Voice-over_IP

Werbung
http://www.netzmafia.de/skripten/netze/netz10.html
Grundlagen Computernetze
Prof. Jürgen Plate
Weitverkehrsnetze, Voice-over-IP,
Poweline Communication, Funknetze
Übertragungsmedien für Weitverkehrsnetze
Datex-Netz
DATEX-L
DATEX ist eine Abkürzung für "Data Exchange" (Datenaustausch). Das L sagt aus, daß es
sich um ein leitungsvermitteltes Netz handelt, d. h. es wird ein Leitungsweg zwischen zwei
Kommunikationspartnern zur Verfügung gestellt. Beide Partnerstationen müssen in Datenrate,
Code und Protokoll übereinstimmen. Der Vorteil gegenüber dem Telefonnetz liegt im
schnellen Verbindungsaufbau (0.4 - 1 Sekunde). Da heute Datex-L keine Vorteile mehr
gegenüber ISDN hat, ist Datex-L ein auslaufendes Modell.
DATEX-P
Das P steht für "Paket-Vermittlung". Die Daten werden in Form genormter und mit
Adressinformation versehener Datenblöcke (Datenpakete) übertragen. Stationen, die nicht zur
Paketübertragung in der Lage sind, werden über einen Umsetzer (PAD = Packet Assembly
Disassembly) versorgt. Die angeschlossenen Stationen können mit unterschiedlichen
Datenraten arbeiten. Die Paketübertragung selbst erfolgt im Netz mit 64 KBit/s, wobei derzeit
das Netz auf 1,92 MBit/s ausgebaut wird. Jedes Datenpaket wird auf dem günstigsten Weg
ohne Rücksicht auf die logische Reihenfolge übertragen. Zwischen zwei über DATEX-P
verbundenen Partnern können u. U. meherere Übertragungswege existieren. Beim Empfänger
wird die korrekte Reihenfolge der Pakete wiederhergestellt.
Fernsprechnetze und ISDN
Das Fernsprechnetz ist das mit Abstand am weitesten ausgebaute Weitverkehrsnetz. Es dient
vor allem zur übertragung von Telefongesprächen, aber auch für die Datenkommunikation.
Das Telefonnetz ist ein Beispiel für ein Leitungsvermitteltes Netz. Jedem Verbindungskanal
steht eine Bandbreite von 64 kBit/s zur Verfügung. Auf analogen Leitungen (Modem) wird
diese Grenze allerdings nicht erreicht. Die Datenrate kann hier bei bester Leitungsqualität bis
zu 56 kBit/s betragen. Bei einem Zugang über eine Mobilfunkstrecke ist die Bandbreite
allerdings noch geringer.
ISDN steht für "Integrated Services Digital Network" = diensteintegrierendes Netz (Siehe
auch Näheres im Modem-Skript). Der ISDN-Basisanschluß bietet 2 Kanäle mit einer
Bandbreite 64 kBit/s pro Kanal. Aufgrund der digitalen übertragungsweise steht diese
durchgehend zur Verfügung. Neben den beiden Basiskanälen steht noch der
Signalisierungskanal (D-Kanal) mit 16 kBit/s zur Verfügung. Dieser wird nur für die
Signalisierung genutzt, während die beiden B-Kanäle der eingentlichen Datenübertragung
dienen. Neben dem Standardanschluß mit 64 kBit/s wird noch der ISDNPrimärmultiplexanschluß (PMxA) PMxA angeboten, der eine Bandbreite von 2 MBit/s bietet.
Der PMxA hat 30 B-Kanäle mit einer Datenrate von jeweils 64 kBit/s. Dazu kommt noch ein
D-Kanal, der hier im Unterschied zum ISDN-Ba auch eine Datenrate von 64 kBit/s hat, sowie
ein weiterer Kanal für Rahmenbildung und Rahmenerkennung mit einer Rate von ebenfalls 64
kBit/s.
Die Bandbreite für Modems ist selbst bei gutem Signal/Rausch-Abstand auf analogen
Telefonleitungen ausgereitzt. Jedoch stellen die geringen übertragungsraten kein Problem der
Kupferadern des Telefonanschlusses bis zur Vermittlungsstelle dar. Das Problem liegt im
Zusammenspiel aller beteiligten Komponenten des Netzes: Der Weg vom Anschluß zur
Vermittlungsstelle, die übertragungstechnik der Vermittlungsstellen untereinander und der
Weg zu dem Anschluß der angewählt wurde. Ende der 80er Jahre hat man SDSL (Single Line
Digital Subscriber Line) und HDSL (High Data Rate Digital Subscriber Line) entwickelt. So
war es nun endlich möglich kostengünstige 2-MBit-Systeme anzubieten. HDSL hat einige
Vorteile gegenüber SDSL: Drei- bis vierfache Leitungslänge ohne Regeneratoren durch
Verwendugn eines andern Leitungsprotokolls und einer leistungsstarken Echokompensation.
Außerdem verursacht HDSL relativ geringe Störungen der benachbarten Adern, diese können
bei SDSL wegen der starken Einstrahlung kaum für andere Anwendungen (Telefonie)
verwendet werden. ADSL (Asymetric Digital Subscriber Line) und VDSL (Very High Data
Rate Digital Subscriber Line) wurden ebenfalls Anfang der 90er Jahre entwickelt, hierdurch
wird noch mehr Bandbreite zur Verfügung gestellt.
Frame Relay
Aufgrund des immer breiteren Einsatzes von Glasfaserleitungen ist die Fehleranfälligkeit der
Datenübertragung zurückgegangen. Die Rechenleistung der Endgeräte ist zudem mittlerweile
genügend hoch, um auch Aufgaben der Flußsteuerung und Verbindungsüberwachung zu
übernehmen. Aus diesem Grunde kann hier das Prinzip des "Fast Packet Switching" (schnelle
Paketvermittlung) zum Einsatz kommen. Das Verfahren ist als "Frame Relay" standardisiert
worden. Das Frame-Relay-Verfahren arbeitet mit Datenpaketen variabler Länge, die
allerdings ohne Fehlerkorrektur vermittelt werden. Beim Frame-Relay Verfahren findet die
Datenübertragung über virtuelle Verbindungen statt. Die zugehörigkeit eines Datenpaketes zu
einer virtuellen Verbindung wird im Paketheader codiert. Hierfür ist das DLCI (Data Link
Connection Identifier) Feld vorgesehen, das insgesamt 10 Bit breit ist. Insgesamt sind
maximal 1024 virtuelle Verbindungen gleichzeitig möglich. Die Zahl der virtuellen
Verbindungen wird durch die Anzahl der Bits im Paketheader, die zur Codierung einer
Verbindung dienen begrenzt. Mit 10 Bit können demnach 210 = 1024 virtuelle Verbindungen
dargestellt werden. Effektiv nutzbar sind allerdings nur 976 virtuelle Verbindungen, da einige
DLCI für Sonderaufgaben reserviert sind.
Eine virtuelle Verbindung kann dauerhaft eingerichtete werden oder erst bei Bedarf aufgebaut
und nachher abgebaut werden. Im Falle der dauerhaften Verbindung spricht man von einer
"Permanent Virtual Circuit", abgekürzt PVC, anderenfalls von einer "Switched Virtual
Circuit" (SVC). Die SVCs werden beispielsweise dann eingesetzt, wenn die Verbindung nur
selten punktuell genutzt wird. Eine dauerhafte Verbindung würde in einem solchen Falle nur
unnötige Kosten verursachen. Ein Beispiel hierfür ist z.B. die Anbindung von
Telearbeitsplätzen an das Rechnernetz des Betriebes.
Das Frame-Relay-Verfahren ermöglicht zwar einen schnellen Datenaustausch in
paktetvermittelten Datennetzen, doch die übertragung von Sprache und anderen
echtzeitkritischen Datenströmen kann hiermit nicht erfolgen. Bei der übertragung eines
Datenpaktes ist die Leitung für die Zeit der übertragung blockiert; eine begonnene
übertragung eines Paketes kann nicht mehr unterbrochen werden. Aufgrund der variablen
Größe der Datenpaktete bei Frame Relay kann die übertragung daher eine längere Zeit
inanspruch nehmen. Ein Weg dieses Problem zu lösen wäre es, die Datenpaketgröße drastisch
zu reduzieren, wie es z.B. beim ATM-Verfahren festgelegt wurde.
Während das Datex-Netz bis zur Schicht 3 hinauf definiert ist, umfaßt der Standard von
Frame-Relay nur noch die Schichten 1 und 2. Die Eigenschaften in Stichpunkten:






Paketorientiertes Protokoll mit variabler Paketlänge
Frames werden in derselben Reihenfolge Empfangen wie sie abgeschickt wurden, es
ist also keine Zwischenspeicherung und Sortierung nötig.
Keine Empfangsbestätigung, keine Flußkontrolle (bleibt höheren Protokollen
vorbehalten).
Fehlererkennung, aber keine Fehlerkorrektur.
Nur fehlerfreie Frames werden weitergeleitet.
Transparente Verbindung
FPS
FPS (fast packet switching) ist ein schneller Paketvermittlungsdienst, bei dem Rahmen fester
Länge vermittelt werden. Die Rahmen werden auch als Zellen bezeichnet, man spricht von
Zellenvermittlung (cell switching). ATM basiert auf FPS. FPS zeichnet sich durch eine
variable Bandbreitenzuordnung aus. Nur die Informationen im Informationsteil (Header) der
Zellen sind mit einer Fehlererkennung ausgestattet. Die Zellen werden wie bei ATM über
virtuelle Verbindungen durch das Netz übertragen (zu virtuellen Verbindungen siehe 'ATM').
Zellen werden ununterbrochen generiert und übertragen, nicht belegte Zellen werden im
Header als 'leer' gekennzeichnet.
ATM
ATM steht für asynchronous transfer mode = asynchrone Übertragungsart. Diese
Hochgeschwindigkeits-Paketvermittlung wurde für Breitband-ISDN (B-ISDN) als
Vermittlungstechnik entwickelt und ist für Daten, Sprache, Text und Bilder gleichermaßen
geeignet. Es gilt als die Technologie der Zukunft. ATM basiert auf FPS (fast packet
switching). Dabei werden die Daten zu Paketen zusammengefaßt und zum Ziel geroutet. Das
zuständige Normungs- und Standardisierungsgremium ist nicht das IEEE, sondern das ATMForum. Im folgenden soll die Funktion von ATM vereinfacht dargestellt werden. ATM
arbeitet verbindungsorientiert, d. h. vor der Übertragung muß eine Verbindung erst geschaltet
werden. Wie bei der klassischen Telefontechnik wird die Verbindung "irgendwie" geschaltet;
wenn der kürzeste Weg bereits ausgelastet ist, wird ein Ausweichweg verwendet (salopp
gesagt: Wenn die Strecke Nürnberg-München ausgelastet ist, wird eben der Weg NürnbergFlensburg-München gewählt).
Im Kontrollfeld (Header) werden auch keine expliziten Quell- und Zieladressen angegeben,
sondern ein virtueller Pfad und ein virtueller Kanal.
Ein virtueller Pfad (virtual path, VP) ist eine für kurze Zeit geschaltete Verbindung, die
während ihrer Existenz so aussieht wie eine richtige Festverbindung (Standleitung). Dieser
geschaltete Weg durch das Netz wird als virtuell bezeichnet, weil er nicht permanent fest
geschaltet ist, sondern nur für die kurze Zeit der Datenübertragung.
Zur Kennzeichnung wird ihr ein VPI (virtual path identifier) als Bezeichnung zugeordnet. Ein
virtueller Kanal (virtual channel, VC) ist ein Übertragungskanal, der genau wie der virtuelle
Pfad nur während der Datenübertragung existiert. Zur Kennzeichnung wird ihm ein VCI
(virtual channel identifier) als Bezeichnung zugeordnet.
Ein virtueller Pfad besteht aus mehreren virtuellen Kanälen, komplexe Anwendungen können
mehrere virtuelle Kanäle gleichzeitig belegen. Die klassischen Standleitungen enthalten
ebenfalls mehrere Übertragungskanäle, doch können die virtuellen Kanäle bei ATM die
virtuellen Pfade (Leitungen) wechseln. Wenn beispielsweise zwei virtuelle Kanäle auf Pfad 1
ankommen, kann Kanal 1 durchaus auf Pfad 2 und Kanal 2 auf Pfad 1 zum selben Zielnetz
geschaltet werden.


