah vor allem durch die Senkung der Säuglings- und Kindersterblichkeit.
Als Alexander Fleming 1928 das Penicillin entdeckte, gefolgt
von der Entdeckung weiterer Antibiotika durch andere Forscher,
war der Optimismus der Ärzte sehr groß, Krankheit und Leiden
in absehbarer Zeit ganz ausmerzen zu können. – Wir wissen heute, dass diese Hoffnung sich (noch?) nicht erfüllt hat.
Wie ging es mit dem Hebammenstand hierzulande weiter? In
ländlichen Gebieten betreuten sie weiterhin die Schwangeren
und entbanden sie zu Hause. In den Städten wurde die Klinikgeburt zunehmend populär. In der Zeit des Nationalsozialismus
wurde die Rolle der Hebammen gestärkt, sie wurden besser
bezahlt und ihre Hinzuziehung zu allen Geburten gesetzlich
»Schwangere« = »Patientin« (?)
15
verankert. Die dunkle Kehrseite: Hebammen wirkten als
»Hüterinnen der Volksgesundheit« wie viele Ärzte an der »Ausmerzung von erbkrankem Nachwuchs« mit.
Mit dem Untergang des Nationalsozialismus waren alle
Ideen einer »Hebung der Volksgesundheit« erst einmal in Misskredit geraten. Die Entbindung in einer Klinik wurde wegen
der besseren medizinischen Versorgung und der Rund-umdie-Uhr-Betreuung zur Regel. Entbindungen wurden zwar von
Hebammen geleitet, aber sie unterstanden in der Krankenhaushierarchie den Ärzten. Freiberufliche Hebammen gab es
immer weniger. Für die Betreuung der Schwangeren und jungen
Mütter waren die Gesundheitsämter zuständig, in denen Hebammen oder Fürsorgerinnen arbeiteten.
Anfang der 60er-Jahre schlugen die Ärzte Alarm, weil die
Mütter- und Säuglingssterblichkeit in der Bundesrepublik
Deutschland deutlich höher war als in anderen westlichen Staaten. Als Folge davon wurden zum 1.6.1966 die Mutterschafts-Richtlinien erlassen, die jeder Schwangeren Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft durch einen Arzt als
Leistung ihrer Krankenkasse garantierten. Diese Richtlinien
wurden noch mehrfach neu gefasst und der Katalog der Leistungen vergrößert. Aber bereits im Vorwort der ersten Fassung
heißt es: »Vorrangiges Ziel der ärztlichen Vorsorge ist die frühzeitige Erkennung von Risikoschwangerschaften und Risikogeburten.« Der Katalog der Risikofaktoren wurde von anfänglich
17 auf mittlerweile 52 erweitert.
Damit waren die Weichen eindeutig gestellt: Schwangerschaft und Geburt galten potenziell als gefährliche Ereignisse,
die ärztliche Vorsorge benötigten. Der Blickwinkel verengte
sich auf medizinisch fassbare Sachverhalte, die dank der
immer ausgefeilteren Technik auch immer besser und in größerer Zahl erfasst werden konnten. Die Hebammen als die
Betreuerinnen der unkomplizierten Schwangerschaft und
Geburt gerieten dagegen ins Hintertreffen. Erst seit gut zehn
16
»Schwangere« = »Patientin« (?)
Jahren widmen sich freiberufliche Hebammen wieder vermehrt
der Schwangerenvorsorge.
In der ehemaligen DDR war die Entwicklung anders verlaufen: Hier waren ja nicht die privat niedergelassenen Ärzte das
Rückgrat der medizinischen Versorgung, sondern Ambulatorien, kleinere medizinische Versorgungseinheiten, und größere
Polikliniken mit mehreren Fachärzten. Die Schwangerenvorsorge lag in der Hand von speziellen Beratungsstellen, in denen
Gynäkologen, Hebammen und Fürsorgerinnen gemeinsam
tätig waren. Da die Frauen überwiegend berufstätig waren,
wurden sie schon von ihren Betrieben an diese Beratungsstellen
überwiesen. In den 70er-Jahren waren die Mütter- und die
Säuglingssterblichkeit in der DDR niedriger als in der BRD!
