Soziale Gruppen

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SE Fachdidaktik Psychologie / Martic Sarah, Stadlbauer Helene
SOZIALE GRUPPEN
SS 2010
GRUPPENVERHALTEN
Was sind soziale Gruppen?
Sie bestehen aus einer Anzahl von Personen,
die miteinander in Beziehung stehen und
gewisse Normen gemein haben. (Vorschriften, Sitten, Bräuche, alltägliche Gewohnheiten,…)
Verschieden soziale Gruppen, der man im Laufe seines Lebens angehört: Familie, Schulklasse,
Freundeskreis, Jugendgruppe, Berufsgruppe,…
Arten sozialer Gruppen:
Mitgliedsgruppen
Bezugsgruppen
Formelle Gruppen
gehört man bereits an
möchte man gerne angehören, sympathisiert man
sind geplant, Organisation und Zielsetzung sind genau festgelegt (z.B.
Sportverein), meist bestimmte Rolle mit Aufgabe > „offiziell“
Informelle Gruppen
bilden sich von selbst (spontan), persönlicher Kontakt, eher privat, meist
Kleingruppen (z.B. Kartenspielrunde) > „Gerüchteküche“
Primärgruppen
Sekundärgruppen
meist sehr klein, besonders enger und vertrauter Kontakt (z.B. Familie)
Beziehungen sind meist nur oberflächlich durch gemeinsame Interessen gegeben
(z.B. Berufsgruppe)
Verhalten innerhalb der Gruppe:
Die einzelnen Mitglieder sind emotional und intellektuell miteinander verbunden. Jeder steht dem
anderen wohlwollend, aber auch kritisch gegenüber > Gruppengleichgewicht
Es besteht eine ständige Interaktion, Kommunikation und eine gewisse Art von Beeinflussung.
Nebst einem persönlichen Ziel, strebt man als Gruppe ein Gruppenziel und Motiv an, wobei ständig
versucht wird, das Gleichgewicht (Nähe & Sozialdistanz) in der Gruppe zu erhalten.
Deshalb: Die Gruppe ist mehr als die Summe ihrer Mitglieder. Manche psychische Eigenschaften
und Verhaltensweisen des Einzelnen werden durch die allgemeine Beeinflussung abgeschwächt, andere
dagegen verstärkt.
Durkheim behauptet: Durch die Verbindung von Individuen wird eine neue psychische (positive)
 Individualität konstituiert. > Freiheit, Selbstverwirklichung, Motivation, Leistung…

Kommt die Gruppe aus dem Gleichgewicht (z.B. zu große Beeinflussung) fallen die Entscheidungen
meist schlechter aus und der ‚Gruppenertrag’ wird niedriger:
> Selbstbeschränkung, Druck, Manipulation, Misserfolg…
Rollenverteilung: z.B. feste / wechselnde Rollen; Rollenbildung je nach Gruppenzielen, spontanes
Auftreten eines Anführers, Übernahme bestimmte Rollen wie BeraterIn, SpezialistIn, AnhängerIn,
Oppositionsmitglied, Sündenbock,…)
SE Fachdidaktik Psychologie / Martic Sarah, Stadlbauer Helene
SS 2010
Entscheidungen: z.B. ‚Gruppendenken’ nach Janis > Wieso kann ein ‚Gruppendenken’ in
Gruppen zu starkem Zusammenhalt zu schlechten Entscheidungen führen?
Regeln, die auf Akzeptanz bei der Entscheidungsfindung stoßen: Einstimmigkeit, Mehrheit gewinnt
(bei mehreren Entscheidungsmöglichkeiten), Wahrheit gewinnt (bei intellektuellen Aufgaben), ZweiDrittel-Mehrheit,…
Verhalten zwischen Gruppen: Realistic-conflict Theorie (Sherif 1966):
 Beziehungen innerhalb einer Gruppe: Wenn es gemeinsame Ziele gibt kommt es zu
Solidarität, wenn ein interpersoneller Wettbewerb herrscht kommt es zum Konflikt und
Zerwürfnis der Gruppe.
 Beziehungen zwischen einzelnen Gruppen: Wenn es gemeinsame Ziele gibt kommt es zur
Intergruppenkooperation -> Harmonie, bei Wettbewerbszielen zu einem
Intergruppenwettbewerb und Konflikt zwischen den Gruppen.
Fragen:
In welchen sozialen Gruppen befindest du dich derzeit und wie würdest du deine Rolle innerhalb
der Gruppe beschreiben?
Um welche Art von sozialer Gruppe handelte es sich deiner Meinung nach beim „Werwolfspiel“?
Wie würdest du deine Rolle innerhalb der Gruppe beschreiben? (BeraterIn/ AnhängerIn/ Minorität/
Sündenbock…) Bzw. welche Rollen konntest du beobachten?
Was waren deiner Meinung nach die Gruppenziele/Motive der einzelnen Gruppen im Spiel?
Wie würdest du die Beziehung innerhalb der Werwolf- bzw. Dorfbewohnergruppe beschreiben? Und
wie die Beziehung zwischen den beiden Gruppen? (Vgl. Realistic-conflict Theorie!)
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