Bei VP-Switches bleiben die Kanäle den virtuellen Pfaden fest zugeordnet, die Pfade
werden durch das Netz geschaltet.
Bei VC-Switches werden die Kanäle über verschiedene Pfade geschaltet. Bei den
geschalteten Verbindungen gibt es zwei wichtige Arten:
o Eine PVC (permanent virtual circuit = permanente virtuelle Verbindung) bleibt
auch im unbenutzten Fall so lange geschaltet, bis sie wieder gewollt abgebaut
wird.
o Eine SVC (switched virtual circuit = geschaltete vinuelle Verbindung) bleibt
nur für die Dauer der Übertragung geschaltet und wird nach Übertragungsende
automatisch wieder abgebaut.
Bei der Wegewahl wird eine einfache Art des Routings verwendet, um die Datenpakete durch
das Netz zu senden. Der Weg, den das Datenpaket durch das ATM-Netz zurücklegt, besteht
dabei aus drei Hauptabschnitten:
1. Vom Absender zum Switch, an dem der Absender angeschlossen ist.
2. Vermittlung innerhalb des ATM-Netzes von Switch zu Switch.
3. Vom Switch, an dem der Empfänger angeschlossen ist, zum Empfänger.
Als Übertragungsverfahren wird bei ATM das Paketvermittlungsverfahren Cell Relay
("Zellenvermittlung") verwendet. Bei diesen Zellen handelt es sich um Rahmen fester Länge
mit 5 Byte Header für Adressierung und Steueranweisungen sowie 48 Byte Nutzdaten,
insgesamt also 53 Byte. Dabei wird zwischen zwei unterschiedlichen Zelltypen unterschieden.


Die UNI-Zellen (user network interface) werden an der Schnittstelle zwischen
Anwender und ATM-Netz verwendet und besitzen im Header 8 Bit für die Angabe des
virtuellen Pfades und 4 Bit für die Flußkontrolle.
Die NNI-Zellen (network node interface) werden zwischen den Netzwerkknoten
(ATM-Switches) verwendet und besitzen 12 Bit für die Angabe des virtuellen Pfades,
jedoch keine Flußkontrolle.
Die Zellen werden von den Switches an den entsprechenden Trennstellen im ATM-Netz
automatisch umgewandelt. Durch die sogenannte 'cell loss priority', die Verlustpriorität, wird
festgelegt, welche Zellen auch bei sehr hoher Auslastung des Netzes noch unbedingt
übertragen werden müssen (z. B. kritische Daten oder Synchronisationsanweisungen) und
welche gegebenenfalls auch verloren gehen können (z. B. Bildinformation bei Bildtelefonie).
Die Fehlerkontrolle bezieht sich nur auf den 5 Byte großen Header, nicht jedoch auf die
Daten. Es ist ATM völlig egal, was übertragen wird, wichtig ist nur wohin und wie. Das ist
auch ein Grund für die Schnelligkeit. Die wichtigsten Übertragungsraten sind 622 MBit/s
(Lichtwellenleiter), 155 MBit/s (LWL und Kupferleitungen), 100 MBit/s (LWL und FDDI)
und 26 MBit/s (Kupferleitungen).
ATM kann Datenströme unterschiedlicher Bitraten flexibel übertragen und vermitteln. Die
Übertragungsrate ist skalierbar, d. h. Übertragungsbandbreite wird flexibel bereitgestellt.
Jedem Endgerät kann statisch (also vorab) oder dynamisch (also bei konkretem Bedarf)
Bandbreite zugewiesen werden, die Netzleistung wächst also mit. Durch die transparente
Übertragung in den Zellen werden bei den Netzübergängen keine Gateways benötigt, um von
LAN- auf WAN-Protokolle umzusetzen. ATM ist gleichermaßen für LANs, schnelle
Backbones und WANs geeignet.
ATM ist verbindungsorientiert und baut immer eine Punkt-zu-Punkt-Verbindung auf. Für eine
Übertragung muß also immer eine Verbindung zwischen zwei Stationen geschaltet werden
(ATM basiert auf der Vermittlungstechnik). Klassische LANS sind verbindungslos, jede
Station ist zu jeder Zeit mit allen anderen Stationen fest verbunden, alle teilen sich dasselbe
Übertragungsmedium. ATM als LAN (lokales ATM, L-ATM) benötigt eine LAN-Emulation.
So entsteht ein virtuelles Netz, bei dem das ATM-Netz mehreren Teilnehmern
(Geräte/Software) ein nichtexistierendes LAN vorspiegeln muß. Dabei sind verschiedene
Ansätze allerdings noch in Diskussion. Diese LAN-Emulationen arbeiten alle auf Schicht 2
des ISO-Schichtenmodells, dadurch eignen sie sich für routebare und nicht routebare
Protokolle gleichermaßen. Für die übertragung von IP-Paketen über ATM haben sich die
nachfolgend beschriebenen 3 Verfahren heute etabliert.


CLIP
Dies ist die Abkürzung für "Classical IP". Hier werden die Datenpakete aus
unterschiedlichen Netzen über ATM transportiert. Die Datenpakete aus verschiedenen
Netzformen (wie Ethernet, Token-Ring) können in einem Fall nach der "Logical Link
Control Encapsulation"-Methode alle über eine virtuelle Verbindung übertragen
werden. Die ATM-Zellen werden mit Header-Informationen über den Protokolltyp des
transportierten Datenpaketes versehen. Zur effizienten Gestaltung des
Datentransportes kann auch je Protokolltyp eine virtuelle Verbindung aufgebaut
werden. Das Feld mit der Typangabe für die transportierten Pakete kann enfallen, so
das mehr Raum für Nutzinformationen zur Verfügung steht. Die mittels CLIP
transportierten Datenpakete können allerdings hinsichtlich der IP-Adressen nur immer
innerhalb eines IP-Subnetzes transportiert werden, da hier keine Möglichkeit des
Routings über ATM besteht.
LANE
Das LAN-Emulationsverfahren (LANE) simuliert die Abläufe und Funktionen eines
herkömmlichen LAN. Hierdurch kann eine existierendes LAN auf ATM abgebildet
werden. Das emlierte LAN (ELAN) hat eine Client/Serverarchitektur, bei der jedes
Endgerät einen softwareseitigen "LAN Emulation Client" (LEC) besitzt. Dieser
unterhält Steuerverbindungen zu den einzelnen LANE-Servern. Eine
Nutzdatenverbindung kann direkt zu den anderen LEC aufgebaut werden. Daneben
kann auch eine Broadcastsendung verschickt werden, indem einen Nachricht an den
"Broadcast and Unknown Server" (BUS) geschickt wird, der diese Nachricht dann an
alle Clients verteilt. Das ELAN wird von einem "LAN Emulation Configuration

Server" konfiguriert. Daneben ist noch ein LAN-Emulations-Server installiert, der zur
Registrierung einzelner Clients und zur Ermittlung von Adressen dient. Die
Teilnehmer des emulierten LAN gehören alle zu einem Subnetz. Es besteht mittels
LANE keine Möglichkeit, Datenpakete zwischen einzelnen LANE-Netzen zu routen.
Auch die Garantie einer Dienstgüte ist bei LANE nicht möglich.
MPoA
Das "Multiprotocol Encapsulation over ATM"-Verfahren beseitigt die Nachteile der
anderen beiden Verfahren hinsichtlich des Routings zwischen den Subnetzen. Zudem
kann hier die Dienstegüte für einzelne Dienste garantiert werden. Das Netz besteht aus
MPoA-Servern und MPoA-Clients. Die MPoA-Server dienen als virtelle Router,
welche die Aufgabe haben, die Route zum Zielnetz zu ermitteln. Im Gegensatz zu den
herkömmlichen Routern, die auch den Transport der Daten übernehmen, sind die
Router hier allerdings nur für die Wegewahl zuständig. Die MPoA-Clients bauen mit
den Informationen der MPoA-Server die gewünschte Verbindung auf, und
übernehmen den eigentlichen Datentransport.
Gegenüberstellung der Technologien
Telefonnetz
Paketnetz
(Datex, X.25)
Frame-Relay
ATM
Vermittlungsprinzip Leitungsvermittlung Paketvermittlung
schnelle
Zellvermittlung
Paketvermittlung
Fehlerkorrektur im
Netz
nein
ja
nein
nein
Paketgröße
keine Pakete
variabel
variabel
fest (53 Byte)
mehrere
Verbindungen
gleichzeitig
nein
ja
ja
ja
Durchsatz der
Netzknoten
sehr hoch
mittel
hoch
sehr hoch
Voice over IP
Der klassische Telefondienst wird heute im Fernbereich, Mobilkommunikation sogar generell
über digitale Paketvermittlungsnetzwerke abgewickelt. Die Konvergenz von Internet und
Telekommunikation ist ein Trend von erheblicher Bedeutung für die gesamte Informatik.
Unternehmen mit eigenen Computernetzen und/oder festen Internet-Anschlüssen gehen
deshalb dazu über, diese Netzwerke auch zur internen bzw. externen Sprachkommunikation
zu nutzen. Das verwendete Protokoll in der Anwendungsschicht heißt "Voice-over-IP"
(VoIP). Durch "Internet-Telefon-Gateways" läßt sich das klassische Telefonnetz mit dem IPNetz verbinden, so daß von Telefon zu Telefon über das Internet telefoniert werden kann.
Bekanntester, aber wenig populärer Ableger ist die Internet-Telefonie. Zwar läßt sich damit
billig mit Gesprächspartnern in der ganzen Welt telefonieren, dies müssen lediglich ebenfalls
über ein Internet-Telefon oder die entsprechende Software verfügen. Aber da der Datenstrom
im Internet unberechenbar ist und es keine Zustellgarantie für Datenpakete gibt, leidet die
Sprachqualität. Im eigenen Firmennetz hingegen lassen sich Netzlast, Traffic, Laufzeiten und
Verbindungswege kontrollieren. Das ändert zwar nichts daran, daß IP an sich ausschließlich
zur Datenübertragung entwickelt wurde. Das IP-Protokoll ist aber wesentlich flexibler, als es
ihm viele zutrauen.
Firmen können Ihren gesamten internen Telefonverkehr über ihr Intranet kostenlos abwickeln.
Privatanwendern und Firmen erschließen sich Kostenersparnisse bei Telefonaten ins Ausland
oder zum Mobilfunknetz. Voice over IP stellt die erste Stufe der Konvergenz von Daten und
Sprache dar. Die Sprachintegration auf der flexibleren EDV-Infrastruktur auf der Basis von IP
bietet sich an. Die Schritte zur integrierten Telefonie bzw. der vollständigen Vereinigung der
Kommunikationsplattformen sind:
1. Gemeinsame Infrastruktur
In die Telefonapparate werden Netzwerk-Schnittstellen eingebaut. Das Telefon ist
somit in die gleichen Services- bzw. Netzumgebung eingebunden wie der PC
2. Gemeinsames Management
Die Funktionen der Telefonzentrale werden auf einem PC-Server integriert. Die
Verbindung ins öffentliche Telefonnetz erfolgt via Router. Die Sprache wird auf dem
Firmennetz gegenüber dem Datenverkehr privilegiert.
3. Gemeinsame Anwendungen
Die Interaktion zwischen Daten und Sprache ist nun möglich: Eine Telefonnummer
kann mit einer Produkt- oder Kunden-Nummer oder einer Homepage verknüpft
werden etc.
4. Mehrwertdienste
Die Internet-Telefonie bietet zusätzliche Leistungsmerkmale bei PC-Nutzung z. B.
Videoübertragung, Whiteboard oder gemeinsames Bearbeiten von Dokumenten.
Bei geringeren Kosten bietet die integrierte Telefonie bessere Leistung und ist bereits sehr
stark auf die kommenden Geschäftsanwendungen ausgerichtet. Die Vorteile sind u. a.:



Mit dem Zusammenlegen der Infrastruktur und dem Management verringern sich
nicht nur die Investitionskosten (nur eine Verkabelung, nur ein
Kommunikationsanschluss pro Arbeitsplatz), sondern insbesondere auch die
Betriebskosten. Der Unterhalt und Betrieb eines einzigen Service für Sprache und
Daten auf einer einzigen Kommunikationsinfrastruktur schlägt gegenüber zwei
getrennten Systemen positiv zu Buche.
Die lokale Telefonie innerhalb eines Netzwerkes ist gratis. Die Infrastruktur stellt
einen lokalen Telefonanbieter dar; es fallen für lokale Gespräche keine Kosten bei
einem externen Carrier an.