Mit der Wiedervereinigung 1990 wurde das Gesundheitssystem der DDR völlig dem im Westen angeglichen. Die Schwangerenberatungsstellen fielen dieser Angleichung zum Opfer –
bedauerlicherweise, wie ich finde.
Ein »Blick über den Zaun« zeigt uns, dass die Entwicklung
auch in anderen Ländern anders verlief: So hat in den Niederlanden die Schwangerenvorsorge durch Hebammen geradezu
Tradition, und 30 Prozent aller Kinder werden zu Hause mit
Hebammenhilfe geboren (Deutschland: 2 Prozent, einschließlich der Geburtshäuser). Dabei unterscheiden sich die Mütterund die Säuglingssterblichkeit in den beiden Ländern kaum.
Die Anwesenheit einer vertrauten Person, die die Schwangere
bereits aus der Vorsorge kennt, stärkt ihr Vertrauen in ihren
Körper und in die Natur: Die Hausgeburten verlaufen unkomplizierter, etwas kürzer und es werden weniger Medikamente
benötigt. Es mag auch eine Rolle spielen, dass die kurzen Wege
in dem kleinen und dicht besiedelten Nachbarland die schnelle
Überstellung ins Krankenhaus erleichtern, wenn unter der
Geburt Komplikationen auftreten.
Kapitel 2
Das Menschenbild der
modernen Medizin und ihr
Verständnis von »Risiko«
Den großen Erfolgen der Medizin im 19. und 20. Jahrhundert
lag eine naturwissenschaftliche, geradezu mechanische
Betrachtung des Menschen zu Grunde. Der französische Arzt
und Philosoph La Mettrie hatte den Satz »Der Mensch ist eine
Maschine« geprägt, und genau so, wie eine – sicherlich hochkomplexe – Maschine, behandelt die Medizin den Menschen
auch heute noch. Da werden defekte Einzelteile entfernt (z.B.
bei »Blinddarmentzündung«) oder ausgetauscht (z.B. Gelenke).
Da werden nicht recht funktionierende Bauelemente in ihrer
Funktion unterstützt (z.B. Gabe von Enzympräparaten bei
mangelhafter Verdauung) oder gehemmt (z.B. Gabe von kontraktionshemmenden Mitteln bei vorzeitigen Wehen). Den
Gesamtorganismus schädigende Bakterien werden durch Antibiotika bekämpft – leider vernichten diese dann auch die nützlichen Bakterien, die zum Beispiel im Darm leben. Verfeinerte
Operationstechniken und Narkoseverfahren machen Operationen (»Reparaturen«) immer schonender und risikoärmer.
Aber die Gesundheit des Menschen hängt nicht nur vom ordnungsgemäßen Funktionieren seines Körpers ab. Das seelische
Befinden beeinflusst das körperliche – und umgekehrt ist es
genauso. Frauen erleben das in stärkerem Maße als Männer am
eigenen Leibe. Viele Frauen leiden einmal im Monat an Gereiztheit oder Niedergeschlagenheit, und ein Blick in ihren Kalender
18
Das Menschenbild der modernen Medizin und ihr Verständnis von »Risiko«
macht ihnen klar, dass ihre Periode bevorsteht. Umgekehrt erleben wir auch die körperlichen Begleitumstände von seelischer
Belastung deutlicher: das Herzklopfen, das Frieren oder Schwitzen, den »Kloß im Hals«, das »Grummeln« in Magen oder Darm.
Die Schwangerschaft ist eine Zeit, in der körperliche und
seelische Umwälzungen besonders innig miteinander verbunden sind. Zeiten der Verzagtheit und Unausgeglichenheit
wechseln mit Zeiten des Hochgefühls und der Vorfreude ab.