Die Auslastung des bestehenden Netzwerkes wird optimiert. Die LAN-Architektur
bietet grösstmögliche Flexibilität für Anpassungen an die Unternehmensstruktur.
Zu einem kompletten Voice-over-IP-System gehört zunächst einmal eine TK-Anlage auf
Softwarebasis. Als Kommunikationszentrale verwaltet sie die Berechtigungen und Profile der
Nutzer. Sie stellt Verbindungen her und sorgt für die richtige Zuordnung, ohne daß die
eigentliche Kommunikation über sie läuft. Der IP-Gateway ist der Mittler zwischen IPTelefonie und der bisher genutzten Telefontechnologie wie etwa ISDN. Am Ende der Leitung
im VoIP-Netz steht entweder ein IP-Telefon oder ein Computer mit Sound-Karte und IPTelefonie-Software. Für die Sprachein- und -ausgabe wird ein Headset verwendet.
Herkömmliche Telefone lassen sich aber mit einer Adapterkarte ebenso computertauglich
anschließen.
Bei Datenpaketen kommt es nicht so sehr darauf an, in welcher Reihenfolge und mit welcher
Verzögerung sie übertragen werden. Der Empfänger speichert die eingehenden Pakete und
setzt sie wieder in der richtigen Reihenfolge zusammen. Wird ein Paket beschädigt oder geht
verloren, wird es erneut gesendet.
Das funktioniert nicht bei zeitsynchronen Daten wie Sprache oder Video. Deshalb wurden im
neuen IP-Standard, IPv6, zwei neue Sub-Standards implementiert: das Reservation Protocol
(RSVP) und das Realtime Transport Protocol (RTP). RSVP erlaubt zwei Endpunkten einer
Verbindung, bestimmte Parameter auszuhandeln, darunter eine maximale Verzögerung
(Delay) und einen minimalen Durchsatz. Das IP-Netz garantiert mittels verschiedener
Verfahren, daß diese als "Flowspec" bezeichneten Quality of Service (QoS) eingehalten
werden.
Am sichersten funktioniert das unter Verwendung des "Guaranteed-Service"-Verfahrens.
Hierbei wird anderer Traffic im Netz unterbunden, sobald dieser die Flowspec gefährden
könnte. Diesem starren, aber effizienten Verfahren steht "Controlled Load" gegenüber.
Hierbei dürfen auch andere Stationen IP-Pakete solange senden, wie eine mittels Flowspec
ausgehandelte Verbindung keine Beeinträchtigung in den vorgegebenen Parametern feststellt.
"Controlled Load" bietet also mehr Dynamik und lastet das IP-Netz insgesamt besser aus. Ein
Vorurteil ist, daß für Voice over IP Anwendungen bestimmte IP-Pakete mit Sprachdaten
mittels RSVP priorisiert werden. Das stimmt nicht. RSVP dient nur zum Aushandeln und
Überwachen der Verbindungsparameter. IP-Sprachpakete werden zwar in den meisten IPNetzen von Routern und Switches vorrangig behandelt, allerdings ist diese Priorisierung meist
herstellerabhängig und somit proprietär. Das birgt Probleme, wenn Netzkomponenten
unterschiedlicher Hersteller im IP-LAN Voice-Daten transportieren soll.
Dem soll RTP entgegenwirken. Jedes IP-Paket erhält seit IP 6 zusätzlich einen Zeitstempel
(Time Stamp) mit der Entstehungszeit sowie eine Folgenummer (Sequence Information). Dies
erlaubt es dem Empfänger, Pakete nicht nur in richtiger Reihenfolge, sondern auch
zeitsynchron zusammenzusetzen. Das Real Time Control Protocol (RTCP) koordiniert zudem
Sender- und Empfängerprotokolle und sorgt für Monitoring und Management von
Echtzeitverbindungen.
Außerdem definiert RTP die Kodierung von Audiosignalen nach G.711 sowie G.723. Hierbei
handelt es sich um Codecs (Coding/Decoding), die von der ITU zur analogen und digitalen
Verschlüsselung von Sprache in Telefonnetzen definiert wurden. G.711 entspricht in etwa
dem ISDN-Standard, Sprachdaten werden mit einem Datenstrom von 64 kbit pro Sekunde
übertragen.
Für Voice over IP kommt G.711 jedoch nicht zum Einsatz, da sich die Datenlast durch
zusätzliche Komprimierung und bessere Abtastverfahren auf bis zu 9,6 kbps drücken läßt
(dies entspricht dem GSM-Standard). Verbreitet ist vor allem das CELP-Verfahren
(Codebook Excited Linear Predictive Coding), das mit einem komplizierten mathematischen
Modell der menschlichen Sprache arbeitet. Als Ergebnis entsteht ein Datenstrom von 16 kbit
pro Sekunde, der Telefonate in ISDN-Sprachqualität überträgt.
Kombiniert mit Dualrate Speech Coding, definiert im G.723-Standard, genügt sogar ein
Datenstrom von nur 5,3 kbps. Außer der geringeren Netzlast bringt dies den Vorteil, daß sich
mehr Pakete puffern lassen, ohne die Echtzeitbedingung zu gefährden. Die Qualität der
Sprachübertragung im IP-Netz gewinnt also, je kleiner die Datenrate für einen Sprachkanal
ist.
Ein weiterer wichtiger Standard für Voice over IP kommt vom Videoconferencing. H.323
umfaßt sowohl eine Codec-Technologie (wie G.723) wie auch die Signalisierung und
Verbindungssteuerung für Videokonferenzsysteme. Für IP-Telefonie wurden Teile des H.323Standards übernommen. Über eine TCP-Verbindung wird zwischen Sender und Empfänger
das Signalisierungsprotokoll H.245 ausgehandelt. Dies zeigt eingehende Rufe an und
übermittelt Statusinformationen. Die Datenübertragung selbst erfolgt über UDP. TCP-Pakete
werden dadurch bei jedem Hop auf Fehler kontrolliert und gegebenenfalls korrigiert
beziehungsweise zurückgewiesen. UDP läßt diese Kontrolle aus, UDP-Pakete erreichen den
Empfänger also schneller. Dafür muß der sich selbst um Fehlerkorrektur bemühen. Voice
over IP kodiert hierzu entweder im selben Paket oder im Folgepaket Redundanz, aus der sich
ein beschädigtes Paket beim Empfänger reparieren läßt, womit ein erneutes Senden defekter
IP-Pakete vermieden wird. Zusätzlich erfolgt die Verbindungssteuerung einer
Sprachübertragung im IP-Netz gemäß H.323 mit einem Q.931-konformen
Signalisierungskanal. Dieser steuert die Sprachverbindung und ist für Funktionen wie etwa
Makeln oder Rufnummernübermittlung zuständig.
Um Voice over IP im LAN einzuführen, müssen sämtliche Switches und Router die
entsprechenden Protokolle von IPv6 auf dem ISO/OSI-Level 3 unterstützen. Wichtig sind vor
allem die Verarbeitung von RTP sowie die Unterstützung von RSVP. Für Konferenzen und
Videodaten (die mittels der selben Verfahren wie Sprache übertragen werden), wird außerdem
das relativ neue IP-Multicast genutzt. Dabei kopiert eine Netzkomponente einen eingehenden
Datenstrom eigenständig und sendet ihn an alle Empfänger weiter. Dies vermeidet zusätzliche
Datenkanäle zwischen dem Ursprung der Übertragung und jedem Empfänger. Statt dessen
wird der Datenfluß an beliebiger Stelle im Netz dupliziert.
Um den einzelnen Arbeitsplatz dann per LAN mit Telefonfunktionen zu versorgen, fehlt es
noch an entsprechenden Endgeräten. Mittlerweile gibt es erste Ethernet-Telefone. Diese
werden statt an eine Telefondose an eine RJ-45-Buchse eines Ethernet-Hubs angeschlossen.
Alternative hierzu bieten sich CTI oder Wandlerkarten an.
Powerline Communications
die Stromleitung ist das Netzwerk
Powerline Communications erlaubt die Obertragung von Daten mit Geschwindigkeiten von
mehr als einem Mbit/s bis zum Endbenutzer über das Niederspannungs-Energieverteilnetz.
Mit dieser Übertragungstechnik wird eine echte Alternative für die sogenannte "Letzte Meile"
geschaffen. Mit der Powerline Communications Systemlösung von Siemens können
Energieversorgungsunternehmen (EVU) und Stadtwerke vor allem den privaten Stromkunden
neue Dienste wie beispielsweise "Internet aus der Steckdose" sowie Energie- und
Mehrwertdienste auf eigener Infrastruktur anbieten. Das Stromverteilnetz ist die weltweit
größte flächendeckende Kabelinfrastruktur bis in jeden Haushalt. Die bisher ausschließlich für
die Energieversorgung genutzte Verkabelung ist im deregulierten Telekommunikationsmarkt
der Schlüssel für den direkten Zugang zum privaten Kunden. Die EVUs können ihr
existierendes Stromnetz für neue Dienstangebote nutzen und sich dadurch neue
Einnahmequellen erschließen. Auf Basis der PLC Kommunikationsinfrastruktur werden
EVUs weitere Anwendungen zur Effizienzsteigerung (z.B. Lastmanagement) und zusätzliche
Dienste (z.B. Security, Fernüberwachung) entwickeln und so ihre Wettbewerbsposition in
deregulierten Energiemärkten verbessern. Im Unterschied zu anderen Lösungsansätzen
ermöglicht die Powerline Communications Lösung von Siemens die Nutzung des
Niederspannungsnetzes bis zur Steckdose im Haushalt. Über das Stromnetz können zusätzlich
zur Energie gleichzeitig Daten und Sprache übertragen werden. Bitraten von mehr als einem
Mbit/s machen aus jeder Steckdose einen leistungsfähigen Kommunikationsanschluß. In die
Lösung ist ein intelligentes Bandbreitenmanagement implementiert, das ermöglicht, den
Benutzern je nach Bedarf Bandbreite zur Verfügung zu stellen. Siemens entwickelte für
Powerline Communications ein neues, für das besondere Übertragungsverhalten des
Stromnetzes optimiertes Übertragungsverfahren. Das Verfahren (Orthogonal Frequency
Division Multiplexing, OFDM) ermöglicht hohe Datenraten selbst bei starken Störungen auf
dem Energienetz. Die Siemens AG, Bereich Information and Communication Networks und
der Schweizer Hersteller von Telekommunikationsausrüstung Ascom wollen die Entwicklung
der breitbandigen Powerline Communications (PLC)-Technik für den Einsatz auf dem
Niederspannungsnetz gemeinsam weiter vorantreiben. Beide Unternehmen führen Gespräche,
um offene Fragen für die Regulierung zu klären und Spezifikationen für gemeinsame
Schnittstellen zu erstellen. Heute gibt es bereits erste Feldversuche und Labormuster für die
neue Technik. Aus Kundensicht sind die derzeit auf dem Markt angebotenen proprietären
Lösungen jedoch nicht zufriedenstellend. Denn ein breiter Einsatz dieser PLC-Technik wird
heute weniger durch den noch frühen Entwicklungsstand, als durch die nicht vorhandene
Kompatibilität der Lösungen behindert.
HomePlug: PC-Vernetzung über die Stromleitung
"Power-Line-Communications" ist dezeit relativ tot, aber seit 2002 gibt es etwas Neues, die
"Home-Plug-Technologie" wieder. Mit der Powerline-Technologie hat Home-Plug wenig zu
tun. Jedoch haben die technischen Grundprinzipien eine neue und sinnvole Anwendung
gefunden: Rechner über existierende 230-V-Leitungen im Haus miteinander zu vernetzen.
Etliche Unternehmen bieten entsprechende Adapter an, die alle ähnlich arbeiten. Bei der
Develo AG heißt das Teil "Micro-Link-DLAN" und sieht aus wie ein Steckernetzteil. Die
Home-Plug-Technologie nutzt die bestehenden 230-V-Leitungen im Haus für die
Datenübertragung.
Mit einer maximalen Datenübertragungsrate von 14 Mbit/s und synchronem Up- und
Download ist Home-Plug auch recht flott. In der Praxis lassen sich - je nach Leitungsqualität Bandbreiten zwischen 5 Mbit/s und 7 Mbit/s gewährleisten, was z. B.für die Verlängerung des
DSL-Anschlusses in jedes Zimmer eines Hauses völlig ausreicht. Je nach Dämpfungsfaktor
der Elektroinstallation lassen sich mit MicrolinkDLAN (Direct-LAN) Entfernungen bis 200 m
überbrücken und beliebig viele Computer anschließen. Zusätzliche Geräte sind nicht
notwendig, da die Phasenkopplung durch ein "Uuml;bersprechen" stattfindet. Die Installation
der DLAN-Komponenten gestaltet sich einfach: Über den DLAN-Adapter verbindet man eine
Netzkomponente an die nächstgelegene Steckdose, und sofort lässt sich jede andere beliebige
Stromsteckdose im Haus als Netzwerkzugang verwenden. Ein Ethernet- oder ein USB-Kabel
- je nach Modell - koppelt den PC an einen weiteren Micro-Link-DLAN-Adapter, dessen
Stecker die Verbindung zum Heimnetz herstellt. Auf Grund automatischen Frequenzwechsels
unterdrückt das System Einflüsse in der Datenübertragung durch aktive und Störungen ins
Stromnetz sendende Haushaltsgeräte wie Waschmaschinen oder Kühlschränke. Im
Unterschied zu drahtlosen Funknetzen wirkt bei HomePlug der Stromzähler im Haus als
Sperre gegen unerwünschten Zugriff von außen (Signal wird stark gedäpft). Zusätzliche
Sicherheit bietet eine leistungsfähige DES-Verschlüsselung (Datenverschlüsselung in
Übertragungssystemen).
Die Geräte sind kompatibel zum Home-Plug-Standard 1.0. Im vergangenen Jahr
verabschiedete die Home-Plug-Powerline-Alliance diesen Standard, zu deren weltweit über
100 Mitgliedern unter anderem Compaq, Intel, Motorola, AMD, Cisco Systems, 3Com,
Panasonic und Texas Instruments gehören. Die von der DLAN-Technik verwendeten
Frequenzen liegen im Bereich von 4 MHz bis 21 MHz, somit werden die Rundfunkbänder
nicht gestört (520 kHz bis 1605 kHz = Mittelwelle; 150 kHz bis 285 kHz = Langwelle; 87,20
MHz bis 108,00 MHz = UKW). Die Technik basiert auf dem Home-Plug-Standard, in dem
die Sendepegel speziell in einigen Amateurfunkbändern abgesenkt sind. "Abgesenkt" heiß
aber, daß das Signal ist in der Nähe durchaus noch feststellbar ist, teilweise sogar in störender
Stärke. Übrigens betrifft die Absenkung nur die klassischen KW-Amateurfunk-Bänder 40m,
20m und 15m. Die seit einigen Jahren im Bereich 4 bis 21 MHz zusätzlich erlaubten Blöcke
(30m und 17m) sehen keine Absenkung. Wenn sich DRM (www.drm.org) weiter ausbreitet,
dürften sich auch die neuen Kurzwellendigitalrundfunkhörer über PLC ärgern - ebenso die
Minderheit der Fernempfangsfreaks.
Obwohl Home-Plug von der Leistungsfähigkeit herkömmlicher Ethernet-Verbindungen noch
ein gutes Stück entfernt ist, stellt es für viele Gebiete eine interessante Alternative dar. Auch
gegenüber Wireless-LAN bietet diese Technologie einige Vorteile. In der Praxis hängt die
erreichbare Übertragungsgeschwindigkeit allerdings vom Zustand der Elektroinstallation im
Haus und der Ausstattung der Steckdosen ab. Hier ist dann das Know-how des
Elektroinstallateurs gefragt.
Funk-LAN-Technologie
Die Möglichkeit, Computer drahtlos zu vernetzen, ist auf den ersten Blick verlockend, konnte
sich aber im Vergleich zu kabelgebundenen Lösungen bisher nur für einige Spezialaufgaben
durchsetzen. Das hat vor allem folgende Gründe:




Drahtlose Netzwerk-Adapter sind erheblich langsamer als herkömmliche
Netzwerkkarten. Selten wird eine Geschwindigkeit von mehr als 22 MBit/s erreicht,
meist erheblich weniger.
Innerhalb der Reichweite (je nach Gebäudestruktur etwa 10...50 m) teilen sich die
drahtlos vernetzten Computer die übertragungsleistung. Die Netto-Geschwindigkeit
sinkt dadurch weiter.
Die Kosten für drahtlose Adapter liegen über jenen für konventionelle 10-MBit/sNetzwerkkarten.
Bei den meisten Lösungen sind zusätzliche teure "Access Points" nötig, die die
Schnittstelle zwischen einem Kabel-Netzwerk und drahtlosen Workstations darstellen.
Die ersten "Radio LANs" arbeiteten überwiegend mit dem gegenüber Störungen relativ
unempfindlichen Spread-Spectrum-Verfahren, bei dem die Daten auf viele Trägerfrequenzen
verteilt werden, typisch auf einen Bereich von 20 MHz bei einer Datenrate von 2 MBit/s. Das
Spreizen des Signals erfolgte entweder mit dem Zufallssystem Direct Sequence Spread
Spectrum (DSSS) oder durch das zyklische Springen zwischen mehreren Frequenzbändern
(FHSS, Frequency Hopping Spread Spectrum). Sicherheitshalber werden die Daten
verschlüsselt.
Technisch entsprechen diese Netze einem Bus-System ohne Kabel oder die SchnurlosStationen bilden zusammen eine Bridge. Seit 1997 werden Funk-LANs mit 1 oder 2 MBit/s
im 2,4-GHz-Bereich mit der Norm IEEE 802.11 standardisiert. Als Sendeleistung ist maximal
1 Watt vorgesehen. Die Reichweite innerhalb von Gebäuden beträgt etwa 50 m, außerhalb
davon einige hundert Meter. Neuere Entwicklungen erreichen bei 19 GHz bis zu 10 MBit/s,
allerdings bei deutlich kleinerer Reichweite.
Mit IEEE 802.11 (Teil der Standardisierungsbemühungen des IEEE-802-Komitees, zuständig
für lokale Netzwerktechnologien) ist 1997 ein erster Standard für Funk-LAN-Produkte
geschaffen worden. Mitte 1997 wurde der erste IEEE-802.11-Standard (2 Mbit/s Funk-LANTechnologie) veröffentlicht, welcher dann, im Oktober 1999, mit IEEE 802.11b (High Rate)
um einen Standard für 11-Mbit/s-Technologie erweitert wurde. Der IEEE-802.11-Standard
beschreibt die Übertragungsprotokolle bzw. Verfahren für zwei unterschiedliche Arten, FunkNetzwerke zu betreiben.
Der 802.11-Standard basiert auf CSMA/CA (Carrier Sense Multiple Access with Collision
Avoidance). Der WLAN Standard ist ähnlich aufgebaut wie der Ethernet-Standard 802.3
(CSMA/CD), versicht aber, Kollisionen zu minimieren. Der Grund liegt darin, daß z.B. zwei
mobile Einheiten zwar von einem Access Point erreicht werden, sich aber gegenseitig nicht
"hören". Damit kann die wirkliche Verfügbarkeit des Access Points nicht in jedem Fall
erkannt werden.
Wie bei CSMA/CD hören alle teilnehmenden Stationen den Verkehr auf dem Funkkanal mit.
Wenn eine Station übertragen will, wartet sie, bis das Medium frei ist. Danach wartet sie noch
eine vorbestimmte Zeitperiode (DIFS) plus einer zufällig gewählten Zeitspanne, bevor sie
ihren Frame übertragen will. Auch in dieser Zeitspanne (Wettbewerbsfenster) wird der
Funkkanal weiter überwacht. Wenn keine andere Station innerhalb des Wettbewerbsfensters
vor dem gewählten Zeitpunkt mit der übertragung beginnt, sendet die Station ihren Frame.
Hat aber eine andere Station innerhalb der Wartezeit mit der Übertragung begonnen, wird der
Zeitzähler angehalten und nach der Übertragung der anderen Station weiter benutzt. Auf diese
Weise gewinnen Stationen, die nicht übertragen durften, an Priorität und kommen mit einer
erhöhten Wahrscheinlichkeit in den nächsten Wettbewerbsfenstern zum Zug. Eine Kollision
kann nur entstehen, wenn zwei oder mehrere Stationen den gleichen Zeitslot auswählen.
Diese Stationen müssen die Wettbewerbsprozedur erneut durchlaufen.
Funknetz-Szenarien
Das erste Funk-Netz-Szenario beschreibt die Kommunikation in einfachen "Ad-hoc"Netzwerken. Hierbei sind mehrere Arbeitsrechner in einem begrenzten Sendebereich
miteinander verbunden. Zentrale Übermittlungs- bzw. Kontrollsysteme, sogenannte "AccessPoints" sind bei diesem Anwendungsfall nicht vorgesehen. Ein derartiges "Ad-hoc" Netzwerk
könnte zum Beispiel zwischen den tragbaren Computersystemen während einer Besprechung
in einem Konferenzraum aufgebaut werden.
Im zweiten Anwendungsfall, dem sogenannten "Infratruktur-Modus", kommen "AccessPoints" zum Einsatz. Bei diesen Geräten handelt es sich um Netzwerkkomponenten, welche
die Kommunikation innerhalb eines Funk-LANs, zwischen einzelnen Funk-LAN-Zellen und
die Verbindung zwischen Funk-LANs und herkömmlichen LANs (Kabel basierend)
ermöglichen und kontrollieren. Access-Points regeln die "gerechte" Verteilung der zur
Verfügung stehenden Übertragungszeit im Funk-Netzwerk. Des Weiteren ermöglichen diese
Komponenten mobilen Arbeitsstationen das unterbrechungsfreie Wechseln (Roaming) von
einer Funk-LAN-Zelle in die Nächste.
Verschiedene Systeme können mittels einer speziellen Frequenzwahl bis zu acht
unterschiedliche Kanäle im Frequenzband alternativ oder teilweise auch gleichzeitig nutzen.
Durch dieses Verfahren können in bestimmten Fällen z. B. auch durch Störungen belastete
Frequenzen umgangen werden, um so die Übertragung zu sichern. Des weiteren können durch
den Einsatz mehrere Accesspoints parallele Funkzellen auf unterschiedlichen Frequenzen
aufgebaut werden und so die Gesamtübertragungskapazität eines WLANs erweitern. Die
dadurch entstehende Möglichkeit unterschiedliche Frequenzen zur Datenübertragung mit
getrennten Benutzergruppen zu nutzen, kann den Datendurchsatz in einem solchen Funknetz
vervielfachen, da die einzelnen Frequenzsegmente jeweils die volle Bandbreite für den
Datenstrom zur Verfügung stellen.
Eine wichtige Frage, die sich im Hinblick auf den Einsatz von Funk-Technologie immer
wieder stellt, ist die mögliche gegenseitige Störung von elektronischen Geräten (nicht nur von
Funk-Sendern und Empfängern). Oftmals werden sogar Bedenken zu einem möglichen
Gesundheitsrisiko durch die Nutzung von auf Funk basierenden Produkten geäußert.
Auf Funk basierende Geräte müssen einer Vielzahl von Standards und strengen gesetzlichen
Richtlinien entsprechen, die sicherstellen, daß die Beeinflussung zwischen verschiedenen auf
Funk basierenden Geräten und auch anderen elektronischen Geräten entweder unmöglich ist,
oder die festgelegten Grenzwerte nicht überschreiten, welche die internationalen und
nationalen bzw. europäischen Standardisierungs-Gremien festlegen.
Alle in Deutschland zugelassenen WLAN Systeme benutzen ein offiziell für industrielle und
andere Zwecke reserviertes ISM-Frequenzband (Industrial Scientific Media) zwischen 2,400
und 2,483 GHz und übertragen durch Nutzung eines Teils der darin verfügbaren Frequenzen
mit Datenraten von bis zu 11 Mbps (802.11b) oder 22 Mbps (802.11g). Der Standard 802.11a
beschreibt Systeme, die im 5-GHz-Band betrieben werden und Brutto-Datenraten bis zu 54
Mbps ermöglichen. Im 5-GHz-Band steht ein größeres Frequenzband zur Verfügung - und
damit mehr Kanäle. Wichtig ist auch, daß dieses Band ausschließlich fpr WLAN reserviert ist.
Die Kanäle von 802.11b und ihre Frequenzen.