Und, wie gesagt, die seelische Überempfänglichkeit – weinen
Sie auch so leicht bei sentimentalen Filmen? – soll uns innerlich
bereit machen, uns auf das Kind einzulassen, das unsere
Fürsorge und Verantwortung braucht.
Nun ist die Tatsache, dass Seele und Körper eng miteinander
verbunden sind, auch und besonders bei Schwangeren, natürlich auch den Frauenärzten nicht entgangen. Deshalb gehört
die Psychosomatik, also die Lehre von den Zusammenhängen
von seelischen und körperlichen Vorgängen, zum Ausbildungskatalog der angehenden »Fachärzte für Frauenheilkunde und
Geburtshilfe«. Allerdings sind sie
Die moderne Medizin behandelt
durch ihre bisherige Ausbildung
den Menschen nicht anders als
weiterhin eindeutig auf das Organieine komplexe »Maschine«.
sche eingeschworen. Das fängt ja
schon im 1. Semester an, in dem sie im Anatomiekurs Körper
von Verstorbenen sezieren müssen. Der Satz »Es gibt keine körperliche Behandlung ohne seelische Auswirkungen«, sinngemäß vom großen Psychosomatiker Viktor von Weizsäcker
geäußert, bereitet ihnen Unbehagen. Sie wollen sich lieber auf
dem Terrain bewegen, für das sie gut ausgebildet und qualifiziert sind. Natürlich aber gibt es immer Frauenärzte, die auch
die seelischen Bedürfnisse und Schwierigkeiten ihrer Patientinnen erkennen und mit ansprechen.
Es fällt jedoch auf, dass Schwangere, die zur Vorsorge
sowohl eine frauenärztliche als auch eine Hebammenpraxis auf-
Das Menschenbild der modernen Medizin und ihr Verständnis von »Risiko«
19
suchen, bei Umfragen immer wieder angeben, dass sie sich von
der Hebamme eher »als Mensch« angesprochen und behandelt
fühlen und so auch den Mut fassen, mit ihr über seelische Probleme in der Schwangerschaft zu sprechen. Damit wollen sie
den Frauenarzt gar nicht erst belästigen, der ist dann für die
medizinische Betreuung zuständig.
Eine Aufgabe, der sich die Medizin in neuerer Zeit verstärkt
verschrieben hat, ist eben die Prävention, also die Vorbeugung
von Krankheiten, ehe sie auftreten. Am bekanntesten ist die Prävention der Koronaren Herzkrankheit. Diese bedeutet, dass die
Herzkranzgefäße, die das Herz selbst mit Blut versorgen, verengt
und schließlich blockiert sind, sodass es zum Herzinfarkt kommt,
also zum Absterben von Herzgewebe. In Reihenuntersuchungen
an Tausenden von Personen konnten Faktoren identifiziert werden, die das Risiko für Koronare Herzkrankheit erhöhen. Dazu
zählt vor allem: Übergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen,
erhöhter Blutdruck, Anspannung und Zeitdruck (Stress) und dass
bestimmte »schlechte« Blutfette überwiegen. So kommt es, dass
bereits bei Vorliegen von einzelnen
dieser Risikofaktoren der Arzt ein- Prävention und Risikodenken
machen den Menschen zum
greift und zum Beispiel Medika- »Patienten«.
mente zur Senkung des erhöhten
Blutdrucks oder der Blutfettwerte verschreibt. Der Betreffende
fühlt sich gesund, hat keine Beschwerden; unsicher bleibt auch,
ob er tatsächlich je herzkrank werden würde, aber unversehens
ist er zum »Patienten« geworden.