Kanal
o
o
o
o
o
Mittenfrequenz
(GHz)
Kanal
Mittenfrequenz
(GHz)
1
2.412
8
2.447
2
2.417
9
2.452
3
2.422
10
2.457
4
2.427
11
2.462
5
2.432
12
2.467
6
2.437
13
2.472
7
2.442
14
2.484
Die Abstufung erfolgt in 5 MHz Schritten (ausgenommen Kanal 14).
In den USA sind die Kanäle 1 - 11 verfügbar.
In Europa sind die Kanäle 1 - 13 verfügbar.
In Frankreich sind die Kanäle 10 - 13 verfügbar.
In Japan ist Kanal 14 verfügbar.
Da Funk-LAN-Produkte speziell für den Einsatz in Büros und anderen Arbeitsumgebungen
entwickelt wurden, senden sie auch mit einer entsprechend niedrigen, gesundheitlich
unbedenklichen Leistung. Diese Leistung liegt unter einem maximalen Wert von 100 mW und
damit z. B. signifikant unter der Sendeleistung von gebräuchlichen GSM Telefonen (ca. 2 W
bei Geräten GSM Klasse 4, d. h. Frequenzbereich 880-960 MHz). Erhöhte Gesundheitsrisiken
konnten deshalb beim Umgang mit Funk-LANs im 2.4 GHz Frequenzband nicht festgestellt
werden.
Die größten Bedenken gelten üblicherweise der Technologie Funk selbst. Aber unberechtigtes
"Mithören" erweist sich in der Praxis sogar als wesentlich schwieriger und aufwendiger als
bei herkömmlichen auf Kupferkabeln basierenden Netzwerken. Sogenannte "Walls" sichern
den Datenverkehr mittels eines Verfahrens zur Bandspreizung (Spread-Spectrum, SS) gegen
Abhören und Störungen, dieses Verfahren entspricht einer komplexen Kodierung, die ein
Abhören schon durch die eingesetzten technischen Prinzipien sehr schwer macht. Alle z. Zt.
bekannten zugelassenen WLAN Systeme setzen zwei verschiedene Techniken ein, das
sogenannte Direct Sequence SS (DSSS) und das Frequency Hopping SS (FHSS) Prinzip.
Direct Sequence SS verschlüsselt jedes Bit in eine Bitfolge, den Chip, und sendet diesen auf
das Frequenzband aufgespreizt. Für unbefugte Lauscher verschwindet das Signal dadurch im
Hintergrundrauschen, erst der autorisierte Empfänger kann es wieder ausfiltern. Das DSSS
System ist unempfindlicher gegen Störungen und hat sich als Lösung mit den meisten
installierten Geräten in diesem Markt durchgesetzt.
Beim Frequence Hopping vereinbaren Sender und Empfänger während des
Verbindungsaufbaus eine Folge, nach der einige Male pro Sekunde die Sendefrequenz
umgeschaltet wird. Ein nicht autorisierter Zuhörer kann diesen Sprüngen nicht folgen, die
Synchronisation zwischen Sender und Empfänger bedeutet jedoch zusätzlichen Ballast
(Overhead) in der Datenübertragung.
Um das komplette Signal erfolgreich empfangen und interpretieren zu können, muß der
Empfänger den korrekten Entschlüsselungsalgorithmus kennen. Daten während der
Übertragung abzufangen und zu entschlüsseln wird dadurch recht schwierig. Die Sicherheit
von Funk-LAN-Produkten beschränkt sich selbstverständlich nicht nur auf die Wahl von
DSSS als Übertragungsverfahren. So sieht der IEEE-802.11-Standard optional auch
verschiedene Methoden für Authentisierung und Verschlüsselung vor. Unter Authentisierung
versteht man dabei all jene Mechanismen mit denen überprüft bzw. kontrolliert wird, welche
Verbindungen im Funk-LAN zulässig sind. Mit der zusätzlichen Verschlüsselungstechnik
WEP (Wired Equivalent Privacy), welche auf dem RC4-Verschlüsselungsalgorithmus basiert,
wird ein Sicherheitsniveau erreicht, welches dem herkömmlicher LAN-Technologien mehr
als entspricht. Als weitere sehr flexible Sicherheitsfunktion, erweisen sich auch Filter auf
MAC-Adress-Ebene, die im Access-Point konfiguriert werden können. Über diese Filter kann
die Kommunikation über den Access-Point sehr wirkungsvoll gesteuert werden.
Funk-LAN-Technologie und -Produkte ergänzen in idealer Weise die "klassischen" LANLösungen. Die Bandbreite wird jedoch dann zu einem entscheidenden Faktor beim Einsatz
von Funk-LAN-Installationen, wenn eine große Anzahl von Arbeitsstationen angebunden
werden soll und der Einsatz sehr "bandbreitenintensiver" Multimedia-Anwendungen geplant
ist. Man sollte nicht übersehen, daß Funk-LAN-Technologie sich wie jedes andere "SharedMedium" verhält und damit sehr ähnlich zu Ethernet-Lösungen ist.
Ein weiterer wichtiger, zu beachtender Aspekt bei Planung und Einsatz von Funk-LANLösungen, liegt in den oftmals schwer einschätzbaren Umgebungseinflüssen, welche die
Übertragungsqualität und Übertragungsreichweite vermindern können. So können Reichweite
und Qualität der Übertragung nicht nur durch die Positionierung und Anordnung der
Arbeitsstationen und Access-Points beeinflusst werden, sondern es entsteht auch eine, zum
Teil gravierende, Beeinträchtigung durch die zu durchdringenden Hindernisse (Ziegelwände,
Stahlbeton, etc.).
Für die Realisierung eines Funk-Lan stehen zwei Betriebsarten zur Verfügung:


Im Infrastructure Mode hingegen vermittelt eine spezielle Basisstation, Access Point
genannt, zwischen den Clients. Er dient zum einen als Bridge zum drahtgebundenen
Netz, vermittelt also Pakete zwischen den Netzen hin und her. Zum anderen arbeitet
ein Access Point als Repeater, das heißt er empfängt die Pakete der Stationen und
leitet sie an andere weiter - dabei sinkt natürlich der Durchsatz. Letztlich kann ein
Access Point die Reichweite verdoppeln, wenn er zentral aufgestellt ist: Er lässt zwei
Stationen miteinander kommunizieren, die so weit voneinander entfernt stehen, daß
sie sich im Ad-hoc-Modus nicht "sehen" könnten. Bei der Raumabdeckung ist mit
einem Radius von rund 50 Metern zu rechnen, innerhalb dessen sich die mobilen
Stationen um einen Access-Point bewegen können.
Im Ad-hoc-Modus kommunizieren die Stationen direkt miteinander. Im Grunde
genommen handelt es sich um Punkt-zu-Punkt-Verbindungen, da aber jeder Rechner
mehrere dieser Verbindungen unterhalten kann, spielt das praktisch keine Rolle. Mit
einer Ausnahme: Es ist möglich, daß weit voneinander entfernte Stationen einander
nicht "sehen" können, beide sehr wohl aber eine dritte Station dazwischen. Der Adhoc-Modus ist letztlich am besten geeignet, wenn man gar kein großes Funknetz
aufbauen will, sondern nur zwei Netze oder Systeme verbinden will.
Der Ad-hoc-Modus hat aber Haken: Viele Hersteller haben dieser Betriebsart anfangs
wenig Aufmerksamkeit gewidmet und statt der verabschiedeten Standards proprietäre
Verfahren implementiert. So kann es sein, daß die Karten zweier Hersteller im Adhoc-Modus nicht zueinander finden.
Zur Inbetriebnahme eines Ad-hoc-Netzes muß man auf allen Clients einen einheitlichen
Namen für das Funknetz einstellen. Bei einem Netz mit Access Point reicht es hingegen, dort
den gewünschten Namen einzutragen; bei der Einstellung "any" auf den Clients erhalten diese
automatisch den Namen übermittelt. Unter Umständen kann es im Ad-hoc-Netz Sinn machen,
den Kanal vorzugeben, auf dem die Stationen funken sollen; im Normalfall finden sie aber
selbstständig einen gemeinsamen Kanal. Eine gute Hilfestellung bietet die Software, die viele
Hersteller ihren Funkkarten beilegen.
WLAN-MIni-PCI-Karte und Adapter für den PCI-Bus im PC.
Die neuen Funk-LAN-Standards
Ein gravierender Nachteil der ersten WLAN-Standards ist die geringe Datenrate von 11
MBit/s. Selbst bei guten Empfangsbedingungen ist nur etwa die Hälfte für Nutzdaten
einsetzbar. Abhilfe versprach zunächst die Verdoppelung auf 22 MBit/s. Diese Erweiterung
war aber proprietär. IEEE 802.11a ist mit nominell 54 MBit/s noch schneller, die Geräte
arbeiten jedoch im 5-GHz-Bereich - bei einem Wechsel muß die gesamte Infrastruktur
ausgetauscht werden. Zudem verschlechtert sich mit der doppelten Frequenz die Reichweite.
Die ETSI-Projektgruppe BRAN (Broadband Radio Access Networks) arbeitet an einer neuen
Generation von WLANs und plant die Eigenschaften bezüglich Quality of Service,
Multiservice-Netzwerken, Sicherheit, Roaming zwischen LAN und WAN beziehungsweise
privaten und öffentlichen Netzen sowie die Bandbreite zu verbessern. Das BRAN-Projekt
konzentriert sich dabei auf die Entwicklung von zwei Basisstandards mit der Absicht, einen
Zugang zu den künftigen Kernnetzen ATM und IP mit Datenraten von mindestens 25 MBit/s
upstream oder Downstream bereitzustellen. Obwohl noch keine charakteristische
Killerapplikation existiert, muss eine breitbandige Zugangstechnologie äußerst vielseitig sein
und die Kommunikation von und zu den Terminals mit hoher Geschwindigkeit ermöglichen.
Ein dritter Standard für drahtlose Punkt-zu-Punkt-Verbindungen ist in Planung. Die
Zielsetzungen umfassen feste und drahtlose Breitbandzugänge bei Datenraten von 25 bis 155
MBit/s sowie Nettodatenraten zwischen 16 kBit/s und 16 MBit/s bei Reichweiten von 50
Metern bis 5 Kilometer. Die Gruppe visiert eine Zusammenarbeit mit anderen Foren für
Kernnetztechnologien an. Im Einzelnen entwickelt die Projektgruppe BRAN aktuell drei
Netzwerkstandards:


HiperLAN/2 mit typischen Datenraten von 25 MBit/s für die Kommunikation
zwischen portablen Computern und breitbandigen ATM- oder IP-Netzen innerhalb
von Gebäuden. Die Mobilität von Benutzern beschränkt sich nur auf lokale
Servicebereiche; Roaming innerhalb von öffentlichen Netzen ist nicht Bestandteil der
BRAN-Aktivitäten.
HiperAccess stellt feste Funkverbindungen außerhalb von Gebäuden mit typischen
Datenraten von 25 MBit/s bereit. Damit sollen Serviceprovider in der Lage sein,

breitbandige Netzzugänge für Privatkunden und kleine unternehmen innerhalb kurzer
Zeit bereitzustellen.
HiperLink stellt eine statische Richtfunkverbindung mit hohen übertragungsraten bis
zu 155 MBit/s bereit. Die neue Technik soll HiperAccess- und HiperLAN-Netzwerke
zu einer vollständigen drahtlosen Infrastruktur zusammenfassen.
Leider hat man in letzter Zeit kaum noch etwas von HiperLAN/2 gehört. Ein neuer Lichtblick
ist der Standard IEEE 802.11g. Geräte nach diesem Standard sind abwärtskompatibel zu
802.11b und senden ebenfalls im 2,4-GHz-Bereich, verwenden gegenüber der 11-MBit/sTechnik jedoch mehrere Kanäle und kommen so auf eine Bruttodatenrate von 54 MBit/s. So
lassen sich auf den 13 WLAN-Kanälen aber nur vier 802.11g-Netze am gleichen Ort
nebeneinander betreiben. Fremde Netze nach 802.11b im Empfangsbereich können die 54Bit/s-Technik jedoch ausbremsen: Im ungünstigsten Fall verteilen sich die langsamen Netze
quer über die Kanäle, sodass keine Bündelung für die Breitbandtechnik mehr möglich ist.
Weitere Störfaktoren sind Bluetooth-Geräte, auch sie arbeiten im 2,4-GHz-Bereich. An
exponierten Standorten im Stadtgebiet können Access Points nach IEEE 802.11g wohl kaum
ihre Leistung ausspielen, es gibt einfach zu viele langsame WLAN-Netze. Für den Betrieb in
Gebäuden ist die Technik aber durchaus interessant: Störungen von außen gibt es hier kaum.