In der Schwangerenvorsorge passiert nun oft etwas Ähnliches: Wir haben einen Sachverhalt, von dem nicht klar ist, ob er
etwas Krankhaftes anzeigt oder nicht; nehmen wir zum Beispiel
an, bei einer Ultraschall-Kontrolle würde festgestellt, dass Ihr
Kind relativ klein sei. Dafür kann es verschiedene Gründe
geben. Vielleicht hatte Ihr Baby eine kleine Wachstumspause
und der nächste Wachstumsschub kommt in ein paar Tagen.
Oder Ihr Kind ist vielleicht anlagebedingt zierlicher als der
20
Das Menschenbild der modernen Medizin und ihr Verständnis von »Risiko«
Durchschnitt. Oder die Berechnung des Schwangerschaftsalters stimmt nicht ganz, weil Sie einen unregelmäßigen Zyklus
hatten. Oder – und das wäre dann beachtenswert – Ihre Plazenta arbeitet nicht mehr so gut und versorgt das Kind nicht ausreichend. Ein erfahrener Frauenarzt würde vielleicht sagen: »Wir
warten mal ab und kontrollieren das in ein paar Tagen noch einmal. Hatten Sie vielleicht in der letzten Zeit ziemlich viel um
die Ohren? Ja? Na, dann lassen Sie es jetzt einmal ruhiger angehen. Das kommt auch Ihrem Baby zugute.« Oft genug werden
Sie aber stattdessen umgehend an Spezialisten mit dem Befund
»Verdacht auf Wachstumsretardierung« überwiesen und sind
entsprechend beunruhigt.
Hier müssen wir noch einen kleinen Umweg einschlagen und
uns klarmachen, was das Wort »Risiko« sowohl im alltäglichen
als auch im naturwissenschaftlichen und medizinischen Verständnis bedeutet.
Im Alltagssprachgebrauch ist »Risiko« gleich »Gefahr«. Jeder
glaubt, dass Drachenfliegen riskanter, also gefährlicher ist als
Waldspaziergänge. In Untersuchungen zur Einschätzung von
verschiedenen Risiken zeigte sich nun, dass Menschen seltene
Situationen gegenüber vertrauten in ihrer Gefährlichkeit weit
überschätzen. Viele Menschen haben beim Besteigen eines
Flugzeuges Angst, kaum jemand, wenn er sich ins Auto setzt,
obwohl das Gefahrenpotenzial des Autofahrens wesentlich größer ist.
Der naturwissenschaftliche Begriff von »Risiko« ist gleichzusetzen mit »Wahrscheinlichkeit«. Dies ist eine Zahl zwischen 0
und 1 – wahlweise auch eine Prozentangabe zwischen 0 und 100
Prozent –, die angibt, wie sicher ein Ereignis eintreten wird.
Wenn Sie würfeln, ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine bestimmte Augenzahl fällt – sagen wir eine »Sechs« –, ein Sechstel, also 16,66 Prozent. Bei jeder Schwangerschaft ist die Wahrscheinlichkeit, ein Mädchen zu bekommen, 50 Prozent – auch
Das Menschenbild der modernen Medizin und ihr Verständnis von »Risiko«
21
wenn Sie schon drei Buben haben und sich dringend eine Tochter wünschen!
Manchmal treten Wahrscheinlichkeiten für erfreuliche und
unerfreuliche Ergebnisse gleichzeitig auf, und Sie müssen eine
Risikoabwägung und Entscheidung treffen. So ist zum Beispiel
die Wahrscheinlichkeit, beim Lottospielen auf die Dauer Geld
zu verlieren, größer als die, zu gewinnen. Aber Sie spielen vielleicht trotzdem, denn die wöchentlichen Geldeinsätze tun
Ihnen nicht wirklich weh, aber einen großen Gewinn zu
machen, wäre dagegen so extrem erfreulich.
Oder stellen Sie sich folgende Situation vor: Sie stehen im
Hauptbahnhof vor einer großen Reihe von Gepäckschließfächern, 100 sind es insgesamt. Man sagt Ihnen, dass hinter 99
Türen 1000 Euro liegen, hinter der hundertsten aber ein
Sprengsatz. Würden Sie das Angebot annehmen, eine Tür Ihrer
Wahl öffnen zu dürfen? Und wie sähe Ihre Entscheidung aus,
wenn hinter der hundertsten Tür eine Stinkbombe lauerte,
unangenehm zwar, aber nicht gefährlich?
Die moderne Medizin bietet Ihnen nun – bildlich gesprochen
– Hunderte solcher Schließfach-Untersuchungen an. An großen Stichproben von Schwangeren wurde untersucht, wie die
Schwangerschaften ausgingen, wenn bestimmte Bedingungen
vorlagen. Und aus diesen Untersuchungen wurde dann gefolgert, ob die Schwangerschaften durch solche Bedingungen
messbar und beweisbar beeinflusst wurden. Mit anderen Worten: Ob null, ein oder zwei Schließfächer betroffen waren – um
mehr geht es nicht; und in der Regel auch nicht um den
schlimmstmöglichen Ausgang.
Nehmen wir ein Beispiel aus dem Mutterpass, den Risikofaktor 10, »Adipositas«, also Übergewicht. Kinder von übergewichtigen Frauen haben nach der Geburt etwas häufiger
Atem-Anpassungsprobleme, die Geburt muss öfter per Kaiserschnitt stattfinden und in der Schwangerschaft treten Komplikationen wie Schwangerschaftsdiabetes, Bluthochdruck, Harn-
22
Das Menschenbild der modernen Medizin und ihr Verständnis von »Risiko«
wegsinfekte und Venenthrombosen häufiger auf. Deshalb werden übergewichtige Schwangere genauer überwacht und
betreut. Aber die allermeisten von ihnen gebären wie die
Normalgewichtigen ein gesundes Kind.
Dies ist ein Kritikpunkt am Risiko-Katalog des Mutterpasses: Die
Risiken werden in keiner Weise danach gewichtet, wie schwerwiegend sie sind (»Sprengsatz« oder »Stinkbombe«). Und wenn
der Begriff des Risikos so weit gefasst wird, dass 75 Prozent der
Schwangeren davon betroffen sind, wir aber umgekehrt wissen,
dass 96 Prozent der Neugeborenen völlig gesund sind und auch
von den anderen vier Prozent die Mehrzahl an behandelbaren
und verbesserbaren Krankheiten leidet, so geht das rechte
Augenmaß verloren.
Nun mögen Frauenärzte – aus ihrer Sicht berechtigt – einwenden, dass die Erfassung von Risiken doch lediglich dazu
diene, mögliche Komplikationen bereits im Vorfeld abzuwenden. »Risiko« ist demnach nicht gleich »Gefahr«. Oft gelingt es
ihnen aber nicht ausreichend, dies den Schwangeren zu verdeutlichen. Eine schwangere Frau, die ohnehin emotional stark empfänglich ist, wird durch das Reden
Der weit gefasste Risikobegriff
von Risiko und irgendwelche »aufin der Vorsorge wirkt auf die
fälligen« Befunde, die sie als mediziSchwangere oft verunsichernd.
nische Laiin nicht einordnen kann,
möglicherweise stark verunsichert. Hinzu kommt, dass es sich
um Risiken handelt, die sie kaum kennt und deshalb oft grob
überschätzt. Leider sind sich auch Schwangere untereinander
manchmal keine Hilfe. In Schwangerenkursen und Internetforen
beispielsweise werden oftmals Halbwahrheiten oder komplett
falsche Informationen weitergegeben.
Auch die Partnerschaft der werdenden Eltern kann durch
die Verunsicherung in Mitleidenschaft gezogen werden. Der
werdende Vater als – dann doch – Außenstehender sieht vielleicht alles viel lockerer und versteht die Aufregung seiner Frau
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