Eigene Access Points nach 802.11b werden bei Kanalüberschneidungen umkonfiguriert oder
kurzerhand ersetzt, die Workstations merken wegen der Abwärtskompatibilität von IEEE
802.11g zu 802.11b nichts davon.
Modulationsverfahren
Bei CCK wird nur eine Trägerfrequenz moduiert
Die Komplementäre Code-Umtastung CCK dient als Basismodulation gegenwärtiger WiFiSysteme nach IEEE 802.11b und moduliert nur einen Träger.
Bei der komplementären Code-Umtastung werden sowohl Präambel/Header als auch die
Nutzinformation in CCK-Moduation ausgesendet.
Parallele Datenübertragung im Frequenzmultiplex, kurz OFDM, ist eine Technologie, die
gerade in den Markt drahtloser lANs eingeführt wird und sich in Geräten nach IEEE 802.11a
für das 5-GHz-Band findet. Bis vor Kurzem verhinderten FCC-Vorschriften nämlich den
Einsatz von OFDM im 2,4-GHz-Band. Dies änderte sich im Mai 2001: Seitdem ist OFDM
auch für das 2,4-GHz-Band zugelassen, so daß jetzt beide Bänder (2,4 und 5 GHz) mit einem
einzigen Modulationsformat abgedeckt werden können. OFDM ist ein MehrträgerModulationsverfahren, bei dem die Daten auf mehrere, eng beieinander liegende Unterträger
aufgeteilt werden. Eine andere entscheidende Eigenschaft von OFDM ist die kürzere
Präambel: Nur 16 ms gegenüber 72 ms bei CCK. Eine kürzere Präambel ist vorteilhaft, da sie
weniger Grundaufwand für das Netzwerk bedeutet.
Auch wenn die Präambel ein unverzichtbarer Teil des Datenpaketes ist, stört doch die von ihr
beanspruchte Zeit, die für eine Nutzdatenübertragung nicht mehr verfügbar ist. Mit der kurzen
Präambel bei OFDM steigt also die Nutzdatenrate - eine gute Sache! Reine OFDM-Systeme
setzen OFDM sowohl für Präambel/Header als auch für die Nutzdaten ein. Wie der Name
schon andeutet, handelt es sich bei CCK/OFDM um ein hybrides Verfahren, das als Option
im Standardentwurf IEEE 802.11g enthalten ist. Wie in Bild 5 verdeutlicht, setzt CCK/OFDM
die CCK-Modulation für Präambel/Header und OFDM für die Nutzdaten ein. Dabei bleiben
die Modulationsarten mit dem Übergang zwischen Präambel/Header und Nutzdatenstrom
separat und zeitlich getrennt.
Dies wirft sofort eine naheliegende Frage auf: Wozu diese Trennung? Wie sich zeigen wird,
gibt es gute Gründe dafür, die optionalen Hybridverfahren in den Standardentwurf
aufzunehmen. Wenn nämlich ein Betrieb in Anwesenheit existierender WiFi-Geräte
stattfindet, sorgt der ausgesendete CCK-Header dafür, daß alle WiFi-Geräte den Beginn einer
Sendung mitbekommen, und vor allem, wie lange (in ms) diese Sendung dauern wird.
Daraufhin folgt die Nutzinformation in OFDM. Auch wenn existierende WiFi-Geräte nicht in
der lage sind, diese Nutzinformation aufzunehmen, wissen sie doch, wie lange die Sendung
dauern wird, und starten in dieser Zeit keine Sendeversuche: Dies vermeidet Kollisionen und
sorgt für friedliche Koexistenz mit neueren Geräten nach IEEE 802.11g mit CCK/OFDMModulation. Da hier die Präambel länger ist als bei reinem OFDM, steigt der Grundaufwand.
Allerdings kann dies leicht in Kauf genommen werden, da CCK/OFDM höhere Datenraten
zulässt (über 20 Mbit/s), was diesen Zeitverlust mehr als wettmacht, gleichzeitig aber
Rückwärtskompatibilität mit existierenden CCK-Systemen sicherstellt.
Es ist immer daran zu denken, daß CCK/OFDM lediglich als Option im angenommenen
Standardentwurf IEEE 802.11g enthalten ist. Die verbindlich festgelegte OFDM-Modulation
kann ebenfalls neben vorhandenen WiFi-Geräten existieren und mit ihnen zusammenarbeiten.
Allerdings ist dafür eine andere Methode notwendig, die unter RTS/CTS bekannt ist. Diese
wird im letzten Abschnitt des Artikels näher betrachtet.
Das Modulationsverfahren PBCC (Packet Binary Convolutional Coding) basiert auf einem
Träger, unterscheidet sich aber wesentlich von CCK. Es nutzt eine komplexere
Signalkonstellation (8-PSK für PBCC statt BPSK/QPSK für CCK) und einen KonvolutionsCode statt des Block-Codes bei CCK. Damit unterscheidet sich der Decodier-Mechanismus
sehr von den bisher besprochenen Verfahren. Wie bei CCK/ OFDM handelt es sich bei PBCC
auch um ein hybrides Verfahren: CCK für Präambel/Header und PBCC für die Nutzdaten.
Dies ermöglicht höhere Datenraten bei gewahrter Rückwärtskompatibilität mit existierenden
WiFi-Systemen in gleicher Weise, wie oben für CCK/OFDM beschrieben wurde.
Als maximale Datenrate für PBCC sind im Standardentwurf IEEE 802.11g 33 Mbit/s
festgelegt. Dieser Wert liegt unter den Spitzenwerten für das vorgeschriebene OFDM und
auch des optional möglichen CCK/OFDM. Hier ist festzustellen, daß PBCC als optionales
Element auch im ursprünglichen Standard IEEE 802.11b enthalten ist, wobei aber noch keine
Geräte auf den Markt gebracht wurden, die nach diesem Verfahren arbeiten.
Verborgene Teilnehmer und RTS/CTS
Unter üblichen Betriebsbedingungen können sich alle Teilnehmer in einem gemeinsamen
Kanal auch gegenseitig hören. Es gibt aber Situationen, in denen die Partner Kontakt zur
Basisstation haben, sich aber untereinander nicht hören können. Hier nützt der Grundsatz
"Erst hören, dann sprechen" nichts: Wenn ein Teilnehmer einen vermeintlich freien Kanal
feststellt und zur Basisstation zu senden beginnt, während diese gerade der Sendung eines
anderen Teilnehmers lauscht, dann gibt es ein Problem, das auch als das Hidden-NodeProblem bekannt ist.
Zur Lösung dieses Problems hält der Standard 802.11 einen bekannten Mechanismus bereit:
RTS/ CTS (Request-To-Send/Clear-To-Send). Dazu muß jeder Teilnehmer eine
Sendeanforderung RTS an die Basisstation senden und eine CTS-Antwort von der
Basisstation abwarten, bevor er seine Sendung starten kann. Die Situation von CCK- und
OFDM-Partnern, die im gleichen Kanal arbeiten, ähnelt sehr dem Hidden-Node-Problem, da
die CCK-Partner keine OFDM-Sendungen hören können. Mit dem RTS/CTS-Mechanismus
ist es also möglich, daß OFDM-Teilnehmer ohne Kollision im gleichen Kanal wie WiFiGeräte arbeiten können. Für den RTS/CTS-Ablauf ist eine zusätzliche Verkehrssteuerung im
Netz notwendig.
Sicherheit von Funknetzen
Der größte Vorteil des Mediums Funk ist auch gleichzeitig sein größter Nachteil: Die
Funkwellen gehen überall hin, auch dorthin, wo sie nicht hin sollen. Drahtlose Netze bestehen
in der Regel aus einem Access-Point und einer Anzahl Clients mit drahtlosen Netzwerkkarten.
Immer häufiger sind die notwendigen Zugangspunkte zum Internet, so genannte "Hotspots",
an Flughäfen, in Cafes oder Hotels der Großstädte zu finden. Auch zuhause können sich
Notebook-Nutzer recht einfach mit entsprechendem Zubehör einen Hotspot installieren und
die Vorteile des kabellosen Surfens genießen. Bei vielen handelsüblichen Geräten ist der AP
in einen DSL-Router integriert.
Im Lieferzustand sind die Geräte nach dem Auspacken betriebsbereit, nach dem Einschalten
können sich drahtlose Geräte bereits mit dem Accesspoint verbinden. In diesem
Betriebsmodus besteht aber keinerlei Schutz des Netzwerks gegenüber der unerwünschten
Mitbenutzung durch andere Teilnehmer, es ist auf jeden Fall eine Konfiguration seitens des
Netzwerkbetreibers erforderlich.
Ein großes Sicherheitsrisiko, das Nutzer von kabellosen Netzwerken haben, ist der
Vertraulichkeitsverlust durch einen "Lauschangriff". Mittels Notebook und einer WLANKarte ist es für Dritte nicht allzu schwer, von außen in ein solches Netzwerk zu gelangen.
Dabei "schmuggelt" sich der Eindringling in die Verbindung zwischen dem HotSpot und dem
Notebook ein, quasi als "Man-in-the-Middle". Ohne Probleme gelangt er so an persönliche
Daten oder kann sogar auf Kosten des Besitzers im Internet surfen, was viele noch mehr
"schmerzen" dürfte.
Inzwischen ist allein durch das Erlauschen des Datenverkehrs ein passiver Angriff auf WEP
mit handelsübliche Hardware und frei erhältliche Software gelungen. Er beruht auf der
Tatsache, daß WEP einen berechneten und nicht einen zufälligen Initialisierungsvektor im
Klartext überträgt. So kann aus den erlauschten Daten der bei WEP verwendeten Schlüssel
errechnet werden. Nach Schätzungen dauert das Berechnen eines 40-Bit-WEP-Schlüssels eine
Viertelstunde, die bessere 128-Bit-Variante mit 104 Bit langem Schlüssel würde nur rund 40
Minuten dauern.
Adresse für den Access-Point (SSID) setzen
Der Service Set Identifier (SSID) stellt quasi den Namen des Funknetzes dar. Sie wird vom
Hersteller des AP auf einen Standardnamen gesetzt. Mit dem SSID bestimmt der
Administrator, auf welche Access-Points Notebooks oder PCs zugreifen können. Der SSID
benennt einen oder eine Gruppe von Access Points (AP). Damit der Anwender drahtlos auf
das Netz zugreifen kann, müssen auf den Notebooks die entsprechenden SSIDs hinterlegt
sein. Der SSID funktioniert wie ein einfaches Passwort, wobei der Name des Access-Points
vom Endgerät übermittelt wird. Jeder AP ist über seinen mit einem konkreten Wireless LAN
verknüpft. Sendet das Notebook nicht die korrekte Adresse des Access Points, so erhält der
Anwender keinen Zugriff auf die Daten.
Eine Sicherheitslücke entsteht, wenn der Access-Point so konfiguriert ist, dass er seine SSIDs
denjenigen Notebooks, die sich anmelden wollen, per Broadcastverfahren mitteilt.Ein
weiteres Risiko besteht darin, dass die Anwender ihre Systeme selbst konfigurieren und
anderen Personen die SSIDs möglicherweise mitteilen. Nach der Einrichtung von WEP/WPA
und MAC-Filtern sollte das SSID-Broadcasting abgeschaltet werden, da die Clients fest
eingerichtet sind und eine zyklische Bekanntgabe des Netzwerknamen (SSID-Broadcasting)
nur noch ein Sicherheitsrisiko darstellt.
Es versteht sich von selbst, daß alle voreingestellten Passwörter (z.B. beim AP) geändert
werden.
MAC-Adresse des Endgeräts speichern
Anhand der MAC-Adresse kann der Administrator des AP festlegen, welche Endgeräte Daten
über einen Access Point senden oder empfangen können. Die MAC-Adresse benennt das
Laptop oder den Handheld-Computer. Um die Sicherheit in einem drahtlosen Netz zu
erhöhen, lässt sich das System mit einer Liste von MAC-Adressen derjenigen Notebooks
programmieren, denen Zugriff aufs LAN gestattet ist. Clienten,deren Adresse nicht in der
Liste enthalten ist, erhalten keinen Zugang zum Access Point.
Nachteile: Die Liste der Adressen muß vom Administrator in jeden Access Point manuell
eingegeben und aktualisiert werden.
Viele Netzwerkinterfaces erlauben die Konfiguration einer beliebigen MAC-Adresse,
wodurch die Sperre unterlaufen werden kann.
Erst in Kombination mit einer Verschlüsselung stellt diese Maßnahme eine weitere Steigerung
der Sicherheit dar. Die MAC-Adresse eines Windows-Clients können Sie übrigens durch die
kommandos ipconfig /all bzw. winipcfg ermitteln.
Verschlüsselung der Datenpakete
Die WEP-Verschlüsselung (Wired Equivalent Privacy) soll die Kommunikation innerhalb
eines WLANs (Wireless Local Area Network) )vor Lauschangriffen schützen. Damit Access
Point und Notebook miteinander Daten ver- und entschlüsseln können, benutzen sie einen
identischen Code. Das Verschlüsselungssystem codiert Datenpakete mit 128 Bit. Die
Codierung dient als Zugangskontrolle: Einem Notebook wird der Zugriff auf einen AP
verweigert, wenn die Schlüssel der beiden Komponenten nicht übereinstimmen.
Der 802.11-WLAN-Standard sieht kein Protokoll für das Key-Management
vor, so dass alle Schlüssel in einem Netz manuell administriert werden
müssen. Die WEP-Sicherheit ist in Ad-hoc-Netzen, die keinen Access-Point
benötigen, nicht verfügbar. Die WEP-Verschlüsselung ist mit relativ
geringem Aufwand zu knacken. Im Ernstfall ist die Aufzeichnung und die
Analyse von ca. 25 GB Datenverkehr ausreichend, um eine WEPbasierende Verschlüsselung zu knacken und erfolgreich über ein drahtloses
Netzwerk in die Gesamtstruktur eines Unternehmensnetzweks
einzudringen.
Bei Verlust eines Notebooks muß der Administrator bei allen anderen
Geräten und APs den Schlüssel ändern.
Im Rahmen der Einrichtung ist es zweckmäßig, einen drahtgebundenen Zugang zum AP zu
haben, um unbeabsichtigte Selbstaussperrungen zu vermeiden. Viele Geräte gestatten die
Eingabe eines Schlüsseltextes (im Regelfall 13 Buchstaben oder Ziffern) zur Erzeugung eines
Schlüsselcodes. Dieses Verfahren ist jedoch zwischen den verschiedenen Geräten nicht
kompatibel, bei Problemen sollte hier ein 26-stelliger Hexadezimalcode verwendet werden
(Schlüssellänge von 128 Bit).
VPN im WLAN
Ursprünglich bietet das VPN (Virtual Private Network) einen sicheren "Tunnel" durch das
weltweite öffentliche Netz, seine Sicherheitsverfahren lassen sich aber auch auf ein lokales
drahtloses Netzwerk anwenden. In Verbindung mit zentralisierten Authentifizierungslösungen
wie RADIUS-Servern kommen dabei verschiedene Tunneling-Protokolle zum Einsatz.
Die bereits vorhandene VPN-Infrastruktur im Unternehmen lässt sich leicht auf das Wireless
LAN erweitern. Der Administrationsaufwand ist klein, da sich der VPN-Server zentral
verwalten lässt.Es gibt noch Schwächen beim Roaming: Bewegen sich die Anwender von
einem zum anderen drahtlosen Netz, werden sie zu einem erneuten Log-In aufgefordert.
Für die Absicherung von Funknetzen bleiben damit nur Techniken, wie sie in Virtual Private
Networks (VPNs) gebräuchlich sind - also Verfahren, die auf höheren Netzwerkebenen
greifen. Das erfordert allerdings einige Umstellungen: Anstatt die Access Points schlicht in
die bestehende LAN-Infrastruktur zu integrieren, muss man ein separates Netz für sie
aufbauen. An einem Übergabepunkt zwischen WLAN und LAN muss dann die
Zugriffsberechtigung überprüft werden. Man sollte dabei nicht nur von der normalen
Benutzerverwaltung getrennte Passwörter verwenden, sondern diese möglichst lang machen.
Deutlich sicherer geht es mit IPsec.
Physische Sicherheit Man sollte gegebenenfalls die physischen Bedingungen in das
Sicherheitskonzept mit einbeziehen. Bei der Abdeckung eines Geländes oder eines Gebäudes
ist durch Auswahl der AP-Standorte, der Antennen und der Sendeleistung eine Einschränkung
der Abdeckung auf den erwünschten Bereich möglich. So kann beispielsweise die Installation
der APs in den Kellerräumen eine Abdeckung des Gebäudes und des naheliegenden Bereiches
bieten, jedoch eine Absrahlung auf angrenzende Grundstücke wirkungsvoll vermieden
werden. Die Verwendung von Antennen mit bestimmter Abstrahlungscharakteristik kann bei
komplexen Umgebungen einen deutlichen Sicherheitsgewinn bringen.
Warchalking
Unter Warchalking versteht man die öffentliche Kennzeichnung offener drahtloser Netzwerke
(Wireless LAN Hotspots) etwa durch Kreidezeichen an Hauswänden und auf Bürgersteigen.
Genau wie die Reisenden früherer Zeiten sich durch Graffiti über die Qualität der lokalen
Infrastruktur austauschten tun dies auch moderne Informationsnomaden. Um überall mit dem
Internet verbunden zu sein nutzen sie oft auch die (unzureichend gesicherten oder absichtlich
offen gelassenen) Wireless LANs von Institutionen und Privatpersonen, um über diese
Netzwerke Verbindung mit dem Netz der Netze aufzunehmen. Welche WLAN-Hotspots in
Deutschland frei zugäglich sind erfährt man unter www.hotspots-in-deutschland.de
Technische Probleme
WLANs benutzen sehr hohe Frequenzen 2,4 bis 2,5 GHz. In diesem Frequenzbereich ändern
sich die Ausbreitungsbedingungen im Nahfeld schon mit kleinsten Veränderungen der
Antennenposition und des Umfeldes der Antenne. So stören metallische Gegenstände in der
Nähe der Antenne teilweise gewaltig. Um die starken Beeinflussungen der Ausbreitung zu
verstehen, muß man die verwendete Wellenlänge berücksichtigen: 2,4 GHz entsprechen etwa
12,7 cm Wellenlänge. Jeder Gegenstand, der ungefähr so groß ist wie die Wellenlänge, kann
die Abstrahlung der Antenne beeinflussen. Also nehmen Wasser, Pflanzen, Gebäude die
Sendeenergie auf und setzen diese in Wärme um. Diese Energie steht dann nicht mehr für
weitere Ausbreitung zur Verfügung.
Ein weiterer Störfaktor sind Reflektionen. HF Energie wird von manchen Oberflächen
hervorragend reflektiert oder abgelenkt. Dabei kann es zur Überlagerung des Originalsignals
mit dem abgelenkten Signal kommen, was zu völliger Auslöschung aber auch zu einer
Verstärkung führen kann. Durch Reflexionen verändert sich oft auch die Polarisation der
Welle. Idealerweise sollten Sende- und Empfangsantenne die gleiche Polarisation haben, also
beide vertikal oder beide horizontal. Ein konkrete, zuverlässige Vorhersage welche Antennen
welche Reichweiten bringen ist ohne genaue Betrachtung der Umgebung nicht möglich.
Wünschenswert sind dünne Kabel wegen ihrer größeren Flexibilität, Aber gerade die dünnen
Kabel sogen für eine starke KabeldDämpfung, die in in dB/100 m angegeben wird.
Verringern lässt sich die Kabeldämpfung nur durch dickere Kabel, das liegt an der Physik.
Das Problem ist, daß man zwar mit dicken Kabel im Aussenbereich und an einer
festmontierten Antenne gut arbeiten kann, ein Notebook oder ein leichter Accesspoint aber
vom dicken Kabel einfach weggehoben werden würde. Dadurch wird die Mobilität des
WLANs wieder eingeschränkt. Um dieses Problem zu umgehen, wird mit sogenannten
"Pigtails" gearbeitet. Dies sind kurze, hochflexible Kabelstücke mit den entsprechenden
Steckern, die vom Notebook oder AP auf das dicke Kabel adaptieren. Dadurch kommt zwar
wieder ein etwas stärker dämpfendes Kabel ins Spiel, aber das System bleibt flexibel. Dazu
kommt noch das die üblichen Winzigstecker der Accesspoints oder PCMCIA-Karten gar nicht
an ein dickes Kabel montiert werden können. Die folgende Tabelle zeigt typische
Dämpfungswerte von HF-Kabeln:
Kabeltyp
Dämpfung bei 2.4 Ghz db/100m
RG58
107
RG213
46
Aircom Plus 21,5
Aircell 7
39
WLAN-Stecker
Lucent
Sehr kleiner Stecker, der nur bei
(Orinoco) PCMCIA-Karten verwendet wird.
Passt nur an RG-316- oder RG174-Kabel.
MMCX
Sehr kleiner Stecker der nur bei
PCMCIA Karte Verwendung
findet. Passt nur an RG-316 und
RG-174 Kabel.z.b. bei Cisco
Aironet 350.
SMA
Kleiner Stecker für Access-Points,
PCI-Karten o.ä. Kann an RG-316-,
RG-58- und RG213-Kabel
angeschlagen werden.
SMA-Stecker: Innengewinde und
innen Stift.
SMA-Buchse: Aussengewinde
und innen Kelch.
ReverseSMA
Wird sehr oft im WLAN-Bereich
verwendet. z.B. D-Link ReverseSMA.
Reverse-SMA-Stecker:
Innengewinde und innen Kelch.
Reverse-SMA-Buchse:
Aussengewinde und innen einen
Stift.
TNC
Etwas größerer Stecker, wird
gelegentlich an WLANAccesspoints und -Clients
gefunden. Passt an RG-316-, RG58- und RG213-Kabel. Achtung:
Es gibt dieses System umgekehrt:
Buchse (Kelch) anstelle des Stiftes
für den Innenleiter, es nennt sich
dann "Reverse-TNC". Wird
häufiger im WLAN-Bereich
verwendet. z.B. von Cisco.
N
Der Stecker für professionelle
Montage und praktisch alle
Kabeltypen. Dicke Kabel zur
Antenne sollte man immer mit NStecker ausrüsten. Die Verbindung
zum Notebook/AP wird dann mit
einem Pigtail mit N-Buchse
adaptiert.
Weitere drahtlose Verfahren
Das Nebeneinander verschiedener kabelloser Vernetzungstechniken ist nicht leicht zu
durchschauen. Hier ein Überblick über Technik und Anwendung gängiger Systeme, die für
den Heimbereich geeignet sind.
IrDA
Der IrDA (Infrared Data Association) - Standard für den Kurzstreckenbereich (wenige Meter)
gehört schon fast zu den Veteranen der drahtlosen Technologien. Entsprechende Hardware ist
sehr preisgünstig und heute Grundausstattung in Notebooks, Palm-, Handspring- und CEPlattformen sowie Handys. Mobile Telefone mit Infrarotschnittstelle gibt es beispielsweise
von Siemens, Nokia, Qualcomm, Motorola und Ericsson. Seit einigen Monaten wird die
Infrarot-Technologie mit 16 MBit/s-Transceiver ausgeliefert. Ein schwerwiegendes Handikap
hat die IrDA-Technik, denn Sender und Empfänger benötigen eine direkte Sichtverbindung.
Dieses Manko hat sich in der Praxis als so drastisch erwiesen, daß die Akzeptanz von IrDA
sehr nachgelassen hat. Die Hersteller haben bereits reagiert - in vielen Fällen wird wohl IrDA
demnächst von Bluetooth ersetzt, obwohl IrDA mit seinem Licht-Übertragungsmedium keine
Rangeleien um Funkfrequenzen kennt und natürlich auch keinerlei möglicherweise
gesundheitsschädliche Mikrowellen-Strahlung emittiert. Eine weitere Einschränkung der
IrDA-Anwendung: Es sind nur Punkt-zu-Punkt-Verbindungen möglich.
Bluetooth
Über 200 Hersteller ziehen an einem Strang und entwickeln ein Verfahren zur drahtlosen
Integration mobiler Geräte. Aus dem Projekt mit Codenamen "Bluetooth" ging bis zur CeBIT
1999 die erste Version einer Spezifikation hervor. Wer oder was ist "Bluetooth"? Der Held,
um den es hier geht, regierte vor 1000 Jahren Dänemark und hieß Harald Blaatand, zu deutsch
Blauzahn. Eines der wenigen Zeugnisse für die Existenz des Königs legt ein jütländischer
Runenstein ab, auf dem steht: "... Harald, der ganz Dänemark und Norwegen gewann und die
Dänen christianisierte." Was dieser Herrscher vergangener Tage mit drahtlosem
Datenaustausch zu tun hat, versucht eine Powerpoint-Präsentation der "Bluetooth Special
Interest Group" zu deuten: "Harald glaubt, daß mobile PCs und Handys kabellos miteinander
kommunizieren sollten." Im Frühjahr 1998 beschlossen die Hersteller Ericsson, IBM, Intel,
Nokia und Toshiba, gemeinsam eine Technik für die kurzreichweitige Funkverbindung von
PCs, digitalen Kameras, Mobiltelefonen und anderen tragbaren Geräten zu entwickeln. Als
Forum für den Austausch von Ideen gründeten sie die "Bluetooth Special Interest Group",
eine Arbeitsgruppe, die zunächst Rahmenbedingungen formulierte und nach und nach einen
Standard festlegen sollte. Die Initiatoren hatten ein Verfahren im Visier, das Anwendern von
Notebooks das Leben erleichtert. Dementsprechend sollte die drahtlose Technik
Stimme und Daten übertragen, überall funktionieren, automatisch Verbindungen
aufbauen, Störeinflüssen von Mikrowellenherden widerstehen, mit kleinen Chips
arbeiten, die auch in Handys passen, wenig Strom verbrauchen, auf offenen Standards
beruhen und sehr billig sein.
Am 20. Mai 1998 gab die Special Interest Group Einzelheiten zur Technik bekannt und
begrüßte neue Mitglieder: 3Com, Axis, Cetecom, Compaq, Dell, Lucent, Motorola, Puma,
Qualcomm, Symbionics TDK, VLSI und Xircom. Fünf Monate später wurde von bis dahin
mehr als 200 Mitgliedern auf einer Entwicklerkonferenz in Atlanta die Version 0.7 der
Bluetooth-Spezifikation aus der Taufe gehoben. Heute zählt die Teilnehmerliste rund 520
Einträge. Nun steht die Herausgabe der endgültigen Fassung 1.0 des Reglements kurz bevor.
Nach dem Kalender der Bluetooth-Gruppe sollte das Dokument im 1. Quartal 1999
erscheinen, nach Möglichkeit bis zur CeBIT. Bis dahin blieben Detailinformationen in den
Händen der Mitglieder. Kurz nach der Veröffentlichung, so lauten die Pläne, werden
Entwicklungswerkzeuge für Bluetooth-Anwendungen erhältlich sein. Die ersten Produkte
schließlich, welche die Technik umsetzen, könnten dann in der zweiten Jahreshälfte auf den
Markt gehen. Auch wenn es bislang nocht keine Bluetooth-Chips zu kaufen gibt, können wir
schon davon träumen; die Web-Site der Arbeitsgruppe (http://www.bluetooth.org) versorgt
uns mit genügend Stoff:
Handys schalten am Arbeitsplatz automatisch auf den kostenlosen Betrieb im
firmeninternen Telefonnetz um und funktionieren zu Hause als Schnurlosapparate im
Festnetz. Die Teilnehmer einer Konferenz brauchen ihre Notebooks nur einzuschalten,
um sie miteinander zu verbinden. Auch der Referent braucht kein Kabel, wenn er den
Projektor an einen PC anschließt. E-Mail, die der Anwender im Flugzeug auf seinem
Notebook verfaßt, wird abgeschickt, sobald er nach der Landung sein Handy auf
Stand-by schaltet. Der PDA des Außendienstmitarbeiters tauscht selbständig mit dem
PC im Büro Informationen aus und aktualisiert seine Daten.
Das Verfahren, nach dem Bluetooth-Geräte arbeiten, gründet zum Teil auf dem Standard
802.11 des Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE). Eine 9 mal 9 Zentimeter
große Chipkarte sendet im Mikrowellenbereich von 2,4 GHz bis 2,48 GHz. Dieser Abschnitt
des gebührenfreien ISM-Bands (ISM = Industrial, Scientific and Medical) liegt sehr nahe an
der Arbeitsfrequenz eines Mikrowellenherds, dessen Magnetron in der Regel mit 2,450 GHz
schwingt. Daß der Funkverkehr trotzdem störungsfrei verläuft und auch neben anderen
Wireless-Netzen funktioniert, soll eine Technik garantieren, die sich in dem sogenannten
Baseband-Protokoll manifestiert. Hierin ist festgelegt, daß die Trägerfrequenz nicht konstant
bleibt, sondern in einer zeitlichen Abfolge verschiedene Werte aus einer festen Menge von
Frequenzen annimmt. Der Sender springt bis zu 1600 mal in der Sekunde zwischen 79 Stufen
einer Frequenztreppe, die mit 1 MHz großen Abständen den Bereich von 2402 MHz bis 2480
MHz abdecken. Ein Gerät, das die Nachricht empfangen will, muß mit dem Sender
synchronisiert sein und genau die gleiche Sprungfolge für die Trägerfrequenz verwenden. Nur
Nachrichten, die diesen Fingerabdruck tragen, landen bei den Teilnehmern eines BluetoothNetzes, Signale anderer Quellen werden herausgefiltert. Die Daten schließlich werden der
Sprungfolge durch eine binäre Frequenzmodulation angehängt. Bluetooth kann in einem
asynchronen Modus Pakete übertragen, wobei in der Regel auf einen Slot, das heißt pro
Element der Sprungfolge, ein Paket zu liegen kommt. Der Austausch erfolgt entweder
symmetrisch mit einer Datenrate von 432 KBit/s oder asymmetrisch mit 721 KBit/s in einer
Richtung und 57,6 KBit/s in der anderen. Reservierte Zeitfenster ermöglichen dabei einen
Full-Duplex-Betrieb, bei dem Kommunikationspartner zur selben Zeit senden und empfangen
dürfen. Alternativ zur Datenleitung kann eine Verbindung auch gleichzeitig drei Sprachkanäle
mit jeweils 64 KBit/s Bandbreite unterbringen. Zum Umwandeln von Sprache in ein digitales
Signal dient "Continuous Variable Slope Delta Modulation", ein Verfahren, das gegenüber
Bitfehlern als vergleichsweise unempfindlich eingeschätzt wird.
Ein Bluetooth-Netz ist aus einzelnen Blasen, sogenannten Piconets, aufgebaut, die jeweils
maximal acht Geräte aufnehmen. Damit auch mehrere Teilnehmer drahtlos kommunizieren
können, treten bis zu zehn Piconets eines Empfangsbereichs miteinander in Kontakt. Der
Gründer eines Teilnetzes, nämlich das Gerät, welches die erste Verbindung herstellt, nimmt
unter den übrigen Mitgliedern eine primäre Stellung ein und gibt die innerhalb des Piconet
gebräuchliche Sprungfolge vor. Damit die anderen Geräte Schritt halten, schickt der Master
Synchronisationssignale. Außerdem führt er Buch über die drei Bit langen Mac-Adressen der
Piconet-Teilnehmer und versetzt diese nach Bedarf in eingeschränkte Betriebszustände.
Den Aufbau einer Verbindung übernimmt das Software-Modul "Link-Manager". Dieses
entdeckt andere Link-Manager in einem Empfangsbereich, mit denen es über ein eigenes
Protokoll, das Link-Manager-Protokoll, Daten austauscht. Das Modul authentifiziert Geräte,
behandelt Adreßanfragen, verfügt über eine einfache Namensauflösung und sendet und
empfängt Anwendungsdaten. Darüber hinaus handelt es mit dem Kommunikationspartner den
Verbindungstyp aus, der bestimmt, ob Sprache oder Daten über den Äther gehen. Auch an die
Sicherheit haben die Entwickler gedacht. Bluetooth-Geräte weisen sich gegenseitig mit einem
Challenge/Response-Mechanismus aus und kodieren Datenströme mit Schlüsseln von bis zu
64 Bit Länge. Abgesehen davon haben es Mithörer wegen der großen Zahl möglicher
Sprungfolgen schwer, sich in ein Piconet einzuklinken.
Eine Mitgliedschaft in der Special Interest Group ist für Unternehmen der EDV-Branche aus
zweierlei Hinsicht interessant. Zum einen erhalten Entwickler die Gelegenheit, die
Spezifikation nach ihren Vorstellungen mitzugestalten. So ist von den Gründern der Gruppe
die Firma Ericsson für weite Teile des Baseband-Protokolls verantwortlich, während die
Module für die PC-Integration von Toshiba und IBM stammen, Intel Wissen über integrierte
Schaltungen einbringt und Nokia Software für Mobiltelefone liefert. Zum anderen bekommen
Teilnehmer Zutritt zu den Vorabversionen des Standards und können frühzeitig mit der
Entwicklung von Bluetooth-konformen Geräten und Programmen beginnen. Wer sich in die
Gruppe aufnehmen lassen will, besucht die Bluetooth-Web-Site und schickt unter dem Link
"Members" eine E-Mail mit verschiedenen Angaben an eines der fünf Gründungsmitglieder.
Kurz darauf erhält der Bewerber in elektronischer Form zwei Vertragsformulare, die er
unterschrieben per Post zurückschickt. Das eine, genannt "Adopters Agreement", sichert dem
Teilnehmer die gebührenfreie Benutzung der Spezifikation für eigene Produkte, die ein
Bluetooth-Label tragen dürfen. Wie das lauten wird, heißt es dort - denn Bluetooth ist
lediglich ein vorläufiger Codename des Projekts -, entscheidet Ericsson. Die Vertragsanlage
"Early Adopter Amendment" verpflichtet jene, die vor der Veröffentlichung des Standards
beitreten, die Dokumente vertraulich zu behandeln.
Damit Produkte das Bluetooth-Label erhalten, müssen sie nicht nur das Baseband-Protokoll
unterstützen. Je nach ihrem Einsatzgebiet müssen sie auch mit Protokollen der
Anwendungsebene arbeiten und verschiedene Datenobjekte integrieren. Mobiltelefone zum
Beispiel sollten mit PCs oder PDAs elektronische Visitenkarten des V-Card-Standards
austauschen, wohingegen ein Kopfhörer weniger Aufgaben zu erledigen hat. BluetoothGeräte bauen dabei nicht nur selbständig Verbindung zu ihren Kollegen auf, sie erkennen
auch, mit welchen Fähigkeiten diese ausgestattet sind.
Die Datenrate eignet sich eher für Anwendungen mit seltenem Datenaustausch in meist
kleinem Umfang. So bildet Bluetooth keine Konkurrenz zu Wireless-LANs (WLANs), da dort
inzwischen Bandbreiten von 11 MBit/s eingeführt wurden. Die wesentlichen BluetoothApplikationen, die in Betrieben von Mitarbeitern angenommen werden, bestehen aus
unternehmenseigen Anwendungen wie Messaging, Knowledge Management (Unwired
Portal), Datenbankabfragen usw. sowie dem Zugang zum Internet.
DMAP
(DECT Multimedia Access Profile), die um Datendienste erweiterte Variante des DECTStandards für Schnurlostelefone, wird zwar ebenfalls sehr stark für den Home-Markt
angeboten, will aber auch im SOHO-Bereich Fuß fassen - im Prinzip überall da, wo heute
schnurlose Telefone zum Einsatz kommen. DMAP will sich vor allem als MultimediaFunkstandard etablieren, immerhin lassen sich Audio- und Videosignale mit bis zu 128 kBit/s
austauschen. DMAP hat im Gegensatz zu Bluetooth und SWAP den Vorteil, daß es mit dem
1,9-GHz-Band ein reserviertes Frequenzband benutzt. So sind Komplikationen mit anderen
Anwendungen ausgeschlossen. Ursprünglich wurde DECT (Digital Enhanced Cordless
Telekommunications) von dem Europäischen Telekommunikations Standard Institut (ETSI)
als flexibler High-end-Standard für mikrozellulare Funknetzwerke mit einem Radius von 300
Metern entworfen. DECT ist heute darüber hinaus auch beispielsweise Trägertechnologie des
Wireless Application Protocols (WAP) in den GSM/GPRS-Mobilfunknetzen.
Zum vorhergehenden
Abschnitt
Copyright © FH München, FB 04, Prof. Jürgen Plate
Letzte Aktualisierung: 28. Dec 2004
Zum
Inhaltsverzeichnis
Zum nächsten
Abschnitt
Herunterladen
Random flashcards
Medizin

5 Karten Sophia Gunkel

Erstellen Lernkarten